Rundum einsatzfähig - Österreichs Bundesheer

bmlv.gv.at

Rundum einsatzfähig - Österreichs Bundesheer

Nummer 4 | 2013

Jägerbataillon 18 – Professionell und innovativ

Erscheinungsort St. Michael i. O. • Verlagspostamt 8770 • P. b.b. – GZ 02Z033156 M

Rundum

einsatzfähig

www.bundesheer.at

SCHUTZ

& HILFE


DAS OBERLAND • Nr. 3 | 2011

„Wir haben die Idee.

Und auch die Möglichkeiten,

etwas daraus zu machen.“

Unsere Mitarbeiter glauben an Ideen. Und wir vertrauen auf unsere Mitarbeiter.

Deswegen erkennen und fördern wir ihre Talente und geben ihnen die Möglichkeit,

diese auch in die Tat umzusetzen. Denn es sind unsere Mitarbeiter und ihre Ideen,

die den Unterschied machen und dafür sorgen, dass wir auch in Zukunft einen

Schritt voraus sind.

www.voestalpine.com

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 1

Geschätzte Leserinnen

und Leser!

Die Zeit eilt mit Riesenschritten dahin, und es erscheint

nun schon die vierte und zugleich letzte

Ausgabe des Oberlandes im heurigen Jahr. Ein

durchaus interessantes, forderndes und arbeitsreiches

Jahr neigt sich seinem Ende zu. Für mich eine

Gelegenheit die abgelaufenen Monate vor dem inneren

Auge Revue passieren zu lassen. Keine Angst es

sollen hier nicht taxativ die absolvierten Vorhaben

aufgezählt werden und langatmige Nachbetrachtungen

angestellt werden.

Aufschwung

Aus meinem Blickwinkel geht bald ein in vielerlei

Hinsicht sehr erfolgreiches Jahr zu Ende. Nach einem

stürmischen Beginn im Zuge der Diskussion um die

allgemeine Wehrpflicht folgten eine zeitkritische Bearbeitung

des Ergebnisses der Volksbefragung und

eine beginnende Umsetzung im zweiten Halbjahr. Ein

neuer Bundesminister für Landesverteidigung wurde

in Dienst gestellt, die Führungspositionen des Bundesheeres

neu besetzt und wir haben einen neuen

Brigadekommandanten. Verglichen mit einem Privatunternehmen

würde dies die Auswechselung des

Vorstandes und des Aufsichtsrates mit all seinen

Herausforderungen bedeuten. Aus der Durchführungsperspektive

betrachtet, konnte kein Leistungsverlust

erkannt werden. Im Gegenteil der Eindruck,

dass politische und militärische Führung „miteinander

können“ verstärkt sich immer mehr und gibt Anlass

zur Hoffnung.

Für unseren Verband stellt sich der Aufschwung in

einer sehr soliden Personaldecke und einem hohen

Besetzungsgrad dar. Nicht nur die Quantität, sondern

auch die Qualität unserer Berufssoldaten konnte, so

glaube ich, signifikant erhöht werden. Durch verschiedene

Kompanietrainings, Volltruppenübungen

und nicht zuletzt aufgrund der durchgeführten Fortbildungen

im Rahmen der Kadereingreifkräfte konnten

wir eine Vereinheitlichung und Weiterentwicklung

unseres Personals in Gang setzen. An dieser Stelle

sei allen gedankt, die an diesem Aufschwung mitgewirkt

haben und jene, die zweifelten, Lügen gestraft

haben.

Vorwärts

Unsere geleistete Arbeit kann sich also sehen lassen,

aber es entspräche nicht der Einstellung der

Masse des Verbandes sich auf den guten Leistungen

auszuruhen. Es gibt immer Raum nach oben und für

Verbesserungen. Im nächsten Jahr, dem dritten meiner

Kommandoführung, stehen wieder einige Herausforderungen

an, die es gemeinsam zu bestehen

gilt.

Die Überleitung der Kaderpräsenzeinheiten in die

Phase vier, inklusive der daraus resultierenden Bestenauswahl

für potentielle Kadersoldaten, die flächendeckende

Durchführung des „Grundwehrdienstes

neu“, inklusive Teilnahme an der Verbandsübung

der siebten Jägerbrigade mit dem Vollkontingent Mai

2014 und vieles mehr. Details über das nächste Jahr

lesen sie in den nächsten Ausgaben des Oberlandes.

Geneigte Leserschaft, sie sehen also, wir befinden

uns im steilen Steigflug und hoffen, dass der Zenit

noch lange nicht erreicht ist.

Der hier skizzierte Aufschwung wurde durch den

entsprechenden Einsatz der Soldaten des Verbandes

ermöglicht, und allen jenen die daran mitgewirkt haben,

sei hier gedankt. Mit dem Zitat aus dem Bericht

zur Reform des Wehrdienstes „Viele Dinge lassen

sich nur gemeinsam bewältigen“ lade ich sie alle ein,

weiter am Aufschwung des Jägerbataillons 18 zu arbeiten.

Ihr

Oberstleutnant Karl-Heinz Tatschl,

Bataillonskommandant Jägerbataillon 18

… der Eindruck,

dass politische und

militärische Führung

„miteinander

können“, verstärkt

sich immer mehr

und gibt Anlass zur

Hoffnung.

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Seite 2 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Attraktivierung des Grundwe

Oberstleutnant

Karl-Heinz Tatschl

Am 22.Jänner 2013 hat der Ministerrat der österreichischen

Bundesregierung in Umsetzung des

Ergebnisses der Volksbefragung zur Beibehaltung

der allgemeinen Wehrpflicht die Einrichtung einer

regierungsübergreifenden Arbeitsgruppe zur Erarbeitung

eines Konzeptes zur Umsetzung der Attraktivierung

des Wehrdienstes beschlossen. Der Arbeitsgruppe

zugeordnet wurde eine Vorbereitungs- und

Steuerungsgruppe, die im Groben aus den Leitungsfunktionen

des BMLVS sowie des BMI rekrutiert

wurde. Zur Verdichtung der Fachexpertise auf Seiten

des BMLVS wurde weiters ein Expertenrat, der im

Wesentlichen Vertreter der wehrpolitischen Vereine,

der Kollegialorgane, der Einsatzorganisationen und

des Bundeskanzleramtes beinhaltete, gebildet.

In dieser Gliederung und mit dem Ziel, noch vor

dem Sommer 2013 zu einem Ergebnis zu kommen,

begann die Bearbeitung der einzelnen Themenfelder.

Unter Einbeziehung der Streitkräfte wurde eine umfangreiche

Datenerhebung inklusive Befragungen

unter den gerade dienenden Rekruten durchgeführt.

Ausgestattet mit diesem Datenmaterial und in mehreren

Zwischenschritten wurde schlussendlich mit Juni

2013 der Bericht zur Reform des Wehrdienstes vorgestellt

und mit der Umsetzung begonnen. Dieser

Bericht, der sehr detailliert die Vorgaben für das

weitere Vorgehen definiert, kann unter www.bundesheer.at/Meldungsarchiv/Juni

2013/ Artikel vom

27.6.2013 nachgelesen werden.

Im Kern beschäftigt sich der rund neunzig Seiten

starke Bericht mit den Grundlagen zu einer Verbesserung

der Ausbildung und der Umfeldbedingungen für

Wehrdienstleistende des Präsenz und Milizstandes.

Die Grundaussage könnte unter dem Motto „Mehr

Militär beim Heer“ salopp zusammengefasst werden.

Mit der Anordnung von Sofortmaßnahmen, die eine

Reduktion von Funktionssoldaten sowie eine In-

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 3

hrdienstes

tensivierung der Sportausbildung auch unter Beteiligung

von Heeresleistungssportlern sowie einer sukzessiven

Verbesserung der Infrastruktur umfasst,

wurde bereits ein Anfang gemacht.

Neben flankierenden Maßnahmen im Bereich der

Tauglichkeitskriterien und der Information vor dem

Grundwehrdienst soll eine, wenn auch eingeschränkte,

Wahlmöglichkeit für Grundwehrdiener ermöglicht

werden.

