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Das Programmheft zum Download (PDF) - Arsenal

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januar februar 13 märz april mai juni juli august september oktober november dezember<br />

arsenal<br />

institut für film und videokunst e.V.


2 februar 13 inhalt<br />

43. Forum > 4<br />

Keisuke Kinoshita > 13<br />

In Erinnerung an<br />

Gerhard Schoenberner > 19<br />

Filmmakers’ Choice:<br />

Aufbruch > 20<br />

FilmDokument:<br />

WIR FAHREN<br />

NACH AMERIKA > 21<br />

8. Forum Expanded > 7<br />

PERRET IN FRANKREICH<br />

UND ALGERIEN > 19<br />

Days of !ndia –<br />

Indisches Gegenwartskino > 10<br />

Die DEFA-Stiftung<br />

präsentiert > 20<br />

Shirley Clarke:<br />

PORTRAIT OF JASON > 21


editorial februar 13 3<br />

Klassiker<br />

nicht nur für Kinder > 22<br />

Living Archive > 22<br />

Kalendarium > 23<br />

Die Basis des Make-Up<br />

(Nr. 364) > 26<br />

arsenal freundeskreis –<br />

Sind Sie dabei? > 27<br />

Serviceleistungen > 28<br />

Impressum > 31<br />

Der enorme Reichtum der japanischen Kinematografie ist<br />

im Westen immer noch in großen Teilen unbekannt. Vor allem<br />

das Goldene Zeitalter des japanischen Films, die 50er<br />

Jahre, scheinen ein schier unerschöpfliches Reservoir an<br />

Entdeckungen zu liefern. Dazu gehört auch Keisuke Kinoshita<br />

(1912–1998), der völlig zu Unrecht im Schatten der ungleich<br />

berühmteren Zeitgenossen wie Ozu, Kurosawa und<br />

Mizoguchi steht. Kinoshita ließ sich weder auf ein Genre<br />

noch einen Stil festlegen, drehte Melodramen, Komödien<br />

und historische Filme und zeichnete sich durch eine verblüffend<br />

breit gefächerte stilistische Experimentierfreude<br />

aus. Von seinen insgesamt 49 Filmen zeigen wir elf; fünf<br />

davon werden in neuen Kopien auch im Forum der Berlinale<br />

zu sehen sein.<br />

Wie jedes Jahr geht die Berlinale nach ihrem Abschluss im<br />

<strong>Arsenal</strong> noch ein wenig weiter – mit ausgewählten Wiederholungen<br />

aus dem Programm des Forums. Die Filme werden<br />

kurzfristig auf unserer Homepage bekannt gegeben.<br />

Diese Wiederholungen sind für Mitglieder des arsenal<br />

freundeskreis (S. 27) übrigens kostenlos. Auch eine normale<br />

Mitgliedschaft lohnt sich, besonders zu Forumszeiten:<br />

Die verbilligten Eintrittspreise (S. 31) gelten für sämtliche<br />

Forum-Kinos während der Berlinale.<br />

Large parts of the wealth of Japanese cinema still remain<br />

unknown in the West. This is particularly true of the Golden<br />

Age of Japanese film – the 1950s – a seemingly inexhaustible<br />

reservoir of discoveries, which includes Keisuke Kinoshita<br />

(1912–1998) who has been wrongly overshadowed by<br />

his more famous contemporaries Ozu, Kurosawa and<br />

Mizoguchi. Kinoshita never settled on a particular genre or<br />

style, making melodramas, comedies and historical films<br />

that stand out because of the great pleasure he took in<br />

experimenting. We are showing 11 of his 49 films – five have<br />

new prints and will be screened as part of the Forum section<br />

of the Berlinale.<br />

Ihr <strong>Arsenal</strong>-Team


4 februar 13 43. forum<br />

I AIONIA EPISTROFI TOU ANTONI PARASKEUA<br />

(The Eternal Return of Antonis Paraskevas, Elina Psykou,<br />

Griechenland 2013)<br />

HALBSCHATTEN<br />

(Nicolas Wackerbarth, D/F 2013)<br />

© unafilm<br />

43. Forum<br />

Von gesellschaftlichen Umbrüchen und Zeiten<br />

des Übergangs und Wandels handeln zahlreiche<br />

Beiträge <strong>zum</strong> Forumsprogramm 2013. Versuche<br />

der Vergewisserung und Neuorientierung bestimmen<br />

dabei nicht nur die Inhalte der Filme,<br />

sondern auch und gerade ihre formalen Ansätze.<br />

Besonders stark zeigt sich das europäische Kino<br />

in Ost und West. Der kroatische Spielfilm OBRA-<br />

NA I ZAŠTITA (Stranger) von Bobo Jelčić beschäftigt<br />

sich mit der fast unüberwindlichen Teilung<br />

der herzegowinischen Stadt Mostar: Die Beerdigung<br />

eines alten Freundes im muslimischen Teil<br />

der Stadt gerät zur existentiellen Herausforderung<br />

für einen Kroaten, dessen Angst, in der<br />

eigenen Gemeinschaft anzuecken, groteske<br />

Züge annimmt.<br />

In Georgien ist eine neue Generation von Filmemachern<br />

erwacht, die damit begonnen hat, sich<br />

der eigenen Geschichte zu erinnern. GRZELI<br />

NATELI DGEEBI (Long Bright Days), der erste<br />

Spielfilm von Nana Ekvtimishvili und Simon<br />

Groß, nimmt mit der Geschichte zweier Freundinnen<br />

in dem von Bürgerkrieg und Armut geprägten<br />

Land des Jahres 1992 die verschütteten<br />

Traditionen des georgischen Kinos wieder auf,<br />

verwebt Gewaltausbrüche und Idylle, frühreife<br />

Kaltblütigkeit und kindliche Naivität zu einer<br />

rhythmischen filmischen Komposition.<br />

Der russische Spielfilm ZA MARKSA (For Marx)<br />

von Svetlana Baskova nimmt Karl Marx’ Feststellung<br />

beim Wort, geschichtliche Tatsachen<br />

ereigneten sich stets zweimal, das eine Mal als<br />

Tragödie, das andere Mal als Farce. Zwischen<br />

Groteske und Slapstick bewegt sich ihre Version<br />

einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen<br />

radikalen Gewerkschaftern und korrupten<br />

Unternehmern in einer heruntergekommenen<br />

Metallfabrik.<br />

Auch der griechische Spielfilm I AIONIA EPIST-<br />

ROFI TOU ANTONI PARASKEUA (The Eternal Return<br />

of Antonis Paraskevas) von Elina Psykou<br />

bedient sich des Stilmittels der Groteske, um von<br />

Abstürzen und Ungewissheit zu erzählen. Darin<br />

täuscht ein Fernsehmoderator, der seinen Stern<br />

sinken sieht, seine eigene Entführung vor und<br />

quartiert sich in einem verlassenen Luxushotel<br />

ein. Sein surreales Schicksal wird <strong>zum</strong> Kommentar<br />

über die gegenwärtige Lage des Landes.


