Jahresbericht 2012 - Deutsches Polen-Institut

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Jahresbericht 2012 - Deutsches Polen-Institut

Jahresbericht 2012


Jahresbericht 2012

1


Geleitwort

Deutschland und Polen stehen unter dem Eindruck und den

Wirkungen der Integrationskrise Europas vor gemeinsamen

Herausforderungen – sowohl in der europäischen Politik

beider Länder als auch in den bilateralen Beziehungen.

Bilaterale und europäische Fragen sind unauflöslich miteinander

verknüpft. Zum einen geht es in der Europapolitik

um die Formulierung und Vertiefung von gemeinsamen Positionen

und um die Klärung von unterschiedlichen Interessen

und Standpunkten. Zum anderen gibt es eine bilaterale

Agenda der deutsch-polnischen Beziehungen, die anlässlich

des 20-jährigen Jubiläums des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags

im Juni 2011 erstellt worden ist und einen

Fahrplan vorgibt, der überzeugend zum Ausdruck bringt,

dass es in den deutsch-polnischen Beziehungen Vieles zu

erledigen gibt, das nicht an die EU abgegeben oder von

Brüssel übernommen wird.

Ohne die Überzeugung und Zustimmung der Bürger kann

die Europäische Union als von den nationalen Gesellschaften

getragene Entität sui generis nicht überleben. Die Menschen

müssen mitgenommen werden. Das heißt, Europa

muss nicht zuletzt zwischen direkten Nachbarn noch stärker

erlebbar und akzeptiert sein. Wenn vor über zwanzig Jahren

gesagt wurde, die Zukunft des europäischen Integrationsprojekts

entscheidet sich an der deutsch-polnischen Grenze

und an der Qualität der zweiseitigen deutsch-polnischen

Beziehungen, dann gilt dies angesichts der zentrifugalen

Kräfte in der Union heute um so mehr.

Gerade die Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone hat

gezeigt, wie wichtig die Pflege von bilateralen Beziehungen

ist und welche fatalen Folgen es hat, wenn man sie vernachlässigt.

Deutschland bekommt dies besonders stark zu spüren.

Das fängt an mit den Problemen deutsch-französischer

Abstimmungen und führt bis zur Wiederkehr alter Stereotype

in Südeuropa, was nicht allein mit unterschiedlichen

Mentalitäten, sondern auch mit dem Versagen von bilateraler

Kommunikation und unterbliebenem Perspektivwechsel

zusammenhängt.

Andererseits: Deutsch-polnische Beziehungen sind europäischer

geworden. Deutsche und polnische Positionen in

europäischen Fragen sind näher gerückt, dies gilt nicht nur

für die Grundlagen solider Finanz- und Wirtschaftspolitik,

sondern auch für die verbindende Einsicht in die Notwendigkeit

der Aufrechterhaltung der Kohäsion der Gesamt-EU

mit ihren jetzt 28 Mitgliedsstaaten. Zukunftsweisende Konvergenzen

zwischen Berlin und Warschau gibt es auch in der

östlichen Nachbarschaft und insbesondere in der Haltung

zur Ukraine, dem größten östlichen Nachbarn (abgesehen

von dem transkontinentalen Russland). Das sollte es erleichtern,

die im Gesamtbild als klein erscheinenden Baustellen

erfolgreich voranzubringen – gerade weil die Eliten einander

verstehen und gegenseitige Sympathien hegen.

Gemeinsames Handeln ist auch gefragt, wenn es um die

unabsehbaren Umwälzungen im Maghreb geht, die in der

Aufbruchphase von denselben universalen Werten getragen

wurden wie vor einem Vierteljahrhundert die Menschen in

Mittel- und Osteuropa. Wie im letzten Jahresbericht angekündigt,

hat das Deutsche Polen-Institut das Thema 2012

aufgegriffen und gemeinsam mit einem seiner polnischen

Partner, dem Europäischen Solidaritätszentrum in Danzig,

spannende und äußerst erkenntnisfördernde Podiumsdiskussionen

in Berlin und in Darmstadt mit ausgewiesenen

deutschen, polnischen, tunesischen und ägyptischen Experten

und Expertinnen durchgeführt, die sicherlich zu den

herausragenden Veranstaltungen des DPI im Jahr 2012 gehören.

Das Institut konnte seine vielfältigen und weit gespannten

Aufgaben in Wissenschaft, Politik, Bildung und Kultur im Jahr

2012 in bewährter Weise – und mit erfreulicher öffentlicher

Resonanz – nicht zuletzt auch deshalb realisieren, weil die

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen eine zusätzliche Motivation

dadurch erfahren, dass sie die in den letzten Jahren

immer stärker verspürte räumliche Enge im Jahr 2015 tatsächlich

zugunsten neuer Räumlichkeiten im Darmstädter

Residenzschloss weichen sehen.

Dank der institutionellen Unterstützung durch den Bund,

die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, die Kultusminister

der Länder und die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat das

Deutsche Polen-Institut seine Arbeit im vergangenen Jahr

erfolgreich fortsetzen können. Auch den privaten Förderern,

insbesondere den großen Stiftungen, und den zahlreichen

Projektpartnern im In- und Ausland gilt unser aufrichtiger

Dank für die ertragreiche Zusammenarbeit im vergangenen

Jahr.

Prof. Dr. Rita Süssmuth

Präsidentin

2


Einführung

In dem vorliegenden Bericht geben wir Ihnen Rechenschaft

über die Programmschwerpunkte und die Vielfalt der Aktivitäten

des Deutschen Polen-Instituts im Jahr 2012. Auch im

vergangenen Jahr hat sich die Kooperation mit eingespielten

und mit neuen Partnern als ein Instrument zur erfolgreichen

Realisierung eines anspruchsvollen Programms einer

kleineren Einrichtung bewährt, die die Stärken der Beteiligten

bündelt und die Visibilität aller Kooperationspartner bei

den unterschiedlichen Adressaten der Programme multipliziert.

In Hessen und Rheinland-Pfalz waren dies vor allem

das Herder-Institut in Marburg, das Gießener Zentrum Östliches

Europa an der Justus Liebig-Universität Gießen und die

Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Mit der Technischen

Universität Darmstadt werden bereits vor dem Einzug des

DPI in das Universitätsschloss neue Formen der Zusammenarbeit

erprobt.

Hier sei nur auf einige Projekte hingewiesen, die den Platz

und die Aufgaben des DPI im Rahmen des deutsch-polnischen

Beziehungsnetzwerks im vergangenen Jahr besonders

sinnfällig dokumentieren. Mit der Durchführung

der Tagung Transnationale Verflechtungen im östlichen

Europa. Forschungskonzeptionen – Themenfelder – Vergleiche

konnte das Deutsche Polen-Institut gemeinsam mit

dem Johann Gottfried Herder-Forschungsrat einen wichtigen

Beitrag zur komparativen Analyse neuer Ansätze der

Geschichtswissenschaft in der historischen Ostmitteleuropaforschung

leisten. Die Tagung stellte eine theoretisch-konzeptionelle

Transferleistung zu dem vom DPI vorbereiteten

und fünf Bände umfassenden Editionsprojekt

Deutsch-polnische Geschichte dar, dessen erstes sichtbares

Ergebnis die unmittelbar bevorstehende Veröffentlichung

des von Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen) und Edmund

Kizik (Danzig) verfassten Frühneuzeitbandes (ca. 1525 bis

ca. 1806/07) sein wird.

Der angestrebten Begegnung von Wissenschaft und Praxis

mit politischen Entscheidungsträgern diente die Tagung

Von Danzig bis Tunis. Arabische Revolutionen 2011 und der

mitteleuropäische Systemwechsel 1989. Arabische, polnische

und deutsche Erfahrungen. Hier kam es vor einem interessierten

Publikum zu einem faszinierenden Erfahrungsaustausch

von Wissenschaftlern, Politikern und Diplomaten. Als

»Erstes Berliner Gespräch des Deutschen Polen-Institut

eröffnete die Halbtageskonferenz eine neue Veranstaltungsreihe,

die kontinuierliche Präsenz und aktuelle Beiträge

des DPI zu wichtigen Themen an der Schnittstelle von

Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit in der Hauptstadt

sichtbar machen soll.

Im Berichtsjahr ist es eine Veranstaltung wert, besonders

erwähnt zu werden, die bereits eine längere Tradition hat:

die 26. Sitzung des seit dem Jahr 2000 tagenden deutschpolnischen

Gesprächskreises Kopernikus-Gruppe. Er traf im

Oktober 2012 in Kiew mit Diplomaten und ukrainischen

Experten zusammen und veröffentlichte im November ein

executive paper (Arbeitspapier), das Empfehlungen zu den

aktuellen Problemen und Herausforderungen europäischer

(EU-) Politik vor der Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens

mit der Ukraine formulierte. Besonders hervorzuheben

sind im Publikationsüberblick für 2012 aufgrund

ihrer weiten Verbreitung und/oder ihrer Bedeutung für das

Profil des DPI die viel nachgefragten Polen-Analysen, das

Jahrbuch Polen, die Tagungsbände Legitimation und Protest

(Bd. 31) und Polen. Jubiläen und Debatten. Beiträge zur Erinnerungskultur

(Bd. 30) in der Reihe Veröffentlichungen des

DPI sowie für den Bereich Bildung und Schule als drittes und

vorläufig letztes Unterrichtslehrwerk der Band Polnische Gesellschaft.

Für diesen Bereich geht das DPI seit Juli 2012 mit

der Konzipierung und Vorbereitung einer Internet-Plattform

Polen in der Schule neue Wege. Der im November 2012 gestellte

Antrag zur Finanzierung des Projektes wurde von der

in Regensburg ansässigen Sanddorf-Stiftung inzwischen positiv

beschieden, worüber wir uns sehr gefreut haben.

Zu den Höhepunkten unter den Veranstaltungen, die eine

größere Öffentlichkeit suchten und fanden, gehörten 2012

drei besonders hervorgehoben zu werden: Das 15. Deutsch-

Polnische Podiumsgespräch in Darmstadt unter dem Titel

Von der Solidarność zur Arabellion. Der arabische Umbruch

2011 und europäische Erfahrungen am 21. November 2012

nahm die Thematik der Berliner Halbtageskonferenz vom

Juni auf und führte sie mit hervorragenden Experten weiter.

Gebannt folgte das Publikum im überbesetzten Saal des

Wissenschafts- und Kongresszentrums insbesondere den

Ausführungen einer jungen ägyptischen Studentin und Aktivistin

in den sozialen Netzwerken.

Die Kooperationen mit wissenschaftlichen, politischen und

kulturellen Einrichtungen sowie mit Einrichtungen der politischen

Bildung in Deutschland, Polen und anderen Ländern

wurden 2012 weiter ausgebaut. Ohne umfangreiche Unterstützung

von außen wäre das Programm des Instituts nicht

realisierbar. Für diese bedanken wir uns herzlich bei den

öffentlichen Zuwendungsgebern, den Ländern Hessen und

Rheinland-Pfalz, dem Auswärtigen Amt, den Kultusministern

der Länder und der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Zu danken

ist auch den zahlreichen Förderern, zu denen (in alphabetischer

Reihenfolge) die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung,

die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung,

die Robert Bosch Stiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung

Hessen-Thüringen, die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit

und die Städtemitglieder gehören. Gedankt

sei auch den Förderern, die auf unterschiedliche Weise das

Institut unterstützt haben und hier nicht gesondert erwähnt

wurden.

Für eine stets konstruktive und angenehme Zusammenarbeit

danken wir unserem Präsidium, dem Kuratorium, dem

Wissenschaftlichen Beirat und unseren zahlreichen deutschen

und internationalen Kooperationspartnern. Schließlich

gebührt ein besonderer Dank den Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern des Instituts für ihr großes Engagement.

Prof. Dr. Dieter Bingen

Direktor

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Inhalt

1 Wissenschaft, Forschung und Politik 5

1.1 Tagungen

1.2 Sommerakademie

1.3 Stipendien

1.4 Kopernikus-Gruppe

1.5 Projekttage »Polen in der Schule«

2 Veröffentlichungen 17

2.1 Periodika

2.2 Publikationsreihen

2.3 Einzelveröffentlichungen

3 Öffentliche Kulturvermittlung 24

3.1 Podiumsgespräche

3.2 Ausgewählte kulturelle Veranstaltungen

3.3 Filmreihe

3.4 Ausstellungen

4 Bibliothek und Archive 32

4.1 Wissenschaftliche deutsch-polnische Spezialbibliothek

4.2 Archive

5 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 33

5.1 Pressearbeit

5.2 Newsletter »DPI-Nachrichten«

5.3 Homepage

5.4 Deutsches Polen-Institut auf Facebook

6 Chronik 2012 34

7 Aufgaben, Gremien, Organisation 36

7.1 Träger des Instituts

7.2 Mitglieder

7.3 Kuratorium

7.4 Präsidium

7.5 Wissenschaftlicher Beirat

7.6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

7.7 Praktikantinnen und Praktikanten

8 Kooperationen 38

9 Wissenschaftstransfer 39

9.1 Lehrtätigkeit der Mitarbeiter

9.2 Tätigkeit der Mitarbeiter in externen Gremien und Gutachtertätigkeit

9.3 Vorträge der Mitarbeiter

9.4 Veröffentlichungen

9.5 Teilnahme an Konferenzen, Tagungen und anderen Veranstaltungen

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1 Wissenschaft, Forschung und Politik

1.1 Tagungen

Von Danzig bis Tunis.

Arabische Revolutionen 2011 und der mitteleuro

päische Systemwechsel 1989. Arabische,

polnische und deutsche Erfahrungen

Tagung des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt und des

Europäischen Solidarność-Zentrums (Europejskie Cen -

trum Solidarności) Danzig am 20. Juni 2012 in Berlin

Neu in das Programm des Deutschen Polen-Instituts aufgenommen

wurden die »Berliner Gespräche«: Das Ziel

dieser Veranstaltung im Format einer Halbtageskonferenz

ist es, polnische und deutsche Expertisen zu bestimmten

Themen zusammenzubringen und in einer

breiteren Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.

Mehr als 100 politische Entscheidungsträger, Vertreter

von Medien und Verwaltungen, Angehörige des diplomatischen

Corps sowie eine interessierte Öffentlichkeit

waren in die Rheinland-Pfälzische Landesvertretung gekommen,

um sich darüber zu informieren, was die arabische

Welt von den Systemwechseln in Polen, Deutschland

und Ostmitteleuropa lernen könnte – und welche

Lehren Europa aus der »Arabellion« ziehen kann.

Aus der Begrüßung von Dieter Bingen

Wir waren überrascht, wir waren begeistert,

auch befremdet, als vor anderthalb

Jahren in Ländern der arabischen

Welt, beginnend in Tunesien,

ein Aufbruch, ein Aufstand begann,

der nicht auf der Tagesordnung in der

Wahrnehmung der Europäer stand.

Wir haben festgestellt, dass es nicht

nur Tunesien war, sondern dass wie

in einem Domino-Effekt sich die Infragestellung

der alten Ordnung in der

arabischen Welt ankündigte. Für die

Europäer, für viele von uns, eine völlige

Überraschung. Das, was ich in den

kurzen Worten beschrieben habe, ist

etwas, was sich auf den ersten Blick

vergleichen lässt, ohne es je gleichsetzen

zu wollen, mit den Wahrnehmungen,

ersten Reaktionen, die auf

die Umbrüche in Ostmitteleuropa, vor

allem seit 1980 mit dem Begriff der

Solidarność, der Demokratie-Bewegung

in Polen, verbunden, erfolgten.

Auch damals gab es Überraschung,

Begeis terung, die alles überschattende

Frage: Kann das gut gehen?

Destabilisiert nicht das, was in Ostmit -

tel europa ge schieht, die schlechte,

aber stabile alte Ordnung? Wir waren

überrascht darüber, dass auch in dem

arabischen Aufbruch auf der Tagesordnung

von jungen Menschen Werte

standen, Schlagworte genannt worden

sind, Forderungen gestellt worden

sind, die wir als unsere eigenen erkannt

haben. Die Begriffe der Würde,

der Gerechtigkeit, der Menschen- und

Bürgerrechte, abgesehen von sozialen

und wirtschaftlichen Forderungen,

standen ganz im Mittelpunkt. Forderungen

nach individuellen Rechten des

einzelnen Menschen. Wenn wir ehrlich

sind, viele von uns hatten einfach keine

Vorstellung davon, dass in einer arabischen

Gesellschaft so etwas möglich

ist. Es ist geschehen.

Seitdem sind anderthalb Jahre vergangen,

und die Frage nach der Vergleichbarkeit

der Erfahrungen vor 30 Jahren

und den Erfahrungen von heute ist aktueller

denn je. Vielleicht gibt es heute

noch mehr Fragezeichen als vor anderthalb

Jahren: Wohin geht die Reise?

Aus der Begrüßung von Basil Kerski

Die Parallelen zwischen den Entwicklungen

in Mitteleuropa in den 1980er

Jahren und in Nordafrika haben jedoch

nicht wir als erste gezogen. Schon im

Januar 2011, also wenige Tage nach

den Ereignissen in Tunesien, erschien

in der »New York Times« ein Kommentar

von Roger Cohen zu den Entwicklungen

in Nordafrika unter dem Titel

»Tunis, the Arab Gdansk?«. Cohens

Vergleich der Ursachen und Wirkungen

der Revolutionen war sehr inspirierend.

Die Danziger Arbeiterproteste

nach der Entlassung von Anna Walentynowicz,

die die großen Streiks an der

Ostseeküste 1980 hervorgerufen hatten,

verglich er mit den Reaktionen auf

den Tod von Ali Mohamed Bouazizi. Sie

erinnern sich sicherlich an das Schicksal

dieses jungen Akademikers, der

sich als Gemüsehandler uber Wasser

hielt und dessen Selbstmord die Protestwelle

in Tunesien hervorrief. Sein

Tod bewegte die gesamte arabische

Jugend.

Ich darf auch darauf hinweisen, dass einer

unserer heutigen Gäste, Prof. Volker

Perthes, in seinem jüngsten Buch

»Der Aufstand« die Bedeutung der Revolutionen

im arabischen Raum mit der

Zeitenwende von 1989 in Mittel- und

Osteuropa vergleicht, auch wenn er in

seinem Ausblick vor Euphorie warnt.

Nach Ansicht von Professor Perthes

werden die arabischen Revolutionen

länger und blutiger verlaufen als die

vor 20 Jahren in Mittel- und Osteuropa.

Auch Roger Cohen verfiel Anfang 2011

nicht in Euphorie. Zwar begrüßte er den

Beginn der arabischen Revolutio nen

mit sehr viel Sympathie, doch er erinnerte

gleichzeitig daran, wie lang und

steinig der Weg des Wandels sein könne.

Die Solidarność, so Cohen, habe fast

ein Jahrzehnt gebraucht, um siegen zu

können. Cohen warnte zu Recht vor

zu schnellen Erwartungen. Als größte

Herausforderung bei der Etablierung

der demokratischen Kultur in der arabischen

Welt bezeichnete Cohen das

Erbe der autoritären Mentalitat. Dabei

knüpft er an Czesław Miłosz’ berühmtes

Buch »Verführtes Denken« an.

5


Auf die grundlegenden Aspekte der Tagung, die sich den

Themenbereichen »Revolutionen − Motive, Werte und

Methoden« und »Transformationen − Instrumente und

der Faktor internationale Solidarität« widmete, ging in seinem

Eingangsstatement der Solidarność-Mitbegründer

Zbigniew Bujak ein. Er verwies auf das große Interesse

der zivilgesellschaftlichen Akteure im arabischen Raum,

z. B. in Tunesien, an den polnischen Erfahrungen. Bujak

sprach nicht nur als »Revolutionär« von 1980, sondern

auch als Mitgestalter des friedlichen Übergangs. Die

politische Frage, wie und wann der Umbruch die Erwartungen

der radikalisierten Massen erfüllt und wie das

Verhältnis zu den Vertretern des ancien régime gestaltet

werden soll, wird auch gegenwärtig im arabischen Raum

entscheidend sein, so Bujak. Von großer Bedeutung sind

seiner Meinung nach die Solidaritätsbekundungen und

-maßnahmen der europäischen Staaten, die den Aufbau

demokratischer Strukturen und der Verwaltungsapparate

unterstützen sollten.

Einführung:

Zbigniew Bujak, Mitbegründer der Solidarność,

Teilnehmer der Gespräche am Runden Tisch 1989,

ehem. Sejm-Abgeordneter (Warschau)

Panel 1: Revolutionen − Motive, Werte und Methoden

Prof. Dr. Volker Perthes, Stiftung Wissenschaft und Politik

(Berlin)

Dr. Bartłomiej A. Nowotarski, Wirtschaftsuniversität

(Breslau)

Dr. Ahmad Al-Sadi, Unternehmer und Politikberater

(Berlin)

Prof. Dr. Bronisław Misztal, Universität Warschau

Moderation: Basil Kerski

Panel 2: Transformationen − Instrumente und der

Faktor »internationale Solidarität«

Adam Balcer, demosEuropa (Warschau)

Prof. Dr. Ali-Ridha Chennoufi, Institut für Philosophie,

Universität Tunis

Markus Meckel, Außenminister a. D. (Berlin)

Dr. Krzysztof Olendzki, Botschafter a. D. in Tunis

(Warschau)

Moderation: Prof. Dr. Dieter Bingen

Anschließend an die Eröffnungsrede fanden zwei lebhafte

Podiumsdiskussionen statt, in denen Referenten aus

Deutschland, Polen und Tunesien über die aktuelle Lage

in den betroffenen Ländern (Tunesien, Ägypten, Syrien

u. a.) sowie über verblüffende Parallelen und gravierende

Unterschiede diskutierten.

