Wintersemester 2005/06 - Hochschule für Musik Saar - Saarland

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Wintersemester 2005/06 - Hochschule für Musik Saar - Saarland

alla breve

Editorial

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Liebe Leserinnen und Leser von alla breve,

Bei allen bekannten Schwierigkeiten geben Ereignisse des vergangenen Studienjahres

wieder Anlaß zur Freude. Nach intensiven Berufungsgesprächen ist es

der Hochschule für Musik Saar gelungen, zwei neue Kollegen zu gewinnen, die

das Profil des Hauses in Zukunft aktiv mitprägen werden. An dieser Stelle begrüsse

ich in unserem Haus Frau Prof. Jone Kaliunaite (Viola) und Herrn Prof. Wolfgang Mayer

(Schulpraktisches Klavierspiel).

Die Berufung von Herrn Prof. Toshiyuki Kamioka zum Wintersemester 2004/2005 hat

- hiervon haben Sie sich mehrfach überzeugen können - bereits Früchte getragen. Aufgrund

der hervorragenden Resonanz der Konzerte des vergangenen Studienjahres

erhielten wir Einladungen in benachbarte Städte, sogar ins Ausland: Das Hochschulorchester

wird im Mai 2006 drei Konzerte in Spanien geben. In diesem Zusammenhang möchte ich mit

Freude bekanntgeben, daß Maestro Günther Herbig sich bereit erklärt hat, das Hochschulorchester am 9.

Dezember (St. Wendel) und am 10. Dezember (HFM) zu dirigieren. Am 27. Januar 2006, zum 250. Geburtstag

von W.A. Mozart, wird das Hochschulorchester zudem ein Konzert in der Saarbrücker Congresshalle geben;

ein besonderer Anlaß, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

Der Hochschulchor musizierte im Juni diesen Jahres sehr erfolgreich in der Landesvertretung des Saarlandes

in Berlin. Nachdem die Kooperation mit der Chung Ang-University von Seoul besiegelt ist, wird der

Austausch weiter intensiviert. Prof. Theo Brandmüller kehrte im Frühsommer begeistert von einer Korea-

Reise zurück; im November wird ein Cellist unserer Hochschule als Solist mit dem Hochchulorchester der

Chung Ang-University in Seoul auftreten, während zur selben Zeit fünf koreanische Blechbläser unserer

Einladung folgen und den Klangkörper unseres Hauses verstärken. Das Junge Orchester der Großregion -

vormals Saar-Lor-Lux Orchester - wurde wiederbelebt. Das Orchester mit jungen Musikern aus Lothringen,

Luxemburg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Wallonien geht im Oktober und November 2005 auf große

Konzert-Tournee durch die Großregion (s. Seite 15).

Diese und andere hochkarätige Veranstaltungen unseres Hauses geben Zeugnis von einem großen Engagement,

aber auch von der hohen Qualität der gebotenen Ausbildung. Wir - hiermit meine ich alle Kolleginnen

und Kollegen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Studierenden der HFM - sind hochmotiviert

und bemüht, uns den Herausforderungen zu stellen.

Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, viel Vergnügen bei der Lektüre der neuen alla breve und

hoffe, Ihr Interesse für unsere Veranstaltungen im kommenden Wintersemester geweckt zu haben!

Herzlich,

Ihr

Prof. Thomas Duis, Rektor

Inhalt

alla breve Wintersemester 2005-2006

Neues vom HFM-Campus ......................... 2

Neue CDs ....................................................... 9

Einstein für Musiker ................................... 11

Veranstaltungen .......................................... 13

Musik und Mythos –

Thomas Manns Wagner-Rezeption ........ 23

Hans Lonnendonker:

75 Jahre im Dienst der Musik ................... 24

HFM-Studium ............................................... 26

„Gitarristen zu Musikern“:

Zur Person: Stefan Jenzer .......................... 27

„Phantasie und Temperament“:

Portrait Jone Kaliunaite ............................. 29

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Aus den HFM-Klassen

Kompositionsklasse

Prof. Theo Brandmüller

Im Juli dieses Jahres ist die Kompositionsstudentin

Lin Wang zur

Teilnahme an einem Komponisten-Meisterkurs

der Hochschule

„Franz Liszt“ Weimar ausgewählt

worden.

Karola Obermüller, Absolventin

der Kompositionsklasse, war

im August dieses Jahres mit ihrer

Opernszene „Dunkelrot“ (Libretto:

Gabriele Strassmann) bei der

2. Rheinsberger Opernwerkstatt

vertreten. Insgesamt wurden

sechs junge Komponisten/innen

ausgewählt, die für das Opern-

Projekt „Träum‘ mich wach“ im

Schlosstheater Rheinsberg Szenen

beisteuerten.

Zeynep Gedizlioglu erhielt nach

einem dreitägigen Workshop im

Vorfeld der 46. Weimarer Meisterkurse

den Franz Liszt-Förderpreis

der Hochschule für Musik

Weimar. Als Teil der Auszeichnung

wurde sie überdies mit einer

Auftragskomposition für das

„Ensemble Recherche“ beauftragt.

Elementare

Musikpädagogik (EMP)

Prof. Dr. Michael Dartsch

Am 30. Juni und 1. Juli 2005 haben

Studierende und Absolventen

des Studienganges Elementare

Musikpädagogik zusammen mit

ihrem Professor, Michael Dartsch,

die Kinderkonzert-Produktion

“Kein Hundeleben für Bartolomé”

noch einmal in einer modifizierten

Fassung in Aachen aufgeführt.

Dabei wirkte auch das Ensemble

Barocco locco mit. Eingeladen

hatte die Caritas Aachen, die als

Veranstalter fungierte. Die Aufführung,

die in Anwesenheit der

Autorin des gleichnamigen Kinderbuches

stattfand, wurde von

einem Einführungsvortrag und

einer Podiumsdiskussion zum

Thema Integration umrahmt.

Freude an der Lehre vermitteln die Aufführungen der Elementaren Musikpädagogik

(EMP) - wie hier bei ihrer „Schubertiade“ zu Anfang dieses Jahres.

Am 14. Juli 2005 waren 28 Vorschulkinder

des Kindergartens

Bischmisheim zu Besuch in der

Hochschule für Musik Saar. Studierende

und Absolventinnen

des Studienganges Elementare

Musikpädagogik zusammen mit

ihrem Professor, Michael Dartsch,

führten die Kinder durch die

Hochschule, zeigten ihnen Instrumente

und regten sie zum Singen,

Bewegen und Experimentieren

an. Die Kinder staunten, horchten,

probierten aus und gingen

begeistert aus der Hochschule.

Violinklasse

Prof. Ulrike Dierick

Claire Rigaux und Julia Fedorova

haben eine Praktikantenstelle

für 1. und 2. Violine im RSO des

Saarländischen Rundfunks erhalten.

Gerardo Ubaghs wurde als Aushilfe

für die Hälfte der Aufführungen

einer Konzert-Tournee mit

dem Violin-Solisten Vadim Repin

verpflichtet. Im Oktober dieses

Jahres eröffnet Ubgahs mit Prokofievs

2. Violinkonzert eine neue

Serie von Konzertmatineen am

Pfalztheater Kaiserlautern. Im

Dezember 2005 und im Frühjahr

2006 begibt sich der junge Violinist

auf Rezital- und Konzert-

Tournee durch Spanien.

Fagottklasse

Prof. Marc Engelhardt

Jan Schmitz erhielt die Stelle des

1. Solofagottisten bei den Nürnbergern

Sinfonikern. Beim nationalen

chinesischen Fagottwettbewerb

wurde Ying-Xue Zhao

mit dem 2. Preis und Jing-Jing Ji

mit dem 3. Preis ausgezeichnet.

Klasse für

Chordirigieren

Prof. Andreas Göpfert

Florian Kleidorfer, Absolvent

unserer Hochschule 2005 im Studienbereich

Kirchenmusik A (Orgel:

Prof. Rübsam, Chorleitung:

Prof. Göpfert) hat die renommierte

Stelle an der Moritzkirche zu

Halle (Saale) erhalten.

Thomas Kiefer, Kirchenmusikerexamen

B im Jahr 2002, ist Gewinner

des Internationalen Chorleiterwettbewerbs

Wien 2004.

Unter 70 Bewerbern hat er sich

souverän durchgesetzt. Nach seinem

Studium an der HFM (Chorleitung:

Prof. Göpfert, Orgel: Prof.

Rübsam) absolviert er gegenwärtig

ein Aufbaustudium im Fach

Chorleitung an der Königlichen

Musikakademie Stockholm. Seit

September diesen Jahres ist Thomas

Kiefer Domkantor zu Trier.

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Kontrabass-Klasse

Prof. Wolfgang Harrer

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Tobie Bastian, Absolvent der-

Kontrabass-Klasse, erhielt einen

Zeitvertrag im Symphonieorchester

Herford. Alexis Scharff erhielt

eine Praktikantenstelle am

Staatstheater Saarbrücken.

Mark Gertsel gewann das Probespiel

für ein festes Engagement

im Symphonieorchester Kairo in

Ägypten.

Hebräische Lieder, Heimliche Ehe

und Hänsel und Gretel

Die Gesangsklasse Yaron Windmüller setzt Akzente

Mit der Aufführung von Domenico Cimarosas komischer Oper „Il

matrimonio segreto“ („Die heimliche Ehe“) konnte die Gesangsklasse

von Prof. Yaron Windmüller im Juni dieses Jahres einen

Riesen-Erfolg verbuchen. Das zahlreich erschienene Publikum im

Mauritius-Studio der Hochschule und die Rezensenten der Presse

zeigten sich von dieser Produktion im Rahmen der „Musikfestspiele

Saar“ gleichermaßen begeistert. Das Ensemble überzeugte

durch hohe gesangliche Qualität, enorme Spielfreude, Witz und

präzise umgesetzer Choreographie. Die Darsteller von links nach

rechts: Silvia Offenbeck, Naomi Grundke, Lukasz Tyszka, Dorothea

Brandt und Jan Heinrich Kuschel (nicht auf dem Foto: Michael

Marz als „Conte Robinson“ sowie als „Stumme Rolle“: HFM-Instrumentenwart

Jörg Thomas).

Anfang April konnte die Gesangklasse von Yaron Windmüller,

verstärkt durch eine Combo unter der Leitung von Claas Willeke,

ebenfalls eine überzeugende Leistung vorlegen. Aus Anlass des

40-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen

der Bundesrepublik Deutschland und Israel inszenierte die Klasse

Windmüller in hebräischer Orginalsprache ein Lied-Repertoire

mit Werken zeitgenössicher israelischer Komponisten. Das hochkarätige

Konzert in Beisein des israelischen Botschafters, Shimon

Stein, und des saarländischen Ministerpräsidenten, Peter Müller,

wirkte beim Publikum noch lange nach (Fotos unten).

Die nächste Produktion der Gesangsklasse ist schon in vollem

Gange. Im Dezember dieses Jahres werden die jungen Sängerinnen

und Sänger unter der Leitung von Yaron Windmüller Engelbert

Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ in Szene setzen.

Aufführungen sind vorgesehen am 1.12. 2005 19:00 h, 2.12.2005

19:00 h und 3.12.2005, 11:00 h, in der HFM.

Viola-Klasse

Prof. Jone Kaliunaite

Ji Guang Han und Shinnie Lee

erhalten ab 1. Januar 2006 Praktikantenstellen

im RSO des Saarländischen

Rundfunks.

Judith Kraft bekam einen Aushilfsvertrag

beim RSO Saarbrücken.

In der Spielzeit 2005-2006

wird Julie Moffette ein Praktikum

im Orchester des Saarländischen

Staatstheaters absolvieren.

Percussions-Klasse

Prof. Thomas Keemss

David Reindl, Student im 3. Semester

konnte sich im Probespiel

für die Praktikumsstelle als

Schlagzeuger gegen die angetretene

Konkurrenz durchsetzen. Ab

September ist er für die Spielzeit

2005/06 als Schlagzeuger am

Staatstheater Saarbrücken im

Einsatz.

Trompetenklasse

Prof. Peter Leiner /

Bernhard Kratzer

Matthieu Meyer, designierter

Erstsemestler OM Hauptfach

Trompete, wurde schon vor Beginn

des Studiums als 1. Trompeter

in das Symphonische Blasorchester

der Europäischen Union

berufen. Die Arbeitsphase fand

im September in Luxembourg

statt und endete mit zwei Konzerten

in Italien.

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HFM-Kammerchor: Musik im Berliner Salon der Mendelssohns

Der Kammerchor der Hochschule für Musik Saar unter der Leitung von

Prof. Andreas Göpfert präsentierte in der Berliner Landesvertretung des

Saarlandes ein Konzert „Musik im Berliner Salon der Mendelssohns“. Es erklangen

weltliche Chormusik, des weiteren Gesangsduette (Anne-Katrin

Herzog und Alexandra Schmid) und Klaviermusik (Sebastian Voltz) von

Felix Mendelssohn-Bartholdy, Fanny Hensel, geb. Mendelssohn sowie von

Robert und Clara Schumann. Über 500 begeisterte Gäste feierten die jungen

Sängerinnen und Sänger in der Vertretung des Saarlandes. Ermöglicht

wurde die Konzertreise durch einen großzügigen Zuschuss der Freunde und

Förderer der HFM in Höhe von 7.000,- EUR.

Nur wenige hundert Meter von der Vertretung des Saarlandes entfernt, stand

in der Leipziger Straße 3 das palaisartige Haus des Bankiers Abraham Mendelssohn.

Hier wuchsen Felix und Fanny sowie ihre Geschwister auf. Der musikalische

Salon der Mendelssohns in Berlin war legendär und besonders geprägt

von Fanny Hensel, geb. Mendelssohn. Das befreundete Ehepaar Robert und

Clara Schumann gehörte zu den bevorzugten Interpreten und Komponisten,

die häufig zu Gast waren.

Beim im April stattfindenden Lions-Musikwettbewerb,

District

Südwestdeutschland, konnten die

vordersten Plätze von Studenten

unserer Hochschule besetzt werden:

Alexander Großpietsch, 3.

Semester, errang den mit 750,00

Eur dotierten 2. Preis, Stephan

Stadtfeld, 5. Semester, den mit

1.000,00 EUR dotierten 1. Preis.

Stephan Stadtfeld wird den südwestdeutschen

Distrikt Ende Mai

bei der Deutschland-Ausscheidung

in Rostock vertreten.

Klavierklasse

Prof. Kristin Merscher

Anny Hwang, ab dem Wintersemester

2005-2006 Jungstudentin

in der Klasse von Prof. Merscher,

gewann beim diesjährigen

Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“

den 1. Preis.

Violoncello-Klasse

Prof. Gustav Rivinius

chester in seiner Heimatstadt Rijeka

(Kroatien) verpflichtet.

Tuba-Klasse

Ralf Rudolph

Hauptfachstudent Alexander

Kritikos wirkte nach bestandenem

Probespiel beim diesjährigen

Schleswig-Holstein-Festivalorchester

mit. Er brachte dort

unter Christoph Eschenbach

und Kent Nagano diverse Werke

der Orchesterliteratur zur Aufführung.

Ausserdem hat er ab

September 2005, ebenfalls nach

Chul Hur wurde beim Staatlichen

Sinfonie-Orchester seiner

Heimatstadt Seoul nach erfolgreichem

Probespiel zum 1. Solo-

Cellisten ernannt.

Ebenfalls als 1. Solo-Cellist wurde

Petar Kovacic beim Opern-Orbestandenem

Probespiel, einen

auf zwei Jahre befristeten Vertrag

als Tubist an der Staatsoper

Stuttgart erhalten. Er löst dort

den ehemaligen HFM-Studenten

Stefan Ambrosius ab, der als Solotubist

an die bayrische Staatsoper

München wechselt.

Posaunenklasse

Prof. Henning Wiegräbe

Thomas Leyendecker gewann

das Probespiel um die unbefristete

Stelle als Bassposaunist am

Staatstheater Darmstadt (A). Zur

Applaus für „Liebe und andere Bagatellen“

„Liebe und andere Bagatellen“ setzte die HFM-Opernklasse im

Juli dieses Jahres eindrucksvoll im Mauritius-Studio der Hochschule

in Szene. Unter der Leitung von Thomas Max Meyer und

Gerhard Schneider sang das 13-köpfige Ensemble ein Potpourri

bekannter Film- und Bühnenmelodien - das Ganze eingebettet in

eine Spielhandlung um ein Schauspieler-Ensemble, welches verzweifelt

auf seinen Bus wartet und in dieser mißlichen Situation

eine chaotische Macbeth-Probe ansetzt. Vor stimmiger Baustellen-Atmosphäre

(Ausstattung: Renée Günther) agierte in dem

Sing-Spiel eine herrlich anarchisch-neurotische Künstlertruppe

ihre verzwickten gruppendynamische Prozesse aus. Die Presse

lobte den „ausgetüftelten musikalischen Leckerbissen“ und meinte

„Hier passt wirklich alles, jedes Stück sitzt haargenau am rechten

Fleck, die Stimmen haben allesamt Klasse“. Fazit: „Eine frische

Produktion mit reifen stimmlichen Leistungen, diese Musikrevue

der Opernklasse hat Format, dafür viel Applaus.“

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In der von Adrina Hölszky geleiteten

Veranstaltung stellte Brandnächsten

Spielzeit (2005/2006)

wird er dort seinen Dienst beginnen.

Des Weiteren wurde ihm der

Europäische Buteas-Förderpreis

der Wiener Philharmoniker 2005

verliehen.

Zwei von Henning Wiegräbe betreute

Ensembles waren beim

diesjährigen Wettbewerb „Jugend

musiziert“ erfolgreich: Das

Posaunentrio Matthias Haakh,

Christoph Paus und Max Bentz

(alle Klasse Prof. Wiegräbe) und

das Blechbläserquintett mit den

Trompetern Jan Epp (Klasse Prof.

Leiner) und Magdalena Stockmann,

der Hornistin Maya Stockmann,

Matthias Haakh an der Posaune

und dem Tubisten Steffen

Schmid gewannen jeweils einen

1. Preis auf Bundesebene.

Joseph Bastian beendete sein

Probejahr als Bassposaunist im

Sinfonieorchester des Bayerischen

Rundfunks (unter Mariss

Jansons) ohne Gegenstimmen

und ist nun festes Mitglied dieses

Deutschen Eliteorchesters.

HFM-Orgelprofessor und

Hobby-Figaro Wolfgang

Rübsam hat die deutsche

Meisterprüfung im Friseurhandwerk

bestanden. Nachdem

ihm bereits vor einiger

Zeit das amerikanische Barber-Diplom

zugesprochen

wurde (alla breve berichtete),

hat Rübsam nun auch vor der

gestrengen Saarländischen

Handwerkskammer mit positivem

Ergebnis bestanden.

Gerüchte, die HFM würde im

nächsten Semester das Fach

„Frisieren“ in ihr Lehrangebot

mit aufnehmen, sind haltlos.

Im Alter von 65 Jahren verstarb der Diplom-Psychologe

Prof. Dr. Klaus Jacoby.

