Teildruck - Cornelsen Verlag

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Teildruck

Fachoberschulen und

Höhere Berufsfachschulen NRW

Achtung

Lehrplanwechsel!

VWL

Volkswirtschaftslehre


N

VWL . Volkswirtschaftslehre

Höhere Berufsfachschule in Nordrhein-Westfalen

Die VWL . Volkswirtschaftslehre für die 2-jährige Höhere Berufsfachschule in Nordrhein-Westfalen ist genau

auf den neuen, kompetenzorientierten Bildungsplan im Fach VWL ausgerichtet.

Mit diesem modernen Lehrwerk können die Schülerinnen und Schüler

■ gesamtwirtschaftliche und wirtschaftspolitische Modelle, Strukturen und Prozesse verstehen und reflektieren,

■ ökonomische Entscheidungen als Konsumenten, Erwerbstätige und/oder Wirtschaftsbürger/-innen

nachvollziehen und begründen,

■ ihre Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenz stärken.

Zugang zu den Bereichen der im Lehrplan geforderten sechs Handlungsfelder gewinnen die Lernenden über

abwechslungsreiche Anforderungssituationen. Diese orientieren sich an beruflichen, fachlichen, gesellschaftlichen

und persönlichen Themen, die den Schülerinnen und Schülern in ihrem Alltag begegnen.

Die Inhalte des Lehrwerkes decken darüber hinaus die geforderten Lernziele der Anforderungssituationen ab.

Umfangreiche und methodisch vielfältige Aufgabenpools fördern die nötigen Kompetenzen.

Die VWL . Volkswirtschaftslehre behandelt

■ traditionelle volkswirtschaftliche Grundlagenthemen,

■ gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge und wirtschaftspolitische Steuerungsmöglichkeiten,

■ aktuelle Themen wie Globalisierung, Nachhaltigkeit, Wohlstandsgefälle oder soziale Sicherung.

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jedem Abschnitt fassen das Wesentliche zusammen.

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Fachoberschulen und

Höhere Berufsfachschulen NRW

VWL

Volkswirtschaftslehre

Herausgeber:

Franz-Josef Kaiser

Volker Brettschneider

Autoren:

Sylke Behrends

Volker Brettschneider

Franz-Josef Kaiser

Marco Rehm

Michael Schuhen

Michael Weyland

unter Mitarbeit der Verlagsredaktion


Unter Verwendung von Materialien von:

Norbert Damke, Markus Fleitmann, Hans-Peter Hrdina, Ludger Katt, Nicola Pridik

Dorothe Redeker, Saskia Richter

Aktualitätendienst Wirtschaft

Im Internet unter www.cornelsen.de/cbb/akd-wirtschaft

finden Sie regelmäßig aktuelle Unterrichtseinheiten aus dem Bereich Volkswirtschaftslehre

Verlagsredaktion: Dorothe Redeker

Außenredaktion: Dörte Lutvogt, Mainz

Bildredaktion: Christina Fanselow

Layout:

vitaledesign, Berlin

technische Umsetzung: Christoph Berten, Berlin

Umschlaggestaltung: sign, Berlin

Titelfoto:

Punchstock/Image Source

www.cornelsen.de/cbb

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wurden vor Drucklegung sorgfältig auf ihre Aktualität geprüft. Der Verlag übernimmt

keine Gewähr für die Aktualität und den Inhalt dieser Seiten oder solcher, die mit ihnen

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Dieses Werk berücksichtigt die Regeln der reformierten Rechtschreibung

und Zeichensetzung.

1. Auflage, 1. Druck 2013

© 2013 Cornelsen Verlag, Berlin

Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt.

Jede Nutzung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf

der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlages.

Hinweis zu den §§ 46, 52 a UrhG: Weder das Werk noch seine Teile dürfen ohne eine

solche Einwilligung eingescannt und in ein Netzwerk eingestellt oder sonst öffentlich

zugänglich gemacht werden.

Dies gilt auch für Intranets von Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen.

ISBN 978-3-06-450247-5

Inhalt gedruckt auf säurefreiem Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft.

L


Inhaltsverzeichnis

IHandlungsfeld 1 : Unternehmensstrategien und Management 7

1.1 Anforderungssituation: Der Mensch - ein egoistischer Nutzenmaximierer? 8

1.2 Betriebs- und Volkswirtschaftslehre 9

1.3 Denken in Modellen 10

1.4 Bedürfnisse und Bedarf 11

1.5 Prinzipien wirtschaftlichen Handelns 13

1.6 Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten 15

1.7 Wirtschaftssektoren 17

Aufgaben 18

1.8 Anforderungssituation 1.2 20

1.9 Güterknappheit 21

1.10 Güterarten 22

Aufgaben 24

1.11 Anforderungssituation 1.3 26

1.12 Geschichte des Geldes 27

1.13 Funktionen des Geldes 29

1.14 Binnenwert des Geldes 31

1.15 Verschuldung 34

Aufgaben 36

1.16 Anforderungssituation 1.4 38

1.17 Der Wirtschaftskreislauf 39

1.17.1 Wirtschaftskreislauf mit zwei Sektoren 40

1.17.2 Wirtschaftskreislauf mit fünf Sektoren 40

1.17.3 Kritik am Wirtschaftskreislauf 42

Aufgaben 44

IHandlungsfeld 2 : Beschaffung 45

2.1 Anforderungssituation: Vorteile auf dem vollkommenen Markt 46

2.2 Der Markt als Institution 47

2.3 Marktarten 49

2.4 Die Nachfrage 50

2.4.1 Die Nachfragekurve 50

2.4.2 Preiselastizität der Nachfrage 52

2.5 Das Angebot 54

2.5.1 Die Angebotskurve 54

2.5.2 Preiselastizität des Angebots 55

2.6 Preisbildung auf dem vollkommenen Markt 56

Aufgaben 58

3


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

2.7 Anforderungssituation 2.2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

2.8 Gründe für den Außenhandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

2.8.1 Absoluter Kostenvorteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

2.8.2 Komparativer Kostenvorteil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

2.9 Terms of Trade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64

2.10 Handelsbeschränkungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65

2.10.1 Tarifäre Handelshemmnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66

2.10.2 Nichttarifäre Handelshemmnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67

2.11 Internationale Organisationen und Abkommen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69

2.12 Wechselkurssysteme. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

2.12.1 System der freien Wechselkurse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73

2.12.2 System der fixen Wechselkurse. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77

2.12.3 System der Leitkurse und Bandbreiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81

Handlungsfeld 3 : Leistungserstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83

3.1 Anforderungssituation 3.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84

3.2 Volkswirtschaftliche Produktionsfaktoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85

3.3 Arbeitsteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87

3.4 Strukturwandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89

3.5 Verhältnis von Ökonomie und Ökologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 90

3.6 Leitbild der nachhaltigen Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92

3.6.1 Konzept der Nachhaltigkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 92

3.6.2 Agenda 21 und „Europa 2020“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 96

3.7 Anforderungssituation 3.2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98

3.8 Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99

3.9 Das Bruttoinlandsprodukt als Wohlstandsindikator? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105

3.10 Anforderungssituation 3.3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107

3.11 Entwicklung einer Wirtschaftsordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108

3.12 Freie Marktwirtschaft als idealtypische Wirtschaftsordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112

3.13 Soziale Marktwirtschaft als realtypische Wirtschaftsordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116

3.14 Die Zentralverwaltungswirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120

3.15 Ziele staatlicher Wirtschaftspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122

3.16 Träger und Akteure der Wirtschaftspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 126

3.17 Handlungsfelder der Wirtschaftspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129

3.18 Konjunkturzyklus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133

4


Handlungsfeld 4 : Absatz 135

4.1 Anforderungssituation 4.1 136

4.2 Preisbildung auf dem unvollkommenen Markt 137

4.2.1 Preisbildung im unvollkommenen Polypol 137

4.2.2 Preisbildung im unvollkommenen Oligopol 138

4.2.1 Preisbildung im vollkommenen und im unvollkommenen Monopol 139

4.3 Marktversagen 141

4.4 Funktionsfähiger Wettbewerb 143

4.5 Konzentrationstendenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144

4.6 Unternehmenszusammenschlüsse 145

4.7 Die Hüter des Wettbewerbs 150

4.7.1 EU-Kommission 150

4.7.2 Bundeskartellamt und Monopolkommission 151

4.8 Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen 152

4.8.1 Kartellverbot 152

4.8.2 Fusionskontrolle 153

4.8.3 Missbrauchsaufsicht über marktbeherrschende Unternehmen 154

4.8.4 Überprüfung der Vergabe öffentlicher Aufträge 155

Aufgaben 156

4.9 Anforderungssituation 4.2 158

4.10 Geldwertstörungen 159

4.10.1 Inflation 159

4.10.2 Deflation 164

4.11 Außenwert des Geldes 165

4.12 Stellenwert des Euros im weltwirtschaftlichen Kontext 167

Aufgaben 168

4.13 Anforderungssituation 4.3 170

4.14 Zahlungsbilanz 171

4.14.1 Leistungsbilanz 171

4.14.2 Vermögensübertragungs-, Kapital- und Devisenbilanz 173

4.14.3 Die Bedeutung der Zahlungsbilanz 173

4.15 Regionale Handelsabkommen 175

4.16 Die Europäische Union (EU) 177

4.16.1 Die Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) 177

4.16.2 Organe der EU 179

4.16.3 EU-Strukturpolitik 181

4.16.4 Krisenerscheinungen 183

4.17 Globalisierung 186

4.17.1 Antriebskräfte 186

4.17.2 Auswirkungen 187

Aufgaben 189

5


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

Handlungsfeld 5 : Personal. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 191

5.1 Anforderungssituation 5.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192

5.2 Das Sozialstaatsprinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193

5.2.1 Staatliche Transferleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194

5.2.2 Das Sozialbudget . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 194

5.3 Einkommen „gerecht“ verteilen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195

5.4 Gesetzliche Sozialversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197

5.4.1 Krankenversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199

5.4.2 Pflegeversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 202

5.4.3 Rentenversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203

5.4.4 Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 205

5.4.5 Arbeitslosenversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 206

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208

5.5 Anforderungssituation 5.2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210

5.6 Ursachen und Folgen von Arbeitslosigkeit. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211

5.7 Mittel der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214

5.8 Bildungspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218

Handlungsfeld 6 : Investition und Finanzierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219

6.1 Anforderungssituation 6.1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220

6.2 Konjunkturforschung und -prognosen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223

6.3 Anforderungssituation 6.2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224

6.4 Finanzpolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225

6.5 Fiskalpolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229

6.5.1 Nachfragepolitik - Keynesianismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229

6.5.2 Angebotspolitik - Monetarismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 233

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 234

6.6 Anforderungssituation 6.3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236

6.7 Das Europäische System der Zentralbanken . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237

6.8 Zusammenhang von Geldmenge und Inflation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241

6.9 Geldpolitische Instrumente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246

6.9.1 Offenmarktgeschäfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 246

6.9.2 Ständige Fazilitäten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 248

6.9.3 Mindestreservepolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249

6.9.4 Geldpolitische Strategien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249

Aufgaben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253

Glossar. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Bildquellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

6


Mit welchen Themen beschäftigt sich die

Volkswirtschaft?