43. forum februar 13 5<br />

Im Zustand der Starre befinden sich auch die<br />

Protagonisten des ungewöhnlichen österreichischen<br />

Films DIE 727 TAGE OHNE KARAMO von<br />

Anja Salomonowitz. In vorwiegend in Gelbtönen<br />

gehaltenem Ambiente, und durch Geräusch-<br />

Collagen und fiktionalisierende Musik weiter<br />

stilisiert, beschäftigt sich dieser politische Dokumentarfilm<br />

mit der komplizierten, vom Staat<br />

stark reglementierten Lebensrealität binationaler<br />

Paare im Konflikt mit einer menschenfeindlichen<br />

Bürokratie.<br />

Auf ganz andere Weise setzt sich der Argentinier<br />

Matías Piñeiro mit dem Leben im Schwebezustand<br />

auseinander. VIOLA ist ein vergnügliches<br />

Spiel mit wechselnden Identitäten junger Frauen<br />

im heutigen Buenos Aires zwischen Lebensrealität<br />

und Theatralik, das sich unter anderem<br />

an Shakespeares „Was ihr wollt“ anlehnt. Kunst,<br />

Realität und Fiktion mischen sich auch in dem<br />

österreichischen Filmexperiment SHIRLEY –<br />

VISIONS OF REALITY von Gustav Deutsch, das<br />

13 Gemälde von Edward Hopper aus drei Jahrzehnten<br />

<strong>zum</strong> Leben erweckt und in ihnen eine<br />

mögliche gemeinsame Geschichte im Kontext<br />

amerikanischer Historie entdeckt. Auch vier<br />

deutsche Filme präsentiert das Programm dieses<br />

Jahres, allesamt junge, außergewöhnliche<br />

und originelle Beispiele für ein höchst diverses<br />

Filmschaffen. Ramon Zürchers Debüt DAS<br />

MERKWÜRDIGE KÄTZCHEN zelebriert anhand<br />

einer sommerlichen Familienzusammenkunft in<br />

einer Berliner Altbauwohnung eine Choreografie<br />

des Alltags, die ihren besonderen Blick auf Ausschnitte,<br />

Details und Gesten legt. In Nicolas Wackerbarths<br />

HALBSCHATTEN folgt eine Frau der<br />

Einladung ihres Geliebten nach Südfrankreich,<br />

trifft in dessen Bungalow jedoch lediglich die ihr<br />

gegenüber reservierten Kinder des Mannes an,<br />

mit denen sie sich in den kommenden Tagen des<br />

Wartens und der Ungewissheit arrangieren<br />

muss. Die Interaktionen eines verzweigten<br />

Freundeskreises, der sich nach dem Selbstmord<br />

eines der ihren in einem Haus auf dem Land<br />

trifft, stehen im Mittelpunkt von ECHOLOT. <strong>Das</strong><br />

Spielfilmdebüt von Athanasios Karanikolas fängt<br />

die zunehmend entgleitende Stimmung dieses<br />

Zusammentreffens ein. Zwischen Inszenierung<br />

und dokumentarischer Darstellung bewegt sich


6 februar 13 43. forum<br />

SIENIAWKA<br />

(Marcin Malaszczak, D 2013)<br />

Marcin Malaszczak mit SIENIAWKA, der in einer<br />

vom Kohletagebau entstellten Landschaft und<br />

einer heruntergekommenen Anstalt Vergangenheit,<br />

Gegenwart und Zukunft zusammenfließen<br />

lässt: ein lyrisches Porträt der postsozialistischen<br />

Wirklichkeit zwischen Polen, Tschechien<br />

und Deutschland.<br />

Ergänzend <strong>zum</strong> Programm zeigen wir einige<br />

retrospektive Beiträge, darunter fünf restaurierte<br />

Filme des bedeutenden japanischen Regisseurs<br />

Keisuke Kinoshita als Beitrag zur Retrospektive<br />

im <strong>Arsenal</strong>, den ebenfalls neu restaurierten<br />

Dokumentarfilmklassiker PORTRAIT OF<br />

JASON von Shirley Clarke, sowie die Wiederentdeckung<br />

eines vergessenen dokumentarischen<br />

Meilensteins des französischen Kinos, LE COU-<br />

SIN JULES von Dominique Benicheti aus dem<br />

Jahr 1973. Eine einmalige Aufführung im Delphi-<br />

Filmpalast gibt zudem Gelegenheit, den ältesten<br />

erhaltenen koreanischen Stummfilm CROSS-<br />

ROADS OF YOUTH von Ahn Yong-hwa aus dem<br />

Jahr 1934 in adäquater Form mit Musikbegleitung,<br />

Kinoerzähler und Live-Gesang zu erleben.<br />

Many of the films in the Forum’s 2013 program<br />

deal with social upheavals and times of change<br />

and transition. Attempts to find assurance and a<br />

new orientation not only define the films’ contents<br />

but also their form.<br />

European cinema, from both the East and the<br />

West, is particularly strongly represented.<br />

We are also showing some retrospectives, including<br />

five restored films by the noteworthy<br />

Japanese director Keisuke Kinoshita which will<br />

be screened at <strong>Arsenal</strong>, as well as Shirley<br />

Clarke’s newly-restored documentary classic<br />

PORTRAIT OF JASON and a milestone of French<br />

documentary cinema, LE COUSIN JULES (1973) by<br />

Do mi nique Benicheti that has been rediscovered.<br />

Viewers will have a chance to see the oldest existing<br />

Korean silent film CROSSROADS OF YOUTH<br />

at a one-off screening at Delphi Filmpalast. The<br />

1934 film by Ahn Yong-hwa will be shown in the<br />

appropriate form, accompanied by music and a<br />

live narrator.


8. forum expanded februar 13 7<br />

8. Forum Expanded<br />

Zwischen Kino, Kunst und Performance hat sich<br />

etwas verselbstständigt, was noch immer namenlos<br />

ist, aber längst eigenständig existiert.<br />

Dabei hat es keinesfalls an Offenheit eingebüßt.<br />

Im Gegenteil: Im Programm des Forum Expanded<br />

finden sich wieder zahlreiche Arbeiten, die<br />

überraschen, weil sie überzeugen, ohne sich zuordnen<br />

zu lassen.<br />

Neben Filmvorführungen und Ausstellungsbesuchen<br />

gibt es deshalb im HAU Hebbel am Ufer<br />

und im Kunstgewerbemuseum viel Gelegenheit<br />

<strong>zum</strong> Gespräch über Themen, die sich aus den<br />

Arbeiten ableiten, Diskussionen der letzten Jahre<br />

weiterführen oder die neue Tendenzen überprüfen:<br />

die Situation für ein unabhängiges Kino<br />

in Kairo, neue Ansätze einer filmästhetischen<br />

Sprache der Analyse und Forschung, ein neuer<br />

Umgang mit Archiven, der Geschichte in der Gegenwart<br />

positioniert (siehe auch S. 22), um nur<br />

einige Beispiele zu nennen.<br />

Zum wiederholten Mal präsentiert Forum Expanded<br />

eine Arbeit von Isabella Rossellini, die<br />

wie kaum eine andere das Spannungsfeld zwischen<br />

großem Kino und künstlerischem Eigensinn<br />

verkörpert. MAMMAS ist die Fortsetzung<br />

ihrer Green Pornos aus dem Jahre 2008. Wieder<br />

schlüpft sie in Tierrollen – diesmal, um Mutterinstinkte<br />

zu erforschen und zu hinterfragen.<br />

Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf dem<br />

Werk des 1980 verstorbenen brasilianischen<br />

Künstlers Hélio Oiticica. Oiticica ist vor allem für<br />

seine interaktiven Objekte und partizipativen Installationen<br />

und Environments bekannt, die er<br />

in den 60er Jahren produzierte. Doch er schuf<br />

auch ein filmisches und film-affines Werk und<br />

kam in seiner Zeit in New York in den 70er Jahren<br />

mit der US-amerikanischen Underground-<br />

Filmszene in Kontakt. Neben den sogenannten<br />

„Quasi-Cinema“-Installationen aus der Serie<br />

„Block-Experiments in Cosmococa – program in<br />

progress“, die im Hamburger Bahnhof – Museum<br />

für Gegenwart und im Liquidrom gezeigt<br />

werden, wird im Forum der Dokumentarfilm<br />

HELIO OITICICA von Cesar Oiticica Filho präsentiert.<br />

Der Co-Kurator Max Jorge Hinderer Cruz<br />

zeigt im Rahmen einer Podiumsdiskussion eine<br />

Auswahl historischer Super8-Filme von und mit<br />

Oiticica. Zum Abschluss lädt die Installation im


8 februar 13 8. forum expanded<br />

Liquidrom, die nur an einem Abend zu sehen<br />

sein wird, das Publikum ein, im wahrsten Sinne<br />

des Wortes baden zu gehen, um Bilder und Musik<br />

vom Pool aus zu erleben.<br />

Richard Foreman, Gründer des legendären New<br />

Yorker Ontological-Hysteric Theater, kehrt mit<br />

seinem Film ONCE EVERY DAY nach über 30 Jahren<br />

<strong>zum</strong> ersten Mal auf die Leinwand zurück. Die<br />

aus Wiederholungsschleifen, Ellipsen und Fragmenten<br />

montierte Arbeit ist eine kongeniale<br />

filmische Umsetzung seiner einzigartigen Herangehensweise<br />

ans Theater und feiert im HAU<br />

Hebbel am Ufer ihre Europapremiere. Mit ihm<br />

diskutiert eine Zeitgenossin der 70er Jahre: Babette<br />

Mangolte, die selbst mit ihrer neuen Arbeit<br />

EDWARD KRASINSKI’S STUDIO vertreten ist.<br />

Unser diesjähriger Ausstellungsort für die Gruppenausstellung<br />

ist ungewöhnlich: <strong>Das</strong> Silent<br />

Green Kulturquartier im ehemaligen Krematorium<br />

Wedding. Teil der Ausstellung „Waves vs.<br />

Particles“ sind zwei der drei Installationen von<br />

Lucien Castaing-Taylor und Véréna Paravel, die<br />

ein Jahr mit Hochseefischern aus New England<br />

auf dem Meer verbrachten. Nun bringen sie das<br />

Material ihres Dokumentarfilms Leviathan in<br />

neue Formen. In ihren Videoinstallationen evozieren<br />

sie einen unsentimentalen Blick auf die<br />

Beziehung des Menschen mit dem Wasser.<br />

Ebenfalls vertreten ist eine Arbeit von Joshua<br />

Bonnetta, die den akustischen Wellen zwischen<br />

den Kontinenten auf beiden Seiten des Atlantiks<br />

lauscht. Installationen von Angela Melitopoulos<br />

und Maurizio Lazzarato sowie von Nina Fischer<br />

und Maroan el Sani setzen sich mit den gesellschaftlichen<br />

und psychischen Dimensionen der<br />

Katastrophe in Fukushima auseinander, Wendelien<br />

van Oldenborgh widmet sich Fragen der<br />

Kolonialgeschichte und des Postkolonialismus,<br />

und James T. Hong führt vor, wie nationale Entschuldigungen<br />

in der Geste erstarren.<br />

Anhand von Fotos aus der Inuitgemeinde Baker<br />

Lake, einem Film, Tonaufnahmen, drei Puppenhäusern<br />

und mündlichen Überlieferungen evoziert<br />

eine Installation von Marie-Hélène Cousineau<br />

im Marshall McLuhan Salon der Botschaft<br />

von Kanada Geschichte und Landschaft des<br />

Nordens. Basma Alsharif stellt in der Black Box<br />

des <strong>Arsenal</strong> den Gaza-Streifen als Mikrokosmos


8. forum expanded februar 13 9<br />

MAMMAS<br />

(Isabella Rossellini, F/D 2013)<br />

ONCE EVERY DAY<br />

(Richard Foreman, USA 2012)<br />

CANST THOU DRAW OUT LEVIATHAN WITH A HOOK?<br />

(Lucien Castaing-Taylor, Véréna Paravel, USA 2013)<br />

dar, der für das Scheitern der Zivilisation steht.<br />

Neben KALTE PROBE, einem neuen Film von<br />

Constanze Ruhm und Christine Lang, in dem alte<br />

Filmfiguren in der Nachwelt weiter leben, freuen<br />

wir uns auf Europa- und Weltpremieren von<br />

Basma Alsharif, Sandy Amerio, Joshua Bonnetta,<br />

Marie Bouts / Till Roeskens, Lonnie van<br />

Brummelen / Siebren de Haan, Filipa César, Ali<br />

Cherri, Paul Geday, Malak Helmy, Philip Hoffman,<br />

James T. Hong, Daniel Kötter, Armando<br />

Lulaj, Pilar Alvarez, Isabelle Prim, Lucy Raven,<br />

James Richards, Ginan Seidl / Clara Wieck, Lior<br />

Shamriz, Shelly Silver, J. P. Snia decki/Huang<br />

Xiang/Xu Ruotao, Björn Speidel, Ana Vujanovic /<br />

Marta Popivoda und Florian Zeyfang / Alex<br />

Schmoeger / Lisa Schmidt-Colinet.<br />

<strong>Das</strong> Foyer des Kinos <strong>Arsenal</strong> im Filmhaus am<br />

Potsdamer Platz wird von den Prinzessinnengärten<br />

bereits <strong>zum</strong> dritten Mal in einen urbanen<br />

Garten verwandelt. <strong>Das</strong> Kreuzberger Kollektiv<br />

b_books ist wie immer mit einem Bücherstand<br />

vertreten. Forum Expanded enters unusual<br />

spaces: The group exhibition Waves vs. Particles<br />

takes place at the Silent Green Kulturquartier<br />

(the former Crematorium Wedding). Two of the<br />

featured artists, Lucien Castaing-Taylor and<br />

Véréna Paravel invite us to dive into the phantasmagoric<br />

world of the ocean. Exhibtions are also<br />

presented at the Marshall McLuhan Salon of the<br />

Embassy of Canada and at the Filmhaus. One<br />

key focus of the program is the late Brazilian<br />

artist Hélio Oiticica. Two of his installations can<br />

be seen from within the swimming pool at<br />

Liquidrom spa and at Hamburger Bahnhof. Historical<br />

Super8 footage with and by Oiticica, as<br />

well as a portrait of the artist in the Forum program<br />

complete the focus. In the film program<br />

30 long and short works are presented as World<br />

and European premiers. Highlights include<br />

Isabella Rossellini’s MAMMAS, the sequel to her<br />

Green Porno series, and a new film by theater<br />

legend Richard Foreman. Discursive threads<br />

from former years, as well as new topics will<br />

be discussed in panels at the Kunstgewerbemuseum<br />

and at HAU Theater.<br />

Stefanie Schulte Strathaus (Leitung), Anselm<br />

Franke, Nanna Heidenreich, Bettina Steinbrügge<br />

und Ulrich Ziemons.