Prof. Dr. Jacoby lehrte seit 1978 an der Hochschule in den Fächern

Erziehungswissenschaft, Pädagogische und Entwicklungspsychologie

sowie Körperarbeit. Zum kommenden Wintersemester wäre

er in den Ruhestand verabschiedet worden. Im Frühjahr dieses

Jahres war Klaus Jacoby aufgrund seiner großen Verdienste noch

zum Honorarprofessor der Hochschule für Musik Saar ernannt

worden. Wir sind erfüllt mit Trauer und Fassungslosigikeit über

den Tod eines liebenswürdigen und integren Kollegen, der viel zu

früh von uns gegangen ist.

Das Saarbrücker Posaunenconsort

wurde zum diesjährigen

BR-KLASSIXMIX des Bayerischen

Rundfunks eingeladen. Es spielte

Renaissancemusik zusammen

mit der Sopranistin Lydia Teuscher.

Das Konzert wurde live im

Radio übertragen

Qing-Wen Hu, Dozent am Konservatorium

Schanghai, gründete

das Shanghai City Jazz Orchestra

und arbeitet als dessen künstlerischer

Leiter.

Namen & Nachrichten

Henning Wiegräbe folgt dem

Ruf an die Musikhochschule Basel,

um die dortige Posaunenklasse

zu leiten. So kann die Zusammenarbeit

zwischen der Basler

und der Saarbrücker Musikhochschule

ausgebaut und intensiviert

werden.

„Für John Cage nach Nirwana“

(2005) heißt ein neues Werk des

HFM-Professors Theo Brandmüller.

Das Stück für Flöte(n),

Klarinette(n), Violine, Violoncello,

Klavier und Schlagzeug, geschrieben

für das renommierte

Ensemble „EST-EST-EST“, wurde

am 11. Mai 2005 in Donaueschingen

uraufgeführt. Im April dieses

Jahres hat Theo Brandmüller eine

Einladung zum Komponistenforum

des Mozarteums Salzburg

wahrgenommen.

müller sein bekanntes Chorwerk

„Cis-umsungend“ vor.

Der HFM-Lehrbeauftragte für

Schlagzeug, Oliver Strauch, ist

in den „Drummer‘s Dictionary

– The world‘s greatest drummers“

aufgenommen worden. Eine unabhängige

Jury entschied über

die Aufnahme in diesem Lexikon

der wichtigsten Schlagzeuger der

Welt. Der Saarbrücker ging von

Ende Mai bis zum 9. Juni 2005

auf Tournee durch Russland und

stellte sein Soloprogramm „A different

drummer“ vor. Er spielte

dort mit verschiedenen Musikern

der russischen Jazzszene. Die aktuelle

CD des Oliver Strauch-Trios

heißt „Anatomy of a trio“.

Der HFM-Absolvent Thomas Kiefer

ist neuer Domkantor an der

Hohen Domkirche in Trier. Der aus

Perl stammende Saarländer wird

Nachfolger von Harald Schmitt,

der als Domkapellmeister nach

Berlin wechselt. Der 28-jährige

Thomas Kiefer studierte an der

Hochschule für Musik Saar und

an der Königlichen Musikakademie

Stockholm. Im Oktober 2004

gewann er in Wien den Internationalen

Wettbewerb für junge

Chordirigenten.

Zu Ehren des Komponisten Arthur

Honegger (1892 - 1955) dirigierte

HFM-Emeritus Max Pommer

ein Konzert mit der Hamburger

Camarata. Als Solistin für das

Festkonzert unter dem Titel „Paris

& Wien“ war eine Absolventin

der HFM verpflichtet worden:

Isabelle Faust, die in der Violin-

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klasse von Prof. Ulrike Dierick studierte.

Im Rahmen der Feierlichkeiten

zum französischen Nationalfeiertag

am 14. Juli wurde

Prof. Robert Leonardy vom

damaligen französischen Generalkonsul

in Saarbrücken, Mr.

Gérard Grall, mit dem Orden

„Chevalier dans l‘ordre des Arts

et des Lettres“ ausgezeichnet.

Leonardy erhielt die Auszeichnung

für seine Verdienste um die

deutsch-französische kulturelle

Zusammenarbeit. Geehrt wurde

beim gleichen Anlass auch HFM-

Rektor Prof. Thomas Duis. Ihm

wurde der Orden „Officier dans

l´ordre des palmes academiques“

verliehen.

Ehrung für Jean

Micault

Für seine großen Verdienste

innerhalb seiner langjährigen

Lehrtätigkeit an der Hochschule

wurde der Pianist und

HFM-Emeritus Prof. Jean Micault

von der saarländischen

Landesregierung ausgezeichnet.

Die Ehrenurkunde überreichte

Frau Staatssekretärin

Dr. Susanne Reichrath in Vertretung

des saarländischen

Kultusministers.

Die Auszeichnung erfolgte

am Rande eines überwältigenden

Klavierabends, den

der „Nestor unter den Saar-

Pianisten“ Anfang dieses

Jahres in der Hochschule gab.

Im überfüllten Konzertsaal

begeisterte Jean Micault mit

einer einzigartigen Interpretation

seiner „Lieblinge“ Mozart,

Beethoven und Chopin.

Jean Micault, der im letzten

Jahr seinen 80. Geburtstag

feierte, steht seit mehr als 25

Jahren in den Diensten der

Hochschule. Er ist noch immer

als Assistent von Prof. Robert

Leonardy unterrichtend tätig.

HFM-Pressereferent Thomas

Wolter (Foto Mitte) würdigte

in seiner Laudatio die großen

künstlerischen Erfolge und

die Menschlichkeit des allseits

beliebten Jubilars.

Foto: A. Simon

Im Beisein des saarländischen Kultusministers Jürgen Schreier

wurde der Kooperationsvertrag zwischen dem College of Music

der Chung-Ang Universität Seoul (Korea) und der Hochschule

für Musik Saar unterzeichnet. Das Dokument, das von

der Rektorin des College of Music, Professor Chung Young-Ja,

HFM-Rektor Prof. Thomas Duis und Kultusminister Jürgen Schreier

paraphiert wurde, regelt die zukünftige Zusammenarbeit der

beiden Institutionen. Insbesondere sieht es den gegenseitigen

Austausch von Lehrenden und Studierenden im Bereich von Lehre

und Forschung vor, eine gegenseitige Beratung auf administrativer

Ebene sowie den Austausch von Solisten und Ensembles für

Konzertveranstaltungen. Die Zusammenarbeit zwischen der Saar-

Musikhochschule und dem Musik-College von Seoul besteht seit

fünf Jahren. Prof. Thomas Duis hob den bisherigen Höhepunkt der

Zusammenarbeit hervor: die gemeinsame Aufführung des Weihnachtsoratoriums

von Johann Sebastian Bach im Dezember 2004

in Seoul. Als nächste gemeinsame Projekte wurden geplant: die

Reise des Organisten und Kompositionsprofessors Theo Brandmüller

nach Seoul, die Entsendung eines koreanischen Holzbläserensembles

nach Saarbrücken sowie die gemeinsame Aufführung

von Beethovens Neunter Sinfonie in Südkorea. Kultusminister Jürgen

Schreier würdigte die Initiative der Hochschulen als ein Vorantreiben

des deutsch-koreanischen Kulturabkommens, das seit

1972 in Kraft ist.

Am Rande der Vertragsunterzeichnungen wurden mehrere Persönlichkeiten

der beiden Hochschulen für ihre Verdienste um den

Aufbau der Kooperation gewürdigt: der koreanische Professor

Ham Ji-Gyu, der frühere Rektor des College of Music, Duk-Sung Na,

HFM-Professor Armin Aussem und der frühere HFM-Rektor Prof.

Thomas Krämer.

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Die Lehrbeauftragte Prof. Anne

Borg nahm im Sommer als Dozentin

am „Sommerfestival“ im

griechischen Vlasti teil. Anne

Borg unterrichtete eine Gruppe

von acht jungen Pianisten/innen

und gab während des Festivals

ein Konzert mit Werken von

Frédéric Chopin.

Prof. Peter Leiner wurde für

Anfang November in die international

besetzte Jury für die

Europa-Ausscheidung des Internationalen

Lions-Musikwettbewerbs

nach Stuttgart berufen

und entscheidet somit über die

Europa-Sieger dieses wichtigen

weltweiten Wettbewerbs. 18 junge

Trompeter, alle 1. Preisträger

ihrer jeweiligen Heimatländer,

werden um drei hochdotierte

Preise spielen.

Stephan Weidauer wurde in

die Jury des 41.Internationalen

Instrumentalwettbewerbs Markneukirchen

2006 berufen. In unserer

Region war er 2005 Juror in

Luxemburg, Forbach und Saargemünd.

Beim Jugendblas- orchester

Rheinland-Pfalz war er bei der

Sommerarbeitsphase 2005 Dozent

für Tiefes Holz.

Jung-Studenten

Schüler der Grundschule Bischmisheim besuchten im Frühjahr

eine Probe des Hochschul-Orchesters. Die Kids zeigten sich begeistert

vom Können der Orchestermusiker und waren tief beeindruckt

von Maestro Kamiokas energiegeladenem Dirigierstil.

Zuvor gab es im Atrium der HFM eine kurze Einweisung in die

Orchesterarbeit durch HFM-Rektor Prof. Thomas Duis. Das Vorwissen

der Grundschüler konnte sich sehen lassen. Sogar die beliebte

Fangfrage nach der Gattungs-Natur des Saxofons (Holz oder

Blech?) wurde vom Nachwuchs einwandfrei beantwortet.

Prof. Erich Penzel hat zum kommenden

Wintersemester einen

Lehrauftrag für das Fach „Horn“

an der HFM erhalten.

Jule Unterspann ist ab dem WS

2005-2006 neue Dozentin für

Jazzgesang an der HFM. Die gebürtige

Frankfurterin studierte in

Mainz und unterrichtet u.a. auch

an der Frankfurter Musikwerkstatt.

Sie ist Mitglied in Georg

Rubys „Blue Art Orchestra“ und

leitet die Bigband „Limburger

Jazzclub“.

HFM-Jam

Mit großem Erfolg wurde erstmals an der Hochschule eine Jam-

Session veranstaltet. Lehrende und Studierende der Jazz-Abteilung,

aber auch viele Musiker der Saarbrücker Szene sorgten mit

guter Musik für gepflegte Club-Atmosphäre in Studio 5 der HFM.

Auch der Mäzen der Jazz-Abteilung, Prof. Dr. August-Wilhelm

Scheer (Foto rechts), ließ es sich nicht nehmen, bei dieser Premiere

mit seinem Saxofon tatkräftig mitzuwirken. Der Organisator der

Session, HFM-Drummer Oliver Strauch, zeigte sich denn auch mit

dem Auftakt rundum zufrieden und lud schon wenige Wochen

darauf zum nächsten Jam in die HFM. Tendenz: Die Jam-Sessions

der Jazz-Abteillung entwickeln sich unaufhaltsam zu einer festen

Größe im Konzertplan der Hochschule und der Landeshauptstadt.

Foto: Jonathan Kaell

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Hochschulorchester in

Hochform

Großartige Erfolge feiert das

Hochschulorchester unter seinem

neuen Dirigenten Toshiyuki

Kamioka, der 2004 die Nachfolge

von Max Pommer antrat. Schon

nach wenigen Konzerten unter

Kamiokas Dirigat wurde dem

Orchester in der Presse hohes

professionelles Niveau bescheinigt.

Eines der Glanzstücke unter

Kamiokas Konzerten war die Aufführung

von Beethovens 5. Sinfonie

im Juli dieses Jahres beim

Promenadenkonzert der Hochschule.

Das Orchester meisterte

auch dieses schwierige Stück der

Orchesterliteratur einmal mehr

mit Brillanz und Leidenschaft.

Spätestens seit der Übernahme

durch Max Pommer im Jahr

1990 hat sich das Orchester der

Hochschule für Musik Saar einen

vorderen Rang unter den deutschen

Hochschulorchestern gesichert.

Unter Pommers Leitung

entwickelte sich ein disziplinierter

Klangkörper, der sich durch

sein hohes technisches Niveau

und seine große Spielfreude in

der Saar-Lor-Lux Region und weit

darüber hinaus profilierte. Das

HFM-Orchester ist nach dem

Rundfunksinfonieorchester und

dem Orchester des Saarländischen

Staatstheaters der drittgrößte

sinfonische Klangkörper

des Saarlandes. Im kommmenden

Wintersemester wird das

HFM-Orchester mehrfach im

Konzertsaal der Hochschule zu

hören sein. Gastspiele werden

es in verschiedene saarländische

Städte und das benachbarte

Zweibrücken führen. Geplant ist

auch eine Spanien-Tournee im

Mai 2006.

Riesen-Flügel, Riesen-Konzert

Einer der Höhepunkte der diesjährigen „Musikfestspiele Saar“ war

nach Meinung Vieler der Auftritt des Pianisten Alessio Bax am Fazioli-

Flügel, dem größten Flügel der Welt. Der junge italienische Virtuose

spielte ein brillantes Konzert und zog alle klanglichen Register des

Titanen-Instrumentes. Verknüpft mit dem Konzert war ein Workshop

mit dem Erbauer des Riesen-Flügels, Maestro Paolo Fazioli. Der italienische

Meister erläuterte den zahlreich erschienenen Musikfreunden

die besondere Konstruktion und klangliche Beschaffenheit seines außergewöhnlichen

Instrumentes. So ließ Fazioli beispielsweise wissen,

dass das Holz des Instrumentes von gleicher Herkunft ist wie jenes,

das Stradivari einst zum Bau seiner Geigen verwendete.

Jean Guillou

Jean Guillou, Titularorganist an St. Eustache in Paris, gab im vergangenen

Sommersemester auf Einladung des Studienbereiches Kirchenmusik

einen Workshop in der Hochschule. Jean Guillou zählt zu

den hervorragenden Musikern unserer Zeit. Nicht nur wird er zu den

führenden Interpreten von Orgelliteratur des 18. Jahrhunderts bis zur

Gegenwart gezählt - er hat sich auch als Komponist einen Namen gemacht.

Guillou gilt zudem als einer der letzten großen Vertreter der

Orgel-Improvisationskunst.

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Neue CDs

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„Orgelmusik aus der Ludwigskirche“

ist der Titel einer neuen

CD, die HFM-Professor und Ludwigskirchenkantor

Theo Brandmüller

eingespielt hat.

Der Organist sagt zu der Aufnahme:

„Die dreimanualige Beckerath-Orgel

der Ludwigskirche in

Saarbrücken verfügt über eine

hohe Bandbreite klangfarblicher

Möglichkeiten. Sowohl die Einzelregister

wie auch deren integrale

Zusammenführung gestatten

eine stilistisch breite Darstellung

der Orgelmusik vieler Jahrhunderte

und Kulturkreise. Hier an

der Schnittstelle zwischen romanischer

(französicher) und deutscher

Orgelmusiktradition bietet

es sich an, diese Gegenüberstellung

besonders zu pflegen.“

So verzeichnet die CD ausgewählte

Werke französischer und deutscher

Komponisten, darunter

auch eigene Kompositionen von

Theo Brandmüller. Der Tonträger

ist über die Ev. Kirchengemeinde

Alt-Saarbrücken zu beziehen. Der

Erlös kommt der Restaurierung

der Ludwigskirche zugute.

Theo Brandmüller an der

Orgel im Konzertsaal der Hochschule.

Hochgelobt in der Fachkritik wird

die neue CD des Trio Viventeder

HFM-Lehrbeauftragten und Pianistin

Jutta Ernst (außerdem:

Anne Katharina Schreiber, Violine,

und Kristin von der Goltz, Violoncello).

Die Aufnahme von Franz Schuberts

Klaviertrios B-Dur D 28

und D 898 wurde unter anderem

vom Fach-Magazin „klassik-heute“

in allen drei Kategorien mit

der Höchstwertung von zehn

Punkten bedacht.

Der Rezensent von klassik-heute

schreibt: „Die Musikerinnen,

die sowohl mit der alten als

auch der modernen Musik bestens

vertraut sind, entdecken in

Schuberts B-Dur-Trio ein eigenes

Zeitmaß, eine Zeiterfahrung, wie

sie die meisten heute nur noch

in außereuropäischen Kulturen

zu finden glauben. Die endlos

fortgesponnenen Kantilenen des

„Andante“, die repetitiven „Patterns“

des Finales beginnen zu

kreisen, zu schweben, wie in einer

Meditation entleert und weitet

sich der Geist, der Horizont

dehnt sich aus, das empfindsame

Spiel übersteigt seine Grenzen...

ehe die Presto-Coda und das jähe

Ende der CD den Hörer wieder

zurück in die rauhe Wirklichkeit

befördern.“ (Eigenart/Tacet CD

10350, 52‘49 min, rec. 2004, www.

trio-vivente.de).

Am 18. Januar 2006, 19 Uhr, kann

man das Trio Vivente mit Werken

von Haydn, Schostakowitsch und

Beethoven live in der Musikhochschule

erleben.

Die Kantorei Saarlouis und das

Ensemble UnaVolta unter der

Leitung des HFM-Lehrbeauftragten

Joachim Fontaine haben

G. F. Händels Oratorium „Israel

in Babylon“ neu aufgenommen.

Das von Joachim Fontaine wiederentdeckte

Händel-Pasticcio

wurde vom Saarländischen Rundfunk

in Kooperation mit BGM produziert.

Als Solisten wirken mit:

Julia Gooding, Sabine von Blohn

(Sopran), Jonathan Peter Kenny

(Kontratenor), Joseph Cornwell

(Tenor), Adolph Seidel (Bass) und

Ekkehard Abele (Bass). Die sehr

aufwändig gestaltete Doppel-CD,

ausgestattet mit einem umfangreichen

Booklet, kann über „Les

Chemins du Baroque“ bezogen

werden (K617172, www.cd-baroque.com).

Gemeinsam mit dem Sinfonieorchester

des Saarländischen Rundfunks

unter der Leitung von Bradley

Lubman hat der Pianist und

HFM-Professor Stefan Litwin

Beethovens Klavierkonzert N.

1 C-dur op. 15 in Form eines Gesprächskonzertes

auf CD eingespielt.

Dem Fach-Magazin „fono

forum“ war diese neue Interpre-

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 10

Neue CDs

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2.Saarbrücker

Kulturmeilenfest

SR2 KulturPicknick

Rund 20 000 Besucher haben bei strahlendem Sonnenschein das zweite KulturMeilenFest/SR2-KulturPicknick

in Saarbrücken besucht. Bei der ersten Auflage im vergangenen Jahr kamen ca.15 000

Menschen. Zwischen Staatstheater, Musikhochschule und Moderner Galerie fand von 10.00 bis 22.00

Uhr ein umfangreiches Kulturprogramm mit rund 60 Veranstaltungen statt. Bei freiem Eintritt gab es

u.a. Kabarett, Lesungen und Konzerte. Die HFM war mit insgesamt sieben eigenen Beiträgen beim Kulturmeilenfest

vertreten und darüber hinaus Gastgeberin zahlreicher Partnerveranstaltungen. Staatstheaterintendant

Kurt Josef Schildknecht sagte in seiner Ansprache: Ziel des Festes sei es, den Besuchern

zu zeigen, dass in Saarbrücken mit Staatstheater, Musikhochschule und Moderner Galerie drei

wichtige Kulturinstitutionen eine Kulturmeile bilden. Schildknecht betonte weiter, das Fest widerlege

das Vorurteil, dass Kulturinstitutionen immer miteinander konkurrieren. Die drei Häuser zeigten, dass

Institutionen kooperieren, wenn sie können. Auch 2006 wird es wieder ein KulturMeilenfest/Kultur-

Picknick geben. Die Fotos zeigen die Festival-Bühne auf dem Parkplatz der HFM sowie das Klangperformance-Duo

Bernd Thewes und Stefan Zintel im Studio 5 der HFM.

tation in seiner Juli-Ausgabe jeweils

vier Sterne in den Kategorien

Musik“ und „Klang“ wert.

