Schatz - BFW

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Schatz - BFW

Wildfütterung im Umbruch?

Feistritz a.d.Gail, 28. Mai 2013

Notfütterung

(Tierschutz)

Fütterungsmanagement

(Waldschutz)

von „milden Gabe“ regelmäßigen Sättigungsfütterung Rotwildwintergatter

Foto: E. Hasslacher


Änderung der Futtermittelrezepturen (Empfehlungen)

Bemühungen um artgerechte Futtermittel (Wissenschaft)

Wildökologische Raumplanung

(Kern-, Rand- Freizone)

Heu Getreide, Feldfrüchte Kraftfutter Saftfutter Heu

Fütterungsplätze errichtet, aufgelassen, verlegt und neu errichtet


Schutzwald – Wildkonflikt

Wirtschaftswald (Holzproduktion) Schutzwald (Wildbewirtschaftung)

Rotwild aus niedrigen Lagen (Wirtschaftswald) verbannt

zentrale Futterstellen (Wildkonzentration)

Rehfütterung im Bergwald


Schutzwald zum ganzjährigen Lebensraum von Schalenwild

jagdliche bzw. jagdwirtschaftliche Interessen an Fütterung

Hege:

Fokussierung auf wenige Wildarten

Leistungsschau (CIC, Nadler)


Jage(r)n Jagdwirtschaft:

nachhaltige, vorhersehbare „intensive“ jagdliche Nutzung von

Wildtierbeständen,insbesondere auch von starken Trophäenträgern

hoher Energieinput

input


Fütterung als Hemmfaktor für Abschusserfüllung/Abschussdurchführung

Lage der Fü F

tterung

Futtermittel

Fü tterungsdauer

erschwerten Bejagungsbedingungen

Bestandserhebung an Fütterungen Unterschätzung des jährl. Zuwachses


Zunahme der Wilddichte (räumliche Konzentration)


Foto: F. Ritsch


Wald – Wildkonflikt

Wald/Forst – Jagdwirtschaftskonflikt (Eigentümer u. Pächter)


Raumkonkurrenz Mensch - Wildtieren

Anforderung an Wald und Waldzustand haben stark zugenommen

Vorarlberger Wildschadenskontrollsystem


Fütterung als Ursache für die „Aufhege“ von Rot- Rehwild

und Wildschadensproblematik

allgemeine Modetrend: „zurück zur Natur“

urbanisierte Gesellschaft möchte „wildes Wild“

weniger Fallwild mehr Zuwachs hoher Bestand

Fütterungsverzicht als Ersatz für Abschuss-Defizit

Lenkwirkung häufig übersehen

Akzeptanz für freie Raumwahl des Wildes nicht ausgeprägt

Fütterung von Rot- und Rehwild heute stark in Diskussion

Forderung nach Extensivierung der Fütterung nehmen stark zu


Rotwildfütterung Wilddichte

Der Rothirsch im Winter

Das Liechtensteiner Notfütterungskonzept

tterungskonzept

Foto: P. Meile

Foto: AWNL Liechtenstei n

Rotwildüberwinterung Rhätikon

Rotwild – Besenderungs- und Markierungsprojekt (FIWI)

Graubünden


Rotwildabschussentwicklung von Südtirol

Im Alpenraum kann es auch ohne Fütterung gute Rotwildbestände geben


Argumente für die Winterfütterung des Rotwildes

Winterfütterung als allgemeine Voraussetzung um das Rotw ild in der stark veränderten und intensiv

vom Menschen beanspruchten Kulturlandschaft überhaupt erhalten zu können















Ersatz für die verloren gegangenen ursprünglichen Winterlebensräume in den Fluss- und Augebieten

sow ie talnahen Hanglagen durch menschliche Besiedelung, Barrieren und Zerschneidung der

Landschaft

Ersatz für die verloren gegangene natürliche Winteräsung

Verringerung von Verbiss- und Schälschäden w ährend der Winter- und Übergangsmonate,

insbesondere in den Bergw äldern

Räumliche Lenkung des Rotw ildes in w enig schadensanfällige Regionen bzw . in die dem Wild

zugew iesenen bzw . zugebilligten Orte

Räumliche Konzentration von Winterschäden auf w enige Standorte bzw . kleine Flächen bei

Konzeption der Rotw ildüberw interung mit Zentralfütterungen

Verteilung der Winterschäden auf mehrere Orte und damit Vermeidung einer Intensivnutzung w eniger

Einzelstandorte bei Überw interungskonzeption mit vielen Kleinfütterungen (Motto: Kein Wald verträgt

viel Wildschäden, aber jeder Wald verträgt etw as an Schäden)

