Kernaussagen der Antwort - Die Linke. - Landtagsfraktion Sachsen ...

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Kernaussagen der Antwort - Die Linke. - Landtagsfraktion Sachsen ...

Fraktion im Landtag

von Sachsen-Anhalt

Schulsozialarbeit – Auswertung der Antwort der Landesregierung

auf eine Große Anfrage der Fraktion DIE LINKE

1. Umfang der Sozialpädagogischen Arbeit an den Schulen

Schulsozialarbeit wird derzeit im Rahmen des ESF-Programms „Projekte zur

Vermeidung von Schulversagen und zur Senkung des vorzeitigen

Schulabbruchs“(Schulerfolg sichern!) gefördert, darüber hinaus werden weitere

Vorhaben der Schulsozialarbeit im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung

durchgeführt, u.a. im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets.

Programm Schulerfolg sichern:

Im Schuljahr 2009 / 2010 waren 178 Schulen einbezogen, in den Schuljahren 2010 /

2011 und 2011 / 2012 211.

Nach Schulformen gegliedert, sind das folgende Beteiligungsraten:

Schulform Schuljahr 2009 / 2010

() Absolute Zahl der beteiligten Schulen

Berufsbildende Schulen 53 % (17) 62,5 % (20)

Förderschulen 26 % (32) 34,5 % (41)

Grundschulen 1,3 % (7) 2,5 % (14)

Gymnasien 3,75 % (3) 5 % (4)

Integrierte Gesamtschulen 50 % (3) 50 % (4)

Kooperative

100 % (3) 100 % (3)

Gesamtschulen

Sekundarschulen 63 % (112) 72 % (125)

Schuljahre 2010 / 2011

und 2011 / 2012

() Absolute Zahl der beteiligten Schulen

Weitere Projekte außerhalb des EFS-Programms im Rahmen der kommunalen

Selbstverwaltung nach Rückmeldung der Landkreise und kreisfreien Städte:

Schulform

Projekte

Berufsbildende Schulen 6

Förderschulen 21

Grundschulen 44

Gymnasien 2

Integrierte Gesamtschulen -

Kooperative

-

Gesamtschulen

Sekundarschulen 26

Schulformübergreifend 5

Verbund Sekundarschule / 1

Gymnasium

(Landschulheim

Grovesmühle)

Summe 105


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An einigen Schulen arbeiten Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter aus dem ESF-

Programm und solche aus anderen Programmen gemeinsam:

Landkreis / Kreisfreie Stadt

Schulen mit Schulsozialarbeit aus

mehreren Programmen

Altmarkkreis Salzwedel

1 Berufsbildende Schule

Anhalt Bitterfeld

1 Förderschule, 5 Sek.Schulen, 1 freie

Schule

Jerichower Land 3 Grundschulen, 1 Förderschule, 1

Sek.Schule, 1 Berufsbildende Schule

Saalekreis

1 Sek.Schule

Landkreis Stendal 1 Förderschule, 2 Sek.Schulen, 1

Berufsbildende Schule

Wittenberg

1 Sek.Schule

Halle 2 Förderschulen, 1 Sek.Schule, 1

Berufsbildende Schule

(Stand 2012 nach Rückmeldung durch die Landkreise und kreisfreie Städte)

Im Zentrum des ESF-Programms „Schulerfolg sichern!“ stehen die Sekundarschulen.

Im Schuljahr 2009 / 2010 wurden 67,3 % der Schülerinnen und Schüler von

Sekundarschulen mit diesem Programm erreicht, die Zahl stieg im Schuljahr 2010 /

2011 auf 73,2 % und blieb 2011 / 2012 stabil (73,1 %) (Differenzen zur Tabelle

entstehen offenbar aus leichten Veränderungen bei der Gesamt-Schulzahl).

Die meisten Schülerinnen und Schüler werden im Landkreis Wittenberg (100 %) und

im Altmarkkreis Satzwedel (90,1 %) erreicht, die wenigsten in Anhalt Bitterfeld (29,1

%) und Magdeburg (32,5 %).

Mit Projekten der Schulsozialarbeit im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung –

also außerhalb des ESF-Programms - werden u.a. im Altmarkkreis Salzwedel, im

Landkreis Stendal und im Landkreis Anhalt Bitterfeld alle Schülerinnen und Schüler

an den Berufsbildenden Schulen erreicht, im Saalekreis jede dritte Grundschülerin

bzw. jeder dritte Grundschüler, in Mansfeld Südharz ca. 50 % der

Sekundarschülerinnen und –schüler und über 30 % der Gymnasiastinnen und

Gymnasiasten.

Die Unterschiede zwischen den Landkreisen in beiden „Säulen“ der Schulsozialarbeit

(ESF-Programm „Schulerfolg sichern!“ einerseits und weitere Programme

andererseits) sind erheblich und in diesen Größenordnungen nicht allein durch

unterschiedliche Bedarfslagen zu erklären.

