Magazin 196404

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Magazin 196404

Beilage: Vorschriften fOr den Ilvll.n BeYBlkerungsschulz

G 7448 E

ZIVILER BEVOLKERUNGSSCHUTZ

Menschen am Arbeitsplatz haben ein Recht auf Selbslschutz. Der Enlwurf zum Selbslschulz geselz slehl

als Aufgabe des Belrl.bss.lbstschutzes In ersler lInl. den Schutz derjenigen Mensdlen vor. dl. sich

bel Elnt,ltt .Ines Vert.ldlgungsfalles nodl Im Betrl.b befinden. M.nsdlensdlutl geht vor Samschutzl


Das Programm des Helfertages

Der Erweiterte Selbstschutz

Schwere Lasten - leicht bewegt

Meßgeräte für den Selbstschutz

Herausgegeben Im Auftrag des

Bundesministeriums des Innern

vom Bundesluftschutzverband

Nr. 4 • April 1964 • 9. Jahrgang

Preis des Einzelheftes DM 1,50


HELFERTAG 1964

IN HAMBURG

Programm

Freitag, den 29. Mai 1964

Vormittags:

Nachmittags:

Eintreffen der Vorkommandos sowie der gemeldeten Teilnehmer an

den Bundeswettkämpfen der Selbstschutzzüge aus den verschiedenen

Landesstellen, Einweisung, Verpllegungsausgabe.

Einweisung in die Wettkampfbestimmungen.

Sonnabend, den 30. Mai 1964

Vormittags:

Eintreffen der Sonderzüge aus den Ländern mit den übrigen Teilnehmern

am HeUertag, Quartiereinweisung, Verpflegungsausgabe,

9- 11 .30 Uhr Bundeswettkämpfe der Selbstschutzzüge auf dem Heiligengeislfeld,

12- 13.45 Uhr Mittagspause,

14- 14.30 Uhr Versammlung sämtlicher Helfer zur Kundgebung auf dem Heiligengeist·

feld,

14.30-17 Uhr Kundgebung mit Festansprachen hoher Vertreter der Bundesregierung

und des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg, Ehrung der

Sieger aus den Bundeswettkämpfen der Selbstschutzzüge, kombinierte

Übung von Einsatzkräften auf dem Heiligengeislfeld,

18- 19.30 Uhr Verpflegung sämtlicher Teilnehmer im Großzeit auf dem Heiligengeistfeld,

19.30-24 Uhr Gemeinschaftsabend mit folkloristischen Beiträgen und musikalischen

Darbietungen.

Sonntag, den 31 . Mai 1964

Vormittags:

Teilnahme an den Gottesdiensten,

9.30 Uhr Kranzniederlegung am Ehrenmal der Bombenkriegsopfer auf dem

Ohlsdorfer Friedhof, Hamburg (Abordnung der Landesstellen),

11 - 12.30 Uhr Feierstunde im Auditorium Maximum der Universität Hamburg (Abordnung

der Landesstellen),

13- 14 Uhr Verpflegungsausgabe, anschließend Rückreise nach zwangloser Stadtbesichtigung.

Die nebenstehende Darstellung Ist ei ne Wiederg abe des Feslabzeich ens vom Hellertag

Ham burg 1964. Dieses Abzeichen kommt Anfang Mal zusammen mit der Festschrift an

alle Interessierten durch die Dienststell en des Bundes lultschutzverband es zum Verkauf.


Frei von Perfektionismusaber

praktikabel

INHALT

1964

Das Programm des Helfertages

Frei von Perfektionismus - aber praktikabel

............................... .

Zivilsc:butz im Spiegel der freien Wirtsc:baft.

Zustimmungen, Warnungen und Vorscblice

der Industrie-und Handelskammern

Der Erweiterte Selbstsc:butz. Ein Merkblatt

des Bundesluftsc:butzverbandes ......... .

Flir den Sc:butz gesc:ballen. IndustrleeneacnIsse

im Bild ...........................

tJberleben ohne bleibende Sc:biiden. Neue

Erkenntnisse Ober Belüftungsanlagen fOr

Sc:butzbauten ............... .

ZU im Bild ........................... ..

Meßgeräte für den Selbstsc:butz. Hilfsmittel

für die Feststellung radioaktiver Strablan,

Minister besuc:bt D-Zug-Ausstellung ..... .

Mobile Filmwerbung im Dienste der BLSV-

Aufkliirung ........................... .

Aus der Praxis flir die Praxis. Fac:bkande

für Selbstsc:butzkrifte. Heute: Die UIodawasserversoJ'CUllC

......•.........•...••

Sc:bwere Lasten - leic:bt bewegt Hydraalisc:be

Werkzeuge im KatastropbeneiDsata

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Zivilsc:butzkorps and Zivilscbatzdieust Von ~

Staatssekretär Prof. Dr. Hilizi . . . . . . . . . . . . 1:6:,1

N eae Blic:ber ................. . .......•

Skopje dankt dem THW

Land_teilen berlc:bten ...

Der Laftsc:butz-Geigeraibler ............ .

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IJD

Herausgeber: Bundesluftsc:batzverband, Köln

Baadel1UUDltteibare K 6rpencbaft d_ IlIentUdaeD Kedlb

Chefredakteur: Fried. Walter Dinger; Redakteure: Helmut

Freute!, Altred Kirchner, D r. p hJl. Clemen. Schocke, aUe In

5000 K Oln, Merlostraße 10-14, Tel. '12 01 :n; Druck, Verlag und

Anze1genverwaltWlg: Münchner B UChgewerbehau& GmbH,

1000 MQnchen 13. ScheWngatraße 39--U, TeL Z2 13 61. Für den

Anzeigenteil verantworUidl HaN! Horsten. Z. Z. gilt AnzelgenprelaJJate

3/0. Manuskripte und Bilder nur an die Redaktion.

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und dem Bundesverband der Deutschen Industrie gestattet.

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DM 0,10 zu verwenden. - Diese Ze!tschrilt erscheint monatlich.

Einzelpreis je Hett DM 1.50 zuzüglich Porto (österreiCh: öS 10,-.

Schweiz.: Fr. 1,80, ItaUen: L 250). Abonnement: vierteljährlich

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Abonnements kann nur z.um Schluß eines Kalender-

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vierteljahres erfolgen. Sie muß spätestens an dessen

erstem Tag beim verlag eingehen. Bestellungen bel

jedem Postamt oder beim Verlag.

Bekanntmamung gemlß 11. zur. 3 des Gesetzes über die Presse

vom 3. Okto~ IM9: Inhaber- und BrlelligungsverhAltntsse der

M,ünchne-r Buchgewerbehaus GmbH: Otto Goore Königer. Verleger.

München. 50"1 •. Else Peltz., Kaufmannsgattln. MünChen.

15.1~.",. Ellsabeth Metz.ler. Eh@frau. St. Qulrtn, 9.375'" ehrt­

SUne EIleT, MOnchen. 1.2..5"" Helmut Müller. Pilot. München,

'.25'" 08kar Müller, Prokurtst, München, 6,25"" Adolt Müller,

Ingenieur, München, 8.25' '•.

"Wenn wir verlangen, daß die zivile Verteidigung nicht

Selbstzweck werden darf und die WirtsdlaIt in all ihren

Zweigen in erster Linie für den Frieden leben und arbeiten

soll, dann müssen wir um so mehr darauf dringen, Einfluß zu

nehmen aul die Planung und Ausführung aller Maßnahmen,

die sich aus der Notstandsgesetzgebung ergeben." Mit dieser

SchlußfOlgerung hatte Generaldirektor Dr. Elmar Michel als

Vorsitzender des Arbeitskreises des DIHT für verteidigungswirtscha.ftliche

Fragen sein Referat auf der vorjährigen Vollversammlung

des Deutschen Industrie- und Handelstages

(DIRT) in Travemünde beendet. Der auf der diesjährigen

DIHT-Vollversammlung in Bad Godesberg gebi1ligte Tätigkeitsbericht

1963, aus dem wir die interessanten Passagen

zum Thema "Zivile Verteidigung" an anderer Stelle dieses

Heftes (Seite 2 u. 3) veröffentlichen, beweist, daß dieser Appell

nicht aul taube Ohren gestoßen ist.

Die Spitzenorganisation der gewerblichen Wirtschaft ist am

allen Gebieten, die die Notstandsvorsorge betreffen, inzwischen

recht tätig geworden. Man hat auch in der freien

Wirtschaft mehr und mehr eingesehen, daß an die Stelle des

egozentrischen Begriffes "Selbstzweck" besser die treffendere

Bezeichnung "Selbstschutz" gesetzt werden sollte. Aber

auch der Selbstschutz dient ja ausschließHch dem Selbstzweck

des überlebens. Dr. Elmar Michel hat das in seinem

Travemünder Referat bereits prognostiziert, so daß es sich

lohnt, aul einige seiner Gedankengänge hier noch einmal

einzugehen. Wie recht hat er doch, wenn er sagte: "Das unteilbare

Risiko einer kriegerischen Auseinandersetzung machen

wir einem potentiellen Gegner nur dann wirklich

glaubhaft, wenn wir in unsere Abwehrmaßnahmen auch die

Vorbereitung für eine zivile Verteidigung, insbesondere für

einen Schutz der Bevölkerung - und der Betriebe -, einbeziehen."

Wenn Michel in diesem Zusammenhang auf die

dringende Notwendigkeit der dezentralen Bevorratung mit

Halbfabrikaten und fertigen Einzelteilen des Zubehörs verweist,

so deshalb, weil "durch die weitgehende Arbeitsteilung

und Arbeitszerlegung einzelne, gerade auch für die

Landesverteidigung wichtige Produktionszweige in einem

erschreckenden Ausmaß in eine Abhängigkeit von anderen

Erzeugungsstufen gekommen sind".

Das Zentralproblem für die gewerbliche Wi rtschaft ist der

Betriebsselbstschutz einschließlich des Werkselbstschutzes,

denn "die Ausbildung geeigneter Betriebsangehöriger und

die Auswirkung von AUSbildungsveranstaltungen für den

Selbstschutz in Wohnstätten verursadlen erhebliche Am ­

wendungen auf das Dienst- und Arbeitsverhältnis". Der Experte

des DIRT ist hier der Meinung, daß es sich beim Selbstschutz

um eine durch Gesetz vorgeschriebene staatsbürgerliche

Verpflidltung handelt, so daß man die Kosten für den

sug. "Erweiterten Selbstschutz" nicht aussdlUeßlidl den

Unternehmen anlasten sollte, wie auch die Ausbildung nicht

während der Arbeitszeit stattzufinden hätte. Mindestens

sollten die Aufwendungen für den Betriebsselbstschutz in

vollem Umfang als Betriebsausgaben abgesetzt werden können.

Ferner forderte Dr. Michel mit vollem Redit eine sinnvollere

Abstimmung zwischen Schutzbau- und Selbstschutzgesetz.

Es sei doch widersinnig, von den Unternehmen erhebliche

Aufwendungen für den baulichen Schutz ihrer Betriebsangehörigen

sowie für die Aufstellung, Ausrüstung

und Ausbildung des Betriebsselbstschutzes einschließlich der

damit verbundenen Bevorratung zu verlangen, wenn nach

den Bestimmungen des Selbstschutzgesetzes die Selbstschutzpflichtigen

bei Gefahr feindlicher Angriffe aus den Betrieben

in ihre Wohnstätten zu entlassen seien. Wenigstens müßten

die Einsatzkräfte des Werkselbstschutzes im Ernstfall im

Betrieb bleiben, um die PrOduktionsanlagen als eine wichtige

Grundlage zum Überleben vor der Vernichtung zu bewahren

helfen. Schon jetzt sollten die Betriebe alle sich bietenden


Zustimmungen - Warnungen - Vorschläge

der Industrie- und Handelskammern

S eil J ahren hat der Deutsche Industrie- und Handelstag

(DIHT) als Spitzenorganisation der deutschen Industrieund

Handelskammern (lHK) "mit Sorge verfolgt, daß die

zivile Vorsorge in der Bundesrepublik mit den militä rischen

Anstrengungen nicht annähernd Schritt gehalten hat. Er

nimmt daher mit Genugtuung zur Kenntnis, daß die Bundesr

egierung nunmehr die Gesetzeslücken auf dem Gebiet der

zivilen Verteidigung schließen will," So heißt es im Kapitel V:

"Zivile Verteidigung/Öffentliches Auitragswesen" des Tätigkeitsberichtes

für das Jahr 1963, der am 19. Februar 1964

aut der Vollversammlung des DIHT in Bad Godesberg den

Vertretern der 81 deutschen Industrie- und Ha"ndelskammern

vorgelegt und gebilligt wurde.

Kritik und Warnung

Obwohl die Notstandsgesetzgebung für notwendig erachtet

wird. werden gleichzeitig von der Spitzenorganisation der

gewerblichen Wirtschaft Bedenken gegen das verfassungsä

ndernde Gesetz angemeldet : "Für bestimmte Kategorien

von Betrieben bringen die Sicherstellungsgesetze mit ihren

Vorschriften über die Vorratshaltung auch erhebliche fina n­

zielle Belastungen. Die Hauptkostenlast erwächst allerdings

aus dem Schutzbaugesetz, dessen gesamte Konzeption noch

eingehender überlegungen bedarf. Beträchtliche Kosten verursacht

schließlich das Selbstschulzgesetz, das außerdem die

betriebliche Handlungsfreiheit durch Ausbildungsveranslal­

Lungen und weitere Selbstschutzpflichten schon in Friedenszeiten

beeinträchtigt. Das Aufenthaltsregelungsgesetz wird

unmittelbare Einwirkungen bei übungen verursachen. Ähnlich

liegen die Verhältnisse beim Zivildienstgesetz, das analog

dem Wehrpflichtgesetz vorzugsweise den öffentlichen

Kräftebeda rf sichern solL Im Ernstfall entspricht es in wirtschaftslenkender

Hinsicht der Bedeutung der Sicherstellungsgesetze."

Unbestreitba r zählen Friede und Freiheit zu den kostbarsten

Gütern der menschlichen Zivilisation, und sie fordern

daher einen hohen Pre is. Dieser Einsicht können sich auch

der Handel und die Industrie in der Bundesrepublik um

so weniger verschließen, als gerade wir Deutschen im Ernstfall

mit der totalen Vernichtung bedroht sind. Als eines der

führenden Organe der freien Wirtschaft meint der DIHT in

diesem Zusammenhang: "Trotz selbstverständlicher Aner ­

kennung der Notwendigkeit hoher Ausgaben für die Zivilverteidigung

warnt der DIHT davor, das Maß des Zumutbaren

für die Wir tschaft zu überschreiten. Es ist noch nicht

zu übersehen, wie alle künftigen Belastungen getragen wer ­

den können, die entweder die Wirtschaft unmittelbar treffen

oder durch das Anschwellen der öffentlichen Haushalte

mittelbar belasten." Man müsse deshalb rechtzeitig klären,

wie die neuen Lasten der zi vilen Verteidigung ohne Steuererhöhung

bewältigt werden könnten. Wörtlich heißt es dann:

"Die marktwirtschaftliche Ordnung und mit ihr der Spielraum

für Unternehmerinitia tive müssen erhalten ble iben

und dürfen nur dann eingeengt werden, wenn es die Sicherung

unserer Freiheit unabweisbar erfordert."

Der Hinweis auf die "Unternehmerinitiative" darf doch wohl

so versta nden werden, daß diese Initiative sich nicht nur

auf der Aktiv- und Passivseite der Bila nzen niederschlägt,

sondern auch in der rechtzeitigen und zweckmäßigen Vorsorge

für den möglichen Notstand. Es ist der Forderung des D rHT

durchaus zuzustimmen: "Vor der Durchführung einzelner

für die WirtschaIt wesentlicher Maßna hmen sind analog den

Bestimmungen im Bundesleistungs- und Wehrpflichtgesetz

sachverständige Stellen der Wirtschaft zu hören."

Versorgungsvorschläge

Für die Wirtschaft sind die Fragen der Vorra tshaltung und

Versorgung naturgemäß von größter Wichtigkeit. So haben

die Notstandsreferenten der Länderarbeitsgemeinschaften der

Industrie- und Handelskammern bereits eine Diskussionsgrundlage

zu "Grundsatzfragen der Vorratshaltung für Verteidigungszwecke

und Krisenfälle in der Bundesrepublik

Deutschland" ausgearbeitet. Diese soll nach einer Über :.1r -

freien Kapazitäten an Ausbildungsvorhaben beim Bundesluftschutzverband,

beim Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz,

bei den freiwi1ligen Hilfsorganisationen ausnutzen

und sich dadurch frühzeitig ein gewisses Stammpersonal

für den Betriebsselbstschutz heranziehen. Der Werkselbstschutz

sollte jedoch gegenüber a llen anderen Diensten des

zivilen Bevölkerungsschutzes abgeschirmt werden.

Mit einer ga nzen Skala von Kritiken und Vorschlägen hat

erfreulicherweise auch der DIHT als eine führende Interessenvertretung

der freien Wirtschaft a ufzuwarten, die sich

auf Erfahrung und Sachversta nd gründen; sie sollten sine

ira et studio mit den zuständigen Gremien der Staatsführung

beraten und durchdacht werden. Man kann grundsätz-

lich den Ansichten und Forderungen des DIHT über die

zivile Verteidigung zustimmen, die in folgenden Leitsätzen

gipfeln: .. Notwendige Maßnahmen müssen klar, zielbewußt

und verständlich bleiben. Sie müssen rechtzeitig angeordnet

werden, sie müssen sich von jedem Perfektionismus freihalten,

a ber sie müssen praktikabel sein, d. h. ihre Dimensionen

müssen sich nach den gegebenen Tatsachen und

Möglichkeiten richten. Die Vorkehrungen für die La ndesverteidigung

einschließlich der zivilen Verteidigung dürfen

nicht ein solches Ausmaß annehmen, daß sie entweder durch

zu hohe Kosten oder durch ordnungsfremde Eingriffe in den

Wirtschartsablauf die Erfolge unserer s02.ialen Marktwirtschaft

noch im Frieden gefährden."

W.S.

