EKMintern_012013 - Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

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EKMintern_012013 - Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

Schulstiftung fördert die politische Bildung

Worin bestehen die Aufgaben des Programmleiters?

Junker: Seit 2000 bin ich jetzt als Lehrer für

gesellschaftswissenschaftliche Fächer und

Evangelische Religion am Evangelischen

Ratsgymnasium. Die politische Bildungsarbeit

beschäftigt mich schon sehr lange. Jetzt

bin ich bis 2015 damit beauftragt, das Programm

speziell für die Schulen der Evangelischen

Schulstiftung in Mitteldeutschland

aufzubauen und Projekte zu entwickeln.

Dazu kommen Finanzierungsfragen und

die Arbeit mit Kooperationspartnern, etwa

der Landeszentrale für politische Bildung

oder dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung,

Lehrplanentwicklung und Medien,

dem ThILLM. Während diese eher zentral

arbeiten, wollen wir die Schulen der Schulstiftung

vor Ort unterstützen.

Ist beispielsweise in einer Schule eine Lesung

angedacht, habe ich möglicherweise

einen passenden Autor an der Hand. Außerdem

machen wir politische Bildungsangebote

sowohl für Kolleginnen und Kollegen

wie für andere pädagogische Mitarbeiter

und für die Schüler selbst. Indem etwa die

Schülersprecher einbezogen werden, die

das dann in ihre Schulen weitertragen.

Junker: Ich sehe meine Aufgabe auch

darin, die einzelnen Projekte in unseren

Schulen zu vernetzen. Etwa das Diakonische

Lernen im Zusammenhang eines

Praktikums, das auf einen echten Dienst

am Nächsten, auf Persönlichkeit- und Herzensbildung

und in manchen Schulen auch

auf eine Berufswahlvorbereitung abzielt.

Die Schüler haben da ab der 7. Klasse ein

sozial diakonisches Praktikum, erstellen dafür

richtige Bewerbungen mit Anschreiben

und Lebenslauf und wählen dann eine Kindertagesstätte

oder ein Seniorenheim, wo

sie Kinder und ältere Menschen betreuen.

Das Diakonische Lernen verstehen alle

Schulen als zentralen Teil ihres evangelischen

Profils. Es ist auch der Bereich, in

dem Schülerinnen und Schüler mit kirchlichen

und diakonischen Einrichtungen direkt

in Kontakt kommen.

EKM intern 01 | 2013

DIALOG

Zum Beginn dieses

Schuljahres startete

das Stiftungsprogramm

„Politische Bildung

und demokratische

Erziehung“.

Jürgen Junker wurde

zum Programmleiter

berufen.

(Siehe Dezemberheft)

EKM-intern sprach

mit ihm und

Romy Kornau,

Pressesprecherin der

Schulstiftung.

Welche Zielstellung verbindet die Stiftung

mit diesem Programm?

Kornau: Unser Anliegen ist es, alle Aktivitäten

rund um politische Bildung und demokratische

Erziehung in unseren Schulen

voranzubringen und zu vernetzen. Dabei ist

uns wichtig, dass wir nicht nur unsere Pädagogen

ansprechen, sondern auch unsere

Schülerinnen und Schüler in die Projektarbeit,

Weiterbildungsangebote und den Vernetzungsgedanken

mit einbinden.

Diese übergreifende Zusammenarbeit von

Grundschule über Regelschule bis zu unseren

Gymnasien wurde bereits bei der

Auftaktveranstaltung am 8. November, bei

der Herr Junker offiziell berufen wurde,

sichtbar: Unterrichtende und Schülersprecher

aus den 20 Stiftungsschulen waren mit

dabei, stellten sich gegenseitig vor und kamen

über Workshops zum ersten fachlichen

Austausch. Wir sind sehr froh, mit Herrn

Junker so einen engagierten und erfahrenen

Programmleiter gefunden zu haben.

Kornau: Das Programm ist in den ersten

Jahren darauf ausgelegt, Projekte innerhalb

der Schulstiftung besser sichtbar zu machen.

Unsere Schulen sollen von der Vielzahl

der Projekte erfahren und sich einordnen:

Was machen wir da, wie weit sind die

anderen, und in welcher Richtung wollen

wir weitergehen?

Junker: Im Bereich gegen Rechtsextremismus

etwa war im Dezember eine Veranstaltung

im Ratsgymnasium hier in Erfurt,

zu der eine Schülergruppe Bernd Wagner,

den Gründer des Aussteigerprogramms

„exit“, zusammen mit jemandem, der aus

der Thüringer Neonazi-Szene ausgestiegen

ist, eingeladen hat. In Vorbereitung

Jürgen Junker und

Marco Eberl,

Vorstandsvorsitzender

der Schulstiftung

(von rechts)

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