Info-Bulletin 4/13 anschauen - BWSo

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SCHWERPUNKTTHEMA BAUTEN AUS HOLZ

DER HOLZBAU BOOMT, ABER DER WALD HAT

NICHTS DAVON

16

Phase Verhalten Schweizer Holz

Bauherr will Vorbild sein Vorgabe Schweizer Holz Ja

Holzbauingenieur erstellt

Leistungsbeschreibung

Offertphase

Auftraggeber sucht

günstigsten Anbieter

Vergabeverhandlung:

Gibt es Einsparmöglichkeiten?

Vorgabe Schweizer Holz

Unternehmer rechnet Offerte

mit Schweizer Holz

Schlaue Unternehmer-

Lösungen wie Montagekonzepte

etc. werden honoriert

Unternehmer: Ja, wenn

Schweizer Holz nicht mehr

gefordert.

Einsparung CHF 100 000

Endlich hat die Holzbranche geschafft,

worauf sie lange hingearbeitet hat: Der

Holzbau boomt. Obwohl der Holzbau

schon lange die besseren Argumente hatte:

Schneller, trockener, günstiger und

ökologischer Gebäude erstellen zu können

als andere Bauweisen, wurde er jahrzehntelang

als Underdog behandelt. Die Kunden,

die Architekten, Ingenieure, Investoren

und Betreiber kamen aus einer anderen

Welt – aus einer Stahl-, Mauerwerks- und

Beton-Welt – und wollten sich nicht verändern.

Sie fürchteten, mit Holz Probleme zu

bekommen und scheuten den Aufwand,

sich in den Holzbau einzulernen.

Ja

Ja

Ja

Na ja

Ausführung Günstigste Variante Nein

Obige Tabelle zeigt, dass

zu Beginn oft die Absicht

besteht, Schweizer Holz

zu verwenden. Im Lauf

des Prozesses fällt das

Schweizer Holz aber

Kostenüberlegungen zum

Opfer.

kleinen, bei Industriebauten mehr als im

Gewerbe. Verkehrte Welt? Nein. Es ist eine

logische Folge aus einer Reihe von Faktoren.

Wer rechnen kann, baut mit Holz.

Zwar ist oft der Quadratmeter Decke oder

Wand ein paar Franken teurer als ein

Quad ratmeter Mauerwerk oder Blech.

Rechnet man aber Verputz, Dämmungen

und Verkleidungen hinzu, kippt die Wirtschaftlichkeit

oft zugunsten von Holz.

Dann gibt es eine Reihe von Faktoren, die

etwas schwieriger in Franken auszudrücken

sind als Baukosten. Wieviel ist zum

Beispiel eine bessere Dämmung wert, die

beim Holzbau praktisch zum Nulltarif zu

haben ist? Bei diesem Vergleich muss der

Ölpreis herhalten, um eine Berechnungsbasis

zu haben. Und der Ölpreis der Zukunft

ist nicht bekannt. Wer 1972 gesagt

hätte, dass ein Jahr später die Ölpreise explodieren

würden, wäre ausgelacht worden.

Wer im Jahr 2000 gesagt hat, der

Ölpreis würde sich innert zehn Jahren verdoppeln,

ebenso. Genau das ist aber passiert.

Viele Leute denken – oder hoffen –,

dass es mit Preissteigerungen bald vorbei

sei und wieder das alte Preisniveau einkehren

werde. Entsprechend machen sie die

Berechnungen für die Heizkosten und sparen

immer noch bei der Dämmung.

Der Holzbau hatte schon lange die besseren

Argumente: schneller, trockener, günstiger

und ökologischer.

INFO-BWSO 4/2013

Nun ist es geschafft. Der Holzbau legt

zu. Er boomt. In den Städten mehr als auf

dem Land, bei Grossbauten mehr als bei

Grössere Investitionen im Holzbau

Dabei ist bekannt, dass sich je nach Ölpreis

jede Dämmung innert weniger Jahre

amortisiert. Dummerweise ist der Ersteller

des Gebäudes oft nicht der Betreiber. Der

Ersteller bezahlt die Dämmung, der Betreiber

die Heizkosten. Oft pfeift auch der

Ersteller aus dem letzten Loch und könnte

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