Welt-Aids-Tag 2013 Neues Projekt für Kinder HIV und ... - Aids-Hilfe

duesseldorf.aidshilfe.de

Welt-Aids-Tag 2013 Neues Projekt für Kinder HIV und ... - Aids-Hilfe

:info #

Das Magazin der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Welt-Aids-Tag 2013

Neues Projekt für Kinder

HIV und Arbeit

3 2013


Impressum

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

Editorial 3

Welt-Aids-Tag 2013 HIV und Aids im Wandel · Eine positive Begegnung – zwei 4

Positiv verbunden sein Generationen · Leserbrief Dr. Martin Reith · HIV und Arbeit

HIV und Aids in Zahlen · Die Rote Schleife · Unterstützer

gesucht · Positiv verbunden sein · Heartbreaker Bärenfamilie

Programm

Aktionen und Termine 18

Welt-Aids-Tag 2013

Termine/Aktuelles Kinder in Familien mit HIV · Neue Internetseite für Gehörlose 22

Mashallah · Nikolausparty · Vorgestellt · Herzensbrecher gesucht

Angebote | Kontakt 26

:info #3 2013 Magazin der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Herausgeber AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V. (V.i.S.d.P.), Gemeinnütziger Verein, Mitglied der Deutschen AIDS-Hilfe e. V.,

der AIDS-Hilfe NRW e. V., des Deutschen Pari tätischen Wohlfahrtsverbandes und der Deutschen Leberhilfe e. V.

Redaktion Yvonne Hochtritt

Fotos: Sven Albrecht, Yvonne Hochtritt · Logo: Kunst und Kollegen

Aids ist auch nicht mehr

das, was es mal war….

In über 30 Jahren hat sich

viel verändert: die Lebenserwartung

und die

Lebensqualität vieler HIVbetroffener

Menschen

haben sich aufgrund der

medizinischen Möglichkeiten denen nichtinfizierter

Menschen nahezu angeglichen.

Oft kann auch die Infektiosität von Menschen

mit HIV mit Medikamenten unterdrückt werden.

Menschen mit HIV sind Teil unserer Gesellschaft,

sie sind unsere Freunde, Bekannten

und Kollegen, schätzungsweise Zweidrittel

sind in Arbeit.

Ist also alles gut?

Das Motto der Welt-Aids-Tag-Kampagne

„Positiv zusammenleben“ ist nach wie vor

mehr Wunschdenken als Realität, die meisten

Menschen mit HIV haben Diskriminierungser-

fahrungen: beim Arzt, im

Betrieb, in der Familie,

im Bekanntenkreis….

Sich mit einer HIV-Infektion

zu outen, ist nach

wie vor ein Wagnis mit ungewissem Ausgang.

Gut, dass viele HIV Positive sichtbar werden in

der Welt-Aids-Tag-Kampagne, ihre Gesichter

zeigen und von ihren Erfahrungen erzählen.

Der Welt-Aids-Tag ist eine Chance, dem Ziel

„Positiv zusammen leben“ näher zu kommen,

sich zu informieren, Berührungsängste zu

überwinden.

Wir haben wieder ein vielfältiges Programm

anlässlich des diesjährigen Welt-Aids-Tages

zusammengestellt, sicher ist auch für Sie etwas

dabei! Ich freue mich auf Sie!

Herzliche Grüße

Peter von der Forst

Geschäftsführer AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Texte | Quellenangaben Sven Albrecht, Klaus Bleymehl · Peter von der Forst · Lilli Grieshaber · Yvonne Hochtritt ·

Kerstin Kollenberg · Dr. Martin Reith · Robert Sulomar · www.welt-aids-tag.de

Fotos | Grafiken Sven Albrecht · Marcus Brammertz · Deutsche AIDS-Hilfe e.V. · Peter von der Forst · Heike Gröper

Yvonne Hochtritt · Kunst und Kollegen · Phoenix Sauna Düsseldorf · www.welt-aids-tag.de

Titelbild Marcus Brammertz

Layout Sven Albrecht

Redaktionsadresse AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V., Johannes-Weyer-Straße 1, 40225 Düsseldorf,

yvonne.hochtritt@duesseldorf.aidshilfe.de

Druck wirmachendruck.de

Auflage 4.000 Exemplare

Der Bezug der Zeitung ist kostenlos. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Stellungnahmen kann keine

Haftung übernommen werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der

Redaktion wieder. Wenn Sie daran interessiert sind, Ihre Anzeige im :info zu veröffentlichen, schicken wir Ihnen

unsere Mediadaten gerne zu, Anfragen unter Telefon 0211/7 70 95-40.

Diese Ausgabe wurde unterstützt von Heartbreaker, Förderkreis der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V. und wirmachendruck.de

Wir wünschen allen Leserinnen

und Lesern eine besinnliche

Adventszeit, fröhliche

Weihnachten und einen

guten Rutsch in 2014!

2 :info #3 2012

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Welt-Aids-Tag 2013

HIV und Aids im Wandel

Gestiegene Lebenserwartung

Große Fortschritte der medizinischen Therapie

haben den Verlauf der HIV-Infektion nachhaltig

verändert: inzwischen existieren Medikamente,

die den Ausbruch von Aids sehr viele

Jahre verhindern können. Besonders wenn die

medizinische Therapie früh einsetzt und gut

anschlägt, können sehr viele Betroffene ein

fast gesundes Leben führen. Die Lebenserwartung

ist fast so hoch wie die der nicht von HIV

Betroffenen.

Weltweites Armutsgefälle

Auf breiter Ebene stehen diese effektiven

Behandlungsmöglichkeiten nur in den reichen

Industrieländern mit hochentwickelten

Gesundheits- und Sozialsystemen zur Verfügung.

Nur 10 Millionen von 26 Millionen Menschen

bekommen die HIV-Medikamente, die

sie benötigen!

Mitten im Leben: Menschen mit HIV und Aids

Für eine große Zahl HIV-Infizierter gestaltet

sich das Leben nicht anders als für die meisten

anderen Menschen auch. Experten schätzen,

dass in Deutschland zwei Drittel aller Menschen

mit HIV arbeiten: Mit HIV kann man

übrigens in jedem Beruf tätig sein!

Das Leben von Sexualität hat sich für Menschen

mit HIV erheblich verbessert: Wenn

aufgrund einer erfolgreichen medizinischen

Therapie die Virusmenge im Blut dauerhaft

unter der sogenannten Nachweisgrenze

bleibt, ist eine Ansteckung des Partners mit

HIV auf sexuellem Wege sehr unwahrscheinlich,

der Schutz ist mindestens so gut wie bei

der Kondombenutzung! Inzwischen können

Frauen mit Hilfe der HIV-Medikamente gesunde

Kinder zur Welt bringen, sogar eine natürliche

Geburt ist möglich.

Einen wesentlichen Unterschied zu Nichtinfizierten

macht das Wissen um den Virus im

Körper, um die Möglichkeit, irgendwann zu

erkranken aus. Es ist für viele Betroffene ein

immer wieder zu führender Kampf, sich nicht

von Angst und Ungewissheit dominieren zu

lassen. Wenn die Verantwortung und Sorge

für eigene Kinder hinzukommt, ist dies zusätzlich

bedrückend. Belastend für viele Menschen

mit HIV ist auch das Wissen um die Möglichkeit,

durch sexuelle Kontakte den HI-Virus

weiterzugeben. Das erschwert Partnerschaften

und führt in vielen Fällen dazu, dass Beziehungen

zerbrechen oder aus der Angst heraus,

sich oder den anderen zu gefährden, gar nicht

erst eingegangen werden.

Die Menschen, bei denen die Erkrankung Aids

ausgebrochen ist, leiden oft unter sehr unangenehmen

Begleiterkrankungen, die körperlich

und seelisch belastend oder sogar zerstörerisch

wirken. Neben das Aussehen stark

verändernden Fettumverteilungsstörungen

sind dann Krebserkrankungen und neurologische

Veränderungen häufige Bestandteile der

Aids-Erkrankung.

Text: Peter von der Forst / Klaus Bleymehl· Logo: Kunst und Kollegen

Mitten unter uns: immer noch Diskriminierung!

Angst vor Unverständnis und Ausgrenzung

sind auch heute noch Begleiter vieler Menschen

mit HIV und Aids. Aller Normalisierung

zum Trotz gibt es immer noch offen oder versteckt

Vorurteile gegenüber HIV-Betroffenen.

So befürchten aus Unkenntnis viele Arbeitgeber,

Menschen mit HIV seien nicht voll einsetzbar,

auch Angst vor Ansteckung am Arbeitsplatz

ist immer noch weit verbreitet, obwohl

man sich im alltäglichen Umgang nicht infizieren

kann. (siehe Artikel S.12)

Wenn HIV zu spät erkannt wird –

„Late Presenter“

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts

erfahren etwa 50% der neu HIV-Diagnostizierten

erst sehr spät im Vollbild Aids oder mit

einem schon schlechten Immunsystem unterhalb

von 350 - 200 Helferzellen von ihrer Diagnose.