Offenbar ist es gelungen, neben den unmittelbaren Projektträgern der

Schulsozialarbeitsprojekte eine große Zahl weiterer Kooperationspartner aus dem

Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sowie weiterer Bereiche einzubeziehen. Die

Schulbehörden erfassen diese Kooperationen nicht. Sie liegen in der Verantwortung

der Schulen. Nach Rückfrage in den Landkreisen und kreisfreien Städten wurde eine

Liste zusammengestellt, die der Antwort der Landesregierung beigefügt ist

(Fachämter der Landratsämter, Volkshochschulen, Theater, Jugendklubs, Polizei,

Wirtschaft, Arbeitsagenturen, Sport, Beratungsstellen, …)


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2. Ergebnisse der sozialpädagogischen Arbeit an Schulen

Ziel

Entsprechend der Förderrichtlinie für den Einsatz der Europäischen Sozialfondsmittel

steht die Senkung der Zahl der Schülerinnen und Schüler, die keinen Abschluss der

Sekundarstufe I erreichen, im Zentrum des Programms „Schulerfolg sichern!“. Die in

Sachsen-Anhalt durchgeführten Projekte der Schulsozialarbeit sind aber inhaltlich

erheblich breiter aufgestellt. Eine Bewertung der Programmergebnisse allein an der

Quote der sogenannten Schulversagerinnen und –versager ist nicht zielführend. So

nennt die Landesregierung daneben auch Verbesserung des Schul- und

Klassenklimas, die Förderung von Sozialkompetenzen, die Initiierung von

Schulentwicklung, die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Eltern und

außerschulischen Partnern.

Es ist aber dennoch unbefriedigend, wenn in der bisherigen Laufzeit des Programms

die Zahl der Schülerinnen und Schüler ohne Sekundarstufen I Abschluss sogar noch

zugenommen hat und der Zielwert verfehlt wird:

2009 2010 2011

Sekundarschulen 6,0 % 6,3 % 6,6 %

Gesamtschulen 5,0 % 4,4 % 5,1 %

Förderschulen 75,9 % 80,4 % 78,4 %

Im Bereich der Sekundarschulen gibt es nur im Landkreis Stendal über die drei Jahre

eine positive Entwicklung. Schwerpunkt ist die Landeshauptstadt Magdeburg mit

2011 15 % der Schülerinnen und Schüler an Sekundarschulen, die keinen Abschluss

erreichen, bei deutlich steigender Tendenz. Halle verharrt auf relativ hohem Niveau

(ca. 10 %), problematisch ebenfalls das Jerichower Land. Die besten Werte erreicht

der Landkreis Harz.

Die Ausbildungen im Berufsvorbereitungsjahr und in der Einjährigen

Berufsfachschule, die den Hauptschulabschluss ermöglichen soll, haben nach wie

vor eine sehr hohe Misserfolgsquote:

2009 2010 2011

Teilnehmerzahl 1.988 1.719 1.458

Quote ohne

Hauptschulabschlu

ss

81,2 % 84,8 % 74,8 %

Insgesamt muss die Hauptursache in dem immer noch sehr hohen Anteil von

Förderschülerinnen und –schülern gesehen werden, die überwiegend keinen

Hauptschulabschluss erreichen. Hinzu tritt, dass die Bildungsanschlüsse nach

Beendigung der Fö.-Schule Lernen nicht optimal gestaltet sind (das ist der größte

Förderschulbereich).


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Nach zahlreichen Arbeitsbesuchen sehen wir einen wichtigen Erfolg des Programms

darin, dass der Stellenwert sozialpädagogischer Arbeit an den Schulen besser

erkannt wird und Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese

Aufgaben sensibilisiert wurden, sich Kompetenzen herausbilden, neue Perspektiven

für die pädagogische Arbeit eröffnet werden und sich eine konstruktive

Zusammenarbeit von Lehrerinnen und Lehrern und Fachkräften der Sozialpädagogik

entwickelt. Die Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter haben mit ihrer

engagierten Arbeit daran hohen Anteil. Wo sie eingesetzt sind, ist ihre Tätigkeit zum

unverzichtbaren Bestandteil der schulischen Arbeit geworden. Die Landesregierung

kommt zu ähnlichen Einschätzungen.

Die Bewertungen der Landesregierung werden nicht nach Schulformen differenziert,

das sehen wir als Mangel.

In der Antwort verzichtet die Landesregierung auch darauf, diese Aussagen durch

Studien, Erhebungen u.ä. zu untermauern.

Einen Schwerpunkt bei der Sicherung des Schulerfolgs sehen wir in der

Einbeziehung der Elternhäuser. Die Landesregierung bescheinigt hier den Projekten

und der Tätigkeit der Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter gute Erfolge. Projekte,

die auf die Zusammenarbeit mit Eltern gerichtet sind, sollen besonders gefördert

werden.

Im Schuljahr 2010 / 2011 nahm Elternarbeit und Elterntraining durchschnittlich 7,3 %

der Arbeitszeit der Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter ein (Bandbreite 0 bis 22

%). Unterschiede zwischen den Schulformen seien nicht signifikant. Insgesamt

wurden im Schuljahr 2010 / 2011 8.100 Mütter und Väter erreicht. Der Anteil der

ausdrücklich auf Elternarbeit gerichteten Projekte („bildungsbezogene Angebote“) ist

in diesem Schuljahr (2012 / 2013) deutlich gestiegen (7,2%). Die Zentrale

Koordinierungsstelle hat auf die Bedeutung ganzheitlicher Ansätze bei der

Projektkonzipierung nach Anregung des MK hingewiesen.

