bdl spezial 032003 - Bund der Deutschen Landjugend

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bdl spezial 032003 - Bund der Deutschen Landjugend

Fachmagazin der Landjugend Nr. 03/03


Editorial

Liebe Freundinnen und Freunde,

in dem vor Euch liegenden BDL - Spezial dreht sich alles rund

um das Thema „Gesundheit und Ernährung“. Beide Bereiche liegen

so nah beieinander und können sich gegenseitig sehr stark

beeinflussen - diesen Zusammenhang

möchten wir in dieser

Ausgabe in all seinen Facetten

deutlich hervorheben.

Denn Ernährung soll nicht nur

dem einen Zweck, der Bereitstellung

von Energie für unseren

Körper dienen, sondern

auch Genuss bringen und unsere

Gaumen verwöhnen. In

dieser Ausgabe möchten wir

die Ernährung und Gesundheit

von allen Seiten betrachten

- dem biotechnologischen Bereich, der Verbraucherinforma-

Inhalt

2003 - Ein Jahrhundertjahrgang? 3

Ausgewogene Ernährung ist A&O für geistige und

körperliche Fitness 4

Die Milch machts 7

Die CMA wirbt für deutsche Agrarprodukte 8

Grüne Gentechnik - Ein Überblick 10

Das Qualitäts- und Sicherheitssystem 12

Bio-Siegel auf Erfolgskurs 14

Tipps zur gesunden Ernährung 15

Was passiert eigentlich im Bundestagsausschuss

Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft? 16

Foto: BDL

tion seitens Wirtschaft und Politik, dem Nahrungsmittelmarketing,

der Ernährungsberatung, und nicht zu vergessen sind die

Genuss- und Wohlfühlaspekte.

Artikel aus unterschiedlichsten Federn, werden Euch auf den

neusten Stand im Bereich der Ernährung und Gesundheit bringen.

Im Titelbericht informiert Roswitha Prechtel, Fachberaterin

und Fachlehrerin für Ernährung und Hauswirtschaft, über ausgewogene

und geschmackvolle Ernährung. Julia Klöckner Mitglied

des Deutschen Bundestags wird direkt aus dem Ausschuss für Ernährung

und Landwirtschaft berichten. Junglandwirte schildern

Ihre Erfahrungen mit dem Q+S - System, Rudolf Großfeld informiert

über den neusten Stand der Grünen Gentechnik, es werden

außerdem Erklärungen zur Gesundheitsreform gegeben und vieles

mehr. Lauter interessante Artikel warten also darauf von Euch

verschlungen zu werden.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und allzeit einen guten

Appetit.

Viele Grüße

Marcus Hofmeister

Ernährungszentrum Bad Waldsee 17

Der Spaß im Glas? 18

Die nächste Erkältung kommt bestimmt 19

Gesundheitsreform - ach du Schreck 20

Multivision - Landwirtschaft und Ernährung 21

Veranstaltungen 21

Aus den Landesverbänden: 22

Landjugend startet durch zum „Tag des

offenen Hofes 2004“ 22

Termine 22

2 www.landjugend.de


2003 - Ein Jahrhundertjahrgang?

Wir sind gespannt auf die Köstlichkeiten im Glas

Von Marcus Hofmeister, stellvertretender

Vorsitzender des BDL

Seit die Weinernte 2003 abgeschlossen

ist, werden die Fragen und die suche nach

einer Antwort immer drängender. Schon

Mitte August wurde von Großen Deutschen

Tageszeitungen angefragt, ob der

Deutsche Wein im Jahr 2003 ein so genannter

Jahrhundertwein wird. Als aus

Italien die ersten Meldungen über heraus-

ragende Qualitäten kamen, war man sich

auch in Deutschland sicher: Das wird ein

Jahrhundertjahrgang. Ist er wirklich mit

den Jahrgängen 1976 und 1953 vergleichbar,

die über alle Zweifel hinweg zu den

ganz großen Jahrgängen gezählt werden?

Was macht einen Jahrgang eigentlich

groß?

Auf der einen Seite sind es auf jeden Fall

die Eigenschaften, die Naturgegebenheiten

eines Jahres, welche in den Beeren

eingefangen sind. Sonnenschein, Regen,

kalte oder warme Tage und Nächte. Säuregehalt,

Zuckergehalt gemessen in Öchsle,

sowie eine Anzahl weiterer Inhaltsstoffe

bilden die naturgemäßen Komponenten

für einen Jahrgang. Marketing,

Presseberichte und alles weitere was um

den Wein geschrieben und gesprochen

wird bildet einen weiteren Teil zu einem

großen Jahrgang.

Wie sieht es mit dem 2003er aus?

Zu Beginn des Jahres gab es genügend

Regen und Wasser. Die Sonne wechselte

sich mit den Wolken ab. Jeder gab seinen

Teil dazu, um wieder einen guten Jahrgang

am Weinstock reifen zu lassen. Mit

dem Monat Juni kam dann die Sonne, die

Der Wein des Jahres 2003 hat

auf jeden Fall das Potential ein

großer Jahrgang zu werden.

bis Ende September nicht mehr weichen

wollte und in manchen Regionen große

Dürre verbreitete und somit etliche landwirtschaftliche

Betriebe fast in den Ruin

trieb.

Für einige Reben war dies auch kein Vergnügen,

sondern purerer Stress. Die Jungen

Reben welche erst seit wenigen Jahren

standen, hatten mit dem Wassermangel

zu kämpfen. Die Älteren Reben,

die schon länger als fünf Jahre mit dem

Boden verwurzelt waren, hatten damit

weniger Probleme. Die Sonne streichelte

die Beeren und lies in Ihnen den Öchslewert

stetig steigen und das Wasser verdunsten,

so dass die Zuckerkonzentration

anwuchs. Im Gegenzug schmolz die Säure

hinweg, die für die meisten Weißweine

nötig ist, um Ihren Charakter zu bewahren.

Für die Roten Trauben war es fast

optimal, die Sonne sorgte für ansteigende

Zuckergehalte und verbesserte die Anthocyanstruktur,

welche für die gehaltvolle

Farbe im Wein zuständig ist. Heiße Tage

und kühlere Nächte sorgten dann in ihrem

abwechselnden Spiel dafür, dass nicht

messbare, wertgebende Inhaltsstoffe aufgebaut

wurden.

Die Weinlese begann in Deutschland rund

vier Wochen früher als gewöhnlich. Schon

in den ersten Wochen wurden Rekord-Zuckergehalte

gemessen und die Zeitungen

überschlugen sich, lobten den Jahrgang

schon vor Abschluss der Ernte in den

"Schellenkönig".

Der Wein schlummert nun seit Ende Oktober

in den Kellern der deutschen WinzerInnen

und gärt langsam und allmählich

vor sich hin. Die Kellermeisterinnen

und Kellermeister aus Deutschland sind

nun dabei die Qualität, die in den Trauben

steckte, in hochwertige Qualität des

Weines umzuwandeln. WinzerInnen können

Qualitäten nur umwandeln, kaum verbessern,

denn die Qualität eines Weines

entsteht im Weinberg und nicht im Keller.

Der Wein des Jahres 2003 hat auf jeden

Fall das Potential ein großer Jahrgang zu

werden, wie großartig er wird, kann man

erst probieren und erfahren wenn der

Wein in Flaschen gefüllt ist und in den

Regalen zum Kauf angeboten wird.

Meiner Meinung nach kann ein Wein erst

vollständig beurteilt werden wenn er vollends

gereift ist. Dann erst können wir

den Jahrgang verkosten und bewerten.

Deswegen müssen wir noch einige Zeit

warten. Ich persönlich freue mich auf den

Jahrgang 2003 und sage jetzt schon mal

"sehr zum wohl".

www.landjugend.de 3

Foto: BDL


Von Roswitha Prechtel, Fachberaterin

und Fachlehrerin für Ernährung und

Hauswirtschaft

Gesunde Ernährung ist das A & O für körperliche

und geistige Fitness - ganz egal

in welchem Alter. Die meisten Menschen

sind sich dessen bewusst. Trotzdem sieht

die Realität oft anderes aus. Die heutige

Lebensweise hat uns nicht nur ein vielfältiges

Angebot an Lebensmitteln und Getränken

beschert, sondern auch fehlerhafte

Ernährungsgewohnheiten. Zudem bestimmen

Medien, Werbung, Familie, Freunde

und nicht zuletzt die Erziehung mit, zu

welchen Nahrungsmitteln wir greifen. Es

stellt sich die Frage: Wie sieht eine optimale

Ernährung aus, wie kann man diese

umsetzen die zugleich schmeckt und

einem den Spaß am Essen nicht nimmt.

Die Ernährungspyramide - Essen mit

Empfehlung

Mit Hilfe der Ernährungspyramide wird

eine ausgewogene Zufuhr von Energie,

Nähr- und Schutzstoffen gewährleistet.

Sie zeigt die optimale Verteilung der einzelnen

Lebensmittelarten an der Gesamternährung:

Wenig Fett, Fleisch und Süßes,

statt dessen viel Obst und Gemüse,

sowie reichlich energiearme Getränke und

viel (Vollkorn-)Getreide stellen die ideale

Verteilung der Nahrungsmittel dar.

Basis - zu jeder Zeit und überall:

Getränke

Trinken ist ebenso wichtig wie essen:

Täglich 1,5 Liter! Der Körper benötigt viel

Flüssigkeit, um optimal funktionieren zu

können. Wichtig ist auch zu beachten,

dass bei körperlicher Aktivität ein deutlich

erhöhter Flüssigkeitsbedarf besteht.

Gute Durstlöscher liefern keine oder nur

wenig Nahrungsenergie. Das beste Getränk

ist Wasser, ob als Trinkwasser aus

der Leitung oder als Mineralwasser aus

der Flasche. Außerdem eignen sich ungesüßte

Tees und Saftschorlen. Gesüßte und

mit Farb- sowie Aromastoffen angereicherte

Getränke wie Limonaden, Colagetränke,

Energie-Drinks und unzählige Modegetränke

eigenen sich nicht zum Löschen

von Durst. Auch süßstoffhaltige

Getränke sind nicht empfehlenswert, da

man sich allzu leicht an den süßen Geschmack

gewöhnt und weniger gesüßte

Getränke ablehnt.

Bunter Mix: Obst und Gemüse

„Fünf mal am Tag Obst und Gemüse“, so

lautet das Motto einer Ernährungs-Kampagne,

welche die Deutsche Gesellschaft

für Ernährung (DGE) zusammen mit der

Deutschen Krebsgesellschaft im Jahr 2000

gestartet hat. Das Interessante an Grünzeug

& Co. ist, dass viel mehr Gesundes

in ihm steckt als vermutet. Nicht nur le-

Nr. 03/03

Ausgewogene Ernährung ist A & O für geistige

Wie sieht eine optimale Ernährung aus?

Ballaststoffe fördern den

gesamten Darm- bzw. Verdauungstrakt

und senken

das Entstehungsrisiko von

Darmkrebs.

benswichtige Nährstoffe, Vitamine und

Mineralstoffe, sondern auch wichtige

sekundäre Pflanzenstoffe sind in Gemüse

und Obst enthalten. Sie sorgen für das

körperliche Wohlbefinden und wirken entzündungshemmend,

antioxidativ und

schützen vor Krebs. Pro Tag sollten etwa

500 bis 700 Gramm Gemüse und Obst

gegessen werden. Es ist dabei zu beachten,

dass gekochte sowie rohe Speisen

gleichermaßen zum Einsatz kommen.

Frucht- oder Gemüsesaft zählt dabei als

eine Portion. Zahlreiche Variationen und

phantasievoll auf den Tisch bringen lassen

sich: Knackige Gemüsestreifen mit

einem Dip, Aufläufe mit Gemüse und sogar

eine Fertigpizza ist erlaubt, wenn sie

reichlich mit frischen Tomaten, Paprika

und Rucolablättern belegt ist. Dessert

und Milchshakes mit Obst kommen der

Vorliebe für Süßes entgegen.

4 www.landjugend.de

Foto: Auswertungs- und Informationsdienst, AID


Nr. 03/03

und körperliche Fitness

Sattmacher: Getreideprodukte,

Hülsenfrüchte und Kartoffeln

Die wichtigsten Lieferanten der täglich

benötigten Energie sind in der Gruppe der

kohlenhydrat- oder stärkehaltigen Lebensmittel

zu finden: Getreide, Brot, Teigwaren,

Reis, Mais, Hirse und Kartoffeln. Wer

auf eine ausgewogene Ernährung achtet,

sollte täglich dreimal Lebensmittel mit

komplexen Kohlenhydraten konsumieren.

Die Menge richtet sich nach der körperlichen

Aktivität. Insbesondere Vollkornprodukte

aus dieser Lebensmittelgruppe

enthalten neben den Kohlenhydraten

auch andere wichtige Stoffe wie beispielsweise

Ballaststoffe.

Ballaststoffe - kein überflüssiger Ballast.

Es empfiehlt sich eine Mindestaufnahme

von 30 g Ballaststoffen pro Tag. Davon

sollten die Hälfte aus Getreideprodukten

(3 - 4 Scheiben Roggenvollkornbrot), der

Rest aus frischem Obst und Gemüse stammen.

Ballaststoffe fördern den gesamten

Darm- bzw. Verdauungstrakt und senken

das Entstehungsrisiko von Darmkrebs.

Kartoffeln, Nudeln oder Reis sollten vom

„Schattendasein“ der Beilage in den

Mittelpunkt rücken und neben Soße und

Fleisch mengenmäßig den Hauptbestandteil

einer Speise ausmachen. Denn diese

Lebensmittel sind von Natur aus sehr

fettarm und liefern reichlich Kohlenhydrate

zum Sattwerden. Kartoffeln sind

außerdem reich an Kalium, Vitamin C

sowie hochwertigem Eiweiß.

Mager und natürlich: Milch und Co

Milch und Milchprodukte sind unsere

wichtigsten Calciumquellen und damit unentbehrlich

für den Aufbau und Erhalt gesunder

Knochen und Zähne. Außerdem

enthalten sie hochwertiges Eiweiß, leicht

verdauliches Fett, besonders Vitamine der

B-Gruppen und tragen zur Jodversorgung

bei. Milch, Joghurt, Quark und Käse sollten

täglich auf dem Speiseplan stehen.