Ähnliche Erfahrungen machen wir in

Düsseldorf.

Betroffen sind oft Menschen, die die Möglichkeiten

einer HIV-Infektion komplett verdrängen,

die körperliche Veränderungen an sich

nicht wahrnehmen wollen oder solche Menschen,

denen der Zugang zum Gesundheitssystem

durch ihren kulturellen Status

erschwert ist und die zu wenig über die

Behandlungsmöglichkeiten wissen.

Nicht spezialisierte Ärzte denken oft nicht an

HIV/Aids, wenn die Patienten nicht in das

HIV–Raster“ passen. Oft ist die Angst vor

Diskriminierung für Betroffene ein starker

Hinderungsgrund, sich mit den eigenen HIV

Risiken zu beschäftigen und einen HIV-Test zu

machen. So wünschenswert die frühe Diagnose

ist, so schwierig ist die Situation für viele

Einzelne, weil sie als HIV-Betroffene die gesellschaftliche

oder persönliche Akzeptanz nicht

finden. Solange man als HIV-Positiver noch

Nachteile und Diskriminierung z.B. bei Versicherungen

und Arbeitsstellen oder im persönlichen

Umfeld zu befürchten hat, wird es für

viele schwierig bleiben sich dem Thema zu

stellen.

Je später die HIV-Diagnose gestellt wird, umso

schlechter sind die Chancen, von den heutigen

Behandlungsmöglichkeiten zu profitieren.

Durch HIV im Körper verursachte Schäden sind

dann nicht mehr rückgängig zu machen, die

Lebenserwartung kann deutlich verkürzt sein.

Vollbild Aids

Nach dem fünfzigsten Lebensjahr und nach

vielen Jahren medizinischer Therapie leidet

eine zunehmende Gruppe von HIV-Infizierten

unter teilweise sehr beeinträchtigenden

Nebenwirkungen der Medikamente und ersten

Begleiterkrankungen und benötigt eine

umfassende Betreuung. Für Patienten mit

gegen die Medikamente resistenten Virenstämmen

oder für jene, die ihre Medikamentenkombinationen

mehrfach z.B. wegen unerwünschter

Wirkungen wechseln mussten,

gibt es schließlich keine effizienten Behandlungsmöglichkeiten

mehr. Die Menschen, bei

denen die Erkrankung Aids ausgebrochen ist,

leiden oft unter sehr unangenehmen Begleiterkrankungen,

die körperlich und seelisch

belastend oder sogar zerstörerisch wirken.

Neben das Aussehen stark verändernden

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Welt-Aids-Tag 2013

Fettumverteilungsstörungen sind dann Krebserkrankungen

und neurologische Veränderungen

häufige Bestandteile der Aids-Erkrankung.

Aids und Armut

Viele aidskranke Menschen, die nicht mehr

arbeiten können und früh verrentet wurden,

kommen mit ihrer Rente, der Sozialhilfe oder

anderen staatlichen Versorgungsleitungen

nicht aus, und sind daher von Armut bedroht.

Die seit 2006 eingeführten Zuzahlungen im

Gesundheitswesen, die Verteuerung von

Lebensmitteln und anderen wichtigen Dingen

des täglichen Gebrauchs führen zur materiellen

Überforderung gerade von Menschen,

die als chronisch und schwer Erkrankte leben

müssen. Deshalb wird auch der aus Spenden

finanzierte Hilfsfonds der AIDS-Hilfe

Düsseldorf e.V. so stark nachgefragt, dass die

zur Verfügung stehenden Gelder in Höhe

von jährlich 12.500,- Euro bei weitem nicht

ausreichen.

Negativ bleiben - Mich schützen!

Das HI-Virus schädigt die Gesundheit schwerwiegend

und macht das Leben gewiss nicht

leichter. Es lohnt sich, HIV-negativ zu bleiben!

• Kondome schützen sehr gut vor HIV und

auch einigen anderen sexuell übertragbaren

Infektionen!

• Bei Drogengebrauch ist Safer Use, d.h.

die Benutzung eines sauberen Spritzbestecks

angesagt.

• Nach einem Infektionsrisiko unbedingt auf

HIV testen lassen!

Beratung

kostenlos und anonym

Telefon: 0211 / 19411

online: www.aidshilfe-beratung.de

Das beste Mittel gegen Aids: Aufklärung

Ein sehr wichtiger Grund für die im internationalen

Vergleich niedrigen Neuinfektionszahlen

ist die in Deutschland seit vielen Jahren

konsequent durchgehaltene Linie, Aids-Aufklärung

möglichst umfassend und auf die

Bedürfnisse der Zielgruppen zugeschnitten

anzubieten und gleichzeitig gegen die Diskriminierung

der von HIV und Aids Betroffenen

anzugehen. In Düsseldorf bietet die AIDS-

Hilfe Düsseldorf e.V. unter Beteiligung von

HIV-Betroffenen für unterschiedliche Zielgruppen

Prävention und Aufklärung an: für

Jugendliche, für Männer, die Sex mit Männern

haben, für Drogengebraucher, Beschaffungsprostituierte,

für Stricher, für Multiplikatoren

wie Lehrer, Krankenpfleger, psychosoziale

Berufsgruppen, Ordnungsdienste, Polizei etc..

Helfen Sie uns helfen!

Wenn sie die Notwendigkeit sah, hat die

Düsseldorfer AIDS-Hilfe zusätzlich zu den

öffentlich geförderten Arbeitsfeldern wichtige

Angebote mithilfe von Zeit-, Sach- und

Geldspenden aufgebaut.

Viele Freizeit und Selbsthilfeangebote, wichtige

Teile der Präventionsarbeit, der Öffentlichkeitsarbeit

und Veranstaltungsbegleitung,

die Vorstandsarbeit, der Empfang … werden

von rund 180 Ehrenamtlichen unterstützt oder

sogar ausschließlich ermöglicht! In vielen

Bereichen benötigen wir noch Unterstützung.

Keine Angst, alle „Neueinsteiger" werden

kompetent geschult. Wenn Sie Lust haben,

mehr über die ehrenamtliche Arbeit in der

AIDS-Hilfe zu erfahren, dann melden Sie sich

bitte bei unsrer Ehrenamtskoordinatorin Hannah

Ross unter 0211 / 77 095 23 oder hannah.

ross@duesseldorf.aidshilfe.de

Die psychologische Beratung, die Prävention

in der schwulen Szene, die Beratung und

Unterstützung von Frauen, der Hilfsfonds zur

Unterstützung materiell von HIV-Betroffenen

in finanziellen Notlagen … all das und noch

viel mehr wird ganz oder teilweise durch

Spenden finanziert!

340.000,-Euro Spenden jedes Jahr benötigen

die AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V. und ihr Spezialpflegedienst

Care24 PflegeService gGmbH,

um ihre Arbeit auf dem notwendigen Niveau

halten zu können.

Helfen Sie uns helfen!

Spendenkonto

AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

0 002 509 008

Deutsche Apotheker- und Ärztebank

Düsseldorf, BLZ 300 606 01.

Online spenden unter

www.duesseldorf.aidshilfe.de

6 :info #3 2012

:info #3 2013 7


Welt-Aids-Tag 2013

Eine positive Begegnung – Zwei Generationen

Seit den Anfängen von HIV vor über 30 Jahren

hat sich viel verändert. Wir haben zwei schwule

Männer zum Gespräch eingeladen, die verschiedene

Generationen von Aids verkörpern.

Es ist ein Versuch, den abstrakten Bezeichnungen

„altes AIDS“ – „neues Aids“ ein Gesicht zu

geben. Otto* ist bereits seit über 30 Jahren HIV

positiv, Felix* bekam die Diagnose erst vor vier

Monaten. Jürgen Dörr arbeitet hauptberuflich

in der AIDS-Hilfe Düsseldorf im Bereich der

psychosozialen Betreuung HIV-Positiver und

leitete das Gespräch an.

Mein Name ist Lilli Grieshaber, ich bin 22 Jahre

alt und mache derzeit ein Praktikum in der

AIDS-Hilfe Düsseldorf. Auch für mich persönlich

war das Gespräch sehr spannend. Es sind zwei

Generationen die ins Gespräch kommen und

Eines wird schnell deutlich: Vieles hat sich verändert,

einiges bleibt gleich.

Otto ist 67 Jahre alt und entdeckte 1984 während

eines Urlaubes beim Duschen, dass er am

ganzen Körper dicke Lymphdrüsen hatte.

Damals war die Krankheit in aller Munde,

einen Test gab es jedoch noch nicht. Er ging

sofort zum Hausarzt und ließ seine Helferzellenwerte

untersuchen, was die Befürchtung

einer Infektion noch wahrscheinlicher erscheinen

ließ. Erst Ende 1984, als es schließlich

einen Antikörpertest gab, kam dann die

Gewissheit: HIV-positiv. Das Ergebnis wurde

Otto am Telefon in der Mittagspause mitgeteilt.