2


der freien Wirtschaft

beilung und Ergänzung auf Grund der Stellungnahmen

der Industrie- und Handelskammern den Bundesressorts als

Grundlage einer Konzeption für die Vorratshaltung zur Verfügung

gestellt werden. In dieser Vorlage des DIHT soll eine

dezentrale Bevorratung mit Rohstoffen, Halbwaren, Fertigerzeugnissen,

Ersatzteilen, Zubehör, Materialien aller Art

und Primärenergieslaffen empfohlen werden, um die Wirtschaft

funktionsfähig zu erhalten und den lebens- und verteidigungswichtigen

Bedarf der Bevölkerung und der Streitkräfte

zu befriedigen. Diese "dezentrale" Bevorratung wird

insbesondere deshalb angeregt, weil "die Bundesrepublik

unter Umständen Operationsgebiet sein wird und mit Unterbrechungen

von Verbindungswegen sowie der Lähmung und

auch Zerstörung erheblicher Teile der Wirtschaft gerechnet

werden muß."

Betriebsselbstschutz

Besonderen Wert legt die Wirtschaft darauf, wie im Tätigkeitsbericht

1963 des DIHT unterstrichen wird, daß sie für

den SelbstsdlUtz in den Betrieben selbst zuständig und verantwortlich

ist. In diesem Zusammenhang wird auf § 6 des

1. ZBG (§ 62 des Entwurfes des Selbstschutzgesetzes) verwiesen.

Vor der Vollversammlung in Travemünde am 13. Mai

1963 hat der Vorsitzende des Arbeitskreises für verteidigungswirtschaftliche

Fragen, Generaldirektor Dr. Elmar Michel,

in seinem Referat "den Unternehmen bereits nahegelegt,

sich sdlon jetzt mit den Problemen des Selbstschutzes

vertraut zu machen, damit sie später nicht unvorbereitet mit

den Bestimmungen der Schutzgesetze konfrontiert werden".

Weiter heißt es dann: "Auch die Luftschutzarbeitsgemeinschaft

der Spitzenverbände der gewerblichen Wirtsdlaft

(LAGW) hat den Betrieben angeraten, freiwillig Vorkehrungen

für einen Selbstschutz zu treffen. Diesem Zweck

dienen Informationstagungen beim Bundesamt für zivilen

Bevölkerungsschutz und bei den Landesschulen des Bundesluftschutzverbandes.

Ferner haben sich das Deutsche Rote

Kreuz, der Arbeiter-Samariterbund, der Malteser-HilCsdienst

und die Johanniter-Unfallhilfe bereit erklärt, für

Betriebsangehörige auf freiwilliger Basis Lehrgänge in Erster

Hilfe durchzuführen. Ähnlidle Vereinbarungen sind mit

dem Technischen Hilfswerk und den Freiwilligen Feuerwehren

für die Ausbildung im Bergungs- und Instandsetzungsdienst

bzw. in der Brandbekämpfung in Aussicht genommen.

Um eine sachgerechte Beratung der Betriebe über Selbstschutzmaßnahmen

zu gewährleisten, hat der Vorstand des

DIHT am 21. November 1963 das Ergebnis der eingehenden

Erörterungen auf einer außerordentlichen Konferenz der

IHK-Hauptgeschäftsführer zu diesem Thema, die am 3. Oktober

1963 in Karlsruhe stattgefunden hatte, gebilligt. "Es

sieht vor, zur Beratung der Bundesbehörden das bisher

schon beim Bundesministerium für Wirtschaft unter Mitwirkung

von Arbeitnehmervertretern bestehende Beratende

Gremium in einen Beirat umzubilden und solche Beiräte,

wenn erforderlich, auch bei den Länderwirtschaftsministerien

einzurichten."

SelbstschutzsteIlen der gewerblichen Wirtschaft

Unabhängig von den Industrie- und Handelskammern und

unter Mitwirkung von Arbeitnehmervertretern sollen in den

IHK-Bezirken .. Selbstschut7.stellen der gewerblidlen Wirtsdlart"

gebildet werden. Diese sollen die Betriebe über Maßnahmec

zur Durdlführung des Selbstsdlutzes und des Schutzbaugesetzes

im Wege der Selbstverwaltung der gewerblichen

Wirtschaft beraten. "Eine Geschäftsführung durch die Industrie-

und Handelskammern kann sidl zwar anbieten, sie

kann aber auch von jedem der mitwirkenden Verbände übernommen

werden." Nach Ansicht des DIHT sidlern diese auf

breiter fachlicher Basis gebildeten Beratungsorgane als Beirat

den Behörden eine sachverständige und als Beratungsstelle

den Unternehmen eine betriebsnahe Beratung.

Zivilschutzkorps und ZIvilschutzdienst

Mit Bezug auf den vom Bundeskabinett Ende November

verabschiedeten Gesetzentwurf über die Bildung eines Zivlischutzkorps

und eines Zivilschutzdienstes verweist die

Spitzenorganisation der gewerblichen Wirtschaft auf den

Ausgleich des personellen Kräftebedarfes, der sowohl nach

§ 13 des Wehrpflichtgesetzes als auch nach § 11 des Entwurfes

des Zivildienstgesetzes durch Erlaß Allgemeiner Verwaltungsvorschriften

zu regeln ist. In diesem Zusammenhang

wird erklärt: .. Der DIHT hat nachdrücklich darauf hingewiesen,

daß ein Ausgleich zwischen dem Bedarf der Streitkräfte,

der territorialen Verteidigung, der Bundeswehr und der

alliierten Streitkräfte an Zivilbediensteten, des zivilen Bevölkerungsschutzes

und dem Bedarf der Wirtschaft gefunden

werden muß. Die Fortführung der Produktion der lebensnotwendigen

und verteidigungswichtigen Betriebe und die

Aufstellung eines Werkselbstschutzes haben mit den anderen

zivilen Verteidigungsvorkehrungen gleichen Rang. Die Anregungen

zur Abänderung und Ergänzung der Entwürfe zur

Notstandsgesetzgebung sind bei den Mitgliedern der zuständigen

Ausschüsse des Bundestages und in den Bundesministerien

weitgehend auf Verständnis gestoßen."

Das Fazit

Der vom Finanzausschuß des Bundestages gebi1dete Unterausschuß

"Schutzraumbau" hat die Eingabe des DIHT in

seiner gutachtlichen Stellungnahme über Kosten und Finanzierung

des Schutzbaues verwertet und dem Finanzausschuß

vorgelegt. In mehreren Sitzungen hat die Luftschutzarbeitsgemeinschaft

der gewerblichen Wirtschaft (LAGW) Fragen

des Selbstschutzes der gewerblichen Wirtschaft erörtert und

auch zu den vom Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz

ausgearbeiteten Entwürfen der Rechtsverordnungen zu den

§§ 24 und 50 des Selbstschutzgesetzes Stellung genommen.

Es ist dabei vorgesehen, daß an dem Verfahren über die

Auswahl der zur Aufstellung von Werkselbstschutzeinheiten

verpflichteten Betriebe und die Gliederung, Stärke, Ausrüstung

und Ausbildung der Werkselbstschutzeinheiten die

Industrie- und Handelskammern als sachverständige Gremien

der gewerblichen Wirtschaft mitwirken sollen. Ferner wurde

vorgeschlagen, die im Gesetzentwurf vorgesehene staatliche

Genehmigungspflicht für Selbstschutzgegenstände, von deren

Beschaffenheit Leben und Gesundheit der Bevölkerung abhängen,

durch ein elastischeres, den praktischen Erfordernissen

angepaßtes freiwilliges Güteverfahren zu ersetzen.

An den Besprechungen des Bundesamtes für zivilen Bevölkerungsschutz

war der DIHT stets beteiligt.

W.S.

3


DER ERWEITERTE

SELBSTSCHUTZ

Ichtiger Zweig des Zivilschutzes

Ein Merkblatt des Bundesluftschutzverbandes

Der Erweiterte Selbstschutz ist ein Teil des Selbstschutzes

der Bevölkerung. Zu ihm gehören: Krankenhäuser, Kliniken,

Heil- und Pflegeanstalten; Behörden und Verwaltungen;

Altersheime, Stifte; Gefangenenanstalten; Banken, Versicherungen,

Krankenkassen und ähnliche Betriebe; Bürogebäude,

soweit sie nicht zu einem Betrieb des Industrieluftsmutzes

gehören; Schulen und Hochschulen; Museen,

Bibliotheken, Arcllive und ähnlidle Kultureinrichtungen;

Kirdlen. Kapellen und sonstige Gebäude für den Gotlesdienst;

Forschungs- und Versuchsanstalten, soweit sie nicht

zum IndustrieluUschulz gehören; Theater, Lichtspielhäuser

und Versammlungsräume; Hotels, größere Gast- und Vergnügungsstätten;

Tierparks, Zoologische Gärten und ähnliche

Einridltungen; Schlacht- und Viehhöfe sowie Kühlhäuser,

soweit sie nicht als lebens- und verteidigungswichlige Anlagen

zum Indusirielurtschutz gehören; Großmärkte auf versorgungswirtschaftlichem

Gebiet; land- und forstwirtschartliche

Betriebe; gewerbliche Betriebe, soweit sie nicht zum

IndustrieluItschutz gehören; Betriebe des Groß-, Außenund

Einzelhandels, soweit sie wegen der Zahl der Betriebsangehörigen

oder der Größe der Baulichkeiten (umfangreiche

Speicher und Lageranlagen) nimt dem Industrieluftschutz

zuzuweisen sind.

Wer zählt zum Industrieluftschutz?

Zum Industrieluftschutz gehören voraussichtlich: Alle Industriebetriebe

mit 100 oder mehr Beschäftigten, alle Betriebe,

die als lebens- und verteidigungswidltig benannt sind, alle

Betriebe, bei denen unabhängig von der Zahl der Beschältigten

wegen ihrer technischen Eigenart die Zuordnung zum

Industrieluftschutz erforderlich ist oder beantragt wird.

Befinden sich aut dem Grundstück eines Betriebes oder einer

Behörde des Erweiterten Selbstschutzes oder in deren unmittelbarer

Nachbarschaft Wohnräume oder betriebsfremde

Anlagen, so können diese für die Durchführung von Luftschutzmaßnahmen

in den Betrieb oder in die Behörde eingezogen

werden.

Soweit kleinere Dienststellen und Betriebe des Handels

sowie des Handwerks in Wohnhäusern untergebradlt sind,

werden sie im allgemeinen dem Selbstschutz zugeordnet. In

Zweifelsfällen entscheidet der örtliche Luftschutzleiter.

Der Erweiterte Selbstschutz wird von den ihm angehörenden

Betrieben (Betriebsselbstschutz) und Behörden (Behördenselbstschutz)

durchgeführt.

Leiter und Einsatzkrälte

Die Leitung des Erweiterten Selbstschutzes obliegt dem örtlichen

Luftschutzleiter, in Orten mit LS-Absdmitten und

LS-Teilabschnitlen außerdem dem LS-Absclmittsleiter und

LS-Teilabschnittsleiter. Diese bedienen siro dabei des Bundeslultschutzverbandes,

der die Organisation und Ausbildung

durchlührt.

Leiter: Mit der Vorbereitung und Durchführung der erforderlichen

Maßnalunen wird ein Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiter

beauftragt. Befinden siro in einem Gebäude

mehrere Betriebe oder Behörden, so soll im gegenseitigen

Einvernehmen ein gemeinsamer Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiter

mit der einheitlichen Durch1ührung aller

für das Gebäude erforderlichen Maßnahmen beauftragt

werden. Als Einsatzkräfte sind im allgemeinen erforderUch:

Ordner : Diesen obliegt die Unterstützung des Betriebs- oder

Behördenselbstschutzleitcrs bei der Durchlührung folgender

Maßnalunen: Alarmierung, Entwarnung und selbstschutzmäßigesVerhalten

der Betriebsangehörigen oder Bediensteten.

Brandscbutzhelfer : Sie haben die Aufgabe, Brände möglichst

im Entstehen zu löschen, ihre Ausbreitung zu verhindern und

Menschen aus Brandgefahr zu retten. Sie können zusammengelaßt

werden zu:

ES-Brandschutztrupps (12),

ES-Kra!tspritzenstaUeln (115) oder

ES-Löschgruppen (118).

ReUungsheUer: Sie haben Schadensstellen nach Verschütteten

abzusuchen und letztere zu bergen. Sie können zusammengefaßt

werden zu:

ES-Rettungstrupps (12),

ES-Rettungsstafteln (1 5) oder

ES-Rettungsgruppen (1110).

Laienhelfer: Sie sollen Verletzten und Erkrankten "Erste

Hilfe" gewähren. Sie können zusammengefaßt werden zu:

Zum Erweiterten Selbstschutz zahlen alle nicht vom Industrielultschutz

erfaOten Einrichtungen, wie z. B. Schulen, Krankenhäuser,

BDrogeblude, Hotels, Kirchen, Theater und Tierparks.


ES-Laienhelfertrupps (1/2) und

ES-LaienhellerstalCeln (1 /5).

Fernsprecher, l\Ielder: Sie haben während und nach einem

Luftangriff die Verbindung innerhalb des Betriebes oder der

Behörde sowie die Verbindungen nach außen aufrechtzuerhalten.

Vderinärhelfer: In Tierparks, SchJadlt- und Viehhö{en sowie

land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sind außerdem Veterinärhelfer

erforderlich. Sie haben verletzten und erkrankten

Tieren Erste Hilfe zu gewähren. Sie können zu

ES-Tierrettungsstaffeln (1/5) zusammengetaßt werden.

Die zahlenmäßige Stärke dieser Einsatzkräfte richtet sich

nach der Größe, der Empfindlichkeit (Bauweise, Bauart,

Brandbelastung usw.) sowie nach der Bedeutung und Eigenart

des Betriebes oder der Behörde.

In kleineren Betrieben oder Behörden mit weniger als 50

Betriebsangehörigen oder Bediensteten sind als Einsatzkräite

wenigstens ein ES-Brandschutzlrupp (1/2), ein ES-Retlungstrupp

(1/2) und ein ES-Laienhelfertrupp (112) vorzusehen.

In allen anderen Betrieben oder Behörden sind im allgemeinen

für etwa 100 Betriebsangehörige oder Bedienstete

eine ES-Kraftspritzenstaffel (115), eine ES-RettungsstafCel

(lJ5) und eine ES-Laienhelierstaffel (1/5) aufzustellen.

In größeren Betrieben oder in Behörden mit mehr als

300 Bediensteten können außer oder an Stelle der vorstehend

genannten Staffeln auch ES-Löschgruppen (1/8) und ES-Rettungsgruppen

(1/ 10) aufgestellt werden.

In land- oder forstwirtschaftlichen Betrieben ist außerdem

für je 200 Großvieheinheiten mindestens eine ES-Tierrettungsstalfel

(1/5) aufzustellen.

Ausrüstung und Ausbildung

Die Einsatzkräfte sind entsprechend ihren Aufgaben auszurüsten.

Hierzu gehören einerseits Kleidung, persönliche

Schutzausstattung und persönliche Ausrüstung der einzelnen

Einsatzkräfte und andererseits die allgemeine Ausrüstung

der Trupps, Staffeln oder Gruppen.

Die Einsatzkräfte sind ihren Aufgaben entsprechend auszubilden.

Die Ausbildung erfolgt durch den Bundesluftschutzverband.

Der ~ etricbs- oder Behördenselbstschutzleiter veranlaßt

diese Ausbildung, überwacht deren Stand und führt

von Zeit zu Zeit übungen durch.. Alle Betriebsangebörigen

oder Bediensteten sind turnusmäßig über das selbstschutzmäßige

Verhalten zu unterrichten.

Maßnahmen Im Frieden

Der Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiter unterrichtet

sich über die Organisation des zivilen LuftsdlUtzes im Luftschutzort,

insbesondere über die Lage der FührungssteUen

der örtlichen Luftschutzführung (örtlicher Luftschutzleiter,

LS-Abschnittsleiter, LS-Teila bschnittsleiter) und hält die

Verbindung mit der für seinen Betrieb oder seiner Behörde

zuständigen Dienststelle des Bundesluftschutzverbandes aufrecht.

Betriebs- oder Behördenselbstschutzplan: Das Ergebnis dieser

Unterrichtung, die Bestandsaufnahme der für die Luftschutzmaßnahmen

wesentlichen Faktoren sowie die für den Einsatz

zu treffenden Maßnahmen und Anweisungen sind in einem

Betriebs- oder Behördenselbstschutzplan festzulegen, der

laufend zu ergänzen ist. Dabei ist die Sachlage während und

außerhalb der Arbeits- bzw. Dienstzeit zu berücksichtigen.

Gliederung und Stärke der Einsatzkräfte: Der Betriebs- oder

Behördenselbstschutzleiter legt Gliederung und Stärke der

Einsatzkräfte fest und wählt im Benehmen mit dem Betriebsleiter

bzw. Personalreierenten die hierfür erforderlichen

Kräfte aus.

Ausrüstungssoll: Der Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiter

ermittelt mit Unterstützung des Bundesluftschutzverbandes

das Ausrüstungssoll der Einsatzkräfte und veranlaßt

die Beschaffung nach Maßgabe der vorhandenen Mittel.

Sdlutzraumbauten: Der Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiter

wirkt bei der Raurnbedarfsermittlung und der Planung

von lu!tstoßsicheren oder strahlungssicheren Schutzraumbauten

sowie von Schutzvorrichtungen für hochwertige Geräte

mit. Für die Ermittlung des Raumbedarfs ist davon auszugehen,

daß möglichst ein Raum für die Betriebs- bzw. Behördenselbstschutzleitung,

ein Verbandraum und genügend

Räume für die Unterbringung sowohl der Bediensteten und

durdlsch.nittlich anwesenden Besucher, als auch des wichtigen

Schriftguts zur Verfügung stehen sollen. Solange keine

Beim Grubenunglück auf Zeche " Luisenthal" mußten

Selbstschutzkrälle helfend einspringen, als alle bergmännisch

geschulten Rettungstrupps eingesetzt waren.

In vielen Betrieben Ist bereits ein fachlich vorgebildetes

Personal fOr die EInsatztrupps Im Erweiterten

Selbstschutz vorhanden (Bild oben und unten).

