GRÜNE Stadt 2013/2 - Die Grünen Mödling

die.gruenen.moedling.at

GRÜNE Stadt 2013/2 - Die Grünen Mödling

GRÜNE

STADT

DAS

Zugestellt durch Ing. Köck OG

AUSGABE 2/2013

MÖDLINGER GRÜNE BLATT

IN WIRKLICHKEIT

GANZ GROSSE

FREUDE!

INHALT

......................................................................

DANKE 1

......................................................................

SEITE DES VIZE 3

......................................................................

RECHENKÜNSTE DER SPÖ / ÖVP 4

......................................................................

POLITIKEREINKOMMEN 5

......................................................................

RADLOBBY 6

......................................................................

HEINI STAUDINGER 8

......................................................................

HÄUSLICHE GEWALT 10

......................................................................

NACH DER WAHL IST VOR DER WAHL 12

......................................................................

SOZIALINVESTMENT 14

......................................................................

GEFÄHRLICHSTES FINANZPRODUKT 15

......................................................................

KINDERGARTEN-ESSEN 16

......................................................................

LAMATREKKING 19

......................................................................

CULT:UHR 20

......................................................................

Am Sonntag, dem 3. März, war Landtagswahl.

Die Ergebnisse sind bekannt. Für

uns GRÜNE und alle, die uns an diesem

Tag unterstützten, war es ein guter Tag.

Denn wir haben deutlich an Vertrauen

der WählerInnen dazugewonnen - Niederösterreich

ist ein kleines Stück grüner

geworden. Es war konkret ein deutliches

Zeichen für die Lösung der Verkehrsprobleme

durch Verbesserung des Öffentlichen

Verkehrs, für Transparenz und

gegen Korruption. Und in Mödling ist

Grün die zweitstärkste politische Kraft.

Auch ein Ergebnis von gut 20 Jahren

kontinuierlicher Arbeit – und natürlich

auch eine große Verantwortung.

Doch ein Wahltag hat auch andere Aspekte:

abseits der Hochrechnungen im

Fernsehen und abseits der „Elefantenrunden“

nach Feststehen der Wahlergebnisse.

Ein Wahltag ist ein intensives und spannendes

Ereignis.

Für mich als Sprecher der Grünen in

Mödling, beginnt der 3. März offiziell um

6:30 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt tritt die

Gemeindewahlbehörde das erste Mal

an diesem Tag zusammen. Es gilt, die

bis dahin eingelangten Briefwahlkarten

festzustellen und den 29 Sprengeln der

Stadt zuzuordnen. Die Briefwahlkarten

kommen in zwei Kuverts: Das äußere

Kuvert zeigt den Namen des Wählers /

der Wählerin samt Unterschrift. Diese

äußeren Kuverts werden geöffnet und die

Namen mit der Liste der angeforderten

Weiter auf Seite 2


DANKE

SEHR GEEHRTE

LESERINNEN & LESER!

Wir sind bewegt. So und anders.

Diese Ausgabe ist ein wenig voller

mit Emotionen, mit Meinungen. So

wie unsere PT LeserInnen die Grüne

Stadt kennen (und viele schätzen

sie, so das Feedback), sind unsere

Meinungen ja nicht auf intellektuellem

Treibsand gebaut. Wir befassen

uns intensiv mit Themen, die uns

alle betreffen. Wir hoffen natürlich

immer auf Anregungen und Diskussionen.

Das ist nicht immer ganz einfach.

In der Begegnung mit WählerInnen

kann es schon mal vorkommen,

dass ein Passant meint „Ich wünsch

euch die Pest an den Hals!“. Da

kann ich dann nur noch freundlich

einen schönen Tag wünschen,

etwas anderes bleibt da nicht. Das

ist es aber letztlich: Wir sind nicht

bequem. Sicher mag der Großteil

der Menschen nicht, wenn wir als

MahnerInnen dastehen. Die dann

auch noch recht haben, igittwähh...

Wir sind in unserem Bemühen um

Klarheit allen anderen Floskeln,

welche von populistischen Wirrköpfen

inhaltsleer propagiert werden,

sicher weit voraus. Wir wollen

auch weiterhin zeigen, dass wir

wissen, wovon wir sprechen. Nicht

umsonst finden Sie in unserer Zeitung

unter anderem immer wieder

Berichte über die Wirtschaft, die

uns ja alle letztendlich beschäftigt.

Unsere Ernsthaftigkeit macht uns

wählbarer denn je.

Meint Ihr

Klaus Hochkogler

02

Fortsetzung von Seite 1

Briefwahlkarten verglichen. Das innere

Kuvert, das die Stimmkarte enthält,

bleibt zu und kommt in den für den

Wähler / die Wählerin zuständigen

Sprengel. Die händische Arbeit machen

zwei MitarbeiterInnen des Wahlamts –

die Kommission beobachtet die Prozedur.

In Mödling sind bis 6:30 Uhr mehr

als 500 Briefwahlkarten eingetroffen.

Eigene Stimmung: beginnende Anspannung,

aber aktuell eher Leere, weil jetzt

nichts mehr hilft.

Jetzt geht´s aber um die Versorgung

der Mitglieder der Wahlkommissionen

– gemeinsam mit Alfred Trötzmüller,

unserem Klubsprecher. Seit wir Grüne

eine gewisse Position in den Wahlergebnissen

haben, stehen uns auch Plätze

in den Wahlkommissionen zu: Jeder

Sprengel hat seine Wahlkommission

und wer wählen geht, kennt die lange

Reihe von Personen, die den Namen

jedes Wählers und jeder Wählerin in

den Listen suchen und die Stimmabgabe

dokumentieren. Demokratische

Wahlen ohne diese Administration sind

nicht vorstellbar. Aber das bedeutet

für mehrere hundert MödlingerInnen,

einen Sonntag von aller Herrgottsfrüh

bis zum Abend in einem Klassenzimmer

oder in sonst einem nicht sehr gemütlichen

Raum mit zum Teil natürlich

langweiligen Aufgaben zu

verbringen – obwohl es eine gewisse

finanzielle Entschädigung

gibt. Man kann diesen Menschen

nicht genug danken, dass sie

sich dafür bereit finden!

Die Wahlkommissionen werden

von den Parteien je nach Stärke

bei den letzten Wahlen beschickt:

Wir Grüne haben knapp

70 Funktionen zu besetzen. Und

diese 70 wollen mit Essen und

Trinken versorgt sein. Für die

Grünen Freiwilligen haben wir

bei einer Filiale einer Bäckerei in

Mödling je zwei Weckerln bestellt,

die um 9:00 Uhr abzuholen

sind. Das Austeilen geht leider

nicht mit dem Fahrrad, zumal ich

GRÜNE STADT 02/2013

am Tag davor Äpfel und Bio-Limo und

eine kleine Schoki beim neuen Biomarkt

am Bahnhof eingekauft habe und sich

das alles schon im Auto befindet. Alles

das will ausgetragen sein – und zwar

rechtzeitig. Damit hatten wir in den Anfangszeiten

oft größere Probleme – jetzt

funktioniert die Versorgung zumindest

so gut wie bei den Parteien, die das

schon seit vielen Jahrzehnten machen.

Um spätestens 11 Uhr hat jedeR, der/die

für uns seine/ihre Sonntage opfert, sein

Jausensackerl. Eigene Stimmung: ein

paar Stunden wenigstens abgelenkt.

Dann ist bis zum neuerlichen Zusammentreten

der Gemeindewahlbehörde

ein biss‘l Leerlauf mit Handy-Rufbereitschaft

wegen Fragen aus den Wahlkommissionen.

Und der – meist vergebliche

- Versuch, in der Hauptstadt jemand zu

erreichen, der aus den ersten Dörfern im

Land schon gute Nachrichten hat. Eigene

Stimmung: Warten liegt mir *nicht*.

Alfred Trötzmüller bereitet unterdessen

die Daten aus sämtlichen Wahlen der

Vorjahre und die Hochrechnungen für

das Grüne Treffen auf. Er ist nicht mehr

Mitglied der Gemeinde-, sondern der

Bezirkswahlbehörde, die allerdings erst

am Abend tagt.

Die Gemeindewahlbehörde tagt ab

16:00 Uhr in der Sala Terrena im Ge-


meindeamt in der Pfarrgasse. Dort sind

im Verhältnis der letzten Wahlergebnisse

VertreterInnen der Parteien versammelt

und warten auf die Ergebnisse aus

den Sprengeln, die vom Bürgermeister

verkündet und im EDV-System eingetragen

werden. Da ist die Spannung

dann schon sehr groß.

Und nach ungefähr 45 Minuten war

dann das erste – provisorische – Sprengelergebnis

da. Ab diesem Zeitpunkt

geht´s dann Schlag auf Schlag; aber

meist ändert sich der Trend nach dem

ersten Teilergebnis nicht mehr.

Da gibt’s dann erfreute und lange Gesichter.

Eigene Stimmung: nur mit Mühe

„cool“ – in Wirklichkeit aber ganz große

Freude.

Der Bürgermeister ist an diesem Nachmittag

ein biss‘l gestresster als sonst,

weil sein Landtagsmandat vom 2. Grundmandat

im Bezirk abhängt. Und die

Ergebnisse der ÖVP für ihn nichts Gutes

zu verheißen scheinen. (Mit 533 Stimmen

Überhang hat er´s dann doch ganz

knapp wieder in den Landtag geschafft.)

Seit vielen Jahren treffen sich die Mödlinger

Grünen mit allen, die für die Grünen

in den Wahlkommissionen sitzen,

nach dem Auszählen der Stimmen –

und parallel zur Gemeindewahlbehörde

- im Mautwirtshaus, um die Ergebnisse

entgegen zu nehmen, hochzurechnen,

zu bewerten und die Konsequenzen

zu diskutieren. Die Hochrechnung von

Alfred Trötzmüller kann es mittlerweile

mit dem Fernsehen aufnehmen

Es ist ein feiner Abschluss von meist

mehreren Wochen doch recht anstrengenden

Wahlkampfs und der Ausklang

eines gegen Ende doch aufregenden

Tages. Was mich betrifft: Das ist das

Faszinierende an Politik. Mit anderen

gemeinsam an einem Strang ziehen und

Veränderungen in unserer Lebensumgebung

gestalten; und Menschen gewinnen,

ein Stück des Wegs mit uns zu

gehen. Und am Ende zu sehen, ob man

überzeugend genug war.

