Download Ausgabe 4/ 5 2012 - Filmverband Sachsen eV

filmverbandsachsen

Download Ausgabe 4/ 5 2012 - Filmverband Sachsen eV

Auslöser

INFORMATIONSBLATT DES FILMVERBANDES SACHSEN e.V.

4/5

2012

FILMPOLITIK | FILMFÖRDERUNG | FILMPRODUKTION | FILMLITERATUR | FILMTHEATER | FILMGESCHICHTE

Alina Cyranek„fractured“

Künstler und Filmemacher gleichzeitig sein S. 6/7

DOK Leipzig und Filmfest „Schlingel“ S.16/17


editorial

2

Liebe Mitglieder und

Freunde des Filmverbandes

Sachsen, liebe Leser,

das wichtigste zuerst: Nach

anfänglichen Unwegsamkeiten

und hochgekochten Emotionen,

sind Vorstand und Geschäftsführung

des Filmverbands

gern der Bitte der Mitgliederversammlung

nachgekommen

und haben einen Einigungsversuch

unternommen. Dabei haben sich beide

Seiten aufeinander zu bewegt und sind zu einer einvernehmlichen

Lösung gekommen, die beiden Seiten gerecht

wird und den Weg zu einer gütlichen Trennung

ebnet. Damit wurde der Grundstein für einen erfolgreichen

Umbau des Verbands gelegt, den der kommende

Vorstand im neuen Jahr weiter vorantreiben soll. Dem

voraus geht natürlich die Neuwahl bei der Mitgliedervollversammlung

im Dezember, zu der ich Sie alle aufrufen

möchte, nicht nur zahlreich zu erscheinen, sondern

auch geeignete Kandidaten vorzuschlagen oder sich

selbst zur Wahl zu stellen.

Ebenfalls erbeten wird Ihre Mitarbeit, wenn es um die

inhaltliche Ausrichtung und die Aktualisierung unserer

Satzung geht. Auch gibt es nach wie vor Bedarf an Artikeln,

Beiträgen und Ideen für den „Auslöser“.

Sie sehen, es gibt viel zu tun. Packen wir es an!

Da die Arbeit des Verbandes in der Zwischenzeit natürlich

nicht geruht hat, gibt es bereits neue Erfolge zu vermelden.

So freuen wir uns, dass das Download-Portal

onlinefilm.org einen Ableger speziell für den sächsischen

Film geschaffen hat: Unter filmland-sachsen.onlinefilm.

org können einheimische Produzenten ihre Werke anbieten

und so das kommerzielle Angebot im Netz mit

ihren Filmen bereichern. Ebenfalls große Freude herrscht

über das von der AG Dok angestrengte Verbot der VFF-

Klausel, die Fernsehproduzenten erheblich benachteiligt

hat. Welche Auswirkungen sich daraus in der Praxis ergeben,

bleibt freilich offen.

Außerdem im Heft: Rückblicke auf die Filmkunstmesse

und den Filmsommer; eine Vorschau auf das 55. Dokfestival

Leipzig, den „Schlingel“ und die Premiere von

„Come together“, der ersten abendfüllenden Doku von

Hechtfilm; ein Kommentar zur neuen Vergabepraxis

beim „Tatort“; das neue Verbindungsbüro des Freistaates

Sachsen in Prag wird vorgestellt; die AG Kurzfilm

bringt im Dezember den ersten Kurzfilmtag auf den Weg

und mit Alina Cyranek stellt sich ein neues Mitglied vor.

Bleibt mir nur, Ihnen viel Spaß und interessante Einsichten

bei der Lektüre zu wünschen.

Till Grahl, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender

Inhalt

Aktuelle Informationen 4

Künstler und Filmemacher

gleichzeitig sein

Neues Mitglied Alina Cyranek 6

„Come together“

Dokumentarfilmpremiere von hechtfilm 8

„Produzenten unangemessen

benachteiligt“ Landgericht Leipzig

verbietet VFF-Klausel in Senderverträgen 10

„Schaufenster“ Sachsens in Prag

Freistaat eröffnet Verbindungsbüro

in der Tschechischen Republik 11

Ein Kommentar 12

21.12.2012 – Der Kurzfilmtag

AG Kurzfilm ruft zum Mitmachen auf 13

„Ein Fest für das Kino“

Rückblick 12. Filmkunstmesse Leipzig 14

Neue Serien braucht das Land

Angebote des Erich Pommer Instituts 15

Fokus Sachsen

zum 55. Leipziger Dokfestival – Programm 16

„Schlingel“

17. Internationales Filmfestival in Chemnitz 17

Halle unter der Sonne Mexikos

Werkleitz-Festival 2012 18

Ansichtssache No. 4

Nachwuchsfilmprojekt von Ostpol Leipzig 19

Gesichter der DEFA

DEFA-Ausstellung zu 10 Jahren Museumskino 20

Geschäftsmodell für eine

digitale Zukunft forward2business2012 21

Zum Tod von Kurt Maetzig 22

Nachruf für Günter Eiselt 23

„Ich brauche eine Figur

zum Anfassen“ DVD-Edition zu Kurt Weiler 24

Von Filmen und Raumkonstruktionen

Neues aus dem Schüren Verlag 25

Socken mit Rhombenmuster

Filme aus dem Hygiene-Museum Dresden 26

Spot Kurzmeldungen 28


Impressionen vom Filmsommer Sachsen V 7.6.2012

Staatsminister Beermann im Gespräch mit sächsischen Produzenten

Dr. Mercedes Bunz und Michael Geffken,

Direktor der School of media Leipzig

MDM-Geschäftsführer Manfred Schmidt

Ralph Lindner, Direktor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Cay Wesnigk präsentiert onlinefilm.org


Aktuelle Informationen des Filmverbandes Sachsen

FILMVERBAND

10 4

Filmsommer Sachsen V

Wie schon in den letzten drei Jahren, öffnete der diesjährige

Filmsommer am 7.6. im Leipziger Mediencampus

seine Pforten. Und auch schon traditionell, traf sich

hier ein erheblicher Teil der sächsischen Filmszene,

Medienpolitik und der im Freistaat und weit darüber

hinaus aktiven Förderinstitutionen zum regen Austausch.

Sei es bei der Diskussionsrunde zur sächsischen Medienpolitik,

bei der die Verbandsvorsitzende Katrin Thomas,

die Spielfilmchefin des MDR, Jana Brandt, Staatskanzleichef

Johannes Beermann und MDM-Geschäftsführer

Manfred Schmidt eine lebhafte und offene Diskussion

führten oder im Panel „Bundesförderung“,

das mit Christine Berg von der FFA, Gabriele Brunnenmeyer

vom Kuratorium junger deutscher Film und Urs

Odermatt als Schweizer Regisseur besetzt war, stets

wurde mit klaren Worten über die Herausforderungen,

Schwierigkeiten und Möglichkeiten für sächsische und

mitteldeutsche Filmschaffende diskutiert.

Mit dem Kooperationspartner, der Kulturstiftung des

Freistaates Sachsen, konnte der Filmverband zum fünften

und ganz sicher nicht letzten Mal mit dem Filmsommer

ein Format anbieten, das für die ca. 150 Fachbesucher

einen echten Mehrwert bedeutete.

Mit der Ankündigung einer Initiative zur Drehbuchförderung

oder der Bekräftigung des Willens, einen sächsischen

Filmpreis zu etablieren, wurden im Rahmen

des Filmsommers wegweisende Projekte der Zukunft

der sächsischen Medienlandschaft angesprochen.

Auch Cay Wesnigks (AG DOK) Präsentation der onlinefilm.org

Website stieß auf großes Interesse.

Wie im Fußball heißt es auch bei uns: „nach dem Filmsommer

ist vor dem Filmsommer.“ Entsprechend laufen

bereits jetzt die Vorbereitungen auf das kommende

Jahr, in welchem internationale Förderungen, Partnerschaften

und Koproduktionen einen wichtigen Bestandteil

darstellen werden.

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und der

Filmverband Sachsen bedanken sich bei allen Partnern,

Sponsoren, Panelteilnehmern und natürlich beim zahlreich

erschienen Publikum für den gelungen Filmsommer

Sachsen V. Infos: www.filmverband-sachsen.de

Fokus Sachsen zum Dokfestival Leipzig

Als gemeinsames Programm des Internationalen Leipziger

Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm und

des Filmverbandes Sachsen e.V. ist der Fokus Sachsen

das Schaufenster regionaler Dokumentar- und Animationsfilmkunst.

Sachsen wird seit einigen Jahren bundesweit

zunehmend als prosperierender Medienstandort

wahrgenommen. In diesem Programm kann sich das

Publikum von der hohen Qualität hiesiger Filme überzeugen.

Mit einer Dokumentation über die Chemnitzer Band AG

Geige, welche Ende der achziger bis in die frühen neunziger

Jahre mit teilweise bizarren Auftritten das kulturpolitische

Dogma der SED-Diktatur unterlief, wird in

diesem Jahr einmal mehr ein Einblick in die Lebensrealität

der Vor- und Wendezeit in Ostdeutschland gegeben.

Daneben laufen mit „TelH78“ und „Kleider machen

Freunde“ künstlerisch höchst interessante Kurzfilme,

die zeigen, dass sich in Mitteldeutschland eine

neue Generation von Filmschaffenden etablieren

konnte, die mit Fantasie und Kreativität glänzt.

(Programm siehe S. 16) www.dok-leipzig.de

Neues Mitglied

Wir freuen uns, mit der LOOKS Film- und TV Produktionen

GmbH aus Leipzig ein neues Mitglied begrüßen zu

können. Herzlich Willkommen!

FILMLAND-SACHSEN.onlinefilm.org

Zum Filmsommer Sachsen hielt Cay Wesnigk noch

einen Vortrag über die Vorzüge der Internetpräsenz

onlinefilm.org. Ab Dezember 2012 wird es eine eigene

sächsische Website dazu geben! Die Internetpräsenz

www.filmland-sachsen.onlinefilm.org wird eigens für

Filme aus Sachsen entstehen. Hier haben alle Mitglieder,

aber auch alle anderen Filmschaffenden mit

Hauptsitz in Sachsen die Möglichkeit, ihre Filme unter

dem Dach der onlinefilm.org selbst zu verkaufen. Für

Mitglieder des Filmverbandes soll es dazu noch einen

finanziellen Bonus geben!

Wer also Interesse daran hat, seine Filme online zu verkaufen,

wendet sich bitte an die Geschäftsstelle des

Filmverbandes Sachsen. Weitere Informationen in der

kommenden Ausgabe des „Auslöser“.

Filmverband Sachsen Mitglied

der IG Kraftwerk Mitte

Der Filmverband Sachsen e.V. ist ab sofort Mitglied der

IG Kraftwerk Mitte. Gemeinsam mit 71 weiteren Partnern

der reichhaltigen Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft

unterstützt der Verband das Konzept eines

Kultur- und Kreativzentrums im Herzen Dresdens. Ein

solches in vielen deutschen Städten bereits erfolgreich

durchgeführtes Konzept stärkt die Netzwerke und

bringt positive Synergieeffekte mit sich. Wir hoffen,

dass alle Beteiligten bei der Schaffung eines solchen

Zentrums einen Weg finden, damit Dresden eine Zukunft

als Medienstandort hat.

www.ig-kraftwerk-mitte.de


Coming soon...

filmland-sachsen.onlinefilm.org

Nominierung zum Europäischen Filmpreis

für „Alois Nebel“

Die tschechisch/deutsch/slowakische Koproduktion

„Alois Nebel“ (Regie: Tomáš Lunák) ist einer der drei

Nominierten für den diesjährigen Europäischen Filmpreis

in der Kategorie Animationsfilm. Neben dem Film

über den einsamen Bahnvorsteher Alois, bei dem Balance

Film für große Teile der Animation verantwortlicht

zeichnet, gehen der spanische Film „Arrugas“

(Regie: Ignacio Ferreras) und „The Pirates! In an Adventure

With Scientists“ (Großbritannien/USA, Regie:

Peter Lord) ins Rennen. Aus den nominierten Filmen

wählen die 2.700 Mitglieder der European Film Academy

nun den Gewinner, der beim 25. Europäischen

Filmpreis am 1. Dezember auf Malta bekannt gegeben

wird. Wir gratulieren! www.europeanfilmawards.eu

14. dresdner schmalfilmtage

sehen doppelt

Unter dem Festivaltitel „You Only See Twice“ widmen

sich die 14. dresdner schmalfilmtage 2013 der besonderen

experimentellen Erzählweise paralleler Bildwelten

bei Doppel-, Mehrfach- und Bild-in-Bild-Projektionen

in dem Spannungsfeld von nebeneinandergestellten

und kombinierten analogen und digitalen audiovisuellen

Medien und Performances. Bilder kommentieren

Bilder, deuten sie um, erweitern den Kontext, löschen

sich gegenseitig aus, mal als engmaschige Collage, mal

als unvereinbare und doch zusammenhängende Parallelwelten.

Dabei sind u.a. der japanische Filmemacher und Kurator

Tomonari Nishikawa, der Berliner Daniel Kötter, mit besonderem

Interesse für Mehrkanal-Video-Installationen

und alternative Konzert-Formate sowie Jim Lacy, der zu

den bedeutendsten Animationskünstlern in Deutschland

zählt. Erstmals wird eine Werkschau mit aktuellen,

aber auch frühen Super8-Animationsfilmen zu sehen

sein. Zwei Sonderprogramme. kuratiert von Nadine

Bors (NL, Kuratorin) und André Eckardt (Dresden, DIAF),

erforschen das Thema bis ins Extreme mit zentralen

Werken aus der Geschichte der internationalen Experimentalfilm-

und Videokunst und aktuellen Arbeiten.

Neben herausragend Gewohntem werden 2013 neue

Programmpunkte aufgenommen, u.a. der Beginn der

Workshopreihe „Wundertrommel“ für Kinder und Jugendliche.

www.schmalfilmtage.de

Gegenbesuch aus China

Im Herbst 2009 reisten Vertreter des Filmverbandes

Sachsen e.V., des Filmfestes Dresden, des Internationalen

Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm,

des Deutschen Instituts für Animationsfilm

Dresden, des Filmfestivals „Schlingel“ und von Hylas-

Trickfilm Dresden im Rahmen der Bundesinitiative

„Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“

nach China in die chinesische Partnerprovinz Hubei, in

die Stadt Wuhan, um bei Kindern und Jugendlichen Interesse

für die deutsche und sächsische Kultur und insbesondere

für den Film zu wecken.

Während mehrerer von der sächsischen Filmdelegation

veranstalteter kultureller Projekttage mit chinesischen

Kindern entstanden u.a. fantastische Kinderzeichnungen

nach dem Puppentrickfilm „Der Froschkönig“ von

Hylas-Trickfilm Dresden.

