Zum Download - Hochschule Magdeburg-Stendal

hs.magdeburg.de

Zum Download - Hochschule Magdeburg-Stendal

Nr. 75 :: Dezember 2013

Autocontrol 3D

Studierende setzen sich

für ihre Fachschaften ein

Fachschaftsräte der Hochschule

stellen sich vor

Der vernetzte Mensch auf

der (Daten-) Autobahn

Autocontrol 3D: Autofahren ist mehr

als nur eine Art der Fortbewegung

Studieren mit

Handicap

Barrierefreie Hochschule

Magdeburg-Stendal


treffpunkt campus

Editorial

Zeichen setzen

Es muss an dieser Stelle einmal der Magdeburger Volksstimme

gedankt werden. Die Lokalredaktion hat nämlich die Kandidatenliste

für die alljährlich stattfindende Wahl zum Magdeburger

des Jahres veröffentlicht. Mit dabei: Nancy Wöhler, die an der

Hochschule Sozial- und Gesundheitsjournalismus studiert und

der Medizinstudent Felix Mertin. Beide stehen stellvertretend

für sehr viele Organisatoren und Unterstützer der öffentlich so

gut sichtbaren und politisch bedeutsamen Demonstrationen

gegen die Hochschulkürzungen.

Der Magdeburger Domplatz im Mai: 10.000 Menschen zeigen,

dass sie mit den damals bekannten Vorstellungen der Landesregierung

ganz und gar nicht einverstanden sind. Es folgen weitere

Aktionen. Eine zweite große Kundgebung wird allerdings

abgesagt, denn das Elbehochwasser fordert mittlerweile alle

Kräfte heraus. Wer helfen kann, hilft. Die Magdeburger sind beeindruckt

von den vielen Studenten und Studentinnen, die sich

um diese Stadt kümmern – egal ob sie von hier stammen oder

nicht. Auch diese Unterstützung ist absolut preiswürdig.

So kommt es, dass in diesem Jahr die Aufmerksamkeit dafür,

welche Wirkung Hochschule und Uni auf die Region haben, besondere

Nahrung bekommt. Und es wird überaus deutlich, dass

die Studenten und Studentinnen sich gern für ihre Stadt einsetzen.

Was für ein großartiges Potential! Nun, mittlerweile haben

die Rektoren in den Verhandlungen mit dem Ministerpräsidenten

eine Einigung erzielt (S. 3) und die Kürzungen werden

wesentlich geringer ausfallen, als noch vor Monaten absehbar

war. In der aktuellen Ausgabe gehen wir darauf noch nicht ausführlicher

ein, denn die Einigung kam praktisch zeitgleich mit

der Schlussredaktion zustande. Mehr dazu sicher in der ersten

Ausgabe des Jahres 2014.

Wer übrigens noch an der Wahl zum Magdeburger des

Jahrs teilnehmen will, kann das beispielsweise online tun:

www.volksstimme.de/magdeburgerdesjahres.

Ich wünsche Ihnen und uns eine gute Wahl.

Norbert Doktor

Titelbild

Multimedia-Konzepte fürs Auto

der Zukunft

Wie lassen sich Autofahrten abwechslungsreicher gestalten?

Master-Studierende des Instituts für Industrial Design haben

im Rahmen des Projekts „Autocontrol 3D – Interaktion

im Fahrzeuginnenraum“ vier Designvisionen zum multimedialen

Fahren von morgen entwickelt. Das Musiknetzwerk

SoundDrive soll es den Insassen beispielsweise ermöglichen,

Musiktitel, die in vorbeifahrenden Fahrzeugen abgespielt

werden, selbst „einzufangen“ und anzuhören, zu teilen

und auf ihrem Smartphone zu speichern. Eine weitere Idee:

MoodScout, ein System, dass den Fahrer stimmungsbasiert

navigiert und für die passende Musik sorgt. Auch ein interaktives

Konzept speziell für Kinder haben die Studierenden

erdacht: das MARV getaufte System generiert die aktuelle

Strecke mittels GPS und erklärt diese spielerisch.

CM

Foto: Projektgruppe Autocontrol 3D

Inhalt

Mit neuem Service ins Wintersemester

Stabil hohe Anfängerzahlen: Studienplätze sind in

allen Fächergruppen belegt 3

Der ganz besondere Tunnelblick

Sicherheit und Gefahrenabwehr mit Forschung und Praxisnähe 4

Um die halbe Welt nach Magdeburg

Menschen an der Hochschule: Eric Wuest 5

Geben und Nehmen zwischen Bücherregalen

Hochschulbibliotheken, Orte zum Arbeiten, Spielen und

für Veranstaltungen 6

„In meinen Augen ist Neugierde entscheidend.“

Norman Kleiber hat BWL an der Hochschule studiert 7

campusgeflüster 8

Motto: „Auszeit für Austausch“

Tag für Studium und Lehre am 11. Dezember 8

Jordanien: Bauingenieure festigen die orientalische

Hochschulfreundschaft

Auslandsexkursion des Fachbereichs Bauwesen 9

Neue Reihe: Mein Studiengang

Vielseitigkeit, Kooperationen und Praxisbezug machen

unser Studium aus 10

TITELTHEMA

Der vernetzte Mensch auf der (Daten-) Autobahn

Autocontrol 3D: Autofahren ist mehr als nur eine Art der

Fortbewegung 11

TITELTHEMA

Ehrenamt – Studierende setzen sich für ihre

Fachschaften ein

Spezial: Fachschaftsräte der Hochschule stellen sich vor 12

Von Linkshändern und fetten Fliegen

DAAD-Preis für Eric Bartolotti aus New Hampshire 14

Schülerinnen zeigen Interesse an technischen

Studiengängen

Herbstkurs an der Hochschule 15

TITELTHEMA

Studieren (fast) ohne Einschränkungen –

auch mit Handicap

Barrierefreie Hochschule 16

Mentoring-Programm zündet erste Geburtstagskerze an

Seit einem Jahr Mentoring-Programm an der Hochschule

Magdeburg-Stendal 18

„In Lehrredaktionen konnten wir die Dinge anpacken.“

Romy Fischer hat Journalistik/Medienmanagement an der

Hochschule studiert 19

Nachrichten 20

Impressum 22

Personalien 23

Feierliche Immatrikulationen 2013 24

2


Dezember 2013

Der Stellenwert von Bildung und Wissenschaft für die Zukunftsfähigkeit dieses Landes

Die Kürzungsdebatte ist beendet

Foto: Harald Krieg

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Studierende,

man könnte fast sagen: Es ist vollbracht! Aber ganz soweit ist

es doch noch nicht. Trotzdem haben wir einen ganz wichtigen

Zwischenschritt erreicht. Die abenteuerlichen und bedrohlichen

Zahlen sind vom Tisch. Um dies noch einmal

zu verdeutlichen: Geplant war ab 2015 ein sich jährlich um

5 Millionen Euro steigernder Einschnitt im Hochschuletat

bis zu einem Einsparvolumen von 50 Millionen Euro im

Jahre 2024. Dies hätte sich insgesamt für die Jahre 2015 bis

2024 summiert auf eine Einsparsumme von 275 Millionen

Euro. Herausgekommen ist nun eine Absenkung des Hochschuletats

von ca. 320 Millionen Euro um 4,7 Millionen Euro

für die Jahre 2015 bis 2019. Ab 2020 bis 2025 könnten dann

auf der Basis getätigter Strukturanpassungen acht bis zehn

Millionen Euro jährlich eingespart werden.

Um es noch einmal zu wiederholen, dies ist, wenn man die

Ausgangslage und das Ergebnis vergleicht, ein Riesenerfolg

für uns. Und mit uns meine ich nicht nur die Rektoren,

sondern all die vielen tausend Studierenden, die sich

engagiert und demonstriert haben, sowie Kolleginnen und

Kollegen und andere Unterstützer unseres Widerstandes.

Ihnen allen sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Es

ist uns gelungen, deutlich zu machen, welchen Stellenwert

Bildung und Wissenschaft für die Zukunftsfähigkeit dieses

Landes haben und dass eine Kürzung des Hochschuletats

in dem ursprünglich geplanten Umfang die Hochschullandschaft

dieses Landes zerschlagen hätte. Ganz wichtig

für den Hochschulstandort Sachsen-Anhalt und das Image

des Landes insgesamt ist, dass diese unsägliche Kürzungsdebatte

nun endlich ein Ende hat.

Das heißt aber nicht, dass wir uns nun zurücklehnen können,

um so zu tun, als ob nichts gewesen wäre. Wenn auch

viel zu lange, so hat diese Debatte doch eines angestoßen,

nämlich, dass wir über unsere Strukturen erneut nachdenken,

in der Hochschule, aber auch über die Hochschulgrenzen

hinaus, das heißt in Richtung auf kooperative Strukturen

mit anderen Hochschulen des Landes. Hier geben

uns die Empfehlungen des Wissenschaftsrates eine wichtige,

wenn auch nicht allgemeingültige Orientierung. Aber

wir haben nun, nachdem der finanzielle Rahmen für die

nächsten Jahre gesetzt ist, ein wenig mehr Zeit, über sinnvolle

Veränderungen nachzudenken, die dann einmünden

in einen Hochschulstrukturplan, den unser Ministerium

eigentlich bis zum Ende dieses Jahres erstellen sollte. Die

oben genannte Vereinbarung lässt uns etwas mehr Zeit, so

dass für die Erarbeitung des Hochschulstrukturplanes nun

das erste Quartal des neuen Jahres genannt wird.

Dabei muss ich noch einmal für die, die vielleicht nicht so

in die finanziellen Rahmenbedingungen der Hochschule

eingeweiht sind, verdeutlichen, dass es bei den notwendigen

Strukturanpassungen weniger um die Erbringung

der jetzt vereinbarten Einsparsumme geht. Primär geht es

darum, die schon bisherige Unterfinanzierung der Struktur,

die wir uns auferlegt haben, ins Lot zu bringen. Das

heißt konkret, dass wir den bisherigen Stellenplan nicht

mehr finanzieren konnten und können. Dies ist natürlich

ein Zustand, der nicht auf Dauer angelegt sein kann. Wenn

wir an notwendige Strukturanpassungen denken, dann

sollten wir sicherlich primär die Bereiche, in denen wir

stark sind, erhalten und auskömmlich finanzieren. Dort,

wo wir schwächer sind, bzw. wo die studentische Akzeptanz

zu wünschen übrig lässt, müssen wir sorgfältig prüfen,

inwieweit Korrekturen angebracht sind. Entscheidend

ist hierbei, dass sich die Hochschule als Solidargemeinschaft

versteht und notwendige Entscheidungen gemeinsam

getroffen werden. Betriebsbedingte Kündigungen wird

es hier jedenfalls – und dies habe ich auch schon in der

Vollversammlung am 13. November 2013 ausdrücklich gesagt

– aufgrund solcher Strukturveränderungen nicht geben.

Ich bin sicher, dass es innerhalb unserer Hochschule,

insbesondere in Kooperation mit der Otto-von-Guericke-

Universität, viele Möglichkeiten gibt, Strukturen effizienter

und damit auch studentenfreundlicher zu gestalten und

gleichzeitig mittelfristig auch Einsparungen zu generieren.

In möchte Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein

friedvolles neues Jahr wünschen, in dem ich mich auf

konstruktive Gespräche und Diskurse in oben skizziertem

Sinne freue.

Ihr

Andreas Geiger

3


treffpunkt campus

Sicherheit und Gefahrenabwehr mit Forschung und Praxisnähe

Der ganz besondere Tunnelblick

treffpunkt

forschung

Tunnel sind in der heutigen Verkehrsinfrastruktur unverzichtbare Bauwerke mit einer weitreichenden verkehrstechnischen

und wirtschaftlichen Bedeutung. Stephan Mann, Student im Bereich Sicherheit und Gefahrenabwehr, hat sich im Rahmen seiner

Bachelor-Arbeit mit den Anforderungsprofilen von Flucht- und Rettungskammern für das Schadensereignis Brand beschäftigt.

Quelle: Stephan Mann

Die Berufsfeuerwehr Reutlingen probt bei einer Einsatzübung am Scheibengipfeltunnel den Ernstfall:

Personeneinschluss nach Brandereignis.

Tunnelbauwerke besitzen seit der Antike

eine große Bedeutung für die Entwicklung

der Gesellschaft. Wurden im 16. Jahrhundert

Tunnelanlagen vorrangig im Bergbau

sowie zur Wasserver- und -entsorgung

errichtet, erlangte der Tunnelbau im

18. Jahrhundert mit dem Einsetzen der Industrialisierung

eine hohe Bedeutung für

die Verbesserung der Mobilität in Europa

und Amerika. Seitdem bilden Tunnelbauwerke

vor allem in Europa die Antwort auf

ein stetig steigendes Bevölkerungswachstum

und die Grundlage für internationale

Handelsbeziehungen im transeuropäischen

Verkehrsraum. Dieser Trend ist nach wie vor

ungebrochen.

Derzeit befinden sich in Europa und anderen

Teilen der Erde zahlreiche Tunnelbauwerke

in der Entstehung. Dabei haben die

Bauzeiten maßgeblichen Einfluss auf eine

schnelle Inbetriebnahme der Tunnelanlagen.