Am Abend des 3. März hatten wir alle

gemeinsam im Mautwirtshaus – und

nicht nur dort – zufriedene Gesichter.

P.S.: Ich bin froh, dass sich bei jeder

Wahl wieder viele finden, uns auch in

den Wahlkommissionen zu helfen. Ich

geh´ davon aus, dass das auch bei der

Nationalratswahl (voraussichtlich) am

29. September so sein wird. Wer gern

so einen Wahltag aktiv begleiten möchte:

Eine Mail an moedling@gruene.at

wär´ ein erster Schritt dazu…

• Gerhard Wannenmacher

SEITE DES VIZE

SEITE DES

VIZE(BÜRGERMEISTER)S

Ankündigung: Solarkraftwerk mit BürgerInnenbeteiligung.

Die Stadt plant für das heurige Jahr

die Errichtung von zwei weiteren

Photovoltaik-Anlagen auf Dächern der

Gemeinde. Die beiden Anlagen werden

am Dach der VS Babenbergergasse und

am Wirtschaftshof errichtet und insgesamt

60KWp Nennleistung haben (das

ist Strom für 20 Haushalte).

Nach den 5 PV-Anlagen mit knapp 50

KWp Leistung und dem Trinkwasserkraftwerk

mit 9 MWh Jahres-Leistung,

die wir 2010 und 2011 in Mödling installiert

haben, ist das der nächste Schritt

in Richtung einer nachhaltigen Energieversorgung

der Stadt.

Das Besondere daran: Interessierte

BürgerInnen, können sich an diesem

Projekt, das wir „Sonnenkraft Mödling

genannt haben, beteiligen. Das Projekt

wird in Kooperation mit der Sparkasse

Baden durchgeführt, die für dieses

Vorhaben „Sonnensparbücher“ auflegt.

Mit € 500,- Einlage sind Sie bei dem

Vorhaben „dabei“, wobei die Einlagen

mit einer Laufzeit von 10 Jahren mit

3 % verzinst werden. So kann man ein

sinnvolles Projekt unterstützen und sich

an der Energiewende beteiligen, auch

wenn man keine (geeignete) eigene

Dachfläche zur Verfügung hat - und hat

zusätzlich noch einen kleinen finanziellen

Vorteil – und das ohne Risiko.

Die technischen Fragen sind sämtlich

geklärt. Nun warten wir noch auf die

Zusicherung der Ökostrom-Förderung,

die für die finanzielle Basis des Projekts

erforderlich ist.

Sobald diese Voraussetzung gegeben

ist, wird das Energiereferat der Stadtgemeinde

Mödling Interessierte einladen,

sich um eine Beteiligung an dem

Projekt zu bewerben.

Wer sich heute schon vormerken lassen

möchte, kann eine Mail an energie@

moedling.at schreiben. Sie werden von

der Stadt informiert, sobald die Voraussetzungen

gegeben sind und das

Projekt startet.

• Gerhard Wannenmacher, Energie-

Stadtrat der Stadtgemeinde Mödling

GRÜNE STADT 02/2013 03


LUSTIG RECHNEN

WIE SPÖ UND ÖVP RECHNEN

UND WIE DIE NÖN BERICHTET

Wie viel 1.448,89 x 29 ist und wer das letzte Wort hat.

Am 1. Februar stellen die Grünen einen Antrag:

Die NÖN lässt die ÖVP dazu Stellung nehmen, lässt die falsche

und die richtige Zahl weiterhin nebeneinander stehen

und bringt einen neuen Vorwurf der ÖVP gegen die Grünen,

zu dem die Grünen nicht um Stellungnahme befragt werden:

Schon im Gemeinderat behauptet die SPÖ, der im Antrag

genannte Betrag von € 45.000,- sei viel zu hoch, weil ja der

Bürgermeister und die StadträtInnen keine Sitzungsgelder

bekämen. Der Bürgermeister gibt während der Sitzung bekannt,

die Mehrkosten betrügen nur € 28.000,-. Dies wird

gegenüber der NÖN wiederholt.

Und die NÖN berichtet darüber:

Die Antwort des Grünen Klubsprechers darauf wird von der

NÖN überhaupt nicht mehr abgedruckt:

• Alfred Trötz müller

Daraufhin schrieb der Grüne Klubsprecher an die NÖN:

Besuchen Sie unsere Homepage

WWW.DIE-GRUENEN-MOEDLING.AT,

wo Sie auch einen E-Mail-Newsletter bestellen

können.

Ihre Meinung zu dieser Zeitung können

Sie uns unter moedling@gruene.at

mitteilen.

04

GRÜNE STADT 02/2013


FETTES LEBEN

POLITIKEREINKOMMEN:

SELBSTBEDIENUNG

Eine 1-stündige Sondersitzung des Gemeinderats bringt den GemeinderätInnen Mehreinnahmen

von 14,3 % und kostet die Stadt rund € 45.000,-. Die Grünen wollten das

verhindern.

Politische Arbeit ist wichtig und soll

auch angemessen vergütet werden,

damit sich nicht nur Reiche leisten

können, in der Politik mitzumischen. Die

Vergütung für die Tätigkeit als Gemeinderat/rätin

hängt von der Einwohnerzahl

der Gemeinde ab und ist in kleinen

Gemeinden lächerlich gering, in großen

Gemeinden wie Mödling aber recht

ansehnlich. Sie wurde in Mödling in den

letzten Jahren zwei Mal außertourlich

erhöht (2002 um 43,4 % und 2009 um

13,3 %), wobei die Grünen in beiden

Fällen gegen die Erhöhung stimmten.

SOLIDARITÄT MIT GEBÜHREN-

ZAHLERINNEN …

Im Zuge der Entscheidungen zur Budgetkonsolidierung

im Herbst 2010, die

massive Erhöhungen der Gebühren für

Wasser, Kanal und Müll brachten, wurde

zwischen ÖVP und Grünen vereinbart,

dass auch die GemeindepolitikerInnen

einen Beitrag zur Defizitvermeidung

leisten sollen, indem die jährliche Zahl

der Gemeinderatssitzungen von 8 auf 7

(der Grüne Vorschlag war 6) verringert

wird. Die Reduktion betraf die traditionellen

Doppelsitzungen (Freitag/Samstag)

im Frühjahr und im Herbst, wobei

Touch Life

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Massage berührt Menschen.

Sie beglückt durch eine achtsame Körperwahrnehmung.

Dr. phil. Felicitas Pflichter

an einem der beiden Tage – ohne zusätzliche

Sitzungsrunde der Ausschüsse

und des Stadtrates – der Rechnungsabschluss

bzw. Haushaltsvoranschlag behandelt

wird. Dementsprechend wurden

in den Jahren 2011 und 2012 die Haushaltsvoranschläge

gemeinsam mit den

übrigen Tagesordnungspunkten ohne

zusätzliche Sitzungen abgehandelt.

… IST NICHT VON DAUER

Anfang 2013 ergab sich die Notwendigkeit

für einen zusätzlichen Sitzungstermin,

da sich die Verhandlungen im

Zusammenhang mit dem Verkauf des

Marienheims verzögert hatten, sodass

ein Beschluss im Dezember 2012 nicht

zustande gekommen war. Um die Transaktion

noch im Rechnungsabschluss

des Jahres 2012 berücksichtigen zu

können, wurde der Gemeinderat für den

1. Februar 2013 zusätzlich einberufen.

Die Sitzung dauerte rund 1 Stunde und

kostete die Gemeinde rund € 45.000,-

an zusätzlichen Sitzungsgeldern.

In dieser Sitzung stellten die Grünen

den Resolutionsantrag, der Bürgermeister

solle die für Anfang März geplante

Doppelsitzung zum Rechnungsabschluss

zu einer

einzigen Sitzung

zusammenfassen,

damit die aus der

Sitzung vom 1. Februar resultierenden

Mehrkosten wieder eingespart würden.

ALLE GEGEN DIE GRÜNEN

Dieser Antrag wurde von allen anderen

Gemeinderatsfraktionen (mit Ausnahme

eines einzelnen ÖVP-Gemeinderats)

abgelehnt. Die GemeinderätInnen

haben sich damit selbst für eine einstündige

Sitzung Zusatzeinnahmen von

€ 1.448,89 (brutto) pro Kopf (14,3 %

des Jahresbezuges) verschafft. (Dies

gilt nicht für den Bürgermeister und die

StadträtInnen, die nicht sitzungsweise,

sondern monatlich bezahlt werden.)

SPENDE FÜR UMWELT- UND

SOZIALPROJEKTE

Die Grünen haben daraufhin beschlossen,

90 % dieses Beitrags dem „Inge-

Hasenöhrl-Umwelt- und Sozialfonds“ zu

spenden, der sich zum Ziel gesetzt hat,

konkrete Maßnahmen und Projekte in

den Bereichen Umwelt- und Sozialpolitik

zu unterstützen. (Die restlichen 10 % sollen

die Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung

und nicht refundierbare Steuern

abdecken.) Somit stehen insgesamt

€ 8.259,- für Umwelt- und Sozialprojekte

zur Verfügung. Über die Verwendung im

Einzelnen werden wir berichten. (Siehe

auch: www.inge-hasenoehrl-fonds.org)

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GRÜNE STADT 02/2013 05


BESSER RADLN

RADLOBBY

MÖDLING

Liebe Menschen in und um Mödling,

ich wende mich heute bewusst in Briefform

an Sie, weil ich dadurch einerseits

meinem dringenden Wunsch, Sie zu

erreichen, Ausdruck verleihen will und

andererseits Ihnen die gute Nachricht

über die Gründung der „Radlobby

Mödling“ als Ortsgruppe der „Radlobby

Niederösterreich“ nicht vorenthalten

möchte. Es geht dieser Gemeinschaft

vor allem um die Förderung und Wahrung

der Interessen der Radfahrerinnen

und Radfahrer, wobei innerstädtisch

auch Fußgängerinnen und Fußgänger

vermehrte Aufmerksamkeit erhalten

sollen.

Die Radlobby ist ein unparteiischer Zusammenschluss

von Menschen und das

ist gut so, bietet doch das Radfahren,

unabhängig von der Farbe des „Parteibuches“,

eine für die meisten Personen

umweltfreundliche, kostengünstige und

gesunde Art der Fortbewegung.