6


Transnationale Verflechtungen

im östlichen Europa.

Forschungskonzeptionen – Themenfelder –

Vergleiche

Jahrestagung des Herder-Forschungsrats in Zusammenarbeit

mit dem Deutschen Polen-Institut und der

TU Chemnitz vom 26. − 28. Oktober 2012 in Chemnitz

Die Staaten und Nationen Europas sind eng miteinander

verflochten – in Kultur, Gesellschaft, Politik und

Wirtschaft. Rund fünfzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

kamen auf Einladung des DPI, des Herder-

Forschungsrats und der TU Chemnitz nach Chemnitz, um

die Frage transnationaler Verflechtungen im östlichen

Europa zu diskutieren. Anlass war das im Entstehen begriffene,

vom DPI koordinierte Projekt einer »Deutsch-

Polnischen Geschichte« in fünf Bänden.

Jörg Hackmann (Stettin) und Peter Oliver Loew (Darmstadt)

haben in ihrer Tagungseinführung auf die in den Sozial-

und Geisteswissenschaften inzwischen lange Tradition

der Erforschung von Verflechtungsprozessen hingewiesen.

Die große Vielzahl von unterschiedlichen Ansätzen bringe

eine konzeptuelle Unschärfe mit sich, insbesondere bei

der Definition solcher Theoreme wie »transnational« oder

»Verflechtung«. Deshalb müssen diese in ihrer Anwendung

auf das östliche Europa überprüft werden.

Ein erster Block der Tagung war konzeptionellen Überblicken

zu »transnationalen Verflechtungen im östlichen Europa«

aus der Perspektive verschiedener Disziplinen gewidmet.

Frank Hadler (Leipzig) stellte in seinem – gemeinsam

mit Matthias Middell (Leipzig) verfassten – Vortrag die seit

dem späten 19. Jhd. zunehmend intensiven Prozesse der

gegenseitigen Verflechtungen der Staaten Mittel- und Osteuropas

in einem globalen Kontext dar. Dabei wies er auf

den dialektischen Charakter dieser Prozesse hin, die durch

das Streben nach der Herausbildung eines Nationalstaates

einerseits und nach der Transnationalisierung andererseits

gekennzeichnet waren.

Der Vortrag von Stefan Garsztecki (Chemnitz) galt dem

Stand der politikwissenschaftlichen Forschung zu den

transnationalen Verflechtungen in Europa. Diese werden

seit mehreren Jahren hauptsächlich in Verbindung mit »Europäisierung«

diskutiert, einem Begriff, mit dem verschiedene

Dimensionen der Auswirkungen des europäischen Integrationsprozesses

auf die Mitgliedsstaaten erfasst werden.

Garsztecki, der sich auf die Phänomene der Erinnerungspolitiken,

der Identitätsbildung in den Grenzregionen und der

Europäisierung des Alltags konzentrierte, wies darauf hin,

dass der politische Druck der EU nicht mit Europäisierung

von oben gleichzusetzen sei. Garsztecki plädierte daher

für die Erfassung der Europäisierung als einen Bottom-Up-

Prozess, der zur Entstehung Europas von unten führt.

Reinhard Johler (Tübingen) näherte sich dem Tagungsthema

aus einer anthropologischen Perspektive und untersuchte

in seinem Vortrag die Phänomene der Transkulturalität,

Hybridisierung und Synkretisierung. Dabei

beleuchtete er den Ursprung für die Begrifflichkeit, die

er in den Arbeiten Hugo Schuchardts verortet sah. Die

eigentlich europäische Herkunft dieser über den angelsächsischen

Raum verbreiteten Terminologiemode könne,

so Johler, nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Mehrwert

der Debatte vorrangig in einer metaphorischen Dimension

zu suchen sei.

Andreas Langenohl (Gießen) beschäftigte sich mit den

Verflechtungen im Bereich der Wissenschaftssprache; am

Beispiel der Entstehung, Entwicklung und Etablierung der

Gender Studies in Russland wurde gezeigt, auf welchem

Wege wissenschaftliche Konzepte (hier das des »Gender«)

zwischen verschiedenen Ländern kursieren, wie diese übernommen

und internalisiert werden, vor allem aber mit

welchen Problemen dieser Transfer nicht zuletzt aufgrund

unterschiedlicher sozialer und kultureller Rahmenbedingungen

verbunden sein kann.

Im zweiten Teil der Tagung standen verschiedene Fallstudien

im Zentrum. Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen) referierte

vor dem Hintergrund eines Publikationsprojekts

des Deutschen Polen-Instituts zur deutsch-polnischen

Verflechtungsgeschichte vom 10. bis ins 21. Jahrhundert

über die Anwendung des Konzepts »Transnationalität« in

der historischen Forschung zur deutsch-polnischen Beziehungsgeschichte

der Frühen Neuzeit. Diesen methodischen

Problemen des Erfassens und der Darstellung der Geschichte

zweier Länder war auch der Vortrag von Guido Braun

(Bonn) gewidmet, diesmal am Beispiel eines deutschfranzösischen

Buchprojektes über die Verflechtungen der

Geschichte beider Länder (für die auf elf Bände angelegte

Reihe Deutsch-Französischer Geschichte hat Braun den

vierten Band zu der Zeit von 1648 bis 1789 verfasst). Braun

untersuchte die Gründe dafür, dass diese »verflochtene

Geschichte« zunehmend in einer »geteilten Erinnerung«

mündete. In seinem Vortrag vertrat er die Position, diese

Geschichte solle nicht aus nationalstaatlicher Perspektive

untersucht werden, sondern vielmehr müsse sie als eine Beziehungsgeschichte

auf mehreren Ebenen erfasst werden.

Neben den politischen Beziehungen wurde auf die Rolle der

Verflechtungen im Bereich der Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft

hingewiesen.

7


Miloš Řezník (Chemnitz) beschäftigte sich mit grenzüberschreitenden

Verflechtungen im sächsisch-tschechischen

Grenzraum. Řezník beschrieb den Wandel der Handlungsstrategien

der Grenzbewohner aufgrund der Veränderungen

des Charakters dieser Grenze nach 1989 und der Welle

der Regionalisierung der 1990er Jahre. Die Auswirkung der

Verflechtungsprozesse auf die Identität der Grenzbewoh ner

sei momentan völlig offen.

Corinna Felsch (Marburg) widmete sich in ihrem auf umfangreiches

empirisches Material gestützten Vortrag dem

Thema der Wahrnehmung und Aufarbeitung der jüngsten

Vergangenheit beider Länder durch die nach Polen gereisten

Deutschen. Anhand der Analyse von Reiseberichten

von Teilnehmern an Reisen im Rahmen der Aktion Sühnezeichen,

an Heimatreisen und an Studienreisen konnten

unterschiedliche Muster der Aufarbeitung der deutsch-polnischen

Vergangenheit zwischen den einzelnen Gruppen

aufgezeigt werden. Felsch stellte fest, dass die wichtigste

Auseinandersetzung über die Geschichtsauffassung nicht

zwischen Deutschen und Polen, sondern innerdeutsch

stattgefunden habe; unter anderem aus diesem Grund erweise

sich das Konzept der »Versöhnung« in diesem Kontext

als nicht weiter tragfähig.

Joanna Rzepa (Bremen) berichtete über eine Studie zur

polnischen Migration in Norddeutschland. Die ersten Ergebnisse

zeugen von starker Bindung dieser Gruppe an

polnische Kulturcodes – die Internalisierung der Normenund

Wertesysteme des Aufnahmelandes scheint nicht mit

einer Abschwächung der Anbindung an Polen einherzugehen.

Unter diesem Gesichtspunkt erschien Rzepa der Begriff

der »Transnationalität« in Bezug auf Migration nicht

ausreichend – er solle vielleicht durch Interkulturalität bzw.

Transkulturalität ersetzt werden.

Das Referat von Dagmara Jajeśniak-Quast (Frankfurt/

Oder) war den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen

den Vertretern beider politischen Blöcke im Kalten Krieg

gewidmet. Die Hauptthese des Referats lautete, dass die

Abschaffung der wirtschaftlichen Schranken nicht im institutionellen

Rahmen der EWG erfolgte, sondern in den Freihandelszonen,

die oft als Konkurrenz zur EWG entstanden

– sie eröffneten Räume für die wirtschaftliche Verflechtung

zur Zeit des Kalten Krieges.

Corinne Defrance (Paris) widmete sich der Kooperation in

der pädagogischen Praxis, die am Beispiel der Zusammenarbeit

von deutschen und französischen Historikern an der

Schulbuchrevision nach dem Zweiten Weltkrieg dargestellt

wurde. Der Vortrag beleuchtete die Geschichte der Entstehung

und verschiedener Aufgabenbereiche der deutschfranzösischen

Schulbuchkommission, u. a. auch deren

wichtigsten Projekts: des gemeinsamen Geschichtsbuchs,

dessen erster Band 2006 erschien.

Martin Schulze Wessel (München) untersuchte die Frage

nach der Beeinflussung von Gesellschaften durch grenzüberschreitende

Phänomene am Beispiel der großen religiösen

Systeme, die universellen Anspruch erheben und in

diesem Sinne auch (zumindest theoretisch) transterritorial

sind. Wessel wies jedoch auf die gegenseitige Anpassung

von Kirchen und säkularen Formen hin, die zu starken nationalen

Variationen führten. Im Kontext der transnationalen

Verflechtungen solle die Forschung zum Verhältnis zwischen

Imperien und Religion durch zwei Fragen organisiert

werden: 1) ob sich die Staaten historisch als Vorkämpfer

ihrer Staatsreligion verstanden hätten; und 2) in welcher

Weise die transnationalen Wirkungen der Religion überhaupt

auszumachen sind.

In Martin Austs (München) Vortrag ging es um Unterschiede

in den Erinnerungskulturen Russlands, der Ukraine und Polens.

Diese wurden am Beispiel der Darstellung im Film und

der um diese Verfilmungen entbrannten öffentlichen Diskurse

geschildert. Dabei untersuchte Aust, ob sich die Erinnerungsstränge

zwischen diesen Ländern verflochten haben.

In den zusammenfassenden Bemerkungen von Ulrike

Brummert (Chemnitz) und Dieter Bingen (Darmstadt) wurde

auf die begrifflichen Schwierigkeiten mit dem Terminus

»Verflechtung« hingewiesen – dieser solle nicht universell

jede Form des Austausches bezeichnen, da nicht jede Beziehung

mit Verflechtung gleichzusetzen sei. Das Letztere

sei mehr als eine reine Transfergeschichte. Um diesem Phänomen

besser gerecht zu werden, seien komparative Vorgehensweisen

(bspw. zwischen West- und Südwesteuropa)

empfohlen. Diese könnten auch helfen, die These von der

Wiederbelebung des Partikularen als Ergebnis der transnationalen

Verflechtung zu verifizieren.

Dank der heterogenen fachlichen Hintergründe der Vortragenden

hat die Tagung einen guten Überblick über den

Stand der Forschung und die Unterschiede im Herangehen

verschiedener sozialwissenschaftlicher Disziplinen an die

Problematik der »Verflechtung« gegeben. Noch wichtiger

erscheint aber, dass im Ergebnis dieser Tagung der Begriff

an sich – hier vor allem seine Tauglichkeit für die zukünftige

Forschung – noch einmal kritisch hinterfragt wurde.

Diesbezüglich scheint es den Bedarf nach ernsthaften konzeptuellen

Überlegungen zu geben, die diesen Terminus

besser präzisieren und damit fassbar für eine empirische

Forschung machen.

Auszug aus: Tagungsbericht von Radosław Buraczyński in:

H-Soz-u-Kult, 01.03.2013, .

8


Da insbesondere die fachspezifischen Aspekte von Verflechtungsgeschichte

methodisch weiterführend schienen

und teils sogar Neuland betraten, haben sich die

Tagungsorganisatoren entschlossen, eine Veröffentlichung

um diesen Themenaspekt herum anzulegen. Um

zahlreiche weitere Aufsätze ergänzt, soll der Band 2014

erscheinen.

Programm:

Prof. Dr. Dieter Bingen (Darmstadt), Prof. Dr. Reinhard

Johler (Tübingen), Prof. Dr. Stefan Garsztecki (Chemnitz):

Begrüßung

Prof. Dr. Jörg Hackmann (Stettin), Dr. Peter Oliver Loew

(Darmstadt): Einführung in das Tagungsthema

Forschungskonzeptionen

Prof. Dr. Frank Hadler, Prof. Dr. Matthias Middell

(Leipzig): Verflechtungen in Ostmitteleuropa in globalgeschichtlicher

Perspektive

Prof. Dr. Stefan Garsztecki (Chemnitz): Politikwissenschaftliche

Forschungskonzeptionen zu transnationalen

Verflechtungen

Prof. Dr. Reinhard Johler (Tübingen): Ethnologisch-kulturwissenschaftliche

Konzepte für transnationale Verflechtungen

in Osteuropa

Prof. Dr. Andreas Langenohl (Gießen): Konzeptzirkulation

im postsowjetischen Raum: Zum Beispiel »Gender«

Themenfelder der Verflechtungsforschung

Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen): Frühneuzeitliche

Verflechtungen in der deutsch-polnischen Geschichte

Dr. Guido Braun (Bonn): Von der verflochtenen Geschichte

zur geteilten Erinnerung. Methodische Überlegungen

zur Darstellung der deutsch-französischen Geschichte im

Zeitalter von Barock und Aufklärung

Prof. Dr. Miloš Řezník (Chemnitz): Grenzüberschreitende

Verflechtungen (Deutschland und Tschechien seit 1989)

Corinna Felsch (Marburg): Geschichte und Versöhnung

im deutsch-polnischen Kontext nach 1945 (Westdeutsche

Reisen nach Polen zwischen 1970 und 1989)

Dr. Joanna Rzepa (Chemnitz): Migration und Transnatio -

na lität

PD Dr. Dagmara Jajeśniak-Quast (Frankfurt/Oder): Paneuropäische

Wirtschaftsverflechtungen im Kalten Krieg

Dr. habil. Corinne Defrance (Paris): Schulbuchrevision

und trans nationale Verflechtung

Prof. Dr. Martin Schulze Wessel (München): Kirche und

Trans nationalität

Prof. Dr. Martin Aust (München): Kriegserinnerung als

Verflechtungsgeschichte. Polen, die Ukraine und Russland

Zusammenfassung, Vergleich, Diskussion über Forschungsperspektiven

Einleitende Statements: Prof. Dr. Ulrike Brummert

(Chemnitz), Prof. Dr. Dieter Bingen (Darmstadt)

Kooperationspartner:

Johann Gottfried Herder-Forschungsrat, TU Chemnitz

Neue Wege der Polenforschung.

Erfahrungsaustausch und Vernetzung

wissenschaftlicher Zentren

Tagung des Zentrums für Interdisziplinäre Polenstudien

(ZIP) an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder),

der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung und des

Deutschen Polen-Instituts am 13. und 14. Dezember

2012 in Frankfurt (Oder)

Nachdem das DPI bereits vor vielen Jahren die Stärkung

und engere Vernetzung der deutschen Polenforschung

angeregt hat, sind in der letzten Zeit mehrere neue Zentren

und Initiativen entstanden, die sich dieser Fragen

annehmen. Dazu gehört das Zentrum für Interdisziplinäre

Polenstudien an der Viadrina, das im Dezember 2012

gemeinsam mit dem DPI und der Deutsch-Polnischen

Wissenschaftsstiftung Vertreter zahlreicher unterschiedlicher

wissenschaftlicher Einrichtungen zum Erfahrungsaustausch

nach Frankfurt (Oder) einlud. Ziel war zum

einen, aktuelle Aktivitäten vorzustellen, wobei insbesondere

deutlich wurde, dass eine ganze Reihe neuer

polenbezogener Studiengänge vorbereitet werden bzw.

schon gestartet sind. Zum anderen stellte das ZIP seine

– ebenfalls an Vorüberlegungen des DPI anknüpfenden –

Überlegungen zu einer Internetplattform »Polenstudien.

interdisziplinär« (www.pol-int.net) vor. Das Konzept der

drei Inter, nämlich die wissenschaftliche Beschäftigung

mit Polen international und interdisziplinär im Internet

zu verknüpfen, wurde kontrovers und konstruktiv diskutiert.

Eine Plattform für Rezensionen, Veranstaltungshinweise,

Projektvorstellungen und die wissenschaftliche

Kommunikation soll 2013 u.a. in Kooperation mit dem

DPI realisiert werden.

9


1.2 Sommerakademie

Sommerakademie des Deutschen Polen-

Instituts

Die Sommerakademie des Deutschen Polen-Instituts

entwickelt sich immer mehr zu einem Muss für Nachwuchswissenschaftlerinnen

und -wissenschaftler, die

sich mit Polen oder den deutsch-polnischen Beziehungen

beschäftigen. Auch bei der fünften Auflage, die vom

2. bis 9. September 2012 mit 17 Teilnehmern in Darmstadt

stattfand, kam die fächerübergreifende Zusammensetzung

der Gruppe besonders gut an, denn es ist etwas

Besonderes, unbeschwert durch fachspezifische Zwänge

und unbefangen abwechselnd über Literaturwissenschaft,

Geographie oder Soziologie zu diskutieren.

Zum Erfolg der Sommerakademie tragen neben den Teilnehmern

auch die Dozenten bei. 2012 waren es zwei

Professorinnen: die Historikerin Claudia Kraft (Universität

Siegen) und die Polonistin Magdalena Marszałek (Universität

Potsdam). Außer Seminarblöcken standen Projektpräsentationen

der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im

Mittelpunkt; neben einem Abendvortrag von Magdalena

Marszałek zum Thema »Geisterstadt Warschau« gab es

eine Begegnung mit der Schriftstellerin Olga Tokarczuk

sowie eine Exkursion: Zweibrücken wurde angesteuert,

weil Stanisław Leszczyński hier einige Jahre seines Exils

verbracht hatte, und das Hambacher Schloss, weil sich

1832 auch hier die Polenbegeisterung Bahn brach.

Seminar 1: Wo und wie verortet man Polen

in der europäischen Zeitgeschichte?

Dozentin: Prof. Dr. Claudia Kraft, Universität Siegen

Projektvorstellungen

Nicole Strobel (Stuttgart): Minderheiten und grenzübergreifende

Kommunikation. Die Predigerfamilie Elsner im

17. und 18. Jahrhundert

Stefan Thierfelder (Aalen): Das Plebiszit vom 11. Juli

1920 – »ein demokratisches Bekenntnis zu Deutschland?«

Robert Kędzierski (Regensburg): Zum Problem der polnischen

Kollaboration und der Kooperation mit dem nationalsozialistischen

Regime im Zweiten Weltkrieg

Andrea Ruddorf (Berlin): Frauen in den Außenlagern des

Konzentrationslagers Groß Rosen

Paweł Lewandowski (Landsberg/W.): Pioniere der polnischen

Westgebiete nach 1945 als ein historischer

Mythos

Ina Alber (Göttingen): Zivilgesellschaftliches Engagement

in Polen nach 1989

Monika Heinemann (München): Die Erinnerung an den

Zweiten Weltkrieg in historischen Ausstellungen. Die Republik

Polen 1990 –2010

Vasco Kretschmann (Berlin): Die neue Dauerausstellung

des Breslauer Stadtmuseums und das multikulturelle historische

Erbe der Stadt

Seminar 2: Facetten der Re-Politisierung in der neuen

polnischen Literatur und Kunst

Dozentin: Prof. Dr. Magdalena Marszałek, Universität

Potsdam

Yvonne Pörzgen (Bremen): Stanisław Lem und der

freie Wille

Alina Strzempa (Münster): Zwischen den Diskursen:

Andrzej Stasiuks und Juri Andruchowytschs Verhandlungen

über Ost- und Mitteleuropa

Mariella Scheer (Berlin): Nostalgie und Trauma – Erinnerung

an den Sozialismus in deutschen und polnischen

Familienromanen der Gegenwart

Agnieszka Bagińska (Warschau): Zwischen Historismus

und Moderne. Ateliers der polnischen Künstler in München

in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts

10


Anna Baumgartner (Berlin): Die Münchener Polenschule.

Abenteuer und Exotik in der Malerei um Józef Brandt

Daria Zamarlik (München): Konstruierter Imagewandel

einer Industrie- und Arbeiterstadt am Beispiel von Katowice

Projektvorstellungen

Leitung: Prof. Dr. Dieter Bingen, Dr. Peter Oliver Loew,

Manfred Mack

Christie Miedema (Utrecht): Die westdeutsche und niederländische

Friedensbewegung und ihre Reaktionen auf

Solidarność – Auftakt für eine Entspannung von unten

Silke Plate (Bremen): »Das hatte was damit zu tun, dass

wir gegen das System waren.« Untergrundbriefmarken

als Ausdrucksmittel der polnischen Oppositionsbewegung

der 1980er Jahre

Emilie Mansfeld (Berlin): Interkulturalität in Deutschland –

eine akteursorientierte Bestandsaufnahme

Hanna Schudy (Breslau): Vergleichende Untersuchung

der polnischen und deutschen Gesellschaft im Bereich

der Motivation zu der Verwirklichung des Prinzips Verantwortung

für zukünftige Generationen als auch das

Prinzip Nachhaltigkeit (…)

Mehr: www.sommerschule-polen.de

● Gefördert von der Deutsch-Polnischen

Wissenschaftsstiftung

Methodenworkshop

im Rahmen des Deutsch-Polnischen Promotionskollegs

»Polen und Deutschland im modernen Europa«

Das seit 2011 bestehende Deutsch-Polnische Promotionskolleg

»Polen und Deutschland im modernen Europa«,

das von der Ludwig-Maximilians-Universität München

und dem Willy Brandt Zentrum der Universität

Breslau gemeinsam mit dem Deutschen Polen-Institut ins

Leben gerufen wurde, veranstaltete seinen ersten Methodenworkshop

vom 19. bis 23. März 2012 in Darmstadt. In

offener und anregender Atmosphäre diskutierten die Kollegiatinnen

und Kollegiaten gemeinsam mit den Leitern

des Workshops, zwei wissenschaftlichen Betreuern aus

Breslau und München sowie Dozenten das Thema »Erinnerungskultur

in Deutschland und Polen«. Ein visuelles

Highlight setzte Martin Aust mit seinen Ausführungen

über »Geschichte im Kino«, während Ansgar Nünning

auf eindringliche Art seine Überlegungen zu »reisenden

Theorien, Metaphern und Narrativen« darlegte. Während

Ireneusz Karolewski seine theoriegesättigten Ausführungen

zu Nationalismus und Erinnerungspolitik vorstellte,

führte Robert Traba geistreich und beispielhaft in die

»Deutsch-Polnischen Erinnerungsorte« ein. Schließlich

hatten auch die Kollegiaten selbst Gelegenheit, Aspekte

ihrer eigenen wissenschaftlichen Arbeit vorzustellen und

darüber zu diskutieren. Ein zweiter Methodenworkshop

soll im Herbst 2013 in Breslau stattfinden.