10 februar 13 days of !ndia<br />

JODHAA AKBAR<br />

(Ashutosh Gowariker, Indien 2008)<br />

MEMORIES IN MARCH<br />

(Sanjoy Nag, Indien 2010)<br />

Days of !ndia – Indisches Gegenwartskino<br />

Indisches Kino ist mehr als Bollywood. In unserer<br />

Reihe „Days of !ndia“ steht das indische Gegenwartskino<br />

in all seiner Vielfalt im Mittelpunkt.<br />

Die Auswahl umfasst sieben Filme aus den letzten<br />

vier Jahren, beeindruckende Debüts junger<br />

Regisseure, vielfach ausgezeichnete Autorenfilme,<br />

filmische Auseinandersetzungen mit der indischen<br />

Geschichte, zeitgenössisches Bollywood-Kino,<br />

aufwändige Studioproduktionen sowie<br />

unabhängige Arbeiten, die alle auf vielen<br />

Festivals auch außerhalb Indiens zu sehen waren.<br />

Die Filme spiegeln die Vielschichtigkeit und<br />

Vielsprachigkeit Indiens wider – neben Hindi<br />

sind auch die Sprachen Bengali, Marathi und<br />

Malayalam vertreten. Der Eintritt zu allen Vorführungen<br />

ist frei.<br />

JODHAA AKBAR (Indien 2008 | 1.2., Einführung:<br />

Dorothee Wenner) Ein historisches Liebesdrama<br />

von Regisseur Ashutosh Gowariker, der 2002<br />

mit dem Cricket-Epos Lagaan auch im Westen<br />

bekannt wurde. In der Zeit um 1550 regiert in<br />

Indien der muslimische Großmogul Akbar. Statt<br />

der Eroberung neuer Herrschaftsgebiete versucht<br />

er seinen politischen Einfluss durch eine<br />

Zweckehe zu vermehren. Er heiratet Jodhaa, die<br />

Tochter des Hindu-Fürsten von Rajput. Die eigensinnige<br />

Jodhaa besteht auf einem Hindu-<br />

Tempel im Inneren ihrer Gemächer, und Akbar,<br />

der ihr dies gewährt, gewinnt damit Zugang zu<br />

ihrem Herz. Aus der Zweckehe wird tiefe Leidenschaft.<br />

Nicht jeder in Akbars Umfeld sieht dies<br />

jedoch gerne. JODHAA AKBAR ist ein Film von<br />

prachtvoller und verschwenderischer Schönheit,<br />

der von Humanismus und Toleranz erzählt.<br />

ADAMINTE MAKAN ABU (Abu Son of Adam, Salim<br />

Ahmed, Indien 2011 | 2.2.) Abu und Aisu, ein älteres<br />

muslimisches Ehepaar in einem abgelegenen<br />

Dorf im Bundesstaat Kerala, zieht es <strong>zum</strong><br />

Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Obwohl die<br />

Reise ihre finanziellen Möglichkeiten weit überschreitet,<br />

lassen sie nichts unversucht und verkaufen<br />

sogar ihre wenigen Habseligkeiten.<br />

Selbst der Baum, der im Hof Schatten spendet,<br />

wird zu Geld gemacht, um sich so den großen<br />

Traum zu erfüllen. Hilfe von außen lehnt Abu ab,<br />

trotz zahlreicher Angebote der Nachbarn, da er<br />

dies mit seinem Glauben für unvereinbar hält.<br />

Allmählich erwachsen ihm aber Zweifel an der


days of !ndia februar 13 11<br />

Richtigkeit seines Tuns. In atemberaubend<br />

schönen Bildern schildert der Film das Dilemma,<br />

in das sich Abu und Aisu stürzen, um ihre<br />

Pflicht als Muslime zu erfüllen.<br />

MEMORIES IN MARCH (Sanjoy Nag, Indien 2010 |<br />

2.2.) Die in Delhi wohnende Arati erfährt, dass<br />

ihr in Kalkutta arbeitender Sohn Siddharth bei<br />

einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Sie<br />

reist zur Bestattung nach Kalkutta, wo sie die<br />

Arbeitskollegen und Freunde ihres Sohnes<br />

kennenlernt. Durch die Erinnerungen und Erzählungen<br />

zwei seiner besten Freunde schält<br />

sich nach und nach ein ganz anderes Bild von<br />

Siddharth heraus, als Arati es hatte. Erst jetzt<br />

erfährt sie auch von seiner Homosexualität, die<br />

er vor ihr verborgen hatte. In ihrer Trauer nähert<br />

sich Arati allmählich dem ihr fremden Leben<br />

ihres Sohnes an.<br />

MONER MANUSH (The Quest, Goutam Ghose,<br />

Indien 2010 | 4.2.) Auf dem Fluss Padma (heute<br />

in Bangladesch) kommt es im späten 19. Jahrhundert<br />

zu einer einzigartigen Begegnung. Der<br />

westlich geprägte Intellektuelle Jyotirinadranath,<br />

Bruder des Schriftstellers Rabindranath<br />

Tagore, trifft auf den weisen Geistlichen und<br />

Baul-Musiker Lalan Fakir. Vor dem Hintergrund<br />

von bengalischer Volksmusik entsteht zwischen<br />

den beiden Männern ein Diskurs über eine säkulare<br />

Gesellschaft. Darin eingewebt sind Episoden<br />

aus dem langen und wechselhaften Leben<br />

Lalan Fakirs und seiner spirituellen Reise.<br />

AMI AADU (Sound of Love, Somnath Gupta, Indien<br />

2010 | 5.2.) Aadu und Suleiman sind ein<br />

junges Paar, das aus Liebe geheiratet hat. Obwohl<br />

beide Elternpaare gegen die Verbindung<br />

des Muslims mit der Hindu waren, haben die<br />

Liebenden sich durchgesetzt. Wie viele junge<br />

Inder macht sich Suleiman nach der Hochzeit<br />

auf, um im Nahen Osten Geld zu verdienen. Zusammen<br />

mit einem Freund bricht er in den Irak<br />

auf. Zu seinem ersten Heimatbesuch bringt er<br />

stolz ein Tonbandgerät mit und alles sieht so<br />

aus, als ob sich ihre Träume für ein glückliches<br />

Leben erfüllen. Dann bricht aber 2003 der Krieg<br />

der USA gegen den Irak aus, und Suleiman verschwindet.<br />

Ein Film über Menschen, die unschuldig<br />

in Konflikte verwickelt werden.<br />

ABOHOMAN (The Eternal, Rituparno Gosh, Indi-


12 februar 13 days of !ndia<br />

MONER MANUSH<br />

(The Quest, Goutam Ghose, Indien 2010)<br />

en 2010 | 6.2.) ist eine genau beobachtete Studie<br />

über die komplexe Beziehung eines Regisseurs<br />

zu einer jungen Schauspielerin und die Auswirkungen,<br />

die dies auf seine Ehe und seine Familie<br />

hat. Der erfolgreiche bengalische Filmemacher<br />

Aniket ist mit der Schauspielerin Deepti verheiratet<br />

und führt mit ihr eine scheinbar perfekte<br />

Ehe. Sie haben einen gemeinsamen Sohn und<br />

sie hat ihre Karriere für ihre Familie aufgegeben.<br />

Eines Tages trifft er die junge Schauspielerin<br />

Shikha, die der jungen Deepti auf fast unheimliche<br />

Art und Weise ähnelt. Deepti nimmt die junge<br />

Frau unter ihre Fittiche, wodurch sich die<br />

Ähnlichkeiten der beiden noch verstärken. Aniket<br />

fühlt sich unterdessen immer mehr zu<br />

Shikha hingezogen.<br />

VIHIR (The Well, Umesh Vinayak Kulkarni, Indien<br />

2009 | 7.2.) Die Cousins Nachiket und Sameer<br />

sind einander in inniger Freundschaft verbunden.<br />

Da sie verschiedene Schulen besuchen, schreiben<br />

sie einander lange Briefe, in denen Nachiket<br />

von seiner großen Sehnsucht nach spiritueller<br />

Transzendenz berichtet. Sameer, der für Nachiket<br />

eine große Bewunderung hegt, ist wesentlich<br />

praktischer veranlagt und freut sich vor allem<br />

auf die Sommerferien, in denen sie sich sehen<br />

werden. Als Nachiket dort eines Tages verunglückt,<br />

verfällt Sameer in eine verzweifelte Trauer.<br />

Rastlos begibt er sich auf die Suche nach<br />

Wahrheit und Trost. In großartig komponierten<br />

Bildern erzählt VIHIR von der Zeit der Jugend,<br />

von Freundschaft und Tod.<br />

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Botschaft<br />

von Indien in Berlin.<br />

Our “Days of !ndia” season looks at Indian cinema<br />

in all its diversity. The selection comprises<br />

seven films from the past four years and includes<br />

impressive debuts by young directors, prizewinning<br />

auteur films, examinations of India’s<br />

history, contemporary Bollywood pictures, and<br />

costly studio productions as well as independent<br />

movies that have all been shown at festivals outside<br />

of India. In Hindi, Bengali, Marathi and Malayalam,<br />

they reflect the country’s multilingual<br />

nature and complexity. All films will be shown<br />

with English subtitles. Entrance to all screenings<br />

is free.