Im Konkreten werden derzeit bei verschiedenen

Verbänden und Einheiten die Möglichkeiten zur Umsetzung

der Maßnahmen, und vor allem deren Akzeptanz,

bei den Bedarfsträgern erprobt. Neben den bewährten

Ausbildungsgängen werden im Bereich der

Wahlmöglichkeiten nach Antritt des Grundwehrdienstes

verschiedene Wahlpflichtmodule geblockt

oder für die Dauer des Wehrdienstes angeboten. Die

Attraktivierung des Wehrdienstes nur auf diese Dinge

zu beschränken würde aber zu kurz greifen, denn die

mittelfristige Stossrichtung der Reform zielt auf einen

weit umfassenderen Ansatz ab. Die Aufstockung

der Simulationsausstattung sowie die Möglichkeit

der Nutzung ziviler Infrastruktur und eine bereits

spürbar erfolgte Anhebung der finanziellen Mittel

zeigen die neue Marschrichtung vor.

Was bedeutet dies im Konkreten für unseren Verband?

Viele Dinge, die als Eckpfeiler im Reformbericht

enthalten sind, werden bei uns seit vielen Jahren

angewandt. Flexible Dienstzeiten, Teamwork in der

Kampfgemeinschaft und eine fordernde Ausbildung

sind für uns keine Neuigkeiten. Aufgrund der ausgezeichneten

Infrastruktur unserer Kaserne, und der

gerade laufenden Sanierung, sind auch in diesem

Bereich nur wenige Dinge zu adaptieren. Der Reformprozess

sollte für uns aber auch eine Gelegenheit

sein, zu überprüfen ob das Gebotene noch Stand der

Dinge ist. Wenn ja, ausgezeichnet. Wenn nein, eine

gute Gelegenheit Dinge zu ändern. Jeder Einzelne ist

eingeladen, sich in diesen Prozess einzubringen und

Vorschläge für das nächste Kontingent zu machen.

Im Bereich der Reduktion der Funktionssoldaten

wird es mittelfristig zu einer Zusammenlegung des

Soldatenheimes und der Cafeteria zu einer „all ranks

mess“ kommen, wobei die entsprechenden Umbauanträge

an das zuständige Militärkommando bereits

ergangen sind. Die Einsparung von Wachen, Diensten

vom Tag und weiteren Funktionssoldaten wird

von der Adaptierung der Infrastruktur abhängen. Für

die verbleibenden Funktionssoldaten wird die Ausbildung,

die wir im Zuge der „Kommandiertentage“ bereits

seit geraumer Zeit durchführen, weiter intensiviert.

Wenn die flankierenden Maßnahmen, die weiters

im Bericht zur Reform des Wehrdienstes angeführt

werden, konsequent und mit entsprechender

materieller Unterstützung zur Anwendung kommen,

sollte uns als Infanterieverband keine schlechte Zeit

bevorstehen. Ziel im gesamten Reformprozess muss

es aber sein, offen an die Aufgabe heranzugehen und

Neues anzunehmen, denn wer sich nicht verändert,

wird verändert.

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Seite 4 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Unsere neuen Lehrlinge im

Instandhaltungszug

im darauffolgenden Jahr war ich bei einem Alternativenergieerzeuger,

wo ich im Kontrollbereich als Messtechnikerin

gearbeitet habe. Beide Berufe waren sehr

interessant und lehrreich, jedoch fehlte mir das gewisse

Etwas.

Im letzten Jahr entschied ich mich für ein Praktikum

als Mechanikerin und Spenglerin, da mir bei den

vorhergehenden Jahren die mechanische Arbeit fehlte.

Dieses Praktikum hat mich vollständig überzeugt

und die Suche nach einem Ausbildungsangebot begann.

Den Weg zum Bundesheer habe ich eher zufällig

eingeschlagen, bereue diese Entscheidung aber

auf keinen Fall.

Nach meiner absolvierten Lehre strebe ich einen

Beruf im Motorsport an.

Meine Hobbys sind Fußball spielen, lesen, Konzerte

besuchen und generell Musik hören.

Den Weg zum

Bundesheer habe

ich eher zufällig

eingeschlagen,

bereue diese

Entscheidung aber

auf keinen Fall.

J a s m i n A u e r

Jasmin Auer

Mein Name ist Jasmin Auer, ich wurde am 17. Oktober

1993 in Graz geboren und ich komme aus

Kärnten, Nähe Klagenfurt.

Mein Bildungsweg begann mit der Volksschule

Maria Saal, gefolgt von der HS/KMS St. Ursula in

Klagenfurt. Nach der 4. Klasse wechselte ich zur

HTBL Lastenstraße in den Ausbildungszweig Elektrotechnik.

Im Sommer 2013 schloss ich die Schule mit

Matura im Schwerpunktbereich Steuerungs- und

Regelungstechnik ab.

Während meiner Schulzeit hatte ich die Chance,

meine Berufswunschvorstellungen zu überprüfen.

Ich durfte in einem technischen Büro bei einem

Großprojekt als technische Zeichnerin mitarbeiten,

Christoph Emmerstorfer

Mein Name ist Christoph Emmerstorfer. Geboren

wurde ich am 27.05.21998 in Leoben. Ich wohne mit

meinen Eltern und mit meinem Bruder in Vordernberg

Mein Vater und mein Bruder Markus sind in der

Voest Alpine Donawitz beschäftigt, meine Mutter arbeitet

als Kindergartenbetreuerin im Kindergarten

Vordernberg.

Ich besuchte 4 Jahre die Volksschule in Vordernberg,

danach 4 Jahre die Schihauptschule in Eisenerz

und 1 Jahr SchiPTS Eisenerz, wo ich einige sportliche

Erfolge erzielen konnte.

Meine Hobbys sind der Schirennsport und Motocross

fahren.

Seit 2.9.2013 arbeite ich als Kfz-Techniker in der

Landwehrkaserne in St.Michael. Die Arbeit macht mir

große Freude und ich erhalte eine hervorragende

Ausbildung.

Jasmin Auer

Christoph Emmerstorfer

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 5

Kanzler und Minister

beim Jägerbataillon 18

Beide nutzten den Besuch, um sich ein Bild vom

„Grundwehrdienst „ und der Lehrlingsausbildung im

Österreichischen Bundesheer zu machen.

Bundeskanzler Werner Faymann: „Es freut mich,

dass das Bundesheer nicht nur im Bereich der Sportausbildung

Maßstäbe setzt, sondern auch einer der

größten Arbeitgeber für Lehrlinge im öffentlichen

Dienst ist.“

Das Bundesheer beschäftigt 189 Lehrlinge in 30

unterschiedlichen Lehrberufen. 2014 werden im Rahmen

einer Lehrlingsoffensive 90 neue Lehrlinge aufgenommen.

Das Jägerbataillon 18 ist mit 201 Berufs- und Zeitsoldaten,

sowie vier Lehrlingen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

in der Obersteiermark. Der Kanzler und

der Verteidigungsminister besuchten die Werkstätte

des Bataillons. Dort nutzten sie die Zeit zum Gespräch

mit den Lehrlingen, die in der Landwehr-Kaserne

zum Techniker ausgebildet werden.

Ein weiterer Schwerpunkt war die neue Sportausbildung

der im September eingerückten Rekruten.

Diese soll die Rekruten sinnvoll an die militärischen

Herausforderungen heranführen. Die sogenannte Basisfitness,

wie Ausdauer und Kräftigungsübungen,

sowie Übungen an der Kletterwand, sind ebenso Bestandteil

dieser Sportausbildung wie sportliche Wettbewerbe.

„Sport und militärische Ausbildung sollen

sich ergänzen. Das neue Ausbildungsprogramm verbindet

das hervorragend“, sagte Verteidigungsminister

Klug.

Abschließend präsentierte der Jägerzug der Kaderpräsenzeinheit

des Jägerbataillons18 eine Gefechtsvorführung.

Szenario: Der Jägerzug ist gerade auf einer Patrouille,

um Präsenz zu zeigen. Plötzlich werden sie

von 2 Schützen aus dem Hinterhalt angegriffen. Der

Jägerzug nimmt das Feuergefecht auf, wobei sie einen

Schützen kampfunfähig machen kann. Der zweite

Schütze verschanzt sich in einem Gebäude. Durch ein

rasches Eingreifen wird der zweite Schütze überwältigt,

festgenommen und sicher abtransportiert.

Nach dieser gelungenen Vorführung verabschiedete

sich Bundeskanzler Werner Faymann und Verteidigungsminister

Gerald Klug vom Jägerbataillon 18

und bedankten sich für die Einblicke und gezeigten

Vorführungen.

Am 27. September

2013 besuchten

Bundeskanzler

Werner Faymann und

Verteidigungsminister

Gerald Klug das

Jägerbataillon 18.

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Seite 6 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Bataillonsführungszelle

bei der Cornucopia 2013

Major

Manfred Leitner

Das Jägerbataillon 18 beteiligte sich an der Verbandsübung

der 3. Panzergrenadierbrigade mit

einer Bataillonsführungszelle. Die Übung fand vom

07. bis 11. Oktober 2013 am Truppenübungsplatz

Allentsteig statt.