Bis zum 30. Lebensjahr wird Calcium in

die Knochen eingebaut. Später zehrt der

Körper von diesem Vorrat. Wer als Jugendlicher

zu wenig Calcium in die Knochen

einbaut, kann dies als Erwachsener nicht

mehr nachholen. Deshalb sollten Jugendliche

mit 1200 mg pro Tag sogar mehr

Calcium aufnehmen als Erwachsene. Täglich

ein Glas Milch, ein lecker belegtes

Brot mit Käse und ein Becher Joghurt decken

schon einen großen Teil des Bedarfs.

Das restliche Calcium liefern Gemüsesorten

wie, Brokkoli, Grünkohl oder Lauch

und calciumreiches Mineralwasser.

Ab und zu tierisch gut: Fleisch,

Fisch, Ei

Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier sind

nährstoffreiche Lebensmittel, die in einer

ausgewogenen und vollwertigen Ernährung

ihren Platz haben. Sie sollten abwechslungsreich

auf den Tisch kommen,

da für eine optimale Nährstoffversorgung

schon relativ kleine Portionen ausreichen.

Sie enthalten hochwertiges Eiweiß, das

der menschliche Körper sehr gut verwerten

kann. Darüber hinaus tragen diese

Lebensmittel wesentlich zur Versorgung

mit Kalium, Magnesium, Zink, Selen und

Vitamin B bei.

Fleisch, hier besonders das Muskelfleisch

und die Leber sind aufgrund des relativ

hohen Eisengehaltes eine wertvolle Nahrungsquelle.

Eisenmangel kann die körperliche

Leistungsfähigkeit beeinträchtigen

und die Infektanfälligkeit erhöhen.

Müdigkeit, Hautblässe und Appetitlosigkeit

sind Symptome eines eventuell vorliegenden

Eisenmangels. Das Nahrungseisen

ist, unabhängig vom jeweiligen

absoluten Eisengehalt, sehr unterschiedlich

für den Organismus verfügbar. So ist

die Eisenverfügbarkeit aus pflanzlichen

Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten,

Bohnen, Erbsen und Salat relativ gering,

aber auch machbar.

Da Fleisch und vor allem Wurstwaren

auch unerwünschte Bestandteile enthalten,

wie Fett, Cholesterin und Purine,

sollten sie nur in mäßigen Mengen verzehrt

werden.

Fischgerichte erfreuen sich zunehmender

Beliebtheit. Durch das breite Angebot

und die vielfältigen Zubereitungsweisen

lassen sich leckere und abwechslungsreiche

Gerichte zaubern, so dass See- und

Meeresfrüchte zu einer vollwertigen Ernährungsweise

beitragen. Jodmangel ist

in Deutschland weit verbreitet. Der

Mensch braucht zwar nur winzige Mengen

pro Tag (180 - 200 millionstel Gramm),

diese aber regelmäßig und das ganze Leben

lang. Bei einem Mangel treten jedoch

schnell Funktionsstörungen auf. Als

Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist

Jod an der Regulation des Wachstums,

der Körperwärme und des Energiebedarfs

beteiligt. Gute Jodquellen sind Seefisch,

Milch und Eier. Bei Verwendung jodierten

Speisesalzes können aber auch Brot, Käse

und Wurst zur Jodversorgung beitragen.

Jodsalz wird in mehr als 50 Ländern der

Welt mit Erfolg eingesetzt. Die Schweiz,

Schweden und Österreich gelten als Paradebeispiel:

Die Kropferkrankung ist dort

nahezu verschwunden.

Neben ihrer Bedeutung als Eiweißlieferanten

stellen Eier eine gute Mineralstoffund

Vitaminquelle dar. Sie enthalten

reichlich Eisen, Fluorid und Vitamine A, D,

B 2 sowie Folsäure. Andererseits sind Eier

jedoch sehr cholesterinreich und sollten

deshalb nicht täglich verzehrt werden.

Kleine Mengen, große Wirkung: Fette

und Öle

Fett ist ein unentbehrlicher Nahrungsbestandteil,

sowohl als Träger der fettlöslichen

Vitamine wie auch als Lieferant der

essenziellen mehrfach ungesättigten Fett-

Fortsetzung auf Seite 6

www.landjugend.de 5


Ausgewogene..., Fortsetzung von Seite 5

säuren. Da Fette außerdem Geruchs- und

Geschmacksstoffe transportieren und beim

Essen ein angenehmes „Mundgefühl“ vermitteln,

sind fetthaltige Speisen sehr beliebt.

Als natürlicher Energiespender ist

Fett jedoch sehr kalorienreich, daher sollte

man mit „sichtbaren“ und „versteckten“

Fetten sparsam umgehen. Die Auswahl

von Speisefetten sollte folgendermaßen

aussehen: Als Brotaufstrich sind Butter

und Margarine gleichermaßen empfeh-

Nahrungsmittelmengen für einen gesunden

Erwachsenen

Sparsam

• täglich 20 g hochwertiges Pflanzenöl

(z.B. zwei Esslöffel Rapsöl),

• 20 g Streichfett (z.B. zwei Esslöffel

Butter)

• täglich Süßigkeiten und / keine alkoholhaltigen

Getränke in geringen Mengen

Ausreichend

• täglich 200 ml Milch, 150 g Joghurt,

eine Scheibe Käse

• wöchentlich 2 Portionen Fleisch,

Geflügel oder Wurst

• wöchentlich 1 bis 2 Portionen Fisch

• wöchentlich 2 Eier bzw. Erzeugnisse

mit Ei

Reichlich

• täglich 3 Portionen Gemüse und Salat

(eine davon roh)

• täglich 2 Portionen Obst / Obstsaft

(möglichst roh)

• täglich 250 g Brot, Getreideflocken

und 1 Portion Kartoffeln, Nudeln, Reis

Reichlich

• täglich 1,5 Liter energiearme Getränke

Foto: Auswertungs- und Informationsdienst, AID

lenswert. Wird Margarine verwendet, sollte

man eine reine Pflanzenmargarine bevorzugen.

Sie sollte möglichst keine gehärteten

Fette enthalten. Für die Speisenzubereitung

sollten vorwiegend Pflanzenöle

(z.B. Rapsöl, Olivenöl) mit hohem

Gehalt an einfach und mehrfach gesättigten

Fettsäuren verwendet werden.

Stimmungsmacher?!?: Zucker,

Süßigkeiten und Alkohol

Zucker hat viele Namen. In Süßigkeiten,

Getränken und anderen Produkten werden

häufig verschiedene Zuckerarten verwendet,

die sich hinter folgenden Begriffen

verbergen können: Saccharose, Glucose,

Dextrose, Invertzucker, Maltose und Fructose.

Neue Untersuchungen zeigen keinen direkten

Zusammenhang zwischen Zuckerbzw.

Süßigkeitenverzehr und dem Auftreten

von Übergewicht. Auch die Versorgung

mit Vitaminen und Mineralstoffen

leidet nicht unter einem mäßigen Konsum

von zuckerhaltigen Lebensmitteln. Die

Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt

als Orientierungswert an, dass die Zuckerzufuhr

höchstens 10 bis 15 % (ein halber

Liter Limonade/Colagetränk oder zwei

Schokoriegel) der täglichen Energieaufnahme

betragen sollte. Höhere Zuckermengen

werden zum einen aus zahnmedizinischer

Sicht abgelehnt, zum anderen

enthalten viele Süßwaren und Backwaren

auch reichlich Fett. Ein häufiger Verzehr

süßer Lebensmittel wird schnell zur Gewohnheit.

Die Reizschwelle für die Geschmacksempfindung

„süß“ wird dadurch

erhöht.

Der Mensch benötigt keinen Alkohol. Mit

seiner Aufnahme sind Stoffwechselstörungen

und die Veränderung der Stimmungslage

(anregend oder dämpfend)

verbunden. Als Langzeitwirkung ist das

große Suchtpotenzial mit schweren Folgeerscheinungen

(Organschäden, Krebs) zu

Nr. 03/03

nennen. Mittlerweile ist auch der positive

Effekt einer moderaten Alkoholzufuhr auf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt. Das

Erkrankungsrisiko lässt sich aber auch

durch einen gesunden Lebensstil ohne

Alkohol vermindern.

Fazit

Das Pyramiden-Prinzip: Je weiter oben

ein Lebensmittel zu finden ist, desto

sparsamer sollte man damit umgehen. Ziel

einer langfristig angelegten Gesundheitsstrategie

ist es, Steigerung einer ausgewogenen

bedarfsgerechten Ernährung und

der körperlichen Aktivität. Energiebedarf

und Energieverbrauch halten sich hierbei

die Waage. Wer täglich energiearme Getränke,

frisches Gemüse und Obst, Produkte

aus Vollkorngetreide, Kartoffeln,

Milch und fettarme Milchprodukte wählt -

ergänzt durch Fleisch, Fisch und Ei - ist

schon auf dem richtigen Weg. Essen mit

Spaß, Genuss und Sinnesfreude erleben

sollte immer im Vordergrund stehen. Wer

körperlich aktiv ist, hat auch einen größeren

Spielraum das buntgefächerte Angebot

an Essen mit allen seinen Vorzügen

zu genießen. Wenn man bei der Auswahl

der Lebensmittel die Ernährungspyramide

vor Augen hat, steht der geistigen und

körperlichen Fitness nichts mehr im Wege.

Interessante Links:

www.dge.de

www.waswiressen.de

www.vis.bayern.de

Quelle:

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, DGE Referenzwerte

für die Nährstoffzufuhr, Auflage

2000

Deutsche Gesellschaft für Ernährung, DGEaktuell

10/2000

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit,

Ernährung und Verbraucherschutz

Bundeslebensmittelschlüssel II.3, Ausgabe Mai

6 www.landjugend.de

Foto: Auswertungs- und Informationsdienst, AID


Nr. 03/03

Die Milch macht's

Milch leistet einen wichtigen Beitrag zur täglichen Versorgung

Milch ist ein natürliches und beliebtes Getränk.

Kaum ein anderes Nahrungsmittel

liefert dem Menschen in dieser Komplexität

so viele wertvolle Nährstoffe. Wenn wir

zum Frühstück ein Glas leckere, erfrischende

Milch trinken, machen wir uns wahrscheinlich

gar keine Gedanken, wie sie von

der Kuh in den Kühlschrank kommt und

wie die große Vielfalt an Milchprodukten

entsteht, die wir im Kühlregal des Supermarktes

zur Auswahl wiederfinden.

Vom Euter zum Verbraucher

Frisch gemolkene Milch, die sogenannte

Rohmilch, wird in der Molkerei nach umfassenden

Qualitätsprüfungen weiter verarbeitet.

Sie ist das Ausgangsprodukt der

Konsummilchsorten und Basis aller übrigen

Milchprodukte. Wegen der großen Bedeutung

der Milch als Lebensmittel müssen

sowohl bei der Gewinnung als auch

bei der Be- und Verarbeitung umfangreiche

Hygienemaßnahmen und gesetzliche

Vorschriften eingehalten werden. So darf

z.B. nur Milch von gesunden Kühen ange-

Nährwerttabelle für Milch und Milchfrischeprodukte

boten, beim Melkvorgang müssen

bestimmte Hygienemaßnahmen eingehalten

und gleich nach dem Melken muss die

Milch aus dem Stall gebracht, gefiltert

und gekühlt werden. Die Aufbewahrung

der Milch bei 8 bis 10° C darf auf dem

Weg vom Bauernhof zur Molkerei nicht

unterbrochen werden.

In der Molkerei wird die Rohmilch nun

auf ihre Qualität hin überprüft. Diese

Untersuchungen sind in der „Milch - Güteverordnung“

gesetzlich festgelegt. Erst

wenn diese Prüfung abgeschlossen ist,

darf die Milch weiter verarbeitet werden.

Zu den weiteren Bearbeitungsverfahren

gehören:

• das Reinigen

• das Trennen von Magermilch und Rahm

(= Separieren),

• das Einstellen des Fettgehalts (= Standardisieren),

• die Wärmebehandlung,

• das Homogenisieren

sowie das Kühlen, Abfüllen und Verpacken

der Milch.

Nährstoffgehalt Energie Fett Protein Kohlen- Calcium Vitamin Vitamin Vitamin

pro 100g hydrate A B2 B12

Milch bzw. kcal g g g mg µg mg µg

Milchprodukt

Vollmilch 67 3,8 3,3 4,8 120 32 0,18 0,4

(3,8% Fett)

Vollmilch, 64 3,5 3,3 4,5 120 28 0,18 0,4

pasteurisiert

(3,5% Fett)

Fettarme Milch 47 1,6 3,4 4,6 118 13 0,18 0,4

(1,5% - 1,8% Fett)

Vollmilchjoghurt 71 3,5 3,9 5,4 120 30 0,18 0,5

(3,5% Fett)

Fettarmer Joghurt 50 1,5 3,6 5,6 115 13 0,17 0,4

(1,5% Fett)

Fettarmer Frucht- 80 1,3 3,6 13,5 114 10 0,19 0,4

joghurt (1,5% Fett)

Fettarmer Kefir 47 1,5 3,4 4,9 120 20 0,17 0,5

(1,5% Fett)

Reine 37 0,5 3,5 4,0 110 7 0,16 0,2

Buttermilch

Fruchtbuttermilch 60 0,6 2,9 10,8 100 10 0,15 0,2

(Quelle: Heseker, B. und H.: Nährstoffe in Lebensmitteln, Umschau Verlag, Frankfurt 1999)

Milch - der Zaubertrunk

Milch ist ein wahres „Powerpaket“ in der

täglichen Ernährung, das Jung und Alt

mit vielen lebensnotwendigen Nährstoffen

versorgt. Dazu zählen Milcheiweiß,

Milchfett, Milchzucker, Wasser, Vitamine,

Mineralstoffe und Spurenelemente. Welche

Mengen dieser Nährstoffe die verschiedenen

Milchsorten und Milchfrischprodukte

liefern, zeigt die Tabelle.