Warum werden in der Volkswirtschaft Modelle

verwendet?

Welche Bedeutung haben Bedürfnisse in der

Volkswirtschaft?

Welche Prinzipien bestimmen wirtschaftliches

Handeln?

Welche Einflussfaktoren beeinträchtigen

das Konsumverhalten?

Handlungsfeld 1:

Unternehmensstrategien

und

Management


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

ANFORDERUNGSSITUATION

1.1

Der Mensch – ein egoistischer

Nutzenmaximierer?

Ihr Lehrer möchte Ihnen heute etwas Gutes tun. Er hat 5-Cent-Münzen mitgebracht

und möchte diese in der Klasse verteilen. Sie sollen ihm bei der Aufteilung der 5-Cent-

Münzen mithilfe eines Experiments helfen.

Vorbereitung des Experiments

• Teilen Sie die Klasse in zwei Gruppen (A und B) auf.

• Jeder Schüler aus der Gruppe A sucht sich einen Spielpartner aus der Gruppe B.

• Jeder Schüler aus der Gruppe A erhält vom Lehrer zehn 5-Cent-Münzen.

Ablauf des Experiments

Jeder Schüler aus der Gruppe A muss die 5-Cent-Münzen zwischen sich und seinem

Partner aus der Gruppe B aufteilen. Dabei darf er sich mit dem Partner nicht absprechen.

Bedingung ist, dass beide Schüler die 5-Cent-Münzen nur behalten dürfen,

wenn Partner B dem Angebot von Partner A zustimmt. Wenn das Angebot abgelehnt

wird, dann gehen alle 5-Cent-Münzen zurück an den Lehrer und beide Schüler gehen

leer aus.

Die Ergebnisse halten Sie in der folgenden Tabelle für die Klasse fest.

Anzahl der

5-Cent-

Münzen an

Partner A

Anzahl der

5-Cent-

Münzen an

Partner B

Paar 1 Paar 2 Paar 3 … Summe

Muster



Nach der ersten Spielrunde werden die Partnerrollen getauscht, d. h., die Schüler der

Gruppe A gehören jetzt zur Gruppe B und umgekehrt. Die Schüler der neuen Gruppe

A erhalten wieder je zehn 5-Cent-Münzen, die sie zwischen sich und ihrem Partner

aufteilen sollen. Die Spielregeln bleiben die gleichen wie in der ersten Runde. Im

Anschluss wird erneut die Tabelle ausgefüllt und die Summe gebildet.

8

Auswertung des Experiments

1 Was waren Ihre Überlegungen bei der Erstellung Ihres Angebots?

2 Welche Reaktionen haben Sie von Ihrem Partner B erwartet?

3 Begründen Sie die Höhe Ihres

Angebots.

4 Begründen Sie, warum Sie Ihrerseits

das Angebot Ihres Partners angenommen

oder abgelehnt haben.

5 Was wäre das niedrigste Angebot gewesen,

das Sie noch angenommen hätten?

6 Vergleichen Sie Ihre Entscheidungen

mit den typischen Verhaltensweisen des

„Homo oeconomicus“.


1.2 Betriebs- und Volkswirtschaftslehre

1.2

Betriebs- und Volkswirtschaftslehre

Eine Volkswirtschaft besteht aus einer Vielzahl von Menschen, den Wirtschaftssubjekten,

die in einem räumlich abgegrenzten Gebiet leben. Diese treffen wirtschaftliche

Entscheidungen, führen wirtschaftliche Aktivitäten durch und beeinflussen

wirtschaftliche Vorgänge. Menschen entscheiden sich z. B., in Urlaub zu fahren, buchen

eine Reise und nutzen ein Flugzeug. Werden die wirtschaftlichen Prozesse systematisch

betrachtet, so lässt sich die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes analysieren

und die Gesellschaft zum Wohle aller gestalten. Dies ist die Aufgabe der

Wirtschaftswissenschaften. Hierbei ist zwischen Betriebs- und Volkswirtschaftslehre

zu unterscheiden.

Die Aufgabe der Betriebswirtschaftslehre (BWL) besteht darin, aus der Perspektive

des einzelnen Unternehmens das betriebliche Geschehen zu analysieren. Dies

be trifft:

1. das innerbetriebliche Handeln, wie z. B. Beschaffung, Produktion, Absatz, Finanzierung

sowie Forschung und Entwicklung und

2. das zwischenbetriebliche Geschehen, das sich aufgrund wirtschaftlicher Aktivitäten

der Wirtschaftssubjekte entwickelt.

Die Volkswirtschaftslehre (VWL) beschäftigt sich mit den Zuständen, Abläufen

und Abhängigkeiten gesamtwirtschaftlicher Prozesse. In der Auseinandersetzung

mit wirtschaftlichen Fragen ergeben sich vier Aufgabenbereiche:

1. Beschreibung: Die Volkswirtschaftslehre versucht, die wirtschaftlichen Geschehnisse

mithilfe geeigneter Methoden und Begriffe zu beschreiben. Zu den

grundlegenden Begriffen gehören z. B. Bedürfnisse, Güter, Arbeitsteilung, Produktionsfaktoren

und Einkommen. Die Beschreibung wirtschaftlicher Vorgänge

bezieht sich in der Regel auf den abgelaufenen Prozess; z. B. wird untersucht, wie

sich das Preisniveau in einer Periode entwickelt hat.

2. Erklärung: Die Volkswirtschaftslehre versucht, das wirtschaftliche Geschehen

zu erklären. Es wird z. B. untersucht, warum bestimmte Ereignisse so und nicht

anders ablaufen und wie sie zusammenhängen.

3. Prognose: Die Volkswirtschaftslehre versucht den weiteren Verlauf des Wirtschaftsgeschehens

vorherzusagen. Sie möchte z. B. herausfinden, wie sich das

Preisniveau entwickelt und ob die Arbeitslosigkeit steigt oder sinkt. Darüber

hinaus versucht sie darzustellen, wie sich bestimmte wirtschaftspolitische Maßnahmen

in Zukunft auswirken werden. Das Erstellen von Prognosen ist sehr

schwierig und mit Unsicherheiten verbunden. Trotzdem sind Prognosen notwendig,

um Entscheidungen in der Wirtschaftspolitik zu treffen.

4. Politikberatung: In diesem Bereich versucht die Volkswirtschaftslehre aufzuzeigen,

welche Möglichkeiten es gibt, Wirtschaftsprozesse zu beeinflussen und zu

steuern. Wirtschaftspolitik ist eine zentrale Aufgabe der Volkswirtschaftslehre.

Wirtschaftssubjekte

private Haushalte, Unternehmen,

Staat, Banken, Ausland

Die BWL konzentriert sich

auf die Unternehmen und

deren Handlungsfeld,

vgl. Band BWR.

Die VWL beschäftigt sich

mit den gesamtwirtschaftlichen

Zusammenhängen.

Bedürfnisse

Kapitel 1.4

Arbeitsteilung,

Produktionsfaktoren

Kapitel 3.3 und 3.4

Einkommensverteilung

Kapitel 5.3

Preisniveau

Durchschnitt aller

Preise einer Volkswirtschaft

Kapitel 1.14

Arbeitslosenquote

Kapitel 5.6

Wirtschaftspolitik

Kapitel 3.15

Wirtschaftswissenschaften

ÜBERBLICK

Betriebswirtschaftslehre

Volkswirtschaftslehre

9


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

1.3

Denken in Modellen

In einer Volkswirtschaft gehen Millionen von Menschen eine Vielzahl von einzelnen

Aktivitäten nach, wie z. B. kaufen, verkaufen, arbeiten, sparen, produzieren, Arbeitskräfte

einstellen und entlassen. Diese Aktivitäten sind insgesamt kaum zu überschauen.

Deshalb werden in der Volkswirtschaftslehre oft Denkmodelle entwickelt,

um die Wirklichkeit auf eine überschaubare Anzahl von Faktoren und Zusammenhängen

zu reduzieren.

Homo oeconomicus

Kapitel 1.5

Der Vorgang der Modellbildung beruht in den Wirtschaftswissenschaften im Wesentlichen

auf folgenden Prinzipien:

• Durch Aggregation wird eine Vielzahl gleichartiger Elemente zu einer Größe zusammengefasst,

z. B. beinhaltet der Wirtschaftsbereich „Private Haushalte“ alle

Haushalte einer Volkswirtschaft.

• Durch Isolierung werden nicht erfasste Faktoren aus der Betrachtung ausgeschlossen.

Dies ist ähnlich wie in einer Straßenkarte für Autofahrer, wo in der

Regel Fahrrad- und Wanderwege nicht berücksichtigt werden.

• Ökonomische Verhaltensweisen werden oftmals als „mechanische“ Vorgänge

aufgefasst, die nur durch wenige Faktoren bedingt sind. So wird im Modell des

„Homo oeconomicus“ davon ausgegangen, dass der Mensch immer rational

handelt.

In volkswirtschaftlichen Modellen wird in mehrfacher Weise von der ökonomischen

Wirklichkeit abstrahiert. Es werden nicht alle Merkmale und Eigenschaften des Originals

erfasst, vielmehr beschränkt sich der Modell-Konstrukteur auf solche Faktoren,

die für ihn besonders wichtig sind. Unberücksichtigte Phänomene werden so

behandelt, als ob ihr Einfluss konstant bliebe. Reichweite und Aussagekraft von ökonomischen

Modellen sind für die Erklärung realen wirtschaftlichen Verhaltens oftmals

nur dann richtig zu verstehen, wenn die Annahmen bekannt sind, auf denen

die Modellkonstruktion beruht.

Wirtschaftskreislauf

Kapitel 1.17

BEISPIEL

Ein volkswirtschaftliches Denkmodell ist beispielsweise das Modell des Wirtschaftskreislaufs,

in dem die grundlegenden Transaktionen in einer Volkswirtschaft verdeutlicht

werden sollen.

ÜBERBLICK

Ökonomische Modelle ergeben sich,

wenn von der ökonomischen Realität abstrahiert wird durch

Aggregation:

Zusammenfassung

gleichartiger

Elemente zu einer

Größe, z.B. Konsum,

Investition, Haushalte

Isolierung:

Vereinfachung oder

Ausschaltung von

Vorgängen bzw.

Faktoren,

z.B. Vernachlässigung

politischer Prozesse

Mechanisierung:

Reduktion komplexer

zu vereinfachten

Verhaltensannahmen,

z.B. Unternehmertätigkeit,

Verhalten nach

dem Rationalprinzip

10


1.4 Bedürfnisse und Bedarf

1.4

Bedürfnisse und Bedarf

Im Rahmen der Volkswirtschaftslehre werden Wünsche Bedürfnisse genannt und

als zentrale Antriebskräfte des wirtschaftlichen Entscheidens und Handelns angesehen.

Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Diese sind z. B. abhängig vom

Alter, Geschlecht, sozialen und gesellschaftlichen Umfeld, der technischen Entwicklung

und dem Einkommen. Einige Bedürfnisse müssen in der Regel unmittelbar befriedigt

werden, wie z. B. Hunger und Durst. Andere können mittelfristig erfüllt werden,

wie z. B. der Wunsch nach Mobilität oder Geborgenheit.

Wenn sich die Bedürfnisse des Menschen auf ganz bestimmte Güter beziehen und zu

ihrer Befriedigung Kaufkraft vorhanden ist, wird von einem Bedarf gesprochen. Erst

wenn Güter tatsächlich gekauft werden, d. h. der Bedarf am Markt wirksam wird,

handelt es sich um eine Nachfrage.

Bedürfnis Bedarf Nachfrage

Durst

Wunsch

nach Mineralwasser

Kauf einer

Mineralwasserflasche

Güter

Kapitel 1.10

Kaufkraft

das zur Verfügung stehende

Einkommen

Markt

Kapitel 2.2

Nachfragekurve

Kapitel 2.4

Abraham Maslow (1908–1970) unterscheidet fünf Bedürfnisebenen. Aus diesen Bedürfnisebenen

ergibt sich eine sogenannte Bedürfnispyramide.

1. Physiologische Bedürfnisse müssen vor allen anderen Bedürfnissen befriedigt

werden. Sie sind zur Lebenserhaltung unbedingt notwendig, z. B. Essen, Trinken

und Schlaf.

2. Sicherheitsbedürfnisse sind darauf ausgerichtet, dass die physiologischen Bedürfnisse

auch in Zukunft befriedigt werden können, z. B. Altersvorsorge durch

Geldwertstabilität, Ordnung, Gesetze und Regeln.

3. Soziale Bedürfnisse ergeben sich aus den sozialen Kontakten des Individuums

und dem Wunsch nach einem Leben in einer Gemeinschaft, nach Geselligkeit und

Freundschaft.

4. Wertschätzungsbedürfnisse sind darauf ausgerichtet, als Mensch von anderen

Menschen Anerkennung und Bestätigung zu erhalten; nicht selten sind sie eine

wesentliche „Triebfeder“ des Verhaltens.

5. Entwicklungsbedürfnisse zielen auf die sogenannte Selbstverwirklichung des

Menschen ab. Sie beruhen auf dem Wunsch, das Leben gemäß eigener Vorstellungen

zu gestalten.

Nach Maslow wird die Befriedigung eines höherrangigen Bedürfnisses erst angestrebt,

wenn die vorgelagerten Bedürfnisse befriedigt sind. Solange die Grundbedürfnisse

nicht in ausreichendem Maße befriedigt sind, sind sie für das menschliche Verhalten

bestimmend. Erst wenn der Mensch seine Grundbedürfnisse gesättigt hat, ist

er in der Lage, seine sozialen Kontakte auszubauen und zu pflegen. Sind die sozialen

Bedürfnisse und die Wertschätzungsbedürfnisse befriedigt, wird schließlich der

Wunsch nach Selbstverwirklichung größer.

11


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

Rangordnung der Bedürfnisse nach Maslow

Karikatur von Rauschenbach

BEISPIEL

Als Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel strandet, muss er zunächst

seine physiologischen Bedürfnisse befriedigen. Er sucht etwas zu essen

und frisches Wasser. Damit er wieder zu Kräften kommt, schläft er eine

Weile. Danach baut er sich zum Schutz eine kleine Hütte. Mit der Zeit wird

ihm langweilig und er führt Selbstgespräche. Dann irgendwann trifft er

auf seinen Gefährten Freitag, der sein Freund wird und von dem er anerkannt

und bewundert werden möchte. Nachdem Crusoe erkennt, dass er

wohl noch eine Weile auf der Insel leben muss, philosophiert er über den

Sinn des Lebens und versucht, sein Leben auf der Insel nach seinen Vorstellungen

und Wünschen zu gestalten.

An der Theorie von Maslow wird beispielsweise kritisiert, sie treffe nur für den amerikanisch-europäischen

Kulturraum zu. Ferner wird angezweifelt, ob die Entwicklung

der Persönlichkeitsbedürfnisse wirklich dem Aufbau der Stufen im Sinne einer

stufenabhängigen Entwicklung folgt. Gleichwohl besitzt die Theorie bis heute eine

hohe Erklärungskraft, da sie es ermöglicht, menschliche Bedürfnisse und die Möglichkeiten

ihrer Befriedigung systematisch zu analysieren.

ÜBERBLICK

Bedürfnisse sind individuelle Wünsche, die ein Mangelgefühl erzeugen. Sie sind

unbegrenzt und veränderbar. Sie sind die zentrale Antriebskraft wirtschaftlichen

Handelns. Der Bedarf ist ein auf ein bestimmtes Gut bezogenes Bedürfnis, für das

Kaufkraft vorhanden ist. Die Nachfrage ist ein am Markt wirksam gewordener Bedarf.

12

Nach der Bedürfnispyramide gibt es aufsteigend folgende Bedürfnisse: physiologische

Bedürfnisse, Sicherheitsbedürfnisse, soziale Bedürfnisse, Wertschätzungsbedürfnisse,

Entwicklungsbedürfnisse.


1.5 Prinzipien wirtschaftlichen Handelns

1.5

Prinzipien wirtschaftlichen Handelns

Die privaten Haushalte streben z. B. an, möglichst qualitativ hochwertige Güter zu

einem angemessenen Preis zu erhalten bzw. hohe Einkommen zu erzielen, um den

Lebensunterhalt zu sichern. Sie fragen eine Vielzahl von Gütern nach und wollen

dabei ihren persönlichen Nutzen maximieren.

Einkommensverteilung

Kapitel 5.3

In den Wirtschaftswissenschaften wird unterstellt, dass Menschen sich in ihrem wirtschaftlichen

Handeln nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern sich rational verhalten.

Rationales Handeln ist z. B. dadurch bestimmt, dass der Mensch sich seiner

Ziele bewusst ist. Er sucht systematisch nach Mitteln und Wegen, um seine Ziele in

kurzer Zeit und mit geringem Aufwand zu erreichen.

Für die Analyse rationalen Verhaltens der Menschen wurde das Modell des Homo

oeconomicus entwickelt. Der Homo oeconomicus maximiert durch sein Handeln

seinen eigenen Nutzen. Charakteristische Merkmale, die den Homo oeconomicus

auszeichnen, sind:

• Er besitzt eine vollständige Marktübersicht (Markttransparenz), d. h., er kennt alle

Güter mit ihren Preisen und alle Alternativen sind ihm bekannt. Er besitzt somit

eine unbegrenzte Informationsverarbeitungskapazität.

• Durch sein Verhalten versucht er seinen persönlichen Nutzen zu maximieren.

• Er trifft seine Entscheidungen, ohne sich von anderen Personen (Freunde, Bekannte

usw.) beeinflussen zu lassen.

Entsprechend der Modellvorstellung des Homo oeconomicus beruht rationales wirtschaftliches

Handeln auf dem ökonomischen Prinzip. Wirtschaftliche Mittel sollen

danach möglichst effizient bzw. kostengünstig eingesetzt werden, um bestimmte

Ziele zu erreichen. Das ökonomische Prinzip wird häufig auch Wirtschaftlichkeitsprinzip

genannt. Durch das Handeln nach diesem Prinzip soll der Konflikt zwischen

den unbegrenzten Bedürfnissen und den knappen wirtschaftlichen Gütern bzw. begrenzten

Geldmitteln weitgehend entschärft werden.

Das ökonomische Prinzip kann zwei Ausprägungen annehmen:

• Nach dem Maximalprinzip soll mit vorhandenen Mitteln ein möglichst hoher

Ertrag erzielt werden, d. h., beispielsweise sollen mit einer bestimmten Menge

Geld möglichst viele Bedürfnisse befriedigt werden.

• Nach dem Minimalprinzip hingegen soll ein bestimmtes Ziel mit möglichst geringen

Mitteln erreicht werden, d. h., beispielsweise soll für die Befriedigung eines

Bedürfnisses möglichst wenig Geld ausgegeben werden.

Modelle

Kapitel 1.3

In der Realität ist ein

ausschließlich am Homo

oeconomicus orientiertes

Verhalten kaum vorhanden,

da das Modell zu sehr von

realen Verhaltensweisen

ab strahiert.

Güterknappheit

Kapitel 1.9

Geld

Kapitel 1.13

Bedürfnisse

Kapitel 1.4

Marie-Sophie möchte ihr Zimmer verschönern und hat dazu 300 Euro zur Verfügung.

Sie möchte für dieses Geld nicht nur das Zimmer streichen, sondern auch neue Gardinen

und einen neuen Teppich kaufen (Maximalprinzip).

BEISPIEL

Handelt sie hingegen nach dem Minimalprinzip, dann wird sie versuchen, für den

Neuanstrich ihres Zimmers, neue Gardinen und den neuen Teppich möglichst wenig

Geld auszugeben.

Mit dem Verhaltensmodell des Homo oeconomicus ist wirtschaftliches Handeln jedoch

nur in begrenztem Umfang erklärbar.

13


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

In einer erweiterten Modellvorstellung werden deshalb neben Geld auch immaterielle

Werte, wie z. B. Anstrengung, Zeitaufwand und Verzicht auf Bequemlichkeit, in

die Modellbildung einbezogen. Unterstellt wird allerdings weiterhin rationales Handeln.

Das Individuum wägt im Rahmen dieser erweiterten Modellvorstellung beispielsweise

Aufwand in Form von Geldeinheiten und einen höheren Zeitaufwand

gegeneinander ab.

BEISPIEL

Johannes aus Gießen zeigt rationales

Kaufverhalten, wenn er nicht nach

Frankfurt fährt, um dort einen Computer

30 Euro günstiger als in seiner

Heimatstadt einzukaufen. Die Fahrtkosten

und der hohe Zeitaufwand

führen zu höheren „Gesamtkosten“.

Produktionsfaktoren

sind Arbeit, Boden und Kapital

Kapitel 3.2

Gewinnmaximierung,

vgl. Band BWR

Produktionsverfahren,

vgl. Band BWR

Wettbewerb

Kapitel 4.4

In der Realität lässt sich der Mensch

auch bei seinen wirtschaftlichen Aktivitäten

nicht selten durch Spontaneität,

Gewohnheit und Geltungssucht

leiten. So folgen die Menschen

z. B. häufig ihren Gefühlen und treffen

Kaufentscheidungen „aus dem

Bauch“ heraus.

Unternehmen kombinieren die Produktionsfaktoren nach dem ökonomischen Prinzip,

um Güter herzustellen. Dabei streben sie an, diese Güter mit einem möglichst

hohen Gewinn zu verkaufen, d. h., sie streben nach Gewinnmaximierung. Der Gewinn

ergibt sich (vereinfacht) aus der Differenz zwischen dem erzielten Erlös und

den hierfür aufgewandten Kosten. Das Gewinnstreben ist ein entscheidender Faktor

für alle Unternehmen, die im Wettbewerb miteinander stehen. Es treibt z. B. die Entwicklung

von neuen Produktionsverfahren und den technischen Fortschritt voran.