3. Fortbildung

Insgesamt haben die Fortbildungsveranstaltungen eine beachtliche und steigende

Zahl von Lehrerinnen und Lehrern erreicht.

Es ist aber offenbar davon auszugehen, dass die Mehrheit der Lehrkräfte weder an

den auswärtigen noch an den vor Ort in den Schulen stattfindenden Veranstaltungen

teilnimmt.

Die Antwort der Landesregierung enthält eine Themenübersicht der

sozialpädagogisch orientierten Angebote des LISA im Rahmen der Haushaltsmittel

des Landes und des ESF. Inwieweit das Angebot ausgewogen ist, muss noch mit

Praktikerinnen und Praktikern analysiert werden. Bemerkenswert ist, welche

Veranstaltungen mangels Teilnamemeldungen ausfallen mussten: Sucht und Drogen

(Ziel bbSch), ein ganzes Angebotsbündel für Fö-Sch (Drogen, Sucht,

selbstbestimmtes und selbständiges Leben, Rechtsextremismus-Strategien,

Rechtsextremismus-Symbole, Familienplanung) sowie für Sek-Sch (Sekten und

Mobbing), weiterhin die Kurse zum Aufbau von Schlichtergruppen. (Die Anlagen 11 und 12

hierzu doppeln sich offenbar weitgehend, beim Vergleichen stößt man auf den netten Schreibfehler: ‘„Sekundarschulenten“ in

unserer Schule‘ statt ‚Sekten in unserer Schule‘.)


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Bei den Veranstaltungen vor Ort wechseln die „Hits“ bei den Lehrerinnen und

Lehrern

Meistbesuchte

Veranstaltungen

() Teilnehmerinnen

und Teilnehmer /

Zahl der

Veranstaltungen

2009 / 2010 2010 / 2011 2011 / 2012

Amok (523/14) Stress (665/36) Verhaltensschulun

Gewalt (486/18) Verhaltensschulun g (1133/48)

Verhaltensschulun g (616/35)

Stress (392/17)

g (361/18)

Gewalt (224/13) Gewalt (295/12)

Fortbildungen, die sich an Lehrkräfte und Fachkräfte der Schulsozialarbeit

gemeinsam richten, wurden offenbar ausschließlich bei der Zentralen

Koordinierungsstelle erfasst (Zahlen regionaler Angebote fehlen hier, gewisse

Hinweise gibt es in den ergänzenden Kleinen Anfragen).

2009 / 2010 2010 / 2011 2011 / 2012

Veranstaltungen 29 15 24

Teilnehmerinnen

und Teilnehmer

790 870 700

Die Netzwerkstellen in den Landkreisen haben im Gesamtförderkonzept des ESF-

Programms keine Fortbildungsaufgaben im Zusammenwirken mit dem LISA bzw.

dem Landesverwaltungsamt. Diese Aufgabe fällt der Zentralen Koordinierungsstelle

zu.

Dennoch bieten die Netzwerkstellen zum Teil regionale Fortbildungen an. Die

meisten Angebote unterbreiteten in den vergangenen drei Schuljahren die

Netzwerkstellen in Wittenberg (24), Anhalt Bitterfeld (18) und Magdeburg (18).

Die derzeit 22 in Sachsen-Anhalt tätigen Beratungslehrkräfte (BLK) (vollständig

abgeordnet an das Referat 12 des Landesschulamtes) können an den Fortbildungen

der Zentralen Koordinierungsstelle (DKJS) und der Netzwerkstellen teilnehmen. An

den Veranstaltungen der DKJS gibt es eine rege Teilnahme der BLK; in den

Landkreisen und kreisfreien Städten wird die Teilnahme zum Teil nicht genau erfasst,

aber fast alle weisen aus, dass BLK teilnehmen. Im Jerichower Land und in

Wittenberg wird vermerkt, dass in letzter Zeit (2001 und 2012) BLK an keiner

Veranstaltung mehr teilnehmen.

Von Seiten der Landesregierung wird mit den BLK die Erwartung verbunden, dass

sie ebenfalls zur Sicherung des Schulerfolgs beitragen und mit der Jugendhilfe,

weiteren Partnern und insbesondere mit den Fachkräften der Schulsozialarbeit im

Rahmen des Projekts „Schulerfolg sichern!“ kooperieren.