Der Rezensent schreibt: „Warum

diese pianistisch tadellose Einspielung

mit einem zwar nicht

erstklassigen, aber erstklassig dirigierten

Orchester weit über das

Vergnügen an einem frischen,

entschlackten Musizierstil hinaus

so ungemein fasziniert, wird dem

Hörer durch das an die Aufnahme

anschließende 40-minütige „lecture“

von Stefan Litwin deutlich.

Sprachlich wie intellektuell exzellent

geschult, gibt der Pianist

Einblicke in die Entstehungsgeschichte,

analysiert strukturelle

Besonderheiten, stellt das Werk

in den geistesgeschichtlichen

Kontext der Entstehung und

verbindet diesen mit philosophischen

Reflexionen aus Adornos

späten Beethoven-Studien.“

Beethoven, Klavierkonzert Nr. 1

(Aufführung und Erläuterungen);

Stefan Litwin (Klavier, Sprecher),

Wolfgang Korb (Sprecher), Sinfonieorchester

des Saarländischen

Rundfunks, Bradley Lubrnan (2001)

Tetos/Klassik-CenterCD083 (78‘).

Wolfgang Harrer hat in Zusammenarbeit

mit der HFM eine neue

CD eingespielt. Während seine

ersten beiden CDs jeweils einem

Komponisten gewidmet sind

(Giovanni Bottesini – dem wichtigsten

Vertreter der virtuosen

Kontrabaßmusik sowie Gerhard

Schedl´s Oper „Der Kontrabaß“,

in dessen Uraufführung Harrer

den Solopart auf der Bühne spielte),

und danach einige Aufnahmen

als Dirigent folgten (Haydn,

Schubert, Messner mit dem Orchester

der Budapester Staatsoper),

zeigt seine derzeit neueste

CD eine erstaunliche Breite der

Kontrabaßliteratur.

Von Frescobaldi über Bach, Sperger,

Rossini, Schumann, Laserna

bis zum Zeitgenossen Knud Güttler

spannt sich der Bogen über

vier Jahrhunderte. Seine einfühlsame

Partnerin Astrid Spitznagel

ist nicht nur auf dem Flügel sondern

auch auf Cembalo und Orgel

zu hören.

Für Tontechnik und Digitalschnitt

zeichnet Peter Herbertz vom

hochschuleigenen, professionellen

Tonstudio verantwortlich. Zu

beziehen ist die CD, die bei „Austrian

Music Network“ erschienen

ist, unter www.music.at.

Vorankündigung

Im Dezember dieses Jahres wird

eine CD mit ausgewählten Werken

aus der Kompositionsklasse

von Prof. Theo Brandmüller

erscheinen. Die CD beinhaltet

aktuelle Kompositionen von sieben

Studierenden der Brandmüller-Klasse

aus dem Zeitraum von

2002 bis 2004. Der Tonträger wird

mit freundlicher Unterstützung

der Künstleragentur ArtLink und

des saarländischen Ministeriums

für Bildung, Kultur und Wissenschaft

im Tonstudio der HFM produziert.

Die CD ist nur über die

Hochschule zu beziehen.

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


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HFM-Forum Seite 11

Einstein für Musiker

von Christof Weitenberg

Einst fragten wir uns, wer wohl

der berühmteste Geiger sei: Paganini,

Joachim, Kreisler, Heifetz?

„Einstein“, meint ein Informatiker

und hat damit vielleicht den Nagel

auf den Kopf getroffen. Albert

Einstein, der vor 50 Jahren verstarb,

ist nicht nur der bekannteste

Physiker des 20. Jahrhunderts,

sondern auch als Mensch eine

Legende. Und es ist allgemein bekannt,

dass er gerne Geige spielte.

In den 20er Jahren kursierte

in Berlin das Bonmot, Professor

Einstein sei nie ohne seinen Geigenkasten

in der Akademie der

Wissenschaften erschienen.

Doch verdient Einstein Berühmtheit

als Geiger? Hätte er wirklich

zur Beruhigung die Kreutzersonate

heruntergefiedelt, wie es

Friedrich Dürrenmatt in „Die Physiker“

suggeriert?

Wohl kaum. Zum einen hielt er es

wie Goethe: schon Beethoven war

ihm zu modern. Er mochte Bach,

Mozart und einige frühe Italiener

und Engländer. Zum andern verraten

uns Zeitgenossen, dass sich

seine Genialität nicht unbedingt

auf die Geige erstreckte. Brigitte

B. Fischer, mit der er häufig musizierte,

sagt: „Über Einsteins Geigenspiel

ist viel geredet worden.

Ich fand, dass er sehr musikalisch,

jedoch kein guter Techniker war.

Er hatte keinen wirklich großen

Ton, sondern spielte eben wie

ein guter Dilettant.“ Der Geiger

Walter Friedrich äußert sich noch

rigoroser: „Einstein hatte einen

Strich wie ein Holzfäller.“

Trotzdem ist Einstein auch öffentlich

als Geiger aufgetreten. Wohl

aus Liebe zur Musik und da er

stets bereit war, seine Berühmtheit

für gute Zwecke, etwa auch

Benefizkonzerte, einzusetzen.

Ein direkter Einfluss Einsteins auf

die Musik ist indessen schwer

nachzuweisen. Zwar verkehrte

Einstein auch mit den musikalischen

Größen seiner Zeit, doch

interessierte er sich nicht für

moderne Musik. Im erhaltenen

Albert Einstein als Geiger: „Strich wie ein Holzfäller“

Briefwechsel mit Arnold Schönberg

etwa geht es neben privaten

Anfragen mehr um die Diskussion

über die Aufrichtung eines

zukünftigen jüdischen Staates.

Dort wo Einstein als Physiker zitiert

wird, wird er oft falsch verstanden.

Die viel beschworene

vierte Dimension etwa ist keine

mysteriöse zusätzliche Raumdimension,

die irgendwie unserer

Wahrnehmung entgangen ist,

sondern die altbekannte Zeit. Die

Relativitätstheorie fasst die drei

Raum-Dimensionen und die Zeit

zum vierdimensionalen Raum-

Zeit-Kontinuum zusammen, da

man Raum und Zeit nicht getrennt

betrachten kann. Sie sind

durch die Existenz einer ausgezeichneten

Geschwindigkeit, der

Vakuum-Lichtgeschwindigkeit,

gekoppelt.

Davon merkt auch schon der Satellit

etwas, der mit 4 km/s um

die Erde flitzt. Seine Uhren gehen

von der Erde aus betrachtet pro

Tag um 7,7 Millionstel-Sekunden

nach - eine Zeit in der das Licht

immerhin 2,3 km zurücklegt.

Wenn eine physikalische Theorie

davon spricht, dass die Zeit und

der Raum relativ seien - wie es die

Relativitätstheorie tatsächlich

tut - so meint sie das in einem

sehr objektiven Sinne. Obwohl

Einstein selbst einmal scherzte,

dass eine Minute auf einer heißen

Herdplatte zu sitzen einem

länger vorkommt, als eine Stunde,

die man mit einem heißen

Mädchen verbringt, beschäftigt

sich die Relativitätstheorie natürlich

nicht mit unserer subjektiven

Zeitwahrnehmung.

Wo aber haben denn Naturwissenschaft

und Musik einander

beeinflusst? Wagen wir einen

kleinen Streifzug durch die Musikgeschichte:

Zunächst einmal hat sich unser

Zeitempfinden mit dem technischen

Fortschritt gewandelt. Die

Musik von Leonin und Perotin

geht sicher ganz anders mit Zeit

um als die heutige und manch

Einer mag sie gar langatmig und

ereignislos nennen.

Dann war die Erfindung der irrationalen

Zahlen nötig, um unsere

heutige temperierte Stimmung

theoretisch zu begründen. Ein

Wintersemester 2005-2006

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Seite 12

HFM-Forum

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temperierter Halbtonschritt

hat das Frequenzverhältnis

BC√2 : 1 = 1,059463… : 1 eine irrationale

Zahl, d.h. eine Zahl, die nicht

durch einen Bruch darstellbar ist!

Das hätte Pythagoras, der das

erste Tonsystem erfand, gar nicht

gefallen. Denn er glaubte, dass

alles in der Welt durch ganzzahlige

Verhältnisse ausgedrückt werden

könne: „Alles ist Zahl“.

Pythagoras (6. Jh. v. Chr.) hat sein

Tonsystem aus praktischen Versuchen

über das Verhältnis von

Saitenlänge und Tonhöhe am

Monochord abgeleitet, einem

primitiven Instrument mit nur

einer Saite und einem verschiebbaren

Steg darunter. Damit ist

die Akustik vielleicht die älteste

Experimentalwissenschaft der

Welt!

Und hier darf sich vielleicht auch

die Musik rühmen, einen gewissen

Einfluss auf die Naturwissenschaft

gehabt zu haben. Denn die

moderne Physik beginnt eigentlich

erst mit Galilei Galileo, der

im 17. Jahrhundert Experimente

durchführte, um seine Fallgesetze

zu finden. Im Mittelalter wie in

der Antike beschränkte sich die

Naturphilosophie auf die passive

Beobachtung und Beschreibung

der Natur. Und Galileo musste

sich gegen die Anfeindungen

der aristotelischen Philosophen

seiner Zeit behaupten, die die

Autorität des Aristoteles über die

Messungen stellten. Dies kommt

wunderbar überspitzt in Bertold

Brechts Schauspiel „Leben des

Galilei“ zum Ausdruck, wenn sich

die Philosophen weigern, überhaupt

durch Galileos Fernrohr

zu schauen und stattdessen einen

Disput über die Möglichkeit

und Nötigkeit der von Galilei

entdeckten Gestirne führen. Die

Musik war hier schon im Mittelalter

weiter, da in der Musik das

Messen direkte praktische Anwendungen

hatte. So erfanden

die Musiker mit den Notenlinien,

die in der Horizontalen von links

nach rechts den Verlauf der Zeit

und in der Vertikalen die zugeordnete

Tonhöhe angeben, schon

im 11. Jahrhundert den ersten

Graphen. Ein Werkzeug, das erst

im 18. Jahrhundert in der Physik

eingesetzt wurde, heute aber

wohl jedes Schulkind plagt. Eine

Erfindung der Musiker!

Einer der Wesenszüge der abendländischen

Musiktradition ist

das Hand-in-Hand-Gehen von

Theorie und Praxis. Darin liegt

auch eine kulturgeschichtliche

Bedeutung der Musik. Eine uralte

philosophische Frage ist die nach

der Natur des Raumes und der

Zeit. Hier mag vielleicht auch die

jeweilige Musik unterbewusst

Einfluss gehabt haben: Der Gregorianische

Choral kennt kein

Metrum. Die Töne passen sich

der Sprachrhythmik an, die jeder

Silbe die Zeit gibt, die sie braucht.

Die Notendauern sind nicht Vielfache

eines Grundschlages. Gregorianischer

Gesang ist das beste

Beispiel für Zeit, die einzig durch

ihren Inhalt gemessen wird. Im

heutigen Musikverständnis hingegen

legen das Metrum und der

Takt bereits die Zeiteinteilung

fest, bevor überhaupt eine Note

erklungen ist.

Mit der Frage, ob Raum und Zeit

auch ohne Inhalt existieren, hat

sich auch Einstein beschäftigt.

Seine Antwort war: „Früher hat

man geglaubt, wenn alle Dinge

aus der Welt verschwinden,

so bleiben noch Raum und Zeit

übrig; nach der Relativitätstheorie

verschwinden aber Zeit und

Raum mit den Dingen“.

Nach den Feldgleichungen seiner

allgemeinen Relativitätstheorie

sind es nämlich die Dinge, bzw.

die vorhandene Masse und Energie

(die ja nach der berühmten

Formel E=mcC äquivalent sind),

die die Struktur der Raumzeit erzeugen.

Gäbe es keine Dinge, so

gäbe es also auch keine Raumzeit.

Was allerdings mit der Musik

geschähe, dazu hat sich Einstein

nicht geäußert. Aber heißt es

nicht so schön: Himmel und Erde

müssen vergehn, aber die Musica

bleibet bestehn?

Christof Weitenberg studiert

Komposition und Musikerziehung

an der HFM sowie Physik an der

Universität des Saarlandes.

Organist André Luy verstorben

Im Alter von 78 Jahren verstarb der Organist André Luy in

seinem Haus in Lausanne.

Von 1972 bis 1989 lehrte André Luy an unserer Hochschule. Der langjährige

„Organiste titulaire des orgues“ der Kathedrale von Lausanne

hatte sich nicht nur durch sein enormes künstlerisches Vermögen,

sondern auch als einfühlsamer Pädagoge großes Ansehen erworben.

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Wintersemester 2005-2006


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Veranstaltungen

Seite 13

MI, 21.09.2005, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

BEETHOVEN UND BLECHBLÄSER

Mitglieder des RSO Saarbrücken; Werke

von Mozart, Bach und Koetsier (im Rahmen

der Saarbrücker Kammermusiktage)

DO, 22.09.2005, 11.00 h (GV)

MUSIKWERKSTATT 1

für Oberstufenschüler und andere Interessenten

mit XASAX-Saxofonquartett

Moderation: Wolfgang Korb (im Rahmen

der Saarbrücker Kammermusiktage)

DO, 22.09.2005, 20.00 h (GV)

XASAX-SAXOFONQUARTETT

PAGINE-CANZONIERE DA SCARLATTI

Werke von Gesualdo da Venosa, Johann

Sebastian Bach, Domenico Scarlatti,

Wolfgang Amadeus Mozart, Cole Porter

und George Gershwin (in Bearbeitungen

von Salvatore Sciarrino) im Rahmen

der Saarbrücker Kammermusiktage

FR, 23.09.2005, 11.00 h (GV)

MUSIKWERKSTATT 2

für Oberstufenschüler und andere

Interessentenmit MUSICA FIATA Moderation:

Wolfgang Korb im Rahmen

der Saarbrücker Kammermusiktage

SA, 24.09.2005, 20.00 h (GV)

AVALON QUINTETT

BLÄSERQUINTETTE

Werke von Giulio Briccialdi, György Ligeti,

Darius Milhaud, Wolfgang Amadeus

Mozart und Carl Nielsen im Rahmen

der Saarbrücker Kammermusiktage

SO, 25.09.2005, 17.00 h (GV)

JÖRG WIDMANN, Klarinette

FLORENT BOFFARD, Klavier

MINGUET QUARTETT

Werke von Alban Berg, Robert Schumann

und Jörg Widmann im Rahmen der

Saarbrücker Kammermusiktage

MO, 10.10.2005 bis

FR, 14.10.2005

TAGE FÜR INTERPRETATION UND

AUFFÜHRUNGSPRAXIS

Groupe des Six und Olivier Messiaen

Montag, 10. Oktober 2005

Konzert mit Musik von Olivier Messiaen

Dienstag, 11. Oktober 2005

Konzert mit Musik der Groupe des Six

Freitag, 14. Oktober 2005

Abschlusskonzert der Kurs-Teilnehmer

MO, 17.10.2005,11.00 h

FEIERLICHE ERÖFFNUNG DES

STUDIENJAHRS 2005-2006

Geschlossene Veranstaltung

MI, 19.10.2005, 19.00 h

KONZERT der Stipendiatin der Claudia

Meyer-Stiftung Orsolya Nagy, Klavier

MI, 26.10.2005, 19.00 h

JUBILÄUMSKONZERT 10 Jahre Gilvan

Singers 1. FuF

DO, 27.10.2005

SEMESTERERÖFFNUNGFETE des HFM-

AStA

Die türkische Kompositionsstudentin

Zeynep Gedizlioglu gestaltet

mit eigenen Werken die Auftaktveranstaltung

des diesjährigen

Saarbrücker Frauen-Kulturmonats

FR, 28.10.2005, 20.00 h (GV)

JACQUES THIBAUD TRIO (Berlin)

Divertimento II

Werke von Ludwig van Beethoven,

Arnold Schönberg und Wolfgang

Amadeus Mozart im Rahmen der

Saarbrücker Kammerkonzerte

MI, 02.11.2005, 20.00 h (GV)

Congresshalle Saarbrücken

KONZERT der Kooperation für Musik in

der Großregion (CMGR)

Das Junge Orchester der Großregion

Werke von Glinka, Brahms,

Schostakowitsch und Bernstein

MI, 02.11.2005, 19.00 h

– Schlosskirche Saarbrücken

PODIUM SCHLOSSKIRCHE

Studentenkonzert der Orgelklassen

Prof. Rothkopf/Prof. Rübsam

MI, 02.11.2005, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

BEETHOVEN UND YUN

Mitglieder des RSO Saarbrücken

DO, 03.11.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Gesangsklasse Prof. Rosemarie

Bühler-Fey

FR, 04.11.2005, 19.00 h

PREISTRÄGERKONZERT

des Walter Gieseking-Wettbewerbs

SA, 05.11.2005, 11.00 h

SHOPPING & MUSIK

SO, 06.11.2005, 11.00 h (GV)

AUFTAKTKONZERT des Saarbrücker

Frauenkulturmonats

mit Werken der türkischen Komponistin

Zeynep Gedizlioglu

MI, 09.11.2005, 19.00 h

– Schlosskirche Saarbrücken

ORGELABEND

Andreas Rothkopf

J.S. Bach: Goldberg-Variationen BWV 988

DO, 10.11.2005, 19.00 h

SONDERPODIUM

MI, 16.11.2005, 19.00 h

KONZERT

Thomas Duis, Klavier

Reinhold Friedrich, Trompete

2. FuF

DO, 17.11.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Posaunenklasse

Prof. Henning Wiegräbe

SA, 19.11.2005, 19.00 h

Theater am Ring, Saarlouis

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Toshiyuki Kamioka

SO, 20.11.2005, 17.00 h (GV)

KONZERT „Jugend musiziert“

DO, 24.11.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Violinklasse Prof. Joshua Epstein

FR, 25.11.2005, 20.00 h (GV)

ANN-KATRIN NAIDU, Mezzosopran

TATJANA MASURENKO, Viola

ROGLIT ISHAY, Klavier

Bratschenlieder

Werke von Johannes Brahms, Benjamin

Britten und Frank Bridge; im Rahmen

der Saarbrücker Kammerkonzerte

SA, 26.11.2005, 19.00 h

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Toshiyuki Kamioka

MI, 30.11.2005, 19.00 h

KONZERT der Stipendiaten der Brunound

Elisabeth-Meindl-Stiftung

DO, 01.12.2005, 19.00 h

Engelbert Humperdinck (1854-1921)

HÄNSEL UND GRETEL

Märchenoper in drei Bildern von

Adelheid Wette; ein Projekt der Gesangsklasse

Prof. Yaron Windmüller

Weitere Aufführungen: FR, 02.12.2005,

19.00 h, SA, 03.12.2005, 11.00 h

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 14

Veranstaltungen

alla breve

13. Walter Gieseking-Wettbewerb der HFM

In diesem Jahr stand der Walter Gieseking-Wettbewerb im Zeichen

der Sparten „Gesang“, „Holzbläser“ und „Klavier“ – zugelassen

waren alle HFM-Studierenden der entsprechenden Instrumentengattungen.

