Hin- und hergewendet - Deutscher Wasserstoff-Verband (DWV)

dwv.info.de

Hin- und hergewendet - Deutscher Wasserstoff-Verband (DWV)

Mitgliederzeitung des Deutschen Wasserstoff- und

Brennstoffzellen-Verbandes e.V.

Nr. 2/13 März/April Nr. 2/13 Jahrgang 17

DWV-Mitteilungen

Sauber und leise in Davos

Bavaria, da sind wir — 28 Wasserstoffautos vom Typ BMW Hydrogen 7

Mobile Anwendungen kamen zu Besuch bei Bayerns Energie Schutzgöttin und Klima auf die Theresienwiese

Flotter Dreier

Fracking in Deutschland?

Vertiefte Zusammenarbeit zwischen BMW und Toyota Seltene Erden in Sachsen

Kooperation zwischen Ballard und Volkswagen

Portable Anwendungen

Neues aus der Forschung

Adlerauge mit Brennstoffzelle

Wasserstoff aus Methanol

Stationäre Anwendungen

Wie groß ist ein Proton?

Positive Entwicklungen bei Notstromversorgungen


2 ISSN 1619-3350

Liebe Mitglieder!

Der Frühling kommt – aber das kennen wir schon, der kommt jedes Jahr. Nicht alltäglich ist dagegen, wie in der Autobranche

die Pflöcke für den Start in die Brennstoffzellenära eingeschlagen werden. Dazu mehr in dieser Nummer,

und auch sonst noch eine ganze Menge. Die nächste Post, die Sie von uns bekommen, besteht aus der Einladung zur

Mitgliederversammlung. Sie kommen doch wohl nach Dresden, oder …?

Der Vorstand

Aus dem Verband

Beilagenhinweis

Zusammen mit dieser Nummer der DWV-Mitteilungen erhalten Sie den Jahresbericht 2012 des DWV.

Die Schlagzeilen dieser Ausgabe

Beilagenhinweis ............................................................. 02

Hin- und hergewendet ................................................... 03

Weitere Aussichten: freundlich .................................... 04

Wie die Wasserstoffautos auf die Insel

kommen sollen ............................................................... 04

Japaner bauen Katalysatorfabrik für

Brennstoffzellen ............................................................. 04

Erweiterte Prüfmethoden für

Brennstoffzellen beim ZSW .......................................... 05

Vertiefte Zusammenarbeit zwischen

BMW und Toyota ........................................................... 05

Flotter Dreiser ................................................................ 06

Hyundai geht in Serie .................................................... 08

Sauber und leise durch Davos ...................................... 08

Saubermann ................................................................... 09

Materialtransport auf die stille Art ............................... 09

Alles aus einer Hand ...................................................... 09

Kooperation zwischen Ballard und Volkswagen ..........10

Positive Entwicklungen bei

Notstromversorgungen .................................................10

UTC Power verkauft ........................................................10

Telefonversorger greifen zu Brennstoffzellen ..............10

Korrektur .........................................................................11

Adlerauge mit Brennstoffzelle .......................................11

Infrastruktur in Kalifornien .............................................12

Wasserstoff aus Methanol .............................................12

Nützliches Kohlendioxid .................................................13

Nächster Schritt am ZSW ...............................................13

Offshore-Wind und Supraleitung –

ein rasantes Gespann .....................................................14

Silizium + Wasser = Wasserstoff .................................14

Wie groß ist ein Proton? .................................................15

Wasserstoff in Dunkeln ..................................................16

Deutsch-kanadische Partnerschaft ...............................16

Fracking in Deutschland? ...............................................17

Temperaturrekord in den USA .......................................18

Seltene Erden in Sachsen ..............................................18

Wie man Windstrom ins System kriegt ........................18

Brauchen wir ein Energieministerium? .........................19

Europäische Kommission will den Einstieg ..................19

Wechsel im DoE ............................................................. 20

Südafrika sieht seine Chance .........................................21


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

3

Aus unserer Sicht

Hin- und hergewendet

Mitte Februar erhielten unsere Mitglieder den Wortlaut

einer Pressemitteilung des DWV. Unter der Überschrift:

„Wann kommt denn nun das Brennstoffzellenauto?“ werden

Werksmitteilungen zusammengefasst.

Zum einen fällt dabei besonders auf, dass Daimler nicht

mehr an dem Plan, 2014 mit einer Kleinserienfertigung zu

starten, festhält, dafür ab 2017 zusammen mit seinen Partnern

Ford und Nissan/Renault eine Produktion im 6-stelligen

Bereich anpeilt. – Muss man enttäuscht sein? Ich

meine nicht, höchstens dass Deutschland in diesem Punkt

ein wenig später kommt. Denn die zweite hervorragende

Meldung betrifft asiatische Firmen: Toyota und Honda

wollen 2015 in Serienfertigungen eintreten, und Hyundai hat

soeben eine Kleinserie von eintausend Stück seines SUV

ix35 Fuel Cell angefahren und auch bereits Exemplare nach

Europa abgefertigt.

Als weiteres Thema wird in der Pressemitteilung die Wasserstoff-Infrastruktur

angesprochen. In Deutschland soll

es 2015 fünfzig Tankstellen innerhalb der CEP geben und

dazu nochmals die gleiche Zahl im Rahmen der H2Mobility.

Vermutlich zielt das zögerliche Planen der PKW-Konzerne

genau darauf, die für den Anfang als minimal notwendig

geltende Tankstellendichte abzupassen. – Jedenfalls wäre

dann das ewig diskutierte Henne-Ei-Problem behoben.

fordern, die schmucken Produkte auf den Markt zu bringen

und selbigen gleichzeitig „aufzubereiten“. Ich würde da an

eine nicht zu mickrige Abwrackprämie für in die Ecke gestellte

Benzin- und Dieselkutschen denken. Vermutlich planen

doch nicht allzu viele Otto Normalverbraucher, demnächst

Neukunde des Stuttgarter Autobauers zu werden und sich

einen Diesel-Hybrid preisgleichen Untersatz anzuschaffen

… Unser aller Ungeduld in Ehren, aller Anfang ist schwer.

Eine Querverbindung sei an dieser Stelle erlaubt: Ein Ergebnis

der NOW-Studie „Windwasserstoff“ – ihre öffentliche

Vorstellung war am 28. Januar – besagt, dass die großtechnische

Speicherung von Elektrizität in Form von Wasserstoff

genau dann nur wirtschaftlich darstellbar sei, wenn

außer der Rückverstromung des Gases zur Bereitstellung

von Regelenergie auch die Belieferung der Wasserstofftankstellen

erfolgt. Es werden also Elektroenergieversorgung

und Kraftstoff für den Verkehr in einem bisher unbekannten

Maße verknüpft. Die Energiewende wird nicht

ohne Energiespeicherung auskommen. Die Herstellung und

Speicherung von grünem Wasserstoff aber wird zu konkurrenzfähigen

Kosten nur kommen, wenn sie auch zur Kraftstoffversorgung

dient und – weitergedacht – ein Teil des in

der Chemieindustrie eingesetzten Wasserstoffs ebenfalls

grün sein wird. So gesehen gehören Brennstoffzellenfahrzeuge

zur Energiewende schließlich dazu.

Freilich, als Daimler im Frühjahr 2011 stolz vom erfolgreich

absolvierten 125-tägigen „World Drive“ dreier FCell

B-Class berichtete, wird es manchem so geklungen haben,

als gäbe es nun keine Hemmungen mehr, zeitnah in

eine Produktion zu kommen. Mir auch. Noch dazu, wo es

in den Ballungsräumen bereits eine Anzahl von Tankstellen

gibt. Aber dieses Signal der Firma könnte ja auch bedeutet

haben, nun sollte doch endlich einmal jemand deutlich

Mein Optimismus, dass Deutschland auch diese Wende

schaffen wird, ist ungebrochen. Wie schnell wir die Ziele

erreichen werden, das hängt wohl wesentlich davon ab, wie

lange man sich noch mit der Kostendiskussion aufhält und

wann sich die Meinung durchsetzen wird, dass nicht alle an

der Wende verdienen können und nur der Steuermichel bezahlen

muss. jl


4 ISSN 1619-3350

Unsere Partner

Weitere Aussichten: freundlich

Im Jahre 2050 wird der globale Brennstoffzellen- und

Wasserstoffmarkt ein Volumen von etwa 180 G$ haben;

die Erlöse bei Brennstoffzellen werden im kommenden

Jahrzehnt um etwa 26 % jährlich wachsen. Dies sagt der

neueste Bericht der Partnership for Advancing the Transition

to Hydrogen (PATH) vom Januar. PATH ist die internationale

Koalition nationaler Wasserstoffverbände.

Der neue Bericht umfasst erstmals auch den Brennstoffzellenmarkt.

Weltweit rechnet man bis 2019 mit etwa

700.000 Arbeitsplätzen.

„Der zweite Jahresbericht von PATH liefert eine umfassende

Analyse der globalen Entwicklungen der Märkte

für Wasserstoff und Brennstoffzellen”, sagte der PATH-

Vorsitzende Terry Kimmel. „Durch die 16 nationalen Verbände,

die wir vertreten, können wir zeigen, dass es einen

weltweiten Trend zur Kommerzialisierung von Wasserstoff

und Brennstoffzellen gibt, angeführt von einigen

Ländern mit starken nationalen Programmen.”

Wie die Wasserstoffautos auf die Insel kommen sollen

Das britische Projekt UKH2Mobility hat einen Plan für

die Einführung von Wasserstoffautos und -tankstellen in

Großbritannien vorgelegt. Die globale Markteinführung

der Fahrzeuge steht bevor, und man rechnet damit, dass

etwa 10 % der Neuwagenkunden für die Idee empfänglich

sein könnten, ein Brennstoffzellenauto zu kaufen. Von dieser

Kerngruppe aus könnten neue Kundenschichten erschlossen

werden.

Um sie zu unterstützen, müssten anfänglich etwa 65 Tankstellen

zur Verfügung stehen, hauptsächlich in vier wichtigen

Ballungsräumen und entlang der großen Verbindungsstraßen.

Bis 2030 soll dieses Netz parallel zur Flotte

auf 1.050 Stationen anwachsen. Das würde etwa 400 M£

kosten. Die Flotte soll dann 1,6 Millionen Fahrzeuge umfassen,

mit 330.000 Neuverkäufen jedes Jahr. Die CO 2 -

Emissionen würden dadurch um etwa 3 Mt jährlich zurückgehen.

Allgemeines

Japaner bauen Katalysatorfabrik für Brennstoffzellen

Der japanische Metallurgiekonzern Tanaka (Besuchern

der Hannover Messe wohl bekannt) errichtet im Rahmen

eines existierenden Werkes im japanischen Shonan

(Hiratsuka-shi, Kanagawa) eine Abteilung, die speziell

Katalysatoren für Brennstoffzellen herstellen und vertreiben

soll. Als Hauptkunden erwartet man die Hersteller

von Stacks für Fahrzeuge, aber auch für Eigenheim-

Brennstoffzellen, die in Japan unter der Sammelmarke

„ENE-FARM“ vertrieben werden.

