JAHRESBERICHT 2012 - Hochschule Coburg

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JAHRESBERICHT 2012 - Hochschule Coburg

Europa erleben – Studierende besuchten

die EU-Versicherungsaufsichtsbehörde EIOPA

EIOPA ist Teil des europäischen Finanzaufsichtssystems, einem Netzwerk

aus nationalen und europäischen Aufsehern. Eine Hauptaufgabe

ist die Beratung des Europäischen Parlamentes und der 27 Mitgliedstaaten

im Rat sowie der Europäischen Kommission bei Regulierungsvorhaben

im Finanzdienstleistungssektor. Schätzungen zufolge werden

mittlerweile mehr als 80 Prozent der deutschen Gesetzgebung für

Versicherungsunternehmen und Banken auf EU-Ebene entschieden.

Das deutsche Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) beispielsweise wird

zukünftig in weiten Teilen nur noch EU-Vorgaben wiedergeben.

Für die Studierenden bekam die EU durch den Kontakt zu den EIOPA-

Mitarbeitern mit ihren interkulturellen Hintergründen ein Gesicht. Die

komplizierten europäischen Wege mit der Zwischenstation Frankfurt

wurden für die Bachelor-Studierenden fassbarer.

Im Westhafentower in Frankfurt am Main residiert EIOPA auf zwei Etagen. Die

Studierendengruppe aus Coburg erhielt Einblicke in europäische

Entscheidungsstrukturen im Versicherungsbereich. Foto: Michel/Kraft

Außerdem besuchten die Studierenden noch die Deutsche Bank-Zentrale

in Frankfurt und erhielten einen Vortrag über die Deutsche Bank

als globalen Finanzdienstleister, der übrigens (noch) national als Finanzkonglomerat

beaufsichtigt wird.

Pressemitteilung, Hochschule Coburg

Europa ist für viele weit weg, Entscheidungen in der EU dauern lange

und sind wenig transparent. So denken zumindest viele. 23 Coburger

Studierende des dritten Semesters im Bachelorstudiengang Versicherungswirtschaft

erhielten bei einer Exkursion Einblick in die Arbeit der

EU-Aufsichtsbehörde für Versicherungen EIOPA (European Insurance

and Occupational Pensions Supervisory Authority). Gemeinsam mit

Prof. Dr. Jutta Michel und Prof. Dr. Mirko Kraft besuchten sie innerhalb

der Vorlesung Versicherungsaufsichtsrecht die europäische Organisation

mit Sitz in Frankfurt am Main.

Drei Mitarbeiter von EIOPA erklärten den Studierenden den Aufbau

und die Aufgaben der EU-Behörde, die Beaufsichtigung von Finanzanbietern,

die zugleich im Bank- und im Versicherungsgeschäft tätig sind

(sog. Finanzkonglomeraten) sowie den Stand der Reform des EU-Versicherungsaufsichtsrechts

(sog. Solvency II-Projekt). Die drei Themen

sind hochaktuell: Die erst 2011 geschaffene EU-Finanzaufsichts architek

tur soll für den Bankensektor schon wieder geändert werden (Stichwort:

Bankenunion). Die Finanzkonglomerate-Richtlinie wird zurzeit

überarbeitet, wozu EIOPA kürzlich Vorschläge veröffentlicht hat. Die

unter dem Namen „Solvency II“ bekannten Kapital- und Aufsichtsregeln

mit dem Ziel, die europäische Versicherungsaufsicht zu harmonisieren,

sollten national eigentlich jetzt schon gelten, verzögern sich

aber weiter. Momentan besteht in den Versicherungsunternehmen

daher hohe Unsicherheit bei den Umsetzungsprojekten.

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