5


Die Stlrke der Brandschutzkrlfle (oben) oder der Rettungshelfer

(unten) richtet sich jewenl nach der Größe und Art der zum

Erweiterten Selbstschutz verpflichteten Betriebe und Behörden.

Schon heute gibt es In viel In Betrieben Sanitäter und Laienheller,

die sich rOr den Erweiterten Selbst. chutz gewinnen

la .. en und In Trupps, Staffeln oder Gruppen aufgestellt werden.

Schutzraumbauten vorhanden sind, wählt der Betriebs- oder

Behördenselbstschutzleiter im Einvernehmen mit dem Betriebs-,

Behörden- oder Dienststellenleiter geeignete Kellerräume

als Schutzräume aus. Stchen ausreichende Schutzräume

nicht zur Verfügung, so ist ein Plan für die Anlage

von Deckungsgräben auszuarbeiten.

Auch für die Ausrüstung der Einsatzkrä!te sind nötigenfalls

gesicherte Unterbringungsorte herzurichten. Die vorhandenen

Schutzräume sind mit Sitz- und Liegegelegenheiten, Notbeleuchtung

und Notabort für einen längeren Aufenthalt einzurichten

sowie u. a. mit Geräten zur SelbstbeCreiung im Falle

einer Verschüttung, mit Verbandmaterial, Decken, Löschgeräten,

Lösch- und Trinkwasser auszustatten.

Vorbeugende Brandschutzmaßnahmen: Als vorbeugende

Brandschutzmaßnahmen sind zu veranlassen: Entrümpelung,

Bereitstellung von Löschgerätcn und von Löschwasser (die

insgesamt bereitzustellende Menge Löschwasser muß je m!

Dachboden-, Geschoß- und KellerCläche 1 I Wasser betragen).

Interne Alarmierung: Für die interne Alarmierung aller Betriebsangehörigen

bzw. Bediensteten ist der Einbau einer einfadlen

Alannanlage (z. B. Klingelanlage) vorzusehen. Ober die

Verwendung anderer behelfsmäßiger Alarmmittel (z. B. BctriebssirC'nen,

Fabrikpfeifen, Lautspredleranlagen usw.), die

auch außerhalb des Grundstücks des Betriebes oder der Behörde

zu hören sind, entscheidet der örtliche LS-Leiter.

Dieser bestimmt auch die zu verwendenden Signale und ihre

Bedeutung.

Maßnahmen in Spannungszelten

Bei drohendem äußeren Angriff auf die Bundesrepublik

wird die Bundesregierung die Bevölkerung über die allgemeine

Lage, über Schutzmaßnahmen und das erforderliche

Verhalten durch Rundfunk auf der MiUel- und der Ultrakurzwelle

laufend unterrichten. Der Betriebs- bzw. Behördenselbstschutzleiter

veranlaßt daher, daß ein Rundfunkgerät

ständig in Betrieb ist und die Durchsagen abgehört werden.

Es sind alsdann folgende Maßnahmen sorort zu treffen: Bekanntgabe

des Sitzes der Betriebs- bzw. Behördenselbstschutzleiter

an alle Betriebsangehörigen bzw. Bediensteten.

Aufstellung der Einsatzkräfte sowie Unterridltung der Betriebsangehörigen

bzw. Bediensteten über das selbstsdlutzmäßige

Verhalten.

Aufstellung eines Wadl- und Bereitschaftsdienstes für die

Zeit außerhalb der Arbeitszeit oder Dienststunden.

Bereitstellung von behelfsmäßigen Alarmmitteln zur betriebsinternen

Alarmierung bzw. Entwarnung.

Herrichtung der Sdlutzräume und notfalls Bau von Dekkungsgräben.

Bereitstellung eines Rundfunkgerätes (möglidlst Netz- und

Batterieempfänger mit Reservebatterien) mit Mittelwellenund

Ultrakurzwellen-Teil zum Abhören widltiger Durdlsagen,

insbesondere des LS-Warndienstes.

Herstellung einer Erdleitung (z. B. Drahtverbindung mit

Wasser- oder Gasleitung), einer guten Antenne und einer

Netzanschlußdose.

Bereitstellung von frischem Trinkwasser in staubdicht verschließbaren

Behältern in den Schutzräumen.

Bereitstellung der Geräte für die Einsatzkräfte sowie von

Löschwasser. Vollständige Entrümpelung der Dachgeschosse

sowie Beseitigung etwaiger Feuerbrücken. Entfernung der

Fenstervorhänge in den Arbeitsräumen und sonstiger brennbarer

Gegenstände aus dem LidlteinfaUsbereich der Fenster.

Sidlerstellung wichtigen Schriftgutes nach Weisung des Bet.riebsinhabers

bzw. Behördenleiters.

Behelfsmäßiger Sdlutz wertvoller Maschinen, Geräte und

Fahrzeuge gegen Trümmer- und Splitterwirkungen.

Unterridltung der gesamten Einsatzkräite über die Lage des

Hauptschalters der Stromversorgung, des Hauptgashahnes

und der Abstellvorrichtungen für die Wasserleitung.

Kontaktaufnahme mit den Nachbarbetrieben und Nachbarhäusern

für den Fall gegenseitiger Hilfeleistungen.

In zoologischen Gärten und Tierparks sind die Tiere aus den

Freigehegen in feste Unterkünfte zu verbringen, die Sicherheitsvorkehrungen

gegen ein Ausbrechen der Tiere zu überprüfen,

gegebenenfalls zu verstärken und Einfangvorrichtungen

sowie Schußwaffen bereitzuhalten.

In landwirtschaftlidlen Betrieben sind die Luftschutzmaßnahmen

für Stallungen zu überprüfen, Notunterkünite für

6


Für den Brandlchulz In den Beirieben eignen sich

diese erproblen Geräte : links ein Lö.chkarren T$ 215,

daneben eine TS 05/5 und rechls eine TS 8/8.

Tiere vorzubereiten und ausreichende Futtervorräte anzulegen

sowie Vorsorge für die Versorgung mit einwandfreiem

Trinkwasser zu treUen.

Ist der Betrieb oder die Behörde LS-Warnstelle. so ist zu

veranlassen, daß der im Schutzraum des Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiters

aufgestellte LS-Warnstellenapparat

und der dazugehörige UKW-Rundspruchempfänger abgehört

werden.

Maßnahmen bei unmittelbarer Gefahr

Die öffentliche Alarmierung oder Entwarnung der Bevölkerung

erfolgt durch feste LS-Sirenenstellen, fahrbare LS-Sirenen

oder behelfsmäßige Alarmmittel (Handsirenen, Fabrikpfeifen,

Lautsprecheranlagen usw.). Bei unmittelbarer Gefahr

bzw. Beendigung der Gefahr werden mit festen LS-Sirenenstellen

und den fahrbaren LS-Sirenen folgende Signale gegeben:

Heulton von

1 Minute Dauer

2 x unterbrochener

Heulton von

1 Minute Dauer

Dauerton von

1 Minute

= Luftalarm (Alarm bei Lultangriflen)

~ ABC-Alarm (Alarm bei radioaktiven

Niederschlägen oder bei

Gefährdung durch biologische

oder chemische

Kampfstoffe)

= Entwarnung (Beendigung der Gefahr

nach LuIt- bzw. ABC­

Alarm)

Bei einer Alarmierung oder Entwarnung mit behelfsmäßigen

Alarmmitteln werden die Signale und ihre Bedeutung durch

den örtlichen LS-Leiter festgelegt und bekannlgegeben.

Solange noch nicht in allen Gemeinden feste LS-Sirenenstellen

in ausreichender Zahl vorhanden sind, erfolgt die

Alarmierung oder Entwarnung der Bevölkerung über den

Rundfunk. Für die Durchsagen werden folgende Stichworte

benutzt:

"Luftalarm" "ABC-Alarm" "Entwarnung"

Die Bedeutung der Stichworte ist die gleiche wie bei den

Signalen der LS-Sirenen.

Der Betriebs- bzw. Behördenselbstschutzleiter sorgt für interne

Alarmierung und Entwarnung und veranlaßt die Abschaltung

des Hauptgashahnes, überwacht das selbstschutzmäßige

Verhalten der Betriebsangehörigen bzw. Bediensteten.

Sind Schäden entstanden, so setzt der Betriehs- oder Behördenselbstsdlutzleiter

die Einsatzkräfte ein. Reichen die verfügbaren

Kräfte nicht aus und ist eine InansprudlOahme

nachbarlicher Hilfe nicht möglich, so fordert der Betriebsbzw.

Behördenselbstschutzleiter fernmündlidl oder durch

Melder über den Leiter des Selbstschutzblocks Hilfe an.

Sind Schäden lediglich in der Nachbarschaft eingetreten, so

setzt der Betriebs- oder Behördenselbstschutzleiter die erforderlichen

Einsatzkräfte aus eigenem Entschluß oder auf

Anforderung zur Nachbarschaftshilfe ein.

Der Betriebs- bzw. Behördenselbstschutzleiter sorgt dafür,

daß alle nicht eingesetzten Kräfte bis zur Entwarnung die

Schutzräume nicht ohne seine Anordnung verlassen.

Außer Elnsatzkräflen mit Gerät sind als Vorbeugungsmaßnahmen

Entrümpelung (oben) und Vorratselndekkung

sowie ein Alarmnetz notwendig (untere Reihe).

7


Für

den Schutz

geschaffen

ndustrieerzeugnisse im Bild

Die .. Kombination 'Ion Kopf-, Handund

Signal-Leuchte findet Im ZIvilschutz

vielseitige Verwendung.

Zur Ausstattung 'Ion Schutzbaul,n oder behelf,mIßlg." Schutzrlumen

gehören Leben.mlttel- und Trlnkwa ... rvorrlte .owla eine Luttschutz·

Apotheke. Es mO •• en Sltz- und LIegemöglIchkeIten vorhanden •• In, eine

BUlr.lm.nd. Anzahl 'Ion Wolldecken und ein Nol_bort. OarOber hlnau.

Ist e. wichtig, daß ,Ich In ledem Schutzr.um da. nötig. Gerlt zur

Selbtlbefrelung befindet. E, .Ind die. z. B. Schaulei, Spaten, Axt, Ben,

Kreuzhacke, Bred1stenge, Stemmeisen und ein schwerer Hammer. Als

erste Vorsorge fOr den Fall eines Brand .. dOrfen die EInstellsprItze,

die dafUr notwendigen We .. erelmer und ein FeuerelnrelOhaken nicht

fehlen. Nachahmenswert Ist es, wIe diese Werkzeuge auf unserem Bild

(oben) grIffbereit untergebracht sind. - Oa In einem Ernst- oder

Schadensfa" oft die Stromversorgung unterbrochen wet'den kann, Ist

n vorteilhaft, das BreH, In dem die Gerlte untergebracht lInd, mit

leuchtfarbe anzustreichen, ebenso die eInzelnen Wet'kzeuge (Bild

unten). Noch Iingere Zelft nachdem die lId'1telnwlrkung aufgeh5rt hat,

leuchtet der Anstrich nach, so daO die Get'lte zu .ehen und .chnell zu

greifen sind. 0 •• bedeutet eine groOe Erleichterung Im Notfall, die mit

wenig Kosten und MDhe Im Schutzraum gescha"en wet'den kann.

Oben und links:

Strahlungsmeewagen .Ind

fahrbar. lIIbors, dia dort

eingesetzt werden können,

wo In Luft, W ...., und Boden

M ... ungen vorgenommen

.erden mO ... n_ Die Slr.h·

'enmeegerlte lind In den

Wagen ItoS,Ich_ .lngebauL

8


Die

zeitsparende

großflächige

BAUSTAHLGEWEBE®

Bewehrung

BAU-STAHLGEWEBE =~

OÜSSELOORF



Oberleben

ohne

bleibende

Schäden

Neue Erkenntnisse über

Belüftungsanlagen in Schutzbauten

von Huber! Teusch

Die Belüftungsanlagen in Schutzbauten haben die Aufgabe,

erträgliche Luftverhältnisse in den Aufenthaltsräumen sicherzustellen.

Diese erträglichen Luftverhältnisse werden

bestimmt durch einen annehmbaren Kohlensäure- und Sauerstoffspiegel,

wobei der Kohlensäuregehalt der Luft kleiner

oder gleich 2°/. und der Sauerstoffgehalt mindestens 19 % betragen

soll. Dazu kommen zulässige Temperatur- (unter 30° C),

Lurtzug- und Feuchtigkeitsverhältnisse (unter 20 g Wasserdampf

per kg Luft). Der Betrieb der Belüftungsanlage soll

in einemHausschutzraum einen Überdruck von 5-10 mim WS

in allen Räumen gegenüber der Außenluft erzeugen, der das

Eindringen radioaktiver Stäube, chemischer Kampfstoffe und

biologischer Kampfmittel verhindert. Die Belüftungsanlage

mit ihrem Grobsandfilter muß extrem hohe Außentemperaturen,

die bei Flächenbränden entstehen, auf ein erträgliches

Maß reduzieren und in den nicht dauernd belegten Räumen

(Sdlleusen, Aborten usw.) stärkere Gerudlsentwicklungen

und Wärmestauungen vermeiden.

Außerdem schützt sie die Bauteile und Einrichtungen vor

Verfall und ermöglidlt eine friedensmäßige Nutzung der

Räume.

Diese Aufgabenstellung für die Belüftungsanlage gilt sowohl

für Haussdlutzräume als auch für Schutzbunker und

SdlUtzstollen, deren Anlagen sich nur durch die jeweils erforderliche

Leistung unterscheiden. Diese Forderungen hat

der Bundesminister für Wohnungswesen, Städtebau und

Raumordnung bereits im Juli 1955 aufgestellt. An dieser

Au!gabenstellung hat sich bis heute nichts geändert. Auch

der Entwurf der Richtlinien für BelüHungsanlngen von

Schutzraumbauten vom August 1963 des gleichen Ministeriums

erhebt die gleichen Forderungen.

Die Belüftungsarten für Hausschutzräume

Der Entwurf des Schutzbaugesetzes verlangt für Orte unter

50000 Einwohnern einen Grundschutz, der hier gleichgesetzt

wird mit dem Strahlungsschutzraum gemäß den Richtlinien

für Schutzbauten des Bundesministers für Wohnungswesen,

Städtebau und Raumordnung (Fassung Dezember 1960) und

für Orte über 50 000 Einwohner den verstärkten Schutz, der

einem Luftstoßschutzbau S 3 obiger Ridltlinien entspridlt.

Bei Strahlungsschutzbauten unterscheiden wir 2 Belüftungsarten:

die natürliche Belüftung und

die Sdlutzbelüftung,

während bei den Luftstoßschutzbauten nom

die Nonnalbelüftung

hinzukommt.

Natürliche Belüftung

Um die Bauteile und die Einrichtungen des Schutzbaues vor

dem Verfall zu schützen, erhalten die Schutzbauten im Woh-

Tell der BelOftungsanlage fOr Sd!utzrlume Ist

das GrobsandhauptllUer, das alle gellhrlld!en

Verunreinigungen der Luft zurückhalten 1011.

Dies Ist der Sd!utzbelOtter Typ SL 0,75, der speziell

für den Einbau In Strahlungssd1ulzbauten konstruiert

wurde. Seine Bedienung Ist denkbar einfad!.

SLO,75

10


nungsbau eine natürliche Lüftung mit l-2fachem stündlichem

Luftwechsel. Dieser Luftwechsel wird durch Einbau von Zuluftkanälen

und Abluftschächten erreicht, die so angeordnet

werden müssen, daß das Bauwerk nicht geschwächt wird.

Diese Zulultkanäle und Abluftschädlte sind mmdestens mit

2 rechtwinkligen Abwinklungen anzuordnen. Die Zuluftkanäle

münden in der Regel 40 cm über der Sohle, während die

Abluftschächt.e 40 cm unter der Decke angeordnet werden.

Die Öffnungen dieser Kanäle und Schächte sind im Schutzraum

mit luftstoßsicheren, gasdichten Absperrorganen z.u

versehen, die dem gleichen überdruck widerstehen wie der

Schutzbau, in dem sie angebracht sind. Die Anlage der Zuluftkanäle

und der Abluftschächte soll diagonal a ngeordnet

werden, damit eine gute DurchsDülung gewährleistet ist,

wobei die Abluftschächte möglichst durch den Notabortraum

geführt werden sollen.

Normal- und Schutzbelüftung

Man unterscheidet für Hausschutzräume Anlagen einer kombinierten

Normal- und Schutzbelüftung für 25 und 50 Personen.

Schutzbauten in Druckstoßschutzbauten für 25 Personen erhalten

ein Gerät L 3,75/0,75, mit dem man eine Leistung von

3,75 m:t/min im Nonnalluftfall und 0,75 mS/min im Schutzluftfall

erreicht. Bei Sdlutzbauten gleicher Art für 50 PerS(r

nen wird ein Normal- und Schutzluftgerät L 7,5/1,5 eingebaut,

das die doppelte Leistung aufbringt wie das erstgenannte

Aggregat. Bei Nonnalbelüftung wird zur Filterung

von verunreinigter Luft ein Staubfilter eingebaut.

F ür Strahlungsschutzbauten (Schutzbauten mit Grundschutz)

entfällt die kombinierte Normal- und Schutzbelüftung. Hier

ist nur eine SdJ.utzbelüftung erforderlidJ.. Analog zur kombinierten

Lüftungsart wird für einen Schutzraum für 25 Personen

ein Schutzluftförderer SL 0,75 und für 50 Personen ein

soldJ.er von SL 1,5 vorgesehen.

Die Schutzluftförderung erfolgt über einen Grobsandhauptfilter

(siehe weiter unten).

Der Antrieb der kombinierten Normal- und Schutzbelüftungsgeräte

L 3,75/0,75 und L 7,5/ 1,5 muß für Hand- und

elektromotorischen Antrieb eingerichtet sein, während d ie

Schutzbelü!ter SL 0,75 und SL 1,5 Handantrieb haben müssen.

Diese Aggregate sollen aber für elektromotorischen Antrieb

vorgesehen werden.

Die Schutzlüfter sind geräuschann arbeitend auszuführen.