Er erinnert sich: „Das war heftig (…). Es

ging nur darum, wie mache ich denn jetzt

weiter? Höre ich auf zu arbeiten oder hänge

ich mich auf?“

Auch der 28-jährige Felix erinnert sich ganz

genau, was in ihm vorging, als er vor 4 Monaten

das positive Ergebnis beim Gesundheitsamt

mitgeteilt bekam. Während für Otto das

Ergebnis eine Bestätigung seiner Befürchtungen

war, kam für Felix die Nachricht vollkommen

überraschend. Er ging zum Test, weil er

einen Marker setzen wollte, bevor er mit seinem

Partner eine offene Beziehung eingehen

wollte: „Eigentlich war ich sicher, es ist ein

negatives Ergebnis, das war ein Schlag ins

Gesicht. Alle Lebensfreude, die ich an dem Tag

hatte, war auf einmal weggeflossen. Die Welt

auf einmal in Scherben und ich war echt am

Ende.“

Nach dem ersten Schock folgt meist ziemlich

bald die Frage: Mit wem kann ich über die

Diagnose sprechen? „Es gab niemanden zum

Reden. Es gab ja nur Schlagzeilen“, erinnert

sich Otto, „Es gab keine AIDS-Hilfen, es gab

gar nichts(…). Ich wollte dringend einen Positiven

kennenlernen, ich wollte endlich mit

jemandem reden, der auch betroffen ist“.

Durch Ottos Schilderungen wird sehr deutlich,

was es bedeutet haben muss, in den absoluten

Anfängen des HI-Virus Betroffener gewesen

zu sein. Nicht nur, dass es keine Medikamente

gab und ein positives Ergebnis meist

gleichbedeutend eines Todesurteils war, auch

AIDS-Hilfen und andere Unterstützungsangebote

mussten erst mühsam aufgebaut werden.

Felix antwortet daher: „Das war bei mir

alles ganz anders“. Durch Freunde und Familie

habe er sehr viel Rückhalt erfahren und resümiert:

„Trotz einer ziemlich beschissenen Situation

habe ich einen sehr guten Start gehabt

Text: Lilli Grieshaber· Logo: Kunst und Kollegen

mit der Infektion zu leben“. Schnell kam er

auch zu Beratungsgesprächen in die AIDS-

Hilfe. Auf seinen Wunsch hin wurde auch ein

Treffen organisiert, bei dem er anderen Positiven

Fragen stellen und sich austauschen

konnte.

Otto erzählt, dass sich nach Gründung der

AIDS-Hilfe Düsseldorf, an der er maßgeblich

beteiligt war, recht schnell Selbsthilfegruppen

bildeten. Jedoch blieb er nach einigen Jahren

als letzter Überlebender der Gruppen zurück,

weil es keine Medikamente gab: „Ich hatte

eben Glück, dass es mich in den zehn medikamentenlosen

Jahren nicht erwischt hat“.

Ottos Lebensgeschichte ist geprägt von vielen

Verlusten durch die tückische Krankheit.

Er verlor neben vielen Freunden und Bekannten

Anfang der 90er Jahre seinen Lebenspartner.

Dieser war bereits bei Beginn der Beziehung

ebenfalls HIV-positiv. Die beiden waren

sieben Jahre zusammen, als sein Freund starb.

Wenn Otto davon erzählt, und die Traurigkeit

über die vielen Verluste natürlich noch deutlich

zu spüren ist, bekomme ich eine Ahnung

davon, was eine HIV Diagnose zu Ottos Zeit

bedeutete. Das abstrakte „alte AIDS“ wird

dann greifbar. Während Medikamente die

Rettung für Otto bedeuteten, war die regelmäßige

Einnahme der HIV-Medikamente für

Felix eher ein Graus und zunächst sehr gewöhnungsbedürftig.

Trotzdem entschied er sich

schon jetzt, mit der retroviralen Therapie zu

beginnen.

Heute wie damals halten sich viele Positive

mit einem Coming-out zurück. Sie befürchten

immer noch, Ausgrenzungen und Vorurteilen

ausgesetzt zu werden. Felix erzählt, dass er

sich seinem engsten Freundes- und Familienkreis

anvertrauen konnte und dort auch viel

Unterstützung erfährt. Trotzdem ist er vorsichtig

und wägt ab, wen er ins Vertrauen

ziehen möchte und wen nicht: „Wenn ich es

jedem sagen könnte, dem ich es sagen möchte“,

sagt Felix, „hätte ich keine Sorgen wegen

Diskriminierung. Aber es ist so, dass ich es

gewissen Leuten bewusst nicht sage, weil ich

Angst habe, dass sie mich ausgrenzen würden“.

Außerdem hat er die Erfahrung gemacht,

dass es gerade im Bereich HIV bei vielen

Menschen immer noch entscheidende

Wissenslücken gibt.

Am Arbeitsplatz zu seiner Erkrankung zu stehen

war und ist für beide besonders schwierig.

Otto ist bereits seit vielen Jahren verrentet

und war zuvor selbst im medizinischen Bereich

tätig. Da damals noch wenig über Übertragungswege

bekannt war, erzählte er seinen

Mitarbeitern zunächst nichts. Felix ist Chemiker,

hat vor kurzem eine neue Stelle angefangen

und auch er ist vorsichtig mit einem

Outing am Arbeitsplatz: „Da ist schon das

Bedürfnis es sagen zu wollen, aber dann sage

ich mir: Halt, es ist noch zu früh!“. Trotzdem

kann sich Felix zu einem späteren Zeitpunkt

vorstellen, seinem Chef und den Kollegen von

seiner HIV-Infektion zu erzählen. Als klar war,

dass Otto aus seinem Beruf aussteigen musste,

sagte er es schließlich seinen Kolleginnen

und erinnert sich an deren Reaktionen. Tränen

seien geflossen. Richtig mitgelitten hätten sie

mit ihrem Chef. Auch auf der Beziehungsebene

führte die HIV-Diagnose bei beiden

8 :info #3 2013 *die Namen wurden von der Redaktion geändert.

:info #3 2013 9


Welt-Aids-Tag 2013

Männern zu Verunsicherungen. Otto war

damals ohne Partner und musste daher einen

Weg für sich finden, wie er mit seiner Infektion

bei neuen Bekanntschaften umgehen

konnte. Er stellte nach „vielen üblen Erfahrungen“

fest, dass die Crashs, die entstanden,

wenn Männer ihn nach einigem Kennenlernen

aufgrund seiner HIV-Infektion zurückwiesen,

besonders wehtaten. Deshalb habe er sich

dazu entschlossen, von vorneherein, wenn es

auf einen sexuellen Kontakt hinauslaufen

könnte, die Männer einzuweihen. Felix ist

immer noch mit seinem Partner glücklich

zusammen und ist sehr erleichtert, dass sein

Freund gesund ist und zu ihm steht. Die offene

Beziehung möchten sie weiterhin versuchen.

Eine HIV-Diagnose verändert auch heute noch

das Leben eines Menschen. Jedoch muss es

dieses nicht mehr völlig einnehmen. Felix

beschreibt dies so: „ HIV ist zwar da, aber es

ist nicht im Zentrum meines Lebens. Ich bin

nicht HIV, HIV ist einfach nur da“. An vielen

Stellen des Gesprächs bewundere ich, wie

reflektiert Felix schon nach 4 Monaten mit

seiner Infektion umgeht. Und ich habe große

Achtung davor, dass Otto nach all den Krankheiten

und Verlusten eine positive Ausstrahlung

behalten hat. Kann jemand wie Otto da

nicht auch etwas neidisch werden, wenn man

sieht, wie anders es Menschen heutzutage mit

einer HIV-Diagnose geht? „Ein bisschen vielleicht,

aber vor allem finde ich es schön, dass

heute doch alles sehr viel leichter läuft“, antwortet

Otto auf diese Frage. Das Gespräch ist

ein Zusammentreffen verschiedener Generationen.

Es sind verschiedene Rahmenbedingungen,

die herrschen. Der Austausch dessen

scheint für beide bereichernd zu sein. Felix

wendet sich an Otto und sagt: „Ich bin beeindruckt,

bewegt und berührt über das was du

erzählst. Wenn ich dich so sehe, stimmt mich

das positiv. Es zeigt mir, dass man trotz HIV

ein lebenswertes Leben führen kann“. Und

auch Otto schätzt das Gespräch mit anderen

Positiven, denn er findet dass unter Betroffenen

ein anderes Verständnis herrscht. Vieles

könne man sonst nur schwer begreifbar

machen. Aus diesem Gedanken heraus entstand

die Gruppe „PerspektHIVen“. Die Selbsthilfegruppe

wendet sich speziell an schwule

Männer, mit einer noch recht frischen HIV-

Diagnose. An acht Abenden haben sie die

Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen

über alle Fragen und Erfahrungen sprechen zu

können.