Insgesamt rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

stellten sich einer hochkarätigen Jury, die sich aus Fachleuten aus

ganz Deutschland und aus Luxemburg zusammensetzte.

In der Disziplin „Holzbläser“ erhielten einen mit 2.000,- EUR dotierten

1. Preis je der Klarinettist Julius Kircher und der Fagottist

Martynas Sedbaras. Förderprämien in Höhe von je 500,- EUR

wurden zugesprochen an Stephanie Faust (Flöte), Vanessa Britz

(Flöte) und Stephanie Pochet (Klarinette). In „Gesang“ wurde

die Saarländerin Dorothea Brandt mit einem 1. Preis ausgezeichnet.

Eine Förderprämie erhielt Elena Maier. In der „Klavier“-

Wertung wurde der Saarländer Sebastian Voltz mit dem 1. Preis

(2.000,- EUR) ausgezeichnet. Den mit 1.000,- EUR dotierten 2.

Preis erhielt Stanislav Tiraspolskyi.

Der wichtigste interne Wettbewerb der Saar-Musikhochschule

wurde 1981 durch die SaarLB Landesbank Saar gestiftet.

Das öffentliche Preisträgerkonzert findet am Freitag, den 4. November

2005, um 19.00 Uhr, im Konzertsaal der Hochschule statt.

SO, 15.01.2006, 17.00 h

VIOLINKONZERT Özcan Ulucan

MI, 18.01.2006, 19.00 h

KONZERTABEND

Das Trio Vivente

Werke von Haydn, Schostakowitsch

und Brahms, 4. FuF

DO, 19.01.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Posaunenklasse

Prof. Henning Wiegräbe

FR, 20.01.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Lied-Duo-Klasse

Prof. Irwin Gage/Esther de Bros

SA, 21.01.2006, 11.00 h

SHOPPING & MUSIK

MI, 25.01.2006, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

BEETHOVEN UND MOZART

Mitglieder des RSO Saarbrücken

SO,04.12.2005, 17.00 h

Duo LES ECLATES DUSON

Neue Musik und Schlagzeug

Sebastian Voltz, Klavier / Max

Riewer, Schlagzeug

MO, 05.12.05, 19.00 h

STUDENTENKONZERT der Klavierklasse

Prof. Thomas Duis/Fedele Antonicelli

MI, 07.12.2005, 19.00 h

KONZERTABEND

Das Haba-Quartett

mit Tatevik Mokatsian, Klavier

Werke von Debussy, Janacek

und Franck, 3. FuF

MI, 07.12.2005, 19.00 h

– Schlosskirche Saarbrücken

PODIUM SCHLOSSKIRCHE

Studentenkonzert der Orgelklassen

Prof. Rothkopf/Prof. Rübsam

DO, 08.12.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Klavierklasse

Prof. Kristin Merscher

FR, 09.12.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Hornklasse

Prof. Xiao-ming Han

FR, 09.12.2005, 20.00 h

St. Wendel, Saalbau

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Günther Herbig

SA, 10.12. 2005, 19.00 h

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Günther Herbig

MI, 14.12.2005, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

Mitglieder des RSO Saarbrücken

Werke von Blanc und Beethoven

DO, 15.12.2005, 19.00 h

SONDERPODIUM

FR, 16.12.2005, 19.00 h

JAZZ-ABEND

mit den Dozenten der HFM-Jazzabteilung

SA, 17.12.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Violoncello-KLasse

Prof. Gustav Rivinius

SO, 18.12.2005, 11.00 h

STUDENTENKONZERT

der Holzbläser-Klassen

Prof. Armin Aussem /Jürgen Schmitt

DO, 22.12.2005, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Kontrabass-Klasse

Prof. Wolfgang Harrer

DO, 12.01.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Trompetenklasse

Prof. Peter Leiner

FR, 13.01.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT der Hornklasse

Prof. Xiao-ming Han

DO, 26.01.2006, 20.00 h

Festhalle Zweibrücken

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Toshiyuki Kamioka

Zum 250. Geburtstag von W. A. Mozart

DO, 26.01.2006, 19.00 h

SONDERPODIUM

FR, 27.01.2006, 20.00 h

Congresshalle Saarbrücken

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Toshiyuki Kamioka

Zum 250. Geburtstag von W.A. Mozart

MO, 30.01.2006, 19.00 h

KONZERT

Giacomo Carissimi (1605-1674)

zum 400. Geburtstag

Ltg. Lutz Gillmann (s. S. 19)

DO, 02.02.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT der

Klavierkammermusik-Klasse

Prof. Tatevik Mokatsian

FR, 03.02.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT der Viola-Klasse

Prof. Jone Kaliunaite

SA, 04.02.2006, 19.00 h

KONZERT des HFM-Hochschulorchesters

Ltg.: Toshiyuki Kamioka

SO, 05.02.2005, 11.00 h

STUDENTENKONZERT der Holzbläser-

Klassen

Prof. Armin Aussem /Jürgen Schmitt

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


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Veranstaltungen

Seite 15

Auch die Jazz-Abteilung der HFM ist

in diesem Semester mit zahlreichen

Konzerten vertreten.

MO, 06.02.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Kompositions-Klasse

Prof. Theo Brandmüller

MI, 08.02.2006

N.N. - 5. FuF

DO, 09.02.2006, 19.00 h (GV)

KONZERT ALTE MUSIK

Christine Schornsheim, Hammerflügel

FR, 10.02.2006, 19.00 h

SONDERPODIUM

SA, 11.02.2006, 19.00 h (GV)

BAROCKFEST

Preisträgerkonzert des SR-Förderpreises

Alte Musik 2006

SO, 12.02.2005, 11.00 h

Studio 5

JAZZ-MATINEE

SO, 12.02.2006, 11.00 h (GV)

KINDERKONZERT

Alte Musik

MO, 13.02.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT der Klavierklasse

Prof. Thomas Duis / Fedele Antonicelli

DO, 16.02.2006, 19.00 h

STUDENTENKONZERT der Klavierklasse

Prof. Kristin Merscher

FR, 17.02.2006, 19.00 h

BENEFIZKONZERT

des Lions-Club Saarbrücken

SA, 18.02.2006, 11.00 h

SHOPPING & MUSIK

SO, 19.02.2006, 11.00 h

KONZERT der Jazz-Big Band der HFM

FR, 03.03.2006, 20.00 h (GV)

DORA BRATCHKOVA, Violine

TATEVIK MOKATSIAN, Klavier

Divertimento I

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart,

Igor Strawinsky und Dmitrij

Schostakowitsch im Rahmen der

Saarbrücker Kammerkonzerte

DI, 07.03.2006, 19.00 h

HÖRPROBE - Studierende der HFM

stellen sich vor

Moderation: Barbara Wahlster

Live-Übertragung auf

Deutschlandradio Kultur

(UKW: 105,0 MHz)

MI, 08.03.2006, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

BEETHOVEN UND AUSTRALIEN

Mitglieder des RSO Saarbrücken

und Gäste mit Werken von

Beethoven, Lentz und Lim

DO, 23.03.2006, ganztägig (GV)

Landeswettbewerb „Jugend musiziert“

FR, 07.04.2006, 20.00 h (GV)

Carte blanche

für Preisträger des Internationalen ARD-

Wettbewerbs München 2005 im Rahmen

der Saarbrücker Kammerkonzerte

FR, 05.05.2006, 20.00 h (GV)

TRIO PARNASSUS

Wien bleibt Wien

Werke von Ludwig van Beethoven,

Franz Schubert und Arnold Schönberg

im Rahmen der Saarbrücker

Kammerkonzerte

Veranstaltungsinfo

Thomas Wolter

Telefon: 0681/96731-29

E-Mail: t.wolter@hfm.saarland.de

Internet: www.hfm.saarland.de

Kartenreservierung

Telefon: 0681/96731-11

Eintrittspreise

FuF-Konzerte (FuF): 6 ,- EUR / 2,- EUR

für Mitglieder: frei, Studentenkonzerte

und Prüfungskonzerte: frei

Sonstige Konzerte der Hochschule

sowie Gastveranstaltungen

(GV) unterliegen einer individuellen

Preisgestaltung.

Soweit nicht anders gekennzeichnet,

finden alle Veranstaltungen im

Konzertsaal der Hochschule statt.

Mit Brahms und Bernstein

Das Junge Orchester der Großregion geht

auf Tournee

Mit einem ebenso attraktiven wie anspruchsvollen

Programm gestaltet die Kooperation für Musik

in der Großregion (CMGR) ihre diesjährige Arbeitsphase.

Unter der Leitung des französischen

Dirigenten Alexandre Myrat spielt das multinationale

Junge Orchester der Großregion Werke von

Glinka, Brahms, Schostakowitsch und Bernstein.

Solist ist der junge Geiger Leonid Smorguner aus

der Klasse von Maxim Vengerov (Hochschule für

Musik Saar). Insgesamt sechs Konzerte werden

innerhalb der vier Länder der Großregion aufgeführt.

Das Orchester, es steht in der Nachfolge des

früheren Saar-Lor-Lux Orchesters, setzt sich aus

rund 70 Musikstudierenden aus sieben verschiedenen

Institutionen der Großregion zusammen.

Basis für die Proben und Ausgangspunkt für die

anschließende Konzertreise ist vom 24. Oktober

bis 6. November 2005 das Conservatoire National

de Région Nancy.

Programm

Mikhail Ivanovich Glinka: Rousslan & Ludmilla Ouvertüre

Johannes Brahms: Konzert für Violine und Orchester D-dur

Dimitrij Schostakowitsch: Auswahl

Leonard Bernstein: West Side Story - Symphonic Dances

Konzerte

30.10.2005, 16.00 Uhr: Metz, Arsenal

31.10.2005, 19.30 Uhr: Mainz, Rheingoldhalle

02.11.2005, 20.00 Uhr: Saarbrücken, Congresshalle

03.11.2005, 20.00 Uhr: Luxemburg, Konservatorium

04.11.2005, 20.00 Uhr: Lüttich, Salle Philharmonique

06.11.2005, 16.00 Uhr: Nancy, Salle Poirel

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 16

Institut für Alte Musik

Wintersemester

2005-2006

Lehrveranstaltungen

Historische Aufführungspraxis

für Streicher

Inhalt: Historische (mit Schwerpunkt

barocke) Spielweisen werden erarbeitet

anhand von historischen Quellen und

Traktaten und unter Berücksichtigung der

Besonderheiten des barocken Instrumentariums

Dozentin: Mechthild Blaumer

Unterricht nach Vereinbarung

Tel.: 0681-57779

Barocke Kammermusik

für Bläser- und Bläser/

Streicherbesetzungen

Dozentin: Ina Stock

Unterricht nach Vereinbarung

Tel.: 0221-7603465

Das Spiel auf der Traversflöte

und Kammermusik

Dozent: Wolfram Koch

Tel.: 06897-761448

Cembalo/historische

Tasteninstrumente:

Solo- und Generalbassspiel

Aufführungspraxis für

Tasteninstrumente und Gesang

darin u.a. Vorbereitung von HFM-Projekten

für die Veranstaltungsreihe „Italianità

– Italienische Kunst und Musik zwischen

Renaissance und Gegenwart“

(siehe Programm Netzwerk

Musik Saar 2005-2006)

Dozent: Lutz Gillmann

nach Vereinbarung, siehe Aushang)

Info und Anmeldung:

Tel. (0681) 37 58 94

E-Mail: lutzgillmann@web.de

Konzerte

Eröffnungskonzert TAMIS 6:

Mittwoch, 8.2.2006, 20.00 h

Pfarrkirche SLS-Fremersdorf

„Johann Pachelbel und seine Zeit“ - musikalisches

Portrait des Komponisten im

Kontext seiner europäischen Kollegen

Collegium Cantorum Merzig

Institut für Alte Musik der HfM Saar

(Einstudierung Wolfram Koch)

Leitung: Markus Stein

Veranstaltungen

Kinderkonzert TAMIS 6:

Sonntag, 12.2.2006, 11.00

Konzertsaal der HFM

„Die Blockflöte – eine große Instrumentenfamilie“

Studierende der HfM Saar und der Hf-

MDK Frankfurt

Leitung: Wolfram Koch, Sabine Ambos

Moderation: Felix Koch

Tage Alter Musik im

Saarland - TAMIS 2006

Fritz Neumeyer-Akademie

für Alte Musik im Saarland

in Zusammenarbeit mit der

HFM

Die Tage Alter Musik Im Saarland

2006 (TAMIS 6) stehen thematisch

im Zeichen der Jubilare

Pachelbel, Mozart und Michael

Haydn. Im Eröffnungskonzert, das

vom Collegium Cantorum Merzig,

dem Institut für Alte Musik der

HFM Saar unter Leitung von Markus

Stein in SLS–Fremersdorf bestritten

wird, erklingt unter dem

Titel „Pachelbel und seine Zeit“

ein musikalisches Komponistenportrait

des Jubilars im Kontext

seiner europäischen Kollegen.

Mit Konzerten und Meisterkursen

von Christine Schornsheim,

dem Quatuor Mosaique und dem

KammerChor Saarbrücken wird

dann der Bogen zur klassischen

bis frühromantischen Epoche geschlagen.

In einem Kooperationskonzert

der Hochschulen Frankfurt und

Saarbrücken präsentieren Studierende

ein Kinderkonzert der

besonderen Art rund um die Familie

der Blockflöte.

Der SR-Förderpreis des Wettbewerbes

„Alte Musik 2006“, der

sich an Studierende und Musiker

aus dem Bereich der historischen

Aufführungspraxis richtet, wird

beim musikalisch-kulinarischen

Barockfest im Konzertsaal der

HFM Saar am 11.2.06 verliehen.

Informationen zu Bewerbungsunterlagen

können unter 0681

– 602 22 35 oder nkeisinger@sronline.de

angefordert werden

(Eingang der Unterlagen bis

30.11.06).

alla breve

TAMIS 2006:

Kurs/Workshop zum

Thema „Klassik“

Kurs Hammerflügel/

Kammermusik der Klassik

Leitung: Professior Christine

Schornsheim (Hochschule für

Musik und Theater München,

Cembalistin und Pianistin der

Akademie für Alte Musik Berlin)

Christine Schornsheim zählt zu

den international namhaften

Spezialisten auf dem Gebiet der

Alten Musik und ist als Solistin

am Cembalo und Hammerflügel

gleichermaßen gefragt wie

als musikalische Partnerin u.a.

von Andreas Staier, Peter Schreier,

Christoph Huntgeburth und

Mary Utiger, sowie als Mitglied

des neugegründeten Ensembles

„Münchener Cammer-Music“.

Konzertreisen führten sie in die

meisten europäischen Länder

sowie nach Israel, Japan und

die USA. Sie spielte zahlreiche

Rundfunk- und CD–Aufnahmen

ein, von denen einige mit Preisen

ausgezeichnet wurden (u.a.

ECHO-KLASSIK, Preis der deutschen

Schallplattenkritik, Diapason

d’or). 1992 wurde Christine

Schornsheim als Professorin für

historische Tasteninstrumente

und Leiterin der Abteilung „Alte

Musik“ an die Hochschule für

Christine Schornsheim:

Spezialistin für den

Hammerflügel

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

Veranstaltungen

Seite 17

Musik und Theater Leipzig berufen.

2002 wechselte sie als Professorin

für Cembalo und Hammerflügel

an die Hochschule für

Musik und Theater München.

Termine

Kurs

Mittwoch, 8. 2. – Freitag 10.2. 2006

Konzert mit

Prof. C. Schornsheim (Hammerflügel)

am Do. 9.2.2006, 19.00 h,

Konzertsaal der HFM

Workshop

„Streichquartett“

mit dem „Quatuor

mosaiques“

Erich Höbarth,

Andrea Bischof (Violine),

Anita Mitterer (Viola),

Christoph Coin (Violoncello)

Das 1989 gegründete Quatuor

Mosaiques wird heute immer

wieder als eines der besten

Streichquartette der Gegenwart

bezeichnet. Das Ensemble musizierte

mit historischem Instrumentarium

auf den bedeutendsten

Kammermusikpodien

Europas, u.a. in Edinburgh, Salzburg,

Luzern, Montreux, Paris und

London. Neben dem Hagen- und

dem Alban Berg-Quartett hat

das Quatuor Mosaiques einen

eigenen Zyklus im Wiener Konzerthaus.

Viele preisgekrönte

Einspielungen belegen den oft

als einzigartig beschriebenen

Rang der Formation, die zweimal

mit dem Gramophone Award

bedacht wurde. Die umfangreiche

Diskographie umfasst Werke

von Haydn, Mozart, Arriaga, Jadin,

Cherubini, Boccherini, Beethoven,

Schubert und Mendelssohn. Tourneen

führten nach Australien, Japan

und in die USA.

Ein oder zwei Streichquartette

der HFM werden als „Stipendiatenensemble“

das Quatuor Mosaique

bei der Generalprobe und

dem Konzert am Freitag, 10. Februar

2006 im Funkhaus Halberg

begleiten dürfen. Am Samstag, 11.

Februar 2006 findet ein öffentlicher

Kammermusik-Workshop in

der HFM statt, bei dem das Quar-

tett von den Mitgliedern des

Quatuors Mosaique unterrichtet

wird.