Anknüpfend an die guten Kontakte ergab sich nun ein

Gegenbesuch. Kinder des Kindergartens „Sonnenschein“,

Familienmitglieder und Erzieherinnen machten

im August während einer Deutschlandreise auf ausdrücklichen

Wunsch auch eine Exkursion nach Dresden

und besuchten das „Christliche Kinderhaus“ in Kleinzschachwitz.

Die chinesischen Kinder und ihre Eltern

kamen nach Dresden mit einem chinesischen Kulturprogramm

und erfreuten die deutschen Kinder mit Tanz,

Gesang, Karate und sogar mit Peking-Oper.

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Aktuelle Kurzspielfilme auf DVD

FILMVERBAND

10 5


Künstler und Filmemacher gleichzeitig sein

Alina Cyranek, freie Autorin und Filmemacherin aus Leipzig

von CHRISTIAN ZIMMERMANN

NEUES MITGLIED

Polen, Bodensee, Australien/Neuseeland,

Dresden,

Köln, Lodz, Weimar,

Shanghai, Berlin, Telegraph

in Leipzig. Das ist,

ganz grob, der Weg, den

Alina Cyranek (33) bisher

beschritten hat,

damit es zu diesem Interview

kommt.

Alina, dein bisheriger Lebensweg hält eine erstaunliche

Zahl an verschiedenen Wohn- und

Ausbildungsorten bereit. Wann geht es weiter?

Erst einmal war es das. Ich bin nach meiner Arbeit für

„zeit online“ in Berlin nach Leipzig gekommen, um

hier zu arbeiten und zu leben und vorerst möchte ich

daran auch nichts ändern. Mir gefällt Leipzig sehr gut,

die Stadt ist günstig gelegen und die Netzwerke stehen

auch neuen Leuten offen. Nachdem ich in Weimar und

Dresden gelebt und studiert hatte, kamen diese Städte

für mich nicht mehr in Frage, aber ich wollte in der

Region bleiben und Leipzig war da genau richtig. Und

so bin ich seit Oktober 2011 hier freischaffende Autorin

und Filmemacherin.

Im Fokus Sachsen der diesjährigen DOK Leipzig

läuft unter anderem Dein Film „TelH78“ – eine

Hommage an die alten Telefonzellen. Das ist

ein eher künstlerischer oder essayistischer Dokumentarfilm.

Als was siehst Du Dich selbst?

Einmal sagte ein Galerist zu mir: „Du musst dich entscheiden,

ob du Künstlerin oder Filmemacherin sein

möchtest.“ Das halte ich für Quatsch. Natürlich kann

man Künstler und Filmemacher gleichzeitig sein! Der

kreative Antrieb bleibt doch dabei der gleiche. Mein

Film „fractured“ ist da ein gutes Beispiel, denn er läuft

sowohl auf Kunstausstellungen als auch auf Filmfestivals.

Und es gibt genügend andere Grenzgänger, die

sich zwischen Filmkunst und Kunstfilm bewegen. Das

Wechselspiel zwischen Kunstästhetik und Filmästhetik

finde ich besonders aufregend, weil es unterschiedliche

Arbeitsweisen beinhaltet.

10 6

Szenenfoto aus „fractured“


NEUES MITGLIED

Szenenfoto aus „Lucky Punch“

„TelH78“ ist im Rahmen der PMMC gemeinsam mit

Eike Goreczka entstanden. Primär geht es einfach um

die gelben Telefonzellen, um den Quadratmeter Privatsphäre

im öffentlichen Raum, der nach und nach verschwindet.

Aber jeder hat darin seine ganz persönlichen

und intimen Erfahrungen gemacht und diese

möchte ich wecken.

Das ist die Kunst der Dokumentarfilmer, trotz eines

sachlich festgelegten Themas weitere und tiefere Dimensionen

zu erschließen.

Du hast letztes Jahr beim Festival „Kurzsuechtig“

den Film „Lucky Punch“, einen Film über

einen Mädchen-Boxclub in Weimar, gezeigt.

Das war mein Abschlussfilm an der Bauhaus-Universität,

und er ist nicht so geworden wie geplant. Das Problem

war, dass die Dramaturgie völlig über den Haufen

geworfen wurde. Ein Boxturnier, bei dem die Mädchen

kämpfen sollten – der Höhepunkt des Films – wurde

kurzfristig abgesagt. Im Nachhinein erfuhr ich, dass die

anderen Boxclubs sofort absagen, wenn sie hören,

dass die Weimarer Mädchen dabei sind. Sie sind einfach

so gut und stark, dass der Rest Angst hat, gegen

sie anzutreten.

Insgesamt war der Film aber eine doch ganz gute Fingerübung

gewesen. Vor allem sind die Mädchen toll

und ein Sinnbild für eine Jugend, die in die Kategorie

„Problemjugendliche“ fällt, sich aber trotzdem nicht

hängen lässt. Der Boxsport und der Verein spielen hier

eine große Rolle. Sie vermitteln den Jugendlichen

Werte, die sie von zuhause oftmals nicht mit auf den

Weg bekommen.

Für mich als Spätaussiedlerin hatte das Ganze auch

noch einen anderen Hintergrund. Einige der Mädchen

sind ebenfalls Spätaussiedlerinnen und standen vor

denselben Herausforderungen wie ich damals. Kulturunterschiede,

Sprachprobleme, neue Freunde finden

müssen. Manchmal kann das ganz schön am Selbstbewusstsein

knabbern. Wir konnten uns darüber austauschen

und somit gegenseitiges Vertrauen aufbauen.

Das hat es für mich, aber auch für die Mädchen, sehr

spannend gemacht.

Wovon lebst Du derzeit und woran arbeitest

Du gerade?

Ich habe bei einer Ausschreibung in Leipzig über die

Stadt und ihre Menschen den Zuschlag bekommen.

Diese Porträts sind für mich ein guter Weg, die Stadt

besser kennen zu lernen. Und natürlich ist es auch finanziell

erfreulich, einen solchen Auftrag durchführen

zu können.

Hinzu kommt die Stoffentwicklung zu meinem ersten

abendfüllenden Dokumentarfilm. In Tübingen gibt es

eine Schauspielgruppe, die nur aus richtig alten Damen

besteht. Die Energie, mit der diese Damen arbeiten,

fasziniert mich. Obwohl Tod und Abschied, Trauer und

Vergänglichkeit auf der Tagesordnung stehen, sind

Spielfreude, Spaß und Lust ihre Motivation. Sie sind ein

perfekter Gegenpol zu einer Heim-und Sesseloma und

nun auch mein Vorbild.

www.alinacyranek.com

7


FILMPREMIERE „Come together“

Dresden und der 13. Februar. Die Dresden-Premiere des ersten abendfüllenden Dokumentarfilms von hechtfilm

von BARBARA LUBICH und MICHAEL SOMMERMEYER

PRODUKTION

8

Come Together ist kein Appell, sondern eine Zustandsbeschreibung.

Ausgangspunkt ist das alljährliche Erinnern

an die Zerstörung der Stadt am 13./14. Februar

1945.

Das traditionsreiche Gedenken ist zu einem Streit auf

der Straße geworden, der die ganze Stadt bewegt.

Voneinander getrennt besetzen die verschiedenen

Parteien symbolisch ihr Stück Stadt. Es entsteht ein

emotionsgeladenes Spiel politischer Kräfte aus Friedensaktivisten,

Antifaschisten, Neonazis, Landtagsabgeordneten

und Vertretern der Zivilgesellschaft und der

Kirchen. Viele widerstreitende Meinungen treffen aufeinander.

Vor der Kulisse einer ikonenhaften Stadt

schafft der Film einen Dialog zwischen diesen unterschiedlichen

Positionen. Ein Tag und viele Symbole

bieten Raum für viele Interpretationen. Der Ausgang ist

unbestimmt.

Was in Dresden passiert, ist keine Ausnahme. Dresden

ist ein Beispiel, das besonders gut erkennen lässt, wie

kompliziert der Umgang mit der eigenen Geschichte in

durch Krieg zerstörten Orten sein kann. Seit einigen

Jahren findet in Dresden am 13. Februar der größte

Neonazi-Aufmarsch Europas statt. Zehntausende von

Menschen gehen auf die Straße, reisen aus anderen

Städten und Ländern an, um dagegen zu protestieren.

Ein vordergründig lokales Thema gewinnt weitreichende

Bedeutung. Hier liegt das Zentrum einer Auseinandersetzung,

die oft im Verborgenen bleibt: der

Konflikt um die Deutung unserer Geschichte. In diesem

Konflikt stoßen Geschichtsbilder aufeinander, die so

unvereinbar sind, dass der Argumentationsstrategie

der jeweils anderen Seite normalerweise keine Aufmerksamkeit

geschenkt wird. Durch die Stimmen der

Protagonisten blickt der Film auf die Entwicklung des

Gedenkens seit 1945 zurück und reflektiert gleichzeitig

die aktuelle Entwicklung und die Vorbereitungen auf

den 13. Februar 2012. Der Wandel, der in den letzten

fünf Jahren den Erinnerungsdiskurs spürbar veränderte,

spitzt sich 2012 zu.

Der Film ist eine Herausforderung an den Zuschauer.

Kein Off-Sprecher führt erklärend durch das Thema. Die

Erzählweise nutzt Registerwechsel, arbeitet mit Erwartungen.

Pathos und Medialisierung der Ereignisse werden

vorgeführt. Die Überforderung ist natürlich und

gewollt, um über Irritationen Perspektivwechsel einzuleiten.

So spinnt sich ein Faden durch den Film. Ohne

zu polemisieren, versucht der Film eine Diskussion voranzubringen.

Ob dies gelingt, kann nun die Dresdner

Öffentlichkeit entscheiden.

Regie/Buch: ......................................Barbara Lubich

Co-Autoren: .Claudia Jerzak, Michael Sommermeyer

Kamera: .....................Barbara Lubich, Ralf Jakubski

Tongestaltung:..............................Nikolaus Woernle

Produzent: ............................Michael Sommermeyer

Produktion: ............ hechtfilm 2012, Länge: 94 Min.

http://www.come-together-der-film.de/index.htm

Dresden-Premiere:

27.11. 20.00 Uhr im Filmtheater Schauburg

Dreharbeiten auf einem Dach


DOK Hauptsponsor

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29. Okt


4. Nov

2012

55. Internationales

Leipziger Festival

für Dokumentarund

Animationsfilm

DOK Festival &

DOK Industry

www.dok-leipzig.de

Member of

With the support of

the MEDIA Programme

of the European Union


FILMPOLITIK

10

Produzenten „unangemessen benachteiligt“

Landgericht Leipzig verbietet umstrittene Klausel in Sender-Verträgen

AG DOK

Durch eine offensichtlich rechtswidrige Vertragsklausel

haben ARD und ZDF jahrzehntelang Verwertungserlöse

beansprucht, die ihnen nie zustanden. Das ist die

Konsequenz eines Urteils, mit dem das Landgericht

Leipzig jetzt dem Mittdeutschen Rundfunk die weitere

Verwendung der so genannten „VFF-Klausel“ untersagt.

Geklagt hatte die AG Dokumentarfilm (AG DOK),

die auch beim Deutschen Patentamt und beim Bundesjustizministerium

schon mehrfach Beschwerde über

die Entscheidungsstrukturen und die ungerechte Verteilungspraxis

der Verwertungsgesellschaft der Filmund

Fernsehproduzenten (VFF) erhoben hat. „Das

Leipziger Urteil bestätigt unseren Verdacht, dass die

Gelder der VFF nicht auf gesetzlicher Grundlage, sondern

willkürlich verteilt werden“, kommentierte AG

DOK-Vorsitzender Thomas Frickel gestern das Leipziger

Urteil. Zugleich kündigte er weitere Schritte an.

Die so genannte VFF-Klausel wurde über viele Jahre

hinweg nahezu gleichlautend von allen ARD-Anstalten

sowie vom ZDF verwendet und verpflichtet die Fernseh-Auftragsproduzenten,

alle entstehenden Filme der

Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten

(VFF) in München zu melden. Schon der Name

dieser Verwertungsgesellschaft ist irreführend, denn

dort kassieren die öffentlich-rechtlichen Sender von

vornherein die Hälfte aller Verwertungserlöse für ihre

Eigenproduktionen. Die andere Hälfte des Geldes sollte

zwar den Fernseh-Auftragsproduktionen vorbehalten

sein – aber auch davon kommt nur ein Teil tatsächlich

bei den Produzenten an. Den Rest, so sieht es der interne

Verteilungsplan der VFF vor, streichen wiederum

die Sender ein. Für das Jahr 2011 summieren sich auf

diese Weise 7,5 Millionen EUR, die der Produktionswirtschaft

vorenthalten wurden. Abgesichert wurde

dieser Griff in die Tasche der Produzenten durch eine

standardmäßig verwendete Vertragsklausel, mit der

die Sender alle Auftragsproduzenten in die VFF zwangen,

sie damit der dort üblichen Verteilungspraxis unterwarfen

– und jedesmal mitkassierten. Und zwar

„unbeschadet der Rechtsfrage“, ob ihnen das Geld

auch tatsächlich zusteht oder nicht. Damit ist jetzt

Schluss.

Denn mit dieser Klausel, so begründet die 5. Zivilkammer

des Landgerichts Leipzig (AZ 05 O 3921/09) ihr

Urteil, werde nicht nur die Entscheidungsfreiheit über

die Auswahl der Verwertungsgesellschaft signifikant

beeinträchtigt, zugleich werde die gesetzlich vorgesehene

alleinige Partizipation der Filmhersteller an den

gesetzlichen Vergütungsansprüchen unterlaufen. Denn

die Verwertungserlöse stehen ausschließlich den Inhabern

der Leistungsschutzrechte zu – also denen, die

auch die wirtschaftlichen Risiken der Produktion tragen.

Und das sind nach einhelliger Meinung der

Rechtssprechung in jedem Fall die Auftragsproduzenten.

Außerdem verstößt die Klausel gegen das zum

Schutz der schwächeren Vertragspartner gesetzlich

verfügte Verbot der Vorausabtretung von Vergütungsansprüchen,

„weil die Vertragspartner hierdurch die

Hälfte der gesetzlich ihr zustehenden Vergütungen an

die Beklagte abtreten.“ Durch all das würden die Produzenten

„unangemessen benachteiligt“.