keisuke kinoshita februar 13 13<br />

Keisuke Kinoshita<br />

Keisuke Kinoshita (1912–1998) gehört zu den<br />

wichtigsten Regisseuren des Goldenen Zeitalters<br />

des japanischen Films der 50er Jahre. Seine<br />

Leidenschaft fürs Kino begann schon im Kindesalter.<br />

Nach einer Ausbildung <strong>zum</strong> Fotografen<br />

trat er 1933 ins Shochiku-Studio ein. Dort arbeitete<br />

er zunächst als Kameraassistent, später als<br />

Regieassistent von Yasujiro Shimazu und debütierte<br />

1943 als Regisseur. Er war enorm produktiv<br />

und schuf bis 1988 49 Filme, die meisten für<br />

Shochiku, ein Studio, das vor allem für seine<br />

„Shomingeki“ bekannt wurde, Alltagsgeschichten,<br />

in denen die Sorgen und Freuden von einfachen<br />

Menschen im Mittelpunkt stehen und die<br />

somit ein hohes Identifikationspotential für die<br />

meist weiblichen Zuschauer boten. Dabei war<br />

Kinoshita von einer enormen Vielseitigkeit. Er<br />

ließ sich weder auf ein Genre noch einen Stil<br />

festlegen, drehte Melodramen, Komödien und<br />

historische Filme und zeichnete sich durch eine<br />

verblüffend breit gefächerte stilistische Experimentierfreude<br />

aus. Seine besondere Zuneigung<br />

gilt denen, die sich ihre reinen Gefühle und<br />

ihre Unschuld bewahrt haben. Tiefes Mitgefühl<br />

bringt er all jenen entgegen, die ihre Gefühle<br />

nicht mit den Wünschen der Gesellschaft in Einklang<br />

bringen können. Besonders deutlich zeigt<br />

sich dies in jenen seiner Filme, die vor dem Hintergrund<br />

des Krieges spielen. Nicht das patriotische<br />

Heldentum an der Front interessiert ihn,<br />

sondern das stumme Leiden der zurückgebliebenen<br />

Zivilbevölkerung.<br />

„In der Abfolge ihres Entstehens betrachtet, ergeben<br />

meine Filme ein Bild der Geschichte der<br />

Nachkriegszeit in Japan, des Wandels, dem das<br />

Land unterlag. Außerhalb einer Konfrontation<br />

mit der Gegenwart, im Abseits der Aktualität zu<br />

arbeiten, erscheint mir absurd. Die Probleme<br />

der Gegenwart sind in meinen Augen essentiell.<br />

Ich mache zeitgenössische Filme für das große<br />

Publikum.“ (Keisuke Kinoshita)<br />

Fünf bisher kaum beachtete Werke von Kinoshita<br />

sind in neuen Kopien im Forum der Berlinale<br />

zu sehen und werden anschließend im <strong>Arsenal</strong><br />

wiederholt. Ergänzend zeigen wir bereits vor<br />

dem Festival sechs seiner bekanntesten und<br />

beliebtesten Filme.<br />

NIJUSHI NO HITOMI (Twenty-Four Eyes, Japan


14 februar 13 keisuke kinoshita<br />

1954 | 2.2., Einführung: Christoph Terhechte &<br />

22.2.) gilt als eines von Kinoshitas Meisterwerken<br />

und erzählt in lyrisch getragener Form von<br />

den Gewissenskonflikten einer Lehrerin über<br />

einen Zeitraum von 20 Jahren. Schauplatz ist die<br />

Insel Shodoshima, wo der Lehrerin Hisako Oishi<br />

(Hideko Takamine) 1928 eine Klasse von zwölf<br />

Erstklässlern anvertraut wird, denen sie in herzlicher<br />

Zuneigung und Fürsorge zugetan ist. Sie<br />

bemüht sich, die Kinder gemäß ihren Werten zu<br />

erziehen – sie sollen leben und nicht im Krieg<br />

sterben. Als Jahre später die Kriegspropaganda<br />

übermächtig wird und der Militarismus auch im<br />

Lehrplan angelangt ist, quittiert sie den Schuldienst.<br />

Auch ihre eigenen Kinder kann sie von<br />

der Sinnlosigkeit des Kriegs nicht überzeugen.<br />

Ein Antikriegsfilm als Melodram – eine Form, die<br />

Kinoshita bewusst wählte, da er glaubte, nur auf<br />

dem Weg über die Tränen die japanische Bevölkerung<br />

zu erreichen.<br />

Nach einem Drehbuch von Kurosawa erzählt<br />

SHOZO (The Portrait, Japan 1948 | 3. & 26.2.) von<br />

einem moralisch korrupten Immobilienmakler,<br />

der mit seiner Geliebten bei einem verarmten<br />

Maler und dessen Familie einzieht. Natürlich<br />

nicht ohne Hintergedanken: Er will das heruntergekommene<br />

Haus renovieren und Profit daraus<br />

schlagen. Der Maler, der die beiden für Vater<br />

und Tochter hält und ihnen mit stetiger Freundlichkeit<br />

begegnet, beginnt damit, die junge Frau<br />

zu malen. Unter dem Einfluss des so entstehenden<br />

Gemäldes, das sie als reine und ehrliche<br />

Person zeigt, findet sie zu einem veränderten<br />

Selbstbild und beschließt, ihr Leben zu ändern.<br />

Eine zwischen Humor und Drama wechselnde<br />

Reflexion über Kunst, Kommerz und fundamentale<br />

menschliche Werte.<br />

NARAYAMA BUSHI KO (The Ballad of Narayama,<br />

Japan 1958 | 5. & 23.2.) In der Kombination von<br />

traditionellem, stilisierten Kabuki-Theater und<br />

raffinierten filmischen Mitteln erzählt Kinoshita<br />

von einem armen Bergdorf, in dem alle Bewohner<br />

im Alter von 70 Jahren auf den Berg Narayama<br />

getragen werden, um dort zu sterben. Die<br />

69-jährige Orin hat ihr Schicksal klaglos akzeptiert<br />

und bereitet sich so gut wie möglich auf den<br />

Tod vor. Ihr Sohn hingegen weigert sich, bei dem<br />

grausamen Ritual mit<strong>zum</strong>achen, so dass Orin


keisuke kinoshita februar 13 15<br />

NIJUSHI NO HITOMI<br />

(Twenty-Four Eyes, Japan 1954)<br />

NARAYAMA BUSHI KO<br />

(The Ballad of Narayama, Japan 1958)<br />

KARUMEN JUNJOSU<br />

(Carmen’s Innocent Love, Japan 1952)<br />

die Dinge selbst in die Hand nimmt. Der Konflikt<br />

zwischen dem persönlichen Gewissen und dem<br />

sozialen Anpassungsdruck spitzt sich zu. Frappierend<br />

farbige Studiokulissen gehören zu Kinoshitas<br />

Spiel mit der Künstlichkeit, die den Realismus<br />

konsequent meidet.<br />

KARUMEN KOKYO NI KAERU (Carmen Comes<br />

Home, Japan 1951 | 6. & 19.2.) <strong>Das</strong> Musical in<br />

leuchtendem Fujicolor war Japans erster Farbfilm<br />

und spielt mit dem Kontrast zwischen dem<br />

traditionsreichen Landleben und der Modernisierung<br />

und Amerikanisierung der Städte. Die<br />

Bauerntochter Kin, die nach Tokio abgehauen ist,<br />

um dort als Revuetänzerin zu arbeiten, kündigt<br />

ihre Rückkehr in ihr idyllisches Heimatdorf in<br />

den Bergen an – als „Lily Carmen“. Als die in<br />

schrille Garderobe gekleidete Carmen mit einer<br />

Freundin im Schlepptau auftaucht, kollidiert ihre<br />

westlich geprägte Kultur des Lauten und Bunten<br />

aufs Heftigste mit dem heimatverbundenen<br />

Kunstbegriff des Dorfes. Die mit einer naiven<br />

Gutherzigkeit ausgestattete Carmen wird von<br />

Hideko Takamine in einer ihrer wenigen komödiantischen<br />

Rollen gespielt. Chishu Ryn ist als<br />

Dorfschullehrer zu sehen. Der große Erfolg von<br />

CARMEN COMES HOME führte im Jahr darauf<br />

zu einer Fortsetzung. KARUMEN JUNJOSU (Carmen’s<br />

Innocent Love, Japan 1952 | 6. & 20.2.)<br />

unterscheidet sich stilistisch völlig von seinem<br />

Vorgänger: Der Film ist in Schwarz-Weiß und<br />

Kinoshita macht ausgiebig Gebrauch von gekippten<br />

Bildkompositionen, die den Eindruck<br />

einer beständigen Verwirrung vermitteln. Die<br />

Satire, die sämtliche Stereotypen der Nachkriegszeit<br />

versammelt, findet Carmen und ihre<br />

Freundin Akemi in einer prekären Situation wieder.<br />

Zusammen mit Akemis unehelichem Baby<br />

leben sie in einem winzigen Apartment. Da das<br />

Geld mehr als knapp ist, versucht Carmen<br />

Akemi zu überreden, das Baby auszusetzen. Dabei<br />

lernt sie den Künstler Hajime kennen und<br />

verliebt sich in ihn. Dieser hat jedoch bereits<br />

eine Verlobte, die ähnlich kaltherzig wie ihre politisch<br />

ambitionierte Mutter ist.<br />

Geld, Liebe und der Clash zwischen zwei unterschiedlichen<br />

Gesellschaftsschichten stehen im<br />

Mittelpunkt von OJO-SAN KANPAI! (Here’s to the<br />

Young Lady, Japan 1949 | 7. & 25.2.). Dem aus


16 februar 13 keisuke kinoshita<br />

ärmlichen Verhältnissen stammenden, aber<br />

durch seine Werkstatt zu Wohlstand gekommenen<br />

Automechaniker Keizo wird von einem Heiratsvermittler<br />

die Tochter einer angesehenen<br />

Familie angepriesen. Zögernd willigt er in ein<br />

Treffen ein, um sogleich von Yasuko (Setsuko<br />

Hara in ihrer einzigen Rolle für Kinoshita) bezaubert<br />

zu werden. Was er noch nicht weiß, ist, dass<br />

ihre Familie die Fassade nur noch mühsam aufrecht<br />

erhält und eigentlich bankrott ist. Sein<br />

Geld soll ihnen den Lebensstandard sichern.<br />

Yasuko wiederum ist bereit, sich für das Wohlergehen<br />

der Familie zu opfern. Während Keizo sich<br />

bemüht, sich ihrem kultivierten Lebensstil anzupassen,<br />

versucht sie, Klarheit über ihre Gefühle<br />

zu erlangen.<br />

SHITO NO DENSETSU (A Legend or Was It?, Japan<br />

1963 | 21.2.) Gegen Ende des Krieges lebt<br />

eine aus Tokio evakuierte Familie in einem kleinen<br />

Dorf in Hokkaido. Die erwachsene Tochter<br />

Kieko soll den Sohn des Dorfvorstehers, Takamori,<br />

heiraten. Als Kiekos Bruder enthüllt, dass<br />