4. Anträge und Bewilligungsverfahren

A. Anträge zu Projekten der Schulsozialarbeit - gemäß Ziffer 4. der

Förderrichtlinie umfasst das:


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- sozialpädagogische Hilfen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen

Schwierigkeiten, etwa auf Grund sozialer Benachteiligungen oder individueller

Beeinträchtigungen, z. B. bei Lern- und Verhaltensstörungen, sozialen

Auffälligkeiten oder massiver Gefährdung des Schulerfolgs durch

Einzelfallarbeit, Hilfen bei beruflicher Orientierung, Sozialpädagogische

Kleingruppenarbeit, Einzelberatungen in besonderen Problemlagen;

- offene sozialpädagogisch orientierte Angebote für alle Schülerinnen und

Schüler, und zwar Arbeit mit Gruppen in der außerunterrichtlichen Zeit,

Mitwirkung an Schulprojekten, Projekttagen, Organisation von

außerunterrichtlichen Veranstaltungen, Arbeit mit sozialpädagogischem

Anspruch in Klassengemeinschaften, Einrichtung spezifischer

freizeitpädagogischer Angebote;

- ergänzende und begleitende Aktivitäten durch

Elternarbeit, Anbahnung und Pflege von Kontakten mit Behörden,

Beratungseinrichtungen, gewünschte sozialpädagogische Beratung von

Institutionen und Einzelpersonen, Gemeinwesenarbeit, Gewinnung von

Fremdkräften für Veranstaltungen und Angebote an der Schule, Schaffung

schulischer Kommunikationsorte.

Eine Erfassung nach den Schwerpunkten 1 bis 3 und eine Erfassung der Zahl der

nichtbewilligten Anträge erfolgt nicht. Die Zahlen in den Antworten IV. 1. und IV. 2

sowie 5. Stimmen nicht exakt überein

Anzahl der Anträge

2009 / 2010 2010 / 2011 und

2011 / 2012

2012 / 2013 und

2013 / 2014

Anträge/Projekte 178 226 219

Laufzeiten

In den Schuljahren 2009 / 2010 bis 2011 / 2012 hatten

6 Projekte eine Laufzeit von unter zwei Jahren

17 Projekte eine Laufzeit von 2 Jahren

178 Projekte haben eine Anschlussbewilligung, so dass sie länger als zwei Jahre

laufen.

Bewertung einzelner Schwerpunkte in den Anträgen

Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Besonderheiten von Mädchen und Jungen

in den Projektkonzepten:

Fast alle Konzepte berücksichtigen das, lediglich im Bördekreis 2 Konzeptionen für

die Arbeit in den Schuljahrgängen 2010 / 2011 und 2011 / 2012 nicht.

Berücksichtigung der Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen mit

Migrationshintergrund

Der Landesregierung ist keine Aussage möglich.

Berücksichtigung der Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen mit

sonderpädagogischem Förderbedarf oder mit Behinderung

Der Landesregierung ist keine Aussage möglich.


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Berücksichtigung der Zusammenarbeit mit den Eltern

Alle eingereichten Konzeptionen berücksichtigen das.

Einige Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter bemängelten zu unseren

Arbeitsbesuchen, dass sie bei den Anträgen „allein gelassen sind“ oder auf

eingereichte Materialien keine Reaktion erfolge. Deshalb bliebe unklar, warum

Anträge abgelehnt wurden, die Ursachen hätten nicht beseitigt werden können, auch

eine Berücksichtigung von möglichen Ablehnungsgründen bei Folgeanträgen fiele

schwer.

In der Antwort der Landesregierung wird darauf verwiesen, dass auch

Kultusministerium und Zentrale Koordinierungsstelle nach den ersten beiden

Antragrunden Handlungsbedarf sehen.

Im September 2011 fand eine „prozessorientierte Werkstatt“ mit 55 Teilnehmerinnen

und Teilnehmern aus Schule und Jugendhilfe statt. Eine Handreichung wurde über

das Schulverwaltungsblatt und die Homepage der Zentralen Koordinierungsstelle zur

Verfügung gestellt.

Darüber hinaus gab es vier Beratungen in den Regionen Jerichower Land,

Saalekreis, Wittenberg und Halle. Ca. 100 Beratungen führte die Zentrale

Koordinierungsstelle zur Antragstellung auf telefonischem oder schriftlichem Wege

durch.

In der dritten Förderperiode waren von den 219 Anträgen für bedarfsorientierte

Schulsozialarbeit 63 verbesserungsbedürftig, 22 davon wiesen wesentliche Mängel

auf.

B. Anträge zur Förderung von bildungsbezogenen Angeboten - gemäß

Ziffer 5. der Förderrichtlinie umfasst das:

a) individuelle Förderung von Schülern, z. B. geschlechtsspezifische

Fördermaßnahmen, Förderkurse für versetzungsgefährdete Schüler sowie

Fördermaßnahmen für ausländische Schüler, Kurse in der unterrichtsfreien

Zeit,

b) bedarfsorientierter Einsatz zusätzlichen Personals für die Diagnostik an

Schulen und für notwendige Clearingverfahren,

c) bedarfsorientierte Fortbildungen für Lehrkräfte z. B. zum Thema

„Frühzeitiges Erkennen von Schulversagen, Möglichkeiten der Prävention

und der individuellen Förderung“, „Berücksichtigung der Heterogenität der

Lernenden“, Tandem-Fortbildungen für Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter,

d) Erarbeitung und Vorstellung von Arbeitsmaterialien für Lehrkräfte, z. B.