Ein Blick auf die Binnenstruktur der VFF mag erklären,

wie es zu dieser nachteiligen Regelung kam: Die Verwertungsgesellschaft

der Film- und Fernsehproduzenten

ist eine GmbH, an der ARD und ZDF auf der einen,

sowie der Bundesverband Deutscher Fernsehproduzenten

e.V. auf der anderen Seite jeweils 50 Prozent

der Gesellschaftsanteile halten. Im Fernsehproduzentenverband

wiederum, der sich inzwischen der „Allianz

deutscher Produzenten“ angeschlossen hat, zählen

die großen Tochterfirmen öffentlich-rechtlicher

Sendeanstalten zu den einflussreichsten und umsatzstärksten

Mitgliedsfirmen. Sie geben aufgrund ihres

Stimmgewichts bei der Besetzung aller wichtigen Entscheidungsgremien

den Ton an. Dadurch gab es innerhalb

der VFF immer eine stabile Mehrheit zur Durchsetzung

der Sender-Interessen, kritische Fragen zur VFF-

Klausel und zum Verteilungssystem der VFF waren

unter solchen Umständen kaum zu erwarten. Flankiert

wurde das System durch eine enge personelle Verzahnung

zwischen den beteiligten Organisationen.

Diesen für sie komfortablen „status quo“ wollte die

Sender-Seite offenbar erhalten. Deshalb zielte ihre Verteidigungsstrategie

in dem Leipziger Gerichtsverfahren

vorrangig darauf ab, der AG DOK die Legitimation zur

Interessenvertretung der deutschen Dokumentarfilmbranche

abzusprechen und stattdessen die Produzentenallianz

als alleinige Repräsentanz der deutschen

Produzentenlandschaft zu etablieren. Diese Sichtweise

hat das Gericht ebenso detailliert wie unmissverständlich

zurückgewiesen und der AG DOK dabei bescheinigt,

dass sie sehr wohl zur Führung derartiger Verfahren

legitimiert ist. Um so mehr, als sie sich nachweislich

seit Jahren aktiv für die Interessen der Branche einsetzt.

(Urteilsbegründung im kompletten Wortlaut

unter www.ag-dok.de)


„Schaufenster“ Sachsens in Prag

Freistaat eröffnet Verbindungsbüro in der Tschechischen Republik

von MÁTÉ BAKSA-SOÓS

Ideen- und Projektschmiede. Außerdem ist das Verbindungsbüro

ein Begegnungszentrum, das mit abwechslungsreichen

Veranstaltungen Sachsen und Tschechen

zusammen bringen wird“, betonte Stefanie Rehm.

Eröffnung des Verbindungsbüros durch den Sächsischen Ministerpräsidenten

Stanislaw Tillich und den Ministerpräsidenten

der Tschechischen Republik Petr Nečas im Juni 2012

Ein paar Schritte von der Karlsbrücke entfernt, in einer

verwinkelten Gasse auf der Prager Kleinseite und vis-àvis

des Franz-Kafka-Museums, residiert seit diesem

Sommer das neue Sächsische Verbindungsbüro.

Das Barockgebäude wird auch als Wendisches Seminar

bezeichnet. Es ist eine altehrwürdige Bildungsstätte

des Bistums Meißen aus dem 18. Jahrhundert. Heute

ist der Freistaat Mieter im Wendischen Seminar.

Stefanie Rehm, ehemalige Sächsische Kultusministerin,

leitet das Prager Büro zusammen mit ihrem Kollegen,

dem Rechtsanwalt Dr. David Michel.

Das Büro ist eine direkte Anlaufstelle für Unternehmen,

Vereine, Verbände, Institutionen und Einrichtungen,

die sich für die Zusammenarbeit mit tschechischen

Partnern interessieren. „Das Verbindungsbüro in Prag

ist das ‚Schaufenster‘ Sachsens in der Tschechischen

Republik. Es soll Akteure dabei unterstützen, ihre bereits

bestehenden bilateralen Kontakte in den Bereichen

Bildung, Wissenschaft, Kultur, Kunst, Wirtschaft,

Umwelt und Tourismus auszubauen“, sagt Stefanie

Rehm. „Darüber hinaus möchten wir ihnen Türen für

eine erstmalige Zusammenarbeit eröffnen und Projektpartner

schnell und unbürokratisch miteinander vernetzen.“

Bürger beider Länder können sich ebenfalls an das

Büro wenden; „Selbstverständlich sind wir auch Ansprechpartner

für alle sächsischen und tschechischen

Bürger, die unsere guten nachbarschaftlichen Beziehungen

aktiv pflegen und vertiefen möchten“, so Stefanie

Rehm und formuliert ein Angebot an die Medienschaffenden:

„Unser hierfür vorgesehener Raum steht

auch Filmschaffenden aus Sachsen für gemeinsame

Veranstaltungen mit tschechischen Kollegen zur Verfügung.

Damit wird unser Verbindungsbüro zu einer

Die Idee geht zurück auf die „Gemeinsame Erklärung“

des Freistaates Sachsen und der Tschechischen Republik

von 1992. Der damalige sächsische Regierungschef

Kurt Biedenkopf und sein tschechischer Amtskollege

Václav Klaus vereinbarten, die nachbarschaftliche

Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung, Wissenschaft

und Forschung, Sport und Tourismus zu intensivieren.

Das Sächsische Verbindungsbüro wurde im Juni feierlich

vom Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich im Beisein

des tschechischen Regierungschefs Petr Necas,

eröffnet.

Tschechisches Filmportal DocuInternet.net

Ein Überblick zum tschechischem Filmmarkt bietet das

Dokumentarfilminstitut (DFI) mit seiner zweisprachigen

Internetseite unter: www.docuinter.net. Neben

Fördermöglichkeiten und aktuellen tschechischen Filmproduktionen

gibt es eine Übersicht zu Produzenten,

Festivals und Workshops.

Förderprogramm Ziel 3/ Cil 3

Das Programm Ziel 3/ Cil 3 ist ein Förderinstrument zur

grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem

Freistaat Sachsen und der Tschechischen Republik.

Durch den Kleinprojektfonds (KPF) können Projekte

mit einer Fördersumme bis 40.000 EUR (bis 85 Prozent

Förderung möglich) gefördert werden. Die Sächsische

Aufbaubank (SAB) hingegen bearbeitet die Anträge für

Großprojekte. Bei der SAB sind weitere Finanzierungs-

Das Gebäude des Verbindungsbüros auf der Prager Kleinseite

FILMPOLITIK

11


Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen

in der Tschechischen Republik

U Lužického semináre 13, 118 00 Prag 1

Tel. +420-234813160

Dipl. Päd. Stefanie Rehm M. A.,

E-Mail: Stefanie.Rehm@cz.sk.sachsen.de

Beauftragter des Freistaates Sachsen

Dr. David Michel, Rechtsanwalt

E-Mail: David.Michel@cz.sk.sachsen.de

Der Sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (l.),

die Leiterin des Verbindungsbüros, Stefanie Rehm (r.) und

der Beauftragte des Freistaates Sachsen, Dr. David Michel (m.)

modelle möglich. Wichtiges Kriterium ist die Gemeinnützigkeit

der Projekte. Anträge können laufend gestellt

werden, lediglich ein Abgabetermin wird empfohlen.

Ziel 3/ Cil 3 beruht auf der Vorfinanzierung, das

heißt, erst nach der Projektdurchführung erfolgt die

Auszahlung der Fördersumme.

Kleinprojektefonds Ziel 3 / Cíl 3

Euroregion Elbe/Labe

Kommunalgemeinschaft Euroregion

www.euroregion-elbe-labe.eu

Ziel 3 / Cíl 3

Sächsische Aufbaubank - Förderbank

www.ziel3-cil3.eu

FILMPOLITIK

12

Inmitten des Sommerlochs ließ der MDR die Katze aus dem Sack:

der „Thüringer Tatort” wird von FFP new media Köln / München produziert.

Als positive Überraschung kann die Besetzung gewertet werden.

Ein Kommentar von CHRISTIAN ZIMMERMANN

Mit Alina Levshin („Kriegerin”), Friedrich Mücke

(„Friendship!”) und Benjamin Kramme („Was am Ende

zählt”) wird ein Team auf Verbrecherjagd gehen, welches

tatsächlich als innovativ angesehen werden kann

und dem Anspruch auf Verjüngung gerecht wird.

Doch der MDR wäre nicht er selbst, wenn hinter dieser

Innovation nicht die gleichen Denkmuster zu Tage treten,

welche den Sender bereits die letzten Jahre prägten.

Denn so innovativ das Ermittlerteam sein mag, bei

den verantwortlichen Produzenten ging man auf Nummer

sicher und unterzeichnete den Vertrag mit FFP new

media Köln / München (u.a. 77 Folgen „Rosamunde

Pilcher” für das ZDF – welche ironischerweise den ZDF-

Sonntagabend „versüßen“). Es ist eine ziemliche Überraschung,

dass mit Tom Bohn ein ausgewiesener Fachmann

für Independentproduktionen gemeinsam mit

einer der seichtesten Produktionsfirmen der Republik

gemeinsame Sache macht. Wo sich an dieser Stelle die

in den Vergabebedingungen geforderte „regionale

Kompetenz” versteckt, wird noch festzustellen sein.

Und damit zeigt sich erneut, dass Anspruch und Wirklichkeit

bei der fünftgrößten ARD-Sendeanstalt auseinanderklaffen.

Denn die „Zukunft des MDR”, welche die

neue Intendantin bei ihrem Auftritt vor dem Rundfunkrat

im Oktober vorstellte, sah auch vor, dass der

MDR „Als mediale Stimme des Ostens, die wirtschaftlich

und politisch unabhängig ist, … auch Vermittlungsfaktor

für Lebensleistungen, Veränderungswillen und

Gestaltungskraft der Bürger in den neuen Bundesländern

sein [muss].”

Die Vergabe des Tatortes konterkariert dieses Ansinnen

nun. Man fragt sich ernsthaft, ob unter den eingereichten

105 Konzepten von 86 Produktionsfirmen kein konkurrenzfähiges

Konzept aus hiesigen Gefilden vorlag.

Leider muss man feststellen, dass 20 Jahre Vergabepraxis

des MDR dazu führen, dass offenbar keiner regionalen

Produktionsfirma außerhalb des DREFA-Verbundes

zugetraut wird, eine solche Herausforderung erfolgreich

zu bestehen.

Erneut und wie schon seit Jahren wird das „ostdeutsche

Bild“ von den alteingesessenen und etablierten

Produktionsfirmen aus den klassischen Medienstandorten

München, Köln oder Hamburg gezeichnet. Wie

oben genannter Anspruch mit der jetzigen Vergabe erreicht

werden soll, entzieht sich jeder Logik. Der MDR

steht unverändert in der Pflicht, mit den im Sendegebiet

erhobenen Gebühren eine größere Wertschöpfung zu

gewährleisten. Eine weitere Chance bietet sich nun mit

der Neuvergabe des „Polizeiruf 110“, der in Magdeburg

spielen wird. Doch ob sich bis zur Entscheidung

wesentliche Änderungen in den Köpfen der verantwortlichen

Redakteure ergeben werden, ist nach der

„Tatort“-Entscheidung leider zu bezweifeln.


printe 26.09.2012 10:31 Uhr Seite 1

KURZFILM

Am 21. Dezember 2012 – dem kürzesten Tag des Jahres

– wird erstmals in Deutschland der kurze Film

in seiner ganzen Vielfalt, Kreativität und Experimentierfreude

gefeiert. Der Kurzfilmtag ist ein Fest für alle.

Jeder kann mitmachen, an jedem denkbaren Ort. Ob

Filmpremiere oder Kinderprogramm, Kurzfilmnacht

oder Online-Wettbewerb – an diesem Tag werden die

kurzen Filme Kinoleinwände und Fernsehprogramme,

Galerien und Clubs, Häuserfassaden und Wohnzimmer,

öffentliche Räume und Verkehrsmittel erobern.

Machen Sie mit beim Kurzfilmtag! Dieser Aufruf

geht an Kinos, Theater, Museen, Galerien, Clubs,

Universitäten und Schulkinoprojekte, aber auch an

Einkaufszentren, Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel,

Firmen oder Privatpersonen. Der KURZFILMTAG ist

offen für Jede und Jeden und frei in seiner Form. Die

Veranstaltungspartner können eigene Beiträge konzipieren,

organisieren und präsentieren. Sowohl Vorfilme

im Kino als auch Kurzfilmprogramme, Kurzfilmpremieren,

Kinderprogramme sowie schulische Filmprojekte,

Open-Air- Veranstaltungen oder mobile Kurzfilmtouren

– der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt.

Die AG Kurzfilm – Bundesverband Deutscher

Kurzfilm mit Sitz in Dresden, übernimmt die bundesweite

Koordination, steht allen Mitstreitern beratend

zur Seite und vermittelt Kontakte zu Kurzfilmverleihern

oder Produzenten.

Die Mitglieder des Verbandes sowie verschiedene Partner

aus der Film- und Kulturbranche sind begeistert von

der Initiative und werden den ersten bundesweiten

KURZFILMTAG ideenreich umsetzen. Auch in Sachsen,

vor allem in Dresden, werden sich viele Programmkinos,

aber auch andere Institutionen am KURZFILM-

TAG beteiligen.

In den kommenden Jahren sollen immer mehr Mitstreiter

gewonnen werden, so dass dieser Tag zu einer

festen Größe im deutschen und europäischen Kulturkalender

wächst.

Mit ihrer Initiative schließt sich die AG Kurzfilm dem

französischen Vorbild LE JOUR LE PLUS COURT an, der

2011 erstmals in ganz Frankreich mit großer Resonanz

gefeiert wurde. Das Centre national du cinema et de

l’image animée (CNC) plant bereits die zweite Ausgabe

und kann dabei auf den Erfolg des Vorjahres bauen.

Melden auch Sie sich mit Ihrer Idee bei uns!

Alle Partner sind aufgerufen, ihre Veranstaltungen bei

der AG Kurzfilm anzukündigen. Auf www.kurzfilmtag.

com und auf facebook werden alle Orte, Termine und

Ideen veröffentlicht.

13


„Ein Fest für das Kino“

Rückblick 12. Filmkunstmesse Leipzig von GISELA WEHRL

FILMTHEATER

14 10

Auf der 12. Filmkunstmesse (17. bis 21. September)

diskutierten wieder jene, die dem Publikum täglich gegenübertreten:

Bei Kinobetreiber und Verleiher ist nach

mehr als einem Jahrzehnt der Diskussion die Digitalisierung

nach und nach in der Wirklichkeit angekommen,

Thema der Diskussion bleibt sie weiterhin ebenso wie

die „Filmflut“.

Neben dem Arthausfilmangebot der kommenden

Herbst-/Wintersaison und den täglichen Empfängen

sucht die Kinobranche in Leipzig nach Zukunftsperspektiven.