Programm:

Prof. Dr. Dieter Bingen (Darmstadt), Dr. Anna Jakubowska

(München), Dr. Peter Oliver Loew (Darmstadt): Begrüßung

Prof. Dr. Martin Aust (München): Geschichte im Kino: das

polnisch-ukrainisch-russische Verhältnis im Historienfilm

seit 1989

Diskussion zentraler Texte zu Erinnerungskulturen in

Deutschland und Polen (Leitung: Dr. Anna Jakubowska,

Dr. Peter Oliver Loew)

Prof. Dr. Ireneusz Karolewski (Breslau): Theorieansätze

des Nationalismus und die Erinnerungspolitik

Prof. Dr. Ansgar Nünning (Gießen): Reisende Theorien,

Metaphern und Narrative: Komplexität, Risiken und

Chancen von Konzept- und Kulturtransfers. Diskussion

Prof. Dr. Robert Traba (Berlin): Deutsch-Polnische Erinnerungsorte

Projektpräsentationen:

Sophie Straube: Deutsch-polnisches Erinnern einmal

anders? Zur Konjunktur der vormärzlichen deutschen

Polenfreundschaft in der deutsch-polnischen Versöhnungsrhetorik

seit 1989

Dorothea Traupe: Gedenken an gefallene Soldaten in

Deutschland und Polen

Jonas Grygier: Geschichtsunterricht in Deutschland und

Polen. Ein kritischer Vergleich

Katharina Aubele: Vertreibungsdiskurs und Erinnerungskultur

in Deutschland und Polen

Mateusz Matuszyk: Niemieckie miejsca pamięci we

Wrocławiu. Obcowanie z trudnym dziedzictwem

Abschließende Methodendiskussion

(Leitung: Dr. Anna Jakubowska, Dr. Peter Oliver Loew)

11


Das Deutsche Polen-Institut auf dem

49. Deutschen Historikertag in Mainz

Das DPI nutzte die Tatsache, dass der 49. Deutsche

Historikertag 2012 im benachbarten Mainz stattfand,

zu seiner ersten Präsentation auf diesem wichtigsten

geisteswissenschaftlichen Kongress Europas. Es präsentierte

sich vom 25. bis 28. September 2012 mit einem

Stand im »Themenraum östliches Europa«, gemeinsam

mit weiteren Einrichtungen der Ostmitteleuropaforschung.

Zahlreiche Interessenten konnten sich hier

über das vielfältige Programm des Instituts informieren.

In diesem Rahmen wurde am 27. September erstmals

in Deutschland auch das Publikationsprojekt »Deutsch-

Polnische Geschichte« des Deutschen Polen-Instituts öffentlich

vorgestellt: Prof. Dr. Dieter Bingen und Dr. Peter

Oliver Loew führten in die Grundidee des Publikationsprojekts

ein, anschließend gaben Prof. Dr. Jörg Hackmann

und Dr. habil. Marta Kopij-Weiss, die beiden Autoren des

dritten Bandes zum 19. Jahrhundert, Einblicke in ihre

Arbeit. Diese Vorstellung gab Anlass zu verschiedenen

weiterführenden Gesprächen mit Kollegen und Verlagen.

12


1.3 Stipendien

Forschungsstipendien des DPI

Das Stipendienprogramm des DPI hat sich zu einer festen

Konstante im polenbezogenen Wissenschaftsbetrieb

entwickelt: Wo, wenn nicht hier, lassen sich so kompakt

und in so familiär-wissenschaftlicher Atmosphäre Buchund

Archivbestände zu Polen erfassen und auswerten.

Die Abschlussberichte der Stipendiatinnen und Stipendiaten

sind Beleg genug dafür, dass das von der Sparkassen-Kulturstiftung

Hessen-Thüringen geförderte Projekt

für alle Beteiligten ein großer Erfolg ist:

Folgende vier Forschungsstipendiatinnen und -stipendiaten

haben 2012 jeweils für mehrere Wochen in der

Bibliothek des Deutschen Polen-Instituts gearbeitet:

Dr. Justyna Kijonka (Universität Kattowitz, Soziologie):

Migrationen aus der Woiwodschaft Kattowitz in die Bundesrepublik

Deutschland in den Jahren 1970−1989. Eine

soziologische Studie (Habilitationsprojekt)

»Der Lesesaal im Haus Olbrich, wo ich als Stipendiatin gearbeitet

habe, hat eine besondere Arbeitsatmosphäre, die

sehr günstig war. Der freie Zutritt zur Bibliothek und zum

Pressearchiv hat mir eine gute Gelegenheit gegeben, die

zukünftige Recherche für meine Habilitationsschrift vorzubereiten.«

Dr. Yvonne Pörzgen (Universität Bremen, Slawistik):

Stanisław Lem und der freie Wille (Habilitationsprojekt)

»Den Forschungsaufenthalt am Deutschen Polen-Institut

konnte ich nutzen, um Primärtexte intensiv zu analysieren

und Sekundärliteratur auszuwerten. Besonders hilfreich

war hierfür die Sammlung von Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln

aus Polen und Deutschland. Eine solch umfangreiche

Zusammenstellung ist sicher einzigartig.

Meine Arbeitsweise bestand deswegen in erster Linie aus

Lektüre und Exzerpieren. In meinem regulären Arbeitsalltag

als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität

Bremen bleibt mir genau dazu häufig kaum Zeit. Umso

begeisterter war ich von der Möglichkeit, mich im DPI tagaus,

tagein von morgens bis abends mit Stanisław Lem

und der Forschung zu seinem Werk befassen zu können.«

Alina Strzempa, M.A. (Universität Münster, Slawistik):

Zwischen den Diskursen: Andrzej Stasiuks und Juri

Andruchowytschs Verhandlungen über Ost- und Mitteleuropa

(Dissertationsprojekt)

»Ich bin für die Möglichkeit meines Stipendienaufenthalts

in Darmstadt sehr dankbar. In dieser Zeit hatte ich die

Möglichkeit, die Zielsetzungen meiner Arbeit gründlich zu

durchdenken. Dies wäre ohne die komfortable Arbeitsatmosphäre

am Deutschen Polen-Institut nicht möglich.«

Dr. Jarosław Tarasiński (Universität Bromberg, Politik/

Geschichte):

Eine Aufgabe – drei Lösungswege. Die gesellschaftliche

Integration der Vertriebenen und die katholische Kirche

in Polen, der DDR und der Bundesrepublik Deutschland

1948−1972 (Habilitationsprojekt)

»Die Arbeitsbedingungen im Deutschen Polen-Institut

waren für mich in jeder Hinsicht optimal und die Arbeitsatmosphäre

war hervorragend. Erwähnenswert ist auch die

Möglichkeit zur unbegrenzten Nutzung der Büchersammlung

von früh bis spät.«

● Gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung

Hessen-Thüringen

Halbjahresstipendium

Zum zweiten Mal bot das DPI – wiederum in Zusammenarbeit

mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen

– ein Halbjahresstipendium zum Abschluss einer

wissenschaftlichen Qualifikationsarbeit an. Es wurde vergeben

an:

Monika Heinemann (Ludwig-Maximilians-Universität

München):

Die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in historischen

Ausstellungen – Die Republik Polen 1990–2010

● Gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung

Hessen-Thüringen

13


1.4 Kopernikus-Gruppe

Das Projekt Kopernikus-Gruppe, das im Jahr 2000 vom

Deutschen Polen-Institut und dem Deutschland- und

Nordeuropainstitut (Instytut Niemiec i Europy Północnej,

INIEP) in Stettin ins Leben gerufen wurde, ist ein bilaterales

Experten-Gesprächsforum. Aktuell ist der polnische

Projektpartner das Institut für Osteuropäische Studien

der Universität Warschau.

Der Ausgangspunkt der Diskussionen in dem Gesprächskreis

war und ist es bis heute geblieben, den aktuellen

Stand und die Perspektiven der Entwicklung in den

deutsch-polnischen Beziehungen, v. a. an der Schnittstelle

von Kultur, Gesellschaft und Politik, einer ernsthaften

Prüfung zu unterziehen und dabei immer den

europäischen Kontext zu reflektieren. Dabei sind sich

die Gesprächsteilnehmer bewusst, wie stark jeder Bereich

der bilateralen Beziehungen von oftmals nicht

hinterfragten Perzeptionen und Verhaltensmustern der

deutschen und polnischen Akteure beeinflusst wird. Die

komplexen Prozesse sollten in der Kopernikus-Gruppe

analysiert und Schlussfolgerungen gezogen werden.

Die Mitglieder der Kopernikus-Gruppe 2012

Prof. Dr. Dieter Bingen

Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej

Piotr Buras

Roland Freudenstein

Prof. Dr. Stefan Garsztecki

Prof. Dr. Andrea Gawrich

Dr. Marzenna Guz-Vetter

Prof. Dr. Hans-Henning Hahn

Basil Kerski

Prof. Dr. Claudia Kraft

Adam Krzemiński

Dr. Kai-Olaf Lang

Dr. Agnieszka Łada

Markus Mildenberger

Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz

Prof. Dr. Robert Traba

Jürgen Vietig

Dr. Tobias Weger

Dr. Kazimierz Wóycicki

Prof. Dr. Klaus Ziemer

Prof. Dr. Marek Zybura

Die 25. Sitzung

Die 25. Sitzung der Kopernikus-Gruppe fand vom

11. bis 12. Mai 2012 in Warschau in den Räumlichkeiten

des Museums der polnischen Geschichte (Muzeum Historii

Polski) statt, wo die Gäste vom Direktor des Instituts,

Robert Kostro, willkommen geheißen wurden.

Erstes Ziel der Gespräche in der Kopernikus-Gruppe ist

es, die aktuell offen zu Tage tretenden und die latenten

und potenziellen Verständnis- und Verständigungsprobleme,

Interessendivergenzen, Streitpunkte und Konflikte

im deutsch-polnischen Verhältnis zu identifizieren.

In den letzten Jahren ist zunehmend die gemeinsame

Verantwortung von Deutschen und Polen für die Entwicklung

neuer Ideen zur Gestaltung der europäischen

Politik (»deutsch-polnische Gestaltungsgemeinschaft«)

zum Thema der Kopernikus-Gruppe geworden. Resul -

tat der Diskussion ist die Entwicklung eines gemeinsamen

Strategiepapiers (executive paper), »Arbeitspapier«

(poln. »Raport«) genannt.

Die Mitglieder der Gruppe treffen sich zwei Mal im Jahr,

in der Regel abwechselnd in Berlin und Warschau.

Die Hauptthemen der Sitzung waren »Aktuelle Fragen

zur Zukunft der Europäischen Union. Deutsche und polnische

Lagen und Positionen« und »Neue Vorschläge

zum Thema Rückführung kriegsbedingt verlagerter Kulturgüter«.

Zur Einführung in das erstere Thema erhielten

die SitzungsteilnehmerInnen zur weiteren Diskussion

anregende Impulse von der stellvertretenden Leiterin

der Abteilung Europapolitik im Polnischen Außenministerium,

Dr. Henryka Mościcka-Dendys, und von dem Leiter

der Politischen Abteilung der Deutschen Botschaft in

Warschau, Gesandten Joachim Bleicker.

Die 26. Sitzung

Vom 4. bis 7. Oktober 2012 traf sich die Kopernikus-

Gruppe zu ihrer 26. Sitzung in Kiew. Auf Einladung der Nationalen

Universität Kiew-Mohyla-Akademie (NaUKMA)

führte die Kopernikus-Gruppe zahlreiche intensive Gespräche

über die aktuelle politische und gesellschaftliche

Situation in der Ukraine am Vorabend der Parlamentswahlen.

14


Die Gespräche wurden geführt mit dem polnischen Botschafter

Dr. Henryk Litwin, dem deutschen Botschafter

Dr. Christof Weil und Christine Weil (Auswärtiges

Amt), Dr. Oleksandra Hnatiuk, Professorin der NaUKMA,

Dr. Andreas Umland, DAAD Associate Professor of Political

Science, Master’s program in European and German

Studies, NaUKMA, dem Publizisten Mykola Rjabčuk, Olena

Betlij, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für

Wirtschaftsforschung und Politikberatung, Kiew u. a.

Das im Anschluss an die Sitzung herausgegebene Arbeitspapier

22 fasst die gemeinsamen Überlegungen der

Mitglieder der Kopernikus-Gruppe im Kontext der Wahlen

zur Werchowna Rada (Oberster Rat) der Ukraine am

28. Oktober 2012 zusammen.

Arbeitspapier 22

Die Ukraine – strategischer Partner

Die Ukraine besitzt strategische Bedeutung für Europa …

Ob die Ukraine sich eher der Europäischen Union oder

Russland zuwendet, hat Konsequenzen für die politische

Architektur Europas. … Es darf nicht der Eindruck entstehen,

dass der Mangel an Demokratie von der Europäischen

Union zum Vorwand genommen wird, sich aus der

Ukraine zurückzuziehen und sie wie bisher – mit Schaden

für Europa – weiterhin nicht als strategischen Partner zu

betrachten. Es ist nicht im Interesse Europas, dass die Ukraine

nicht »normal« funktioniert, obwohl Russland alles

tut, damit es so bleibt wie es ist. … Es scheint klar, dass

niemand in der Ukraine eine erneute Anbindung an Russland

ernsthaft erwägt, selbst die regierenden Oligarchen

nicht. Allerdings sind viele in der Ukraine an der derzeitigen

»Grauzone« zwischen EU und Russland interessiert.

Der Ukraine klarzumachen, dass dieser Zustand eines

Wechselspiels zwischen Russland und der EU nicht der

Weg zu einem Assoziierungsabkommen ist, das wird die

derzeit wichtigste Aufgabe für die EU sein. …

Sich nur auf Druck zu beschränken, wäre einseitig und

könnte gegenüber der Ukraine als ein bequemer Vorwand

zur Marginalisierung der Diskussion und der Aktivitäten

dienen. Einem Versuch der Erpressung seitens der

ukrainischen Führung, die für den Fall einer zu starken

europäischen Kritik eine Hinwendung zu Russland andeutet,

darf nicht nachgegeben werden. Trotz der Gefahr

eines weiteren Verlusts gesellschaftlicher Kohärenz muss

man auf die Entwicklung der Zivilgesellschaft in der Ukraine

bauen. … Denn die proeuropäische Einstellung nimmt

in der jüngeren Generation immer weiter zu, obwohl die

europäische Frage in der Ukraine nicht entschieden ist. …

Die deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Politik

gegenüber der Ukraine

Eine deutsch-polnische Zusammenarbeit könnte der EU-

Politik gegenüber der Ukraine wesentliche Impulse geben.

… Deutschland und Polen sind innerhalb der EU-27 die

Länder und Gesellschaften, die an der Ukraine am meisten

interessiert und mit ihr am stärksten verflochten sind. Sie

tragen eine besondere Verantwortung, und sie haben die

meisten Möglichkeiten eines wirksamen Engagements.

Empfehlungen

1. Konsequente Bemühungen um eine Abschaffung

der Visapflicht für die Ukraine (…)

2. Anbahnung der Unterzeichnung des Assoziierungs -

abkommens (…)

3. Was zur Stärkung der ukrainischen Zivilgesellschaft

getan werden kann

… Das bereits existierende Netzwerk von Wissenschaftlern

und Nichtregierungsorganisationen aus den drei

Ländern gilt es weiter zu fördern und seine Infrastruktur

weiter auszubauen. Dies wird zur Stärkung eines unabhängigen

und selbstständigen dritten Sektors sowie des

akademischen Lebens in der Ukraine führen. Wir regen

an, dass die Möglichkeiten für junge Ukrainer, an Austauschprogrammen

teilzunehmen, deutlich vergrößert

werden. Dazu wäre beispielsweise ein Sonderfonds für

das Deutsch-Polnische Jugendwerk aufzulegen, aus dem

in größerem Umfang als heute der deutsch-polnisch-ukrainische

Austausch gefördert werden könnte. Es sollte

auch dafür gesorgt werden, dass sich die EU-Jugendförderprogramme

für Schüler und Studenten aus der Ukraine

mehr und mehr öffnen. Denn durch die Begegnung mit

Gleichaltrigen aus demokratischen Ländern Europas und

anderen Staaten werden junge Ukrainer die Chance haben,

die Grundsätze und Möglichkeiten zu erfahren, die

das demokratische System bietet.

4. Journalistenaustausch (…)

5. Stärkung der Wirtschaftsbeziehungen (…)

Mehr: http://www.deutsches-polen-institut.de/Projekte/

Projekte-Aktuell/Kopernikus-Gruppe/Raport22.php

● Gefördert von der Robert Bosch Stiftung

15


1.5 Projekttage »Polen in der

Schule«

Hessen und Rheinland-Pfalz

Ziel der seit mehreren Jahren im DPI stattfindenden Projekttage

ist es, das Interesse von Schülern und Lehrern

für Polen zu verstärken und diese auf die Begegnung mit

polnischen Partnern vorzubereiten. Die Projekttage wenden

sich an Schulen in Hessen und Rheinland-Pfalz. Im

Jahr 2012 wurden 7 Projekttage für Schüler mit ca. 150

Teilnehmern aus den beiden Bundesländern durchgeführt.

Bei den Projekttagen kamen die vom DPI erarbeiteten

Unterrichtsmaterialien zur Literatur und Geschichte

Polens zum Einsatz. Sprachanimationen sollen das Interesse

an Polnisch als Fremdsprache wecken und die

Schüler auf Begegnungen im Schüleraustausch vorbereiten.

Die aktive Einbeziehung von Praktikantinnen und

Praktikanten bei der Durchführung der Projekttage dient

der Ausbildung von Multiplikatoren für den deutsch-polnischen

Jugendaustausch.

Schulveranstaltungen und Ausstellungen

des DPI in Mecklenburg-Vorpommern

Im Rahmen einer Einladung der RAA Mecklenburg-Vorpommern

(Projekt »perspektywa« − Handeln gegen

polenbezogene Ressentiments und Polenfeindlichkeit)

führten die DPI-Mitarbeiter Dr. Matthias Kneip und Manfred

Mack vom 12. bis 16. August 2012 insgesamt acht

Schulveranstaltungen, Lehrerfortbildungen und Abendveranstaltungen

in Ahlbeck, Ramin, Heringsdorf, Löcknitz,

Anklam und Pasewalk durch. Außerdem wurden in

Ahlbeck und Pasewalk die DPI-Ausstellungen »Polnische

Geschichte und deutsch-polnische Beziehungen« und

»Polnische Gesellschaft 1989−2012« gezeigt.

16


2 Veröffentlichungen

2.1 Periodika

Polen-Analysen

Redaktion: Prof. Dr. Dieter Bingen, Silke Plate M.A.,

Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen

Die Polen-Analysen werden vom Deutschen Polen-Institut

gemeinsam mit der Forschungsstelle Osteuropa an

der Universität Bremen und der Deutschen Gesellschaft

für Osteuropakunde herausgegeben. Sie erscheinen an

jedem ersten und dritten Dienstag im Monat.

Die Polen-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen

aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer

und kultureller Entwicklungen in Polen. Sie machen

das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in

reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und

die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind

internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die seit November 2006 erscheinenden Polen-Analysen

haben sich als ein hervorragendes Medium der Gegenwartsanalyse

Polens entwickelt. Sie erfüllen im deutschsprachigen

Raum und international ein Alleinstellungsmerkmal

und erfreuen sich gerade bei Multiplikatoren

(Universitäten, Schulen, Medien) und in der Politikbegleitung

großer Beliebtheit. Die Aufnahme der Polen-Analysen

in das elektronische Informationsangebot der Bundeszentrale

für politische Bildung (Lizenzvereinbarung)

sehen wir als eine Auszeichnung der Qualität und des

Formats dieses Angebots.

Leserstimmen

Besten Dank für die regelmäßige Übermittlung der Analysen,

die … stets hochinteressant sind.

O. P., 8.5.2013

Vielen Dank! Das war sehr interessant … und die Analyse

ist richtig!

Z. S. B., 23.4.2013

Mit großem Interesse lese ich seit Beginn meines Slavistik-

Studiums … die Polen-Analysen… Für Ihre Arbeit wünsche

ich Ihnen weiterhin viel Freude und Erfolg.