„best practice“ - Erläuterungen, Handreichungen zur Thematik,

e) Umsetzung von Konzepten zur Veränderung der Lehr- und Lernkultur.

Eine Untergliederung nach Maßnahmen, die innerhalb der Schule und solchen, die

außerhalb von Schulen stattfinden, erfolgt nicht. Für die Schuljahre 2009 / 2010 und

2010 / 2011 wurden auch keine Schwerpunkte (s.o.) gesondert erfasst. Ab 2011 /

2012 liegt eine differenzierte Übersicht vor:

Die Gesamtzahl der Anträge wächst.


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Die übergroße Mehrheit richtet sich auf die individuelle Förderung von Schülerinnen

und Schülern (Buchstabe a)), mit Abstand folgt aber mit zunehmender Tendenz die

bedarfsorientierte Fortbildung für Lehrkräfte (Buchstabe c)), danach Konzepte zur

Lehr- und Lernkultur sowie Erarbeitung von Arbeitsmaterialien für Lehrkräfte (beides

mit deutlich steigender Tendenz). Vorhaben nach Buchstaben b) spielen kaum eine

Rolle.

Die meisten Projekte finden an Sekundarschulen statt, eine hohe Beteiligung weisen

auch berufsbildende Schulen und Gesamtschulen sowie Förderschulen auf.

Schulübergreifende Projekte gibt es nur wenige: 2011 / 2012 4, 2012 / 2013

7.

Im Schuljahr 2009 / 2010 wurden in diesem Förderkomplex insgesamt 274 Projekte,

2010 / 2011 106 und 2011 / 2012 131 Projekte bearbeitet.

Die Bildungsbezogenen Angebote verteilen sich nach Landkreisen / kreisfreien

Städten:

Landkreis Schuljahr 2009

/ 2010, 1.

Halbjahr

Fördergebiet

Nord

Anhalt

Bitterfeld

Schuljahr 2009

/ 2010, 2.

Halbjahr

Schuljahr 2010

/ 2011

1 1 3 3

Landkreis - 8 11 14

Börde

Dessau 5 9 10 13

Harzkreis 1 10 10 10

Jerichower 13 8 11 7

Land

Magdeburg 12 9 10 17

Altmarkkreis 1 4 8 8

Salzwedel

Landkreis 7 6 6 8

Stendal

Salzlandkreis 2 13 6 13

Wittenberg 2 3 3

Fördergebiet

Süd

Halle 3 7 9 1

Saalekreis 5 10 11 15

Schuljahr 2011

/ 2012

Burgenlandkrei - 5 8 8

s

Mansfeld 4 - 1 3

Südharz

(Achtung: die Zahlen in den Anlagen stimmen nicht exakt überein mit den

summarischen Angaben der Landesregierung im Text)

Auch hier wird eine regional sehr unterschiedliche Nutzung dieser Projekte deutlich.


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Schulübergreifende Projekte, die in der Förderrichtlinie ausdrücklich vorgesehen

sind, wurden wenig durchgeführt.

Die starke Schwankung in der Zahl führt die Landesregierung auf eine Änderung der

Förderrichtlinie zurück (die Projektlaufzeit wurde auf ein Schuljahr erhöht und die

Fördersumme angepasst, durch weniger Anträge sollte der Verwaltungsaufwand

gesenkt werden).

Die Erteilung der Bewilligungsbescheide lag 2009 zum Teil weit nach dem

Schuljahresbeginn.

Erst im Oktober, November, zum Teil Dezember wurden im Schuljahr 2009 / 2010 im

Fördergebiet Nord 20 von insgesamt 42 und im Fördergebiet Süd 8 von insgesamt

12 Bescheiden erteilt.

Für die Jahre 2010 und 2011 werden keine Angaben über die Zeitpunkte der

Erteilung der Förderbescheide gemacht, so dass der Effekt der

Verwaltungsvereinfachung auf der Grundlage der Antwort der Landesregierung nicht

bewertet werden kann.

Ungeachtet dessen zeigen sich auch in diesem Jahr wieder erhebliche Probleme bei

der Bewilligung von Anträgen.

Bewertung einzelner Schwerpunkte in den Anträgen

Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Besonderheiten von Mädchen und Jungen

in den Projektkonzepten

Der Landesregierung ist keine Aussage möglich.

Berücksichtigung der Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen mit

Migrationshintergrund

Der Landesregierung ist keine Aussage möglich.

Berücksichtigung der Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen mit

sonderpädagogischem Förderbedarf oder mit Behinderung

Der Landesregierung ist keine Aussage möglich.

Berücksichtigung der Zusammenarbeit mit den Eltern

Der Landesregierung ist keine Aussage möglich.

Die Landesregierung stellt lediglich eine Übersicht zur Verfügung, wo Eltern als

Zielgruppe genannt werden (z.B. Elternstammtische). Hierbei handelt es sich um

eine relativ kleine Zahl von Projekten, die aber wächst: 2012 / 2013 werden je 4

solche Angebote an bbSch, Fö-Sch und Gesamt-Sch gefördert, 9 an Sek-Schulen

und 1 an Grund-Sch (an Gym 0). Die meisten davon in Anhalt Bitterfeld und Halle.