Takamori in seiner Zeit an der Front barbarische<br />

Greueltaten begangen hat, weist Kieko diesen<br />

ab. In seinem ohnmächtigen Zorn stellt Takamori<br />

ihr nach und es kommt zu einer nicht enden<br />

wollenden Gewaltspirale. Die sich schon ankündigende<br />

Kapitulation Japans und der Verlust von<br />

elf Männern des Dorfes findet ihren Widerhall im<br />

Wahn und kalten Hass, der fast sämtliche Bewohner<br />

gegen die Fremden eint. Die Auswirkungen<br />

des Kriegs auf die Zivilbevölkerung, das<br />

große Thema Kinoshitas, findet hier die Form<br />

eines Western, der die Raserei mittels suggestiver<br />

Kamera und einer nervösen, eindringlichen<br />

Musik verdeutlicht. Ein Meisterwerk.<br />

YUYAKE GUMO (Farewell to Dream, Japan 1956 |<br />

24.2.) Eine Geschichte vom Erwachsenwerden,<br />

dargestellt als Verlust aller jugendlicher Illusionen.<br />

Der 16-jährige Yoichi träumt davon, Matrose<br />

zu werden. Seine Eltern sind Fischhändler,<br />

gemeinsam mit ihnen und vier Geschwistern<br />

lebt Yoichi in beengten und ärmlichen Verhältnissen.<br />

Seine geliebte jüngere Schwester wird<br />

einem reichen, kinderlosen Onkel mitgegeben,<br />

sein bester Freund zieht weg, das Mädchen, in<br />

das er sich aus der Ferne verliebt hat, ist einem<br />

anderen versprochen – Yoichi verliert nach und


keisuke kinoshita februar 13 17<br />

SHITO NO DENSETSU<br />

(A Legend or Was It?, Japan 1963)<br />

YUYAKE GUMO<br />

(Farewell to Dream, Japan 1956)<br />

KONYAKU YUBIWA<br />

(Engagement Ring, Japan 1950)<br />

KANKO NO MACHI (Jubilation Street, Japan 1944<br />

| 27.2.) Ein Propagandafilm für die Regierung,<br />

der nicht Heroismus zeigt, sondern vielmehr<br />

Traurigkeit und Resignation. Kinoshita erzählt<br />

vom Krieg nicht mit dem Fokus auf die Soldaten<br />

an der Front, sondern mit einem mitfühlenden<br />

Blick auf die zurückgebliebene Bevölkerung.<br />

Hier sind es ein paar Nachbarn, die aus Kriegsgründen<br />

evakuiert werden sollen. Im dichtgewebten<br />

Porträt dieser jungen und alten Bewohner<br />

schälen sich einzelne Geschichten heraus:<br />

eine Frau, die immer noch ihrem vor zehn Jahren<br />

verschwundenen Ehemann nachtrauert, der<br />

alte Besitzer eines Badehauses, der auf keinen<br />

Fall sein Haus verlassen will, die junge Frau, deren<br />

Familie gegen ihre Liebe zu einem jungen<br />

Piloten ist. Vom unmittelbaren Schrecken des<br />

Kriegs wird die titelgebende Jubilation Street<br />

nicht verschont – es bleibt der Schmerz auf dem<br />

Gesicht einer Mutter, die ihren Sohn verloren hat.<br />

ONNA (Woman, Japan 1948 | 28.2.) Die Revuetänzerin<br />

Toshiko – eine Erscheinung der Nachkriegszeit<br />

in Japan – wird von ihrem Liebhaber<br />

Machida gebeten, ihn im Seebad Atami zu trefnach<br />

alle Menschen, die ihm wichtig sind. Sein<br />

Gegenstück ist die ältere Schwester, die ohne<br />

Rücksicht auf Verluste nur ihre eigenen Interessen<br />

vertritt. Ohne eigentliche Höhepunkte<br />

schreitet die Handlung voran, in deren Verlauf<br />

Yoichis zukünftiges Schicksal immer unausweichlicher<br />

wird. Der Konflikt zwischen Pflicht<br />

und Wunscherfüllung weicht stiller Resignation.<br />

KONYAKU YUBIWA (Engagement Ring, Japan<br />

1950 | 26.2.) Wieder geht es um den Konflikt zwischen<br />

den eigenen Bedürfnissen und denen der<br />

Gesellschaft. Eine junge, verheiratete Frau pendelt<br />

jede Woche zwischen Tokio, wo sie das Juweliergeschäft<br />

der Familie führt, und ihrem Zuhause<br />

direkt am Meer. Ihr Ehemann ist seit<br />

längerer Zeit krank und muss seine Tage zur<br />

Rekonvaleszenz im Bett verbringen. In der Begegnung<br />

mit einem neuen, jungen Arzt (Toshiro<br />

Mifune), der die Behandlung übernimmt, gewinnt<br />

sie ihre durch die selbstlose Pflichterfüllung<br />

verlorene Lebensfreude zurück. Als ihrem<br />

Mann klar wird, dass die beiden sich verliebt<br />

haben, kommt es zur Verzweiflungstat. Eine<br />

zärtliche Schilderung einer unmöglichen Liebe.


18 februar 13 keisuke kinoshita<br />

ONNA<br />

(Woman, Japan 1948)<br />

fen. Eigentlich will sie sich von ihm trennen, da<br />

sie von seinen verbrecherischen Taten erfahren<br />

hat. Dennoch willigt sie in das Treffen ein. Mit<br />

immer neuen Drohungen bindet Machida, von<br />

dem eine diffuse Bedrohung ausgeht, Toshiko an<br />

sich, die in ihrem Versuch, sich von ihm loszureißen<br />

immer verzweifelter wird. Vor dem Hintergrund<br />

einer malerischen Landschaft inszeniert<br />

Kinoshita das Ringen einer Frau um Freiheit in<br />

gefährlich gekippten Bildern, in denen alles aus<br />

dem Lot zu sein scheint.<br />

Mit freundlicher Unterstützung von Shochiku Co.<br />

Ltd., Tokyo Metropolitan Government, Arts Council<br />

Tokyo and Tokyo Culture Creation Project (Tokyo<br />

Metropolitan Foundation for History and<br />

Culture), Tokyo FilmEx. Besonderer Dank an<br />

Kanako Hayashi.<br />

Keisuke Kinoshita (1912–1998) is one of the most<br />

important directors of the Golden Age of Japanese<br />

cinema in the 1950s. He originally trained<br />

as a photographer and started working at Shochiku<br />

Studios in 1933. He was first a camera assistant<br />

and then became Yasujiro Shimazu’s assistant<br />

director. Between 1943, when he made his<br />

directorial debut, and 1988, he made 49 films.<br />

Most were for Shochiku which was particularly<br />

known for “shomin-gekis”, everyday stories<br />

about the joys and worries of ordinary people that<br />

offered a predominantly female audience great<br />

identification potential. Kinoshita was extremely<br />

prolific and wide-ranging, settling neither on a<br />

particular style nor genre, and making melodramas,<br />

comedies and historical films that stand<br />

out because of the great pleasure he took in experimenting.<br />

He was especially drawn to those<br />

who had managed to preserve their pure sentiments<br />

and innocence, and had a profound sympathy<br />

for those who failed to reconcile their feelings<br />

with society’s demands. New copies of five<br />

lesser known films by Kinoshita will be screened<br />

at the Berlin Film Festival, in the Forum section,<br />

and then again by <strong>Arsenal</strong>. We will also be presenting<br />

six of his most famous and popular films<br />

before the festival begins.


februar 13 19<br />

PERRET IN FRANKREICH UND ALGERIEN<br />

(Heinz Emigholz, D 2012)<br />

PERRET IN FRANKREICH UND ALGERIEN<br />

Wir präsentieren im Februar in zwei weiteren<br />

Vorführungen den neuesten Film des Regisseurs,<br />

Künstlers, Kameramanns, Autors, Kurators<br />

und <strong>Arsenal</strong>serienzeichners Heinz Emigholz.<br />

PERRET IN FRANKREICH UND ALGERIEN<br />

(D 2012 | 1. & 24.2.), der zweite Teil seiner Reihe<br />

„Aufbruch der Moderne“ zeigt 30 Bauwerke und<br />

Ensembles der französischen Architekten und<br />

Bauingenieure Auguste und Gustave Perret. Auguste<br />

Perret (1874–1954) hat den Betonbau<br />

meisterlich verfeinert und zu einem klassischen<br />

Ausdruck gebracht. Parallel zur Ausführung<br />

zahlreicher Bauprojekte in Frankreich hat Perret<br />

auch unter den Bedingungen des Kolonialismus<br />

in Nordafrika gebaut. Der Film zeichnet diese<br />

Zweiteilung chronologisch nach. Sichtbar wird<br />

ein differenzierter Umgang mit dem „architektonischen<br />

Erbe“ in auseinanderstrebenden Kulturen.<br />

Screening of Heinz Emigholz’s latest groundbreaking<br />

architectural film PERRET IN FRANCE<br />

AND ALGERIA (2012).<br />

In Erinnerung an Gerhard Schoenberner<br />

Gerhard Schoenberner ist am 10. Dezember 2012<br />

gestorben. Unvermutet, plötzlich. Wir sind über<br />

seinen Tod sehr traurig. Er war bis in die 90er<br />

Jahre hinein Mitglied im Auswahlkomitee des<br />

Internationalen Forums des Jungen Films und<br />

bis 2003 Vorstandsmitglied der damaligen<br />

„Freunde der Deutschen Kinemathek“, heute <strong>Arsenal</strong><br />

– Institut für Film und Videokunst e.V. Darüber<br />

hinaus war er u.a. Mitinitiator der Gedenkstätte<br />

„Topographie des Terrors“ und Gründungsdirektor<br />

der Gedenkstätte „Haus der Wannsee-<br />

Konferenz“ in Berlin. „Die Zusammenarbeit mit<br />

Gerhard Schoenberner basierte auf seinem festen,<br />

unerschütterlichen Engagement für die<br />

Rolle des Films als Medium der Gewissenserforschung<br />

und Aufklärung. Seine weitgespannten<br />

Interessen und Kenntnisse machten es zu einem<br />

Vergnügen, mit ihm zu arbeiten und zu diskutieren.<br />

Wann immer wir ihn brauchten, war er da.“<br />

(Erika und Ulrich Gregor) In einer Veranstaltung<br />

am 3.2. wollen wir an Gerhard Schoenberner erinnern<br />

und zeigen einen seiner Lieblingsfilme,<br />

CEDDO (Ousmane Sembène, Senegal 1977).


