August - S&D-Verlag GmbH

sudverlag

August - S&D-Verlag GmbH

08 | 2013 · www.Unsere-besten-Freunde.com Exklusiv aus Ihrer Apotheke

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Mit großem

Schulplaner!

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Tier & Apotheke

Diese Ausgabe

wurde von Ihrer

Apotheke bezahlt

Hundezuwachs:

Augen auf beim Kauf!

Skalare – Die Zierfische

mit den Streifen

Auf Entdeckertour

im Otter-Zentrum


Foto: © Ulrike Schanz Fotodesign Foto: © Wikimedia

Foto: © Ulrike Schanz Fotodesign

Inhalt

Nur nicht verzweifeln

Mit viel Fingerspitzengefühl,

Geduld und Phantasie gelingt es,

auch die hartnäckigsten „Medizinverweigerer“

davon zu überzeugen,

sich ein ungeliebtes Medikament

verabreichen zu lassen.

Seite 10

Unsichtbar,

aber immer dabei

Im sandgrauen Einerlei des Watts

sind Nordseegarnelen wahre Meister

der Tarnung, die noch ganz andere

Tricks auf Lager haben, um ihren

Fressfeinden zu entgehen.

Seite 18

Die sich durchs

Leben beißen

Ausgiebiges Benagen von Futtersnacks

vertreibt Hamstern und

Kaninchen die krankmachende

Langeweile, und hält die emsigen

Vierbeiner auf vielerlei Weise

gesund.

Seite 28

Aktuell & Erstaunlich

04 Serie Tier-Symbiosen: Putzergarnelen mit gefährlichem Job

04 Geliebte Samtpfoten

05 Karettschildkröten sind ihrer Heimat treu

05 Amseln im Großstadt-Takt

05 Tierhaltungsverbot in Mietverträgen ist unzulässig

05 Mit Tieren immer gut gelaunt

Natur & Wildnis

08 Serie „Tierisch verwandt“:

Hörnchen weltweit - Angepasste Akrobaten mit Sammelleidenschaft

18 Tarnen und täuschen:

Nordseegarnelen – Unsichtbare Sommergäste zwischen Land und Meer

Tierporträt

06 Skalare: Gestreifte Vielfalt aus dem Dschungel

27 Große Hufeisennasen: Ortstreue Einsiedler mit Verbreitungspotenzial

Tierhaltung & Pflege

10 Apothekentipp: So tricksen Sie „Medizinverweigerer“ aus

11 „Ist der aber niiiiedlich“, reicht nicht: Augen auf beim Hundekauf!

22 Serie: „Das höchste Glück der Erde...“

Teil 3: Westernreiten – (Nicht nur) Der Traum von Freiheit und Abenteuer

24 Praxistipp: Langer Rücken, kurze Beine – Treppauf, treppab zum Rückenschaden

25 Stichfest auf die Hunderunde

28 Gesundes Nagen hält fit!

Wissenschaft & Forschung

20 Serie „Vorsicht, giftig!“: Komodowaran – Giftiger Jäger mit viel Geduld

20 Gechippte Fische steigen Treppen

20 Erfolgsmodell pumpende Koralle

21 Schimpansen gewöhnen sich an Malaria

21 Zickzack-Blattwespen sind gesuchte Eindringlinge!

Tiere & Menschen

03 Kaninchen zeigen, was sie wollen!

13 Serie „Hier kommt Kitoja“: Das erste Jahr im Leben einer Zoogiraffe (Teil 8 von 12)

„Ich bin interessant!“

26 Serie Modehunde: Chihuahua – kleiner Hund ganz groß im Kommen

Tiere & Schutz

12 Die Störche sind zurück!

Sammelserie: Tierparks in Deutschland

31 Otterzentrum Hankensbüttel: Auf Entdeckertour in eine heimliche Welt

Rubriken

14 Juniorseiten – Rätsel und mehr

15 großer Schulstundenplan

16 Tierposter mit Kalenderteil

19 Kreuzworträtsel

23 Gewinnspiel: Westernpferde-Pflegesets

29 Drago’s Schlaumeierecke

30 Vorschau und Impressum

32 Neu in der Apotheke:

Refreshing-Massagesalbe für Pferde

Hallo ...