Die Projektbeteiligten sind gezwungen

ihre Projekte termingerecht fertigzustellen,

um die vorliegenden Verkehrsprobleme zu

lösen und die wirtschaftlichen Interessen

der Investoren sicherzustellen. Die strikte

Einhaltung der Bauablaufpläne ist dabei

unumgänglich, was seitens der verschiedenen

Bauauftragnehmer zu zeitkritischen

Situationen, ebenso wie stressbedingten

Nebenumständen führt. Ein Baustillstand

infolge von Brandereignissen stellt mit

Abstand eines der größten Risiken für den

Bauunternehmer dar. Daher erhalten die

Brandsicherheit, der Arbeitsschutz sowie

die Gewährleistung von effizienten Rettungseinsätzen

durch Einsatzdienste von

Feuerwehr und Rettungsdienst einen zentralen

Stellenwert im Tunnelbau.

Traditionsgemäß konzentriert sich die

Brandschutzforschung jedoch auf Tunnelbauwerke

in der Betriebsphase. Nicht zuletzt

haben die schwerwiegenden Brandfälle

im Tauerntunnel (1999) und im Gotthardtunnel

(2001) für eine nachhaltige Vergabe

von interdisziplinären Forschungsvorhaben

in diesem Sektor gesorgt. Die bisher

gewonnenen Erkenntnisse können jedoch

nur eingeschränkt auf Tunnelbauwerke –

während ihrer Errichtung in nicht offener

Bauweise – übertragen werden. Die Verhältnisse

innerhalb der Bauphase können

in den physikalischen und geometrischen

Gegebenheiten, den Brandlasten, den Evakuierungsbedingungen

sowie der Durchführung

von Rettungseinsätzen signifikant

abweichen. Ferner lässt sich feststellen, dass

durch die Entwicklung und Einführung

neuer Technologien im Tunnelbau, die Einzellängen

der Tunnelbauwerke sowie die

Baugeschwindigkeit völlig neue Dimensionen

annehmen, denen mit ganzheitlich

abgestimmten Sicherheitskonzepten Rechnung

getragen werden muss. Die Vergangenheit

zeigte jedoch auch, dass insbesondere

bei der Planung und Fortschreibung

von Sicherheits- und Gesundheitsschutzkonzepten

auf Untertagebaustellen starke

Abweichungen im internationalen Vergleich

auftraten. Obwohl ein Großteil der

nationalen Sicherheitsleitbilder vereinheitlicht

werden konnte, finden sich nach wie

vor Sicherheitsaspekte ohne Übereinkunft.

Einer dieser Aspekte ist die Klassifizierung

und Auslegung von Flucht- und Rettungskammern.

So gibt es seit Langem in den

Fachausschüssen kontroverse Ansichten

über die Anforderungsprofile an Fluchtund

Rettungskammern sowie deren Einbindung

in die notwendigen Flucht- und

Rettungskonzepte auf Untertagebaustellen.

Flucht- und Rettungskammern dienen einer

zeitlich begrenzten Aufnahme der unter

Tage Beschäftigten im Ereignisfall (z.B.

Brand). Hierzu müssen diese Systeme verschiedenen

Anforderungen entsprechen,

damit sie ihre Schutzfunktion erfüllen können.

Neben der sicheren Versorgung mit

Atemluft für mindestens 24 Stunden gilt es

vor allem die Insassen vor zu hoher Temperaturbelastung

infolge eines Brandes zu

schützen.

In einer computergestützten Simulation

mit dem Feldmodell FDS (Fire Dynamics

Simulator) wurden unter bestimmten Annahmen

(Brandort, Energiefreisetzungsrate

u.a.) so hohe Temperaturen an der Außenhaut

dieser Schutzsysteme ermittelt, dass

die Insassen dieser Kammern nur geringe

Überlebenschancen gehabt hätten. Hierdurch

werden die geltenden Mindestanforderungen

stark in Frage gestellt.

Ausgehend von den dargestellten Erkenntnissen

sollen in weiterführenden experimentellen

Untersuchungen technische und

organisatorische Maßnahmen abgeleitet

werden, welche die Temperaturen in diesen

Schutzsystemen wirksam begrenzen. Im

Rahmen zukünftiger Harmonisierungen

werden diese Untersuchungsergebnisse ein

wesentlicher Bestandteil der notwendigen

Sicherheitsintegrität für Flucht- und Rettungskammern

bilden.

Stephan Mann

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Dezember 2013

Menschen an der Hochschule: Eric Wuest

Um die halbe Welt nach Magdeburg

Eric Wuest ist LfbA, also Lehrkraft für besondere Aufgaben. Welche das sind, wollte treffpunkt campus wissen und was den

Kanadier an die Hochschule Magdeburg-Stendal gezogen hat auch.

Foto: Matthias Piekacz

Herr Wuest, ich werde weder aus dem

Kürzel „LfbA“ noch aus seiner Bedeutung

schlau. Was ist ihr Job?

Im Kern bin ich Englisch-Lehrer. Ich bereite

die Studierenden am Fachbereich Bauwesen

und insbesondere die im Studiengang

Sicherheit und Gefahrenabwehr auf zukünftige

Anforderungen vor. Viele Betriebe

sind international vernetzt, da werden

Sprachkenntnisse, vor allem die englischen,

vorausgesetzt.

Und was sind sie außerhalb des Kerns?

Da bin ich Mittler zwischen dem ZHH, dem

Zentrum für Hochschuldidaktik und angewandte

Hochschulforschung, und dem

Fachbereich. Es geht darum die Lehrqualität

zu verbessern, zum Beispiel indem Methoden

des E-Learnings etabliert werden.

Vokabeltests auf Moodle kann das am Ende

bedeuten. Weiterhin arbeite ich an der Einführung

des TOEFL-Englisch-Tests an der

Hochschule.

Wie flüssig sind die Studierenden,

wenn es um „bridge building“ und

„fire protection“ geht?

Unterschiedlich. Mit manchen führe ich

Fachgespräche, andere sind etwas zurückhaltender.

Mein Motto ist: Sprachen müssen

gesprochen werden. Also versuche ich,

die Gespräche stets offen zu halten und

durch Nachfragen auch andere zu integrieren.

Es macht mir Freude, Englisch anwendungsorientiert

zu unterrichten und zu

sehen, wie sich die Studierenden in ihrem

zweiten und dritten Semester entwickeln.

Ihre hohe Anwesenheitsquote ist dann der

Bonus für mich.

Ihr Akzent verrät es, Hr. Wuest: Sie

kommen aus Nordamerika.

Den Akzent werde ich wohl nie verlieren.

Er ist schuld, dass ich so häufig gefragt werde,

wo aus den USA ich herkäme. Aber ich

komme aus Toronto, Kanada: ein souveränes

Land! Studiert habe ich Literatur und

Geschichte in Peterborough, das liegt wie

Toronto im Süd-Osten Kanadas. Danach

habe ich in Japan an einer privaten Sprachschule

eine Ausbildung zum Englischdozenten

absolviert. Und dann, in Kenia, wo

ich als Rucksacktourist unterwegs war, bin

ich einem Angebot nach Magdeburg gefolgt.

Dort habe ich für mehrere Firmen gearbeitet,

bevor ich 2004, zunächst freiberuflich,

an der Hochschule angefangen habe.

Das ist lange her. Vermissen sie

Kanada?

Ja und nein. Vier Tage nachdem ich in

Deutschland gelandet bin, 1998, habe ich

eine Frau kennen gelernt, die heute meine

Ehefrau ist. Wir haben auf dem Wernigeröder

Schloss geheiratet und zwei Kinder:

Das ist mein Leben, das macht mich glücklich.

Was soll ich noch vermissen? Dennoch

wünsche ich mich gelegentlich nach Kanada.

Da ist es schön, dass ein Flug jederzeit

möglich wäre.

Eine Frage noch. Wenn nicht in Kanada

und Japan, wohl kaum in Kenia:

Wann haben Sie Deutsch gelernt?

Mein Vater hat Verwandtschaft in Deutschland,

in eene kleene Dörfle bi Würzburg. So

hatte ich schon in meiner Kindheit Kontakt

zur Sprache. Verinnerlicht habe ich sie aber

erst in Magdeburg.

Das Interview führte NICO PFEIL

Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft

Erste Stiftungsprofessur der Hochschule

Seit Beginn des Wintersemesters ist Dr.-Ing. Torsten Schmidt

erster Stiftungsprofessor der Hochschule Magdeburg-Stendal. Am

25. November 2013 hielt der Professor für Siedlungswasserwirtschaft

und Infrastrukturentwicklung im Beisein der Stifter seine

offizielle Antrittsvorlesung. Stifter des Lehrstuhls sind die Städtischen

Werke Magdeburg, die Stadtwerke Stendal sowie die TWM

Trinkwasserversorgung Magdeburg. Die Finanzierung der Professur

ist dank der Stifter für fünf Jahre gesichert.

Foto: Pauline Willrodt

Thomas Bräuer, Geschäftsführer der Stadtwerke Stendal, Marlis Aporius,

Prokuristin der TWM, Prof. Dr. Torsten Schmidt, Prof. Dr. Gilian

Gerke, Dekanin des Fachbereichs Wasser- und Kreislaufwirtschaft,

Johannes Kempmann, Geschäftsführer der Städtischen Werke Magdeburg,

Prof. Dr. Andreas Geiger, Rektor der Hochschule Magdeburg-

Stendal (v. l.)

5


treffpunkt campus

Hochschulbibliotheken, Orte zum Arbeiten, Spielen und für Veranstaltungen

Geben und Nehmen zwischen Bücherregalen

Die Hochschul-Bibliotheken in Magdeburg

und Stendal bieten Raum für

Zeitvertreib. Aber wie verbringen Studierende

ihre Arbeitsphasen? treffpunkt

campus hat augenscheinlich Fleißige

gefragt, ob sie wirklich fleißig sind, und

konnte prompt drei Bibo-Nutzertypen

klassifizieren. Außerdem sind uns Spielzeugeisenbahnen

und Holzautos aufgefallen.

Typ I:

Leiht aus und arbeitet zu Hause

Die Gliederung seiner Bachelor-Arbeit

steht, jetzt muss Alexander Stopp die Überund

Unterpunkte mit Inhalt füllen. Dafür

recherchiert der Medienmanagement-Student

im Katalog der Hochschul-Bibliothek

nach geeigneter Literatur. Gearbeitet wird

aber zu Hause. Da fühlt er sich wohler und

hat alles griffbereit. So läuft es häufig bei

dem 27-Jährigen: Eine viertel bis halbe

Stunde stöbern, dann zwei, drei Bücher

ausleihen und fort. Den Rest trägt er aus

dem Internet zusammen. „Ich weiß nicht,

ob ich damit falsch arbeite oder modern“,

kommentiert Alexander.

Typ II:

Nutzt die Atmosphäre für Hausarbeiten

Was von außen wie eine Gruppenarbeit

wirkt, ist gar keine. Jasin Ameziane, Martin

Schilling und Julian Boxhorn studieren

Wirtschaftsingenieurwesen und arbeiten

an Belegarbeiten – jeder an der eigenen.

„Wir sind öfter hier und erledigen die Aufgaben

zusammen. Bis zu drei Stunden

kann das dauern“, sagt Martin. Die Erstsemester

sitzen zwischen Bauwesenliteratur

im ersten Stock: „Hier herrscht Ruhe

und eine gute Arbeitsatmosphäre.“ Für

gewöhnlich ziehen sie aber den Multimediaraum

als Arbeitsplatz vor – speziell die

Couch –, dort aber war heute eine Veranstaltung.

Typ III:

Bereitet sich auf Prüfungen vor

Constance Schwengel lehnt über „Grundzüge

der Volkswirtschaftslehre“. Bis zur

nächsten Prüfung muss der Stoff sitzen.

Die BWL-Studentin hat sich auf Sozialversicherungsmanagement

spezialisiert und

arbeitet Teilzeit bei der AOK in Magdeburg.

Auf Prüfungen bereitet sie sich oft in der

Bibo vor – manchmal mit drei oder vier

Kommilitonen zusammen. Auf die Frage:

Warum gerade in der Bibo lernen? meint

die 24-Jährige neben ruhiger Atmosphäre

und Reizarmut auch: „Wegen des Cafés

Frösi“.

Familienecken und Veranstaltungen

Ohne Frage, die Typisierung ist nicht abgeschlossen,

zeigt aber, wie unterschiedlich

die Bedürfnisse der Studierenden sind.

Diesen entgegen zu kommen ist ein Ziel

des Teams der Bibliothek. Erst im Oktober

wurde in Stendal und Magdeburg eine

Neuerung eingeweiht: die Familienecken.

Zusammen mit Nicole Franke, zuständig

für Familiengerechtigkeit und Chancengleichheit

an der Hochschule, wurde die

Idee von Spiel-, Mal- und Leseecken für

Kinder eingeführt. „Die Spielecken sollen

zur Vereinbarkeit von Studium und Familie

beitragen und bei Kindern einen guten,

vielleicht ersten, Bibo-Eindruck hinterlassen“,

sagt Sibylle Wegener, die in der Bibliothek

Ansprechpartnerin für Schulungen

und Veranstaltungen ist.

Foto: Matthias Piekacz

Foto: Bastian Ehl

Der Bestand in den Bibliotheken der Hochschule Magdeburg-Stendal zählt 400.000 Titel.

Studierende wissen, auf verschiedene Weise damit umzugehen.

