Nr. 3 / 2013 (PDF) - GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik

gerontotechnik

Nr. 3 / 2013 (PDF) - GGT Deutsche Gesellschaft für Gerontotechnik

Laut Sozialgesetzbuch XI hat der Versicherte

einen Anspruch auf die „Gewährung von

finanziellen Zuschüssen zur Verbesserung

des individuellen Wohnumfeldes“.

Dies können beispielsweise Maßnahmen

im Bad sein, wie der Einbau einer Dusche,

wenn der Einstieg in eine Badewanne

nicht mehr möglich ist. Oder auch die

Herstellung eines bodengleichen Zugangs

zur Dusche. Auch an der Badewanne sind

Umbauten möglich. Hier werden beispielsweise

Badewanneneinstiegshilfen

gefördert, die mit wesentlichen Eingriffen

in die Bausubstanz verbunden sind. Die

Höhe der Toilette oder des Waschtisches

kann ebenfalls auf Kosten der Pflegekassen

angepasst werden.

Zwei Voraussetzungen müssen dabei

erfüllt werden: das eingebaute Objekt

wird fest mit der Bausubstanz verbunden

und der Ein- oder Umbau erleichtert die

häusliche Pflege.

Beides muss im Zuge der Antragstellung

nachgewiesen werden. Der feste Einbau

geht in der Regel aus dem Kostenvoranschlag

des Handwerkers hervor. Für

die Erleichterung der Pflege werden von

den Pflegekassen in der Regel neutrale

Stellungnahmen angefordert oder externe

Gutachten erstellt.

2.557 EUR:

Die Leistung der Pflegekassen

Der Kunde erhält von den Pflegekassen

einen Zuschuss in Höhe von maximal 2.557

EUR. Die Zahlung eines Eigenanteils durch

den Kunden ist seit Herbst 2012 nicht

mehr vorgesehen.

Gezahlt wird der Zuschuss je Maßnahme,

wobei eine Maßnahme nicht etwa ein

„Gewerk“ oder eine „Handwerksleistung“

darstellt. Vielmehr werden alle Arbeiten,

die mit dem aktuellen Pflegezustand einhergehen,

als eine Maßnahme angesehen,

für die es nur einmal den entsprechenden

Zuschuss gibt. So ist die Verbreiterung

der Tür, der Einbau einer bodengleichen

Dusche und das Absenken von Lichtschaltern

nach Vorgaben der Pflegekasse eine

Maßnahme, für die einmalig 2.557 EUR

erstattet werden.

Eine weitere Maßnahme kann in der Regel

erst dann beantragt werden, wenn sich

der Pflegebedarf entscheidend verändert

hat, was meist bedeutet, dass die nächst

höhere Pflegestufe erreicht sein muss.

Die Erfahrung zeigt, dass Anträge auf

bauliche Veränderungen häufig im ersten

Schritt von den Pflegekassen abgelehnt

werden. In diesem Fall sollte man dem

Versicherten in jedem Fall raten Widerspruch

einzulegen, denn auch hier zeigt

die Erfahrung, dass die Genehmigung

im Widerspruchsverfahren häufig direkt

erteilt wird.

Wichtig ist, dass die Ausführung erst

erfolgen darf, wenn die schriftliche Zustimmung

der Pflegekasse vorliegt. In

dringenden Fällen kann allerdings ein

vorzeitiger Maßnahmenbeginn beantragt

werden. Die Beantragung eines Zuschusses

der Pflegekasse kann formlos durch den

Kunden erfolgen.

Landesprogramme

Neben den bundesweit gültigen Fördermöglichkeiten

von KfW und Pflegekassen

besteht auch die Möglichkeit, barrierefreie

Neu- oder Umbauten auf Landesebene

gefördert zu bekommen.

Dazu hat nahezu jedes Bundesland eigene

Förderprogramme aufgelegt, die mehr

oder weniger flexibel mit dem Begriff der

Barrierefreiheit umgehen. Die Programme

an dieser Stelle detailliert vorzustellen,

würde den Umfang des Beitrags deutlich

überschreiten. Daher soll hier nur ein

Verweis auf die Förderdatenbank im

Internet erfolgen. Unter der Adresse

www.foerderdatenbank.de sind nahezu

alle Förderprogramme des Bundes, der

Länder und der Europäischen Union zusammengefasst.

Das Angebot wird vom

Bundeswirtschaftsministerium betrieben

und gibt einen sehr guten Überblick.

Einige Bundesländer fördern ausdrücklich

nur Sanierungen im Bestand, andere

fördern auch barrierefreie Neubauten.

Teilweise gibt es Zuschüsse, teilweise

zinsgünstige Darlehen und teilweise

werden lediglich die Konditionen der KfW

nochmals verbessert. Einige Programme

beziehen sich auf Mietwohnraum und stellen

damit auch deutliche Anforderungen

an Mietpreis- und Belegungsbindung.

Teilweise ist die Förderung auch regional

auf Ballungsräume oder strukturschwache

Regionen begrenzt.

Da sich die Inhalte und Fördertöpfe sehr

schnell ändern können, empfiehlt sich ein

Blick auf dieses Angebot vor der Beratung

eines Kunden, um auf dem aktuellen

Stand zu sein.


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