PerspektHIVen-Gruppe

Erfahrungsaustausch für schwule

Männer mit frischer HIV-Diagnose.

Jeweils 19.00 bis 21.15 Uhr.

in der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.,

Leitung Jürgen Dörr.

Telefon 0211/77 09 5-20, Email

juergen.doerr@duesseldorf.aidshilfe.de

Beginn der Gruppe am 11.12.2013.

Weitere Termine: 08.01./29.01.,

18.02./12.03., 02.04/30.04./14.05.2014.

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin Schwerpunktarzt für HIV und Aids in Düsseldorf. In meiner Praxis

behandele ich Kinder, Frauen und Männer die von dem HI-Virus betroffen

oder an Aids erkrankt sind.

Düsseldorf gehört zu den in Deutschland am meisten von HIV und Aids

betroffenen Städten. 50 Prozent aller in Deutschland Betroffenen leben

in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München. In Nordrhein-Westfalen

ist Düsseldorf ein Behandlungszentrum.

Seit einigen Jahren verbessert sich die Behandelbarkeit von HIV und Aids.

Die Medikamente werden verträglicher und erste Langzeitstudien geben Auskunft und auch

Hoffnung für die Zukunft. Jedoch: immer noch infizieren sich Menschen und erkranken an

Aids. Sie müssen mit körperlichen und gesellschaftlichen Einschränkungen leben.

Seit fünf Jahren bin ich ehrenamtlich im Vorstand der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V. aktiv und engagiere

mich insbesondere für berufstätige HIV-Positive.

Die AIDS-Hilfe Düsseldorf ist für die Betroffenen ein Haltepunkt. Offen für Beratung, Begleitung

und Betreuung. Wohnprojekte und auch ein eigener Pflegedienst sorgen für eine optimale

Betreuung. Mittlerweile stehen neben medizinischen Fragen auch immer mehr soziale

und finanzielle Themen im Vordergrund.

Ich wünsche mir sehr, dass die Angebote der AIDS-Hilfe, die sich zu fast 40 Prozent aus

Spenden und Eigenmitteln finanzieren müssen, erhalten bleiben.

Bitte tragen Sie im Rahmen Ihrer finanziellen Möglichkeiten

dazu bei und spenden Sie an die AIDS-Hilfe Düsseldorf.

Vielen herzlichen Dank

Dr. Martin Reith

10 :info #3 2013 Foto: Peter von der Forst

:info #3 2013 11


Welt-Aids-Tag 2013

HIV und Arbeit

Die Kampagne „Positiv zusammen leben!“

stellt Menschen mit HIV ins Zentrum. Das ist

einmalig in Europa im Rahmen einer nationalen

Kampagne zum Welt-Aids-Tag. Die Kampagne

ist eine Gemeinschaftsaktion des Bundesministeriums

für Gesundheit, der

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung,

der Deutschen AIDS-Hilfe und der

Deutschen AIDS-Stiftung.

Viele Menschen mit HIV legen ihre Infektion

nicht offen, schon gar nicht am Arbeitsplatz.

Sie fürchten Diskriminierung, Mobbing, den

„Karriereknick“ oder gar eine Kündigung.

Doch HIV ist kein Kündigungsgrund.

Es besteht keine Ansteckungsgefahr am

Arbeitsplatz. Dennoch gibt es immer noch

irrationale Ängste.

Auf 1.000 Erwerbstätige kommt ca. ein Arbeitnehmer

oder eine Arbeitnehmerin mit HIV

Von den 78.000 HIV-Positiven, die Ende 2012

in Deutschland lebten, waren nach Expertenschätzung

zwei Drittel berufstätig. Statistisch

ist damit eine oder einer von 1.000 Erwerbstätigen

HIV-positiv.

Positives Coming-out am Arbeitsplatz? Der

Einzelfall entscheidet. Dazu passen die Ergebnisse

einer 2011/2012 in Deutschland durchgeführten

Befragung von 1.148 HIV-Positiven:

Nur 29 Prozent der in Voll- oder Teilzeit

Beschäftigten gaben an, im Beruf offen mit

der HIV-Infektion umzugehen. Von ihnen

berichteten 45 Prozent über Unterstützung

durch den Arbeitgeber, 29 Prozent von einer

neutralen und 26 Prozent von einer diskriminierenden

Reaktion.

Die große Mehrheit der Befragten legt die

Infektion im Beruf allerdings nicht offen –

viele, weil sie finden, dass das niemanden

etwas angeht, viele aber auch aus Angst vor

Benachteiligung oder irrationalen Ängsten.

Ob man offen mit der eigenen Situation

umgeht, ist eine individuelle Entscheidung, die

wohlüberlegt sein sollte. Selbstbewusstsein

und die Fähigkeit, den Prozess der Aufklärung

aktiv mitzugestalten, können sehr hilfreich

sein, um die Situation am Arbeitsplatz zu meistern.

Aber nicht jedem sind ein kollegiales Team

und ein aufgeklärter Arbeitgeber gegeben.

Unterstützung bei der Entscheidungsfindung

kann eine qualifizierte Beratung in einer AIDS-

Hilfe bieten.

Kampagnenbotschafter Holger (49) ist

Geschäftsführer eines mittelständischen

Unternehmens und seit zehn Jahren HIV-positiv.

Seine Angestellten wissen von seiner

Infektion. Und sie haben kein Problem damit.

Holger engagiert sich dafür, dass in unserer

Gesellschaft Vorurteile abgebaut werden und

ein offenes Klima für Menschen mit HIV/Aids

weiter wächst – gerade auch im Arbeitsalltag.

Botschafterin Leonie (56) ist Personalchefin

und Call-Room-Managerin in Holgers Agentur.

Sie koordiniert ein Team von etwa 40 Telefonisten

in dem wachsenden Unternehmen.

Dass sie Holgers Engagement für die Kampagne

„Positiv zusammen leben!“ unterstützen

Quelle: www.welt-aids-tag.de

Abb. www.welt-aids-tag.de

würde, war für sie sofort klar. Sie möchte dazu

beitragen, dass Vorurteile abgebaut werden

und dass die Krankheit HIV/Aids mit der gleichen

Sachlichkeit und Menschlichkeit behandelt

wird wie andere Krankheiten auch. „Niemand

ist frei von Vorurteilen. Aber wird man

sich ihrer bewusst, kann man daran arbeiten

und sie abschaffen“, sagt die 56-Jährige.

Im Arbeitsalltag besteht kein Infektionsrisiko

für Kollegen – auch nicht für Kunden. Eine englische

Studie zeigt: Bei erfolgreicher Therapie

sind HIV-positive Arbeitnehmerinnen und

Arbeitnehmer im Schnitt genauso leistungsfähig

wie ihre Kolleginnen und Kollegen und

können ein „normales“ Berufsleben planen.

ICH

HABE

HIV.

Holger, 49 Jahre

Geschäftsführer

HIV-positiv

Holger ist Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens

und seit zehn Jahren HIV-positiv. Seine Angestellten wissen von

seiner Infektion. Und sie haben kein Problem damit. Holger

engagiert sich dafür, dass in unserer Gesellschaft Vorurteile

abgebaut werden und ein offenes Klima für Menschen mit

HIV/AIDS weiter wächst – gerade auch im Arbeitsalltag.

Zeig Solidarität mit der roten Schleife

auf www.welt-aids-tag.de!

Es gibt keine Berufsverbote für Menschen mit

HIV. Einschränkungen gibt es nur für Chirurgen,

wenn bei ihnen HIV im Blut nachgewiesen

werden kann: Sie dürfen dann keine verletzungsträchtigen

Eingriffe vornehmen. Bei Piloten

entscheidet der tatsächliche Gesundheitszustand

über die Flugtauglichkeit, nicht die

HIV-Infektion.

Komplikationen kann es bei Arbeitsplätzen

geben, die mit Reisetätigkeit oder Arbeitseinsätzen

in Ländern verbunden sind, in denen

Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für

Menschen mit HIV gelten. Ob mit der HIV-

Infektion Tropentauglichkeit besteht, ist vom

individuellen Gesundheitszustand abhängig.

Leonie, 56 Jahre

Personal- und

Callroomleiterin

UND DIE SOLIDARIT T

MEINER ANGESTELLTEN.

HABE ICH AUCH DEINE?

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Welt-Aids-Tag 2013

HIV und Aids in Zahlen

Ein HIV-Test gehört nicht zu einer Einstellungsuntersuchung

– getestet werden darf

nur, was für die Ausübung der angestrebten

Tätigkeit relevant ist. Auch ein „freiwilliger“

HIV-Test hat hier nichts zu suchen, denn im

Zusammenhang mit einem Arbeitsverhältnis

ist ein solcher Test nie wirklich freiwillig.