Freuen würde es sie, wenn mehr Studierende

die Initiative ergreifen und eigene

Vorschläge und Wünsche an das Team der

Bibliothek herantragen würden. So wie

es zum Beispiel Jan Iselhorst vom Referat

Queerdenker getan hat: Er organisiert in

der Hochschulbibliothek in Magdeburg

am 4. Dezember 2013 eine Veranstaltung

zum Thema Transsexualität. „Wir sind gespannt

auf weitere Ideen und könnten uns

zum Beispiel auch Diskussionsrunden,

Poetry Slams oder Themenabende vorstellen“,

sagt Sibylle Wegener. Nach kommenden

Veranstaltungen gefragt, antwortet sie:

„Aktuell planen wir eine Lange Nacht der

aufgeschobenen Hausarbeiten für alle, die

ihre Aufschieberitis in den Griff bekommen

möchten. Mit unseren Autoren-Lesungen

geht es natürlich im nächsten Jahr

weiter.“ Informationen dazu bietet:

www.bibliothek.hs-magdeburg.de.

NICO PFEIL

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Dezember 2013

Norman Kleiber hat BWL an der Hochschule studiert

„In meinen Augen ist Neugierde

entscheidend.“

Das Interesse für Wirtschaft wurde bei

Norman Kleiber bereits in jungen Jahren

geweckt: Nicht nur in der Schule,

auch in seiner Freizeit beschäftigte er

sich mit diesem Thema und entschied

sich 2008 das Studium der Betriebswirtschaftslehre

am Standort Stendal

aufzunehmen.

Wie ging es nach dem Studium

weiter?

Ich habe mich sehr früh für den Bereich

E-Commerce interessiert und bin durch

eigene Projekte, wie Homepages, bereits

die ersten Schritte gegangen. Nachdem

ich einige Zeit in China war und mich dort

experimentell austoben, mein Wissen im

Aufbau von Unternehmen vorantreiben

sowie erste Führungsverantwortung

sammeln konnte, ist ein großes amerikanisches

E-Commerce-Unternehmen auf

mich aufmerksam geworden. Die zu besetzende

Stelle hatte es in sich: Director

Sales Süddeutschland. Große Budgetverantwortung,

großes Team und viel Arbeit.

In dieser Zeit habe ich eine Menge gelernt

und die wichtigsten Stellgrößen des Internetgeschäfts

kennengelernt.

absolventen

interview

Warum haben Sie sich gerade für

diesen und keinen anderen Studiengang

entschieden?

Nicht nur während der Schulzeit, sondern

auch in meiner Freizeit habe ich mich

mit diesen Themen befasst, zunächst aus

dem Interesse Erkenntnisse zu gewinnen.

Später war die logische Konsequenz ein

Studium in diese Richtung anzustreben.

Da die Hochschule Magdeburg-Stendal

während des dreijährigen Studiums auch

einen Auslandsaufenthalt vorsah, stand

meine Entscheidung zügig fest.

Welche praktischen Erfahrungen

konnten Sie während Ihres Studiums

sammeln?

Ich hatte das große Glück während meines

Studiums in Stendal einen bunten

Blumenstrauß voller praktischer Erfahrungen

zu sammeln. Neben den vielen

Vorlesungen, die zwar nicht immer

spannend waren, aber die Grundlage für

das spätere „handwerkliche“ und „geistige“

Geschick bilden sollten, konnte ich

mich mit dem Thema Existenzgründung

und Finanzierung – sowohl theoretisch

wie auch praktisch – auseinandersetzen.

In mehreren Projekten und Exkursionen

habe ich wertvolle Erfahrungen

sammeln können. In verschiedenen

Praktika im In- und Ausland konnte ich

diese Erfahrungen anwenden und ausbauen.

Wo arbeiten Sie im Moment und wie

sind Sie zu diesem Job gekommen?

Ich bin Mitgründer bei www.neuronation.de.

Um Schlüsselpositionen in Unternehmen

zu besetzen werden manchmal

Gesellschafteranteile vergeben. Die

Geschäftsbereiche in denen ich tätig bin,

waren vorher noch nicht erschlossen. Im

E-Commerce spricht man allgemein vom

Co-Founder. Meine Aufgaben umfassen

die Entwicklungen der Bereiche Vertrieb

(B2B), Marketing und in dieser frühen

Phase auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Neuronation beschäftigt sich mit den kognitiven

Fähigkeiten des menschlichen

Gehirns. Merk- und Konzentrationsfähigkeit,

Logik und Sprache sind Dinge, die

uns jeden Tag aufs Neue begegnen, auch

wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen.

Wir haben uns auf die Fahne geschrieben

diese Fähigkeiten zu untersuchen und

Menschen dabei zu helfen sich in den

einzelnen Teildisziplinen zu verbessern.

Das geht nicht ganz ohne Wissenschaft.

In Kooperation mit der Freien Universität

Berlin und der Technischen Universität

Dortmund entwickeln wir ein individualisiertes

und interaktives Erfolgstraining

für den Kopf.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag

aus?

Mein typischer Arbeitstag beginnt morgens

um 9 Uhr im Büro. Ich priorisiere

meine Aufgaben und schaue kurz aber

gründlich über die eingetroffenen Mails

aus der Nacht. Danach gibt es ein Teammeeting

zur Besprechung der Ziele und

Aufgaben. Während eines typischen Tages

schreibe ich eine Menge Mails, führe

Telefonate, absolviere Termine und

bespreche mich mit den Kollegen. Am

Abend schaue ich mir die Statistiken und

Zahlen des Tages an. Im Internet ist alles

Norman Kleiber ist Mitgründer bei

www.neuronation.de

messbar daher beansprucht diese Arbeit

ein hohes Maß an Präzision und Sorgfalt.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Mir war es wichtig etwas Nachhaltiges

und Sinnvolles zu schaffen. Das besondere

an meiner Arbeit ist, dass ich an

etwas glauben kann, nämlich dass unser

Produkt einen gesellschaftlichen Mehrwert

bietet. Ich glaube daran, dass wenn

Menschen mit Neuronation trainieren,

die Komplexität des Alltags erträglicher

wird.

Was würden Sie Studierenden Ihrer

Fachrichtung während und nach

dem Studium raten?

In meinen Augen ist Neugierde entscheidend.

Sich ernsthaft mit Themen auseinanderzusetzen

und sich immer wieder

die Frage zu stellen: „Muss das so oder

kann das auch anders?“ Das kann ein

Langzeitmotivator sein. Ich rate dazu

sich mit Freunden zusammenzusetzen

und Themen zu besprechen, gerne auch

bei Wein und Bier. Das schult nicht nur

das sprachliche Geschick sondern schärft

auch die Sinne für die besprochenen

Themen.

Das Interview führte Nancy Wöhler

Foto: Nicolas Papke

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treffpunkt campus

campus

geflüster

Foto: Katharina Remiorz

MATTHIAS GAERTIG (28) aus Haldensleben

studiert im 1. Semester den Bachelor-Studiengang

Industrial Design.

Warum hast Du Dich für ein Studium an der Hochschule

Magdeburg-Stendal entschieden?

Ich habe mir alle für mich potentiellen Hochschulen in

Deutschland angeschaut. In Magdeburg hat es mir am besten

gefallen. Die Atmosphäre und die Lage des Campus haben

mich überzeugt. Kein Campus ist so grün wie hier. Ich

habe mich sofort wohlgefühlt und freue mich auf die Zeit

hier, in der ich viele neue Leute kennen lernen werde.

Was gefällt Dir besonders an Deinem Studiengang?

Ich versuche meinem Leben immer wieder neue Impulse

zu geben und mich weiterzuentwickeln. Der Studiengang

bietet mir viel Neues, positiven Input und vor allem Feedback.

Die Hochschule ist momentan meine Ideenschmiede.

Vor allem die vielen interdisziplinären Aspekte gefallen mir.

Außerdem kann ich beinahe zu jeder Zeit in die Werkstätten

und Labore gehen, um an meinen Arbeiten zu feilen.

Welche Projekte gibt es bei Dir im Studiengang?

In den ersten Semestern steht die Grundlagenlehre der visuellen

Gestaltung, die sehr praxisorientiert ist, an erster

Stelle. Es werden vor allem die Sinne geschult, dazu gestalten

wir beispielsweise Schraubendreher für verschiedene

Zielgruppen. Viele Wege führen zum Ziel. Für mich als gelernter

Goldschmied ist das oftmals gar nicht so einfach,

weil die abzugebenden Objekte wesentlich größer sind als

meine vorherigen Aufträge. Das zwingt mich zum Umdenken,

dadurch lerne ich einige neue Wege und Ansätze kennen,

um in der kurzen Zeit ein Ergebnis zu erzielen. Die

Ergebnisse werden am Ende des Semesters in einer Werkschau

präsentiert. Ab dem dritten Semester gibt es dann

mehrere Projekte, beispielsweise „Ocean Plastic“. Hierzu

wird Kunststoffmüll aus dem Meer gefischt, um diesen

dann als Ressource zu neuen Produkten zu verarbeiten.

Wie stellst Du Dir die Zukunft nach dem Studium vor?

Ich möchte gefordert und gefördert werden, mich weiterentwickeln,

regelmäßig die Grenzen des Möglichen in Frage

stellen, Netzwerke schaffen und die Zeit mehr genießen.

Tag für Studium und Lehre am 11. Dezember

Motto: „Auszeit

für Austausch“

Am 11. Dezember 2013 findet an der Hochschule Magdeburg-

Stendal zum ersten Mal der Tag für Studium und Lehre statt.

Unter dem Motto „Auszeit für Austausch“ können sich an diesem

Tag Lehrende, Studierende und Verwaltungsbereiche mit

Fragen beschäftigen, die sie mit Blick in die Zukunft bewegen.

Wozu gibt es den Tag für Studium und Lehre?

Fachbereiche, Studierende, Verwaltungsbereiche haben alle einen

voll gepackten Alltag. Jeder mit den Schwerpunkten, die gerade

relevant oder akut sind. Wenn wir Studium und Lehre weiterentwickeln

wollen, gehören alle zusammen an einen Tisch. Zeit für

gezielte Reflexion und strategische Überlegungen bleibt aber selten.

Der Tag für Studium und Lehre soll dies befördern – zwischen

allen Beteiligten, fächer- und standortübergreifend. Deshalb wird

er auch lehrfrei sein. Übrigens nimmt sich Stendal jedes Jahr mehrere

Tage Zeit für Reflexion. Ein hochschuldidaktisch wichtiges Instrument

für langfristige Veränderung.

Und wie legen Sie fest, welche die wichtigen Themen sind?

Das tun wir nicht allein. Wir haben die Frage an alle gestellt. Fachbereiche,

Studierende und Verwaltung konnten uns mitteilen, an

welchen Themen sie gern arbeiten würden. Es gab viele Rückmeldungen.

Wir unterstützen nun weiter und organisieren Moderationen

oder Referenten und Referentinnen für die gewünschten

Workshops. Erfreulich ist, dass auch Lehrende und sogar Studierende

unserer Hochschule Workshops leiten oder moderieren

wollen, weil ihnen die Themen am Herzen liegen.

Wie sieht der Tag dann aus?

Um 10 Uhr geht es los. In Stendal wird ein Bus zur Anreise zur Verfügung

stehen. Am Vormittag gibt es Impulse durch einen Vortrag,

durch die Vorstellung vorhandener guter Lehre und innovativer

Ideen an unserer Hochschule und das ZHH-Team steht für Gespräche

und Informationen zu unseren Angeboten zur Verfügung.

Am Nachmittag gibt es parallele Workshops und je nach Interesse

sucht man sich aus, wo man hingehen will.

Und was kann ein Tag wirklich bringen?

Ein Tag verändert natürlich nicht die Welt. An vielen Hochschulen

ist so etwas aber bereits Tradition und fester Bestandteil der

Veränderung von Studium und Lehre. Dieser Tag bietet die Chance,

zu reflektieren, Themen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen

und Ideen für den Umgang damit zu entwickeln. Und im

Austausch kann man voneinander lernen und gute Ideen weiterdenken.

Ergebnisse wollen wir festhalten und allen zur Verfügung

stellen. Übrigens führen aktuell alle Hochschulen in Sachsen-Anhalt

Tage der Lehre durch.

Prof. Dr. Marianne Merkt

Leiterin Zentrum für Hochschuldidaktik und angewandte

Hochschulforschung

Tel.: (0391) 886 42 78

E-Mail: marianne.merkt@hs-magdeburg.de

Die Fragen stellte KATHARINA REMIORZ

Programm: www.hs-magdeburg.de/tsl

8


Foto: Studierende des FB Bauwesen

Dezember 2013

Auslandsexkursion des Fachbereichs Bauwesen

Jordanien: Bauingenieure festigen die

orientalische Hochschulfreundschaft

oder unsicher in diesem Land oder bei der

Exkursion gefühlt. Auch die semesterübergreifenden

und vor allem internationalen

Kontakte haben mir sehr zugesagt“, so Robin

Sieck, Student im 5.Semester im Studiengang

Bauingenieurwesen.

Den Berichten nach zu urteilen, würden

sich die Studierenden der Hochschule

Magdeburg-Stendal freuen, dürften sie im

nächsten Jahr gleich nochmal ins Arabische

Reich fliegen, doch zuerst steht für sie

der Empfang einer Exkursionsgruppe der

GJU auf dem Plan, welcher in naher Zukunft

erfolgen soll.

Kommentare und Eindrücke:

Um die Weichen für ein langanhaltendes

Austauschprogramm mit der jordanischen

Hochschule zu stellen, zog es

eine Gruppe angehender Bauingenieure

auf die Arabische Halbinsel.