M. B., 8.10.2012

Die spannenden Themen und die fundierten Analysen

möchten wir zusammenfassend vorstellen. … Wir denken,

dass dies eine gute Möglichkeit zur weiteren Bekanntmachung

des hervorragenden Angebotes sein kann.

J. H., 27.8.2012

Bisher war ich ein stiller, aber zufriedener »Konsument«

der Polen-Analysen und aller anderen Informationen. Ich

möchte mich ausdrücklich für alle ihre sehr detail- und

aufschlussreichen Informationen bedanken.

F. G., 12.2.2012

Herzlichen Dank für die wieder einmal interessanten

Polen-Analysen.

H. S., 27.1.2012

Als Abonnent der »Polen-Analysen« fiebere ich stets der

nächsten Ausgabe entgegen. Sie enthalten doch wohl das

Wichtigste im politischen Geschehen des betreffenden

Tages und analysieren Entwicklungen treffend.

W. W., 21.1.2012

Alle seit November 2006 erschienenen Ausgaben der

Polen-Analysen können im Archiv unter www.laenderanalysen.de/polen

abgerufen werden.

Polen-Analysen 2012

Polen-Analysen Nr. 118 (4.12.2012)

Das polnische »Aviation Valley«

Mit einem Beitrag von Sebastian Kinder

(Eberhard Karls Universität Tübingen) und

Lech Suwala (Humboldt-Universität zu Berlin)

Polen-Analysen Nr. 117 (20.11.2012)

Recht und Gerechtigkeit (PiS) – Entwicklungen

und Muster

Mit einem Beitrag von Jarosław Flis

(Jagiellonen-Universität, Krakau)

Polen-Analysen Nr. 116 (6.11.2012)

Polen und Deutschland aus russischer Perspektive

Mit einem Beitrag von Agnieszka Łada

(Institut für Öffentliche Angelegenheiten, Warschau)

und Cornelius Ochmann (Bertelsmann Stiftung, Berlin)

Polen-Analysen Nr. 115 (16.10.2012)

Nachlese der Fußball-EM 2012

Mit einem Beitrag von Reinhold Vetter (Warschau)

17


Polen-Analysen Nr. 114 (2.10.2012)

Das Verhältnis zu Russland

Mit einem Beitrag von Jarosław Ćwiek-Karpowicz

(Universität Warschau; Polnisches Institut für Internationale

Angelegenheiten, Warschau)

Polen-Analysen Nr. 113 (18.9.2012)

Die zweite Amtszeit der Regierung Tusk

Mit einem Beitrag von Marta Gałązka,

Marek Solon-Lipiński und Jarosław Zbieranek

(Institut für Öffentliche Angelegenheiten, Warschau)

Polen-Analysen Nr. 112 (3.7.2012)

Die Bewegung für die Autonomie Schlesiens (RAŚ)

Mit einem Beitrag von Marek S. Szczepański (Schlesische

Universität Kattowitz) und Anna Śliz (Universität Oppeln)

Polen-Analysen Nr. 111 (19.6.2012)

Polnische Migration im deutschen Grenzraum

Mit einem Beitrag von Agnieszka Łada und Justyna Segeš

Frelak (Institut für Öffentliche Angelegenheiten, Warschau)

Polen-Analysen Nr. 110 (5.6.2012)

Fiskalpolitik und Wirtschaftsentwicklung

Mit einem Beitrag von Gunter Deuber

(Raiffeisen Bank International, Wien)

Polen-Analysen Nr. 109 (15.5.2012)

Der Energiesektor

Mit einem Beitrag von Adam Grzeszak (Polityka, Warschau)

Polen-Analysen Nr. 108 (2.5.2012)

Die Palikot-Bewegung

Mit einem Beitrag von Jarosław Flis

(Jagiellonen-Universität, Krakau)

Polen-Analysen Nr. 107 (17.4.2012)

Die Archivierung der Transformation

Mit einem Beitrag von Reinhold Vetter (Warschau)

Polen-Analysen Nr. 106 (3.4.2012)

Polen im Europäischen Parlament

Mit einem Beitrag von Agnieszka Łada und

Melchior Szczepanik

(Institut für Öffentliche Angelegenheiten, Warschau)

Polen-Analysen Nr. 105 (20.3.2012)

Jugend 2011

Mit einem Beitrag von Krystyna Szafraniec

(Nikolaus-Kopernikus-Universität, Thorn)

Polen-Analysen Nr. 104 (6.3.2012)

Stadtschrumpfung – auch ein polnisches Thema

Mit einem Beitrag von Annegret Haase

(Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Leipzig)

Polen-Analysen Nr. 103 (21.2.2012)

Polnische Regional- und Metropolenpolitik

Mit einem Beitrag von Iwona Sagan (Universität Danzig)

Polen-Analysen Nr. 102 (7.2.2012)

Die Visegrad-Staaten: zum historischen Wissen

über den Nachbarn

Mit einem Beitrag von Małgorzata Fałkowska-Warska

(Institut für Öffentliche Angelegenheiten, Warschau)

Polen-Analysen Nr. 101 (17.1.2012)

Bilanz der polnischen EU-Ratspräsidentschaft

Mit einem Beitrag von Kai-Olaf Lang

(Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Bestellung über die Homepage des Instituts.

Die Polen-Analysen erscheinen parallel auf der Homepage

der Bundeszentrale für politische Bildung

www.bpb.de

● Gefördert von der Stiftung für deutsch-polnische

Zusammenarbeit

Jahrbuch Polen

Jahrbuch Polen 2012 Regionen

Redaktion: Dr. Andrzej Kaluza, Jutta Wierczimok

Hrsg. vom Deutschen Polen-Institut Darmstadt, Wiesbaden:

Harrassowitz Verlag 2012, 178 S. ISBN 978-3-447-

06649-5, Preis 11,80 Euro (9 Euro im Abonnement)

Das Jahrbuch Polen ist eine etablierte Publikation des

Instituts, die durch Themenschwerpunkte seit mehreren

Jahren Position zu gesellschaftlichen Debatten in Polen

bezieht. Das Jahrbuch Polen 2012 sucht einen Zugang

zu dem facettenreichen Bild der polnischen Regionen.

Während Józef Krzyk die Selbstverwaltungsreform von

1990 als einen bedeutenden Erfolg würdigt, weist Iwona

Sagan in ihrer Einschätzung der aktuellen Debatte über

Polen A und Polen B auf erhebliche Diskursdefizite und

die Arroganz der »Bessergestellten in den Metropolen«

hin. Deren Postulat, die beschränkten EU-Mittel für die

Entwicklung der zentralen »Wirtschaftsmotoren« aufzuwenden,

während andere Gebiete ökonomisch vernachlässigt

würden, hält sie für bedenklich. Die grobe

Einteilung in ein entwickeltes »Polen A« und ein mit

Strukturproblemen behaftetes »Polen B« lässt sich auch

in den politischen Präferenzen der Bevölkerung feststellen,

wie Janusz A. Majcherek darlegt. Es klingt paradox,

dass gerade Menschen in den ehemals deutschen Ostgebieten,

deren Vorfahren aus den polnischen »Kresy«

(östliches Grenzland) kamen, wo sie keine allzu großen

Erfahrungen mit einer demokratischen politischen Kultur

hatten machen können, heute ebendiese in einem

18


emerkenswerten Maße selbst entwickeln. Über diese

Regionen, die lange Zeit in Polen als »wiedergewonnen«

galten, und über den schwierigen Weg der dort angesiedelten

Bevölkerung zu einem positiven Grundverständnis,

ja bisweilen sogar zu einer Vereinnahmung der dortigen

»kulturellen Landschaft«, schreibt Jacek Schmidt.

Regionale politische Besonderheiten Oberschlesiens,

unter besonderer Berücksichtigung der dortigen Autonomiebewegung,

stellt Krzysztof Karwat in seinem Beitrag

vor. Über literarische und kulturelle Landschaften als

Ausdruck einer Besonderheit der polnischen »Grenzland-Literatur«

denkt Hans-Christian Trepte nach. Neben

anderen Themen verdient der Essay von Szczepan Twardoch

besondere Aufmerksamkeit, in dem der Autor sein

eigenwilliges »Schlesisch-Sein« zu einer »Identität der

Einsamkeit« erklärt.

Im Literaturteil findet der Leser einen Auszug aus dem

Roman »Die fünfte Himmelsrichtung« von Kazimierz

Kutz. Darüber hinaus stellt das Jahrbuch Texte von Daniel

Odija, Mariusz Sieniewicz, Kazimierz Brakoniecki und

Michał Olszewski vor.

Mehr zum Jahrbuch:

http://www.deutsches-polen-institut.de/Publikationen/

Jahrbuch-Ansichten/jahrbuch22_2012.php

Albrecht Lempp ist verstorben

Der ehemalige Mitarbeiter des Deutschen Polen-Instituts war ein erfolgreicher Kulturmanager

Am 19. November 2012 starb in

Warschau Dr. Albrecht Lempp.

Von 1987 bis 1994 war er wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Deutschen

Polen-Institut in Darmstadt,

wo er u. a. als Referent für Presseund

Öffentlichkeitsarbeit tätig war.

1994 ging Lempp nach Krakau, um

im Auftrag der Robert Bosch Stiftung

die Europäische Akademie Villa Decius

ins Leben zu rufen. Nach einer

kurzzeitigen Rückkehr an das DPI

1997−1998 begründete Albrecht

Lempp die Arbeitsgruppe Literatur

»polska2000«, die Polens Präsenz

auf der Frankfurter Buchmesse 2000

vorbereitete.

Seit 2004 war er deutscher Geschäftsführer

der Stiftung für deutsch-pol -

nische Zusammenarbeit in Warschau.

Albrecht Lempp blieb der Redaktion

des von ihm mitbegründeten Jahrbuchs

»Ansichten« des Deutschen

Polen-Instituts (heute »Jahrbuch

Polen«) als Autor und Übersetzer bis

zuletzt treu.

19


2.2 Publikationsreihen

Veröffentlichungen des Deutschen Polen-

Instituts (VDPI)

Legitimation und Protest

Gesellschaftliche Unruhe in Polen, Ostdeutschland

und anderen Transformationsländern nach 1989

Herausgegeben von Dieter Bingen, Maria Jarosz

und Peter Oliver Loew

Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts,

Bd. 31, Wiesbaden: Harrassowitz 2012, 314 S.,

Preis: 29,80 Euro, ISBN 978-3-447-06562-7

Mit dem politischen Umbruch von 1989/1990 setzte in

den ehemaligen kommunistischen Staaten ein Transformationsprozess

ein, der aufgrund seiner Tiefe und

Nachhaltigkeit auf die Ablehnung politischer, sozialer,

kultureller und ökonomischer Betroffenengruppen stieß.

Es entwickelten sich unterschiedliche Formen von sozialem

und politischem Protest, angesichts derer sich die

politischen und sozialen Ordnungsvorstellungen, die Institutionen

und die Politiker in den jungen Demokratien

und auch in dem vereinigten Deutschland einem immer

wieder neuen Legitimationsdruck ausgesetzt sahen und

sehen.

Welche Bedeutung haben Proteste und neue soziale Bewegungen

für die Transformationsgeschichte Ostmitteleuropas?

Wie konnten sich die Institutionen und die Repräsentanten

der demokratischen Ordnung gegenüber

dem Protestpotenzial und der Protestartikulation, aber

auch gegenüber der Mehrheit der Gesellschaft legitimieren?

Wie wurde auf den Druck »von unten« politisch

reagiert? Wurden politische Ziele bzw. Instrumente der

Reformpolitik korrigiert?

Der Band gibt darauf mit Fallbeispielen aus Deutschland,

Polen, Tschechien, Ungarn und der Ukraine Antworten. Er

ist aus einer 2010 vom DPI durchgeführten Tagung hervorgegangen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Dieter Bingen, Maria Jarosz, Peter Oliver Loew

Populismus, Protest und Systemtransformation

Stefan Garsztecki: Populismus und Streitkultur in Ostmitteleuropa

im Vergleich

Klaus Bachmann: Populismus – Gefahr oder Chance für

die Demokratie?

Maria Jarosz: 1989 und die Jahre danach. Licht und Schatten

der polnischen Transformation

Łukasz Scheffs: »Recht und Gerechtigkeit« (PiS) als Protestpartei?

Eine kurze politologische Reflexion

Martin Dahl: Die sozialen Kosten der Systemtransformation

in Polen nach 1989 unter besonderer Berücksichtigung

gesellschaftlich ausgegrenzter Familien

Piotr Kocyba: Die »Bewegung für die Autonomie Schlesiens«

und ihre Transformationskritik Anfang der 1990er

Jahre

Rechtsradikalismus und Antisemitismus

Aron Buzogány: Risse im System. Der Aufstieg der radikalen

Rechten in Ungarn

Florian Ferger: Alles Verlierer? Die Modernisierungsverliererhypothese

auf dem empirischen Prüfstand

Daniel Fleisch: Das Auftreten antisemitischer und nationalistischer

Ressentiments in Protesten gegen die Systemtransformation

20


»Alter« und »neuer« sozialer Protest

Marcus Böick: »Aufstand im Osten«? Sozialer und betrieblicher

Protest gegen Treuhandanstalt und Wirtschaftsumbau

in den frühen 1990er Jahren

Piotr Antoniewicz: Anatomie der Antiglobalisierungsproteste

in Polen

Adam Ostolski: Ökologie, Demokratie und Moderne. Umweltproteste

in Polen seit 1989

Marta Trawińska: Geschlecht und Transformation. Die

Frau als Subjekt der gesellschaftlichen Veränderungen

in Polen

Andrea Priebe, Dorothée Marth: Weiblichkeit als politisches

Happening? Sozialer Protest in der Ukraine am Beispiel

der Gruppe FEMEN

Agnieszka Zagańczyk-Neufeld: Zivilgesellschaft oder Eliten-Demokratie?

Protestkultur in Polen: zivilgesellschaftlicher

Ansatz und neopositivistischer Diskurs

Legitimität und Erinnerungskultur

Piotr Forecki: Gräber und Erinnerung. Die Auseinandersetzungen

um die Begräbnisstätten von Lech Kaczyński

und Czesław Miłosz

Peter Römer: Geschichtspolitik und Erinnerungskultur.

Die Aufarbeitungsprozesse in Deutschland und Polen

nach 1989 als Geschichte von Transfer und Verflechtung

http://www.deutsches-polen-institut.de/Publikationen/

Blaue-Reihe/Band_31_Inhalt.php

Polen. Jubiläen und Debatten

Beiträge zur Erinnerungskultur

Herausgegeben von Peter Oliver Loew und Christian

Prunitsch

Veröffentlichungen des Deutschen Polen-Instituts,

Bd. 30, Wiesbaden: Harrassowitz 2012, 208 S.,

Preis: 24 Euro, ISBN 978-3-447-06560-3

Polen ist mehr als 20 Jahre nach dem politischen Umbruch

immer noch mit seiner Vergangenheit beschäftigt.

Anhand von Beispielen der Jahre 2010 und 2011 zeigen

die Autoren dieses Bandes Grundmuster nationaler Geschichtserzählungen

auf oder werfen neue Blicke auf

national längst kodifizierte Erinnerungsorte. Dabei erstreckt

sich der Fokus von der Schlacht von Grunwald/

Tannenberg über die musikalischen Helden der Nation,

Fryderyk Chopin und Ignacy Jan Paderewski, den polnisch-sowjetischen

Krieg und die Vertreibungsdebatten

bis hin zu Czesław Miłosz und der Gewerkschaftsbewegung

Solidarność. Überlegungen zu den antiken Wurzeln

der deutsch-polnischen Versöhnungsgeschichte ergänzen

den Band, der auf eine Ringvorlesung an den Universitäten

Mainz und Dresden zurückgeht.

Inhaltsverzeichnis

Jan M. Piskorski: Erinnerung als Aussöhnung. Vergangenheit

als Quelle von Angst und Hoffnung

Robert Traba: Der Opferdiskurs als zentraler identitätsstiftender

Faktor der polnischen Meistererzählung

Hans-Jürgen Bömelburg: Vergessen neben Erinnern. Die

brüchige Erinnerung an die Schlacht bei Tannenberg/

Grun wald in der deutschen und polnischen Öffentlichkeit

Walter Koschmal: Der eine und der andere Chopin?

Peter Oliver Loew: Paderewski oder Wo liegt Polen. Nation

und Erinnerungskultur zwischen dem 19. und dem

21. Jahrhundert

Jan Kusber: Das »Wunder an der Weichsel« oder Polens

Nachbar im Osten

Heinrich Olschowsky: Bertolt Brecht, der Hitler-Stalin-

Pakt und Polen

21


Stefan Garsztecki: Warschauer Aufstand und Zweiter

Weltkrieg. Polnische Gedächtnispolitik zwischen nationaler

Kanonbildung und europäischen Ansätzen

Claudia Kraft: Blickwechsel oder Introspektion? Vertreibungsdebatten

vor dem Hintergrund des Gedenkjahres

2010/2011

Hans-Christian Trepte: Zwischen Litauen, Polen, Europa

und der Welt: Czesław Miłosz (1911–2004) – »Ein Weltreisender«

Basil Kerski: Solidarność, eine europäische Revolution

http://www.deutsches-polen-institut.de/Publikationen/

Blaue-Reihe/Band_30_Inhalt.php

Aus den Besprechungen:

»Der vorliegende Band zeigt [...] sehr fein, wie Erinnern

politisch steuert und gesteuert wird. Zum Jubeln gehört

immer die Debatte.«

Wolfgang Berg, in: FPU 2/2012, S. 71

»Der Leser erhält in dem Sammelband einen wichtigen

und viele Aspekte des aktuellen Geschichtsdiskurses und

der Erinnerungskultur in Polen umfassenden Überblick,

der viele bedeutende Punkte abdeckt. Auch der Nichthistoriker

findet in diesem Buch einen leicht fassbaren Einblick

in die Grundmuster der Geschichtserzählungen in Polen

Brigitte Jäger-Dabek, in: www.das-polen-magazin.de

2.3 Einzelveröffentlichungen

Polnische Gesellschaft. Darstellungen und Materialien

für den Unterricht

Mit CD-ROM. Herausgegeben von Matthias Kneip und

Manfred Mack. Deutsches Polen-Institut Darmstadt.

Unter Mitarbeit von Andrzej Kaluza. Gefördert von der

Robert Bosch Stiftung. Berlin: Cornelsen 2012, 192 Seiten,

Preis: 16,50 Euro, ISBN 978-3-06-064113-0

Im Februar 2012 erschien im Cornelsen Verlag ein Lehrbuch

zur polnischen Gesellschaft als Unterrichtsmaterialien

für das Fach Politik und Wirtschaft. Das Werk, an dem

mehrere Autoren gearbeitet haben und das von Dr. Matthias

Kneip und Manfred Mack herausgegeben wurde,

behandelt aktuelle Themen des gesellschaftlichen Lebens

in Polen, u. a. das politische System, die wirtschaftliche

Entwicklung, Arbeit und Soziales, Kultur, Jugend und

Bildung, Konflikte und Debatten. Im Anhang enthält das

Buch eine Zeittafel seit 1989, ein umfangreiches Glossar

und eine ausführliche Bibliographie, die auch auf diverse

Internetquellen verweist. Mit der CD-ROM lassen sich

alle Unterrichtseinheiten und Materialien als Arbeitsblätter

einsetzen. Das Projekt wurde von der Robert Bosch

Stiftung gefördert.

Mehr: http://www.deutsches-polen-institut.de/Projekte/

Projekte-Aktuell/polnische-gesellschaft.php

22


»›Polnische Gesellschaft‹ ist zwar als Lehrbuch konzipiert,

kann aber durchaus als aktuelles Standardwerk

angesehen werden, das einen fundierten Überblick zu

den wichtigsten politischen, kulturellen und wirtschaftlichen

Themen anbietet, die Polen in den Jahren zwischen

1989−2012 geprägt haben. Als solide Grundlage für den

ergänzenden Unterricht an deutschen Schulen oder als

Vorbereitung für anstehende Klassen- oder Studienfahrten

nach Polen eignet es sich ohnehin.«

Arkadiusz Szczepański in: Deutsch-Polnisches Magazin

DIALOG 103 (2013), S. 88

Deutsch-Polnische Geschichte

Die deutsch-polnischen Beziehungen in Geschichte

und Gegenwart sind von einer großen Komplexität. Sie

sind deshalb seit Langem auch Gegenstand der wissenschaftlichen

Reflexion. Dennoch fehlt bis heute eine wissenschaftlich

fundierte, die verschiedenen Disziplinen

umfassende größere Darstellung der bilateralen Beziehungen

im historischen Verlauf. Seit 2009 bereitet das

Deutsche Polen-Institut die Herausgabe einer fünfbändigen

Darstellung in der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft

vor. Im Februar 2012 fand hierzu in Chemnitz ein

weiterer Autorenworkshop statt, außerdem wurde das

Projekt in Krakau (2. Kongress der ausländischen Polenhistoriker)

und Mainz (49. Deutscher Historikertag) vorgestellt.

Die einzelnen Bände sind in Arbeit und sollen ab

2014 erscheinen.