Die am Gerät anzubringende Meßeinrichtung muß laufend

den Volumens trom der geförderten Luft anzeigen.

Durdl einfadJ.es Umschalten müssen die Betriebsfälle "Norm

aJbelüftung" und "Schutzbelüftung" eingestellt werden

können.

Der Grobsandhauptfilter

Die Zuluftkanäle für die natürliche Belüftung und für die

Nonnalbelüftung stehen mit der Außenluft in direkter Verbindung.

Diese Zuluftkanäle werden fÜr die natürliche Be-

Als kombiniertes Normal- und Sc:hutzbelllftungsgerät

mit Elektro- und Handkurbelanlrleb fi ndet der

Typ l 3,75/0,75 belluftstoBsc:hulzbauten Verwendung.

lüftung geschlossen, wenn die Schutzbelüftung eingestellt

werden muß, d. h., wenn Verunreinigungen durch dlemische

Kampfstoffe, biologische Kampfmittel oder radioaktiven NiedersdJ.lag

festgestellt werden. Die Zu.fuhr dieser Schutzluft

erfolgt durdl einen Sandfilter, dem Grobsandhaupt!ilter.

Die Wirksamkeit von Sand filtern beruht in erster Linie auf

physikalischen und physikalisch- dJ.emisdlen Grundlagen. Ein

richtig aufgebautes Sa nd filter, dessen Strömungswiderstand

bei den vorgegebenen Luftraten bei 30 bis 35 m m WS liegt,

ha t den erforderlichen R ückhaltegrad für alle zu erwar tenden

SdJ.webstoffe, darunter auch a tomare Stäu be (Reg.- Dir.

Leutz vom Bundesministerium für Wohnungswesen, Städtebau

und Raumordnung).

Für Selbstschutz,

zivilen Bevölkerungsschutz

und Katastropheneinsatz

liefern wir handliche tragbare Dosisleistungsmesser

(stabilisiert und nach B. z. B.-Vorschrift) für rad ioaktive

Korpuskular- und Quanten-Strahlung.

Empfehlenswerte Zusammenstellungen :

• Dosisleistungsmesser mit kleinem Zubehör

• Dosisleistungsmesser mit großem Zubehör

Graetz Raytronik GmbH., 599 Aitena,Tel.82536

11


On chemische Kampfstoffe durch Wasser zersetzbar oder auch

gegen Feuchtigkeit beständig sind, lag es nahe, anzunehmen,

daß der SandHlter nicht alle chemischen KampfstoHe festhält

und domit auf diesem Gebiet nur einen Te il sohutz sicherstellen

kann. Durch den Feuchtigkeitsgehalt des Sondes

werden die Moleküle der chemischen Kampfstoffe nbsorbiert.

Diejenigen chemischen Kampfstoffe. die hydrolisierbar sind.

werden dabei noch zusätzlich aufgespalten.

Voraussichtlich sind hohe Konzentrationen von Luftkampfsto[[en

wegen ihrer Abhängigkeit von der Temperatur und

den Windgeschwindigkeiten nur kurzfristig in der vom Filter

angesougten Luft zu erwarten.

Soweit leichtnüchtige Kampfstoffe, wie z. B. Chlorpikrin,

kurzfristig infolge hoher Konzentration das Filter durchschlagen

sollten, was soCort durch Geruch oder Augenreiz

feststellbar ist. kann und muß die Belüftungsanlage bis zum

Abzug der KampfstoHwolke abgestellt werden.

GeländekampfstoUe sind schwerflüchtig, sie können jedoch

als Aerosole vorliegen und werden von dem Sandiilter wie

alle sonstigen Schwebstoffe, z. B. radioaktive Stäube, ausreichend

abgefangen (Leutz).

Wie lange muß Schulzluft gefahren werden?

Der radioaktive Niederschlag aus einer Atomexplosion kann

sich an einem vorgegebenen Ort (Schutzbau) innerhalb eines

Zeitraumes von weniger als 8 Stunden vollständig absetzen.

Nach dieser Zeit kann von Schutzbelüftung auf Normalbelüftung

umgeschaltet werden. Die Verstrahlung des Gebietes

bestimmt allerdings die Aufenthaltsdauer der Menschen im

Schulzraum, die sich bis zu 14 Tagen und mehr erstrecken

konn.

Auch an diesem SchutlbelOftungsgerät vom Typ L 15/3 Isl

der Volumenstrom der geförderten Luft laufend an der Meßeinrichtung

ablulesen. Geräul charmes Arbeiten Ist Vorschrift.

Oben und rechts: Oer Antrieb dieses Schutzluflförderers

erfolgt durch einen eingebauten Elektromotor

oder durch Handantrieb. Bel Motorbetrieb

IÖl t sich die Kurbel automatisch von der Scheibe.

J2


Nach Reg.-Direktor Leutz vom Bundesministerium für Wohnungswesen,

Städtebau und Raumordnung kann nach den

derzeitigen Erkenntnissen unterstellt werden, daß ein SchutzluCtbetrieb

über Sand filter, der im Ernstfall einen ununterbrochenen

Betrieb von 8 Stunden gestattet, den Anforderungen

entspricht. Die Belüftungsanlagen sind nach den Richtlinien

so ausgelegt, daß ein ununterbrochener Schutzbetrieb

von 24 Stunden ohne weiteres möglich und zumutbar ist,

ferner auch ein Schutzluftbetrieb über viele Tage erträglich

bleibt.

Belüftungsanlagen in Großbetrieben, Bunkern

und Stollen

Die eingangs beschriebenen Aufgaben für die Belüftungsanlagen

gelten auch bei Schutzbauten, die wesentlich mehr

Menschen aufnehmen können als für Hausschulzräume zugelassen

werden. Die Belüftungsanlagen arbeiten nach dem

gleichen Prinzip, jedoch mit größerer Leistung.

über ein Grobsandvorfilter mit nachgeschaltetem Raumfilter

wird die angesaugte Außenluft von schädlichen Verunreinigungen

befreit. Diese Grobsandvorfilter wirken wie

auch die Grobsandhauptfilter als Druck-, Wärme- und Feuchtigkei

tspuffer.

Bei einer Außenluftrate bei Schutzbunkern von 300 lfmin/m!

im Normalluftfall wird im Schutzluftfall eine Luftmenge von

60 lImin/m! zugeführt. Mit diesem Außenluftanteil wird

der verbrauchte Sauerstoff ausreichend ersetzt, und der

Kohlensäurespiegel wird auf etwa 1% gehalten.

Die Notwendigkeit, die von den Insassen abgegebene Wärme

abzuführen, ist ein weiterer entscheidender Faktor bei der

Bemessung von Belüftungsanlagen.

Reg.-Dir. Leutz macht dazu folgende Angaben:

Als durchschnittliche Wärmeabgabe je Person werden

33 kcalfh fühlbare Wärme, bezogen auf eine Umgebungstemperatur

von 30° C, in Ansatz gebracht.

Die Wärmeabgabe ist über die Kohlensäureerzeugung bei

Bunkerbelegungsversuchen im letzten Weltkrieg ermittelt

worden. Derselbe Wert ergibt sich aus der neueren Fachliteratur.

.

Im Normalluftfall ist ein Betrieb der Belüftungsanlage mit

Kühlung nicht erforderlich, solange eine mittlere Außenlufttemperatur

von 16° C nicht überschritten wird. Dies ist

an über 300 Tagen im Jahr der Fall. Dabei ergibt sich bei

der vorgesehenen Nonnalluftrate ein Raumluftzustand in

den Aufenthaltsräumen von 28° C und 600/0 relativer Feuchtigkeit

= 14 g Wasserdampflkg Luft; dabei ist die der Raumtemperatur

entsprechende Wärme- und Wasserdampfabgabe

berücksichtigt.

Der Raumluftzustand von 30° C und 65 % relativer Feuchte

wird bei Außentemperaturen von 20° C und 68% relativer

Feuchte ohne Kühlung nicht überschritten. Dieser Raumluftzustand

ist zumutbar. Kranke können sich in den Rettungsräumen

des Bunkers, deren Raumluftzustand günstiger

liegt, aufhalten.

An den restlichen Tagen mit ungünstigeren Außenluftzuständen

kann durch die vorgesehene Kühlanlage eine Rückkühlung

auf den vorgenannten Ausgangswert durchgeführt

werden. Sollte dieser Klimagrenzwert in den Aufenthaltsräumen

tagsüber erreicht werden, so ist ein Absinken der

Innentemperatur durch das Absinken der Außentemperatur

während der Nachtstunden und damit eine Erleichterung

während der Nachtstunden, insbesondere in den weniger

dicht belegten Liegeräumen, gegeben.

Es ist unrealistisch, an Belüftungsanlagen in Schutzbunkern

zu hohe Anforderungen zu stellen, da gegen alle Waffenwirkungen

nur Teilschutz geboten werden kann. Umluftbetrieb

und Kühlanlagen sind in Hausluftschutzräumen

nicht zu verwirklichen, und in diesen Schutzräumen halten

sich etwa 95% der Bevölkerung im Gefahrensfalle auf.

Leutz schreibt, daß für die Beurteilung des Luftzustandes

in Schutzraumbauten der Begriff der "Behaglichkeitsgrenze"

untauglich ist. Es kann sich nicht darum handeln, den Krieg

im behaglichen Zustand zu überleben, sondern nur darum,

zu prüfen, was der Mensch in der Not ohne bleibende Schäden

ertragen kann.

Auf die Konstruktion und Funktion des Grobsandhauptfilters

und Grobsandvorfilters wird in einem späteren Artikel eingegangen

werden.

---- --- ----

earl Metz GmbH.,Feuerwehrgerätefabrik 7500Karlsruhe

Wattstr 3. Postfach 4340, Tel. 0721-51941. FS 0782717

13


Mitte rechls: Hier wirft ein Marlln-Mars-Flugboot (Foto

Falrey Canada) als megende Feuerwehr Löschwasser

ab. Eine fahrbare BLSY-Schule bel der Ausbildung

von Behördenseibsischutzieltern (unten link.).

Dreimal schneller als der Schall fliegt da. neue

US-Lang.treckenjagd- und -Kampfflugzeug A-15,

wAhrend das neue Rakelenforschungsflugzeug X-15

(Mitte links) achllache Schallgeschwindigkeit erreicht.


Die BLSV-Fllmwagen finden stets ein Interessiertes

Publikum. Freiwillige Helfer werben durch Verteilung

von Aufklärungsmaterial für den Selbstschutzgedanken.

FEUERMELDE- UND \

ALARMIERUNGS­

ANLAGEN

NACH DEM SCHLEIFEN- ODER

STERNSYSTEM

gewährleisten schnellste

Brandbekämpfung

TElEFONBAU UND NORMALZEIT FRANKFURT/ MAI


Meßgeräte

für den Selbstschutz

Hilfsmittel zur Feststellung radioaktiver Strahlung

Don Adolf K. H. Pötschke jr.

Für den Selbstschutz und für den Erweiterten Selbstschutz

müssen neben einer Vielzahl notwendiger Ausrüstungen,

zum Beispiel Brandschutzgerät, Bergungsgerät USW., auch

Dosismesser und Dosisleistungsmeßgeräte vorgesehen werden.

Der Mensch kann radioaktive Strahlung mit seinen

Sinnesorganen nicht wahrnehmen; wir müssen uns daher dieser

Hilfsmittel bedienen.

Dosismesser weisen die über einen Gesamlzeilraum, zum

Beispiel während der Gesamtdauer eines Einsatzes, empfangenen

Gammastrahlenmengen in der Einheit Röntgen (r) nach.

(Wir können den Dosismesser vielleicht mit einem Kilometerzähler

vergleichen.) Dosismesser sind entweder Filmplaketten

oder - meist zylinderförmige - Stabdosimeter in der Größe

und Form eines Füllhalters. Für den Katastrophenschutz sind

die direkt ablesbaren Dosimeter von besonderem Interesse.

Bei dem Filmdosimeter erzeugt einfallende radioaktive

Strahlung, die meist noch verschieden gefiltert wird, eine

Schwäl7ung des eingelegten F il mes. Ocr Grad der Verfärbung

ist also ein Maß für die aufgenommene Dosis. Die Filmdosimeter,

die über automatische Auswertungsanlagen laufen,

ermöglichen die überwachung eines großen Personenkreises,

z. B. des Personals eines Kernkraftwerkes. Für Einsatztrupps

muß für jede Person auch ein Dosimeter vorhanden sein, das

bei ständiger Beobachtung und sofortiger Auswertung den

Zeitpunkt angibt, bei dessen Erreichen der Dosimeterträger

aus dem Einsatz gezogen werden muß, da ein weiterer Aufenthalt

in der Strahlung gesundheitliche Schädigungen mit

sich bringen würde.

Der Ausrüstungsgegenstand jedoch, der in dieser Veröffentlichung

besonders ausführlich behandelt werden soll, da hierüber

bei vielen Beteiligten noch erhebliche Unklarheiten bestehen,

ist der tragbare Dosisleistungsmesser.

Man benötigt ein Gerät, das die sofortige Bestimmung der

an einem Einsatzort herrschenden augenblicklichen Strahlung

gestattet. Aus oer Stärke der Strahlung (Dosisleistung) kann

der Führer des SelbstsdlUtzzuges mit Hilfe seiner Rechenscheibe

die Verweildauer eines Helfers an diesem Ort bestimmen.

Die Aktivität eines radioaktiven Stoffes wird in Dosiseinheiten/Zeiteinheiten,

hier Röntgen je Stunde (rlh), ausgedrückt.

(Das Dosisleistungsmeßgerät ist mit seiner Einteilung

r/h am einfachsten mit der Angabe km/h unseres Autotachometers

vergleichbar.)

Dosisleislungsmeßgeräte sind Ionisationskammermeßgerät,

Szintillationsmeßgerät und Geiger-Müller-Meßgerät. Für den

Katastrophenschutz können die bei den ersten Ausführungsformen

außer Betracht bleiben. Auf Grund des geringen Umfangs,

des niedrigen Gewichtes, der einfachen Stromversorgung

und der geringen Störanfälligkeit hat sich hierfür besonders

die Ausführung empfohlen, die Geiger-Müller-Zählrohre

als Detektoren verwendet. Diese Geräte besitzen ein

oder zwei eingebaute GM-Zählrohre für Gamma- und energiereiche

Beta-Strahlung. Bei den aufwendigeren Modellen

können weitere Zählrohre (Sonden) für die verschiedensten

Meßaufgaben über Kabel angeschlossen werden.

Ionisierende Strahlung bewirkt im Zählrohr eine Entladung,

die einen Stromzuftuß erzeugt. Der hierdurch entstehende

Spannungsimpuls wird über eine Anpassungsstufe einem

Impulsformel' zugeführt, hier genormt und über eine 1ntegrierstu(c

dem Meßinstrument zur Anzeige gegeben. Ein Ohrhörer

kann an das Gerät angeschlossen werden und ermöglicht

die leichtere Ortung von strahlenden Teilchen sowie

durch Einzelimpulszählung die Messung niedrigster 1ntensitäten

bis herab zur natürlichen Aktivität. Verschiedentlich

wird an Stelle eines Ohrhörers eine Glimmlampe verwendet,

die die Einzelimpulse durch Lichtblilze anzeigt. Dieses optische

Verfahren ist nur für niedrige Impulsraten geeignet.

Do.I.I.i.lung. m .... r: 1 = Berelch.um.chalter; 2 "'" Spannung.regler;

3 = Skalalichttaste; " = Able .. ten.ter ; 5 - StrahleneintrittsschlItze

; 6 "'" Kopfhöreranschluß ; 7 - Prütstrahler-Aufsetullft.

Wie hochempfindlich der Dos isieistungsmeaser ist, zeigt bereits

seine heftige Reaktion auf die radioaktiven Ausstrahlungen,

die von den Leuchtziffern einer Armbanduhr ausgehen.


Aus der Vielzahl der zu lösenden Probleme, um ein für den

Katastrophenschutz geeignetes Gerät zu entwickeln, soll an

dieser Stelle ein typisches, die sogenannte "überlastbarkeit

der Zählrohre", herausgegriffen werden. Geiger-Müller-Zählrohre

besitzen die Eigenschaft, radioaktive Strahlung nur bis

zu einem Grenzwert verarbeiten zu können, der sich je nach

Zählrohrqualität und weiterer Geräteausstattung verschieben

läßt. Von einer bestimmten Strahlungsintensität ab tritt der

sogenannte .,Sättigungseffekt" ein, d. h., die Anzeige des Meßwerkes

geht zurück, in ungünstigen Fällen bis auf Null. Möglicherweise

glaubt sich der Benutzer eines solchen Gerätes

ganz ungefährdet, während er sich in Wirklichkeit in einem

Feld besonders starker Aktivität aufhält,

Aus den angebotenen Geräten haben sich zwei Typen herauskristallisiert,

die zur Zeit für die Ausrüstung des Selbstschutzes

und des Enveiterten Selbstschutzes beschafft werden.

Um aUen interessierten Stellen einen überblick zu ermöglichen,

sollen nachstehend wichtige Daten der zwei envähntcn

Dosisleistungsmeßgeräte genannt werden. Weitere Auskünfte

gibt das geschulte Personal der Dienststellen des Bundesluftschutzverbandes.

Es handelt sich um die Geräte mit den

Typenbezeichnungen "X-50" und "FR 40 TvL", Zugrunde gelegt

wird das sogenannte IIDosisleistungsmeßgerät mit kleinem

Zubehör" gemäß StAN-Nr. 501310 respektive Ausrüstungsnachweisung

(AN) der Einsatzkräfle für den Erweiterten

Selbstsdlutz.

Das FH 40 TvL besitzt im Gerät eingebaut ein P + ,,­

Niederdosiszählrohr und ein ,,-Hochdosiszählrohr, das X-50

ein p + ,,-Hochdosiszählrohr sowie ein P + ,,-Niederdosiszählrohr,

das als Sonde ausgebildet ist. Beide Geräte sind

normalerweise mit Quecksilber-Batterien bestückt, die über

eine lange Lagerfähigkeit bei konstantem Spannungsabfall

verfügen. Es können jedoch auch Nickel-Kadmium-Akkumulatoren

angeschlossen werden. Weiterhin gehören zu beiden

Geräten Ohrhörer und Lederbereitschaitstaschen für

Grundgerät und Zubehör sowie entsprechende Bedienungsanleitungen.

