Sommersemester 2004 - Hochschule für Musik Saar - Saarland

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Sommersemester 2004 - Hochschule für Musik Saar - Saarland

Ouvertüre

1

Liebe Leserinnen, liebe Leser von alla breve!

Als vor acht Jahren die erste Ausgabe unserer Hochschulzeitschrift in die Öffentlichkeit gelangte,

konnte man nicht ahnen, welche Professionalität und welche Beständigkeit alla

breve erlangen würde. Ich besitze sie noch, die sehr schlichte

Ausgabe Nr. 1 vom Sommersemester 1996, vergleiche sie nicht

ohne Stolz mit der heutigen Aufmachung und freue mich über

die zwischenzeitlich erreichte Auflagenstärke.

Prof. Thomas Krämer

in der letzten Senatsitzung

unter seiner Leitung

Machen wir uns doch nichts vor: Öffentlichkeitsarbeit ist heute

breit gestreut, Kommunikationsformen haben sich stark geändert,

sind schneller, unvermittelter und dadurch auch leider unverbindlicher

geworden. Jüngere Menschen nutzen heute verstärkt

das Internet, schreiben sich Briefe mittels SMS übers

Handy.

Umso wichtiger ist aber, dass für eine breites Klientel, etwa die 635 Freunde und Förderer

unserer Hochschule, ein buntes und in der Aufmachung abwechslungsreiches Organ

wie alla breve auch weiterhin unverzichtbar bleibt. Viele Leser haben sich jedenfalls in diesem

Sinne der Hochschule gegenüber geäußert. Deshalb bleibt zu hoffen, dass alla breve

auch nach dem Wechsel in der Hochschulleitung die zentrale Plattform von Informationen

über und durch unsere Hochschule sein wird.

Ich selber habe jedenfalls allen Anlass, auf diesen Teil meiner Arbeit mit Genugtuung zurück

zu schauen. Deshalb und aus anderen Gründen fällt es mir auch leicht, mich an dieser

Stelle von Ihnen zu verabschieden. Ich tue dies aber nicht, ohne Ihnen auch weiterhin die

Treue zu unserer - „Ihrer” - Hochschule für Musik Saar ans Herz zu legen.

Die vorliegende alla breve mit all ihren Berichten und Informationen über die Arbeit dieser

für das Saarland so wichtigen Kultureinrichtung sollte zeigen, warum.

Prof. Thomas Krämer

Rektor der Hochschule für Musik Saar

und Herausgeber von alla breve (1. April 1996 bis 31. März 2004)

Aus dem Inhalt

Amtsübergabe - Interviews mit dem

alten und dem neuen Rektor............... 2

Neuer Aufbaustudiengang

“Jazz und Popularmusik”.................... 5

Neues vom Campus........................... 7

Veranstaltungen................................. 13

Immanuel Kant und

das Publikum von heute..................... 19

Welcome to Wolf’s Barbershop.......... 21

Eisprinzessin an der Orgel.................. 22

Die Kunst der Vermittlung -

das Vermitteln von Kunst.................... 24

alla breve

Sommersemester 2004


2

HFM im Gespräch

“Würde nicht

vieles anders

machen”

Nach achtjähriger Amtszeit

verabschiedete sich Prof. Thomas

Krämer zum 31. März 2004

als Rektor der Hochschule für

Musik Saar. Unter seiner

Leitung wurden wegweisende

strukturelle Entscheidungen

für die Hochschule getroffen

und wichtige Reformprozesse

eingeleitet. So öffnete sich die

HFM unter seiner Ägide offensiv

nach außen und vollzog

durch vielfältige Neuberufungen

einen geglückten Generationswechsel

im Lehrkörper.

Schlagzeilen machte allerdings

die von Krämer mitgetragene

Schließung der

Schauspielabteilung. Alla breve

sprach mit Thomas Krämer

über die Höhen und Tiefen seiner

Amtszeit.

alla breve: Herr Prof. Krämer,

was würden Sie als die größten

Erfolge Ihrer achtjährigen Amtszeit

bezeichnen?

Krämer: Der Begriff „Erfolg“ bedeutet

heutzutage, dass etwas

besonders Hervorstechendes

geschehen ist. Wenn man eine

Hochschule leitet, liegt der Erfolg

oft darin, dass man Dinge im bescheidenen

Rahmen im Hintergrund

und sehr diskret regelt.

Dazu zählt beispielsweise die Finanzkonsolidierung

unserer

Hochschule, ein sehr schmerzhafter

Prozess, aber auch die

Berufung ausgewiesener Künstlerpersönlichkeiten

nach Saarbrücken.

Wobei hier nicht nur der

Name Maxim Vengerov genannt

werden soll, sondern auch die

vielen anderen hinzugewonnenen

Persönlichkeiten, die an unserem

Haus hervorragende Arbeit

leisten. Vengerov war nur

das Sahnehäubchen der Berufungspolitik

der letzten Jahre,

andere neue Professorinnen und

Professoren sind für uns mindestens

ebenso wichtig, wenn nicht

sogar wichtiger.

Amtsübergabe: Prof. Thomas Duis, Prof. Thomas Krämer,

Kultusminister Jürgen Schreier und Prorektor Prof. Manfred Dings.

alla breve: Ein wichtiger Aspekt

Ihrer Amtszeit war auch die Öffnung

der Hochschule nach außen.

Krämer: Es gehörte von vornherein

zu meinem Konzept, ganz

klipp und klar zu sagen: Wir

brauchen uns mit den Erträgen

unserer Arbeit nicht zu verbergen.

Wir können etwas vorzeigen,

nicht nur im Saarland, sondern

auch über die Landesgrenzen

hinaus. Ich bin sehr stolz darauf,

dass uns diese Außendarstellung,

auch unter Einbeziehung

der Neuen Medien, weitestgehend

gelungen ist, nicht

zuletzt durch die Installation einer

der ersten Pressestellen an

einer deutschen Musikhochschule.

Ich denke, es war damals

allerhöchste Zeit, diesen Weg in

die Öffentlichkeit zu gehen, um

im Kreis von Musikfreunden,

Sponsoren und Politikern Sympathisanten

für unser Haus zu

gewinnen. Unsere Hochschule

würde heute mit Sicherheit anders

dastehen, wenn sie den

akademischen Elfenbeinturm

nicht verlassen hätte.

alla breve: Was würden Sie heute

anders machen?

Krämer: Nicht sehr viel. Man

macht natürlich Fehler im Laufe

einer Amtszeit. Eine Sache würde

ich heute sicherlich anders

machen: im Vorfeld sehr schwieriger

Entscheidungen noch viel

diskreter vorzugehen.

alla breve: Kritiker haben Ihnen

aber gerade diese „Diskretion“,

den Mangel an interner Kommunikation

vor wichtigen Entscheidungen,

vorgeworfen?

Krämer: Ein kleines offenes

Haus hat einen Nachteil. Wenn

man wegweisende Entscheidungen

vorbereitet, wird dies so

schnell transparent, dass sich

daraus leicht unsachliche und

der Sache nicht dienliche Gerüchte,

Halbwahrheiten und Unwahrheiten

entwickeln können.

Das genau ist das Problem.

alla breve: Die wohl schwierigste

Maßnahme innerhalb Ihrer

Amtszeit war die Schließung der

Schauspielabteilung. Würden

Sie den Vorgang aus heutiger

Sicht wieder genauso handhaben?

Krämer: Ich will zunächst festhalten,

dass dieser Beschluss

nicht alleine vom Rektor, sondern

vom Hochschul-Senat mit

einer breiten Mehrheit gefasst

wurde. Er entsprang der damaligen

Notwendigkeit. Dass dieser

Beschluss schwierig und der Öffentlichkeit

kaum zu vermitteln

sein würde, war allen Beteiligten

klar. Man muss aber in der heutigen

Zeit auch schwierige Entscheidungen

treffen können, die

derzeitige Bundesregierung

macht es uns ja deutlich vor. Eine

ähnliche Entscheidung würde

ich heute wieder mittragen und

ich würde auch wieder in Kauf

Sommersemester 2004

alla breve


HFM im Gespräch

nehmen, dass im Nachgang unredliche

Mittel angewendet werden,

um der Hochschule zu

schaden. Was waren denn bei

nüchterner Betrachtung die

Konsequenzen aus der Streichung

von sieben Schauspiel-Studienplätzen?

Damals

wurde der Untergang des

Abendlandes prophezeit. Ich

dagegen sehe unsere Hochschule

nach der Reform heute

um einiges besser positioniert.

alla breve: Einige bezweifeln,

dass von Seiten des Kultusministeriums

der Verzicht auf weitere

Mittelkürzungen als Konsequenz

aus der Schließung der

Schauspielabteilung tatsächlich

eingehalten wurde?

Krämer: Dem muss ich entschieden

widersprechen. Minister

Schreier hat damals alle seine

Zusagen eingehalten. Es

gab nach der Schließung keine

weiteren Kürzungen für unsere

Hochschule. Auch die vorgesehene

Beibehaltung einer Planstelle

aus dem Schauspiel-Bereich

und die leichte Anhebung

des Lehrauftrags-Budgets wurde

vom Ministerium exakt so

umgesetzt wie es vorher besprochen

war.

alla breve: Einige Musikhochschulen

sind dazu übergegangen,

vakante Rektoren-Posten

mit Personen aus dem

nicht-künstlerischen Bereich zu

besetzen. Was halten Sie von

diesem Trend?

Krämer: Drei deutsche Musikhochschulen

haben bereits Leiter,

die nicht genuin Musiker

sind. Ich persönlich halte von

dieser Entwicklung nicht viel,

will aber jetzt nicht den Kollegen,

die diese Ämter besetzen,

auf die Füße treten. Das ist eine

Strukturentscheidung der jeweiligen

Länder gewesen, es so zu

machen. Der Leiter einer so

kleinen Musikhochschule wie

der unseren muss dagegen aus

der Musik kommen, da hier tagtäglich

Entscheidungen zu treffen

sind, die man nur sinnvoll

bewältigen kann, wenn man absolut

in der Materie zu Hause ist.

alla breve: Wo liegen Ihrer Ansicht

nach die strategischen Perspektiven

unseres Hauses?

Krämer: Unsere Hochschule wird

auch in Zukunft nicht alles leisten

können, was für eine Musikhochschule

im 21. Jahrhundert wünschenswert

wäre. Das verbietet

der enge Finanzrahmen. Die

Hochschule muss lernen,

Schwerpunkte zu setzen. Sie wird

auch in Zukunft wahrscheinlich

bittere Entscheidungen treffen

müssen. Mit dem Ausbau des Bereiches

Jazz- und Popularmusik

wurde der richtige Weg hin zu einer

eher bedarfsorientierten Ausbildung

eingeschlagen. Auch ergänzende

Studiengänge wie Elementare

Musikpädagogik, Neue

Musik, Lied-Duo oder Kammermusik

zähle ich dazu.

alla breve: Welchen Rat würden

Sie Ihrem Nachfolger geben?

Krämer: So, wie ich Herrn Kollegen

Duis kenne, braucht er keine

Ratschläge. Ich schätze ihn sehr

als Kollegen, habe gerne mit ihm

musikalisch zusammengearbeitet

und werde das auch in Zukunft

tun. Ich stehe als sein Vorgänger

lediglich für Rückfragen zur Verfügung

und werde ansonsten in der

Selbstverwaltung der Hochschule

eine völlig passive Rolle einnehmen.

alla breve: Wie sieht Ihre Zukunft

aus?

Krämer: Ich freue mich sehr auf

die volle Wiederaufnahme meiner

Lehrtätigkeit. Das vor mir liegende

Frei-Semester werde ich dazu

nutzen, meine Veranstaltungen

neu zu strukturieren und mein

viertes großes Fachbuch zu

schreiben.

Und wer mich kennt, liegt mit der

Vermutung richtig, dass ich wieder

mehr Musik schreiben und

über Musik schreiben möchte –

und: verstärkt Musik machen werde.

“Müssen noch

praxisnäher

ausbilden”

3

Der neue Rektor, Thomas

Duis, ist seit 1998 Professor

für Klavier an unserer Hochschule.

Er verkörpert den Typus

des weltoffenen, unkonventionellen

Hochschul-Lehrers

in der Tradition der

Post-68er. Der 45-jährige wurde

in Frankfurt am Main geboren

und gilt als einer der renommiertesten

Pianisten seiner

Generation. Im Gespräch

mit alla breve erläutert Thomas

Duis, wie er die komplizierte

Klaviatur der Hochschulleitung

handhaben will.

alla breve: Herr Prof. Duis, was

hat Sie dazu bewogen, für das

Amt des Rektors zu kandidieren?

Duis: Ehrlich gesagt, gibt es dafür

keine besonderen Gründe.

Als Prof. Krämer vor gut einem

Jahr seinen Rückzug ankündigte,

setzte ich zunächst alles dran,

ihn von seiner Entscheidung abzubringen.

Leider hatte meine Initiative,

die von vielen im Haus

unterstützt wurde, keinen Erfolg.

Daraufhin traten eine ganze Reihe

von Kolleginnen und Kollegen

an mich heran und ermunterten

mich, selbst für das Amt des

Rektors zu kandidieren.

alla breve: Sie sind als Konzertpianist

gut im Geschäft, haben

eine qualitativ wie quantitativ

wohl bestückte Klavierklasse,

sind nebenbei noch Familienvater.

Wie wollen Sie das alles unter

einen Hut bringen?

Duis: Das ist in der Tat eine

schwierige Frage, die ich zum

heutigen Zeitpunkt noch nicht erschöpfend

beantworten kann.

Viele Dinge, die auf mich zukommen

werden, sind noch relativ

neu. Ich weiß nicht, wie sehr

mich das Amt des Rektors beanspruchen

wird. Da die Konzerttätigkeit

mit zunehmendem Alter

bekanntermaßen etwas nach-

alla breve

Sommersemester 2004


4

Thomas Duis: “Will, dass die

Hochschule von weiteren

Schließungen verschont bleibt.”

ässt und ich mein Lehrdeputat

reduzieren werde, denke ich

schon, dass mir genügend Zeit

zur Verfügung steht, das Amt des

Rektors erfolgreich auszuführen.

alla breve: Unter Prof. Krämer

wurden wichtige Weichen für die

Hochschule gestellt. Inwieweit

werden Sie die Linie Ihres Vorgängers

fortsetzen oder gegebenenfalls

korrigieren?

Duis: Was beispielsweise die

Berufungspolitik und die Öffentlichkeitsarbeit

meines Vorgängers

betrifft, da möchte ich auf jeden

Fall die Kontinuität wahren.

Ich habe allerdings auch meine

eigenen Ideen. Ich denke, wir

l

müssen in Zukunft noch flexibler

in der Ausbildung unserer Musiker

sein, wir müssen in einigen

Bereichen praxisorientierter ausbilden.

So sollten etwa im Bereich

der Orchestermusik Lehraufträge

für Instrumente geschaffen

werden, die vielleicht

noch exotisch anmuten, heute

aber von den Orchestern gefordert

werden. Ich kann mir auch

einen künstlerischen Grundstudiengang

Tasteninstrumente

vorstellen. Unsere Musiker müssen

darüber hinaus mehr in praktische

Projekte eingebunden

werden. Im Bereich der Elementaren

Musikpädagogik sollten an

Schulen und Kindergärten zusätzliche

Praktikums-Angebote

geschaffen werden.

alla breve: Wo sehen Sie die

größten Schwächen an unserer

Hochschule?

Duis: Die Raumnot ist sicherlich

eines der größten Probleme. Die

Hochschule wurde 1971 für zirka

150 Studierende konzipiert, heute

sind bei uns rund 350 immatrikuliert.

Doch ich bin von Haus

aus Optimist. Kultusminister

Schreier hat signalisiert, dass er

ebenfalls sehr daran interessiert

ist, unsere Raumnot zu lindern.

Die Bereitstellung der Mauritius-Kirche

für unsere Opernabteilung

darf schon als erstes positives

Zeichen gewertet werden.

HFM im Gespräch

alla breve: Welche Bedeutung

wird für Ihre Arbeit das Sponsoring

haben?

Duis: Da nicht zu erwarten ist,

dass die öffentliche Hand in naher

Zukunft mehr Geld für ihre Institutionen

zur Verfügung stellt,

wird dieser Bereich immer wichtiger.

Wir müssen uns bemühen,

möglichst viele Drittmittel einzuwerben,

um unseren Studierenden

eine optimale Ausbildung

garantieren zu können. Das bedeutet

jedoch nicht, dass wir den

Staat aus der Pflicht entlassen

wollen, uns die notwendige

Grundversorgung zur Verfügung

zu stellen. Ein weiteres Synergie-Potenzial

besteht auch in der

verstärkten Kooperation mit anderen

saarländischen Kultur-Institutionen.

Ich denke da zum

Beispiel an die Opern-Abteilung.

In diesem Sektor könnte zudem

eine weitere Stiftungsprofessur

geschaffen werden.

alla breve: Prof. Krämer hat im

Gespräch mit „alla breve“ angedeutet,

dass auch in Zukunft womöglich

„bittere Entscheidungen“

an der Hochschule zu treffen

sind. Sehen Sie das auch

so?

Duis: Ich hoffe, dass jeder Arbeitsplatz

an der Hochschule erhalten

werden kann. Wir haben

einige Bereiche in unserem

Haus, die momentan nicht so

funktionieren, wie man sich das

vorstellen möchte. Hier wären

Synergien durch erfolgreiche Kooperationen

mit verschiedenen

Institutionen wünschenswert.