Gerade der Gesundheitsaspekt und

die günstigen Auswirkungen auf das

Wohlbefinden sind meines Erachtens

noch immer zu wenig im Bewusstsein

vieler Menschen verankert. Abgesehen

von den positiven Auswirkungen auf

die Blutdruckregulation und somit auf

das Herz-Kreislaufsystem, die Verdauung,

den Bewegungsapparat sowie die

Psyche, tragen wir alle, die wir hier in

Mödling leben, zum „Mikroklima“ dieser

Stadt bei. Jede und jeder Einzelne

trägt Verantwortung dafür wie stark

wir die Luftqualität - unter anderem - in

unserem nahen Umfeld mit Feinstaub

belasten. Es ist kein Geheimnis - und

dabei weise ich auf die kürzlich erschienene

und alarmierende Feinstaubstudie

des VCÖ hin - dass Ultra-Feinstaub, also

Feinstpartikel, neben der Lunge auch

andere Organe schädigen sowie die

Fließeigenschaften des Blutes verändern.

Dadurch werden signifikant mehr

Herzinfarkte im unmittelbaren Umfeld

06

stark befahrener Straßen

verzeichnet und das bedeutet

eine drastische

Verringerung der Lebenserwartung.

Besonders belastend sind

diese Umweltfaktoren für

Kinder und Jugendliche.

Bitte hören wir daher auf,

so wie es die FPÖ Mödling

in der Dezemberausgabe

2012 ihrer Zeitung

geschrieben hat - und

sich dessen sogar rühmt -

„Radwege zu verhindern

und Parkplätze zu retten“.

Die Rettung der Mödlinger

Wirtschaft bedarf anderer

Visionen als das Klammern

an Parkplätze.

Einkaufsverhalten und

das Bekenntnis zu mehr

Regionalität – in einem

der reichsten Bezirke

Österreichs - sind Willenssache

und Ausdruck des

solidarischen Miteinanders

für Menschen, die hier

ihre Existenzgrundlage

haben. Auch in diesem

Zusammenhang sehe

ich die Bedeutung des

Radfahrens. Ein Blick in

die Niederlande, in den

Norden Deutschlands und

in den skandinavischen

Raum zeigt, dass es Fahrräder

für unterschiedlichste

Transportzwecke gibt,

die hierzulande allerdings

noch kaum sichtbar sind.

Wir können, was die innere

Einstellung zum Radeln

betrifft, in Mödling diesbezüglich

noch viel lernen.

Wir haben die Möglichkeit,

GRÜNE STADT 02/2013


BESSER RADLN

die Lebensqualität in unserer Stadt -

auch durch den Verzicht auf die eine

oder andere Ausfahrt mit dem Auto –

aktiv mitzugestalten. Jedes Fahrrad im

Straßenbild mehr ist bis zu einem Auto

weniger.

Die genannten Gründe machen - auch

in Mödling - eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens

unentbehrlich. Einerseits

steigt die Bedeutung eigenverantwortlicher

und präventiver Maßnahmen

in einem immer schwieriger leistbaren

Gesundheitssystem, andererseits gilt

es dem wirtschaftlichen Sterben der

Stadt entgegenzuwirken. Entschleunigung,

die sich unter anderem durch das

Radfahren ergibt, als Kontrapunkt zum

hektischen Treiben in der SCS könnte

neben hervorragender, persönlicher

Beratung in Mödlings Fachgeschäften

die Attraktivität, hier

einzukaufen, steigern.

Ich freue mich darauf,

wenn es für Jung und

Alt „trendig“ und „cool“

sein wird, das Auto

möglichst oft zu Hause

stehen zu lassen und

gefahrlos auf Mödlings

Straßen zu flanieren

und zu radeln, wenn

Diskussionen um Parkplätze

für Autos und

der nervöse Blick auf

die Uhr wegen ablaufender Kurzparkscheine

in dieser Stadt der Vergangenheit

angehören.

Das nächste Treffen der „Radlobby

Mödling“ findet am 25. April um 18:30

im Café Grande statt. Alle, die sich mit

Ihren Ideen konstruktiv einbringen wollen,

sind herzlich willkommen!

Mit lieben Grüßen

Susanne Bauer-Rupprecht

FESTPROGRAMM 10 JAHRE WELTLADEN MÖDLING

FR, 3. MAI

9:30 Uhr: Festliche Eröffnung vor dem Weltladen.

10 - 13 Uhr: „Schokolade macht satt“: Schokolade machen mit Josef Zotter und Buchpräsentation, Weltladen Mödling.

20 Uhr: Thomas Divis „Let´s dance“, Sala Terrena. DJ Thomas Divis (OneWorldMusic.at, La Danza

Globalista): Der beste WorldDanceEvent Mitteleuropas - an diesem Abend exklusiv in Mödling!

SA, 4. MAI

10:30 Uhr: „Fair fashion zieht an“ Modeschau und Vortrag von Mag. Michaela Königshofer, Clean Clothes:

„Hungerlöhne in der Bekleidungsindustrie - zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben“, Sala Terrena

14 - 16 Uhr: „Schmankerln und Spiel“ im und um den Weltladen: Verkostungen, Straßenmalerei, Rätselrallye und mehr.

19 Uhr: „DrumArt“ mit Clemens Bauer, Weltladen.

MO, 6. MAI

19 Uhr: „Brennpunkt Kolumbien“ - Film und Diskussion über die kolumbianische Friedensgemeinde

San José de Apartado.

Di, 7. Mai

19 Uhr: „Eine Weltreise im Zeichen des fairen Handels“ Reisebericht von Martin Reich.

MI, 8. MAI

9 - 18 Uhr: „Knack die Bio-Nuss“ - ein Wissens- und Schätzquiz mit dem ADAMAH Biohof im Weltladen.

19 Uhr: „Veracruz und das Volk der Populaca“ Präsentation von Selma Fleischmann, spanisch mit

deutschen Untertiteln.

Die Abendveranstaltungen am 6., 7. und 8. Mai finden in der Mölkerei Mödling, Mölkergasse 6 statt.

WELTLADEN MÖDLING · Pfarrgasse 6 · 2340 Mödling · 02236 / 205 609 · WWW.WELTLADEN-MOEDLING.AT

GRÜNE STADT 02/2013 07


BESSER WIRTSCHAFTEN

MILLIARDEN

SIND AUF SINNSUCHE!

Heini Staudinger war in der Mödlinger Stadtgalerie – Bürgerrettung statt Bankenrettung

Vor gut 300 gespannt lauschenden Gästen

erzählte Heini Staudinger, multiengagierter

GEA-Geschäftebetreiber, Schuhund

Möbelorganisator und FMA-Rebell am

27. Februar 2013 in der Mödlinger Stadtgalerie

Geschichten aus seinem Kampf

für artgerechte Lebensbedingungen für

Klein- und Mittelbetriebe. Ein untrügliches

Gespür für Verhältnismäßigkeit und ein

tiefes Gerechtigkeitsempfinden haben ihn

dabei auf einem lebensbejahenden, sinnstiftenden

Weg gehalten. Allen Widrigkeiten

zum Trotz hat er in der Krisenregion

Waldviertel eine Schuh- und Möbelerzeugung

nicht nur erhalten, sondern auch

zum Blühen gebracht. In Schrems steht

heute ein Betrieb mit 130 MitarbeiterInnen

– um 100 mehr als noch vor 10 Jahren, der

auch ökologisch komplett saniert ist und

zudem doppelt so viel erneuerbare Energie

erzeugt, als er selbst benötigt.

Am Beginn dieses Erfolgsweges stand

das nach schlechten Erfahrungen mit

willkürlichen Kreditvergaben überaus

nachvollziehbare Verlangen bankenunabhängig

zu werden. Das war der Schlüssel

um sich von den Absurditäten des aktuell

herrschenden Systems abzukoppeln. Wie

tausende andere Kleinunternehmer auch

borgte sich Staudinger anfangs Geld von

Familie und Freunden, später auch von

Kunden, die wussten, was sie taten. Und

er sanierte den Betrieb nicht wie heute

allgemein üblich, indem er eine Schar Arbeitskräfte

entließ und die Manager fette

08

GRÜNE STADT 02/2013


Boni kassieren ließ, sondern er setzte die

teuersten Arbeitskräfte, damals die PR-

Leute, frei und entwickelte selbst gemeinsam

mit einem arbeitslosen Architekten

eine menschlich wohltuende Werbelinie.

Staudinger im Originalton: „Werbung ist

scheiße, deswegen möchte ich zum Dank

ZITATE UND NOTIZEN:

„Das wichtigste im Leben ist das Leben“

1. „Geh, scheiß di net au“ –

2. „Bitte, sei net so deppat“

3. „die Liebe“.

„...materielle Unsinnigkeiten, von denen

wir längst wissen, dass sie uns nicht

glücklicher machen“

„...Sparverein heißt seit einem Jahr

Apfelbäumchen in Hinblick auf Martin

Luther: Wenn ich wüsste, dass morgen

die Welt untergeht, würde ich heute

noch ein Apfelbäumchen setzen.“

„...persönliche Loslösung vom Geld war

ausschlaggebend, dass so viele Sachen

mit dem Geld gelingen. Nicht: Was

müssen wir mit dem Geld machen, dass

es noch mehr Geld wird, sondern was

müssen wir mit dem Geld machen, dass

es einen Sinn hat. Daraus haben sich viele,

viele Firmenentscheidungen ergeben,

die uns in der Vitalität gestärkt haben.“

„...Fahnenträger einer regionaleren Wirtschaft

sind seit Lehman-Pleite verstärkt

zu Sympathien gekommen.“

„...wir brauchen dein Geld jetzt nicht“

– das hat die Bank noch nie zu ihm

gesagt.

„Bitte schickt uns kein Geld mehr, wir

wissen nicht wohin damit.“

„Mit der Bank haben wir eigentlich nur

mehr geredet, wenn es mich gefreut

hat.“

...FMA drohte mit Strafe von 50.000,-

später mit 100.000,-. Heini ist das egal,

er hat sowieso nicht die Absicht es zu

zahlen. Auch wenn nicht ganz klar ist,

wie weit er damit kommen wird...

für die Aufmerksamkeit Brennstoff für

Herz und Seele mitliefern“.

Der „Brennstoff“, das GEA-Kundenmagazin,

gehört heute meines Erachtens

zu den raren absoluten Highlights der

österreichischen Medienlandschaft – und

...FMA als neue PR-Agentur...

„Ich denke gar nicht daran, dass ich

einem Anwalt drei-, vierhundert Euro

in der Stunde zahl‘ und mein Schuster

soll um 10 Euro die Stunde arbeiten,

dass wir da das Geld hinaushaun. Ich bin

kein Betrüger! Ich bin kein Verbrecher!