Strahlender Himmel, 29 Grad Celsius und

null Millimeter Niederschlag im Frühherbst

– diese Eigenschaft des kontinentalen

Wüstenklimas durften die Studierenden

des Studienganges Bauingenieurwesen

Anfang Oktober genießen. Sie begaben

sich mit ihren Bauwirtschafts-Professoren

Rainer Monsees und Hellmuth Batel auf

eine wissenschaftliche Exkursion in den

Wüstenstaat Jordanien. Ihr Auftrag war die

Aufrechterhaltung und der Ausbau der Beziehungen

zur German-Jordanian University

in , um Studierenden beider Hochschulen

in Zukunft vermehrt Auslandssemester

und internationale Kontaktmöglichkeiten

zu gewährleisten.

Die Hochschule Magdeburg-Stendal ist seit

2005 Trägerin eines der derzeit größten

Bildungsexportprojekte der Bundesrepublik

Deutschland, der GJU (German-Jordanian

University). Durch diese Stellung im

DAAD-Programm „Studienangebote deutscher

Hochschulen im Ausland“ kommt es

regelmäßig zu gegenseitigen Besuchen der

beiden Hochschulrektoren, welche die Exkursion

tatkräftig unterstützt haben.

Begeistert von den ersten Eindrücken der

belebten Hauptstadt Amman und der umgebenen

unverkennbaren Wüstenlandschaft,

ging es für die Studierenden am ersten

Tag der Exkursion direkt mit dem Bus

zur GJU nach Madaba. Nach einem kurzen

Empfang durch Dorothea Jecht und Fatina

Toukan vom International Office, dem

Vize-Präsidenten Prof. Anton Mangstel und

der Vize Dekanin des Studienganges Architektur

Frau Dr. Omaimah Al-Arja wurden

wir von jordanischen und deutschen

Studierenden der GJU begrüßt, konnten

Fragen zu möglichen Auslandssemestern

stellen und erhielten erste Eindrücke vom

Campusleben.

Entsprechend der Studienrichtung unserer

Exkursionsgruppe standen dann Besichtigungen

verschiedener Großbaustellen

jordanischer und international tätiger Bauunternehmen

auf dem Programm. Voller

Erstaunen und mit großem Interesse ließen

sich die angehenden Bauingenieure

von den erfahrenen Bauleitern über die

Baustellen eines mitten in der Wüste liegenden

Klärwerks mit der vielfachen Größe

des Magdeburger Campus, des ersten jordanischen

IKEA-Stores und eines 5-Sterne

Hotels führen. Wir stellten fest, dass der jordanische

Stand der Technik dem deutschen

in nichts nachsteht. Neben den partnerschaftlichen

und baubetrieblichen Zielen,

konnten wir die reichhaltige Kultur dieses

Landes erfahren. Ein Besuch der Stadt Jerusalem

in Israel oder Palästina, wie die Jordanier

in ihren Karten schreiben führte uns

die Bedeutung dieser Stadt für die Religionen

der Welt vor Augen.

So entpuppte sich die Exkursion sich als

voller Erfolg für alle Beteiligten: „Jordanien

war eine wertvolle Erfahrung, mit

vielen kulturellen Eindrücken. Die Menschen

waren sehr offen und freundlich zu

uns – zu keiner Zeit habe ich mich bedroht

Karl Schulz

„Viele interessante Eindrücke von Landschaft,

Historischem und einer ganz anderen

Kultur. Eine Studienreise, die sich gelohnt

hat!“

Lisann Jenrich

„Ich bin froh die Exkursion mitgemacht

zu haben. So konnte man mal wieder eine

neue, spannende Kultur kennen lernen. Als

Erinnerung bleiben mir die unbeschreiblich

schöne und facettenreiche Felsenstadt

Petra sowie die mit Eindrücken nur so um

sich werfende Altstadt von Jerusalem.“

Felix Steeger

„Am meisten beeindruckt hat mich der

freundliche und offene Umgang der Jordanier

mit ihren Gästen.“

Sebastian Schäfer

„Ich muss zugeben, ich habe dieses Land

mit seiner historischen Kultur, der beeindruckenden

Landschaft, vor allem jedoch

den überaus offenen und freundlichen

Menschen, völlig unterschätzt.“

Sandra Schlehf

„Wir haben uns treiben lassen im Toten

Meer, umgeben von den angrenzenden

Ländern Israel und Palästina. Sammelten

Eindrücke auf den dortigen Baustellen und

lernten einiges über die jordanische Bauweise.

Zusammenfassend war diese Exkursion

ein unvergessliches Erlebnis!“

FELIX STEEGER, SEBASTIAN SCHÄFER

PROF. RAINER MONSEES

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treffpunkt campus

Neue Reihe: Mein Studiengang

Vielseitigkeit, Kooperationen und Praxisbezug

machen unser Studium aus

In Deutschland gibt es rund 400 Hochschulen und mehrere tausend Studiengänge. Allein an der Hochschule Magdeburg-

Stendal können Interessenten aus etwa 50 Studiengängen wählen. Acht Studierende verraten, was ihren Studiengang ausmacht

und warum er die beste Wahl für sie ist.

Magdeburg ist die Stadt Otto von Guerickes,

deshalb gehört der Studiengang

Maschinenbau hierher. Hier kann man

wissenschaftlich arbeiten und gleichzeitig

das Gelernte praktisch anwenden, da

die Labore und Unternehmen direkt vor

Ort sind. “

Sebastian Wöhner

Maschinenbau

„Mein Studium ermöglicht es mir als

engagierte und fachlich qualifizierte Absolventin

die Zukunft Sachsen-Anhalts

innovativ mitzugestalten. Die Inhalte

werden im engen Kontakt mit den Professoren

kommuniziert und in einer vielfältigen

und umsichtigen Form dargeboten.“

Henriette Heine

Betriebswirtschaftslehre

„Mein Studiengang bietet mir die Möglichkeit,

in unglaublich viele Felder hineinzuschnuppern.

Die Kombination der Fachgebiete,

wie sie hier angeboten wird, ist

in Deutschland einmalig. Seitdem ich

hier studiere, hat sich mein Wissen und

mein Bild über dieses Berufsfeld stetig

erweitert. Außerdem kann ich selbst bestimmen,

welche Vertiefungsrichtung am

besten zu mir passt und trotzdem andere

Vorlesungen besuchen, um meine Kompetenzen

auszubauen.“

Marie-Christine Drunat

Journalistik/Medienmanagement

„Das Besondere an meinem Studiengang

ist, dass die Hochschule Magdeburg-

Stendal und die Otto-von-Guericke-

Universität kooperieren. Außerdem gibt

es eine Zusammenarbeit mit dem Institut

der Feuerwehr und der Brandschutz- und

Katastrophenschutzschule in Heyrothsberge.“

Patrick Schmegner

Sicherheit und Gefahrenabwehr

„Der Studiengang bietet einen Querschnitt

verschiedener Richtungen wie Psychologie,

Soziologie, Politikwissenschaften

und Recht. Die Studierenden werden

die verschiedenen Bereiche der sozialen

Arbeit vorbereitet. Es werden Beratungssituationen

nachgespielt oder Hartz-IV-

Berechnungen durchgeführt. Ich finde es

unglaublich wichtig, dass die Studenten so

vielseitig ausgebildet werden.“

Sabina Schwarzenberg

Soziale Arbeit

„Der Studiengang ist einzigartig in Sachsen-Anhalt

und in Magdeburg tief verwurzelt.

Die Qualität der Lehre ist sehr gut. Wir

pflegen außerdem internationale Kontakte,

beispielsweise nach Kuba. Außerdem

kann man nach seinem Bachelor- direkt

den Master-Studiengang anschließen.“

Daniel Dietrich

Wasserwirtschaft

„Als Wirtschaftsingenieur habe ich eine

Schnittstellenfunktion. Alle Inhalte, sowohl

technisch als auch wirtschaftlich,

werdenim gleichen Maße vermittelt. Unsere

Professoren kommen aus der Praxis

und wissen, worauf es ankommt.“

Daniel Koch

Wirtschaftsingenieurwesen

„In meinem Studium lerne ich den Menschen

als Produkt und Produzent seiner

Anlagen und seiner Umwelt gleichermaßen

zu betrachten und zu schätzen. Ich

sehe das Studium als breit angelegtes

,Fundament gebendes Element eines

lebenslangen Lern- und Reflexionsprozesses.

Ich forme mein Land und mein

Land formt mich – die Grenzen Sachsen-

Anhalts sind jedoch nicht meine persönlichen

Grenzen.“

Markus Jürisch

Rehabilitationspsychologie

Text und Fotos:

Katharina Remiorz

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Dezember 2013

Der vernetzte Mensch auf der (Daten-)Autobahn

Autocontrol 3D: Autofahren ist mehr als

nur eine Art der Fortbewegung

Eintönige Autofahrten könnten schon

bald der Vergangenheit angehören.

Denn künftig liegt Musik in der Luft, so

die Vision von Design-Studierenden der

Hochschule.

ein System, das ein stimmungsbasierendes

Routing inklusive passender Musik

ermöglicht. MARV, ein Interaktionspool

für Kinder, bei dem die Umgebung der

Fokus standen zunächst die technischen

Konzepte und denen sollten keine Grenzen

gesetzt werden. „Unseren Prototypen

hat in erster Linie Torsten Müller gebaut.

Eine Familie ist auf dem Weg an die Küste

von Nordfrankreich. So eine Fahrt kann

wirklich anstrengend sein, erst recht,

wenn man damit rechnen muss, stundenlang

im Stau zu stehen. Gut, dass ihr neues

Auto nahezu alle technischen Möglichkeiten

bietet: Vater wählt eine Route, die ihn

stimmungsbasierend navigiert, der Sohn

mappt virtuelle Nachrichten an seine

Freunde auf Gebäudefassaden, die Tochter

spielt mit Marvin, ihrem interaktiven, virtuellen

Freund und Mutter fängt vorbeifahrende

Musik ein.

Klingt nach Science-Fiction? Könnte aber

in Kürze in Magdeburg schon Realität sein!

Unter der Leitung von Professorin Steffi

Hußlein haben Studierende des Master-

Studiengangs Interaction Design gemeinsam

mit einem Computervisualisten die

Arbeit zur Umsetzung dieser Vision aufgenommen

und insgesamt vier Prototypen

gebaut. Unterstützt wurden sie hierbei von

dem Business Team HMI-Systementwicklung

der carmeq software & systems GmbH

(Volkswagen Group). Ziel der Projektgruppe

war es, zum Thema „Autocontrol 3D –

Interaktion im Fahrzeuginnenraum – Designvisionen

zum multimedialen Fahren

von morgen“ innerhalb von drei Monaten

Prototypen zu entwickeln, mit denen die

Zeit im Auto abwechslungsreicher genutzt

werden kann.

Dabei entstanden vier Konzepte: Social

Routing, ein Social-Media-Projekt, das

Freunde in der Umgebung findet und es

ermöglicht, Nachrichten virtuell auf Gebäudefassaden

zu projizieren. MoodScout,

Studierende entwickeln Prototypen für interaktive Multimediasysteme im Auto der Zukunft.

aktuellen Strecke mittels GPS generiert

und spielerisch erklärt wird. Und schließlich

SoundDrive, das eine neue Form des

Musikhörens ermöglicht.

Das Musiknetzwerk auf vier Rädern soll

so funktionieren: Alle Fahrzeuge sind miteinander

verknüpft und werden somit zu

mobilen Radiostationen. Auf einer berührungsempfindlichen

Mittelkonsole erscheinen

die Musiktitel, die die Fahrtroute

kreuzen. „Alle Insassen haben gleichzeitig

die Möglichkeit, Musik auszuwählen, zu

teilen oder einzufangen und die Titel in

ihrem privaten Bereich zu speichern“, erklärt

Sindy Kültz. Ein integriertes Filtersystem

ermöglicht zudem, beispielsweise alle

Hip-Hop-Songs im Umkreis von einem

Kilometer herauszusuchen. Die Musiksammlung

kann anschließend auf einem

synchronisierten Smartphone gespeichert

oder durch Upload von neuen Titeln erweitert

werden.

Inwieweit SoundDrive GEMA-rechtlich

realisierbar ist, wurde während der Entstehung

der Prototypen nicht geklärt. Im

Für die Simulation hat er einen Eingabehandschuh

programmiert, der mit einem

Tisch interagiert, ähnlich wie die Hand

später mit dem Touchscreen. Zur besseren

Veranschaulichung haben wir das dann in

einem nachgebauten Auto mit einer Mittelkonsole

aus Papier und einem Beamer

für die Musiktitel nachgestellt“, berichtet

Susanne Speh.

„Die carmeq GmbH war von der Kreativität

der Studierenden begeistert. Die visionären

Konzepte werden nun für laufende

Projekte der carmeq genutzt“, erzählt Professorin

Steffi Hußlein. Der Kontakt zwischen

dem Unternehmen und dem Institut

soll auch in Zukunft bestehen bleiben.

Hochschulkooperationen sind ein wichtiger

Baustein der Nachwuchsförderung

und -gewinnung, betont Sönke Petersen

von der carmeq GmbH: „Hier ging es um

echte, zukunftsrelevante Themen und ein

gestalterisches Brainstorming auf hohem

Niveau, das nicht nur den Studenten etwas

bringt, sondern auch uns neue Ansätze

bietet.“

Katharina Remiorz

Fotos: Projektgruppe Autocontrol 3D

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treffpunkt campus

Spezial: Fachschaftsräte der Hochschule stellen sich vor

Ehrenamt – Studierende setzen

sich für ihre Fachschaften ein

Insgesamt vertreten sechs Fachschaftsräte an der Hochschule

Magdeburg-Stendal die Interessen der Studierenden. Die Mitglieder

haben immer ein offenes Ohr für die kleinen und großen

Sorgen und bilden die Schnittstelle zwischen Studierenden und

Lehrenden an der Hochschule.