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Mit großem

Schulplaner!

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... ich bin Drago und erkläre euch das Titelbild: Obwohl Yorkshireterrier zu den kleinsten

Hunderassen zählen, sind sie sehr selbstbewusst, wachsam und intelligent. Deshalb

eignen sich die niedlichen kleinen Vierbeiner auch sehr gut als Wachhunde. Was man

ihnen auf den ersten Blick gar nicht zutrauen würde.

www.Unsere-besten-Freunde.com

2 08 | 2013 Unsere besten Freunde

Foto: © Sergey Lavrentev/Fotolia


Unsere besten Freunde

Tiere & Menschen

Kaninchen

zeigen,

was sie

wollen!

Anders als Menschen verständigen sich Kaninchen untereinander

vor allem mit der Sprache ihres Körpers, also mit

Gesten, Körperhaltung und anderen Signalen. Und auch,

wenn sie „ihrem“ Menschen etwas sagen wollen, tun sie

dies nicht mit Geräuschen, sondern zeigen das auf ihre Art.

Still, aber dafür umso eindringlicher.

Wer das Verhalten seiner Kaninchen richtig deuten will,

tut gut daran, ihre „Sprache“ zu erlernen. Und das ist

gar nicht mal so schwer, wie es vielleicht den

Anschein hat. Genau zu beobachten und dabei herauszubekommen,

was die einzelnen Signale bedeuten,

ist vor allem für Kinder eine spannende

Sache, die zudem sehr hilfreich für den richtigen

Umgang mit den Langohren ist.

Das Einmaleins der Kaninchensprache hält eine

ganze Reihe von Gesten bereit, die sehr genau

ausdrücken, was in dem Köpfchen Ihres langohrigen

Freundes gerade vor sich geht. Hier die wichtigsten

„Vokabeln“ aus der Kaninchensprache:

Geschäftiges und geräuschvolles Hin- und Herschieben des

Futternapfes und Ohren spitzen zeigt an, dass Ihr Kaninchen

gerade mächtig Kohldampf schiebt und es nun Zeit wird, endlich

mal wieder den Futternapf neu zu befüllen. Erweckt etwas

seine Aufmerksamkeit und Neugierde, etwa ein neues Spielzeug

oder eine leckere Möhre, setzt sich ein Kaninchen meist

aufrecht hin und spitzt erwartungsvoll seine Ohren.

Schlägt sein Interesse jedoch in Aufregung um, dann zeigt sich

das durch schnelles Atmen, und auch das Herzchen schlägt

dann noch schneller als sowieso schon üblich. 250 Herzschläge

und mehr pro Minute sind dabei keine Seltenheit! Je nach

Charakter drücken sich weniger mutige Tiere in einer für sie

Foto: © Wikimedia/ Tilia Monto

unangenehmen Situation in eine sichere Käfigecke, bis das

„Schlimmste“ überstanden ist, mutigere Vertreter ihrer Art dagegen

machen dann „Männchen“, um nach der vermeintlichen

Gefahr Ausschau zu halten und sich ihr entgegenzustellen.

Gerät ein Kaninchen dabei richtig außer sich, und bekommt es

aus irgendeinem Grund große Angst, trommelt es heftig mit

den Hinterbeinen auf den Boden, um seine Artgenossen zu

warnen.

Das Trommeln kann aber auch lediglich ein Ausdruck

von Protest sein, wenn dem kleinen Kerlchen gerade

irgendetwas nicht in den Kram passt, etwa das

Hineinsetzen in die ungeliebte Transportbox.

Aber mit einigen sanften Streicheleinheiten und

gutem Zureden kommt die Sache meist schnell

wieder in Ordnung. Doch Vorsicht: Trommeln

der Hinterläufe in Kombination mit Unruhe und

schwerer Atmung ist ein absolutes Alarmsignal,

dass etwas mit der Verdauung des kleinen Langohres

nicht stimmt. In diesem Fall ist sofort ein Tierarzt

zurate zu ziehen, denn der Magen-Darm-Trakt von Kaninchen

ist leider sehr empfindlich und manchmal recht störanfällig.