Darüber hinaus gehört zum serienmäßigen Lieferumfang

des Modelles X-50 ein "Niedertemperatur-Batteriebehälter"

, der die Stromversorgung a uch bei niedrigen

Temperaturen über einen langen Zeitraum gestattet und den

Anschluß normaler, überall erhältlicher Taschenlampenbatterien

ermöglicht.

Meßbereich FH 40 TvL: y I = 0 - I mr/h, y 2 = 0 - 25 mr/h,

y 3 = 0 - 1000 mr/h, y 4 = 0 - 50 r!h, P I = 0 - 500 Imp/min,

P 2 = 0 - 10000 Implmin. Meßbereich X-50: y I = 0 - 10

mr/h, y 2 = 0 - 100 mr/h, y 3 = 0 - 1000 mr!h, y 4 = 0 -

50 r!h, ß I = 0 - 15 Imp/sec, ß 2 = 0 - 150 Imp/sec, ß 3 =

o - 1400 Imp/sec, ß 4 = 0 - 17000 Imp/sec, Die hier mit P

bezeichneten Meßbereiche sind genauer als P + ,,-Nachweis

zu beschreiben. Die Batterielebensdauer (ohne Skalenbeleuch-

Strahlungsmeßgerät, netzunabhlnglg, mit KleInohrhörer

und Universalsonde In einer Bereitschaftstasche.

tung) beträgt bei Venvendung von Quecksilber-Batterien bei

dem FH 40 TvL in allen Bereichen rund 100 Stunden, bei dem

X-50 in den Bereichen" 3, r 4 und P 3, P 4 ebenfalls, in den

Bereichen r I, r 2 und Pi, P 2 durch eine Sparschallung sogar

500 Stunden.

Beide Geräte sind volltransistorisiert und besitzen eine Ein­

Knopf-Umschaltung, wodurch sie einfach bedienbar sind. Das

Gehäuse ist bei dem FH 40 TvL aus Spritzguß, bei dem X-50

aus einem Super-Polyamid. Die Gehäuse sind möglichst glatt

gehalten und daher leicht zu reinigen. Das Gehäuse des FH 40

TvL ist spritzwasserdicht. des X-50 wasserdicht. Das Gewicht

des FH 40 TvL beträgt 1000 g, des X-50 600 g. Beide Geräte

Handschelnwerter W 250

Sicherheit für den Notfall

Oie lotterie wlrd om Koppel g etrogen

und I.t mit dem Lellchtenkopf durch

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17


Ein Tauchzlhlrohr am Dosisleistungsmesser dient zur Untersuchung

von FlOsslgkelten auf Radloaktlvltl t (oben). Oie

SelbstschutzheUer können In BLSV-Fach-Lehrgl ngen mit

StrahlungsmeOgerl len vertraut gemacht werden (unten).

OberprOfung einer Oetonabschlrmung (oben links) sowie

Untersuchung von Staub auf Radloaktlvltl t (oben rechts).

Das Taschendosimeter .rmögllcht sofortige Feslltellung

einer vom Tri ger empfangenen Strahlendosl. (darunter).

haben eingebaute Trockenpalronen zur Beseitigung aultretenden

Schwitzwassers.

Seide Geräte können für die verschiedensten Meßaufgaben

durch Zubehör erweitert werden. Hierzu gehören Endfensterzählrohre

für den Nachweis von a- und energieatiner ß­

Strahlung, Großftächenzählrohre mit besonders hoher Ausbeute,

Flüssigkeitszählrohre für die Messung der ß- und r­

AktiviUitskonzentration in Flüssigkeiten, entsprechende Anschluß

kabel und Transportkästen. Bel dem X-50 besteht mit

Hilfe eines umschaltbaren MeßsteUenverteilers zusätzlich die

Möglichkeit, die verschiedenen Sonden zu Oberwachungsplätzen,

zum Beispiel bei der BunkerausfÜstung, zusarnmenzusdlließen

und mit einem Grundgerät auszuwerten.

Besondere Bedeutung ist dem prürstrahler beizumessen, der

zur Funktionsprüiung des Gerätes benötigt wird. Bei dem

FH 40 TvL wird merzu ein Strahler mit einer Aktivität von

25 p'e Caesium 137 (genehmigungspfHchtig), bei dem X-50 mit

einer Aktivität von 5 p.C Caesium 137 (genehrnigungsfrei) eingesetzt.

Für die Ausrüstung breiter Bevölkerungsschidlten werden

diese Geräte zu aufwendig sein. Von einer Reihe von Firmen

wird daher ein Kleingerät (Volksgeigerzähler) entwickelt. Zusammenfassend

kann gesagt werden, daß auch im Katastroph~n1all

~esenlliche überdosen ionisierender Strahlung vermeidbar

smd, sofern komplette Ausrüstungen geeigneter Meßgeräte

und geschulte Einsatzkräfte vorhanden sind. An beiden

Bereichen wird von den hiennit beauftragten Dienststellen

zielstrebig gearbeitet.

18


L ________ _ _ _ _ _ ______ _ _ _ _ _

Minister besucht D-Zug-Ausstellung

Der niedersächsische Minister des Innern, Dito Bennemann,

hielt zur Eröffnung der D·Zug·Aussteliung »Der kluge Mann bai

am 2. Februar 1964 In Hannoyer folgende Rede: '

Meine sehr geehrten Damen und Herren!

Diese schon weit gereiste Ausstellung, die heute ihre Pforten

auch in der Landeshauptstadt Hannover örfnet, wurde vom

Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz und dem Bundeslurtschutzverband

vorbereitet Beiden gebührt dafür unser

Dank.

Ich benutze diese Gelegenheit, um auf ein außerordentlich

wichtiges Gebiet der staatlichen und privaten Vorsorge hinzuweisen.

Wir leben in einer Zeit internationaler Spannungen, verbunden

mit Kriegsgefahr. Diese Gefahr existiert, auch wenn

wir den Krieg nicht wollen. Jeder Krieg kann aber in der

modemen Welt zu einem atomaren Krieg werden. Die unserer

Bevölkerung damit drohenden Gefahren und der Schutz

vor diesen Gefahren sind in den letzten Jahren immer wieder

leidenschaftlich erörtert worden und stehen nach wie

vor im Widerstreit der Meinungen.

Nicht nur der Widerstreit der Meinungen, auch eine weitverbreitete

gefühlsmäßige Abneigung gegen das Thema ist

begreiflich. Erinnerungen an das grauenvolle Geschehen des

letzten Krieges werden wach. Sie mischen sich mit der

Vision noch furchtbareren Geschehens in einem kommenden

Krieg.

Es geht um eine Situation, die der Mensch nur schwer in

sein Bewußtsein aufnehmen kann. Er wird von der Größe

der vorstellbaren K atastrophe einfach überwältigt und reagiert

zunächst mit dem Gefühl der Ohnmacht. Wir hören,

daß alles menschliche Bemühen um Schutz gegen die atomare

Gefahr sinnlos ist. ein Leben nach solcher Katastrophe

wertlos sei.

Solche Gedanken - so überzeugend sie klingen mögen -

sind falsch.

Die Atomphysik hat uns wissenschaftliche Erkenntnisse beschert,

deren friedliche Nutzung zum Segen der Menschheit

gereichen kann. Gleichzeitig hat sie Waffen furchtbarer

Wirkung entwickelt. Diese Waffen - die Atombombe, die

Wasserstoffbombe - sind eine Drohung für uns alle. Aber

diese Waffen existieren. Ob es uns gefällt oder nicht, wir

werden mit der Bombe leben müssen.

Gleichwohl: Die Wirkung atomarer Waffen ist furchtbar,

sie darf nicht verharmlost werden. Im Zentrum der Explosion

gibt es keinen Schutz, aber außerhalb der Vernichtungszentren

ist Schutz sehr wohl möglich, wenn er vorbereitet

wird.

Diese Ausstellung wendet sich vornehmlich an den Bürger,

um ihm die Größe der Gefahr zu zeigen und ihm zu sagen,

was er, der Bürger, was wir alle zu unserem Schutz gegen

diese Gefahren tun müssen.

Selbstverständlich hat auch der Staat die Pflicht, das Seine

zu tun. Es ist damit begonnen worden, Hilfsdienste aufzustellen,

Bunker instand zu setzen, Warnanlagen herzurichten und

die Versorgung der Bevölkerung für den Ernstfall zu sichern.

Dies alles ist jedoch nur ein Anfang. Der widltigste

Schritt muß noch getan werden.

Es ist der Bau von Schutzräumen für die Bevölkerung.

Von dieser Stelle appelliere ich erneut an den Bundestag, die

entsprechenden Gesetze bald zu verabschieden und damit

diesen gewiß schwierigen, aber notwendigen Schritt endlich

einzuleiten.

Der zivile Bevölkerungsschutz geht uns alle an. Deshalb

dürfen wir uns als Bürger nicht allein auf den Staat verlassen.

Am Anfang muß bei jedem einzelnen der Wille zum

Selbstschutz stehen, und zwar rechtzeitig, d. h. schon jetzt

und nicht erst dann, wenn die Gefahr unmittelbar droht und

der Wille zu überleben sich in der Panik sicherlich auch bei

denen zeigt, die heute Gegner aller Schutzmaßnahmen sind.

Hier aufzuklären und aufzurütteln ist eine wesentliche Aufgabe

dieser Ausstellung.

Die Bilder und Modelle der Ausstellung sind kein ästhetischer

Genuß. Sie sollen aufrütteln. Sie werden viele schockieren

und erschrecken. Für manchen wird das vielleicht sogar

der Gesamteindruck sein. Ich halte das für gut. Ich wünsche,

daß jeder Besucher, durch die Eindringlichkeit des Gesehenen

in seiner Ansicht bestärkt, den Zug verläßt: Es darf niemals

wieder einen Krieg geben.

Die Ausstellung, die das gesamte Bundesgebiet bereist, will

diesem Ziel dienen. Sie zeigt die Gefahren des Krieges. Sie

macht uns allen deutlich, wie wertvoll und wie wichtig die

Erhaltung des Friedens ist. Sie mahnt uns auch für den

Ernstfall. Sie zeigt jedem, wie notwendig es ist. für den

Schutz der Bevölkerung Vorsorge zu treffen.

Die Ausstellung wirbt für den zivilen Bevölkerungsschutz.

Sie erwartet von uns keine Begeisterung, wohl aber ein

verantwortungsvolles Ja für diese Aulgabe. Ziviler Bevölkerungsschutz

ist notwendig in einer Welt der Gefahr. Ziviler

Bevölkerungsschutz ist möglich, wenn jedermann sich

seiner Verantwortung bewußt ist.

Ich wünsche der Ausstellung auch in Hannover einen guten

Erfolg.

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Wleder ist der Frühling ins Land gezogen und wieder

rüsten und freuen sich Hundertlausende von Menschen

auf frohe, unbeschwerte Ferientage und -wochen. Ein

nicht geringer Prozentsatz der Urlauber wird wie in den

Vorjahren audl diesesmal wieder einen Campingplatz irgcndwo

in den deutschen Landen zum Ferienziel wählen.

Im Jahre 1963 wurde den Campingfl'cunden in der Zeit vom

28. Juni bis zum 22. August auf 144 Campingplätzen zwischen

Nordsec - Harz - Bodensee - Königssee eine dankbar

begrüßte Filmunterhaltung kostenlos geboten. Mit 11 Spezialfilmwagen

führte der Deutsche Camping-Filmdienst im Auftrag

des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtsdlaft

und Forsten, des Bundesminisleriums für das Post- und

Fernmeldewesen und des Bundeslurtschutzverbandcs 1063

Filmveranstaltungen durch, auf denen Filme aJlgemeinbildenden

und aufklärenden Inhalts vorgeführt wurden.

Was sagten die Zuschauer?

Diese Filmaktion auf den Campingplätzen im Jahre 1963 ist

zweifelsohne auch für den BLSV ein Erfolg gewesen. Das geht

sowohl aus der Besucherzahl hervor, die 250594 Personen ausweist,

als auch aus den zahlreichen zustimmenden Äußerungen

über die BL V-Filme gegenüber den Werbetechnikern,

den Beauftragten des BLSV und der Presse. So erklärte z. B.

ein Campingfreund und Zuschauer in Eckernförde: "Ich weiß,

daß wir viel Geld für die Rüstung


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Aus der Praxis - tür

enn auch an aUen feuerge!ährdeten Stellen in Betrieben

und Werken Feuerlöscher mit den unterschiedlichsten

chemischen Mitteln zu finden sind, so soll dies nicht über

die Tatsache hinwegtäuschen, daß das Wasser nach wie vor

das bedeutendste Löschmittel ist. Denn es gibt nur ganz

wenige Brände, bei deren Bekämpfung seine Anwendung

wirkungslos oder gar gefahrvoll wäre. Wasser ist zudem

bUlig und fast überall vorhanden.

Seine natürlichen Eigenschaften machen es zum idealen

LöschmitteL Damit ist in erster Linie seine kühlende Wirkung

gemeint, mit der es brennende Stoffe unter ihre Zündtemperatur

abkühlt und damit den Brand schon zum Erlöschen

bringt. Wasser entwickelt beim Löschen Wasserdampf,

welcher den Luftsauerstoff, der die brennenden Stoffe umgibt,

verdrängt. Dies gilt insbesondere für Innenbrände. Eine andere

günstige Wirkung des Löschwassers entsteht durch die

Auftreffwucht, die beim Bekämpfen von Bränden im Freien

von großer Bedeutung ist.

Es gehört zu den Aufgaben jeder Gemeinde, genügend Löschwasser

sicherzustellen und durch Hinweisschilder das Auffinden

zu erleichtern. Für die Bekämpfung von Bränden

stehen überall die Feuerwehren zur Verfügung. Da diese

bei Brandkatastrophen nicht ausreichen würden, sind zusätzliche

Maßnahmen erforderlich, die es den Kräften des Selbstschutzes

möglich machen, sich an der Brandbekämpfung zu

beteiligen.

Oberall muß Wasser sein

Im Brandschutz unterscheidet man zwischen der abhängigen

und der unabhängigen Löschwasserversorgung. Zur ersten

Kategorie gehören das Wasserversorgungsnetz, die künstlich

angelegten Löschwasserbehälter und Zisternen; zur unabhängigen

Löschwasserversorgung Bäche, Flüsse, Teiche, Seen,

Grundwasserentnahme, alte Brunnen und ggf. auch Abwässer.

Solange das Wasserversorgungsnetz noch intakt ist,

kann selbstverständlich auch der Selbstschutz Wasser entnehmen.

Beim Wasserversorgungsnetz unterscheidet man zwischen

einem Ringleitungssystem und einem Verästelungssystem.

Beim Ringleitungssystem sind aBe Rohre der Straßenzüge

so miteinander verbunden, daß jeder Hydrant von zwei Seiten

Wasser bekommt. Sollte ein Rohr zerstört werden, wird

die Bruchstelle abgesperrt. ohne daß dadurch die Wasserversorgung

ausfällt. Beim Verästelungssystem gibt es eine

HauptJeitung, von der alle Nebenleitungen wie Äste eines

Baumes abzweigen. Da die Hydranten nur von einer Seite

Wasser bekommen, fällt natürlich bei Zerstörung der Leitung

der Teil, der hinter der Bruchstelle liegt, aus.

Hydr anten freihalten

Bei den Hydranten unterscheidet man zwischen Unterflurhydranten

und überflurhydranten. Der Abstand von Hydrant

zu Hydrant beträgt etwa 80 bis 100 Meter. Hinweisschilder

erleichtern ihr Auffinden. Das gilt besonders für

Unterflurhydranten, die z. B. nach Schneefall nicht zu sehen

sind. Hinweisschilder haben eine Größe von 250 mal 200 Millimeter.

Sie sind weiß und haben einen 20 mm breiten roten

Rand. Die Zahl über dem Querstrich gibt den Durchmesser

der Versorgungsleitung in Millimetern an; die Zahlen unter

dem Querstrich bezeichnen die Lage des Hydranten, in Metern

vom Hinweisschild aus gerechnet.

Neben den Zisternen, diesen unterirdischen gemauerten, betonierten

oder auch in den Fels gehauenen Sammelbehältern

für Niederschlagswasser, findet man künstliche Löschwasserbehälter

inuner häufiger. Zusammenlegbare Wasserbehälter

verwendet man auch bei der Wasserförderung über

lange Wegstrecken, als Wasserreserve nach dem Brand zum

Ablöschen von Brandnestern oder als Ausgleichbehälter,

wenn eine Leitung zu wenig Druck hat; dann wird das

Wasser dem Behälter zugeleitet und aus diesem mit HiHe

der Kraftspritze entnommen.

Zur abhängigen Löschwasserversorgung gehören auch alle

die vom Selbstsmutz bereitgestellten und gefüllten Behälter

in Wohnräumen, Kellern und Höfen. Für den Selbst-

Alle natürlichen Wesserstellen, die Innerhalb von Wohngebieten liegen,

haben, wie dieser Bach, tOr die unabhängige Li5schwasserversorgung

des Selbstschutzes besondere Bedeutung. Entnahmestelle vorberenenl

Dort, wo es an Versorgungsleitungen, Bl chen, TeIchen oder I hnlichen

W ... erentn.hmestellen mangelt, sollte die USschwasserversorgung

durch solche Behelfsmaßnahmen sichergestellt werden.

22


~ie Praxis

Fachkunde tür

Selbstschutzkräfte

schutz der Zivilbevölkerung hat die unabhängige

Löschwasserversorgung ganz besondere

Bedeutung. Jede Wasserentnahmestelle

erhöht die Lösdlkraft. Neben den

bereits angeführten natürlichen Wasserstellen

können auch künstliche Wasserstellen

so gestaltet werden, daß sie genügend

Löschw3sser liefern, um als unabhängig

bezeichnet zu werden.

An natürlichen Wasserstellen, die sich innerhalb

von Wohngebieten befinden und

zugänglich sind, sollten in Abständen befestigte

Entnahmestellen angebracht werden.