Die Investition beträgt etwa 8 M€, die Grundfläche

1.000 m². Hier sollen alle Arbeitsgänge in Verbindung mit

solchen Katalysatoren konzentriert werden. Man erwartet

sich davon eine weitere Stärkung dieses Geschäftszweiges

und will auch die Grundlage für weitere Expansion

legen, weil ein steigender Bedarf vorausgesehen wird. Die

Bauarbeiten sollen jetzt im Frühjahr abgeschlossen werden,

voller Betriebsbeginn soll im Oktober sein.

Darüber hinaus will Tanaka bei der Forschung das Ziel

weiter verfolgen, den Platinbedarf zu senken und das Platin

aus verbrauchten Zellen zu recyceln.

(Pressemitteilung vom 26. Februar 2013)


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

5

Erweiterte Prüfmethoden für Brennstoffzellen beim ZSW

Brennstoffzellen sind in einigen Märkten bereits kommerziell

verfügbar oder stehen unmittelbar vor dem Markteintritt.

Das erhöht den Bedarf an professioneller Qualitätssicherung.

Das Zentrum für Sonnenenergie- und

Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat

jetzt sein Angebot auf dem Gebiet der Brennstoffzellentests

erweitert. Seit dem zweiten Halbjahr 2012 kann das

Institut am Standort Ulm Brennstoffzellen bis 100 Kilowatt

Leistung auch nach der Norm DIN EN 62282-2 prüfen.

Für diesen Leistungsbereich ist das in Deutschland

einzigartig. Brennstoffzellen mit einer größeren Leistung

sollen etwa in der umweltfreundlichen Mobilität oder

zur effizienten Energieversorgung von Gebäuden zum

Einsatz kommen.

Für eine Zertifizierung nach der DIN-Prüfung arbeiten die

Ulmer Wissenschaftler mit externen Zertifizierungsstellen

zusammen. Über diese Kooperation ist ein neues Dienstleistungsangebot

an die Branche entstanden, das nach

eigenen Angaben bereits regen Zuspruch findet: Die Spezialisten

vom ZSW prüfen die Brennstoffzellenstacks nach

den DIN-Normen, die Partnerinstitute nehmen die Zertifizierung

auf Grundlage der ZSW-Messungen vor.

Das ZSW in Ulm gilt als richtungweisend in der anwendungsnahen

Brennstoffzellentechnologie, von der Materialentwicklung

bis zum Systemtest. Das dortige Testzentrum

verfügt über rund 15 Teststände, an denen rund um

die Uhr Dauertests durchgeführt werden können. Brennstoffzellenmodule

mit Wasserstoff oder Wasserstoffgemischen

von 100 Watt bis 100 kW el werden dort auf ihre

Tauglichkeit untersucht. Brennstoffzellen müssen unter

anderem eine Gasleck- und eine Kurzschlussprüfung sowie

Gefrier- und Auftauzyklen absolvieren. Andernfalls ist

die notwendige Sicherheit im Dauerbetrieb nicht gewährleistet.

(ZSW-Pressemitteilung vom 22. Januar 2013)

Mobile Anwendungen

Vertiefte Zusammenarbeit zwischen BMW und Toyota

Die BMW Group und die Toyota Motor Corporation (TMC)

setzen ihre langfristige strategische Zusammenarbeit im

Bereich der nachhaltigen Mobilität fort. Beide Unternehmen

unterzeichneten am 24. Januar einen Vertrag zur

gemeinsamen Entwicklung von Brennstoffzellen, Architektur

und Komponenten eines Sportwagens sowie zur

gemeinsamen Forschung und Entwicklung von Leichtbau-

Technologien. Diese Vereinbarung folgt auf die bereits im

Juni 2012 unterzeichnete Absichtserklärung.

Aus Sicht der beiden Unternehmen ist die Brennstoffzellen-Technologie

eine wesentliche Voraussetzung, um

Null Emissionen zu erreichen. Die BMW Group und TMC

werden gemeinsam ein grundlegendes Brennstoffzellen-

Fahrzeugsystem entwickeln, das auch die Bereiche Wasserstofftank,

Motor und Batterie umfasst. Die Entwicklung

soll 2020 abgeschlossen sein.

Beide Unternehmen werden für die Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur

gemeinsame Codes und Standards

entwickeln, die für die weitere Verbreitung von Fahrzeugen

mit Brennstoffzellen-Technologie erforderlich sind.

Die Unternehmen beginnen außerdem ihre gemeinsame

Forschung mit dem Ziel, eine Lithium-Luft-Batterie zu entwickeln,

deren Energiedichte weit über der der aktuellen

Lithium-Ionen Batterien liegt.

Akio Toyoda, Präsident TMC, erklärte: „Seit der Unterzeichnung

unserer Absichtserklärung ist erst ein gutes


6 ISSN 1619-3350

Jahr vergangen, und wir machen jeden Tag weitere Fortschritte.

Bald werden wir die Früchte dieser Zusammenarbeit

ernten. Wir gewinnen aus unserer gemeinsamen

Entwicklung wichtige Erkenntnisse und arbeiten weiterhin

hart an unserem gemeinsamen Ziel: immer bessere

Autos zu bauen.“

Norbert Reithofer, Vorsitzender des Vorstands der

BMW AG: „Toyota und die BMW Group teilen mit Blick

auf die nachhaltige Mobilität der Zukunft die gleiche strategische

Vision. Die gesamte Automobilindustrie steht

angesichts des anstehenden technologischen Umbruchs

vor großen Herausforderungen, die wir zugleich auch als

Chance sehen. Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein,

um beide Unternehmen auch in Zukunft auf Erfolgskurs

zu halten.“

Flotter Dreier

Daimler AG, Ford Motor Company und Nissan Motor Co.

haben ein Abkommen getroffen, um die Kommerzialisierung

der Brennstoffzellenfahrzeugtechnologie weiter voranzutreiben.

Ziel der Zusammenarbeit ist es, gemeinschaftlich

ein Brennstoffzellensystem zu entwickeln und

dabei gleichzeitig die Entwicklungskosten zu senken. Alle

drei Partner werden entsprechend zu gleichen Teilen in

dieses Projekt investieren. Dank einer höchstmöglichen

Vereinheitlichung der Entwicklung sowie einem hohen

Produktionsvolumen und den damit verbundenen Skaleneffekten

ist der Weg für die Einführung des weltweit

ersten wettbewerbsfähigen Brennstoffzellenfahrzeugs im

Jahre 2017 geebnet.

Komponenten – eine wichtige Voraussetzung, um höhere

Skaleneffekte zu erreichen.

„Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle sind, ergänzend zu

heutigen batterieelektrischen Fahrzeugen, der nächste

logische Schritt für unsere Branche in Richtung nachhaltiger

Mobilität“, sagte Mitsuhiko Yamashita, Vorstandmitglied

und Executive Vice President von Nissan, verantwortlich

für den Bereich Forschung und Entwicklung. „Wir

blicken in eine Zukunft, in der wir – dank der Brennstoffzellenfahrzeuge

als Erweiterung des batterieelektrischen

Null-Emissions-Portfolios – auf vielerlei Kundenbedürfnisse

antworten können.“

Die Kooperation hat eine hohe Signalwirkung für Zulieferer,

Politik und Industrie im Hinblick auf den weiteren Ausbau

der weltweiten Wasserstoffinfrastruktur. Denn eine

ausreichende Zahl an Wasserstofftankstellen ist die notwendige

Voraussetzung, um mit Wasserstoff betriebene

Elektrofahrzeuge in großer Stückzahl auf den Markt zu

bringen.

An der Entwicklung des Brennstoffzellenstacks und -systems

wird gemeinsam von den drei Unternehmen an verschiedenen

Standorten weltweit gearbeitet. Gleichzeitig

prüfen die Partner die gemeinsame Entwicklung weiterer

Komponenten, um zusätzliche Synergieeffekte zu erzielen.

Die einzigartige Zusammenarbeit von drei Automobilherstellern

über drei Kontinente hinweg fördert international

die Festlegung von Spezifikationen und Standards für

„Wir sind davon überzeugt, dass Brennstoffzellenautos

eine zentrale Rolle in der emissionsfreien Mobilität der

Zukunft spielen. Dank des großen Engagements aller drei

Partner können wir Elektromobilität mit Wasserstoff auf

eine breitere Basis stellen. Das heißt konkret: Mit dieser

Kooperation machen wir die Technologie für viele Kunden

weltweit zugänglich“, sagte Prof. Thomas Weber, Mitglied

des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für

Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

„Durch diese Zusammenarbeit wird diese Technologie

noch schneller auf dem Markt für alle Kunden zu wettbewerbsfähigen

Preisen verfügbar sein“, sagte Raj Nair,

Group Vice President, Global Product Development, Ford.

„Wir werden alle von dieser Beziehung profitieren und das

gemeinsame Ergebnis wird besser sein als das jedes Einzelnen.“


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

7

v. l. n. r.: Raj Nair, Vizepräsident von Ford, Thomas Weber, Daimler-Vorstandsmitglied

und Mitsuhiko Yamashita, Vorstandsmitglied von Nissan Motor Co. (Foto: Daimler)

Die gemeinsame Technik solle als ein Antriebssystem

allen Partnern für ihre großen oder kleinen Wagen zur

Verfügung stehen. Die „großflächige Markteinführung“

sei für 2017 geplant. Bisher hatten die Schwaben ihre

kompakte B-Klasse mit Brennstoffzelle 2014 auf den Markt

bringen wollen – dieses Ziel eines „Zwischenschritts“ werde

nun übersprungen, sagte Weber. „Wir glauben, dieses

Zeitfenster 2017 ist das Datum, um mit vernünftigen

Stückzahlen anzutreten.“ Daimler nennt ein sechsstelliges

Volumen als anfängliche Plangröße für das Trio und das

Jahr 2017. Details etwa zur Aufteilung unter den drei Konzernen

oder Absatzzielen fehlen noch.

Es ist sehr bedeutsam, dass über Nissan jetzt auch ein

bedeutender französischer Konzern mit voller Kraft an

dem Thema arbeitet, nämlich Renault. Renault hat sich

bisher auf batterieelektrische Fahrzeuge konzentriert.

Das ist jetzt nicht mehr so. Daimler-Vorstandschef Dieter

Zetsche und der Renault-Nissan Vorstandsvorsitzende

Carlos Ghosn sehen in der Brennstoffzelle den Antrieb

der Zukunft für größere Pkw-Modelle. Wenige Tage

nach der Unterzeichnung des Abkommens erklärten beide

Automobilmanager beim CAR-Symposium in Bochum,

elektrisch angetriebene Autos mit Fuel-Cell-Technik

(Brennstoffzelle) seien besser für größere Fahrzeugklassen

ge eignet als rein batterie-elektrische Autos.