XV. Deutsch-Polnisches Forum

Deutschland und Polen – Zukunft in Europa

Berlin, 13.–14. April 2011

Deutsches Polen-Institut in Zusammenarbeit mit dem

Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und

dem Büro des Bevollmächtigten des Ministerpräsidenten

für Internationalen Dialog, Kanzlei des Ministerpräsidenten

der Republik Polen, Darmstadt 2011, 110 S. (zweisprachige

Ausgabe deutsch/polnisch)

(Auslieferung Anfang 2012)

● Gefördert vom Auswärtigen Amt,

dem Büro des Bevollmächtigten des Ministerpräsidenten

für Internationalen Dialog, Kanzlei des Ministerpräsidenten

der Republik Polen,

dem Außenministerium der Republik Polen,

der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa

und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen

Überblick:

Band 1 (bis ca. 1525)

Autoren: Dr. Norbert Kersken (Marburg/Warschau),

Prof. Dr. Przemysław Wiszewski (Breslau)

Band 2 (1525 bis 1806/1807)

Autoren: Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen),

Prof. Dr. Edmund Kizik (Danzig)

Band 3 (1806/1807 bis 1918)

Autoren: Prof. Dr. Jörg Hackmann (Stettin),

Dr. habil. Maria Kopij-Weiß (Breslau)

Band 4 (1914 bis 1949)

Autoren: Prof. Dr. Jerzy Kochanowski (Warschau),

Dr. Peter Oliver Loew (Darmstadt)

Band 5 (seit 1945)

Autoren: Prof. Dr. Stefan Garsztecki (Chemnitz),

Prof. Dr. Krzysztof Malinowski (Posen/Stettin)

● Gefördert von der Deutsch-Polnischen

Wissenschaftsstiftung

23


3 Öffentliche Kulturvermittlung

3.1 Podiumsgespräche

21. November 2012

Von der Solidarność zur Arabellion.

Der arabische Umbruch 2011

und europäische Erfahrungen

15. Deutsch-Polnisches Podiumsgespräch

mit Prof. Dr. Ali-Ridha Chennoufi, Dr. Rainer Hermann,

Prof. Dr. Egbert Jahn, Dr. Krzysztof Olendzki und

Arige Osama Samak. Begrüßung und Moderation:

Prof. Dr. Dieter Bingen

Das große Interesse für das 15. deutsch-polnische

Podiumsgespräch am 21. November 2012, das im darmstadtium

Wissenschafts- und Kongresszentrum stattfand,

war sicherlich den aktuellen politischen Entwicklungen

im arabischen Raum, insbesondere aber auch der Herkunft

der Gäste auf dem Podium geschuldet. Es ging darum,

einen Vergleich zwischen der Demokratiebewegung

in Ostmitteleuropa in den 1980er Jahren mit Schwerpunkt

Polen und der sogenannten »Arabellion«, dem

Aufbruch im arabischen Raum, der Ende 2010 in Tunesien

begann, zu ziehen. Auch wenn Vergleiche dieser Art

nur beschränkt möglich sind, kamen bei der Diskussion

mehrere Aspekte zur Sprache, die zu den Umstürzen in

Nordafrika geführt haben. Wesentlich war zum Beispiel,

dass viele relativ gut ausgebildete junge Menschen keine

ihrer Qualifikation entsprechenden Jobs finden konnten,

gleichzeitig aber nach Demokratie und Transparenz riefen,

die ihnen die alten Regime nicht bieten konnten. In

dieser Situation reichte – ähnlich wie im Fall der Entlassung

der Kranführerin Anna Walentynowicz 1980 in der

Danziger Lenin-Werft – ein Funke aus, der Selbstmord

des Programmierers Mohamed Bouazizi, um die Stimmung

explodieren zu lassen. Die ernsthaften (Macht-)

Fragen, etwa in Tunesien, Libyen oder Ägypten, beginnen

aber erst nach dem Sturz der Diktatoren: Wie kann die

neue Macht demokratisch legitimiert werden und wie

kann es gelingen, dass die Hoffnungen der Massen nicht

enttäuscht werden? Vielleicht können hierbei polnische

Erfahrungen mit der Systemtransformation helfen.

Prof. Dr. Egbert Jahn ging zunächst auf die Ursachen der

»Arabellion« ein und verteidigte die oft gescholtene Politikwissenschaft,

die durch ihren kritischen Ansatz Entwicklungen

beschreibt und Empfehlungen ausspricht,

diese aber nicht exakt voraussagen könne. Prof. Dr. Ali-

Ridha Chennoufi zeichnete den Verlauf der tunesischen

Ereignisse nach, äußerte seine Wünsche an die neuen

tunesischen Machthaber, sich an der Allgemeinen Erklärung

der Menschenrechte von 1948 zu orientieren, und

ermutigte gleichzeitig die europäischen Regierungen,

dies überall in Nordafrika einzufordern. Der ehemalige

polnische Botschafter in Tunis, Dr. Krzysztof Olendzki,

berichtete über seine Erfahrungen mit der alten und

neuen Macht in Tunesien, während der FAZ-Korrespondent

Rainer Hermann die Lage in Libyen und Ägypten

beleuch tete. Ein Gast beeindruckte und begeisterte das

Publikum besonders: Arige Samak, eine Studentin aus

Alexandria. Mit ihrem Engagement für eine Zivilgesellschaft

verlieh sie dem Gespräch Authentizität und fand

vor allem bei den zahlreichen jungen Besuchern Gehör.

Das Gespräch wurde von Prof. Dr. Dieter Bingen eingeleitet,

der auch die Diskussion moderierte.

24


Egbert Jahn Ali-Ridha Chennoufi Rainer Hermann

Video-Aufzeichnung:

www.youtube.com/watch?v=VfjSitt

LKFg&feature=plcp

www.youtube.com/watch?v=

FItEJt3azDA

Arige Osama Samak

Krzysztof Olendzki

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen

Solidarność-Zentrum in

Danzig

17. April 2012

Podiumsdiskussion:

Warum brauchen wir Europa?

Aus Anlass des 75. Geburtstags

von Rita Süssmuth, der

Präsidentin des Deutschen

Polen-Instituts, haben sich

vier Organisationen, in denen

Frau Süssmuth wichtige

Funktionen innehat, zusammengeschlossen,

um mit Unterstützung

der Französischen

Botschaft in Berlin eine öffentliche

Feier in Form einer Podiumsdiskussion

am 17. April

2012 (19 Uhr) durchzuführen:

die Deutsche Gesellschaft für

Osteuropakunde, das Deutsche

Polen-Institut, die Stiftung Genshagen

und die Deutsch-Polnische

Wissenschaftsstiftung.

Mit Prof. Dr. Rita Süssmuth,

Maurice Gourdault-Montagne,

Botschafter der Französi schen

Republik, Dr. Klaus Hänsch, Präsident des Europäischen

Parlaments a. D., Dr. Marek Prawda, Bot schafter der

Republik Polen.

Wolfgang Eichwede, Maurice Gourdault-Montagne, Heike Dörrenbächer, Rita Süssmuth,

Martin Koopmann, Dieter Bingen

Moderation: Prof. Dr. Wolfgang Eich wede, Vizepräsident

der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde.

25


Debatte: Moderation: Dr. Peter Oliver

Loew, Deutsches Polen-Institut,

Prof. Dr. Konrad Vanja, Direktor

Museum Europäischer Kulturen

− Staatliche Museen zu Berlin/

Stiftung Preußischer Kulturbesitz,

und Sophie Straube, Deutsch-Polnisches

Promotionskolleg, Ludwig-

Maximi lians-Universität München

Lesung und Gespräch

mit Artur Becker.

Moderation: Manfred Mack

Szenische Lesung zur deutschen

Polenfreundschaft mit Olgierd

Łukaszewicz und Manfred Mack

16. November 2012

Nachbarschaft in der Mitte Europas

Jahrestagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft

Bundesverband 2012. Weinheim: Hambacher Schloss.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen-Institut

40 Jahre Aufnahme der diplomatischen Beziehungen

zwischen Polen und Deutschland. Eine Erfolgsgeschichte?

Podiumsgespräch mit Kurt Beck, Ministerpräsident des

Landes Rheinland Pfalz, Schirmherr des Kongresses,

Prof. Dr. Dieter Bingen, Direktor Deutsches Polen-Institut,

Adam Krzemiński, Essayist und Journalist,

Prof. Dr. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a. D.,

Moderation: Basil Kerski, Direktor des Europäischen

Solidarność-Zentrums und Chefredakteur Deutsch-Polnisches

Magazin DIALOG

Hambach als deutsch-polnischer Erinnerungsort. Bürger -

liche Demokratiebewegung und Polenbegeisterung

Vortrag: Sophie Straube, Deutsch-Polnisches Promotionskolleg,

Ludwig-Maximilians-Universität München

Artur Becker

26


3.2 Ausgewählte kulturelle

Veranstaltungen

19. Januar 2012

Die geteilte Klasse

Ein Dokumentarfilm von Andrzej Klamt (D/PL 2011).

Mit einer Diskussion mit dem Regisseur. Einführung und

Moderation: Dr. Andrzej Kaluza. Gemeinsam mit dem

programmkino rex

Der Film behandelt das in der öffentlichen Wahrnehmung

bisher kaum beachtete Thema der Integration der

sogenannten Spätaussiedler (Deutschstämmige aus Polen)

in der Bundesrepublik Deutschland. Es ist die Geschichte

von unzähligen Migranten, die nicht so berühmt

geworden sind wie Miroslav Klose oder Lukas Podolski,

gleichwohl eine ähnliche Vorgeschichte haben.

Der Film behandelt viele in den deutsch-polnischen Beziehungen

bisher »unter den Teppich gekehrte« Fragen,

und das auf einer Ebene, die von den Zuschauern als echt

und unmittelbar empfunden wird. Die Filmvorführung in

Darmstadt war ausverkauft und die Diskussion mit Andrzej

Klamt gestaltete sich lebendig und einfühlsam.

Andrzej Klamt, geboren 1964 in Beuthen (Bytom). Seit

1979 in Deutschland, Studium der Filmwissenschaft und

der Slawistik in Frankfurt am Main. Seit 1990 als freier

Filmemacher und Produzent tätig. Er lebt und arbeitet in

Wiesbaden.

www.die-geteilte-klasse.de

9. Februar 2012

»Hundert Freuden«.

In memoriam Wisława Szymborska

Lesung aus dem lyrischen Werk der Nobelpreisträgerin

mit Dr. Matthias Kneip, Manfred Mack und Renate

Schmidgall im DPI.

Am 1. Februar 2012 verstarb in Krakau die polnische Lyrikerin,

Essayistin und Übersetzerin Wisława Szymborska.

Sie erhielt 1996 den Literaturnobelpreis, 1991 den

Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main und 2011 die

höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weißen

Adlers. Szymborska wurde 1923 in Kórnik bei Posen

geboren; 1931 zog ihre Familie nach Krakau, wo sie ihr

ganzes Leben verbrachte. Sie debütierte als Lyrikerin

1945, 1952 erschien ihre erste Gedichtsammlung, 2008

die elfte und letzte. Sie schrieb insgesamt 350 Gedichte.

Wisława Szymborska war mehrmals Gast des DPI, zuletzt

1997, als sie im Haus Olbrich las.

Grabstein (1962)

Hier ruht, altmodisch wie das Komma, eine

Verfasserin von ein paar Versen. Die Gebeine

genießen Frieden in den ewigen Gärten,

obwohl sie keiner Literatengruppe angehörten.

Drum schmückt nichts Bessres ihre Totenstätte

als dieser Reim, die Eule und die Klette.

Passant, hol den Computer aus dem Aktenfach

und denk über Szymborskas Los ein wenig nach

© Karl Dedecius und Suhrkamp Verlag. Aus: Hundert

Freuden, hrsg. und aus dem Polnischen von Karl Dedecius.

Mit einem Vorwort von Elisabeth Borchers und einem

Nachwort von Jerzy Kwiatkowski. Frankfurt am Main 1996

27


25. April 2012

Pakete der Solidarität

Ein Film von Lew Hohmann (D 2011). Einführung:

Prof. Dr. Dieter Bingen, Moderation: Manfred Mack

Präsentation des Buches:

Polenhilfe. Als Schmuggler für Polen unterwegs

In Zusammenarbeit mit der Stiftung für Deutsch-Polnische

Zusammenarbeit und dem Katholischen Bildungszentrum

nr 30

Protagonisten von damals und ihre Geschichten kennen

zu lernen. Er ist aber auch eine Danksagung von Polen

an Deutsche für deren Nächstenliebe, Zivilcourage und

Großzügigkeit.

Auch in der zweisprachigen Publikation »Polenhilfe – Als

Schmuggler für Polen unterwegs / Pomoc dla Polski –

Zostali przemytnikami dla Polaków«, die an die Hilfsaktion

erinnert, werden zahlreiche Dokumente, Flugblätter,

Zeitungsausschnitte, offizielle Bilder und private Fotos

zum ersten Mal veröffentlicht. Teilweise stammen die

Materialien aus dem Archiv des Deutschen Polen-Instituts.

Herausgeber dieses Buches sind der Verband Polnischer

Journalisten in Deutschland e. V. (Barbara Cöllen),

die polnische Redaktion der Deutschen Welle (Bartosz

Dudek) und das Willy Brandt Zentrum der Universität

Breslau (Prof. Dr. Krzysztof Ruchniewicz). Das Buch ist im

Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8676-035).

23. Mai 2012

Weibskram

Lesung im DPI mit Sylwia Chutnik. Moderation:

Dr. Andrzej Kaluza und Manfred Mack

In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Institut Düsseldorf

Sylwia Chutnik (geb. 1979), Kulturwissenschaftlerin, Autorin,

Warschauer Aktivistin und »radikale Hausfrau«,

Gründerin und Leiterin der Stiftung »MaMa«, die sich

für die Rechte der Mütter in Polen einsetzt. Für ihren

Debütroman »Weibskram« (Kieszonkowy atlas kobiet)

erhielt sie 2008 den Preis der Wochenzeitschrift Polityka

»Paszport Polityki«; 2009 wurde sie für den renommierten

polnischen Literaturpreis Nike nominiert.

Im Sommer 1980 stand Polen vor dem wirtschaftlichen

Kollaps. Die Versorgungslage spitzte sich dramatisch zu.

Bestürzt durch die Bilder aus Polen, ergriffen viele Deutsche

privat Initiative, halfen direkt oder stellten Hilfe auf

die Beine. Mit der sogenannten »Polen-Hilfe« kamen

Polen und Deutsche einander näher. 30 Jahre danach

erinnerte das Deutsche Polen-Institut mit einem Dokumentarfilm

und einer Publikation an die Hilfsaktion, die

damals auch in Darmstadt und Umgebung ihre Früchte

getragen hatte.

Der Film »Pakete der Solidarität / Paczki solidarności«

von Lew Hohmann erzählt von der Aktion als einem spontanen

Akt der Solidarität, der sich binnen weniger Monate

in eine Volksbewegung verwandelte. Dank dieser Pakete

wurden viele Freundschaften geknüpft, die bis heute halten

und stabiler sind als Verträge oder politische Deklarationen.

Der Dokumentarfilm ist eine Gelegenheit, die

28


5. September 2012

Der Gesang der Fledermäuse

Lesung mit Olga Tokarczuk. Moderation: Manfred Mack

Eine Veranstaltung des DPI in Zusammenarbeit mit

SALONik e.V. und dem Nachbarschaftsheim Darmstadt

e.V. Im Rahmen der Deutsch-Polnischen Sommerakademie

des DPI. Schlösschen im Prinz-Emil-Garten

Olga Tokarczuk gehört zu den renommiertesten Vertreterinnen

der polnischen Gegenwartsliteratur. Ihre Bücher

sind seit Jahren auf dem deutschen Buchmarkt erfolgreich.

● Gefördert von der Deutsch-Polnischen

Wissenschaftsstiftung

2. Oktober 2012

Polski Tango

Lesung mit Adam Soboczynski

Moderation: Dr. Matthias Kneip, Dr. Andrzej Kaluza

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Literaturhauses

Darmstadt und des Deutschen Polen-Instituts im Literaturhaus

Darmstadt

16. Oktober 2012

Korczak. Versuch einer Biographie

Lesung mit Joanna Olczak-Ronikier und Katarzyna Zimmerer.

Moderation: Manfred Mack. Eine Veranstaltung

des DPI in Zusammenarbeit mit dem Katholischen

Bildungszentrum nr 30 und dem Polnischen Institut

Düsseldorf

Adam Soboczynski, 1975 in Thorn (Toruń) geboren, studierte

Germanistik und Philosophie. Er lebt in Berlin und

arbeitet als Feuilletonredakteur bei der ZEIT.

Joanna Olczak-Ronikier entstammt einer traditionsreichen

polnisch-jüdischen Familie aus Warschau und ist

als Schriftstellerin und Drehbuchautorin tätig. Für ihr

Buch über die Schicksale ihrer Familienmitglieder (dt.

»Im Garten der Erinnerung«, Berlin 2006) erhielt sie

2001 den Nike-Preis.

29


3.3 Filmreihe

Nicht nur Sauermehlsuppe.

Filmische Köstlichkeiten aus der polnischen Provinz

Wie in den vergangenen Jahren veranstaltete das Institut

gemeinsam mit dem programmkino rex eine Filmreihe

zur Bewerbung des Jahrbuchs Polen 2012 Regionen. Die

Reihe präsentierte vier polnische Filme, in denen »die

Provinz« zum Protagonisten avancierte.

26. November 2012

Komparsen (Statyści)

Ein Film von Michał Kwieciński (PL 2006) mit Kinga Preis,

Bartosz Opania, Anna Ramontowska, Krzysztof Kiersznowski.

3. Dezember 2012

Augenzwinkern (Zmruż oczy)

Ein Film von Andrzej Jakimowski (PL 2003) mit Zbigniew

Zamachowski, Małgorzata Foremniak, Andrzej Chyra,

Aleksandra Prószyńska

10. Dezember 2012

Der Meister (Mistrz)

Ein Film von Piotr Trzaskalski (PL 2005) mit Konstantin

Lawronienko, Jacek Braciak, Monika Buchowiec, Teresa

Branna, Aurelia Georges

17. Dezember 2012

Sauermehlsuppe (Żurek)

Ein Film von Ryszard Brylski (PL 2003) mit Katarzyna

Figura, Natalia Rybicka, Zbigniew Zamachowski

Die Filmreihe wurde ermöglicht durch die Unterstützung der

Darmstädter Unternehmen Merck KGaA, Heller-Ingenieurgesellschaft,

Slamed GmbH und ElBi Elektronik (Pfungstadt).

In Zusammenarbeit mit dem programmkino rex

3.4 Ausstellungen

Ausstellung zum »Karl-Dedecius-Preis«

Anlässlich des 90. Geburtstags von Karl Dedecius präsentiert

eine mobile Wanderausstellung auf zwölf Stelen

den Karl-Dedecius-Preis in deutscher und polnischer

Sprache: den Namensgeber Karl Dedecius, das Konzept

des Doppelpreises mit den Initiatoren Robert Bosch Stiftung

und Deutsches Polen-Institut sowie die aktuellen

zehn Preisträger. Die Ausgezeichneten werden mit Foto,

kurzem Lebenslauf und Werk vorgestellt. Sie nehmen

zu ihrer Profession Stellung und verraten, was sie beim

Übersetzen von Literatur inspiriert.

Die Ausstellung wurde 2012 mehrmals gezeigt, etwa im

Karl-Dedecius-Archiv der Europa-Universität Viadrina

in Frankfurt (Oder)/Słubice, bei den Tübinger Übersetzerwochen,

im Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte

und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig und im

Polnischen Generalkonsulat in München.

Die Stelen bestehen aus einem Aluspannrahmen, der jeweils

auf der Vorder- und Rückseite mit einer bedruckten

Stoffbahn bezogen ist. Interessierte Organisationen

und Institutionen können die Wanderausstellung gerne

leihen und in ihren Räumen für einige Wochen zeigen.

● Gefördert von der Robert Bosch Stiftung

30


Ausstellungsorte

Polnische Gesellschaft

Ausstellungsorte D / PL

Polnische Geschichte und deutsch-polnische Beziehungen

A Schwalbach I Berlin Q Hamburg X Posen / Poznań

B Darmstadt J Düsseldorf R Vallendar Y Gnesen / Gniezno

C Ahlbeck K Ober-Ramstadt S Schneverdingen Z Breslau / Wrocław

D Ramin L Neckargemünd T Mainz

E Brühl M Dortmund U Hambach

F Vallendar N Bad Kreuznach V Heppenheim

G Mainz O Hinterzarten W Marktheidenfeld

H Hambach

P Pasewalk

Ausstellungen »Polnische Gesellschaft« und »Polnische

Geschichte und deutsch-polnische Beziehungen«

Die Ausstellung »Polnische Gesellschaft 1989 bis 2012«,

die auf der Basis der Unterrichtsmaterialien »Polnische

Gesellschaft« erarbeitet wurde, wurde 2012 in insgesamt

acht Orten gezeigt. Die Ausstellung »Polnische

Geschichte« wurde insgesamt an 16 Orten (v. a. Schulen,

Universitäten, Bibliotheken, Rathäuser) gezeigt.

Die polnische Version dieser Ausstellung mit dem Titel:

»Historia Polski i stosunków polsko-niemieckich« wurde

an drei Orten in Polen präsentiert (Deutsches Generalkonsulat

Breslau, West-Institut Posen, Museum der Entstehung

des polnischen Staates Gnesen). In Posen und

Gnesen fanden anlässlich der Ausstellungseröffnungen

Schüler- und Lehrer-Workshops zur deutsch-polnischen

Geschichte statt.

Die polnische Version der Ausstellung, die 2010 mit

Projektmitteln des Auswärtigen Amts ins Polnische übersetzt

und in einer polnischen Sprachversion produziert

werden konnte, ist im Willy Brandt Zentrum der Universität

Breslau deponiert und kann dort ausgeliehen werden.

Die zweisprachige Broschüre kann gegen Erstattung der

Versandkosten im DPI bestellt werden.