Lieber einmal zu viel beim Tierarzt vorbeigeschaut als das

eine entscheidende Mal zu wenig!

Regt sich Ihr Kaninchen allerdings offensichtlich grundlos auf,

und ist sonst alles in Ordnung mit ihm, können auch ein paar

Tropfen der Bachblütenmischung „Rescue Remedy“ aus der

Apotheke helfen, das Tier schnell wieder zu beruhigen.

Wer seinen langohrigen Partner genau beobachtet, wird im

Laufe der Zeit noch viele weitere Signale und Merkmale

herausfinden, mit denen ein Kaninchen „seinem“ Mensch

etwas sagen möchte. Und mit ein wenig Geduld zeigt sich,

dass Ihr Langohr ausgesprochen viele Möglichkeiten hat, sich

mitzuteilen. Ganz ohne Laute, dafür umso deutlicher.

Unsere besten Freunde 08 | 2013 3

Foto: © Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.


Aktuell & Erstaunlich

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie

„Tier-Symbiosen“

Hilfst Du mir, helf’ ich Dir“. Auf der Suche nach Futter und Schutz vor Feinden entwickeln

manche Tierarten sehr geschickte Überlebensstrategien, indem sie sich mit anderen Tierarten

„verbünden“. Manchmal mit ganz erstaunlichen Effekten ...

Putzergarnelen

mit gefährlichem

Job

Auf der Suche nach Futter

gehen die Putzergarnelen

eine sehr außergewöhnliche

Symbiose mit einem der gefährlichsten

Meeresbewohner

der Weltmeere ein. Denn um satt

zu werden, ernähren sich die kleinen

Garnelen von dem, was im

Maul ihrer Wirtstiere, den Muränen,

an Futterresten übrig bleibt.

Ihre Funktion als „lebende Zahnbürste“

ist dabei umso riskanter,

als dass Muränen nicht nur sehr

Foto: © Wikimedia/ Philippe Guillaume

Foto: © Wikimedia/ Lonnie Huffman

aggressiv sind, sondern auch ein

sehr breites Beutespektrum haben,

das von kleinen Krebstieren

bis zu großen Fischen reicht.

Selbst erfahrene Taucher machen

um Muränen lieber einen weiten

Bogen, um nicht in die Nähe des

gefräßigen Mauls zu kommen. Die

fleißigen Putzergarnelen sind dabei

so ziemlich die einzigen, die

vom großen Appetit der Muränen

verschont werden.

Foto: © Wikimedia/ Krzysztof P. Jasiutowicz

Geliebte

Samtpfoten

Die Katze ist bei uns nach Angaben

des Industrieverbandes Heimtierbedarf

(IVH) e.V. mit gegenwärtig

etwa 8,2 Millionen Exemplaren das beliebteste

Haustier, mit großem Abstand

gefolgt vom Hund, der es auf „nur“ etwa

5,3 Millionen Artgenossen in Deutschland

bringt.

Den undankbaren dritten Platz belegen

die Ziervögel mit rund 3,5 Millionen

Exemplaren. Doch nicht nur bei der Zahl

der Individuen, auch bei der Zahl der

Haushaltungen mit einem Tier liegen die

beliebten Stubentiger ganz weit vorne.

So lebt statistisch gesehen in 16,3 Prozent

der deutschen Haushalte mindestens

eine Katze, während sich 13, 2 Prozent

aller Haushalte für einen Hund

erwärmen. Mit einem Anteil von knapp

5 Prozent liegen die Haushaltungen,

die sich ihre eigenen vier Wände mit

einem oder mehreren Ziervögeln teilen,

wiederum am „undankbaren“ Ende der

Skala.

TRENDIG, AKTUELL, ANDERS

„Frau & Gesundheit“ das Magazin

für die moderne Frau

Kosmetik+Ernährung+Lifestyle und vieles mehr

Außerdem erscheinen im S & D Verlag zum 1. eines jeden

Monats die Apotheken-Kundenzeitschriften:

Naturheilkunde & Gesundheit, die sanfte Medizin aus

Ihrer Apotheke, Unsere besten Freunde, gesunde und

spannende Infos für Tierfreunde, KOPF-fit, für Gehirnjogging

und Gedächtnistraining, Rätsel-aktuell, randvoll mit Denksportaufgaben

sowie Sudoku-spezial, für alle Freunde der japanischen Knobelei.