Auch zu den Projekten dieses Förderkomplexes führten einige

Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter zu unseren Arbeitsbesuchen

ähnliche Kritiken wie zur bedarfsorientierten Schulsozialarbeit an.

In der Antwort der Landesregierung wird darauf verwiesen, dass die Beantragung der

Projekte zu bildungsbezogenen Angeboten zunächst nur sehr schleppend in Gang

kam. Daraufhin haben Bewilligungsbehörde, Zentrale Koordinierungsstelle sowie die

beiden Fachministerien Beratungen zur Konzepterstellung und Überarbeitung


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angeboten. Die Angebote würden bis heute rege angenommen. Darüber hinaus hat

das MK ein Hinweismaterial im Schulverwaltungsblatt veröffentlicht.

5. Personalausstattung

Die Landesregierung verweist darauf, dass Aussagen nur zu jenen Fachkräften

möglich sind, die im Rahmen des ESF-Programms gefördert werden. Die weiteren

Fachkräfte, die im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung eingesetzt werden

(z.B. mit Mitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket), werden nicht erfasst.

Die Übersichten über die Personalsituation weisen auf einige Probleme hin:

Teilzeitbeschäftigung / unbesetzte Stellen:

Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter

Schuljahr 2009 /

2010

Schuljahr 2010 /

2011

Schuljahr 2011 /

2012

Gesamt 252 262 265

Vollzeitstellen 137 201 203

Unbesetzte Stellen 2 17 15

(nach Anlage 16, Achtung: hinsichtlich des Beschäftigungsumfangs weisen die

Anlagen 16 und 18 Differenzen auf)

Die Mehrheit der Beschäftigten ist in Vollzeit (40 Wochenstunden) eingesetzt.

Dennoch arbeitet ein beachtlicher Teil der Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter in

Teilzeit bis zu 1 Wochenstunde (0,025 VbE). Den großen Anteil von

Teilzeitbeschäftigung halten wir sowohl aus sozialen als auch aus inhaltlichen

Gründen für problematisch.

Teilzeitbeschäftigung

Netzwerkkoordinatorinnen und -koordinatoren

Haushaltsjahr

2010

Haushaltsjahr

2011

Haushaltsjahr

2012

Gesamt 21 26 27

Teilzeitstellen 10 15 16

Landkreise / kreisfreie

Städte mit

Netzwerkstellen mit

Teilzeitkoordinatorinn

en/-koordinatoren

Jerichower Land

Magdeburg

Altmarkkreis

Salzwedel

Burgenlandkreis

Halle

Saalekreis

Anhalt Bitterfeld

Jerichower Land

Magdeburg

Altmarkkreis

Salzwedel

Burgenlandkreis

Halle

Saalekreis

Anhalt Bitterfeld

Jerichower Land

Magdeburg

Altmarkkreis

Salzwedel

Burgenlandkreis

Halle

Saalekreis

(die genauen Zahlen aufgeschlüsselt nach Landkreisen und kreisfreien Städten

liegen vor)

In den Netzwerkstellen der Landeshauptstadt Magdeburg gab es 2011 und 2012

häufigere Wechsel bei den Koordinatorinnen und Koordinatoren.


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Alle Verwaltungskräfte werden in Teilzeit beschäftigt.

Alle Fachkräfte in den regionalen Netzwerkstellen sind ausschließlich für diese

Tätigkeit eingesetzt mit Ausnahme vom Altmarkkreis Salzwedel in den Schuljahren

2009 / 2010 und 2011 / 2012, wo die Fachkraft auch als Schulsozialarbeiterin

eingesetzt war (Schulsozialarbeiterin mit 0,075 VbE bzw. 0,8 VbE /

Netzwerkkoordinatorin mit 0,125 VbE bzw. 0,2 VbE).

Qualifikation

Die Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter verfügen ganz überwiegend über einen

Hochschulabschluss – die Qualifikationsbezeichnungen sind nicht immer eindeutig.

Eine Untergliederung nach den Kategorien der Förderrichtlinie, wie sie in der Frage

benutzt wurde, hat die Landesregierung in ihrer Antwort nicht vorgenommen.

Für das Schuljahr 2009 / 2010 sind 7 Schulsozialarbeiterinnen und für die Schuljahre

2010 / 2011 sowie 2011 / 2012 sind 8 Schulsozialarbeiterinnen ohne

Hochschulabschluss ausgewiesen. Über eine staatliche Anerkennung für

Sozialberufe verfügen nicht alle (das Verfahren ist deutschlandweit auch nicht

einheitlich geregelt).

Eingruppierung / Entlohnung

Die Eingruppierung der in der Sozialarbeit tätigen Fachkräfte ist gegenüber den

Lehrkräften an Schulen und in Schulbehörden niedrig. Darin sieht DIE LINKE ein

ernstes Problem, das verstärkt zu thematisieren ist.

Die Koordinatorinnen und Koordinatoren in den Netzwerkstellen sind auf der

Grundlage der Förderrichtlinie in den Entgeltgruppen 9 und 10 eingruppiert (2011 /

2012 17 Fachkräfte E 9 TV-L (15 w. 2 m.), 15 Fachkräfte E 10 TV-L (14 w. 1 m.)).