Bei der Podiumsdiskussion „Die Zukunft des Kinofilmmarktes

im digitalen Zeitalter“ verdeutlichte

David Steele (European Audiovisual Observatory) das

Dilemma: „Die Filmproduktion in Europa steigt kontinuierlich

an, während Zuschauerzahlen gleich bleiben

und Leinwände sogar abnehmen.“ Für Christian Bräuer,

Vorsitzender der AG Kino – Gilde, ein klarer Hinweis,

dass es zu viele Filme gibt, die im Kino nicht mehr vernünftig

ausgewertet werden können.

So haben in diesem Jahr die Verleiher wieder über 60

Kinofilme für die Messe angemeldet und stellen die Kinobetreiber

schon hier vor die Qual der Wahl. Der Publikumspreis

von Messedruck Leipzig ging an das Drama

„Der Verdingbub“ von Markus Imboden. Der Regisseur

arbeitet damit das Schicksal von 100.000 Kindern auf,

die zwischen 1800 und 1970 mit staatlichem Schweizer

Segen an Bauernfamilien ausgeliehen wurden und

dort teilweise Ausbeutung, Misshandlung und Missbrauch

erleben mussten. Gerade weil die Publikumsmasse

bevorzugt leichte Stoffe prämiert, spricht es für

aufgeklärte, kritische Kinozuschauer.

Auf dem von MEDIA veranstalteten Gespräch „Marketing

2.0 – Auf neuen Wegen ins Kino“ stellte Marijke

Jonker das niederländische Projekt „We want Cinema“

vor, das dem Publikum sogar die Kinoprogrammierung

überlässt. Unter dem Schlagwort „Crowd Ticketing“

kann der User bei „We want Cinema“ das Programm

mitgestalten, anders als bei ähnlichen Portalen sogar

voll automatisiert. Die Kinos stellen verschiedene Zeitschienen

zur Verfügung und sobald ein Zuschauer einen

Film dafür aus dem Katalog auswählt und das erste

Ticket kauft, wird ein „Event“ erstellt. Dieses kann über

Social Communities, Fan Pages oder E-Mail von den

Usern beworben werden. Die Vorführung findet aber

erst statt, wenn genügend Tickets verkauft wurden. Die

Erlöse werden dann zwischen Kino, Verleih und „We

want Cinema“ zu je einem Drittel aufgeteilt. Spricht

man später mit Kinobetreibern über das Projekt, verweisen

diese nur auf Filmclubs mit ähnlichem Ansatz,

die doch nur einige Nerds ins Kino locken würden.

Felix Bruder, Geschäftsführer der AG Kino – Gilde, kennt

das Phänomen: „Wenn man schon länger in der Branche

ist, scheinen sich die Themen zu wiederholen.“

Aber gerade im Bereich der Digitalisierung würden sich

die Debatten weg vom Ob hin zum Wie bewegen, da

unwiderruflich der Point-of-No-Return überschritten

sei: „Nun beginnt sich die Branche mit alltäglichen Fragen

zu beschäftigen. Der Kulturkampf zwischen totaler

Technikgläubigkeit und traditionellem Kinomachen

zeigt sich deutlich.“

Während der Filmkunstmesse wurden erneut die

Kinoprogrammpreise Mitteldeutschland vergeben.

In diesem Jahr ging der Hauptpreis an das Programmkino

Ost in Dresden, das Jana Engelmann

und Sven Weser seit über 20 Jahren führen. Als

Highlight der diesjährigen Messe nennt Weser die

französische Produktion „Rust & Bone“ von Regisseur

Jacques Audiard: „Das kompromisslose

Drama über die ungewöhnliche Liebesgeschichte

zweier Außenseiter besticht mit einer

fesselnden Geschichte, grandiosen Darstellerleistungen

und furioser Kameraarbeit.“

Preisverleihung: Jana Engelmann und Sven Weser

(PK Ost Dresden), Manfred Schmidt (MDM) v.l.n.r.

Szenenfoto aus „Rust and Bone“


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Weiterbildung für die Medienbranche

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Neue Serien braucht das Land

Im Juni diesen Jahres sorgte das Erich Pommer Institut

mit seinem European TV Drama Series Lab für Aufsehen

in der Branche. Das Ziel des zweimoduligen ME-

DIA-geförderten Workshops in Berlin war hoch gesteckt:

Es sollte geklärt werden, welches Geheimnis

hinter erfolgreichen Fernseh-Serien steckt. An einem

Tisch mit Profis wie Frank Spotnitz (The XFiles) und

James Manos Jr. (Dexter, The Sopranos) konnten hier

Autoren, Redakteure und Produzenten aus ganz Europa

neue Ansätze für Serienproduktionen entwickeln

und bewährte Konzepte wie das des Showrunners und

des Writers Rooms für sich erproben. An den Erfolg der

Veranstaltung kann nun auch in den kommenden zwei

Jahren angeknüpft werden: 2013 und 2014 wird das

Programm erneut auf europäischer Ebene stattfinden.

Bereits seit zwölf Jahren ist das Erich Pommer Institut

mit seinem Weiterbildungsprogramm für Medienschaffende

auf dem nationalen und internationalen Markt

etabliert. Vor allem die Film- und Fernsehproduzenten

profitieren von den praxisrelevanten Seminaren zu Themen

aus Medienrecht, Marketing und Produktionspraxis.

International anerkannt ist die Reihe Essential

Legal Framework sowie das Trans Atlantic Partners Programm.

Auch auf nationaler Ebene beweisen die Fortbildungen

des Erich Pommer Instituts hohen Praxisbezug.

Es werden Ganz- und Halbtagsseminare zu Themen

wie Crowdfunding/Filmfinanzierung, Filmförderung,

Steuerrecht im Filmbetrieb, Filmarbeitsrecht oder auch

zu Musikrechten angeboten.

Seit 2010 ist mit dem neuen geschäftsführenden Direktor

Prof. Dr. Lothar Mikos auch der Forschungsbereich

am Institut etabliert. Der Fokus liegt hier auf Medien,

Film, TV, Musik und Games sowie deren Konvergenzen.

Die aktuelle Studie zur Filmförderung 2010 –

eine Bestandsaufnahme, die im Juni 2012 veröffentlicht

wurde, ist bundesweit auf ein großes Branchen-

Echo gestoßen, und bietet erstmals einen schematischen

Überblick über Filmförderstrukturen, -schwerpunkte

und –kooperationen in Deutschland.

FVS-Mitglieder erhalten einen Rabatt in Höhe

von 15% auf die Seminarangebote der nationalen

Weiterbildung.

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WORKSHOP

15 10


Fokus Sachsen

Als gemeinsames Programm der DOK Leipzig und des

Filmverbandes Sachsen e.V. ist der Fokus Sachsen das

Schaufenster regionaler Dokumentar- und Animationsfilmkunst.

Sachsen wird seit einigen Jahren bundesweit

zunehmend als prosperierender Medienstandort wahrgenommen.

In diesem Programm kann sich das Publikum

von der hohen Qualität hiesiger Filme überzeugen.

55. Internationales Leipziger Festival

für Dokumentar- und Animationsfilm 29.10.-4.11.

„Kleider machen Freunde“

Mit einer Dokumentation über die Chemnitzer Band AG

Geige, welche Ende der achziger bis in die frühen neunziger

Jahre mit teilweise bizarren Auftritten das kulturpolitische

Dogma der SED-Diktatur unterliefen, wird in

diesem Jahr einmal mehr ein Einblick in die Lebensrealität

der Vor- und Wendezeit in Ostdeutschland gegeben.

Daneben laufen mit „TelH78“ und „Kleider machen

Freunde“ künstlerisch höchst interessante Kurzfilme,

die zeigen, dass sich in Mitteldeutschland eine

neue Generation von Filmschaffenden etablieren

konnte, welche mit Fantasie und Kreativität glänzen.

„TelH78“

www.dok-leipzig.de

3.11. 16:30 Passage-Kinos

10

„AG Geige“


17. Internationales Filmfestival „Schlingel“

von CHRISTIN FRANZ

„Lucky“ Südafrika

Ab dem 15. Oktober öffnen sich die Kinotüren des

CineStar in der Galerie Roter Turm in Chemnitz für die

17. Auflage des Internationalen Filmfestivals für Kinder

und junges Publikum SCHLINGEL. Eine Woche lang

werden mehr als 100 Filme über die Leinwände flimmern

und ein aktuelles Bild zu Tendenzen im internationalen

Kinder- und Jugendfilm vermitteln. Eröffnet wird

das Festival mit der südafrikanischen Produktion

„Lucky“, die die Geschichte des gleichnamigen 10-

jährigen Zulu-Jungen erzählt, der nach dem Tod seiner

Mutter ums Überleben kämpft und dabei seinen am

Grab geleisteten Schwur nie aus den Augen verliert.

Aus einem Pool von mehr als 700 Filmen aus 71 Ländern

konnte die Programmkommission die SCHLINGEL-

Filme wählen. Gezeigt werden diese in den Wettbewerbskategorien

Kinder-, Junior-, Jugend-, Kurz- und

Animationsfilm sowie Blickpunkt Deutschland. Etwa 80

konkurrieren hier um die begehrten Trophäen. Ergänzt

wird das Programm durch Produktionen in der außer

Konkurrenz laufenden Panorama-Sektion sowie einer

Sonderreihe mit Filmen aus der Tschechischen Republik.

Fach-, Kinder- und Jugendjurys haben in der Festivalwoche

dann die Qual der Wahl, die Sieger in den jeweiligen

Kategorien zu bestimmen. Insgesamt werden

Preise im Gesamtwert von 30.000 EUR vergeben. Erstmals

in der Festivalgeschichte wird das Goethe-Institut

einen deutschen Spielfilm im nationalen Wettbewerb

„Blickpunkt Deutschland“ mit dem Jugend- und Kinderfilmpreis

des Goethe-Instituts auszeichnen. Der Preis

besteht im Ankauf einer internationalen Lizenz zum Einsatz

in seinem weltweiten Netzwerk, an allen 136 Auslandsinstituten

und Partnerinstitutionen in mehr als 90

Ländern und einer Untertitelung in mindestens fünf

Sprachen.

Ein umfangreiches medienpädagogisches Begleitprogramm

für Kindergärten, Schulen und Horte bringt Kindern

und Jugendlichen das Medium Film näher.

www.ff-schlingel.de

Eröffnung 2011 mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig,

Festivalchef Michael Harbauer und Staatsministerin

Prof. Sabine von Schorlemer

10


Halle unter der Sonne Mexikos

Werkleitz Festival 2012 .move forward – new mexican and european media art 5.–21. Oktober in Halle (Saale)

von ANITA MÜLLER

FESTIVAL

Das Werkleitz Festival 2012 .move forward richtet

den Blick auf Mexiko: 13 neue Arbeiten mexikanischer

und europäischer Medienkunst werden auf einem

Ausstellungsparcours in der Innenstadt von Halle

(Saale) präsentiert. Alle Arbeiten sind in Stipendienprogrammen

mit Mexiko entstanden und die meisten von

ihnen erleben bei .move forward ihre internationale

Premiere. Die Stipendien brachten für je zwei Monate

mexikanische Künstler nach Europa und ermöglichten

umgekehrt europäischen Künstlern einen Aufenthalt in

Mexiko.

Die entstandenen Arbeiten werden für .move forward

auf einem Ausstellungparcours durch das Hallesche

Steintorareal inszeniert. Von großflächigen Projektionen

über internetbasierte Kunst bis zu interaktiven

Installationen wird im Oktober Kunst auf ungewöhnliche

Orte treffen. Ein anarchistischer Automat steht im

Spielcasino, im Schwimmbecken des Stadtbads erscheint

die Jungfrau Maria und in dem Saal des einst

legendären Kinos Schauburg kann man einen Sonntag

im Alameda-Park von Mexiko-Stadt erleben.

Am ersten Wochenende des Festivals sind Theoretiker

und Kuratoren als Respondenten der Künstler eingeladen.

Zu jeder Arbeit wir es ein öffentliches Gespräch

geben, in dem Künstler und Respondent das Werk diskutieren

und erläutern.

Am Eröffnungsabend, dem ersten Wochenende und zur

Finissage wurden Raritäten für Filmfreunde zusammengestellt.

Die kuratierten Kurzfilmprogramme Mexico

afuera und Mexico adentro stellen das Land in der

künstlerischen Außen- und Innensicht vor.

Eine besonders selten zu sehende Arbeit ist Sergej Eisenstein

gewidmet. Mexikanskaja Fantasija (RU 1998,

100 min), von Oleg Kovalov, der zum Eröffnungsabend

mit musikalischer Livebegleitung von Musikern der

Band Sonido Changorama zu sehen sein wird. Der Film

entstand auf Basis des Eisenstein-Werks ¡Que Viva Mexico!,

das nach Materialsammlungen 1930–32 unvollendet

geblieben ist.

Filmisch ausklingen wird das Festival mit dem LSD-Western

El Topo von Alejandro Jodorowsky, der in Kalifornien

1970 die Midnight Movies einläutete.

www.werkleitz.de/moveforward

18

Filmstill im Bild: Jan-Peter E.R. Sonntag, 2012


Nachwuchsfilmprojekt ANSICHTSSACHE No. 4

von KATRIN HAUCKE

NACHWUCHS

Workshop in Belgrad

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit der

Ukraine, Polen und Serbien bereitet der Leipziger Verein

OSTPOL e.V. die vierte Edition seines internationalen

Kurzfilmprojektes vor. „Dank der internationalen Resonanz

durch zahlreiche Festivaleinladungen können wir

uns über Anfragen aus gleich mehreren Ländern freuen.

Wir führen zur Zeit Gespräche mit den potentiellen

Partnern und werden im Herbst unseren neuen Partner

und unseren Konzept-Relaunch vorstellen“, so Cathy

de Haan, die künstlerische Leiterin. Das internationale

Netzwerk von ANSICHTSSACHE umfasst mittlerweile

mehr als 500 Personen, die mit den ausländischen Filmemachern

und den deutschen Autoren an der Erstellung

von 18 Kurzfilmen und DVDs beteiligt waren.

Erst im September gab es in Leipzig zwei wunderbare

Gelegenheiten, Filme aus allen drei Editionen auf der

Leinwand zu sehen.

Durch die erfreuliche Wiederbelebung der Vorfilmtradition

wurden im Rahmen der Filmreihe BIOSKOP BAL-

KANALE (WEST) der Cinématèque Leipzig Ende September

2012 drei serbisch-deutsche Kurzfilme der aktuellen

Ausgabe als Vorfilm gezeigt. In den anschließenden

Filmgesprächen konnten die Zuschauer den Erfahrungsberichten

der Autoren lauschen.

Außerdem beteiligte sich OSTPOL e.V. erstmals an den

Interkulturellen Wochen in Leipzig (24.9. bis 7.10 2012)

und zeigte Kurzfilme aus ANSICHTSSACHE 1, 2 & 3.