Termine:

Freitag, 10. 2. 2006

Generalprobe und SR–Studiokonzert,

Funkhaus Halberg

Samstag, 11. 2. 2006, 10.00 – 13.00 h

öffentlicher Workshop in der HFM

„Das Phantastische

an der Musik ist ihre

Fähigkeit, jedes nur

denkbare Vorkommen,

jede Situation

widerzuspiegeln, ob

belebt oder unbelebt,

ob es der Schrei eines

Kleinkindes ist oder die

Gewalt des Donners,

ob Liebesschmerz wie

in Schuberts Liedern

oder geistige Arbeit

wie in Bachs Fugen.“

Menuhin, Yehudi

Programm TAMIS 2006

Mittwoch, 8.2.2006

Kurs Hammerflügel (HFM)

14 - 18.00 h

ERÖFFNUNGSKONZERT

PACHELBEL & CO

20.00 h, SLS-Fremersdorf

Gesprächskonzert MZG

Collegium Cantorum MZG

Institut für Alte Musik der HFM

Donnerstag, 9.2.2006

Kurs Hammerflügel (HFM)

10.00 - 13.00 h

MEISTERKONZERT

19.00 h, HFM-Konzertsaal

Christine Schornsheim (Hammerflügel)

Werke von Mozart, Haydn,

Boëly und Schubert

Freitag, 10.2.2006

Kurs Hammerflügel (HFM)

10 - 13 h / 15 - 18 h

Samstag, 11.2.2006

10.00 - 13.00 h (HFM)

Öffentlicher Workshop mit dem Quatuor mosaique

und Studierenden der HFM

„MUSIK & TANZ“ Barockfest/Preisträgerkonzert des SR-

Förderpreis Alte Musik 2006

19.00, HfM

u.a. mit dem Ensemble Phaeton

Sonntag, 12.2. 2006

KINDERKONZERT

11.00 HFM Konzertsaal

„Die Blockflöte“ – eine große Instrumentenfamilie; Studierende

der HFM und der HfMDK Frankfurt am Main

Moderation: Felix Koch

ABSCHLUSSKONZERT

17.00 h, Ludwigskirche

M.Haydn: Requiem

KammerChor Saarbrücken

Kammerphilharmonie Mannheim

Leitung: G.Grün

SR-STUDIOKONZERT

20.00 h, Funkhaus Halberg

Quatuors mosaiques

Werke von Haydn, Mozart und Beethoven

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 18

Netzwerk Musik Saar

Programm Oktober 2005-

April 2006

Tanz mir das Lied

vom Tod

Franco Evangelisti:

„Die Schachtel“ und Choreographie

von Marguerite Donlon

nach Ennio Morricone

Premiere: Samstag, 29. Oktober

2005, 19.30 Uhr, SST-Alte

Feuerwache, Saarbrücken

weitere Aufführungen im

November und Dezember 2005

und im Januar 2006 in der Alten

Feuerwache Saarbrücken, sowie

am 26. November 2005, 11. und 12.

Januar 2006 im Théâtre National

du Luxembourg

Inszenierung und Choreographie:

Marguerite Donlon; Musikalische

Einrichtung: Andreas

Wagner und Claas Willeke; Videoprojektionen,

Lichtinstallation:

Johannes Conen Ballett

des Saarländischen Staatstheaters/Donlon

Dance Company Ensemble

InZeit; Leitung: Jonathan

Kaell

«Die Schachtel» (1962/63) von

Franco Evangelisti gehört zu den

radikalsten Konzepten des Musiktheaters.

Das Werk, nach einem

Libretto des Malers Franco Nonnis,

markiert im Schaffen Evangelistis

den Kulminationspunkt

seines Komponierens. Evangelisti

durchbricht konsequent jeglichen

Bezug zwischen Musik

und Text. Musikalisch vereint er

Komposition, Improvisation und

Elektronik in einer offenen Struktur,

deren konkrete Ausarbeitung

er in die Hände der jeweiligen

Inszenierung legt. Evangelisti

selbst führte dazu aus: «Wie sich

das szenische ‹Spiel› aller Elemente

während der Aufführung

entfaltet, ist sowohl das Thema

als auch dessen Durchführung,

ist der Gegenstand des Experimentierens

und das Experiment

selbst, jetzt und in Zukunft.» In

Veranstaltungen

der flexiblen Verbindung von

Sprach- und Klangeffekten, mimisch-tänzerischer

Aktion, Licht

und Projektionen ist «Die Schachtel»

in ihrer Konzeption bis heute

visionär. Trotzdem ist sie mehr

vom Hörensagen als aus eigener

Anschauung bekannt.

Deshalb will Netzwerk Musik Saar

durch eine grenzüberschreitende

Produktion an zwei Häusern,

dem Saarländischen Staatstheater

Saarbrücken und dem Théâtre

National du Luxembourg dem

Werk zu neuem Leben verhelfen.

Das Ensemble InZeit wird das

Werk in Zusammenarbeit mit

den beiden Theatern musikalisch

realisieren. InZeit widmet sich

hauptsächlich musikalisch experimentellen

Konzerten sowie

zeitgenössischen und multimedialen

Performance-Konzepten. Die

Einbeziehung des Tanztheaters

stellt in der Interpretation der

Partitur ein Novum dar. Choreographie

und Inszenierung wird

die Saarbrücker Ballettdirektorin

Marguerite Donlon übernehmen,

die über langjährige Erfahrungen

in der tänzerischen Umsetzung

von zeitgenössischer Musik verfügt.

Die Choreographie entsteht

in enger künstlerischer Zusammenarbeit

mit den Musikern und

ihrer Company.

Die zweite Hälfte des Theaterabends

bildet eine Choreographie

nach Musik von Ennio Morricone.

Die Mitwirkung Morricones

an der von Franco Evangelisti

initiierten Gruppo di improvvisazione

Nuova Consonanza zeigt

den Komponisten von einer wenig

bekannten, für viele überraschenden

Seite. Die überlieferten

Improvisationen, die unter

der gemeinsamen Mitwirkung

von Franco Evangelisti und Ennio

Morricone entstanden, setzen

musikalisch an der Schachtel an.

Marguerite Donlon wird sich in

ihrer Choreographie darüber hinaus

auch mit bekannten Filmund

Westernmusiken Ennio Morricones

auseinandersetzen.

Die Koproduktion „Tanz mir das

Lied vom Tod“ setzt einen neuen

Akzent in den kulturellen Initiati-

alla breve

ven des Fördervereins Netzwerk

Musik Saar. Erstmals ist es gelungen,

ein interregionales Netzwerk

herzustellen.

Die neue Qualität grenzüberschreitender

Zusammenarbeit

zwischen Saarländischen und

Luxemburger Kultureinrichtungen

versteht sich zugleich als

Pilotprojekt für Kooperationen

im Rahmen des Programms zur

Kulturhauptstadt der Regionen

2007.

Neues Musiktheater

PoppeaMaterial

(Arbeitstitel)

Musik: Claas Willeke (UA) und

Claudio Monteverdi

Produktion: pazzaCaglia Opera

Inszenierung: Marco R. Heißgluth

Ausstattung: Ingo Bracke

Poppea: Kirstin Hasselmann, Sopran

/ Nerone: Ralf Peter, Soprano

/ Ottavia: Claudia Kemmerer,

Mezzosopran / Ottone: Cem Arnold

Süzer, Pop- und Jazz-Sänger

Gerlind Puchinger, Laute / Lutz

Gillmann, Tasteninstrumente /

Johannes Loescher, Violoncello /

Frank Wingold, E-Gitarre / Claas

Willeke, (Live-)Elektronik und

Saxophon / Dranaturgie: Sabine

Göttel

Saarbrücken: 10. (Premiere) und

12. November 2005, 19.30 Uhr,

Mauritius-Studio der HFM

Köln: 17. und 18. November 2005,

20 Uhr, Alte Feuerwache

Kompositionsauftrag: Netzwerk

Musik Saar

Veranstalter: Netzwerk Musik Saar,

Kölner Gesellschaft für Neue Musik,

Alte Feuerwache Köln und pazza-

Caglia in Zusammenarbeit mit der

Hochschule für Musik Saar und der

Akademie für Alte Musik im Saarland

Wer vermag Nero und Poppea in

ihrem Taumel aus Leidenschaft

und Macht zu stoppen? Liebeshungrig

und karrieresüchtig

zugleich, geraten Kaiser und Kurtisane

in den Bann fanatisch be-

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

Das Ensemble pazzaCaglia

schleunigter Gefühle. Ihre rigorose

neue Moral: Der Zweck heiligt

die Mittel. Ihre Opfer: Die betrogene

Ehefrau und der verlassene

Geliebte. Ihre Erkenntnis: Verlässliche

Liebe und dauerhafte Treue

sind Werte einer im Untergang

begriffenen Ordnung.

Claudio Monteverdis L’incoronazione

di Poppea, entstanden

1642/43, ist ein Kammerspiel aus

dem Zentrum der Macht. Das

darin entfaltete Pandämonium

menschlicher Gefühle trägt wesentlich

dazu bei, dass diese richtungsweisende

Oper des Seicento

den Sprung in die Gegenwart

mühelos schafft. Der Charakter

der barocken Musik jedoch wird

meist rein kulinarisch begriffen:

Die bereits bei Monteverdi

angelegte Zerrissenheit der Figuren,

die Unentschiedenheit

ihrer Gefühle, die Irritationen im

Herrschaftsgefälle verdienen es,

stärker in den Mittelpunkt der

Aufmerksamkeit gerückt zu werden.

Dialog der Partituren

Gemeinsam mit dem Komponisten

Claas Willeke und Regisseur

Marco R. Heißgluth hat sich

pazzaCaglia Opera dieser Bruchstellen

angenommen und einen

Dialog zwischen frühbarocker

Oper und Neuer Musik angeregt.

Die neu arrangierten Szenen

von PoppeaMaterial bleiben auf

die wichtigsten Protagonisten

konzentriert und zeichnen den

Handlungsverlauf des Originalwerks

nach. Elektronik, klangliche

Verfremdung und Improvisation,

historische und heutige

Gesangspraxis verschmelzen zu

einer eigenen Klangsprache, die

Veranstaltungen

durch Kontrastierung, Modulation

und Durchdringung in vielfältige

Beziehungen zur Musik

Monteverdis tritt. Dem Jazz und

Pop entlehnte Passagen erzeugen

musikalische Flächen, an deren

schönem Schein sich die handelnden

Figuren reiben. Historie,

Zeitbezüge und Innenleben der

Charaktere werden neu beleuchtet.

PoppeaMaterial eignet sich in

besonderer Weise für die Vermittlung

Neuer Musik an ein

junges Publikum. Begleitend zur

Aufführung veranstaltet tertium

comparationis e.V. am 11. und 12.

November 2005 in Saarbrücken

das interdisziplinäre Kolloquium

Monteverdis Poppea heute: Aus

musik-, literaturwissenschaftlicher

und komparatistischer Sicht

präsentieren internationale Forscher

neue Beiträge zu historischen

und aktuellen Aspekten

des Poppea-Stoffes.

pazzaCaglia Opera

hat sich auf die italienische Musik

des 17. Jahrhunderts spezialisiert,

engagiert sich aber auch im

Bereich der Neuen Musik. Zusammen

mit der musikFabrik NRW

brachte das Ensemble im Rahmen

des Festivals Musik im 21.

Jahrhundert am Saarländischen

Rundfunk eine Auftragskomposition

von Tobias Schwencke, Absolvent

der Kompositionsklasse

von Theo Brandmüller, zur Uraufführung.

Claas Willeke

beschäftigt sich in seinen Kompositionen

mit der Verbindung von

akustischen und elektronischen

Klangmitteln. Als Komponist für

die Bühne hat er sich bereits mit

älteren musikalischen Vorlagen

auseinandergesetzt, so z.B. mit

Bizet in Carmen – privat und mit

Barockmusik in Zettels Sommernachts

Traum (Saarländisches

Staatstheater Saarbrücken).

Seite 19

Giacomo Carissimi

(1605 - 1674)

zum 400. Geburtstag

Kantaten des italienischen

Frühbarock – Crossover-Improvisationen

über ostinate Bässe des

Seicento

Montag, 30. Januar 2006, 19 Uhr

Hochschule für Musik Saar

Eintritt: 10 EUR / 5 EUR

Sänger und Instrumentalisten der

Hochschule für Musik Saar

Leitung: Lutz Gillmann

Netzwerk Musik Saar in Zusammenarbeit

mit der Hochschule

für Musik Saar und der Akademie

für Alte Musik im Saarland e.V

Dieses Projekt ist Giacomo Carissimi

(1605–1674) zum 400.

Geburtstag gewidmet, einem

der europaweit bedeutendsten

Komponisten und Lehrer des 17.

Jahrhunderts (zu seinen Schülern

zählten z.B. Johann Philipp Krieger,

Christoph Bernhard, Marc-Antoine

Charpentier). Er prägte das

Musikleben Roms, des Zentrums

barocker Prachtentfaltung, und

beeinflusste die Entwicklung der

Vokalmusik ganz entscheidend:

Der Musikwissenschaftler Günther

Massenkeil nennt Carissimis

Kantaten «lebendige Zeugnisse

eines frühen Belcanto-Stils» und

spricht von der „Vielfalt ihrer ariosen

und rezitativischen Formgebung

und ihres affektuosen und

bildhaften Ausdrucks“.

Im Mittelpunkt des Konzerts

stehen diese weltlichen, generalbassbegleiteten

Kantaten

des italienischen Frühbarock,

die mit Crossover-Improvisationen

über ostinate Bässe des

Seicento kombiniert werden.

Über einem beständig wiederholten

Bassmodell und/oder

Harmonieschema zu musizieren,

war nicht nur im 17. Jahrhundert

äußerst beliebt, sondern findet

sich auch im 20./21. Jahrhundert

wieder, z.B. nicht zuletzt im Jazz

– das Ostinato bildet die zeitlose

Konstante in einem historischen

Spektrum musikalischer Sprachen

und Stile.

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 20

Maestro Herbig, bitte

geben sie den Einsatz!

Die SR-Konzertsaison

2005/06

Veranstaltungen

alla breve

Unverwechselbar ist die „Klangmarke“,

die Günther Herbig zu

Beginn der neuen Saison als Chef

am Dirigentenpult des Rundfunk-

Sinfonieorchesters (RSO) Saarbrücken

gesetzt hat:

„Ein bravouröser Start“ schrieb

die Saarbrücker Zeitung, „vorzügliches

leisteten die wohlklingenden

Streicher, die plastisch formulierenden

Holzbläser und die

akkuraten Schlagwerker“.

Auch in der überregionalen Musikpresse

sprechen Rezensenten

von der „betörenden Klangsinnlichkeit“

des RSO – zuletzt das

Musikmagazin FonoForum in

einer CD-Besprechung (Cellokonzerte

von Korngold, Bürger, Barber).

Harte Arbeit wird belohnt,

und so kann sich RSO-Chef Günther

Herbig sicher sein, auch in

den nächsten Monaten seinen

am internationalen Niveau ausgerichteten

Ansprüchen gerecht

zu werden. Sein Arbeitsplan

sieht nach der Aufführung von

Schostakowitschs 5. Sinfonie, im

Mai 2006 auch die 15. Sinfonie

des Komponisten vor, den Herbig

für einen der bedeutendsten Sinfoniker

des 20. Jahrhunderts hält.

Außerdem steht eine CD-Produktion

mit Brahms Ouvertüren an,

ein Konzert mit den drei letzten

großen Sinfonien Mozarts zum

Jubiläumsjahr und Lalos Cellokonzert

mit Gustav Rivinius.

Myung-Whun Chung zurück beim RSO

des HFM-Hochschulorchesters.

Die Ergebnisse einer einwöchigen

Arbeitsphase werden dann

in zwei Konzerten am 9. und 10.

Dezember in St. Wendel und im

Konzertsaal der HFM vorgestellt.

Myung-Whun Chung am RSO-

Dirigentenpult

Zum großen Höhepunkt der neuen

Saison wird das „SONDER-

KONZERT“ des Rundfunk-Sinfonieorchesters

Saarbrücken mit

seinem früheren Chefdirigenten

Myung-Whun Chung am 2. Juni

2006 in der Saarbrücker Congresshalle.

Myung Whun Chung,

zur Zeit Chefdirigent des Orchestre

Philharmonique de Radio

France, dirigiert dann Beethovens

„Pastorale“ und die 1. Sinfonie von

Johannes Brahms. Der Kartenverkauf

für dieses Konzert beginnt

am 6. März 2006.

Neues hören

Mit mehreren Uraufführungen

und Auftragswerken unterstreicht

das RSO seinen Ruf als

Sachwalter der Neuen Musik.

Chefdirigent Günther Herbig leitet

die Uraufführung des Cellokonzerts

von Bruno Mantovani

(25.9.2005), eines SR-Auftragswerks.

Weitere Uraufführungen

sind das Flötenkonzert von

Stanislaw Skrowaczewski (SR-

Auftragswerk; 19.3.2006), das

Thema Nachwuchsförderung

Immer wieder hat Günther Herbig

sein Dirigenten- und Musik-

Know-How an Jüngere weitergegeben:

im Dirigentenforum des

Deutschen Musikrats mit dem

Abschlusskonzert im Großen

Sendesaal, zuletzt als Dirigent

eines Gemeinschaftskonzerts

des Landes-Jugend-Sinfonie-Orchesters

des Saarlandes mit dem

RSO und nun als Gastdirigent

„Geigen gegen Pisa“ - Kinder beim RSO

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

Veranstaltungen

Seite 21

Chefdirigent Günther Herbig bei der Probe

Orchesterwerk „Koh-i-Noor“ von

Christoph Staude (11.11.2005) und

das Klavierkonzert „Rivages solitaires“

von Jacqueline Fontyn

(20.1.2006).

Broschüre besorgen

In seinen drei Abonnementreihen,

den Soiréen, Matinéen und Studiokonzerten,

steckt das Rundfunk-

Sinfonieorchester Saarbrücken

das große musikalische Spektrum

der Orchesterliteratur ab.

Namhafte Interpreten wie die

Pianisten Andrej Gawrilow und

Dinorah Varsi, der Geiger Olivier

Charlier und der Cellist Gustav

Rivinius präsentieren bedeutende

Repertoirewerke von Tschaikowskys

Violinkonzert bis hin zu

Lalos Cellokonzert.

Alle Konzerte, auch die maßgeschneiderten

Musikangebote

für Kinder und Jugendliche, sind

in der Broschüre „SR-Konzerte

2005/06“ nachzublättern. Kostenlos

erhältlich ist sie bei SR am

Markt. Dort bekommt man auch

Einzelkarten, Abonnements und

das begehrte „Schnupper-Abo“-

Gutscheine für je eine Karte Ihrer

Wahl der drei großen Konzertreihen.

Anne Dunkel, SR

Erstmalig - Saar/Lor/Lux

Konzertbroschüre 2005/06

Ja wenn ich das gewusst hätte

– Unzählige Male hat man diesen

Ausruf diesseits und jenseits der

Landesgrenze vernommen: weil

man gerade wieder einmal einen

Klassikstar beim Orchestre Philharmonique

du Luxembourg, ein

Chefdirigenten-Konzert beim Rundfunk-Sinfonieorchester

Saarbrücken

oder ein spannendes Konzertprojekt

beim Orchestre National de Metz

verpasst hat. Eine gemeinsame

Konzertbroschüre 2005/06 der

drei Saar-Lor-Lux-Spitzenorchester

kann dem Informationsbedürfnis

von Klassikfreunden nun wesentlich

besser gerecht werden: Das

durchgängig zweisprachige, fast

hundert Seiten starke Heft erleichtert

den Zugang zu Konzertinfos.

Die Konzertbroschüre „Saar-Lor-Lux“

gibt es ab sofort kostenlos bei SR

am Markt, bei allen RSO-Konzerten

oder direkt beim Saarländischen

Rundfunk (0681/602-2239).