Ausgangslage

Die 3. Panzergrenadierbrigade übte am Truppenübungsplatz

Allentsteig mit Volltruppe. Parallel dazu

wurden weitere Bataillone am Führungssimulator der

Landesverteidigungsakademie virtuell zum Einsatz

gebracht.

Durchführung

Die Bataillonsführungszelle des Jägerbataillons 18

bestand aus dem Bataillonskommandanten, dem S2,

dem S3 und zwei Fernmeldesoldaten. Zwei Kompaniekommandanten

des Bataillons hatten je zwei virtuelle

Kompanien zu führen. Diese virtuellen Kompanien

wurden durch vier Unteroffiziere aus den Streitkräften

am Führungssimulator bedient.

Die Abläufe an den vier Übungstagen waren sehr

ähnlich: Brigadebefehlsausgabe, Backbrief und am

nächsten Tag die Umsetzung der befohlenen Aufgaben.

Innerhalb der Tagesaufgaben gab es allerdings

immer viel zu tun.

Es gab etliche Zwischenziele aus der Bewegung zu

erfüllen. Dies erforderte immer wieder eine Anpassung

der Planungen und eine neuerliche Befehlsgebung.

Das „Handwerk“ konnte somit verbessert

werden.

Fazit

Die kleine Zelle des Jägerbataillons 18 hatte die

Möglichkeit, etliche Planungsverfahren durchzuführen.

Die Befehlsgebung des taktischen Brigadekommandanten

war klar. Die Zusammenarbeit mit den

Nachbarbataillonen stand hierbei im Vordergrund.

Beinahe alle Befehle mussten über Funk an die unterstellten

virtuellen Kompanien übermittelt werden.

Somit konnte die Umsetzung vom Befehl über Funk

bei den Kompaniekommandanten trainiert werden.

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 7

Soldatinnen und Soldaten,

Angehörige des Jägerbataillons 18,

am 25. September 2013 habe ich das Kommando

über die 7. Jägerbrigade übernommen. Ich habe

diese Aufgabe mit großer Freude, verantwortungsbewusst

und dem nötigen Respekt angetreten. Des

Weiteren freue ich mich auf die Arbeit mit den sechs

kleinen Verbänden in den zwei wunderschönen Bundesländern

Steiermark und Kärnten. Einsatz und

Auftragserfüllung werden die Maxime meines Handelns

sein. Neben den militärischen Kernfähigkeiten

aller Angehörigen der 7. Jägerbrigade, ist mir vor allem

der respektvolle interne Umgang wichtig. Offenheit

und Transparenz, Fairness und Loyalität, Kritikfähigkeit

und im Besonderen die mir persönlich sehr

wichtige Handschlagqualität sollen unser Handeln

begleiten. Diese Merkmale sind neben anderen essentiellen

Parametern, wie Personal, Infrastruktur

und Ressourcen etc., die wohl wichtigsten Säulen

einer erfolgreichen Zusammenarbeit innerhalb der

„Siebenten“. Ich möchte dies vorleben und erwarte

dasselbe vor allem auch von den Kommandanten aller

Ebenen.

Das Einsatzspektrum für das ÖBH wird sich in den

nächsten Jahren aller Voraussicht nach nicht wesentlich

ändern. Kurzfristig abzurufende - meist aufgrund

wetterbedingter Entwicklungen - Inlandseinsätze

werden genauso notwendig sein, wie Auslandseinsätze

mit einer längeren Einsatzvorbereitung und

-dauer. Der Balkan wird dabei nach wie vor einen

wesentlichen Schwerpunkt bilden, aber auch neue

Einsatzräume können durchaus dazukommen. Die

Herausforderungen zur nationalen und internationalen

Kooperation werden nicht geringer, worauf wir

uns alle gemeinsam weiter auszurichten und vorzubereiten

haben.

Dass die 7. Jägerbrigade als Leistungsträger gut

im „Wind“ steht, ist der ausgezeichneten Arbeit und

Beiträge aller Verbände zu verdanken. Die Weiterentwicklung

der KPE, der Zulauf und das Herstellen der

materiellen Einsatzbereitschaft von neuem Gerät,

sowie die Verbesserung der teils nicht mehr zeitgemäßen

Infrastruktur werden Hauptaufgaben zur Sicherstellung

laufender und neuer Einsätze im In- und

Ausland sein. Dazu kommen noch die Implementierung

und Entwicklung der Module zur Attraktivierung

der Rekrutenausbildung, notwendige Evaluierungen

der Organisationspläne und der Erhalt bzw. die Verbesserung

der körperlichen Leistungsfähigkeit aller

Soldatinnen und Soldaten.

Das Jägerbataillon18 ist mit der Entwicklung seiner

Kernfähigkeit - der Kampf/die Einsatzführung im urbanen

Umfeld - im internationalen Trend. Auch zukünftige

Szenarien werden sich zu einem großen Teil

mitten in der Bevölkerung und damit im bebauten

Brigadier Mag. Jürgen

Wörgötter wurde

am 14. Februar 1967

in St. Johann in Tirol

geboren.

Nach der Offiziersausbildung

an der Theresianischen

Militärakademie

in Wiener

Neustadt und zehn

Jahren bei der Truppe,

absolvierte Wörgötter

den 16. Generalstabslehrgang.

Er war in verschiedenen

Lehr-, Stabs- und

Kommandantenfunktionen

in Salzburg und

Wien eingesetzt. Zusätzlich

hat er den

französischen Generalstabskurs

in Paris

mit einem Studium an

der Sorbonne abgeschlossen und zwei Auslandseinsätze absolviert.

Zuletzt leitete der zweifache Familienvater den 19. Generalstabslehrgang

an der Landesverteidigungsakademie in Wien. Zu seinen Hobbies zählen

Skifahren, Tennis, Mountainbiken, Lesen und Musik.

Offenheit und Transparenz, Fairness und Loyalität,

Kritikfähigkeit und im Besonderen

die mir persönlich sehr wichtige Handschlagqualität

sollen unser Handeln begleiten.

Umfeld ergeben. Die Zusammenarbeit mit anderen

Truppen und Waffengattungen wird dabei einen besonderen

Stellenwert für die erfolgreiche Auftragserfüllung

bekommen. Daher haben der Wissens- und

Erfahrungsaustausch, sowie das gemeinsame Training,

mit diesen, auch in Zukunft berücksichtigt zu

werden. Ziel dabei sollte sein, die Führungsfähigkeit

als verstärkte „Bataillonskampfgruppe“ im Sinne ihres

Leitspruches: „Professionell & Innovativ“ auszubauen.

Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons

18, Angehörige der 7. Jäger-brigade, nehmen wir die

Herausforderungen als großer Verband an, getreu

unserem Grundsatz: „Vielseitig und selbstbewusst -

Gemeinsam zum Erfolg!“.

Ihr Brigadekommandant:

Mag. Jürgen Wörgötter, Brigadier e.h.

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Seite 8 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Ein Rückblick der Österreich

Oberleutnant

Maximilian Koren

Im Rahmen unserer

Aufträge war

internationale

Zusammenarbeit

oftmals erforderlich

und zielführend.

Einsatzvorbereitung

Ab Mitte Februar begann die Einsatzvorbereitung

der Aufklärungskompanie, die sich aus dem schweren

Granatwerferzug, Fachunteroffizieren und zwei

Offizieren des Jägerbataillons 18 zusammensetzte.

Den größten Teil dieser Einsatzvorbereitung konnten

wir in St. Michael abhalten, für zwei Wochen jedoch

verlegte die Kompanie auf den Truppenübungsplatz

Seetaler Alpe, wo sich erstmals alle Einsatzelemente

des Kosovokontingents trafen.

Krönender Abschluss dieser zwei Wochen war eine

groß angelegte Abschlussübung, in der alle Kompanien

ihren Beitrag leisteten. Bereits hier sahen wir,

dass sich unsere Ausbildung zum Aufklärer, lange vor

der Einsatzvorbereitung, bestens bewährt hat. Alle

Aufträge konnten wir problemlos erfüllen und die

Kompanie wurde mit der Note „sehr gut“ ausgezeichnet.

Allgemeines

Mitte März wurden die ersten Teile (Kompaniekommando,

Fachunteroffiziere und der Instandhaltungszug)

der Aufklärungskompanie (AUT RECCE COY) in

den Einsatzraum Kosovo verlegt. Kaum gelandet,

wurden die Kompanieoffiziere bereits zur ersten Befehlsausgabe

befohlen und schon in der ersten Woche

nahmen wir Aufträge in Mitrovica wahr.