Seine Grenzen findet das Gewinnstreben durch den Wettbewerb am Markt. Bezogen

auf die Funktionsfähigkeit des Marktes besteht die Aufgabe des Staates darin, sicherzustellen,

dass es ein hinreichendes Maß an Konkurrenz gibt und Verstöße gegen den

Wettbewerb verhindert werden.

ÜBERBLICK

Das Modell des Homo oeconomicus erklärt menschliches Verhalten bzw. das Verhalten

privater Haushalte. Die Annahmen zu diesem Modell lauten: rationales Verhalten,

Existenz vollständiger Markttransparenz, unbegrenzte Informationsverarbeitungskapazität

und keine Beeinflussung von Entscheidungen durch andere Menschen.

Handeln nach dem Ökonomischen Prinzip entschärft den Konflikt zwischen unbegrenzten

Bedürfnissen einerseits und knappen Wirtschaftsgütern andererseits. Nach

dem Maximalprinzip soll mit vorhandenen Mitteln ein möglichst hoher Ertrag erzielt

werden. Nach dem Minimalprinzip soll ein gegebenes Ziel mit möglichst geringem

Ressourceneinsatz erreicht werden.

Das wirtschaftliche Ziel privater Haushalte ist die Nutzenmaximierung. Das Ziel der

Unternehmen ist die Gewinnmaximierung.

14


1.6 Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten

1.6

Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten

Wenn der Konsument entscheiden soll, welche Güter er nachfragt oder auf welche

er verzichtet, muss er abwägen, welchen Nutzen der Konsum verschiedener Güter

stiftet. Da die Vorlieben aber sehr unterschiedlich sind, ist auch der Nutzen von

Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Jens, der begeistert Bowling spielt, hegt eine höhere Wertschätzung für einen Bowling-Abend

mit Freunden als für einen Theater-Besuch mit seiner Freundin. Folglich

ist seine Zahlungsbereitschaft für einen Bowling-Abend größer als für einen Theater-

Abend.

BEISPIEL

Unsere Vorlieben sind nicht zuletzt entscheidend dafür, welche Güter wir nachfragen.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, ob der zusätzliche Kauf des gleichen Gutes

einen höheren Nutzen stiftet als der Verzicht darauf. Dieser zusätzliche Nutzen wird

in der Volkswirtschaftslehre als Grenznutzen bezeichnet. Der Wert des Grenznutzens

kann positiv, gleich null oder sogar negativ sein. Nach H. H. Gossen (1810–1858)

nimmt der Grenznutzen eines Gutes mit zunehmender konsumierter Menge ab. Das

sogenannte Gossensche Gesetz wird auch als Sättigungsgesetz bezeichnet.

Abnehmender Grenznutzen

Der Grenznutzen ist der

Nutzen, der entsteht, wenn

eine zusätzliche Einheit eines

gleichen Gutes konsumiert

wird.

Gossensches Gesetz

Kapitel 2.4

Nutzen

Gesamtnutzen

1 2 3 4

Menge

Jan hat sehr großen Hunger und besucht einen Schnellimbiss. Er bestellt sich gleich

vier Portionen Currywurst. Nach der ersten Currywurst fühlt er sich schon besser, er

hat aber immer noch Hunger (positiver Grenznutzen). Nach der zweiten Currywurst ist

er satt (positiver Grenznutzen), aber er denkt, die dritte Portion „geht noch“ (Grenznutzen

= null). Nach der vierten Portion ist ihm allerdings sehr übel (negativer Grenznutzen).

BEISPIEL

Da die Menschen verschiedene Vorlieben und Ansprüche haben, wurden in den Wirtschaftswissenschaften

zusätzliche Erklärungsansätze für das menschliche Konsumverhalten

entwickelt. In diesen Ansätzen werden neben der Ökonomie auch die Psychologie

und die Soziologie zur Erklärung des Konsumverhaltens herangezogen.

Soziologie

Wissenschaft, die sich mit der

Entwicklung und der Struktur

der menschlichen Gesellschaft

beschäftigt

15


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

Psychologie

Wissenschaft, die sich mit den

bewussten und unbewussten

seelischen Vorgängen und Zuständen

sowie deren Ursachen

und Wirkungen beschäftigt

Psychologische Erklärungsansätze versuchen zu ergründen, welchen Einfluss

Emotionen und Einstellungen auf das Entscheidungsverhalten haben. Daneben versuchen

diese Ansätze auch zu erklären, wie Konsumenten Informationen wahrnehmen

und verarbeiten. Beispielsweise kann ein Konsument solche Informationen, die

auf einen zu teuren Kauf hindeuten, unbeabsichtigt ignorieren oder verdrängen. Auf

der anderen Seite sucht er neue Gründe und Argumente dafür zu finden, warum sich

aus der getroffenen Entscheidung Vorteile ergeben.

BEISPIEL

Herr Müller liebt neue Autos, daher kauft er alle zwei Jahre das neueste Modell. Die

hohen Kosten, die dadurch entstehen, versucht er zu kaschieren, indem er sich einredet,

dass er das alte Modell zu einem sehr guten Preis weiterverkaufen konnte. Er verdrängt

unbewusst, dass er letztlich für Autos sehr viel Geld ausgibt.

Soziokulturell

die soziale Gruppe und ihr

kulturelles Wertesystem

betreffend

Soziokulturelle Erklärungsansätze untersuchen im Hinblick auf das Konsumentenverhalten

die Beziehung zwischen dem einzelnen Konsumenten und seiner sozialen

Umwelt. Typische soziokulturelle Ansätze sind das Bezugsgruppenmodell und

das Meinungsführermodell.

Unter Bezugsgruppen versteht man Gruppen, an denen sich der Einzelne in seinem

Verhalten ausrichtet. Hierbei ist es unbedeutend, ob er dieser Gruppe angehört oder

nicht.

BEISPIEL

Die Bezugsgruppen, die das Konsumverhalten von Brigitte beeinflussen, sind die Clique,

die Familie, die Nachbarn, ihre Mitschüler und der Sportverein. Ihr Kleidungsstil

und ihr Kaufverhalten werden von diesen Gruppen weitgehend geprägt.

Das Meinungsführermodell erklärt, warum einige Konsumenten offensichtlich das

Kaufverhalten von Gruppenmitgliedern stärker beeinflussen als andere. Meinungsführer

haben innerhalb einer Gruppe eine Schlüsselstellung. Sie werden von den

Gruppenmitgliedern als besonders sachverständig und kompetent eingeschätzt. Deshalb

nutzen Unternehmen die Massenmedien wie Radio und Fernsehen, um z.B. mit

bekannten Sportlern Werbebotschaften vor allem an Meinungsführer zu senden.

BEISPIEL

Sophia ist in ihre Clique Meinungsführerin bezüglich aktueller Modetrends. Sie ist immer

informiert, was gerade „in“ ist, und sie kleidet sich dementsprechend modisch.

Die anderen Gruppenmitglieder orientieren sich an ihr.

ÜBERBLICK

wirtschaftliche Ansätze

gehen vom Homo oeconomicus aus

und untersuchen im Hinblick auf

Entscheidungen vorrangig die

Wechselbeziehungen zwischen

Einkommen, Güterpreisen

und Bedürfnissen

Konsumentenverhalten

psychologische Ansätze

untersuchen, welche Prozesse bei

Kaufentscheidungen im Inneren

einer Person ablaufen und somit das

menschliche Verhalten beeinflussen

soziokulturelle Ansätze

untersuchen im Hinblick auf

das Konsumentenverhalten

die soziale Umwelt und die

kulturellen Einflüsse

16


1.7 Wirtschaftssektoren

1.7

Wirtschaftssektoren

Abgesehen von wenigen Ausnahmen, bei denen die Unternehmen ihre Produkte direkt

an den Endverbraucher absetzen, sind an der Herstellung und dem Vertrieb von

Produkten verschiedene Unternehmen beteiligt. Daher kann der Unternehmensbereich

in mehrere Wirtschaftssektoren untergliedert werden. So wird zum Beispiel

das für die Herstellung von Brot notwendige Getreide in landwirtschaftlichen Unternehmen

angebaut. Diese Wirtschaftsstufe wird als primärer Wirtschaftssektor bezeichnet.

Sie dient der Gewinnung von Rohstoffen.

Wirtschaftssektoren,

vgl. auch Band BWR

Primärer Wirtschaftssektor

Urproduktion

Zum primären Wirtschaftssektor gehören Unternehmen der Landwirtschaft, Forstwirtschaft,

Fischerei, des Bergbaus sowie Unternehmen der Öl- und Gasgewinnung.

BEISPIEL

Die zweite Wirtschaftsstufe, der sekundäre Wirtschaftssektor, dient der Weiterverarbeitung

der Rohstoffe zu fertigen Erzeugnissen. Hier wird das Getreide mit Hilfe von

Mühlen zu Mehl verarbeitet. Das Mehl wird entweder industriell in Brotfabriken oder

in Bäckereien zu Brot verarbeitet.

Sekundärer Wirtschafts sektor

Unternehmen der Weiterverarbeitung

oder produzierendes

Gewerbe

Zum sekundären Wirtschaftssektor gehören Industrieunternehmen (z. B. Nahrungsmittelindustrie,

Metall verarbeitende Industrie, chemische Industrie, Textilindustrie)

und Handwerksunternehmen (z. B. Nahrungsmittelhandwerk, Schreinerei, Goldschmied).

BEISPIEL

Über den Groß- und Einzelhandel wird das Brot an den Endverbraucher verkauft.

Neben dem Handel sind noch viele andere Unternehmen, wie Banken, Versicherungen

oder Transportunternehmen an der Herstellung und dem Vertrieb des Brotes

beteiligt. Diese Unternehmen zählen zur dritten Wirtschaftsstufe, dem tertiären

Wirtschaftssektor. Zu diesem Sektor gehören alle Unternehmen, die Produkte durch

ihre Tätigkeit verteilen und Dienstleistungen anbieten.

Tertiärer Wirtschaftssektor

Verteilung (Handel) und

Dienst leistungs unternehmen

Zum tertiären Wirtschaftssektor gehören Unternehmen der Verteilung (z. B. Großhandel,

Einzelhandel) und Dienstleistungsbetriebe (z. B. Banken, Versicherungen,

Unternehmen des Fracht und Briefverkehrs, Beratungsunternehmen).

BEISPIEL

Wirtschaftssektoren

ÜBERBLICK

primärer

Wirtschaftssektor

sekundärer

Wirtschaftssektor

tertiärer

Wirtschaftssektor

17


Handlungsfeld 1: Unternehmensstrategien und Management

AUFGABEN

1 Grenzen Sie die Volks- von der Betriebswirtschaftslehre

ab.

2 Erläutern Sie die Aufgaben der Volkswirtschaftslehre

an Beispielen.

3 Auf welchen Prinzipien beruht der Vorgang der

Modellbildung?

4 Warum werden in der Volkswirtschaft Modelle

entwickelt und zur Analyse der Wirtschaftlichkeit

genutzt?