Alle RSO-Angebote für Kinder und

Jugendliche auf einen Blick

Kinder sind unsere Zukunft – auch

im Konzertsaal. Nur wer sie schon

heute als Publikum gewinnen

kann, darf auch morgen noch auf

volle Säle hoffen. Seit Jahren bieten

das Rundfunk-Sinfonieorchester

Saarbrücken und sein Chefdirigent

Günther Herbig maßgeschneiderte

Musikangebote für Kinder und

Jugendliche, Schüler und Lehrer an.

Die ganze Palette, vom Musikspielplatz

für vier- bis elfjährige Kinder,

über die Konzertreihe „Musik für

junge Ohren“ bis hin zu Probenbesuchen,

Schulprojektwoche

oder Familienkonzerten, ist jetzt

samt Kontaktadresse aktuell in

einem kleinen Faltblatt zusammen

gefasst. Zu beziehen ist es über

die SR-Pressestelle (Tel. 0681/2041)

oder direkt über SR am Markt.

HFM-Professor Gustav Rivinius spielt Lalos Cellokonzert

Musik für junge Ohren“ –

Konzertkarten zu gewinnen

Für das nächste, von Chefdirigent

Günther Herbig persönlich moderierte

Konzert „Musik für junge

Ohren“ am Samstag, 24. September

um 12.30 Uhr in der Saarbrücker

Congresshalle verlost der Saarländische

Rundfunk 5 x 2 Karten. Das

Cellokonzert von Robert Schumann

- „ganz hinreißend“ schrieb

Clara Schumann - inspirierte den

jungen französischen Komponisten

Bruno Mantovani dazu, ebenfalls

ein Cellokonzert zu schreiben.

Mehr als 155 Jahre liegen zwischen

beiden Werken. Ein interessanter

Vergleich. Einfach eine Mail mit

dem Stichwort „Mantovani“ an

rso@sr-online.de schicken oder

anrufen unter Tel. 0681/602 2239.

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 22

Veranstaltungen

alla breve

„Mit guten applausu“

Der Thomanerchor in der

Ludwigskirche

Das Lob klingt fast zu verhalten

wenn man bedenkt, dass an diesem

Sonntag vor fast 300 Jahren

eine Epoche begann, deren Glanz

noch Jahrhunderte später strahlt

und deren Geschichte bei weitem

noch nicht zu Ende ist. „Am

1. Sonntag nach Trinitatis führte

der neue Cantor u. Collegii Musici

Director Hr. Joh. Sebastian Bach,

so von dem Fürstlichen Hofe zu

Cöthen hierher kommen, mit guten

applausu seine erste Music

auf“, liest man in einer Aktennotiz

aus dem Leipzig des Jahres

1723.

Wenige Wochen zuvor hatte Bach

das Kantorat der Thomasschule

übernommen, das nicht nur ihn,

sondern auch den Chor in den folgenden

Jahrhunderten weltberühmt

machen sollte. Und wenn

nun der Thomanerchor Leipzig in

der Saarbrücker Ludwigskirche

auftritt, wird diese Geschichte in

ihrer Größe und Besonderheit erlebbar.

Johann Sebastian Bach und der

Thomanerchor Leipzig, diese beiden

überragenden Kulturträger

scheinen zusammen zu gehören

– obwohl für Bach das Kantorat

eigentlich nur ein „Job“ unter

anderen war und zu der Zeit, als

er das Kantorat in Leipzig übernahm,

dieser Chor schon mehr

als ein halbes Jahrtausend existierte.

Im Jahre 1212 bestätigte Otto IV.

die Gründung des Augustiner-

Chorherrenstiftes zu St. Thomas,

die der Markgraf von Meißen veranlasst

hatte. Zum Stift gehörte

eine Klosterschule, die geistlichen

Nachwuchs heranbilden

sollte, bald aber auch Knaben

zugänglich wurde, die nicht im

Stift wohnten. Bestandteil der

Ausbildung war von Anfang an

der liturgische Gesang.

Mit den Jahren wuchs die Bedeutung

dieser Vokalmusik und mit

ihr die Persönlichkeit derer, die

den Chor betreuten. Die Reihe

Thomaskantor

Prof. Georg Christoph Biller

der berühmten Thomaskantoren

eröffnete Georg Rhau, in dessen

Amtszeit (1518-1519) das Streitgespräch

zwischen Martin Luther

und Johann Eck fiel. Weitere berühmte

Kantoren waren Sethus

Calvisius (1594-1615), Johann Hermann

Schein (1616-1630) oder

Johann Kuhnau (1701-1722). Prägend

für die Gegenwart waren

die Kantoren Karl Straube und

Günther Ramin. Beide Kantoren

waren entscheidend und vielfach

prägend für die Entwicklung und

auch für die Vergrößerung des

Bekanntheitsgrades des Thomanerchores

in aller Welt. In ihrer

Amtszeit bildete sich Leipzig zu

einem Zentrum der protestantischen

Kirchenmusikpflege auf

höchstem künstlerischen Niveau

heraus, wobei Bach das Zentrum

war, aber auch die jeweiligen

Zeitgenossen von den beiden

Kantoren reichlich aufgeführt

wurden.

Bei seinem Auftritt in Saarbrücken

stehen neben Musik von

Johann Sebastian Bach Kompositionen

von Orlando di Lasso auf

dem Programm. Dirigiert wird

der Chor dann von Thomaskantor

Prof. Georg Christoph Biller, eine

derjenigen künstlerischen Persönlichkeiten

über die man mit

den Worten des Komponisten Johann

Friedrich Agricola aus dem

Jahr 1771 sagen könnte: „Dem

Himmel sey Dank, dass doch endlich

einer einmal aufgestanden

ist, der gefühlt hat, dass in des

alten J.S. Bachs Chören Feuer und

Pracht zu finden sey.“

Karsten Neuschwender

Thomerchor Leipzig

Sonntag, 6. November, 18 Uhr

Ludwigskirche Saarbrücken

Leitung: Thomaskantor Prof.

Georg Christoph Biller

Karten bei allen cts-Vorverkaufsstellen

und der Tickethotline der Saarbrücker

Zeitung, Tel.: 0681/5025522.

Weitere Konzerte der

Vereinigung für Musik

in der Ludwigskirche:

11. Dezember 2005, 18 Uhr,

Ludwigskirche: Johann Sebastian

Bach: Weihnachtsoratorium,

Kantaten I-III.

Anne-Kathrin Fetik, Sopran, Ivonne

Fuchs, Alt, Albrecht Sack, Tenor, Thomas

Möller-Stegemann, Bass. Neues Saarländisches

Kammerorchester, Evangelische

Chorgemeinschaft an der Saar.

Leitung: Professor Andreas Göpfert.

1. Januar 2006, 18 Uhr,

Ludwigskirche: Neujahrskonzert

mit dem Neuen Saarländischen

Kammerorchester.

Leitung: Professor Thomas Krämer.

Seit fast 800 Jahren bürgt der Thomanerchor Leipzig für höchste gesangliche Qualität.

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

HFM-Forum Seite 23

Klaus Velten

Musik und Mythos

Thomas Manns Wagner-

Rezeption zum Gedenken an

den Tod des Romanciers vor

50 Jahren

In einem Beitrag für die Zeitschrift

„Der Merker“ bekennt

Thomas Mann im Juli 1911: „Was

ich Richard Wagner an Kunstglück

und Kunsterkenntnis verdanke,

kann ich nie vergessen,

und sollte ich mich noch so weit

im Geist von ihm entfernen.“

Die Beziehung des Romanciers

zu dem Dichter-Komponisten ist

denn auch wechselvoll, zugleich

aber kontinuierlich. Am unmittelbarsten

spricht sie sich aus in

dem 1933 anlässlich des Gedenkens

an Wagners Tod vor 50 Jahren

entstandenen großen Essay

„Leiden und Größe Richard Wagners“,

in dem Thomas Mann den

Musikdramatiker als den „Erlöser

der Oper durch den Mythus“ würdigt.

Er lenkt damit die Aufmerksamkeit

auf Wagners Hauptwerk,

die Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“.

Diesem Werk widmet er

sich im Einzelnen dann nochmals

in der werkgeschichtlichen Abhandlung

„Richard Wagner und

Der Ring des Nibelungen“, erschienen

in der Zeitschrift „Maß

und Wert“ 1938 in Zürich.

Es ist nicht zufällig, dass das essayistische

Bemühen um Richard

Wagner zeitlich einhergeht mit

dem Entstehen der großen Roman-Tetralogie

„Joseph und seine

Brüder“. Zwischen 1933 und

1936 erscheinen drei Teile des Romanwerks;

der vierte Teil (Joseph

der Ernährer) wird - nach einer

Zäsur - 1943 vorgelegt. Die Hinwendung

zum Mythos - „Tief ist

der Brunnen der Vergangenheit.

Sollte man ihn nicht unergründlich

nennen?“-, die der Künstler

in den unruhigen Jahren des Exils

vollzog, war begleitet durch eine

nachhaltige Reflexion des Hauptwerkes

Richard Wagners.

Thomas Mann nennt die Tetralogie

Wagners „das tönende Schaugedicht

von der Welt Anfang

Wechselvolle, aber kontinuierliche Künstlerbeziehung:

Thomas Mann und Richard Wagner

und Ende“. In Siegfried fand der

Dichter-Komponist eine Gestalt,

„die seine Vergangenheitsleidenschaft

ebenso entzückte und

befriedigte wie seine Zukunftslust,

denn sie war zeitlos“. Der

Essayist spricht von einem „unersättlichen

Zurückdringen in

die letzte Tiefe und Frühe“, das

Wagner dazu bewogen habe, das

ursprüngliche Konzept von „Siegfrieds

Tod“ (später „Götterdämmerung“)

von 1848 auszuweiten

mit dem Ziel, den ganzen Mythos

„in seinem großartigen Zusammenhang“

darzustellen.

Von einem ähnlichen mythischen

Forscherdrang ist auch Thomas

Mann geleitet, wenn er die Geschichte

Josephs zurückverfolgt

bis auf den „Mann von Ur“, den

Mondwanderer, wie es im „Vorspiel“

zum ersten Teil der Romantetralogie

geschieht, wo die Frage

gestellt wird: „Wo liegen die Anfangsgründe

der menschlichen

Gesittung?“

Josephs Geschichte erhält die Dimension

eines mythischen Kosmos’

ebenso wie die Geschichte

Siegfrieds. So interpretiert Thomas

Mann den Wagner-Protagonisten

als eine „durch nichts

bedingte und beengte mythische

Lichtgestalt“, als einen „ganz auf

sich selbst gestellten und aus

sich lebenden, in Freiheit strahlenden

Menschen, den furchtlos

unschuldigen Täter und Schicksalserfüller,

der durch das erhabene

Naturereignis seines Todes

die Dämmerung alter abgelebter

Weltmächte heraufführt und die

Welt erlöst, indem er sie auf eine

neue Stufe der Erkenntnis und

Sittlichkeit hebt“.

Der Nibelungen-Mythos nimmt

in dieser Interpretation Züge eines

geschichtsphilosophischen

Entwurfs an. Zu solcher Bedeutsamkeit

konnte es nur durch die

Ausweitung der Siegfried-Tragödie

zu einem „Weltgedicht“

kommen, worin „die Ur-Elemente

des Daseins agieren, ... mythische

Grundtypen der Menschheit“

sich begegnen und in dem der

„Fluch des Goldes gelehrt und die

Machtgier zur inneren Umkehr

geführt“ wird.

Wie verwirklicht Wagner diese

große Idee kompositorisch? Kaum

ein anderer hat die Eigenart des

musikdramatischen Konzepts so

scharfsinnig und zugleich künstlerisch

einfühlsam interpretiert

wie Thomas Mann. In dem der

Ring-Tetralogie gewidmeten Essay

bildet die Interpretation der

Totenklage um Siegfried (des so

genannten Trauermarsches) das

Zentrum der Darstellung. Sie

steht beispielhaft für das Interpretieren

von Kunst durch Kunst

und ist jeder musikologischen

Deutung überlegen.

Thomas Mann erläutert die Eigenart

des Wagnerschen Komponierens

aus der Umwandlung

(d.h. der Erweiterung) der Siegfried-Tragödie

in ein szenisches

Epos. Dem Komponisten stellte

sich die Aufgabe, die bislang

immer schon praktizierte „Me-

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 24

HFM-Forum

thode“, ein Themen- und Motivgewebe

sich nicht nur über

ein ganzes Drama ausbreiten zu

lassen, sondern „auf eine ganze

epische Folge von Dramen“ anzuwenden,

eine „ganze Welt von

geistvoll tiefsinnigen Anspielungen“

aufzubauen, die in dem

Beziehungskonzentrat des Trauermarsches,

mit dem das musikalische

Epos ja auch hätte enden

können, gipfelt.

Ohne in die Manie der Leitmotivexegeten

zu verfallen, deckt Thomas

Mann nun auf dichterische

Weise das Themen- und Motivgewebe

dieser „überwältigenden

Feier“ des Gedankens und

des Gedenkens auf: „Die Sehnsuchtsfrage

des Knaben nach der

Mutter; das Heroenmotiv seiner

Sippe, die ein unfreier Gott sich

zeugte zu gottlos freier Tat; das

Liebesmotiv seiner geschwisterlichen

Eltern, wunderbar heraufgeführt;

das mächtig aus der

Scheide fahrende Schwert; die

große Fanfarenformel seines eigenen

Wesens, vorzeiten als Verkündung

zuerst aus dem Munde

der Walküre vernommen; der

Klang seines Horns, in ungeheure

Rhythmen ausgedehnt; die holde

Musik seiner Liebe zu der einst

Erweckten (Brünnhilde); die alte

Klage der Rheintöchter um das

geraubte Gold und das düstere

Tonmal für Alberichs Fluch: all

diese erhabenen, gefühlsschweren,

schicksalsvollen Mahnungen

würden unter Erdstößen und

Wetterschlägen mit der hochgebahrten

Leiche vorüberziehen,

- und das war nur ein Beispiel für

all die geistige Feierlichkeit und

mythische Hochstimmung, die

sich verhieß, wenn das Drama

zum szenischen Epos würde.“

Es liegt dem Interpreten Thomas

Mann daran, zu betonen, dass

dieses gewaltige Epos seinen

Ursprung nicht allein in dichterischer

Imagination habe, sondern

aus musikalischer Vorstellungskraft

erwachsen sei und

sein Aufbau „zu einer reichgefügten

Symbolwelt aus dem Es-

Dur-Dreiklang der strömenden

Rheinestiefe“ zu erklären sei. Tatsächlich

lässt sich der ganze „Beziehungszauber“,

wie der Autor

das Themen- und Motivgewebe

an anderer Stelle nennt, als Ergebnis

motivischer Deduktion

auf die anfänglich im Orchester

erklingende Figur zurückführen.

(Der musikwissenschaftlich Interessierte

möge dazu vergleichen:

K. H. Wörner, Das Zeitalter der

thematischen Prozesse in der Geschichte

der Musik, Regensburg

1969 sowie C. Dahlhaus, Richard

Wagners Musikdramen, Friedrich

Verlag Velber 1971).

Zu Recht würdigt der Romancier

daher das Gesamtwerk als ein

„Schöpfungspoem der Musik“,

das ihm zum Modell für das eigene

Schaffen geworden ist.

Dies freilich mit einer anderen

gedanklichen Ausrichtung: Wird

in der Ring-Tetralogie die Vorstellung

eines vom Fluch des Goldes

(d. h. des Geldes) ausgelösten Abstiegs

vermittelt, so rückt die Tetralogie

der Josephsromane den

Aufstieg eines „Gesegneten“ vor

Augen. Ist Wagners Epos durchdrungen

von der pessimistischen

Weltsicht Arthur Schopenhauers,

so erscheinen uns die Josephsromane

von Thomas Mann als

Zeugnisse einer lebensbejahenden,

vom Vertrauen geleiteten

Haltung.

Dies veranlasst zur Bewunderung

für einen Autor, der aus der Ferne

des Exils den durch den Fluch der

Machtgier ausgelösten Untergang

seines geliebten Vaterlandes

miterleben musste.

„Es gibt im Leben unserer

deutschen Tonkunst

ein Ewiges und Allgemeines,

das alle musikalischen

Lebensäußerungen

unseres Volkes

begeisternd und beseelend

durchdringt und

als innerste Kraft in den

Werken unserer großen

Meister zutage tritt.“

Müller-Blattau, Josef

alla breve

Prof. Hans

Lonnendonker:

75 Jahre im Dienst der Musik

Professor Hans Lonnendonker,

der im Dezember 85 Jahre alt

wird, lebt seit 1948 im Saarland.

Im Dezember 1920 in der Nähe

von Aachen geboren, erhielt er

mit viereinhalb Jahren den ersten

Klavierunterricht bei seinem

Vater, der Organist, Chorleiter

und Musiklehrer war. 1927 übersiedelte

die Familie nach Düsseldorf-Holthausen.

Am 15. Juni 1930

durfte Hans dort erstmals in einer

Sonntagsmesse die Orgel spielen

(allerdings noch ohne Pedal).

1930 begann seine Gymnasialzeit

in Düsseldorf-Benrath. Mit

elf Jahren war er fähig, das erste

Hochamt zu spielen: Begleitung

einer mehrstimmigen Chormesse

und des Gregorianischen Chorals,

was ihm ein erstes großes Lob in

der Presse einbrachte.

1932 wurde er Schüler des Buths-

Neitzel-Konservatoriums (Mittelklasse)

und 1934 – 1937 des

Robert-Schumann-Konservatoriums

Düsseldorf in den Fächern

Orgel (Joh. Wassenhoven) und

Musiktheorie (Dr. Karthaus).

1939 Abitur in Düsseldorf-Benrath

sowie Pflichtarbeitsdienst (in

Hirstein bei St. Wendel). Beginn

des Studiums im WS 1939/40 an

der Pädagogischen Hochschule

Dortmund (Gerard Bunk, Orgel,

Edgar Rabsch, Pädagogik) und im

SS 1940 an der Musikhochschule

Köln (Hans Bachem, Orgel, Wilhelm

Maler, Theorie, Heinrich Lemacher,

Musikwissenschaft).

Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft

setzte er seine Studien

in Köln fort. 1948 absolvierte

er das Staatsexamen für das

Lehramt Musik an Höheren Schulen.

Die Prüfung im 2. Hauptfach

Philosophie wurde an der Universität

des Saarlandes abgelegt.

Am 10. Januar 1949 begann Lonnendonkers

Tätigkeit als Lehrer

für Dirigieren und Musiktheorie

am Staatlichen Konservatorium

des Saarlandes.

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

HFM-Forum Seite 25

„Wesentlicher Anteil am Aufbau der Musikhochschule“:

Prof. Hans Lonnendonker

Das 1947 eröffnete Konservatorium

war im Aufbau begriffen. Ausbildungsgänge

für Musikerzieher,

Opernsänger und Orchestermusiker

existierten bereits. Der fehlende

Studiengang Kirchenmusik

wurde von Paul Schneider, Hauptfachlehrer

für Orgel, und Lonnendonker

vorbereitet: Am 5. Dezember

1951 erfolgte in einem Festakt

in Gegenwart hoher weltlicher

und kirchlicher Persönlichkeiten

(u.a. Ministerpräsident Johannes

Hoffmann, Bischof Dr. Wehr, Abt-

Dr. Petrus Borne) die feierliche

Eröffnung des Studienbereichs

Kirchenmusik. 1954 wurde Hans

Lonnendonker Institutsleiter (bis

1984).