Nach den Filmen fand eine Publikumsdiskussion mit

den anwesenden Drehbuchautoren statt und es wurde

angeregt über die Zusammenarbeit mit den ausländischen

Filmemachern diskutiert.

Alle Filme sind Koproduktionen und von 2008 - 2011

im Rahmen des Programms ANSICHTSSACHE entstanden.

Das Programm ist Bestandteil einer kontinuierlichen

Nachwuchsarbeit zur Förderung der Völkerverständigung.

Durch die Initiierung eines interdisziplinären

und interkulturellen Dialogs zwischen jungen

Schriftstellern aus Leipzig und internationalen Filmhochschülern

entstehen spannende Kurzfilme, die die

Sichtweise einer jungen Generation spiegeln.

Partner von ANSICHTSSACHE auf deutscher Seite sind:

die Robert Bosch Stiftung, die Mitteldeutsche Medienförderung,

die Sächsische Landesanstalt für privaten

Rundfunk und neue Medien, der Filmverband Sachsen

und das Deutsche Literaturinstitut Leipzig.

Informationen zu ANSICHTSSACHE und den anderen

Projekten von OSTPOL auf www.ostpol-leipzig.de

Premiere Cottbus 2011

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FILMGESCHICHTE

Gesichter der DEFA Fotografien von Sandra Bergemann

Sonderausstellung in den Technischen Sammlungen Dresden – 10 Jahre Museumskino „ERNEMANN VII B“

von MAREN DOSE

Am 4. Oktober 2002 flimmerte der erste Spielfilm über

die Leinwand des Museumskinos „ERNEMANN VII B“:

„Nosferatu“ – ein Stummfilmklassiker von Friedrich

Wilhelm Murnau. Die erste Filmreihe war eröffnet und

das jüngste Programmkino im Dresdner Osten gegründet.

Sogleich wurde das Credo der Kinomacher deutlich:

besondere Filme mit einer besonderen Geschichte

zu zeigen. Es sollten außerdem die legendären Kinomaschinen

„ERNEMANN VIIB“ aus dem Sammlungsbestand

des Museums zum Spielen gebracht, der Kinoraum,

der mit der Dauerausstellung zur Kinematografie

entstanden war, belebt und Cineasten angelockt

werden. Das ist offenbar gut gelungen, denn das Kino

hat sich in der Dresdner Kinoszene etabliert und zählt

inzwischen zu den Geheimtipps für den einen oder anderen

alten oder auch DEFA-Film. Filmwissenschaftliche

kurze Einführungen vor jedem Film und die eigentümliche

Atmosphäre des Ortes - heute Museum, früher Kamerafabrik,

wo die „ERNEMANN VII B“ konstruiert,

gebaut und in die Welt geschickt wurde – machen das

Kino einzigartig.

Nun feiert das kleine nostalgische Museumskino seinen

10. Geburtstag und lädt ein zu einer eindrucksvollen

Schau mit „Gesichtern der DEFA“ von Sandra Bergemann,

zu Filmen und Gesprächen mit Schauspielern

und Filmschaffenden und zu Wunschfilmabenden. Ostdeutsche

Filme aus 6 Jahrzehnten von 1947 bis 1999

stehen im Programm. Auch bedeutende Dokumentarfilme

finden dort ihren Platz. Zwei Filmabende sind dem

DEFA-Trickfilmstudio Dresden und seinem Schaffen in

vier Jahrzehnten gewidmet.

Gefeiert wird am 5. und 6. Oktober mit den Lieblingsfilmen

des Kinos: „Karla“ und „Karbid und Sauerampfer“

und den Gästen Marita Böhme und Herrmann Zschoche.

Kino zu machen und am Leben zu halten, kostet viel

Geld, erfordert Beharrlichkeit, Geduld und Leidenschaft

und ist ohne engagierte Unterstützer nicht möglich. Wir

danken an dieser Stelle ausdrücklich dem Progress

Filmverleih, der DEFA-Stiftung und dem DIAF für langjährige

Unterstützung und die Förderung dieses Jubiläumsprogramms.

Dank an alle Helfer vor und hinter der

Leinwand und in der Dresdner Kinoszene. Und Dank

unserem Publikum. Bleiben Sie uns treu!

DEFA-Schauspieler Michael Gwisdek

Die Berliner Fotografin Sandra Bergemann hat von

2002 bis 2008 über 40 Charakterdarsteller des DEFA-

Filmstudios porträtiert, die heute ebenso ihren Platz im

deutschen Film und Fernsehen innehaben wie damals.

Eine Auswahl von 40 Bildern ist noch bis zum 11. November

in den Technischen Sammlungen Dresden zu

sehen. „Gesichter der DEFA“ ist alles andere als ein

Ostalgie-Projekt. Vielmehr zeigt es einen entschieden

gegenwartsbezogenen Blick auf die deutsche (Film-)

Vergangenheit, künstlerisch, dokumentarisch und enzyklopädisch

zugleich.

Bergemanns sicheres Feingespür führt die Schauspieler

an vertraute Orte, die eine persönliche Verbindung zu

deren Leben haben. Dadurch gelingt es ihr, die Nähe zu

den Porträtierten spürbar in ihren Fotos festzuhalten.

20

Für viele in Deutschland sind und bleiben sie Ikonen,

Hauptdarsteller in zahlreichen Erinnerungen an Kindheit,

Jugend und Alltag: Armin Mueller-Stahl, Angelica

Domröse, Gojko Mitic, Rolf Hoppe, Jutta Hoffman,

Michael Gwisdek.

DEFA-Schauspieler Rolf Hoppe


Ergänzt werden die Porträts durch kurze Statements, in

denen die Schauspieler von ganz persönlichen Erfahrungen

aus ihrem (Arbeits-)Alltag berichten.

2008 erschien der aufwendig gestaltete Bildband, begleitet

von Interviews und fotografischem Archivmaterial

der großen Filme der Protagonisten, ebenfalls unter

dem Titel „Gesichter der DEFA“.

FILMAUSWAHL

19. Oktober 2012, 20 Uhr

Martha (Dokumentarfilm)

DDR 1978, R: Jürgen Böttcher

Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner

(Künstlerporträt), DDR 1984, R: Jürgen Böttcher

20. Oktober 2012, 20 Uhr

Winter adé (Dokumentarfilm)

DDR 1988, R: Helke Misselwitz

2. /3.November 2012, 20 Uhr

Levins Mühle

DDR 1980, R: Horst Seemann

15. November 2012, 20 Uhr

DEFA-Studio für Trickfilme 1955 -1990:

Die 1970er und 1980er Jahre

16./17. November 2012, 20 Uhr

Der Tangospieler

DDR 1991, R: Roland Gräf, B: Christoph Hein

30. November/1. Dezember 2012, 20 Uhr

Herr Zwilling und Frau Zuckermann

BRD 1998/1999, R: Volker Koepp

14. Dezember 2012,

Museumskino-Wunschfilmabend

Jadup und Boel, 18 Uhr

DDR 1988, R: Rainer Simon,

Der verlorene Engel, 20 Uhr

DDR 1971, R: Ralf Kirsten

15. Dezember 2012, 18 Uhr

Wunschfilmsieger

Metropolis

Deutschland 1927, R: Fritz Lang, D: Thea von Harbou,

Restaurierte Fassung von 2010

Kontakt: Technische Sammlungen Dresden

Museumskino „ERNEMANN VII B“

Junghansstraße 1-3, 01277 Dresden,

Die - Fr 9 bis 17 Uhr, Sa/So/Feiertag 10 bis 18 Uhr,

Kartentelefon: 0351/4887272, www.tsd.de

Geschäftsmodelle für eine digitale Zukunft

11. Mitteldeutscher Zukunftskongress forward2bussiness 2012 – Pressemitteilung

Bekannte Experten und ein interessiertes Fachpublikum

trafen sich am 26./27. 9. 2012 zum diesjährigen Mitteldeutschen

Zukunftskongress forward2business 2012

im Mitteldeutschen Multimediazentrum in Halle (Saale).

Mit einer spannenden und angeregten Diskussion zum

Thema „Urheberrecht im digitalen Zeitalter“ wurde die

elfte Auflage des Kongresses nach einem Empfang am

Vorabend in der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt

eröffnet.

Neben dem Urheberrecht widmete sich forward2business

2012 insbesondere Vertriebsformen und der innovativen

Vermarktung im digitalen Zeitalter. Den Diskussionen

und Ausführungen der insgesamt 17 Panelteilnehmer

und Referenten folgten mehr als 100 Teilnehmer.

forward2business ist die Plattform für Experten, Ideengeber,

Unternehmer und den Nachwuchs, Projekte,

Ideen sowie Strategien vorzustellen, zu analysieren und

zu diskutieren.

Der Mitteldeutsche Zukunftskongress forward2business

2012 ist eine Veranstaltung des International Academy

of Media and Arts e.V. (IAMA) im Auftrag des Sachsen-

Anhalt Medien e.V. (SAM).

Kontakt:

International Academy of Media and Arts e.V.

Mansfelder Straße 56, 06109 Halle (Saale)

www.forward2business.de

v.l.n.r.: Mike Riemenschneider (Kongressleiter), Tony Loeser

(Vorstand der International Academy of Media and Arts e.V. ,

Geschäftsführer MotionWorks GmbH), Manfred Schmidt

(Geschäftsführer MDM), Marco Tullner (Staatssekretär im Ministerium

für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt),

Martin Heine (Vorstandsvorsitzender des Sachsen-Anhalt Medien

e.V.), Alexander Thies (Vorstandsvorsitzender Allianz Deutscher Produzenten

– Film & Fernsehen sowie Vorstandsvorsitzender

der International Academy of Media and Arts e.V.)

FILMVERTRIEB

21


Kurt Maetzig 1911-2012

Kaiserreich, Weimarer Republik, Nazideutschland, Sowjetische

Zone Deutschlands, DDR, Bundesrepublik Deutschland

von MICHAEL LACHMANN

FILMEMACHER

22

Diese Zeitabschnitte

allein wären schon

einen Filmstoff wert.

Ein Leben in sechs

Gesellschaftssystemen

ist in der Draufsicht

für Außenstehende

wie ein Film

für sich. „Ich bin nie

Spezialist für ein bestimmtes

Genre gewesen,

ich habe

immer gern ein Fenster

aufgestoßen. Ich glaube, ich habe viele Anstöße

gegeben – sie aber eigentlich nie zur Vollendung gebracht“,

sagte er 1977 über seine Arbeit. Nachdem er,

halbjüdischer Abstammung, die Nazizeit überlebt hatte,

stürzte er sich nach Kriegsende in jene Welt, die ihn von

Jugend an begeistert hatte. Den Film. 1946 Mitbegründer

der DEFA und der Wochenschau „Der Augenzeuge“.

Bis heute bei Progreß wertvolle O-Tonquelle und Zeugnis

einer Zeit, als das Fernsehen noch fern war. 1947,

ein Jahr nach Staudtes „Die Mörder sind unter uns“,

dem ersten DEFA-Spielfilm, verfilmt Maetzig mit „Die

Ehe im Schatten“ das Schicksal des von den Nazis in

den Selbstmord getriebenen populären Schauspielers

Joachim Gottschalk. Entstanden nach Hans Schweikarts

Novelle „Es wird schon nicht so schlimm“. In allen vier

Sektoren lassen die jeweiligen Stadtkommandanten in

der ehemaligen Reichshauptstadt wegen der Nachhaltigkeit

dieses Filmthemas eine gleichzeitige Premiere

zu. Ein Vorgang, der sich im geteilten Berlin erst in der

DDR-Endzeit wiederholen sollte, als Loriot sich geschickt

gegen SED-Kulturfunktionäre durchzusetzten verstand.

Der Pragmatiker Maetzig avancierte 1954 zum Gründungsrektor

der ersten deutschen Filmhochschule und

achtete peinlich darauf, dass die Eleven nicht durch

Westberlin fuhren, um sich die neuesten italienischen

und französischen Filme anzusehen. Einige haben es

trotzdem gemacht. Wer als bürgerlich galt, damals ein

Stigma in der SED-Diktatur, und sich womöglich 1956

auch noch mit Imre Nagy und den Budapester Arbeitern

solidarisierte, flog auch von der Hochschule. Lange nach

der Wende sind sich das älteste Mitglied der Berliner

Akademie der Künste (Maetzig) und der seinerzeit deshalb

exmittierte und später von einem anderen Rektor

wieder hineingeholte talentierte Dokumentarfilmer

(Junge), ebenfalls Akademiemitglied, mit Milde begegnet.

Man kann heute und konnte auch schon zur DDR-Zeit

zu einigen Filmen Maetzigs sehr wohl in künstlerischen

Fragen kritischer Meinung sein, sind sie doch von Höhen

und Tiefen, Fehlern und von Sentimentalität gezeichnet.

Hinzu kam nach der Wende die Möglichkeit, sich zu der

verordneten und selbstgewählten Propaganda in einigen

seiner Filme analytisch frei zu äußern. Dennoch ist

die Vielfalt seiner angerissenen Spielwiesen bis heute

von Interesse. Die Thälmann-Filme etwa und die gezielte

Fälschung der Thälmann-Biografie in der DDR.

Künstlerisch Raimund Schelcher im LPG-Loblied

„Schlösser und Katen“. Auch im „Lied der Matrosen“

sieht man junge Schauspieler, die später im anderen

Fach sehr erfolgreich wurden. Auch die Komödie „Vergeßt

mir meine Traudel nicht“ mit Eva-Maria Hagen ist

anzuführen oder der Science-fiction-Film „Der schweigende

Stern“. Die Crew war international zusammengesetzt

und wie ein Kuriosum wirkte in der DDR damals

die Tatsache, dass die im Alltag gebetsmühlenartig verkündete

„führende Rolle der Sowjetunion“ in der

Mannschaftshierarchie der DEFA-Film-Raumkapsel

überhaupt keine Rolle spielte.

Nach dem Mauerbau geriet Maetzig kurzzeitig in eine

Schaffenskrise und sollte Jahre später seinen wichtigsten

Film drehen – ungeahnt und durch die Umstände

forciert. In „Das Kaninchen bin ich“ karikiert er bescheiden

die politische Willkür in der DDR. Seinerzeit eine

Wucht. Dieser Film sowie die ganze Jahresproduktion

der DEFA wurden nach dem 11. SED-Plenum 1965 verboten

– getreu dem Motto „Es kann nicht sein, was

nicht sein darf.“ Die Mitschnitte aus der SED-Zentrale,

auch zu diesem Komplex, die heute zugänglich sind,

machen das Ausmaß der menschenverachtenden und

heuchlerischen Haltung der SED gegen andersdenkende

Menschen deutlich.