Nachdem der zweite Zug Ende März gelandet war,

war die Kompanie voll aufgefüllt und zu 100% einsatzbereit.

Da wir die einzige Aufklärungskompanie im Kosovo

waren, wurden wir direkt vom Hauptquartier KFOR

geführt. Unsere direkten Vorgesetzten waren der

Kommandant KFOR und der Kommandant J2. Im J2

Bereich werden alle Elemente, die mit der militärischen

Nachrichtengewinnung und Sicherheit beauftragt

werden, geführt.

Direkt geführt zu werden hat natürlich seine Vorteile,

bringt aber viel Verantwortung mit sich! Wir waren

während dieses Einsatzes die Augen und Ohren des

Hauptquartiers und des Kommandanten. Unsere Lagemeldungen

gingen direkt an den Gefechtsstand

des Hauptquartiers. Hier werden alle Meldungen der

eingesetzten Truppen zusammengefasst und weiter

beurteilt. Somit haben wir einen wesentlichen Beitrag

zur weiteren Beurteilung der Gesamtlage und damit

zur Sicherheit aller eingesetzten Soldaten im Kosovo

beigetragen.

Aufträge

Da wir an keinen Verantwortungsbereich gebunden

waren, waren wir über diese sechs Monate hinweg

im ganzen Kosovo eingesetzt um Aufträge des Hauptquartiers

zu erfüllen.

Zu unseren Aufträgen zählte:

➤ die Dokumentation und Überwachung von Demonstrationen,

politischen Parteien oder Organisationen

in Mitrovica und Pristina,

➤ die Überwachung der Grenzen zu Montenegro und

Albanien auf Schmuggelaktivitäten,

➤ die gezielte Suche nach illegalen Schießplätzen im

Landesinneren,

➤ die Aktualisierung von Strassensperren (roadblocks)

und vorbereiteten Hindernissen im Norden,

➤ die Suche und Dokumentation von so genannten

nachrichtendienstlich interessanten Personen und

Objekten,

➤ Überwachung der ‘‘roadblocks‘‘ und Straßenhindernisse

in Mitrovica während des Besuches des

Vizepremierministers von Serbien Aleksandar Vucic.

➤ der Einsatz bei zwei Großoperationen im Gerichtshaus

in Mitrovica,

➤ die Überwachung von wichtigen Geländeteilen für

Eskorten der internationalen Polizei (EULEX) im

Norden sowie

➤ Erkundungen und die Geländeaufschlüsselung in

befohlenen Räumen.

Unterstützt wurden wir bei unseren Aufträgen

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 9

ischen Aufklärungskompanie

Die jeweils ersten Plätze beim internationalen

Patrouillenwettbewerb der Portugiesen, dem Gladiator

Wettbewerb der Deutschen sowie das internationale

Fußballturnier gewannen jeweils Mannschaften

der Aufklärungskompanie.

Auch unsere Kompanie veranstaltete einen eigenen

Wettkampf,in welchem die stärksten Männer aus den

umliegenden Camps gesucht wurden. Insgesamt

neun Teams aus den unterschiedlichsten Nationen

nahmen unsere Herausforderung an. Der Sieg ging

diesmal an das slowenische Team, aber zumindest

der zweite Platz ging an unsere Kompanie. An dieser

Stelle möchte ich mich nochmals bei unserer Versorgungsgruppe

unter der Führung von Offizierstellvertreter

Peer Rinaldo und allen mitwirkenden Personen,

die diesen sportlichen und kameradschaftlichen

Wettkampf ermöglicht haben, bedanken.

durch die enge Zusammenarbeit mit Hubschraubern,

dem luxemburgischen Aufklärungszug sowie zwei

Drohnen, der italienischen Predator, geführt durch

das Hauptquartier, und der amerikanischen Drohne

Stalker mit einem zivilen Operator auf Kompanieebene.

Gerade die amerikanische Drohne war für das

Generieren des Lagebildes im Hauptquartier wichtig,

denn unsere eingesetzten Trupps konnten mittels

Satellitenübertragung Videos vom Geschehen vor Ort

direkt an den Gefechtsstand des Hauptquartiers senden.

Ausbildung

Neben den zahlreichen Aufträgen führten wir auch

Ausbildungen im Camp durch. Angefangen von der

Schießausbildung, zwei durchgeführten Scharfschießen

in Orahovac und der befohlenen Sanitätsausbildung,

konnten wir auch alle Training zur Evakuierung

aus der Luft in Zusammenarbeit mit den amerikanischen

Ausbildern und Hubschraubern absolvieren.

Das Training umfasste insgesamt zwei Teilbereiche

den allgemeinen, theoretischen Teil und das Bergen

von Verwundeten mittels Winde.

Ein weiterer Schwerpunkt im letzten Drittel des

Einsatzes war die Ausbildung der Unteroffiziersanwärter

in der Kompanie. In diesem Sinne wünsche

ich den Anwärtern alles Gute für die bevorstehenden

Kurse und möchte mich beim Ausbildungsverantwortlichen,

Stabswachtmeister Könighofer Markus,

recht herzlich bedanken!

Internationale Zusammenarbeit

Im Rahmen unserer Aufträge war internationale

Zusammenarbeit oftmals erforderlich und zielführend.

Bei größeren Aufträgen arbeitete unsere Kompanie

immer mit dem luxemburgischen Zug zusammen.

Dieser wurde in die Kompanie eingegliedert und

als eigenständiger Zug geführt.

Auch die Zusammenarbeit mit den portugiesischen

Spezialeinsatzkräften war bei einigen Aufträgen sehr

hilfreich, da diese Gruppe sich auf einige Bereiche in

Mitrovica spezialisierte, und uns mit ihrem detailliertem

Wissen und Zusatzinformationen unterstütze.

Daraus resultierte ein gutes kameradschaftliches

Verhältnis zu dieser Gruppe, ihrem Verbindungsoffizier

im Hauptquartier und eine Waffenschau im portugiesischen

Camp.

Zusammengefasst waren diese sechs Monate als

Stellvertretender Kompaniekommandant der Aufklärungskompanie

eine sehr lehrreiche, interessante,

manchmal fordernde, aber sehr schöne Zeit in meiner

bisherigen Laufbahn, die ich nicht missen möchte.

Ich bin stolz diese Kompanie als Stellvertretender

Kompaniekommandant geführt zu haben und bedanke

mich bei allen Angehörigen der Kompanie für die

gezeigten Leistungen während des Einsatzes.

Wettbewerbe und Freizeit

Ein wichtiger Bestandteil für das Leben im Camp

war auch der ein oder andere Wettkampf mit internationaler

Beteiligung, ausgetragen von den verschiedensten

Nationen. Wenn es die Auftragslage zuließ,

nahmen wir auch an diesen teil.

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Seite 10 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Einsatz im Hochgebirge

Hauptmann

Markus Wilfinger …

… ist als Heeresbergführergehilfe

auch Angehöriger

des Gebirgsausbilderkaders.

Im August

dieses Jahres bildete er

für drei Wochen österreichische

Militärakademiker

und Offiziersanwärter

der belgischen Armee

am sogenannten Heereshochalpinisten-Hochtourenlehrgang

in Salzburg

und Tirol aus.

Vorreiterrolle im Gebirge

Österreich hat bei der Ausbildung von Soldaten im

Gebirge mittlerweile eine gewisse Vorreiterrolle in

Europa übernommen. Nicht nur österreichische Soldaten

werden in der Truppengebirgsausbildung oder

der qualifizierten Gebirgsausbildung, die in den Bergen

unserer Heimat durchgeführt wird, für Einsätze

im Gebirge trainiert. Auch Angehörigen ausländischer

Streitkräfte werden durch unser Gebirgsausbilderkader

Fähigkeiten und Fertigkeiten für Einsätze in

den oft schönen, manchmal aber auch beinharten

und fordernden gebirgigen Regionen vermittelt.

Gebirgsausbildung für Militärakademiker

Die Gebirgsausbildung ist wichtiger Bestandteil der

Ausbildung zum Offizier an der Theresianischen Militärakademie.

Gebirgsausbildung ist immer Einsatzausbildung.