Eine HIV-Infektion muss dem Arbeitgeber

nicht mitgeteilt werden. Ausnahmen sind nur

die genannten Fälle (chirurgische Eingriffe bei

nachweisbarer Viruslast sowie Piloten). Auch

die Frage nach einer HIV-Infektion ist bis auf

diese Ausnahmen unzulässig und muss nicht

wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Der Schutz persönlicher Daten muss selbstverständlich

sein Sollte im Rahmen von Einstellungsuntersuchungen

oder anderen

betriebsärztlichen Untersuchungen eine HIV-

Infektion bekannt werden, unterliegen

Betriebs- und Amtsärzte der gesetzlichen

Schweigepflicht. Im Zuge der Einstellungsuntersuchungen

dürfen sie dem Arbeitgeber

lediglich mitteilen, ob die Bewerberin oder der

Bewerber für die angestrebte Tätigkeit geeignet

ist, aber keine Diagnosen nennen. Und

auch wenn sie von der Infektion eines Mitarbeiters

erfahren, dürfen sie dies dem Arbeitgeber

nicht mitteilen. Dies ist leider immer

noch nicht selbstverständlich.

Vorgesetzte müssen den Schutz persönlicher

Daten gewährleisten, also das Recht auf informationelle

Selbstbestimmung achten – das

gehört zu ihrer Fürsorgepflicht. Das Wissen

um eine HIV-Infektion löst keine Pflicht aus,

die anderen Arbeitnehmer darüber zu informieren,

auch wenn manche Arbeitgeber das

so verstehen könnten.

Jeder kann etwas für Offenheit, Respekt und

Toleranz tun. Unternehmensleitlinien können

zu einem offenen, respektvollen und solidarischen

Umgang beitragen – damit HIV-Positive,

Ungetestete und HIV-Negative, Menschen

mit und ohne (andere) chronische Krankheiten

oder Einschränkungen und Menschen mit

unterschiedlichen Lebensweisen positiv

zusammen leben und arbeiten können.

Aber auch ohne Leitlinien ist es wichtig, einen

offenen und diskriminierungsfreien Umgang

vorzuleben. Ob Arbeitgeberin oder Arbeitgeber,

Kollegin oder Kollege – jede und jeder

kann zu mehr Toleranz und Respekt an unseren

Arbeitsplätzen beitragen und so helfen,

dass Menschen mit HIV entspannter und

gesünder mit ihrer Infektion leben können.

Quelle: www.welt-aids-tag.de Gemeinschaftsaktion des

Bundesministeriums für Gesundheit, der Bundeszentrale

für gesundheitliche Aufklärung, der Deutschen AIDS-

Hilfe und der Deutschen AIDS-Stiftung.

Weitere Informationen zur englischen Studie auf http://

blog.aidshilfe.de/2011/04/29/fakten-zum-arbeitenmit-hiv,

www.nat.org.uk/Media%20library/Files/

Policy/Our%20thinking/Employment%20summary%20

report%20-%20FINAL%20August%202009.pdf, www.

nat.org.uk/Media%20library/Files/Policy/2009/

Final%20full%20report%20for%20website%20

August%202009.pdf

Text: Peter von der Forst , Logo: Kunst und Kollegen

HIV und Aids weltweit

Aids ist weiterhin die Pandemie Nummer Eins:

im Jahr 2012 lebten weltweit etwa 34,3

(2001 = 30) Millionen Menschen mit HIV, 2,3

(3.4) Millionen Menschen haben sich neu mit

HIV infiziert, über 1,6 (1,9) Millionen Menschen

sind weltweit an Aids verstorben. Die geringeren

Zahlen der Neuinfektionen und der

Todesfälle im Vergleich zum Jahr 2001 zeigen,

dass sich die Anstrengungen im Kampf gegen

die Aids-Epidemie sehr lohnen! Weltweit sind

die Regionen im südlichen Afrika am stärksten

von HIV und Aids betroffen.

HIV und Aids in Deutschland

In Deutschland lebten Ende des Jahres 2012

nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes

78.000 Menschen mit HIV und Aids, 550 Aidskranke

verstarben im Jahre 2012. 3.400 Menschen

infizierten sich lt. Schätzung des Robert-

Koch-Institutes im vergangenen Jahr neu.

2.500 der Neuinfektionen betrafen Männer,

die Sex mit Männern haben, 630 heterosexuelle

Männer und Frauen und 210 HIV-Infektionen

intravenös spritzende Drogengebraucher.

HIV und Aids in Düsseldorf

Düsseldorf gehört zu den besonders stark

durch HIV und Aids betroffenen deutschen

Großstädten. Rund 50% aller Menschen mit

HIV und Aids in Deutschland leben in Berlin,

Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln

und München. In NRW liegen Düsseldorf und

Köln bezogen auf die Häufigkeit von HIV-

Infektionen und Aids-Erkrankungen weit vor

den anderen Städten und Regionen: Die sog.

Inzidenz (Häufigkeit von HIV pro 100.000 Einwohnern)

liegt in der Landeshauptstadt rund

2,5-fach höher als der Landesdurchschnitt. 952

(ca. 13%) der bis einschließlich 2012 gemeldeten

7.217 nordrhein-westfälischen Aids-Kranken

kommen aus Düsseldorf (zum Vergleich:

ca. 3,4% aller NRW-Einwohner leben in

Düsseldorf).

In Düsseldorf leben vermutlich etwa 2.500

Menschen mit HIV und Aids, eine genaue Zahlenangabe

existiert nicht. Im Jahr 2012 wurden

bei 60 Düsseldorfern HIV-Infektionen neu

festgestellt, hiervon waren 32 Männer, die Sex

mit Männern haben, 11 Neudiagnosen haben

einen heterosexuellen Hintergrund, 3 Diagnosen

wurden bei intravenös spritzenden Drogengebrauchern

festgestellt.

(Quellen: www.unaids.org; Epid. Bulletin Nr.24,

www.rki.de; www.aidshilfe.de, eigene Statistik

und Schätzungen)

14 :info #3 2013 :info #3 2013 15


Welt-Aids-Tag 2013

Die Rote Schleife

"Positiv verbunden sein"

Sie ist das prägnante Zeichen

des Welt-Aids-Tages.

Schön, alarmierend, offen und

schick. Die Rote Schleife, englisch:

red ribbon, auch als „Aids-

Schleife“ bekannt. Sie ist weltweit

das Symbol der Solidarität,

für Mitmenschlichkeit mit HIV-Infizierten und

Aids-Kranken. Die Farbe Rot hat dabei mehrere

Bedeutungen: Sie steht zum einen für die

Liebe und das Blut, zum anderen hat Rot eine

Signalwirkung als Warnung vor den Gefahren

von Aids und den damit verbundenen sozialen

Problemen, vor allem der Ausgrenzung und

Stigmatisierung. Die Rote Schleife wurde

Anfang der 80er Jahre von dem New Yorker

Frank Moore und der New Yorker Künstlergruppe

Gruppe Visual Aids als Reaktion auf

die ersten bekannt gewordenen Aids-Todesfälle

geschaffen.

Machen Sie mit: tragen Sie ein red ribbon als

Zeichen der Solida rität! Sie ist in der AIDS-

Hilfe Düsseldorf (Johannes-Weyer-Str. 1,

Düsseldorf-Bilk) erhältlich.

Text: Yvonne Hochtritt

Text: Yvonne Hochtritt · Logo: Kunst und Kollegen

Unter dem Motto „Positiv verbunden sein“

engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich

in Projekten der Düsseldorfer AIDS-Hilfe. Am

30.11., dem Welt-Aids-Tag wird das Engagement

im Stadtbild Düsseldorfs sichtbar. Viele

ehren- und hauptamtliche Mitarbeiter der

AIDS-Hilfe Düsseldorf sind in den Stadtteilen

unterwegs, verteilen rote Schleifen, sammeln

Spenden und verkaufen Solibären. Die Erlöse

fließen direkt in Aids-Projekte, die sich maßgeblich

durch Spenden finanzieren. Alle

Spenden sammler tragen gut sichtbar einen

Ausweis und haben darüber hinaus noch ein

offizielles Papier der AIDS-Hilfe bei sich, welches

sie legitimiert. Dieses Jahr sind auch

Promi nente und Politiker dabei, um die Aktion

zu unterstützen. Der zentrale Stand wird vor

der beliebten Shoppingmall Sevens auf der

Königsallee 56 aufgebaut. Von 11 bis 18 Uhr

warten dort viele kleine Teddies auf ein neues

Zuhause. Schauen Sie doch mal vorbei. Wir

danken dem Centermanagement des Sevens,

allen Sammlern und Spendern für ihre Unterstützung!

Rote Schleifen für Düsseldorf: Unterstützer gesucht

Dieser Aufruf geht an alle Menschen und

Unternehmen, die die Anliegen von

Menschen mit HIV und Aids unterstützen

möchten. Anlässlich des 26. Welt-Aids-Tag am

1. Dezember 2013 ruft die AIDS-Hilfe Düsseldorf

zu Aktionen für den guten Zweck auf.