5 Erläutern Sie den „Zwang zu wirtschaften“ anhand

von Beispielen.

6 Unterscheiden Sie Bedürfnisse, Bedarf und

Nachfrage.

7 Erläutern Sie die Bedürfnisebenen nach Maslow

anhand von Beispielen.

8 Wasser ist ein lebenswichtiges Grundnahrungsmittel.

Ist der Grenznutzen eines Glases Wasser

groß oder klein?

9 Welches sind die Grundannahmen der Modellvorstellung

des Homo oeconomicus?

10 Erläutern Sie die Reichweite der Modellvorstellung

des Homo oeconomicus zur Erklärung tatsächlich

wirtschaftlichen Handelns in der Realität.

11 Suchen Sie Beispiele, in denen sich Menschen in

wirtschaftlichen Belangen nicht rational verhalten.

Welches könnten die Gründe sein?

12 Wodurch werden den Unternehmen in ihrem

Streben nach Gewinnmaximierung Grenzen gesetzt?

13 Ermitteln Sie mithilfe eines Fragebogens, welches

Markenbewusstsein in Ihrer Lerngruppe zur Mode

vorherrscht: Für wen sind Marken entscheidendes

Kaufkriterium, für wen andere Gründe ausschlaggebend

(Preis, Funktionalität, Bequemlichkeit

usw.)? Wie würde Maslow diese Kaufmotive in seine

Bedürfnispyramide einordnen?

14 Erläutern Sie den Begriff des Grenznutzens.

15 Welche größeren Anschaffungen haben Sie in den

letzten 12 Monaten getätigt?

a Stellen Sie die ökonomischen und nichtökonomischen

Faktoren zusammen, die zu Ihrer Kaufentscheidung

geführt haben. Welche/welcher der

Faktoren war Ihrer Meinung nach kaufentscheidend?

b Diskutieren Sie anhand der Ergebnisse aus a

inwieweit das Modell des „Homo oeconomicus“

zur Erklärung der Wirklichkeit taugt.

16 Welchen Einfluss hatte Werbung auf Ihre Kaufentscheidung?

Diskutieren Sie in einer

Pro-Kontra-Diskussion „Sollte es Grenzen für

Werbung geben?“

17 Stellen Sie die unterschiedlichen Erklärungsansätze

für das Konsumentenverhalten dar.

Weitere Inhalte von Handlungsfeld 1

1.8 Anforderungssituation 1.2

1.9 Güterknappheit

1.10 Güterarten

Aufgaben

1.11 Anforderungssituation 1.3

1.12 Geschichte des Geldes

1.13 Funktionen des Geldes

1.14 Binnenwert des Geldes

1.15 Verschuldung

Aufgaben

1.16 Anforderungssituation 1.4

1.17 Der Wirtschaftskreislauf

1.17.1 Wirtschaftskreislauf mit zwei Sektoren

1.17.2 Wirtschaftskreislauf mit fünf Sektoren

1.17.3 Kritik am Wirtschaftskreislauf

Aufgaben

18


Warum ist der Markt eine Institution?

Welche Marktarten gibt es?

Wovon hängen Angebot und Nachfrage

auf dem Markt ab?

Wie reagieren Angebot und Nachfrage

auf Preisänderungen?

Wie bildet sich der Preis auf vollkommenen

und unvollkommenen Märkten?

Preis in €

4

3

N

Angebotsüberhang

N < A

A

2

1

Marktpreis

N > A

Nachfrageüberhang

0,5 1 1,5 2 2,5

Gleichge-

wichtsmenge

Menge

in kg

Handlungsfeld 2:

Beschaffung


Handlungsfeld 2: Beschaffung

ANFORDERUNGSSITUATION

2.1

Wettbewerb auf dem Schokoriegelmarkt

Stellen Sie sich vor, Sie haben eine eigene Mischung von Süßigkeiten entwickelt, die

Sie nun verkaufen möchten. Bis jetzt wissen Sie aber nicht, wie viel die Nachfrager

für Ihr Süßigkeiten-Set zu zahlen bereit sind. Um den richtigen Preis herauszufinden,

betreiben Sie in Ihrer Klasse Marktforschung.

Die Nachfragekurve auf dem Schokoriegelmarkt

Versteigern Sie ein Set von drei Schokoriegeln.

Alle Schüler können mit ihrem

in Cent

Preis

eigenen Geld das Schokoriegel-Set ersteigern.

Wenn ein Schüler bei einem

0

Gebot aussteigt, kann er später nicht

10

wieder in die Versteigerung einsteigen.

Die nebenstehende Tabelle füllen Sie


parallel zur Versteigerung aus.

Anzahl der

mitbietenden

Schüler

Muster

a Zeichnen sieht die zugehörige Nachfragekurve.

b Wie verändert sich die Nachfragekurve, wenn die gesamte Klasse gerade gegessen hat

oder wenn die Schokoriegel nicht gemocht werden?

Als Alleinanbieter auf dem Schokoriegelmarkt

Nehmen Sie nun die Rolle eines Alleinanbieters (Monopolisten) auf dem Schokoriegelmarkt

an. Die Produktionskosten pro Schokoriegel-Set betragen 64 Cent. Finden

Sie mithilfe der Nachfragekurve aus dem ersten Experiment heraus, welchen Erlös

und welchen Gewinn Sie als Monopolist aus dem Verkauf von Schokoriegel-Sets erzielen

können. Berechnen Sie dazu in Partnerarbeit, bei welchem Preis der Gewinn

(Erlös minus Kosten) am höchsten ist und ermitteln Sie auf diese Weise den Preis, der

für Sie der beste ist. Nutzen Sie dazu nebenstehende Tabelle.

Verkaufspreis

in Cent

Nachgefragte

Menge

Erlös

in Cent

Kosten

in Cent

Gewinn

in Cent

0

10


Muster

Wettbewerb auf dem Schokoriegelmarkt

Nun ist jeder Schüler Anbieter von Schokoriegel-Sets und muss versuchen, sich auf

dem Markt gegenüber den anderen Anbietern durchzusetzen. Grundlage ist wieder

die Nachfragekurve aus dem ersten Experiment. Die Produktionskosten pro Schokoriegel-Set

betragen 64 Cent. Das Ziel jedes Anbieters ist es, einen möglichst hohen

Gewinn zu erzielen. Aber nur der Schüler, der zum niedrigsten Preis anbietet, verkauft

seine Sets.

46

a Spielen Sie das Spiel über mehrere Runden. Welche Veränderungen können Sie beim

Preis in den verschiedenen Spielrunden feststellen?

b Wie verändern sich Umsatz, Kosten und Gewinn der einzelnen Anbieter?

c Vergleichen Sie die entstandenen Marktpreise auf den beiden Märkten. Können Sie eine

Regel formulieren?


2.2 Der Markt als Institution

2.2

Der Markt als Institution

Das Wort „Markt“ bezeichnet traditionell einen Ort,

an dem Waren regelmäßig gehandelt werden. Beispiele

hierfür sind die Wochenmärkte in vielen

deutschen Städten oder der Fischmarkt in Hamburg.

Wirtschaftswissenschaftler fassen den Begriff

aber noch weiter und verstehen darunter ganz allgemein

das Zusammentreffen von Angebot und

Nachfrage nach einem wirtschaftlichen Gut. Dieses

Zusammentreffen kann an realen Orten, aber auch

im virtuellen Raum des Internets geschehen.

Eine Institution ist ein Begriff für ein stabiles, auf

Dauer angelegtes Regelsystem, das das menschliche

Handeln steuern und damit Unsicherheit vermindern

soll. In diesem Sinne lässt sich auch der

Markt als Institution begreifen: Er führt Verkäufer und Käufer eines Gutes zusammen

und schafft Regeln für deren Verhalten. Auf jedem Markt gibt es sowohl offizielle als

auch inoffizielle Regelungen. Zu den offiziellen Regelungen zählen u. a. die Gesetze

des Handelsgesetzbuches (HGB) und des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Sie geben

z. B. vor, wie man sich beim Kauf eines Gutes verhalten muss und welche Folgen es

haben kann, wenn man einen Vertrag bricht. Bei einem Wochenmarkt gehören zu

den offiziellen Regelungen auch die Marktzeiten und die Gebühren für die Einrichtung

von Marktständen. Inoffizielle Regelungen sind z. B. Preisabsprachen zwischen

den Anbietern einer Ware.

Angebot

Kapitel 2.5

Nachfrage

Kapitel 4.8

HGB und BGB,

vgl. Band BWR

Preisabsprache

Kapitel 4.8

Als ein zentraler Lenkungsmechanismus für wirtschaftliche Aktivitäten hat der

Markt verschiedene Aufgaben und Funktionen zu erfüllen:

Aufgaben und Funktionen des Marktes

Versorgungsfunktion

Der Markt soll für die

bestmögliche Versorgung

der Bevölkerung

mit Gütern sorgen.

Koordinationsfunktion

Der Markt soll Angebot

und Nachfrage

zusammenführen.

Preisbildungsfunktion

Angebot und Nachfrage

bewirken, dass sich

auf dem Markt ein

Preis bildet.

Verteilungsfunktion

Auf dem Markt

werden Waren und

Dienstleistungen

verteilt.

Die zentrale Frage, die Politik und Wirtschaft gleichermaßen bewegt, ist: „Wie müssen

Märkte gestaltet werden, dass alle Beteiligten ökonomische Handlungen zum gegenseitigen

Vorteil ausführen?“ Hieraus ergibt sich vor allem die Frage, wie weit der

Staat, z. B. auf dem Wege der Gesetzgebung, in das Marktgeschehen eingreifen sollte.

Preisabsprachen zwischen verschiedenen Anbietern einer Ware sind zwar vorteilhaft

für die Anbieter, weil das Preisniveau damit künstlich hoch gehalten werden kann.

Sie sind aber so schädlich für den Verbraucher, dass sie im deutschen Wettbewerbsrecht

verboten sind.

BEISPIEL

Preisbildung

Kapitel 2.6 und 4.2

Wettbewerbsrecht

Kapitel 4.8

47


Handlungsfeld 2: Beschaffung

Angebot

Kapitel 2.5

Nachfrage

Kapitel 2.4

Von wesentlicher Bedeutung für das Funktionieren eines Marktes ist auch die Höhe

der Transaktionskosten, die den Marktteilnehmern bei ihren wirtschaftlichen

Aktivitäten entstehen. Zu diesen Transaktionskosten gehören vor allem:

• Such- und Informationskosten,

d. h. Kosten, die zur Beschaffung einer Übersicht über Angebot und Nachfrage

aufgewendet werden müssen,

• Verhandlungs- und Entscheidungskosten,

d. h. Kosten, die für den Abschluss eines Vertrages aufgewendet werden müssen,

z. B. durch das Hinzuziehen eines Rechtsanwalts,

• Vertragsdurchsetzungskosten, Kontroll- und Anpassungskosten,

d. h. Kosten, die für die Kontrolle des Vertrages aufgewendet werden müssen, z. B.

Abschluss einer Schutzversicherung.