Nirgendwo sonst werden Kommandanten

derart gefordert wie im Gebirge. Führungsentscheidungen

haben unmittelbare Auswirkungen auf

die unterstellten Soldaten und Fehlentscheidungen

können rasch fatale Konsequenzen haben. Insbesondere

angehenden Offizieren werden durch die Ausbildung

im Gebirge auch in ihren Führungskompetenzen

geschult und haben dadurch auch die Chance,

sich persönlich weiterzuentwickeln. Die in der Gebirgsausbildung

erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten

werden den Militärakademikern vor allem

nach erfolgreicher Ausmusterung wertvolle Dienste

leisten. Insbesondere wenn die jungen Offiziere in

einen Hochgebirgsverband oder einen Verband, der

Aufträge im Gebirge erfüllen muss, ausmustern. Meiner

Meinung nach sollte daher jeder Militärakademiker

versuchen, im Rahmen seiner Ausbildung die

Kompetenzen eines Heereshochalpinisten zu erlangen.

Heereshochalpinisten-Hochtourenlehrgang

Zum Erhalt der eigenen „bergsteigerischen Fähigkeiten“

und um in der Gebirgsausbildung angehender

Offiziere zu unterstützen wurde ich im August dieses

Jahres für drei Wochen nach Saalfelden zum Gebirgskampfzentrum

dienstzugeteilt. Dort sollte ich im

Zuge des sogenannten Heereshochalpinisten-Hochtourenlehrganges

Militärakademiker des Jahrganges

„Freiherr von Waldstätten“ und Kadetten der belgischen

Militärakademie ausbilden. Durch die gute

Vorbereitung des Gebirgskampfzentrums konnten

wir uns nach erledigter Administration und Ausfassen

der Gebirgsausrüstung recht rasch Richtung

Ausbildungsort, das Riemannhaus im Steinernen

Meer, in Marsch setzen. Bereits beim Hüttenzustieg

begann sich die Spreu vom Weizen zu trennen und

spätestens am Abend des dritten Ausbildungstages

hatte manch Militärakademiker wieder eine persönliche

(Leistungs-)Grenze mehr erkannt. Für die im

Lehrgang verbleibenden Offiziersanwärter waren die

Tage ausgefüllt mit dem Erlernen von Seiltechniken,

Orientierungsaufgaben und dem Klettern in Anstiegen

auf das Breithorn und die Schönfeldspitze. Bevor

wir das Kursgebiet von Salzburg nach Tirol wechselten

konnten wir hochrangigen, politischen Persönlichkeiten

bei einer kurzen Vorführung, die anerkennende

Worte erntete, die Leistungsfähigkeit der Gebirgstruppe

demonstrieren.

Im ewigen Eis Tirols

Zu Beginn der zweiten Ausbildungswoche hatten

bereits so viele Militärakademiker den Lehrgang

krankheitsbedingt verlassen oder waren freiwillig zur

parallel laufenden Truppengebirgsausbildung gewechselt,

dass auch ich als Ausbilder die Kurshälfte

wechseln musste. Somit war des Verhältnis Ausbil-

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 11

der zu Auszubildenden wieder ausgeglichen und ich

konnte wieder in meiner Muttersprache ausbilden, da

ich keine belgischen Kadetten mehr in meiner Ausbildungsgruppe

hatte.

Nach dem Wechsel des Kursgebietes wurde die

Ausbildung unterstützt durch schönes Sommerwetter

intensiv weitergeführt. Nun lag das Schwergewicht

weniger beim Klettern im Fels sondern mehr

bei der Ausbildung im Eis und dem Führen von

Hochtouren. Die Ausbildung am Gletscher demonstrierte

uns einmal mehr, dass bei einem Spaltensturz

immer Lebensgefahr besteht und es oft gar nicht so

einfach ist, nach einem Sturz in die Spalte unbeschadet

wieder aus dieser herauszukommen.

Hüttenwechsel in den Stubaier Alpen

Nach einer wunderbaren Woche auf der Amberger

Hütte brachen wir Richtung Franz Senn Hütte auf.

Wir überschritten die Wildgratscharte, trafen uns

dort mit der andere Lehrgangshälfte, die die Tour

gegengleich absolvierte, zum kurzen Austausch und

marschierten danach den langen Weg über den Alpeiner

Ferner bis zur Franz Senn Hütte. Zur Festigung

der Ausbildungsinhalte in der dritten Ausbildungswoche

passte auch das Wetter. Bei Nebel, Regen und

sogar Neuschnee fallen manche, bei Sonnenschein

noch einfache Tätigkeiten, gleich viel schwerer. Aber

wer hart trainiert, kämpft bekanntlich leichter. Daher

simulierten wir bei unserer abschließenden Tour einen

Verletzten, der aufgrund der schlechten Witterung

terrestrisch ins Tal gebracht werden musste.

Tüchtig gekämpft haben bei dieser Bergeübung alle

Militärakademiker. Ob mit sich selbst oder den Herausforderungen

einer Bergung bei Regen, Schnee

und schlechter Sicht sei vernachlässigt. Die angehenden

Offiziere haben jedoch „live“ erlebt und am eigenen

Körper gespürt, welche Strapazen eine Bergung

im Hochgebirge bei Nebel, Regen und Schneefall mit

sich bringt.

Gebirgsausbildung ist Einsatzausbildung

Nach drei intensiven Wochen war ich um einige

wunderbare Bergerlebnisse reicher, ehrlich gesagt

aber auch ein wenig angestrengt. Auf „bergsteigerische

Frischlinge“ - manche Militärakademiker hatten

bis zu diesem Lehrgang sehr „bescheidene“ Erfahrungen

im Gebirge aufzuweisen - muss man eben

rund um die Uhr aufpassen, damit keine Unfälle

passieren. Ein falscher Knoten genügt und das Abseilen,

um nur ein Beispiel zu nennen, endet nicht wie

geplant. Gebirgsausbildung ist eben Einsatzausbildung.

Als Belohnung für ihren Einsatz konnten sechs

Militärakademiker das Wappen des Heereshochalpinisten

in Empfang nehmen und haben somit die Befähigung

eine gewisse Anzahl an Soldaten unter bestimmten

Voraussetzungen zu führen und auszubilden.

Für die restlichen Fähnriche war dieser Lehrgang

sicherlich eine fordernde Aufgabe und hoffentlich ein

erster Schritt für noch folgende Ausbildungsgänge

im Gebirge.

Bergerlebnis

Ich selber hatte wieder einmal drei tolle Wochen im

Hochgebirge, ein paar „Aha-Erlebnisse“, was am

Berg doch noch alles vorkommen kann, und kenne

nun wieder ein paar Gipfel in Österreich mehr, zu

denen ich gerne zurückkommen möchte. Egal ob

dienstlich oder privat. Die Berge sind für mich immer

ein Erlebnis und ich freue mich bereits auf meine

nächsten Lehrgänge. Egal ob als Teilnehmer oder

Ausbilder. Für alle Bergkameraden gilt „Berg Heil!“

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Seite 12 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Sozialaktion

Der Erlös aus dem Garnisonsball 2013 wird gespendet

Hauptmann

Markus Wilfinger

Einnahmen des Garnisonsballes werden

gespendet

Für die Soldaten des Jägerbataillons 18 stand der

04. September ganz im Zeichen der Hilfe für Menschen,

die dringend Unterstützung und Hilfe benötigen.

Dank großzügiger Spender und zahlreicher

Gäste, die im Frühjahr den Garnisonsball in der

Landwehrkaserne besucht hatten, hatten die Soldaten

einen beträchtlichen Betrag gesammelt bzw. am

Balltag eingenommen. Dieses Geld wurde nun zur

Gänze gespendet.

Im Bereich der Garnison St. Michael gibt es zahlreiche

Menschen, die Unterstützung benötigen würden.

Um jedoch gezielt und wirksam helfen zu können,

wurde durch das Ballkomitee abgestimmt und festgelegt,

dass heuer Familie Schlagbauer und Jugend am

Werk, Zweigstelle Leoben-Eisenerz-Murau, unterstützt

werden.

Unterstützung für Michael Schlagbauer

Michael Schlagbauer ist elf Jahre jung und ist an

einem Tumor im Kopf erkrankt. Aufgrund seiner Erkrankung

kann Michael die Schule nicht mehr besuchen,

sitzt im Rollstuhl und braucht ständige Betreuung.

Das Haus seiner Eltern besitzt keinen Lift und

Michael kann nicht mit seiner Familie zusammen das

Haus verlassen. Voll Dankbarkeit konnte Herr Hannes

Schlagbauer, der Vater von Michael, eine Spende

über 6.000.-€ von Oberstleutnant Tatschl entgegennehmen.