Der Nährstoffcocktail Milch leistet einen

wichtigen Beitrag zur täglichen Versorgung

des Körpers mit lebensnotwendigen

Nährstoffen. Milch enthält eine einzigartige

Kombination aus lebenswichtigen

Nährstoffen. Das macht Milch und die daraus

hergestellten Milchprodukte so wertvoll

und unverzichtbar für die tägliche Ernährung.

Milchfett

Das Fett liegt in der Milch als feinste

Tröpfchen verteilt vor. Es enthält viele

kurz- und mittelkettige Fettsäuren, die im

Darm schnell und vollständig resorbiert,

das heißt ins Blut aufgenommen werden.

Dadurch ist Milchfett ein leicht verdaulicher

Energielieferant.

Milcheiweiß (Protein)

Milch enthält fast alle Eiweißbausteine

(essentielle Aminosäuren), die der Körper

für den Aufbau seiner eigenen, aus Eiweiß

bestehenden Gewebe, benötigt. Aufgrund

dieser hohen „biologischen Wertigkeit“

sind Milchprodukte eine ideale Ergänzung

zu pflanzlichem Eiweiß wie z.B.

in Getreide, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten.

Milchzucker (Kohlenhydrate)

Milchzucker (Lactose) wird sehr langsam

vom Körper aufgenommen und sorgt da-

Fortsetzung auf Seite 8

www.landjugend.de 7

Foto: Auswertungs- und Informationsdienst, AID


Nr. 03/03

Die CMA wirbt für deutsche Agrarprodukte

Informationen für Verbraucher, Ernährungsberater, Schüler und Lehrer

Die CMA Centrale Marketing-Gesellschaft

der deutschen Agrarwirtschaft mbH mit

Sitz in Bonn beschäftigt rund 150 Mitarbeiter,

die sich um das Gemeinschaftsmarketing

für deutsche Agrarprodukte wie

Fleisch, Milch und Milchprodukte, Eier,

Geflügel, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Ölsaaten

bzw. Rapsöl, Zucker, Brotgetreide,

Blumen und Zierpflanzen, Hopfen und

Braugerste kümmern.

Die CMA wurde ganz bewusst als Gemeinschaftsinstrument

der deutschen Landund

Ernährungswirtschaft gegründet, um

die Wettbewerbsposition im zusammenwachsenden

europäischen Markt durch

einen zentralen Auftritt mit modernen

Marketing-Methoden zu verbessern.

Mit einer Vielzahl verschiedener Marketing-

und Kommunikationsmaßnahmen

fördert die CMA den Absatz deutscher Erzeugnisse

der Land- und Ernährungswirtschaft

im In- und Ausland. Partner der

CMA sind die Marktbeteiligten der deut-

Die Milch..., Fortsetzung von Seite 7

her für lang anhaltenden Energienachschub.

Er wirkt sich außerdem positiv auf

die Darmflora aus und fördert die Resorption

von Calcium.

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind Elemente, die der Mensch

über die Nahrung aufnehmen muss,

um seine Gesundheit und Leistungsfähigkeit

zu erhalten. Sie werden nach ihrem

mengenmäßigen Vorkommen im menschlichen

Körper eingeteilt in Mengenelemente

(z.B. Calcium) und Spurenelemente

(z.B. Jod).

In der Milch gibt es reichlich Mineralstoffe

und damit auch in den Milchfrischpro-

schen Agrarwirtschaft, von der Landwirtschaft

über Nahrungsmittelindustrie und -

handwerk bis hin zum Handel.

Deutschland mit seiner hohen Bevölkerungszahl

und seiner großen Kaufkraft ist

auch heute der am meisten umkämpfte

Markt innerhalb der EU, vor allem im

Nahrungsmittelsektor. Das dokumentieren

nicht zuletzt die Marketinganstrengungen

unserer Partnerländer, die hohe Summen

in Werbung investieren. Die CMA hat das

Ziel, die Position der deutschen Agrarund

Ernährungswirtschaft in zusammenwachsenden

Märkten zu stärken und auszubauen.

Wer arbeitet bei der CMA?

Agrarexperten, Oecotrophologen, Kaufleute,

Marketingspezialisten, Trainees und

viele andere Mitarbeiter der CMA tragen

dazu bei, inländische und ausländische

Märkte für Erzeugnisse der deutschen

Land- und Ernährungswirtschaft zu erschließen

und zu pflegen.

dukten. Für den menschlichen Körper besonders

wichtig: Calcium für gesunde

Knochen, Kalium für den geregelten Flüssigkeitshaushalt,

Magnesium für Muskeln

und Nerven sowie Jod für eine normale

Schilddrüsenfunktion. Milch ist der wichtigste

Calcium-Lieferant in unserer Ernährung.

Eine ausreichende Calciumversorgung

während der Kindheit und Jugend

ist für die Gesundheit der Knochen lebenslang

entscheidend.

Vitamine

Vitamine sind Nährstoffe, die der Körper

selbst nicht bilden kann, in kleinen

Mengen zum Leben aber unbedingt benötigt.

Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen

werden. Es gibt wasserlösliche

Vitamine (die Vitamine der B-Gruppe,

CMA in der Landwirtschaft

Mit viel Know-how und Umsicht erzeugen

die deutschen Landwirte hochwertige Lebensmittel.

Damit ihre Erzeugnisse die

Aufgaben und Ziele der CMA im

Überblick

• den Absatz und die Verwertung von

Erzeugnissen der deutschen Agrarwirtschaft

zentral zu fördern

• inländische und ausländische Märkte

zu erschließen und zu pflegen

• die Wettbewerbsposition der deutschen

Agrarwirtschaft gegenüber ausländischen

Anbietern auszubauen

• regionale Erzeugungs- und Absatzaktivitäten

zu unterstützen

• die Qualität und die Marktorientierung

von Erzeugnissen zu optimieren

• das Verbraucherverhalten zu gewinnen,

zu erhalten und auszubauen

• übergeordnete Interessen der Agrarwirtschaft

wahrzunehmen und abzustimmen

Niacin, Folsäure u.a.m.) und fettlösliche

Vitamine (A, D, E und K).

Milch und Milchfrischprodukte enthalten

einen Cocktail an Vitaminen. Hauptsächlich

vertreten sind Vitamin A, das für gutes Sehen

und gesunde Haut zuständig ist, sowie

die Vitamine der B-Gruppe B1, B2, B6,

B12. Bei der Versorgung mit den Vitaminen

B2 (Riboflavin) und B12 (Cobalamin) sind

die Gehalte der Milch von besonderer Bedeutung.

Vitamin B2 ist an vielen Stoffwechselreaktionen

beteiligt und ist wichtig

für den Heilungsprozess der Haut. Vitamin

B12 erfüllt wichtige Funktionen im Stoffwechsel

von Fetten und Proteinen sowie

bei der Bildung roter Blutkörperchen.

Quelle: www.cma.de

8 www.landjugend.de


Nr. 03/03

Geltung erlangen, die sie verdienen, dafür

macht sich die CMA stark. Mit zahlreichen

Maßnahmen geht sie auf die Abnehmer in

Verarbeitungsindustrie und Handel zu,

ebenso wie auf die Verbraucherinnen und

Verbraucher. Im Marketing-Mix der CMA

hat aber auch die Basis, also die Landwirtschaft,

selbst ihren festen Platz. Fort-

bildungsangebote für die Landwirtschaft

oder die Einbindung der Erzeuger in regionale

Projekte zur Absatzförderung gehören

zum Beispiel dazu. Der CMA-Informationsdienst

Blickpunkt Agrar, der übrigens

auch online abrufbar ist, informiert

Interessierte über diese und weitere Aktionen

für die Landwirtschaft

(www.cma.de).

Deutschland hat GesCMAck

So lautet der Titel der CMA-Kampagne, die

seit August 2002 für die Lebensmittelvielfalt

der heimischen Landwirtschaft wirbt.

Die Kampagne zeichnet sich durch witzigfreche

Motive aus und wird in auflagenstarken

Zeitschriften wie z.B. Stern, Spiegel

oder Brigitte veröffentlicht. Ein immer

wieder genutztes Element, die Grüne Serviette,

wird auch bei vielen anderen Wer-

bemitteln wie Broschüren oder im Internetauftritt

mit eingesetzt und erreicht so

einen hohen Wiedererkennungseffekt. Der

so genannte Claim „Bestes vom Bauern“

unterstreicht den Landwirtschaftsbezug.

CMA in der Ernährungswirtschaft

Ein Ziel ist es, Verbraucherinnen und Ver-

braucher mit einer Fülle unterschiedlicher

Aktivitäten gezielt für Lebensmittel aus

deutscher Herstellung zu interessieren.

Mehr als je zuvor treten zudem Transparenz

und Nachvollziehbarkeit in den Vordergrund.

Information ist eine wesentliche

Voraussetzung für Vertrauen und daher

unerlässlich für das Marketing. Gemeinsam

mit den Partnern aus der Ernährungswirtschaft

übernimmt die CMA Aufgaben im

Bereich der Verbraucherinformation.

Lehrer, SchülerInnen und Student-

Innen

Viele Jugendliche haben Wissensdefizite,

denn wer weiß schon, wie Zucker in seinen

vielfältigen Erscheinungsformen entsteht,

Milch in die Verpackung kommt

oder was zu einer gesunden, ausgewogenen

Ernährung gehört?

Um solche Themen anschaulich und interessant

zu vermitteln, bietet die CMA eine

Reihe von Unterrichtsmaterialien an. Lehrer-

und Schülerhefte mit Kopiervorlagen,

Foliensätze oder Videos zu den unterschiedlichsten

Themen geben Lehrern die

Möglichkeit, Landwirtschaft und Ernährung

einfach und schnell, ohne lange Vorbereitungszeit

zum Unterrichtsgegenstand

zu machen.

Viele denken heute, die junge Generation

ernährt sich nur mit Fastfood und Cola.

Doch trifft dieses Vorurteil zu? Die CMA

hat in langjährigen Arbeit Erfahrungen

gemacht, die diese Meinung widerlegen.

Lebensmittelproduktion und Ernährung

sind sehr wohl Themen der Zeit. Dies

zeigt die Nachfrage nach fachlich fundierten

Informationen in Broschüren und Jugendmagazinen

oder die Teilnahme an

Seminaren.

CMA informiert Ernährungsberater

Wie ernähre ich mich ausgewogen? Worauf

sollte man besonders achten? Welche

Inhaltsstoffe haben die verschiedenen

Nahrungsmittel? Das sind häufig gestellte

Fragen, die Ernährungsberater beantworten

müssen. Zur schnellen und umfassenden

Information dieser Fachleute bietet

die CMA nicht nur auf ihrer Homepage

(www.cma.de) viele wissenschaftlich fundierte

Arbeits-Materialien für die Beratungspraxis

an.

Ernährungswissenschaftliche Infos für

die VerbraucherInnen

Wen interessiert es nicht, was unsere

Nahrungsmittel wie Fleisch, Milch, Käse,

Obst oder Gemüse für eine gesunde und

ausgewogene Ernährung zu bieten haben

und wie diese in der Küche verwendet

werden können? Fundierte Antworten auf

Ernährungsfragen oder Informationen zu

bestimmten Nahrungsmitteln erhalten

Verbraucher auch direkt im CMA-Internetauftritt.

Quelle: www.cma.de

www.landjugend.de 9

Fotos: Digitalvison


Grüne Gentechnik - Ein Überblick

Teufelswerk oder Segen für die Menschheit?

Von Rudolf Großfeld, stellvertretender

Vorsitzender des BDL

Die grüne Gentechnik wird in Deutschland

kontrovers und oft emotional diskutiert.

Sachlichkeit steht dabei immer seltener

im Vordergrund. Aber was steckt wirklich

hinter der grünen Gentechnik und warum

macht man das überhaupt?

Grüne Gentechnik - Was ist das?

Das Lexikon sagt, dass man unter grüner

Gentechnik die Anwendung gentechnischer

Verfahren in der Pflanzenzüchtung

und die Nutzung gentechnisch veränderter

Pflanzen, vor allem in der Landwirtschaft

versteht. Im Grunde heißt das,

dass die Erbsubstanz von Pflanzen verändert

wird. Bestimmte Eigenschaften werden

den Pflanzen durch genetische Verfahren

hinzugefügt oder entzogen. So

kann z.B. Reis zusätzlich Pro-Vitamin A

bilden oder in Tomaten kann gezielt die

Bildung von Eiweißen unterbunden werden,

die Allergien auslösen.

Warum macht man das?

Auf der Erde leben heute rund sechs Milliarden

Menschen. Laut Prognosen der UN

wird ihre Zahl bis ins Jahr 2050 auf neun

Milliarden steigen. Heute stehen der Bevölkerung

pro Kopf rund 0,26 ha Ackerboden

zur Verfügung im Jahr 2050 werden

es noch ganze 0,15 ha sein. Das

führt zu der bangen Frage: Können so

viele Menschen überhaupt ernährt werden?

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist

die Welt-Getreideernte auf den bestehenden

Flächen um das Dreifache gestiegen.

Das ist der Erfolg der so genannten „Grünen

Revolution“. Doch im vergangenen

Jahrzehnt ist die Bevölkerung wieder

schneller gewachsen als die Erntemengen.

Die klassischen Möglichkeiten, mit noch

mehr Dünger und Bewässerung die landwirtschaftlichen

Erträge zu verbessern,

gelten als weitgehend ausgeschöpft. Um

die Ernährungsversorgung der Menschen

weltweit zu gewährleisten, müssen die

Erträge in Zukunft deutlich gesteigert

werden. Allein durch Ertragssteigerungen

und Pflanzenzüchtung sind die Probleme

Hunger und Unterernährung jedoch nicht

zu lösen. Auch vielschichtige soziale,

wirtschaftliche und kulturelle Faktoren

sind zu berücksichtigen. Viele Experten

setzen ihre Hoffnungen auf den Einsatz

der Gentechnik in der Landwirtschaft.

Mit Hilfe der „Grünen Gentechnik“ können

Pflanzen in ihren Eigenschaften optimiert

werden. Berühmt ist der Fall vom

„Goldenen Reis“. Weltweit leiden mehr als

200 Millionen Menschen, insbesondere

Kinder, an Vitamin-A-Mangelerscheinungen.