Selbstschutzkräfte müssen sich über

alle in ihrem Wirkungsbereich liegenden

Wasserentnahmestellen genau unterrichten. In vielen Betrieben

befinden sich Feuerlöschteiche. Aber auch Schwimmbäder,

Sammelbecken unter Kühltürmen, Hochbehälter und F lachspiegelbrunnen

können den Löschwasserbedarf decken. Tiefspiegelbrunnen

sind zur Wasserentnahme mit den Geräten des

Selbstschutzes nicht geeignet, weil es in der Praxis kaum möglich

ist, bei einem Wasserspiegel, der 7,50 m unter Flur liegt,

noch Wasser zu entnehmen.

Wasserstellen schützen

Die unabhängige Löschwasserversorgung sichert zwar in

vollem Umfang den Löschwasserbedarf, doch ist sie in der

kalten Jahreszeit gefährdet. Darum sollen im Winter die

unabhängigen Löschwasserstellen laufend auf ihre Gebrauchsfähigkeit

untersucht werden. Eisdecken auf Bächen,

Teichen, Seen usw. sind dann täglich an den Entnahmestellen

aufzuhacken. Es ist eine bewährte Methode, Balken

in einem Abstand von einem halben bis zu einem Meter einfrieren

zu lassen. Durch Schlagen auf die Hölzer bricht die

Eisdecke. Man kann auch in die Eisdecke eine Holztonne

setzen, die etwa 50 cm in das Wasser hineinragt. In die Tonne

füllt man Stroh, das im Bedarfsfall herausgenommen wird.

Heute: Die Löschwasser·

versorgung

Leicht kann dann der Boden durchschlagen und Wasser

entnommen werden. Kleinere Wasserbehälter im Freien

kann man durch Abdecken und Einhüllen mit Stroh oder

durch die Verwendung von Viehsalz schützen. Um für 10 1

Wasser einen Frostschutz bis zu minus 6 Grad zu erreichen,

benötigt man 1 kg Viehsalz. Für Wasserbehälter in Gebäuden

reicht dieser Schutz im allgemeinen aus.

Kälte, Schnee und Glatteis erfordern auch besondere Maßnahmen

für die abhängige Löschwasserversorgung. So bedürfen

besonders die Hydranten einer sorgfältigen Pflege,

um eine ständige Bereitschaft zu sichern. Dazu gehört, daß

die Deckel mit säurefreiem Fett eingerieben werden, um ein

Anfrieren zu verhindern. Hausbesitzer, vor deren Häusern

Hydranten liegen, handeln im eigenen und im Interesse der

Nachbarn, wenn sie nach jedem Schneefall dafür sorgen, daß

die Hydranten frei sind.

So wie die Feuerwehren im Frieden immer bestrebt sind,

Mängel in der Löschwasserversorgung zu erkennen und zu

beheben, so gilt für die Selbstschutzkräfte, bei der Verwirklichung

der Maßnahmen des "vorbeugenden Brandschutzes"

Mißstände abzustellen und eine ausreid1ende Wasserversorgung

zu sichern. H. G.

DI.'.r zusammenlegbar. Wauerbehälter Ist nur .Iner von vielen

Typen, dl. heute von der Industrie angeboten werden. Er eignet ,Ich

al, Reserve- wie auch al, Ausgleichsbehälter bel geringem Druck.

Hlnwelssc:hllder für Hydranten, Schieber und Brunnen. Dem Laien

sagen die Im Brandschulz gebräuchlichen Schilder meist nicht viel.

Die Helfer Im Selbstschutz mOasen sie allerdings alle genau kennen.