Mit dieser Spende will die Familie einen

dringend benötigten Lift in ihrem Wohnhaus installieren

lassen. Erst mit diesem Lift kann Familie Schlagbauer

mit Michael gemeinsam ohne fremde Hilfe

wieder ins Freie und aus dem Haus in ihren Garten.

2800 € für Jugend am Werk 6000 € für Familie Schlagbauer

Spende für Jugend am Werk

Für Jugend am Werk, Zweigstelle Leoben-Eisenerz-

Murau, konnte Frau Sandra Kleinhans 2.800.-€ von

Oberstleutnant Tatschl entgegennehmen. Dieses Geld

wird dem Ankauf von Hänge- bzw. Rollmatten dienen,

die in der personenzentrierten Begleitung von Menschen

mit Behinderung eingesetzt werden. Mit den

neu angekauften Hilfsmitteln können Menschen mit

Behinderung, die einen hohen Hilfebedarf aufweisen,

noch effizienter begleitet werden. Alleine am Standort

Leoben werden durch die Mitarbeiter von Jugend am

Werk 27 Menschen mit Behinderung begleitet und 26

Teilnehmer/innen arbeiten in der Produktionsschule.

Dies ist eine Arbeitsstätte, an der Menschen mit und

ohne Behinderung miteinander arbeiten, kommunizieren,

einander respektieren. Der Mensch steht für Jugend

am Werk genauso im Mittelpunkt wie für die

Angehörigen des Jägerbataillons 18.

Dankbarkeit bei Jugend am Werk

Mitarbeiter von Jugend am Werk

Das Ballkomitee des Jgb18

Oberstleutnant Tatschl überreicht Spenden

Im Dienst der guten Sache

Für die Soldaten des Jägerbataillons 18 bleibt die

schöne Gewissheit, Menschen aus ihrer unmittelbaren

Umgebung, die dringend Unterstützung benötigen,

geholfen zu haben. Dies spornt natürlich zu

weiteren Veranstaltungen im Sinne der guten Sache

an. Darum wird es auch im Jahr 2014 einen Garnisonsball

in der Landwehrkaserne geben, bei dem

wiederum sämtliche Spenden und Einnahmen für eine

Sozialaktion gespendet werden. Das Jägerbataillon

18 freut sich jetzt bereits auf zahlreiche Besucher

und darauf, Menschen aus unserer Umgebung, die

Hilfe benötigen, wieder tatkräftig unterstützen zu

können.

Fotos und Text: Hauptmann Markus Wilfinger,

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 13

Öffentliches HSV-Schießen

am Schießübungsplatz Ortnerhof

Obmann

Gerald Wabnegger

Nach

zweijähriger

Pause wurde heuer

wieder ein Öffentlichkeitsschießen

vom Heeres

Sport Verein St. Michael

am Schießübungsplatz

Ortnerhof in

St. Michael durchgeführt.

Nächster Termin:

Anfang September

2014.

Bei gutem Wetter fanden

sich knapp 100

Schützinnen und Schützen

aus den Bezirken Leoben, Bruck, Liezen, Knittelfeld

und Graz ein.

Der Bewerb wurde mit dem Standardgewehr

Sturmgewehr 77 und der Pistole 80 und einer Kombination

beider Waffen durchgeführt.

Nach fünf Stunden unfallfreiem und diszipliniertem

Wettkampf standen die Sieger fest. Die Ergebnislisten

finden Sie unter www.hsvstm.at.

Die beiden besten Schützen waren Barbara Thunhart

aus Trofaiach (3x Gold) und Günter Theißl aus

Graz (2x Gold und ein 5. Platz), der auch noch das

Glück hatte, bei der Verlosung den Geschenkkorb zu

gewinnen. Gratulation natürlich auch allen anderen

Schützen.

Danke an Bürgermeister Kurt Gindl für die Pokale

und der Mithilfe bei der Siegerehrung.

Großen Dank auch an den Kasernenkommandant

Oberstleutnant Tatschl und der Kaserne St. Michael

für die Unterstützung der Veranstaltung, der Sektion

Stocksport für das Buffet, der Sektion Schießen für

die Mithilfe, der Sektion RC-Helicopter für das Rahmenprogramm

– und den Sponsoren für die Spenden,

Pokale und Preise bei der Verlosung.

Schützen Heil

Gf Obmann HSV

Gerald Wabnegger

Günter Theissl

Barbara Thunhard

RC Helicopter

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Seite 14 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

BORG Monsberger meets JgB

Vizeleutnant

Johann Farkas

Vom 30. September 2013 bis 2. Oktober 2013 besuchten

28 Schülerinnen und Schüler des BORG

Monsberger im Rahmen eines Schulprojektes das

Jägerbataillon 18 in der Landwehr Kaserne St. Michael.

Dieses, über das Militärkommando Steiermark

laufende Schulprojekt, fand nun bereits zum zweiten

Mal hier statt und soll den jungen Damen und Herren

einen Einblick in die Ausbildung sowohl der Grundwehrdiener

aber auch in die Ausbildung des Kaderperonals,

die Ausstattung an Bekleidung, Ausrüstung

und Bewaffnung ermöglichen.

Unter dem Motto „Bundesheer begreifen“ wurde

auch diesmal der theoretische Teil auf ein unbedingt

notwendiges Maß beschränkt. So wurden die Teilnehmer

am Montag in die Organisation des Österreichischen

Bundesheeres und des Jägerbataillon 18

und am Dienstag durch einen Vertreter des Heerespersonalamtes

in die Karrieremöglichkeiten im Österreichischen

Bundesheer eingewiesen. Am Mittwoch

durften dann die Schülerinnen und Schüler in Kurzvorträgen

ihre (sehr guten) Kenntnisse in Bezug auf

die österreichische Sicherheitspolitik und das Zusammenwirken

des Österreichischen Bundesheeres

mit internationalen Organisationen darlegen.

Neben diesem theoretischen Teil lag das Schwergewicht

im Erleben und Begreifen. Die jungen Damen

und Herren bekamen eine Uniform, mussten

ihre Betten überziehen, wurden in die Spindordnung

eingewiesen und lernten die verschiedenen Packordnungen

kennen. Sie konnten bei einer Übung mit

Duellsimulatoren ihr „gefechtstechnisches Geschick“

beweisen und ermittelten mit dem Duellsimulator

Infanterie/Aktiv-Passivsystem ihren Meister. Der

1. Tag wurde in der Cafeteria mit interessanten Ge-

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 15

18

sprächen mit Grundwehrdienern und Längerdienenden

beendet.

Nachdem am Dienstag, gleich am Morgen die Teilnehmer

in die Geheimnisse des Nahkampfes eingewiesen

wurden, folgte der nächste Höhepunkt, eine

Einweisung in den Hubschrauber Agusta Bell 212 mit

anschließendem Lufttransport. Nach einer weiteren

Mutprobe, eine Seilrutsche war zu bewältigen, ging

es auf die Geländestrecke wo die Fähigkeiten des

Pinzgauer 712 und die unserer Fahrlehrer eindrucksvoll

zur Schau gestellt wurden. Das Aufstellen der

Schützengruppenzelte unter Anleitung und das Errichten

der Schlafstellen konnte problemlos gemeistert

werden. Ein kurzer Nachtmarsch, mit einer Unterbrechung,

bei der verschiedene Nachtsichtgeräte

vorgestellt wurden, beendete den zweiten Tag.

Mit großer Freude wurde die Sonne am nächsten

Morgen von einigen Damen und Herren begrüßt. In

der Nacht war es doch ein wenig kalt und das mit

dem Nachheizen klappte nicht immer. Aber nach dem

Frühstück im Felde und einer heißen Dusche in der

Kaserne war die Welt wieder in Ordnung. Die Abgabe

der Bekleidung und die Rückgabe der Unterkünfte

stellte dann für die Teilnehmer keine Herausforderung

mehr dar.

Abschließend darf den Schülerinnen und Schülern

noch ein großes Kompliment ausgesprochen werden.

Sie zeigten von Beginn an ein hohes Maß an Disziplin

und Verständnis für die doch ungewohnten Abläufe

(immer wieder Antreten, gemeinsam zum Essen marschieren

usw.) in der Kaserne.

Das Jägerbataillon 18 wünscht allen Teilnehmerinnen

und Teilnehmern ein erfolgreiches Schuljahr und

ein gutes Gelingen bei der Matura.

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Seite 16 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Übergangs- und Fremdkontin

Leutnant

Christoph Hiedl

190 Grundwehrdiener rückten ein

Am 4. September 2013 rückten in der Landwehr-

Kaserne in St. Michael 190 Grundwehrdiener ein, um

die erste Phase ihres Grundwehrdienstes zu absolvieren.

Mit der Ausbildung wurde die 1. und 2. Jägerkompanie

beauftragt.

Grundlagen

Die erste Woche war grundsätzlich vom Ausbildungsschwergewicht

„Militärischer Dienstbetrieb“

geprägt. Nachdem die organisatorischen Notwendigkeiten

gemeistert und somit die Voraussetzungen für

den weiteren Dienstbetrieb gegeben waren, konnte

die eigentliche Ausbildung beginnen. In der restlichen

Woche wurde dann noch Exerzierdienst bzw.

Waffen- und Schießdienst durchgeführt, um das

erste Scharfschießen in der zweiten Ausbildungswoche

über die Bühne zu bringen.

Das erste Scharfschießen und der erste

Gefechtsdienst

In der zweiten Ausbildungswoche lag das Schwergewicht

eindeutig beim Scharfschießen und Gefechtsdienst.

Die 1. und 2. Schulschießübung wurde

erfolgreich absolviert. Auch beim Gefechtsdienst

stellten sich die neuen Rekruten sehr gut an. Themen

wie „Tarnen und Täuschen“ und „Bewegungsarten“

wurden vermittelt.

Die 3. und 4. Ausbildungswoche

Die Ausbildungstage vergingen wie im Flug. Nachdem

in der dritten Woche zwei weitere Schulschießübungen

absolviert und Gefechtsdienstthemen verdichtet

wurden, folgte der letzte Abschnitt in der Basisausbildung

1 „Kurz“ des Einrückungstermines

09/13.

Am 24. September 2013 wurde die Zielüberprüfung

durchgeführt. Diese wurde durch das Bataillonskommando

geplant um die Prüfungssituationen einheitlich

zu gestalten.

Der 25. September 2013 stand ganz im Zeichen der

7. Jägerbrigade. 100 Soldaten, darunter auch Grundwehrdiener

des Übergangs-und Fremdkontigentes,

nahmen an den Feierlichkeiten der Kommandoübergabe

von Brigadier Mag. Gerhard Christiner an Brigadier

Mag Jürgen Wörgötter teil und repräsentierten

so den Verband würdig innerhalb der Brigade. Obwohl

erst drei Wochen in der Ausbildung vergangen

waren konnten die 18er durch eine tadellose Exerzierleistung

glänzen!

Truppenbesuch des Herrn Bundeskanzlers und des

Herrn Bundesminister für Landesverteidigung und

Sport bzw. feierliche Angelobung

Am 27. September 2013 standen eigentlich zwei

Highlights an. Am Vormittag empfing das Jägerbataillon

18 den Bundeskanzler Herrn Werner Faymann

und den Bundesminister für Sport und Landesverteidigung

Herrn Mag. Gerald Klug zu einem kurzen

Truppenbesuch. Die Grundwehrdiener des Einrückungstermines

09/13 zeigten dabei, was sie in der

kurzen Zeit beim Österreichischem Bundesheer erlernten

hatten. Am Nachmittag bzw. in den Abendstunden

wurde dann die Angelobung der Rekruten

zelebriert. Neben Abordnungen des Jägerbataillon 17

aus Straß und dem Aufklärungs- und Artilleriebataillon

7 aus Feldbach und Fehring nahmen auch unsere

Soldaten an den Feierlichkeiten in Großstübing teil.

Dieser Festakt stellte einen würdigen Abschluss der

Basisausbildung 1 „Kurz“ des Einrückungstermines

09/13 dar.

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 17

gent 09/13

Weiter Ausbildung

Die Mehrheit der Grundwehrdiener verließen nach

diesen kurzen aber sehr intensiven Wochen das Jägerbataillon

18 wieder um an den neuen Dienststellen

ihren weiteren Dienst zu versehen. Soldaten, welche

in St. Michael verbleiben werden nach der Wachausbildung

in der 2. Jägerkompanie ihren neuen Funktionen

innerhalb des Bataillons zugeführt.

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Seite 18 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Trommelfeuer auf die Hermada in der 10. Isonzoschlacht

Infanterie im Trommelfeuer

Das Bataillon 11/47 in der 10. Isonzoschlacht

Teil 4

Hauptmann

Martin Parth

Im Laufe des 26. Mai 1917 war es der Gruppe

Oberstleutnant Passy gelungen, eine dünne, stützpunktartig

besetzte neue Verteidigungslinie bei San

Giovanni aufzubauen. Die schwachen Bataillone, die

diese Linie hielten, hatten weniger unter Infanterieangriffen

als unter dem italienischen Trommelfeuer zu

leiden. Neben schweren Landgeschützen waren es

auch schwimmende Batterien im Isonzodelta, der so

genannten Sdobbamündung, die die an der Küste

ausharrenden Truppen unter flankierenden Beschuss

nahmen (Titelbild, Abb. 1).

Obwohl der Kommandant der Maschinengewehrkompanie

II/47, Oberleutnant i. d. Res. Rudolf Neugebauer,

zwei seiner Züge als Reserve am Hinterhang

der Kote 199 zurückhielt, verursachte das Feuer der

auf Pontons montierten Schiffsgeschütze bis zum

Abend erhebliche Verluste. Die 7./47 hatte zwei Tote

und fünf Verwundete, die MG-Kompanie acht Verwundete

zu beklagen. Da nach rechts und links keine

Verbindung zu eigenen Teilen bestand, entschlossen

sich die beiden Kompanieführer, nach Einbruch der

Dunkelheit aus ihrer gefährdeten Position hinter die

weiter südlich liegende 6./47 zurückzugehen.

Auch die 8. Kompanie wurde den ganzen Tag hindurch

von schwerer Artillerie beschossen. Von Hunger,

Durst, Staub und Hitze gequält, kauerten die

Abb. 1: Erkannte italienische Batterien in der Sdobbamündung

Männer in ihren dürftigen Deckungen. Nach den vorangegangenen

Strapazen war die Grenze der physischen

und psychischen Belastbarkeit erreicht. Oberleutnant

i. d. Res. Rudolf Schoř meldete, seine Leute

wären „in jeder Beziehung tadellos, aber erschöpft

und daher ist ihr moralischer Zustand schlecht.“

Getrennt vom übrigen Bataillon hatte an diesem

Tag Oberleutnant Nikolaus Lallič mit seiner 5./47

südlich der Eisenbahn gekämpft. Zusammen mit den

Marburger freiwilligen Schützen war er bis zu den

Ruinen des zerstörten San Giovanni vorgedrungen,

wo die Schützen einen italienischen Angriffsversuch

durch MG-Feuer abgeschlagen hatten. Während der

Nacht erwartete man einen neuerlichen Angriff. Oberleutnant

Lallič ersuchte um Aufnahme der Verbindung,

zumal der rechte Flügel des Schützenbataillons

400 Schritt vor dem linken Flügel der 47er an der

Bahntrasse stand. Da die hier eingesetzte 8./47 bei

Tag nur Stützpunkte auf der exponierten Kuppe 199

besetzt hielt, wurde „eine Ausdehnung für die Nacht

bis zur Bahnlinie unbedingt notwendig.“

Dementsprechend ließ Bataillonskommandant

Oberleutnant Alexander Martinuzzi die Stellungen des

II./47 in der Nacht zum 27. Mai auf den Westfuß der

Kote 199 vorschieben, wo eine schmale Karstrinne,

die „Taubenschlucht“, etwas Deckung bot (Abb. 2).

Im Schutze der Dunkelheit konnte nun die notwendigste

Ergänzung von Kampfmitteln und Munition

durchgeführt werden, die heiß ersehnte Verpflegung

blieb jedoch auch weiterhin aus. Zudem setzte bei

Tagesanbruch wiederum der Beschuss durch gegnerische

Land- und Schiffsartillerie ein, der – zum Teil

mit Gasgranaten – den ganzen Tag über unvermindert

anhielt. Immerhin war auch die eigene Artillerie

wieder so weit aktionsfähig, dass sie den Stellungsbesatzungen

die zahlenmäßig überlegene italienische

Infanterie vom Leib halten konnte.