Vitamin-A ist wichtig für die Entwicklung

der Augen. Jedes Jahr erblinden etwa

eine halbe Million Kinder. Abhilfe

könnte künftig der so genannte „Goldene

Reis“ schaffen, der zurzeit am internationalen

Reisforschungsinstitut in Manila

erforscht wird. Das Besondere: Der Reis

lagert zum einen mehr Eisen in seine Körner

ein, zum anderen bildet er in seinen

Zellen Provitamin A. Dieser Stoff wird

nach dem Verzehr im menschlichen Körper

in Vitamin A umgewandelt. 300 Gramm

des goldenen Reises sollen ausreichen,

um den Tagesbedarf an Vitamin A eines

Erwachsenen zu decken. Die Bezeichnung

„golden“ erhielt der Reis übrigens, weil

seine Körner gelblich sind.

Einen weiteren Beitrag zur Ernährungssicherung

können Pflanzen leisten, die

weniger anfällig gegen Krankheitsbefall

sind. So gehen in Afrika bis zu 80% der

Süßkartoffelernte, eine der Hauptanbaufrüchte,

verloren, weil die Kartoffel vom

Feathery-Mottle-Virus (SPFMV) befallen

wird. Es ist kenianischen Forschern gelungen

ein Resistenz-Gen gegen dieses Virus

Nr. 03/03

in die Kartoffel einzupflanzen. Das Virus

kann damit nicht mehr in die Kartoffel

eindringen und sie schädigen. Dies sind

nur einige der Möglichkeiten, die derzeit

erforscht werden.

Ist das alles ohne Risiko?

Nein, nichts ist ohne Risiko. Auch die

Verfahren und Methoden der grünen Gentechnik

bergen ein Risiko. So enthalten

Lebensmittel, die gentechnisch verändert

wurden, meist neue Eiweiße. Prinzipiell

kann jeder Eiweißstoff bei empfindlichen

Menschen eine Allergie auslösen. Diese

Gefahr ist zwar gering, aber nicht völlig

ausgeschlossen. Es kann also passieren,

dass in den veränderten Pflanzen nicht

nur die Bildung von unerwünschten Eiweißen

unterbunden wird, sondern auch,

dass andere Eiweiße die u.U. andere Allergien

auslösen, neu gebildet werden.

Daher sind umfangreiche Tests der neuen

Pflanzen nötig, um dieses Risiko auszuschließen.

Bei den ersten Pflanzen die gentechnisch

verändert wurden, stand vor allem der Ertrag

im Vordergrund. So wurde Mais gezüchtet,

der selbst einen Abwehrstoff gegen

Insekten bildet. Dazu wurde in die

Erbsubstanz des Maises ein Gen aus dem

10 www.landjugend.de


Nr. 03/03

Bakterium „Bazillus thuringiensis“ eingepflanzt.

Dieses Gen versetzte den Mais in

die Lage ein Gift zu bilden, das den Maiszünsler

von der Maispflanze fernhielt. Ziel

war es weniger Pestizide gegen das Insekt

einsetzen zu müssen. Der Maiszünsler ist

ein Schädling der große Teile der Maisernte

der Welt vernichtet. In diesem Fall

hatte der Mais nicht nur eine tödliche

Wirkung auf den Maiszünsler, auch Raupen

des Monarch-Falters, einer in Nordund

Mittelamerika häufig vorkommenden

Schmetterlingsart, wurden getötet, weil

sie den Pollen des Maises aufnahmen.

Ein weiterer Fall der Kritik an der Grünen

Gentechnik laut werden ließ, war der sogenannte

Lektin-Fall. Bei Fütterungsver-

suchen an Ratten, sollten Stoffe bzw. Eiweiße

getestet werden, die zwar die Widerstandsfähigkeit

bei Pflanzen erhöhen,

aber die Gesundheit der Konsumenten

nicht beeinträchtigen. Lektine sind Eiweiße,

die natürlicherweise von vielen

Pflanzen gebildet werden, um sich vor

ihren Feinden zu schützen. Sie wirken vor

allem gegen beißende und saugende Insekten.

Allerdings sind viele dieser Lektine

auch für Tiere und Menschen giftig.

In hohen Konzentrationen können sie

verschiedene Körperfunktionen und das

Immunsystem beeinträchtigen. Um die

natürlich enthaltenen Lektine abzubauen,

müssen etwa grüne Bohnen vor dem Verzehr

kurz gekocht werden.

Foto: Digitalvision

In den Fütterungsversuchen wurden gentechnisch

veränderte Kartoffeln an Ratten

verfüttert, die ein Lektin bildeten, das sie

vor Schädlingen schützen sollte. Bei der

Auswertung der Versuche wurde festgestellt,

dass Ratten die die veränderten

Kartoffeln gefressen hatten veränderte

Organgewichte und Anzeichen für eine

Schädigung des Immunsystems aufzeigten.

Allerdings traten diese Veränderungen

nur bei den Tieren auf, die die Kartoffeln

fraßen und nicht bei denen die das

Lektin isoliert vorgelegt bekamen. Die

Kartoffeln mussten also neben dem Lektin

noch weitere Stoffe produziert haben, die

eine Schädigung bei den Ratten hervorriefen.

Die Versuche mit den Kartoffeln

wurden daraufhin gestoppt.

Was wird gemacht, um die Risiken in

den Griff zu bekommen?

Wenn ein Lebensmittel „neuartig“ oder

gentechnisch verändert ist, muss es ein

Zulassungsverfahren durchlaufen. Auf dem

Markt darf es nur angeboten werden,

wenn nachgewiesen wird, dass es sicher

ist. Doch: bei Lebensmitteln, die aus einer

Vielzahl von Einzelstoffen bestehen, ist

ein solcher Nachweis nicht einfach. Wie

andere Lebensmittel auch, sind gentechnisch

veränderte oder andere neuartige

Lebensmittel komplexe Mischungen aus

hunderten-, oft tausenden verschiedener

Substanzen in wechselnden Anteilen. Bei

vertrauten Nahrungsmitteln, die seit langem

verzehrt werden, ist das kein großes

Problem: aus Erfahrung glaubt man sich

auf der „sicheren Seite“ - auch ohne vollständige

wissenschaftliche Beweisführung.

Bei neuartigen Lebensmitteln wird hingegen

genau das verlangt: ihre Sicherheit

muss „bewiesen“ werden, sonst dürfen sie

nicht auf den Markt - eine große Hürde.

Denn: eine Sicherheitsbewertung ist vergleichsweise

einfach für einzelne Stoffe

mit bekannter chemischer Struktur wie

etwa Zusatzstoffe oder Rückstände von

Pflanzenschutzmitteln. Sie wird schwierig

bis unmöglich bei Stoffgemischen, wenn

deren genaue Zusammensetzung nicht

bekannt ist. Genau das trifft auf neuartige

Lebensmittel zu.

Internationale Expertengremien haben

daher ein Instrumentarium entwickelt,

wie man dennoch die Sicherheit neuartiger

Lebensmittel abschätzen kann: Das

Konzept der Substanziellen Äquivalenz. Es

hat sich inzwischen in der Genehmigungspraxis

vor allem für Lebensmittel

und Zutaten aus gentechnisch veränderten

Pflanzen weitgehend durchgesetzt.

Mit Hilfe des sog. Äquivalenz-Konzepts

versucht man, ein neuartiges Lebensmittel

in verschiedene „Bereiche“ zu unterteilen:

• einen vertrauten Bereich, der weitgehend

mit bekannten und als sicher geltenden

Lebensmitteln übereinstimmt;

• ein neuartiges Element, dessen Sicherheit

mit angemessenen Verfahren zu

untersuchen ist.

Das Verhältnis von „Vertrautem“ und

„Neuartigem“ bestimmt Umfang, Verfahren

und Aufwand der erforderlichen Sicherheitsuntersuchung.

Inzwischen müssen

sich jedoch Lebensmittel, die aus

gentechnisch veränderten Organismen

bestehen oder daraus hergestellt werden,

ausnahmslos einer eingehenden Sicherheitsbewertung

unterziehen. Nur Lebensmittel,

die alle diese Tests und Versuche

ohne Bedenken abschließen erhalten eine

Zulassung für den Anbau. Diese Lebensmittel

müssen dann als gentechnisch verändert

erkennbar sein deutlich gekennzeichnet

werden.

Weitere Informationen zur Grünen Gentechnik

unter:

www.transgen.de

www.waswiressen.de

www.agbios.com/default.asp

www.biotech-info.net

www.umweltministerium.bayern.de/bereiche/gentech/gentech.htm

www.science-live.de/index.html

www.landjugend.de 11


Das Qualitäts- und Sicherheits-System

QS-Zeichen - ein Symbol für kontrollierte Qualität

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft

trägt es auf den Trikots. Und in

den Fleischtheken vieler Supermärkte findet

es sich auf den Verpackungen: Das

QS-Zeichen. Es soll für eine sichere und

transparente Fleischproduktion vom Futtermittel

bis an die Fleischtheke stehen

und Verbraucher von der Qualität deutschen

Fleisches überzeugen.

Vertreter von landwirtschaftlicher Verbände,

Futtermittelindustrie, Fleischindustrie

und Lebensmitteleinzelhandel erarbeiteten

ein stufenübergreifendes System der

Dokumentation und Kontrolle, das Fehler

frühzeitig sichtbar und Probleme beherrschbar

machen soll. Zunächst stand

die Fleischerzeugung im Mittelpunkt der

Bemühungen, inzwischen arbeitet die QS

GmbH aber auch an der Integration von

Obst und Gemüse in das QS-System. Als

Antwort auf das Bio-Siegel kennzeichnet

das Zeichen QS konventionell erzeugte

Ware.

Wer steht hinter QS?

Das QS-System ist eine Initiative der

deutschen Lebensmittelwirtschaft. Zur

Umsetzung des Systems wurde die QS

Qualität und Sicherheit GmbH gegründet,

die alle Daten und Prüfergebnisse in einer

zentralen Datenbank erfasst. QS ist dynamisch

- die Beteiligten entwickeln es entsprechend

neuer Erkenntnisse und geänderter

Verbraucheransprüche stetig weiter.

Das System dient damit einer Basisabsicherung,

die dem Verbraucher eine verlässliche

Prozessqualität für die Herstellung

von Lebensmitteln bietet. QS - das

Bündnis für aktiven Verbraucherschutz.

Warum ein QS-System?

Für die Herstellung von Lebensmitteln ist

heutzutage nicht ein Einzelner oder eine

einzelne Firma verantwortlich, sondern

eine ganze Reihe von Produktionsstufen.

Erst durch diesen mehrstufigen Herstellungsprozess

werden aus landwirtschaftlichen

Erzeugnissen hochwertige Lebensmittel.

Das QS-System „Qualität und Sicherheit“

steht für eine durchgängige und

stufenübergreifende Dokumentation und

Kontrolle dieses Produktionsprozesses. Es

sorgt für mehr Transparenz und Sicherheit.

Grundlage des QS-Systems sind einheitliche

Kriterien für alle Produktionsstufen,

umfassende Dokumentation und ein

dreistufiges Kontrollsystem aus betrieblicher

Eigenkontrolle, neutraler Kontrolle

durch unabhängige Prüfinstitute und

einer übergreifenden Kontrolle der Kontrolle.

Das QS-Zeichen: Es soll für eine sichere und

transparente Fleischproduktion vom Futtermittel

bis an die Fleischtheke stehen.

Das Prinzip

Betriebsleiter bzw. Landwirte melden sich

bei der QS-GmbH an und verpflichten sich

damit, nach den Kriterien von QS zu wirtschaften

und dies lückenlos zu dokumentieren.

Landwirtschaftliche Betriebe melden

sich über die so genannten Bündler

bei QS an. Das sind zentrale landwirtschaftliche

Organisationen, wie Erzeugergemeinschaften

oder Bauernverbände, bei

denen Landwirte Mitglied sind. Als Bündler

übernehmen sie die Anmeldung und

organisieren die Kontrollen für das QS-

System.

Nr. 03/03

Anforderungen an die Futtermittelhersteller,

die Landwirte, die Schlachthöfe, die

Verarbeiter und auch den Lebensmitteleinzelhandel

werden durch Leitfäden festgelegt.

Über den gesetzlichen Standard

hinausgehend werden das Salmonellen-

Überwachungsprogramm, der Verzicht auf

antibiotische Leistungsförderer in der

Mast sowie die vollständige Kennzeichnung

von Zusatzstoffen besonders hervorgehoben.

Dabei müssen der Verlauf der

Produktion, auftretende Probleme sowie

alle Maßnahmen zu ihrer Lösung genau

dokumentiert werden. QS-Betriebe dürfen

landwirtschaftliche Rohstoffe und Vorprodukte

nur von QS-zertifizierten Lieferanten

beziehen, so dass ein nachprüfbarer

Warenfluss vom Stall bis an die Ladentheke

entsteht. Jede der beteiligten Produktionsstufen

kontrolliert und dokumentiert

ihren eigenen Produktionsprozess

und bestätigt der nachfolgenden Stufe,

dass alle Anforderungen erfüllt wurden.

Stärken und Schwächen

Die umfassende Dokumentation aller Arbeitsschritte

macht die Produktion der

QS-zertifizierten Lebensmittel nachvollziehbar.

Im Schadensfall kann so schnell

und genau ermittelt werden, welchen Weg

verunreinigte Produkte gegangen sind.

Bei Produkten mit dem QS-Siegel können

Verbraucherinnen und Verbraucher sicher

sein, dass bei der Herstellung mindestens

die gesetzlichen Vorschriften eingehalten

worden sind. Antibiotika als Masthilfsmittel

sind ebenso verboten wie Tiermehl im

Futter oder Tierfette in der Kälberaufzucht.

Das QS-System ist ohne Zweifel ein wichtiger

Beitrag zur Sicherung der Lebensmittelsicherheit

in Deutschland. Hier wird

die Garantie gegeben, dass die gesetzlichen

Standards wirklich eingehalten

werden. Das QS-Zeichen orientiert sich

jedoch ausdrücklich am gesetzlichen

12 www.landjugend.de


Nr. 03/03

Stand. Es macht hingegen keine verbindlichen

Aussagen zur Frage der Gentechnik,

des Umweltschutzes oder der Tierhaltung.