4 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Karettschildkröten

sind ihrer Heimat treu

Die Ortstreue der Karettschildkröten, deren Weibchen nach

mehr als 20 Jahren im Meer zur Eiablage immer auf dieselbe

Insel zurückkehren, auf der sie selber geboren wurden,

wirkt sich ausgesprochen vorteilhaft auf ihren Nachwuchs

aus. Denn schlüpfen ihre Nachfahren in der gleichen Umgebung

wie sie selber, sind sie auch den gleichen Gefahren wie Krankheitserregern

und anderen Gesundheitsbedrohungen ausgesetzt.

Dr. Christoph Eizaguirre, Leiter der Schildkröten-Forschungsgruppe

am GEO-

MAR Helmholtz-Zentrum

für Ozeanforschung in

Kiel, der das Brutverhalten

der Karettschildkröten

mit seinen Kollegen

intensiv erforscht hat:

„Die Weibchen vererben

Abwehrkräfte genau gegen

die Gefahren, die auf

der jeweiligen Brutinsel

auf den Nachwuchs warten.“

Dadurch sind die

kleinen Schildkröten vor den auf ihrer Geburtsinsel vorherrschenden

Gesundheitsgefahren bestens geschützt.

Foto: © V. Stiebens, GEOMAR

Foto: © Wikimedia/ Luis García

Aktuell & Erstaunlich

Amseln

im Großstadt-

Takt

Nicht nur bei Menschen kann sich das hektische Leben einer

Großstadt negativ auf den Lebensrhythmus auswirken.

Wissenschaftler der Universität Glasgow und des

Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell haben herausgefunden,

dass der Tag-Nacht-Rhythmus von Amseln in Großstädten

störanfälliger ist als die „innere Uhr“

ihrer Artgenossen auf dem Land. Außerdem

stressen sich die gefiederten Stadtbewohner

mehr, indem sie im hektischen Großstadttreiben

am Morgen schon früher aktiv werden

und sich abends auch später zur Ruhe begeben

als Amseln, die in ungestörten Gebieten

auf dem Land ihrem eigenen Tag-Nacht-

Rhythmus folgen können. Doch die längere

tägliche Aktivitätsphase der Stadtvögel könnte

nach Ansicht der Wissenschaftler auch den

Vorteil haben, dass die „Frühaufsteher“ in der

Stadt schneller und leichter einen Paarungspartner

finden könnten, als ihre gefiederten Kollegen auf dem

Land mit einem etwas gemächlicheren Lebensrhythmus.

Foto: © Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.

Tierhaltungsverbot

in Mietverträgen

ist unzulässig

Mit seinem Urteil vom 20. März dieses Jahres hat der Bundesgerichtshof

festgelegt, dass ein generelles Tierhaltungsverbot

in Mietverträgen rechtlich unzulässig ist.

Doch dies ist noch kein Freibrief dafür, sich in jeder Wohnung

uneingeschränkt ein Haustier halten zu dürfen. Denn der

Gerichtshof legte auch fest, dass bei der Entscheidung pro oder

kontra ein Haustier eine „umfassende Interessenabwägung aller

betroffenen Parteien stattfinden“ muss.

Thomas Schröder, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes,

führt aus, dass dieses Urteil in die richtige Richtung weise.

Denn: „Tiere nehmen gerade für alte oder sozial benachteiligte

Menschen immer häufiger die Rolle des einzigen Sozialpartners

ein, bilden oft die letzte Brücke in die Gesellschaft“, so Schröder.

Mit

Tieren

immer

gut

gelaunt

Die belebende und aufmunternde Wirkung von Haustieren

auf die menschliche Empfindung ist nun auch wissenschaftlich

belegt. Forscher der Universität von Maryland in

den USA untersuchten in einer aktuell vorgestellten Studie an

insgesamt 63 Personen zwischen 50 und 85 Jahren die Auswirkung

der An- oder Abwesenheit eines Tieres auf die jeweilige

Gemütslage der Getesteten. Zu Kontrollzwecken war die Gruppe

der Probanden dabei unterteilt in Tierbesitzer und Nicht-Tierbesitzer.

