Magazin 196409

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Magazin 196409

Eine terminologische

Betrachtung. Planung tür

den Werkselbstschutz

setzes über Maßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung

(1. ZBG.) vom 9. 10. 1957 die Summe aller zum Schutz der

Industrie und ,gewerblichen Wirtschaft gegen Angriffe aus

der Luft angeordneten oder doch für notwendig gehaltenen

Maßnahmen. Erst der § 6 jenes Gesetzes (1. ZBG.) spricht

allgemeingehaHen von einer "Planung und Vorbereitung des

IndustrieluCtschutzes". Das Ausbleiben anfänglich beabsichtigter

weiterer "Gesetze über Maßnahmen zum Schutze der

Zivilbevölkerung" aber und ebenso die zunehmende Gefährdung

der Wirtschaft auch durch atomare Bodenwaflen

haben in der Folgezeit diese Begriffsbezeichnung nicht eben

populär gemacht. Die dann einsetzende Inangriffnahme der

sogenannten Notstandsgesetzgebung ließ zunehmend erkennen,

daß bei der notwendigen Neuordnung der Begriffe auch

die Bezeichnung "Industrielurtschutz" nicht mehr den neuen

Gegebenheiten entsprich t. Wenn fortan im weiten Bereich

der Zivilschutz-Gesetzgebung der Begriff "Luftschutz" den

modernen Bedingungen technischer Kriegsführung - weil

zu eng - terminologisch nicht mehr gerecht wird, so muß

diese Erkenntnis für den "Industrieluftschutz" sogar in

doppelter Hinsicht gelten: Erstens ist nicht nur mehr die

Industrie (im erweiterten Sinne) gefährdet, sondern auch alle

sonstigen gewerblichen und betriebsähnlichen Unternehmen

lind Einrichtungen im weitesten Sinne des Begriffs "Wirtschaft",

also auch solche, die im allgemeinen sonst nicht der

"Industrie" zugerechnet werden; und zweitens drohen ihnen

allen heutzutage Gefahren, Zerstörungen und Schäden gleichermaßen

durch Luftangriffe und Bodenwaf'fen. In der Notstandsgesetzgebung

findet sich demgemäß die Bezeichnung

"Industrieluftschutz" nicht mehr.

Die amtliche Konzeption, wie sie auch in den Entwürfen

zum Selbstschutzgesetz und Sdlutzbaugesetz zum Ausdruck

kommt und in mehrjährigen parlamentarischen und publizistischen

Diskussionen inzwischen bekanntgeworden ist, geht

von der Erkenntnis aus, daß der Wirkungsgrad nuklearer

Vernichtungswaffen einen Totalschutz aller Sachwerte unmöglich

macht. Der Sachschutz kann deshalb auch im Bereich

der Wirtschaft nur noch sekundär gesehen werden. Folglich

gilt auch hier, wie für den Selbstschutz der Bevölkerung in

Wohnstätten, der Primat des Menschenschutzes. Dies führt

folgerichtig, ja zwangsläufig zu einer begrifflichen engeren

Zu- und Einordnung des Zivilschutzes der Wirtschaft (im

weiteren Sinne) zum allgemeinen Selbstschutz der Zivilbevölkerung

.

.. Selbstschutz in Betrieben"

Gesetzessystematisch hat dies dahin geführt, im Entwurf

eines Selbstschutzgesetzes einen besonderen (Dritten) Ab­

SdlOitt unter der Bezeichnung "Selbstschutz in Betrieben"

vorzusehen, der nicht nur die Gesetzgebung zum Schutz der

gewerblichen Wirtschaft, sondern auch die Bestimmungen

über den "Erweiterten Selbstschutz" und den "Luftschutz der

Besonderen Verwaltungen (§ 5 des 1. ZBG.) kodifiziert, also

eine Anzahl mannigfaltigster, bisher jeweils besonderen Vorschriften

unterstehender Schutzobjekte, unter weitester

Ein Großbetrieb kann auf seinem olt ,Ieslgen Werkgeli nde den Wettlauf

mit der Zelt bel einem Brand nur dann gewinnen, wenn die Werkfeuer·

weh, volimolo,lslert Ist (oben). Moderne Krankenwagen mit geschultem

Sanililapersonal gehören zum Bild des Großbetriebes (Mitte). An

brandgeliihrdelen Stellen sind Handfeue,lösche, aufgestellt (unten).

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