Ich kann zu dem stehn, was ich tue und

ich lass mir von euch das Modell nicht

zaumhaun.“

„...Energiewendemodell: Wer will, zahlt

200 Euro ein, und bekommt 10 Jahre

lang jährlich einen 30-Euro-Gutschein

zurück. Damit wurde die größte PV-Anlage

im Waldviertel gebaut, die doppelt

so viel Strom produziert, wir die Firma

selbst braucht. Dieses Modell wird von

der FMA nicht mehr verfolgt, weil sie sagen,

dass das ein Gutscheinmodell ist...“

...Sein Bruder hat eine Verfassungsbeschwerde

eingebracht und Heini ist sich

ganz sicher, dass das Gesetz jetzt geändert

wird. Es gibt europäische Richtlinien

die viel großzügiger sind, als die österreichische

Kleinkariertheit...

„...Seit Basel II wird ein Warenlager von

4,5 Mio. Euro von der Bank nicht mehr

als Sicherheit akzeptiert. Früher wurde

auch der Substanzwert der Betriebsgebäude

als Grundlage für Sicherheit

herangezogen. Heut‘ sagt die Bank,

nachdem wir 4 Mio. Euro in die Sanierung

investiert haben und das heut‘

ein ökologischer Musterbetrieb ist, der

Substanzwert zählt nicht mehr, heute

zählt der Marktwert. Wären die Gebäude

in Mödling, hätten sie einen Marktwert

von 15 Mio. Euro, weil die Gebäude aber

in der Krisenregion Waldviertel sind,

haben unsere Gebäude einen Marktwert

von an Schas“.

BESSER WIRTSCHAFTEN

das sagt sowohl etwas über Heinis Engagement

mit Herzblut und Bodenhaftung

aus als auch über die von vermeintlichen

Sachzwängen gesteuerten Medien in

Österreich. Wieso schafft es ein kleiner

Waldviertler Schuherzeuger die Menschheit

mit nahrhaften Informationen zu

„...So wird das System zum Krisenverstärker.

Während das, dass uns unsere

Kunden und Freunde ein Geld geborgt

haben, eine heilende Kraft hat. Und dass

wir diese heilende Kraft so gut nutzen

haben können, ist beglückend...“

„...Mut ist was Wichtiges, Angst gehört

zu den größten behindernden Faktoren

unseres Lebens. Angst hindert uns, dass

wir der Sehnsucht folgen...“

„...Buddhas Entsagen: In Wirklichkeit

meint er: Sei kein Konsumdepp!“

„...Buddha: Folge nicht dem Reichtum,

sondern höre nach innen und folge dem

Leben.

Das matte Herz ist fern der Selbstvertiefung...“

Helga Krismer: „...der Heini ist ein Gesamtkunstwerk.

Er ist die Antwort auf

die Absurdität mit Burn out und Mobbing

usw....“

...Gesellschaft schleichend mit Absurditäten

vergiftet...

„...Mit ein biss‘l Herumreformieren, wird

man dieses wildgewordene Viech der

finanzgesteuerten Sachzwänge nicht

bewältigen können. Man muss diesen

Wahnsinn abschaffen...“

„...Wie blöd muss eine Gesellschaft sein,

wo das unterbunden wird, dass Menschen

einander helfen?“

...Milliarden sind auf Sinnsuche!

„...Wir müssen schaun, dass Geld in eine

lebensbejahende Wirtschaft kommt.“

GRÜNE STADT 02/2013 09


BESSER LEBEN

Seite eine Milliarde Menschen hungert. Ja,

es ist geradezu ekelerregend, was schon

alles unternommen wird, um diese Absurdität

trotzdem noch aufrecht zu halten,

und dass sie geradezu panisch einbetoniert

wird, wo immer es geht.

versorgen und wieso schaffen das die

großen Medienhäuser von ganz wenigen

Ausnahmen abgesehen nicht?

Die Antwort ist relativ einfach: Das Geschäft

mit der Lüge ist lukrativer. Wahrheiten

setzen sich quasi von alleine früher

oder später durch. Spätestens dann,

wenn in die Lügen nichts mehr investiert

wird. Lügen hingegen müssen mit viel

Energie, sprich Geld, am Leben gehalten

werden. Sie saugen dabei nicht nur

Lebensenergie ab, es bedarf auch immer

mehr Energie um sie aufrecht zu halten.

Immer mehr Milliarden müssen deswegen

heutzutage in dieses Geschäft gepumpt

werden. Und es ist eine himmelschreiende

Absurdität, wenn auf der anderen

Heinis Philosophie hingegen ist wie der

Lebensstoff Wasser. Es sickert in feinste

Ritzen und sprengt jeden Block sobald

es gefriert. Kein Wunder, dass seit der

Lehmann-Pleite 2008 kein Monat verging,

wo die Nachfrage nach menschlich

authentisch und regional erzeugten

Produkten zunahm. Kein Wunder auch,

dass die Finanzmarktaufsicht FMA losgeschickt

wurde, um dieser Gefahr für

die großen Finanzmonolithen ein Ende

zu bereiten und die Geschichte wieder

wasserdicht zu bekommen. Nur: Wo

kein Wasser hinkommt, gibt es auch kein

Leben. Und wer mag schon ernsthaft in

einem Totenreich leben?

• Christian Apl

THEMA: GEWALT IM HÄUSLICHEN UMFELD

VORSTELLUNG DER BERATUNGSSTELLE KASSANDRA

Am 8. März wurde der internationale Frauentag gefeiert. Das Selbstverständnis in einer modernen Gesellschaft suggeriert

Gleichberechtigung für Frauen und Männer. Neigt es dazu das Thema Gewalt gegen Frauen als Teil des täglichen Lebens, in

der Wir-Gruppe, zu negieren?

Ein hoher Zivilisationsgrad und damit

auch ein durch Gewaltfreiheit geprägtes

Miteinander vor unseren Haustüren

scheint gegeben zu sein.

Ein Gespräch mit den Mitarbeiterinnen

von Kassandra gibt Einblick in die Herausforderungen

ihrer Arbeit und zeigt,

dass Gewalt in Familie/intimen Beziehungen

als Phänomen in der Wohlstandsgesellschaft

präsent geblieben ist.

Die Frauen- und Familienberatungsstelle

Kassandra besteht seit 1988. Sie bietet

kostenlose Information, Beratung, Krisenintervention,

Rechtsberatung und frauenspezifische

Psychotherapie. Es ist eine

großartige Leistung, die für ein starkes

Team spricht, dass der Verein auch unter

sehr schwer kalkulierbaren Bedingungen,

welche Planung und Projektmanagement

10

nur bedingt erlauben, bis heute besteht.

Die bis 2015 umzusetzende Verordnung

zur Barrierefreiheit bringt für Kassandra

den Umzug in behindertengerechte

Räumlichkeiten. Dieser wichtige Schritt

ist die Vorraussetzung für die Förderung

von Vereinsräumlichkeiten mit öffentlichen

Finanzmitteln.

Gründe für die Kontaktaufnahme mit

der Beratungsstelle sind Trennung/

Scheidung, existentielle Schwierigkeiten,

gesundheitliche Belange, Gewalt in Beziehungen,

aber auch prekäre Situationen

am Arbeitsmarkt, Arbeitslosigkeit sowie

wirtschaftliche Abhängigkeit und die

daraus resultierenden Machtstrukturen im

häuslichen Bereich.

GRÜNE STADT 02/2013

Mödling verzeichnet neben Salzburg

österreichweit die höchste Scheidungsrate.

Professionelle Beratung sowie empathische

Unterstützung durch Kassandra

stellt ein wichtiges Angebot im sozialen

Umfeld dar.

Neben den nicht institutionalisierten

Anfragen aus dem privaten Sektor werden

Menschen nach Zuweisungen aus

verschiedensten Bereichen (Jugendamt,

Gesundheitswesen, Schulen, Kindergärten,

Polizei, Gerichten etc.) durch Kassandra

unterstützt. Psychotherapeutische

Leistungen, unter anderem bei posttraumatischen

Belastungsstörungen durch

Gewalterleben, werden teils über die NÖ

GKK sowie andere Kassen verrechnet.

Durchschnittlich werden jährlich rund

2700 Beratungen durchgeführt: persönlich,

telefonisch und geringfügig per

E-Mail. Eine Leistung, die den Mitarbeiterinnen

viel unbezahlte Arbeit abverlangt,


BESSER LEBEN

da der tatsächliche Kostenaufwand bei

einem jährlichen Gesamtbudget von €

125.000 schwer zu decken ist. Rund 40

% der Frauen, die Kassandra aufsuchen,

haben Migrationshintergrund.

KASSANDRA,

EIN POLITISCHER ORT

Der Verein stellt darüber hinaus eine

Plattform dar, die es ermöglicht, Kritik an

den bestehenden Verhältnissen zu artikulieren.

Gesellschaftliche Wirklichkeiten

(Arbeitslosigkeit, Bildung, Armut, Migration,

Gesundheit, Gewalt, Teilhabe am

gesellschaftlichen Reichtum u. v. a. m.)

werden nicht alleinig als individuell verursacht

thematisiert, sondern auch die nicht

zu vernachlässigenden gesellschaftlichen

und strukturellen Aspekte des persönlich

erlebten Schicksals bekommen ihren

Platz. Die empathische Unterstützung

durch Kassandra hilft Frauen und Kindern,

aktiv ihren Weg zu gestalten und

Hoffnung zu schöpfen.

Bei Gewalterleben im häuslichen Bereich

steht Schutz und Sicherheit an erster

Stelle. Isolation von Familie und Bekannten,

erschwerter Zugang zu Bildung,

Finanzen oder Beruf, bis hin zum Einsperren

im Wohnbereich sind auftretende

Komponenten des strategischen Einsatzes

von personaler Gewalt. Die Erfahrungswerte

von Kassandra lassen auf

häufig vorkommende Muster schließen,

die verdeutlichen, dass Gewalt eine der

ältesten Ressourcen patriarchaler Gefüge

ist. Diese findet gezielte Anwendung,

um vorherrschende Machtstrukturen zu

stärken und zu erhalten.

Gegenwärtig ist jede vierte Frau, unabhängig

von Alter, Gesellschaftsschicht,

Kultur und Religionszugehörigkeit, von

Gewalt im häuslichen Bereich betroffen.