Ganz wichtig ist für mich in diesem

Zusammenhang, dass alle

Angehörige unseres Hauses,

Lehrer wie Studenten, alles daran

setzen, unser Haus qualitativ

und quantitativ so darzustellen,

dass wir in “aller Ohren und aller

Munde” sind. Aber ich wiederhole:

Ich werde alles in meiner Kraft

Stehende daran setzen, dass wir

von weiteren Streichungen und

Schließungen verschont bleiben.

Die Gespräche führte

Thomas Wolter

Sommersemester 2004

alla breve


HFM-Studium

Der neue

Diplom-Ergänzungsstudiengang

“Jazz

und Popularmusik”

Ab dem Wintersemester 2004 -

2005 bietet unsere Hochschule

den neuen Diplom-Ergänzungsstudiengang

“Jazz und

Popularmusik” an.

Der Diplom-Ergänzungsstudiengang

“Jazz und Popularmusik”

hat eine Regelstudienzeit von

vier Semestern und wird mit dem

Titel “Diplom-Musiklehrer/in” abgeschlossen.

Die Studierenden erhalten in diesem

Studiengang die Möglichkeit,

ihre künstlerische und pädagogische

Ausbildung im Bereich

Jazz und Popularmusik

weiterzuführen.

In Zeiten extremer Reduzierung

der Arbeitsmöglichkeiten für ausschließlich

praktizierende Musiker/innen

und angesichts des allgemeinen

Bedarfs an qualifiziertem

Lehrpersonal im Bereich

Jazz und Popularmusik in Schulen

und im freiberuflichen Workshopbereich

werden künstlerische

und pädagogische Ansätze

in diesem Studiengang effektiv

miteinander vernetzt.

Auf diese Weise ergänzt der Studiengang

ein vorher abgeschlossenes

Studium um weitere Qualifikationen

im künstlerischen instrumentalen

Hauptfach und einen

zusätzlichen berufsqualifizierenden

Abschluss in den pädagogischen

Fächern.

Zulassungsbedingung zur Aufnahmeprüfung

ist der Nachweis

eines künstlerischen oder musikpädagogischen

Studiums oder

eine vergleichbare Qualifikation.

Die Schwerpunkte der Ausbildung

liegen bei der Ausbildung

zu einem/einer kompetenten improvisierenden

Solisten/Solistin

(also bei der Weiterentwicklung

des Spiel- und Improvisationsvermögens

auf dem Hauptfachinstrument)

genauso wie bei der

Optimierung der Fähigkeit zur

pädagogischen, didaktischen

und instrumentalmethodischen

Vermittlung der Hauptfachinhalte.

Auf beide Komponenten, sowohl

die künstlerische als auch die

pädagogische, wird hierbei gleichermaßen

Wert gelegt.

Zusätzlich möchte der Diplom-

Ergänzungsstudiengang “Jazz

und Popularmusik” folgende Fähigkeiten

fördern und optimieren:

• Leitung und Zusammenstellung

improvisierender Ensembles

und Ensembles mit Ausrichtung

auf popularmusikalische

Inhalte

• Ausarbeiten ensembletypischer

Arrangements, mit Blick

auf die Unterschiedlichkeit der

jeweils vorgefundenen Bands

und Ensembles

• Vermittlung von Kenntnissen

der üblichen musikelektronischen

Medien (wie z.B. Notator)

• Vermittlung jazz- und improvisationstypischer

Hörerfahrung

• Vernetzung von Inhalten in

den Bereichen Jazz-Theorie

und Jazz-Geschichte.

Die Dozenten im Diplom-Ergänzungsstudiengang

“Jazz und

Popularmusik” an der Hochschule

für Musik Saar sind:

Wollie Kaiser - Saxophon

Ralf Himmler - Trompete

Christof Thewes - Posaune

N.N. - Gitarre

N.N. - Kontrabass

N.N. - Schlagzeug

N.N. - Gesang

N.N. - Theorie

Prof. Georg Ruby -

Klavier, Leitung

In der nächsten “alla breve” werden

die neuen Lehrbeauftragten der

Jazz-Abteilung ausführlich vorgestellt.

Grafik: Olga Politova

Nähere Informationen:

Hochschule für Musik Saar

- Studierendensekretariat -

5

Bismarckstr. 1

D-66111 Saarbrücken

Tel.: 0681 - 96 731 26

Fax: 0681 - 96 731 30

E-Mail: i.kessler@hfm.saarland.de

http://www.hfm.saarland.de

alla breve

Sommersemester 2004


HFM-Campus

7

AUS DEN HFM-KLASSEN

Kompositions-Klasse

Prof. Theo Brandmüller

Beim Internationalen Komponisten-Wettbewerb

Luxemburg

2004 ist die Kompositions-Studentin

Lin Wang aus der Klasse

von Prof. Theo Brandmüller als

eine von fünf Finalisten ausgewählt

wurden. Die luxemburgische

Gesellschaft für zeitgenössische

Musik hatte zu dem Wettbewerb

134 Teilnehmer aus 37

Ländern eingeladen. Juroren

des Wettbewerbs waren: Violeta

Dinescu (Rumänien), Volker David

Kirchner (Deutschland),

Garth Knox (Großbritannien),

Roger Tessier (Frankreich) und

Marcel Wengler (Luxemburg).

Die fünf ausgewählten Kompositionen

werden am Samstag, den

8. Mai 2004 im Centre des Arts

Pluriels in Ettelbruck (Luxemburg)

aufgeführt. Es spielt die Luxembourg

Sinfonietta unter Marcel

Wengler.

Elementare Musikpädagogik

Klasse Prof. Dr.

Michael Dartsch

HFM-Kammerchor begeisterte in Griechenland

Drei begeistert aufgenommene Konzerte gab der Kammerchor der

Hochschule für Musik Saar in Griechenland. Im Norden des

Landes sang das 28köpfige Ensemble auf Einladung des Konservatoriums

von Larissa. Das Konzert war zugleich Bestandteil des

17. Chorfestivals von Larissa. Nach einem weiteren Konzertabend

in Tirnavos reiste der Chor nach Athen, um in Saal des dortigen

Goethe-Institutes zu singen. Der Kammerchor war der erste deutsche,

der dort vor einem sachkundigen, aufmerksamen und mit

Beifall nicht sparenden Publikum sang. Neben Meistern der Renaissance,

Romantik und den Liebeslieder-Walzern von Brahms,

waren es griechische Kompositionen, die auf besonderes Interesse

stießen. Die Leitung der Konzerte hatte sich Professor Andreas

Göpfert mit seinem Aufbaustudenten im Fach Chordirigieren, Dimitris

Ktistakis, der aus Larissa stammt, geteilt. Die Reise wurde

großzügig von der “Freunden und Förderern der Hochschule” und

dem Goethe-Insitut Inter Nationes unterstüzt. (Andreas Göpfert)

Alexander Mayer gewinnt 1. Preis beim Internationalen

Dirigierwettbewerb von Tokio

Alexander Mayer, Absolvent der

HFM-Dirigierklasse von Max

Pommer, hat Ende letzten Jahres

beim Internationalen Dirigierwettbewerb

in Tokio den ersten Preis

gewonnen. Eine herausragende

Leistung für den erst 30 Jahre alten

"Jungdirigenten", denn der Wettbewerb

in Tokio gilt neben den Wettbewerben

in Helsinki und Kopenhagen

als einer der bedeutendsten

der Welt und somit als Sprungbrett für eine Internationale Karriere.

Einladungen zu Konzerten mit renommierten Orchestern in Tokio

und Osaka im März dieses Jahres zeigen dies bereits.

Zu dem Wettbewerb hatten sich zunächst per Video über 100 Teilnehmer

aus 34 Ländern beworben. Davon wurden 15 Teilnehmer

zur Vorstellung nach Tokio eingeladen. Hier hatten sie in drei Wettbewerbsrunden

ein intensives Auswahlprogramm zu bewältigen.

Alexander Mayer profilierte sich hier mit Werken unter anderem

von Mozart, Dvorák, Beethoven und Weber.

Seit dem Sommersemester 2000 leitet Alexander Mayer Chor und

Orchester der Universität Trier. Er genoss eine umfassende musikalische

Ausbildung an unserer Hochschule. Dazu gehörten Kirchenmusik,

Dirigieren, Orgel, Klavier, Kammermusik und Chorleitung.

Mehrfach wurde er Bundespreisträger "Jugend musiziert"

und erhielt weitere Auszeichnungen, so unter anderem den Förderpreis

Musik Saar und den Förderpreis der Stadt Saarbrücken. Zu

seinen Karrierebausteinen als Orchesterdirigent gehört zudem die

Arbeit mit dem Projektorchester "Ricercare", das Dirigier-Aufbaustudium

bei Max Pommer und nicht zuletzt die Meisterkurse bei

Neeme Järvi und Jorma Panula. (red)

Birgit Ibelshäuser, Absolventin

des Zusatzstudienganges Elementare

Musikpädagogik und

seit geraumer Zeit Fachleiterin

an der Musikschule der Landeshauptstadt

Saarbrücken, hat

zum Sommersemester 2004 einen

Lehrauftrag für Lehrversuche

und „Praktische Übung“ (Improvisation

und Perkussion) im

Bereich Elementare Musikpädagogik

an der Staatlichen Hochschule

für Musik und Darstellende

Kunst Mannheim erhalten.

Sie setzte sich in einem entsprechenden

Auswahlverfahren gegen

mehrere Mitbewerberinnen

durch und ist nun die erste Absolventin

der Klasse von Michael

Dartsch, die selber in der Hochschullehre

tätig sein wird.

Violinklasse

Prof. Ulrike Dierick

Der in Valencia gebürtige Violin-Student

Gerardo Ubaghs,21

Jahre alt, hat den ersten Preis im

nationalen spanischen Wettbewerb

“Ciutat de Xàtiva“ in der

Sparte “Streichinstrumente” gewonnen.

Ubaghs gewann schon

1999 und 2000 in den Altersgruppen

„C“ (bis 16 Jahre) und

„B“ (von 17 bis 21 Jahre) den1.

Preis in diesem Wettbewerb.

alla breve

Sommersemester 2004


8

HFM-Campus

Christine Eisenbrand wurde ab

der neuen Spielzeit als 1. Konzertmeisterin

an das Sinfonie-Orchester

Bochum engagiert.

Nathalie Weimer gewann das

Probespiel für eine 2. Violinstelle

am SWF-Rundfunkorchester

Kaiserslautern.

Klavierklasse

Prof. Thomas Duis

Angel Jabega hat beim 8. Concurso

Nacional de Jóvenes Intérpretes

“Ciutat de Xàtiva” in Spanien

den 1. Preis in der Klavierwertung

errungen.

Hornklasse

Prof. Xiao-Ming Han

Huai-Wen Chang ist als Solo-Hornistin

in die Junge Deutsche

Philharmonie aufgenommen

worden.

Reinert Mallmann

feiert 40jähriges

Dienstjubiläum

Regierungsamtsinspektor Reinert

Mallmann (r.) feierte im

Januar 2004 sein 40jähriges

Dienstjubiläum im Dienste der

saarländischen Landesregierung.

Rektor Thomas Krämer

überreichte im Namen des Kultusministers

die Glückwünsche

und die Auszeichnung für den

Jubilaren. Reinert Mallmann,

geboren 1947, gehört der Hochschule

seit 1988 an und betreut

hier hauptsächlich das Prüfungsamt.

Der freundliche und

hilfsbereite Beamte erfreut sich

in der Studentenschaft über

große Beliebtheit. (red)

KINDERKONZERT: Manou Walesch beim Kauf und Michael

Dartsch beim Verkauf einer “Ballermann-Reise”. Die jüngste Kinderkonzert-Produktion

der Klasse „Elementare Musikpädagogik“

von Prof. Dr. Dartsch hatte am 5. Februar 2004 vor mehreren

Schulklassen der Saarbrücker Grundschule “Hohe Wacht” Premiere

und führte das junge Publikum nach Spanien - schließlich sogar

an den Hof Philipps IV. im 17. Jahrhundert. Bilder und Motive von

dessen Hofmaler Velázquez zierten denn auch die Bühne im Saarland

Museum. (md)

Kontrabass-Klasse

Prof. Wolfgang Harrer

Christian Todorov gewann ein

Probespiel beim Gustav-Mahler-Orchester

und wird mit diesem

die 9. Symphonie von G.

Mahler unter Claudio Abbado

spielen.

Schlagzeugklasse

Prof. Thomas Keemss

Sebastian Schmid war beim

Probespiel für eine Praktikantenstelle

beim SWR-Rundfunkorchester

Kaiserslautern erfolgreich

und erhielt einen einjährigen

Vertrag.

Trompeten-Klasse

Prof. Peter Leiner

Alexander Freund hat am bedeutendsten

Institut für die Profimusiker-Ausbildung

in Mexico,

am Instituto superior de Musica

del estado Veracruz in Xalapa,

eine Vollzeitprofessur für Trompete,

Orchesterstudien und

Kammermusik erhalten - zusätzlich

zu seiner Solotrompeterstelle

im dort ansässigen Sinfonieorchester.

Stephan Stadtfeld, 19 Jahre,

wurde nach bestandenem Probespiel

von der Jungen Deutschen

Philharmonie eingeladen,

bei der internationalen März-

Tournee (Hauptwerk: Mahler VII.

Sinfonie, Dirigent: Adam Fischer)

mitzuwirken. Aufführungsorte

sind u.a. die Berliner

Philharmonie und weitere attraktive

Konzertsäle.

Klavierkammermusik-

Klasse

Prof. Tatevik Mokatsian

Beim Konzert des Forums deutscher

Musikhochschulen im

März dieses Jahres in Gladbeck

hinterließ ein von Prof. Mokatsian

betreutes Klavierquartett der

Hochschule einen sehr guten

Eindruck. Konstanze Felber

(Vl), Lilli Maijala (Va), Anja Sophia

Rapp (Vc) und Natalia Malkowa

(Pn) begeisterten mit ihrem

Auftritt das Saalpublikum

und die lokale Presse.

Viola-Klasse

Prof. Diemut Poppen

Sommersemester 2004

Vèronique Bastian gewann den

2. Preis beim Walter-Gieseking-Wettbewerb,

ein erster wurde

nicht vergeben.Mit Erfolg aballa

breve


HFM-Campus

Junge Streicherakademie brilliert in Berlin

Ein besonderes Konzertereignis mit Kräften unserer Hochschule

fand im März 2004 in der Berliner Sophienkirche statt. Vor ca. 900

geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur musizierte das

Kammerorchester „Junge Streicherakademie Saarbrücken“ unter

der Leitung von Thomas Krämer ein ebenso populäres wie anspruchsvolles

Programm mit Solokonzerten aus Barock und Klassik.

Die “Junge Streicherakademie

Saarbrücken” mit dem Dirigenten

Thomas Krämer am Cembalo

solvierte sie das Probespiel für

das Gustav-Mahler-Jugendorchester,

bei dem sie 2004 mitspielt.

Lilli Maijala gewann den 1.

Preis beim Viola-Wettbewerb

des Klassik-Festival Ruhr in der

Finalrunde mit der Neuen Philharmonie

Westfalen sowie den

Medienpreis, und den Kammermusikpreis.

In Folge hat sie eine

Serie von Konzerten in Deutschland

und Slowenien. Beim Walter-Gieseking-Wettbewerb

erhielt

sie einen Sonderpreis. Lilli

war Preisträger des Salzburger

Mozarteums und trat in einem

Konzert innerhalb der Salzburger

Festspiele auf. In Finnland

Im ersten Teil des

Abends wurden Vivaldis

„Die Jahrezeiten“ aufgeführt.

Vier Solisten unserer

Hochschule wechselten

sich dabei an der

Solovioline ab: Gesine

Kolb, Nicolai von Dellinghausen,

Lea Kottner

und Ekaterina Romantchouk.

Alle vier

waren oder sind Studierende

der Violinklasse

von Prof. Joshua Epstein,

der den zweiten Teil

des Konzertes mit Mozarts

Violinkonzert A-dur einleitete und den Solopart mit einer beeindruckenden

Mischung an technischer Souveränität und abgeklärtem

Glanz versah. Den Schluss des Konzertes bildete sodann

Mozarts Klavierkonzert Es-dur „Jeunehomme“. Hierin glänzte Thomas

Duis mit einer von allen Seiten bewunderten Perfektion und einem

höchstmusikantischem Zusammenspiel mit dem Orchester.

Finanziert wurde das Konzert durch die Union-Stiftung im Saarland.

Gastgeber in Berlin war die Saarländische Landesvertretung, deren

Chefin, Staatssekretärin Monika Beck, diesen viel umjubelten Konzertauftritt

als eindrucksvolles Beweis des hohen Ausbildungsstandards

der HFM bezeichnete. Die Hochschule habe mit diesem Konzert

viel für das Kulturimage des Saarlandes in Berlin geleistet.

wurde Lilli mit einem Stipendium

der Finnischen Kulturstiftung zur

Anschaffung einer Bratsche ausgezeichnet.

Sie nahm mit renommierten

Musikern an Kammermusikfestivals

in Finnland teil.

Beim SR absolvierte sie ein

Praktikum.

Sanna Ripatti bestand ihr Probejahr

in Kopenhagen bei der

einzigen vom dänischen Staat

vergebenen Kammermusikstelle

für Bratsche. Sie konzertiert nun

regelmäßig mit ihrem Quintett in

Skandinavien.

Judith Kraft absolviert nach erfolgreichem

Probespiel ein Praktikum

beim SR.

Sebastian Bürger gewann das

Probespiel für die Vorstellerstelle

Bratsche bei den Bamberger

Symphonikern sowie für die Solostelle

im Sinfonieorchester Essen,

die er bereits angetreten

hat. Sebastian Bürger konzertiert

regelmäßig mit seinem Streichquartett,

dem Signum-Quartett.