In den 80ern wurde er Chef des Nationalen Spielfilmfestivals

in Karl-Marx-Stadt. Vorher stand er schon der

Internationalen Filmklubbewegung vor. Gewiß mehr

abgeschoben, aber die Arbeit hat ihn ausgefüllt, weil er

vieles weitergeben konnte.


Selbst als 1987 Maetzigs Autobiografie erschien, wurden

seine Beschreibungen des politischen Klimas und

das Filmverbot von 1965 herausgestrichen. Seine bittere

Erkenntnis nach 1989: „Wie könnten wir heute

dastehen, wenn damals Biografien, und es waren viele,

durch die SED nicht gebrochen worden wären und wir

uns vom Stalinismus, seinen Varianten und Epigonen

und der Stagnation gelöst hätten.“

In einem Nachruf wurde Maetzig als Jahrhundertregisseur

bezeichnet. So wie ich ihn kenne, hätte er sich das

verbeten. Der Vergleich ist zu weit gegriffen, denn was

wären dann Lang, Murnau, Rosselini, Fellini, Bergman,

Wajda u.a. Maetzig ist mit zunehmendem Alter allerdings

zum wichtigen Jahrhundertzeitzeugen geworden,

das trifft eher die Wahrheit, bei klarem und scharfem

Verstand bis zuletzt und es war ein Genuss, sich mit

ihm zu unterhalten und an seinem Wissen teilzuhaben.

Auch bei seinen ironischen Vergleichen mit Heesters

und Geschonneck.

Der kürzliche Tod dieses Regisseurs war den ARD- und

anderen Fernsehstationen zwar die Meldung wert, aber

einen seiner Filme nochmal zu zeigen, schien den Programmverantwortlichen

nicht die Mühe wert. Für mich

als Gebührenzahler eine schwache Leistung. Denn

seine Filme bleiben befragbarer Teil des seit 1990 nunmehr

gesamtdeutschen Filmerbes. Vor allem für jüngere

Generationen.

Kurt Maetzig wurde auf dem Dorotheenstädtischen

Friedhof in Berlin beigesetzt.

„Den Menschen...in Bezug zur gesamten Welt

zu setzen – das ist ja gerade der Sinn des Films

Zum Tod von Filmemacher Dr. Günter Eiselt von HAGEN SCHÖNHERR

Für den Dresdner Dokumentarfilmer Dr. Günter Eiselt

könnte dieser Gedanke Tarkovskijs leidenschaftlicher

Antrieb gewesen sein. Wenn auch nicht gleich zur gesamten

Welt, so setzte er seine Protagonisten doch

stets in Bezug zu ihrem lokalen Umfeld. Bei einem Besuch

vor Jahren arbeitet Günter gerade an 10 NorwegerInnen-Porträts.

Auf dem 16mm-Schneidetisch zeigt

er mir Ausschnitte einer traditionellen Beerdigung in

einem abgelegenen Fjord: wie ein Wiegenkind wird ein

Sarg in einer Traktorschaufel zu Tale gefahren. Diese

dokumentarische Beobachtung des Lebenszyklus faszinierte

ihn. Die filmische Diskussion sollte eine unserer

letzten Begegnungen gewesen sein. Den Film konnte er

nicht mehr fertig stellen und mit anderen teilen. Am 30.

Juni verstarb Dr. Günter Eiselt nach langer Krankheit.

Auf eigene Faust ist er mit seiner ARRI SRII Kamera viel

unterwegs gewesen, oft mit dem selbstgebauten Segelboot

in Norwegen. Mit seiner vorbehaltlosen Art gewann

er dort seine Protagonisten, flog mit ihnen auf

Bohrinseln oder stieg zu entlegenen Bergbauernhöfen

auf. Dieser Herausforderung stellte sich Günter nicht als

Rentner, sondern neugieriger (Filme)Macher.

Gerade da sein filmisches Werk – überwiegend über

Menschen aus Dresden – ohne wirtschaftlichen Auswertungsdruck

auf hohem „Film“-Niveau entstand,

hat seine Heimatstadt auch einen Fotohistoriker („EX-

AKTA“ ,2001) und Chronisten verloren. Sein Blick fiel

auf tanzende Polizisten („The Entertainer“, 1994), einheizende

Maschinisten („Enrico mach Dampf!“, 1998)

oder schlagzeugende Dixieland-Architekten („Rambling

my way“, 1999). Seine ausschließliche Nutzung

von Zelluloid ist in der digitalen Medienwelt „etwas

ganz Besonderes, denn damit sind seine Filme Zeitdo-

Günter Eiselt mit seiner Frau in Norwegen

kumente, die auf Negativ oder Positiv auch noch in 100

Jahren erhalten sind“, schrieb mir Kameramann Thomas

Beckmann. Der filmische Weggefährte Eckart

Reichl erinnert, dass Günter „große Freude daran hatte,

seine Protagonisten hochleben zu lassen“.

Die Leidenschaft fürs Fotografieren entdeckt Günter als

Autodidakt mit der Exakta im Fotoclub seines Geburtsorts

Altenburg. Als Lehrling für Feinmechanik wirkt er

im Betriebsfilmklub Carl Zeiss Jena mit. Das Studium

der Regelungstechnik bringt ihn Ende der 1950er Jahre

nach Dresden. Dort sind die Professoren während der

Vorlesung sein Fotomotiv. Dadurch fällt er seiner späteren

Frau Elisabeth auf. Es folgen Dissertation und langjährige

Lehrtätigkeit am späteren Informatikinstitut der

TU Dresden. Nach dem Fall der Mauer nutzt er den Vorruhestand,

um sich ganz dem Film zu widmen. Sein

aufrichtiges Interesse am Filmnachwuchs habe ich

immer bewundert. Die Besuche bei Günter werden mir

fehlen, seine Neugier in Erinnerung bleiben: „Na, wie

geht es Ihnen? Was macht Ihr Film? Erzählen Sie mal!“

FILMEMACHER

23


„Ich brauche eine Figur zum Anfassen“

Kurt Weiler: Die Kunst des Puppenanimationsfilms

von VOLKER PETZOLD

LITERATUR

24

„Selbst die Liebe habe nicht mehr Menschen zu Narren

gemacht als das Grübeln über das Wesen des Geldes.“

Dieser von Karl Marx zitierte Ausspruch eines englischen

Abgeordneten aus dem 19. Jahrhundert fällt am

Ende des zweiten „Nörgel“-Filmes von Kurt Weiler aus

dem Jahre 1968. Leider unterließ es der Regisseur, das

treffende Zitat von einem seiner im Film agierenden

„Frühmenschen“ einem fachdümpelnden Gelehrten an

die Stirn zu nageln, um nicht zuletzt den heutigen Zuschauern

bildhaft nahezubringen, welch dummes Zeug

in gegenwärtigen Zeiten von Finanzkrisen und Wirtschaftsnöten

zuweilen über den Begriff und den Ursprung

der wohl wichtigsten politökonomischen Kategorie

erzählt wird. Ansonsten mangelt es den drei

Filmen über den Grübler „Nörgel“ und seine Söhne

(1967-1969) mitnichten an Deftigkeit und Sinnlichkeit,

um mit Hilfe des Puppentricks und kleiner Storys wirtschaftsgeschichtliche

Zusammenhänge zu erläutern,

wenngleich der gute alte Marx etwas arg strapaziert

wird. Doch wo sonst hört man heute noch etwas von

der Arbeitswerttheorie ...?!

Alle drei Film-Teile sind mit 17 weiteren Beiträgen sorgfältig

untergebracht auf zwei DVDs, die jüngst vom

DIAF bei absolut MEDIEN Berlin herausgegeben wurden.

Damit wird endlich einem breiteren Kreis von Interessierten

ein nicht unerheblicher Ausschnitt aus dem

Werk eines der wohl bedeutendsten Animationsfilmregisseure

Nachkriegsdeutschlands nahegebracht, ergänzt

durch ein kenntnis- und detailreich verfasstes

Beiheft. Die Auswahl umfasst einen gut gewählten, repräsentativen

Querschnitt aus dem Werk des Künstlers

und schlägt zugleich einen historischen Bogen von dessen

Anfängen um 1952 bis zum Spätwerk Mitte der

1980er Jahre. Deutlich wird in den meisten der Filme

die philosophische und politische Wach- und Interessiertheit

des Regisseurs, der sich immer an seiner selbstgewählten

Heimat DDR sowie ihrem weltanschaulichen

Anspruch rieb und sich im Aufgreifen aktueller Themen

an den anspruchsvollen Diskursen beteiligte wie im bereits

oben genannten Titel oder mit der Demaskierung

von nationaler Kriegseuphorie und Eroberungslust in

„Heinrich der Verhinderte“ (1965). Wenn allerdings in

„Der Apfel“ (1969) die Darstellung der Zwiespältigkeit

menschlichen Erkenntnis- und Forschungsdranges in

der Geschichte heute gerade noch plausibel wird, so

sind die geistig-inhaltlichen Intentionen bzw. der philosophische

Gehalt von „Floh im Ohr“ (1970, „Konvergenztheorie“)

oder auch von „Ein gewisser Agathopulus“

(1979) heutzutage nur mehr schwer nachvollziehbar.

Immer aber bestechen diese Filme durch eine außerordentliche

ästhetische Kraft in Bild, Wort und Ton,

durch Stilisierung und überraschende Formgebung mit

surrealen Tiefen, nicht zuletzt über originell eingesetzte

Materialien bei Puppen und Bauten, durch klug einbezogene

und gesprochene Texte sowie durch feinfühligen

Musikeinsatz und raffinierte Geräuschkulissen bei

selbstverständlich perfekt beherrschtem filmischem

Handwerk in Kamera, Animation und Montage. Weiler

„bediente“ sich hervorragender ostdeutscher Vertreter

der Theater-, Kunst-, Musik- und Autorenszene, allen

voran Achim Freyer, Alfred Thomalla, Einar Schleef, B. K.

Tragelehn, Heinz Kahlau, Günter Sommer, Friedrich

Goldmann. Und so ist man einmal mehr verblüfft darüber,

was künstlerisch in der oft beschworenen Enge

der DDR so alles möglich war (wenn auch nicht alle

Filme des Filmemachers unbeschränkte Aufführungsmöglichkeiten

hatten!), bestes Beispiel hierfür gewiss

„Die Suche nach dem Vogel Turlipan“ (1976), in dem

bodenständige Haus-Utensilien wie Malerpinsel, abgesägte

Klobürsten, Lumpenreste und Porzellanscherben

als Kulissen zur Versinnbildlichung von Exotik und Ferne

herhalten müssen – ein besserer Kontrast zur Darstellung

der Ambivalenz des Lebens in der DDR lässt sich

kaum herstellen.

Kurt Weiler bei der Arbeit 1969


Sehr schön widerspiegeln beide digitale Scheiben

zudem die Spannbreite in Weilers Beherrschung aller

Metragen. Wenngleich ihm ein abendfüllender Animationsfilm

nicht vergönnt war, so reicht doch „Das Wintermärchen“

nach Shakespeare (1972) mit seinen fast 40

Minuten an die Langmetrage heran und ist gleichzeitig

ein hervorragendes Beispiel für den atemberaubenden

Gebrauch von stilistischer Verknappung in Bauten wie

Figuren. Gleichzeitig kann man sich an einigen, im Bonus-Material

enthaltenen Werbefilmen ergötzen, wo

sich der Regisseur auch in der Verknappung der Zeit

übte und dennoch die Botschaften in interessante, zuweilen

freche Sujets einzupacken vermochte. Eine gelungene

Ergänzung bieten überdies die zwei Kinderfilme,

und last but not least ein viertelstündiger Zusammenschnitt

von Ausschnitten aus zwei Interviews, die

Kurt Weiler für Marion Rasche (1997, 2002) und Ralf

Schenk (2001) gab. Leider viel zu kurz ausgewählt,

denn gerade im Zusammenspiel mit dem Text im Booklet

erschließt sich so ein ungemein reiches Leben mit

vielen Details zur Werkentstehung und einer ganzen

Menge spannender Fragen.

Kurt Weiler:

Die Kunst des Puppenanimationsfilms

Herausgegeben vom DIAF, absolut Medien GmbH,

2012, ISBN 978-3-89848-390-2, Preis: 24,90 EUR,

www.absolutmedien.de

Von Filmen und Raumkonstruktionen

von KARL KNIETZSCH

Aus der Tiefe des Raumes kommt John Wayne geritten.

Der Raum ist tief, ist weit – es ist die grandiose Westernkulisse

des Monument Valley, des John-Ford-Country.

Filmstill aus „The Searchers“ von 1956. Die Umschlaggestaltung

des Buches ist Beispiel wie Programm, Leitmotiv

dieses kunsttheoretischen Lesebatzens der besonderen

Art.

Fünf große Themenkomplexe der Auseinandersetzung

mit filmischer Raumkonstruktion thematisieren die

Theoriegeschichte der Kinematographie. „Historische

Perspektiven und aktuelle Methoden“ als Untertitel

verdeutlichen die Intentionen der 16 Autoren, allesamt

profunde Kunst-, Musik-, Literatur, Film- und Medienwissenschaftler:

Methodische Voraussetzungen einer

kunsthistorischen Filmanalyse in der Auseinandersetzung

mit den Disziplinen Film- und Medienwissenschaft,

Literaturwissenschaft, Philosophie und Musikwissenschaft,

inbegriffen Fallstudien und theoretische

Untersuchungen vom Beginn der Filmkunst bis zur Gegenwart.

Die Lektüre des Buches

in ihrer wissenschaftlichen

Schwergewichtigkeit,

basierend

auf grandiosen,

bis Rudolf Arnheim

zurückreichenden

Analysen, versteht

sich eher als Studienmaterial

denn als

Lesestoff und verlangt

auch dann

dem filminteressiertesten

und aufgeschlossensten

Rezeptienten

nicht nur

einiges ab.

Film als Raumkunst

Schüren Verlag, Marburger Schriften zur Medienforschung

[23], 368 Seiten / 200 Abbildungen

Preis: 38,00 EUR, ISBN 978-3-89472-725-3

LITERATUR

25


Socken mit Rhombenmuster

Filme aus dem Deutschen Hygienemuseum Dresden von UWE ROHLAND

LITERATUR

26

Nicht in bewegten Bildern, statisch – aber den Betrachter

berührend – zeigt eine Sonderausstellung im Deutschen

Hygienemuseum den Menschen, Frau und Mann,

in seiner Ganzheit, aber doch halbiert, zwei Seiten eines

Ganzen: die berufliche und die private Seite. In seiner

Arbeitskleidung (respektive Uniform), und locker und

frei, in weniger einengenden Kleidern – einmal sogar

ganz nackt („Entweder Fliege oder gar nichts.“) Die Arbeitskleidung,

so sagen viele der Fotografierten in

Deutschland, Japan und anderen Ländern, „hebt“ – und

wie! Man sieht es ihnen an.