Überraschend vor der Küste erscheinende italienische

Kriegsschiffe richteten ihr Feuer vor allem gegen

die 5./47, die in einem deckenden Geländeeinschnitt

südlich des gemauerten Bahndammes stun-

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Nr. 4 | 2013 • DAS OBERLAND Seite 19

denlang von Granat- und Steinsplittern, Ekrasit- und

Steinstaub überschüttet wurde. Das Bombardement

forderte einen Toten und fünf Verwundete, zerrte an

den zerrütteten Nerven der apathischen Verteidiger

und verursachte Übelkeit bis zum Erbrechen. Bezeichnend

für die allgemeine Verfassung ist die Meldung

des Leutnants i. d. Res. Emmerich Meuer der

6./47 vom 27. Mai 1917 (Abb. 3, 4):

„Situation unverändert. Die Komp. wie gestern in

den halb ausgebauten Stützpunkten. Verluste: keine

Marode: 4. Ich bitte dringend um Ablösung, da der

Zustand der Mannschaft der denkbar schlechteste

ist. Vollkommene Erschöpfung. Die Zahl an Erkrankungen

nimmt immer mehr zu. Dazu leidet die Komp.

unter ärgstem Feuer und großer Hitze. Seit dem 25.

ist die Komp. ohne jede Menage und Getränk. Sollte

nicht ehebaldigst die Ablösung erfolgen, bürge für

keine Verantwortung. Stand: 2 Offz. 31

Feuergew[ehre]. 3 San.“

Das Bataillon II/47 war mittlerweile auf 250 Mann

zusammengeschmolzen, von den 57ern waren gar

nur noch 140 Mann kampffähig. Oberstleutnant Passy

drängte auf Ablösung. Angesichts des Zustandes

seiner Männer wäre es „unmöglich, die innehabende

Stellung selbst beim geringsten Ansturm wegen des

mörderischen Artilleriefeuers zu halten“.

In der darauf folgenden Nacht wurde die völlig erschöpfte

Kampfgruppe aus der Front gezogen, an der

allmählich Ruhe eintrat. Eine Woche später nahmen

frisch herangeführte Kräfte die gesamte verloren gegangene

1c-Linie wieder in Besitz. Der vorgesetzte

Brigadier würdigte das „bewundernswerte Verhalten“

Abb. 2: Lage der Gruppe Oberstleutnant Passy am 27. Mai 1917

der Gruppe Passy, deren Standhaftigkeit entscheidend

mitgeholfen hatte, die Voraussetzungen für den

Erfolg zu schaffen.

Diejenigen, die in den ersten Stunden des 28. Mai

1917 ihre Stellungen bei San Giovanni verließen und

dem Retablierungsort San Croce zustrebten, waren

vor allen Dingen froh, dem Grauen der Isonzofront

entronnen zu sein (Abb. 5). Wie der Regimentschronist

berichtet, wartete unterwegs „die Menage, es

war genug da, fehlten doch so viele und doch konnte

man bemerken, dass niemand so recht zugriff; die

Abspannung war zu groß. Nur der geliebte schwarze

Kaffee und der Tabak fanden Anklang, sie peitschten

die schlaffen Nerven nochmals auf, gaben die Kraft

zum weiteren Rückmarsch aus diesem Inferno, zurück,

nach irgendwelchen Orten, wo es Ruhe und

keine Granaten gab, wo man endlich schlafen, schlafen

und abermals schlafen konnte.“

Abb. 4:

Leutnant

i. d. Res.

Emmerich

Meuer

(6./47)

Abb. 3: Situationsmeldung der 6./47 vom 27. Mai 1917

Abb. 5: Bataillonstrain II/47 und italienische Gefangene

in San Croce, 30. Mai 1917

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Seite 20 DAS OBERLAND • Nr. 4 | 2013

Der Dienststellenausschuss der Landwehr-Kaserne informiert

2013

1. Aktionen und Veranstaltungen (DA):

● Osteraktion

● Sommeraktion (praktischer Schlüsselanhänger

mit Urlaubswünschen)

● Dienststellenversammlung September 2013

(Informationen durch den stv. Vors. des Zetralausschusses

beim BMLVS bzw. Vorsitzenden

des FA Stmk, Vzlt MALLY Josef)

● Dienststellenversammlung Dezember 2013

(Informationen durch den Vorsitzenden der

Bundesheergewerkschaft und stv. Vorsitzende

des Zentralausschusses ADir RgR Wilhelm

Waldner)

2. Informationen (DA):

Leistungen der Gewerkschaft Öffentlicher

Dienst (Im Oberland - Ausgabe 2/2013 und

3/2013)

3. Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD)

Schreiben an Frau Bundesminister Gabriele

Heinisch-Hosek

Die GÖD ersucht bereits im September um

Aufnahme von Gehaltsverhandlungen, mit dem

Ziel, das Abkommen mit 1. Jänner 2014 umzusetzen.

4. Wiederholte Forderung der Steirischen

Personalvertretung LV:

Bund unterschlägt Zeitsoldaten Pensionszeiten:

62. Lebensjahre und 45 durchgehende Dienstjahre

reichen nicht für die Inanspruchnahme

der vorzeitigen Alterspension bei langer Versicherungsdauer!

Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD)

betreibt bereits seit Jahren die Streichung der

maximal 30-monatigen Anrechnung von Präsenzdienstzeiten

auf die beitragsgedeckte Gesamtdienstzeit

(§236 lit. b und d BDG 1976).

Durch diesen willkürlichen Deckel sind vor allem

zig-tausende ehemalige Zeitsoldaten, die

bis zu 15 Jahren diese Präsenzdienstzeit zu

wählen hatten, bei der künftigen Inanspruchnahme

der Langzeitversicherungsregelung

62/42 benachteiligt. Sie werden dadurch gezwungen,

auf die finanziell bei weitem schlechtere

Form der Korridorpension auszuweichen.

Die steirische GÖD – Bundesheergewerkschaft

fordert weiterhin, diese pensionsrechtlichen

Nachteile für ehemalige Zeitsoldaten zu beseitigen

bzw. informiert der Vorsitzende der Bundesheergewerkschaft,

Wilhelm Waldner, dass

unser Anliegen bei den Regierungsverhandlungen

eingebracht wird.

5. Allgemeines:

Im Zuge des Truppenbesuches des Herrn Bundeskanzlers

Werner Faymann und des Bundesminister

für Landesverteidigung/Sport Herrn

Mag. Gerald Klug am 27.09.2013 bekam der

Vorsitzende des

Dienststellenausschusses,

Vzlt

Peter Petzner, die

Möglichkeit Probleme

wie

Peter Petzner

Vorsitzender

● Nachbesetzungen

von

MBUO 2/

MZUO 2 auf MBUO 1

● Anpassung der Übungsgebühr (nicht Zeitgemäß)

● Aufstellung einer KPE-Einheit beim JgB 18

● Problematik Küchenpersonal in den BetrSta

aufzuzeigen bzw. den Herrn BM Mag. Gerald

Klug vorzutragen.

Abschließend möchte ich als Vorsitzender des

Dienststellenausschusses der Landwehrkaserne

St. Michael

● Soldaten die als MZ übernommen

● Soldaten bzw. Bedienstete die zur Führung

einer höheren Verwendungsbezeichnung

oder eines höheren Amtstitels und

● allen Bediensteten die ausgezeichnet wurden

gratulieren.

Peter Petzner, Vzlt

Der Dienstellenausschuss wünscht allen Bediensteten

und ihren Angehörigen ein gesegnetes

Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2014!

Fotoquelle

Impressum

Amtliche Publikation der Republik Österreich/

Bundesminister für Landes verteidigung und Sport

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller: Republik

Österreich/Bundes minister für Landesverteidigung

und Sport, BMLVS,

Rossauer Lände 1, 1090 Wien

BMLVS

7. Jägerbrigade

Major Christian Lackner

Hauptmann Markus

Wilfinger

Hauptmann Martin

Parth

Oberleutnant Maximilian

Koren

Leutnant Christoph

Hiedl

Oberwachtmeister

Gerald Stiegler

Wachtmeister Uwe

Streitmaier

Zugsführer Michael

Stermole

Gerald Wabnegger

Redaktion: BMLVS, Jägerbataillon 18,

Landwehrkaserne, Brunn 13,

8770 St. Michael i.O., Tel.: 050201 53-31 500;

E-Mail: jgb18.oea@bmlvs.gv.at

Redakteure:

Chefredakteur: Oberstleutnant MSD Karl-Heinz

Tatschl

Redakteur: Major Mag.(FH) Christian Lackner

Erscheinungsjahr: 2013

Fotos: siehe Fotoquelle

Layout: Karl Papst/Universal Druckerei, Gösser Str. 11,

8700 Leoben, Tel. 03842/44776-0,

www.universaldruckerei.at

Druck: BMLVS/Heeresdruckzentrum

Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“

des Österreichischen Umweltzeichens,

BMLVS/Heeresdruckzentrum, UW-Nr. 943

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