Michael Winkler gewann das

Probespiel im Deutschen Sinfonieorchester

Berlin.

Jens Brockmann hat sein Probejahr

im Sinfonieorchester

Wuppertal bestanden. Er konzertiert

regelmäßig mit seinem

Streichquartett, dem Praunheimer

Streichquartett.

Posaunenklasse

Prof. Henning Wiegräbe

9

Joseph Bastian, Gewinner des

Walter-Gieseking-Wettbewerbs

2003 und seit Beginn der Spielzeit

2003/04 Bassposaunist im

Orchester des Nationaltheaters

Mannheim, wird nach gewonnenem

Probespiel ab der Spielzeit

2004/05 als Bassposaunist in

das Sinfonieorchester des Bayerischen

Rundfunk wechseln.

Yang Liu (zur Zeit Praktikant im

RSO Saarbrücken) und Qing

Wen Hu waren bei dem Probespiel

für die Junge Deutsche

Philharmonie erfolgreich. Qing

Wen Hu hat schon seine Probearbeitsphase

erfolgreich hinter

sich gebracht und ist nun zusammen

mit Christian Balser Mitglied

des Orchesters.

Christian Balser gewann das

Probespiel für eine Praktikantenstelle

am Staatstheater Karlsruhe,

wo er bis zum Jahresende

2004 spielte.

Alexander Heinz wurde wiederholt

zu CD-Produktionen und

Konzertreisen mit den Jungen

Deutschen Blechbläsersolisten

eingeladen, denen auch Christian

Balser und Thomas Leyendecker

angehören.

alla breve

Sommersemester 2004


10

HFM-Campus

Namen & Nachrichten

Ehrung für

Martha-Meise-

Stiftung der HFM

Als Vertreter der Hochschule

nahm Verwaltungsleiter Alfons

Simon am Stifterverbandstag

2003 der Deutschen Wissenschaft

in Berlin teil. Im Beisein

von Dr. Arend Oetker, dem Präsidenten

des Deutschen Stifterverbandes,

ehrte Bundespräsident

Johannes Rau alle in

Deutschland neue eingerichteten

Stiftungen.

Alfons Simon nahm die Ehrung

für die Einrichtung der hochschuleigenen

Martha-Meise-

Stiftung entgegen. Benannt

nach einer großzügigen Mäzenin

dient diese Stiftung dem

Zweck der Förderung der

künstlerischen Ausbildung in

Form von Meisterkursen und

Workshops. Durch ihre Mittel

werden beispielsweise Beihilfen

zur Teilnahme an Wettbewerben

bereitgestellt sowie

Musikliteratur und Instrumente

angeschafft. (red)

Das Foto zeigt v. l. n. r: HFM-Verwaltungsleiter

Alfons Simon,

Stiftungspräsident Dr. Arend

Oetker und Bundespräsident Johannes

Rau.

Neues Opernstudio “Mauritius”: Auf Initiative des saarländischen

Kultusministers wurde die ehemalige katholische Kirche St. Mauritius

in Alt-Saarbrücken als Ersatz für die Schlosskirche unserer Hochschule

zur Nutzung übertragen. Nach dreimonatiger Umbau-Phase ist der Innenraum

des früheren Gotteshauses kaum mehr wiederzuerkennen: Wo früher

Altar und Kanzel standen, erstreckt sich nun eine 200 qm große Podiumsbühne

mit Aufbauten für Licht- und Tonanlage. Großzügige Zuschauer-Tribünen

ergänzen den Umbau. Die neue Spielstätte der Hochschule

wird am 8. Mai 2004 mit Händels “Alcina”, der nächsten Produktion der

HFM-Opernklasse eingeweiht, werden. (red)

Im Januar 2004 wurde das Werk

von Theo Brandmüller „Danses

Concertantes mit Choral“ in der

Philharmonie in Berlin aufgeführt.

Das Werk des HFM-Professors

für Komposition wurde

für das World-Brass-Ensemble

geschaffen. Dieses Ensemble

besteht aus den besten Blechbläsern

des Weltjugend-Orchesters

(Jeunesses Musicales).

Brandmüllers “Danses Concertantes”

wird in Kürze auf der

CD-Dokumentation “Musik in

Deutschland 1950 - 2000” in einer

Aufnahme des Deutschland

Radios Berlin erscheinen. Herausgeber

ist der Deutsche Musikrat.

Zur Internationalen Sommerakademie

für Organisten im niederländischen

Haarlem (21. Juli -

HFM-Professor Maxim Vengerov konnte

in den vergangenen Monaten große

Erfolge feiern. Bei den diesjährigen

Grammy-Awards in Los Angeles ist er

als bester Instrumentalsolist in einer Orchesterproduktion

ausgezeichnet worden.

Vengerov erhielt den Grammy für

die Einspielung des Violinkonzertes von

Benjamin Britten und des Violakonzertes

von William Walton mit dem London

Symphony Orchestra unter Mstislaw Rostropowitsch.

Im Oktober 2003 erhielt

der Stargeiger den “Echo Klassik” der

deutschen Phono-Akademie. Vengerov

befand sich dabei ebenfalls in prominenter Gesellschaft: ausgezeichnet

wurden u.a. auch Giora Feidman, Sir Simon Rattle, Nikolaus

Harnoncourt und Anneliese Rothenberger.

Auf Initiative des Saarbrücker Galeristen Werner Redzimski (Galerie

48) wurde Maxim Vengerov im letzten Jahr von dem saarländischen

Maler dietermüller porträtiert (siehe Foto und Titelseite). Das

symbolkräftige surrealistische Gemälde soll anlässlich eines Konzertes

in Köln im November 2004 zu Gunsten von UNICEF versteigert

werden. (red)

Sommersemester 2004

alla breve


HFM-Campus

11

01. August 2004) ist Theo Brandmüller

erneut als Dozent für Orgelimprovisation

geladen worden.

Bei dem europaweit bedeutendsten

Kurs seiner Art ist

Brandmüller neben Ludger Lohmann

als einziger deutscher Orgel-Lehrer

vertreten.

Peter Hecker, HFM-Lehrbeauftragter

für Musiktheorie, hat am

Institut für Musik und Musikwissenschaft

der Universität Koblenz

eine Stelle als wissenschaftlicher

Mitarbeiter erhalten.

Stephan Weidauer war Gastdozent

beim Luxemburger Fagott-Tag

2003. Auf Einladung

des Konservatoriums der Stadt

Luxemburg unterrichtete er im

Oktober 2003 die Studierenden

der dortigen Fagottklasse.

Ein weiteres Arrangement für

symphonisches Blasorchester

von Stephan Weidauer ist 2003

beim österreichischen SEEBER

FILM VERLAG herausgekommen.

Es handelt sich um die

Komposition „Böhmische Elegie

– zum Andenken an Antonin

Dvorák“ des in Heidenheim an

der Brenz wirkenden Komponisten

und Schulmusikers Veit Gruner.

Erneut hat der HFM-Absolvent

Christian Schmitt eine hohe

Auszeichnung erhalten. Die CD

„Touching Colours“, welche

Schmitt als Solist mit dem

SR-Rundfunksinfonieorchester

unter der Leitung von Johannes

Wildner einspielte, wurde von

der HiFi-Zeitschrift „AUDIO“ zur

Klassik-CD des Monats November

2003 ausgewählt. Sowohl in

der Kategorie „Interpretation“ als

auch in der Rubrik „Klang“ vergab

die Zeitschrift die Höchstwertung.

Die CD mit Werken von

Barber, Zabel und Saint-Saëns

ist im Detmolder Label „audite“

erschienen.

Prof. Diemut Poppen, Viola, erhielt

einen Ruf als Nachfolgerin

von Prof. Nobuko Imai an die

Musikhochschule Detmold, dem

sie im Sommersemester folgen

wird.

Bachs “Weihnachtsoratorium” in Seoul

Kooperation mit Chung-Ang-Universität wächst

Anfang Dezember 2003 war eine dreiköpfige Delegation des Musik-Colleges

der Chung-Ang-Universität von Seoul zu Gast an unserer

Hochschule. Der Prinzipal des Colleges, Prof. Duk-Sung Na

(Cello), und die Professoren In-Sun Choo (Komposition) sowie

Il-Gyu Ham (Oboe) gaben an der Saar-Musikhochschule Instrumenten-Kurse.

Die Gäste wurden von den HFM-Professoren Armin

Aussem, Gustav Rivinius und Theo Brandmüller betreut. Verknüpft

mit dem Aufenthalt war auch ein Tages-Ausflug in das nördliche

Saarland und nach Luxemburg. Besonders beeindruckt zeigten

sich die Gäste aus Seoul vom Blick auf die Saarschleife bei Mettlach.

Im Februar 2004 statteten

Oboe-Professor Armin

Aussem und Verwaltungsleiter

Alfons Simon dem

koreanischen Musik-College

einen Gegenbesuch

ab. Prof. Aussem hielt zusammen

mit seinem Kollegen

Il-Gyu Ham in Seoul

einen Ferienkurs ab, an

dem 22 Oboe-Studierende

teilnahmen. Alfons Simon

Die koreanische Delegation zu Besuch

in Saarbrücken:

traf bereits organisatorische

Vorbereitungen für die Produktion

von Bachs “Weih-

(v.l.n.r.) Alfons Simon, Prof. Thomas

Krämer, Prof. Armin Aussem, Prof.

nachtsoratorium”. Dieses

Duk-Sung Na, Prof. In-Sun Choo, Prof.

wird - ein absolutes Novum -

Theo Brandmüller und Prof. Il-Gyu Ham.

im kommendenDezember

unter der Leitung von Thomas Krämer mit koreanischen Studierenden

in deutscher Sprache aufgeführt werden. Auf Vermittlung des

HFM-Professors Xiao-Ming Han wird das Meisterwerk der christlichen

Oratorien-Literatur nach der Premiere in Seoul auch im chinesischen

Peking (!) gastieren. (red)

Alfons Simon (rechts) und Prof. Armin Aussem (3. von links)

mit Studierenden in Seoul.

Eine CD-Aufnahme, die

HFM-Emeritus Max Pommer

1987 noch zu DDR-Zeiten bei

der „VEB Deutsche Schallplatte“

produzierte, ist nun bei „Capriccio“

neu erschienen. Es handelt

sich dabei um die Aufnahme der

Concerti Grossi von G. F. Händel,

die unter Pommers Leitung vom

Neuen Bachischen Collegium

Musicum Leipzig eingespielt

wurde. In einer Rezension vom

Oktober vergangenen Jahres

äußerte sich die FAZ voll des Lobes

über den Relaunch, insbesondere

über die „sprachmächtige

Schärfe, die heutig anmuten-

alla breve

Sommersemester 2004


12

de, flüssige Geschmeidigkeit

und den schwerelos leichten

Klang“ dieser Aufnahme. Ebenfalls

bei Capriccio hat Max Pommer

als Dirigent des Rundfunk-Sinfonie-Orchesters

und

des Rundfunkchors Leipzig eine

CD mit Werken von Claude Debussy

eingespielt.

Mit der Südwestdeutschen Philharmonie

(Carlo Guaitoli, Klavier)

gastierte Max Pommer im

letzten Oktober in Mailand. Dem

viel umjubelten Konzert folgten

weitere Einladungen nach Italien.

Pommers ehemaliger Dirigierstudent

Christopher Franklin

hat ebenfalls seine Fühler

nach Italien ausgestreckt. Er ist

seit einiger Zeit bei der großen

Mailänder Agentur RESIA unter

Vertrag.

ALCINA - Oper von G. F. Händel

Die neue Produktion der HFM-Opernklasse

Probenfoto “Alcina” mit Studierenden

der HFM-Opernklasse.

HFM-Campus

Ludovico Ariosto

(1474-1533) war

unbestritten der

größte Dichter der

Renaissance und

seine Dichtung Orlando

furioso in 46

Liedern war das

meist gefeierte literarische

Werk dieser

Epoche.

In einer Zeit, als das

Buch noch eine völlige

Neuheit und äußerst

teuer war, und

nur ein geringer Teil der europäischen Bevölkerung lesen und

schreiben konnte, war Orlando furioso die erste publizistische Sensation.

Man schätzt, dass zwischen 1540 und 1580 mindestens 113 Ausgaben

des Werkes erschienen sind. Es inspirierte unzählige Nachahmer

und bewirkte, dass unter anderem Ovids Metamorphosen

in einer italienischen Übersetzung und in Form und Versmaß von

Ariostos Meisterwerk herausgebracht wurden. Für viele Zeitgenossen

von Ariosto übertraf Orlando furioso die großen Werke der Antike;

Voltaire nannte Jahrhunderte später die Dichtung in einem

Atemzug mit der Iliade, der Odyssee und Don Quixote.

Prof. Ulrike Dierick (Foto) wurde

zum Internationalen Musikfestival

Yang Dung-Mountains

(China) eingeladen. Eingebettet

in das Festival ist ein internationaler

Wettbewerb für Violine, in

dessen Jury Ulrike Dierick vertreten

ist.

Des weiteren erhielt Prof. Dierick

für August 2004 eine Einladung

als Gast-Professorin zur Internationalen

Sommerakademie des

Musik-Konservatoriums von

Schanghai.

Im Rahmen der partnerschaftlichen

Zusammenarbeit - auch im

Hinblick auf den EU-Beitritt Zyperns

- wurden die HFM-Kollegen/innen

Prof. Anne Borg,

Ivette Schneider und Fedele

Antonicelli zu Jury-Mitgliedern

des Steinway-Wettbewerbes in

Nicosia berufen. Der Wettbewerb

findet im Mai 2004 statt.

Beim Entwurf zu Alcina haben Händel und sein unbekannter Librettist

viele der Neuheiten aber auch die verworrenen Handlungsstränge

von Orlando furioso aufgegriffen. Mit ihren verkleideten

Charakteren und entmannten Hauptdarstellern (Kastraten) haben

die Opern von Händel die konventionellen Absichten der Geschlechter

auf den Kopf gestellt, ganz so wie es Ariosto mit den mythischen

Vorfahren der Este-Dynastie, Bradamante und Ruggiero

(zwei Protagonisten in Alcina) dargestellt hat.

In Alcina wie auch in Orlando furioso führt die männliche Kostümierung

Bradamantes zu einigen pikanten Komplikationen. Alcina selber

ist wahrscheinlich Händels vielschichtigste Heroine - sogar

noch farbiger als ihr Vorbild in Orlando furioso. In typisch Arioster

Manier wird sie Opfer ihrer eigenen Illusion. Gefangen in ihrer Liebe

zu Ruggiero durchlebt sie alle emotionalen Stadien der Lust, der

Verzweiflung, Trauer, Wut und Rache.

Händel komponierte Alcina in einer Zeit größter finanzieller Schwierigkeiten.

Die misslichen Zustände sollten aber keinen Einfluss auf

die schöpferische Kraft des Komponisten ausüben. Am 16. April

1735 hatte mit Alcina eine von Händels bis heute erfolgreichsten

Opern am London Covent Garden-Theater Premiere. Mit dem Werk

gelang dem Komponisten noch einmal der Beweis für die Berechtigung

der Opera seria in einer Zeit, als das Interesse des Publikums

bereits seit längerem für diese aus Italien eingeführte Gattung

nachgelassen und sich dem englischen Oratorium zuwandte.

Thomas Max Meyer

Sommersemester 2004

alla breve


Veranstaltungen

13

Mi, 14.04.2004, 19.00 h

KONZERT Jean Micault, Klavier

Werke von Bach, Beethoven,

Journeau und Chopin

MI, 21.04.2004, 19.00 h

„Die Geschichte vom Soldaten“

Ltg.: Peter Leiner

1. FuF

DO, 22.04.2004, 19.00 h

SONDERPODIUM

FR, 23.04.2004, 19.00 h (GV)

BENEFIZKONZERT

des Lions-Club Saarbrücken

The Gilvan Singers

“Evergreens aus Film- und

Bühnenerfolgen”

MI, 28.04.2004, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

Böhmischer Barock - Wiener Klassik

- Dänische Romantik

Werke von Zelenka, Beethoven,

Mozart und Gade

DO, 29.04.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Violin-Klasse Prof. Epstein

FR, 30.04.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Posaunen-Klasse

Prof. Wiegräbe

MI, 05.05.2004, 19.00 h

Michael Christensen, Klavier

Leonid Smorgouner, Violine

spielen Werke von Brahms,

Prokofieff, Debussy u.a.

2. FUF

DO, 06.05.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Gesangs-Klasse

Prof. Windmüller

Olivier Messiaen

FR, 07.05.2004, 19.00 h (GV)

Saarbrücker Kammermusiktage

DAGMAR PECKOVA,

Mezzosopran

IRWIN GAGE, Klavier

Hommage à Dvorák I

SA, 08.05.2004, 11.00 h

SHOPPING UND MUSIK

SA, 08.05.2004, 19.30 h

Mauritius-Studio

OPERN–Premiere

“Alcina” von G.F. Händel

weitere Aufführungen: 11.05,

14.05. Und 16.05.2004,

jeweils 19.30 h

HFM-Opernklasse

Ltg: Thomas Max Meyer,

Gerhard Schneider

Ausstattung: Renée Günther

(siehe Beschreibung linke Seite)

SO, 09.05.2004, 10.30 h (GV)

Abschlusskonzert

„Jugend musiziert“

MI, 12.05.2004, 19.00 h

KONZERT

Vilem Pavlicek, Violine

“L´histoire du soldat” - “Die Geschichte vom Soldaten”

Text: Charles Ferdinand Ramuz, Musik: Igor Strawinsky

Dieses 1918 uraufgeführte, wichtigste Werk Strawinskys seiner Schweizer

Exiljahre ist wegweisend für die Musik des 20. Jahrhunderts. Ein anrührendes

Märchen wird erzählt und von Strawinsky “gut anhörbar” musikalisch illustriert.