BEISPIEL

Transaktionskosten, die dem Konsumenten beim Kauf einer Eigentumswohnung

entstehen können:

––

Such- und Informationskosten: Anzeigen in der Zeitung durchsuchen, Anzeigen für

den Kauf einer Wohnung aufgeben, Makler aufsuchen, Makler beauftragen

––

Verhandlungs- und Entscheidungskosten: Angebote vergleichen, Verhandlungen für

Preise führen

––

Vertragsdurchsetzungskosten, Kontroll- und Anpassungskosten: Sachverständigen

zur Qualitätsüberprüfung der Wohnung beauftragen, Rechtsanwalt für Vertragsvereinbarungen

beauftragen, Wohnung ins Grundbuch eintragen

Wirtschaftliche Strukturen und Prozesse sind dann wirksam gestaltet, wenn die

Transaktionskosten möglichst gering gehalten werden können, d. h., wenn die Kosten

für das Ermitteln von Informationen, die Durchführung von Verhandlungen sowie

die Koordination, Steuerung und Kontrolle minimiert werden können.

ÜBERBLICK

Der Markt ist der Ort, wo Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen. Er ist eine Institution,

die die wirtschaftlichen Aktivitäten der Wirtschaftssubjekte durch offizielle

und inoffizielle Regelungen lenkt.

Transaktionskosten = Handlungskosten eines Wirtschaftssystems

Such- und

Informationskosten

Verhandlungsund

Entscheidungskosten

Vertragsdurchsetzungskosten,

Kontroll- und

Anpassungskosten

48


2.3 Marktarten

2.3

Marktarten

Märkte lassen sich nach verschiedenen Kriterien einteilen. Die wichtigsten

werden im Folgenden genannt.

• Nach räumlichen Kriterien: Es können örtliche (z. B. der Wohnungsmarkt

einer Stadt), regionale (z. B. der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen),

nationale (z. B. der Kapitalmarkt in Deutschland) oder internationale

Märkte (z. B. der Warenmarkt innerhalb der Europäischen Union)

unterschieden werden.

• Nach zeitlichen Kriterien: Es gibt tägliche (z. B. die Wertpapier- oder

Rohstoffbörsen), wöchentliche (z. B. der Wochenmarkt) oder saisonale

Märkte (z. B. Weihnachtsmärkte).

• Nach organisatorischen Kriterien: Auf einem zentralisierten Markt

treffen Angebot und Nachfrage an einem Ort und zu einem bestimmten

Zeitpunkt zusammen (z. B. Wochenmarkt, Börse, Großmarkt, Versteigerungen). Er

ist im Allgemeinen nach festen Regeln und Ordnungen organisiert. Ein dezentralisierter

Markt findet dagegen nicht an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten

Zeitpunkt statt. Er ist in der Regel unorganisiert (z. B. Zusammentreffen

von Käufer und Verkäufer im Sportgeschäft).

• Nach Art der gehandelten Güter: Hier lassen sich z. B. Warenmarkt (Konsumgütermarkt),

Arbeitsmarkt, Immobilienmarkt, Geld- und Kapitalmarkt unterscheiden.

• Nach dem Regulierungsgrad: Greift der Staat z. B. aus politischen Gründen in das

Marktgeschehen ein, indem er z. B. Höchst- oder Mindestpreise festlegt, handelt es

sich um einen regulierten Markt. Wenn der Staat keinen Einfluss auf das Marktgeschehen

nimmt, spricht man von einem freien Markt.

• Nach dem Marktzutritt: Auf einem offenen Markt gibt es keine Zutrittsbeschränkungen;

jeder kann als Anbieter oder Nachfrager auftreten. Ein geschlossener

Markt liegt vor, wenn z. B. aufgrund eines staatlichen Monopols kein Marktzutritt

für neue Anbieter möglich ist.

• Nach Einflussnahme der Marktteilnehmer: Auf einem Verkäufermarkt haben

die Anbieter eine große Verhandlungsmacht (z. B. gab es nach dem Zweiten Weltkrieg

nur wenige Waren im Angebot). Auf einem Käufermarkt hat der Käufer eine

große Verhandlungsmacht. Heute sind die einzelnen Märkte durch ihre enorme

Auswahl an Waren in der Regel Käufermärkte.

• Nach Funktion: Auf einem Beschaffungsmarkt werden Waren und Dienstleistungen

(z. B. Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt) beschafft. Auf dem Absatzmarkt

werden Waren und Dienstleistungen angeboten. Was für den Nachfrager der

Beschaffungsmarkt ist, ist für den Anbieter der Absatzmarkt.

Angebot

Kapitel 2.5

Nachfrage

Kapitel 2.4

Arbeitsmarkt

Kapitel 5.8

Monopol

Kapitel 4.2.1

Gliederungskriterien für Marktarten

ÜBERBLICK

Art der

gehandelten

Güter

räumlich zeitlich organisatorisch

Regulierungsgrad

Marktzutritt

Einflussnahme

der Marktteilnehmer

nach

Funktion

49


Handlungsfeld 2: Beschaffung

2.4

2.4.1

Bedürfnis

Kapitel 1.4

Die Nachfrage

Die Nachfragekurve

Unter Nachfrage wird der Wunsch verstanden, eine bestimmte Ware oder Dienstleistung

zu erwerben, um damit bestimmte Bedürfnisse zu befriedigen. Die Nachfrage

nach einem Gut steigt, wenn der Preis sinkt. Steigt der Preis eines Gutes, dann sinkt

die Nachfrage. Dieses Verhalten wird als das Gesetz der Nachfrage bezeichnet. Dieses

Gesetz gilt allerdings nur dann, wenn alle anderen Einflüsse auf die Nachfrage

unverändert bleiben, das heißt, wenn z. B. Vorlieben nicht berücksichtigt werden, die

Preise ähnlicher Güter oder das Einkommen der Käufer unverändert bleiben.

Die Beziehung zwischen Preis und Menge der nachgefragten Güter lässt sich durch

die Nachfragekurve (N) veranschaulichen, indem die beiden Werte in einem Koordinatensystem

abgetragen werden. Auf der horizontalen Achse (x-Achse) wird die

Menge des Gutes abgetragen und auf der vertikalen Achse (y-Achse) der Preis des

Gutes.

BEISPIEL

Die Nachfragekurve für Kartoffeln auf dem Wochenmarkt in Frankfurt ergibt sich aus

folgender Tabelle.

Preis in €

1,00

2,00

3,00

4,00

Menge in kg

2,0

1,5

1,0

0,5

Preis in €

5

4

3

Höchstpreis

N

2

1

0,5 1 1,5 2 2,5

Sättigungsmenge

Menge in kg

Bei einem Preis von 2,00 € werden 1,5 kg Kartoffeln nachgefragt. Bei einem Preis von

4,00 € hingegen nur noch 0,5 kg. Bei einem niedrigen Preis kaufen die Kunden also

mehr Kartoffeln als bei einem hohen Preis. Erhöht sich der Preis für die Kartoffeln, so

wandert man auf der Nachfragekurve nach links. Sinkt der Preis, so wandert man auf

der Nachfragekurve nach rechts. Die Sättigungsmenge ist erreicht, wenn trotz niedriger

Preise oder kostenloser Abgabe die Nachfrage gegen null geht. Der Höchstpreis

ist erreicht, wenn die Nachfragemenge gegen null tendiert.

Grenznutzen

Kapitel 1.6

Die Nachfragekurve verläuft von links oben nach rechts unten. Diese negative Steigung

kann mithilfe der beiden Gossenschen Gesetze erklärt werden. Das erste Gossensche

Gesetz ist das Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen und wird auch als

Sättigungsgesetz bezeichnet. Der Grenznutzen nimmt nach H. H. Gossen (1810–1958)

mit jeder zusätzlich konsumierten Einheit ab. Dies bedeutet, dass mit steigendem

Konsum eine Sättigung beobachtet werden kann.

50


2.4 Die Nachfrage

Das zweite Gossensche Gesetz ist das Gesetz vom Nutzenausgleich und wird auch

als Grenznutzenausgleichsregel bezeichnet. Haushalte verfügen über ein bestimmtes

Einkommen, welches nicht nur auf ein Gut, sondern auf mehrere Güter verteilt wird,

z. B. isst niemand nur Brot, sondern trinkt auch Wasser. Die Haushalte verteilen ihr

Einkommen z. B. auf zwei verschieden Güter so, dass ein Nutzenmaximum erzielt

wird. Dieses ist dann erreicht, wenn beide Güter im Verhältnis zum Preis den gleichen

Grenznutzen stiften:

Grenznutzen des Gutes 1 Grenznutzen des Gutes 2

=

Preis des Gutes 1 Preis des Gutes 1

1 Laib Brot hat einen Grenznutzen von 10 bei einem Preis von 3 Geldeinheiten.

1 Liter Wasser hat hingegen einen Grenznutzen von 5 und kostet nur 1 Geldeinheit.

Brot = 10 = 3,33

3

Wasser = 5 = 5

1

BEISPIEL

Der Nutzen wird erhöht, wenn mehr Einkommen für Wasser und weniger für Brot verwendet

wird. Dieser Optimierungsprozess kommt erst dann zum Stillstand, wenn gilt:

Grenznutzen von Brot Grenznutzen von Wasser

=

Preis von Brot

Preis von Wasser

Die Nachfrage wird neben dem Preis und der Höhe des verfügbaren Einkommens

noch von anderen Faktoren beeinflusst:

• von der Stärke der Bedürfnisse

• von der Existenz und den Preisen ähnlicher Güter (Substitutionsgüter)

• von der Existenz und den Preisen ergänzender Güter (Komplementärgüter)

• von Mode- und Trenderscheinungen

• von der Qualität der Güter

• von der technischen Entwicklung

• von den Zukunftserwartungen der Nachfrager

Güterarten

Kapitel 1.11

Preisänderungen führen zu Bewegungen auf der Nachfragekurve. Veränderungen der

anderen Einflussgrößen hingegen führen zu einer Verschiebung der Nachfragekurve.

Erhöht sich das Einkommen der Bevölkerung

in einem Land, dann steigt tendenziell die

Nachfrage nach Smartphones. Das höhere

Einkommen verschiebt die Nachfragekurve

nach rechts, weil zu jedem Smartphonepreis

eine höhere Menge nachgefragt wird. Die

Nachfragekurve verschiebt sich ebenfalls

nach rechts, wenn zusätzliche Nachfrager

auf dem Smartphonemarkt auftreten (N 1 ).

Sinkt das Einkommen oder die Anzahl der

Nachfrager, dann verschiebt sich die Nachfragekurve

nach links, weil zu jedem Preis

weniger Smartphones nachgefragt werden

(N 2 ).

Preis (P)

Erhöhung

Reduktion

N 1

N 2

N 0

Menge (x)

BEISPIEL

51


Handlungsfeld 2: Beschaffung

Einen anormalen Verlauf der Nachfragekurve zeigt der sogenannte Snob-Effekt. Hier

haben steigende Preise steigende Nachfragemengen zur Folge. Der Snob-Effekt spielt

insbesondere bei Gütern eine Rolle, deren Marken im Bewusststein der Verbraucher

Statussymbole mit einem hohen Prestige sind. Sinken die Preise, so ist es weniger

erstrebenswert, das Gut zu besitzen. Steigen die Preise, so wird mehr gekauft.