Zu Lonnendonkers primären Fachgebieten

zählen Gehörbildung,

Harmonielehre, Kontrapunkt,

Formenkunde, Partiturspiel und

Dirigieren, ab 1951 auch Orgelkunde,

Kirchenmusikgeschichte,

Deutscher Liturgiegesang. Darüber

hinaus wurde er 1956 bis

1969 zum Unterricht in Cembalo

berufen und 1978 bis 1984 übernahm

er die Unterweisung in

Fachmethodik und Lehrversuche

Orgel und in Musiktheorie.

1967 wurde von ihm die „Konferenz

der Leiter katholischer kirchenmusikalischer

Ausbildungsstätten

Deutschlands“ ins Leben

gerufen. Er leitete sie bis 1981 und

ist heute ihr Ehrenvorsitzender.

Der Konferenz gelang es, erstmals

die kirchenmusikalischen Prüfungen

A, B und C in gleichlautender

Fassung für alle deutschen

Diözesen zu erstellen und deren

Genehmigung und Empfehlung

der Deutschen Bischofskonferenz

(1969/70) zu erreichen.

Nach langjähriger erfolgreicher

Tätigkeit in verschiedenen Hochschul-Gremien

(u.a. Prorektor

von 1974 bis 1979) wurde Hans

Lonnendonker 1984 in den Ruhestand

verabschiedet.

1974 bis 1986 erhielt er Lehraufträge

für Musiktheorie am Musikwissenschaftlichen

Institut

der Universität des Saarlandes.

Er wirkte in rund 40 Hochschulkonzerten

mit als Cembalist oder

Dirigent.

Lonnendonker hat immer eine

enge Verbindung zur berufsbezogenen

Praxis für notwendig

befunden. So hat er 31 Jahre

lang, zusammen mit Professor

Paul Schneider als Organist, den

Christkönig-Chor in Saarbrücken

dirigiert und u.a. die großen Messen

von Bruckner, Kodály, Beethoven,

Mozart, Schubert, Liszt,

Dvorák und Hermann Schroeder

aufgeführt. 14 Jahre lang leitete

er die Saarbrücker Sängerknaben.

„Lonnendonker hat am Aufbau

der Musikhochschule des Saarlandes,

an der Einführung der

Akademischen Selbstverwaltung

sowie der Studien- und Prüfungsordnungen

wesentlichen Anteil“,

so der damalige Rektor Dr. Müller-Bech

bei Lonnendonkers Verabschiedung.

Die Berufung in überregionale

Gremien blieb nicht aus. 1966 bis

2004 war er Mitglied der „Consociatio

Internationalis Musicae

Sacrae“, Rom, mit Kongressen in

München, Regensburg, Chicago,

Sao Paulo, Monte Cassino u.v.a.

1978 bis 2004 Mitglied des „Instituts

für hymnologische und

musikethnologische Studien“

im Rahmen der Kirchenliedforschung,

Maria Laach. 1971 bis 1974

Kommissarischer Landespräses

für Deutschland im Allgemeinen

Cäcilien-Verband.

Die vielen Veröffentlichungen im

fachlichen Schrifttum, die Mitarbeit

im Saarländischen Rundfunk,

im Saar-Sängerbund, in Bildungswerken

sowie in kirchlichen Vereinigungen

seien noch erwähnt.

Lonnendonker war wesentlich

beteiligt an der Ausbildung von

(mindestens) 50 Absolventen, die

heute als Regionalkantoren, Lehrbeauftragte

in musikalischen

Ausbildungsbereichen, als Musikschulleiter

oder Lehrer tätig sind

(oder waren) und mindestens

zwölf Professoren an deutschen

Musikhochschulen.

„Seinem unermüdlichen Einsatz,

seinen Fachkenntnissen, seinem

Idealismus und ausgleichendem

Wesen verdankt die Kirchenmusik

in Deutschland viele Fortschritte

und wichtige Anregungen“

(Musica sacra 1980. S. 407).

Die Hochschule für Musik Saar

gratuliert dem Jubilaren und

dankt ihm für seine herausragenden

Verdienste. Wir wünschen

Prof. Hans Lonnendonker weiterhin

viel Glück und gute Gesundheit!

Musik ist die Kunst,

welche ihre Gebilde

aus dem flüchtigen,

schnellvergänglichen

Element der Töne formt

und daher bezüglich

des Materials in dem

denkbar größten Gegensatz

zur Architektur,

als Formenkunst ihr

aber wieder ästhetisch

näher steht als den

gegenständlichen mehr

gebundenen anderen

Künsten. Musik ist die

Gestaltung des Klingenden,

das als Natur-

und Emotionslaut

die Welt und die Selle

im Reich des Hörens

in begriffloser Konkretheit

bedeutet.“

Müller-Blattau, Josef

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 26

Studium

alla breve

Neues Hauptfach

„Künstlerischer

Tonsatz“

Die HFM richtet einen neuen Diplom-Ergänzungsstudiengang

„Künstlerischer Tonsatz“ ein. Der

Studiengang ergänzt ein vorher

abgeschlossenes Studium.

Der Studiengang erweitert die

Qualifikationsprofile in musikpädagogischen

und künstlerischpraktischen

Berufen. Dies betrifft

vor dem Hintergrund deutlich

steigender Notwendigkeit der

Mehrfachqualifikation insbesondere

Musikpädagogen/innen mit

instrumentalem oder vokalem

Hauptfach, Kirchenmusikern/innen

sowie den in freien Berufen

tätigen Musikern/innen.

Diesen Berufsgruppen sowie den

Lehrern und Lehrerinnen an allgemein

bildenden Schulen kommt

zudem zunehmend die Aufgabe

zu, den Prozess der Musikalisierung

durch neu zu erstellende

und spezifisch ausgerichtete

kompositorische Arbeiten voran

zu treiben. Somit trägt der Studiengang

einer kulturpolitischen

Notwendigkeit Rechnung und

trägt dazu bei, die Berufschancen

von Absolventen von Musikhochschulen

zu erhöhen.

Die Ausbildung ermöglicht individuelle

Schwerpunktsetzung im

künstlerisch-kreativen Bereich.

Dies sind insbesondere kompositorische

Stilkopien, Arrangements

von stilspezifischer Gebrauchsmusik

unterschiedlicher

Besetzungen, Kompositionen in

zeitgenössischen Satztechniken

Trompeten-Meisterkurs mit Hans Gansch

Hans Gansch, Professor für Trompete am Mozarteum

Salzburg, ehemals Solo-Trompeter der

Wiener Philharmoniker und weltberühmter Solist,

gibt am 22. Januar 2006 in der HFM einen

Workshop und Meisterkurs. Der Kurs war ursprünglich

für Februar 2005 vorgesehen, mußte

aber krankheitsbedingt verschoben werden.

Am Sonntag, den 22.01.2006 von 10.00 bis

20.00 Uhr werden methodische Fragen, solistische Literatur, Orchesterstellen

und alles, was mit der Trompete zusammenhängt,

behandelt. Alle interessierten Blechbläser, gerne auch enthusiastische

Amateure, sind herzlich eingeladen, zu diesem Kurs zu

kommen. Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos, weil die Kosten

dankenswerterweise von der Hochschule und der Firma Schagerl,

die parallel zum Kurs eine Ausstellung ihrer Instrumente mit

ausgiebigen Test-Möglichkeiten anbietet, übernommen werden.

Anmeldung bei: Prof. Peter Leiner oder Thomas Wolter.

und didaktisch ausgerichtete Arbeiten.

Neben dem in einer Eignungsprüfung

zu erbringenden Nachweis

einer entsprechenden künstlerischen

Begabung setzt die Zulassung

zum Diplom-Ergänzungsstudiengang

Künstlerischer

Tonsatz ein durch ein Diplom

bzw. durch die Erste Staatsprüfung

für das Lehramt an Gymnasium

abgeschlossenes musikpädagogisches

oder künstlerisches

Studium bzw. eine vergleichbare

Qualifikation voraus.

Die Regelstudienzeit des Diplom-

Ergänzungsstudiengangs Künstlerischer

Tonsatz beträgt vier Semester.

Das Studium kann jeweils

im Wintersemester und Sommersemester

begonnen werden.

Gehörbildung und

Musiktheorie für

Jungstudierende

Mit Beginn des Wintersemesters

2005/2006 erweitert die HfM ihr

Lehrangebot für Jungstudierende

und richtet den obligatorischen

Unterricht in Gehörbildung und

Musiktheorie ein.

Das Lehrangebot Musiktheorie

und Gehörbildung soll dazu dienen,

den Anforderungen einer

Aufnahmeprüfung und eines Studiums

an einer Musikhochschule

gerecht werden zu können. Das

Lehrangebot ergänzt auf diese

Weise die Frühförderung Hochbegabter

in instrumentalen bzw.

vokalen Fächern.

Neues Lexikon Musiktheorie von

HFM-Professoren

Die HFM-Professoren Thomas Krämer und Manfred Dings haben ein neues Lexikon

Musiktheorie vorgelegt. Die handliche Publikation im Paperback-Format

ist im renommierten Fachverlag „Breitkopf & Härtel“ erschienen.

Thomas Krämer u. Manfred Dings: Lexikon Musiktheorie,

Breitkopf & Härtel Wiesbaden, BV 370

ISBN 3-7651-0370-5

336 S. mit zahlreichen Notenbeispielen, Preis: 12,- EUR.

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

Studium

Seite 27

Auf die musiktheoretische und

die hörerzieherische Komponente

wird dabei gleichermaßen

Wert gelegt.

Die Schwerpunkte der Ausbildung

liegen in der Vermittlung

der musiktheoretischen Grundlagenkenntnisse,

im Hören von Musik

aus verschiedenen Jahrhunderten

und der Hörerziehung.

Bestandteile der Ausbildung sind

die Themenbereiche

1. Gehörbildung

2. Werkhören

3. Improvisation

4. Musiktheorie

Die Ausbildung dient neben der

Befähigung zur Beherrschung

der für ein Studium notwendigen

musiktheoretischen und hörerzieherischen

Grundlagen der

Heranbildung einer hörend-lesenden

inneren Klangvorstellung

und der Vernetzung von musiktheoretischen

und künstlerischpraktischen

Bereichen.

Die Zulassung erfolgt nach erfolgreich

absolvierter Aufnahmeprüfung

im künstlerischen

Hauptfach und nach Vergabe

eines Studienplatzes gemäß der

Ordnung für Jungstudierende an

der HFM. Die Regelstudienzeit in

den Fächern Musiktheorie und

Gehörbildung beträgt zwei Semester.

Das Studium kann nur

im Wintersemester begonnen

werden. Für die strukturelle und

inhaltliche Ausgestaltung zeichnet

der Fachbereich Musiktheorie

/ Musikpädagogik / Komposition

/ Dirigieren verantwortlich.

Zum Nachweis eines ordnungsgemäßen

Studienverlaufs werden

zum Ablauf eines jeden Studiensemesters

Leistungsnachweise

verlangt.

Prof. Jörg Nonnweiler

„Gitarristen zu

Musikern“

Der Gitarrist Stefan Jenzer

Er will „Gitarristen zu Musikern

ausbilden“. Wer derart provokante

Töne zupft, muss selber ganz

schön was auf dem Gitarrenkasten

haben. Stefan Jenzer, der

neue HFM-Lehrbeauftragte für

Gitarre, hat es.

1971 im saarländischen Niederwürzbach

geboren, spielt Jenzer

seit seinem 6. Lebensjahr Gitarre

und machte im Alter von 12 Jahren

erstmal von sich reden mit einem

Landessieg bei „Jugend musiziert“.

Heute zählt der smarte

junge Mann zu den international

bekanntesten Gitarristen. Einen

Ruf, den er mittlerweile durch

Neuer Professor für Schulpraktisches

Klavierspiel

Die neu eingerichtete Professur für Schulpraktisches Klavierspiel

an der HFM konnte zu Beginn des Wintersemesters mit Prof. Wolfgang

Mayer besetzt werden. Für die musikpädagogischen Studiengänge

an der Hochschule bedeutet dies eine nachhaltige Verstärkung.

Wolfgang Mayer wird künftige Musiklehrerinnen und

Musiklehrer in den Fächern Liedbegleitung, Klavierimprovisation,

schulische Ensemblepraxis und Arrangieren für schultypische

Besetzungen unterrichten. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt

dabei im Bereich der Populären Musik. Durch die enge Verknüpfung

der künstlerischen mit der pädagogischen Ausbildung soll

das Schulmusikstudium im Saarland in Zukunft noch besser und

noch stärker an den Erfordernissen der späteren Berufspraxis der

Absolventen ausgerichtet werden, um die Attraktivität des Hochschulstandortes

Saarbrücken für die Musiklehrerausbildung auch

weiterhin zu sichern.

Stefan Jenzer

den Gewinn zahlreicher Preise

auf nationaler und internationaler

Ebene eindrucksvoll untermauert

hat.

Stefan Jenzer studierte klassische

Gitarre bei so namhaften Lehrern

wie Prof. David Tannenbaum (San

Francisco), Prof. Sonja Prunnbauer

(Freiburg), Prof. Thomas Müller-Pering

(Weimar) und Michael

Koch (Mainz). Er lebt heute mit

seiner Familie in Freiburg.

Der Sprössling eines musikalischen

Elternhauses, schon der

Vater spielte Gitarre, ist ein Tausendsassa

der Zupfer-Zunft. Neben

seiner Tätigkeit als freier

Musiker, ist er Musikleiter des

Bundes für Zupf- und Volksmusik

Saar und seit drei Jahren künstlerischer

Leiter des Saarländischen

Jugendzupforchesters. Dieses

feierte im Juli dieses Jahres in der

Hochschule mit einem Festkonzert

sein 5-jähriges Bestehen und

demonstrierte dabei eindrucksvoll

die musikpädagogischen Fähigkeiten

seines Leiters. Daneben

ist Stefan Jenzer ein viel gefragter

Juror bei verschiedenen Wettbewerben.

Seine im Jahr 2000

erschienene zweite CD „Piezas

Breves“ wurde in der Presse hoch

gelobt.

Zehn Studierende unterrichtet

der Hobby-Sportler gegenwärtig

an der HFM. Seine Erfahrungen

im Hochschul-Lehrbetrieb sind

überaus positiv, obwohl er, siehe

oben, seinen Studenten einiges

abverlangt. Er will sie eben

zu „Musikern“ ausbilden, was in

der Unterrichtspraxis nicht nur

höchste technische Fertigkeiten

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


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Studium

alla breve

auf der Gitarre einfordert, sondern

auch profunde Kenntnisse

auf anderen Instrumenten. Der

Erfolg scheint ihm Recht zu geben.

Thomas Wolter

20 Jahre Saarbrücker

Gespräche zur

Klaviermethodik und

Klavierdidaktik

Im nächsten Jahr feiern die „Saarbrücker

Gespräche zur Klaviermethodik

und Klavierdidaktik“

ihr 20-jähriges Jubiläum. Der

Gesprächskreis wurde 1986 von

Prof. Dr. Werner Müller-Bech,

dem damaligen Rektor der Hochschule

für Musik Saar, begründet.

Bisher fanden 34 Sitzungsphasen

statt. Die Saarbrücker Gespräche

werden von Prof. Dr. Müller-Bech

inhaltlich und organisatorisch

verantwortet. Die Teilnehmer

sind Professoren und Dozenten

des Faches „Klaviermethodik und

Klavierdidaktik“ an deutschen

Musikhochschulen und Konservatorien.

Mit Xylophonen,

Trommeln, E-Gitarren

und Geigen

Schulische Ensemblepraxis in

der Lehrerbildung

In Zusammenarbeit mit dem

Landesinstitut für Pädagogik

und Medien (LPM) fand Anfang

November 2004 eine zweitägige

Veranstaltung zum Thema

Klassenmusizieren im neuen Ensemblespielraum

der Hochschule

(Studio 5) statt. „Xylophon und

E-Gitarre – Musikmachen mit der

ganzen Klasse“ war der Titel des

Workshops, für den Hans Jünger

vom Institut für ästhetische Erziehung

der Universität Hamburg als

Referent eingeladen worden war.

Begrüßt wurden die Teilnehmer

vom Leiter des Studienbereichs

Schulmusik sowie von Michael

Gorius und Alexander Sellier, die

am LPM für Lehrerfortbildungen

im Fach Musik zuständig sind.

Handlungsorientierter Musikunterricht

- das bedeutet, dass in

der Schule Musik nicht nur gehört

und besprochen, sondern

dass Musik gemacht wird. Will

man sich dabei nicht auf das

Singen beschränken, sondern

das Spielen auf Instrumenten

einbeziehen, so stellen sich zahlreiche

didaktisch-methodische

Probleme: Welche Instrumente

und Besetzungen kommen in

Frage? Welche Stücke und Arrangements

sind geeignet? Worauf

ist zu achten, wenn die Schüler

komponieren, improvisieren,

Musik nachspielen oder zu einer

CD mitspielen? Wie wird aus der

ganzen Klasse ein Orchester und

wann ist es besser, die Klasse zu

teilen und in Gruppen arbeiten

zu lassen? Was soll gespielt werden:

Klassik oder Pop? Wie kann

das eigene Musizieren in einen

größeren Unterrichtszusammenhang

gestellt werden?

Teilnehmer der Veranstaltung

waren Studierende der Hochschule,

Musiklehrer verschiedener

Schulformen und Referendare.

Diese gemischte Zusammensetzung

erwies sich als spannend

und lehrreich. Neben Vortrag

und Diskussion stellte das eigene

Musizieren die Hauptarbeitsform

dar: mit viel Spaß wurden in

schultypischen Besetzungen Arrangements

ausprobiert, wurden

eigene Bearbeitungen entwickelt

und Improvisationsaufgaben gelöst.

Wer sich für das Material interessiert,

das dem Workshop zugrunde

lag (eine kommentierte

Literaturliste und zahlreiche Arrangements

zur Verwendung im

Musikunterricht der Jahrgänge

5 bis 10), kann sich an Frau Röttgerding

oder Frau Jung wenden,

bei denen eine Kopiervorlage zur

Verfügung steht.

Die Einrichtung von Studio 5

als Ensemblespielraum hat sich

bewährt. Die Ausstattung mit

Instrumenten, Gesangsanlage,

Aufnahmemöglichkeiten usw.

kann bestimmt noch verbessert

werden, aber auch so werden

schon gute Bedingungen geboten

für die Arbeit der Jazz-Abteilung,

für die Ensemblepraxis der

Schulmusiker (z.B. den Improvisations-

und Perkussionskurs von

Prof. Thomas Keemss oder künftige

Seminare zum schulpraktischen

Instrumentalspiel) und

Veranstaltungen aus dem Bereich

der Elementaren Musikpädagogik.