23


Schwere Lasten - leicht bewegt

~~~ Hydraulische Werkzeuge ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

== Im Katastropheneinsatz ==

Von Alfred KosmolUski

H YdraUliSche Werkzeuge in Leichtmetallausführung cnt-

.. wickt:!ln auf kleinstem Raum hohe Druck- und Zugkräfte.

Sie arbeiten mit einem relativ hohen Betriebsdruck

von 450 31 und sind infolge ihrer geringen Abmessungen

leicht, handlich und auch an schwer zugänglichen Stellen

eimusetzen. Eine 5-1-Presse mit einer Hubhöhe von 20 mrn

und einem Gewicht von 850 g ist kaum größer als eine

Streichholzschachtel. Aber auch eine IOO-l-Presse wiegt nur

32 kg und kann noch von einem Mann transportiert werden.

Neben Einkolbenpressen stehen für Sonderau!gaben Teleskoppressen,

Druck- und Zugpressen sowie Hohlkolbenpressen

zur Verfügung. Außengewinde am Pressenkolben und

Z~nt.l'ierbohrungen in Kolben und Boden der Presse dienen

zur Aufnahme von zahlreichen Zubehörteilen, wie Verlängerungen,

Fußheber, Fußplatlen, Geißfüße. Stößel usw.

Die Pressen werden mit Hand- oder Motorpumpen bedient

und sind mit diesen durch einen Höchstdruckschlauch verwindungsfrei

verbunden, der beliebig lang sein kann. Zur

manuellen Bedienung der Pressen werden Wechselkolbenpumpen

verwendet, mit denen der Pressenkolben zunächst

schnell an die Last herangeführt wird. Danach wird die

Ölpumpe auf einen Kolben mit kleinerem Durchmesser umgeschaltet,

wodurch von Hand mühelos der Betriebsdruck

von 450 at erreicht wird. Pressen mit größerem Ölbedarf

und im Gruppen- oder Reiheneinsatz werden mit Motorpumpenaggregaten

bedient, die Förderleistungen von 1,6

bis 8,3 I/min entwickeln. Daneben stehen auch wahlweise

hand- oder fuß betriebene Zweistufenkolbenpumpen zur Verfügung,

die sich bei einem Druck von 200 at automatisch auf

den kleineren Pumpenkolben umschalten.

Die Ölpumpen besitzen eine Ölablaßschraube. Wird diese

langsam geöffnet, fließt das Druck:öl aus der Presse langsam

in den Ölbehälter der Pumpe zurück. Das dadurch ausgelöste

Sinken des Pressen kolbens kann millimeterweise gesteuert

werden. Bei schnellem Öffnen der Olablaßschraube setzt der

"Schnellstopp" ein, der den Ölrücklauf verhindert. Die Last

wird abgefangen, und die Presse bleibt unter Druck stehen .

Dadurch wird ein unkontrolliertes Absinken der Last bei

Zwischenfällen, wie bei mechanischer Beschädigung des

Höchstdruckschlauches, verhindert. Presse und Pumpe können

mit Hilfe einer Ventilkupplung auch unter Druck voneinander

getrennt werden. Das hat den Vorteil, daß mit

einer Ölpumpe nacheinander mehrere Pressen bedient werden

können. Zum gleichzeitigen Anschluß mehrerer Pressen

an eine Pumpe dienen entsprechende Verteilerstücke.

Die Verwendungsmöglichkeiten im Katastropheneinsatz und

bei Bergungstrupps sind außerordentlich vielseitig. Nachstehend

werden einige interessante Anwendungen beschrieben.

Stufenweises Heben schwerer Lasten

Die Presse ist in einen Stützkörper aus Leichtmetall eingeschraubt.

Der Heberkolben stützt sich beim Ausfahren des

Heberzylinders mit seiner Fußplatle auf einer Bohle oder

einer Pressenunterlage ab. Die Last wird dann annähernd

um die Hubhöhe der Presse gehoben. Nun werden die maßhaltigen

Gestellunterlagen so unter den Slützkörper gelegt,

daß sie mit diesem bündig abschließen. Anschließend wird

der Zylinder samt Slülzkörp r auf die Gestellunterlagen

gesenkt, die nun die Last übernehmen. Gleichzeitig wird

der Kolben eingefahren und eine Kolbenunterlage daruntergeschoben.

Der Hebevorgang wiederholt sich nun, wobei sich

der Heberkolben auf die Kolbenunterlage stützt.

Biegen und Abquetschen von Rohren

Die Kombination hydraulischer Werkzeuge mit serienmäßigem

Zubehör erspart oft Einzweckgeräte, die vor allem dann

unrentabel sind, wenn sie nur von Fall zu Fall gebraucht

werden. Im Katastropheneinsatz hat die universelle Ver-

Unten: Eine S+Presse mit einer Hubhöhe von 20 mm Ist kaum

gröBer all eine Streichholzschachlei und wiegt nur 850 g.

Rechts daneben: Auch eine 32 kg schwere 100-t· Presse kann

noch von einem kräfllgen Mann allein transportiert werden.

Mit Hydro·Werkzeugen Isl der LS·Bergungs.

dienst ausgerüstet, um auch In schwierigen

Situalionen Trümmerlasten bewegen zu kön·

nen, die den Weg zu den VerschUlteten sperren.

24


8 3 9 12 9

wendbarkeit hydraulischer Werkzeuge den großen Vorteil,

daß nur wenige Geräte zur Einsatzstelle gebradlt

werden müssen, deren Bedienung die Helfer nicht

immer wieder vor neue Aufgaben stellt. So können

die gleichen Pressen und Pumpen, die soeben zum

stufenweisen Heben schwerer Lasten dienten, beispielsweise

schnell mit entsprechendem Zubehör zum

Biegen oder Abquetschen von Rohren umgerüstet werden.

Serienmäßige Roh rbieger gibt es als Zubehör zu

10-t- und 20-t-Pressen. Damit lassen sich Gewinderohre

nach DIN 2440 bis 2442 bis 3" Durchmesser ohne

Sandfüllung und im kalten Zustand verformungsfrei

biegen. Im Katastrophenfall kommt es vor allem in

dichtbesiedelten Gegenden oft darauf an, schnell beschädigte

Gas- oder Wasserrohre zu verschließen. Dazu

dient ein Rohrabquetscher als Zubehör zur 20- t­

Presse mit einer Hubhöhe von 150 mrn.

link. oben: Eine sc:ItwenI Plltt. Ist hoc:hOeclrOc*t worden. Jetzt --..

TrOmmerbrodcen untergebaut. damit d" p,.... an Inderer ...... Mg.,tli

.erd.n kinn. Rech": H.uptt .... "ner Hydro-Pr .... (DrucIdlreft 1D t. Hub-­

h6he 150 mm), die durch einen H6ch.tdrucbc:h1auc:h mit der W ......

kolbenpumpe ftfbuncIen lel

1. Oewlndnchulzrtng

2. Zontr_runa mit Ko_kop'

(m~ EntlOftungncll .. _ ....

groBen Pr ...... )

3. V.nlilkupplunphilfte I

4. VerrleglungAChlfbe zum Um-.

1Ch,lt", vom grohn luf d.n

kleinen Kolben

5. Pumpenhebel

I . tlilbehiller

7 . EntI~

L E •• ru. __

I . Sc:h ............. ullnl-' 11 '


--..~

--

-~ - ~

--...... ...

Oben: Ein wichtiger Zubehörten

I.t der Rohrabquet.c:her.

Link.: Stufenwel.e. Heben mit

Ge.tell- und KOlbenunterlege.

Verschieben schwerer Lasten

Mit Druck- und Zugpressen können beispielsweise schwere

Lasten wie Tunnel, Bunker- und Gebäudeteile usw. selbsttätig

verschoben werden. Das Verschieben eines zweiteiligen

Tunnels aus Stahlbeton von 420 t Gewicht soll hier ausführlicher

beschrieben werden. Der Tunnel war vor einem durchbrochenen

Bahndamm gegossen worden. Im Innern des Tunnels

wurden zwei Druck- und Zugpresscn von je 75 t Druckkraft,

40 t Zugkraft und 240 mm Hub an vier Widerlagern

befestigt und mit einer Motorpumpe bedient, so daß die

Vorderhälfte des Tunnels geschoben und die hintere Hälfte

auf dem ausbetonierten Versehi bebett auf der Sohle des

Bahndamms gezogen werden konnte. Zum erstmaligen Anschieben

wurde zur Unterstützung am Ende des Betonblockes

eine IOO-t-Presse angesetzt. Der Tunnel wurde ohne

Schwierigkeiten in 10 Stunden 24 m weit selbsttätig von

den Druck- und Zugpressen an seinen Bestimmungsort geschoben.

Aufgleisen von Schienenfahrzeugen

Auch für komplizierte Arbeitsgänge, wie das Aufgleisen von

Schienenfahrzeugen, eignen sich öl hydraulische Geräte hervorragend.

Mit einer Kombination öl hydraulischer Geräte

können entgleiste und umgestürzte Dampf-, Diesel- und

Elektrolokomotiven, Reisezugwagen, Güterwagen, Kesselwagen

und Roheisenpfannenwagen mühelos aufgegleist werden.

Ein Mann bedient von einem teuertisch aus ungefährdet

von der Last gleichzeitig alle eingesetzten hydraulischen

Geräte, die infolge ihrer robusten Konstruktion auch im

rauhen Betrieb immer einsatzbereit sind. Umgestürzte Schienenfahrzeuge

werden zunächst mit Hilfe von 40-t-Pratzenhebern

aufgerichtet. Anschließend übernehmen Einkolben-

Unten: Da. Zubehör zur 10-1- und zur 20-t·Prelle zum verformungs­

Irelen Biegen von Rohren er. parl unrentable Elnzweckgerlte.

l inks: Aufrichten eines Tankwagen. mit zwei 20-t-Pratzenhebern.

Unten: Einsatz einer Hydropresse bel Hochwass er.c:hi den.

Rechi,: Zugprelle mit einem SteuerU.ch auOerhalb der Gefahrenzone,

dient zum AUlllnanderzlehen von Hindernissen.

26


und Teleskoppressen mit Druckkräften bis 60 t die Last.

Diese kann hydraulisch mit Hilfe eines Wälzwagens auf

einer Aufgleisbrücke seitlich verschoben werden, bis sich

die Räder genau über den Schienen befinden, auf die nun

das Schienenfahrzeug gesetzt wird.

Auseinanderziehen verkeilter Hindernisse

Die Gerätekombination hat den Vorteil, daß die Trümmer

beim Auseinanderziehen nicht unkontrolliert auseinanderlallen,

sondern der Arbeitsablauf jederzeit unterbrochen

und beobachtet werden kann. Der Bedienungsmann steht

während des Zugvorganges mit dem Steuertisch außerhalb

des Bereiches der Last.

Das Zuggel'ät besteht aus einer Zugpresse mit einer Zugkraft

von 20 t und 440 mm Hubhöhe. Die Zugpresse hat eine

Durchgangsbohrung zur Aufnahme des Zugseiles mit aufgepreßten

Stahlhü}sen. Am Kolbenkopf und am Fuß des

Pressen körpers ist jeweils eine Verriegelung vorgesehen, die

hinter den aufgepreßten Hülsen einrastet und so beim Ausfahren

des Kolbens das Zugseil um die Hublänge nach

vorne zieht. Ist der Hub voll ausgefahren, so wird die Presse

auf hydraulischen Rückzug geschaltet. Vorher rastet die Verriegelung

am Fuß des Pressen körpers hinter einer Hülse ein

und verhindert ein Zurückgleiten des Zugseiles, während

der Kolben in die Ausgangslage zurückfährt. Die Verriegelung

arbeitet also wechselseitig und verriegelt jeweils in

einer Richtung. Beim Ausfahren des Kolbens wird das Seil

am Kolbenkopf verriegelt, während die hintere Verriegelung

ein Durchgleiten der Stahlhülsen gestattet. Die automatische

Verriegelung ist zusätzlich mit einer mechanischen

Entriegelungsvorrichtung ausgerüstet, damit man beim Nachsetzen

der Presse die Verriegelung ausschalten kann. Die

Zugpresse wird mit Hilfe einer Haltevorrichtung und eines

Seilstranges an den Schienen befestigt, die als Widerlager

dienen. Weitere Anwendungsgebiete sind das Aufladen von

Blechrollen und Radsätzen mit Hilfe einer schiefen Ebene

auf freier Strecke sowie das Entfernen von Hindernissen,

die eine Gleisanlage blockieren.

Weitere Anwendungsbeispiele

Viele weitere Einsatzmöglichkeiten ergeben sich bei Schnellabstützungen,

beim Heben und Räumen von Trümmern und

schweren Eisenkonstruktionen auch unter erschwerten Bedingungen

(wie im Wasser), beim Pressen und Klemmen von

Platten und NP-Eisen für Schweißarbeiten, beim Richten und

Einziehen von Trägern, Zusammenziehen von Eisenkonstruktionen,

Trägern und Winkeleisen, beim Ab- und Aufziehen

von Wälzlagern, Kegelrädern, Stirn- und Zahnrädern, beim

Ausbeulen von Kesselwänden und Rohrwänden, beim Recken

und Spannen von Federpaketen, Stahlbandbündeln und

Stabeisen, beim Zusammenziehen von Eisenkonstruktionen,

Rahmen aus U-Eisen, Trägern und Winkeleisen.

Ausrüstungsvorschlag für Katastropheneinsatz

Als Grundausstattung für Bergungstrupps und LS-Einheiten

sind folgende Geräte (Hauptteile) empfehlenswert: 2 Hydropressen

mit je 20 t Druckkraft und 150 mm Hub und Zubehör:

2 Fußheber, 2 Fußplatten, 1 konischer Fuß, 1 runder Fuß,

2 Geißfüße, 2 Stössel, 4 Verlängerungen 100 mm, je 2 Verlängerungen

200 mm und 450 mm mit Vorsatzstücken. 1 Handpumpe

(Wechselkolbenpumpe) mit 5-1-0Ibehälter und 5-m­

Höchstdruckschlauch, 1 Zweiwegeverteilerventil, dazu je

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Zivilschutzkorps

nd Zivilschutzdienst

Einsatz

an Schadensschwerpunkten

Bereitstellung von Kräften

für den regionalen Einsatz

Don Staa tssekretär Prof. Dr. Hö!z!,

Bundesministerium des Innern

Der Bundesrat hat sich am 20. Dezember 1963 mit dem Entwurf

eines Gesetzes über das Zivilschutzkorps und über

den Zivilschutzdienst befaßt und diesem Entwurf sachlich

im wesentlichen zugestimmt.

Wenn von Zivilschutz die Rede ist, wird häufig die Frage

gestellt, ob die Bemühungen überhaupt erforderlich sind, ob

sie Sinn, ob sie Erfolg haben können. Diese Frage wird sicherlich

auch gegenüber der Planung tür die Neuordnung

und Ersetzung des bisherigen LultsdlUtzhilfsdienstes gestellt

werden. Darauf ist zu antworten, daß die Notwendigkeit

zur Vorsorge der Erkenntnis entspridü, daß die AuIJ:echterhaltung

des Friedens nicht allein in unserer Hand liegt.

Auch. wenn wir haUen, daß ein Verteidigungsfall niemals

eintreten möge, müssen wir doch aus der Verantwortung für

die Bevölkerung heraus die Maßnahmen treffen, die geeignet

erscheinen, nötigenfalls möglichst viele Menschenleben zu

retten und in möglichst großem Umfang Schäden an wichtigen

Sachgütern, wie Wohnhäusern, Arbeitsstätten, Verkehrseinrichtungen

zu verhindern oder zu beseitigen. Unser Verteidigungswille

ist erst dann wirklich glaubhaft, gerade für

einen Gegner, wenn wir auch den Schutz der Zivilbevölkerung

ernsthaft vorbereiten.

Was soll mit diesem Gesetz erreicht werden? Wie schon die

überschrüt des Entwurfs sagt, geht es im wesentlichen um

die Aufstellung zweier Verbände, die Aufgaben des Zivilschutzes,

d. h. des Schutzes der Zivilbevölkerung, in einem

etwaigen Verteidigungsfall lösen sollen. Sie sollen an die

Stelle des bisherigen Luftschutzhilfsdienstes treten, der -

allein auf die Freiwilligkeit und die Opferbereitschaft seiner

Angehörigen aufgebaut - nicht so intensiv ausgebildet werden

konnte, wie dies den schwierigen Einsatzbedingungen,

denen er sich im Ernstfall gegenübersähe, entspred1en würde.

Auf der Basis der Freiwilligkeit allein konnte auch nicht die

erforderliche Zahl der Helfer gewonnen werden.

Die Bundesregierung schlägt deshalb vor, zwei Organisatio-

nen an seine Stelle zu setzen, von denen die eine in erster

Linie mobile Verbände zu einem Einsatz an Schadensschwerpunkten

umfassen soll, während die andere im wesentlichen

die Kräfte für den örtlichen oder regionalen Einsatz bereitstellt.

Für das Zivilschutzkorps, die mobile Organisation, ist die

HeranZiehung von Wehrpflichtigen vorgesehen, diese saHen

den Dienst im Zivilschutzkorps statt der Wehrdienstpfiicht

ableisten. Die Wehrpflichtigen sollen auf Grund des vom

Bundestag noch zu verabschiedenden Zivildienstgesetzes

herangezogen werden und mit der Einteilung zum Zivilschutzkorps

aus der Wehrüberwachung ausscheiden. Nur

während einer Grundausbildung von drei oder sechs Monaten

Dauer und während periodisch stattfindender übungen

sollen die Angehörigen des Zivilschutzkorps in GemeinschaftsunterkünUen

untergebracht werden. Im übrigen werden

die Einheiten des Zivilschutzkorps nach einem Milizsystem

aufgebaut: Der einzelne Angehörige des Zivilschutzkorps

wird seine persönliche Ausrüstung zu Hause aufbewahren.

Er wird im Alarmfalle sofort zu einem ihm bekannten

Sanunelpunkt eilen, wo sich die Einheit zum Einsatz formiert,

wo sie die größeren Ausrüstungsgegenstände, wie

Kraftfahrzeuge, Lösch- und Bergungsgeräte, vorfindet und

von wo aus sie eingesetzt wird.

Der erste Einsatz würde allerdings immer von den am

Schadensort selbst oder in unmittelbarer Nähe befindlichen

Kräften zu führen sein. Diesen Kräften kommt daher erhebliche

Bedeutung zu. Die Bundesregierung hat schon bisher

die Tätigkeit derjenigen Verbände, die sich diesen Aufgaben

freiwillig gewidmet haben, nachhaltig gefördert. Der Entwurf

des Gesetzes über das Zivilschutzkorps und über den

Zivilschutzdienst stellt diese Hilfe auf neuartige Grundlagen.

Der Zivilschutzdienst soll eine Kombination zwischen möglichster

Selbständigkeit der zur Mithilfe bereiten Organisationen

und den Notwendigkeiten eines einheitlich aufgebau-

Bel der Aufstellung des ZIvIlschutzdienstes wird auf die bewAhrten Organisationen Im

Katastrophenschutz zurOckgegrlffen werden können. Links: Heiter des Technischen Hilfswerks

befestigen ein '10m Hochwasser zerstörtes Flußbett; rechts : lS-Sanltätsdienst bel einer Obung.


ten und von den zuständigen Stellen leicht einsetzbaren,

zuverlässigen Instruments darstellen. Der Geist der Freiwilligkeit

und Opferbereitschaft bleibt daher weiter aufgerufen.

Wo sich genügend Bürger zusammenfinden, um aus

Gemeinsinn diese Aufgabe, vor die die Unsicherheit unserer

Zeit uns stellt, zu lösen, soll ihnen die Aufgabe übertragen

werden. Erhebliche staatliche Hilfeleistung wird ihnen dafür

zugesicl1ert, insbesondere die Lieferung entsprechender

Ausrüstung. Nur wo sich nicht genügend Initiative aus den

Reihen der Bevölkerung selbst ergibt, soll den Landkreisen

und den kreisfreien Städten die Möglichkeit gegeben werden,

selbst Einheiten des Zivilschutzdienstes aufzubauen und

geeignete Mitbürger zwn Dienst in diesen Einheiten zu verpflichten.

Beide Organisationen, das Zivilschutzkorps und der Zivilschutzdienst..

sollen in ihrem Bereich vor allem folgende Aufgaben

bewältigen: Brandsdlutz, Bergung von Menschen, die

verscl1üttet oder in Trümmern eingeschlossen sind, Versorgung

und Behandlung Verwundeter und Kranker, Bekämpfung

der Schäden, die aus der Wirkung von ABC-Waffen

entstehen können und die Betreuung von Menschen, die ihre

Wohnungen verloren haben oder sonst in Not geraten sind.

Folgende Gesamtstärken, die im Verlauf einiger Jahre nach

Beginn der Aufstellung erreicht werden sollen, sind vorgesehen:

Für das Zivilschutzkorps 200 000 Mann, von denen

sich jeweils ca. 15000 Mann in Ausbildung befinden sollen,

während der Rest.. also ungefähr 185000 Mann entsprechend

der bereits erwähnten Milizkonzeption auf Abruf zur Verfügung

steht. Für den Zivilschutzdienst sind 180000 Personen

vorgesehen. Diese Zahl wird auf die Länder und von

diesen weiter auf die Kreise und kreisfreien Städte aufgeteilt

werden. Wie viele der Angehörigen des Zivilschutzdienstes

von den Katastrophenschutzorganisationen, wie dem

Deutschen Roten Kreuz oder dem Technischen Hilfswerk

aufgestellt werden, wird sich nach den Möglichkeiten dieser

Verbände zur Aufstellung eigener Einheiten richten.

Zivilschutz und Katastrophenschutz

Der Gesetzentwurf weist als Aufgabe des Zivilschutzkorps

und des Zivilschutzdienstes allein den Schutz der Zivilbevölkerung

gegen die Wirkung von Kriegshandlungen oder

KriegswaUen aus. Die Frage liegt nahe, ob es nicht zweckmäßig

wäre, so kostspielige Instrumente, wie sie diese Organisationen

darstellen, nicht auch für den Einsatz im Frieden

vorzusehen. Zumindest der Einsatz bei Katastrophen, wie

etwa der Hamburger Flutkatastrophe, oder bei Schadensfällen,

die die Kraft der örtlichen Organisationen übersteigen,

sollte doch an einen Einsatz des Zivilsmutzkorps gedacl1t

werden. Diese Hinweise, mannigfaltig in den letzten

Wodlen in der Öffentlichkeit gegeben, enthalten sicher einen

richtigen Kern. Die ausschließliche Ausrichtung des Zivilschutzes

auf die Notwendigkeiten des Verteidigungsfalles

ergibt sich jedoch aus dem föderativen Aufbau der Bundesrepublik,

in der der Bund die Zuständigkeit für die Verteidigung

einschließlich des Schutzes der Zivilbevölkerung hat,

in der aber aussdlließlich die Länder für den Katastrophenschutz

zuständig sind.

Trotzdem bleiben die Kapazitäten dieser beiden Zivilschutzorganisationen

in Katastrophenfällen nicht ungenutzt. Die

Bundesregierung hat vorgeschlagen, daß der Bundesgesetzgeber

die Länder ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzun ­

gen, nach ihrer eigenen Entscheidung in Katastrophenfällen

das Zivilschutzkorps einzusetzen. Wenn also auch der Bund

das Zivilschutzkorps nidlt unmittelbar als Katastrophensclmtzorganisation

aufbaut, so wird es doch für solche Fälle

große Bedeutung haben. Ebenso wie die Bundeswehr schon

bisher in Katastrophenfällen ihre Hilfe nicht versagt hat,

wird das Zivilschutzkorps mit voller Kraft auch Katastrophen

in Friedenszeiten bekämpfen, sofern die Kräfte der hierfür

in erster Linie bestimmten Organisationen nidlt ausreichen.

Der Aufbau der Zivi lschutzorganisationen erweist sich somit

als ein Mittel, Gefahren zu bekämpfen, einerlei, ob sie

in friedensstörender Absicht gewollt erzeugt werden oder

ob sie als Naturkatastrophe auftreten. Der Einsatz dieser

Organisationen wird zumindest dazu führen können, das

Ausmaß der Gefahren und der Schäden für die Zivilbevölkerung

einzuschränken und somit Menschenleben und Sachwerte

zu retten, die ohne diesen Einsatz verloren wären.

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(Der vorsLehende Artikel wurde dem "BULLETIN" des Pres~ und

Infonnalionsamtes der Bundesreglel'ung vom 13. 2. 1964 entnommen.)

29


Skopje

dankt dem THW

Zur Erinnerung an den Einsatz von 240 THW·Helfern Uber·

reichte bel seinem Bel uch In Bad Godesberg der Vlzeprlsl.

dent und Direklor dei Wlederaulbaukomitee. der Stadt Skople,

Oragollub Slavrev (remts), dem Direktor des THW, Dlpi.. lng.

Hans ZIelInski (2. von links), das Bildwerk " SkopJe 1963".

er bevollmächtigte Minister im jugoslawischen Auswärtigen

Amt, Vojo Schobajic, und der Vizepräsident

und Direktor des Wi ederaurbaukom itees der Stadt Skopjc,

Dragoljub SLavrev, statteten dem Direktor der Bundesanstalt

Technisches Hilfswerk, Dipl.-Ing. Hans Zielinski, in Bad

Godesberg einen Besuch ab. Sie überbrachten den Dank ihres

Landes und der Stadt Skopje für die Hilfe, die das Technische