Die sparsame Besetzung - Violine, Kontrabass, Klarinette, Fagott,

Trompete, Posaune, Schlagwerk - erfordert von den Mitspielern höchste

kammermusikalische Tugenden. Bevor das Werk nichtszenisch erzählt

(Heinrich Lukas Woll, Erzähler, Raimund Gilvan, Teufel, Claus Wilcke, Soldat)

und gespielt (Studierende der Hochschule) wird, gibt Peter Leiner, der

die Einstudierung geleitet hat, einige Hinweise auf die Verbindung zwischen

Handlung und Musik in Form eines “Gesprächskonzerts mit Musikbeispielen”.

(Peter Leiner)

DO, 13.05.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Lied- Klasse Prof. Gage

MO, 17.05.2004, 19.00 h

DUO-ABEND

Carol Rodland, Viola (USA)

Tatevik Mokatsian, Klavier

Werke von P. Hindemith, R. Clarke,

K. Bunch u. C. Porter

MI, 19.05.2004, 19.00 h

PROLOG des SR-Festivals

“Mouvement - Musik im

21. Jahrhundert”

Ensemblewerke des “composer in

residence” Vinko Globokar, von

dessen wichtigsten Lehrern und

Weggefährten sowie Werke von

HFM-Kompositionsstudenten

(Uraufführungen)

DO, 20.05.2004, 17.00 h

Stiftskirche St. Arnual

Jörg Abbing, Orgel

Olivier Messiaen:

„Livre du Saint Sacrement“

DO, 20.05.2004, 20.00 h

Funkhaus Halberg,

Großer Sendesaal

Abschlusskonzert der

SAARBRÜCKER

KOMPONISTENWERKSTATT

RSO Saarbrücken

Dirigent: Manfred Schreier

Werke von Johannes Borowoski,

Gordon Kampe, Robert Krampe,

Sascha Lemke und Adrian Pavlov

(Uraufführungen)

HFM in Kooperation mit dem

Saarländischen Rundfunk

MI, 26.05.2004, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

Fandango-Finale

Brahms: Horntrio, Boccherini:

Gitarrenquintett, u.a.

DO, 27.05.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Klavier-Klasse Prof. Duis

FR, 28.05.2004, 19.00 h

SONDERPODIUM

MI, 02.06.2004, 19.00 h

PULSE PERCUSSION PROJECT

“tense-relax” oder “SchlagzeugMusik

am Puls der Zeit”

Th. Keemss, L. Lauer, B. Jakobs

3. FUF

alla breve

Sommersemester 2004


14

Veranstaltungen

3. Orgelwettbewerb

der Horst-Dieter Veeck

Stiftung

Zum dritten Mal veranstaltet die

Horst-Dieter Veeck Stiftung am

3. und 4. Mai 2004 in Zusammenarbeit

mit unserer Hochschule

einen Orgelwettbewerb.

Mit Orgel-Fachleuten aus ganz

Deutschland ist die Jury wieder

einmal hochkarätig besetzt. Als

1. Preis wurde vom Stiftungsvorstand

ein Preisgeld in Höhe

von 2.000,- EUR ausgelobt.

Das Preisträgerkonzert findet

am Sonntag, den 6. Juni 2004,

11.30 Uhr, in der Stiftskirche St.

Arnual statt.

DO, 03.06.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Violin-Klasse Prof. Epstein

FR, 04.06.2004, 19.00 h (GV)

Saarländische Kammermusiktage

DÉSIRÉ TRIO

Andreas Timm, Violine

Thomas Timm, Violoncello

Sofja Gülbadamova, Klavier

„Hommage à Dvorák II“

SA, 05.06.2004, 11.00 h

SHOPPING UND MUSIK

SA, 05.06.2004, 17.30 h

SR-KONZERT

Musik an der Saar

Studierende der HFM

stellen sich vor

Kammerensembles und Pianisten

(Direktübertragung auf SR2 Kultur-

Radio)

SO,06.06.2004,11.30 Uhr

Stiftskirche St. Arnual

Preisträgerkonzert des Horst-

Dieter Veeck Wettbewerbs

SO, 06.06.2004, 17.00 h (GV)

KONZERT

des Richard Wagner-Verbandes

MI, 09.06.2004, 19.00 h

KONZERT

Matthias Wierig

(mit Studierenden seiner

Liedklasse)

FR, 11.06.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Trompeten-Klasse

Prof. Leiner

DO, 17.06.2004, 19.00 h

SONDERPODIUM

MI, 23.06.2004, 19.00 h

Konzert: Nonos Umfeld

Werke von Luigi Nono, Bruno

Maderna, Giovanni Gabrieli,

Helmut Lachenmann u.a.

Ensembles der HFM

Leitung: Eduard Brunner

4. FUF

DO, 24.06.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Klavier-Klasse Prof. Merscher

FR, 25.06.2004, 19.00 h

KLAVIER-RECITAL

Christoph Keller

Werke von Eisler und Wolpe

SO, 27.06.2004, 11.00 h

STUDENTENKONZERT

der Klavierkammermusik-Klasse

Prof. Mokatsian

SO, 27. 06. 2004, 19.00 h

KONZERT

mit Werken von Hanns Eisler

u.a. “14 Arten den Regen zu

beschreiben” als Film-Musik

Ensemble der HFM

MI, 30.06.2004, 20.00 h (GV)

SR-ENSEMBLEKONZERT

Zum Ausklang Dvorák

Martinu: Quatuor, Dvorák:

2. Klavierquartett, u.a.

DO, 01.07.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Klavier-Klasse Prof. Duis

SA, 03.07.2004, 11.00 h

SHOPPING UND MUSIK

SA, 03.07.2004, 17.30 h

Musik an der Saar

Studierende der HFM

stellen sich vor

Jazz-Klasse Prof. Ruby

Jazz-Chor W. Jensen

Direktübertragung auf

SR2 KulturRadio

SO, 04.07.2004, 11.00 h

JAZZ-MATINEE

Konzert mit Dozenten der

HFM-Jazzklasse

DO, 08.07.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Kontrabass-Klasse Prof. Harrer

FR, 09.07.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

der Cello-Klasse Prof. Rivinius

SO, 11.07.2004, 11.00 h

STUDENTENKONZERT

der Posaunen-Klasse

Prof. Wiegräbe

MI, 14.07.2004, 19.00 h

HOLZBLÄSERKONZERT

Jürgen Schmitt

DO, 15.07.2004, 19.00 h

STUDENTENKONZERT

Francesco Petrarca (1304-1374)

zum 700. Geburtstag

Vertonungen von Dufay,

Lasso, Monteverdi u.a.

Sänger, Tastenspieler, Streicher

und Continuo der HfM

Leitung: Lutz Gillmann

FR, 16.07.2004, 19.00 h

PROMENADENKONZERT

Ltg: Prof. Gerhard Schneider

5. FUF

HFM-Veranstaltungsinfo

Referat für Öffentlichkeitsarbeit

Thomas Wolter

Tel.: 0681/96731-29

Fax: 0681/96731-30

E-Mail: t.wolter@hfm.saarland.de

Kartenreservierung

Norbert Georg

Tel.: 0681/96731-24

E-Mail: n.georg@hfm.saarland.de

online: www.hfm.saarland.de

Eintrittspreise

FuF-Konzerte: 6,- / 2,- EUR

Hochschul-Konzerte: 5 ,- / 3,- EUR

Studentenkonzerte und

Prüfungskonzerte: frei

GV = Gastveranstaltungen mit

unterschiedlicher Preisgestaltung

Falls nicht anders gekennzeichnet

finden die Veranstaltungen im

Konzertsaal der Hochschule statt.

Die Termine der öffentlichen

Prüfungskonzerte sind telefonisch

zu erfragen.

Sommersemester 2004

alla breve


Veranstaltungen

15

Netzwerk Musik Saar

Projektreihe Luigi Nono -

Musik und politische Utopie

14.4. Vortrag

Gerhard Sauder:

Nono, Hölderlin und andere

Saarland Museum Saarbrücken,

Vortragssaal 19 Uhr

9.6. Vortrag

Christoph Wagner: Musikalische

Utopien in der bildenden

Kunst des 20. Jahrhunderts

anschließend: Podiumsgespräch

Musik und politische Utopie

SR 2 KulturRadio in Zusammenarbeit

mit Netzwerk Musik Saar

Saarland Museum Saarbrücken,

Vortragssaal, 18.30 Uhr

Sendetermin: SR 2 KulturRadio,

19.9.2004, 20.04 Uhr

23.6. Konzert: Nonos Umfeld

Vereinigung der Freunde und Förderer

der Hochschule

für Musik Saar in Zusammenarbeit

mit Netzwerk Musik Saar

Werke von Luigi Nono, Bruno Maderna,

Giovanni Gabrieli,

Helmut Lachenmann u.a.

Ensembles der Hochschule für

Musik Saar

Leitung: Eduard Brunner

Hochschule für Musik Saar,

Konzertsaal, 19 Uhr

(verlegt vom 02.06.04!)

25.9. Luigi Nono:

Intolleranza 1960 – Premiere

Saarländisches Staatstheater

Inszenierung: Christian Pöppelreiter;

Ausstattung: Daniel Libeskind

zur Staatstheater-Produktion:

Ausstellung

zu Leben und Werk Luigi Nonos

Netzwerk Musik Saar in

Zusammenarbeit mit dem

Saarländischen Staatstheater

Konzeption: Archivio Luigi Nono,

Saarländisches Staatstheater,

Saarbrücken (Mittelfoyer)

Nähere Informationen:

www.netzwerk-musik-saar.de

Institut für Alte Musik

Historische Aufführungspraxis für Streicher

erarbeitet anhand von historischen Quellen und Traktaten und unter Berücksichtigung

der Besonderheiten des barocken Instrumentariums. Erarbeitung

eines Konzertprogramms „Barocke Streicherkammermusik“ am

Ende des Sommersemesters. (Termin wird noch bekannt gegeben.)

Unterrichtstermine:

03. – 05.05. 2004

12. – 14.05. 2004

07. – 09.06. 2004

14. – 16.06. 2004

21. – 23.06. 2004

Unterricht nach Vereinbarung

Dozentin: Mechthild Blaumer

(Tel.: 0681 - 57779)

1. – 4. Juni 2004

Barockcello-Kurs mit Mario Blaumer

Beschäftigung mit historischem Instrumentarium anhand

von Sonaten Vivaldis und Geminianis

26. Juni, 11 Uhr

KONZERT Barocke Kammermusik für Streicher

Werke von Vivaldi, Geminiani, Stradella, Veracini, Barrière,

Bach und Händel

Dozenten: Mechthild und Mario Blaumer

„Barocke Kammermusik für Bläser“

Ina Stock, Info: 0221-7603465

(Termine nach Vereinbarung)

“Das Spiel auf der barocken Traversflöte“

Wolfram Koch, Info: 06897-761448

(Termine nach Vereinbarung)

„Cembalo/Historische Tasteninstrumente:

Solospiel und Continuopraxis“

Lutz Gillmann, Info: 0681-375894

(Termine nach Vereinbarung)

„Historische Aufführungspraxis für Gesang

und Tasteninstrumente“

Projekt Sommersemester 2004

(Zeit und Ort nach Bekanntgabe, siehe Aushang) mit Konzert:

Donnerstag, 15. Juli 2004, 19 Uhr

Francesco Petrarca (1304-1374) zum 700. Geburtstag

Vertonungen von Dufay, Lasso, Monteverdi u.a.

Sänger, Tastenspieler, Streicher und Continuo der HFM

Leitung: Lutz Gillmann

alla breve

Sommersemester 2004


16

Tage für Interpretation

und Aufführungspraxis

Saarbrücken

11. - 15. Oktober 2004

Hochschule für Musik Saar

Hochschule für Musik Saar

in Zusammenarbeit mit Netzwerk

Musik Saar

Toshio Hosokawa nimmt in seiner

Musik Stellung zur Tradition

der östlichen und westlichen Kultur.

Die diesjährigen Tage für Interpretation

und Aufführungspraxis

stehen daher ganz im Zeichen

einer musikalischen Zeitachse

zwischen Ost und West,

die von Toshio Hosokawa eigens

für die Veranstaltung konzipiert

wurde und die von Beethoven

über Schubert, zur Musik Isang

Yuns, Toru Takemitsus und

schließlich der Musik Hosokawas

selbst reicht. Deshalb wird

sich das Repertoire von Unterricht

und Konzerten der Tage für

Interpretation und Aufführungspraxis

ausschließlich auf Werke

dieser Komponisten konzentrieren.

Unterricht

Jedem aktiven Teilnehmer oder

Ensemble wird Unterricht mit einer

Auswahl von Dozenten angeboten.

Dozenten

Toshio Hosokawa

(composer in residence)

Gastdozenten/innen

Christiane Edinger, Violine

Nabuko Imai, Viola

Thomas Demenga, Violoncello

Bernd Glemser, Klavier

Dozenten/innen der HFM

Tatevik Mokatsian, Klavier

Theo Brandmüller, Komposition

Eduard Brunner, Klarinette

Yaron Windmüller, Gesang

Interpretenworkshop

Der Interpretenworkshop bietet

den Teilnehmer/innen die Möglichkeit,

vor der Dozenten- und

Studentenschaft in einer kooperativen

Atmosphäre aufzutreten.

Als Bindeglied zwischen Einzelunterricht

und öffentlicher Aufführung

soll der Interpretenworkshop

unter den Teilnehmer/innen

einen lebendigen Meinungsaustausch

über Kriterien

der Interpretation, wie Tempo,

Stil oder Aufführungstradition fördern.

Teilnahmebedingungen/

Repertoire

Bewerber/innen müssen zusätzlich

zur Anmeldung einen kurzen

Lebenslauf und eine Liste von

mindestens drei Kompositionen

zur Auswahl einreichen. Die vorgeschlagenen

Beiträge sollten

sich ausschließlich aus Werken

von Schubert, Beethoven, Yun,

Takemitsu und Hosokawa zusammensetzen.

Mindestens eines

dieser Werke sollte zu Beginn

der Projekttage aufführungsreif

vorbereitet sein. Ist ein

Klavierbegleiter erforderlich, so

wird um frühzeitige Mitteilung gebeten.

Teilnahmeberechtigte erhalten

von der Hochschule für Musik

Saar eine schriftliche Bestätigung

Teilnahmegebühren

Für auswärtige Teilnehmerinnen

und Teilnehmer

Aktive Teilnahme: 100,- Euro

Passive Teilnahme: 50,- Euro

Für Studierende der Hochschule

für Musik Saar

Aktive Teilnahme: 20,- Euro

Passive Teilnahme: 10,- Euro

Der Eintritt bei den öffentlichen

Konzerten ist für die Teilnehmer/innen

frei.

Zahlungsart/Payment

Die Teilnahmegebühr ist auf folgendes

Konto zu überweisen:

Programm

Veranstaltungen

Montag, 11.10.2004

16 Uhr, Foyer: Eröffnung und

Vernissage der Ausstellung

zu Takemitsu und Hosokawa

19 Uhr, Konzertsaal: Konzert I

Werke von Beethoven, Schubert,

Yun, Takemitsu und Hosokawa

Dienstag, 12.10.2004

11 Uhr, Konzertsaal: Vortrag

Toshio Hosokawa

14 Uhr, Studio 6: Interpretenworkshop

19 Uhr, Konzertsaal: Toshio

Hosokawa im Gespräch

Mittwoch, 13.10.2004

14 Uhr, Studio 6: Interpretenworkshop

19 Uhr, Konzertsaal: Konzert II

Werke von Yun, Takemitsu und

Hosokawa

Donnerstag, 14.10.2004

14 Uhr, Studio 6: Interpretenworkshop

19 Uhr, Konzert III

Werke von Yun, Takemitsu und

Hosokawa

Hochschule für Musik Saar

Kto Nr.: 590 015 00

Landeszentralbank Saarbrücken

BLZ: 590 000 00

Kennwort: Interpretationstage

Anmeldeschluss:

Sonntag, 30. Mai 2004

Eine Liste des Repertoires der

Teilnehmer/innen muss bis zum

30. Juni 2004 vorliegen. Die

Hochschule für Musik Saar bietet

für die Zusammenstellung evtl.

Ensembles ihre Hilfe an.

Anschrift

Hochschule für Musik Saar

Tage für Interpretation

und Aufführungspraxis

c/o Thomas Wolter

Bismarckstraße 1,

66111 Saarbrücken

Tel.: +49/681/ 9 67 31 29

Fax: +49/681/ 9 67 31 30

www.netzwerk-musik-saar.de

E-Mail:info@netzwerk-musik-saar.de

Sommersemester 2004

alla breve


18

CDs

Neue CDs

CD “Zehn Jahre PROLOG zu

Musik im 20. Jahrhundert”

HFM-Absolvent Thomas Hammes

(Trompetenklasse Prof. Peter Leiner),

Solo-Trompeter im SWR-Radio-Sinfonie-Orchester

Stuttgart, hat an zwei neuen

Einspielungen für Trompete und Orgel

mitgewirkt. Mit dem Organisten Josef

Still interpretierte er Werke von Bach

Françaix, Henry, Rivier, Nibelle und

Eben.

Gemeinsam mit dem HFM-Absolventen Christian Schmitt (Orgelklasse

Leo Krämer) produzierte er eine CD mit Werken von

Bach, Baldassare, Loeillet und Mendelssohn Bartholdy. Beide

CDs sind bei “Mons Records” erschienen (Tel.: 06306-993222,

E-Mail: monsmu@aol.com).