Verteilen Sie Rote Schleifen und sammeln

Spenden bei Ihren Freunden, Kollegen und

Nachbarn. Oder machen Sie bei unserer zentralen

Aktion in der Düsseldorfer Innenstadt

mit. Machen Sie einen Infostand in Ihrer

Firma, Ihrer Apotheke oder Ihrer Schule.

Dekorieren Sie Ihr Ladenfenster. Verkaufen Sie

an Ihrem Empfang Benefiz-Teddies oder verschenken

Sie die kleinen Teddies als Nikolausgeschenk

oder Weihnachtspräsent an Ihre

Kunden. Schneiden Sie in Ihrem Haar-Salon

für den guten Zweck, verkaufen Sie Kuchen in

Ihrem Lokal oder spenden Sie vom Eintritt zu

Ihrer Party einen Teil für die AIDS-Hilfe.

Die Möglichkeiten, Solidarität gegenüber

Betroffenen zu zeigen, zu zeigen, dass Menschen

mit HIV und Aids nicht ausgegrenzt

werden, sondern Teil unserer Gesellschaft

sind, sind vielfältig. Seien Sie kreativ. Wir stellen

Ihnen gerne Plakate, Infomaterial, Schleifen,

Teddies, Spendendosen und mehr zur Verfügung.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung im

Kampf gegen Aids! Bitte wenden Sie sich bei

Interesse an Heike Gröper, 0211/77095-42

oder heike.groeper@duesseldorf.aidshilfe.de

Text: Yvonne Hochtritt · Foto: Peter von der Forst

Text: Yvonne Hochtritt · Fotos: Marcus Brammertz, Sven Albrecht

Bärenstark für die AIDS-Hilfe

Eine beliebte Heartbreaker-Spendenaktion ist

in jedem Jahr die Kampagne „Bärenstark für

die AIDS-Hilfe“ zum Welt-Aids-Tag. In einer

limitierten Auflage werden die Solidaritätsbärchen

für 6 Euro verkauft. Ein schönes kleines

Geschenk für klein und groß, zu Nikolaus,

Weihnachten oder

auch einfach nur so.

Jeder Bär ist ca. 13 cm

groß, kuschelweich

und bei 30° C waschbar.

Seit 2009 trägt

der Bär das Öko-CE Zeichen, womit bestätigt

wird, dass er aus umweltverträglichem Material

und selbstverständlich garantiert ohne

den Einsatz von Kinderarbeit hergestellt

wurde. Wichtig für Sammler: Auch der Solibär

2013 unterscheidet sich erneut von seinen

Vorgängern und präsentiert sich in flauschigem

hellbraunen Fell.

Für Neueinsteiger in der Teddysammelwelt

bietet Heartbreaker vier verschiedene „Bärenauslesen“

für je 15 Euro an. Drei Teddys in einer

schönen Umverpackung bilden ein tolles

Geschenk für jeden Anlass. Darüber hinaus

dienen sie auch noch einem guten Zweck.

Bestellungen bei Andrea Peters unter Telefon

0211/77095-40 oder per Email an heartbreaker@duesseldorf.aidshilfe.de.

Versand gegen

Rechnung und Versandkosten. Während der

Öffnungszeiten ist der Solibär auch am Empfang

der AIDS-Hilfe Düsseldorf erhältlich.

16 :info #3 2013

:info #3 2012 17


Programm Welt-Aids-Tag 2013

Programm zum Welt-Aids-Tag 2013

1. Dezember 2013: der 26. Welt-Aids-Tag wird

umrahmt von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm,

das von der AIDS-Hilfe

Düsseldorf und Kooperationspartnern

vorbereitet wurde.

Unter dem Motto „Positiv verbunden sein“

möchten die einzelnen Veranstaltungen unter

anderem für Sympathie und einen „normalen“

Umgang mit Menschen mit HIV und Aids werben

und auf die nach wie vor bestehenden

Risiken einer Infektion mit dem HI-Virus aufmerksam

machen.

Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse

der Aids-Forschung bedeuten für viele HIV-

Positive und an Aids-Erkrankte mehr Hoffnung

auf eine Verlängerung und Verbesserung

ihrer Lebensqualität. Trotzdem wird Aids auch

in Zukunft ein aktuelles Thema bleiben.

In Düsseldorf infizieren sich nach wie vor

Menschen mit dem HI-Virus.

Wir laden Sie herzlich ein, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen und dadurch unsere

Arbeit gegen Aids zu unterstützen.

28. November

Fläche vor der Agentur für

Arbeit. Grafenberger Allee 300,

Düsseldorf-Flingern

Headlounge Flingern

Hermannstraße 47

Düsseldorf-Flingern

9.30 - 13.00 Uhr – ›Positiv verbunden sein‹ –

AIDS-Hilfe vor Ort

Der Präventionsbus der AIDS-Hilfe Düsseldorf steht auf

der Grafenberger Allee und lädt die Bürgerinnen und

Bürger ein zu Gesprächen, Informationen und Spielen.

18.00 - 24.00 Uhr – ›Die Headlounge Flingern rollt

den roten Teppich aus‹ Im Rahmen der Aktion „Flingern

rollt den roten Teppich aus“ sammelt das Headlounge-

Team Spenden für die AIDS-Hilfe Düsseldorf. Unter anderem

mit Suppe und Glühwein für alle nächtlichen Shopper.

Mehr Infos auf www. headlounge.com und www.facebook.com/headlounge.duesseldorf

16. November

AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Johannes-Weyer-Str. 1

Düsseldorf-Bilk

Unkostenbeitrag: 3 Euro/Pers.

17.00 Uhr – ›Afrikanischer Abend‹

Im Loft-Café erwartet die Gäste ein Buffet mit afrikanischen

Spezialitäten. Einlass ab 16.00 Uhr.

Anmeldung bei Sabine Symonds, Tel. 0211/77 09 5-32,

sabine.symonds@duesseldorf.aidshilfe.de

29. November

9.00 - 13.00 Uhr – ›Mitmach Parcours‹ und

interaktives Theater Für die Schüler der 8. Klasse der Florarealschule.

In Zusammenarbeit mit der Theatergruppe

„Link“. In Kooperation mit der Florarealschule und dem

Sexualpädagogischen Arbeitskreis D'dorf (AIDS-Hilfe D'dorf,

AWO Jugendberatung, Pro Familia, Jugendrotkreutz Nordrhein)

22. November

AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Johannes-Weyer-Str. 1

Düsseldorf-Bilk

Eintritt frei

21. November

Kath. Hauptschule St. Benedikt

Charlottenstr. 110

Düsseldorf-Stadtmitte

19.00 - 21.00 Uhr – ›Der Trauer Ausdruck geben‹

Meditative Tänze der Trauer und des Trostes. Wir wollen

uns bewegen und bewegen lassen und im Trauerkreis

der Trauer Ausdruck geben. Zum Gedenken an Aids-

Verstorbene. Leitung Wolfgang Hofmann.

11.40 - 14.40 Uhr – ›Mitmach Parcours‹ zu Aids,

Liebe & Sexualität Durchgeführt von Schülern der 10. Klasse

für Schüler der 8. Klasse an der katholischen Hauptschule

St. Benedikt mit Unterstützung der AIDS-Hilfe Düsseldorf

e.V.In Kooperation mit der Schulsozialarbeit des

Caritas-Verbandes

Haus der Kirche

Bastionstr. 6

Düsseldorf-Altstadt

Eintritt 10 Euro

Abfahrt am Düsseldorfer

Hauptbahnhof

(Einstieg an Bahnsteig 8,

Haltestelle Linie 709

Richtung Neuss)

Eintritt 20 Euro / Pers.

inkl. Begrüßungscocktail

19.30 - 21.30 Uhr – ›Solidarität mit Afrika‹: Konzert mit

Joe Kiki Joe Kiki Sena wurde in Togo geboren und lebt seit

1996 in Deutschland. Der Eintrittspreis ist eine Spende für

ein Kulturzentrum in Togo.

20.00 – 23.00 Uhr – ›Benefiz-Straßenbahnfahrt‹

Bernd Plöger und das Akustik Duo Léger laden gemeinsam

mit der AIDS-Hilfe Düsseldorf zu einer vergnüglichen Fahrt

durch Düsseldorf ein. Alle Erlöse kommen Aids-Projekten

zu Gute.

Karten bei der AIDS-Hilfe Düsseldorf.

Bestellung telefonisch unter 0211/77 09 5-30,

marco.grober@duesseldorf.aidshilfe.de

18 :info #3 2013 :info #3 2013 19


Programm Welt-Aids-Tag 2013

Aktualisierte Aktionen und Termine unter www.duesseldorf.aidshilfe.de

30. November

8.00 – 18.00 Uhr – Spendensammel-Aktion in allen

Düsseldorfer Headlounge-Filialen Von jedem verkauften

Produkt werden 5 Euro an die AIDS-Hilfe Düsseldorf gespendet.