„Brennstoffzellenfahrzeuge sind besser für größere Autos

und Nutzfahrzeuge geeignet, batterieelektrische Systeme

dagegen sind gut für kleinere Fahrzeuge geeignet“, sagte

Ghosn. Die größte Herausforderung in der Brennstoffzellen-Technik

liege nicht mehr in der Technologie, sagte

Ghosn weiter. „Was wir jetzt brauchen, ist ein Durchbruch

bei den Kosten, um die Brennstoffzelle voranzubringen.“

Beide Spitzenmanager betonten ihre Überzeugung, dass

das Automobil noch eine große Entwicklung vor sich

habe. „Ich bin fundamental optimistisch in Bezug auf unsere

Industrie“, sagte Ghosn. Zetsche erklärte seinerseits,

dass der Weltautomobilmarkt bis zum Jahr 2020 um rund

50 % wachsen werde. „Das Automobil hat die beste Zeit

noch vor sich.“

(Daimler-Pressemitteilung vom 28. Januar 2013)


8 ISSN 1619-3350

Hyundai geht in Serie

Hyundai hat im Januar mit der Serienproduktion des ix35

FCEV begonnen. Obwohl dieser Schritt erst für 2014 angekündigt

war, hat der koreanische Automobilhersteller

bereits früher als geplant mit der Fertigung des Brennstoffzellenautos

begonnen.

leistenden Brennstoffzelle und einer Lithium-Polymer

Batterieeinheit mit einer Kapazität von 24 kWh ausgerüstet.

Mit den bis zu 5,6 kg Wasserstoff, die an Bord mitgeführt

werden können, hat der Hyundai ix35 FCEV eine

Reichweite von bis zu 588 km.

Der durchschnittliche Verbrauch

Bis 2015 wird Hyundai 1.000

liegt bei 0,96 kg/100 km. Die

Stück der Brennstoffzellenautos

Höchstgeschwindigkeit liegt bei

im Werk im koreanischen Ul-

160 km/h.

san fertigen. Ab 2015 sollen dann

jährlich bis zu 10.000 Einheiten

des Hyundai ix35 hergestellt werden.

Der ix35 ist mit einer 100 kW

Ob und wann das Brennstoffzellen-SUV

nach Europa kommt ist

noch offen.

Der ix35 FCEV (Foto: Hyundai)

Sauber und leise durch Davos

Zwei Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybridbusse mit

Brennstoffzellen-Technik fuhren vom 23. bis zum 27. Januar

2013 auf dem prestigeträchtigen Weltwirtschaftsforum

in Davos als Shuttle- und Linienbusse.

Beim 43. Jahrestreffen der gemeinnützigen Stiftung diskutierten

international führende Wirtschaftsexperten,

Politiker, Intellektuelle und Journalisten über die dringlichsten

Herausforderungen der Welt in Gesundheitsund

Umweltfragen. In diesem Kontext waren die Citaro

FuelCELL-Hybridbusse von

Mer cedes-Benz ein ideales

Transportmittel. Die Post-

Auto Schweiz AG stellte die

Fahrzeuge zur Beförderung

der Teilnehmer zur Verfügung.

CELL-Hybrid. PostAuto testet den Brennstoffzellenantrieb

im Langzeitversuch. Die Brennstoffzellenpostautos

fahren nur mit ökologisch nachhaltig produziertem Wasserstoff

als Treibstoff. PostAuto rechnet damit, während

der insgesamt fünfjährigen Versuchsphase 2.000 Tonnen

CO 2 einzusparen.

(Daimler-Pressemitteilung vom 23. Januar 2013)

Einer der beiden Busse vor dem Tagungsort (Foto: Daimler)

PostAuto setzt als erstes

Bus unternehmen in der

Schweiz die Brennstoffzellentechnologie

im öffentlichen

Verkehr ein. Seit Ende

2011 fahren auf PostAuto-

Linien in und um Brugg (Kanton

Aargau) fünf Brennstoffzellenpostautos

des Typs

Mercedes-Benz Citaro Fuel


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

9

Saubermann

Die Nilfisk-Advance Gruppe, die auf dem Gebiet professioneller

Reinigung tätig ist, hat ihr erstes mit einer Brennstoffzelle

angetriebenes Kehrmobil vorgestellt. Immer

mehr industrielle Kunden verlangen alternativ angetriebene,

aber kostengünstige Lösungen. Das mit Wasserstoff

angetriebene Fahrzeug bietet die Vorteile, die man

auch von Gabelstaplern kennt: Die Betankung ist einfach

und geht schnell, und so geht nicht viel Zeit für das Tanken

drauf, die das Gerät nicht arbeiten kann.

(Nilfisk-Pressemitteilung vom 22. Januar 2013)

Saubermachen ohne dabei Dreck zu machen

(Foto: Nilfisk Advance)

Materialtransport auf die stille Art

Immer mehr Unternehmen, besonders in Nordamerika,

entdecken die Brennstoffzelle als Antrieb für Gabelstapler

und ähnliche Fahrzeuge im internen Betrieb. 85 % solcher

Antriebe in Nordamerika werden von Plug Power

geliefert, und die Zellen liefert Ballard. Zu den Neukunden

des Jahres 2012 gehörten das Daimler-Werk in Tuscaloosa

(Alabama) und Stihl in Norfolk (Virginia). Zu den

Stammkunden gehört BMW. Die Münchner hatten schon

2010 86 Systeme für ihr Werk in Spartanburg (South Carolina)

beschafft und orderten jetzt weitere Systeme, um

die gesamte Flotte von mehr als 400 Fahrzeugen umzurüsten.

Procter & Gamble stockt seinen Bestand auf 340 auf,

Sysco auf über 600. Walmart Canada hat die 95 Fahrzeuge

eines Werks in Balzac (Alberta) umgerüstet und erwartet

über sieben Jahre eine Einsparung in Höhe von 1,1 M$ im

Vergleich zu Batteriesystemen. Demzufolge wurden 500

weitere Systeme für drei andere Standorte bestellt.

So langsam sprechen sich diese Vorteile auch außerhalb

Nordamerikas herum. Dieses Jahr will auch IKEA in Südfrankreich

auf solche Antriebe umsteigen.

(Ballard-Pressemitteilung vom 15. Januar 2013)

Alles aus einer Hand

Am 22. Juni 2012 schloss unser Mitglied ITM Power Plc

mit der texanischen Firma Infintium Fuel Cell Systems Inc.

ein Abkommen über die exklusive Vermarktung des

Brenn stoffzellensystems der letzteren in Europa. Das System

ist vor allem für Gabelstapler und ähnliche Fahrzeuge

gedacht. Dies ist der Markt, in dem die Verwendung von

Brennstoffzellen am stärksten wächst. Das Abkommen

sah vor, dass sich IFCS mit Unterstützung von ITM Power

um die CE-Zertifizierung seines Systems bemühen sollte.

Wie im Januar mitgeteilt wurde, ist dieses Ziel erreicht

worden. ITM kann jetzt seinen Kunden in der gesamten

EU ein integriertes System aus Erzeugung, Abfüllstation

und Brennstoffzelle anbieten. Es soll auf der Hannover

Messe zum ersten Mal gezeigt werden.

(ITM Power-Pressemitteilung vom 31. Januar 2013)


10 ISSN 1619-3350

Kooperation zwischen Ballard und Volkswagen

Ballard Power Systems und Volkswagen haben eine Vereinbarung

über groß angelegte technische Dienste geschlossen,

die dem Zweck dient, die Entwicklung von

Brennstoffzellen für Demonstrationsfahrzeuge von Volkswagen

voranzutreiben. Der Vertrag hat eine Laufzeit von

vier Jahren, eine Verlängerung um zwei Jahre ist möglich.

Der finanzielle Umfang beträgt 45 bis 75 M€.

Die Arbeit wird auch Entwurf und Fertigung einer Brennstoffzelle

der nächsten Generation für die Demonstrationsfahrzeuge

unter dem Namen HyMotion umfassen.

Ballard wird sich dabei um kritische Gebiete der Brennstoffzellenentwicklung

kümmern, darunter die Membran-

Elektroden-Einheit (MEA), Platten und andere Stackkomponenten

sowie Prüfung und Integration.

(Ballard-Pressemitteilung vom 6. März 2013)

Stationäre Anwendungen

Positive Entwicklungen bei Notstromversorgungen

Ballard hat in seine Bücher geschaut und sieht positive

Zeichen für die Entwicklung des Marktes für Notstromversorgungen

auf Basis einer Brennstoffzelle. Vom 1. Dezember

2012 bis zum 10. Januar 2013 alleine gingen in

Vancouver Bestellungen für mehr als 400 solcher Systeme

ein, die von Ballard unter dem Typennamen Electra-

Gen vertrieben werden, und zwar von Unternehmen aus

der Telekommunikationsbranche aus Afrika und Asien.

Gern genommen wird dabei die mit Methanol betriebene

Variante, die Ballard seit der Übernahme der Technologie

von IdaTech im Programm hat. Bisher sind mehr als

2.000 solcher Systeme an Telekomunternehmen in aller

Welt geliefert worden.

(Ballard-Pressemitteilung vom 10. Januar 2013)

UTC Power verkauft

ClearEdge Power, ein amerikanischer Hersteller kleiner

stationärer Brennstoffzellen, hat die Firma UTC Power erworben,

über deren anstehenden Verkauf hier schon berichtet

worden war (Nr. 5/12). UTC Power, bisher ein Teil

von United Technologies Corp., ist seit Jahrzehnten ein

führendes Unternehmen auf dem Gebiet. ClearEdge erhofft

sich von dem Kauf eine Stärkung seiner Position in

der Branche, besonders angesichts sehr optimistischer

Erwartungen für deren weitere Entwicklung.

(ClearEdge-Pressemitteilung vom 12. Februar 2013)

Telefonversorger greifen zu Brennstoffzellen

Die Heliocentris Energy Solutions AG hat ihren Umsatz

nach vorläufigen, untestierten Zahlen um mehr als das

Doppelte von 3,3 M€ 2011 auf 7,5 M€ 2012 gesteigert.

Dies stellt eine Zunahme von 127 % gegenüber dem Vorjahr

dar. Das Telekommunikationsgeschäft konnte von

0,3 M€ (2011) auf 4,9 M€ 2012 vervielfacht werden, was

den erfolgreichen Einstieg in den Telekommunikationsmarkt

und das darin liegende Skalierungspotential für

Heliocentris belegt.

Für 2013 erwartet der Vorstand eine Fortsetzung der starken

Skalierung des Industriegeschäftes und damit erneut

eine signifikante Umsatzsteigerung.

„Wir freuen uns sehr, mit den rund 5 Mio. Euro Umsatz

im Industriebereich in 2012 die ersten Erfolge der Neuausrichtung

und Fokussierung unseres Industriegeschäftes

auf Energieeffizienz- und Überwachungslösungen für

Mobilfunkanlagen erreicht zu haben“, sagte Ayad Abul-

Ella, Vorstandsvorsitzender der Heliocentris AG. „Die Zufriedenheit

unserer ersten Kunden mit der Kosten- und


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

11

CO 2 -Ausstoßreduktion, welche mit Hilfe unserer Lösungen

erreicht werden, ist die Basis für das weiterhin signifikante

Wachstum unseres Industriegeschäftes, welches

wir in 2013 erwarten. Denn sowohl Folgeaufträge von Bestandskunden

als auch die Gewinnung mehrerer Neukunden

in unseren Zielmärkten wurden dadurch möglich. So

blicken wir voller Zuversicht in das Jahr 2013 und freuen

uns darauf, die begonnene Skalierung mit Nachdruck

fortzusetzen.“

(Heliocentris-Pressemitteilung vom 29. Januar 2013)

Passend dazu wurde Ende Februar mitgeteilt, dass die

mosambikanische Partnerfirma Telesite Management Limitada

von Mosambican Cellular den ersten Folgeauftrag

über mehr als 50 Heliocentris Energiemanagement Systeme

erhalten hat. Eine Ausdehnung des Auftrages um weitere

90 Systeme wird in Kürze erwartet.

(Heliocentris-Pressemitteilung vom 27. Februar 2013)

Korrektur

In unserer Meldung „Aus den Katakomben des Umweltministeriums“

in der letzten Nummer hieß es, eine Brennstoffzelle

arbeite dort seit November 2011. Das wäre

keine große Neuigkeit gewesen – gemeint war 2012.