Angesichts dieser Häufigkeit scheint es

doch verwunderlich, dass nur 10-15 %

der Verursacher im herkömmlichen

Sinne als psychisch auffällig gelten und

eine attestierte Persönlichkeitsstörung

vorliegt. Eher ist es der „ganz normale

Wahnsinn“ wobei die Gewaltbereitschaft,

von Menschen mit nach außen hin durchaus

beruflich erfolgreichem Auftreten,

innerhalb der Familie zum Ausdruck

kommt. Aus den Fakten

wird ersichtlich, dass es

notwendig ist, die Ursachen

von Gewalt (z. B.

Vorliegen einer narzisstischen

Persönlichkeitsstörung)

von den

Faktoren, die das Risiko

von Gewaltbereitschaft

erhöhen (z. B. Alkohol,

Beziehungskrise, Scheidung),

zu unterscheiden.

Zu einem differenzierten

Bild der Lebenswelt der

Beteiligten zu gelangen

ist wichtige Grundvoraussetzung

für jegliche

Hilfestellung.

WAS KANN DIE

POLITISCHE AR-

BEIT IM SPAN-

NUNGSFELD

DIESER PROBLE-

MATIK LEISTEN?

Die Makrostrukturen,

das rechtliche Setting ist

ein Rahmen, innerhalb

dessen sich die unter Gewalt Leidenden

teilweise veranlasst sehen ihre Situation

zu erdulden. Faktoren wie wirtschaftliche

Abhängigkeit, aber auch die Angst vor

Ausweisung bei Betroffenen mit Migrationshintergrund

sind Ansatzpunkte, wo

es gilt, auf makrosozialer Ebene Veränderungspotential

zu erkennen.

Konkret stellt das Schaffen von Rahmenbedingungen,

die den (Wieder-)Einstieg

in eine gesicherte Erwerbstätigkeit für

Frauen erleichtern, ein nicht zu vernachlässigendes,

gesellschaftspolitisches Ziel

zur Gewaltprävention dar.

Aber auch das Erkennen und die Dekonstruktion

von in der Gesellschaft

verankerten Stereotypen zum Männerund

Frauenbild kann sich die Politik zur

Aufgabe machen. Und diese Arbeit, die

eine konsequente Öffentlichkeit braucht,

beginnt im Kindesalter (Buben- und

Mädchenarbeit).

• Anna Teichgräber

KONTAKTDATEN

FRAUEN- UND FAMILIENBERATUNGSSTELLE KASSANDRA

Tel. und Fax: 02236-42035

E-Mail: kassandra@inode.at

WWW.FRAUENBERATUNG-KASSANDRA.AT

WWW.GEWALTGEGENFRAUEN.AT

Ansprechpartnerinnen:

Anneliese Erdemgil-Brandstätter, DPGKS

Mag. a Petra Huber

Die neue Adresse wird nach dem Umzug u. a. auf der Vereinshomepage

veröffentlicht.

GRÜNE STADT 02/2013 11


BESSER LEBEN

NACH DER WAHL

IST VOR DER WAHL.

Stimmt diesmal aber auch. Ganz vorne dran steht einmal ein Danke. An die vielen WählerInnnen, die uns in Mödling und

Umgebung ihr Vertrauen ausgesprochen haben. Dann die Bitte: weiter so! Schließlich: Es geht um die Menschen, also um

uns alle. Gründe, Grün zu wählen, gibt es genug.

Einleuchtend ist die kaufmännische

Grundlagen-Rechnung: Wenn die

Wirtschaft jedes Jahr um 3 % wachsen

soll, dann verbrauchen wir in 25

Jahren doppelt so viel wie heute. Also

doppelt so viele Jeans, Hemden, zwei

Waschmaschinen, eh vier Fernseher

(weil manche Haushalte ja schon zwei

haben), etc. Das kann’s aber nicht sein.

Nun will niemand der Wirtschaft ein

Wachstum absprechen, aber unser

derzeitiger Ansatz führt in die Irre, und

das ist keine Kapitalismuskritik per se.

Sondern eine Systemkritik. Viele Menschen

spüren, dass wir in die falsche

Richtung rennen.

KLASSISCHE BEISPIELE

sind Nahrungsmittelindustrie oder

Marketing. Werbung suggeriert uns

Bedürfnisse, die wir eigentlich gar nicht

haben. Nur Lemminge glauben „Geiz ist

geil“, obwohl es eigentlich richtig heißen

muss: „Geiz isst Gaul“. Nun haben

aber die Grünen die richtigen Antworten

auf solche falschen Entwicklungen.

Es geht unter anderem auch darum,

wieder mehr in die Realwirtschaft zu

investieren und im Land zu produzieren.

Die Briten glauben, mit der Finanzwirtschaft

in London eine Nation nach

vorne bringen zu können. Aber Geld

kann doch niemand essen! In Wahrheit

bereichern sich Banker mit Riesen-Boni,

was zur zunehmend ungerechteren

Vermögensverteilung und letztlich

Verelendung der Bevölkerung beiträgt.

Der Finanz-Lobbyist und Schatzkanzler

Osborne sagte auch, dass 10 % des BIP

in Großbritannien von der Finanzindustrie

(was für ein monströses Wort!)

generiert würde.

Wie hat das der Kapitän eines Fährschiffes

einfach und klar erzählt: Auf

dem Weg nach Großbritannien liegt das

Schiff tief, aber zurück ist es leicht und

12

Lokal wirtschaften geht besonders nachhaltig!

ragt ungewöhnlich weit aus dem Wasser,

weil keine Waren mehr exportiert

werden. Die Folgen einer verheerenden

Wirtschaftspolitik, die darauf setzt, mit

Geld zu „arbeiten“, negieren die Politiker

dort wie in den USA. Auch bei uns.

Diese Fehlentwicklungen verursachen

und erklären auch den zunehmenden

Mangel an Vertrauen in die Politik. Die

Grünen sehen diese Fehlentwicklungen

seit langem und haben erfolgreich gute

Konzepte entwickelt.

KEIN FLEISCHHAUER IN EINER

STADT MIT MEHR ALS 20.000

EINWOHNER?

Es geht gar nicht nur um Rudi Anschobers

grüne Jobs in Oberösterreich,

sondern eigentlich auch darum, dass

wir in unserer Umgebung nichts mehr

produzieren. Das heißt, Wertschöpfung

durch eigene Produktion findet längst

schon woanders statt, wenn es nicht

gerade um Dienstleistungen geht. Wo

gibt es denn in Mödling zum Beispiel

GRÜNE STADT 02/2013

einen richtigen Fleischhauer? Wo ein

Gemüse-/Obst-Geschäft? Wo können

wir noch Lebensmittel einkaufen, außer

in einem Supermarkt? Und woher kommen

all die Waren im Supermarkt? Aus

Spanien (Erdbeeren im Winter), aus

China (Knoblauch), aus Chile (Trauben

im Frühjahr), aus Argentinien (Steaks),

aus Neuseeland (Muscheln), aus dem

Pazifik (Fisch!). Schon klar: Bananen

oder Ananas wachsen bei uns nicht.

Und keiner will hier auf der Spaßbremse

stehen und Konsum verteufeln. Auch

anderswo auf unserem Globus wollen

Menschen vom Verkauf ihrer Produkte

leben, auch das ist gerecht.

LOKALE WERTSCHÖPFUNG!

Zugegeben: Es ist unmöglich, ein

Herren-Baumwollhemd voll und ganz in

Österreich zu produzieren. Das scheitert

schon an der Baumwolle selber.

Obwohl Hanfhemden fein zu tragen

sind, und ein großer österreichischer

Industriebetrieb aus dem Zellstoff der


BESSER LEBEN

Bäume Fasern produziert (teuer, aber

fein!), brauchen wir Baumwolle. Wer ein

ordentliches Business-Hemd braucht,

wird darum nicht herumkommen. Aber

denken Sie nur: Es gibt Baumwolle,

sogar aus den USA, kontrolliert-biologisch

angebaut. Nun aber kommt’s: Die

Garne werden in Österreich verarbeitet,

in einem Betrieb, der zu den führenden

Tuchherstellern der Welt zählt. Die Konfektion

der Produkte erfolgt in Deutschland,

Österreich (!) und Polen. Beide

Partner, also Konfektionär und Tuchhersteller

sind „bluesign“ zertifiziert.

Das bedeutet, beide unterwerfen sich

einem der strengsten Öko-Label der

Textilindustrie. Die verwendeten Stoffe

und Tuche zählen zu den hochwertigsten

und saubersten, also ökologisch

reinsten, die zurzeit produziert werden

können. Die Hemden sind leistbar und

ziemlich toll zu tragen. Solche Themen

sprechen wir an: Wertschöpfung lokal.

Zurück zu kleinräumigerem Wirtschaften.

Rückbau von Konsumtempeln wie

einer Shopping-City, die eine Umweltsünde

sondergleichen darstellt und wo

kaum Qualität zu finden ist. Ramsch

aus China oder Fernost, ja, zu billigsten

Preisen. Aber um welche Kosten?

SAUBERE POLITIK,

SAUBERE LÖSUNGEN.

Es wird nicht lange dauern und Treibstoff

wird zum Luxusgut werden. Spätestens

dann müssen Automobil-Hersteller

vernünftige Produkte im Angebot

haben, wie wir uns auch am Land bewegen

können. Die Politik muss Lösungen

anbieten, wie wir die Versorgung der

Bevölkerung in der Fläche sicherstellen

können. Die Menschen werden älter und

damit auch nicht beweglicher. Selbst

wenn sie ein Auto haben, wird das Fahren

beschwerlicher. Niederösterreich ist

ein zersiedeltes Land, Folge einer unkontrollierten

und unbedachten Verhüttelungs-

und verfehlten Verkehrspolitik

ohne Öffis. Also brauchen wir Zentren

für die Nahversorgung, und die werden

natürlich in den Dörfern oder Städten

liegen müssen und nicht außerhalb. Und

wie bekommt man die Bauern dazu,

mehr Bio-Nahrungsmittel in einer nachhaltigen

Landwirtschaft ohne Chemie

für die Menschen und nicht Raps für

die Biodiesel-Raffinerie zu erzeugen?

Reparatur-Service-Zentren müssen aufgebaut

werden, damit nicht mehr alles

einfach weggeworfen und Ressourcen

verschwendend neu gekauft wird. Solche

Initiativen gibt es schon, nicht weit

verbreitet, aber es beginnt. Tauschkreise

beginnen sich stärker zu etablieren.