Foto: Nancy Wöhler

Neben dem Senat, dem Personalrat, den Fachbereichsräten und dem

Studierendenrat besitzt jeder Fachbereich der Hochschule Magdeburg-

Stendal einen Fachschaftsrat, kurz Fasra. In jedem Jahr werden diese

neu gewählt und jeder Studierende kann sich für seinen Fachbereich

aufstellen lassen. Der Fasra stellt für die Studierenden den ersten Anlaufpunkt

bei Problemen im Studienalltag dar. Auch zum gegenseitigen

Erfahrungsaustausch stehen die Türen der Fachschaftsräte immer

offen. treffpunkt campus sprach mit allen Fachschaftsräten über Ziele,

Erfahrungen und zukünftige Projekte.

Fachschaftsrat Ingenieurwissenschaften

und Industriedesign

Weg vom Image „Fetenverein und Partyschmeißer“, das wünscht sich

Fasra-Mitglied Sarah Schulz für die nächste Legislatur. Dämme haben sie

gesichert, Petitionen eingereicht, Anträge bearbeitet – das Klischee haftet

dem Fachschaftsrat Ingenieurwissenschaften und Industriedesign

aber noch immer an. Darum geht’s in die Offensive: Den Online-Auftritt

verbessern und Visitenkarten erstellen, sind Punkte auf der Ideenliste,

über den IWID-Fasra aufklären – zum Beispiel wofür es Kohle gibt – und

ein Fasra-Banner anschaffen auch. Trotz allem Eifer der Alt- und Neu-

Mitglieder bleibt natürlich Wesentliches im Fokus: die Studierendeninteressen.

Viele kennen das Lied von fehlenden Creditpoints und

schwer erreichbaren Lehrenden. „Um das zu verbessern, müssen wir elf

mit gemeinsamer Stimme sprechen...“, sagt Fasra-Mitglied Daniel Block.

„Etwas bewegen und Angebote für Mitsprache schaffen“ ist die Motivation

von Sarah Schulz. Die nötigen Mittel seien vorhanden, sagt Fasra-Debütantin

Christine Fuhrmann: „Was wir an guten Ideen nicht umsetzen

können, erledigen wir im nächsten Semester.“ In diesem Sinne findet

das Interview sein Ende und die Fasra-Mitglieder steigen in die Haushaltsdiskussionen

ihrer konstituierenden Sitzung ein.

Selbstbeschreibung: „Wir sind ein hochmotivierter Haufen, setzen uns

für die Interessen der Studierenden ein und machen das Studium angenehmer

durch Aktionen wie Grillen oder Feiern.“

Besonderheit: „Der Fasra-Kühlschrank macht unser Büro zu was Besonderem,

damit es nicht so trist aussieht. Wer braucht schon eine Küche?“

Fachschaftsrat Bauwesen

Elf Mitglieder aus den Bereichen Bauingenieur-wesen

und Sicherheit und Gefahrenabwehr bilden im

Fachbereich Bauwesen den Fachschaftsrat. Neben

den bekannten Party-Reihen zu Beginn des Wintersemesters,

wie Erstsemester- oder Weihnachtsfeier,

will der Fasra Bauwesen auch Gelder in die

Hand nehmen, um den Studierenden Zusatzkurse

anzubieten. Ganz vorne steht dabei die Idee, einen

Kurs zum Thema wissenschaftliches Arbeiten zu

organisieren. „In unserem Fachbereich schreiben

wir nicht sehr viele Hausarbeiten oder ähnliches.

Deshalb wollen wir diesen Kurs organisieren, um

die Studierenden bei dem Erstellen ihrer Abschlussarbeiten

zu unterstützen“, so Marcel Würlich,

Sprecher des Fasra.

Die nächsten Projekte, wie Sportfest, Professorengrillen

und ein Runder Tisch mit interessierten Studierenden

und Lehrenden, werden gerade geplant.

Foto: Nico Pfeil

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Dezember 2013

Fachschaftsrat Kommunikation und Medien

Erst vor kurzem konstituiert haben die elf Mitglieder des Fachschaftsrats Kommunikation und

Medien, kurz Fasra KuM, bereits die erste Bewährungsprobe gemeistert: Innenstadt-Rallye und

Ersti-Party. Damit steht der Aufnahme formeller Aufgaben nichts mehr im Weg. Passenderweise

liegen die ersten Anträge schon auf dem Tisch, dabei ist das Semester zum Interviewzeitpunkt

gerade wenige Wochen jung. „Beantragt wird die Förderung zweier Kurzfilm-Projekte“, erzählt

Kevin Oder. Ob der Antrag durchkommt, werde zur nächsten Sitzung besprochen. Wenn die

Formalien stimmen, sieht es allerdings gut aus, fährt er fort. Welche Formalien? Das steht auf

der Website des Fasra. Dort erfahren Interessierte auch, dass eine Action-Kamera ausgeliehen

werden kann oder wann die Sprechzeiten sind. Diese zu nutzen empfiehlt Lisa-Christin Frohberg

allen, die Fragen, Probleme oder Vorschläge in Sachen Studienangelegenheiten haben. Denn die

wichtigste Aufgabe des Fasra KuM ist und bleibt der Einsatz für die Interessen der Studierenden!

Selbstbeschreibung: „Wir sind KuMunikativ!“

Besonderheit: die Fasra-Couch: Es sei wohl die demokratischste Couch der Hochschule, da dort

alle wichtigen Entscheidungen nach Mehrheitsprinzip getroffen werden.

Fachschaftsrat Sozial- und Gesundheitswesen

Der Fachschaftsrat Sozial- und Gesundheitswesen sieht sich selbst

als besonders offen und engagiert. Die zehn Mitglieder vertreten

alle drei Bachelor-Studiengänge des Fachbereichs, sprich Soziale

Arbeit, Gebärdensprachdolmetschen und Gesundheitsförderung

und -management. In Zusammenarbeit mit dem Dekanat wollen

die Mitglieder das Studieren an der Hochschule noch attraktiver

machen: „Unser Fasra sitzt nicht nur auf der Couch, wir bewirken

auch etwas”, so Toni Klein. Der Fasra SGW unterstützt die Arbeit

des Café FRÖSI, hilft Studierenden bei Problemen und plant gemeinsam

mit dem Stura und den anderen Fachbereichen die

Weihnachtsfeier der Hochschule.

Foto: Katharina Remiorz

Fachschaftsrat Wasser- und Kreislaufwirtschaft

Der Fachschaftsrat Wasser- und Kreislaufwirtschaft besteht aus elf

gewählten Mitgliedern. Dazu zählen Studierende aus den Bereichen

Wasser- und Kreislaufwirtschaft sowie Statistik. Sie beschreiben

sich selber als einen „bunten Haufen Studierender, die die Interessen

der Fachschaft vertreten.“

Zu Beginn des Wintersemesters organisierte der Fasra eine Party,

um alle Erstsemester im Fachbereich zu begrüßen. Auch über das

Semester verteilt finden immer wieder Veranstaltungen statt, die

das gegenseitige Kennenlernen und Themenaustausch zum Ziel

haben. So zum Beispiel die Weihnachtsfeier, gemeinsames Grillen

oder Kinoabende im Hörsaal, an denen fachspezifische Filme

vorgeführt werden. Der Fachschaftsrat betont, dass die Zusammenarbeit

mit dem Dekanat und den Dozenten gut funktioniert.

So werden in jedem Jahr der Girls' Day und die Herbstkurse für

Schülerinnen gemeinsam organisiert.

Foto: Nancy Wöhler

Fachschaftsrat Angewandte Humanwissenschaften und Wirtschaft

Der Fasra mit den meisten Mitgliedern hat seinen Sitz in Stendal. Zwei Fachbereiche haben sich hier zusammengeschlossen: Neun Studierende

von Angewandte Humanwissenschaften und elf Wirtschaftsstudierende. Durch seine Größe ist der Fachschaftsrat gut vernetzt. So

sitzen beispielsweise zwei studentische Mitglieder dem Senat bei und ein Student ist in der Kommission für Studium und Lehre vertreten.

Die Mitglieder zeigen sich motiviert: „Wir wollen Innovationspotenziale aufzeigen und uns für die Studierendeninteressen einsetzen. Wir

merken, dass man hier noch etwas bewegen kann.“ Dabei hat sich der Fasra mehrere Ziele gesteckt: „Wir wollen kulturelle Höhepunkte

schaffen und erhalten sowie die Zusammenarbeit, die Strukturen und die Vernetzung am Campus Stendal verbessern.“ In den wenigen

Wochen, die der Fasra in dieser Konstellation besteht, haben die Mitglieder schon einige Projekte angeregt. Unter anderem soll ein neues

Logo erstellt, eine Psychologie-Fachschaften-Konferenz sowie ein Hochschulball ausgerichtet und ein Partytransfer organisiert werden.

Über ihre Arbeit sagen sie: „Wir vernetzen Innovation und Humanität für ein lehrreiches und lebendiges Studium.“

NICO PFEIL :: KATHARINA REMIORZ :: NANCY WÖHLER

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treffpunkt campus

DAAD-Preis für Eric Bartolotti aus New Hampshire

Von Linkshändern und fetten Fliegen

Magdeburg. Er stammt aus New Hampshire und studiert in Magdeburg Fachübersetzen Arabisch/Deutsch/Englisch: Eric

Bartolotti ist der DAAD-Preisträger der Hochschule Magdeburg-Stendal im Jahr 2013. Mit dem Preis werden ausländische

Studierende ausgezeichnet, die sich durch besondere akademische Leistungen und bemerkenswertes gesellschaftliches

oder interkulturelles Engagement hervorgetan haben. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert.

Foto: Matthias Piekacz

die Tinte bzw. der Graphit nicht

von der schreibenden Hand

verschmiert wird). Als ich mich

für den Arabisch-Anfängerkurs

einschrieb, sprach ich den folgenden

Satz: „Alles klar! Das

mach ich mit links!“

zwei Semester waren einfach klasse. Und

wie ging das? Mit: schulden. Angesichts der

Eurokrise ist für viele das Wort „schulden“

eher ein Problem als eine Lösung. Ich meine

aber „schulden“ mit kleinem „s“, also, das

Verb. Ich meine „Jemand schuldet jemandem

etwas.“ Dieses ist nicht immer Geld.

Eric Bartolotti engagiert sich überdurchschnittlich

stark in der Studentenschaft

und arbeitet neben dem Studium als

Sprachtutor für Englisch und Arabisch

an der Hochschule. Außerdem wird sein

interkulturelles Engagement gelobt. So

veranstaltet er beispielsweise Koch- und

Spiele-Abende für seine deutschen und

arabischen Kommilitonen. In Magdeburg

singt der 25-Jährige im Gospel-Chor und

während seines Auslandssemesters in

Amman war er im Wanderverein aktiv.

Wir dokumentieren mit seiner freundlichen

Genehmigung leicht gekürzt die

Rede, die er anlässlich der Immatrikulationsfeier

gehalten hat.

Guten Tag. Ich möchte erstmal alle Linkshänder

ersuchen, die linke Hand zu heben.

Passen Sie auf. Diese Eigenschaft kann riesige

Kettenreaktionen auslösen. Meine eigene

Linkshändigkeit zum Beispiel ist dafür

verantwortlich, dass ich heute vor Ihnen

stehe.

Mit 18 begann ich mein Bachelorstudium

am Middlebury College, USA. Ich wollte

unbedingt eine exotische Sprache lernen,

wie Arabisch, das von rechts nach links geschrieben

wird und sich dementsprechend

hervorragend für Linkshänder eignet (weil

Nein, den Satz habe ich nicht

gesprochen. Damals konnte ich

kein Wort Deutsch, geschweige

denn schlechte Wortspiele.

Deutsch begann ich erst im

sechsten Semester meines Bachelor-Studiums

nach meinem

Auslandsemester in Ägypten.

Das Semester in Ägypten war

okay. Ich lernte, reiste, erlebte,

aber am Ende verließ ich das

Land, ohne damit eine Verbindung

aufgebaut zu haben.

Nach diesem Semester in Ägypten wusste

ich nicht mal, ob ich mein Arabistik-Studium

fortsetzen wollte. Da entsprang die

Idee, Deutsch im Selbststudium zu lernen,

vielleicht gefällt mir ja diese Sprache besser.

Bereits als ich mir voller Freude den Kopf

über trennbare Verben zerbrach, spielte ich

mit dem Gedanken, eines Tages in Europa

zu studieren. Wie sich herausstellte, würde

mich der Weg nach Europa zurück zu meinem

auf dem Abstellgleis geparkten Freund

Arabisch führen. Im März 2012 entdeckte

ich den neuen für mich maßgeschneiderten

Master-Studiengang Fachübersetzen

Arabisch/Deutsch/Englisch mit Bonus-

Auslandsemester in Jordanien. So einen

einzigartigen Studiengang hätte ich in den

USA nie studieren können.

Mir war von Anfang an klar, dass ich mein

Master-Studium in Deutschland und Jordanien

anders als mein Semester in Ägypten

machen wollte. So beschloss ich, einfach

ganz viele Sachen zu unternehmen. Dieser

plumpen Strategie folgend meldete ich

mich für die Late-Summer-School an, bei

der ich viele andere Studenten kennenlernte.