Wir bitten um Entschuldigung.

Portable Anwendungen

Adlerauge mit Brennstoffzelle

Die Brennstoffzelle ist eine außerordentlich umweltfreundliche

Energietechnik. Das kommt auch den Seeadlern

zu Gute. Die mobilen EFOY Pro Stromerzeuger

von SFC Energy AG haben im vergangenen Sommer die

ungestörte Videobeobachtung der Brut eines Seeadlerpaars

ermöglicht. Die britische Vogelschutzorganisation

The Royal Society for the Protection of Birds (RSPB) hatte

sich für die Brennstoffzelle entschieden, weil sie den

längsten benutzerfreien Betrieb bei geringster Auffälligkeit

und Größe bot und damit die kleinstmögliche Störung

der gefährdeten und streng geschützten Vögel in der Brutphase

sicherstellte.

In den 70er Jahren startete in Schottland ein Programm

zur Wiedereinführung einer autarken Seeadler-Population.

Die beiden Organisationen Scottish Natural Heritage

(SNH) und RSPB brachten in drei Phasen bis 2012 Seeadlerküken

aus Norwegen zuerst nach Westschottland

und später auch nach Ostschottland. Inzwischen vermehrt

sich die Population stetig und bietet nun auch der

Bevölkerung vor Ort zahlreiche Möglichkeiten der Beobachtung

dieser seltenen Vögel.

Zur Beobachtung der Kükenaufzucht vom Ei bis zum Flüggewerden

hat RSPB in Zusammenarbeit mit Partnern vor

Ort, dem National Trust for Scotland (NTS) und dem SNH

eine Kamera auf Shieldaig Island in Wester Ross, Schottland,

in der Nähe eines Seeadlernests installiert. Die

schwer zugängliche Stelle auf einer Insel erforderte eine

leise, bedienungsfreie und zugleich umweltfreundliche

Stromversorgung, die nicht nur in jedem Wetter und jeder

Temperatur absolut zuverlässig arbeiten musste, sondern

auch von der Zentrale aus gesteuert und bedient werden

konnte. Man wählte die Brennstoffzelle aufgrund der langen

bedienerfreien Intervalle, der geringen Größe und des

absolut geruch- und geräuschfreien Betriebs aus. Weil der

Betriebsstoff Methanol zudem komplett biologisch abbaubar

ist und die Brennstoffzelle keinerlei schädlichen

Abgase produziert, war auch der RSPB von der Umweltfreundlichkeit

der Lösung begeistert.

Die Brennstoffzelle erweist sich als optimal für den Betrieb

anspruchsvoller Forschungs- und Überwachungssysteme,

wo lange bedienerfreie Autarkie und leiser, geruchloser,

abgasfreier Betrieb genauso wichtig sind wie

eine zuverlässige Rund-um-die-Uhr-Stromversorgung.

(Pressemitteilung von SFC Energy vom 13. Dezember 2012)


12 ISSN 1619-3350

Infrastruktur

Infrastruktur in Kalifornien

Kalifornien will bis Ende 2015 68 Wasserstoff-Tankstellen

bauen, um den Bedarf der 2015 auf den Markt kommenden

Fahrzeuge zu decken. So steht es im 2013 Zero Emissions

Vehicle (ZEV) Action Plan, den das Büro von Gouverneur

Jerry Brown Anfang Februar veröffentlichte. Für den

Start des ganz und gar kommerziellen Betriebs ist nach

dem Dokument eine Anzahl von etwa 100 Stationen nötig.

Der Plan beschreibt den Weg zu dem Ziel von 1,5 Millionen

Null-Emissions-Fahrzeugen, darunter neben Brennstoffzellenautos

auch Fahrzeuge mit reinem Batterieantrieb

oder plug in-Hybride. Außer den PKW geht es auch

um LKW und Busse.

(Hydrogen and Fuel Cell Letter, 11. Februar 2013)

Neues aus der Forschung

Wasserstoff aus Methanol

Methanol ist ein ausgezeichneter Wasserstoff-Speicher.

Wenn es nur nicht so ein Aufwand wäre, den Wasserstoff

wieder herauszukriegen. Der dazu erforderliche Reformer

ist teuer, schwer, frisst Energie und pflegt kaputt zu gehen.

Aber vielleicht geht es viel einfacher. Rostocker Wissenschaftler

vom Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT Rostock)

haben gemeinsam mit italienischen Forschern aus

Sassari ein neues System der Wasserstoffgewinnung

aus Methanol vorgestellt. Das neue System arbeitet unter

Zuhilfe nahme eines Rutheniumkomplexes mit einem

so genannten phosphorhaltigen Ligand, dem Spuren

von Lauge zugesetzt werden. Während bisherige Systeme

für diesen Prozess, der oft auch einfach als Methanolreforming

bezeichnet wird, Temperaturen von über 200 °C

und Drücke über 25 bar benötigen, liefert das Ru-System

schon bei Normaldruck und Temperaturen zwischen

65–95 °C die besten Ergebnisse. Bei diesen Temperaturen

können pro Stunde zirka 4.700 Moleküle Methanol

vollständig umgewandelt werden. Ein weiterer Vorteil

des neuen Systems zeigt sich beim Einsatz des erzeugten

Wasserstoffs in einer Brennstoffzelle. Während bei

den bisherigen Systemen immer wieder Spuren von Kohlenmonoxid

– einem Brennstoffzellengift – gefunden werden,

liegt bei der Anwendung des neuen Ru-Systems der

detektierbare Anteil von CO bei unter 10 ppm (parts per

million). Das stellt eine Größenordnung dar, die für den

Einsatz in der Brennstoffzellentechnik keinerlei Probleme

aufweist. Generell hat das Methanolreforming aber einen

Nachteil: neben drei Molekülen des gewünschten Wasserstoffs

entsteht auch ein Molekül Kohlendioxid. Wird das

CO 2 aber unter Verwendung von regenerativem H 2 wiederum

für die Herstellung von Methanol verwendet, resultiert

ein CO 2 -neutraler Prozess.

Seit mehreren Jahren beschäftigen sich die Wissenschaftler

am Leibniz-Institut für Katalyse in Rostock mit

der Wasserstofferzeugung und -speicherung. Mit ihrem

neuen katalytischen Ru-System des Methanolreformings

zeigen die Wissenschaftler einen Weg auf, wie Wasserstoff

sehr umweltschonend und einfach erzeugt werden

kann. „Eine Umwandlung von Methanol, in Wasserstoff

bei moderaten Bedingungen, weist die Möglichkeit auf,

den Wasserstoff ganz direkt am Ort des Verbrauchs zu

erzeugen. So kann die aufwendige und nicht ungefährliche

Speicherung des gasförmigen Wasserstoffs umgangen

werden“, erläutert Prof. Matthias Beller vom

Leibniz-Institut für Katalyse. Durch sehr spezielle spektroskopische

Untersuchungen konnte der genaue mechanistischen

Ablauf des neuartigen Systems überzeugend

aufzeigt werden

M. Nielsen, E. Alberico, W. Baumann, H.-J. Drexler, H. Junge, S. Gladiali,

M. Beller: „Low-temperature aqueous-phase methanol dehydrogenation

to hydrogen and carbon dioxide“, Nature 494 (2013) doi:10.1038/

nature11891


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

13

Nützliches Kohlendioxid

Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirt schaft

und Technologie untersucht das Forschungsprojekt

CO2RRECT Verfahren zur chemischen Speicherung von

Strom („Power to Gas“) und zur Nutzung von CO 2 . An der

Initiative sind neben zahlreichen Forschungseinrichtungen

auch Bayer Technology Services, Bayer Material Science,

Siemens und RWE Power als Industriepartner beteiligt.

zur Herstellung weiterer Chemieprodukte wie Methanol

eingesetzt werden. Im Rahmen des Versuchsprogramms

wird mit realen Betriebsprofilen geprüft, wie die Schwankungen

aus regenerativen Quellen durch die Stromspeicherung

ausgeglichen werden können. Einen Schwerpunkt

legen die Forscher darauf zu untersuchen, wie sich

die häufigen Laständerungen auf die Funktionsweise des

Elektrolyse-Systems und der erzeugten Wasserstoffqualität

Ein Teil des Projekts beschäftigt sich mit der praktischen

Erprobung der PEM-Elektrolyse unseres Neu-Mitglieds auswirken.

(RWE-Pressemitteilung vom 4. Januar 2013)

Siemens im industriellen Maßstab.

Aktuell wird das System am

RWE-Kraftwerksstandort Niederaußem

im Innovationszentrum

Kohle aufgebaut. Die Elektrolyse

befindet sich in einem handelsüblichen

Container und soll bis Oktober

2013 getestet werden. Ein Teil

des Wasserstoffs kann dazu verwendet

werden, um mit CO 2 aus

dem Kraftwerksrauchgas in der

benachbarten neuen Katalysator-

Testanlage Methan herzustellen.

Damit wird ein weiterer wesentlicher

Schritt der Prozesskette unter

realen Bedingungen erprobt.

Alternativ kann der Wasserstoff

Der Elektrolyseur in seinem Container (Foto: Siemens-Pressebild)

Nächster Schritt am ZSW

Chemische Speicherung von Strom ist ein Thema, mit

dem sich unser Mitglied ZSW (Zentrum für Sonnenenergie-

und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg)

schon lange beschäftigt. Die Versuchsanlagen wurden

dabei von Schritt zu Schritt größer. In der letzten Nummer

berichteten wir über den Start einer 250 kW-Anlage.

Nun betritt man den MW-Bereich. Zusammen mit den

Projektpartnern SolarFuel und ENERTRAG konstruiert

das ZSW ein Elektrolyse-System für die kommende

Power-to-Gas(P2G)-Anlagen-Generation. Eine neuartige

Elektrolyse-Technik soll künftigen Anlagen den Weg in

eine größere Leistungsklasse ebnen. Das ZSW koordiniert

die Entwicklungsarbeiten an einer 300 kW-Elektro lyse

mit einem Zellstapel, dessen Leistung bei entsprechender

Vergrößerung auf mehr als 1 MW steigerbar ist. Dieser

so genannte Kurz-Stack setzt sich aus etwa 70 Zellen

zusammen, die über vergrößerte Flächen und eine erhöhte

Gasleistung verfügen. Dadurch kann der Elektrolyse-Prototyp

kompakter gebaut werden als seine Vorgänger. Zahlreiche

weitere technische Neuerungen werden erprobt,

darunter eine 1-MW-Gleichrichteranlage, eine innovative

Elektrodenbeschichtung sowie ein modularer Aufbau der

Gesamtanlage. Zugleich wollen die Projektpartner aufzeigen,

wie sich die Kosten für derartige Elektrolyseure

senken lassen.