Wo finden Sie das QS-Prüfzeichen?

Mit dem QS-Prüfzeichen werden nur solche

Waren ausgezeichnet, bei denen der

Produktionsprozess den Anforderungen

des QS-Systems unterliegt und keine Beanstandungen

aufweist. Die korrekte Produktion

der Ware kann der Kunde im

Markt eindeutig an einem Zeichen ablesen.

Es gibt dem Verbraucher somit eine

klare Orientierung beim Einkauf: Der Käufer

von QS-Produkten kann sicher sein,

dass der Herstellungsprozess der Waren

vom Feld bis zur Ladentheke stufenübergreifend

dokumentiert und kontrolliert

wurde.

Quellen: www.label-online.de, www.cma.de

Qualität und Sicherheit auf dem

Betrieb Bernd Locher

QS- Was ist das eigentlich? Habt ihr dieses

Zeichen schon mal auf der Verpackung

von Nahrungsmitteln entdeckt? Ich hoffe

doch, denn dies ist das Siegel das für

„Qualität & Sicherheit“ bei Lebensmitteln

in Deutschland steht. QS ist ein Qualitäts-

und Herkunftssicherungssystem an

dem Futtermittelhersteller, Landwirte,

Verarbeiter und der Handel beteiligt sind,

um den Verbrauchern gesunde und kontrollierte

Produkte zu bieten.

Ich habe QS auf meinem Betrieb eingeführt

und möchte hier kurz über meine

Erfahrungen berichten. Mein Name ist

Bernd Locher, ich bin 25 Jahre und wohne

in Sauggart. Das ist ein kleines schwäbisches

Örtchen zwischen Stuttgart und

dem Bodensee, im Verbandgebiets Württemberg-Hohenzollern.

Dort bin ich natürlich

auch in der Landjugend aktiv.

Meine Ausbildung begann ich mit einer

landwirtschaftlichen Lehre. Nach dem einjährigen

Berufkollegs zum Erwerb der

Fachhochschulreife folgten zwei Jahre

Vollzeitunterricht auf der Technikerschule.

Die Bereiche Betriebswirtschaft und Marketing

bildeten dabei die Schwerpunkte

dieser Zeit. Seit dem Sommer 2002 arbeite

ich auf dem elterlichen landwirtschaftlichen

Betrieb. Mein Vater und ich haben

uns entschieden eine Vater- Sohn GbR zu

gründen. Wir bewirtschaften ca. 70 ha

Acker und füttern damit unsere 100

Zuchtsauen und 700 Mastschweine. Der

Veredelungsbetrieb arbeitet im geschlossen

System.

Anfang 2002 kam das Thema QS- System

in die Diskussion. Die Landwirte sprachen

viel über das Für und Wider. Ich stand der

Bernd Locher führte das QS-System auf seinem

Betrieb ein, er berichtet von seinen Erfahrungen.

Sache recht aufgeschlossen gegenüber,

hoffte dass auch die Landwirte nicht nur

mehr Aufwand sondern auch einen Nutzen

davon haben. Ich besuchte Informationsveranstaltungen

zum Thema, um zu sehen

„wie der Hase läuft“ und welche Kriterien

und Anforderungen an Betrieb und Betriebsleiter

gestellt werden. Mir wurde

schnell bewusst, dass der Hof bereits

viele Anforderungen erfüllt, aber dass

beim QS-System die ausführliche Dokumentation

eine wichtige Rolle spielt.

Zunächst wollte ich noch etwas abwarten

mit der Anmeldung als QS-Betrieb, da einige

Punkte und die Kosten für die Teilnahme

noch unklar waren. Aber im Juli

kam unser Schlachtunternehmen auf uns

zu und erklärten, sie brauchen Betriebe,

die „QS- Schweine“ liefern können. Deshalb

bemühte ich mich um die Anmeldung

zum System, was problemlos erledigt

werden konnte. Einige Wochen später

kam dann ein Kontrolleur um den Betrieb

grundsätzlich auf die QS-Tauglichkeit zu

überprüfen. Nach einem umfassenden

Betriebsrundgang wurde der schriftliche

Teil kontrolliert und übersichtlich zusammengefasst.

Der Betrieb muss Bestandsregister

über seinen Tierbestand führen,

festhalten was an die Tiere verfüttert

wird, die korrekte Verabreichung der

Arzneimittel dokumentieren, Reinigungsund

Desinfektionsmaßnahmen notieren

und Nährstoffvergleiche für die Felder

machen. Dafür führe ich eine Checkliste

zur „Eigenkontrolle“.

Für mich ist das QS-Siegel wichtig, um

meine Produkte (Mastschweine) etwas

besser zu verkaufen und den Absatz zu

sichern. Für zukunftsfähige Betriebe dürfte

es kein Problem sein, die Kriterien des

Systems zu erfüllen. Mit QS möchte die

konventionelle Landwirtschaft zeigen und

beweisen, dass Qualität produziert wird.

Impressum

BDL-Spezial 03/03 – Fachmagazin der

Landjugend

Herausgeber:

Bund der Deutschen Landjugend (BDL)

Reinhardtstraße 18, 10117 Berlin

Tel.: 030 - 31904-258

Fax: 030 - 31904-206

eMail: info@landjugend.de

Internet: www.landjugend.de, www.laju.de

www.junglandwirte.de

Redaktion: Doreen Rinke

Erscheinungsform: Dreimal jährlich

Graphische Gestaltung:

SEQUENZ - the nice guys agency, Berlin

www.sequenz.com

Druck: Oktoberdruck, Berlin

Das Magazin wird gefördert durch das

Bundesministerium für Familie, Senioren,

Frauen und Jugend.

www.landjugend.de 13

Foto: BDL


Das staatliche Bio-Siegel

Seit September 2001 können Lebensmittel

aus ökologischer Landwirtschaft mit

dem staatlichen Bio-Siegel gekennzeichnet

werden. Das kleine sechseckige Zeichen

mit dem Schriftzug „Bio“ schafft

Klarheit, Einheitlichkeit und Orientierung

bei Öko-Produkten. So können sich Verbraucherinnen

und Verbraucher darauf

verlassen: „Wo 'Bio' drauf steht, ist auch

'Bio' drin“. Denn nur Erzeuger und Hersteller,

die die Bestimmungen der EG-Öko-

Verordnung einhalten und sich den vorgeschriebenen

Kontrollen unterziehen, dürfen

ihre Produkte als Bio- oder Ökoware

verkaufen und mit dem Bio-Siegel kennzeichnen.

Das Bio-Siegel auf Erfolgskurs

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist

das Bio-Siegel zu einer wichtigen Orientierungshilfe

beim Einkauf von Lebens-

Kriterien für das Bio-Siegel

Die Vergabe des Bio-Siegels richtet sich

nach den Kriterien der EG-Öko-Verordnung.

In ihr ist unter anderem Folgendes

festgeschrieben:

Verbote:

• Verbot der Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln

• Verbot gentechnisch veränderter Organismen

• Verzicht auf Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen

Mitteln

• Verzicht auf leicht lösliche, mineralische

Dünger

Anforderungen:

• Abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen

• Flächengebundene, artgerechte Tierhaltung

• Fütterung mit ökologisch produzierten

Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika

und Leistungsförderern

Bio-Siegel auf Erfolgskurs

Das Bio-Siegel Was ist das eigentlich?

Foto: Auswertungs- und Informationsdienst, AID

mitteln geworden. Denn das Bio-Siegel

schafft Markttransparenz auf einen Blick.

Am 5. September 2003 feierte das Bio-

Siegel seinen zweiten Geburtstag. Ende

August 2003 hatten bereits fast 900 Unternehmen

über 18.000 Produkte damit

gekennzeichnet.

Fragen und Antworten rund ums

Bio-Siegel

Welche rechtlichen Grundlagen gibt es?

Grundlage der Nutzung des Bio-Siegels ist

die EG-Öko-Verordnung (Verordnung

(EWG) Nr. 2092/91 und Folgerecht). Alle

Agrarerzeugnisse, die mit dem Bio-Siegel

gekennzeichnet werden, müssen entsprechend

dieser Verordnung produziert und

kontrolliert sein.

2001: Öko-Kennzeichengesetz (ÖkoKennG)

2002: Öko-Kennzeichenverordnung

(ÖkoKennV)

Das Gesetz legt u.a. Straf- und Bußgeldvorschriften

für den Missbrauch des Bio-

Siegels fest, während die Verordnung die

genaue Gestaltung und Verwendung des

Bio-Siegels regelt und eine Anmeldung

der „besiegelten“ Produkte vorschreibt.

Welche Erzeugnisse können gekennzeichnet

werden?

In den Anwendungsbereich der EG-Öko-

Verordnung fallen alle nicht verarbeiteten

Agrarerzeugnisse und verarbeiteten Produkte,

die für den menschlichen Verzehr

bestimmt sind. Erzeugnisse oder Aquakulturen

(z.B. Fische aus der Teichwirtschaft

oder auch Algen), der Jagd und der Fischerei

gehören bislang nicht in den Anwendungsbereich

der Verordnung.

Die landwirtschaftlichen Zutaten der verarbeiteten

Produkte müssen zu mindestens

95 % aus dem ökologischen Landbau

stammen. Produkte, die im Rahmen der

Umstellungsphase eines Betriebes auf die

biologische Landwirtschaft hergestellt

wurden, dürfen nicht mit dem Bio-Siegel

gekennzeichnet werden. Entsprechend der

EG-Öko-Verordnung zertifizierte Restaurants,

Kantinen etc. können das Bio-Siegel

auch zur Kennzeichnung von Menüs und

Menükomponenten nutzen.

Können Importwaren mit dem Bio-

Siegel gekennzeichnet werden?

Ja, alle entsprechend der EG-Öko-Verordnung

hergestellten und kontrollierten Importprodukte

können mit dem Bio-Siegel

gekennzeichnet werden.

Während in der EU das Kontrollsystem der

EG-Öko-Verordnung greift, können in

Drittländern die Bedingungen für den

ökologischen Landbau von denen der EG-

Öko-Verordnung abweichen. Daher ist das

Kriterium für eine Anerkennung der Ware

aus nicht EU-Ländern die „Gleichwertigkeit“

der Erzeugungsvorschriften und

Kontrollmaßnahmen.

Fallen für die Nutzung des Bio-Siegels

Gebühren an?

Die Nutzung des Bio-Siegels ist für alle

Marktbeteiligten freiwillig und kostenlos.

Muss die Verwendung des Bio-Siegels

angezeigt werden?

Alle Hersteller von Bio-Produkten, die das

Bio-Siegel nutzen möchten, müssen diese

anmelden.

Wie sieht es mit den bisher existierenden

Öko-Zeichen aus?

Das Bio-Siegel ersetzt weder die Verbandszeichen

der Öko-Anbauverbände,

noch die Eigenmarken des Handels oder

der Hersteller, sondern ermöglicht dem

Verbraucher die klare Grundunterscheidung

zwischen Öko-Lebensmitteln und

konventionell erzeugten Produkten auf

der Grundlage der EU-weit gültigen Kriterien.

Quelle: www.biosiegel.de, Auszug

Nr. 03/03

14 www.landjugend.de


Nr. 03/03

Tipps zur gesunden Ernährung

Der AID hält wissenswerte Informationen bereit

Kennwort Lebensmittel - ein digitales

Nachschlagewerk auf CD-Rom

Die CD-ROM enthält umfassende Informationen

zu über 50 Lebensmittelgruppen -

von Backpulver bis Zuckerersatzstoffe. Jede

Warengruppe wird ausführlich in sechs

verschiedenen Rubriken beschrieben. In

dem Kapitel „Sortiment“ erfahren LeserInnen,

welche Produkte auf dem Markt sind

und wie sie klassifiziert werden. Die Rubrik

„Ernährung“ enthält Wissenswertes

zu den Inhaltsstoffen der Lebensmittel,

aber auch die aktuellen Ernährungsempfehlungen.

Umfangreiche Tipps zur Aufbewahrung

im Haushalt gibt es im Kapitel

„Lagerung“. Unter „Kennzeichnung“ finden

LeserInnen die Kennzeichnungsvorschriften.

Das Kapitel „Tipps und Tricks“

enthält praktische Hinweise für die Zubereitung.

Die Rubrik „Notiz“ greift aktuelle

Themen auf wie BSE, Sekundäre Pflanzenstoffe

oder Ökologischer Landbau.

Preis: 8,00 Euro - ISBN 3-8308-0125-4 -

Systemvoraussetzungen: Arbeitsspeicher

mind. 32 MB RAM, Prozessor mind.

Pentium ab 100 MHz, Grafikkarte mind.

800 x 600 Pixel bei 16 Bit Farbtiefe,

Browser Internet Explorer 4.01 bis 5.5

oder Netscape Navigator 4.01a bis 4.75,

Betriebssysteme: WIN 95/98/ME/NT 4.0

Bestell-Nr.: 3729

Rund um fit - mit Sport und

Ernährung

Was und wie viel sollten SportlerInnen zur

optimalen Vorbereitung auf Training und

Fotos: SEQUENZ / Harald Junker

Wettkampf essen? Sind Nahrungsergänzungsmittel

erforderlich? Worauf müssen

AusdauersportlerInnen achten? Was ist für

KraftsportlerInnen wichtig? Mit diesen

und vielen anderen Fragen beschäftigen

sich sowohl Leistungs- als auch FreizeitsportlerInnen.

Dieses Heft gibt Antworten

auf die Fragen: Es zeigt außerdem, wie Ihr

täglicher Speiseplan aussehen sollte, wie

Sie Nährstoffe und Lebensmittel richtig

kombinieren sowie ob und welche Sportlerprodukte

sinnvoll sind. Und mit einem

Fitness-Test finden Sie heraus, welche

Sportart zu Ihnen passt.