20 februar 13<br />

Die DEFA-Stiftung präsentiert<br />

Die DEFA-Stiftung präsentiert den neuen Band<br />

ihrer Schriftenreihe Filmzeit – Lebenszeit. Entstehungs-<br />

und Rezeptionsgeschichte des DEFA-Films<br />

„<strong>Das</strong> Fahrrad“ von Evelyn Schmidt.<br />

Evelyn Schmidts Debütfilm Seitensprung (1979)<br />

wird national wie international beachtet und<br />

<strong>zum</strong> Internationalen Forum des Jungen Films<br />

der Berlinale eingeladen. Der Stolz der Verantwortlichen<br />

der DEFA über eine Frau auf dem<br />

Regiestuhl ist beachtlich. Nach ihrem zweiten<br />

Film DAS FAHRRAD (DDR 1981), einer präzisen<br />

Sozialstudie über eine alleinerziehende Mutter,<br />

ändert sich dies. Zu kritisch geht die Regisseurin<br />

mit dem Alltag in der DDR, mit Arbeits- und<br />

Geisteshaltungen um. Hauptfigur von DER HUT<br />

(DDR 1990) ist eine alleinerziehende Mutter mit<br />

drei Kindern und einem überdimensional großen<br />

Hut. Der Filmstoff lag bereits früher vor, wurde<br />

aber erst 1990 in den Produktionsplan aufgenommen<br />

– da hatten die gesellschaftlichen Veränderungen<br />

ihn jedoch schon überholt.<br />

Book presentation and two films by Evelyn<br />

Schmidt. (4.2., in Anwesenheit der Regisseurin)<br />

Filmmakers’ Choice: Aufbruch<br />

ANGELIKA URBAN, VERKÄUFERIN, VERLOBT<br />

(Helma Sanders-Brahms, BRD 1969) porträtiert<br />

die Verkäuferin bei ihrer Arbeit im Kaufhof. Der<br />

Ton ist asynchron <strong>zum</strong> Bild. Dadurch werden<br />

Entfremdung und Ausbeutung hervorgehoben,<br />

denen Angelika machtlos ausgeliefert ist. JOHN-<br />

NY, ODER DAS ROHE FLEISCH (Eva Heldmann,<br />

BRD 1984) ist eine tragische Liebesgeschichte<br />

zwischen einem Stück rohen Fleisch und einer<br />

nackten Frau. In GESCHICHTEN VOM KÜBELKIND<br />

(Stöckl/Reitz, BRD 1975) zwingt die Gesellschaft<br />

das Kübelkind, etwas zu lernen. Aber sie, erwachsen<br />

vom Augenblick ihrer Geburt an, lernt<br />

ungefragt mehr. Die ausgewählten Filme sind<br />

ästhetische Experimente der 60er und 70er Jahre,<br />

die sich mit Kapitalismus- und Genderkritik<br />

auseinandersetzen. In der (Nach-)Folge entsteht<br />

mein erster 16-mm-Film JOHNNY … (Eva<br />

Heldmann) My film JOHNNY OR A PIECE OF RAW<br />

MEAT (1984) stands in the tradition of films of the<br />

60s and 70s, films experimenting with new aesthetic<br />

forms and challenging capitalism and<br />

gender norms. (18.2.)


februar 13 21<br />

DAS FAHRRAD<br />

(Evelyn Schmidt, DDR 1981)<br />

JOHNNY, ODER DAS ROHE FLEISCH<br />

(Eva Heldmann, BRD 1984)<br />

PORTRAIT OF JASON<br />

(Shirley Clarke, USA 1967)<br />

FilmDokument: WIR FAHREN NACH AMERIKA<br />

1938 drehte die Dresdner Boehner-Film für die<br />

Reederei HAPAG einen aufwendigen Kulturwerbefilm,<br />

der entgegen der NS-Ideologie ein amerikafreundliches<br />

Bild zeichnet und somit Beleg<br />

für das gespaltene Bewusstsein in der NS-Alltagskultur<br />

ist. Insbesondere die Großstädte New<br />

York, Chicago und Detroit werden mit beeindruckenden<br />

Architekturen, Hochtechnologie und<br />

vielfältigen Kultur- und Freizeitangeboten als<br />

Orte einer hoch entwickelten Gesellschaft gezeigt.<br />

Ab Januar 1939 erlebte WIR FAHREN NACH<br />

AMERIKA (Curt A. Engel) wenige Aufführungen in<br />

Deutschland. Mit Kriegsbeginn stellte die HA-<br />

PAG ihre Amerika-Reisen ein und die USA wurden<br />

als Feindstaat verleumdet. Nach 1945 konnte<br />

Boehner mit dem Film bei den US-Alliierten<br />

punkten und den Neustart der Firma forcieren.<br />

(Ralf Forster) Eine Veranstaltung von CineGraph<br />

Babelsberg in Kooperation mit dem Bundesarchiv-Filmarchiv<br />

und der Deutschen Kinemathek.<br />

A commercial film that offers a friendly picture of<br />

the United States in contradiction to the official<br />

Nazi ideology. (25.2.)<br />

Shirley Clarke: PORTRAIT OF JASON<br />

Im Rahmen des Forums und mit anschließender<br />

Wiederholung im <strong>Arsenal</strong>programm präsentieren<br />

wir einen der herausragenden Filme des<br />

American independent cinema: PORTRAIT OF<br />

JASON (Shirley Clarke, USA 1967 | 27. & 28.2.),<br />

aufgenommen im Verlauf einer Nacht, von neun<br />

Uhr abends bis neun Uhr morgens, porträtiert<br />

den queeren afroamerikanischen Hustler Jason<br />

Holliday. In Shirley Clarkes Zimmer auf dem<br />

Dach des Chelsea Hotels erzählt er von seinem<br />

Leben als „männliche Prostituierte“, „Hausmädchen“,<br />

Heiratsschwindler, Angestellter eines<br />

Hundefriedhofs und Nightclub-Entertainer. Jede<br />

Sequenz ist eine einzige Einstellung. Wenn die<br />

Film-Kassette gewechselt wird, läuft das Tonband<br />

weiter, die Leinwand wird schwarz. POR-<br />

TRAIT OF JASON wurde von Milestone Films restauriert<br />

und verbleibt, ebenso wie die beiden im<br />

letztjährigen Forum gezeigten Shirley-Clarke-<br />

Filme The Connection (1961) und Ornette: Made in<br />

America (1984), im Verleih des <strong>Arsenal</strong>. Presentation<br />

of Shirley Clarke’s PORTRAIT OF JASON<br />

(1967) which was recently restored by Milestone.


22 februar 13<br />

BLAUVOGEL<br />

(Ulrich Weiß, DDR 1979)<br />

Klassiker nicht nur für Kinder<br />

BLAUVOGEL (Ulrich Weiß, DDR 1979 | 3. & 24.2.),<br />

eine Adaption des Kinderbuchklassikers von<br />

Anna Jürgen, ist ein Indianerfilm besonderer Art.<br />

Nordamerika, 1756: Die englische Siedlerfamilie<br />

Ruster gerät in die Kämpfe der Engländer gegen<br />

die Franzosen. Zwischen den Fronten wird ihr<br />

neunjähriger Sohn George von Irokesen entführt<br />

und anstelle des im gleichen Alter gestorbenen<br />

Indianerjungen Blauvogel von ihnen adoptiert<br />

und sozialisiert. Als sieben Jahre später die Engländer<br />

über die Franzosen siegen, sollen alle<br />

verschleppten Weißen gegen gefangene Indianer<br />

ausgetauscht werden. Auch George kehrt zu seinen<br />

Eltern zurück. Doch ihre Lebensweise und<br />

ihr Denken sind ihm fremd geworden. Zutiefst<br />

humanistisch, präzise in seiner Darstellung des<br />

Lebens der Indianer, bedächtig im Rhythmus<br />

und klar in seinen Bildern, schuf Ulrich Weiß mit<br />

BLAUVOGEL den wohl außergewöhnlichsten aller<br />

DEFA-Indianerfilme. Gedreht wurde in Rumänien,<br />

die Rollen der Indianer wurden mit<br />

Roma besetzt. BLAUVOGEL (GDR 1979), a special<br />

kind of Red Indian film.<br />

Living Archive<br />

Schon am ersten Tag der Berlinale präsentieren<br />

Forum und Forum Expanded gleich zwei Veranstaltungen<br />

rund um das Projekt Living Archive.<br />

Den Auftakt des diesjährigen Forum-Expanded-<br />

Programms bildet eine Diskussionsveranstaltung<br />

mit Performances und Filmen aus dem <strong>Arsenal</strong>-Archiv,<br />

darunter auch die restaurierte<br />

Fassung von POR PRIMERA VEZ (Octavio Cortázar,<br />

Kuba 1967). Als Forum Special präsentiert<br />

die Filmwissenschaftlerin, Ethnologin und Kuratorin<br />

Nicole Wolf die digitalisierte Fassung eines<br />

Films aus dem Forum-Programm von 1988: KYA<br />

HUA ISS SHAHER KO? (Was geschah mit dieser<br />

Stadt?, Deepa Dhanraj, Indien 1986). Im Rahmen<br />

ihres Living-Archive-Projekts arbeitet sie an einer<br />

DVD-Veröffentlichung mit Filmen von Deepa<br />

Dhanraj. Two Living Archive events are taking<br />

place as part of the Berlinale’s Forum and Forum<br />

Expanded sections. A prelude to the Forum Expanded<br />

program will comprise discussions, performances<br />

and films, and Nicole Wolf, a project<br />

participant, will present the digitalized version of<br />

KYA HUA ISS SHAHER KO? as a Forum Special.