Die neue Schau „Kleider machen Leute“ der berühmten

Fotografin Herlinde Koelbl ist ein Besuchermagnet geworden,

und sie eint alle Altersgruppen vor den meist

großformatigen Bildern.

Wie aber ist das nun mit den bewegten Bildern vom

Menschen in seiner Zeit, in seinem geistigen und vor

allem auch körperlichen Wohlbefinden?

Seit fast einhundert Jahren sammelt man im Hygienemuseum

Dresden auch bewegte Bilder zur gesundheitlichen

Aufklärung und Wissensvermittlung. Im Laufe der

Zeit haben sich die Themen vervielfältigt, auch verändert.

Verständlicherweise – was mal ein Tabu war, ist heute

keines mehr.

Nach 1989 umfasste die Filmsammlung rund 60.000

Meter Filmmaterial in Schwarz-Weiß und Farbe, das in

236 Büchsen gelagert war. Nun erschien, nach dem

Projekt „DEFA-Gesundheitsfilme als wichtige Quelle der

Geschichte“ (2007/2008) die Publikation „Kamera!

Licht! Aktion!“, ein kommentierter Bestandskatalog mit

Essays zu Schwerpunkten der Sammlung, der eine DVD

mit 16 Filmbeispielen beigegeben ist. Lauflänge ca. zwei

Stunden. Die Kapitel des Buches (u.a. „Vom Jahrmarktsspektakel

zum Aufklärungsinstrument“, „Wer lässt sich

schon gerne belehren?“) sind ebenso anschaulich bebildert

wie das Verzeichnis des Filmbestandes.

Die „sozialhygienischen“, aufklärerischen und medizinischen

Themen sind weit gefächert.

Ein Mann erleidet einen Herzinfarkt, als er zusammenbricht,

sieht man, dass er Socken mit einem Rhombenmuster

trägt. Ein Film mit Vorschlägen für eine gesündere,

menschen-freundlichere Lebensweise: Lässt sich

Arbeit besser organisieren? Lässt sich vernünftiger

leben? „Musste das sein?“ ist 1964 im DEFA-Studio für

populärwissenschaftliche Filme entstanden; da wurden

im Auftrag des Museums die meisten der gesammelten

Filme gedreht. „Krebs!“ (1930), ein Stummfilm mit

künstlerischen Schriftinserts im Stil der Zeit, Bild und

Text: eine Einheit – funktioniert auch heute noch als Aufklärungsfilm

zu einem leider immer noch aktuellen

Thema. „Großalarm

bei Kundi“ (1967)

zeigt die Zahnbürstendiebe

Tropfnase, Stinkfuß

und Faulzahn in

einem Kindergarten,

aber das lustige Maskottchen

des Hygienemuseums,

Kundi,

bringt seine Helfer

Wasser und Seife auf

deren Spur, die Mieslinge

wieder davonzuspülen.

So wurde gesundheitliche Aufklärung schon für kleinere

Kinder möglich.

Es gibt auch einige etwa einminütige Spots, die für die

Werbesendung „Tausend Tele-Tips“ im DDR-Fernsehen

produziert wurden. „Gesunde Ernährung am Arbeitsplatz“

propagiert ein Film von 1975 und begibt sich auf

kuriose Abwege: „Meine Hand für mein Produkt!“ als

Losung für die Arbeit in den Küchen der Großbetriebe;

aber wer isst schon gerne – auch 2012 noch – in Kantinen?

Ein sensibler Kurzfilm beschäftigt sich mit der „Eingliederung

hirngeschädigter Kinder und Jugendlicher“

in geschützten Werkstätten bzw. Betriebsbereichen

(1978). Schließlich „Mann und Frau intim“, mit Dr. Siegfried

Schnabl (1988), der einige der Themen in dem zum

DDR-Bestseller gewordenem Buch des Sexualaufklärers

in einem halbstündigen Kinofilm aufbereitet. Ein Ehepaar

Mitte der 30 begibt sich in einer für DDR-Verhältnisse

traumhaften Wohnung auf die Suche nach Antworten,

die es für sich selbst im „Intimbereich“ sucht.

Und findet?....

Ein paar Diskrepanzen gibt es zwischen dem Buch und

der Filmauswahl: Zu einigen der Themen hätte man gern

das Filmbeispiel gesehen – zum Beispiel den wirklich

ersten Film über Homosexualität in der DDR, „Die andere

Liebe“, eine Dokumentation von 1988. Ein Jahr vor

dem Spielfilm „Coming out“ von Heiner Carow.

Bei der Bilderausstellung von Herlinde Koelbl scheint

sich, fürs Erste – ein Kreis zu schließen: vollendete Fotografien

– statisch und dennoch bewegt und bewegend:

im Mittelpunkt die Menschen.

„Kamera! Licht! Aktion !“

Filme über Körper und Gesundheit 1915 bis 1990

Hrsg.: Susanne Roeßiger und Uta Schwarz

für das Deutsche Hygiene-Museum

Sandstein-Verlag, Dresden 2011,

ISBN 978-3-942422-36-9, Preis: 18,90 EUR


Filmnächte am Elbufer

mit Besucherrekord

Die Filmnächte am Elbufer feiern einen neuen Besucherrekord!

Der alte Rekord vom Jahr 2008 wurde

einem verregneten Juli zum Trotz weit übertroffen:

178.500 Besucher kamen zwischen dem 30. Juni und

dem 1. September ans Elbufer, das sind 16.000 mehr

als noch im Vorjahr!

Somit strömten 2012 insgesamt 74.000 Kinofans vor

die Großbildleinwand, die Konzerte zogen in diesem

Jahr sogar 104.500 Musikliebhaber an. Unangefochtener

Spitzenreiter dabei die Band „die Ärzte“, die an

drei restlos ausverkauften Tagen 36.000 Besucher anzogen.

Bereits im bisherigen Rekordjahr 2008 waren

sie mit zwei Auftritten und 24.000 Fans maßgeblich

am Rekord beteiligt. www.filmnaechte.de

Sachsen-Anhalt beschließt Mittelerhöhung

für die MDM

Das Land Sachsen-Anhalt hat für 2012 und 2013 eine

Erhöhung seines Anteils am Förderetat der (MDM um

jährlich 250.000 EUR beschlossen. Damit stellt das

Land der MDM insgesamt ca. 2,8 Mio. EUR für Filmund

Medienproduktionen zur Verfügung.

Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei

Sachsen-Anhalt: „Diese Aufstockung ist zunächst ein

Inflationsausgleich, denn der Betrag war seit Gründung

der MDM 1998 unverändert. Der jährliche Kulturetat

in Sachsen-Anhalt liegt bisher bei ungefähr 85

Mio EUR. Auf jeden Förder-Euro kommen zwischen

zwei und vier EUR, die von den Filmschaffenden in den

regionalen Wirtschaftskreislauf zurückfließen. Durch

die Arbeit der MDM konnten prestigeträchtige Projekte

nach Sachsen-Anhalt geholt werden. MDM Geschäftsführer

Manfred Schmidt sieht in der Mittelerhöhung

„einen wichtigen Schritt, um angesichts steigender

Produktionsbudgets und der hohen Zahl an Anträgen

ein verlässlicher Partner für die Medienwirtschaft zu

bleiben.Die Erhöhung der Mittel wird helfen, auch

künftig attraktive Projekte mit guten Effekten in Mitteldeutschland

zu realisieren.“ Sachsen-Anhalt ist neben

den Freistaaten Sachsen und Thüringen sowie MDR

und

ZDF Gesellschafter der Mitteldeutschen Medienförderung

GmbH. www.mdm-online.de

CYNETART Festival

CYNETART Festival, vom 15. bis 21.11.2012 im Festspielhaus

Hellerau, Motorenhalle, Bon Voyage, Altes

Wettbüro, Club64 - Dresden

CYNETART ist ein internationales Festival für Medienkunst

und digitale Kultur. Es vereint neuartige, interaktive

Kunstinstallationen, audiovisuelle Performances,

aktuelle Positionen der elektronischen und experimentellen

Musik sowie Workshopangebote rund um das

Thema der Entwicklung digitaler Kultur. CYNETART

versteht sich als Experimentierplattform für Künstler

aller Disziplinen, die mit neuen Technologien arbeiten

und somit Kunst und Ideen für unsere Zukunft generieren.

Die diesjährige Festivalausgabe wird das Publikum

an sechs Tagen aktiv in die Kreationsprozesse einbeziehen

und einen Nährboden für ein alternatives Verständnis

neuer Technologien bieten. Künstler, Aktivisten,

Querdenker, Wissenschaftler, Allrounder –

CYNETART bietet viel Raum für kreative Begegnungen

und interdisziplinären Austausch auf allen Ebenen.

http://cynetart.de

Studenten Oscar in Silber für „Von Hunden

und Pferden“

Der Leipziger Nachwuchsregisseur Thomas Stuber

wurde am 9. Juni für „Von Hunden und Pferden“ mit

dem internationalen Studenten‐Oscar in Silber in der

Kategorie „Foreign Language Film“ ausgezeichnet.

Der zweite ausgezeichnete deutsche Kurzfilm „Die

Schaukel des Sargmachers“ (Regie: Elmar Imanov, Internationale

Filmschule Köln) erhielt den Preis in

Bronze, der britische Film „For Elsie“ (David Winstone)

gewann Gold.

„Von Hunden und Pferden“ erzählt die Geschichte des

Mittfünfzigers Rolf und seines Hundes Piet. Als der Tierarzt

die Diagnose Hüftgelenksdysplasie stellt, bricht für

Rolf eine Welt zusammen. Das Einzige, was Piet retten

könnte, sind künstliche Gelenke. Aber der arbeitslose

Rolf hat keine Ahnung, wo er die 3.000 EUR für die

Operation hernehmen soll. Er versucht alles, um seinen

einzigen Gefährten zu retten. Mit seinem alten Bekannten

Pferde‐Schäfer begibt er sich auf die Leipziger

Pferderennbahn und setzt alles auf eine Karte.

www.departuresfilm.de

„Filmisches Erbe“: FFA fördert ab sofort

Digitalisierung von Content

Die FFA fördert ab sofort die Digitalisierung von Filmen,

die dem nationalen Filmerbe zuzurechnen sind.

Die Höchstfördersumme pro Film beträgt 15.000 EUR,

ein Antragsteller kann bis zu 10 Filme innerhalb eines

Jahres gefördert bekommen. Grundsätzlich gilt: Es

können nur programmfüllende Filme gefördert werden,

die im Kino ausgewertet wurden sowie filmhistorisch

und künstlerisch von besonderem Wert sind. Antragsberechtigt

sind die jeweiligen Inhaber der deutschen

Rechte.

Auf Initiative des FFA-Präsidiums hat der FFA-Verwaltungsrat

für dieses Jahr bereits bis zu 1 Mio. EUR im

Haushalt der FFA für die Digitalisierung von Content

bereitgestellt. Unter Einbindung von Sachverständigen

aus der Branche wurden anschließend die Rahmenbedingungen

und Förderkriterien aufgestellt.

www.ffa.de

SPOT

27


SPOT

28

Gedichtfilm-Wettbewerb bis 15.10.2012

Für den von der in Leipzig ansässigen Gesellschaft für

zeitgenössische Lyrik ausgeschriebenen Gedichtfilm-

Wettbewerb „Worte sind Boote“, an dem sich bis zum

15. Oktober 2012 Filmemacher aller Couleur, aller Altersgruppen

und aller Nationen beteiligen können,

stiftet Saxonia Media das Preisgeld für den Erstplatzierten

in Höhe von 500 EUR.

Insgesamt stehen Preise im Wert von rd. 2.600 EUR

für die Wettbewerbsteilnehmer zur Verfügung. Eine

Vorjury wählt unter allen Einsendungen bis zu 35 Gedichtfilme

aus, die auf einer limitierten DVD veröffentlicht

werden. Die Abendjury kürt am 15. November die

5 Hauptpreisträger.

Weitere Informationen und ein Beispielfilm unter

www.lyrikgesellschaft.de/gedichtfilm-wettbewerb.php

Bunte Ansichten gegen braunes Denken

Der Verein Blickwerk e.V. setzt sich intensiv mit der Förderung

des verantwortungsvollen Medienkonsums

und der Medienkunst in Sachsen auseinander. Im Rahmen

dieser Tätigkeit führen die Mitglieder des Vereins

in diesem Jahr das Projekt „Bunte Ansichten gegen

braunes Denken“ durch, das sich mit dem Themenbereich

Mut gegen Gewalt, Zivilcourage und Toleranz

bzw. des toleranten Umgangs miteinander beschäftigt.

Innerhalb einer Projektwoche erarbeiten die Schüler

nach einer theoretischen Einführung in das Thema und

der Sensibilisierung hierfür ein Konzept zur Realisierung

eines Film- und eines Hörfunkbeitrages. Hierbei

fließen ebenfalls die persönlichen Erfahrungen der

Schüler in das Projekt mit ein; es wird eigenes Handeln

in Situationen reflektiert, die tolerantes Handeln erfordern.

Im Anschluss daran wird der Film bzw. das Hörspiel

gemeinsam gedreht, aufgenommen und geschnitten,

sodass am Ende der Projektwoche jeder

Teilnehmer die Ergebnisse mit nach Hause nehmen

kann. Mit den dabei entstandenen Beiträgen werden

die Schüler an Wettbewerben der SLM teilnehmen.

Der Verein Blickwerk e.V. sucht nun für das Schuljahr

2012/ 2013 Mittel- und Hauptschulen in Ostsachsen

und Dresden, die sich für dieses Projekt begeistern

können. Wichtig dabei ist, dass das Projekt nur mit

Hauptschülern durchgeführt werden kann (Klassenstufe

7-9). Die Projektwoche müsste im Zeitraum bis

30.6.2013 durchgeführt werden. www.blickwerk.org

„Film ab!“

Sächsisches Schülerfilmfestival

Bei FILM AB! können Schüler ihre eigenen Filmproduktionen

aus Unterricht oder Projektwochen präsentieren.

Außerdem warten zahlreiche Preise und spannende

Workshops rund um das Thema Film.

Das Sächsische Schülerfilm-Festival findet in diesem

Jahr am 1. Dezember 2012 in der Schaubühne Lindenfels

in Leipzig statt. FILM AB! ist euer Filmfestival. Bei

FILM AB! könnt ihr eure eigenen Filmproduktionen aus

Unterricht oder Projektwochen präsentieren. Außerdem

warten zahlreiche Preise und spannende Workshops

rund um das Thema Film auf euch.