2.4.2

Preiselastizität der Nachfrage

Die Preiselastizität der Nachfrage ist eine Kennzahl, die ausdrückt in welcher Stärke

die Nachfrager auf Preisänderungen reagieren. Sie lässt sich berechnen, indem man

die prozentuale Nachfrageänderung für ein bestimmtes Gut durch die prozentuale

Preisänderung dieses Gutes dividiert. Um eine positive Kennzahl zu erhalten, wird

das Ergebnis dieser Division häufig mit –1 multipliziert.

Preiselastizität der Nachfrage (E N ) =

Änderung der Nachfrage in %

· –1

Änderung des Preises in %

Die Nachfrage wird als elastisch bezeichnet, wenn Preisänderungen relativ große

Mengenänderungen bewirken, also die Preiselastizität größer als 1 ist. Verändert sich

die Nachfragemenge nach Preisänderungen kaum, wird von einer unelastischen

Nachfrage gesprochen. Für die Preiselastizität gilt dann: E N < 1.

Die Preiselastizität der Nachfrage hängt sehr stark von der Art der Güter ab. Bei Gütern,

die dringend benötigt werden und für die keine Alternativen existieren, verändert

eine Preiserhöhung die Nachfragemenge kaum ( unelastische Nachfrage). Kann

hingegen ein Gut durch ein anderes ersetzt werden, führt eine Preisänderung zu einer

großen Nachfrageänderung ( elastische Nachfrage).

BEISPIEL

Die Preisforderung für Flachbildmonitore wird um 20 % von 500 Euro auf 400 Euro

reduziert. Die Nachfrage erhöht sich um 100 %, d. h. von 10 000 Stück auf 20 000

Stück.

Preiselastizität der Nachfrage (E N ) = 100 % · –1 = 5,0

–20 %

Die Preissenkungsstrategie

der Anbieter wird „belohnt“.

Die Umsätze steigen von

5 Mio. Euro auf 8. . Mio. Euro.

Umgekehrt wäre eine Erhöhung

der Preise mit einem hohen

Nachfragerückgang verbunden.

52


2.4 Die Nachfrage

Der Preis pro Liter Heizöl steigt um 25 % von bisher 0,40 Euro auf 0,50 Euro.

Die Verbraucher senken die Nachfrage um 10 %, d. h. von 5 000 Liter auf 4 500 Liter.

Preiselastizität der Nachfrage (E N ) = –10 % · –1 = 0,4

25 %

BEISPIEL

Aufgrund der unelastischen Nachfrage wird die erhöhte Preisforderung nicht

„bestraft“. Die Umsätze steigen von 2 000 Euro auf 2 250 Euro. Umgekehrt würde sich

eine Preissenkung nicht lohnen. Der negative Effekt der Preissenkung würde durch

eine entsprechende Nachfrageerhöhung nicht ausgeglichen.

Bei vollkommen elastischer Nachfrage kann jede beliebige Menge zum geforderten

Preis abgesetzt werden. Dieser Fall könnte vorliegen, wenn wegen fehlender Kapazitäten

die aktuelle Nachfrage nicht befriedigt werden kann. Bei vollkommen

unelastischer Nachfrage ist jeder Preis durchsetzbar, da die Nachfrager ihre Kaufmenge

nicht anpassen. Es handelt sich um Güter, für die nur bestimmte Mengen

benötigt werden und für die es keine Ersatzgüter gibt.

Vollkommen elastische Nachfrage: Buchbestseller, der innerhalb weniger Stunden

nach Erscheinen restlos ausverkauft ist, da die Nachfrage unterschätzt wurde.

Vollkommen unelastische Nachfrage: Benzinpreis für Fahrten zum Arbeitsplatz, sofern

Ausweichmöglichkeiten nicht gegeben sind.

BEISPIEL

Das Gesetz der Nachfrage besagt, dass die Nachfrage steigt, wenn der Preis sinkt

bzw. die Nachfrage sinkt, wenn der Preis steigt.

P Elastizität > 1

elastische

Nachfrage

P Elastizität < 1

unelastische

Nachfrage

P

Sonderfälle

N

vollkommen

unelastisch

ÜBERBLICK

N

N

vollkommen

elastisch

N

x

x

x

Beim Snob-Effekt verhält es sich umgekehrt: Bei steigenden Preisen steigt die Nachfrage

und bei sinkenden Preisen sinkt die Nachfrage.

53


Handlungsfeld 2: Beschaffung

2.5

2.5.1

Das Angebot

Die Angebotskurve

Die Beziehung zwischen Preis und angebotener Menge an Gütern lässt sich mit der

Angebotskurve (A) abbilden. Unternehmen legen fest, bei welchen Preisen sie sich

mit welchen Angebotsmengen am Marktgeschehen beteiligen. Verkaufspreise und

Verkaufsmengen bestimmen die Verkaufserlöse. Die Verkaufserlöse sollten zumindest

kostendeckend sein und darüber hinaus Gewinne ermöglichen (Gewinnmaximierung).

Unternehmen erhöhen im Regelfall ihr Angebot, wenn sie bei sonst gleichen

Bedingungen höhere Preise für ihr Produkt am Markt erzielen können.

Andererseits wird angenommen, dass die Angebotsmengen gesenkt werden, wenn

die Marktpreise sinken (Gesetz des Angebots).

BEISPIEL

Die Angebotskurve für Kartoffen auf dem Frankfurter Wochenmarkt ergibt sich aus

folgender Tabelle.

Preis in €

Preis in €

1,00

2,00

3,00

3,50

Menge in kg

0,50

1,50

2,50

3,00

5

4

3

2

A

1

0,5 1 1,5 2 2,5 3,0

Menge in kg

Die Verkäufer bieten mehr Kartoffeln an, wenn der Preis hoch ist.

54

Konjunktur

Kapitel 6.1

Produktionsfaktoren

Kapitel 3.2

Die dargestellte Angebotskurve ist unter der Bedingung erstellt, dass alle anderen

Einflussfaktoren auf das Angebot gleich bleiben. Allerdings verschiebt sie sich als

Ganzes, sobald sich andere Einflussfaktoren als der Preis verändern. Die Kurve verschiebt

sich nach rechts, wenn zum selben Preis mehr angeboten wird. Sie verschiebt

sich nach links, wenn zum selben Preis weniger angeboten wird.

Die Faktoren, welche die Angebotskurve verschieben können, sind z. B.:

• der für das Gut erzielbare Preis

• die Kosten und Zielsetzungen der einzelnen Anbieter

• die Konkurrenzsituation auf dem Absatzmarkt

• die Existenz und die Preise anderer Güter

• die saisonalen Einflüsse

• die gesetzlichen Rahmenbedingungen vom Staat

• die Konjunkturlage

Der wichtigste Einflussfaktor sind die Kosten und die Verfügbarkeit der benötigten

Produktionsfaktoren.


2.5 Das Angebot

Anreiz- und Informationsfunktion von Preisen

(…) Die Preise beeinflussen also, wie viele Güter produziert werden, je nachdem, ob

die Nachfrage steigt oder sinkt. Aber sie bewirken noch mehr. Sie regen zu neuen Aktivitäten

an und führen zu vielen Erfindungen. Wenn der Benzinpreis steigt, stürzen

sich Unternehmen auf so genannte erneuerbare Energien (wie die Atom- oder Sonnenenergie)

in der Hoffnung, dort große Profite erzielen zu können. Gleichzeitig

achten die Verbraucher bei steigenden Benzinpreisen stärker darauf, den so kostbar

gewordenen Rohstoff Öl nicht unnötig zu verschwenden. (…)

Quelle: Fourcans, A., Die Welt der Wirtschaft, Frankfurt/New York 1998, S. 36 f.

2.5.2

Preiselastizität des Angebots

Die Preiselastizität des Angebots ist eine Kennzahl, die ausdrückt, wie sich Preisänderungen

auf die Angebotsmenge auswirken. Sie lässt sich berechnen, indem man

die prozentuale Angebotsmengenänderung für ein bestimmtes Gut durch die prozentuale

Preisänderung dieses Gutes dividiert.

Preiselastizität des Angebots (E A ) =

Änderung der Angebotsmenge in %

Änderung des Preises in %

Sind Güterproduzenten im Rahmen ihrer technischen Möglichkeiten in der Lage,

ihre Produktionskapazitäten sehr schnell an eine veränderte Marktlage anzupassen,

so reagieren sie elastisch auf Preisveränderungen. Ist aber die Anpassung aus

technischen Gründen nicht möglich, so reagieren Produzenten unelastisch. Im Extremfall

sind Güterproduzenten kurzfristig überhaupt nicht in der Lage, ihre Produktionskapazitäten

anzupassen. Das Güterangebot ist in diesem Fall vollkommen

unelastisch.

Nach dem Gesetz des Angebots steigt das Angebot bei steigenden Preisen;

bei sinkenden Preisen nimmt das Angebot entsprechend ab.

ÜBERBLICK

P Elastizität > 1

P Elastizität < 1

P

Sonderfälle

elastisches

Angebot

unelastisches

Angebot

A

vollkommen

unelastisch

A

A

vollkommen

elastisch

A

x

x

x

55


Handlungsfeld 2: Beschaffung

2.6

Preisbildung auf dem vollkommenen

Markt

Werden die Nachfragekurve und die Angebotskurve zusammengefügt, so ergibt sich

das Bild des vollständigen Marktes mit beiden Marktseiten.

BEISPIEL

Auf dem Kartoffelmarkt in

Frankfurt ergibt sich bei

1,5 kg Kartoffeln ein Gleichgewichtspreis

von 2,00 Euro.

Die gesamte nachgefragte

Menge entspricht in diesem

Punkt der angebotenen

Menge.

Preis in €

4

3

2

1

N

Angebotsüberhang

N < A

Marktpreis

N > A

Nachfrageüberhang

A

0,5 1 1,5 2 2,5

Gleichgewichtsmenge

Menge

in kg

Angebotsüberhang

Nachfragelücke

Nachfrageüberhang

Angebotslücke

Der Gleichgewichtspreis ist der Preis, bei dem sich Angebot und Nachfrage treffen.

Bei Preisen ober- und unterhalb des Gleichgewichtspreises ergibt sich ein Angebotsoder

ein Nachfrageüberhang. Ein Angebotsüberhang (Nachfragelücke) liegt vor,

wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt. In diesem Fall können die Anbieter nicht

alle Produkte verkaufen, da die Angebotspreise zu hoch sind. Bei einem Nachfrageüberhang

(Angebotslücke) ist die Nachfrage höher als das Angebot, da die Preise für

ein Marktgleichgewicht zu niedrig sind. Ein Angebotsüberhang wird später durch

sinkende Preise und eine verringerte Güterproduktion, ein Nachfrageüberhang

durch steigende Preise und erhöhte Güterproduktion beseitigt. Somit wird immer

wieder ein Marktgleichgewicht hergestellt.