Verhinderung von Störungen des Wildes w ährend der Wintermonate durch entsprechende

geographische Positionierung der Fütterung oder Errichtung eines Wintergatters

Vermeidung von Tierleid durch Hungersnot und Fallw ild

Vermeidung des Auftretens von Wild in menschlichen Siedlungsbereichen an harten Wintertagen und

damit verbundenen Emotionen und privaten Hilfemaßnahmen durch die Bevölkerung

Verbesserung des Körpergew ichtes und der Trophäe

Erhaltung des Jagdw ertes durch Erhaltung einer „bew irtschaftbaren“ Mindestw ildmenge

Optimierung der jagdlichen Nutzungsmöglichkeiten

Günstigere Erhebungs- und Überw achungsmöglichkeit der Rotw ildbestandesstruktur

In gew issen Fällen: selektive Entnahme und störungsarme Regulierung des Wildbestandes


Winterfütterung als Ersatz für die ursprünglichen Winterlebensräume und

somit als allgemeine Voraussetzung, um das Rotwild in der gegenwärtigen

Kulturlandschaft überhaupt erhalten zu können

Argumente gegen die Winterfütterung


Vermeidung von Tierleid durch Hungersnot und Fallwild


Verringerung von Verbiss- und Schälschäden während der Winter- und

Übergangsmonate


räumliche Lenkung des Rotwildes in wenig schadensanfällige Regionen bzw.

in die dem Wild zugewiesenen bzw. zugebilligten Orte mit höherer

Schadenstoleranz


Verhinderung von Störungen des Wildes während der Wintermonate mit Hilfe

eines Wintergatters


Vermeidung des Auftretens von Wild in menschlichen Siedlungsbereichen

während strenger Winterphasen


Fütterung als Managementinstrument im Jagdbetrieb


das natürliche Wanderverhalten und die artgemäße, jahreszeitliche Verteilung des Rotwildes werden stark beeinflusst

oder gänzlich unterbunden

dies bewirkt eine markante Verkleinerung der Raumnutzung durch das Rotwild im Jahreslauf

und somit eine „Entwertung“ von entfernt gelegenen Jagdrevieren ohne Fütterung

bei Überwinterungskonzeption mit Zentralfütterungen, welche im unmittelbaren Nahbereich optimaler

Sommereinstände gelegen sind, kann es zu einer extremen Verkleinerung des jährlichen Aktionsradius des Rotwildes

und bei hohen Wildbeständen zur

Erschwerung einer ausreichenden Wildstandsregulierung kommen (diese Situation wird oft durch die revierinterne

bzw. durch selbst auferlegte Jagdruhezonen verschärft)

Erzwungene Änderung des Sozialverhaltens des Rotwildes bei Zentralfütterung (z.B. keine räumliche Trennung von

männlichen und weiblichen Stücken)

Konzentration des Rotwildes in kleinem Raum führt zu häufigen direkten und indirekten Kontakten des Wildes und

fördert somit die Übertragungsmöglichkeiten von Krankheiten und Parasiten

Ausschalten natürlicher Regulierungsmechanismen wie Wintersterblichkeit und Beeinflussung der Fruchtbarkeitsrate

und somit

starke Verminderung der natürlichen Selektion aber gleichzeitig künstliche Anhebung des Wildbestandes

Verlust von Erbgut zur Fähigkeit der natürlichen Überwinterung

Verlust von ausreichenden Raumkenntnissen des Wildes an natürlichen Überwinterungsgebieten

sofern die Fütterung des Rotwildes nicht Aufgabe einer behördlich überwachten Hegegemeinschaft ist, besteht die

Gefahr von Manipulationsmaßnahmen am Rotwild durch einzelne Jagdinhaber (zeitliche Raumbindung,

Trophäendoping, etc)

bei bereits sehr lange bestehenden Großfütterungen am selben Standort ist im Einstandsgebiet in der Regel eine

extrem starke Wald- und Bodenbelastung durch das Wild gegeben (Tatbestand der Waldverwüstung nach §16 Abs. 5

FG)

der Futterplatz und das Wintereinstandsgebiet bieten im Sommer für den Waldbesucher ein eher negatives Image der

Jagd

das Wildbret als Nahrungsmittel von gefüttertem Wild (vor allem bei Saft- und Kraftfuttervorlage) läuft Gefahr den

Begriff „Bio“ zu verlieren

Verlust menschlicher Kenntnisse über die natürliche Überlebensstrategien und Überlebensfähigkeit des Wildes

Fütterungstraditionen bewirken eine Art Selbstverständnis für die Wildfütterung. Man kämpft eher für die Erhaltung der

Winterfütterung als für die Bereitstellung und Gestaltung von Lebensräumen zur natürlichen Überwinterung des

Rotwildes







das natürliche Wanderverhalten und die artgemäße, jahreszeitliche Verteilung

des Rotwildes (Verkleinerung) werden stark beeinflusst oder gänzlich

unterbunden Bejagungsprobleme

Ausschalten natürlicher Regulierungsmechanismen wie Wintersterblichkeit

und Erhöhung der Fruchtbarkeitsrate somit

Verminderung der natürlichen Selektion bei gleichzeitig künstlicher Anhebung

des Wildbestandes mehr Wildschäden

Konzentration des Rotwildes fördert die Übertragungsmöglichkeiten von

Krankheiten und Parasiten (z.B. TBC)

Gefahr von Manipulationsmaßnahmen am Wild durch einzelne Revierinhaber

(zeitliche Raumbindung, Trophäendoping, etc.)