Menschen wehren sich gegen den blödsinnigen

Konsumrausch zunehmend.

GRÜNE SCHAUEN WEITER

IN DIE ZUKUNFT!

Herkömmliche Politiker denken vielleicht

bis zur nächsten Wahl. Grüne

denken an die Menschen und wie es

ihnen in der Zukunft wohl gehen mag.

DAS treibt die Grünen. Mit den vorhin

beschriebenen Umstellungen (schon

klar, das geht nicht von einen Tag auf

den anderen) werden Arbeitsplätze

geschaffen. Das Gemeinwohl wird

gestärkt. Die Regionen werden unabhängiger

von wirtschaftlichen Zyklen.

Lokale Währungen

könnten vielleicht

eingeführt

werden, sodass

das „Geld“ und

das, wofür wir es

halten, im Raum

bleibt. Wir werden

krisenfester.

Nur kurz zu den

Ursachen unserer

„Finanz“Krise,

die ja eigentlich

eine Systemkrise

ist: Spar-Einlagen

sollten bis zu

einer bestimmten

Grenze

geschützt sein.

Jede Bank muss

dieses Geschäft

vom Investment-

Banking und in

eine eigene Gesellschaft

auslagern.

Investment-

Banken sollen

in den Konkurs

geschickt werden

können. Wer will, kann ja die Manager

dafür haftbar machen, aber der Staat

bleibt hier bitte außen vor! BürgerInnen

dürfen diese Banken nicht mit ihren

Steuergeldern retten.

GRÜNES DENKEN IST

HUMANISMUS IM SCHÖNSTEN

SINN DES WORTES

Das Thema aller grüner Aktivitäten

ist ein gesunder, angewandter Humanismus.

Achtsamkeit steht im Fokus.

Achtsamer Umgang mit Anderen, mit

den Menschen der Umwelt, der Umwelt,

Tieren, also der Welt halt. Grünes

Denken hat die Welt verändert. Früher

konnten das die Sozialisten tun, vor vielen

Jahren war ihre Zeit. Noch viel früher

waren es die Kapitalisten / Konservativen,

die über die Industrialisierung

Wohlstand brachten. Aber deren Zeit ist

abgelaufen. Rezepte der Vergangenheit

passen nicht mehr in die Zukunft.

• Klaus Hochkogler

GRÜNE STADT 02/2013 13


EUROPA

EUROPAPARLAMENT VERABSCHIEDET

EFFEKTIVE REGELN

FÜR SOZIALE INVESTITIONEN UND WAGNISKAPITAL

Das Europaparlament hat heute mit breiter Mehrheit zwei Gesetzesentwürfe für Verordnungen zur Investitionsförderung

verabschiedet. Es handelt sich um die Vorschläge zur Schaffung eines Fonds für soziales Unternehmertum (EuSEF) sowie

um europaweite Regeln für Wagniskapital-Fonds (Venture Capital). Eine breite parlamentarische Mehrheit unterstützte beide

Entwürfe. Die EuSEF-Verordnung tritt nach EU-Beschluss unmittelbar in Kraft und schafft einen neuen Typ Europäischer

Investmentfonds für Investitionen im Bereich der Sozialen und Solidarischen Ökonomie 1) .

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer

Sprecher der Grünen

im Europaparlament, Vize-Präsident

der Intergroup Soziale Ökonomie und

Verhandlungsführer der Grünen für die

EuSEF-Verordnung kommentiert die

Abstimmungsergebnisse:

14

„Mit den heutigen Mehrheiten schafft

das Europäische Parlament effektive

Förderinstrumente für junge Unternehmen

und Betriebe der Sozialen und Solidarischen

Ökonomie. Die Verordnung

zu Wagniskapital (Venture Capital - VC)

etabliert einen harmonisierten Rechtsrahmen

für europäische Wagniskapital-

Manager und führt einen europäischen

Wagniskapital-Pass ein: Einmal registriert,

gilt dieser Pass für die gesamte

EU. Eine allgemeine Definition von

„Steueroasen“ zur Begrenzung dieses

Passes wird wegen der Ablehnung der

Mitgliedsstaaten auch weiterhin im EU-

Recht fehlen. Bei diesem Punkt bauten

die Mitgliedsstaaten eine Blockade auf

und erklärten sich lediglich dazu bereit,

dass die Kommission das Thema Steuervermeidung

bei der zukünftigen Überarbeitung

der VC-Verordnung aufgreifen

sollte.

Die EuSEF-Verordnung schafft zum

ersten Mal einen Fonds, der den finanziellen

Grundstein zur Stärkung der

Sozialen und Solidarischen Ökonomie

legt. Die Soziale und Solidarische Ökonomie

ist eine richtige Antwort auf

eines der Hauptprobleme, die uns in die

momentane Krise geführt haben: kurzfristiges

Profitstreben. Mit dieser Stärkung

festigt das Europäische Parlament

weitergehende Alternativen zu einem

Wirtschaftsmodell, das Gewinne für das

entscheidende Ziel des Wirtschaftslebens

hält.

Auf Grüne Initiative konnten in den Verhandlungen

Verbesserungen an zentralen

Punkten im Gesetzestext verankert

werden. Die von der Kommission vorgeschlagene

Begrenzung auf Investitionen

in Kleinunternehmen wird aufgehoben.

Das erhöhte Investitionsvolumen kann

somit zukünftig eingesetzt werden,

um auch kapitalintensivere Projekte zu

finanzieren, z. B. im sozialen Wohnungsbau.

Diese Ausweitung

der finanziellen

Mittel geht einher

mit der Ausrichtung

der Investitionen

auf erweiterte

soziale Kriterien,

wie beispielsweise

zu Arbeitsrechten,

Gleichstellung und

Gesundheitsschutz.

GRÜNE STADT 02/2013

Die EuSEF-Verordnung

fordert außerdem

Transparenz

über die maximal

30 % des angelegten Kapitals, die außerhalb

der Sozialen und Solidarischen

Ökonomie angelegt werden dürfen.

Fortschritte gibt es auch bezüglich der

Bewertung von Unternehmen der Sozialen

und Solidarischen Ökonomie. Harmonsierte

Richtlinien berücksichtigen

die besondere Merkmale dieser Unternehmensform,

wie u. a. die weitgehende

Reinvestition von erzielten Gewinnen.

Die EuSEF-Verordnung ermöglicht

außerdem Investitionen in außereuropäische

Unternehmen der Sozialökonomie

und hat damit großes Potential

zur Förderung des Fairen Handels mit

Entwicklungsländern.

Kleiner Wermutstropfen: Eine Beteiligung

von Kleininvestoren über offene

Publikumsfonds (UCITS) an europäischen

Fonds für soziales Unternehmertum

konnte nicht erreicht werden.

Dieser Punkt soll jedoch im Zuge der für

2017 vorgesehenen Überarbeitung der

Richtlinie umgesetzt werden.

Die heutige Entscheidung des Europaparlaments

stärkt neben jungen

Unternehmen vor allem die Soziale und

Solidarische Ökonomie und ist deshalb

ein großer Erfolg. Nun gilt es, diese

verbesserten Möglichkeiten effektiv zur

Weiterentwicklung von wirtschaftlichen

Alternativen zu nutzen.“

Sven Giegold MdEP

www.sven-giegold.de

twitter: Sven_Giegold

facebook: sven.giegold

1) In Zukunft können Anleger in diese Fonds

eintreten, die wiederum die Kapitalbasis von

Genossenschaften, Sozialen Unternehmen

und anderen Arten der Sozialwirtschaft

stärken.


EUROPA

EUROPA SUCHT

DAS GEFÄHRLICHSTE FINANZPRODUKT

Liebe Freundinnen und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,

fast 2.000 Interessierte haben bei der

Abstimmung zu unserem Wettbewerb

„Europa sucht das gefährlichste Finanzprodukt“

mitgemacht. Wir freuen uns,

nun als Ergebnis der Onlineabstimmung

die zwei unrühmlichen „Gewinnerprodukte“

vorstellen zu können: www.

gefaehrlichstes-finanzprodukt.eu

In der ersten Kategorie sind Produkte,

die VerbraucherInnen und InvestorInnen

schädigen. Die Teilnehmerinnen

haben wie folgt gestimmt:

1.) Credit Default Swaps für Staatsanleihen

aus Schwellenländern (46,8 %)

2.) Kreditkarten mit überhöhten Zinsen

(22,4 %)

3.) Fremdwährungskredit mit endfälligem

Tilgungsträger (21,2 %)

4.) Aktienanleihe (9,6 %)

Das Gewinnerprodukt „Credit Default

Swaps für Staatsanleihen aus Schwellenländern“

wurde von Will Martindale

vorgeschlagen. Seine Begründung, warum

Credit Default Swaps gefährliche

Finanzprodukte darstellen, lautet:

„Der Ursprung der Euro-Krise liegt in

der Aufnahme von Schulden durch die

Euro-Länder. Die Verschuldung wurde

auch trotz einem aktiven Credit-Default-

Swap-Markt nicht eingedämmt. Das

Problem ist aber, dass ein CDS-Markt

dazu beitragen kann, dass ein Land in

Schwierigkeiten nicht mehr alleine auf

die Beine kommt. Der Nutzen von Credit

Default Swaps ist zu gering und das

Risiko zu groß.“

Das ist die Stimmenverteilung in der

zweiten Kategorie, mit Produkten, die

die Umwelt, die Armen oder Dritte

schädigen:

1.) Nahrungsmittelfonds (71,4 %)

2.) Ölsand-Zertifikat (13,3 %)

3.) Uranzertifikat (11,7 %)

4.) Finanzierung des Abbaus von Gold

& Silber (3,6 %)

Londons Banker wehren sich gegen Beschränkungen und wollen weiterhin die

Finanzwelt vergiften.