● Gefördert vom Auswärtigen Amt, von der Robert Bosch

Stiftung und dem Cornelsen Verlag

31


4 Bibliothek und Archive

4.1 Wissenschaftliche deutschpolnische

Spezialbibliothek

Der Ausbau der auf Polen bezogenen Bibliotheksbestände

deutscher, polnischer und englischsprachiger Provenienz

vor allem in den Fachgebieten Politik, Geschichte

und Gesellschaft, Wirtschaft und Transformation und der

Erwerb zur Erhaltung ihres Standards als führende deutsche

Fachbibliothek für polnische Literatur und Kultur

bzw. deutsch-polnische Literatur- und Kulturbeziehungen

wurden fortgesetzt.

Die Bibliothek wird als öffentliche Ausleihbibliothek geführt

und ist an den Leihverkehr der deutschen Bibliotheken

angeschlossen.

Im Bereich der Neuerscheinungen und Nachkäufe lagen

2010 die Schwerpunkte bei:

– Transformationsforschung in Politik, Gesellschaft,

Wirtschaft und Kultur nach 1989 in der deutschen,

polnischen und internationalen Fachliteratur

– Zeitgeschichte nach 1945 und Politik in Polen,

insbesondere wiss. Aufarbeitung der kommunistischen

Herrschaft bis 1989 (Politikwissenschaft, Soziologie,

Kulturwissenschaften)

Polen in Europa in Geschichte und Gegenwart,

insbesondere Integration Polens in die europäischen

und transatlantischen Organisationen

Polen und seine östlichen Nachbarn (Russland,

Belarus, Ukraine) und regionale und grenzüberschreitende

Beziehungen

Der Bibliotheksbestand Ende 2012: 61.000 Einheiten

Die Bestände der DPI-Bibliothek sind über das Hessische

BibliotheksInformationsSystem (HeBIS) und damit auch

über den KVK (Karlsruher Virtueller Katalog) recherchierbar.

Außerdem wurde über das Lokalsystem Darmstadt

ein eigener Katalog für das DPI freigeschaltet, der vielfältige

Recherche- und Speichermöglichkeiten bietet.

● Gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen

und Halbach-Stiftung

4.2 Archive

Das DPI wertet regelmäßig die Presse zu den Themen

Politik, Wirtschaft, Kultur Polens und zu den deutschpolnischen

Beziehungen aus. Dabei werden sowohl

Papierausgaben wie auch Internetressourcen herangezogen.

Die Artikel werden teilweise elektronisch gespeichert,

teilweise auf herkömmliche Art im Institutsarchiv

abgelegt. Die Reduzierung der klassischen Archivablage

geschieht vor dem Hintergrund zunehmender Ange bote

im Internet und auf digitalen Medien (CD, DVD). Das

Autorenarchiv wird in herkömmlicher Art fortgeführt.

Die einzelnen Abteilungen des Archivs werden fortgeführt.

Es umfasst folgende Abteilungen:

– Presse- und Institutsarchiv

– Politisches Archiv Bingen

– Autorenarchiv (Polnische Schriftsteller)

– Fotoarchiv (Polnische Schriftsteller)

– Dokumentation Polen-Information (1970–2010),

Dauerleihgabe Kühn

– Plakatsammlung

– Audio-Archiv

– Film-Archiv

Da mittlerweile zahlreiche allgemeine Informationen

zu Polen im Internet oder auf digitalen Datenträgern

(CD, DVD) zugänglich sind, wird das Archiv sich stärker

auf spezifische Informationen und Materialien aus dem

Bereich Kultur konzentrieren. Ca. 90 Prozent der Materialien

werden mittlerweile nur noch als PDF-Dateien

gespeichert. Die Audio- und Video-Kassetten sind mittlerweile

alle digitalisiert und stehen den Nutzern auf

externen Festplatten und DVDs bereit. Die Archivierung

wird fortgeführt. Sämtliche Film- und Audio-Materialien

sind über eine MS-Access-datenbank recherchierbar.

2012 konnten die Zeitungsausschnitte der Dokumentation

Polen-Information bis ins Jahr 2010 ergänzt werden.

Diese Sammlung umfasst nun ca. 60.000 Artikel.

32


5 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

5.1 Pressearbeit

Über die Arbeit des Instituts erschienen 2012 mehrere

Hundert Veranstaltungsbeiträge, Überblicksartikel, Interviews,

Features und Rezensionen, sowohl deutschlandweit

als auch im deutschsprachigen Ausland. Zahlreiche

Berichte fanden sich im Bereich Printmedien (Darmstädter

Echo, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter

Rundschau, Osteuropa, Dialog usw.). Über das Institut

wurde ebenso in einer Vielzahl von elektronischen Medien

berichtet (Deutsche Welle, DeutschlandRadio Kultur,

Polnischer Rundfunk, Radio Darmstadt usw.). Auch polnische

Medien und Fachzeitschriften informierten 2012

über die Arbeit des Instituts (u. a. Gazeta Wyborcza, TVP

Info, Schlesisches Wochenblatt).

5.2 Newsletter DPI-Nachrichten

Der elektronische Newsletter »DPI-Nachrichten« wird

vier Mal im Jahr herausgegeben und an ca. 1.600 Abonnenten

versendet. Er informiert über die aktuellen Ereignisse,

blickt auf Vergangenes zurück und liefert einen

Ausblick auf die wissenschaftlichen, editorischen und

kulturellen Vorhaben des Instituts. Er ist dicht mit der

Homepage des Instituts verlinkt und kann auf www.deutsches-polen-institut.de

bestellt werden.

5.3 Homepage

Die Homepage des Instituts www.deutsches-polen-institut.de

wurde fortlaufend aktualisiert. In die vorhandenen

Datenbanken wurden die Jahrbuch-Bibliographien

von 2012 (polnische Literatur in deutscher Übersetzung

und deutsche Literatur in polnischer Übersetzung) eingearbeitet.

Die Suchfunktion in diesen Bibliographien

wurde durch ein Zusatzmodul erweitert. Die Zugriffe auf

die Homepage betrugen zwischen 17.000 und 22.000

im Monat. Ca. 250.000 Nutzer haben die Homepage besucht.

Zusätzlich zur Institutshomepage gibt es noch drei weitere

Homepages zu einzelnen Projekten:

Das Institut konnte darüber hinaus auf eine breite öffentliche

Präsenz auf einschlägigen Homepages in Deutschland

und Polen verweisen (Deutsche Botschaft, Polnische

Botschaft, Auswärtiges Amt, Goethe-Institut, Institut für

Auslandsbeziehungen, Hessischer Rundfunk, Frankfurter

Allgemeine Zeitung, Darmstädter Echo, ARTE usw.).

Die meisten Beiträge erschienen 2012 zum Jahrbuch

Polen (37), zur Auslobung des Karl-Dedecius-Preises

(34) und zum Band »Polnische Gesellschaft« (17).

34 Mal berichteten die Medien allgemein über die Arbeit

des Instituts. Das Institut lud 2012 zu einem Pressetermin

ein. DPI-Mitarbeiter kommentierten für zahlreiche

überregionale Medien aktuelle Ereignisse.

Die Sommerschule des DPI verfügt über eine eigene

Homepage: www.sommerschule-polen.de. Sie dient sowohl

der Werbung als auch der internen Kommunikation

unter den Teilnehmern.

Über die Aktivitäten des Instituts im Bereich der Polenforschung,

insbesondere über die Zweite Tagung Deutsche

Polenforschung, die im Herbst 2011 stattfand, informiert

die Homepage www.polenforschung.de

Über den Karl-Dedecius-Preis gibt die Homepage

www.karl-dedecius-preis.de detailliert Auskunft.

Über die Homepage werden auch zwei Newsletter

(Polen-Analysen, DPI-Nachrichten) verwaltet.

5.4 Deutsches Polen-Institut

auf Facebook

Das Institut erweiterte 2012 sein Informationsangebot

und ist auf Facebook aktiv. Interessenten können, wenn

sie Facebook-Mitglieder sind, die Site des Instituts www.

facebook.com/deutschespoleninstitut besuchen und

»liken«.

33


6 Chronik 2012

19. Januar 2012

Die geteilte Klasse. Ein Dokumentarfilm

von Andrzej Klamt (D/PL 2011, OmU).

Mit Diskussion mit dem Regisseur.

Einführung und Moderation: Dr. Andrzej

Kaluza. programmkino rex Darmstadt

9. Februar 2012

»Hundert Freuden«. In memoriam

Wisława Szymborska. Lesung aus dem

lyrischen Werk der Nobelpreisträgerin.

Moderation und Rezitation: Renate

Schmidgall, Dr. Matthias Kneip, Manfred

Mack. DPI

10.−11. Februar 2012

Workshop für Autoren der »Deutsch-

Polnischen Geschichte«. Konzeption:

Dr. Peter Oliver Loew. Technische Universität

Chemnitz

17. Februar − 13. April 2012

Polnische Geschichte und deutsch-polnische

Beziehungen. Ausstellung des DPI

zum gleichnamigen Lehrwerk. Einführungsvortrag:

Manfred Mack. Gefördert

von der Robert Bosch Stiftung. Gerhard-

Hauptmann-Haus, Düsseldorf

7. März − 27. April 2012

Karl-Dedecius-Preis für deutsche und pol -

nische Übersetzer. Eine Ausstellung des

DPI und der Robert Bosch Stiftung. Geisteswissenschaftliches

Zentrum Geschichte

und Kultur Ostmitteleuropas an der Universität

Leipzig

15. März 2012

Vom Reiz des Übersetzens. Manfred Mack

im Gespräch mit dem Karl-Dedecius-Preis -

träger Martin Pollack. In Kooperation mit

dem Polnischen Institut (Berlin) − Filiale

Leipzig. Gefördert von der Robert Bosch

Stiftung. Polnisches Institut (Berlin) −

Filiale Leipzig

16. März 2012

Polnische Gesellschaft. Darstellungen

und Materialien für den Unterricht. Vorstellung

des Lehrwerks mit den Herausgebern

Matthias Kneip und Manfred Mack,

Götz Schwarzrock (Cornelsen Verlag) und

den Autoren Agnes Kriszan und Rainer

Mende. In Zusammenarbeit mit der Robert

Bosch Stiftung, dem Cornelsen Verlag und

dem Polnischen Institut (Berlin) − Filiale

Leipzig. Buchmesse Leipzig (Congress

Center)

19.–23. März 2012

Methodenworkshop im Rahmen des

Deutsch-Polnischen Promotionskollegs

»Polen und Deutschland im modernen

Europa«. In Zusammenarbeit mit der

Ludwig-Maximilians-Universität München

und dem Willy Brandt Zentrum der Universität

Breslau. DPI, Darmstadt

21. März 2012

Die Zukunft der Regionen. Polnische

Erfahrungen für Europa. Präsentation des

Jahrbuchs Polen 2012 Regionen. Buchvorstellung

/ Lesung: Dr. Andrzej Kaluza,

Jutta Wierczimok. Anschließend Dr. Peter

Oliver Loew im Gespräch mit Prof. Dr.

Robert Traba (Berlin) über die Zukunft

der Regionen und des Regionalismus in

Polen. Deutsche Akademie für Sprache

und Dichtung, Darmstadt

17. April 2012

Warum brauchen wir Europa? Podiumsdiskussion

aus Anlass des 75. Geburtstags

der DPI-Präsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth,

mit Maurice Gourdault-Montagne,

Botschafter der Französischen Republik,

Dr. Klaus Hänsch, Präsident des Europäischen

Parlaments a. D., Dr. Marek Prawda,

Botschafter der Republik Polen. Moderation:

Prof. Dr. Wolfgang Eichwede, Vizepräsident

der Deutschen Gesellschaft

für Osteuropakunde e.V., Botschaft der

Republik Frankreich, Berlin

25. April 2012

Pakete der Solidarität. Ein Film von

Lew Hohmann (D 2011), 45 Min., DF.

Präsentation des Buches: Polenhilfe. Als

Schmuggler für Polen unterwegs. Einführung:

Prof. Dr. Dieter Bingen. Moderation:

Manfred Mack. In Zusammenarbeit mit

der Stiftung für Deutsch-Polnische

Zusammenarbeit und dem Katholischen

Bildungszentrum nr 30, Darmstadt

26. April 2012

Literatur als Mittlerin über Grenzen hin -

weg. Tagung aus Anlass des 90. Geburtstages

von Karl Dedecius mit einem Vortrag

von Manfred Mack: Ein Jahrhundert

in sieben Bänden – Panorama der polni -

schen Literatur. Eine Tagung des Polnischen

Generalkonsulats München in Zusammenarbeit

mit dem DPI, der Deutsch-

Polnischen Gesellschaft München e.V.,

der Robert Bosch Stiftung und der Bayerischen

Staatsregierung. Generalkonsulat

der Republik Polen, München

3. Mai 2012

Lethargie. Lesung mit Wojciech Kuczok im

Rahmen des LiteraTurm-Festivals 2012.

Moderation: Renate Schmidgall und Stefanie

Peter. BHF-Bank, Frankfurt am Main

3. Mai – 13. Juni 2012

Polnische Geschichte und deutsch-polni -

sche Beziehungen. Ausstellung des DPI zur

gleichnamigen Publikation im Cornelsen

Verlag in der Volksbank Bad Kreuznach.

Einführung zur Ausstellungseröff nung

von Manfred Mack. In Zusammen arbeit

mit dem Gymnasium an der Stadtmauer,

Bad Kreuznach

4. Mai 2012

Lethargie. Lesung mit Wojciech Kuczok

im Rahmen des LiteraTurm-Festivals 2012.

Moderation: Renate Schmidgall / Einführung:

Dr. Andrzej Kaluza. Im Anschluss

Filmvorführung: Senność (Lethargie). Film

von Magdalena Piekorz (PL 2008). Schlösschen

im Prinz-Emil-Garten, Darmstadt

9.–13. Mai 2012

Karl-Dedecius-Preis für deutsche und

polnische Übersetzer. Eine Ausstellung

des DPI und der Robert Bosch Stiftung im

Rahmen der Übersetzerwoche Tübingen.

Eröffnung der Ausstellung am 13. Mai

2012. In Zusammenarbeit mit der Übersetzerwoche

Tübingen. Bibliothek der

Philosophischen Fakultät der Universität

Tübingen

23. Mai 2012

Weibskram. Lesung mit Sylwia Chutnik.

Moderation: Dr. Andrzej Kaluza. Rezitation:

Manfred Mack. In Zusammenarbeit

mit dem Polnischen Institut Düsseldorf.

DPI, Darmstadt

24. Mai – 31. Juli 2012

Karl-Dedecius-Preis für deutsche und

polnische Übersetzer. Eine Ausstellung

des DPI und der Robert Bosch Stiftung. In

Zusammenarbeit mit dem Karl-Dedecius-

Archiv, Collegium Polonicum, Słubice

30. Mai – 13. Juni 2012

Polnische Gesellschaft 1989 bis 2012.

Ausstellung des DPI im Rahmen des 12.

Polnischen Kaleidoskops im Bürgerhaus

Schwalbach. Vortrag zur Ausstellungseröffnung:

Manfred Mack. Bürgerhaus

Schwalbach/Ts.

5. Juni 2012

Die Eroberung der City. Politische

Archi tektur in Mitteleuropa 1815–1918.

Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr.

Agnieszka Zabłocka-Kos (Universität

Breslau). DPI, Darmstadt

20. Juni 2012

Von Danzig bis Tunis. Arabische Revolutionen

2011 und der mitteleuropäische

Systemwechsel 1989. Arabische, polnische

und deutsche Erfahrungen. 1. Berliner

Gespräch des Deutschen Polen-Instituts.

Gemeinsam mit dem Europäischen

Solidarność-Zentrum Danzig. Vertretung

des Landes Rheinland-Pfalz, Berlin

21. Juni 2012

Polnische Regionen & Polnische Gesellschaft:

Neue Publikationen erklären das

Gastgeberland der EURO 2012. Buchvorstellung

mit Dr. Andrzej Kaluza, Manfred

Mack und Rainer Mende. Polnisches

Institut (Berlin) – Filiale Leipzig

34


26. Juni 2012

Zeugnis ablegen. In memoriam Arno

Lustiger (1924–2012). Mit einer Fernseh-

Dokumentation von Carmen Renate

Köper: »Fragt uns aus! Arno Lustiger – Ein

Zionist aus Frankfurt« (HR 1994, 55 Min.)

und Texten aus den Werken von Arno

Lustiger. Moderation: Prof. Dr. Dieter

Bingen, Manfred Mack. DPI, Darmstadt

2. Juli 2012

Kolloquium mit Studenten der Universität

Gießen mit einem Vortrag von Manfred

Mack: Polnische Literatur als sozialwissenschaftliche

Quelle. DPI, Darmstadt

13. August 2012

Polnische Gesellschaft 1989 bis 2012.

Ausstellung des DPI mit einer Einführung

von Manfred Mack und einer Lesung von

Dr. Matthias Kneip. Gemeinsam mit RAA

Mecklenburg-Vorpommern (perspektywa).

Rathaus, Ostseebad Heringsdorf

14. August 2012

Polen vermitteln: Polen im Unterricht und

in Jugendgruppen thematisieren. Multiplikatorenschulung

mit Dr. Matthias Kneip

und Manfred Mack. Gemeinsam mit RAA

Mecklenburg-Vorpommern (perspektywa).

Rathaus, Ostseebad Heringsdorf

15. August 2012

Polnische Geschichte und deutsch-polnische

Beziehungen. Ausstellung des DPI

mit einer Einführung von Manfred Mack

und einer Lesung von Dr. Matthias Kneip.

Gemeinsam mit RAA Mecklenburg-Vorpommern

(perspektywa). Europaschule

»Arnold Zweig«, Pasewalk

31. August 2012

Lokomotive. Kindergedicht von Julian

Tuwim. Lesung mit Manfred Mack und

Dr. Andrzej Kaluza. Im Rahmen der Darmstädter

Langen Nacht. Hauptbahnhof,

Darmstadt

2.–9. September 2012

Deutsch-Polnische Sommerakademie.

Dozenten: Prof. Dr. Claudia Kraft, Prof.

Dr. Magdalena Marszałek. Beteiligung

von Olga Tokarczuk. Gefördert von der

Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung.

DPI, Darmstadt

5. September 2012

Der Gesang der Fledermäuse. Lesung mit

Olga Tokarczuk im Rahmen der Deutsch-

Polnischen Sommerakademie. Moderation:

Manfred Mack. In Zusammenarbeit

mit SALONik e.V. und dem Nachbarschaftsheim

Darmstadt e.V. Gefördert

von der Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung.

Schlösschen im Prinz-

Emil-Garten, Darmstadt

6. September 2012

Geisterstadt Warschau: Topographien des

Unheimlichen aus literarischer, künstlerischer

und ethnologischer Perspektive.

Vortrag mit Prof. Dr. Magdalena Marszałek

im Rahmen der Deutsch-Polnischen

Sommerakademie. Gefördert von der

Deutsch-Polnischen Wissenschaftsstiftung.

Hessisches Staatsarchiv, Darmstadt

10.–11. September 2012

Seminar »Wspólny Pokój«. Danzig, Stadt

Danzig in Zusammenarbeit mit dem DPI

14. September 2012

Deutsch-Polnische Geschichte. Projektvorstellung

mit Prof. Dr. Hans-Jürgen

Bömelburg, Dr. Peter Oliver Loew. Zweiter

Kongress der Ausländischen Polenhistoriker,

Krakau

17.–27. September 2012

Karl-Dedecius-Preis für deutsche und

polnische Übersetzer. Eine Ausstellung

des DPI und der Robert Bosch Stiftung. In

Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat

der Republik Polen in München. Polnisches

Kulturzentrum am Generalkonsulat

der Republik Polen, München

27. September 2012

Deutsch-Polnische Geschichte. Projektvorstellung

mit Prof. Dr. Dieter Bingen,

Prof. Dr. Jörg Hackmann, Dr. habil. Marta

Kopij-Weiß, Dr. Peter Oliver Loew.

49. Deutscher Historikertag, Mainz

2. Oktober 2012

Polski Tango. Lesung mit Adam Soboczynski.

Moderation: Dr. Matthias Kneip,

Dr. Andrzej Kaluza. Gemeinsam mit dem

Literaturhaus Darmstadt. Literaturhaus,

Darmstadt

16. Oktober 2012

Korczak. Versuch einer Biographie. Lesung

mit Joanna Olczak-Ronikier und Katarzyna

Zimmerer. Moderation: Manfred Mack. In

Zusammenarbeit mit dem Katholischen

Bildungszentrum nr 30 und dem Polnischen

Institut Düsseldorf. Katholisches

Bildungszentrum nr 30, Darmstadt

26.–28. Oktober 2012

Transnationale Verflechtungen im östlichen

Europa. Forschungskonzeptionen –

Themenfelder – Vergleiche. Wissenschaftliche

Tagung, zugleich Jahrestagung des

Johann Gottfried Herder-Forschungsrats.

Gefördert vom Johann Gottfried Herder-

Forschungsrat sowie der TU Chemnitz.

Technische Universität Chemnitz

16. November 2012

Nachbarschaft in der Mitte Europas.

Jahrestagung der Deutsch-Polnischen

Gesellschaft Bundesverband 2012. In Zusammenarbeit

mit dem DPI. Hambacher

Schloss, Weinheim

21. November 2012

Von der Solidarność zur Arabellion. Der

arabische Umbruch 2011 und europäische

Erfahrungen. XVI. Deutsch-Polnisches

Podiumsgespräch mit Botschafter

a. D. Krzysztof Olendzki, Prof. Dr. Ali-Ridha

Chennoufi, Prof. Dr. Egbert Jahn, Arige

Samak und Dr. Rainer Hermann. Einleitung

und Moderation: Prof. Dr. Dieter Bingen.

