Magazin 196409

gsb.download.bva.bund.de

Magazin 196409

liegender

L

ange

bevor der Großhubschrauber WF-S 64 mit dem

treffenden Beinamen "Fliegender Kran" seinen ersten Flug

unternahm, beschrieb die P resse die Möglichkeiten eines

solchen Spezialhubschraubcrs, brachte Zeichnungen und

schließlich Fotos von cinpm Vorläufertyp. Trotzdem wurde

die Vorstellung der müchtigen Maschine in der ÖffenWchkeit

selbst für Fachleute zu einer echten Sensation. Was dieses

drohend heulende, riesige "Insekt" sdleinbar spielend durch

die Lüfte schleppte, hätten sich auch optimistische und phantasiereiche

Werbcspezialisten njcht ausmalen können. Der Gesamteindruck

der Sachverständigen, die den "Fliegenden

Kran" bei seinen Versuchsflügen vor und während der LuItfahrtschau

Hannover sahen, läßt sich in der Feststellung

zusammenfassen: "Hier besitzt die westliche Welt nicht nur

ein Instrument für die militärische Verteidigung, sondern

auch einen leisttmgsstarken Helfer im Kalastrophendiensl"

schrauber im Schwebeflug Lasten bis 5 t aufnehmen und zu

sich hochziehen kann.

Sozusagen zur Begrüßung der Öffentlichkeit flog die WF-S 64

mit einem 5- t-Lastkraftwagen und demonstrierte damit, daß

sie praktisch jedes im zivilen Bevölkerungsschutz verwendete

Fahrzeug über verstopfte Straßen oder unbetretbare

Gebiete überall hinlliegen kann, wo es benötigt wird.

Dann war ein Gittermast aus Leichtmetall für eine Hochspannungsleitung,

über 2 t schwer und 34 m hoch, zum

Messegelände Hannover durch die Luft zu transportieren.

Der Kranhubschrauber nahm dieses Riesengeriist, das ihn

selbst plötzlich fast zierlich erscheinen ließ, an den Lasthaken.

Bedrohlich schwankte der Mast in den starken Windböen,

die über die weite Ebene des Flughafengeländes von

Langenhagen pfiffen. Doch dann flog der "FUcgende Kran"

mit seiner Last davon, als sei dies die selbstverständlichste

Sache der Welt. In knapp 20 Minuten war der Mast auf die

vorbereiteten Fundamente gesetzt und der Auftrag damit

erledigt.

Die weiteren Flugvorfühl1.mgen standen unter den Zeichen

des WirtschafUichkeitsnachweises und des bewußten Hinweises

auf die Möglichkeiten, das neue Fluggerät für den

zivilen Bevölkerungsschutz einzusetzen. Schon oft hatten sich

Fachdiskussionen an der Frage erhitzt, ob denn ein großer

Lastenhubschrauber im praktischen Einsatz überhaupt wirtsch.aftlidt

sein könne, da doch ein erheblicher Teil des Gerätes

aus kleinen Einheiten bestehl Die eindeutige Antwort

wurde hier auf der Luftfahrtschau 1964 gegeben. Man fuhr

gleich vier Wagen auf eine 2 t schwere P alette, zurrte sie

fest und hängte das Ganze nur mit Stahlseilen zwischen das

Der "Fliegende Kran" ist von einem amerikanischen und

einem deutschen Werk gemeinsam entwickelt worden. Wenn

man audl dem amerikanischen Partner gerne den größeren

Anteil einräumt, so ist die Zusammenarbeit mit einem

deutschen Werk an einem derartigen Projekt doch schon

ein bedeutsamer Schritt. Zwei Prototypen, die in der Bundesrepublik

zusammengebaut wurden, befinden sich zur Zeit in

Europa, die dritte Maschine wird in den USA erprobt. Zwei

Turbinen mit je 4050 PS Wellenleistung verleihen der neuartigen

Konstruktion von rd.. 8 t Eigengewicht enorme Kräfte.

So kann sie bei normaler Bet.ankung bis zu 8 t Last aufnehmen,

für kurze Strecken sogar bis zu 10 l Eine Neuheit

ist die eingebaute hydraulische Winde mit einem Slahlseil

von der Dicke eines Kinderarms, mit dem der Kranhublinks:

Der größte Kranhubschrauber der westlichen Welt hat an seinen

lasthaken eine Transportbox mit einem Notwasserwerk für eine Kleinstadt.

Während des Fluges hai er hier die Box herabgelassen und

wieder hochgezogen. Rechts: Vier Personenkraftwagen sind ein " Kinderspiel"

fOr den Hubschrauber und werden scheinbar mühelos befCrderL

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine