Unser Pfarrbrief Ostern 2013 - Hl-dreikoenige-neuss.de

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erufen

Von Gott berufen

Liebe Schwester Maria Mirjam, Sie haben

sich für einen ganz besonderen Lebensweg

entschieden, der in unserer heutigen Gesellschaft

eher außergewöhnlich ist und nicht

immer auf Verständnis trifft. Wir interessieren

uns dafür, wie Menschen heute bewusst

diesen Lebensweg wählen. Deshalb möchten

wir Sie bitten, etwas von sich zu erzählen.

Unser Pfarrbrief hat den Titel “berufen“. Was

heißt das für Sie - berufen - und wer ist berufen?

Berufung hat damit zu tun in seinem eigenen

Leben einen „Ruf“ wahrzunehmen und

auf diesen zu antworten. Der „Ruf“ kann

uns in verschiedene Richtungen führen und

hat unterschiedliche Lebensbilder zur Folge.

Jeder ist auf-ge-rufen seinem „Ruf“ in seiner

ganz ur-eigenen Art zu folgen, die schon zu

Beginn in ihn hineingelegt worden ist.

Sie fühlen sich zur Ordensfrau berufen und

sind in den Orden der Augustinerinnen in

Neuss eingetreten. Wie war das für Sie, als

Sie diesen Ruf hörten?

Eine Anfrage habe ich in mir schon früh

gespürt. Der Glaube wurde mir Heimat und

ich erlebte die Anziehung des Gebetes und

der Glaubensfragen. Doch innerlich dachte

ich: „Aber ich doch nicht!“ Ich erlebte immer

wieder das Ringen um die Tragfähigkeit

des Glaubens und das Zurückschrecken vor

den Konsequenzen eines solchen Schrittes.

Besonders machte ich mir Gedanken über

die Reaktionen der eigenen Familie und auch

anderer, die mit weniger Euphorie meinen

Glauben teilten.

Haben Sie über Ihre Entscheidung mit anderen

gesprochen?

Als Jugendliche hatte ich einen ganz

besonderen geistlichen Weg-Begleiter, der

zu dem Zeitpunkt behutsam alle Fragen

aufnahm und aus dem Glauben heraus

Vorbild war und Sicherheit gab. Vor fast fünf

Jahren – in einer Zeit des Umbruchs und

Aufbruchs – wurde mir wieder ein Mensch

an die Seite gestellt, der durch alle Fragen

mit hindurch ging, offen auf Krisen reagierte

und immer da war, wenn ich Gesprächsbedarf

hatte.

Warum fühlten Sie sich gerade zu den

Augustinerinnen hingezogen?

Ich suchte eine Gemeinschaft, die Caritas

und Kontemplation miteinander vereinbarte.

Durch Zufall habe ich bei den Schwestern

für „Kloster auf Zeit“ angefragt und

erlebte im Mit-Leben, dass hier beides miteinander

in Einklang gebracht wird.

Gibt es Vorbilder für Ihr religiöses Leben und

welche?

Alle Menschen, die ihren Glauben authentisch

und glaubwürdig leben sind für mich

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