Die Initiative Geld mit Sinn e.V. hat mit

Hilfe von Mathias Winkler das Gewinnerprodukt

„Nahrungsmittelfonds“

vorgeschlagen. So begründen sie,

warum Nahrungsmittelfonds zu Recht

zu einem der beiden gefährlichsten

Finanzprodukte gewählt wurden:

„Spekulationsprodukte auf Nahrungsmittel

sind gefährlich, weil diese Preiserhöhungen

von Grundnahrungsmitteln

mitverursachen, die viele Geringstverdiener

auf dieser Welt in ihrer nackten

Existenz bedrohen und dadurch auch

ganz konkret Menschen sterben.“

Weitere Informationen über die eingereichten

Vorschläge und den Wettbewerb

sind hier zu finden: www.dangerous-finance.eu/umfrage/?lang=de

Nun wird es Zeit, dass die Europäischen

Finanzaufsichtsaufsichtbehörden Maßnahmen

gegen gefährliche Finanzprodukte

ergreifen. In Kürze findet dazu

ein Treffen mit den Mitgliedern der

Jury, den zwei Einreichern der Gewinnerprodukte

bei ESMA (Europäische

Finanzaufsichtsbehörde) und uns in

Paris statt. Dort wollen wir zusammen

diskutieren, wie mit den beiden gefährlichsten

Finanzprodukten Europas

zukünftig umgegangen werden soll.

Auch die anderen nominierten Produkte

werde ich zur Sprache bringen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sven Giegold

in Kooperation mit share e.V. und WEED

(World Economy, Ecology and Development)

Sven Giegold MdEP

www.sven-giegold.de

twitter: Sven_Giegold

facebook: sven.giegold

GRÜNE STADT 02/2013 15


BESSER ESSEN

TISCHLEIN DECK DICH!

EIN KRITISCHER BLICK

AUF DEN KINDERGARTEN-TELLER.

Die Zeit, welche Kinder im Kindergarten verbringen, geht für viele über Mittag hinaus. Meist aufgrund der Berufstätigkeit

beider Elternteile. Diese Kinder sind vermehrt auf die Mittagsverpflegung im Kindergarten angewiesen. Eltern schenken der

Einrichtung somit großes Vertrauen, dass die Kinder ein wertvolles und gesundes Mittagessen bekommen. Für manche ist es

die einzige warme Mahlzeit am Tag.

Viele NÖ Landeskindergärten

werden von einem „Convenience

Food“ (engl. bequemes Essen)-

Produzenten beliefert. Meist wird

das Essen für mehrere Tage in

einem bestimmten Rhythmus

in tiefgekühltem Zustand an die

Kindergärten abgegeben und

dann, in einer festgelegten Menüfolge,

täglich „frisch“ und heiß

serviert. Nach Aussagen mancher

KindergartenpädagogInnen lässt

das Essen, trotz entsprechender

Optik, meist etwas zu wünschen

übrig. „Es ist in Ordnung, jedoch

ein typisches Kantinenessen“,

lautete eine der mir bekannten

Aussagen. Da die Komponenten

des Mittagessens immer tiefgefroren

sind, ergreifen viele

KinderpädagogInnen die Initiative

und richten zusätzlich einen

frischen Salat, frisches Obst oder

Joghurt mit Früchten zu dem

„regenerierten“ Mittagessen her.

Es ist oft eine persönliche Einstellung

mancher Eltern und PädagogInnen, die

sich über diese Form der Kindergartenverpflegung

skeptisch äußern. Viel

hängt davon ab, welchen Stellenwert

man dem Essen und seiner Qualität

einräumt.

Ich werde versuchen mich hier, soweit

es mir möglich ist, objektiv über das

Mittagessenangebot in den NÖ Landeskindergärten

zu äußern. Ich möchte

betonen, dass meine persönliche Einstellung

einen Einfluss auf hier getätigten

Aussagen haben kann. Vielleicht

bekommen Sie Lust so manches nachzufragen

oder kritisch zu betrachten.

16

Wie kommt es dazu, dass zunehmend

Convenience – in diesem Fall gekühlte,

insbesondere aber tiefgekühlte - Produkte

den Weg in den Kindergarten

finden?

Die Palette an richtigen Antworten ist

breit – das Essen ist eben „bequem“

zum Zubereiten, es entspricht allen

erforderlichen Standards, wie z. B.

Hygiene-Leitlinien für Einrichtungen der

Gemeinschaftsverpflegung 1 . Ein Extrazuckerl

ist ein Gütesiegel, wie z. B. das

Siegel der Österreichischen Gesellschaft

für Ernährung, ÖGE 2 . Es ist zudem

noch billig („Billiger kann ich zuhause

nicht kochen“ - meinen sogar manche

Eltern). Und manchmal sogar Bio.

Das Mittagessen ist, laut Angaben des

Herstellers, „ernährungsphysiologisch

GRÜNE STADT 02/2013

an die Bedürfnisse der jeweiligen

Altersgruppe angepasst“.

STIMMT‘S?

Wollen Sie wissen, was die großen

Unternehmen (auch Lieferanten

für Mödlinger Landeskindergärten)

über ihre Produkte

behaupten? Das ist kein Geheimnis,

eine kurze Recherche im

Internet ist dazu ausreichend.

„Unsere Speisepläne werden von

unseren ErnährungswissenschafterInnen

erstellt und sind von der

Österreichischen Gesellschaft

für Ernährung mit dem ÖGE-

Gütesiegel ausgezeichnet. Damit

ist sichergestellt, dass bereits bis

zu 1/3 des täglichen Nährstoffbedarfs

(in Bezug auf Vitamine,

Mikro- und Makrostoffe, Anm. der

Redaktion) mit dem (…) Mittagessen

abgedeckt ist!“

Das stimmt. An der ernährungsphysiologischen

Wertigkeit habe ich absolut

nichts auszusetzen. Man kann nachweisen,

dass die sog. DACH Referenzwerte

(siehe Kästchen) eingehalten wurden.

Ernährungswissenschafter bedienen

sich der Lebensmittelnährwertbibel

(Souci-Fachmann-Kraut) und der Berechnungsprogramme,

welche den

durchschnittlichen Nährwert jeder

einzelnen Speise kalkulieren. Dann wird

solange am Menü getüftelt, bis alles

stimmt. Sowohl der ernährungsphysiologische

Aspekt als auch natürlich der

PREIS. Aber ... auch ein vernünftiges

Mittagessen, welches nach den Vorschriften

der Haushaltslehre gekocht

wurde, tut es üblicherweise auch. Und

das ohne große Wissenschaft.


BESSER ESSEN

österreichische Ware handelt. Bio gibt

es mittlerweile von überall, oft günstiger

als bei uns. Ein Menüplan beinhaltet

oft mehr als nur tiefgekühlte Speisen.

Glück mit hohem Bioanteil können

die haben, die täglich mit gekühlten

Speisen beliefert werden (viele Wiener

Kindergärten). KÖNNEN.

Sie werden noch lesen „Gesamt Bio-Anteil

30 %“. Ich lege die Vermutung nahe,

dass sich das Wort „gesamt“ auf das

ganze Sortiment des Lieferanten streckt.

WOLLEN SIE NOCH ETWAS

WISSEN?

Hier ist ein weiteres Ergebnis meiner

kurzen Recherche.

„Wir (…) beziehen unsere Lebensmittel

vorrangig aus Österreich (...). So stammen

unser Rind- und Schweinefleisch

zu 100 % aus Österreich, unsere Kartoffeln

sind aus dem Waldviertel und Gemüse

wie Spinat, Karotten und Fisolen

stammen aus dem Marchfeld.“

Vorrangig heißt auch: Wenn die für die

Produktion benötigte Menge in Österreich

angebaut werden kann, wird

tatsächlich heimische Ware bevorzugt;

meist ist der Preis auch günstig. Beachten

Sie auch, dass es sich um einige

DACH REFERENZWERTE

wenigen Gemüsesorten handelt. In

anderen Fällen wird „am Weltmarkt“

gehandelt. Würde alles aus Österreich

bezogen, kann der günstige Preis der

Speisen meist nicht erreicht werden.

Heimisch und günstig würde für mich

heißen – monoton. Abwechslungsreich

und dennoch günstig – global.

UND WIE WÄRE DAS MIT DEN

BIOPRODUKTEN?

Man kann Folgendes nachlesen:

„Mit unserem umfangreichen BIO-

Sortiment können Sie Menüpläne mit

einem BIO-Anteil von mindestens 40 %

erstellen“. Ich möchte hier das Wort

„können“ herausheben. Sie können,

müssen aber nicht. Bio ist oft eine Spur

teurer. Bio heißt nicht, dass es sich um

DACH steht für die Abkürzung Deutschland (D), Österreich (A), Schweiz (CH).

Referenzwerte bedeutet, dass es sich um Empfehlungen, Schätz- und Richtwerte

für die Nährstoffzufuhr handelt. Diese Werte sollen die Nährstoffmengen abbilden,

welche für eine volle Leistungsfähigkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen

sorgen und vor ernährungsbedingten Krankheiten schützen. Von Empfehlungen

wird gesprochen, wenn die zuzuführenden Nährstoffgemengen mit ausreichender

ernährungsphysiologischer Sicherheit bekannt sind (z. B. Protein, Eisen, Vit.

C ...). Schätzwerte betreffen Nährstoffe, wo die benötigten Mengen nicht mit

einer genügenden Genauigkeit bestimmt werden konnten (z.B. Natrium). Richtwerte

stellen eine Orientierungshilfe dar (z. B. Energie).

Quelle „Die Nährstoffe – Bausteine für Ihre Gesundheit“, Deutsche Gesellschaft für Ernährung 1.

Auflage 2004

Es ist nicht einfach, täglich einen Kindergarten

mit frischem Essen zu beliefern.

Ein kleiner Unternehmer, der frisch

kochen möchte - auch in Bioqualität -,

hätte keine Chancen, den Preiskampf

gegen ein großes Unternehmen zu

gewinnen. Er würde sich wahrscheinlich,

bei mangelhaften Kenntnissen oder

aufgrund des Fehlens eines wissenschaftlichen

Fachpersonals, schwerer

mit Einhaltung der hygienischen Vorschriften

tun. Ein Gütesiegel der ÖGE

1 Hygiene-Leitlinie für Großküchen, Küchen des

Gesundheitswesens und vergleichbare Einrichtungen

der Gemeinschaftsverpflegung.

Suchen Sie diese Leitlinie unter der URL:

www.bmg.gv.at.

Bemerkenswert sind meines Erachtens Pkt. 4

„Reinigung und Desinfektion“ sowie Pkt. 7

„Umgang mit fertig zubereiteten Speisen,

Speisenausgabe“. In einem großen, gut

ausgestatteten Betrieb mit einem guten Qualitätsmanagement

sind diese Vorschriften

ohne großen Aufwand einzuhalten und gehören

zu einer guten Herstellungspraxis (Good

Manufacturing Practice, GMP). Wie sollen all

das die Kleinen bewerkstelligen?