programm februar 13 23<br />

1 Fr<br />

2 Sa<br />

3 So<br />

4 Mo<br />

5 Di<br />

6 Mi<br />

19.00 »1 Days of !ndia Eröffnung Jodhaa Akbar<br />

Ashutosh Gowariker Indien 2008 35 mm | Hindi OmE | 213 min<br />

Einführung: Dorothee Wenner Eintritt frei S. 10<br />

20.00 »2 Heinz Emigholz Perret in Frankreich und Algerien<br />

Heinz Emigholz D 2012 DCP | 110 min | 24.2. | S. 19<br />

19.00 »2 Days of !ndia Adaminte Makan Abu Abu Son of Adam<br />

Salim Ahmed Indien 2011 Eintritt frei 35 mm | Malayalam OmE | 101 min | S. 10<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Eröffnung Nijushi no hitomi<br />

Twenty-Four Eyes Japan 1954 DCP | OmE | 156 min | 22.2.<br />

Einführung: Ulrich Gregor S. 13<br />

21.00 »2 Days of !ndia Memories in March<br />

Sanjoy Nag Indien 2010 Eintritt frei 35 mm | Englische und Hindi OmE | 104 min | S. 11<br />

16.00 »1 Klassiker nicht nur für Kinder Blauvogel Ulrich Weiß<br />

DDR 1979 35 mm | 97 min | 24.2. | S. 22<br />

18.00 »2 In Erinnerung an Gerhard Schoenberner Ceddo Ousmane Sembène<br />

Senegal 1977<br />

35 mm | OmU | 116 min<br />

Einführung: Ulrich Gregor S. 19<br />

19.30 »1 Keisuke Kinoshita Shozo The Portrait Japan 1948 35 mm | OmE | 73 min | 26.2. | S. 14<br />

19.00 »2 DEFA-Stiftung <strong>Das</strong> Fahrrad Evelyn Schmidt DDR 1981<br />

Zu Gast: Evelyn Schmidt 35 mm | 90 min | S. 20<br />

20.00 »1 Days of !ndia Moner Manush The Quest<br />

Goutam Ghose Indien 2010 Eintritt frei 35 mm | Bengali OmE | 150 min | S. 11<br />

21.15 »2 DEFA-Stiftung Der Hut Evelyn Schmidt DDR 1990 35 mm | 94 min | S. 20<br />

19.30 »2 Days of !ndia Ami Aadu Sound of Love<br />

Somnath Gupta Indien 2010 Eintritt frei 35 mm | Bengali OmE | 117 min | S. 11<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Narayama bushi ko<br />

The Ballad of Narayama<br />

Japan 1958 DCP | OmE | 98 min | 23.2. | S. 14<br />

19.00 »1 Keisuke Kinoshita Karumen kokyo ni kaeru<br />

Carmen Comes Home Japan 1951 DCP | OmE | 86 min | 19.2. | S. 15<br />

20.00 »2 Days of !ndia Abohoman The Eternal<br />

Rituparno Gosh Indien 2010 Eintritt frei 35 mm | Bengali OmE | 122 min | S. 11<br />

21.00 »1 Keisuke Kinoshita Karumen junjosu<br />

Carmen’s Innocent Love Japan 1952 35 mm | OmE | 103 min | 20.2. | S. 15<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen<br />

Kalendarium


24 februar 13 programm<br />

7 Do<br />

19.30 »1 Days of !ndia Vihir The Well<br />

Umesh Vinayak Kulkarni Indien 2009 Eintritt frei 35 mm | Marathi OmE | 135 min | S. 12<br />

20.00 »2 Keisuke Kinoshita Ojo-san kanpai! Here’s to the Young Lady<br />

Japan 1949 35 mm | OmE | 89 min | 25.2. | S. 15<br />

8 Fr 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

9 Sa 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

10 So 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

11 Mo 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

12 Di 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

13 Mi 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

14 Do 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

15 Fr 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

16 Sa 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

17 So 43. Forum / 63. Internationale Filmfestspiele Berlin<br />

18 Mo<br />

19.00 »2 Filmmakers’ Choice Angelika Urban, Verkäuferin, gesucht<br />

Helma Sanders-Brahms BRD 1969 16 mm | 38 min<br />

Johnny, oder das rohe Fleisch Eva Heldmann Musik Claus Dillmann, „Surabaya Johnny“ von<br />

Bertolt Brecht BRD 1984 16 mm | 4 min<br />

Geschichten vom Kübelkind Ula Stöckl und Edgar Reitz BRD 1975<br />

Episoden: 2. Kübelkinds Kindheit / 4. Des Hauses Schmuck ist Reinlichkeit / 7. Ein ganz kleines Glück<br />

/ 11. Kübelkind lernt nein sagen / 15. Eine Kaufhausdiebin / 25. <strong>Das</strong> Bankkonto im Walde<br />

Präsentiert von Eva Heldmann 16 mm | ca. 46 min | S. 20<br />

19.30 »1 43. Forum – Wiederholung<br />

»1 arsenal 1 | »2 arsenal 2 | OF Originalfassung | DF Deutsche Fassung | OmU Original mit deutschen Untertiteln<br />

| OmE Original mit engl. Untertiteln | OmÜb Original mit eingesprochener Übersetzung | Zwt. Zwischentitel


programm februar 13 25<br />

19 Di<br />

20 Mi<br />

21 Do<br />

22 Fr<br />

23 Sa<br />

19.00 »1 43. Forum – Wiederholung<br />

20.00 »2 Keisuke Kinoshita Karumen kokyo ni kaeru Carmen Comes Home<br />

Japan 1951 DCP | OmE | 86 min | S. 15<br />

19.00 »1 43. Forum – Wiederholung<br />

20.00 »2 Keisuke Kinoshita Karumen junjosu Carmen’s Innocent Love<br />

Japan 1952 35 mm | OmE | 103 min | S. 15<br />

19.00 »2 43. Forum – Wiederholung<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Shito no densetsu A Legend or Was It?<br />

Japan 1963 35 mm | OmE | 83 min | S. 16<br />

19.00 »2 43. Forum – Wiederholung<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Nijushi no hitomi Twenty-Four Eyes<br />

Japan 1954 DCP | OmE | 156 min | S. 13<br />

19.00 »2 43. Forum – Wiederholung<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Narayama bushi ko The Ballad of Narayama<br />

Japan 1958 DCP | OmE | 98 min | S. 14<br />

16.00 »1 Klassiker nicht nur für Kinder Blauvogel Ulrich Weiß DDR 1979 35 mm | 97 min | S. 22<br />

24 So<br />

19.00 »2 Heinz Emigholz Perret in Frankreich und Algerien<br />

Heinz Emigholz D 2012 DCP | 110 min | S. 19<br />

25 Mo<br />

26 Di<br />

27 Mi<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Yuyake gumo Farewell to Dream<br />

Japan 1956 35 mm | OmE | 78 min | S. 16<br />

19.00 »2 FilmDokument Wir fahren nach Amerika Curt A. Engel D 1939 35 mm | 82 min<br />

Einführung: Ralf Forster S. 21<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Ojo-san kanpai! Here’s to the Young Lady<br />

Japan 1949 35 mm | OmE | 89 min | S. 15<br />

19.30 »2 Keisuke Kinoshita Konyaku yubiwa Engagement Ring<br />

Japan 1950 35 mm | OmE | 96 min | S. 17<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Shozo The Portrait Japan 1948 35 mm | OmE | 73 min | S. 14<br />

19.30 »1 Shirley Clarke Portrait of Jason Shirley Clarke<br />

USA 1967 35 mm | OF | 105 min | 28.2. | S. 21<br />

20.00 »2 Keisuke Kinoshita Kanko no machi Jubilation Street<br />

Japan 1944 35 mm | OmE | 73 min | S. 17<br />

19.30 »2 Shirley Clarke Portrait of Jason Shirley Clarke USA 1967 35 mm | OF | 105 min | S. 21<br />

28 Do<br />

20.00 »1 Keisuke Kinoshita Onna Woman Japan 1948 35 mm | OmE | 67 min | S. 17<br />

Wiederholung | Veranstaltung mit Gästen | ♛ Nur für Mitglieder. Mitgliedschaft kann an der Kasse erworben<br />

werden | Die Längenangaben im Programm beziehen sich auf die reine Filmlänge | * Kopie der Deutschen Kinemathek<br />

– Museum für Film und Fernsehen


26 februar 13 heinz emigholz<br />

Die Basis des Make-Up (Nr. 364)<br />

Concerned friends – besorgte Freunde, zwei schwarze<br />

Balken, die zu mouches volantes schrumpfen und<br />

ein Löwe, dem von einem Engel das Maul aufgerissen<br />

wird und der einen Strick hervorwürgt. <strong>Das</strong> Seil<br />

hängt in einer Schlinge, die aus einer von Werbung<br />

betörten Menschenmasse hervortritt. Sie bekommt,<br />

was sie sieht: You get what you see, und<br />

winkt Auf Nimmerwiedersehen! <strong>Das</strong> vergangene<br />

Wintersemester war mein letztes an der Universität<br />

der Künste. Was mir 1993 vorschwebte, war eine<br />

„poetische“ Lehre, was immer das auf dem Feld des<br />

Films, auf dem gewöhnlich Binsenwahrheiten verbreitet<br />

werden, und trotz dieses falsch gesetzten<br />

Adjektivs auch hat sein können. Die Bildunterschrift<br />

„… aber der Anschein von Zufälligkeit tritt immer<br />

wieder ein.“ druckte mein Freund David Marc zu<br />

dieser 1975 angefertigten Zeichnung in seinem<br />

Buch Bonfire of the Humanities – Scheiterhaufen der<br />

Geisteswissenschaften ab und eröffnete damit dessen<br />

zweites Kapitel mit dem Titel: „Die Kunst zu lesen<br />

und zu schreiben – liebe sie oder lass es bleiben“.<br />

Mehr unter www.pym.de.<br />

Concerned friends – two black beams shrinking<br />

into mouches volantes and a lion whose mouth is<br />

torn open by an angel and is regurgitating a rope.<br />

The cord itself is in a noose which emerges from<br />

a mass of people beguiled by advertisements. It<br />

gets what it sees – You Get What You See – and<br />

waves Good riddance! Last winter semester was<br />

my last at the University of the Arts. What I had in<br />

mind in 1993 were “poetic” teachings whatever<br />

that in the field of cinema, which is prone to commonplace<br />

platitudes, could have been despite<br />

the ill placed adjective. The caption “… but a<br />

semblance of randomness always returns” was<br />

printed by my friend David Marc to accompany<br />

this 1975 drawing in his book Bonfire of the Humanities:<br />

Television, Subliteracy, and Long-Term Memory<br />

Loss and thus opened its second chapter<br />

entitled “Literacy – Love It or Leave It.” More at<br />

www.pym.de.