Seit 1990 steht zu Beginn eines

jeden SR-Festivals “Musik im 20.

Jahrhundert” der PROLOG, der

unter der Leitung des Instituts für

Neue Musik von Studierenden

und Lehrkräften der Hochschule

gestaltet wird. Aus Anlass des

zehnjährigen Jubiläums der viel

beachteten Auftaktveranstaltung

wurde von der HFM in Kooperation

mit dem SR die CD “Zehn

Jahre Prolog - Prolog 2001” herausgegeben.

Die CD beinhaltet den Live-Mitschnitt

des PROLOG-Konzertes

vom 23. Mai 2001 im Konzertsaal

der Hochschule mit Werken

von Akemi Kobayashi, Theo

Brandmüller, Klaus Huber und

Isang Yun, die vom Orchester

(Ltg.: Max Pommer) und von Vokalisten

der HFM interpretiert

werden. Die nicht im Handel erhältliche

CD wurde mit freundlicher

Unterstützung der Saarland

Sporttoto GmbH produziert.

“Zum Erfolg gibt es keinen Lift, man

muss die Treppe benutzen”, so einmal

der Schweizer Schriftsteller und

Verleger Emil Oesch, und dieses

Bild gibt trefflich wieder, was 1990

eher als spontane Idee begann,

dann aber Treppe für Treppe, Jahr

für Jahr zu wachsen begann zu dem,

was es heute ist: der von der Hochschule

des Saarlandes für Musik

und Theater veranstaltete Prolog

zum SR-Festival.

Der HFM-Lehrbeauftragte für Flöte,

Carlo Jans, hat zwei neue CDs

vorgelegt. Mit dem Prager Rundfunksinfonieorchester

unter Vladimir

Valek spielte er sämtliche

Werke für Flöte und Orchester

des zeitgenössischen tschechischen

Komponisten Jindrich

Feld ein. Mit dem Kammerorchester

der Lettischen Philharmonie

produzierte Jans als Dirigent und

Solist eine CD mit Flötenkonzerten

des Barock,die Werke von

C.Ph.E. Bach, Telemann, Vivaldi und J.S. Bach verzeichnet. Beide

Tonträger sind im Label “Pavane Records” erschienen; sie können

bei Carlo Jans zum Stückpreis von 15,- EUR per E-Mail (janfor@pt.lu)

oder Fax (00352 334309) bestellt werden.

Weit über hundert Aufnahmen in den

SR-Archiven zeugen von zehn Jahren

Aktivität unserer singenden Klarinettisten,

unserer seriellen Idealisten,

unserer (manchmal auch) swingenden

Pianisten. Idealisten waren

auch die Studierenden der Fachrichtung

Musikwissenschaft an der Universität

des Saarlandes: Sie steuerten

alljährlich ein selbst konzipiertes

Programmheft bei, mit Hintergrundinformationen

über Werke und Komponisten

und in einem jährlich wechselnden,

fantasievollen Layout. Alles

in Allem: Mein Wunsch heute wäre,

dass wir nach weiteren zehn Jahren

Ähnliches zu berichten hätten. Also

weitermachen, weitersingen und

swingen und dabei immer wieder die

Treppe besteigen …!

Theo Brandmüller

“Trauer und Tanz” ist der Titel

einer CD, die das Klavierduo

Martin Galling und Karin Olivieri

aufgenommen hat. Thematisch

auf die politisch wie kulturell

wechselhafte Epoche des Biedermeier

bezogen, werden von

dem Duo ausgewählte Klavierwerke

von Franz Schubert und

Johannes Brahms interpretiert -

zwei Komponisten, welche die

Licht- und Schattenseiten einer

Künstlerexistenz im 19. Jahrhundert,

mithin “Trauer und

Tanz”, sinnfällig repräsentieren.

Die CD wurde mit freundlicher

Unterstützung der Saarland

Sporttoto GmbH im HFM-Tonstudio

(Technik: Peter Herbertz)

produziert und ist nicht im Handel

erhältlich.

Sommersemester 2004

alla breve


Forum

Klaus Velten

Der Kunst kritisch

begegnen

Immanuel Kant und

das Publikum von

heute

Der Königsberger Philosoph,

dessen Tod vor 200 Jahren wir

im Jahr 2004 gedenken, hat

wesentlich zur Aufklärung von

Grundfragen des Kunstverständnisses

beigetragen. Sein

Mündigkeitspostulat, sich aus

selbst verschuldeter Unmündigkeit

zu befreien, wird von

Vertretern vieler Lebensbereiche,

im besonderen zur Umschreibung

gesellschaftlicher

Erziehungsziele, noch heute in

Anspruch genommen. Angesichts

einer zunehmend wachsenden

Indifferenz der Menschen

gegenüber Kunstfragen

erscheint es angemessen, dieses

Postulat auch für den Bereich

der Kunst mit Nachdruck

zu erheben.

Die kunsttheoretische Reflexion

des Philosophen vollzieht sich in

der 1791 erschienenen „Kritik

der Urteilskraft“. Kant fragt hier

nach den Bedingungen der Möglichkeit

eines Urteils über Kunst.

Das ästhetische Urteil wird abgegrenzt

von einem auf Begriffen

gründenden Verstandesurteil einerseits

und von einem auf moralische

Verhaltensweisen ausgerichteten

Urteil andererseits.

Diese Abgrenzung ist der verdienstvolle

Beitrag des Aufklärers.

Sie ermöglichte es, dem

„Geschmacksurteil“ einen Verbindlichkeitsgrad

beizumessen,

den es zuvor nicht hatte.

Kant definiert das Geschmacksurteil

als ein zwar „subjektives“

Urteil, das aber einen Anspruch

auf Allgemeingültigkeit hat. Er

begründet diesen Anspruch, indem

er die Bedingungen aufdeckt,

unter denen das ästhetische

Urteil möglich wird. Das ein

ästhetisches Urteil veranlassende

Kunsterlebnis versetzt den

Menschen in einen „ästhetischen

Zustand“, der es ermöglicht, seine

Erkenntniskräfte (Einbildungskraft

und Verstand), welche

in der alltäglichen Wirklichkeitsbegegnung

unterschiedlich

gerichtet sind, in eine Wechselbeziehung

(„freies Spiel“) und

damit in ein Gleichgewicht zu

bringen. Voraussetzung für die

Erfahrung dieses Gleichgewichtszustandes

der Erkenntniskräfte

ist die Lösung von jeglicher

„Zweckmäßigkeit“ in der

Begegnung mit Kunst.

Indem Kant dem ästhetischen

Urteil subjektive Allgemeingültigkeit

zuspricht, begegnet er mit

Entschiedenheit der gerade heute

weit verbreiteten Meinung,

über „Geschmack“ lasse sich

nicht streiten, so dass es letztlich

auch gleichgültig sei, welcher Art

der Gegenstand ist, über den

geurteilt wird.

Obwohl der Philosoph im Sinne

seines kritischen Ansatzes im

wesentlichen eine Rezeptionsästhetik

vorlegt, vermittelt die

Kritik der Urteilskraft auch eine

Vorstellung von der Eigenart des

Kunstproduktes, das den ästhetischen

Zustand, „das freie Spiel“

der Erkenntniskräfte, auslöst.

Der ästhetische Gegenstand

wird getragen von einer „ästhetischen

Idee“ als einer „einem gegebenen

Begriffe beigesellte

Vorstellung der Einbildungskraft,

welche mit einer solchen Mannigfaltigkeit

von Teilvorstellungen

in den freien Gebrauch derselben

verbunden ist, dass für

sie kein Ausdruck, der einen bestimmten

Begriff bezeichnet, gefunden

werden kann, die also zu

einem Begriffe viel Unnennbares

hinzudenken lässt, dessen Gefühl

die Erkenntnisvermögen belebt

und mit der Sprache, als bloßem

Buchstaben, Geist verbindet“.

(Kritik der Urteilskraft § 49)

“Freies Spiel der Erkenntniskräfte”:

Immanuel Kant

19

Das „freie Spiel“ der Erkenntniskräfte

wird nur durch eine Kunst

bewirkt, deren Gestaltungsweise

ebenfalls vom freien Spiel einer

expressiven und einer konstruktiven

Kraft geleitet wird. In zahlreichen

Hinweisen auf die Einzelkünste

konkretisiert der Philosoph

dieses die Kunstproduktion

steuernde Zusammenspiel von

Ausdruck und Konstruktion.

Will man das von Kant erhobene

Mündigkeitspostulat auch für das

Kunstverhalten der Menschen

von heute gelten lassen, so veranlasst

die kunsttheoretische

Als Immanuel Kant starb, trat

auch Napoleons Code Civil in

Kraft: Aus Untertanen wurden

Staatsbürger, die alte Ständeordnung

war abgeschafft. Für

Deutschland war es die Zeit eines

historischen Strukturwandels,

wie es ihn zuvor nur in der

Reformationszeit gegeben hatte.

Was taten die GROSSEN KOM-

PONISTEN zu diesem Zeitpunkt?

In dem Jahr als Kant starb setzt

sich JOSEPH HAYDN. 71, so langsam

zur Ruhe. Der alte Herr hat viel

geleistet, ganz Österreich dankt

ihm mit Medaillen und Ehrenbürgerwürden.

Ehrendoktor der Universität

Oxford ist er schon seit

1791. Im Dezember 1803, beim

Kirchweihfest des Stephansdoms,

hat er zum letztenmal dirigiert.

Noch hat Haydn das Amt des Hofkapellmeisters

beim Fürsten Esterhazy.

Aber seit zwei Jahren ist er

von allen Pflichten befreit. Der

Komponist ist müde geworden. Er,

der in England mit dem König, der

Königin und dem Prince of Wales

verkehrte, zieht sich jetzt aus der

Gesellschaft zurück und empfängt

höchstens mal einen Verleger. Er

hat genug komponiert.

alla breve

Sommersemester 2004


20

Reflexion des Philosophen zu

zwei Fragen, deren Beantwortung

anregen könnte zu längst

überfälligen Korrekturen des derzeitigen

Kulturlebens.

1. Ist es mit der Kantschen Forderung

nach „Urteilskraft“ im Bereich

des Ästhetischen zu vereinbaren,

dass die Planung und

Gestaltung des Kulturlebens

durch Medien, Theater-, Konzert-

und Ausstellungsveranstalter,

Bildungseinrichtungen wie

Schulen/Hochschulen immer

häufiger durch ein Regulativ gesteuert

wird, das sich mit dem

Begriff der „Präferenz“ benennen

lässt?

Nicht das Urteil als Ergebnis eines

Verstehens- und Wertungsprozesses

leitet die Planenden;

sie lassen sich vielmehr von empirisch

ermittelten Präferenzen,

d.h. unverbindlichen Vorurteilen

und vagen Anmutungen des

Publikums in ihren Dispositionen

leiten. Ein (vielleicht gar gewolltes)

Verbleiben des Publikums

im Zustand der Unmündigkeit ist

durch eine solche Strategie festgeschrieben.

... währenddessen hat VAN BEET-

HOVEN endlich seine 3. Symphonie

vollendet. Seit zwei Jahren, seit

seiner großen Krise, arbeitet der

34-jährige an dieser kühnen, revolutionären

Komposition, und natürlich

widmet er sie dem kühnsten

seiner Zeitgenossen. „Sinfonia

grande / intitolata Bonaparte / del

Sgr. / Louis van Beethoven", so

steht es auf dem Titelblatt der Partitur.

Es ist die Zeit, da Beethoven

sich immer mehr auf seine innere

Stimme verläßt, weil sein Gehör rapide

schwächer wird. Aber die

Nachricht, die im Mai aus Frankreich

kommt, die versteht er sehr

gut: Der französische Senat hat

Napoleon zum Kaiser von Frankreich

ernannt. Beethoven radiert

wütend die Widmung aus.

... währenddessen setzt CARL MA-

RIA VON WEBER in Wien seine

Studien fort. Er ist siebzehn, hat

aber schon zwei Opern komponiert,

und sein letztes Werk, „Peter

Schmoll und seine Nachbarn", ist

im Jahr zuvor erfolgreich in Augsburg

uraufgeführt worden. Weber,

sonst nicht unbedingt das Musterbild

eines seriösen Menschen,

weiß, daß er noch viel zu lernen hat.

Er studiert bei Joseph Haydn, beim

Abbé Vogler, der außer Komposition

auch Theorie unterrichtet. Doch

größer als sein Wissensdrang ist

sein Ehrgeiz. Noch im selben Jahr

geht Weber als Opernkapellmeister

nach Breslau...

(entnommen aus der

“FAZ am Sonntag”)

2. Entspricht es der Kantschen

Vorstellung eines durch Kunst zu

bewirkenden ästhetischen Zustandes,

wenn das Publikum –

im besonderen das jugendliche

Publikum – zunehmend stärker

mit „Kunstprodukten“ konfrontiert

wird, deren Wirkung eindimensional

auf die Auslösung von

Reizen berechnet ist und in denen

eine geistige Dimension

nicht zu erschließen ist?

Zur Konkretisierung der Frage ist

auf ein bedauerliches Fehlverhalten

zahlreicher Musikpädagogen

zu verweisen, die ihren

Schülern fast ausschließlich

popmusikalisches „fast food“

servieren, statt sie zum Hören

und zum Musizieren artifizieller

und durch ihre komplexere musikalische

Substanz langlebigerer

Musik anzuleiten.

Eindimensionales Kunstprodukt?:

US-Popsängerin Britney Spears

Forum

E- und U-Kultur

verschmelzen

Der Geiger Nigel Kennedy ist

ein beständiger Wanderer

zwischen E- und U-Musik.

Die Trennung von ernster und

Unterhaltungs-Kultur hat sich

überlebt. Dies ist das Ergebnis

einer repräsentativen Umfrage

des BAT-Freizeitinstituts von

2000 Personen ab 14 Jahren in

Deutschland.

Hochkultur und Breitenkultur

seien, so der bekannte Zukunfts-Forscher

Horst W. Opaschowski,

keine Gegensätze

mehr. Lediglich die ältere Generation

(48 Prozent) der über

65-Jährigen poche darauf, nur

klassische Angebote wie Oper,

Konzert, Museum, Theater

oder Ballett als Kultur anzuerkennen.

78 Prozent der jüngeren

Generation (bis 34 Jahre)

verstünde Kultur als gesellschaftliches

Ereignis.

Dazu Opaschowski: „Man besucht

heute nicht mehr eine

Premiere, sondern man trifft

sich im Theater." Und 69 Prozent

aller Befragten zählten

Rock-Pop-Konzerte, Kino oder

Musicals selbstverständlich zur

Kultur. Untersucht wurde auch

der Stellenwert einer kultureller

Attraktivität von Städten. Laut

Opaschowski entwickelt sich

der Kulturwert einer Stadt neben

dem Lohn- und Wohnwert

„zum wichtigsten Standortfaktor".

Manager und Führungskräfte

machten ihre Entscheidung

für eine berufliche Mobilität

„von der Qualität des örtlichen

Kulturangebotes abhängig".

(dpa/SZ)

Sommersemester 2004

alla breve


Report

Welcome to Wolf’s

Barbershop

Als virtuoser Tastenkünstler

wird er weltweit geschätzt und

geliebt. Doch die vielen anderen

Gesichter und vor allem

das „haarige Geheimnis“ des

Organisten und HFM-Professors

Wolfgang Rübsam kennen

nur wenige.

Der „Glenn Gould der Orgelbank“,

so das Fachmagazin Organ,

ist nicht nur der erfolgreichste

Organist am Phonomarkt.

Technik-Freak Rübsam mischt

und arrangiert seine Musik-Aufnahmen

höchstselbst im eigenen

Tonstudio bis hin zur Produktionsreife.

Darüber hinaus ist der

Top-Organist ein begeisterter

Flieger und als solcher stolzer

Besitzer eines Pilotenscheins für

Sportflugzeuge.

Doch sozusagen am Scheitelpunkt

der Rübsamschen Freizeit-Unternehmungen

steht eine

für Musiker gänzlich ungewöhnliches

Hobby. Der Mann, den die

Londoner Times als „special

phenomenon of finest keyboard

playing“ bezeichnet und der als

Doppelstaatsbürger regelmäßig

zwischen den USA und Deutschland

pendelt, befindet sich im

Besitz einer regulären amerikanischen

„Barber License“ - eines

Dokumentes des Bundesstaates

Indiana, das es ihm erlaubt, einer

professionellen Friseur-Tätigkeit

nachzugehen.

Wolfgang Rübsam: bekannt

für haarige Extravaganz

Als Meister-Barber besitzt

Rübsam, dessen

ständig wechselnden

extravaganten Haarund

Schnurrbart-Trachten

zum eigenen Markenzeichen

erwuchsen,

sogar die Lehrberechtigung

für dieses Fach.

In 46 South, 700 East

County Line Road, Valparaiso

(Indiana), betreibt

Wolf’s “Barber-Licence” des Staates Indiana

Wolfgang Rüb-

sam seinen “Wolf’s off campus Orgel-Professors: „Client John

Barber- shop” – mit allem, was Glorioso relaxes for a cut, he

den traditionellen amerikanischen

claims the best he has ever had.“

Coiffeur auszeichnet: dem

klassischen roten „Barberchair” Frisierläden am Rande eines

aus schwerem Metall und der

leuchtend bunten „Barber Pole“

neben der Eingangstür. Nach telefonischer

Absprache bietet der

Campus’? Nichts besonderes im

Land der unbegrenzten Möglichkeiten,

erläutert der Barbier von

Indiana, der sein Steckenpferd

durchaus als künstlerische Tätigkeit

versteht. Seine in den USA

lebenden Töchter Johanna und

Christa wollen sich die Haare allerdings

nicht vom Daddy pflegen

lassen.