Eingereicht werden können alle Filme, die im Schuljahr

2010/2011 und 2011/2012 im Rahmen des Unterrichts,

in AGs oder im Rahmen von Projekttagen oder

-wochen an sächsischen Schulen entstanden sind. Die

Filme müssen von und mit Schülern umgesetzt worden

sein. Alle Details samt Anmeldeformular gibt es auf der

FILM AB! Webseite unter:

www.schuelerfilmfestival-sachsen.de/einreichung

„Central Theater“ in Grimma auf dem

Weg ins digitale Zeitalter – Oberbürgermeister

bittet um Unterstützung

Im kommenden Jahr gibt es in Grimma seit 100 Jahren

Kinogenuss in der Stadt. Mit der Umrüstung auf die

digitale Vorführtechnik kommt das Kino endgültig in

der Moderne an. „Jetzt besteht die einmalige Chance

aufzurüsten, damit das Kino stabil in Grimma gehalten

werden kann“, appelliert Oberbürgermeister Matthias

Berger, das Kino zu unterstützen. Berger fügt hinzu:

„Wir suchen dringend Unterstützer. Es ist eine einmalige

Chance, jetzt auf die digitale Zukunft zu setzen. So

eine achtzigprozentige Förderung wird es wahrscheinlich

nie wieder geben.“

Grimmas Kino möchte von Zelluloid und Filmrollen auf

digitale Filmvorführung umstellen und die analoge Vergangenheit

hinter sich lassen. Die Fördermittel von

rund 52.000 EUR für die Einführung moderner Computertechnik

und Digitalprojektoren wurden Kinobetreiber

Thomas Hildebrandt zugesagt. Bis Oktober sollen

die analogen Spulen durch bespielbare Festplatten

ausgetauscht werden. Knapp 70.000 EUR sind für den

Saal 1 im „Central Theater“ in der Nicolaistraße 2 fällig.

Die Eigenmittel für die Umstellung betragen 18.000

EUR. Jetzt setzt Thomas Hildebrand auf die Unterstützung

der Grimmaer. Die Digitalisierung ist ein klarer

Vorteil. Hildebrand gibt zu, dass sie die Qualität enorm

verbessert. „Schon jetzt gibt es kaum noch aktuelle

Filme auf Rollen zu leihen.“ Bund und Freistaat geben

jeweils 21.000 EUR hinzu. Die FFA versprach dem Kino

weitere 10.000 EUR. Etwa ein Viertel der Kosten muss

Thomas Hildebrand selbst aufbringen.

Die Stadt Grimma richtete das Unterstützerkonto ein:

Sparkasse Muldental, BLZ: 860 502 00,

Konto: 1010 000 060, Stichwort: Kino. Leider können

keine Spendenquittungen ausgestellt werden. An der

Kinokasse ist eine Spendenbox zu finden.

Tel. 03437 / 92 61 102


Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Projektförderung 2. Halbjahr 2012, Gesamtfördersumme: 126.985,00 EUR

Antragsteller Projekttitel Fördersumme

ma.ja.de

filmproduktions GmbH

Leipziger Dok-Filmwochen

GmbH

Sandmann GbR

Markus Simon

„Pfarrer“

Dokumentarfilm

55. Internationales Leipziger Festival

für Dokumentar- und Animationsfilm

„Sandmann im Bienenhaus“

Kurzfilm

„Im Schatten der Messe-M‘s“

Dokumentarfilm

30.000,00

20.000,00

18.000,00

15.000,00

FILMFÖRDERUNG

Panda Pictures GmbH

Michael Heiderich

vitakuben GmbH

Bernd Kilian

Luc-Carolin Ziemann

D21 Kunstraum Leipzig e.V.

AG Kurzfilm e.V.

„Eine gute Geschichte“

Kurzfilm

„Die Abenteuer des Pflaumentoffel“

Drehbuchentwicklung

„Police, Doubt, Fire“

Kurzfilm

„Borderline“

Kurzfilm

„black box“

Filmreihe

„Künstlerkino“

Film- und Gesprächsreihe

„Fein.Kost – Feine Kurzfilme im Ost“

Deutsch-Tschechisches Kurzfilmprogramm

12.000,00

11.125,00

7.360,00

5.000,00

4.000,00

3.000,00

1.500,00

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DER Filmverband Sachsen vermietet:

Video-Beamer / Blue Ray-Player / Beta-SP-Player

Preise auf Anfrage in der Geschäftsstelle

Telefon 0351- 31540-630/-631

Fax 0351-31540-635

www.FILMVERBAND-SACHSEN.de

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FILMFÖRDERUNG

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Mitteldeutsche Medienförderung (MDM)

Bewilligte Projekte der dritten Gremiumssitzung vom 18.7.2012 / Gesamtfördersumme: 3.166.800,00 EUR

Antragsteller Projekttitel Fördersumme

Egoli Tossell Film New GmbH

NFP Media Rights GmbH & Co. KG

42film GmbH

Gebrüder Beetz Filmproduktion Berlin

GmbH & Ko. KG

accentus music UG

realistfilm

Arden Film GmbH

Vineta Film

Frisbeefilms GmbH & Ko. KG

Walker+Worm Film GmbH & Co. KG

blauwerk.tv GmbH & Ko. KG

Sunday Film Produktions GmbH

Saxonia Media Filmproduktion GmbH

Gebrüder Beetz Filmproduktion Berlin

GmbH & Ko. KG

Warner Bros. Entertainment GmbH

Farbfilm Verleih GmbH

Werkleitz-Gesellschaft e.V.

AG Kino -

Gilde deutscher Filmkunsttheater

ACE - ateliers du cinéma européens

Leipziger DOK-Filmwochen GmbH

Sächsischer Kinder- und Jugendfilmdienst

e.V.

FILMKUNST e.V.

Deutsche Kindermedienstiftung

GOLDENER SPATZ

Ivanhoe

Abenteuerfilm / R: Iain Softley / Produktion

Besser als nix

Dramatische Komödie / R: Ute Wieland / Produktion

Corn Island

Drama / R: George Ovashvili / Produktion

Die Kulturakte - Wagner, Pasolini, van Gogh, Beethoven, Leander

Crime Science / R: diverse / Produktion

Ricardo Chailly - Ein Porträt

Dokumentarfilm / R: Paul Smaczny / Produktion

Ein Strich aus weißer Tünche

Dokumentarfilm / R: Gerd Kroske / Produktion

Yozgat Blues

Dramatische Komödie / R: Mahmut Fazil Coskun / Produktion

Neues aus Sarmatien

Dokumentarfilm / R: Volker Koepp / Produktion

Schatten

Thriller / R: Maximilian Erlenwein / Produktion Nachwuchs

Und morgen leben wir wieder

Thriller / R: Philipp Leinemann / Produktion Nachwuchs

Alles wird gut

Drama / R: Winfried Bonengel / Projektentwicklung

Das Orchester

Komödie / R: Jochen Schmidt-Hambrock / Projektentwicklung

App „Coffeeshop“

App-Serie / A: Gerlis Zillgens / Multimedia-Produktion

Die Akte Wagner - App

App / R: diverse / Multimedia-Produktion

Mann tut was man kann

R: Marc Rothemund / Verleih

Für Elise

R: Wolfgang Dinslage / Verleih

Werkleitz Festival 2013

Sonstige Maßnahmen

Filmkunstmesse Leipzig 2012

Sonstige Maßnahmen

ACE Financing Workshop 2012

Sonstige Maßnahmen

DOK Training 2012

Sonstige Maßnahmen

Schlingel-Matinee/Europäische Filmwochen 2012

Sonstige Maßnahmen

Filmkunsttage Sachsen-Anhalt 2012

Sonstige Maßnahmen

KIDS Cluster

Sonstige Maßnahmen

750.000,00

400.000,00

200.000,00

155.000,00

120.000,00

80.000,00

40.000,00

30.000,00

390.000,00

350.000,00

52.300,00

49.500,00

100.000,00

60.000,00

50.000,00

25.000,00

100.000,00

90.000,00

40.000,00

35.000,00

30.000,00

15.000,00

5.000,00


Ergänzende Kulturelle Filmförderung der SLM

Der Medienrat beschloss auf der Sitzung vom 17.9.2012 zwei Projekte mit insgesamt 27.000 EUR zu fördern

Antragsteller

Hoferichter & Jacobs

Film- und Fernsehproduktion, Leipzig

ostwärts-film, Crostau

Projekttitel

Bundesweite Einreichtermine zur Filmförderung

Mitteldeutsche Medienförderung GmbH

Stoff, Projekte, Produktion, Verleih .....11.10.2012

Tel. 0341-269870, www.mdm-online.de

Kulturelle Filmförderung Sachsen

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Drehbuch/Projektförderung für 2.HJ 2013 . 1.3.2013

Stipendien .........................1.7.2013

Tel. 0351-8 84 8019, www.kdfs.de

„Fair Play“

Dokumentarfilm, Buch und Regie: Andre Berthold

„Gagausen, die Nachfahren der Wölfe“

Dokumentarfilm, Buch und Regie: Britta Wulf und Reiner Nagel

FFA

Projektfilmförderung ...............30.11.2012

Drehbuch........................15.10.2012

Absatz..........................30.11.2012

www.ffa.de

DEFA-Stiftung

Förderung deutscher Filmkunst u. -kultur. 31.3.2013

www.defa-stiftung.de

FILMFÖRDERUNG

Sächsische Landesmedienanstalt (SLM)

Ergänzende Kulturelle Filmförderung ......laufend

Tel. 0341-22590, www.slm-online.de

BKM

Verleih...........................5.10.2012

www.kulturstaatsminister.de

Bayerische Filmförderung FilmFernsehFonds

Drehbuch ........................6.11.2012

Produktion/Projektentwicklung ........6.11.2012

www.fff-bayern.de

Nordmedia

Einreichtermin ...................13.12.2012

www.nordmedia.de

Auslöser

Informationsblatt des Filmverbandes Sachsen

Herausgeber:

Filmverband Sachsen e.V.

Schandauer Straße 64, 01277 Dresden

Tel. 0351-31540630 / Fax -31540635

www.filmverband-sachsen.de

Vorstandsvorsitzende: Katrin Thomas

Redaktion:

Christian Zimmermann, André Schmidt

Gestaltung/Satz: André Schmidt

Druck:

Druckerei Thieme, Meißen

Auflage: 2.200

Der „Auslöser” erscheint in 5 Ausgaben pro Jahr

Redaktion:

E-mail: redaktion@filmverband-sachsen.de

Tel. 0351-315 40 630

Nächster Redaktionsschluss: 16.11.2012

Anzeigen/Mediadaten:

E-mail: media@filmverband-sachsen.de

Nächster Anzeigenschluss: 19.11.2012

Hinweis:

Die namentlich gekennzeichneten Beiträge müssen nicht unbedingt

die Meinung der Redaktion wiedergeben. Die Redaktion behält sich

das Recht zur sinnwahrenden Kürzung von Beiträgen vor.

Bildnachweis:

Titel: Cyranek, S.3 Baksa-Soós, S.6/7 Cyranek, S.8 Lubich/Sommermeyer,

S.11/12 Baksa-Soós, S.14 MDM/Wild Bunch Germany,

S.16/17 Produzenten/Schlingel, S.18 Werkleitz, S.19 Ostpol Leipzig,

S.21 Bergemann, S.23 Schönherr/Eiselt, S.24/25 DIAF/Schüren

Verlag, S.26 Sandstein-Verlag

In der nächsten Ausgabe (6/2012) u.a.:

- Filmförderungen Teil 2

- Aktuelles zum Filmrecht

Den Filmverband Sachsen gibt es auch bei Facebook

IMPRESSUM

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EINREICHTERMINE NATIONALE / INTERNATIONALE FESTIVALS

Regensburg: 13.-20.3.2013

Kurzfilmwoche

Tel. 09941-560901,

www.regensburger-kurzfilmwoche.de

Anmeldeschluss: 26.10.2012

Berlin: 7.-17.2.2013

Berlinale – Internationale Filmfestspiele

Tel. 030-259200, www.berlinale.de

Anmeldeschluss: 1.11.2012

Saarbrücken: 21.-27.1.2013

Max-Ophüls-Preis

Tel. 0681-906890, www.max-ophuels-preis.de

Anmeldeschluss: 1.11.2012

Landshut: 13.-18.3.2013

Kurzfilmfestival

Tel. 089-62303416,

www.landshuter-kurzfilmfestival.de

Anmeldeschluss: 1.11.2012

Tampere/Finnland: 6.-10.3.2013

Internationales Kurzfilmfestival

Tel. +358-3-2235681, www.tamperefilmfestival.fi

Anmeldeschluss: 1.12.2012

Dresden: 16.-21.4.2013

Filmfest Dresden

Tel. 0351-829470, www.filmfest-dresden.de

Anmeldeschluss: 5.12.2012

Créteil/Frankreich: 22.-31.3.2013

Internationales Frauenfilmfestival

Tel. +33-1-49803898, www.filmsdefemmes.com

Anmeldeschluss: 15.12.2012

München: 8.-15.5.2013

DOKfest

Tel. 089-51399788, www.dokfest-muenchen.de

Anmeldeschluss: 15.12.2012

Nyon/Schweiz: 19.-26.4.2013

Visions du Reel

Tel. +41223654455, www.visionsdureel.ch

Anmeldeschluss: 10.1.2013

Stuttgart: 23.-28.4.2013

Internationales Animationsfilmfestival

Tel. 0711-925460, www.itfs.de

Anmeldeschluss: 15.1.2013

Oberhausen: 2.-7.5.2013

Internationale Kurzfilmtage

Tel. 0208-8252652, www.kurzfilmtage.de

Anmeldeschluss: 15.2.2013

5.-21.10. Werkleitz Festival

2012 www.werkleitz.de/moveforward, S.18

12.10. Einsendeschluss

2012 Schülerfilmfestival „Film ab!“

www.schuelerfilmfestival-sachsen.de, S.28

15.-21.10. 17. Internationales Filmfestival

2012 für Kinder und junges Publikum

www.ff-schlingel.de, S.17

29.10.-4.11. 55. Internationales Leipziger Festival

für Dokumentar- und Animationsfilm

3.11. 16.30 Fokus Sachsen, www.dok-leipzig.de, S.16

15.-21.11. CYNETART Festival

2012 http://cynetart.de, S.27

16.11. Verleihung

2012 Rundfunkpreis Mitteldeutschland

www.slm-online.de

27.11. Filmpremiere „Come together“

20.00 Schauburg Dresden, S.8

21.12. Kurzfilmtag 2012

2012 www.kurzfilmtag.com, S.13

24.-26.1. 14. dresdner schmalfilmtage

2013 www.riesa-efau.de, S.5

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