Da der Raum viel genutzt

wird und den dort Studierenden

auch für Ensembleproben zur

Verfügung stehen soll, andererseits

aber die wertvolle Ausstattung

weitgehend offen dasteht,

hat sich außerdem die Regelung

der Zugangsberechtigung und

die Einrichtung eines Raumplans

(verwaltet von Prof. Georg Ruby)

als nötig und sinnvoll erwiesen.

Wenn jetzt im Wintersemester

der neue Kollege für Schulpraktisches

Klavierspiel und Schulische

Ensemblepraxis seine Arbeit im

Haus aufnimmt, wird man im

Studio 5 sicher noch etwas enger

zusammenrücken müssen. Das

ist allen Beteiligten bewusst, die

Kooperation klappt gut und man

gibt die Hoffnung nicht auf, dass

die schrecklich knappe Raumsituation

an der Hochschule sich

irgendwann einmal durch Anund

Ausbauten wird verbessern

lassen.

Wenn von schulischer Ensemblepraxis

die Rede ist, darf die gute

Arbeit des neuen Schulmusiker-Orchesters

nicht unerwähnt

bleiben. Fast alle Orchestermitglieder

(nicht nur Schulmusiker

übrigens) nehmen freiwillig teil,

obwohl der Zeitaufwand groß

ist. Mit viel Engagement haben

die Mitspieler und ihr Orchesterleiter

Jonathan Kaell im letzten

Sommersemester ein hervorragendes

Konzert organisiert und

durchgeführt.

Das anspruchsvolle Programm

wurde nur teilweise vom Chefdirigenten

selbst bestritten, der für

die meisten Stücke seine Schüler

ans Pult holte, die mit dem

gleichen Repertoire bereits ihre

Schulmusik-Abschlussprüfungen

im Fach Dirigieren vor dem

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

HFM-Forum Seite 29

Orchester absolviert hatten. Obwohl

nach den neuen geltenden

Studienordnungen nicht mehr

alle Schulmusiker wie bisher

Pflichtunterricht in Orchesterleitung

nehmen müssen, zeichnet

sich doch schon ab, dass auch

weiterhin zahlreiche im Dirigieren

gut geschulte Musiklehrerinnen

und –lehrer die Hochschule

verlassen werden, denn als Wahlpflichtfach

erfreut sich dieses

Unterrichtsangebot großer Beliebtheit.

Genauso begehrt sind

bei den Studierenden allerdings

auch die Wahlbereiche Jazz &

Popularmusik sowie Elementare

Musikpädagogik.

Das zeigt, wie wichtig die Schulmusiker

ihre künftige Aufgabe

nehmen, mit den Schülerinnen

und Schülern aktiv Musik zu machen,

denn bei diesen Angeboten

geht es (wenn auch mit anderen

Schwerpunkten) gleichfalls um

Möglichkeiten schulischer Ensemblepraxis.

Prof. Dr. Christian Rolle

„Phantasie und

Temperament“

Jone Kaliunaite - die neue

HFM Professorin für Viola

Auf alles weiß die smarte, selbstbewusste

Litauerin spontan eine

Antwort. Nur bei einer Frage

muss sie zunächst einmal passen.

Wie sie denn ihr pädagogisches

Konzept beschreiben würde?

Achselzucken, erstaunte Blicke.

Ratlosigkeit erst einmal.

Kein Wunder: wie soll auch jemand

in wenigen Worten skizzieren,

was so tief erfühlt und durchlebt

wird, was von Kindesbeinen

an zum Alltag gehört. Jone Kaliunaite,

die neue HFM-Professorin

für Viola, ist eine Vollblut-Musikerin

durch und durch. Wie oder

warum sollte sie beschreiben,

was so selbstverständlich zu ihrem

Tagesablauf zählt wie Essen

oder Zähneputzen? Grau ist alle

Theorie, wenn die Musik derart

aus Herz und Seele strömt wie bei

dieser Ausnahme-Bratschistin.

Von den herausragenden Fähigkeiten

der jungen Baltin konnten

sich die Konzertbesucher im

Februar dieses Jahres bei ihrem

„Einstandskonzert“ in der Saarbrücker

Congresshalle überzeugen.

Hier gab sie inmitten einer

Star-Truppe um Maxim Vengerov

mit ihrer technisch perfekten, leidenschaftlichen

Spielweise eine

glänzende Visitenkarte ab. Dass

sie auch eine ausgezeichnete

Lehrerin ist, stellte sie bei ihrem

früheren akademischen Arbeitgeber,

der Folkwang-Musikhochschule

Essen, mit Bravour unter

Beweis. Bedarf es da noch der

Worte?

In der litauischen Hauptstadt

Vilnius geboren und aufgewachsen,

wurden Jone Kaliunaite die

Streichinstrumente buchstäblich

in die Wiege gelegt. Der Großvater

verdiente sein Brot als

Geigenbauer für Dorfmusikanten.

Technik und Spielweise der

Chordophone waren ihr von früh

auf so vertraut wie die Puppenstube.

Überhaupt herrscht in der

Familie ein künstlerischer Geist

vor: die Mutter ist Kunstmalerin,

der Vater Schauspieler, Schwester

Ruta arbeitet als Designerin,

Bruder Vilmantas, der auch eine

Zeitlang an der HFM studierte,

ist Oboist im RSO des Südwestrundfunks.

Mit sechs Jahren erhielt Jone

ihren ersten Violin-Unterricht,

nachdem sie schon ein Jahr zuvor

mit dem Klavierspiel begonnen

hatte. Bald profitierte sie

von einer der wenigen positiven

Errungenschaften des real existierenden

Sozialismus: den Musik-Spezialschulen.

Die Zeit an

der Musik-Akademie von Vilnius

bei Petras Radzevicius war für sie

sehr prägend. „Wir erhielten eine

vorzügliche musikalische Rundum-Ausbildung.“,

sagt Jone im

Rückblick. „Leider gibt es so etwas

Umfassendes wie diese Schulen

heute nicht mehr.“, bedauert sie.

Mit 15 Jahren wechselt sie ins

Bratschen-Fach, weil ihr das Instrument

„einfach besser lag“.

1991 bezog sie die Musikhochschule

in Lübeck und setzte so

Jone Kaliunaite

Jone Kaliunaite begann ihr

Studium an der Musikakademie

Vilnius bei Petras Radzevicius, setzte

es 1991 an der Musikhochschule

in Lübeck bei Barbara Westphal

fort und wurde dort 1998 mit dem

Konzertexamen ausgezeichnet.

Sie war darüberhinaus außerordentliche

Studentin bei Thomas Riebl

am Mozarteum in Salzburg und

arbeitete intensiv mit Walter Levin

und Siegfried Führlinger zusammen.

Jone Kaliunaite ist mehrfache Preisträgerin

nationaler und internationaler

Wettbewerbe u.a. beim CIEM

Genéve 1996. Von 1997 an war sie

1. Solobratschistin an der Deutschen

Oper am Rhein und wurde

1999 Lehrbeauftragte für Viola an

der Folkwang-Musikhochschule

Essen. 2005 wurde Jone Kaliunaite

als Professorin für Viola an die

Hochschule für Musik Saar berufen.

Als Solistin arbeitete sie u.a. mit

dem Litauischen Kammerorchester,

dem Litauischem National Sinfonieorchester

und der Philharmonie

Südwestfalen zusammen und ist

außerdem eine gefragte Kammermusikpartnerin

u.a. von Maxim

Vengerov, Gustav Rivinius, Eduard

Brunner, Thomas Duis, Ulf Hoelscher,

Zakhar Bron, Dieter Klöcker, Francoise

Groben, dem Amati-Ensemble,

dem Vilnius Streichquartett und

dem Mannheimer Streichquartett.

Seit 2003 ist sie Mitglied im Klaviertrio

mit Babette Dorn (Klavier)

und Kerstin Grötsch (Klarinette).

Ende 2005 wird sie das Konzert

für Violine und Viola von Algirdas

Martinaitis in Vilnius uraufführen.

Jone Kaliunaite ist auf zahlreichen

CD- und Rundfunkproduktionen

für Sony, Naxos, BR, HR,

SWR, NDR, vertreten und bei den

bedeutenden Festivals zu Gast.

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 30

Tutti

alla breve

den Grundstein für ihre weitere

Karriere wie auch für ihren privaten

Lebensweg: in Lübeck lernte

sie ihren späteren Ehemann

Christoph Fassbender kennen,

ebenfalls Bratschist und gegenwärtig

Mitglied im RSO des Hessischen

Rundfunks.

Jone Kaliunaite liebt die Musik

der Romantik, aber auch Werke

des Barock und der Klassik. Bei

den zeitgenössischen Komponisten

schätzt sie besonders diejenigen,

die ihr die Möglichkeit für

„wildes Spiel“ eröffnen, daneben

vor allem auch die Asiaten Takemitsu

und Yun. Als Hobbies nennt

sie Basketball, Malen, Kochen und

Lesen.

Am Ende äußert sich die Vollblut-

Praktikerin dann doch noch ein

wenig zur Theorie. „Phantasie

und Temperament“ machen ihrer

Ansicht nach die künstlerische

Persönlichkeit aus. Und was ihre

pädagogische Arbeit betrifft: Sie

möchte Autorität mit Herz verbinden,

gepaart mit Ehrlichkeit

und einen Sinn für die Realitäten.

Das ist doch was.

Thomas Wolter

Der klassische

Ferienjob stirbt aus

(red). Den rund zwei Millionen

Studierenden in Deutschland

stehen während der Semesterferien

immer weniger der klassischen

Ferienjobs zur Verfügung.

Gerade in Dienstleistungsbranchen

wie der Gastronomie, aber

auch in der Industrie ist die Zahl

der ausgeschriebenen Ferienjobs

stark rückläufig; viele Unternehmen

wollen Studierende lieber

längerfristig und kontinuierlich

beschäftigen.

Wippen bestimmt den

Takt

(bdw). Das Rhythmusgefühl eines

Menschen wird möglicherweise

davon geprägt, ob er als

Kind rhythmisch zur Musik gewiegt

worden ist oder nicht. Das

schließen zwei kanadische Forscherinnen

aus einer Studie mit

17 Kleinkindern, in der sie den

Zusammenhang zwischen Bewegungen

und der Verarbeitung

musikalischer Rhythmen im Gehirn

untersuchten. Das Ergebnis:

Wurden die Kinder von ihren Eltern

in einem bestimmten Rhythmus

auf und nieder gewippt,

bevorzugten sie anschließend

Musik, die dem gleichen Rhythmus

folgte.

Saarbrücken: Fast 14

Prozent ausländische

Studenten

An den Hochschulen im Saarland

studieren mehr Ausländer als in

allen anderen Bundesländern.

Das teilte das Kultusministerium

mit Verweis auf die aktuelle Studie

„Wissenschaft weltoffen“ mit.

13,7 Prozent der Studierenden im

Saarland hätten ihre Hochschulzugangsberechtigung

im Ausland

erworben. Der Anteil dieser

„Bildungsausländer“ betrage

bundesweit nur 8,4 Prozent. Auch

bei den ausländischen Absolventen

liege das Land mit einer Quote

von elf Prozent weit vorne. Auf

Platz zwei folge Hamburg mit 7,7

Prozent. Der Bundesschnitt liege

bei 5,4 Prozent. (SR-Online)

Junge Hochschule

In einem Ranking der „Saarbrücker

Zeitung“ vom Juni dieses

Jahres war die HFM gleich mit

zwei Persönlichkeiten aus dem

Lehrkörper unter den fünf jüngsten

Saar-Professoren vertreten.

Platz zwei belegte Maxim Vengerov

(30) auf Platz vier landete die

neue berufene Viola-Professorin

Jone Kaliunaite (32).

HFM-Team siegt

beim Drachenboot-

Wettbewerb

des Saarbrücker

Saarspektakels“

Das Team der HFM hat völlig

überraschend in der Disziplin

„Bestes Outfit“ beim Drachenbootwettbewerb

des diesjährigen

Saarbrücker Saar-Spektakels

den 1. Preis errungen. Lohn für

eine geschlossene Mannschafts-

Nach Erreichen der Altersgrenze

schied Roswitha

Schwartz, Mitarbeiterin im

Reinemachedienst, zum Ende

des Sommersemesters 2005

aus dem Dienst der Hochschule

aus.

Frau Schwartz arbeitete 24 Jahre für die HFM. Mit

einem Blumenstrauß wurde sie von der Hochschulleitung

in den wohlverdienten Ruhestand

verabschiedet.

Auf eine 25-jährige Tätigkeit im

Reinemachedienst kann Frau

Hannelore Sülzer zurückblicken.

Rektor Prof. Thomas Duis

überreichte ihr die Jubiläumsurkunde

des Kultusministers.

Die HFM ist stolz auf die eigenen Mitarbeiterinnen

im Reinigungsdienst, die nicht nur für die viel

gelobte Sauberkeit in allen Räumlichkeiten der

Hochschule sorgen, sondern sich weit über ihre

eigentlichen Dienstverpflichtungen hinaus für

das Wohl der Hochschule engagieren.

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006


alla breve

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20 Jahre Elisabeth- und Bruno-Meindl-

Stiftung.

1985 wurde die Stiftung durch Elisabeth Meindl als Bruno-Meindl-

Stiftung begründet - auf langjährigen Wunsch des Musikfreundes

und Diplomingenieurs Bruno Meindl. Nach dem Tod von Elisabeth

Meindl im Jahr 2000 wurde das gesamte Nachlassvermögen des

Ehepaars in die Stiftung eingebracht; der Name der Stiftung erhielt

die heutige Bezeichnung. Zweck der Stiftung ist die Förderung

hochbegabter Studierender der Hochschule für Musik Saar

durch die Gewährung von Studienbeihilfen an finanziell Bedürftige

und Zuwendungen für die Durchführung von Meisterkursen

und Wettbewerben. Schon eine erhebliche Zahl Studierender der

HFM hat bislang von dieser segensreichen Einrichtung profitiert.

Zum Vorstand der Elisabeth- und Bruno-Meindl-Stiftung zählen

neben dem Rektor und dem Prorektor der HFM auch Ministerialrat

Stefan Weszkalnys vom saarländischen Kultusministerium.

Das Kuratorium setzt sich zusammen aus dem ehemaligen Vorsitzenden

der SaarLB, Ernst Lenz, der Rechtsanwältin Ursula Weber-

Weyand und der HFM-Professorin Tatevik Mokatsian. Das Kapitalvermögen

der Stiftung wird von der SaarLB bewirtschaftet und

in Eigenverantwortung der Hochschule durch Verwaltungsleiter

Alfons Simon verwaltet.

leistung: Seit vielen Wochen hatten

sich Studierende, Lehrkräfte

und Mitarbeiter/innen sportlich

und kreativ auf diesen Wettbewerb

vorbereitet; die Kostüme

wurden selbst entworfen und in

Eigenarbeit geschneidert.

Das HFM-Team unter der Leitung

von Jörg Thomas setzte

sich gegen insgesamt knapp

80 Mitbewerber durch. Im finalen

Schaulaufen am letzten Tag

des Festivals konkurrierten zehn

Teams um die Plätze.

Jury und Publikum waren vom

Charme der sympathischen

HFM-Besatzung begeistert - vor

allem aber von seiner seetüchtigen

vierstimmigen Darbietung

von Händels „Halleluja“ inklusive

Bläsersatz. Auch sportlich

konnten sich die Leistungen des

HFM-Teams sehen lassen: die Damenmannschaft

schaffte es immerhin

bis ins Halbfinale.

Nach dem großen Erfolg der „Draboten“

schlägt die Begeisterung

für den Wassersport an der HFM

hohe Wellen. Schon laufen die

Vorbereitungen für die Teilnahme

am „Saarspektakel“ 2006. Interessierte

können sich gerne bei

Jörg Thomas melden.

Das Saarbrücker „Saarspektakel“

ist das größte Fluss-Festival

Deutschlands. Die T-Shirts für das

erfolgreiche Outfit-Team der Musikhochschule

wurden freundlicherweise

von der IKK Südwest

Direkt gesponsert.

Dr. Liana Meisel-Gehl:

Neue Ehrensenatorin

der HFM

Der Senat der Hochschule für

Musik Saar hat Frau Dr. Liana

Meisel-Gehl zur Ehrensenatorin

der Hochschule ernannt. Frau

Dr. Meisel-Gehl wurde für ihre

großen Verdienste in der Unterstützung

des bedürftigen studentischen

Nachwuchses ausgezeichnet.

Dr. med. vet. Liana Meisel-Gehl

wurde 1954 in Stambach/Contwig

geboren. Die Tierärztin ist

seit 2004 Präsidentin des ZON-

TA-Clubs Saarbrücken. Liana Meisel-Gehl

ist verheiratet mit dem

PR-Manager Armin Gehl, der für

seine Verdienste um die Musikförderung

bereits zum Ehrenbürger

der HFM ernannt wurde.

Neben ihrem Beruf und ihrer Familie

haben die klassische Musik,

die bildende Kunst und das Lesen

im Leben von Liana Meisel-Gehl

große Bedeutung.

Sie sagt über ihre Motivation:

„Die Förderung junger hochbe-

Wintersemester 2005-2006

Hochschule für Musik Saar


Seite 32

Tutti

alla breve

gabter Menschen liegt mir besonders

am Herzen. Insbesondere

die, die keinerlei Unterstützung

von zu Hause erfahren. Ich fühle

mit jedem einzelnen Schicksal,

welches mir zur Förderung vorgeschlagen

wird, und begleite

die jungen Menschen bis zum erfolgreichen

Abschluss. Ich hoffe,

dass ich noch viele Jahre dieses

stille Mäzenatentum aufrecht

erhalten kann, natürlich auch mit

Hilfe meines Mannes und meiner

Freunde, die diese Arbeit gerne

unterstützen“.

Anzeige

„Ausdruck ist unsere

Kunst, und ein Musikwerk,

das mir keinen

wahrhaft poetischen

Gehalt mitzuteilen hat

– natürlich einen, der

sich eben nur in Tönen

wahrhaft darstellen,

in Worten allenfalls

andeuten, aber nur

andeuten lässt -, ist

für mich eben alles

andere als - Musik.“

Strauß, Richard

Impressum

alla breve – Magazin

der Hochschule für Musik Saar

Herausgeber

Der Rektor

der Hochschule für Musik Saar

Bismarckstraße 1,

66111 Saarbrücken

Tel.: 0681/96731-0

Fax: 0681/96731-30

Web: www.hfm.saarland.de

V.i.S.d.P.:

Prof. Thomas Duis, Rektor

Redaktion und Gestaltung

Thomas Wolter,

E-Mail: t.wolter@hfm.saarland.de

Auflage

2.000 Exemplare

alla breve erscheint zu Beginn eines jeden Semesters.

Druckvorstufe, -abwicklung:

M&G, Saarbrücken

Agentur für Medien und Kommunikation

www.musikundgraphik.de

Namentlich gekennzeichnete

Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung

der Redaktion wieder.

Hochschule für Musik Saar

Wintersemester 2005-2006

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