Der traditionelle “Barberchair”

musikalische Figaro alles was

das Haar der Herren begehrt:

„business haircuts“ und insbesondere

die amerikanischen Militärschnitte

„flattops”, „crewcuts“,

„high and tights“. Wer sich von

der Kunst des Barbers überzeugen

will, wird auf seiner Homepage

(www.wolfsbarbershop.com)

fündig. Fotos und Statements zufriedener

Kunden bezeugen die

handwerklichen Fertigkeiten des

Wolf’s Barbershop

Saarbrücken

(nur für Angehörige der HFM und

der Universität des Saarlandes)

Ab 19. April, nach

tel. Absprache: 0681/891230

www.wolfsbarbershop.com

Ganz „Global Player“ wird Rübsam

mit Beginn des Sommersemesters

nun auch in seiner Saarbrücker

Zweit-Heimat eine Filiale

von „Wolf’s Barbershop“ eröffnen.

Dieser befindet sich in seinem

Bischmisheimer Privathaus

und bietet als Besonderheit für

Kunden aus dem universitären

Umfeld „Standardschnitte für

Studenten und Akademiker“.

Die Preise sind studentisch moderat.

Nach dem ersten Schnitt

ist mann automatisch Mitglied im

„Barbershop Club SB“. Wer sich

für eine fachgerechte Frisur aus

Organistenhänden interessiert,

dem steht der Meister mit Schere,

Wetgel und Rasiermesser ab

19. April 2004 in Saarbrücken

zur Verfügung.

Da Barber Wolf seine Dienste als

freiwilligen Beitrag zur Linderung

der haarsträubenden akademischen

Misere versteht, werden

allerdings nur Kunden aus dem

Umfeld der HFM und der Universität

des Saarlandes akzeptiert.

Thomas Wolter

21

alla breve

Sommersemester 2004


22

Eisprinzessin

an der Orgel

Wenn Fedossia Tabyissova

von ihrem Heimatort zur Hochschule

fährt, sollte sie alle

notwendigen Sachen beisammen

haben. Eben mal schnell

zurück nach Hause und noch

was holen ist nicht. Mindestens

neun Flugstunden und

mehrere Zeit- und Klimazonen

liegen zwischen dem heimatlichen

Jakutsk in der russischen

Teilrepublik Sacha (Jakutien)

und Saarbrücken.

Jakutien, fast neun Mal so groß

wie Deutschland und damit größte

russische Teilrepublik, ist das

Land der weltweit extremsten klimatischen

Gegensätze. Sinkt die

Temperatur im Winter bis unter

-50°, steigt die Quecksilbersäule

in den wenigen Sommermonaten

an machen Orten nicht selten

über 30° an. Fast die Hälfte seiner

Fläche liegt jenseits des

nördlichen Polarkreises, zu 90

Prozent ist Jakutien mit Permafrost

bedeckt.

Fedossias Heimat ist das Land,

wo sich die Waldregionen der

Taiga schier endlos erstrecken

und sich die Mammuts über

Jahrhunderte hinweg vollständig

konserviert erhalten haben. Mit

seinen reichen Vorräten an Diamanten,

Edelmetall, Erdöl und

Steinkohle ist es aber nicht nur

die russische Frost-, sondern

Fedossia Tabyissova:

Sibirische Organistin mit

Modell-Maßen

auch die, vielfach grausam ausgebeutete,

Goldkammer des

Riesenreiches. In dem polyethnischen

Land stellt die jakutische

Urbevölkerung, der Fedossia

entstammt, heute etwa noch ein

Drittel der Bewohner.

Nicht weniger exotisch als ihre

Heimat ist Fedossia Tabyissova

selbst. Die Musik-Studentin, die

aus der Kälte kam, studiert bei

Prof. Andreas Rothkopf Orgel

und ist nach eigenem Bekunden

gegenwärtig die einzige Organistin

Jakutiens – schließlich gibt es

in dem vorwiegend säkular

orientierten sibirischen Land bislang

noch nicht einmal eine einzige

Orgel!

Die für ihre Herkunft ungewöhnliche

musikalische Vorliebe entdeckte

die damals schon diplomierte

Musikwissenschaftlerin

und ausgebildete Pianistin auf

einer Studienreise durch

Deutschland. Hier lernte sie diese

wundervollen Instrumente in

Report

natura kennen, die sie bislang

vorwiegend nur aus theoretischer

Anschauung (Thema der

Diplomarbeit: „Nordgermanische

Orgelkunst in der zweiten Hälfte

des 17. Jahrhunderts“) kannte.

Es war der Beginn einer großen

Liebe, die hervorragend zu einer

anderen tiefen Beziehung passte

- ihrer Zuneigung zu dem Komponisten

Johann Sebastian

Bach.

Die Tochter aus akademischem

Haus - die Mutter ist Geisteswissenschaftlerin,

der Vater in der

naturwissenschaftlichen Forschung

tätig - erhielt am renommierten

Moskauer Tschaikowski-Konservatorium

ihren

ersten Unterricht an der Orgel.

Während der Studienzeit in der

russischen Hauptstadt bekam

die mandeläugige Schönheit

auch Angebote von Fotomodell-Agenturen.

Es passt zu dieser

stillen und zurückhaltenden

Musikerin, die in ihrer Freizeit

gerne liest, dass sie diese Offerten

freundlich ablehnte.

Auf Empfehlung und Vermittlung

einer russischen Kommilitonin

bewarb sich Fedossia dann für

die Orgelklasse von Andreas

Rothkopf, in der sie 2002 Aufnahme

fand. Nach dem Abschluss

ihres Studiums würde

die sibirische Studentin am liebsten

nach Jakutsk zurückkehren –

natürlich nur unter der Voraussetzung,

dass bis dahin der (geplante)

Bau einer Orgel auch tatsächlich

realisiert worden ist.

Ohne jegliche Sprachkenntnisse

fiel Fedossia die Eingewöhnung

in Deutschland zunächst nicht

leicht. Mittlerweile spricht sie fast

akzentfrei deutsch und fühlt sich

an ihrem Studienort ausgesprochen

wohl.

Auch klimatisch hat sich die Organistin

gut angepasst: Gab es

in der sibirischen Heimat erst ab

-46° „kältefrei“, holt sie sich mittlerweile

im vergleichsweise tropischen

saarländischen Winter

schon mal einen Schnupfen.

Fast zu 90 Prozent Permafrost: Die russische Republik Jakutien

Thomas Wolter

Sommersemester 2004

alla breve


24

“Weg vom

Schmalspur-

Studium”

Der HFM-Lehrbeauftragte

Jürgen Schmitt

Jürgen Schmitt, Jahrgang

1959, zählt zu jenen hoch motivierten

Lehrbeauftragten der

HFM, die überwiegend im Hintergrund

arbeiten und dabei

wertvolle Basisarbeit und Zusatzdienste

für die Ausbildung

im Hauptfachunterricht leisten.

Ihr Engagement geht zumeist

weit über die vergütete

Stundenzahl hinaus.

Viele dieser Lehrkräfte verdienen

wie Schmitt ihr Brot als

Berufsmusiker in einem der

beiden großen Profi-Orchester

des Saarlandes und gehen ihrer

akademischen Nebentätigkeit

eher aus idealistischen

Motiven nach. Als Assistent

von Oboe-Professor Armin

Aussem ist Jürgen Schmitt bei

den Holzbläsern für Englisch

Horn, Kammermusik und Orchestertätigkeit

zuständig.

„Ich will meine Studierenden weg

vom Schmalspur-Studium führen

und sie dazu ermuntern, über ihr

eigenes Instrument hinaus ein

waches Bewusstsein für alle Bereiche

der Musik zu entwickeln.“,

sagt der Hochschul-Lehrer zum

Hauptziel seiner Arbeit.

Das bedeutet im einzelnen: Konzertbesuche,

Literatur- und Partiturenstudium,

der Erwerb theoretischen

Wissens und vor allem

kammermusikalische Tätigkeiten.

„Ich gebe meinen Studenten

nur weiter, was mir selber geholfen

hat.“, ergänzt der Dozent und

bezieht sich dabei vor allem auf

seinen ersten Oboe-Lehrer Heinrich

Hickel, der ihn schon früh an

die Ensemblearbeit herangeführt

hat.

Als 12-jähriger begann der gebürtige

Mannheimer sich erst relativ

spät für eine ernsthafte Beschäftigung

mit der Musik zu interessieren.

Er studierte in Köln

bei Helmut Hucke und war zu

dieser Zeit Mitglied im „Studio für

Neue Musik“ bei Peter Eötvös.

1981 war Schmitt Preisträger

beim Internationalen Kammermusikwettbewerb

in Martigny mit

dem Marsyas-Bläserquintett. Im

gleichen Jahr wurde er ans RSO

Saarbrücken als Oboist und

Englisch Hornist engagiert.

Jürgen Schmitt: Oboist und

Liebhaber von Rock-Musik

Mit dem Holzbläser-Trio des Orchesters,

dem er seit 1982 angehört,

produziert er CD-Aufnahmen

und unternimmt er zahlreiche

internationale Konzertreisen.

Seit 1993 lehrt Jürgen Schmitt an

unserer Hochschule. Mit dem

Kollegen am RSO-Holzbläserpult

und „Chef“ der Oboe-Klasse,

Amin Aussem, verbindet ihn

über die gemeinsame Arbeit hinaus

seit Jahren eine herzliche

Freundschaft.

Der Ehemann und Vater zweier

Kinder unternimmt in seiner Freizeit

gerne Bergtouren. Seine

musikalischen Vorlieben ordnet

er entlang einer Linie, die von

Mozart über Schubert bis zu

Gustav Mahler reicht. Darüber

hinaus ist er für jegliche Form

„guter Musik“ zu haben.

So finden sich, ganz Kind seiner

Generation, in seinem Plattenschrank

weniger die Alten Meister

als vielmehr die großen Stars

der Rock-Szene aus den 70er

Jahren. (tw)

Report/Forum

Jörg Nonnweiler

Die Kunst der

Vermittlung –

das Vermitteln

von Kunst

Zum Selbstverständnis von

Musikerziehung an der

Hochschule

I. Künstlerische Identität und

Vielfalt

Die Entwicklung des Diplomstudiengangs

Musikerziehung an

der Hochschule für Musik Saar

zeigt in besonderem Masse das

Bemühen, den Veränderungen

der musikalischen Landschaft zu

begegnen und ein Lehrangebot

bereitzustellen, das einerseits

die Studierenden bestmöglich

auf die Berufswirklichkeit vorbereitet,

andererseits der kulturpolitischen

Bedeutung von Hochschule

als Qualität regulierende

und Standard setzende Institution

gerecht wird.

In den letzten acht Jahren sind

vielfältige Neuorientierungen erarbeitet

worden, die, als Pilotprojekte

gedacht, in der Hochschule

fruchtbar werden konnten. In

zwei Schritten wurde die Prüfungsordnung

grundlegend reformiert,

dabei die pädagogische

Säule ausgebaut und durch

Maßnahmen wie das studienbegleitende

Unterrichts- und Orientierungspraktikum,

die erweiterte

Fachdidaktik, die Erhöhung der

Stundenzahl in den fachwissenschaftlichen

Disziplinen sowie

frühzeitige Verzahnung mit der

Berufpraxis gestärkt.

Durch die Einrichtung der Wahlfächer,

der Aufwertung des

künstlerischen Nebenfachs, der

Einführung von obligatorischen

Veranstaltungen in den Bereichen

Jazz und Popularmusik

konnte das Ausbildungsspektrum

vergrößert werden. In nahezu

allen künstlerischen Hauptfächern

kann die Lehrbefähigung

erworben werden, der Studienbereich

Musikerziehung differenziert

dazu das Angebot durch die

Sommersemester 2004

alla breve


Forum

Bereitstellung der Ergänzungsstudiengänge

Gehörbildung und

Jazz sowie des Zusatzdiplomstudienganges

Elementare Musikpädagogik.

Darüber hinaus ist

es gelungen, die Zugangsmöglichkeiten

zur Elementaren Musikpädagogik

auch den Studierenden

der Schulmusik und der

Kirchenmusik zu eröffnen.

Durch diese Vernetzung wird die

Bedeutung der Berufsbilder mit

Multiplikatorenwirkung deutlich

und die Kompetenz der Absolventen

aller drei Studienbereiche,

der Vielfalt und besonderen

Problematik musikalischer Bildung

an der Basis zu begegnen,

erhöht. All diese Bemühungen

gingen einher mit dem Bekenntnis

zum künstlerischen Wesen

der Musikerziehung. Es besteht

Konsens mit den Kolleginnen

und Kollegen der künstlerischen

Fächer, dass Studierende der

Musikerziehung nicht weniger

künstlerisch als Studierende in

der Konzertausbildung orientiert

sein und nicht geringere Qualität

in diesem Bereich aufweisen

dürfen. Statt dessen bedarf es eines

höheres Maßes an Vielfalt,

Flexibilität und letztlich Vermittlungskompetenz.

Ein musikpädagogisches Diplom

soll nicht als „Fast-Food“-Abschluss

in einem künstlerischen

Hauptfach begriffen werden,

sondern als besondere Schwerpunktsetzung,

die die Absolventen

als „Spezies“ mit deutlich

über die rein künstlerischen Betätigungen

hinaus gehenden

Qualifikationen und Merkmalen

ausweist. Mit diesem eindeutigen

Bekenntnis zur künstlerischen

Potenz und den darüber

hinaus gehenden Kompetenzen

setzt sich Hochschulausbildung

auch ab von anderen musikpädagogischen

Ausbildungsprofilen,

die auf dem Markt Konkurrenz

bilden.

Die Bedürfnisse nach nachhaltiger

musikalischer Bildung werden

jedoch im Fadenkreuz hektischer

medialer Desorientierung

und finanzieller Zwänge nur von

solchen Persönlichkeiten erfüllt,

Workshop “Musikermedizin” mit Eckart Altenmüller

Samstag, 10. Juli 2004, HFM-Konzertsaal

In den letzten Jahren wird allgemein ein Anstieg von berufsbezogenen

gesundheitlichen Störungen bei Berufsmusikern,

aber auch schon bei musizierenden

Jugendlichen beobachtet. Die Verschärfung

des Wettbewerbs auf dem „Musikmarkt“, zunehmender

ökonomischer Druck, der sich vielerorts

in einer Verschlechterung von Arbeitsbedingungen

niederschlägt, aber auch die anwachsenden

außerberuflichen seelischen und

Prof. Dr. med.

Eckart Altenmüller

körperlichen Belastungen mögen dafür die Ursachen

bilden.

Um so mehr ist die Musikpädagogik gefordert, durch frühzeitige

Vermittlung geeigneter Bewältigungsstrategien diesen Belastungen

entgegenzuwirken und die Grundlagen für „gesundes“ Musizieren

auf hohem Niveau zu schaffen. Kenntnisse der Gesetze der Bewegungsökonomie

und der Bewegungsphysiologie, medizinisches

Wissen über die Entstehung von Verspannungen und Überlastungsschäden

aber auch über die Möglichkeiten der Prävention

und Behandlung sind hier von großem Nutzen.

Ziel des Workshops ist es, aus der Sichtweise der Musikphysiologie

und Musikermedizin die körperlich-geistigen Grundlagen des Musizierens

kurz zu skizzieren und Kenntnisse zur Vermeidung körperlicher

Beschwerden oder gar Schäden zu vermitteln.

Der Workshop richtet sich an alle Studierende der Hochschule

sowie an Berufsmusiker. Die Teilnahme ist kostenlos.

Programm

Vormittags

Beginn 9 Uhr

9-10 Uhr Einführung in den Problemkreis der Musiker-

Erkrankungen und Körperwahrnehmung als

Schlüssel zum gesunden Musizieren

10-11 Uhr Senso-Motorik des Musizierens, Motorisches

Lernen und Übe-Techniken

11-12 Uhr Entstehung von Schmerzen beim Musizieren,

Vorbeugung und Behandlung von Schmerzsyndromen

12-13 Uhr Über-Üben: Vorbeugung von Spielschäden durch

Übehygiene

Nachmittags von 14 Uhr- 18 Uhr

Einzeltermine, je ca 30 Minuten (nach Vereinbarung – Bitte bei der Anmeldung

angeben, ob ein Einzeltermin gewünscht ist)

Anmeldung bei: Thomas Wolter, HFM-Pressestelle

Tel.: (0681) 96731-29, E-Mail: t.wolter@hfm.saarland.de

25

alla breve

Sommersemester 2004


26

Forum

deren Qualität sich positiv abhebt.

Qualität meint hierbei sowohl

künstlerische Reife als

auch Kompetenz in den Bereichen,

die bisher nicht zum originären

Selbstverständnis von Musikhochschulen

gehörten.

Künstlerische Persönlichkeiten,

die als Multiplikatoren gebraucht

werden und tätig werden wollen,

werden sich behaupten und wirksam

sein, wenn sie vernetzt denken,

perspektivisch planen, flexibel

reagieren, strategisch kommunizieren,

interdisziplinär handeln

und vielfältig einsetzbar

sein können.

Die Eigenschaften eines “homo

politicus” werden immer mehr zu

einem notwendigen Wesensmerkmal

eines Kulturschaffenden

werden,

der der Kurzlebigkeit eines

traditionellen

Künstlertypus widersteht.

Nicht zuletzt

braucht es diese Nachhaltigkeit

und Bereitschaft

zur Basisarbeit,

um die Existenzgrundlage

„reiner“ Künstler

zu sichern.