14 ISSN 1619-3350

„Durch die technische Weiterentwicklung unseres Elektrolyse-Systems

machen wir einen wesentlichen Schritt

hin zu einer kostengünstigen Wasserstofferzeugung für

das P2G-Verfahren“, erklärt Andreas Brinner, Elektrolyse-

Experte am ZSW. Mit den beiden Firmen SolarFuel und

ENERTRAG stünden kompetente und erfahrene Partner

für ein zukunftsweisendes Vorhaben zur Seite, so Brinner

weiter. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz

und Reaktorsicherheit (BMU) fördert das über drei Jahre

laufende Projekt zur Weiterentwicklung der alkalischen

Druckelektrolyse mit insgesamt rund 3,3 M€.

(ZSW-Pressemitteilung vom 8. Januar 2013)

Offshore-Wind und Supraleitung – ein rasantes Gespann

Eine effiziente, robuste und kompakte Windkraftanlage

mit supraleitendem Generator von 10 MW Leistung entwickeln

Partner aus Industrie und Wissenschaft in dem

neuen EU-Projekt SUPRAPOWER. Dabei ermöglicht die

Supraleitung erhebliche Einsparungen an Energie und

Roh stoffen. Forscher am Institut für Technische Physik

(ITEP) des KIT bauen im Rahmen von SUPRAPOWER einen

rotierenden Kryostaten, der die supraleitenden Spulen

auf 20 K (= −253 °C) kühlt – eine entscheidende Bedingung

für den Stromfluss ohne Widerstand, denn bei

höheren Temperaturen ist die thermische Unordnung so

groß, dass die für die Supraleitung erforderlichen Wechselwirkungen

zwischen den Elektronen zerstört werden.

Generatoren mit Supraleitern erlauben es, die Leistung

auf 10 MW und höher zu steigern und zugleich die Größe

und das Gewicht wesentlich zu verringern. Außerdem benötigt

der Bau supraleitender Generatoren weniger als

ein Hundertstel der Menge an Seltenen Erden, die für

die Herstellung der derzeit häufig eingesetzten Permanentmagnet-Generatoren

erforderlich ist. Damit ermöglicht

die Supraleitung effiziente, robuste und kompakte

Windkraftanlagen bei reduzierten Bau-, Betriebs- und

Unterhaltskosten. In dem nun gestarteten, auf vier Jahre

angelegten Projekt arbeiten neun Partner aus Industrie

und Wissenschaft zusammen; die Koordination liegt

bei der Fundación Tecnalia Research & Innovation in Spanien.

Gemeinsam entwickeln die Partner eine Windkraftanlage

mit direkt angetriebenem supraleitendem Generator.

Der innovative Direktantrieb senkt die Transport- und

Wartungskosten zusätzlich und erhöht die Lebensdauer

der Turbine. Die Forscher am ITEP entwickeln einen rotierenden

und verlustarmen Kryostaten, in dem die supraleitenden

Spulen mit Gifford-McMahon-Kühlern durch

reine Wärmeleitung auf 20 Kelvin gekühlt werden.

(RWE-Pressemitteilung vom 4. Januar 2013)

Silizium + Wasser = Wasserstoff

Forscher an der Universität Buffalo (New York, USA) haben

gezeigt, dass Silizium-Nanopartikel mit Wasser reagieren

und spontan Wasserstoff erzeugen, ohne dass sie

durch UV-Strahlung, Wärme oder Strom dazu angeregt

werden müssen. Sie verwendeten dazu kugelförmige Teilchen

mit 10 nm Durchmesser. Im Prinzip funktioniert es

sogar mit herkömmlichem Silizium, aber 1.000-mal langsamer,

und bei Teilchen von 100 nm Durchmesser 150-mal

langsamer. Aber mit 10 nm entstand genug und hinreichend

reiner Wasserstoff, um über eine Brennstoffzelle

einen Ventilator zu betreiben.

Der Haken an der Sache ist allerdings, dass die Herstellung

der Si-Teilchen zunächst eine ganze Menge Energie

erfordert, deutlich mehr als dann im Wasserstoff steckt.

Daher könnte die Sache zunächst einmal eher für Luxuscamper

oder gesellschaftliche Randgruppen wie das Militär

interessant werden.

F. Erogbogbo, T. Lin, P. M. Tucciarone, K. M. LaJoie, L. Lai, G. D. Patki,

P. N. Prasad, M. T. Swihart: „On-Demand Hydrogen Generation using

Nanosilicon: Splitting Water without Light, Heat, or Electricity“, Nano

Lett. 13 (2013) 451-6


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

15

Wie groß ist ein Proton?

Ach ja, das wollten wir doch schon immer mal wissen …

Aber für die Physik ist diese Frage von großer Bedeutung.

Vor drei Jahren sorgten Messungen für großes Aufsehen:

Untersuchungen an exotischem Wasserstoff, bei dem statt

eines Elektrons ein negativ geladenes Myon den Atomkern

umkreist, lieferten einen signifikant kleineren Wert

für den Protonenradius (genauer: Ladungsradius) als die

bis dahin erfolgten Messungen an natürlichem Wasserstoff

oder der Elektron-Proton-Streuung. Eine neue Messung

des selben Teams bestätigt nun einerseits diesen

Wert für den Ladungsradius und ermöglicht andererseits

erstmalig die Bestimmung des magnetischen Radius des

Protons mittels Laserspektroskopie an myonischem Wasserstoff.

Die Experimente wurden am Paul Scherrer Institut

(PSI) im schweizerischen Villigen durchgeführt, das als

einziges Forschungszentrum weltweit ausreichend viele

Myonen für solche Untersuchungen erzeugt. Beteiligt waren

unter anderem Forscher vom Max-Planck-Institut für

Quantenoptik (MPQ) in Garching bei München, die Eidgenössische

Technische Hochschule (ETH) Zürich, die Universität

Freiburg (Schweiz), das Institut für Strahlwerkzeuge

(IFSW) der Universität Stuttgart, sowie von Dausinger &

Giesen GmbH, Stuttgart. Die Ergebnisse fachen erneut die

Debatte darüber an, ob die beobachteten Diskrepanzen

eine konservative Erklärung finden werden, weil sie etwa

auf mangelndes Verständnis der in allen Messungen auftretenden

systematischen Fehler zurückgehen, oder ob

am Ende doch „neue Physik“ dahinter steckt.

In dem neuen Experiment konnten die Wissenschaftler zum

einen erneut den elektrischen Protonenradius ermitteln.

Der Wert von 0.84087(39) Femtometern (1 fm = 10 -15 m)

ist in Übereinstimmung mit dem 2010 veröffentlichten

(0,84184 fm), jedoch noch 1,7-mal genauer. Die Diskrepanz

zu den Messungen im normalen Wasserstoff bzw. zur Elektron-Proton-Streuung

hat also an Gewicht gewonnen.

Die neue Messung erlaubt zudem nun erstmals die Bestimmung

des magnetischen Radius des Protons aus der

Laserspektroskopie an myonischem Wasserstoff. Der so

bestimmte Wert von 0.87(6) Femtometern stimmt gut mit

den bisherigen Werten überein. Auch wenn die Genauigkeit

derzeit nicht besser ist als die der bisherigen Messungen,

birgt die Laserspektroskopie von myonischem

Wasserstoff das Potenzial, die Messgenauigkeit für den

magnetischen Radius in Zukunft deutlich zu steigern.

Den Ursachen des Proton-Rätsels auf den Grund zu gehen

ist weltweit Motivation für vielseitige Untersuchungen.

Einerseits werden die alten Messungen im Wasserstoff

und in der Elektronenstreuung neu analysiert oder

wiederholt. Zum andern beteiligen sich Theoretiker vieler

Fachrichtungen intensiv an der Suche nach der Lösung.

Äußerst spannende Vorschläge versuchen, die beobachtete

Diskrepanz durch Physik jenseits des Standardmodells

zu erklären. Aber es könnte auch sein, dass das

Proton eine viel komplexere Struktur hat als bisher angenommen,

die jedoch erst unter dem Einfluss des schweren

Myons deutlich wird. Um diesen Effekt abzuklären,

sind weitere Messungen notwendig. So sind bereits Experimente

zur Myon-Proton-Streuung am PSI in Planung.

Am Elektronenbeschleuniger in Mainz sind neue Präzisionsmessungen

im Gespräch. Und die Spektroskopie

myonischer Atome wird vorangetrieben: so wird dieses

Jahr erstmalig auch myonisches Helium spektroskopisch

vermessen – von derselben Forschergruppe, wiederum

am PSI.

A. Antognini, F. Nez, K. Schuhmann, F. D. Amaro, F Biraben,

J. M. R. Cardoso, D. S. Covita, A. Dax, S. Dhawan, M. Diepold,

L. M. P. Fernandes, A. Giesen, A. L. Gouvea, T. Graf, T. W. Hänsch,

P. Indelicato, L. Julien, Ch. Kao, P. Knowles, F. Kottmann, E. Le Bigot,

Y. Liu, J. A. M. Lopes, L. Ludhova, C. M. B. Monteiro, F. Mulhauser,

T. Nebel, P. Rabinowitz, J. M. F. dos Santos, L. A. Schaller, C. Schwob,

D. Taqqu, J. F. C. A. Veloso, J. Vogelsang, R. Pohl: „Proton Structure

from the Measurement of 2S-2P Transition Frequencies of Muonic

Hydrogen“, Science 339 (2013) 417-20.


16 ISSN 1619-3350

Wasserstoff in Dunkeln

Dass Einzeller wie etwa Grünalgen Wasserstoff produzieren

können, weiß man schon lange. Allerdings tun sie das

normalerweise nicht, sondern nur unter Stress; die Abgabe

des energiereichen Gases dient sozusagen als Überlaufventil,

damit überschüssige Lichtenergie nicht den

empfindlichen Photosyntheseapparat schädigt. Die einzellige

Grünalge Chlamydomonas kann aber nicht nur

mittels Sonnenenergie Wasserstoff produzieren, sondern

auch im Dunkeln. Wie sie das macht, war bisher kaum untersucht.

Biologen der Ruhr-Universität Bochum haben

jetzt auch in dieses Dunkel Licht gebracht.

Sie produzierten zunächst die beteiligten Enzyme gentechnisch

und stellten dann den Prozess im Reagenzglas

nach. Dabei fanden sie heraus, dass die Algen bei Stress

im Dunkeln auf einen Stoffwechselweg umschalten, der

sich sonst nur in Bakterien oder einzelligen Parasiten findet.

Chlamydomonas besitzt ein bestimmtes Enzym: mit

Hilfe von Vitamin B1 und Eisenatomen gewinnt es Energie

aus dem Abbau von Zuckern. Diese Energie nutzen

dann andere Grünalgen-Enzyme, die Hydrogenasen, um

Wasserstoff zu bilden. Die Einzeller schalten den Stoffwechselweg

ein, wenn sie im Dunkeln plötzlich in sauerstofffreie

Bedingungen geraten. Denn wie Menschen

brauchen die Grünalgen Sauerstoff zum Atmen, wenn sie

ihre Energie nicht aus dem Sonnenlicht schöpfen können.

Die Wasserstoffbildung im Dunkeln hilft den Zellen, diese

Stressbedingung zu überleben. Diese Erkenntnisse könnten

in Zukunft helfen, auch die biotechnologisch relevante

lichtabhängige H 2 -Bildungsrate zu erhöhen.