Im Verlauf der Studie notierten diese Personen einen Tag

lang alle 20 Minuten genau, was sie gerade machten und wie sie

sich dabei fühlten, und ob sie dabei Kontakt zu ihrem Partner

oder ihrem Tier hatten oder alleine waren. Es zeigte sich, dass

sich diejenigen, die Kontakt zu einem Gefährten hatten, deutlich

wohler fühlten als Personen ohne Sozialkontakt. Die Wissenschaftler

sehen darin einen Hinweis, dass sich die Anwesenheit

eines vertrauten menschlichen oder tierischen Partners zumindest

gleichermaßen positiv auf das emotionale Befinden ausübt.

Foto: © Wikimedia/ Derzno

Unsere besten Freunde 08 | 2013 5


Tierporträt [Haustier]

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Die farbenfrohen, meist gestreiften Tiere mit dem wissenschaftlichen

Namen „Pterophyllum scalare“ gehören bei

uns zu den beliebtesten und am längsten bekannten tropischen

Zierfischarten.

Als eine der ältesten in Aquarien gehaltene Zierfischart

wurden Skalare in der aquaristischen Fachliteratur erstmals

1823 erwähnt. Und nachdem die ersten 25 lebenden

Skalare 1911 im Hamburger Hafen eintrafen, fanden sie

unter Zierfischliebhabern sofort reißenden Absatz. Doch bis zu

ihrer Ankunft in der Elbmündung hatten die bunten Exoten bereits

eine lange und weite Reise hinter sich. Denn ihr natürliches

Verbreitungsgebiet sind die unermesslichen und teils undurchdringlichen

Weiten des südamerikanischen Regenwaldes.

Hier, im tropisch heißen Becken des Amazonas, leben sie in

unzähligen, langsam und träge dahinfließenden Flüssen und

Flüsschen, wo sie sich bevorzugt im Uferbereich oder in ruhigen,

strömungsarmen Schwemmgebieten größerer Flüsse zwischen

den Stelzwurzeln der Ufervegetation, aber auch zwischen

Treibholz oder großen Wasserpflanzen vor ihren Fressfeinden

verstecken. Hier gehen sie auch selber auf Jagd nach

Beute, und auf ihrem Speisezettel stehen dabei vor allem

Weichtiere, Insekten und deren Larven. Aber auch kleine Fische

werden manchmal nicht verschmäht.

Skalare:

Gestreifte Vielfalt aus dem Dschungel

Foto: © Wikimedia/ DeniZka Foto: © Wikimedia/ Doronenko

Skalare, die ihrer Art nach zur großen Familie der Buntbarsche

gehören, haben eine im Tierreich eher selten anzutreffende

Methode der Fortpflanzung entwickelt: Um ihren Nachwuchs

großzuziehen, bilden sich Elternpaare, die sich gemeinsam ein

bestimmtes Laichrevier erkämpfen und es auch vehement gegen

Eindringlinge verteidigen. Zur Eiablage bevorzugen die

Weibchen meist die Blätter möglichst breitblättriger Wasserpflanzen,

die ihre männlichen Partner zuvor gründlich gereinigt

haben. Ist das Blatt sauber geputzt, legt das Weibchen bis

zu Tausend Eier darauf ab. Damit ihr Nachwuchs sicher reifen

und heranwachsen kann, bewachen Mama und Papa Skalar

das Gelege zusammen, und auch die tägliche „Hausarbeit“, das

Herauspicken unbefruchteter oder verpilzter Eier, wird immer

gemeinsam erledigt. Sind die kleinen Fische dann geschlüpft,

wird der Jungtier-Schwarm noch so lange von den Eltern angeführt

und gegen Attacken von Fressfeinden verteidigt, bis die

kleinen Fische selber groß und stark genug sind, um in den

artenreichen Gewässern des Dschungels zu überleben.