II. Berufsorientierte Ausbildung

als perspektivisches

interdisziplinäres Agieren

Eine besondere Stärke einer Musikhochschule

liegt in ihrer Vielfalt

und ihren multimusikalischen

Ausdrucksformen, die die Entwicklung

einer ganzheitlichen

künstlerisch-ästhetischen Persönlichkeit

fördern können.

Die Anerkennung als Hochschule

ist daher an die Erfüllung spezifischer

Struktur- und Qualitätskriterien

geknüpft. Diese polyvalente

Struktur birgt aber gleichzeitig

die Gefahr der Isolation. Es

liegt wohl in der Natur einer jeden

Disziplin und eines jeden

Hauptfaches, eine ausgeprägte

Innensicht zu entwickeln. Es ist

daher ein immer neuer Anspruch,

über die Grenzen des eigenen

Faches hinaus den Blick

auf das Ganze zu richten, zu begreifen,

dass Wissenschaft kein

Gegensatz zu Kunst ist, dass

Sänger nicht mehr oder weniger

Künstler sind als Instrumentalisten,

dass Interpreten und Pädagogen

keine Antipoden sind,

dass so genannte „Hochkultur“

ohne kompetent gepflegte „Basiskultur“

nicht existieren kann,

dass aber auch Basiskultur zur

Naivität verkommt, wenn sie den

Kontakt zur Hochkultur verliert.

Nicht „U-Musik“ steht im Gegensatz

zur „E-Musik“, nicht Konzertmusik

im Gegensatz zur pädagogischen

Musik, nicht artifizielle

im Gegensatz zur kommerziellen,

sondern allein gute Musik

im Gegensatz zur schlechten.

Die Qualitätskriterien guter Musik

können jedoch nicht durch

“Nicht ‘U-Musik’ steht im Gegensatz

zur ‘E-Musik’, nicht Konzertmusik

im Gegensatz zur pädagogischen

Musik, nicht artifizielle im

Gegensatz zur kommerziellen,

sondern allein gute Musik im

Gegensatz zur schlechten.”

Quoten ermittelt werden, die Akzeptanz

der Mehrheiten ist keine

inhaltliche Komponente, auch

wenn diese Erscheinungen zu

einem alles überragenden Argument

geworden zu sein scheinen.

Die notwendige Abwehr einer

kritiklosen Vermischung der

Genres, die alles einander

gleichsetzt, verhindert nicht die

Anerkennung einer stilistisch

vielfältigen, zwischen den Disziplinen

vermittelnden Herangehensweise

an künstlerische Phänomene.

Der Beethoven-Interpret

allein hat auf Dauer keinen

Markt, nicht weil wir für dieses

Repertoire keine Begeisterung

empfinden, sondern weil außerhalb

der geschützten Mauern der

„bürgerlichen Musikkultur“ die

Musik zu einer Massenware geworden

ist.

Gleichzeitig jedoch birgt diese

Multiplizierung von kulturellem

Konsum auch Chancen. Es ist

nicht nötig, das Kränkeln des traditionellen

Konzertbetriebes zu

beklagen, vielmehr zeigen vielfältige

Beispiele, dass Musiker

immer ihren Markt haben können,

wenn sie sich den Bedürfnissen

ihrer Umgebung öffnen.

Alternative Programme, Festivals,

neue Präsentationsformen,

das Ablegen der Scheu vor der

„Nicht-Klassik“, innovative Vermittlung

und vieles mehr sind die

möglichen Strategien, sich auf

dem Markt zu platzieren und

dann dem Selbstverständnis einer

künstlerisch-ästhetischen

Persönlichkeit zu genügen. Diesem

Selbstverständnis genügt

es nicht, den Markt zu bedienen,

sondern ihn zu bilden im doppelten

Wortsinne.

Mit Recht wird eine

berufsbezogene

Ausbildung in den

Mittelpunkt aller

curricularen Überlegungen

gestellt. Dabei

gilt es die Balance

zu wahren zwischen

praxisorientierten

Ausbildungsinhalten,

die sich direkt

mit der Berufswirklichkeit

verbinden lassen,

und neutralen, zeitlosen und somit

multifunktionalen Befähigungen.

Weder kann und darf Hochschule

sich allein auf die Konditionierung

der Studierenden, den

gegenwärtigen Anforderungen

gerecht zu werden, zurückziehen,

noch darf sie sich einer illusionären

Idylle hingeben.

Sommersemester 2004

Die Situation verändert sich so

rasch, dass niemand die Verantwortung

für eine langfristige

Wirksamkeit von Ausbildung

übernehmen kann. Hochschule

unterscheidet sich von Berufsschule

auch dadurch, dass sie

sich vom direkten und ausschließlichen

Praxisbezug des

zeitnahen Umfeldes löst, und

versucht, Konzeptionen zu entwickeln,

mit deren Hilfe ihre Absolventen

prägend auf die Entwicklungen

einwirken können.

Berufsorientierte Ausbildung

meint nicht Reaktion auf die Eralla

breve


Forum

fordernisse des Marktes allein,

sondern erfordert perspektivisches

Agieren mit dem Blick auf

interdisziplinäre Inhalte. Daraus

folgert:

• Lehrende wie Studierende

müssen nüchtern und realistisch

die Berufswirklichkeit und

die Berufschancen benennen

und danach handeln.

• Ausbildungsgänge und –inhalte

müssen so gestaltet sein,

dass sie einen Berufseinstieg

ermöglichen und den Veränderungen

eines Berufslebens

standhalten.

• Die Notwendigkeit von Mehrfachqualifikation

muss anerkannt,

die Durchlässigkeit und

Vernetzung der Studiengänge

weiter erhöht und die Wahrnehmung

dieser Möglichkeiten

offensiv gefördert werden.

• Die Rahmenbedingungen eines

Studiums müssen gewährleisten,

dass die Qualität

in einzelnen Bereichen nicht

abnimmt, sondern bei gleichzeitiger

stärkerer interdisziplinärer

Ausrichtung erhalten

bleibt.

• Die künstlerisch-pädagogische

Persönlichkeit als Multiplikator

ist eine zentrale Herausforderung

in der Gegenwartskultur.

• Es müssen künstlerisch-ästhetische

Persönlichkeiten herangebildet

werden, die als

Anwälte einer als Kommunikation

verstandenen Musik der

Allgegenwart eines oberflächlichen

Sentimentes widerstehen.

Der Privatmusikerzieherabschluss

der Vergangenheit hat

sich zum Diplom gewandelt. Mit

diesem Wandel ging ebenso wie

in den Berufsfeldern der Kirchenmusik

und der Schulmusik eine

Vervielfachung der Anforderungen

einher. Aus diesen Bereichen

rekrutiert sich die unverzichtbare

Gruppe der Multiplikatoren,

ohne die eine musisch-kulturelle

Weiterentwicklung

der Gesellschaft undenkbar

ist.

Es gilt daher, verstärkt über den

Stellenwert von musikpädagogischen

Ausbildungsgängen an

Hochschulen nachzudenken.

Dabei ist das Verhältnis zu den

Konzertausbildungen ebenso zu

erwägen wie die Relation zwischen

Quantität und Qualität der

Absolventen innerhalb der Musikpädagogik.

So war es notwendig

und verantwortlich, die Zahl

der Studierenden im Studienbereich

Musikerziehung an der

Neues Hauptfach

Mandoline

Ab dem Wintersemester

2004/2005 kann an der Hochschule

für Musik Saar das

Fach Mandoline als künstlerisches

Haupt- oder Nebenfach

in den Studienbereichen

Schulmusik und Musikerziehung

gewählt werden.

Als Dozentin konnte Frau Gertrud

Weyhofen, eine der profiliertesten

Künstlerinnen in

Deutschland, gewonnen werden.

Frau Weyhofen studierte

bei Frau Prof. Marga Wilden-Hüsgen,

der einzigen

Lehrstuhlinhaberin für Mandoline

in Deutschland, und betreute

bisher eine Hauptfachklasse

an der Musikakademie Kassel.

Die HFM hält damit ein für die

genannten Studienbereiche

exklusives Angebot bereit.

Ebenso konnte das Lehrangebot

im Fach Gitarre erweitert

werden. Zukünftig wird Herr

Stefan Jenzer an der Seite von

Prof. Ansgar Krause im Studienbereich

Schulmusik das

künstlerische Hauptfach und

schulpraktisches Gitarrespiel

vertreten.

Für weitere Informationen stehen

die Studienbereichsleiter

Prof. Dr. Christian Rolle

(Schulmusik) und Prof. Jörg

Nonnweiler (Musikerziehung)

zur Verfügung. (jn)

27

HFM zu reduzieren, namentlich

im Bereich der Tasteninstrumente.

Dies geschah mit Blick auf die

eingeschränkten Berufschancen

und den gesättigten Markt für die

Absolventen, die sich mit einem

künstlerischen Schwerpunkt ihre

Existenz sichern wollen.

Es ist aber ebenso verantwortlich

und notwendig, die musikpädagogische

Säule einer Hochschule

stark zu erhalten, weil ihre

Arbeit den Boden der Zukunft bereitet,

ohne den kein Nachwuchs

für die Hochschulen, kein Publikum

für das Konzertwesen und,

was noch schlimmer wäre, keine

musisch tätigen Menschen mehr

heranwachsen. Hilfreich ist hier

ein enger Schulterschluss mit

der Schulmusik, die ihre Aufgaben

ohne die Zusammenarbeit

mit Instrumental- und Gesangspädagogen

nicht erfüllen kann,

notwendig ist ebenso eine Besinnung

in der Kirchenmusik, deren

Stellenprofile von wenigen Ausnahmen

abgesehen den traditionellen

Schwerpunkt Orgel verlassen

und erweitert haben.

Diese Entwicklung haben auch

die Rektoren der deutschen Musikhochschulen

erkannt, indem

sie mehr Studienplätze innerhalb

der Musikpädagogik und weniger

künstlerische Ausbildung

einfordern. So darf die Einrichtung

von künstlerischen Studiengängen

nur unter den Voraussetzungen

einer besonderen Qualifikation

und besonderer Perspektiven

vorgenommen werden,

Studienplätze nur unter

strengen Kriterien vergeben werden.

Studierende müssen ermuntert,

ja gedrängt werden, im

eigenen Interesse der Existenzsicherung

Mehrfachqualifikationen

anzustreben, sei es durch

die Kombination mehrere Hauptfächer,

sei es durch den zusätzlichen

Erwerb der Lehrbefähigung

oder die Bildung mehrerer

Schwerpunkte.

Innerhalb der Hochschule muss

sicher gestellt sein, den Studierenden

der Musikerziehung einen

ausreichenden und angemessenen

Prozentsatz Haupt-

alla breve

Sommersemester 2004


28

Forum

fachunterricht zu widmen, da der

dringende Bedarf an kompetenter

Musikerziehung nicht zu leugnen

ist. Weder bei Studierenden

noch bei Lehrenden darf der Eindruck

entstehen, Studierende

der Musikerziehung seien Studierende

zweiter Klasse oder die

„Light“- Fassung derjenigen, die

sich auf eine künstlerische Ausbildung

konzentriert haben. Dazu

gehört die Würdigung der Kapazitäten

eines Ausbildungsinstitutes

ebenso wie die realistische

Einordnung und Aufklärung

der Studierenden.

III. Die „Kunst der Vermittlung“

als Voraussetzung für

„Vermittlung von Kunst“

Die Berufsalltag von Musikerzieherinnen

und – erziehern erfordert

den Umgang mit musikalischen

Erzeugnissen der Popularmusik

ebenso wie die Beschäftigung

mit den didaktischen

Problemen von Gruppenunterricht,

Arbeit mit Erwachsenen

und den Erscheinungen einer

multikulturellen Gesellschaft wie

der Problematik eines nahezu

überbordenden Freizeitverhaltens.

Entwicklungen in der Bildungspolitik,

um nur Stichworte wie

Schulzeitverkürzungen und

Ganztagsschule zu nennen,

zwingen sowohl die Schulmusik

als auch die Musikerziehung zu

Reaktionen. Tätigkeitsfelder in

der Schule werden für Privatmusikerzieher

wie für Musikschulen

zu Optionen. Es entsteht hier ein

neuer Markt, der auch bisher wenig

ausgeschöpfte Aufgabenfelder

der Kirchenmusik einschließt.

Musikerziehung, Schulmusik

und Kirchenmusik sind jedoch

nur unterschiedliche Spielarten

einer „Vermittlungskunst“ mit

dem Ziel der Multiplikation künstlerischen

Wesens. Die Qualifikationsprofile

müssen daher über

die musikpädagogischen Grundfertigkeiten

der Vergangenheit

hinaus gehen.

Von großer Bedeutung ist hierbei

auch die erstarkende Elementare

Musikpädagogik. Nicht nur,

dass die Mehrzahl der zu besetzenden

BAT-Stellen an öffentlichen

Musikschulen an musikalische

Früherziehung, musikalische

Grundausbildung oder Elementare

Musikerziehung gebunden

ist; das lückenlose erstklassische

Angebot an musikalischer

Bildung ist vielmehr die unabdingbare

Voraussetzung, den

„Kulturstandort“ zu erhalten.

Diesen inhaltlichen Fakten stehen

strukturelle Schwierigkeiten

Sommersemester 2004

alla breve


Forum/Tutti

entgegen. Wir müssen den Abbau

der Stellen an Musikschulen

und Kirchengemeinden erleben

und beobachten die Einflussnahme

einer nicht immer verantwortlichen

und nachhaltigen

„Event-Kultur“ und den Wildwuchs

von privaten Anbietern,

die aufgrund des fehlenden

Schutzes der „Labels“ Musiklehrer,

Musikschule, Musiker, Komponist

oder gar „Künstler“ oftmals

nicht ausreichend qualifiziert

sind.

Dadurch entsteht mehr Schaden

als Nutzen. So bedarf es neben

dem künstlerischen Sendungsbewusstsein

hoher kommunikativer

und psychologischer Fähigkeiten,

eines kompetenten und

seriösen kulturpolitischen Engagements,

Fantasie und Energie

zur Erschließung neuer Klientel

und schließlich eine von Diplomatie

getragene Überzeugungskraft,

sich gegen divergierende

Interessen zu behaupten.

Stellen werden zunehmend, in

Kirchengemeinden wie an Musikschulen,

danach besetzt, wie

die Bewerber sich als kommunikative

Persönlichkeiten mit der

Fähigkeit zur vielfältigen und vernetzten

Innovation beweisen.

Meisterkurs für Klavier

und Gesang in Thionville

Bereits im sechsten Jahr in Folge

veranstaltet das Conservatoire

de Musique Thionville vom

14. bis 25. Juli 2004 den “Meisterkurs

für Klavier und Gesang”.

Der Kurs wird geleitet von dem

HMT-Emeritus Prof. Jean Micault

(Klavier), Claudie Verhaeghe

(Gesang) und dem

HMT-Absolventen Thomas

Betz (Klavier). Die Gebühr für

den Kurs beträgt 400,- EURO.

Info und Anmeldung bei: Claudie

Verhaeghe-Micault, Tel.

(0681) 66793. Die Veranstaltungen

sind öffentlich. Am 23.

Juli (19.30 h) und am 25. Juli

(16.30 h) finden Teilnehmerkonzerte

statt.

Die pädagogische Kompetenz

als „Kunst der Vermittlung“ erhält

(auch in der Kirchenmusik) einen

immer höheren Stellenwert.

Die „Vermittlung von Kunst“ ist

wesentlich von dieser Schlüsselkompetenz

abhängig. Der so genannte

„naive Künstler“ ist in eine

Nische abgedrängt. Die neu

zu erschließende Klientel ist dadurch

gekennzeichnet, dass sie

oftmals keinerlei Vorbildung besitzt,

nach ständig neuen Reizen

verlangt und in die vorgeformten

Schemata eines traditionellen

Verständnisses von Musikerziehung

(und Kirchenmusik) nicht

passen will.

Erwachsenen- und Kinderchöre

sind größtenteils Zusammenschlüsse

von Menschen, die an

das Singen herangeführt werden

müssen, für die Literatur erst im

Entstehen begriffen ist oder erstellt

werden muss. Sie existieren

neben den Ensembles von

Spezialisten, deren Qualität sich

immer mehr verbessert, ebenso

wie das Heer der in ihrer Freizeit

musizierenden Menschen ohne

professionelle Ambitionen. Kinder

und Jugendliche bedürfen

der Betreuung, damit sie einen

Zuwachs ihrer Lebensqualität

gewinnen und den notwendigen

Humus für die „Spitzenkultur“ bilden

können. Für alle diese Gruppen

sind produktive Tutoren notwendig.

Eine Musikpädagogik mit dem

Siegel vielfältiger Kompetenzen

ist somit ein gleichberechtigtes

Anliegen von Hochschule neben

der Ausbildung und Förderung

von Nachwuchs für das Konzertpodium.

Mehr noch, keine dieser

Säulen einer Hochschulstatik

kann ohne die andere auf Dauer

existieren.

Daher gilt es auch für die Zukunft,

Wert und Standard einer

qualifizierten Musikpädagogik

ins Bewusstsein zu rücken und

dafür zu werben, dass Lehrende

wie Studierende sich aktiv dieses

wertvollen und immens wichtigen

Aufgabenfeldes annehmen.

TUTTI

29

Nur die Pauken, nicht die

Trompeten - Was Babys

im Mutterleib hören

Ungeborene Kinder hören tiefe

Töne sehr deutlich, während höhere

fast gar nicht bei ihnen ankommen.