Die Preisvorstellungen der Nachfrager orientieren sich im Regelfall an bestimmten

Höchstgrenzen. Sie verzichten auf Kaufhandlungen, wenn der Marktpreis über ihrem

Limit liegt. Liegt der Marktpreis unter dem Limit, so profitieren sie von der Marktsituation.

Sie erzielen eine Nachfragerente (Konsumentenrente) in Höhe der Differenz

zwischen Marktpreis und ihrem Limit. Ihre Ausgaben sind in diesem Fall niedriger

als erwartet, da sie auch einen höheren Marktpreis akzeptiert hätten. Entspricht

der Marktpreis genau ihrem Limit, so entscheiden sie sich ebenfalls für den Kauf. Sie

gelten in diesem Fall als Grenznachfrager. Bei einem noch höheren Marktpreis würde

hingegen kein Geschäftsabschluss zustande kommen.

Preisvorstellungen der Verkäufer sind im Regelfall Mindestpreise. Sie ziehen ihr Angebot

zurück, wenn der Marktpreis unter ihrem Limit liegt. Liegt der Marktpreis darüber,

so profitieren sie von der Marktsituation. Sie erzielen eine Anbieterrente (Produzentenrente)

in Höhe der Differenz zwischen Marktpreis und ihrem Limit. Ihre

Einnahmen sind in diesem Fall höher als erwartet, da sie auch einen niedrigeren

Marktpreis akzeptiert hätten. Entspricht der Marktpreis genau dem Limit der Anbieter,

so verkaufen sie ebenfalls. Sie gelten in diesem Fall als Grenz anbieter. Bei einem

niedrigeren Marktpreis würde kein Geschäftsabschluss zustande kommen.

56


2.6 Preisbildung auf dem vollkommenen Markt

Das beschriebene Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage beruht auf dem Modell

des sogenannten vollkommenen Marktes. Diesen liegen die folgenden Annahmen

zugrunde:

• Alle Güter sind homogen, d. h., sie unterscheiden sich weder durch Qualität, Aufmachung

oder Farbe noch durch Geschmack oder Verpackung (Beispiel: Banknoten,

Aktien, Rohöl in Barrel, Edelmetalle in Unzen).

• Es gibt keine persönlichen Präferenzen. Die Entscheidungen werden unabhängig

von anderen Personen getroffen; z. B. wird ein Anbieter, der besonders freundlich

ist, nicht bevorzugt.

• Es gibt keine räumlichen Präferenzen. Kaufentscheidungen werden z. B. nicht

durch einen besonders günstigen Standort beeinflusst.

• Es bestehen keine zeitlichen Präferenzen, d. h., es gibt keine Lieferfristen oder

Abnahmetermine. Die Anbieter können sofort liefern und die Nachfrager sind

bereit, die Güter sofort entgegenzunehmen.

• Es herrscht vollkommene Markttransparenz. Anbieter und Nachfrager verfügen

über sämtliche Informationen. Die Anbieter kennen die Preise und Mengen,

zu denen die Nachfrager ein Gut kaufen wollen. Die Nachfrager wissen wiederum,

zu welchen Preisen und Mengen die Anbieter ein Gut verkaufen möchten.

Standortwahl,

vgl. Band BWR

Lieferbedingungen,

vgl. Band BWR

Obwohl in der Realität vollkommene Märkte nicht existieren, sind die Modellannahmen

des vollkommenen Marktes und damit die Vorstellungen der idealen Preisbildung

ein geeignetes Instrument zur Analyse des Marktgeschehens.

Beim Angebotsüberhang ist das Angebot größer als die Nachfrage. Die Preise müssen

sinken, damit der Überschuss verkauft werden kann. Beim Nachfrageüberhang

ist das Angebot kleiner als die Nachfrage. Die Preise müssen steigen, damit der Markt

„geräumt“ wird. Der Gleichgewichtspreis ist dann erreicht, wenn die nachgefragte

Menge der angebotenen Menge entspricht.

ÜBERBLICK

Die Konsumentenrente ergibt sich aus der Differenz zwischen Marktpreis und Limitpreis

des Nachfragers, die Produzentenrente hingegen aus der Differenz zwischen

Marktpreis und Mindestpreis des Anbieters.

Grenznachfrager sind alle Käufer, deren Limitpreis mit dem tatsächlichen Marktpreis

übereinstimmt. Grenz anbieter sind alle Verkäufer, deren Mindestpreis mit dem tatsächlichen

Marktpreis übereinstimmt.

Annahmen im Modell des vollkommenen Marktes

homogene

Güter

keine

persönlichen

Präferenzen

keine

räumlichen

Präferenzen

keine

zeitlichen

Präferenzen

Markttransparenz

57


Handlungsfeld 2: Beschaffung

AUFGABEN

1 Erläutern Sie die verschiedenen Funktionen des

Marktes anhand von konkreten Beispielen.

2 Ein Stahlproduzent aus Siegen benötigt in Zukunft

größere Mengen an Erz zur Stahlproduktion.

Aus diesem Grund möchte er den Erzmarkt der Europäischen

Union zur Beschaffung des Erzes nutzen.

a Welche Transaktionskosten muss der Stahlproduzent

beachten?

b Wie verändern sich die Transaktionskosten, wenn

das Erz aus dem asiatischen Wirtschaftsraum

importiert werden soll?

4 Annahme: Die Angebotskurve für ein Investitionsgut

kennzeichne sich durch untenstehenden Verlauf.

Preis (p)

A 2

A 1

3 Auf dem Wochenmarkt in Aachen bietet ein Bäcker

Aachener Printen an. Die Gesamtnachfragetabelle

sieht wie folgt aus:

Preis in €/kg

Nachfragemenge

in kg/Monat

28,50 100

27,00 110

25,50 120

24,00 130

23,00 140

21,00 150

20,00 160

19,00 170

17,50 180

a Stellen Sie die Beziehung zwischen dem jeweiligen

Preis und der zugehörigen Menge grafisch dar und

beschreiben Sie den Zusammenhang in eigenen

Worten.

b Benennen Sie mögliche Einflussfaktoren, die zu

einer Verschiebung der Nachfragekurve im vorliegenden

Beispiel führen würden.

c Erläutern Sie die verschiedenen Einflussfaktoren,

die die Angebotsmenge im vorliegenden Beispiel

bestimmen.

d Bestimmen Sie für das vorliegende Beispiel die

Preiselastizität der Nachfrage und entscheiden

Sie, ob es sinnvoll ist, den Preis von 21 auf

23 Euro zu erhöhen. Welchen Wert darf die

Preiselastizität höchstens annehmen, damit ein

gewinnmaximierender Kaufmann den Preis

erhöhen kann?

Menge (x)

a Warum erhöht sich tendenziell in offenen Märkten

das Angebot eines Gutes, wenn die Produzenten

erwarten, dass die Preise für das Gut steigen?

b Die Angebotskurve 1 (Zeitpunkt 1) kennzeichnet

sich durch einen elastischen Verlauf. Begründen

Sie die Aussage und machen Sie die Folgen deutlich.

c Welche Ursachen könnte eine Verschiebung der

Angebotskurve von A1 nach A2 (Zeitpunkt 2)

haben?

5 Erläutern Sie die Begriffe Produzenten- und Konsumentenrente.

6 Erläutern Sie, was man unter den drei Eigenschaften

eines vollkommenen Marktes versteht und prüfen Sie,

ob es in der Realität Märkte gibt, für die

a alle drei Eigenschaften,

b genau zwei Eigenschaften,

c genau eine Eigenschaft,

d keine der Eigenschaften

erfüllt sind

58


7 Die Preise bilden sich auf einem vollkommenen Markt

mit vielen Anbietern und Nachfragern (Polypol)

durch den Ausgleich verschiedenen Interessen von

Anbieter und Nachfrager.

a Welche gegensätzlichen Interessen haben die

Anbieter und Nachfrager auf einem solchen Markt?

b Begründen Sie, warum sich die Preisbildung auf

einem solchen Markt selbstständig reguliert.

c Benennen Sie die Vorteile, die für die Marktbeteiligten

entstehen, wenn Produkte auf einem

solchen Markt zum Gleichgewichtspreis verkauft

werden.

8 Auf dem vollkommenen Markt für Postkarten der

Stadt Siegen hat ein Marktforschungsinstitut die

folgende Nachfragetabelle und Angebotstabelle

ermittelt:

Nachfragetabelle

Angebotstabelle

Preis Menge Preis Menge

0,00 17.000 0,00 0

0,50 12.000 0,50 800

1,00 8.000 1,00 1.400

1,50 4.500 1,50 4.900

2,00 2.000 2,00 6.000

2,50 1.800 2,50 9.800

3,00 0 3,00 18.000

a Bestimmen Sie die Angebots- und Nachfragekurve

in einem Diagramm.

b Zeichnen Sie folgende Punkte in das Diagramm

ein: Gleichgewichtspreis, Höchstpreis und Sättigungsmenge.

9 Wählen Sie die richtigen Aussagen aus. Für die

Preisbildung gilt:

a Der Preis stellt den in Geld ausgedrückten

Tauschwert einer Ware dar.

b Der Gleichgewichtspreis ist für alle Marktteilnehmer

stets der beste Preis.

c Der Höchstpreis ist erreicht, wenn niemand mehr

kaufen möchte.

d Die Sättigungsmenge ist erreicht, wenn kein

Anbieter das Gut nachfragt.

e Die Nachfragekurve verläuft von links oben nach

rechts unten.

f Wenn die Einkommen der Verbraucher steigen,

verschiebt sich die Nachfragekurve nach links

und es bildet sich ein neuer Preis.

g Im Falle vermehrter Einfuhren verlagert sich die

Angebotskurve nach oben und der Preis sinkt.

h Die Preiselastizität der Nachfrage gibt an, in

welchem Maß die Nachfrager auf eine Preisänderung

reagieren.

i Wenn die Preiselastizität groß ist, spricht man

von einer elastischen Nachfrage, d. h., die

Nachfrage reagiert kaum auf Preisänderungen.

j Reagieren die Nachfrager auf Preissenkungen mit

Reaktionen, die über dem Prozentsatz der Preisänderung

liegen, spricht man von elastischer

Nachfrage.

10 Wählen Sie die richtigen Aussagen aus. Durch

folgende Maßnahmen wird die Nachfrage nach

Computern sehr wahrscheinlich steigen, wenn alle

sonstigen Bedingungen gleich bleiben

(„ceteris paribus“):

a Die Mehrwertsteuer wird erhöht.

b Die Zinsen für Dispositions- und Kontokorrentkredite

sinken.

c Die Konkurrenz senkt die Preise.

d Es kommen neue Anbieter auf den Markt.

e Die staatlichen Zuschüsse für Existenzgründungen

werden erhöht.

f Das Kindergeld wird erhöht.

g Die Einkommensteuer wird deutlich gesenkt.

h In der Computerbranche werden Mindestlöhne

eingeführt.

AUFGABEN

59


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