arsenal freundeskreis februar 13 27<br />

arsenal freundeskreis – Sind Sie dabei?<br />

Helfen Sie uns durch eine Mitgliedschaft im<br />

Freundeskreis, das Angebot des <strong>Arsenal</strong> – Institut<br />

für Film und Videokunst aufrecht zu erhalten<br />

und ständig weiterzuentwickeln!<br />

Für Mitglieder und Premium-Mitglieder im arsenal<br />

freundeskreis haben wir attraktive Angebote.<br />

Studierende und FilmemacherInnen im<br />

arsenal freundeskreis erhalten Specials.<br />

Mitglied im arsenal freundeskreis:<br />

Jahresbeitrag 100 €<br />

■ Welcomepackage (zwei Kinogutscheine)<br />

■ Ermäßigter Eintrittspreis zu allen Vorführungen<br />

(4,50 €)<br />

■ Freier Eintritt mit einer Begleitperson zu ausgewählten<br />

Veranstaltungen der Reihe „Magical<br />

History Tour“ nach Einladung<br />

■ Freier Eintritt in Wiederholungsvorführungen<br />

des Forums der Berlinale<br />

■ Möglichkeit des Erwerbs vergünstigter Sammelkarten<br />

■ Zusendung des Monatsprogramms und des<br />

Newsletters<br />

■ Einladung zu Eröffnungsveranstaltungen und<br />

Sonderveranstaltungen<br />

■ 20 % Ermäßigung auf ausgewählte Publikationen<br />

und Merchandisingprodukte<br />

■ Sonderkonditionen für die Kinovermietung<br />

StudentIn im arsenal freundeskreis:<br />

Jahresbeitrag 50 €<br />

■ Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder<br />

im arsenal freundeskreis sowie<br />

■ Sonderpreis beim Eintritt zu Vorführungen der<br />

Reihe „Magical History Tour“ (3 €)<br />

■ 2 Stunden freier Zugang zur Materialsichtung<br />

am Schneidetisch<br />

Premium-Mitglied im arsenal freundeskreis:<br />

Jahresbeitrag 250 €<br />

■ Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder<br />

im arsenal freundeskreis sowie<br />

■ Privatpersonen: Freier Eintritt zu Vorführungen<br />

der Reihe „Magical History Tour“ und Freikarten<br />

für Sie und Ihre Begleitung bei repräsentativen<br />

Einzelveranstaltungen<br />

■ Institutionen: Freikartenkontingent für die MitarbeiterInnen<br />

■ Nennung auf der Website des <strong>Arsenal</strong> unter<br />

www.arsenal-berlin.de<br />

FilmemacherIn im arsenal freundeskreis:<br />

Jahresbeitrag 100 €<br />

■ Alle genannten Vergünstigungen für Mitglieder<br />

im arsenal freundeskreis sowie<br />

■ 1 Testscreening frei und 2 Testscreenings zu<br />

50 % des üblichen Mietpreises im Kino 1 oder 2<br />

■ 5 Stunden freier Zugang zur Materialsichtung<br />

am Schneidetisch<br />

Anmeldung bitte mit dem Anmeldeformular auf<br />

www.arsenal-berlin.de oder an der Kasse.<br />

Support our work and purchase a membership!<br />

We have attractive offers for members and premium<br />

members in the arsenal freundeskreis.<br />

Students and filmmakers in the arsenal freundeskreis<br />

receive specials. Further information<br />

as well as details on the various ways of joining<br />

can be found at www.arsenal-berlin.de, mail@<br />

arsenal-berlin.de or at the box office.


28 februar 13 arsenal freundeskreis<br />

Serviceleistungen<br />

Service Offers<br />

Sichtungsmöglichkeiten<br />

für Kuratoren, Forschende, Studierende,<br />

Recherchierende: Montag bis Freitag<br />

von 10 bis 18 Uhr, nach telefonischer Voranmeldung<br />

(030) 269 55-155<br />

Preview Facilities<br />

for curators, scholars, students and<br />

researchers: Monday through Friday from<br />

10 am to 6 pm, after 6 pm according to<br />

appointment at (030) 269 55-155<br />

Schneidetisch<br />

Videosichtungen<br />

Steenbeck<br />

Monitor<br />

35 € pro Stunde<br />

(ermäßigt 20 €)<br />

5 € pro Stunde<br />

35 € per hour<br />

(reduced 20 €)<br />

5 € per hour<br />

Kopienpflege<br />

Filmkopien waschen<br />

Prüfung der Filmkopien<br />

inklusive kleinerer Reparaturen (bis 100 min,<br />

längere Spieldauer auf Anfrage)<br />

35 mm beidseitige<br />

Reinigung<br />

16 mm beidseitige<br />

Reinigung<br />

35 mm 65 €<br />

16 mm 50 €<br />

30 € pro Akt<br />

20 € pro Akt<br />

(max. 650 m)<br />

Reparatur der Perforation 16 mm / 35 mm Preise auf Anfrage<br />

Herstellung von Stills aus Filmkopien<br />

Film Print Care<br />

Cleaning Prints<br />

Film Print Inspection, including small repairs<br />

(up to 100 min, longer films by request)<br />

8 mm – 70 mm<br />

15 € pro Bild (30 MB)<br />

ab 20 Bilder<br />

Mengenrabatt<br />

35 mm two-sided cleaning 30 € per reel<br />

16 mm two-sided cleaning<br />

35 mm 65 €<br />

16 mm 50 €<br />

20 € per reel<br />

(max. 650 m)<br />

Perforation Repair 16 mm / 35 mm Price by request<br />

Stills from Film Prints<br />

8 mm – 70 mm<br />

Kinovermietung, Geräteverleih und Durchführung von Film- und<br />

Videovorführungen und Ausstellungen außer Haus<br />

Cinema Rental, Equipment Loan, as well as film / video screenings and<br />

exhibitions in other locations<br />

15 € per still (30 MB)<br />

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Preis auf Anfrage<br />

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arsenal freundeskreis februar 13 29<br />

KONTAKT: Deutsches Filminstitit – DIF | Schaumainkai 41 | 60596 Frankfurt am Main | Tel.: +49 (0)611 - 236 843 0 | Fax: +49 (0)611 - 236 843 49<br />

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Die Programmbroschüre des <strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst<br />

erscheint elf Mal im Jahr in einer Auflage von 17.000 Exemplaren.<br />

Sie ist in den Auslagen von rund 300 Berliner Kulturstandorten,<br />

an allen Berliner Universitäten, in Bibliotheken und an anderen Bildungseinrichtungen<br />

in der Stadt zu finden.<br />

Auf dieser Seite veröffentlichen wir regelmäßig kulturaffine Anzeigen<br />

zu moderaten Preisen.<br />

Die Mediadaten und die Preisliste schicken wir auf Anfrage gern zu.<br />

Kontakt: marketing@arsenal-berlin.de


30 februar 13 anzeigen<br />

BÜCHERHALLE<br />

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www.buecherhalle-berlin.de<br />

Mo. - Fr. 10:30 - 19:00 h<br />

Sa. 10:30 - 15:00 h


V.-Fry-Str.<br />

Impressum<br />

impressum februar 13 31<br />

<strong>Das</strong> <strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst wird<br />

gefördert durch:<br />

Am Park<br />

Voßstraße<br />

Ben-Gurion-Straße<br />

.<br />

onie<br />

Eichhornstr.<br />

Bellevuestraße<br />

L.-Beck-Str.<br />

Potsdamer Platz<br />

arsenal<br />

Potsdamer Straße<br />

Alte Potsdamer Str.<br />

Schellingstraße<br />

Linkstraße<br />

G.-Tergit-Promenade<br />

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Köthener Straße<br />

Stresemannstr.<br />

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Living Archive: <br />

Abgeordnetenhaus<br />

Digital Cinema Partners:<br />

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Niederkirchnerstraße<br />

Martin-Gropius-Bau<br />

aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages<br />

gefördert durch die<br />

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pietschufer<br />

berger Ufer<br />

Bernburger Straße<br />

<strong>Arsenal</strong> – Institut für Film und Videokunst e.V.<br />

im Filmhaus am Potsdamer Platz<br />

Askanischer Platz<br />

<strong>Das</strong> <strong>Arsenal</strong> im Internet: www.arsenal-berlin.de Mendelssohn-Bartholdy-Park |<br />

<br />

Eintrittspreise: Gäste: 7,50 € | Mitglieder: 5 € | Kinder:<br />

3 € | Berlin-Pass: 3 € | Mitgliedsbeitrag für sechs<br />

Monate: 12 € | Mitgliedsbeitrag für sechs Monate Technischer Support von:<br />

ermäßigt: 9 € | Sammelkarte für Mit glieder (6 Vor-<br />

Anhalter Bahnhof<br />

stellungen): 24 € | Fördermitgliedschaft: 100 € | Die<br />

Mitgliedschaft kann an der Abendkasse erworben<br />

werden und beinhaltet den Programm versand. |<br />

Vorbestellungen per Mail an: ticket@arsenal-berlin.de<br />

(Mo–Fr bis 17 Uhr) oder telefonisch unter (030) 269 55-<br />

100 | Verkehrs verbindungen: U-Bahn / S-Bahn Potsdamer<br />

Platz, Bus M41, M48, M85, 200, 347 | Bankverbindung:<br />

Bank für Sozialwirtschaft, Konto 33 44 300,<br />

BLZ 100 205 00 | Anzeigen im <strong>Programmheft</strong>:<br />

marketing@ arsenal-berlin.de<br />

Konzept, Layout, Repro: satzinform Berlin | Papier:<br />

aleo silk 130 g / m 2 | Druck: Oktoberdruck, Berlin<br />

Medienpartner:<br />

c<br />

Mit freundlicher Unterstützung von:


32 februar 13 impressum<br />

KARUMEN KOKYO NI KAERU (Carmen Comes Home, Japan 1951 | 6. & 19.2.)<br />

arsenal<br />

institut für film und videokunst e.V.<br />

Potsdamer Straße 2 | 10785 Berlin | www.arsenal-berlin.de | Tel. (030) 269 55-100

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