J. Noth, D. Krawietz, A. Hemschemeier, T. Happe: „Pyruvate:ferredoxin

oxidoreductase is coupled to light-independent hydrogen production

in Chlamydomonas reinhardtii“, Journal of Biological Chemistry, doi:

10.1074/jbc.M112.429985

Deutsch-kanadische Partnerschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft und die University of British

Columbia werden künftig gemeinsam nachhaltige Konzepte

für die Energiegewinnung und -versorgung der Zukunft

entwickeln. Am 21. Dezember 2012 wurde der Kooperationsvertrag

unterzeichnet. Neben dem ISE in Freiburg sind

auch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und

Energietechnik UMSICHT in Oberhausen sowie das Fraunhofer-Institut

für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik

IWU in Chemnitz an der Forschungskooperation beteiligt.

Der Forschungspartner auf kanadischer Seite ist das

Clean Energy Research Centre der UBC. Fraunhofer und

die kanadische Universität fördern das auf mehrere Jahre

ausgelegte Projekt mit insgesamt rund 4 M€.

Gemeinsam mit den kanadischen Partnern werden die

Fraunhofer-Forscher beispielsweise untersuchen, wie

sich elektrische Energie, die von Windparks oder Solaranlagen

produziert wird, speichern lässt. Eine Möglichkeit

besteht darin, Wasserstoff zu erzeugen. In einem der

Kooperationsprojekte wollen die Wissenschaftler und

Ingenieure jetzt untersuchen, wie sich Wirkungsgrad und

Leistungsfähigkeit durch neuartige Elektroden und Zellkonzepte

in Elektrolyseuren verbessern lassen. Ein zusätzliches

Teilprojekt untersucht das Recycling des in der Produktion

von Solarzellen verwendeten Wasserstoffs. Will

man die im Wasserstoff gespeicherte Energie zurückgewinnen,

um zum Beispiel einen Motor anzutreiben, benötigt

man Brennstoffzellen. Diese wollen die Forscher noch

leistungsfähiger und zuverlässiger machen. Die Spezialisten

vom ISE haben zusammen mit ihren Kollegen von der

UBC bereits eine weltweit einzigartige Methode zur ortsaufgelösten

Charakterisierung von Brennstoffzellen entwickelt.

Damit lassen sich die in den Zellen stattfindenden

Prozesse genau untersuchen, was wiederum eine Ableitung

des Optimierungspotenzials für die jeweiligen Zellen

ermöglicht.

Ein weiterer Schwerpunkt der Kooperation ist die effiziente

Umwandlung von Biomasse: Bei der Vergasung von

Holz und Holzabfällen soll der Teergehalt im entstehenden

Produktgas durch neue Reinigungsmethoden kontrolliert

und signifikant reduziert werden. Das erzeugte Gas kann

dann direkt den Verbrennungsanlagen zur kombinierten

Erzeugung von Wärme und Energie zugeführt werden.

(Pressemitteilung der Fraunhofergesellschaft vom 15. Januar 2013)


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

17

Energie und Klima

Fracking in Deutschland?

Zwischen den am Thema Energie beteiligten Ressorts

der Bundesregierung gibt es Streit über mancherlei, auch

über „Fracking“. Darunter versteht man unkonventionelle

Gasförderung aus Schiefergasvorkommen unter der Erdoberfläche.

Die Vorkommen befinden sich unter anderem

in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Als „unkonventionell“

werden sie deswegen bezeichnet, weil das

Gas nicht auf einfachem Wege gefördert werden kann,

wie etwa durch das vertikale Anbohren von Gasansammlungen.

Stattdessen müssen mit einer Spezialtechnologie – dem

sogenannten Fracking – unterirdische Gesteinsschichten

gelockert werden, aus denen das Gas entweichen kann.

Dazu werden mit Chemikalien versetzte Flüssigkeiten unter

die Erdoberfläche gepumpt, um hohen Druck zu erzeugen.

Für das Fracking wird auch horizontal gebohrt,

um Gesteinsschichten in der Breite zu erschließen. Das

Wort Fracking setzt sich aus den Begriffen „hydraulic“ und

„fracturing“ zusammen und bedeutet zu deutsch so viel

wie „hydraulisches Aufbrechen“.

In den USA ist diese Technik schon weit verbreitet. Die Fördermengen

haben die Preise für Gas und auch Kohle kräftig

fallen lassen. Es gibt aber auch Kritik an den teil weise

noch gar nicht bekannten Umweltrisiken, die damit verbunden

sind. Teilweise sind in Fracking-Gebieten schon

brennbare Gase aus der Wasserleitung ausgetreten.

Von einem großtechnischen Einsatz sei derzeit abzusehen.

Gleichwohl solle die Technologie weiter untersucht

werden. Verboten werden soll Fracking in Trinkwasserschutzgebieten,

die 14 % der gesamten Fläche in Deutschland

ausmachten.

Ganz anders äußerte sich nun die Bundesanstalt für Geowissenschaften

und Rohstoffe (BGR). Wie am 3. Januar in

einem Bericht des Handelsblatts zu einem von der Bundesregierung

bis dato nicht veröffentlichten Gutachten

verlautete, sei nach Meinung der BGR und entgegen der

Darstellung des UBA ein „grundsätzlich umweltverträglicher

Einsatz“ der Technologie zur Gasförderung aus unkonventionellen

Vorkommen möglich. Die BGR-Experten

werfen dem Umweltbundesamt fahrlässige Prüfung vor:

Das UBA habe in seinem Gutachten irrtümlich Grundwasser

mit Trinkwasser gleichgesetzt. Beim Thema Fracking

jedoch gehe es nicht um Grundwasserschichten nahe der

Erdoberfläche, sondern um viel tiefere Schichten, zitierte

die Zeitung aus der Stellungnahme. Das oberflächennahe

Grundwasser für die Trinkwassergewinnung stehe mit tiefer

liegenden Gesteinsschichten mit Gasvorkommen aber

meistens nicht in Verbindung. Die im UBA-Gutachten unterstellte

Gefährdung von Grundwasser durch das Fracking

sei deswegen weit weniger relevant als dargestellt.

Außerdem hätten die Gutachter des UBA unzutreffende

Aussagen über mögliche Gefahren durch die Chemikalien

gemacht, die für das Fracking genutzt würden.

Das Umweltbundesamt hatte im September in einem

Gutachten vor den Gefahren des Fracking gewarnt. Das

Grundwasser sei gefährdet. Die UBA-Autoren kamen zu

dem Schluss, dass die Technologie insbesondere wegen

des Chemikalieneinsatzes und der Entsorgung des anfallenden

Abwassers erhebliche Risiken birgt. Ein Verbot

der Methode empfahlen sie nicht, allerdings solle die Förderung

von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten

strengen Umweltverträglichkeitsprüfungen unterliegen.

Anmerkung: Nun ja, das UBA ist eine Bundesoberbehörde

im Geschäftsbereich des Bundesumweltministers,

die BGR eine solche im Geschäftsbereich des

Bundeswirtschaftsministers. Die Meinungsverschiedenheiten

zwischen den Ministern in Energiefragen spiegeln

wohl auch fundamental unterschiedliche Ansätze und

Ziele der beiden Häuser.


18 ISSN 1619-3350

Temperaturrekord in den USA

Das vergangene Jahr war in den USA das wärmste seit

Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Temperaturen in

den Vereinigten Staaten hätten 1,83 °C über dem Durchschnitt

des 20. Jahrhunderts gelegen, teilte die Behörde

für Wetter und Ozeanographie NOAA am 8. Januar in Washington

mit. Alaska und Hawaii sind bei den Berechnungen

ausgenommen.

Die Behörde errechnete für 2012 ein Jahresmittel von

12,94 °C. Der Wert liegt deutlich über dem Durchschnittswert

von 11,11 Grad für das 20. Jahrhundert. Die Klimaaufzeichnungen

begannen im Jahr 1895.

Der drastische Anstieg ist laut NOAA-Klimaforscher Jake

Crouch überraschend. Vor allem der Unterschied gegenüber

dem bisherigen Rekordjahr 1998 um 0,55 °C sei ein

deutliches Zeichen für eine anhaltende Klimaerwärmung

in den USA. „Die Temperaturen steigen und sie werden in

den nächsten Jahren weitersteigen“, sagte Crouch.

Seltene Erden in Sachsen

Neuere Untersuchungen haben es bestätigt: unter Storkwitz,

einem Ortsteil der Stadt Delitzsch, gibt es das einzige

ernstzunehmende Vorkommen an Seltenen Erden

in Mitteleuropa, nämlich Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym,

Europium und Yttrium. Ein neues Gutachten zeigt,

dass es im oberen Teil der Lagerstätte insgesamt rund

20.100 t Seltenerd-Oxide geben dürfte. Außerdem seien

auch 4.000 t des Metalls Niob zu erwarten.

Das Gutachten bestätigt im wesentlichen Ergebnisse aus

der DDR-Zeit. In den Siebzigern und Achtzigern war in

Stork witz umfangreich gebohrt worden. Die Geologen

waren mehr oder weniger zufällig auf die Lagerstätte gestoßen.

Eigentlich hatten sie Uranerz finden wollen. Für

die Seltenen Erden interessierte sich damals niemand besonders.

Damals waren insgesamt 38.000 t Seltenerd-Oxide vorhergesagt

worden. Jetzt geht man von einer Ressource

von 4,4 Mt Erz aus – mit einem durchschnittlichen Seltenerd-Oxid-Gehalt

von 0,45 %. Es ist allerdings möglich,

dass die Lagerstätte auch in größeren als den bisher begutachteten

Tiefen weitergeht. Das heißt, das zwischen

600 und 1.200 m – oder gar mehr – weitere interessante

Rohstoffe zu finden sein könnten. Zu welchen Kosten sie

sich fördern ließen, ist eine andere Frage.

Aktuell kommen rund 97 % der auf der Welt geförderten

Seltenen Erden aus China. Auch deswegen erregen Projekte

wie das in Sachsen öffentliches Interesse, schließlich

hat der Rest der Welt Angst vor einer künstlichen Verknappung

des Angebots durch die Regierung in Peking.

(Der SPIEGEL online, 31. Januar 2013)

Wie man Windstrom ins System kriegt

Im Auftrag von NOW ist eine Studie zum Thema „Integration

von Wind-Wasserstoff-Systemen in das Energiesystem“

angefertigt worden. Erste Ergebnisse wurden am

28. Januar in Berlin vorgestellt.

Welche ‚überschüssigen‘ Mengen an Windenergie sind in

Deutschland bis 2030 tatsächlich zu erwarten? Wie kann

die Windenenergie technisch und wirtschaftlich sinnvoll

in Wasserstoff gewandelt und im großen Maßstab gespeichert

werden? Welche Mengen an Wasserstoff und Strom

können zu welchen Kosten für Verkehr und statio näre Energieversorgung

bereitgestellt werden? Welche Synergien

können für die Zusammenführung von Energiewirtschaft

und Verkehrsenergiewirtschaft nutzbar gemacht werden?

Die Studie beschäftigt sich unter allen möglichen Blickwinkeln

mit dem Prozess, Strom aus Windkraft durch Elektrolyse

in Wasserstoff umzuwandeln und diesen entweder als

solchen (Kraftstoff, Chemierohstoff) zu verwenden oder

wieder in Strom umzuwandeln. Auch die Speicherung in

unterirdischen Lagern spielt dabei eine Rolle. Die geologischen

Gegebenheiten, die das ermöglichen, sind nicht

überall im gleichen Maße vorhanden.