2 Suchen Sie nach ÖGE-Gütesiegel unter

der URL: www.oege.at Das ist eines der 4

staatlich genehmigten Siegel (Lebensministerium).

Das Siegel ist „ein Gütesiegel für

nährstoffoptimierte Speisenqualität in der

Gemeinschaftsverpflegung (...). Im Fokus

der aktuellen ernährungswissenschaftlichen

Erkenntnissen, Umsetzbarkeit sowie Praxistauglichkeit“.

Weiter „Für die Unternehmen

der Gemeinschaftsverpflegung bringt das

ÖGE-Gütesiegel, neben einem deutlichen

Wettbewerbsvorteil, eine Imagesteigerung,

eine Verbesserung der Akzeptanz und eine

Erhöhung des Genusswertes der Speisen“

Die Reihenfolge der Vorteile ist interessant.

Und was mich stört ist, dass der Genusswert

der Speisen nur ein „Nebeneffekt“ ist...

GRÜNE STADT 02/2013 17


BESSER PFLANZEN

ist vielleicht für ihn unerreichbar.

Vielleicht haben Sie Fußnoten

schon gelesen und haben bei

der Quelle nachgeschaut. Hinter

einem Gütesiegel steht nicht so

selten eine Armee an Wissenschaftern

und Qualitätsmanagern.

Ferner ist es auch für den Kindergarten

nicht immer einfach, gegen

die Empfehlungen des Landes /

der Gemeinde anzutreten. Es bedarf

vielerlei Argumente, um auf

das Convenience-Essen zu verzichten;

vor allem dann, wenn ein

Vertrauen weckendes Gütesiegel

einen staatlichen Segen besitzt.

Es ist jedoch möglich, den Kindern

jeden Tag ein frisches Mittagessen

anzubieten. Es bedarf

allerdings des Engagements

seitens der Kindergartenleitung,

des Willens eines kleinen Herstellers,

sich an die Hygiene-Auflagen

zu halten und oft der Bereitschaft

der Eltern, ein wenig mehr für das

Essen zu bezahlen. Eine Kooperation

mit einem kleinen Lieferanten

(Restaurant, Verein, etc.) erhält

die regionalen Produzenten und

sichert Arbeitsplätze. Transportwege

werden verkürzt. Menüwünsche

und -anregungen der Pädagogen

und Eltern können leichter

berücksichtigt werden.

Eine optimale Lösung bietet eine

großzügige Küche sowie ein/e

Koch/Köchin in jedem Kindergarten.

Nur das kostet viel Geld.

Die Hürden, um täglich ein alternatives,

frisches, wertvolles und

vollwertiges Mittagessen anzubieten,

sind hoch. Es wird daher

weiterhin heiß serviert: CONVE-

NIENCE.

• Justyna Auernig

Pflanzentauschmarkt im

Volkskundemuseum Mödling

Jungpflanzen und Saatgut aus nicht

kommerziellem Anbau

Samstag 11. Mai 2013, 10 - 17 Uhr

Klostergasse 16 · 2340 Mödling

10 Uhr Eröffnung · Begrüßung

Kurzreferate:

Rotraut Dirnberger

Hannes Kleedorfer

Christine Runge: Arche Noah

Falls Sie Jungpflanzen und Saatgut aus eigenem

Anbau weitergeben wollen, melden Sie sich bitte

bei Johanna Kail (0650/6367716).

Veranstalter:

Volkskundemuseum des Bezirks-Museums-Vereins Mödling

18

GRÜNE STADT 02/2013


LAMATREKKING

ENDE MAI

BESSER LEBEN

Am 26. 5. 2013 laden wir Familien, samt Tanten, Onkeln, Großmüttern und -vätern, mit

Kindern zu einem Lamatrekking am Fuße des Anningers ein!

Dazu besuchen wir Markus Kernbichlers

Wagenburg LAMASTÉ in Pfaffstätten.

Unter dessen professioneller Leitung

wandern wir mit den Lamas zu den

Einöd-Höhlen und von dort weiter auf

die Veiglhütte. Dort gibt es die Möglichkeit

einer Stärkung bei köstlichen, ausgefallenen

Aufstrichbroten. Wenn wir von

dort zur Wagenburg zurückgekehrt sind,

haben wir ca. 4 - 5 Stunden Wanderung

in den Beinen. Da wird die Freude umso

größer sein, wenn wir bei einem Lagerfeuer

und vegetarischem Kesselgulasch,

sowie herrlichem Blick auf Baden den

Tag gemütlich ausklingen lassen! Ende

ca. 17 Uhr.

Die Plätze werden

nach der Reihenfolge

der Anmeldungen

vergeben!

Wir freuen uns auf

viele bekannte und

neue Gesichter!

Mitzubringen ist festes Schuhwerk und

zum Wetter passende Kleidung. Ein Getränk

für unterwegs ist auch von Vorteil.

Treffpunkt: 8:40 Uhr Bahnhof Pfaffstätten

(Vorplatz, Seite Richtung Wr. Neustadt),

von dort gehen wir gemeinsam ein kurzes

Stück bis zur Wagenburg.

Die Gruppengröße ist mit 25 Personen

begrenzt. Daher bitten wir um rechtzeitige

Anmeldung bei den Grünen Mödling

unter moedling@gruene.at.

GRÜNE STADT 02/2013 19


KULTUR

CULTUHR

KUNSTRAUMARCADE

Hauptstraße 79, 2340 Mödling

Tel. 02236/860457

arcade@artprint.at

www.kunstraumarcade.at

Öffnungszeiten:

Fr 15–18 Uhr, Sa 10–15 Uhr

Georg Lebzelter/Darina Peeva

Linien in Betrieb

Eröffnung: Sa, 27. April, 18 Uhr

Ausstellungsende: 1. Juni

Lebzelter und Peeva verbindet ihre

intensive Beschäftigung mit der Druckgrafik.

Beide reflektieren und erweitern

deren Möglichkeiten und definieren

künstlerische Druckgrafik als das multiplizierbare

Original, das in und mit

den druckgrafischen Mitteln gedachte

und umgesetzte bildnerische Konzept.

Die Ausstellung findet im Programm

„Monat der Grafik 2013“ in Kooperation

mit International Print Network und

dem Künstlerhaus Wien statt.

ZEIT.WELTEN.ZEIT

Evelin Klein, Arnulf Rödler, Georg

Kiffmann

Eröffnung: Sa, 8. Juni, 19 Uhr

Ausstellungsende: 6. Juli

Zeichnung, Skulptur und Fotografie

Konzept: Judith P. Fischer

STADTTHEATER MÖDLING

Babenbergerg. 5

Tel. 02236/42999

www.theaterzumfuerchten.at

Premiere: Sa, 13. April, 19:30 Uhr

Rote Nasen

von Peter Barnes

Regie: Bruno Max

weitere Termine: 18.-20., 23., 25.-27. 4.

jeweils 19:30 Uhr, 21. 4., 17 Uhr.

Premiere: Sa, 11. Mai, 19:30 Uhr

Die Ziege oder Wer ist Sylvia?

Von Edward Albee

Regie: Marcus Ganser

weitere Termine: 15.-18., 21., 23.-25. 5.

jeweils 19:30 Uhr, 19. 5., 17 Uhr.

Premiere: Sa, 8. Juni, 19:30 Uhr

Cymbeline

von William Shakespeare

Regie: Bruno Max

weitere Termine: 13.-15., 18., 20.-22. 6.

jeweils 19:30 Uhr, 16. 6., 17 Uhr.

JAZZFORUM MÖDLING

Bühne Mayer, Elisabethstr. 22

www.jazzforum.eu

Sa, 27. April, 20:30 Uhr

Bernhard Locker´s Masool

Der Mödlinger Gitarrist, lange in Los

Angeles als Musiker tätig, kommt an

seinem Geburtstag mit special guests

Peter Natterer (ts, ss) und Alexandra

Houdjakova (voc).

Bernhard Locker – guit

David Piribauer – dr

Robert Riegler – b

FILMCLUB CAPITOLINO

Aufführungen im Stadttheater

Mödling · www.capitolino.at

Mo, 29. April, 19:30 Uhr

LOS REFRIGERADORES heiße Nächte

- kühle Schränke

Regie: Thomas Lehner, Caridad Noblet

Delisle

Kuba/Ö 2012, 94 Min., OF mit UT

IM ANSCHLUSS: GESPRÄCH MIT DEM

REGISSEUR!

Eis auf Kuba - im Cocktail an der

Strandbar eine Selbstverständlichkeit,

für die Bewohner der Insel eine Frage

des Überlebens, ein täglicher Kampf,

die Materie im kalten Festzustand zu

erhalten. Kühlschränke werden über

Generationen vererbt, restauriert

und gewartet, bilden das Zentrum im

Haushalt und konfrontieren ihre Besitzer

letztlich mit den Energieproblemen

eines isolierten Staates, der nach Ende

des Kalten Kriegs nicht mehr Zucker

gegen Erdöl tauschen kann.

Der Film erzählt vom sozialen, wirtschaftlichen

und energiepolitischen

Kosmos, den der Kühlschrank bündelt

und in dessen Mittelpunkt er steht - Eis

ist Zivilisation.

HAUS DER JUGEND

RED BOX

Eisentorg. 5, www.redboxmoedling.at

Fr, 26. April, 20 Uhr

Clara Luzia

Effi

VVK (Waggon, Wien Xtra): 14 €

AK: 16 €

Mit ihrem brandneuen Album „We are

fish“, auf dem es auch richtig laut werden

kann, kommt Clara Luzia bereits

zum dritten Mal nach Mödling.

Davor das Grazer Musikprojekt Effi -

minimalistisch, elektrisch, Ukulele!

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: DIE GRÜNEN Mödling, c/o Trötzmüller, Grill par zer gasse 9, 2340 Mödling ·

DVR: 0879771 · Druck: Donau Forum Druck Ges.m.b.H., 1230 Wien · Erschei nungs ort: Mödling, Erscheinungstermin: Februar

2013 · Layout: Josef Machynka · Editorialfoto und Veranstaltung Heini Staudinger: ©foto-kittel.at, Gernot Eder, Anja Bohnhof/

Karen Weinert. Walter Weer, Grüne Mödling.

20

GRÜNE STADT 02/2013

Gedruckt nach der Richtlinie des Österreichischen

Umwelt zeichens „Schadstoffarme Druckerzeugnisse“

Donau Forum Druck Ges.m.b.H. • UWNr. 785

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