Hilfswerk (THW) nach dem Erdbeben mit der Errichtung

von Unterkünften für die obdachlosen Einwohner

geleistet hat. In einem zehn Wochen dauernden Einsatz

hatten 240 freiwillige THW-Helfer aus 33 bayrischcn Ortsverbänden

die vom Deutschen Roten K reuz und ausländischen

Hilfsorganisationen gestifteten Fertighäuser a ufgestellt.

Die jugoslawischen Besucher gaben ihrer Bewunderung

für die selbstlose Einsatzbereitschaft der Helfer Ausdruck,

die bei der schwer heimgesuchten Bevölkerung größte

Anerkennung gefunden habe. Zur Erinnerung an die

Hilfeleistung überreichten sie das Bildwerk "Skopje 1963'\

in dem in sechs Sprachen auch der Einsatz des Technischen

Hilfswerks in Wort und Bild erwä hnt ist.

Be i einem anschließenden Besuch in München sprachen

Minister Schobajic u nd Vizepräsident Stavrev dem Landesverba

nd Bayern des Technischen Hilfswerks den besonderen

Da nk an die bayrisdlen THW-Helfer aus. Der Präsident

der Stadtverwaltung der Stadt Skopje, Blagoj Popov, sandte

an den Landesverband Bayern folgendes Schreiben:

"Ich fühle mich sehr glücklich, daß idl die Gelegenheit des

Aufenthalts des Herrn Dragoljub Stavrev, Präsident des

Fonds für Hilfe der Erneuerung von Skopje, in Ihrem

Lande benützen kann, um hervorzuheben, daß mei ne Mitarbeiter

und ich sowie die ganze Bevölkerung von Skopje

den Ausdruck der Solida rität, die Sie und Ihre werte Organisation

unmittelbar nach der Katastrophe der Bevölkerung

der zerstörten Stadt zuteil werden ließen, schätzen.

Im möchte mich noch einmal herzlichst bedanken für Ihre

Hilfe und für alles, was Sie für uns getan haben." J .F.

neue bücher

Rente steigern

durch richtiges Weiterversichern

in der Angestellten- und Arbeiterrentenversicherung

von Rentenberater A.

Kulinski, Amtsrichter a. D. - Sta nd

1964 - 112 Seiten, mit neuartigem übersichtlichem

Rentenberechnungsbogen

Preis DM 8.20

Verlag .. Die Rentenversicherung"

7 StuUgart-Bad Cannsta tt.

H ier ist ein Buch, das anhand von Beispielen

die komplizierten und wichtigsten

Fragen nach der zweckmäßigsten

und günstigsten freiwilligen Weiterversicherung

und der Rentensteigerung der

pflichtversicherten Angestellten und

Arbeiter selbst dem Laien a llgemein

verständlich darlegt.

Der besondere Vorteil des Buches liegt

unter vielem a nderen darin, daß neben

einer kurz gestrafften Erläuterung der

für die Rente maßgeblichen 4 Faktoren

dem Leser die beste Steigerung der

30

Rente in normalen und in Sonderfällen

sowie bei Fra uen und bei den Pflichtversicherten

aufgezeigt wird. wobei jeweils

ein praktisches Beispiel zum leichteren

Verstehen beiträgt.

Auf Grund dieser Tatsache und des

le ichtverständlichen neuartigen Rentenberechnungsbogens

1964, dürfte dem

Versicherten die richtige Berechnung

seines Rentenanspruches und der günstigsten

Rentensteigerung leicht möglieh

sein und ihn befähigen, jeweils

die richtige Entscheidung zu treUen.

Die Abhandlung zur Beitragsersparnis

- sie ist bis zu 190 DM im Jahr möglim

- , die Frage der Au fstockung von

niedrigen Beiträgen, der Höherversicherung,

des Wiederauflebens von Versicherungsansprüchen,

der Gla ubha ftmachung

von Versicherungszeiten, der

Handwerkerversicherung. des Fremdrentengesetzes

und ähnliche Gesctzesregelungen

hä ngen eng mit der Rentenste

igerung zusammen und sind daher

begrüßenswerterweise leicht verständlich

mit erläutert worden.

Besonders sei auch auf den wirklich

einCachen und übersichtlich gehaltenen

Rentenberechnungsbogen hingewiesen,

der nicht nur Zukunftsberechnungen

für freiwillig Versicherte zuläßt, sondern

nach dem auch sehr einfach die

Rentensteigerung der pflichtversicherten

Angestellten und Arbeiter errechnet

werden kann.

Die Darlegungen zu a11 diesen wichtigen

Versicherungsfragen mochen dieses

Buch für jeden Versicherten, aber

auch für Stellen. die mehr oder weniger

an Rentenfragen interessiert sind,

zu einem geldsparenden Helfer.

Auf Wunder ist kein Verlaß

Das Abenteuer des Oberlebens. Von Cord­

Christi an Troebst. 376 Seiten, 43 Fotos

und 24 Zeichnungen, Leinen, DM 19,80.

Eeon-Verlag GmbH., 4 Düsseldorf, Postrach

1102.

Verwöhnt und verweichlicht durch die

von der Industrie geschaffenen Bequemlichkeiten

des täglichen Lebens,

hat der moderne Mensch meist verlernt,

sich in Notlagen selbst zu helfen,

zu impl'ovisieren und plötzlich

auftauchenden Gefahren zu trotzen.

Sehr oft überleben Menschen die

eigentliche Katostrophe, nicht aber die

nachfOlgenden Stunden und Tage, ein-


fach deswegen, weil sie auf außergewöhnliche

Situationen nicht vorbereitet

waren. Durch richtiges Abschätzen der

Gefahr, einen klaren Kopf und die Fähigkeit,

sich aller nur verfügbaren

Hilfsmittel zu bedienen, haben sich

schon oft Menschen aus geradezu aussichtslos

erscheinenden Situationen gerettet.

Zum "überleben" gehört Training.

Cord-Christian TI'ocbst stellt das

in seinem Buch mit aller Deutlichkeit

dar: "Ich entdeckte, daß es sogenannte

Survival-smools gibt. Das sind Schulen,

in denen Sportler, Pfadfinder und

Soldaten darin unterrichtet werden, wie

sie im Urwald, auf dem Meer oder in

den POlargebieten überleben können.

Im Zusammenhang damit versuchen

Biologen und Mediziner herauszufinden,

wie lange ein Mensch ohne Wasser

oder Nahrung überleben kann; wieviel

Hitze oder Kälte er erträgt; wieviel

Lärm, wieviel Stunden Einsamkeit

oder wieviel Stunden völliger Stille.

Jüngste Erkenntnisse auf diesem Gebiet

zeigten z. B. an, daß viele sogenannte

Hausmittel nicht die Heilwirkung

besitzen. die man ihnen zuschrieb,

und damit für die Leiden vieler Verunglückter

verantwortlich sind. Man

weiß z. B. heute, daß Eiswasser (und

nicht 01) gut für Brandblasen ist, und

ein warmes Bad (statt einer Abreibung

mit Schnee) das beste Mittel gegen Erfrierungen.

Auch die moderne Kriegstechnik

erfordert neue Schutzmaßnahmen

für die Zivilbevölkerung gegen

radioaktiven Fal1out, gegen Druckwellen

und die Hitze detonierender H­

Bomben. Kommissionen in Ost und

West arbeiten bereits an Plänen, um

nicht nur Krankenhäuser und Schulen,

Fabriken und Behörden unter die Erdoberfläche

zu legen, sondern vollständige

Städte mit ihren Bewohnern."

Das Buch von Troebst spricht in dankenswerter

Weise eine harte und klare

Spradle. Es sdlildert die Gefahren der

modernen Welt und die Möglidlkeiten,

sie zu bestehen. Wie jeder Fadlmann

verhehlt auch er nicht, daß Bunker nur

ein Teil der Kunst des überlebens sind.

Es wäre ein falsches Sicherheitsgefühl,

wenn die Völker der Erde sich mit dem

Bau von Luftschutzbunkern begnügen

würden. Die Menschen müssen auch in

der Lage sein, die Zeit, die sie dort

verbringen, zu überstehen oder der

nach einem Atombombenangriff veränderten

Umwelt standzuhalten. Durch

Augenzeugenberichte aus Hiroshima,

vor allem aber durch die Schilderung

der Auswirkungen einer angenommenen

Super-Bomben-Explosion über

dem Münchner Stachus wird dem Leser

eindrucksvoll vor Augen geführt,

daß ein Atomkrieg in jedem Fall Wahnsinn

ist, daß es aber noch größerer

Wahnsinn wäre, nicht jede Möglichkeit

eines Schutzes zu nutzen. Flutkatastrophen,

Sdlneestürme, Flugzeugunglücke

und Schiffstragödien, Bergnot und Erdbeben,

das sind alles Ereignisse, denen

wir unverhofft begegnen können. Sie

wird derjenige erfolgreicher bestehen,

der sich nicht auf Wunder verläßt, der

aber das Abenteuer des überlebens

meistert.

Praktische Hauskrankenpliege

Leitfaden und Lehrbuch von Dr. med.

Erwin R. Birke. 4 Tabellen, Karton mit

Kunstdruckumschlag, DM 6.50. Schlütersdle

Buchdruckerei, Verlagsanstalt,

3 Hannover I, Georgswall 4, Postfach

5440.

Zwar hat es zu allen Zeiten Krankenpflege

gegeben, dodl sind alle früheren

Bemühungen auf diesem Gebiet

nicht mit dem hohen Stand der Krankenpflege

der Gegenwart zu vergleichen.

Früher genügte es, daß sich nur

wenige beherzte Menschen der Hilfs·

bedürftigen annahmen. Heute gibt es

jedoch erheblich mehr Kranke, was paradoxerweise

im medizinischen Fortschritt

selbst zu sudlen ist. Die Menschen

werden nämlich älter; und in

einem Zeitraum von siebzig Jahren oder

mehr kann man eben öfter krank werden

als innerhalb von zwanzig oder

dreißig Jahren. So gewinnt denn die

Hauskrankenpflege trotz aller modernen

und mit technischem Komfort eingerichteten

Krankenhäuser immer mehr

an Bedeutung. Jede Familie kann zu

jeder Zeit einmal von einem Krankheitsfall

betroffen werden. Aber nicht

jede Krankheit muß im Krankenhaus

behandelt werden, und viele Patienten

möchten - auch bei einer schwereren

Erkrankung - lieber in hausärztlicher

Behandlung bleiben. Außerdem gibt es

Leiden, die lediglich einer häuslichen

Pflege bedürfen. Ein Familienmitglied

hat oft sehr plötzlich und unvorbereitet

die Betreuung zu übernehmen.

Der Verfasser gibt in diesem Leitfaden

und Lehrbuch der Hauskrankenpflege

eingehend Auskunft über alle

notwendigen Vorkehrungen, die bei

einem KrankheitsfaJl getroffen werden

müssen. Es werden aUe Behandlungsverfahren

beschrieben, die zu Hause

möglich sind, wie Packungen, Wickel,

Inhalationen, Spülungen und dergleichen.

Zur Verhütung von Ansteckungen

werden Hinweise für die Durchführung

einer wirksamen Desinfektion

gegeben. Schwierigeren Pflegefällen -

Schwerkranken, gebrechlichen Alten -

ist ein besonderes Kapitel gewidmet.

Wer sich eingehend für die Pflege interessiert,

wer vielleicht in der Hauskrankenpflege

tätig werden möchte,

kann sich ausreichend über Krankheitsursachen

und Krankheitserscheinungen

informieren. Es ist sehr wichtig,

das Befinden des Kranken beurteilen

zu können. Das Buch sagt auch

Näheres über die Anwendung der Arzneimittel.

In welchen Formen Arzneimittel

existieren, wie sie wirken und

wie sie aufbewahrt werden sollen. Je

besser hier die Vorbildung ist, desto

besser ist die Leistung. Das gilt besonders

dann, wenn die Tätigkeit hilflosen,

kranken Menschen zugute kommen

soll.

Das Buch ist kein "Doktorbuch", in

denen man die Symptome suchen kann,

die zu der Krankheit passen, die man

befürchtet. Das Diagnostizieren und

Verordnen muß dem Arzt überlassen

bleiben. Die sachgemäße Ausführung

der Anordnungen und die gute und

richtige Betreuung im Hause trägt viel

zur Gesundung des Patienten bei. Ein

ausführliches Stichwortverzeichnis sowie

eine Aufstellung über die 49 Abbildungen

und vier Tabellen erleichtern

das Nachschlagen.

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31


Landess'lellen

berich'len

[I. n

Ocr BLSV~Abschniltsstcllcnleite[' EmU

Nelderl hat !Ur das Jahr 1964 die ver~

stärkte Grundausbildung als Schwerpunkt3ufgabe

aller Helfer der Ahschnitlsstelle

Bremen-Ost proklamiert. Bereits im

Februar und März zeigte sich, wie wirksam

die Aktivierung der BLSV-Helfer

war.

E,! konnten im Bereich von 4 TeilabschniLtsslcllen

gleichzeitig Grundausbildungslehrgänge

stattfinden, an denen sim

insgesamt mehr als 100 Personen beteiligten.

Anlang März bcsudllc der Stellvertreter

des Senntor.s für lnncrcs, Senatsdirektor

Franz Löbert. einen dieser Lehrgänge und

nahm Gelegenheit, zu den Teilnehmern zu

sprechen. Dabei brachte er gegenüber dem

Abschnittsstellenleiter seine und des Senators

Anerkennung zum Ausdruck für

die unermüdliche Werbetätigkeit der ehrenamtlichen

BLSV-HeICer, die damit

einen bedeutenden Beitrag zur Gewinnung

von Lehrgangsteilnehmern leisteten.

Als besonders fruchtbar hat sich in Hessen

die Zusammenarbeit mit dem Landfrauenverband

Hessen-Nassau e.V. erwiesen.

Nachdem die Leiterin des Hauptsachgebietes

Frauenarbeit im BLSV, Frau

Heyer, im vergangenen Jahr wiederholt

Gelegenheit hatte, vor Mitgliedern des

Landfrauenverbandes Hessen-Nassau über

die Aufgaben der Frau im Selbstschutz zu

sprechen, konnte in Friedberg ein Sonderlehrgang

für Delegierte dieses Verbandes

stattfinden. Vorstand und Geschäftsführung

zeigten sich dem Selbstschutzgedanken

gegenüber sehr aufgeschlossen, und

vorzugsweise der G~schäftsführerin, Frau

von Wersebe, ist das Zustandekommen

dieses Lehrganges zu verdanken. Frau

Sommerhoff vom Vorstand des LFV Hessen-Nassau

und Frau von Wersebe waren

neben 21 anderen Mitgliedern interessierte

Teilnehmerinnen dieser Veranstaltung.

Neben der Absolvierung eines vollständigen

Selbstschutz-Grundlehrganges wurden

vornehmlich die Aufgaben behandelt,

die dem Wesen der Frau entsprechen. Als

Ergänzung dazu wurde der Film .. Die Frau

Im Selbstschutz" vorgeführt. Dieser Streifen

fand die volle Zustimmun~ der Zuschauerinnen

und löste eine lebhafte Diskussion

aus. Er zeigt so recht die Aufgaben,

die besonders die Wesensart der

Frnu anspredlen: Betreuung von Kranken,

Beschäftigung von Kindern, Versorgung

Verletzter, das Herridlten von Not-

32

kodlstellen und die Zubereitung von

Schnellkochgerichten. Der Film beweist,

daß die übernahme der Funktion eines

Selbstsdlutzwartes vornehmlich Aufgabe

der Frauen sein sollte.

Reges Interesse der Landfrauen löste 'auch

der Film .. Schutz vor radioaktiven Niederschlägen

auf dem Lande" aus. Er bringt

eine Selbstschutzübung auf dem Lande

und zeigt in eindringlicher Form die

Schutzvorkehrungen, die von jedem Landbewohner

ohne große Hilfsmittel zum

Schutze von Menschen, Tieren und Ernte·

vorräten getroffen werden können.

Bei Absdlluß des Lehrganges regte Landesstellenleiter

Heldmann an, im Herbst

einen Fortbildungslehrgang für die Mitglieder

des Landfrauenverbandes Hessen­

Nassau stattfinden zu lassen, der sich

hauptsächlich. mit den typisch. fraulichen

Aufgaben des Selbstschutzwartes bzw. der

Selbstschulzwartin befassen soll.

Als Erfolg dieser Veranstaltung kann gewertet

werden, daß Ende Februar durch

die Initiative von Teilnehmerinnen des

Lehrganges in den Landkreisen Bad

Schwalbach und Dieburg je eine AuCklärungsveran.stallung

durdl unsere BLSV­

Kreisstellen durdlgeführt wurde. Bei beiden

Veranstaltungen wurden jeweils mehr

als 30 Teilnehmer und Teilnehmerinncn

gezählt.

Zusammenfassend kann gesagt werden,

daß sich in Hessen die Zusammenarbeit

mit den Frauen-Verbänden und -Organisationen

sehr positiv gestaltet hat und daß

man bestrebt ist, diesen Weg mit Konsequenz

fort:wsetzen.

Stadt- und Gemeindebüchereien in Sch1eswig-Holstein

legen in zunehmender Zahl

Zeitsdlriften und Aulklärungs-Sdlrjfttum

des Bundesluttschutzverbandes für die Bevölkerung

aus. Die Stadtbüdlerei Neumünster

hat sogar eine Sonderabteilung

für Schrifttum des Zivilen Bevölkerungsschutzes

eingerichtet. Die Zentrale Büdlereistelle

Flensburg hat der Bücherei Tönning

Anweisung gegeben, sämtliche Broschüren

und Schriften des BLSV gesondert

auszulegen. Andere Kreisstädte und Orte

des Landes sind diesem Beispiel, das Beachtung

findet, inzwischen ge[olgt.

Niemand haUe damit gerechnet! Wer zu

dem Elternabend der BLSV-Jugend in die

Ortsschule ltzehoe gekommen war, hatte

sich bc.stenfnlls nu! ein paar Vorträge

und Filme gefoßt gemadlt. Aber dann, als

Ortsstellenleiter Sender die Schutzmaske

erklärte und den FHtClr fadlgerccht 'Zcxlegte,

passierte es: Alarm! Hellwadl waren die

Zuhörer. Ein, zwei Minuten knisternde

Spannung im Saal, dann "Entwarnung"

und Entspannung: Das gehörte zum Programm.

Nichts weiter haUen die jungen Helfer

beabsichtigt, als den Ellern einmal einen

ridltlgen Einsatz vorzuexerzieren. Es gelang

ihnen. Und das Vorhaben bewies, daß

eine Veranstaltung nun einmal nicht

.. trocken" sein muß. Hier in Itzehoe konnten

sidl die Zuschauer jedenfalls nicht

über [ehlende "Kurzweil" beklagen.

Alle Griffe saßen, als die Brandstaffel

eintraf. Die Was.serstelle war durdl einen

Wassersack gekennzeichnet. Der Wassertrupp

legt die Saugleitung und sdlon arbeitet

die Kraftspritze TS 25. Ein Sprecher

erläuterte am Lautsprecher die Handgriffe.

Dann traf die Rettungsstaffel ein.

Verschüttete! TrOmmer beseitigen, Verletzte

behandeln. Laienhellerslaffel triftt

ein, Trngbahren, Sanitäter, Abtransport.

Wie gesngt, nur ein "Zwischenspiel" beim

Elternabend Aber es "kam an" und der

BcHall blieb l1idlt aus. Im übrigen aber:

I

Filmvorführungen, Vorträge. Qrtsstellenleiter

Sender war es, der auch in diesem

Teil keine Langeweile aufkommen ließ.

Den ersten Filmwageneinsatz dieses Jahrcs

veranstaltete die Landesstelle in Zusammenarbeit

mit den drei Münchner Bereichsstellen

im Stadtgebiet der Landeshauptstadt.

An sorgrältig ausgewählten Standplätzen

wurden die MOnchner Bürger durch Filmvorführungen

über die Aufgaben de.s

Selbstschutzes der Zivilbevölkerung 8U!·

geklärt.

Obwohl der Januar allgemein als kältester

Monat des Jahres zu bezeidlnen ist

- es herrschten Temperaturen zwischen

10--16 Grad Kälte - kann der Einsatz als

voller Erfolg ange.sehen werden. Durdl

poSitive Beridlte in den Münchner Tageszeitungen

und eine Fernsehreportage, die

in der abendlichen Regionalsendung des

Bayerischel1 Fernsehens .. die aktuelle

Viertelstunde" übertragen wurde, ist die

Filmwagenwerbung zusätzlich unterstützt

worden. Die Zahl der Menschen, die in

den 15 Tagen des Einsatzes durch den

Filmwagen angesprochen wurden, beträgt

ca. 16000. In den 14000 während der Filmvorführungen

verteilten Werbeschriften

war eine Beilage mit der überschriet "Gefahr

droht Immer! - Sind wir vorbereitet?"

eingelegt. In dieser Schrift wurden

die Leser eingeladen, einen der sechs

nach!assenden Informationsabende zu besuchen.

Hlebei konnte so mancher HeUer

für den Selbst.schutz gewonnen werden.

Im Rahmen einer verstärkten Aufklärungs-

und Werbeorbeit in der Landeshauptstadt

soll der Filmwagen in der

wärmeren Jahreszeit im Münchner Stadtgebiet

erneut eingesetzt werden.

Wieder ein llLSV-Plakat p r ämiiert

In der Tagessdlau des Deutschen Fernsehens

wurde am 18. Januar d. J. in

einem Filmbericht über deutsche Plakatkunst

das BLSV-Werbeplakat, das als

Symbol die Weltkugel mit Augenbinde

zeigt und das den Text: " ... So nicht!

Zivilschutz geht jeden an" aufweist, als

besonders werbewirksam hervorgehoben.

Die Jury einer zur Zeit Jm Dortmunder

Museum am Ostwall laufenden Plakatausstellung

hat dieses BLSV-Plakat mit dem

Prädikat "Die besten Plakate seit 10 Jahren"

ausgezeichnet. - Nadl dem Werbeplakat

mit dem bekannten Slogan: "Mit

einer rosa Brille ist es nicht getan" Ist

dies das zweite BLSV-Plakat, das eine

Auszeidlnung erhalten hat.

"Bemerkungen

zur Öffentlichkeitsarbeit"

Eine Richtigstellung

In dem Beitrag von QRR Dr. Vulplus

.,Bemerkungen zur Öffentlichkeitsarbeit"

(2. Teil), erschienen in Nr. 3 64 der ZB,

haben sich beim Zusammenstellen der

Seiten zwei Fehler eingeschlichen, die

einer Richtigstellung bedürfen:

Tm letzten Absatz auf Seite 6 fehlt die

Zwischenüberschrift

"Aufklärungssdlriften

der Bundesregierung"

und über den letzten Absatz au! Seite 7

gehört die Zwischenübersdlrift

"Das Ausland",

die irrtümlich zwei Absätze höher eingesetzt

wurde.


Sind Sie ein Freund des Sports·

Bel Kernwaffenexplosionen, und zwar vor allem bei solchen

mit nad1!olgendem starkem radioaktivem Niederschlag (fallout),

ist es überaus widllig. daß d ie Strahlengefährdung möglichst

frühzeitig erkannt, die Bevölkerung gewarnt und über die Beendigung

der Gefahr unterrichtet wird. Das gehört in erster

Linie zu den Aufgaben des LS-Warndienstes und des örtlichen

Alarmdicnstes. Auf Grund der über die LS-LeitmeßsteIlen eingehenden

Meldungen über die Beobachtungen und Meßergebnisse

der LS-ABC-Meßstclien erfolgt durch die LS-Warnämter die

redltzeitige Alarmierung der Bevölkerung durdl das Signal Luflalarm

und die Unterrichtung der Bevölkerung über die BeendIgung

der Gefahr durch das Signal Entwarnung. Trotzdem muß

auch der SelbstsctlUtz in Wohnstätten jederzeit in der Lage sein.

das Vorhandensein und die Intensität der radioaktiven Strahlung

festzustellen. Das dazu erforderliche Strahlenmeßgerät ist der

LS-Geigerzähler.

Au! Veranlnssung und in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt

für zivilen Bevölkerungsschutz wurden inzwischen von verschi(>denen

Firmen LS-Geigerzähler entwickelt oder befinden sich

noch in der Entwicklung. Als Grundlage für diese Geräteentwicklung

wurden vom Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz dIe

technischen Mindestforderungen in sogenannten "VorläufIgen

Ridlliinien für LS-Geigerzähler" aufgestellt. Danach soll der LS­

Geigerzähler die Messung der Gamma-Dosisleistung im Meßbereich

von 10 mr/h bis 10 r /h und den Nachweis geringerer Gamma-Dosisleistungen

als 10 mr/h durch akustische oder optische

Anzeige e rmöglichen, eine hinreiche nde Anzeigengenauigkeit besitzen,

gegen Beta-Strahlung unempfindlich sein, mit handelsüblichen

Batterien betrieben werden können, so einfach wie möglieh

zu bedienen und so dimensioniert sein, daß er von einer Anzug-

oder Manteltasche aufgenommen werden kann.

Welche Anwendungsmöglichkeiten sind nun für einen solchen

LS-Geigerzähler gegeben. Mit seiner Hilfe läßt sich in allen

den Fällen, in denen die öftentliche Alarmierung nicht oder nicht

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