Preis 2,50 Euro - Format A5 - Umfang:

64 Seiten - ISBN 3-8308-0270-6

Bestell-Nr.: 1243

Vollwertig essen und trinken nach den

10 Regeln der DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung

(DGE) hat auf der Basis aktueller wissen-

schaftlicher Erkenntnisse 10 Regeln formuliert,

die zeigen, was vollwertig Essen

und Trinken bedeutet. So wird empfohlen,

vielseitig zu essen, am besten 5 mal am

Tag Gemüse und Obst, zusätzlich reichlich

Getreideprodukte, aber auch tierische Lebensmittel.

Darüber hinaus geht es um

die richtige Getränkeauswahl und die

schonende Zubereitung der Speisen. Ganz

wichtig sind auch die Empfehlungen „Nehmen

Sie sich Zeit, genießen Sie Ihr Essen“

und „Achten Sie auf Ihr Gewicht und

bleiben Sie in Bewegung“. Wer im Alltag

nach diesen Regeln lebt, hat die besten

Chancen auf mehr Gesundheit und Lebensqualität.

Preis: 3,00 Euro - Format: A4 - Umfang:

40 Seiten - ISBN 3-8308-0263-3

Bestell-Nr.: 1016

Bestellungen an:

aid-Vertrieb DVG,

Birkenmaarstraße 8,

53340 Meckenheim,

Tel.: 02225 926146, Fax: 02225 926118

E-Mail: Bestellung@aid.de,

Internet : www.aid-medienshop.de

www.landjugend.de 15


Was passiert eigentlich im Bundestagsausschuss

Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft?

Von Julia Klöckner, MdB

Wenn ich meinen Terminkalender aufschlage,

finde ich dort am Mittwochmorgen

einer jeden Sitzungswoche den für

Außenstehende kryptischen Eintrag „VEL-

Ausschuss“: Hinter dem Abkürzungs-Ungetüm

verbergen sich Verbraucherschutz,

Ernährung und Landwirtschaft. Das sind

drei riesige Komplexe: Da geht es -

schlicht gesagt - um Konsumenten und

Produzenten. Nicht jeder Konsument ist

jedoch Produzent, umgekehrt aber schon.

Die Interessenlagen sind oft identisch,

oft aber auch konträr. Aus diesen unterschiedlichen

Blickwinkeln heraus wird

dann im Ausschuss heiß diskutiert und

um gangbare Wege und politische Entscheidungen

gerungen.

Der VEL-Aussschuss ist einer der größeren

im Bundestag: Dreißig ordentliche Mitglieder

zählt er, dreißig stellvertretende

kommen hinzu. Die frühere Justizministerin

Herta Däubler-Gmelin hat den Vorsitz.

Aus den Reihen der Union stellt Peter

Harry Carstensen, der Vorsitzende der

vergangenen Legislaturperiode, den Obmann.

Ulla Heinen ist die verbraucherpolitische

Sprecherin. Womit nun beschäftigen

wir uns genau? - Ich könnte mit Fontane

antworten „Das ist ein weites Feld.“

Tatsächlich wird die „Ackergrenze“ ständig

überschritten ... Eine beliebige Tagesordnung

umfasst oft bis zu vierzig Tagesordnungspunkte.

Das Spektrum ist immens,

denn „Verbraucher“ sind wir täglich

mehrere hundert Male: Ob wir Tag und

Nacht Strom benötigen, den Wetterbericht

sehen, den Honig aufs Frühstücksbrötchen

träufeln, einen Kredit bei der Bank

aufnehmen, ein Päckchen aufgeben, im

Supermarkt die Etikettierungen auf den

Lebensmitteln studieren. Politisch haben

wir uns damit zu beschäftigen - und die

dazugehörigen Tagesordnungspunkte lau-

ten dann: „Bericht über den Stand der

Markteinführung und der Kostenentwicklung

von Anlagen zur Erzeugung von

Strom aus erneuerbaren Energien (Erfahrungsbericht

zum EEG)“, „Bericht des

Deutschen Wetterdienstes: Präsentation

des Dienstleistungsangebotes, insbes. des

Geschäftsfeldes Agrarwetter“, „Bienensterben

in Deutschland“, „Postuniversaldienstleistungsverordnungverbraucherfreundlich

durchsetzen“, „Kennzeichnung

allergener Stoffe in Lebensmitteln vernünftig

regeln“ u.v.a.m.

Julia Klöckner, MdB

Wie findet man sich zurecht bei dieser

Vielfalt? Jedes Ausschussmitglied hat seinen

speziellen Kompetenzbereich, die so

genannten „Berichterstatter-Themen“. Am

Anfang der Legislaturperiode gibt man

seine Schwerpunktthemen an. Für diesen

Bereich ist man dann die „Expertin“: Man

vertieft sich also in diese Materien und

macht sich sachkundig, wenn ein Tagesordnungspunkt

damit zu tun hat. Dann

recherchiert man in der Tiefe, spricht Spezialisten

an oder mitberatende Ausschüssse.

Meine eigenen Berichterstatterthemen

Nr. 03/03

sind u.a. der gesundheitliche Verbraucherschutz,

Weinbau sowie Tiermedizin und

die CMA. So habe ich z.B. einen Antrag

initiiert zum Thema „allergener Stoffe in

Lebensmitteln“. Außerdem musste ich als

zuständige Berichterstatterin reagieren

auf die im November 2002 in Kraft getretene

Novelle des Tierarzneimittelgesetzes.

Dieses wurde sowohl von Tierhaltern wie

von Tiermedizinern als unhaltbar empfunden.

Also muss nachgebessert werden: Mit

den Kollegen der anderen Fraktionen im

VEL-Ausschuss habe ich mich folglich beraten

und mehrere Expertenrunden einberufen,

auch eine Anhörung.

Damit sich die Ausschussmitglieder über

einen bestimmten Beratungsbereich ein

umfassendes Bild des aktuellen gesellschaftlichen,

berufsständischen und wissenschaftlichen

Sachstandes verschaffen

können, werden in den so genannten „Anhörungen“

betroffene Gruppen und Experten

konsultiert. Die Auswahl der Sachverständigen

erfolgt durch die Obleute der

Fraktion in der Regel einvernehmlich. Die

Diskussionsergebnisse dieser Anhörungen

fließen in die weiteren Beratungen der

Vorlagen ein. So fand im Jahr 2003 eine

Anhörung zum Ausbruch der Geflügelpest

statt sowie eine weitere zum Thema „Die

verbraucherpolitischen Aspekte im öffentlichen

Personenverkehr“. Teilnehmer der

letzten Anhörungsrunde waren die Deutsche

Bahn Reise & Touristik AG, Connex

Regiobahn GmbH, Internationaler Bustouristik

Verband, ProBahn Ihr Fahrgastverband,

Verband Deutscher Verkehrsunternehmen,

Verbraucherzentrale Bundesverband

e.V. Projekt Fahrgastrechte sowie der

Verkehrsclub Deutschland. Schon an dieser

Teilnehmerliste ist ablesbar, dass in der

Runde der Deutschen Bahn AG und ihrem

Tarifsystem ziemlich auf den Zahn gefühlt

wurde. Sicher trug auch diese Anhörung

auf Einladung des VEL-Ausschusses mit

16 www.landjugend.de

Foto: www.julia-kloeckner.de


Nr. 03/03

dazu bei, dass letztlich Bahnchef Mehdorn

sein neues und kundenunfreundliches Tarifsystem

aufgeben musste.

Wenn wir nur nationale Politik betreiben

würden, wäre es einfach. Doch spielt die

supranationale Ebene zunehmend eine

Rolle. Die Eckpfeiler der Landwirtschaftspolitik

werden von den europäischen Institutionen

stärker vorgegeben als in jedem

anderen Teilbereich bundesdeutscher

Politik. Dies macht sich in der Arbeit des

VEL-Ausschusses durch die Verschiebung

des Arbeitsvolumens zugunsten der EU-

Vorlagen bemerkbar. So muss jährlich eine

Vielzahl von EU-Richtlinien und Verordnungen

auf dem Landwirtschaftssektor in

bundesdeutsches Recht umgesetzt werden.

Vor kurzem führte unser Ausschuss

ein Gespräch mit den beiden EU-Kommissaren

Byrne und Lamy in Brüssel. Das

Ausloten und Abwägen zwischen nationalen

Bedürfnissen und EU-Zielen macht für

mich in einer globalisierten Welt auch

einen erheblichen Reiz aus. Wichtig ist

für mich persönlich bei der Ausschussarbeit,

dass diese ideologiefrei vonstatten

geht. Auch die Zusammenarbeit zwischen

den Fraktionen liegt mir sehr am Herzen.

Unterschiedliche Positionen gilt es darzulegen

- und auch auszuhalten. Parlamentarische

Abende mit Verbänden und Treffen

mit Lobbyisten erweitern den Blick

und lenken ihn auch auf Details, die man

vorher anders gesehen hat.

Wir „Unionler“ fühlen uns nicht nur einer

einzigen Klientel verbunden. Uns geht es

sowohl um die Produzenten, die Luft

brauchen zum Entfalten wie zur Innovation,

als auch um die Verbraucher, die vor

Irreführung und Missbrauch geschützt

Ernährungszentrum Bad Waldsee

Verbraucherinformation und Ernährungsberatung in den Regionen

Foto: Digitalvision

Um flächendeckend bundesweit Ernährungsberatung

und Verbraucherinformation

bieten zu können, wurden in den

einzelnen Bundesländern Ernährungszentren

eröffnet. Was dort geboten wird,

schildert dieser Kurzbericht aus dem Land

Baden-Württemberg.

Das Ernährungszentrum Bodensee-Oberschwaben

ist eines der vier Ernährungszentren

(Offenburg, Ludwigsburg, Bruchsal,

Bad Waldsee) in Baden-Württemberg.

Es gehört zum Amt für Landwirtschaft in

Ravensburg. Im landschaftlich wunderschönen

Oberschwaben zwischen Bodensee

und Schwäbischer Alp wurde das Ernährungszentrum

1997 in Bad Waldsee

von der damaligen Landwirtschaftsministerin

Frau Gerdi Staiblin eingerichtet. Der

Anlass für die Errichtung dieses Kompetenzzentrums

für Ernährung und Lebensmittel

war die Verunsicherung vieler Bürger

durch Lebensmittelskandale.

Durch ein vielseitiges und umfassendes

Informations- und Veranstaltungsangebot

können nun interessierte VerbraucherInnen,

Multiplikatoren, Kinder und Jugendliche

qualifizierte Informationen von der

Erzeugung, über die Verarbeitung bis zur

Zubereitung heimischer Produkte bekommen.

Der hohe Standart an Sicherheit und

Qualität unserer regional erzeugten Lebensmittel

rechtfertigt das Vertrauen in

unsere Landwirtschaft. Durch den Einkauf

dieser Produkte unterstützen Verbraucher-

Innen den Erhalt unserer Kulturlandschaft,

die von den LandwirtInnen bewirtschaftet

und gepflegt wird.

Das Ernährungszentrum...

• informiert die Bevölkerung über Fragen

rund um Lebensmittel und die Ernährung.

• zeigt, wo unsere Lebensmittel herkommen

und wie sie produziert werden.

• gibt praktische Tipps zu Einkauf, Lager-

werden müssen. Unsere Unterstützung

gilt auch der modernen Landwirtschaft,

die nicht nur qualitativ hochwertige Produkte

liefert, sondern die Entscheidendes

in der Landschaftspflege leistet. Diese

trägt maßgeblich bei zur Attraktivität des

ländlichen Raumes: Hier wohnen Familien

mit Kindern, Natur und Landwirtschaft

können hautnah erlebt werden, und zudem

öffnen sich zahlreiche Höfe dem Tourismus.

Mit Nachdruck setzt sich die Union

ein für die Zukunft junger Leute in

der Landwirtschaft: Gerade in einer Zeit

der Vertrauenskrise im Nahrungsmittelbereich

ist die Zuwendung des deutschen

Verbrauchers zum Direktvermarkter unübersehbar.

Eine international wettbewerbsfähige

und moderne Landwirtschaft

mit hochwertigen Produkten dient unserem

Standort Deutschland und den Verbrauchern.

ung und Vorratshaltung sowie zur Verarbeitung

von Lebensmitteln und zur

Zubereitung von Speisen.

• beweist, dass Geschmack und Kosten

nicht gegen, sondern für eine an gesundheitlichen

und ökologischen Gesichtspunkten

orientierte Ernährung

sprechen.

• informiert aktuell und ist aufgrund gebündelten

Fachwissens Ansprechpartner

für Multiplikatoren (Lehrer, Erzieher

u.a.), Vereine und Medien.

• steht für koordinierte Aktionen, für

Fortbildungen und Veranstaltungen über

Lebensmittel und zur Ernährung.

Ernährungszentrum Bodensee-Oberschwaben,

am Amt für Landwirtschaft Ravensburg,

Fachschule für Hauswirtschaft

Schillerstraße 34, 88339 Bad Waldsee

Telefon: 07524 / 9759 - 0

Fax: 07524 / 9759 - 29

http://www.ernaehrung.bwl.de

www.landjugend.de 17


Der Spaß im Glas?

Heißer Sprit - hinter süßer Maske

Von Roswitha Prechtel, Fachberaterin

und Fachlehrerin für Ernährung und

Hauswirtschaft

Worum geht es?

Alcopops haben sich in letzter Zeit zu

einem großen Geschäft für die Spirituosenbranche

entwickelt. Harter Alkohol

wie Rum, Whiskey oder Wodka wird als

harmloses Limonadengetränk getarnt.

Schon 13- bis 15-Jährige trinken diese

alkoholhaltigen Produkte regelmäßig und

in zunehmendem Maße. Alcopops entwickeln

sich damit zu einer neuen Art von

Einstiegsdroge.

Was sind Alcopops?

Unter dem Begriff „Alkopops“ bzw. „RTD“

( „ready to drink“) werden Getränke zusammengefasst,

die als Basis fermentierten

oder destillierten Alkohol gemischt

mit Limonade haben, wie zum Beispiel

Rum mit Limone. Die Biermixgetränke

umfassen ein kleineres Feld, wobei es

hier sowohl Varianten Bier gemischt mit

Limonade, als auch Bier gemischt mit

Schnaps und Limonade zu kaufen gibt.

Was ist drin in Alcopops?