Kongress- und Wissenschaftszentrum

darmstadtium

26. November 2012

Komparsen (Statyści). Ein Film von Michał

Kwieciński, Tragikomödie, Polen 2006,

118 Min., OmdU. Im Rahmen der Filmreihe

»Nicht nur Sauermehlsuppe – Filmische

Köstlichkeiten aus der polnischen Provinz«.

Gemeinsam mit dem programmkino

rex, Darmstadt

3. Dezember 2012

Augenzwinkern (Zmruż oczy). Ein Film

von Andrzej Jakimowski, Komödie, Polen

2003, 86 Min., OmeU. Im Rahmen der

Filmreihe »Nicht nur Sauermehlsuppe –

Filmische Köstlichkeiten aus der polnischen

Provinz«. Gemeinsam mit dem

programmkino rex, Darmstadt

10. Dezember 2012

Der Meister (Mistrz). Ein Film von Piotr

Trzaskalski, Tragikomödie, Polen 2005,

93 Min., OmeU. Im Rahmen der Filmreihe

»Nicht nur Sauermehlsuppe – Filmische

Köstlichkeiten aus der polnischen Provinz«.

Gemeinsam mit dem programmkino

rex, Darmstadt

13.–14. Dezember 2012

Neue Wege der Polenforschung. Erfah -

rungsaustausch und Vernetzung wissenschaftlicher

Zentren. Tagung der Europa-

Universität Viadrina Frankfurt (Oder)

gemeinsam mit dem DPI und der Deutsch-

Polnischen Wissenschaftsstiftung. Europa-

Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

17. Dezember 2012

Sauermehlsuppe (Żurek). Ein Film von

Ryszard Brylski, Tragikomödie, Polen

2003, 70 Min., OmeU. Im Rahmen der

Filmreihe »Nicht nur Sauermehlsuppe –

Filmische Köstlichkeiten aus der polnischen

Provinz«. Gemeinsam mit dem

programmkino rex, Darmstadt

35


7 Aufgaben, Gremien, Organisation

Das Institut wurde 1979 als eingetragener Verein gegründet

und nahm 1980 seine Arbeit auf. Es hat nach

der Satzung die Aufgabe, »zur Vertiefung der Kenntnis

des kulturellen, geistigen und gesellschaftlichen Lebens

beider Völker beizutragen, und erfüllt diese Aufgabe insbesondere

durch

– Forschung, Publikationen und Veranstaltungen

– Zusammenarbeit und Pflege von Kontakten

mit Personen und Einrichtungen, die ähnliche Zwecke

verfolgen

– Informationen und sachkundige Beratung

und trägt so zur Schaffung der geistigen Grundlage für

eine deutsch-polnische Verständigung bei«.

7.1 Träger des Instituts

Länder Hessen und Rheinland-Pfalz

Kultusminister der Länder über das Ständige Sekretariat

der Kultusministerkonferenz

Auswärtiges Amt

Wissenschaftsstadt Darmstadt

7.2 Mitglieder

Dem Institut gehören 23 Einzelmitglieder

und 8 Städtemitglieder an (31.12.2012):

Prof. dr hab. Bolesław Andrzejewski, Posen

Prof. Dr. Berthold Beitz, Essen

Trutz Berndt, Bonn

Erik Bettermann, Berlin

Harald Böhlmann, Hannover

Dr. Paul Franken, Bad Soden

Dr. Yorck Haase, Mühltal

Prof. Dr. Hans Henning Hahn, Augustfehn

Jörg A. Henle, Berlin

Christoph Horrix, Mannheim

Prof. Dr. Hans-Adolf Jacobsen, Bonn

Sybille Jester-Schmidt, Detmold

Prof. Dr. Gert Leptin, Berlin

Maria Luft, Bremen

Dr. Heinrich Machowski, Berlin

Friedhelm Möhrle, Singen

Dr. Gisela Rheker, Düsseldorf

Steffen Rudolph, Berlin

Helmut Schmidt, Hamburg

Prof. Dr. Eberhard Schulz, Posen

Dr.- Ing. Günter Stahl, Wiesbaden

Prof. Dr. Andrzej de Vincenz, Heidelberg

Prof. Dr. Klaus Zernack, Berlin

Städtemitglieder:

Berlin, Bremen, Darmstadt, Göttingen, Hannover, Kiel,

Nürnberg, Wiesbaden

7.3 Kuratorium

Das Kuratorium entscheidet in allen wichtigen Angelegenheiten,

wählt den Direktor aus und bestimmt die Mitglieder

des Wissenschaftlichen Beirats. Vorsitzender ist

kraft Amtes der Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt

Darmstadt.

Mitglieder am 31.12.2012:

Oberbürgermeister Jochen Partsch,

Wissenschaftsstadt Darmstadt (Vorsitzender)

Ministerialdirigent Heinz-Josef Mentges,

Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung

und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz

(Stellvertretender Vorsitzender)

Staatssekretär Ingmar Jung,

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Ständige Vertreterin: Ministerialrätin Angelika Amend

VLR I Dr. Thorsten Hutter,

Europa-Abteilung, Leiter des Referats für Mitteleuropa

Auswärtiges Amt

Ministerialdirigent Dr. Josef Glombik,

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur,

Brandenburg, Vertreter der Kultusministerkonferenz

Ltd. Ministerialrat Joachim Uhlmann,

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst,

Baden-Württemberg, Vertreter der Kultusministerkonferenz

Prof. Dr. Eberhard Sandschneider,

Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft

für Auswärtige Politik, Berlin

Dr. Tessen von Heydebreck,

Vorstand der Deutsche Bank Stiftung, Berlin

Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard,

Staatssekretär a. D., Darmstadt

36


Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan,

Humboldt-Viadrina School of Governance, Berlin

Georg Sellner,

Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Darmstadt

Andreas Storm,

Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie

des Saarlandes

Bundesministerin a. D. Brigitte Zypries, MdB,

Darmstadt/Berlin

7.4 Präsidium

Das Präsidium ist der Vorstand des Instituts.

Ihm gehören an:

Prof. Dr. Rita Süssmuth, Präsidentin

Heiner Horsten, Vizepräsident und Schatzmeister

Gotthard Romberg, Vizepräsident

Prof. Dr. Dieter Bingen, Direktor, ex officio

7.5 Wissenschaftlicher Beirat

Der Wissenschaftliche Beirat berät Präsidium

und Kuratorium in wissenschaftlichen Fragen.

Ihm gehören an:

Prof. Dr. Klaus Ziemer (Vorsitzender),

Professor für Politikwissenschaft, Universität Trier,

und Professor für Politikwissenschaft,

Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität Warschau

Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej,

Professor für Zeitgeschichte, Historisches Institut,

Universität Warschau

Prof. Dr. Martin Schulze Wessel,

Professor für Geschichte Osteuropas, Historicum,

Ludwig-Maximilians-Universität München

7.6 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

Am 31.12.2012 waren 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beschäftigt, davon fünf Teilzeitbeschäftigte.

Direktor: Prof. Dr. Dieter Bingen

Geschäftsführerin: Kriemhild Kern

Assistenz und Sekretariat der Institutsleitung:

Iwona Maj-Mehrvarz M.A.

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:

Dr. Andrzej Kaluza, Wissenschaftlicher Assistent

Assistenz und Sekretariat: Alicja Kurek, Dipl.-Kulturwissenschaftlerin

Wissenschaft und Forschung, Projekte, Veranstaltungen:

Dr. Peter Oliver Loew, Stellvertreter des Direktors

in wissenschaftlichen Fragen

Dr. Matthias Kneip, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Manfred Mack, Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Jutta Wierczimok M.A., Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Projekt-Assistenz, Verwaltung: Elżbieta Panitzek

Bibliothek:

Angela Miemietz-Thiel

Gabriele Brauhof M.A.

Archiv: mgr Ewa Dappa

7.7 Praktikantinnen

und Praktikanten

Jakob Altmann, Akademia Bielsko-Biała

Aleksandra Bojko, Universität Breslau

Pauline Buhl, Schülerin, Darmstadt

Teresa Fiolka, Universität Tübingen

Peter Alexander Galek, Universität Kassel

Jana Gareis, Universität Magdeburg

Sebastian Klementowski, Schüler, Königstein/Taunus

Alexander Konopka, Schüler, Heidelberg

Steve Kunze, TU Darmstadt

Christian Ritter, Universität Tübingen

Marcelina Schulte, Universität Mainz

Kristina Wilke, Universität Halle-Wittenberg

Łukasz Żygadło, Universität Breslau

37


8 Kooperationen

Die Kooperationen mit wissenschaftlichen und kulturellen

Einrichtungen sowie mit Einrichtungen der politischen

Bildung in Deutschland, Polen und anderen Ländern

wurden 2012 weiter ausgebaut.

Die Partnerschaftsallianz mit der Technischen Universität

Darmstadt über die Kooperation in Studium, Lehre und

Weiterbildung fand 2012 vor allem in Lehrverpflichtungen

von Prof. Dr. Dieter Bingen (Politikwissenschaft) und

Dr. Peter Oliver Loew (Geschichte) ihren Niederschlag.

Weitere Kooperationsvereinbarungen bestehen mit:

Polytechnische Universität Oppeln

Staatliches Schulamt für den Landkreis Darmstadt-

Dieburg und die Stadt Darmstadt

Europaschule Lichtenbergschule Darmstadt

Generell ist festzuhalten, dass die Kooperationen vor

allem mit deutschen und polnischen Einrichtungen mit

dem Ziel durchgeführt werden, Synergieeffekte in den

Bereichen Forschung/Foren und öffentliche Kulturvermittlung

zu erreichen. Das gilt für die Konzipierung,

Vorbereitung und Durchführung wissenschaftlicher und

kultureller Veranstaltungen und Projekte. Der Adressatenkreis

für das Arbeitsprogramm des DPI wird durch die

Kooperationen lokal, regional, landes- und bundesweit

erweitert.

Intensive Kooperationen fanden 2012 statt mit:

Deutsch-Polnische Gesellschaft Bundesverband

Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung

Deutsch-polnischer Kulturverein SALONik e.V., Darmstadt

Deutscher Historikertag

Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder)

Europäisches Solidarność-Zentrum (ECS), Danzig

Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo)

Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und

Kultur Ostmitteleuropas, Leipzig

Generalkonsulat der Republik Polen, Köln

Generalkonsulat der Republik Polen, München

HeBIS-Verbund

Herder-Institut, Marburg

Hochschule Zittau/Görlitz

Institut für Öffentliche Angelegenheiten (ISP), Warschau

Institut für Politische Studien der Polnischen Akademie

der Wissenschaften (ISP PAN), Warschau

Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat

Karl-Dedecius-Archiv, Collegium Polonicum, Słubice

Literaturhaus Darmstadt

programmkino rex, Darmstadt

Robert Bosch Stiftung GmbH, Stuttgart

Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit,

Warschau

Technische Universität Chemnitz

Technische Universität Dresden

Universitäts- und Landesbibliothek, Darmstadt

Jagiellonen-Universität Krakau

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

LiteraTurm-Festival, Frankfurt am Main

Ludwig-Maximilians-Universität München

Polnisches Institut Düsseldorf

Polnisches Institut (Berlin) – Filiale Leipzig

RAA Mecklenburg-Vorpommern (perspektywa)

Stadt Danzig

Universität St. Gallen

Übersetzerwoche Tübingen

Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und Europastudien

der Universität Breslau

West-Institut (IZ), Posen

Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt

Zentrum für Historische Forschung der Polnischen

Akademie der Wissenschaften (CBH PAN), Berlin

38


9 Wissenschaftstransfer

9.1 Lehrtätigkeit der Mitarbeiter

Prof. Dr. Dieter Bingen

WS 2011/2012, Hochschule Zittau/Görlitz

Studium Kultur und Management:

Einführung in die Kulturpolitikwissenschaft

SS 2012, Hochschule Zittau/Görlitz

Studium Kultur und Management:

Einführung in die Kulturpolitikwissenschaft

SS 2012

TU Darmstadt, Institut für Politikwissenschaft. Seminar

Systemtransformation und politisches System Polens

Dr. Peter Oliver Loew

WS 2011/2012

TU Darmstadt, Institut für Geschichte:

Die deutsch-polnischen Beziehungen, 1914 bis 1939

WS 2012/2013

TU Darmstadt, Institut für Geschichte: Auswanderung:

Geteiltes Schicksal von Deutschen, Polen und Juden

(1800 bis 1939)

9.2 Tätigkeit der Mitarbeiter

in externen Gremien

und Gutachtertätigkeit

Prof. Dr. Dieter Bingen

Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats

des Instituts für kulturelle Infrastruktur Sachsen, Görlitz

Kuratorium des Willy Brandt Zentrums für Deutschlandund

Europastudien der Universität Breslau

Kuratorium des Förderkreises der Europa-Universität

Viadrina e.V., Frankfurt (Oder)

Kuratorium der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband

Komitee zur Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises

Redaktionsrat der Stosunki Międzynarodowe – International

Relations, Warschau

29.3.2012 Düsseldorf

Juror, Jury-Sitzung zum Bürgerschaftlichen Wettbewerb

2012 im Rahmen des Polen-NRW-Jahres 2011/2012

Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

7.5.2012 Frankfurt (Oder)

Sitzung des Kuratoriums der Freunde und Förderer

der Europa-Universität Viadrina

31.5.2012 Bonn

163. Sitzung des Fachgutachterausschusses des DAAD

1.6.2012 Darmstadt

Empfang des Vizemarschalls der Woiwodschaft

Wielkopolska Herrn Tomasz Bugajski, im Rahmen seines

Besuches anlässlich des Hessentags in Wetzlar

14.6.2012 Berlin

Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises für besondere

Verdienste um die Entwicklung der deutsch-polnischen

Beziehungen für das Jahr 2011, gestiftet von den

Außenministern der Republik Polen und der Bundesrepublik

Deutschland, Villa Borsig

4.7.2012 Berlin

Kuratoriumssitzung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft

Bundesverband e.V.

6.−7.9.2012 Berlin

3. Sitzung des Deutsch-Polnischen Ausschusses

für Bildungszusammenarbeit der Deutsch-Polnischen

Regierungskommission für regionale und grenznahe

Zusammenarbeit

9.11.2012 Köln

Jurysitzung zum Wissenschaftlichen Förderpreis

des Botschafters der Republik Polen

(Ausgabe Generalkonsulat Köln)

Generalkonsulat der Republik Polen

Dr. Matthias Kneip

Mitglied der Redaktion der Zeitschrift »Ost-West-

Perspektiven« (Freising)

Botschafter des Deutsch-Polnischen Jugendwerks

Potsdam/Warschau

Redaktionsrat des Przegląd Zachodni, Posen

Wissenschaftlicher Beirat der Górnośląskie Studia

Socjologiczne. Seria Nova

39


Dr. Peter Oliver Loew

Magister-Zweitgutachten für die Technische Universität

Darmstadt

Gutachten für Instytut Zachodni/Przegląd Zachodni

9.3 Vorträge der Mitarbeiter

Prof. Dr. Dieter Bingen

25.5.2012 Breslau

Kulturelle Vielfalt Europas als Bedrohung für die europäische

Integration? Migration, national-ethnische

Konflikte und Multikulturalismus

Beitrag in der Paneldiskussion. Konferenz »Das Projekt

›Europa‹: Potenzial und Herausforderungen?« 10-jähriges

Jubiläum des Willy Brandt Zentrums für Deutschland-

und Europastudien der Universität Wrocław

(2002−2012), Universität Breslau

19.6.2012 Kattowitz

Die deutsche und polnische EU-Ratspräsidentschaft

im Fokus. Was weiter nach der polnischen EU-Ratspräsidentschaft?

Podiumsgespräch mit Staatssekretär Maciej Szpunar,

Polnisches Außenministerium. Veranstaltung aus der

Reihe Rozmowy o Europie (Gespräche über Europa).

Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit /

Schlesische Universität Kattowitz

10.7.2012 Dortmund

Geschichte und Kultur der Polen in Deutschland

und die Präsenz der polnischen Kultur in Deutschland:

Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Perspektiven

im Kontext der Machbarkeitsstudie

Workshop zur Machbarkeitsstudie für eine Dokumentationsstelle

zur Geschichte und Kultur der Polen in

Deutschland. LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

30.8.2012 Freising

Laudatio. Empfang aus Anlass des 60. Geburtstags

von Dr. Gerhard Albert im Rahmen des 16. Renovabis-

Kongresses

15.9.2012 Krakau

Organisationen zur Förderung der Forschung und des

Studiums der Geschichte Polens und Mitteleuropas.

Deutsches Polen-Institut

2. Kongress der ausländischen Forscher der polnischen

Geschichte, Auditorium Maximum der Jagiellonen-

Universität

28.9.2012 Mainz

Macht und Gegenmacht im Konfliktraum der Volksrepublik

Polen: Kulturelle Ressourcen für Formen des

politischen Widerstands

Moderation des Panels am 49. Deutschen Historikertag

2012. Ressourcen – Konflikte. Johannes-Gutenberg-

Universität/Philosophicum

2.10.2012 Odessa

Polen in Europa

Mechnikov Nationale Universität, Abteilung für Internationale

Beziehungen, Institut für Sozialwissenschaften

18.−19.10.2012 Breslau

Institutionalisierung des deutsch-polnischen Kulturtransfers

aus der Perspektive der langen Dauer

Teilnehmer in der eröffnenden Paneldiskussion Internationale

Tagung Die Hauptfaktoren und Grundzäsuren

des deutsch-polnischen Kulturtransfers im 19. und 20.

Jahrhundert. Willy Brandt Zentrum für Deutschland- und

Europastudien und Institut für Germanistik der Universität

Wrocław/Breslau

17.11.2012 Hambach

40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Polen

und Deutschland. Eine Erfolgsgeschichte

Diskussionsteilnehmer am Podium auf der 21. Jahrestagung

der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband,

Hambacher Schloss

Dr. Andrzej Kaluza

11.2.2012 Bad Bevensen

Polnische Minderheit in Deutschland?

Geschichtsverein des Posener Landes Berlin

12.2.2012 Bad Bevensen

Migration aus Polen heute

Geschichtsverein des Posener Landes Berlin

40


22.2.2012 Heppenheim

Polnische Jugend heute. Vorstellung des Berichts

Młodzi 2011

Polenforum der Akademie für politische & soziale

Bildung der Diözese Mainz

28.2.2012 Flörsheim

Deutsch-polnische Beziehungen nach 20 Jahren

Nachbarschaftsvertrag

Freundeskreis Flörsheim-Pyskowice

2.3.2012 Liederbach/Taunus

Nachbar Polen – Land und Leute

Gemeinde Liederbach

12.9.2012 Dortmund

Die polnische Sprache in NRW

Moderation des Podiumsgesprächs, Konferenz

Wie polnisch ist NRW?

LWL-Industriemuseum Zeche Zollern, Polnisches Generalkonsulat

Köln

20.9.2012 Bonn

Polnische Regionen

Deutsch-Polnische Gesellschaft Köln−Bonn

22.10.2012 Berlin

Die erforschte Jugend

Moderation des Podiumsgesprächs bei der Jahreskonferenz

des DPJW

Deutsch-Polnisches Jugendwerk Potsdam/Warschau

9.12.2012 Königstein/Taunus

Friedrich II. und die polnischen Teilungen

Freundeskreis Königstein − Kurnik

Dr. Matthias Kneip

1.1.−30.7.2012

Ein Land stellt sich vor. Polen vor der Europameisterschaft

Lesungsprogramm für Schulen, 20 Schulen in 4 Bundesländern

11.1.2012 Erfurt

Polen im Schulunterricht

Kultusministerium

15.5.2012 Schwalbach / Ts.

Reise in Ostpolen

Amt für Städtepartnerschaft

21.5.2012 Hannover

Reise in Ostpolen

Deutsch-Polnische Gesellschaft

29.5.2012 Frankfurt am Main

Polen vor der EM

HessenAgentur, Wiesbaden

26.7.2012 Augsburg

Polen. Literarische Reisebilder

Universität Augsburg und Universität Lodz

12.9.2012 Göttingen

Reise in Ostpolen

Deutsch-Polnische Gesellschaft

8.10.2012 Ulm

Polen entdecken

Deutsch-Polnischer Kulturverein

9.11.2012 Königswinter

Begegnungen mit Schlesien

Landsmannschaft des BdV

26.11.2012 Regensburg

Interkulturelle Kompetenz bei Geschäftskontakten

mit Polen

IHK Warschau

13.12.2012 Warschau

Gemeinsam anders. Deutsche und Polen in Europa

Universität Warschau/DAAD

1.1.−30.12.2012

Polen entdecken

Lesungsprogramm für Schulen, 25 Schulen in 9 Bundesländern

und Polen

41


Dr. Peter Oliver Loew

11.5.2012 Hannover

Zentrum – Freie Stadt, Provinzhauptstadt, Wolne Miasto

Danzig, Tagung Westpreußische Identität, gibt’s das?