Achtung: hier handelt es sich lediglich um die Stellenbewertung, tatsächlich bezahlt

werden diese Kolleginnen und Kollegen nur dann nach dieser Entgeltgruppe, wenn

sie bei einem Träger angestellt sind, der Arbeitsverträge in Anlehnung an den TV-L

abgeschlossen hat, oder wenn sie im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. Das Land

kontrolliert das nicht, nur eine Besserstellung zum Öffentlichen Dienst darf nicht

erfolgen, das wird geprüft.

In der Antwort auf eine ergänzende Kleine Anfrage nennt die Landesregierung neun

Träger von Netzwerkstellen, die die Fachkräfte nach trägerinternen Tarifen bezahlen

(Bördekreis, Dessau, Altmarkkreis Salzwedel, Stendal, Burgenlandkreis, Halle,

Mansfeld-Südharz, Saalekreis).

Die Landesregierung hat für die Antwort auf die Kleine Anfrage die trägerinternen

Tarife von acht Trägern regionaler Netzwerkstellen mit dem TV-L verglichen und

Abweichungen von -0,5 % bis – 19,0 % festgestellt.

Die Vergütung der in den Schulen tätigen sozialpädagogischen Fachkräfte erfassen

die Landesbehörden nicht elektronisch, solche Daten stehen nicht zur Verfügung.

Auch hier verweist die Landesregierung in der oben erwähnten Antwort auf eine

Kleine Anfrage darauf, dass das Landesverwaltungsamt lediglich prüft, dass keine

Besserstellung zum öffentlichen Dienst erfolgt. Über die tatsächlich gezahlten Tarife

gibt es keine Auskunft.

Auch die Umsetzung der Regelungen zum Erreichen höherer tariflicher

Erfahrungsstufen wird vom Landesverwaltungsamt nicht erfasst.


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Tätigkeitsdauer

Eine wichtige Frage ist für uns, wie lange die Fachkräfte der Sozialarbeit an den

Schulen zum Einsatz kommen. Wo ein häufiger Wechsel eintritt, gibt es nicht selten

Kritik oder die Arbeit ist nicht so erfolgreich wie bei mehrjährig tätigen Kolleginnen

und Kollegen. Die diesbezügliche Frage hat die Landesregierung nicht beantwortet

sondern lediglich auf die Laufzeit der Projekte verwiesen.

Auch eine Nachfrage, wie mit mehrfach verlängerten Arbeitsverträgen umgegangen

wird (Entfristung), bleibt unbeantwortet. Das Landesverwaltungsamt prüfe zwar die

Rechtmäßigkeit der Arbeitsverträge, nicht aber das Erfordernis der Entfristung.

Außerdem stellt die Landesregierung fest: „Eine Befristung mit Projektgrund und eine

Verlängerung der Befristung mit neuem Projektgrund stehen nicht prinzipiell im

Widerspruch zu arbeitsrechtlichen Grundsätzen.“

Doppeltbesetzung

Die Übersicht über den Einsatz von zwei sozialpädagogischen Fachkräften an einer

Schule (mehr als 500 Schülerinnen und Schüler) und die Wahrung der

Geschlechterparität in diesen Fällen ist wenig aussagefähig. Zwei Fachkräfte sind

offenbar nur an einer Minderheit der Schulen tätig, die Geschlechterparität kann

wegen Mangel an männlichem Personal nicht überall durchgesetzt werden.

6. Unterstützung, Beratung und Begleitung der Projektträger

Die Aufgabe wird von MS, MK, Landesverwaltungsamt und Zentraler

Koordinierungsstelle (Deutsche Kinder- und Jugendstiftung) wahrgenommen. Die

Zentrale Koordinierungsstelle übernimmt das Projektmanagement:

- Motivation und Beratung aller Mitwirkenden,

- Praxis-Theorie-Praxis-Transfer,

- Programmentwicklung,

- Beratungs-, Qualifizierungs-, Vernetzungs- und Managementangebot,

- Unterstützung der Schulentwicklung.

Die Zentrale Koordinierungsstelle erhielt bis 31. 12. 2011 für diese Aufgaben Euro

708.309,64 (Euro 177.077,39 Landesmittel, Euro 531.232,25 ESF).

Die Landesregierung bescheinigt der Zentralen Koordinierungsstelle eine gute Arbeit

(informative Web-Auftritte, Fachkonferenzen, fachliche Beratung). Das Programm hat

ein erkennbares Profil erhalten, die Akteure werden einbezogen. Die

Programmphilosophie wird weiterentwickelt.

Die Zentrale Koordinierungsstelle unterstützt die regionalen Netzwerkstellen:

- Regelmäßige Fachtreffen,

- Individuelle Beratungsgespräche,

- Bildung thematischer Arbeitskreise (Dokumentation, Nachhaltigkeit und

Öffentlichkeitsarbeit).