In einem Alcopop steckt ungefähr ein

doppelter Schnaps. Der Gehalt an Spirituosen

liegt in der Regel bei 13-15%, so

dass das fertige Getränk etwa 5,5 Vol%

Alkohol enthält. In einem ‚Bacardi Breezer'

sind z.B. 13,2% Bacardi enthalten.

Das macht bei 275 ml in einer handelsüblichen

Flasche 36,3 ml „Sprit“. Ein sauber

eingeschenkter doppelter Bacardi hat 40

ml. Im Verlauf einer Partynacht können

leicht 6 bis 8 Flaschen Alcopops zusammenkommen

- das entspricht dann fünf

bis sieben doppelte Schnäpse. Neben den

Nr. 03/03

großen Mengen an Alkohol enthalten die

Designerdrinks häufig problematische

Konservierungs- und Zusatzstoffe sowie

Stabilisatoren und Farbstoffe. Das besondere

Problem an Alcopops ist, dass der

hohe Anteil an bitterem Alkohol durch

Süßungsmittel und intensiver Aromen

maskiert wird.

Alcopops - Modegetränke?

Erschreckend ist festzustellen, dass Jugendliche

regelmäßig zu den Modegetränken

greifen, auch Mädchen und jene Jugendlichen,

die bisher eher keinen Alkohol

mochten. Während die Hersteller behaupten,

ihre Produkte richteten sich nur

an Erwachsene, sprechen die Daten aus

verschiedenen europäischen Ländern eine

klare Sprache: Mit Alcopops werden Jugendliche

für den Spirituosen-Konsum

den Geschmack nach alkoholischen Ge-

Produktname Produktinfo Enthaltener Alkoholgehalt Alter Vertrieb / Hersteller

Alkohol in Vol. %

Bacardi Breezer Geschmacks- und Farbstoffe Rum 5,6% ab 18 Bacardi GmbH

Bacardi Rigo kohlensäurehaltiges Getränk, Rum 5,4% ab 18 Bacardi GmbH

Geschmacksstoffe

Caipi Chill kohlensäure- und fruchtsaft- Zuckerrohrbrand 5,4 % ab 18 Borco Marken

haltiges Getränk, Import (Canario)

Desperados Bier aromatisiert mit Bier 5,9% ab 16 Brasserie Fischer

Tequila (Aromastoff)

Puschkin Vibe Geschmacks- und Farbstoffe Wodka 5,6% ab 18 Puschkin International

Two Dogs Bier mit Lemonengeschmack Malzauszug 4,5% ab 16 Eichbaum Brauerei AG

Smirnoff Ice Limonade mit Zitronengeschmack Wodka 5,6% ab 18 Diageo Deutschland GmbH

Zaranoff Fresh Geschmacks- und Farbstoffe Wodka 5,6% ab 18 Lobuskellerei GmbH/Aldi

18 www.landjugend.de

Foto: SEQUENZ / Lars Gerstenmaier


Nr. 03/03

Die nächste Erkältung kommt bestimmt

Dr. Thymian und Schwester Minze

Die einen setzen auf Vitamin C, Zink oder

wollene Unterwäsche, andere verweigern

den Handschlag zur Begrüßung: Um der

kommenden Erkältungswelle zu entgehen,

hat jeder seine eigene Strategie. Den Erkältungsviren

ist das egal. Sie nisten sich

trotzdem ein und sorgen für Niesanfälle,

Schnupfnasen und den dringenden

Wunsch, sich auszuruhen. Die DAK rät,

auf den Körper zu hören, Termine und

Stress aufzuschieben - und setzt ansonsten

auf Naturheilmittel gegen Erkältungsbeschwerden.

Wenn die Nase läuft,

lässt Minzöl die Schleimhaut abschwellen.

Thymianöl tötet mit seiner antiseptischen

Wirkung Krankheitserreger ab. Beide Kräuteröle

sind bei Halsschmerzen, Heiserkeit

und Schluckbeschwerden auch zum Gurgeln

geeignet.

Dringen die Erkältungsviren über die

Schleimhaut in die Nasennebenhöhlen

ein, kann es dort zu einer schmerzhaften

Entzündung kommen. In diesem Fall empfiehlt

die DAK warmes Wasser und ein Badethermometer

für ein ansteigendes Fußbad.

Wer Füße und Unterschenkel zehn

Minuten lang badet und die Wassertemperatur

dabei langsam von 35 auf 40 Grad

ansteigen lässt, kommt garantiert ins

Fortsetzung: Der Spaß im Glas?

tränken schleichend getarnt. Gern versuchen

die Spirituosenhersteller die Verantwortung

abzuwälzen: Auf den Handel

(mangelnde Umsetzung des Abgabeverbotes

an unter 18-Jährige) oder die Gesellschaft

allgemein (fehlende Vorbilder, Weitergabe

von Alkoholika durch Jugendliche

an Jugendliche unter 18 Jahren).

Wer darf Alcopops trinken?

Branntweinhaltige Getränke dürfen an unter

18-Jährige nicht abgegeben und ihnen

Schwitzen. Was diese Hydrotherapie genau

im Körper bewirkt, ist zwar noch

nicht ganz geklärt. Doch immerhin konnten

Wissenschaftler der Uniklinik Berlin

nachweisen, dass hydrotherapeutische

Anwendungen die Abwehrkräfte stärken.

Kratzen im Hals, laufende Nase, brennende

Augen - Winterzeit ist Erkältungszeit.

Doch wegen eines Schnupfens gleich zu

Medikamenten greifen? Es können auch

Hausmittel helfen:

• Bei Halsschmerzen ist der Halswickel

ein bewährtes Rezept: Dafür ein feuchtes,

warmes Geschirrhandtuch um den

Hals wickeln. Darüber wird ein trockenes

Frotteehandtuch geschlagen. Wichtig:

Das feuchte Tuch ganz bedecken.

Die angenehme Wärme lindert die

Schmerzen. Dem warmen Halswickel

wird auch eine entzündungshemmende

Wirkung nachgesagt.

• Fieber bei einer Erkältung nicht sofort

senken! Es ist Ausdruck einer Immunreaktion

des Körpers und unterstützt die

Heilung. Erst ab 39 Grad oder bei länger

andauerndem Fieber sollte die Temperatur

durch Wadenwickel oder durch

Medikamente (zum Beispiel Paracetamol)

gesenkt werden.

darf der Konsum nicht gestattet werden.

Biermischgetränke, die äußerlich häufig

den branntweinhaltigen Alcopops ähneln

und teilweise ähnlich viel Alkohol enthalten,

sind dagegen ab 16 freigegeben.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BzgA) empfiehlt, dass Jugendliche

unter 16 Jahren möglichst keine

alkoholischen Getränke zu sich nehmen

sollten. Bei älteren Jugendlichen ist

ein gelegentlicher Alkoholgenuss, d.h.

nicht häufiger als ein- bis zweimal pro

Woche, durchaus erlaubt. Entscheidend ist

es, bewusst Modegetränke wie Alcopops

• Hühnersuppe ist ein altbekanntes Hausrezept

bei Erkältungskrankheiten und

bringt den Körper wieder zu Kräften:

Gemüse zusammen mit einem Suppenhuhn

kalt aufsetzen und etwa neunzig

Minuten lang kochen. Zur Not tut es

aber auch Instant-Bouillon. Hühnersuppe

versorgt den Körper mit Flüssigkeit,

wärmt und enthält Vitamine.

• Ein Dampfbad ist ein bewährtes Hausmittel.

Es lindert die Entzündung der

Nasenschleimhäute, lässt sie abschwellen

und verflüssigt das Sekret in den

Nasennebenhöhlen. Eine Handvoll Kamillenblüten

in 1,5 - 2 Liter kochendes

Wasser geben und eine Viertelstunde

ziehen lassen. Dann das Gesicht 10-12

Minuten über die dampfende Schüssel

halten und den Kopf dabei mit einem

Handtuch bedecken. Damit es nicht zu

heiß wird: Lieber mit einem größeren

Abstand zur Schüssel beginnen.

Wer mehr darüber wissen möchte, welches

Kraut gegen welche Krankheit gewachsen

ist, bekommt die Broschüre „Kräuter helfen

heilen“ kostenlos in jeder DAK-

Geschäftsstelle.

Quelle: DAK Presse Service

und Co zu trinken und sich nicht von der

süßen Maske blenden zu lassen. Durch

einen häufigen Konsum von Mix-Getränken

besteht das Risiko, dass Jugendliche

sich frühzeitig an den Geschmack des

Alkohols gewöhnen und dass der scharfe

„Sprit“ schnell eine Einstiegsdroge wird.

Quellen: • foodwatch e.V. (Matthias Wolfschmidt)

Berlin, www.foodwatch.de

• Fachbereich Kriminalitätsbekämpfung

(Andreas Jäckel)

Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BzgA), www.bzga.de

www.landjugend.de 19


Gesundheitsreform - ach du Schreck

Von Arzneimittel bis Zahnersatz

Hotline zur Gesundheitsreform

Alle Fragen sind offen, wenn es um die

Gesundheitsreform geht - zumindest für

die Versicherten. Die DAK bietet deshalb

eine Telefon-Hotline rund um die Gesundheitsreform

an. Ab sofort können sich alle

Interessierten von DAK-Experten zu den

neuen Regelungen beraten lassen - und

das bis ins kommende Jahr hinein.

Die bisher kostengünstigen verschreibungspflichtigen

Medikamente werden teurer.

Der neue Service richtet sich sowohl an

DAK-Versicherte als auch an andere Interessierte,

die einen kurzen Überblick wünschen

oder ganz konkrete Fragen zur Gesundheitsreform

haben. Unter 01805-14

00 16 (12 Cent pro Minute) stehen die

DAK-Experten montags bis freitags von

acht bis 20 Uhr jedem zur Verfügung.

Viele Medikamente werden teurer

Viele bunte Pillen soll es in Deutschland

bald nicht mehr geben - zumindest nicht

auf Rezept, wenn es nach der Gesundheitsreform

geht. Denn: In Deutschland

werden jährlich Arzneimittel im Wert von

23 Milliarden Euro verschrieben. Zu viel

meint die Bundesregierung. Die bittere

Pille haben nach der Reform die Versicherten

zu schlucken. Sie müssen nichtrezeptpflichtige

Medikamente künftig

selbst zahlen. Allerdings hat der Gesetzgeber

einige Ausnahmen vorgesehen. Für

Kinder unter 12 Jahren übernehmen die

Foto: DAK

Kassen auch weiterhin die Kosten. Auch

für bestimmte chronische Erkrankungen

gilt die Ausnahme von der neuen Regel.

Für patentgeschützte Medikamente gelten

demnächst Festbeträge. Liegt der Preis

des Pharma-Herstellers über diesem Festbetrag,

muss der Patient die Mehrkosten

zahlen. Die bisher kostengünstigen verschreibungspflichtigen

Medikamente werden

dagegen teurer. Diese Last schlägt

nicht nur bei den gesetzlichen Krankenkassen

zu Buche - auch die prozentual

berechnete Eigenbeteiligung der Versicherten

steigt.

Ansturm auf Zahnarztpraxen

Die Gesundheitsreform kommt. Aber welche

Auswirkungen sie für jeden Einzelnen

bringt, ist den meisten Versicherten ungewiss.

Die Folge sind volle Zahnarztpraxen

im Jahr 2003. Unnötig, so die

DAK, denn die Änderungen für Zahnersatz

treten erst ab 2005 in Kraft.

Nach dem Motto „Wer weiß, was kommt“

wollen viele ihr Gebiss schnell noch sanie-

Noch Aufklärungsbedarf? Die DAK bietet eine

Telefon-Hotline zur Gesundheitsreform an:

unter 01805-14 00 16 (12 Cent pro Minute)

montags bis freitags von acht bis 20 Uhr.

ren lassen. Gut für die Zahnärzte, schlecht

für die Versicherten, denn Zahnersatz wird

im nächsten Jahr sogar günstiger. „Es

wird ab 2004 nach einem anderen System

abgerechnet“, erläutert Ute Salge-Krause,

DAK-Expertin für Zahnersatz. Dann werden

Behandlungen, die einen Zahn erhalten,

aufgewertet. Für Zahnersatz dagegen sinkt

das Honorar - er wird günstiger. „Versicherte

können daher sparen, wenn sie bis

nächstes Jahr warten.“, so die DAK. Die

Zusatzversicherung für Zahnersatz kommt

erst ab 1. Januar 2005. Dann muss sich

jeder zusätzlich versichern, kann aber zwischen

privaten und gesetzlichen Anbietern

frei wählen.

Fragen über Fragen…

Was ist die Praxisgebühr?

Pro Quartal müssen gesetzlich Versicherte

ab 2004 zehn Euro zahlen. Bei einer Behandlung

auf Überweisung entfällt diese

Gebühr. Ausgenommen sind Kontrollbesuche

beim Zahnarzt, Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen

sowie Schutzimpfungen.

Kinder und Jugendliche unter

18 Jahren zahlen nicht.

Wird es noch Krankengeld geben?

Ja, aber alle Mitglieder sollen ab 2006 einen

Sonderbeitrag von 0,5 Prozent zahlen.

Was tragen die Ärzte zur Reform bei?

Ärzte müssen künftig Fortbildungsnachweise

vorweisen. Tun sie dies nicht, kann

es Nachteile bei ihrer Vergütung geben.

Die Honorare der Ärzte werden auf feste

Preise umgestellt. Vorher galt ein kompliziertes

Punktesystem.

Und die Pharmaindustrie?

Unter anderem werden künftig Versandapotheken

in Deutschland zugelassen. Die

Preisbindung für rezeptfreie Medikamente

entfällt. Für neue Medikamente ohne erkennbaren

Zusatznutzen soll es die billigeren

Festbeträge geben.

Quelle: DAK Presse Service

Nr. 03/03

20 www.landjugend.de

Foto: DAK


Nr. 03/03

Multivision - Landwirtschaft und Ernährung

Die Lust auf Landwirtschaft wecken

Von Rudolf Großfeld, stellvertretender

Vorsitzender des BDL

„Lust auf Landwirtschaft“, so der inoffizielle

Titel der Multivisionsshow, die der

Bund der Deutschen Landjungend (BDL)

und die Jugend im Bund für Umwelt und

Naturschutz (BUNDjugend) gemeinsam für

Schüler erstellt haben. Die Show wurde

als Projekt im Rahmen des Bundesprogramms

Ökologischer Landbau erarbeitet.