Außerdem unternahm ich ganz viele

andere Sachen. Brettspiele, Wanderungen,

Weihnachtslieder mit Chorfreunden, Nachhilfe

mit anderen Studenten. Die letzten

Das Konzept, dass man einem anderen

Menschen etwas Immaterielles schuldet,

ist beängstigend aber gleichzeitig gemeinschaftsbildend.

Ohne Verbindungen und Verpflichtungen

durch die Welt zu reisen und im

Ausland zu studieren, ist gut und schön, aber

den wahren Lohn des Reisens erntet man

nur, nachdem man sein eigenes sogenanntes

Schuldengewebe gesponnen hat.

Ein paar Freunde in Amman schulden mir

einen Ausflug zum Toten Meer. Ich schulde

einem Chor meine Mitgliedschaft und Stimme.

Eine Freundin aus Baden-Württemberg

schuldet mir einen Kurs im Brotbacken. Ich

schulde meinen Professoren eine gute Masterarbeit.

Und ich schulde einem Mädchen

in Amman ein Date bei der syrischen Eisdiele

an der Straße der erleuchtenden Stadt

(Ja, die Straße heißt wirklich so. Ja, das

Mädchen ist wirklich süß.)

Fazit, für alle, die sich für ein Auslandssemester

interessieren: Probieren Sie ein

Auslandssemester. Drücken Sie sich nicht

davor, Ihr eigenes Schuldengewebe zu spinnen,

auch wenn Sie Angst davor haben, Sie

könnten völlig unerwartet mit einer Person,

Sprache, oder Kultur für immer verbunden

werden, oder davor, dass Sie für einen Spinner

gehalten werden.

Ich bin kein Staatsbürger der Bundesrepublik

Deutschland, ich zahle keine Steuern,

trotzdem gab mir diese Hochschule die

Möglichkeit, auf Kosten dieses Landes zu

studieren. Das heißt, ich schulde Ihnen allen

etwas Konkretes und beabsichtige daher,

mein Leben lang mit diesem großen

Land in Verbindung zu bleiben. So eine

Verpflichtung hätte dem achtzehnjährigen,

linkshändigen Eric am Anfang seines Bachelor-Studiums

vielleicht Angst gemacht,

aber nur weil ihm die Tatsache noch nicht

bewusst war: Für fette Fliegen braucht man

eben große Gewebe.

14


Dezember 2013

Herbstkurs an der Hochschule

Schülerinnen zeigen Interesse an

technischen Studiengängen

Fotos: Matthias Piekacz

Vom 22. bis 24. Oktober 2013 fand der

jährliche Herbstkurs statt. Schülerinnen

aus der Oberstufe besuchten die

Hochschule Magdeburg-Stendal, um

sich einen Überblick über die technischen

Studiengänge zu verschaffen.

Laboringenieur Olaf Billowie erläutert den Schülerinnen die Funktionsweise einer

Destillieranlage.

Interessiert hören die sieben Schülerinnen

der 11. Klasse zu, als Laboringenieur

Martin Wenk im Labor des Insititus für

Elektro-technik Versuche aus den verschiedenen

Semestern erklärt. Im Halbkreis

stehend betrachten die Mädchen den

Versuchsaufbau einer Parabolantenne und

scheuen sich nicht, Fragen zum Thema zu

stellen. „Wir wollen den Schülerinnen die

Elektrotechnik näher bringen, ein Gefühl

dafür wecken und somit Klischees durchbrechen“,

antwortet Martin Wenk auf die

Frage, warum es den Herbstkurs gibt.

Seit 1999 bietet die Hochschule Magdeburg-Stendal

in den Herbstferien den

Herbstkurs an. Ziel dieses Angebotes ist

es, Mädchen und jungen Frauen die Inhalte

technischer Studiengänge näher zu

bringen. Die Institute für Maschinenbau

und Elektrotechnik sowie der Fachbereich

Wasser- und Kreislaufwirtschaft öffnen an

diesen Tagen ihre Labore und präsentieren

den Schülerinnen spannende Experimente

und Vorträge.

Um Interessierte zu erreichen, kontaktiert

die Hochschule jedes Jahr Gymnasien und

Berufsinformationszentren. In diesem

Jahr wurden Oberstufenkoordinatoren

und Physiklehrer von insgesamt 450

Schulen angeschrieben. Dabei werden

nicht nur Schulen in Sachsen-Anhalt berücksichtigt.

Auch zu Schulen in anderen

Bundesländern wurde Kontakt aufgenommen.

Mit Erfolg: 29 der 31 Angemeldeten

reisten aus anderen Bundesländern an.

Dies zeigt, dass die kostenlosen Angebote,

eine Hochschule außerhalb des eigenen

Bundeslandes zu besuchen, gut angenommen

werden.

„Mir hat der Tag am Insititut für Elektrotechnik

wirklich gut gefallen. Am inter-

essantesten fand ich die Solarzellen auf

dem Dach“, so Maria Meßerschmidt aus

Torgau. Sie und ihre zwei Schwestern

können sich gut vorstellen, nach dem

Abitur ein Studium an der Hochschule

Magdeburg-Stendal zu beginnen.

„Sas gute Feedback der Mädchen macht

deutlich, dass der Herbstkurs ankommt

und für alle Teilnehmerinnen ein Gewinn

war”, zieht auch Studienberaterin

Dr. Monika Lehmann ein positives Fazit.

NANCY WÖHLER

15


treffpunkt campus

Fotos: Katharina Remiorz

Barrierefreie Hochschule

Studieren (fast) ohne

Einschränkungen –

auch mit Handicap

Jeder sechste Studierende an der Hochschule

Magdeburg-Stendal hat eine

Behinderung – statistisch gesehen. Darunter

sind Menschen mit Gehbehinderungen,

Blindheit, Taubheit, Diabetes

und „unsichtbaren“, sprich psychischen

Behinderungen. treffpunkt campus

sprach mit dem Behindertenbeauftragten

der Hochschule, betroffenen Studierenden

und Angestellten und hat im

Selbstversuch die Behindertenfreundlichkeit

an der Hochschule getestet.

Seit Beginn des Hochschulbetriebes hat

sich die Situation an den beiden Standorten

stetig verbessert. Die Gebäude sind mittlerweile

durch Rampen und installierte Türschalter

für Studierende mit körperlicher

Behinderung problemlos zugänglich und

die Behindertenparkplätze liegen näher an

den Aufzügen. Für Sehbehinderte wurden

teilweise Türschilder mit Brailleschrift angebracht

sowie Arbeitsplätze und Druckgeräte

für Blindenschrift eingerichtet. Der

Studiengang Gebärdensprachdolmetschen

ermöglicht es, auf die Bedürfnisse Tauber,

Stummer oder Taubstummer professionell

einzugehen. In Stendal hat sich zudem

eine Studierendengruppe mit Handicap gegründet,

die sich aktiv politisch engagiert.

„Insgesamt bin ich von der baulichen Situation

an der Hochschule begeistert“, sagt

Professorin Ingrid Fehlauer-Lenz, Leiterin

des Studiengangs Fachdolmetschen für

Behörden und Gerichte. Sie selbst ist aufgrund

ihrer Rheumaerkrankung seit 27

Jahren auf den Rollstuhl angewiesen. „Ich

habe ein großes Büro, in dem ich mich gut

bewegen kann und über die Jahre wurde

einiges nachgerüstet. So waren zum Beispiel

früher nur die Hauptstraßen barrierefrei.

Heute gibt es auch bei den Wegen

über den Rasenflächen Absenkungen.“

Das Kopfsteinpflaster jedoch, das sich auf

dem gesamten Hochschulgelände befindet,

erschwert eine Fortbewegung mit dem

Rollstuhl. Dieses Problem ist dem Behindertenbeauftragten

der Hochschule, Professor

Hellmuth Batel, durchaus bekannt:

„Die Hochschule ist baulich noch nicht

ideal behindertengerecht.“ Neben einem

Asphaltstreifen an den Hauptachsen des

Campus in Magdeburg würde auch ein

festes Budget im Haushalt fehlen, das für

Anschaffungen oder ähnliches verwendet

werden könne. Dass die Standards in den

Bauvorschriften ungenügend seien, erklärt

Professor Matthias Morfeld, der in Stendal

Ansprechpartner für die Gruppe „Stendaler

Studierende mit Handicap“ ist: „Studierende,

die auf Rampen angewiesen sind, müssen

zum Teil Nebeneingänge benutzen. Das

kostet Zeit und benötigt womöglich eine

Assistenz.“ Für sie sei auch das Arbeiten

in den Bibliotheken mitunter schwierig:

„Körperlich Beeinträchtigte können sich

in der Bibliothek nicht ohne Hilfe dem

Stöbern widmen, da sie viele Bücher nicht

erreichen und Hilfestellung benötigen,

die aufgrund der personellen Kapazitäten

nicht immer gegeben ist.“

Eine ähnliche Erfahrung musste auch

Prof. Dr. Fehlauer-Lenz machen: „Mein

eigener Briefkasten befindet sich zwar

mittlerweile auf einer Höhe, die ich im

Rollstuhl erreichen kann, allerdings befinden

sich die Kästen vieler Kollegen in

den oberen Bereichen.“ Ebenfalls hinderlich

sind Gegenstände vor Türöff-

16


Dezember 2013

nern oder parkende Autos, die den Zugang

zur Rollstuhlrampe versperren.

„Vielleicht lässt sich dieses Problem lösen,

wenn die Rollstuhlrampen gekennzeichnet

werden.“

„Die Hochschulleitung und ich arbeiten eng

zusammen, um Lösungen zu finden. In der

Vergangenheit hat das sehr gut funktioniert

und schnelle, weil unbürokratische, Anpassungen

ermöglicht“, so Hellmuth Batel, der

auch die Kultur der Hilfsbereitschaft auf

dem Campus lobt. Menschen mit körperlicher

Beeinträchtigung könne außerdem

eine studentische Hilfskraft zur Seite gestellt

werden.

Immer mehr Studierende und Mitarbeiter

leiden aber auch an „unsichtbaren“ Behinderungen.

Auf diese kann nur eingegangen

werden, wenn sich die Betroffenen mitteilen.

Nicht selten liegen psychische Behinderungen

im Verborgen: „Unverarbeitete

Erlebnisse und Traumata können Ursache

sein für Depressionen und Prüfungsängste“,

so Batel. „Ein ehemaliger Student war

als Minderjähriger aus einer Krisenregion

nach Deutschland geflohen. Als er von seinen

Erlebnissen eingeholt wurde und im

Studium nicht mehr hinterher kam, hat er

mich aufgesucht. Er erhielt eine angepasste

Vorbereitung für die ausstehenden Klausuren

und konnte diese so bestehen“, berichtet

Professor Batel.

Studierenden mit psychischen Erkrankungen

und Problemen steht Professor Batel

für Gespräche gern zur Verfügung. „Gemeinsam

schauen, wo es hakt und wo noch

Kapazitäten sind, hilft oft schon.“ So könne

man mit Dozenten Absprachen über Rahmenbedingungen

von Prüfungsleistungen

treffen oder mit der Hochschulleitung

über Langzeitstudiengebühren verhandeln,

wenn die Regelstudienzeit nicht eingehalten

werden kann.

NICO PFEIL

KATHARINA REMIORZ

Kontakt

Behindertenbeauftragter der

Hochschule

Prof. Hellmuth Batel

Haus 7, Raum 2.07, Magdeburg

Tel.: (0391) 886 42 71

E-Mail:

hellmuth.batel@hs-magdeburg.de

Schwerbehindertenvertreterin der

Hochschule

Dr. Gudrun Krause

Haus 10, Raum 2.26, Magdeburg

Tel.: (0391) 886 47 03

E-Mail:

gudrun.krause@hs-magdeburg.de

Ansprechpartner für die Gruppe

Stendaler Studierende mit Handicap“

Prof. Dr. Matthias Morfeld

Haus 3, Raum 1.17, Stendal

Tel.: (03931) 21 87 48 47

E-Mail:

matthias.morfeld@hs-magdeburg.de

Stendaler Studierende mit Handicap“

E-Mail:

studis-mit-handicap@hs-magdeburg.de

Stendaler Studierende mit Handicap

In Stendal wurde 2010 eine Gruppe ins Leben

gerufen, die sich speziell für die Interessen

von Studierenden mit Behinderung

einsetzt: die Stendaler Studierenden mit

Handicap. Ihr Ziel ist, eigene Erfahrungen

in der Gruppe auszutauschen und auch

Außenstehenden zugänglich zu machen.

„Gerade erarbeiten wir eine Broschüre,

die über Behinderungsarten und Wege

des Nachteilsausgleichs informiert“, sagt

Mentorin Annemarie Kock. Die Rehabilitationspsychologie-Studentin

macht gerade

ihren Master und weiß, dass besonders

zum Studienbeginn und in der Vorbereitung

auf Praktika die Unterstützung aus

der Gruppe hilfreich ist.

Personalie Hellmuth Batel

Seit 1997 lehrt Prof. Dipl.-Ing. Hellmuth

Batel am Fachbereich Bauwesen. Im Fachgebiet

„Bauwirtschaft und Baubetrieb“

unterrichtet er Studierende im Bereich

Projektmanagement. Hellmuth Batel studierte

an der Technischen Universität

Braunschweig. Anschließend, ab 1977,

war der gebürtige Hamburger über 20

Jahre im Bauwesen tätig – sowohl auf

Bauherren- als auch auf Unternehmerseite.

Darüber hinaus erstellte er als

Sachverständiger promotionsadäquate

Gutachten zum Thema „Mehrkosten

durch gestörten Bauablauf“. Hellmuth

Batel übernahm in zahlreichen Großprojekten

die Steuerung, zum Beispiel

beim Hafenausbau in Hamburg oder

beim Terminalbau am Flughafen Frankfurt.

