Neues aus dem Gymnasium Weingarten 18.11.2013

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Neues aus dem Gymnasium Weingarten 18.11.2013

Neues aus dem Gymnasium Weingarten

18.11.2013

Löwenien – Eine Schule, die Staat macht

Gewinnspannen, Steuererklärungen, Arbeitslosigkeit: Themen, mit denen sich Schüler i.d.R. nur theoretisch

befassen. Vier Tage lang konnten Schüler und Schülerinnen am Gymnasium Weingarten nun

am eigenen Leib erfahren, wie ein Staat funktioniert. In einer von langer Hand vorbereiteten Großsimulation

entstand vergangene Woche der Staat „Löwenien“ – komplett mit Regierung, Ministerien,

einem Gericht und über 50 verschiedenen Betrieben vom Fahrradservice bis zum Pizzadienst.

Schon Monate im Voraus liefen die Vorbereitungen durch ein Organisationsteam mit Vertretern und

Vertreterinnen des Kollegiums und der SMV. Firmenkonzepte wurden auf ihre Erfolgsaussichten hin

überprüft, Schulungen zu Bewerbungstraining abgehalten, für Existenzgründer fanden Workshops

statt; nicht zuletzt wurde ein Parlament gewählt. Vertrauenslehrer Jürgen Notzke: „Wir wussten,

dass wir in diesem Jahr auf sehr engagierte Oberstufenjahrgänge bauen konnten; daher haben wir

beschlossen, das Großprojekt nach fünf Jahren zum zweiten Mal an unserer Schule durchzuführen.“

Und so verwandelte sich das Schulhaus von Mittwoch bis Samstag vergangener Woche in einen Staat

mit einer vielfältigen Unternehmenslandschaft. Viele Betriebe bauten ihre Geschäftsidee auf dem

Angebot von Speisen und Getränken auf, und da alle Schüler und Schülerinnen am Tag sechs Stunden

anwesend sein mussten (bei einer Arbeitszeit von vier Stunden) und Arbeit hungrig macht, erzielten

viele dieser Betriebe auch gute Umsätze. Schwerer hatten es da die Anbieter von Dienstleistungen

wie Fotografen und Werbeagenturen, doch Unternehmenspleiten blieben die Ausnahme. Allerdings

kam es auch zu Entlassungen, und das Arbeitsamt in Löwenien hatte einiges zu tun.

Auch am Freitagabend und am Samstag konnten sich viele Besucher von der Leistungsfähigkeit der

löwenischen Betriebe überzeugen. Da auf dem Staatsgelände der Euro nicht galt, wurde ein Zwangsumtausch

fällig: für 5 Euro erhielt man 50 „Schussentaler“. Doch bei dem großen Angebot fiel es

nicht schwer, dafür einen Gegenwert zu erhalten – ob nun in Form von frisch zubereiteten Nahrungsmitteln

oder hausgemachtem Eis, für eine Handmassage oder ein gut erhaltenes antiquarisches

Buch.

Zu den Höhepunkten der kurzen Staatsgeschichte gehörten sicherlich die Auftritte des Staatszirkus

am Freitag und Samstag, wobei die löwenische Staatskapelle wie schon beim Festakt zur Staatsgründung

die eigens komponierte Hymne intonierte. Mit Akrobatik, Boxschaukämpfen und Clownereien

wurde das Publikum glänzend unterhalten.

Als Löwenien am Samstag um 14.00 Uhr seine Pforten schloss, waren alle Beteiligten erschöpft –

doch wie schon vor fünf Jahren lautete das Fazit von Schulleiter Günter Erdmann: „Die Anstrengung

hat sich gelohnt, denn unsere Schüler haben hier Dinge gelernt, die wir im Schulalltag so nicht vermitteln

können.“ In seiner Abschlussrede betonte auch Kanzler Alexander Bocken, wie lehrreich die

Erfahrungen in Löwenien waren; und auch wenn das Leben als Politiker nicht immer leicht gewesen

sei, bedauere er wie alle Bewohner Löweniens, dass das Projekt nun abgeschlossen sei.


Nun steht noch die Umtauschaktion an: am Dienstag, dem 19.11., können Schussentaler wieder in

Euro zurückgetauscht werden. Dabei gilt für die ersten 100 ST der Wechselkurs von 10:1, für Beträge,

die 100 ST übersteigen, gibt es dann nur noch einen Euro für 20 ST. Erst nach Abschluss der Rücktauschaktion

wird man sagen können, wie hoch die Staatseinnahmen waren. Ein Verwendungszweck

für den erwarteten Überschuss steht schon fest: nach einem Volkbegehren hatte das Parlament beschlossen,

dass ein Teil der Einnahmen auf jeden Fall für die Philippinen-Hilfe gespendet werden soll.

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