Ein beliebter Süßwasserzierfisch

Als sehr gefragte Zierfische für Süßwasser stellen Skalare im

heimischen Aquarium eigentlich keine großen Ansprüche an

ihre Haltung und Pflege. Allerdings gilt es, bei der Ausstattung

ihres künstlichen Zuhauses auf ihre exotische Herkunft aus den

tropisch-warmen Gewässern Südamerikas zu achten. Daher

sollte die Wassertemperatur möglichst gleichbleibend etwa 25

bis 26° Celsius betragen, wobei die Tiere wie in ihrer natürli-

6 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tierporträt [Haustier]

Foto: © Wikimedia/ Szabi237

Foto: © Wikimedia/ DeniZka

chen Heimat auch Schwankungen von 23 bis 32° Celsius hinnehmen

und verkraften können. Hinsichtlich ihres Speiseplans

sind die etwa 15 Zentimeter langen Buntbarsche, die bei

optimaler Pflege ein Alter von etwa 10 bis 15 Jahren erreichen

können, meist sehr unkomplizierte Kostgänger. Über lebende

Mückenlarven oder Bachflohkrebse freuen sie sich am meisten,

aber sie begnügen sich auch mit Trockenfutter in Form von

Granulat oder Flocken. Sollen Skalare

ihr Aquarium mit anderen Fischen

teilen, gehört bei der Zusammenstellung

der verschiedenen

Tierarten ein wenig

Fingerspitzengefühl dazu,

soll die heimische Unterwasserwelt

für ihre Bewohner

nicht zum sprichwörtlichen „Haifischbecken“

werden. Ganz absehen

sollten Skalarfreunde vom zusätzlichen Besatz eines Aquariums

mit Fischen, die wesentlich kleiner als die Skalare sind, wie

etwa die beliebten Neonsalmler. Eine solche Zusammenstellung

geht üblicherweise gründlich daneben, weil die Skalare

ihre schillernden kleinen Nachbarn nicht als Mitbewohner,

sondern als willkommene Abwechslung ihres alltäglichen

Speiseplans ansehen und Jagd auf sie machen.

Da Skalare bei aufgerichteten Rücken- und Afterflossen immerhin

etwa 25 bis 30 Zentimeter hoch werden können, muss das

Aquarium natürlich möglichst großzügig bemessen sein, damit

die Tiere ausreichend Platz haben, sich zu bewegen. Je größer,

desto besser. Und auch die Ausstattung des Beckens spielt eine

wichtige Rolle: Damit sich die Fische darin wirklich wohlfühlen,

sollten Teile des Aquariums mit einem möglichst dichten

Wasserpflanzenbesatz ausgestattet sein, etwa mit Vallisnerien

oder Amazonas-Schwertpflanzen, damit die Tiere dort ihrem

natürlichen Schutzbedürfnis folgen und sich darin verstecken

können. Aber auch offene Beckenbereiche werden von den

bunten Exoten immer wieder gerne angenommen, weswegen

es sich empfiehlt, sich das Aquarium nicht nur mit Wasserpflanzen

vollzustopfen.

Foto: © Wikimedia

Unsere besten Freunde 08 | 2013 7


Natur & Wildnis „Tierisch verwandt“

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Von der Tundra bis in die Tropen, von den eisigen Gipfeln der Hochgebirge bis in die feucht-heißen Dschungel, von den Wüsten bis in die Tiefen

der Ozeane haben sich alle Tierarten ihren besonderen Lebensraum erobert. Die Vielfalt der natürlichen Umweltbedingungen führte im Lauf von

Jahrmillionen dazu, dass sich je nach Anpassungsfähigkeit bei den meisten Tierarten zahlreiche Unterarten herausgebildet haben, die sich durch

ganz bestimmte Körpermerkmale voneinander unterscheiden. Und die tierische „Verwandtschaft“ kann manchmal unüberschaubar groß sein ...

Hörnchen weltweit:

Angepasste

Es gibt wohl kaum einen Winkel auf der

Welt, der nicht von den ausgesprochen anpassungsfähigen

Hörnchen erobert wurde

– manchmal sogar im Flug!