Filialen und mehr Infos auf www.headlounge.

com und www.facebook.com/headlounge.duesseldorf

1. Dezember

Neander-Kirche

Bolkerstr. 36

Düsseldorf-Altstadt

17.00 Uhr – ›Positiv verbunden sein‹ – Ausgrenzung

nicht mit uns! Ökumenischer Gottesdienst mit den

Soulville-Jazzsingers. Vorbereitet von der Gottesdienstgruppe

der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V

Königsallee

Düsseldorf-Stadtmitte

zakk

Fichtenstr. 40

Düsseldorf-Flingern

1. Dezember

Welt-Aids-Tag

La Rencontre de Dieu

Albertstraße 83 (Kellerraum)

Düsseldorf-Flingern

11.00 – 18.00 Uhr – Spendensammel-Aktion‹

zugunsten Menschen mit HIV und Aids in den Düsseldorfer

Stadtteilen und der Innenstadt

11.00 – 18.00 Uhr – ›Bärenstark‹ zugunsten Menschen

mit HIV und Aids Auf der Königsallee werben Düsseldorfer

Prominente und Politiker für Sympathie, Toleranz und

Solidarität gegenüber Männern, Frauen und Kinder mit

HIV und Aids, verteilen rote Schleifen und verkaufen

Solibären für den guten Zweck.

Mit freundlicher Unterstützung des Sevens und seiner

Geschäfte, Königsallee 56.

23.00 Uhr – ›Schamlos‹ – die Party schwule Mädchen und

lesbische Jungs

mit Solibärenverkauf für die AIDS-Hilfe Düsseldorf

12.00 - 14.00 Uhr – Gottesdienst mit der Gemeinde

›La Rencontre de Dieu‹ Positiv verbunden sein mit von HIV

und Aids betroffenen Menschen in Afrika und auf der ganzen

Welt. Der Gottesdienst findet auf Französisch und

Deutsch statt. Mitwirkende: Simon Nkossi, Pfarrer i.R.

Gerhard Gericke und die AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

2. Dezember

AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Johannes-Weyer-Str. 1

Düsseldorf-Bilk

Eintritt frei

5. Dezember

AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Johannes-Weyer-Str. 1

Düsseldorf-Bilk

9. Dezember

K21, Kunstsammlung NRW

Ständehausstr. 1

Düsseldorf-Friedrichstadt

14. Dezember

Café-Bar Piranha

Bilker Allee 110

Düsseldorf-Bilk

18.00–22.00 Uhr – ›Wie Jakob die Zeit verlor‹

Lesung mit Jan Stressenreuther

Das Buch verknüpft die Bandbreite von „altem“

und „neuem“ Aids mit den verschiedensten

Themen schwuler Männer.

18.00–22.00 Uhr – ›Nikolausparty‹

Für Klienten, Spender, Mitglieder, Kooperationspartner

und Ehrenamtliche der AIDS-Hilfe Düsseldorf.

19.00–21.00 Uhr – Benefiz-Kunstauktion ›HEARTWORK‹

Unter Schirmherrschaft von Dr. Dorothee Achenbach werden

50 Arbeiten zeitgenössischer Künstler durch das Auktionshaus

Christie’s zugunsten HEARTBREAKER, Förderkreis

der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V. versteigert.

Ständehausstr. 1, Düsseldorf. Einlass nur mit Einladung.

Mehr Infos unter www.heartbreaker-duesseldorf.de

21.00 Uhr – Benefiz-Weihnachts-Karaoke singen

Ein lustiger Abend für alle Karaoke-Freunde und die, die es

werden wollen. Zu Gunsten der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Phoenix Sauna Düsseldorf

Platanenstr. 11a

Düsseldorf-Flingern

16.00 Uhr – Benefiz-Poolparty für Männer

Tombola zugunsten der AIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Mit Angelica Glitzer und Just Mike.

20 :info #3 2013 :info #3 2013 21


Aktuell

Aktuell

Kinder in Familien mit HIV -

Neue Internetseite für Gehörlose

Neues Angebot für Familien und Alleinerziehende

Oft zeigt sich die schwierige Alltagssituation

von Familien vor allem darin, dass keine ausreichende

Entlastung zur Verfügung steht. Es

fehlt die Möglichkeit einmal "Luft zu schöpfen"

und dabei die Kinder gut aufgehoben zu

wissen.

Die Folgen der HIV-Infektion können die Situation

noch weiter erschweren.

HIV ist oftmals ein Familiengeheimnis, mit

dem Familien sehr unterschiedlich umgehen.

Gemeinsam ist allen die (leider oftmals

berechtigte) Sorge, dass ihre Kinder beim

Bekanntwerden der elterlichen Infektion

Nachteile erleiden. Deshalb bleibt das

Geheimnis oft in der Familie, und wenn überhaupt,

sind nur wenige Menschen außerhalb

informiert.

Eltern, indem sie mit dem Kind etwas unternehmen.

Sie können auf Kinder aufpassen,

während die Eltern beim Arzt sind, bei den

Hausaufgaben helfen oder eine von den Eltern

gewünschte Aufgabe übernehmen

Es geht allein um eine vorbeugende Stärkung

und vorübergehende Begleitung. Ein Pate soll

nicht "ein Leben lang" mit der Bezugsfamilie

verbunden sein, sondern so lange, wie der

Einsatz sinnvoll ist.

Die Ehrenamtlichen werden von der AIDS-

Hilfe Düsseldorf sorgfältig ausgewählt und

auf die Aufgabe vorbereitet.

Bitte melden Sie sich bei Interesse bei Kerstin

Kollenberg, Telefon 0211 / 770 95-21 und

kerstin.kollenberg@duesseldorf.aidshilfe.de

Text: Kerstin Kollenberg

Text: Deutsche AIDS-Hilfe e.V.

Pünktlich zum 30-jähringe Jubiläum der Deutschen

AIDS-Hilfe e.V. präsentiert der Bundesverband

einen Internetauftritts für taube und

schwer hörende schwule Männer.

Die Internetseite wurde in Zusammenarbeit

mit dem Expertenteam von gehörlosen und

schwer hörenden schwulen Männern der

Deutschen AIDS-Hilfe erstellt.

Sie ist zu erreichen über die Internetseite der

Deutschen AIDS-Hilfe www.aidshilfe.de über

die Spracheinstellung in der Mitte oben (DGS)

oder direkt über

http://www.gehoerlosen-aids-info.de/

Die Internetseite gibt Informationen in DGS

rund um das Thema HIV und AIDS.

Es wird erklärt was der Unterschied von HIV

und Aids ist, wo Ansteckungsgefahr besteht

und wo nicht und Safer Sex wird erklärt. Der

richtige Gebrauch von Kondomen wird

gezeigt.

Was ist zu tun bei einem Safer-Sex-Notfall?

Fragen rund um den HIV-Test werden beantwortet.

Zu jedem Video kann auch der Text unter dem

Bild eingeschaltet werden.

Dieses neue Angebot richtet sich HIV-positive

Familien und Alleinerziehende ab der Schwangerschaft.

Ehrenamtliche Paten entlasten die

Wir bedanken uns für die Unterstützung des

Projektes bei der Bürgerstiftung Düsseldorf.

Helfen Sie uns helfen!

Überweisen Sie Ihre Spende auf unser Konto

0 002 509 008

Deutsche Apotheker- und Ärztebank Düsseldorf BLZ 300 606 01.

Oder Sie werden Mitglied und unterstützen uns mit Ihrem jährlichen

Beitrag von 60 Euro. Mehr Infos unter Telefon 02 11/7 70 95-0.

Online spenden unter www.duesseldorf.aidshilfe.de

Abb.: Phoenix Sauna Düsseldorf

BENEFIZ

WHIRLPOOLPARTY

ZUM WELT AIDS TAG 2013 IN DER PHOENIX DÜSSELDORF

SONNTAG, 1. DEZEMBER AB 16 UHR

KOSTENFREIES BUFFET

STÜNDLICHE AUFGÜSSE

KOSTENFREIER PROSECCO

METERHOHER SCHAUM IM POOL

TOMBOLA & GESANG MIT ANGELIKA GLITZER & JUST MIKE

DIE SAUNA

mit freundlicher Unterstützung durch

Düsseldorf | Platanenstr. 11a

www.phoenixsaunen.de

22 :info #3 2013 :info #3 2013 23


Termine/Aktuelles

Angebot für Männer mit Migrationshintergrund

Ehrenamtliche Herzensbrecher gesucht

Einladung zur Nikolausparty

„Mashallah – You´re Welcome“

heißt das Projekt

für Männer, die Sex mit Männer haben (MSM)

und einen Migrationshintergrund. Oft hat die

Zielgruppe keine Ansprechpartner in Bezug

auf HIV/Aids, zum Coming Out, zu gesundheitlichen

Problemen, STI‘s usw.