Landsmannschaft Westpreußen

13.5.2012 Bad Kissingen

Danzig – Erinnerungsort Europas

Tagung Städteporträts Mitteleuropas

25.5.2012 Danzig

Buchvorstellung Gdańsk i jego przeszłość

Stadt Danzig

14.9.2012 Krakau

Projektvorstellung Deutsch-Polnische Geschichte

II Kongres Zagranicznych Badaczy Historii Polski

20.9.2012 Danzig

Jak to było z wielością kultur w międzywojennym

Gdańsku? Vortrag auf dem Seminar Wspólny Pokój

Stadt Danzig in Zusammenarbeit u. a. mit dem DPI

27.9.2012 Mainz

Projektvorstellung Deutsch-Polnische Geschichte

49. Deutscher Historikertag

25.10.2012 Słubice

Übersetzung und Anschlussfähigkeit. Überlegungen zur

Übertragung polnischer Wissenschaftstexte ins Deutsche,

Vortrag auf der Tagung Übersetzen zwischen Kunst

und Macht

Europa-Universität Viadrina

13.12.2012 Frankfurt (Oder)

Vorstellung des DPI bei der Tagung Neue Wege für die

Polenforschung

Europa-Universität Viadrina, Zentrum für Interdisziplinäre

Polenstudien; DPI, Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung

Manfred Mack

17.2.2012 Düsseldorf

Was Deutsche und Polen aus der Geschichte lernen

könnten

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

19.4.2012 Karlsruhe

Was Deutsche und Polen aus der Geschichte lernen

könnten

Universitätsbibliothek

3.5.2012 Bad Kreuznach

Deutsch-polnische Geschichte im Schulbuch

Volksbank

4.7.2012 Darmstadt

Wisława Szymborska. Literarische Lesung

Darmstädter Wingolf

5.7.2012 Stuttgart

Pakete der Solidarität

Haus der Heimat

12.9.2012 Stuttgart

Wisława Szymborska. Literarische Lesung

Stadtbibliothek

18.9.2012 Düsseldorf

Die Schulaktivitäten des Deutschen Polen-Instituts

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

12.10.2012 Stuttgart

Artur Becker-Lesung. Moderation

Stadtbibliothek

19.10.2012 Weinstadt

Pakete der Solidarität

Partnerschaftsverein

25.10.2012 Landau

Die deutsch-polnischen Kulturbeziehungen nach 1989

Universität

26.−29.10.2012 Köln, Aachen, Bochum, Paderborn

Lange Nacht der polnischen Literatur.

Moderation: Leszek Szaruga

Ignis e.V., Generalkonsulat der Republik Polen in Köln

42


12.11.2012 Mainz

Deutsch-polnische Geschichte in deutschen

und polnischen Schulbüchern

Universität Mainz Polonicum

15.11.2012 Köln

Polenfreundschaft zur Zeit des Hambacher Festes.

Literarische Lesung

Generalkonsulat der Republik Polen in Köln

30.11.−1.12.2012 Stettin

Deutsche und Polen – Nichts als Stereotypen.

Podiumsdiskussion und Vortrag

RAA Mecklenburg-Vorpommern – perspektywa

3.12.2012 Posen

Historia polsko-niemiecka w podręcznikach szkolnych.

Wykład i warsztaty z uczniami i nauczycielami

Instytut Zachodni Poznań, Konrad-Adenauer-Stiftung,

Büro Warschau

14.−17.12.2012 Köln, Bochum, Düsseldorf, Hamm

Lange Nacht der polnischen Literatur. Moderation:

Natasza Goerke. In memoriam Albrecht Lempp

Ignis e.V., Generalkonsulat der Republik Polen in Köln

9.4 Veröffentlichungen

Prof. Dr. Dieter Bingen

Religion in Polen

in: Handbuch der Religionen der Welt, Bd. 1: Amerika

und Europa. Hrsg. v. Markus Porsche-Ludwig und Jürgen

Bellers. Herzberg am Harz 2012, S. 347−352

http://www.kultour24.de/index.php?option=com_

content&view=article&id=133:religion-inpolen&catid=70:handbuch-religion&Itemid=62

In Verbundenheit mit Erika Worbs

in: Worte und Wendungen. Texte für Erika Worbs mit

Dank für zwei Jahrzehnte Germersheim. Hrsg. v. Andreas

F. Kelletat und Andreas Meger. Berlin 2012, S. 24−25

Wprawiając się w dojrzałym partnerstwie:

stosunki polityczne między Niemcami Polską

In: Dieter Bingen, Peter Oliver Loew, Krzysztof Ruchniewicz,

Marek Zybura (Hrsg.): Dojrzałe sąsiedztwo.

Stosunki polsko-niemieckie w latach 1991−2011.

Wrocław 2012, S. 29−48

Dr. Andrzej Kaluza

Migration

in: Polnische Gesellschaft. Darstellungen und Materialien

für den Unterricht. Mit CD-ROM. Hrsg. v. Matthias Kneip

und Manfred Mack unter Mitarbeit von Andrzej Kaluza.

Berlin 2012, S. 97−108

Religion

in: Polnische Gesellschaft. Darstellungen und Materialien

für den Unterricht. Mit CD-ROM. Hrsg. v. Matthias Kneip

und Manfred Mack unter Mitarbeit von Andrzej Kaluza.

Berlin 2012, S. 145−156

Nachbar Polen. Präsenz in Kultur, Wissenschaft

und Bildung unter Berücksichtigung der Arbeit

des Deutschen Polen-Instituts

in: Studien und Forschung zur Deutschland- und Österreichkunde

in Polen. Beiträge einer internationalen

wissenschaftlichen Konferenz des Verbandes Polnischer

Germanisten, 2.– 4. August 2010 in Warschau.

Warszawa 2011, S. 233−240

Od »pracy na rzecz pojednania« do »wspólnej

odpowiedzialności«. Kościelne kontakty polskoniemieckie

in: Dieter Bingen, Peter Oliver Loew, Krzysztof Ruchniewicz,

Marek Zybura (Hrsg.): Dojrzałe sąsiedztwo.

Stosunki polsko-niemieckie w latach 1991−2011.

Wrocław 2012, S. 207−222

Polen freut sich auf die Europameisterschaft

in: FRIZZ. Das Magazin Nr. 6/2012

Die Ukraine – strategischer Partner

(mit Kazimierz Wóycicki im Namen des deutsch-polnischen

Gesprächskreises Kopernikus-Gruppe)

in: Ukraine-Analysen, Nr. 110, 11.12.2012, S. 2−4

43


Dr. Matthias Kneip

Polen. Literarische Reisebilder

Paderborn 2012

Erika Worbs – ein Fels mit Humor

in: Worte und Wendungen. Texte für Erika Worbs mit

Dank für zwei Jahrzehnte Germersheim. Hrsg. v. Andreas

F. Kelletat und Andreas Meger. Berlin 2012

Das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt.

Geschichte und Profil

in: Colloquium Opole. Od wojny o granice do dobrego

sąsiedztwa [Vom Krieg um die Grenze zur guten Nachbar -

schaft]. Instytut Śląski w Opole, Opole 2012, S. 139−155

Polska w niemieckim nauczaniu szkolnym. Inicjatywy

Niemieckiego Instytutu Polskiego w Darmstadt

in: Po dwóch stronach historii. Polsko-niemieckie

inicjatywy edukacyjne. Pod redakcją Dariusza Wojtaszyna

i Thomasa Strobla. Wrocław 2012

Dr. Peter Oliver Loew

Gdańsk i jego przeszłość. Kultura historyczna miasta

od końca XVIII wieku do dzisiaj

Aus dem Deutschen von Janusz Mosakowski. Gdańsk

2012, 684 S. [Erweiterte Fassung von Danzig und seine

Vergangenheit, Osnabrück 2003]

Dsjenj dobbrü, dsjänkujjän. Mit 1000 Worten ins Reich

des Polnischen

in: Worte und Wendungen. Texte für Erika Worbs mit

Dank für zwei Jahrzehnte Germersheim. Hrsg. v. Andreas

F. Kelletat und Andreas Meger. Berlin 2012, S. 66−72

Aspekty życia polskiego w Darmstadt. Lokalne studium

przypadku

in: Przegląd Zachodni 2012, H. 3, S. 213−225

Paderewski oder Wo liegt Polen. Nation und Erinnerungskultur

zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert

in: Peter Oliver Loew, Christian Prunitsch (Hrsg.): Polen.

Jubiläen und Debatten. Beiträge zur Erinnerungskultur.

Wiesbaden 2012, Veröffentlichungen des Deutschen

Polen-Instituts, Bd. 30, S. 73−96

Erinnerungsprozesse in polnischen Städten

in: Jürg Sulzer (Hrsg.): StadtHeimaten. Deutsch-polnische

Einblicke. Berlin 2012, S. 197−209. Hier auch auf poln.:

Pamięć biograficzna miast polskich i związane z nią

procesy wspomnieniowe, S. 196−208

Targowica und Dolchstoß. Verrat auf Vorrat

in: Hans Henning Hahn, Robert Traba (Hrsg.): Deutsch-

Polnische Erinnerungsorte. Bd. 3: Parallelen. Paderborn

(u. a.) 2012, S. 203−216

Targowica & cios w plecy (Dolchstoß).

Kreatywna i zwodnicza siła zdrady

in: Robert Traba, Hans Henning Hahn (Hrsg.): Polskoniemieckie

miejsca pamięci, Bd. 3. Warszawa 2012,

S. 196−208

Kwitnące krajobrazy. Instytucje współpracy niemieckopolskiej

in: Dieter Bingen, Peter Oliver Loew, Krzysztof Ruchniewicz,

Marek Zybura (Hrsg.): Dojrzałe sąsiedztwo.

Stosunki polsko-niemieckie w latach 1991−2011.

Wrocław 2012, S. 223−234

Zahlreiche Einträge in Encyklopedia Gdańska

Gdańsk 2012 (u. a. Afera Gdańska, Bund der Danziger,

Danziger Courier, Gerhard M. Gülzow, Hymn Wolnego

Miasta, Johannes Hannemann, Ludwig Heidingsfeld, Jan

Janca, Rudolf Könnemann, Henry Prins, Rat der Danziger,

Hans Georg Siegler, Norbert Sternberg, Überblicksartikel

Muzyka [19. Jh. und 1. H. 20. Jh.])

Rezensionen folgender Bücher:

Stephanie Zloch: Polnischer Nationalismus. Politik

und Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen

(= Industrielle Welt. Schriftenreihe des Arbeitskreises

für moderne Sozialgeschichte; Bd. 78),

Köln, Weimar, Wien 2010, 631 S.

in: http://www.sehepunkte.de/2012/11/18446.html

Deutschlands östliche Nachbarschaften.

Eine Sammlung von historischen Essays für Hans

Henning Hahn. Hrsg. von Edmund Dmitrów und Tobias

Weger. Frankfurt am Main 2009

in: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 61 (2012),

H. 1, S. 63−65

Beata Dorota Lakeberg: Die deutsche Minderheitenpresse

in Polen 1918–1939 und ihr Polen- und Judenbild.

Frankfurt am Main 2010

in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 60 (2012),

H. 3, S. 454−455

44


Manfred Mack

Friedrich Griese (1940 – 2012). Ein Nachruf von Manfred

Mack und Jutta Wierczimok (Deutsches Polen-Institut)

http://www.literaturuebersetzer.de/pages/uebersetzerarchiv/griese-nachruf2.htm

(auch in: Übersetzen 2/2012)

Polnische Literatur in deutscher Übersetzung 2011.

Zusammengestellt von Manfred Mack

http://www.deutsches-polen-institut.de/Downloads/

ansichten/Mack_Polnische-Literatur-in-deutscher-

Uebersetzung-2011.pdf

Skąd Polacy i Niemcy czerpią wiedzę o sobie nawzajem.

Oferta wydawnicza oraz internetowa

in: Dieter Bingen, Peter Oliver Loew, Krzysztof Ruchniewicz,

Marek Zybura (Hrsg.): Dojrzałe sąsiedztwo.

Stosunki polsko-niemieckie w latach 1991−2011.

Wrocław 2012, S. 379–390

9.5 Teilnahme an Konferenzen

und Tagungen und anderen

Veranstaltungen

Prof. Dr. Dieter Bingen

25.1.2012 Darmstadt

Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Darmstadt-

Stadt mit einer Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters

der Landeshauptstadt Wiesbaden, Dr. Helmut

Müller

28.2.2012 Darmstadt

Eröffnung »Der Tunnel« – eine Ausstellung der Stiftung

Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Kooperation

mit der TU Darmstadt

9.3.2012 Essen

Empfang anlässlich des 75. Geburtstags und des 15-jährigen

Wirkens als Vorsitzende des Stiftungskuratoriums

von Frau Professor Dr. Rita Süssmuth

McDonald’s Kinderhilfe Stiftung

11.4.2012 Mainz

Eröffnung der Informationsausstellung

»Im Objektiv des Feindes – die deutschen Bildberichterstatter

im besetzten Warschau 1939−1945«

zum Gedenken an den 70. Jahrestag des deutschen

Überfalls auf Polen

Plenarsaal des Landtags Rheinland-Pfalz

13.4.2012 Darmstadt

Vernissage »›Schaufenster‹: Die TU Darmstadt baut«

15.4.2012 Köln

Eröffnungsveranstaltung »Fest mit Polen. KLOPSZTANGA

Polen grenzenlos NRW«. Schauspiel Köln. Kulturelle

Präsentation Polens in NRW unter der Schirmherrschaft

von Bogdan Borusewicz, Marschall des Senats der Republik

Polen, und Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des

Landes NRW

17.4.2012 Berlin

»Warum brauchen wir Europa?« Podiumsdiskussion

zu Ehren von Frau Prof. Süssmuth. Mit Prof. Dr. Rita

Süssmuth, Maurice Gourdault-Montagne, Botschafter

der Französischen Republik, Dr. Klaus Hänsch, Präsident

des Europäischen Parlaments a. D., Dr. Marek Prawda,

Botschafter der Republik Polen

Französische Botschaft

18.4.2012 Wiesbaden

Eröffnung des 12. Festivals des Mittel- und Osteuropäischen

Films »go East«

Caligari FilmBühne

27.−28.4.2012 Schlangenbad

Schlangenbader Gespräche »Wie weiter?«. Die Europäi sche

Union und Russland zwischen Stabilität und Fort schritt

Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung

7.5.2012 Frankfurt (Oder)

Verleihung des Viadrina-Preises 2011

an Krzysztof Penderecki

Europa-Universität Viadrina

8.5.2012 Berlin

20 Jahre Enquete-Kommission zur Aufarbeitung von

Geschichte und Folgen der SED-Diktatur

Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Stiftung Aufarbeitung

45


9.5.2012 Berlin

Abendessen mit dem Bundespräsidenten

und Frau Daniela Schadt zu Ehren von Herrn Außenminister

a. D. Władysław Bartoszewski aus Anlass

seines 90. Geburtstags

Schloss Bellevue

14.5.2012 Darmstadt

Diskussion über die deutsch-polnischen Beziehungen

zum EU-Projekttag mit Brigitte Zypries, MdB, und Prof.

Dr. Gesine Schwan

Europaschule Lichtenbergschule

14.−16.5.2012 Schwerin

5. Deutsch-Polnische Medientage »Länderspiele:

Europa im Turnier«. Verleihung des Deutsch-Polnischen

Journalistenpreises. Robert Bosch Stiftung, Stiftung für

deutsch-polnische Zusammenarbeit

11.6.2012 Darmstadt

Feierstunde anlässlich des 75. Geburtstags

von Herrn Senator E.h. Prof. Carlo Giersch

Technische Universität

11.6.2012 Darmstadt

2. Gespräch zu den »Perspektiven für die Kulturelle

Mitte Darmstadt«, organisiert von der Themengruppe

StadtGestalt und der Werkbundakademie Darmstadt

13.7.2012 Darmstadt

Sommerfest der TU Darmstadt

Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus

17.8.2012 Freyburg/Unstrut

Abendessen der Staatsministerin im Auswärtigen Amt

Frau Cornelia Pieper, MdB, zu Ehren Seiner Exzellenz

des Botschafters der Republik Polen, Herrn Dr. Marek

Prawda

28.8.2012 Berlin

Festveranstaltung zur Verabschiedung

von Dr. Hans-Martin Hinz, DHM, in den Ruhestand

Deutsches Historisches Museum

28.8.2012 Berlin

Abschiedsempfang anlässlich der Beendigung der diplomatischen

Mission des Botschafters der Republik Polen,

Dr. Marek Prawda, in der Bundesrepublik Deutschland

13.−14.9.2012 Danzig

»Das Gedächtnis Europas«. 1. Symposium europäischer

Institutionen zur Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Europäisches Netzwerk Erinnerung und Solidarität

in Kooperation mit dem Europäischen Solidarność-

Zentrum und der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der

SED-Diktatur

Artushof/Danziger Werft

18.9.2012 Eltville und Wiesbaden

Mittagessen des Hessischen Ministerpräsidenten Volker

Bouffier aus Anlass des Besuchs des Marschalls von

Wielkopolska, Marek Woźniak, Orangerie des Klosters

Eberbach

Konzert des Barock-Orchesters Arte dei Suonatori,

Wiesbadener Casino-Gesellschaft

10.10.2012 Wiesbaden

Feierlichkeiten anlässlich des 25-jährigen Jubiläums

der Städtepartnerschaft Wiesbaden/Breslau (Wrocław)

12.10.2012 Frankfurt am Main

Hessischer Film- und Kinopreis 2012

Alte Oper

14.10.2012 Frankfurt am Main

Verleihung des Friedenspreises des Deutschen

Buchhandels 2012 an Liao Yiwu

Paulskirche

31.10.2012 Darmstadt

Pre-Opening anlässlich der Übergabe der neuen

Universitäts- und Landesbibliothek

TU Darmstadt

15.11.2012 Darmstadt

11. Dreiländertagung von ECSA Austria, ECSA Suisse

und des Arbeitskreises Europäische Integration (AEI)

»Projekt Europa – Zwischen Solidarität und Desintegration«

AEI und TU Darmstadt

22.11.2012 Germersheim

Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Erika Worbs über das

Thema: »Geschichte des Polnischen als Fremdsprache

in Deutschland«

Johannes-Gutenberg-Universität Mainz,

Campus Germersheim

23.11.2012 Köln

Gänsefest 2012 der Generalkonsulin der Republik Polen

in Köln, Jolanta Róża Kozłowska

46


26.11.2012 Warschau

Trauerfeier zu Ehren von Dr. Albrecht Lempp,

Geschäftsführer der Stiftung für deutsch-polnische

Zusammenarbeit

Powązki-Friedhof

29.11.2012 Darmstadt

»Was hält Europa zusammen?« Gemeinschaftsveranstaltung

der Hessischen Europe Direct Informationszentren

mit dem Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration

und Europa und der Europäischen Kommission

Vertretung in Bonn, Regierungspräsidium

5.12.2012 Köln

Festliche Preisverleihung des Wissenschaftlichen

Förderpreises des Botschafters der Republik Polen 2012

Generalkonsulat der Republik Polen

12.12.2012 Halle

Feierliche Vertragsunterzeichnung zur Gründung des

Aleksander-Brückner-Zentrums für Polenstudien und

Verleihung des Wissenschaftlichen Förderpreises des

Botschafters der Republik Polen 2012

Aula der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

13.−14.12.2012 Frankfurt (Oder)

»Neue Wege der Polenforschung«. Erfahrungsaustausch

und Vernetzung wissenschaftlicher Zentren.

Europa-Universität Viadrina

12.−15.9.2012 Krakau

Drugi Kongres Zagranicznych Badaczy Historii Polski

25.−28.9.2012 Mainz

49. Deutscher Historikertag

26.9.2012 Mainz

Mitgliederversammlung Verband der Osteuropahistoriker

27.9.2012 Mainz

Mitgliederversammlung Verband der Historikerinnen

und Historiker Deutschlands

1.10.2012 Lüneburg

10-Jahr-Feier Nordostinstitut

12.12.2012 Halle/Saale

Eröffnung des Alexander-Brückner-Zentrums

für interdisziplinäre Polenstudien

13.−14.12.2012 Frankfurt (Oder)

»Neue Wege der Polenforschung«. Erfahrungsaustausch

und Vernetzung wissenschaftlicher Zentren

Manfred Mack

15.2.2012 Braunschweig

Besuch der Bildungsmesse didacta in Braunschweig

Dr. Andrzej Kaluza

25.−28.9.2012 Mainz

49. Deutscher Historikertag

Dr. Peter Oliver Loew

3.5.2012 Mainz

Buchvorstellung »Europäische Erinnerungsorte«

Institut für Europäische Geschichte

20.6.2012 Essen

Abschlussveranstaltung der wissenschaftlichen

Begleitreihe zum Polen-NRW-Jahr

Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

24.−26.5.2012 Braunschweig

Jubiläumskonferenz der Gemeinsamen Deutsch-Polnischen

Schulbuchkommission Braunschweig,

XXXIV. Deutsch-Polnische Schulbuchkonferenz

17.−18.9.2012 Düsseldorf

Über die »Erlebnisgeneration« hinaus. Ziele und Anliegen

des § 96 Bundesvertriebenengesetz in der generationen -

übergreifenden Breitenarbeit, speziell der Jugendbildungs-

und Schulzusammenarbeit: Erfahrungen,

Konzepte und Perspektiven

Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus

25.−28.9.2012 Mainz

49. Deutscher Historikertag

31.8.2012 Brauweiler

Abschlussveranstaltung des Polen-NRW-Jahres

Abtei Brauweiler, Land NRW

47


Impressum

Herausgeber:

Deutsches Polen-Institut Darmstadt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mathildenhöhweg 2 | D - 64287 Darmstadt

Tel.: +49-(0)6151- 420211 | Fax: +49-(0)6151- 420210

Redaktion: Andrzej Kaluza, Jutta Wierczimok

unter Mitwirkung von Kriemhild Kern

www.deutsches-polen-institut.de

Graphic Design: Regina Schüle

Druck: Ph. Reinheimer GmbH, Darmstadt

August 2013

Fotonachweis:

Tomasz Czebatul 24, 25, 33

DPI -Bildarchiv 10, 11, 12, 14, 26, 28, 29, 30, 32

Elżbieta Lempp 19

Thomas Lohnes 16

Klaus-Heinrich Standtke 25

Reiner Zensen 6

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