International war er unter anderem

in Saudi-Arabien tätig. Aus der Leitungsposition

einer Bau-Niederlassung eines

Ingenieurbüros in Frankfurt folgte Hellmuth

Batel dem Ruf an die Hochschule.

Durch die Professur wollte der heute

61-Jährige Praxiserfahrungen mit Lehre

verbinden und Studierenden die Methoden

effizienter Bauweise vermitteln.

Im Amt des Behindertenbeauftragten

engagiert sich Hellmuth Batel seit acht

Jahren. In Zusammenarbeit mit der

Hochschulleitung setzt er sich ein für

die Belange von Studierenden mit Behinderung

und deren individuelle und

unkomplizierte Berücksichtigung.

NICO PFEIL

KATHARINA REMIORZ

17


treffpunkt campus

Mentoring-Programm zündet die erste Geburtstagskerze an

Seit einem Jahr Mentoring-Programm an der

Hochschule Magdeburg-Stendal

Fotos: Matthias Piekacz

Die Mentoren und Mentorinnen begrüßen zum Anfang des Wintersemester 2013/14 ihre neuen Schützlinge.

Neuer Campus, neue Kommilitoninnen

und Kommilitonen, neue Stadt:

Zu Studienbeginn prasselt auf die

Erstsemester eine Menge an neuen

Informationen ein. Das Mentoring-

Programm der Hochschule Magdeburg-Stendal

bietet den Studienanfängerinnen

und -anfängern dabei

Orientierung.

32 Studierende aus höheren Semestern

stehen den Erstis aus ihrem Fachbereich

als Mentorinnen und Mentoren zur

Verfügung. Das Programm ergänzt die

Arbeit der Hochschulscouts, die bereits

seit 2009 schon vor dem Studium mit

Tipps den Einstieg ins Studium und in

die neue Stadt erleichtern. Das Erfreuliche:

Das Mentoring-Programm feierte

mit Beginn des neuen Wintersemesters

2013/14 sein einjähriges Bestehen.

Steffen Henning ist seit der Geburtsstunde

des Programms dabei. Er ist einer der

Mentoren des Studiengangs Bauingenieurwesen.

Den Neuankömmlingen an

der Hochschule Orientierung zu geben,

ist für ihn selbstverständlich. Er meint,

das Schöne wäre, dass man seine eigenen

Erfahrungen weitergeben könne

und durch die Erstis selbst noch etwas

dazu lernt. „Manchmal tauchen völlig

neue Fragen auf und dann muss man

sich selbst erst einmal in die Thematik

einarbeiten oder die Erstsemester eben

an kompetente Stellen weiter verweisen.“

Mit Blick auf das bisherige Bestehen

sagt er: „Das erste Jahr des Mentoring-

Programms war eine Art Probefahrt. Für

das neue Semester haben wir eine noch

viel intensivere Betreuung mit Workshops

und gemeinsamen Ausflügen geplant.“

Die Steigerung der Bekanntheit

dieses Programms bemerkt auch die

Projektkoordinatorin des Mentoring-

Programms Stefanie Suhr vom Zentrum

für Hochschuldidaktik und angewandte

Hochschulforschung der Hochschule

Magdeburg-Stendal. „Während es beim

Programmstart noch relativ schwierig

war, potenzielle Mentoren zu gewinnen,

gab es zwei Semester später eine Bewerberquote

von 3:1“, erklärt sie. Viele dieser

Anwärter wurden selbst betreut und

wollen nun gute Erfahrungen an jüngere

Semester weitergeben.

Stefanie Suhr war vor zwei Jahren selbst

noch Studentin und ist mit Herzblut dabei:

„Ich kann mich noch gut daran erinnern,

dass eine komplett neue Situation

in einer neuen Umgebung, mit neuen

Leuten und weg von zu Hause schon mal

verunsichernd sein kann und dass man

dann froh ist, wenn man jemanden fragen

kann, der sich auskennt.“

Die Mentoren haben ein offenes Ohr für

die Probleme ihrer Mentees, wissen Rat

bei studienrelevanten Fragen und kennen

durch ihre Qualifizierung auch Beratungsstellen,

an die man sich wenden

kann, wenn ernsthafte Schwierigkeiten

auftauchen. Aber es geht auch ums studentische

Leben und die richtigen Tipps

wie beispielsweise: „Wo sind die besten

Kneipen, wo spielen die coolsten Bands,

wo laufen die besten Partys und wo kauft

man am günstigsten ein“.

Ziel des Mentoring-Programms für das

neue Semester ist es weiterhin, den

Erstsemestern eine gute Orientierung

für den Studienstart zu geben, den Weg

durch den Begriffs- und Abkürzungsdschungel

wie „Audimax“, „Credits“, „IO“,

„Hassel“ und „P7“ zu erleichtern, aber

auch einen Treffpunkt für Gleichgesinnte

zu organisieren, wo man auch einfach

mal abhängen und Kommilitonen kennenlernen

kann.

Jacqueline Hendriks

18


Dezember 2013

Romy Fischer hat Journalistik/Medienmanagment an der Hochschule studiert

„In Lehrredaktionen konnten wir

die Dinge anpacken.“

absolventen

interview

Romy Fischer wollte schon immer zum

Fernsehen. Ihre Bachelorarbeit führte

sie zur 99pro media GmbH, eine Produktionsfirma,

die unter anderem mit

den Sendern VOX und Pro7 zusammenarbeitet.

Mit treffpunkt campus sprach

sie darüber, wie es nach dem Abschluss

weiterging.

Warum haben Sie sich für diesen und

keinen anderen Studiengang entschieden?

Eigentlich hatte ich mich für einen anderen

Studiengang entschieden. An der

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

hatte ich bereits zwei Semester Bildungswissenschaften

studiert, weil ich

ein Spezialgebiet als Journalistin haben

wollte. Der Plan war also erst Fachgebiet,

dann schreiben lernen. Pädagogik war

spannend, Journalistik war es noch mehr.

Also änderte ich meinen Plan. Ich wollte

schon immer zum Fernsehen, da diese Tätigkeit

sehr praktisch angelegt ist und ich

mich dort kreativ ausleben kann. Journalistik

war da die richtige Wahl.

Welche praktischen Erfahrungen

konnten Sie während des Studiums

sammeln?

In dem Studiengang hatten wir von Anfang

an die Möglichkeit mit guter Technik

zu arbeiten. Ob nun Schnittsysteme, Kamera

oder die damit verbundenen Drehs.

Wir hatten die Möglichkeit Dokumentarfilme

zu realisieren, Hörfunkbeiträge

zu machen oder Artikel zu schreiben. In

Lehrredaktionen konnten wir die Dinge

anpacken und nicht nur darüber reden.

Auch wenn das nur ein kleiner Teil vom

realen Arbeitsleben ist, den man dort lernen

kann, ist es ein guter Start für zukünftige

Journalisten.

Wo genau arbeiten Sie gerade und wie

sind Sie zu diesem Job gekommen?

Ich arbeite nun bei der 99pro media

GmbH. Das ist eine freie Fernsehproduktionsfirma

und wir produzieren Formate

für die Sender VOX, MDR, SIXX und

Pro7. Ich bin für die Formate „Goodbye

Deutschland - Die Auswanderer“ und „Auf

und davon - Mein Auslandstagebuch“ auf

VOX zuständig. Ich wollte meine Bachelorarbeit

damals über das Thema Doku-

Soaps und ihre Protagonisten schreiben.

Dazu hatte ich eine Firma gesucht, die positive

Beispiele, wenn nicht sogar das Top-

Beispiel hat. Das habe ich bei meiner Firma

mit Daniela Katzenberger gefunden

und durfte gleich als Volontärin starten.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aus?

Ich habe eigentlich gar keinen typischen

Arbeitstag. Das hört sich vielleicht komisch

an, es ist aber genau so. Es gibt bestimmte

Abläufe aber ich mache nie Arbeit

nach Schema F. Was ich übrigens auch

wirklich toll finde. Meine verschiedenen

Prozesse bei der Arbeit beinhalten von der

Recherche bis zum Dreh und Schnitt alles.

Zur Zeit organisiere ich einen Dreh für

„Auf und davon“, den ich Ende September

in New York realisieren werden. Da stehen

hauptsächlich Drehgenehmigungen einholen,

Drehkonzept schreiben und viele

Telefonate mit meinen Protagonisten an.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Das Besondere ist, dass ich zum einen

viel Abwechslung und eine große Vielfalt

an Aufgaben habe und zum anderen,

dass ich im Ausland unterwegs sein darf.

Dafür bin ich auch sehr dankbar. Zudem

darf ich einige Projekte auch als VJ realisieren.

Ganz alleine ohne Team, voll

bepackt mit viel Technik und Kamera in

der Hand mitten in Thailand zu stehen

und zu drehen, ist schon toll.

Gibt es jemanden, z.B. einen Dozenten

oder eine Dozentin, der/die Sie

während des Studiums inspiriert hat?

Inspiration würde ich es nicht nennen.

Allerdings gab es einige Dozenten und

Dozentinnen, die mir gute Tipps und Ratschläge

gegeben haben. Da diese Personen

in meinem Gebiet tätig waren, war

das oft sehr hilfreich.

Was würden Sie Studierenden Ihrer

Fachrichtung während und nach dem

Studium raten?

Während des Studiums: Viel machen. Alle

Projekte, die man kriegen kann, wahrnehmen.

Auch außerhalb der Hochschule.

Ich denke, dass ich schon viel gemacht

habe während des Studiums. Aber im Arbeitsalltag

merke ich auch, was mir noch

alles fehlt, um eine (gute) Autorin zu sein.

Es scheinen Kleinigkeiten zu sein aber

wenn man im Schnitt sitzt und keine Ahnung

vom Texten von Filmen hat, ist man

schlecht dran. Die Grundkenntnisse bekommt

man während des Studiums vermittelt,

Vieles muss man sich aber auch

selbst aneignen oder erlernen wollen.

Das Interview führte Nancy Wöhler

Foto: Katharina Rose

19


Magdeburg. In diesem Herbst startete der zweite Durchgang des

berufsbegleitenden Masterstudiengangs „Europäischer Master

in Gebärdensprachdolmetschen“ (EUMASLI: European Master

in Sign Language Interpreting). Dieser Studiengang wurde von

der Hochschule Magdeburg-Stendal gemeinsam mit der Heriot-Watt

University in Edinburgh, Schottland, und der HUMAK

University of Applied Sciences in Helsinki, Finnland, entwickelt.

Diesmal sind 24 Studierende aus Deutschland, Dänemark,

Schweden, den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Spanien,

Griechenland, Südafrika und den USA an den drei Partnerunitreffpunkt

campus

Nachrichten

Professor Dieter Schwarzenau erhält DKE-Ehrennadel

Für seine außerordentliche Einsatzbereitschaft und Mitwirkung

zum Wohle der elektrotechnischen Normung ist Prof. Dr. Dieter

Schwarzenau mit der Ehrennadel der Deutschen Kommission

Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE

ausgezeichnet worden. Der Experte für Kabelnetze engagiert sich

seit den frühen 1990er Jahren auf nationaler und internationaler

Ebene in verschiedenen Normungsgremien. Zudem stammen

maßgebliche technisch-inhaltliche Festlegungen in den Normen

auf dem Gebiet der optischen Netze aus seiner Feder.

versitäten immatrikuliert, darunter sechs gehörlose Gebärdensprachdolmetscher.

Vom 28. Oktober bis 1. November besuchten die neuen Studierenden

ihr erstes Blockseminar in Magdeburg. Auf dem Programm

standen Gebärdensprachlinguistik, Grundkenntnisse

der Deutschen Gebärdensprache, Geschichte und Kultur der

deutschen Gehörlosengemeinschaft sowie Sport- und Filmveranstaltungen.

Um Dolmetschkosten zu reduzieren, wurden erstmals

Dolmetscher, die für einige Seminare notwendig sind, via

Konferenzleitung aus London zugeschaltet.

pm

Kooperation mit der Universität La Coruña vertieft

Foto: DKE

Michael Teigeler, Geschäftsführer der DKE, überreicht Prof. Dr.

Dieter Schwarzenau die Ehrennadel der DKE für seine Verdienste

um die Normung.

DFG-Projekt an der Hochschule:

Lehrer – kompetent gegen Gewalt und Mobbing?

Magdeburg/ La Coruña. Ende September 2013 war die Prorektorin

für Studium und Lehre, Prof. Dr. Anne Lequy gemeinsam mit

den Koordinatoren des internationalen Master-Studienganges

Water Engineering des Fachbereiches Wasser- und Kreislaufwirtschaft,

Prof. Dr.-Ing. Bernd Ettmer und Franciska Orth, zu

Gast an der spanischen Partneruniversität La Coruña. Anlass

waren Abstimmungen im Doppelabschlussprogramm Water

Engineering und die Vertiefung und Erweiterung der Kooperation

zwischen beiden Hochschulen. Bei diesem Treffen wurde

eine zuvor von beiden Seiten abgestimmte Rahmenvereinbarung

für ein gemeinsames PhD-Programm (doctorate school)

vom Rektor der Universität La Coruña unterzeichnet. In diesem

Programm soll es künftig möglich sein, kooperative Promotionen

zwischen dem Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft

und der Universität La Coruña durchzuführen.

pm

Hochschulen stärken Magdeburger Kongress-Allianz

Magdeburg/Potsdam. Die öffentlichen Debatten um Gewalt und

Mobbing an Schulen zeigen immer wieder den hohen Stellenwert

des Themas. Unklar ist jedoch bisher, wie Lehrkräfte in solchen

Situationen konkret reagieren und wie ihre Interventionskompetenzen

gefördert werden können. Psychologe Dr. Ludwig

Bilz von der Hochschule Magdeburg-Stendal und Bildungsforscher

Prof. Dr. Wilfried Schubarth von der Universität Potsdam

wollen gemeinsam dieser Frage nachgehen und 360 Lehrer und

Lehrerinnen sowie deren Schülerinnen und Schüler befragen.