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

19

Die Studie wurde von der Nationalen Organisation Wasserstoff-

und Brennstoffzellentechnologie (NOW GmbH)

initiiert und von einem vom Ingenieurbüro PLANET GbR

geführten Konsortium erarbeitet. Die Fachhochschulen

Lübeck und Stralsund, das Fraunhofer-Institut für

System- und Innovationsforschung und die KBB Underground

Technologies GmbH waren beteiligt. Die starke

Expertise der Studienersteller wurde durch einen Beirat

acht namhafter Firmen der Energiewirtschaft und Automobilindustrie

weiter ausgebaut. Die fertige Studie soll

im Frühjahr veröffentlicht werden und wird dann sicherlich

eine wertvolle Planungsgrundlage liefern.

Herr Stolzenburg aus

Oldenburg präsentierte die

Ergebnisse der Studie

Prof. Hamelmann bei einem

kommentierenden Beitrag

(Fotos: DWV)

Politik

Brauchen wir ein Energieministerium?

In den USA gibt es ein Bundesenergieministerium (Department

of Energy – DoE). Vielen Konservativen ist es ein

Dorn im Auge, sie würden es gerne wieder abschaffen.

Aber die nächsten vier Jahre wird es uns mindestens erhalten

bleiben. Das DoE spielt mit seinem Brennstoffzellenprogramm

eine wichtige Rolle bei der staatlichen Unterstützung

des Fachgebiets in den USA.

In Deutschland sind die Kompetenzen nicht so klar verteilt.

Eigentlich ist für Energiepolitik das Wirtschaftsministerium

zuständig. Aber nur im Prinzip. Die Aufsicht über die

Kernkraftwerke liegt beim Umweltminister, der sich auch

um den Ausbau der erneuerbaren Energien kümmert. Um

die Netze, die deren Strom transportieren, kümmert sich

dann wieder der Wirtschaftsminister. Wenn sich Umweltund

Wirtschaftsminister dann noch so innig lieb haben

wie die Herren Altmaier und Rösler, kann es unter Umständen

schwierig werden. Nur bedingt hilfreich ist es,

wenn auch noch der Verkehrs- und der Forschungsminister

in der Suppe rühren, wenn es etwa um Wasserstoff

und Brennstoffzellen geht.

EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat Ende Dezember

eine alte Idee wieder aufgebracht – die Schaffung

eines eigenen Ministeriums für Energiefragen. „Die Kanzlerin

ist gut beraten, nach der Bundestagswahl die Kompetenzen

zu bündeln und ein Energieministerium einzurichten

– ganz gleich, mit wem sie regiert“, sagte Oettinger der

Welt am Sonntag. Schließlich gebe es Energieministerien

auch in vielen anderen EU-Ländern.

Befürworter dieser Idee gibt es eine Menge, quer durch

die Parteien. Skeptiker aber auch. Sie meinen, entscheidend

seien die Ergebnisse, nicht die Wege, auf denen man

zu ihnen gelangt.

Von der Bundeskanzlerin heißt es, sie würde den Gedanken

gar nicht schlecht finden. Sie hat schon entsprechende

Sympathien geäußert – sobald der Atomausstieg samt

Aufsichtspflichten für das Umweltministerium geschafft

sei. Das wäre frühestens 2022. Mit anderen Worten: auch

wenn sie im Herbst wiedergewählt wird, wird es in der

kommenden Wahlperiode ein BME wohl nicht geben.

(Süddeutsche Zeitung, 31. Dezember 2012)

Europäische Kommission will den Einstieg

Die Europäische Kommission hat am 24. Januar ein ehrgeiziges

Maßnahmenpaket zum Aufbau alternativer Tankstellen

in ganz Europa mit gemeinsamen Standards für

deren Gestaltung und Nutzung angekündigt. Bislang waren

die strategischen Initiativen größtenteils auf die Kraftstoffe

und Fahrzeuge gerichtet, und der Kraftstoffvertrieb

blieb unberücksichtigt. Außerdem waren die Bemühungen,

entsprechende Anreize zu schaffen, bisher unkoordiniert

und unzureichend.


20 ISSN 1619-3350

Umweltfreundlichen Kraftstoffen stehen laut einer Pressemitteilung

der Kommission vor allem drei Hindernisse

im Weg: die hohen Kosten der Fahrzeuge, eine geringe

Akzeptanz von Seiten der Verbraucher und der Mangel

an Ladestationen und Tankstellen. Dadurch entsteht ein

Teufelskreis. Tankstellen werden nicht gebaut, weil es

nicht genügend Fahrzeuge gibt. Fahrzeuge werden nicht

zu konkurrenzfähigen Preisen verkauft, weil die Nachfrage

nicht groß genug ist. Verbraucher kaufen die Fahrzeuge

nicht, weil sie teuer sind und es keine Tankstellen gibt.

Daher schlägt die Kommission ein Paket vor, das verbindliche

Zielvorgaben für die Mitgliedstaaten hinsichtlich einer

Mindestinfrastruktur für saubere Kraftstoffe, wie Elektrizität,

Wasserstoff und Erdgas (LNG und CNG), sowie gemeinsame

EU-weite Standards für die erforderliche Ausstattung

enthält.

Hierzu der für Verkehrsfragen zuständige Vizepräsident

der Europäischen Kommission Kallas: „Die Entwicklung

innovativer, alternativer Kraftstoffe bietet sich eindeutig

als Lösung an, um die Ressourceneffizienz der Wirtschaft

Europas zu verbessern, unsere übermäßige Abhängigkeit

vom Erdöl zu verringern und eine Verkehrsindustrie aufzubauen,

die den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen

ist. Nach den Plänen von China und der USA sollen

spätestens 2020 mehr als 6 Millionen Elektrofahrzeuge

im Straßenverkehr unterwegs sein. Dies ist eine enorme

Chance für Europa, sich auf einem rasch wachsenden globalen

Markt eine starke Position zu sichern.“

Das Vorschlagspaket „Saubere Energie für den Verkehr“

besteht aus einer Mitteilung über eine europäische Strategie

für alternative Kraftstoffe, einer Richtlinie zum Bereich

Infrastruktur und Normen sowie einem Begleitpapier über

einen Aktionsplan für die Entwicklung von Flüssigerdgas

(LNG) für die Schifffahrt.

Zum Thema Wasserstoff wird vorgeschlagen: Deutschland,

Italien und Dänemark verfügen bereits über eine

beträchtliche Anzahl von Wasserstoff-Tankstellen, auch

wenn einige davon nicht öffentlich zugänglich sind. Für

bestimmte Komponenten – wie Kraftstoffschläuche – müssen

noch gemeinsame Normen entwickelt werden. Gemäß

dem vorliegenden Vorschlag werden die bestehenden

Tank stellen zu einem Verbundnetz mit gemeinsamen Normen

zusammengeschlossen, um die Mobilität von Wasserstofffahrzeugen

zu gewährleisten. Dies gilt für die 14

Mitgliedstaaten, die derzeit ein Wasserstoffnetz haben.

Die Mitgliedstaaten werden auch ohne zwangsläufigen

Einsatz öffentlicher Mittel in der Lage sein, die genannten

Änderungen zu verwirklichen, indem sie Vorschriften auf

lokaler Ebene ändern, um Investitionen des Privatsektors

anzukurbeln und Verhaltensumstellungen herbeizuführen.

Eine EU-Förderung aus den TEN-V-Fonds sowie den

Kohäsions- und Strukturfonds ist bereits jetzt möglich.

Der Entwurf der „Richtlinie des Europäischen Parlaments

und des Rates über den Aufbau der Infrastruktur für alternative

Kraftstoffe“ ist bei der EU im Internet unter der

Nummer COM(2013) 18/2 abrufbar, die „Mitteilung der

Kommission an das Europäische Parlament, den Rat, den

Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und den

Ausschuss der Regionen“ unter COM(2013) 17 final.

Wechsel im DoE

US-Energieminister Steven Chu wird in Präsident Obamas

zweiter Amtszeit dieses Amt nicht mehr bekleiden. In einer

am 1. Februar bekannt gewordenen Mitteilung an die

Mitarbeiter seines Hauses teilte er mit, er wolle zu seiner

akademischen Tätigkeit in Kalifornien zurückkehren.

Als Nachfolger hat Obama dem Kongress Ernest Moniz

vorgeschlagen. Der Physiker Moniz arbeitet zur Zeit am

Massachusetts Institute of Technology als Leiter der MIT

Energy Initiative. Unter Präsident Clinton war er bereits

Staatssekretär im Energieministerium und ist Mitglied

der Beratergruppe des Präsidenten zu Wissenschaft und

Technologie. Moniz gilt als Befürworter von Erdgas als

Brückentechnologie, was gut für Wasserstoff sein könnte,

doch hat er sich bei Ökologen wegen seiner Unterstützung

des Fracking zur Förderung unbeliebt gemacht.


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

21

Südafrika sieht seine Chance

Südafrika ist der größte Platinförderer der Welt, und daher

von Natur aus eng mit dem Thema Brennstoffzelle verbunden.

Der Regierung ist die wachsende Bedeutung dieses

Gebietes nicht entgangen, und so laufen Projekte, nicht

nur das edle Metall zu exportieren, sondern es zu Hause

zu verarbeiten.

In einem der ersten Projekte haben Forscher an der University

of the Western Cape einen Golfwagen auf eine

Brennstoffzelle umgerüstet. Davon sind an der Uni eine

ganze Reihe im Einsatz – nicht für ihren eigentlichen

Zweck, sondern allgemein für den Transport von Personen

und Waren. Das Projekt passt gut zu den Bemühungen,

auf dem Universitätsgelände keine Treibhausgase

mehr zu erzeugen.

(Hydrogen Fuel News, 25. Februar 2013)

Der südafrikanische Bergbaukonzern Anglo American

Platinum Limited, einer der wichtigsten Platinproduzenten

des Landes, hat sich mit 4 M$ an Ballard Power Systems

beteiligt. Beide Unternehmen arbeiten an einem

Projekt zur Entwicklung einer für afrikanische Verhältnisse

geeigneten Brennstoffzelle für private Häuser.

(Ballard-Pressemitteilung vom 3. März 2013)

Nachlese

In Nr. 3/12 berichteten wir über die Neuauflage des Buchs

Tomorrow’s Energy von Peter Hoffmann, das einen außerordentlich

umfassenden Überblick über Geschichte und

Anwendungen von Wasserstoff für Energiezwecke bietet.

Wie im Januar bekannt wurde, hat die Zeitschrift Choice,

herausgegeben von der amerikanischen Association of

College and Research Libraries (gehört zur American

Library Association) diesen Titel für das Jahr 2012 für die

Rubrik Technik in die Liste der herausragenden akademischen

Publikationen aufgenommen. Damit werden Veröffentlichungen

gewürdigt, die sich sowohl durch inhaltliche

Qualität als auch durch das Interesse der Leser daran

auszeichnen. Das ist schon ziemlich bemerkenswert für

ein Buch, das eigentlich gar keine hochgelehrte Veröffentlichung

ist. Nüchterner Kommentar des Autors dazu: „Zumindest

für mich ist das Beste daran, dass mein Buch gar

kein akademisches Werk ist, sondern eine Handelsware,

ein Stück Journalismus; ziemlich gut für so einen Schreiberling.“

Personalien

Wolfgang Axthammer, seit 2008 Programmleiter

Spezielle Märkte bei der NOW GmbH, ist zum Geschäftsführer

des bundeseigenen Unternehmens berufen worden.