Darum bietet die AIDS-Hilfe Düsseldorf am ersten

und dritten Donnerstag im Monat eine Beratung

an, sowohl telefonisch als auch persönlich.

In Kooperation mit den AIDS-Hilfen in Essen,

Bochum und Dortmund beraten wir in folgenden

Sprachen an: Englisch, Serbisch, Kroatisch,

Portugiesisch, Ungarisch und Türkisch.

Ansprechpartner in Düsseldorf ist Robert

Sulomar, Telefon 0211/77095-31;

robert.sulomar@duesseldorf.aidshilfe.de

Ganz herzlich laden wir zur Nikolausparty ein!

Die Party, für Klienten, Mitglieder, Ehrenamtliche

und Kooperationspartner der AIDS-Hilfe

Düsseldorf, findet am Donnerstag, den 5.

Dezember 2013 von 18.00 bis 22.00 Uhr im

festlich geschmückten Loft-Café auf der

Johannes-Weyer-Straße statt.

Wir freuen uns über Spenden für das Buffet.

Ansprechpartnerin ist Kerstin Kollenberg,

Telefon 0211/77095-21, Email

kerstin.kollenberg@duesseldorf.aidshilfe.de

Text: Robert Sulomar

Abb.: Sven Albrecht

Text: Yvonne Hochtritt,

Heartbreaker, der Förderkreis der AIDS-Hilfe

Düsseldorf e.V. lässt sich viel einfallen, um für

Menschen mit HIV und Aids Spenden zu sammeln

und Öffentlichkeitsarbeit für die AIDS-

Hilfe Düsseldorf zu betreiben. Dazu werden

viele Heartbreaker benötigt. Denn ohne sie

geht es nicht! Gesucht werden Menschen ab

18 Jahren, die Zeit und Lust haben, sich für die

gute Sache engagieren. Sei es bei Veranstaltungen,

wie dem Festival of Friendship, der

Benefiz-Kunstauktion Heartwork oder am

Welt-Aids-Tag. Die Tätigkeiten reichen vom

Aufbau/Abbau einer Ausstellung, über das

Verkaufen von Losen, Sammeln von Spenden

bis hin zur Garderobe im Museum oder dem

Kellner beim Golfturnier. Alle „Einsätze“ werden

natürlich geplant und besprochen. Wichtig

ist, dass Heartbreaker gerne mit Menschen

zu tun haben und Spaß an unterschiedlichen

Tätigkeiten haben.

Wir wünschen uns Leute, die zuverlässig sind

und bei öffentlichen Aktionen sympathische

und seriöse Botschafter der guten Sache sind.

Interesse?

Yvonne Hochtritt, Telefon 0211/77 09 5-41,

yvonne.hochtritt@duesseldorf.aidshilfe.de

Vorgestellt

Das Team Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit

der AIDS-Hilfe Düsseldorf hat neue Verstärkung

bekommen. Sven Albrecht ist die

Elternzeitvertretung von Julia Sanchez-

Jochum und ist schwerpunktmäßig für grafische

Arbeiten der AIDS-Hilfe Düsseldorf

zuständig. Seit sechs Jahren arbeitet er ehrenamtlich

bei unterschiedlichen Projekten von

Heartbreaker mit.

Foto: Heike Gröper

Abb. Kunst und Kollegen

HeartWork

Die KunstauKtion

zugunsten von Menschen

Mit hiv unD aiDs

K21 9 / 12 / 2013

www.heartbreaker-duesseldorf.de

24 :info #3 2013 :info #3 2013 25


Angebote, Gruppen und Selbsthilfeangebote

Kontakt

Gruppen

SaM

14-tägig Montag von 20.00 bis 22.30 Uhr

Gesprächsrunde für SM-Interessierte

Kontakt: Michael, Telefon 0 21 61/46 02 19

Trans*-Gruppe (offener Treff für transsexuelle

Menschen & Freunde)

Jeden 2. Mittwoch im Monat, 19.00 Uhr

Kontakt: Sabine Symonds,

Telefon 02 11/7 70 95-32

und Tom, Telefon 0157/883 642 57

Sonntagscafé

Jeden 3. Sonntag im Monat, 15.00 - 17.30

Wilhelm-Marx Haus, Kasernenstr. 6

Begegnung und Gespräche in gemütlicher

Runde mit Kaffee und Kuchen.

Kontakt: Sabine Symonds,

Telefon 02 11/7 70 95-32

PerspektHIVen-Gruppe

Erfahrungsaustausch für schwule

Männer mit frischer HIV-Diagnose

Beginn der Gruppe: 11.12.2013, 19:00 Uhr

Kontakt: Jürgen Dörr,

Telefon 02 11/7 70 95-20

juergen.doerr@duesseldorf.aidshilfe.de

Offene Treffs

Frühstück für HIV-positive Menschen

Jeden Dienstag von 10.00 bis 12.00 Uhr

Loft-Café der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Unkostenbeitrag: 1,50 Euro

Frühstück für Menschen

mit Drogenerfahrung

Jeden Donnerstag von 11.00 bis 13.00 Uhr

Kostenloses und leckeres Frühstück

Loft-Café der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Und sonst …

SchLAu

Jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat,

19.00 bis 21.30 Uhr. Ehrenamtlergruppe

für Schwul Lesbisch Bi Trans Aufklärung.

Anmeldung unter Telefon 02 11/7 70 95-0

oder schlau@duesseldorf.aidshilfe.de

SportHIV (nicht in den Schulferien!)

Jeden Montag von 20.00 bis 22.00 Uhr.

Stressfreier Sport für Männer mit HIV

und Aids. Turnschuhe nicht vergessen!

Turnhalle Luisenstraße 73

Einmalige Anmeldegebühr

Gayrobic (nicht in den Schulferien!)

Aerobic-Gruppe für schwule Männer.

Kontakt: Dietmar, Telefon 02 11/49 210 68

und www.gayrobic-duesseldorf.de

Sporthalle Hauptschule

Charlottenstr. 110/Eingang Klosterstr.

Kreativ-Gruppe »Basteln und

Handarbeit für Jedermann«

Montags von 17.00 bis 19.00 Uhr

in der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Leitung: Jürgen Glasmacher

Kontakt: saxogeorg@aol.com

Telefon: 0176/78 22 94 77

Kontakt

Johannes-Weyer-Straße 1

40225 Düsseldorf

Öffnungszeiten

Montag bis Donnerstag: 9.00 bis 18.00 Uhr

Freitag: 9.00 bis 16.00 Uhr

AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Telefon 02 11/7 70 95-0

Fax 02 11/7 70 95-27

info@duesseldorf.aidshilfe.de

www.duesseldorf.aidshilfe.de

Beratung

Telefon 02 11/1 94 11

Montag bis Donnerstag: 10.00 bis 13.00 und

14.00 bis 17.00 Uhr

Freitag: 10.00 bis 13.00 Uhr

Online www.duesseldorf.aidshilfe.de

Care24 PflegeService gGmbH

Telefon 02 11/90 09 72-0

Fax 02 11/90 09 72-99

info@care24-pflegeservice.de

www.care24-pflegeservice.de

Wohnungslosenprojekt

Dagmar Franke, Telefon 0176/18 00 97 22

Katrin Leber, Telefon 0176/18 00 97 23

HEARTBREAKER,

Förderkreis der AIDS-Hilfe Düsseldorf e. V.

Telefon 02 11/7 70 95-40

Fax 02 11/7 70 95-45

heartbreaker@duesseldorf.aidshilfe.de

www.heartbreaker-duesseldorf.de

PULS – schwul-lesbische Jugendarbeit

Düsseldorf e. V. (SLJD)

Corneliusstr. 28, 40215 Düsseldorf,

Telefon 02 11/210 94 852

info@sljd.de

www.puls-duesseldorf.de

Schwules Überfall Telefon

Telefon 02 11/1 92 28

Montag: 18.00 bis 20.00 Uhr,

Donnerstag: 14.00 bis 16.00 Uhr

Beratungs- und Untersuchungsstelle für

sexuell übertragbare Infektionen (STI),

HIV-Prävention, -Beratung und Test,

Hilfen für Betroffene des Gesundheitsamtes

Düsseldorf

Kölner Straße 180, 40227 Düsseldorf,

Telefon 02 11/8 99 26 63

sti@duesseldorf.de

HIV-Test anonym und kostenlos

26 :info #3 2013 2012

:info #3 2013 27


Das Benefizevent zugunsten von HeartBreaker, dem Förderkreis der aIDS-Hilfe Düsseldorf e.V.

Für das Leben. Für Toleranz. Für Akzeptanz und Sympathie. Unter Schirmherrschaft von Prof.

Dr. Rita Süssmuth und des Oberbürgermeisters der Stadt Düsseldorf Dirk Elbers. Mit Aktion,

Information und vielen Künstlern aus Pop, Rock und Chanson.

Weitere Informationen: www.heartbreaker-duesseldorf.de

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