Sie ist konzipiert für SchülerInnen der 7.

bis 10. Jahrgangsstufe der Schulformen

Gymnasium, Realschule, Hauptschule und

Gesamtschule. Die Multivisionsshow wurde

im Jahr 2003 an rund 500 Schulen in

ganz Deutschland aufgeführt. Insgesamt

wurden so rund 200.000 Schüler erreicht.

Die BUNDjugend und der BDL waren bei

dem Projekt für die Erstellung des Drehbuchs

verantwortlich. Die Gesellschaft für

Umwelt- und Sozialbildung (GUSB) aus

Hamburg übernahm die Organisation der

Veranstaltungen an den Schulen.

Eine Multivisionsshow ist im Grunde genommen

ein besonders gestalteter Videofilm.

Er wird, wie im Kino, auf einer

Großbildleinwand vorgeführt. Magisch

schöne Bilder, ansprechende Texte,

Sound- und Bildeffekte in einer einzigartigen

Komposition vereint, lassen Emotionen

wach werden. Dramaturgisch erarbeitete

Inhalte erzeugen die starke Wirkung

der Multivisionsschau. Das aussagekräftige

Bildmaterial wurde aus Archiven

der ganzen Welt unter künstlerischen Aspekten

zusammengetragen und zu einem

Gesamtwerk vereint. Die technisch aufwendige

und beeindruckende Präsentation

schafft eine besondere Qualität dieser

Schau - lehrreich, aufrüttelnd und unterhaltsam.

Zudem sind auf den Begleitrucks

eine Ausstellung und einige Spiele zum

Thema Landwirtschaft installiert, die sich

die Schüler anschauen können.

In der Show kommen vor allem Jugendliche

zu Wort. Die Schau beginnt mit einem

nahe liegenden Bezugspunkt zur

Landwirtschaft. In Statements berichten

Jugendliche über ihre kulinarischen Vorlieben

und machen sich Gedanken über

deren Konsequenzen. Anschließend gehen

die Schüler auf eine Reise durch die Entwicklung

der Landwirtschaft. Von den ersten

sesshaft gewordenen Menschen bis

hin zur heutigen modernen Landwirtschaft,

erfahren die Schüler anschaulich

die Hintergründe der Erfolgsgeschichte

Agrarwirtschaft. Auch die Probleme, die

durch diese Entwicklung entstanden, werden

aufgezeigt. Zum Abschluss werden

Lösungen für diese Probleme wie z.B. integrierter

Landbau, ökologische Landwirtschaft,

Dokumentationsrichtlinien und

Qualitätssiegel dargestellt.

BDL und BUNDjugend verfolgen mit der

Show das Ziel, den Schülerinnen und

Schülern die Hintergründe, Zusammenhänge

und Fakten über den konventionellen

und ökologischen Landbau zu liefern

und sie dazu anzuregen, sich mit der eigenen

Ernährung auseinander zu setzen

Foto: BDL

Begeisterte jungen Besucherinnen der Multivisionsshow.

und das eigene Konsumverhalten zu überdenken.

Sie soll bestehende Vorurteile zur

Landwirtschaft abbauen und zu einem positiven

Image der Landwirtschaft beitragen.

Es soll die „Lust auf Landwirtschaft“

geweckt werden.

Näheres zur Show und den Veranstaltungen

unter www.landjugend.info

Veranstaltungen Übergabe der Erntekrone an den

Bundespräsidenten

Anlässlich der diesjährigen Erntekrone-Übergabe

führte die Landjugendgruppe Schwäbisch-

Hall traditionelle Volkstänze auf.

Die deutsche Landwirtschaft übergab am

02. Oktober in der Dorfkirche Lübars die

Erntekrone an den Bundespräsidenten Johannes

Rau. In Ihren Ansprachen drükkten

der Bund der Deutschen Landjugend

(BDL), der Deutsche Bauernverband (DBV)

und der Deutsche Landfrauenverband

(DLV) ihren Dank über die diesjährige

Ernte aus.

Fortsetzung auf Seite 23...

www.landjugend.de 21

Foto: BDL


Nr. 03/03

Aus den Landesverbänden

Landjugend startet durch zum „Tag des offenen Hofes 2004“

Von Peter Heffner, Geschäftsführer des

Bundes der Landjugend Württemberg-

Hohenzollern

Verbraucherinformation flächendeckend

„Gesundheit und Ernährung“ lautet der

Schwerpunkt dieses Heftes. Der Bund der

Deutschen Landjugend (BDL) liegt ja wieder

mal voll im Trend der „Wellness-Bewegung“,

könnte man lobend sagen. Angesichts

der beängstigenden Berichte über

den Gesundheitszustand von Kindern und

Jugendlichen, über deren Fehl- und Überernährung,

reicht Lob allerdings nicht aus.

Gefragt sind Lehrer, Eltern, Ärzte und Ge-

Sie sind herzlich eingeladen zur bundesweiten

Auftaktveranstaltung am 04. Juli 2004 auf den

Hof der Familie Fassnacht im Nordschwarzwald

sundheitsberater, gefragt ist aber auch die

Landjugend. Warum ? - In der Landjugendarbeit

steckt sehr viel Wissen und Können,

wenn es um das Thema „Ernährung und

Gesundheit“ geht. Hier kann aus dem Vollen

geschöpft werden, dies zeigen nicht

nur die Berufswettbewerbe in den Grünen

Berufen: TOP ausgebildete HauswirtschafterInnen

und tüchtige JunglandwirtInnen

engagieren sich inner- und außerhalb der

Landjugend, um mehr Wissen, Fertigkeiten

und Wertschätzung für die Berufe und Produkte

zu vermitteln und zu erreichen.

Wer, wie wir im WüHo-Land, die Multivisionsshow

des BDL und der BUND-Jugend

(Titel: „Landwirtschaft und Ernährung“)

vor Ort in den Schulen begleitet und die

anschließenden zaghaften Diskussionen

Foto: BDL

mitverfolgt hat, der weiß, welche Aufgabe

die Landjugend vor Ort beim Thema „Ernährung“

wahrnehmen kann und sollte.

Wissen, woher Lebensmittel kommen

Knapp 100 SchülerInnen haben wir nach

der Multivisionsschau schriftlich befragt.

Nicht repräsentativ, aber erfreulich ist die

Tatsache, dass 83 der Befragten die Arbeit

der LandwirtInnen für wichtig halten.

87 SchülerInnen waren schon einmal

persönlich auf einem Bauernhof, 70 würden

gerne mal „Unterricht auf dem Bauernhof“

haben. Die Tiere, die Maschinen,

der frischgepresste Apfelsaft, die Arbeit

des Landwirts kennen lernen, - alles geäußerte

Wünsche, die die befragten Schüler

bei einem Unterricht auf dem Bauernhof

näher kennen lernen möchten. Also,

los geht's: Hier sind wir als Landjugend

gefragt, mit Lehrern vor Ort Kontakt aufzunehmen

und uns „einen Kopf zu machen“,

wie schulortsnah die Brücke zwischen

Erzeugern und künftigen Verbrauchern

erhalten oder neu gestaltet werden

kann! Wir sollten uns nicht auf die 27

„Nein-Sager“ bei der Befragung konzentrieren,

wenngleich wir deren Begründungen

auch näher ansehen sollten

(Stichworte: Stinkt zu arg, uninteressant,

langweilig, schmutzig und laut u.a.).

Tag des offenen Hofes 2004 im WüHo-

Land

Am Freitag, den 4. Juni 2004 ist es soweit:

Im schönen Nordschwarzwald, genauer:

im kleinen Dorf Altheim bei Horb

(ICE-Anschluss!), werden wir WüHos den

„Tag des offenen Hofes 2004“ bundesweit

eröffnen. Wir wollen zeigen, dass der

Schwarzwald mehr ist als eine reine Tourismusregion

und dass dort nicht nur die

vermarktungsträchtigen Frauen mit den

Bollerhüten leben. Ohne Landwirte wäre

der Schwarzwald wirklich bald wieder ein

„schwarzer Wald“, uninteressant, da monoton

für die Touris. Der reizvolle Wechsel

von offengehaltener Landschaft, Wald und

landwirtschaftlich genutzten Flächen ist

das Werk der Landwirtinnen und Landwirte,

- früher und (hoffentlich) auch morgen.

Ohne sie verbuscht die Landschaft,

denn staatlich bezahlte Landschaftspfleger

sind zu teuer und angesichts knapper

öffentlicher Kassen eher utopisch. Wir

wollen zeigen, dass eine flächendeckende

Landwirtschaft wichtig und möglich ist,

damit Verbraucherinnen und Verbraucher

sehen und nachvollziehen können, woher

unser aller „Lebensmittel“, nämlich Mittel

zum Leben herkommen.

Mehr dazu unter „www.tdoh.de“.

Termine

Januar

16.- 25.1. Internationale Grüne Woche

(IGW)

17.1. Jugendforum des BDL (im

Rahmen der IGW)

17.1. Landjugendfete (im Rahmen

der IGW)

18.1. Jugendveranstaltung (im

Rahmen der IGW)

18.1. Kulturveranstaltung (im

Rahmen der IGW)

19.1. Landjugendball (im Rahmen

der IGW)

Februar

4.2. Arbeitskreis Weinbau

13.- 15.2. Klausurtagung des Arbeitskreises

Agrarpolitik

27.- 28.2. Treffen „Neue Länder

März

5. - 7.3. Kreis- und RegionalleiterInnen-Treffen,

Hohenlohe/

Hohenahr

9.3. Parlamentarischer Abend

15.- 17.3. Geschäftsführertagung

20.- 21.3. Arbeitskreis Jugend macht

Politik

April

6.4. Tagung des Arbeitskreises

Agrarpolitik

23.- 25.4. Bundesmitgliederversammlung

22 www.landjugend.de


Nr. 03/03

Veranstaltungen. Fortsetzung von Seite 21

Die Erntekrone für den Ernährungsausschuss.

Am 15. Oktober übergaben die Vorsitzenden

Anja Mücke-Hansen und Erik Jennewein

sowie VertreterInnen der Berlin-

Brandenburgischen Landjugend, die von

der Landjugendgruppe Karstädt gebundene

Erntekrone.

Bund der Deutschen Landjugend setzt

auf Bildung

Bereits zum fünften Mal fand vom 14. bis

19.Oktober 2003 die Bildungswoche des

Bundes der Deutschen Landjugend (BDL)

im Wannsee Forum Berlin statt.

Eingeleitet wurde die diesjährige Bildungswoche

mit dem Koordinierungstreffen

der BundesjugendreferentInnen. Hier

wurden die Umsetzung der Schwerpunktkonzepte

reflektiert und die konkreten

Projekte und Aktionen in den jeweiligen

Schwerpunktthemen ausgewertet.

Auch die GeschäftsführerInnen der Landjugendverbände

waren der Einladung nach

Berlin gefolgt und blickten auf die Arbeit

im vergangenen Jahr zurück. Dabei beschäftigten

sich die GeschäftsführerInnen

mit den Themen Gender Mainstreaming

und Internationale Arbeit. Besorgt zeigten

sich die GeschäftsführerInnen über

die nahezu in allen Landesverbänden an-

Dass die Bildungswoche in jedem Jahr so erfolgreich

ist, zeigt wie nützlich ein Treffpunkt

für Haupt- und Ehrenamt ist.

Foto: BDL

Foto: BDL

stehenden Kürzungen von Fördergeldern,

wie zum Beispiel aus den Landesjugendplänen.

Die hauptamtlichen MitarbeiterInnen der

Landjugend kamen zusammen, um sich in

den Themen Fundraising, mediale Projekte

in der Jugendarbeit und Abrechnungsmodalitäten

zu qualifizieren.

Mitgliederwerbung - neue Zielgruppen

im Blick

Am 08.November 2003 fand in Berlin die

Ehrenamtsklausur des Bundes der Deutschen

Landjugend statt. In diesem Jahr

drehte sich alles um das Thema Mitgliederwerbung.

In diesem Jahr drehte sich während der Ehrenamtskalusur

alles um das Thema Mitgliederwerbung.

Es wurde ein Maskottchen kreiert und

Ideen für bundesweite Aktionen entworfen.

Mit vielen interessanten Ideen sind die

TeilnehmerInnen nach der Ehrenamtsklausur

zurück in ihre Landesverbände gefahren

und können sich nun an die Umsetzung

machen.

JunglandwirtInnen aus Europa trafen

sich auf der Agritechnica

Mehr als 600 junge Landwirtinnen und

Landwirte trafen sich am 13. November

2003 im Rahmen der Agritechnica, um

über das Thema „Perspektiven junger

Landwirte im europäischen Wettbewerb“

zu diskutieren. Die vom Bund und der

Deutschen Landjugend (BDL), der Jungen

DLG und dem europäischen Verband junger

Landwirte (CEJA) organisierte Podiumsdiskussion

fand großen Anklang bei

den jungen Gästen aus dem In- und Ausland.

Zu Beginn der Diskussion referierten PraktikerInnen

aus den Niederlanden, Österreich,

Frankreich, Polen und Deutschland,

so dass die Teilnehmer der Veranstaltung

einen guten Einblick in die Situation der

Landwirtschaft im jeweiligen Land erhielten

und sich über Strategien und Ziele

auf den eigenen Betrieben austauschen

konnten. Themen der Diskussion zwischen

den Besuchern und den PodiumsteilnehmerInnen

waren vor allem auch Fragen

zur EU-Erweiterung, zur Umsetzung der

Agrarreform, aber auch zum Generationenkonflikt

auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Im Anschluss an diese Podiumsdiskussion

trafen sich mehr als 1.000 junger Landwirtinnen

und Landwirte unter dem Expo

Dach zur Young Farmers Party. Der rege

Austausch wurde hier im gemütlichen

Rahmen fortgesetzt.

Junge Landwirtinnen und Landwirte auf der

Podiumsdiskussioin

www.landjugend.de 23

Foto: BDL

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