Fraktion im Landtag

von Sachsen-Anhalt

Die Zentrale Koordinierungsstelle hilft den Akteuren vor Ort und bietet überregionale

Fortbildungsangebote. Das schließt auch die Beratung von örtlichen Trägern der

Jugendhilfe ein.

Zur besseren Vernetzung der Angebote der Jugendhilfe und weiterer Partner wird die

Zentrale Koordinierungsstelle gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendring regionale

Fachbörsen zur Kooperation zwischen Jugendhilfe und Schule gestalten (unter

Einbeziehung der Schulsozialarbeiterinnen und –arbeiter und der regionalen

Netzwerkstellen).

Künftig sollen im Zentrum der Fachtage:

- Stärkeorientierung,

- Leistungsmotivation,

- Arbeit mit Entwicklungsberichten, Portfolios und Lernverträgen,

- gelingende Übergänge zwischen den Schulformen und

- Elternarbeit

stehen.

7. Schlussteil

Zunächst haben wir die Frage aufgeworfen, ob die Landesregierung die

Schulsozialarbeit für eine ureigene Aufgabe aller Schulen hält. DIE LINKE schlägt

vor, den Bildungs- und Erziehungssauftrag der Schulen im § 1 des Schulgesetzes

diesbezüglich zu ergänzen.

Dem schließt sich die Landesregierung nicht an. Sie geht davon aus, dass der

derzeitig im Schulgesetz formulierte Bildungs- und Erziehungsauftrag

sozialpädagogische Arbeit bereits umfasst. Mit Verweis auf das Recht jeder Schule,

sich ein Schulprogramm zu geben, wäre ausreichend Spielraum, auch solche Wege

zu beschreiten, wenn es für sinnvoll gehalten wird.

Die Landesregierung fördere auf der Grundlage des Schulgesetzes die

Zusammenarbeit der Schulen mit außerschulischen Partnern (einschließlich der

Träger der Schulsozialarbeit). Sie werden als „wertvolle Ergänzung“ gesehen.

Seit 2009 wird das Programm „Schulerfolg sichern!“ wissenschaftlich begleitet.

Am 31. Oktober 2012 wurde der Abschlussbericht vorgelegt. Nach seiner Prüfung

wird das MK einen schriftlichen Bericht an den Ausschuss für Bildung und Kultur

übermitteln.

Schlussfolgerungen für das Programmmanagement / Verwaltungsaufwand:

- Anzahl der Antragsverfahren für bildungsbezogene Angebote halbiert

(Änderung Förderrichtlinie)

- Einführung von Pauschalen für indirekte Kosten und Sachkosten

Die Landesregierung verweist darauf, dass alle Organisations- und

Beantragungsaufgaben sowie die Konzepterstellung und Nachweisführung

Trägeraufgaben sind, und nicht den Schulsozialarbeiterinnen und –arbeitern

übertragen werden dürfen.


Fraktion im Landtag

von Sachsen-Anhalt

Ausblick

Die Landesregierung beabsichtigt auch in der nächsten Förderperiode (2014 bis

2020) ein Förderprogramm zur Schulsozialarbeit im Rahmen des EFS aufzulegen,

verweist aber darauf, dass die Programmierung der EU-Strukturfonds noch nicht

abgeschlossen ist.

Außerdem sind in der letzten Zeit Unwägbarkeiten zum künftigen Umfang der EU-

Förderung erneut deutlich geworden.

Um den Übergang in die nächste Förderperiode fachkräfteseitig zu sichern, ist eine

Fortführung der derzeitigen Projekte bis zum Ende des Schuljahres 2014 / 2015

erforderlich. Die Landesregierung prüft dazu eine Umverteilung nichtgebundener

ESF-Mittel und eine entsprechende 25%ige Kofinanzierung durch das Land.

Überlegungen der Landesregierung für ein neues Schulsozialarbeitsprogramm:

- Jugendsozialarbeit zur Förderung hochwertiger schulischer Ausbildung,

Übergänge zwischen den Schulformen, Sicherung von Schulabschlüssen,

ununterbrochene Bildungsbiografien bis zur Berufstätigkeit;

- Vernetzung der Akteure der Jugendsozialarbeit, Gestaltung regionaler

Bildungslandschaften, Netzwerkstellen zu regionalen Bildungsbüros

entwickeln;

- Schulsozialarbeit auf Prävention und Intervention zur Vermeidung von

Schulabbruch und Schulverweigerung, Beratung und Einzelfallhilfe,

sozialpädagogische Gruppenarbeit, Vernetzung, Gemeinwesenarbeit,

Schulentwicklung und Innovation, Elternarbeit, Übergangsbegleitung;

- Ca. 250 Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an allen Schulformen ,

Schwerpunkte: Grund-, Sek.-, Gesamt- und berufsbildende Schulen;

- Qualitätssicherung, Fortbildung, Beratung vor Ort;

- Wissenschaftliche Begleitung.

Verwaltung/ Fördermanagement:

- Bewilligungszeiträume von zwei auf drei Jahre verlängern,

- Arbeit mit Pauschalen auf das Personal ausdehnen,

- Finanzierung mit ESF-Mitteln mit nationaler Kofinanzierung.

23.01.2013

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