Er wird diese Position zusammen mit Klaus Bonhoff

wahrnehmen. Damit wird er Nachfolger von Kai Klinder,

der die NOW vor einem guten Jahr verlassen hatte.

Mitglieder

Eintritte

• Herr Raphael Winkler-Goldstein, Paris, am 14. Januar 2013

• Klar Folien GmbH, Dernbach, am 14. Januar 2013

• Siemens AG, Erlangen, am 1. Februar 2013


22 ISSN 1619-3350

Weiterbildung für Mitglieder

Kursive Termine sind neu. Nehmen Sie die Ermäßigungen für DWV-Mitglieder in Anspruch!

05.03.2013 Ulm

12.–14.03.2013 Ulm

20.03.2013 Hanau

16.–19.04.2013 Ulm

23.–25.04.2013 Ulm

20.06.2013 Ulm

03.07.2013 Ulm

08., 09.07.2013 Ulm

14.–16.10.2013 Ulm

16.–20.09.2013 Ulm

05.–07.11.2013 Ulm

14.11.2013 Ulm

12.12.2013 Ulm

Seminar: Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Sicherheit im Umgang mit Wasserstoff

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Materialinnovationen in der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie –

Workshop 2: Wasserstoffspeicherung

HA Hessen Agentur GmbH, Fr. Alina Stahlschmidt • Konradinerallee 19, 65189 Wiesbaden

Tel.: (0611) 95017-8959 • Mail: alina.stahlschmidt@hessen-agentur.de

Course: Fuel Cells and Hydrogen

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Elektromobilität

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Stationäre Brennstoffzellensysteme

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Batterien und Brennstoffzellen

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Elektromobilität

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Summer School on Energy Storage Technologies

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Sicherheit im Umgang mit Wasserstoff

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

Seminar: Stationäre Brennstoffzellensysteme

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

23

Andere Termine

Kursive Termine sind neu.

12.–13.03.2013

Freiburg

(Breisgau)

First International Workshop on Durability and Degradation Issues in

PEM Electrolysis Cells and its Components

Fraunhoferinstitut für Solare Energiesysteme • Web: http://pem-workshop.pse.de

08.–12.04.2013 Hannover

16.–18.04.2013 Karlsruhe

19. Gemeinschaftsstand „Wasserstoff und Brennstoffzellen“

im Rahmen der Hannover Messe

Tobias Renz FAIR • Hr. Tobias Renz • Thalkirchner Str. 81, Kontorhaus 2, No. 330, 81371 München

Tel.: (089) 7201 3840 • Fax: 38420 • Web: www.h2fc-fair.com/

5th International conference on Fundamentals & Development of Fuel Cells

Web: fdfc2013.eifer.org/

05.–10.05.2013

Providence

(Rhode Island,

USA)

7th International Seminar on Fire and Explosion Hazards

7th ISFEH Sekretariat • Fr. Jenny Chao • Tel.: +1 (781) 255 4981

Web: www.seeuthere.com/rsvp/invitation/invitation.asp?donotrefresh=1

24.05. 2013 Dresden

18. Ordentliche Mitgliederversammlung des DWV

Einzelheiten folgen später

03.–06.06.2013

Frankfurt

am Main

3rd International Conference on Energy Process Engineering 2013 (3rd ICEPE 2013)

ProcessNet • Theodor-Heuss-Allee 25, 60486 Frankfurt am Main

Tel.: (069) 7564-249 • Fax: -176 • Web: www.icepe2013.com

03.–07.06.2013 Ulm

6th International Conference on Polymer Batteries and Fuel Cells

Weiterbildungszentrum Brennstoffzelle Ulm • Fr. Manuela Egger • Helmholtzstr. 6, 89081 Ulm

Tel.: (0731) 1 75 89-21 • Fax: -10 • Web: www.wbzu.de

16.–19.06.2013

26.–28.06.2013

02.-05.07.2013

12.–15.07.2013

08.–13.09.2013

09.11.09.2013

25.–28.09.2013

Vancouver

(British Columbia,

Kanada)

Estoril

(Portugal)

Luzern

(Schweiz)

San Francisco

(Kalifornien,

USA)

Sevilla

(Spanien)

Brüssel

(Belgien)

Schanghai

(China)

International Hydrogen and Fuel Cells Conference

MCI Vancouver • Hydrogen + Fuel Cells 2013 • 200-1444 Alberni Street,Vancouver,

British Columbia V6G 2Z4 (Kanada) • Tel.: +1 (604) 688-9655 • Web: www.hfc2013.com/

Fourth Iberian Symposium on Hydrogen,

Fuel Cells and Advanced Batteries (HYCELTEC)

Laboratório Nacional de Energia e Geologia, I.P. • Fr. Carmen Mireya Rangel • Edif. C; Estrada do Paço do Lumiar,

22, 1649-038 Lisboa (Portugal) • Tel.: +351 (21) 092 4664 • Fax: 716 65 68 • Web: www.lneg.pt

4th European PEFC and H2 Forum

European Fuel Cell Forum • Obgardihalde 2, 6043 Luzern-Adligenswil (Schweiz)

Tel.: +41 (44) 586 5644 • Fax: 508 0622 • Web: www.efcf.com/

Hydrogen and Fuel Cells Conference 2013

Zing Conferences Ltd • Unit 3, The Bury, Stow-Cum-Quy, Cambridge CB25 9AQ (Großbritannien)

Tel.: +44 (1223) 750020 • Fax: 280270

Web: www.zingconferences.com/index.cfm?page=conference&intConferenceID=109&type=conference/

Euromat (mit Symposium „Hydrogen Storage)

Vibo Congresos • C/ Gonzalo Bilbao nº23 2ª planta, módulos 9-10. 41003 Sevilla (Spanien)

Tel.:+34 (95) 422 40 95 • Fax: 421 02 15 • Web: http://euromat2013.fems.eu/

5. International Conference on Hydrogen Safety

HySafe – International Association for Hydrogen Safety • Rue du Trone 98, 1050 Brüssel (Belgien)

Tel.: (02461) 61 36 93 • Web: www.hysafe.info

5th World Hydrogen Technology Convention

Web: www.whtc2013.com


Jahrgang 17, Nr. 2/13 (März/April)

25.–27.09.2013 Ingolstadt

Und dann war da noch...

30.09.–

02.10.2013

Stuttgart

Hausse in Eseln

5th International Conference on Sustainable Automotive Technologies

FH Ingolstadt • Prof. Dr.-Ing. Jörg Wellnitz • Esplanade 10, 85049 Ingolstadt

Tel.: (0841) 9348-221 • Fax: -99 369 • Web: www.icsat2013.com/

f-cell, Battery+Storage und e-mobil BW Technologietag

Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH • Fr. Lena Jauernig • Wankelstr. 1, 70563 Stuttgart

Tel.: (0711) 656960-56 • Fax: -99 • Web: www.f-cell.de/

13th International Symposium on Solid Oxide Fuel Cells (SOFC-XIII)

Cinowan

Tohoku University, Graduate School of Environmental Studies, Kawada Lab.

06.–11.10.2013 (Okinawa,

6-6-01 Aoba, Aramaki, Aoba-ku, Sendai 980-8579 (Japan) • Tel.: +81 (22) 795-6975 • Fax: -4067

Japan)

Gibt es denn wirklich keine Möglichkeit, Web: www.sofc-xiii.com/index.html

den steigenden Anmerkung: Im Vergleich dazu ist ja der Anstieg der

Kraftstoffpreisen zu entgehen? Anscheinend nicht; selbst Ölpreise noch als maßvoll und zurückhaltend zu betrachten.

Aber c/o ein South Esel Carolina hat auch Hydrogen deutlich and Fuel mehr Cell Alliance

2013 Fuel Cell Seminar & Energy Exposition

„zurück zur Natur“ Columbus kann einen Fuel vom Cell Seminar Regen & in Energy die Exposition Traufe Headquarters,

21.–24.10.2013

zu bieten. Das

(Ohio, USA) PO Box 12302, Columbia, SC 29211 (USA) • Tel.: +1 (803) 545-0189 • Fax: -0190

bringen. Viele türkische Bauern Web: können www.fuelcellseminar.com/

sich den Diesel Tanken erledigt er selbst, kleine Reparaturen werden automatisch

erledigt, gegebenenfalls mit ein wenig äuße-

nicht mehr leisten, dessen Preis von gut einem Euro im

20. Symposium Nutzung erneuerbarer Energiequellen und Wasserstofftechnik

vergangenen 07.–09.11.2013 Jahr Stralsund jetzt auf 1,55 FH Stralsund, € gestiegen Prof. Thomas ist. So Luschtinetz lassen

sie den Traktor stehen und Tel.: haben (03831) den 456-703 Esel / wiederent-

583 • Fax: 687 ne. Welcher Traktor kann das?

• rer Zur Schwedenschanze Unterstützung, 15, und 18435 er Stralsund vermehrt sich sogar von alleideckt.

Nach einem Bericht der 2. Zeitung Niedersächsisches Zaman sind in Forum der Energiespeicher und -systeme

Landesinitiative Energiespeicher und -systeme Niedersachsen • Geschäftsstelle, c/o innos - Sperlich GmbH

zentralanatolischen 06.11.2013 Hannover Provinz Yozgat im vergangenen Jahr

Bürgerstr. 44/42, 37073 Göttingen • Tel.: (0551) 900 499-0 • Fax: -49

4400 der nützlichen Grautiere Mail: verkauft info@energiespeicher-nds.de

worden, doppelt

so viel wie im Jahr zuvor. Entsprechend stark ist der Bestand

11.–13.12.2013 gewachsen; Rom in (Italien) einigen „Piero Dörfern Lunghi hat er Conference sich verdop-

& Exhibition“

European Fuel Cell Technology & Applications

Web: www.europeanfuelcell.it

pelt. Aber auch ein Esel hat seinen Preis. Binnen eines Jahres

stieg er in ländlichen Gebieten Zentralanatoliens von

umgerechnet rund 26 auf bis zu 180 €, also um fast 600 %.

2014 Kursive Termine sind neu.

03.–07.06.2014

Gwangju

(Südkorea)

20. World Hydrogen Energy Conference

Kontakt: National University of Chonnam • Prof. Byeong Soo Oh

1A-101, Vehicle Engineering Bldg, Chonnam National University, Gwangju, 500-757 (Südkorea)

Tel.: (0082-62) 530-0676 • Fax: 1689 • Web: www.whec2014.com

ISSN 1619-3350

Hg.: Dt. Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e. V., Berlin; Verantw.: Dr. Ulrich Schmidtchen, Berlin

Post: Moltkestr. 42, 12203 Berlin

Internet: www.dwv-info.de

Telefon: (030) 398 209 946-0; Telefax: (030) 398 209 946-9

E-Mail: h2@dwv-info.de

Mitglied der

Layout: Young-Sook Blandow, choidesign.de

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