Fütterungstraditionen bewirken eine Art Selbstverständnis für die

Wildfütterung. Man kämpft eher für die Erhaltung der Winterfütterung als für

die Bereitstellung und Gestaltung von Lebensräumen zur natürlichen

Überwinterung des Rotwildes

Argumente für die freie Wahl des Überwinterungsgebietes

(nach J. Brosi, AJF GR)

Wildbiologie statt Landwirtschaftsstrategie





natürliche Verhalten zulassen bzw. fördern, Domestikation verhindern

physiologischen Anpassungsfähigkeiten an den Winter und

Energiesparmaßnahmen des Rotwildes ausnützen

was Gams- und Steinwild können, kann Rotwild auch

natürliche Selektion durch harte Winter zulassen

Voraussetzungen dafür r sind


qualitativ gute (ruhige) Sommereinstände

(Bildung von Feistreserven)

angepasste Bestandesdichte auf Kapazität des Winterlebensraumes

höhere Toleranz gegenüber Wildschäden in den Wintereinständen

keine Störung in den Wintereinständen

überwachte Wildruhegebiete (270 Wildruhezonen in GR)

vorbereitete Notfütterung (psychologisch bedeutungsvoll)


Vorteile der freien Überwinterung

Wie soll in Zukunft die Überwinterung von Rot- und Rehwild erfolgen?

Welche Rolle spielt die Fütterung?





kaum Wildkonzentrationen, sondern großflächige Verteilung im

Wintereinstand wenig soziale Auseinandersetzungen

natürliche Energiesparmaßnahmen können spielen wie:

Wahl klimatisch günstiger Einstandsgebiete

Reduktion des Bewegungsradius, großräumige Verteilung

Reduktion des Stoffwechsels, Energiesparen wird möglich

Verringerung von konzentrierten Wildschäden

geringe Kosten (Aufwand für 270 Wildruhezonen)

Reh und Waldgams können die positive Wirkung der Rotwildfütterung

vereiteln


estriktive Rehwildbewirtschaftung, keine Förderungsmaßnahmen

mehr Natur zulassen

Notfütterung

Überwinterung Rotwild?


Das Rotwild braucht auch in Kulturlandschaft keine Fütterung, um zu überleben.

natürliche Winterlebensräume werden wieder vermehrt aufgesucht.

Das Wild kann mit dem Menschen besser leben als der Mensch mit dem Wild.

Ist dafür eine ausreichende (Schadens)toleranz gegeben?


Keine Fütterung heißt nicht kein Rotwild, sondern eine andere Verteilung mit

wahrscheinlich neuen (oder altbekannten) Problemen.

Ausreichende jagdliche Regulierung ist auch ohne Fütterung notwendig!!

menschliche Raumnutzung (Freizeit, Tourismus)

Fütterung des Rotwildes


extensive, aber regelmäßige Fütterung. Gutes Heu muss reichen

wenn notwendig, Saftfutter erst ab Spätwinter (Bindungseffekt)

Trophäenqualität von Altersstruktur, nicht von Fütterung

Stückzahlobergrenze 100 bis 120 Stück (Waldbelastung, Wildgesundheit)


mehr Raum für das Rotwild, mehr natürliche Verteilung zulassen

ohne Wildeinfluss (Schäden) geht es weder mit noch ohne Fütterung!!

Weiterentwicklung bzw. Anpassung der WÖRP

Wilddichteregulierung ist vorrangige Aufgabe der Jagd

Fütterung darf dafür kein Hindernis sein


effiziente Bejagungsmethoden begrenzte Wirkung (nicht überstrapazieren)

Wild muss halbwegs natürlichen Aktivitätsrhythmus leben dürfen (tagaktiv)

Bestandesstrukturen berücksichtigen

st

ständiger Jagddruck ist Gift für f

r den Wald!!!

Wildtiere zu integrieren: „Raum und Toleranz für das Wild aufbringen“

……gilt auch für das Rotwild „Elefant Europas“


Herzwissen und Gefühl

?

Danke für f

r Ihre Aufmerksamkeit

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