Das haben amerikanische

Wissenschaftler herausgefunden,

als sie Schafembryonen

kleine Aufnahmechips ins Innenohr

implantierten. Diese zeichneten

Geräusche so auf, wie sie im

Ohr von Ungeborenen ankommen.

Über ihre Ergebnisse berichten

die Forscher in der Fachzeitschrift

Audiology and Neuro-Otology

(Bd. 8, S. 347).

50 Jahre Musikschule

Saarbrücken

Die Musikschule der Landeshauptstadt

Saarbrücken feiert

in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag.

Sie ist damit die älteste

und traditionsreichste Einrichtung

ihrer Art im Saarland.

Rund 1200 Schülerinnen und

Schüler werden von 60 examinierten

Lehrkräften jede Woche

unterrichtet. Wohl einige zehntausend

Saarbrückerinnen und

Saarbrücker, bis in die Generation

der heute Sechzigjährigen,

haben an dieser Schule musikalische

Erfahrungen gesammelt.

Nicht wenige von ihnen

schafften an unserer Musikhochschule

den Sprung in eine

Profi-Ausbildung. Die Musikschule

Saarbrücken leistet somit

auch für unser Haus eine

wertvolle und unverzichtbare

Basisarbeit.

Fünfzig Jahre Musikschule in

Saarbrücken bedeuten fünfzig

Jahre kontinuierliche musikpädagogische

Qualität und

Vielfalt in unserer Stadt.

Die HFM schließt sich den

Glückwünschen der vielen Gratulanten

an! (red).

alla breve

Sommersemester 2004


30

Die Gebärmutter, das Fruchtwasser

und besonders die Flüssigkeit

in den Ohren der Babys

filtern die hohen Frequenzen

schrillerer Töne nahezu komplett

aus der Vielzahl der Umgebungsgeräusche

heraus, schreiben

Sherri Smith von der Universität

von Florida in Gainesville

und ihre Kollegen. Bei Musik etwa

kann das Ungeborene zwar

die tiefen Vibrationen der Trommeln

wahrnehmen, nicht jedoch

die höheren Töne von Geigen.

Und von Sprache hören die Embryonen

hauptsächlich die Melodie,

die aus den tieferen Vokalen

besteht, während Konsonanten

wegen der höheren Frequenzen

nicht oder nur verzerrt ankommen.

Die Stimme der Mutter beispielsweise

klinge wie die einer Frau

mit einer sehr tiefen Stimme, die

hinter einem schweren Vorhang

aus dickem Stoff sitzt, beschreiben

Smith und Kollegen. Beim

Anhören der Aufnahmen aus

dem Schafinnenohr waren die

Forscher jedoch überrascht, wie

gut einige Sätze trotz dieser Verzerrungen

zu verstehen waren.

Insgesamt seien alle bis auf die

lautesten Geräusche im Mutterleib

angenehm gedämpft, so

dass nach Ansicht der Wissenschaftler

selbst dann, wenn die

werdende Mutter ein lautes

Rockkonzert besucht, keine Gehörschäden

bei dem Ungeborenen

zu befürchten seien.

(ddp/bdw)

Kleine Disk ganz groß

Neue Mini-Disk kann

bis zu 45 Stunden Musik

speichern

Jazz-Syndikat Saarbrücken e.V.

Neuer Kooperationspartner der Hochschule für Musik Saar

Seit Anfang dieses Jahres kooperiert unsere Hochschule

mit dem Jazz-Syndikat Saarbrücken e.V. Der

2002 gegründete und als gemeinnützig anerkannte

Förderverein für Jazz hat sich mittlerweile als Konzertveranstalter

einen guten Namen gemacht. Dem

zeitgenössischen Jazz zugewandt, pflegt der Verein

ein eher weites Jazz-Verständnis und präsentiert sowohl

die regionale und deutsche Szene als auch internationale

Jazz-Größen. Von September 2003 bis März 2004 waren herausragende

Jazzer in Saarbrücken: das Quartett der amerikanischen

Bass-Legende Ron Carter, der geniale Gitarrist Biréli Lagrène,

Gianluigi Trovesi aus Italien, der 71jährige Saxophon-Experimentierer

Heinz Sauer sowie die beiden Deutschland-Premieren

mit der Paris Jazz Big Band und dem feinen oriental groove von

Toufic Farroukh und dessen Absolut Orkestra. Schwerpunkte der

Vereinsarbeit sind der Austausch mit Frankreich und die Vernetzung

von Jazz-Aktivitäten in der Region, wobei sich die für das Programm

des Vereins Verantwortlichen durchaus die Freiheit nehmen,

den Begriff „Region“ im Bedarfsfalle bis nach Paris und Brüssel

oder bis Köln und Basel zu erweitern.

Von April bis Juli 2004 wird das Jazz-Syndikat Konzerte

auf dem Saarbrücker Altstadtfest, in der Bel

Étage in der Spielbank am Deutsch-Französischen

Garten und im WestSide, dem Bistro-Restaurant im

E-Werk auf den Saarterrassen in Burbach, durchführen.

Ins WestSide kommen in einem double feature

bei freiem Eintritt für eine CD-Präsentation das

Ben Sluijs Trio aus Belgien und der luxemburgische

E-Gitarrist Greg Lamy, in der Bel Étage sind

Christina Fuchs

das Christina Fuchs Quartett aus Köln und die Big Band Blue Art

Orchestra aus Nordrhein-Westfalen zu Gast. Das Konzert mit

Christina Fuchs wird in Kooperation mit der Hochschule für Musik

Saar veranstaltet: jazzorientierte Improvisationen mit Kontrabass,

Saxophon, Schlagzeug, Akkordeon und ein wenig “Folklore imaginaire”.

Das Blue Art Orchestra wird von Professor Georg Ruby

geleitet, hat schon zahlreiche Preise gewonnen und verschiedene

Tourneen ins Ausland unternommen. Eine eigenständige Arbeitsweise

in Auswahl und Interpretation zeitgenössischen Materials für

Jazz-Orchester zeichnet diese Big Band aus. Wir wünschen allen

Jazz-Fans (und vor allem auch solchen, die es noch werden wollen!)

viel Vergnügen beim Besuch der Konzerte.

Konzerttermine

22.04. WestSide im E-Werk

Greg Lamy Quartett & Ben Sluijs Trio

29.04. Bel Étage

Christina Fuchs Quartett

27.05 Bel Ètage

Blue Art Orchestra

11.7. Altstadtfest Saarbrücken

„Jazz de Lux(e)“

Jazz aus Luxemburg und Deutschland

u..a. mit der Studio 6 Connection der HFM

Tutti

Sommersemester 2004

Als Datenträger für Musik fristet

in Deutschland die Mini-Disc

(MD) im Vergleich zur CD und zu

MP3-Festspeichern eher ein Nischendasein.

Das will Sony als

Entwickler dieses Speichersystems

nun ändern. Das Ziel: Eine

Mini-Disk mit einer fünffach höheren

Speicherkapazität. Rund

ein Gigabyte Daten - das entspricht

mehreren hundert Musiktiteln

- statt wie bisher 177 Megabyte

sollen auf einer 6,5 Zentialla

breve


Tutti

meter großen MD Platz finden.

Erreicht wird dieses Ziel, laut

New Scientist, wahrscheinlich

durch eine signifikante Verkleinerung

der magnetischen Datenpunkte

auf der MD-Scheibe.

Anders als die rein optischen

Speichermedien CD und DVD

nutzt die Mini-Disc noch digitale

Magnettechnik. Doch geschrieben

und ausgelesen werden diese

Daten dennoch schnell per Infrarot-Laser.

Je nach Temperatur

der Scheibenoberfläche wechseln

die magnetisierbaren Datenpunkte

ihre magnetische Ausrichtung.

Durch einen geschickten,

mehrschichtigen Aufbau

könnte die neue High-Density-MD

sogar kompatibel zur klassischen

Mini-Disk genutzt werden.

Dies ist besonders wichtig,

um mit den ersten HD-MD-Produkten,

die noch in diesem Jahr

auf den Markt kommen sollen, eine

echte Alternative zu Macintoshs

iPod oder schlichten

MP3-Playern zu bieten.

Forum für Flöte und Klavier

Vom 30. Juli bis 08. August 2004

findet in Diekirch (Luxemburg) das

“16. Internationale Forum für Flöte

und Klavier” statt. Dozenten für

Flöte sind die HFM-Lehrkraft Carlo

Jans und die HFM-Professorin

Gaby Pas-Van Riet. Der Kurs bietet

Einzelunterricht, Technik-Gruppenunterricht,

Korrepetition, Kammermusik,

Teilnehmerkonzerte

und Konzerte.

Information:

Forum International

8, rue des Vergers

L – 7338 HEISDORF

Tel: (+352 ) 334308 oder

(+352 ) 021160971

Fax: (+ 352 ) 334309

Email : janfor@pt.lu

Tel : (+33) 3 83824280

oder (+352) 021270630

Fax: (+33) 3 838242280

www.carlojans.com

Verlockend für den Kunden könne

dabei der geringe Preis des

Gigabyte-Datenträgers sein:

Klassische MD sind bereits für

rund einen Euro erhältlich. Anders

als im iPod könnte der neue

Mini-Datenträger wie eine CD

einfach gewechselt und dabei in

einem deutlich kleineren Gerät

als in einem CD-Schreiblaufwerk

mit Daten gefüllt werden. Sony

betrachtet die HD-MD mit einer

Speicherkapazität von bis zu

6000 hochaufgelösten Digitalbildern

auch als eine handliche und

vor allem viel günstigere Alternative

zu den zur Zeit in Digitalkameras

weit verbreiteten Flash-

Speicherkarten. (bdw)

Ein Lied gegen

die Erkältung

Herzhaftes Singen pusht das

Immunsystem

Schon sechzig Minuten Singen

geben dem Immunsystem neuen

Schub. Das haben Frankfurter

Wissenschaftler gezeigt, als sie

bei Chorsängern die Menge der

genannten Immunglobuline vom

Typ A – einer besonderen Art

von Antikörpern – bestimmten.

Über die Pilotstudie berichtet die

Johann Wolfgang Goethe-Universität

in Frankfurt am Main.

An den Werten für Immunoglobulin

A lässt sich die Leistungsfähigkeit

des Immunsystems ablesen.

Diese steigt offenbar bei aktivem

Singen an, fanden Hans

Günther Bastian und Gunter

Kreutz von der Universität in

Frankfurt bei ihrer Untersuchung

heraus: Nach der einstündigen

Probe von Mozarts “Requiem”

war bei den Sängern eines

Frankfurter Kirchenchores diese

so genannte Immunkompetenz

deutlich höher als zuvor. Keine

Wirkung zeigte dagegen allein

das Anhören geistlicher Musik.

Wie der positive Effekt auf das

Immunsystem zustande kommt

und wie lange er anhält, müsse

nun in weiteren Studien geklärt

werden, empfehlen die Wissenschaftler.

Da allein in Deutschland

rund 3,2 Millionen Menschen

in mehr als 60.000 Chören

singen, hätte das Singen möglicherweise

sogar eine gesundheitspolitische

Dimension.

(ddp/bdw)

Zubin Mehta kommt

2005 nach Saarbrücken

(red). Die Musikfestspiele Saar

2005 unter dem Motto “Musica

Italiana” werfen schon jetzt ihre

Schatten voraus. Wie die Organisatoren

mitteilen, kommt

Zubin Mehta, einer der weltweit

angesehensten Dirigenten,

mit dem Orchestra del

Maggio (Florenz) anlässlich

des Festivals zum ersten Mal

in unsere Region.

Vor Antritt seiner großen Welttournee

wird Mehta im Rahmen

der “Musica Italiana” Sinfonien

von Beethoven und

Brahms aufführen. Das Konzert

findet am 2. April 2005 in

der Saarbrücker Congresshalle

statt. Info: 0681-397359.

Warum Musiker

mehr im Hirn haben

Wissenschaftler der

Universität Jena wendet neue

Methode zur Vermessung von

Hirnstrukturen an

31

Musiker haben "mehr" im Hirn.

Zumindest mehr graue Substanz

in bestimmten Regionen, die für

das Hören, Sehen und für die

Kontrolle und Umsetzung von-

Bewegungen verantwortlich

sind. Das haben Dr. Christian

Gaser von der Friedrich-Schiller-Universität

Jena und Prof. Dr.

Gottfried Schlaug von der Harvard

Medical School in Boston

(USA) herausgefunden. Dr. Gaser,

der an der Klinik für Psychiatrie

der Uni Jena forscht, hat gemeinsam

mit dem Bostoner Kollegen

in einer Studie die Hirne

von Profimusikern mit denen von

Amateuren und Nichtmusikern

verglichen. Die Ergebnisse sind

jetzt in der renommierten Fachzeitschrift

"Journal of Neuroscience"

(Okt. 2003 Vol. 23(27),

S. 9240-9245) erschienen.

"Musiker sind beliebte Forschungsobjekte

von Hirnforschern",

weiß Dr. Gaser. Denn

das Spielen eines Instruments

beginnt bereits im frühen Kinde-

alla breve

Sommersemester 2004


32

Tutti

Auch Amateur-Musiker können

ganz schön was im Kopf haben

- wie Hobby-Geiger Albert Einstein

beweist.

salter und stellt hohe Anforderungen

an das Gehör und die

Feinmotorik des Menschen. Darüber

hinaus müssen Musiker

die visuelle Information "schwarzer

Notenpunkte" rasch in Bewegung

der Finger umsetzen.

Impressum

alla breve – Magazin

der Hochschule für Musik Saar

Herausgeber

Der Rektor

der Hochschule für Musik Saar

Bismarckstraße 1,

66111 Saarbrücken

Tel.: 0681/96731-0

Fax: 0681/96731-30

Internet: www.hfm.saarland.de

V.i.S.d.P.:

Prof. Thomas Duis, Rektor

Redaktion und Gestaltung

Thomas Wolter, HFM-Pressestelle

E-Mail: t.wolter@hfm.saarland.de

Auflage: 1.500

Erscheint zu Beginn eines jeden

Semesters

Namentlich gekennzeichnete

Beiträge geben nicht unbedingt die

Meinung der Redaktion wieder.

Bisher wurde in Experimenten

meist die Aktivität ausgewählter

Hirnareale während des Musizierens

bestimmt. "In der von uns

vorgelegten Studie haben wir jedoch

erstmals im gesamten Gehirn

nach Unterschieden zwischen

Musikern, Amateuren und

Nichtmusikern gesucht", erläutert

Dr. Gaser. "Indem wir die

Hirnstrukturen der drei Gruppen

verglichen, konnten wir gleichzeitig

einen Zusammenhang zwischen

der Intensität des absolvierten

musikalischen Trainings

und den unterschiedlichen Anteilen

grauer Substanz herstellen",

so der Jenaer Wissenschaftler

weiter.

Obwohl vieles dafür spricht, dass

das Training von Kindesbeinen

an das "Mehr an grauer Hirnmasse"

bewirkt, steht ein eindeutiger

Beweis noch aus. Den soll

eine neue Studie erbringen.

Die Mathematik

des Rhythmus

Brasilianische Wissenschaftler

analysieren

Rhythmik von Musik

Ob Musik zum Tanzen animiert

oder eher ein intellektuell anregendes

Klangerlebnis bietet,

hängt von der Vielschichtigkeit

ihres Rhythmus ab. Brasilianische

Physiker haben ein Analyseverfahren

entwickelt, mit dem

diese rhythmische Komplexität

von Musik gemessen werden

kann. Damit lassen sich die

durch die Rhythmik bedingten

Schwankungen der Lautstärke

bestimmen und deren Kompliziertheit

in einer Zahl ausdrücken.

Den niedrigsten Wert erhielten

die traditionelle brasilianische

Forró-Musik und Techno,

die höchsten Werte klassische

indische und europäische Musik.

Die Wissenschaftler stellen ihre

Ergebnisse in einer Online-Publikation

vor.

Die Forscher um Heather Jennings

von der Universität von

Alagoas verwendeten für ihre

Analyse ein Verfahren, wie es

ähnlich auch zur Auswertung der

Muster eines Herzschlags oder

von Schwankungen an der Börse

verwendet wird. Damit werteten

sie die Komplexität von vier

Minuten-Abschnitten verschiedener

Musikstücke aus. Am unteren

Ende der Skala rangierte

besonders gut tanzbare Musik

Hanns Eisler -

Musik und

politische Utopie

Institut für Neue Musik der HFM in

Zusammenarbeit mit Netzwerk Musik

Saar und dem Kino Achteinhalb

25. Juni 2004, 11 Uhr, HFM:

Fortbildungsveranstaltung

für Schüler

Moderation: Christoph Keller

26. Juni 2004, 19 Uhr:

Klavier-Recital

Christoph Keller

Werke von Eisler und Wolpe

24.- 27. Juni 2004,

Kino Achteinhalb

Filme mit Musik von Hanns Eisler

27. Juni 2004, 19 Uhr,

HFM-Konzertsaal:

Konzert mit Werken von Hanns

Eisler - u.a. “14 Arten den Regen

zu beschreiben” als Film-Musik

Mit Filmvorführung

Ensemble der HFM

mit stampfenden Rhythmen wie

Techno und Forró.

Zur Überraschung der Forscher

lagen Jazz und Rock ‘n’ Roll im

Mittelfeld etwa gleichauf. Die

komplexeste Rhythmik wiesen

europäische klassische Musik

und die Musik der Hindu auf. Die

Skala sei jedoch kein Qualitätsmaßstab

für Musik, betonen die

Forscher. Sie gebe lediglich an,

welcher Musikstil besser zum

Tanzen und welcher besser zum

Zuhören geeignet sei. (ddp/bdw)

Sommersemester 2004

alla breve

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