Das Forschungsprojekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) für zwei Jahre gefördert.

PM

Master in Gebärdensprachdolmetschen:

24 Studierende aus 10 Ländern trafen sich

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OvGU) und

die Hochschule Magdeburg-Stendal sind neue Partner der

Kongress-Allianz für Magdeburg. Der Verbund aus nunmehr

16 festen Partnern und der Magdeburg Marketing Kongress

und Tourismus GmbH (MMKT) bündelt Kräfte und Ressourcen,

um die Landeshauptstadt Magdeburg gezielt als Tagungs- und

Foto: MMKT

20


Dezember 2013

Kongressstandort zu vermarkten. MMKT-Geschäftsführer Olaf

Ahrens freut sich über die neuen Mitglieder: „Die Wissenschaftseinrichtungen

unserer Stadt sind die wohl bedeutendsten Partner,

wenn es um das Einwerben von Tagungen und Kongressen

geht. Es lag daher nahe, eine intensivere Zusammenarbeit mit

Universität und Hochschule anzustreben“. Das MMKT-Kongressbüro

fungiert innerhalb der Kongress-Allianz als zentraler Dienstleister.

Von der Erstberatung über die Vermittlung des passenden

Veranstaltungsorts bis hin zur kompletten Veranstaltungsorganisation

können Tagungs- und Kongressveranstalter unterstützt

werden. Dank einer Kooperation zwischen der MMKT und der

Deutschen Bahn AG sowie den Magdeburger Verkehrsbetrieben

kann sowohl die An- und Abreise der Tagungsteilnehmer, als

auch die Mobilität vor Ort besonders nachhaltig und kostenbewusst

mit speziellen Kongresstickets erfolgen.

www.magdeburg-kongress.de

PM

Kooperation mit Hochschule ist Erfolgsmodell:

Oschersleber Firma gewinnt Unternehmerpreis AURA

Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring hat die

Ackermann Fahrzeugbau Oschersleben GmbH mit dem neuen

Unternehmerpreis des Ministeriums, der „AURA“, ausgezeichnet.

Der Hersteller von Nutzfahrzeuganhängern und -aufbauten setzt

konsequent auf Innovationen und arbeitet dafür seit mehreren

Jahren intensiv mit dem Institut für Maschinenbau der Hochschule

Magdeburg-Stendal zusammen. Neuestes gemeinsames Projekt

ist die Entwicklung eines besonders leichten LKW-Anhängers.

„Bei Ackermann in Oschersleben wird die Zusammenarbeit zwischen

Wirtschaft und Wissenschaft seit vielen Jahren gelebt, um

Innovationen zu generieren. Dieses Erfolgsmodell muss noch

stärker ins gesamte Land ausstrahlen. Deshalb machen wir Ackermann

Fahrzeugbau mit der ‚AURA‘ zum Botschafter für gutes Unternehmertum

in Sachsen-Anhalt“, betonte Möllring. In etwa 18

Monaten wurde ein kostengünstiger Lkw-Anhänger in hybrider

Leichtbauweise entwickelt. Studierende des Maschinenbaus hatten

die Möglichkeit im Rahmen von Vorstudien und Abschlussarbeiten

im Projekt mitzuwirken. Die Mitarbeiter der AFO wurden

im Industrielabor und im An-Institut Zentrum für Faserverbunde

und Leichtbau in Haldensleben begleitend geschult, um die

neuen Technologien (Kleben statt Schrauben) sicher anzuwenden.

Prof. Dr. Jürgen Häberle schätzt ein: „ Das Ergebnis ist ein

serientauglicher LKW-Anhänger der 30 Prozent leichter ist und

zu einem marktgängigen Preis angeboten werden kann.“ Die erfolgreiche

Kooperation wird fortgesetzt. Es werden bereits zwei

weitere Forschungsvorhaben gemeinsam verfolgt.

pm

BauScan2013: Fachtagung mit 165 Teilnehmern

Magdeburg. Am 21. und 22. November fand an der Hochschule

die BauScan2013 statt, ein zweitägiger Fachkongress zum Thema

Laserscanning. Gemeinsame Veranstalter waren der Fachbereich

Bauwesen sowie die Firma Laserscanning Europe GmbH, Magdeburg.

Insgesamt 165 Teilnehmer aus sieben Ländern (Deutschland,

Belgien, Niederlande, Schweiz, Türkei, USA und Irland) informierten

sich über Anwendungsbereiche des Laserscannings,

wie Mobile Scanning und Verkehrswegebau, Deformationsmessungen,

VR (Virtual Reality) sowie Hard- und Softwarelösungen.

Die Tagungsleitung lag bei Prof. Dr.-Ing. Tobias Scheffler.

Call for Action für Think CROSS – Change MEDIA 2014

Magdeburg. Think CROSS – Change MEDIA reloaded! Nach dem

erfolgreichen Erstling 2012 setzt der berufsbegleitende Masterstudiengang

Cross Media an der Hochschule Magdeburg-Stendal

vom 20. bis 22. März 2014 auf Fortsetzung. Vorschläge für

Vorträge, Praxisbeiträge und Workshops sind erwünscht und

können bis zum 8. Dezember eingereicht werden.

www.crossmedia-konferenz.de

PM

Deutschlands erste Medizinmanager aus Magdeburg

Magdeburg. Angestellte aus dem Gesundheitswesen sind mehr

denn je gefragt, Ärzte bei steigendem Verwaltungsaufwand zu

entlasten. Dafür steht der neu entwickelte weiterbildende Bachelor-Studiengang

Medizinmanagement, der gemeinsam von

der Hochschule Magdeburg-Stendal in Kooperation mit der EU-

MEDIAS Heilberufe AG durchgeführt wird. Die ersten Absolventen

haben im Rahmen einer Feierstunde am 22. November 2013

ihre Bachelor-Urkunden erhalten.

In seinem Festvortrag machte Dr. Burkhard John, Vorstandsvorsitzender

der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt auf

die Notwendigkeit neuer Berufsfelder aufmerksam. „Die Tatsache,

dass künftig immer mehr alte Patienten einen sehr hohen

Betreuungsaufwand brauchen, führt zu Problemen, die nicht

mit den Strukturen aus dem vergangenen Jahrhundert gelöst

werden können.“ Und Prof. Dr. Peter Rudolph, Studiendekan des

Fachbereichs Sozial- und Gesundheitswesen, meint: „Arztpraxen

entwickeln sich mehr und mehr zu mittelständischen Unternehmen,

in denen Ärzte wichtige Aufgaben, wie die Praxisorganisation

oder das Qualitätsmanagement delegieren. Dazu

brauchen wir qualifizierte Fachkräfte wie Medizinmanager".

Der nächste Studienstart erfolgt zum Sommersemester 2014.

Bewerbungsschluss ist am 31. Januar 2014.

PM

Foto: Eumedias

21


treffpunkt campus

Schreibblockade?

Foto: istock

1. Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

Experten unterstützen Dich und helfen Dir Deine Schreibblockade zu überwinden. Mit Tipps zur Themenfindung, zu

Schreibstrategien, Konzentration und Zeitmanagement ist die Bibliothek bis Mitternacht für Dich da.

Do., 9. Januar 2014 :: 18 - 24 Uhr, Hochschulbibliothek Magdeburg

www.hs-magdeburg.de/langenacht_bibo

Impressum treffpunkt campus

Herausgeber:

Redaktion:

Mitarbeit:

Layout / Satz:

Rektor der Hochschule Magdeburg-Stendal

ISSN 1614-8770

Norbert Doktor (DOC) , verantwortlich

Nancy Wöhler, Katharina Remiorz,

Nico Pfeil, Claudia Misch

Carsten Boek

Druck: Stelzig Druck, Magdeburg

Auflage: 3.000

Titelfoto: Matthias Piekacz

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 16. Januar 2014

22

Für namentlich gekennzeichnete Beiträge sind die Autoren

verantwortlich. Diese Beiträge geben nicht unbedingt die

Auffassung der Redaktion wieder. Kürzungen behält sich

die Redaktion vor.

Hochschule Magdeburg-Stendal – Pressestelle

Breitscheidstraße 2, 39114 Magdeburg

Telefon: (0391) 886 41 44

Fax: (0391) 886 41 45

Web: www.hs-magdeburg.de

E-Mail: pressestelle@hs-magdeburg.de

www.facebook.com/hsmagdeburg

www.twitter.com/hs_magdeburg

Offizieller Förderer:

22


Ludwig Bilz

Dr. Dipl.-Psych. Ludwig Bilz ist seit Oktober Vertretungsprofessor am Fachbereich Sozial- und

Gesundheitswesen der Hochschule Magdeburg-Stendal. Der Psychologe lehrt im Bereich

„Entwicklungspsychologie der Lebensspanne“ unter anderem über Risiko- und Schutzfaktoren

für die menschliche Entwicklung.

Nach seinem Studium an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wechselte der

heute 36-Jährige 2002 an die Technische Universität Dresden. Dort tätig als wissenschaftlicher

Mitarbeiter, forschte er in Gebieten der Schulpädagogik und promovierte zum Thema:

„Schule und psychische Gesundheit“. Die Körber-Stiftung zeichnete Ludwig Bilz dafür mit

dem Deutschen Studienpreis aus. Anschließend arbeitete er am Universitätsklinikum als

Psychotherapeut und approbierte 2013 zum Psychologischen Psychotherapeuten.

In die Vertretungsprofessur an der Hochschule Magdeburg-Stendal möchte Ludwig Bilz seine

psychologischen und erziehungswissenschaftlichen Erfahrungen einfließen lassen und

erweitern. Bereits im Januar 2014 beginnt sein nächstes Forschungsprojekt zum Thema

„Lehrerhandeln bei Gewalt in der Schule“, ein Drittmittelprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Eine Möglichkeit der Mitarbeit für Studierende besteht.

NP

Katharina Gebhardt

Katharina Gebhardt ist seit April 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Bauwesen

in einem Forschungsprojekt zum Neubau der St. Franziskus-Grundschule in Halle

als Nullenergiehaus. Die Grundschule nutzt erneuerbare Energien und wird unter verschiedenen

Aspekten messtechnisch begleitet. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium

für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ziel ist: Erfahrungen mit den eingesetzten

Technologien für zukünftige Bauprojekte aufzubereiten.

Ihr Architektur-Diplom erhielt die Ballenstedterin 2005 an der Hochschule Magdeburg-

Stendal und arbeitete daraufhin freiberuflich bei der Architektenkammer Sachsen-

Anhalt. Nach vierjähriger Berufserfahrung in verschiedenen Architekturbüros nahm Katharina

Gebhardt das Master-Studium „Energieeffizientes Bauen“ auf – ebenfalls an der

Hochschule Magdeburg-Stendal. In ihrer Master-Arbeit stellte sie das Konzept für die

messtechnische Begleitung der Passivhausschule auf. Daran anknüpfend erhebt Katharina

Gebhardt nun Daten über das bauphysikalische Verhalten der Holzkonstruktion,

Energieerträge und das subjektive Wohlbefinden von Schülern und Lehrern. Neben Nutzerbefragungen

liefern etwa 500 Messfühler und Sensoren im Gebäude diese Daten. Schuleinweihung

ist im Februar 2014.

NP

Rahim Hajji

Prof. Dr. Rahim Hajji, ist seit September 2013 am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen

tätig und hat den Lehrstuhl mit Schwerpunkt Forschungsmethoden inne. Zu seinen

Lehrgebieten gehört die Einführung in die empirische Sozialforschung – qualitative wie

quantitative – und die soziologische Perspektive auf soziale und gesundheitliche Fragestellungen.

Rahim Hajji studierte in Bonn an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.

Dort promovierte er zum Thema „Sozialisationsprozesse in Familien mit marokkanischem

Migrationshintergrund“. Am Wissenschaftszentrum in Berlin setzte Rahim Hajji 2008 seine

Forschungstätigkeit im Bereich Integrationsprozesse fort, bevor er zum Bundesverband der

AOK-Gesundheitskasse in die Abteilung Risiko-Struktur-Ausgleich wechselte. Bei der Tätigkeit

im Fachbereich steht der Professor vor einem – für ihn überraschend – heterogenen Matrikel.

Ein Weg dieser Diversität zu begegnen sei, Lehre möglichst effizient mit praktischen

Erfahrungen zu verknüpfen. Die macht der 36-Jährige im Deutsch-Marokkanischen Kompetenznetzwerk

des Instituts für Migrations- und Integrationsforschung Osnabrück.

NP


Fotos: Matthias Piekacz

Feierliche

Immatrikulationen

2013

Zum Wintersemester 2013/14 haben über 1.300 Studenten und Studentinnen ihr Studium an der Hochschule Magdeburg-Stendal aufgenommen. Sie

wurden auf Immatrikulationsfeiern in Magdeburg und Stendal vom Rektor der Hochschule, Prof. Dr. Andreas Geiger, willkommen geheißen.

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