Mit Ausnahme von Australien, Neuguinea,

Madagaskar und der Antarktis

finden sich die Vertreter der Hörnchen

überall auf der Welt. Wissenschaftler gehen

nach neuesten Untersuchungen davon

aus, dass es von den munteren Baum- und

Erdbewohnern gegenwärtig etwa 270 bis

280 Unterarten gibt, die aufgrund ihrer

unglaublichen Anpassungsfähigkeit mit

Eiseskälte und Trockenheit genauso gut

zurechtkommen wie mit tropischer Hitze

und Feuchtigkeit.

Erstaunlicherweise haben sich die zahlreichen

Hörnchenarten trotz aller unterschiedlichen

Lebensbedingungen

eine mehr oder weniger einheitliche

Lebensweise bewahrt. Und auch ihre

Anatomie ist sich überall auf der Welt

sehr ähnlich. So haben alle Vertreter dieser

Art einen auffallend großen, buschigen

Schwanz sowie fünf Zehen an den Hinterund

vier Zehen an den Vorderfüßen. Die

Hauptnahrung dieser meist tagaktiven, agilen

und überaus flinken Nager besteht artübergreifend

meistens aus Insekten sowie

aus Nüssen und anderen Samen. Grundsätzlich

unterteilen sich die emsigen Nagetiere

dabei in zwei Gruppen: Gleithörnchen können

auf der Flucht oder bei der Nahrungssuche

große Entfernungen bis zu 450 Metern in

einer Art „Segelflug“ überwinden. Dafür benutzen

sie eine Gleithaut, die sich zwischen

ihren Vorder- und Hinterbeinen spannt. Erdhörnchen

halten sich dagegen überwiegend

am Boden auf und graben sich sichere Erdverstecke,

in die sie beim Herannahen eines

Feindes flüchten. Und auch sonst haben sich

die putzigen Nager rund um den Globus eine

Menge einfallen lassen, um in ihrem jeweiligen

Lebensraum gut zurechtzukommen ...

Foto: © Wikimedia

...die schier endlosen Nadelwälder sind die

Heimat des Kanadischen Rothörnchens,

das dort besser unter dem Namen „Chickaree“

bekannt ist. Es hat sich in abgelegenen

Waldgebieten derart vermehrt,

dass es hier zu den am häufigsten vertretenen

Säugetieren zählt ...

...als Erdhörnchen ist der gestreifte,

amerikanische Goldmantel-Ziesel

der „Baumeister“ unter den Hörnchen.

Die Tunnel seiner Bauten können bis zu

30 Meter lang werden. Und um genügend Futtervorräte

für den Winter zu sammeln, verwendet

der Ziesel die gleiche Technik wie die Hamster:

Er stopft sich seine Backentaschen voll ...

...als ausgesprochen guter Kletterer

verbringt das Mittelamerikanische

Bunthörnchen fast sein ganzes

Leben in den schwankenden

Baumkronen der Urwaldriesen,

wo es auch sein Futter findet.

Denn das Leben in den unerreichbaren

Wipfeln ist der beste

Schutz gegen seine Fressfeinde

am Urwaldboden ...

Foto: © Wikimedia/ Peupleloup

Foto: © Wikimedia/ Hans Hillewaert

8 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Natur & Wildnis „Tierisch verwandt“

Akrobaten mit Sammelleidenschaft

...nähert sich der Herbst, wird das Europäische Eichhörnchen

von einer wahren Sammelwut gepackt, und es legt sich

zahllose Verstecke an, in denen es Nüsse und andere

Wintervorräte lagert. Da es aber längst nicht alle Vorräte

aufbraucht, können aus diesen Vorratslagern im

Frühling neue Pflanzen wachsen ...

Foto: © Wikimedia/ 4028mdk09

..hoch hinaus treibt es das

südasiatischen Gestreifte Palmenhörnchen:

Es bewohnt mit seinen Artgenossen die

höchsten Wipfel der Bäume seiner Heimat.

In Gruppen von etwa 10 Tieren verständigt

es sich dabei mit Rufen, die Vogelstimmen

ähneln ...

Foto: © Wikimedia/ Joachim Hube

Foto: © Wikimedia/ Michail Jungierek

Foto: © Wikimedia/ Eponimm

...sehr zurückgezogen lebt

das Japanische Eichhörnchen,

das heute nur noch auf den

beiden japanischen Inseln

Honshu und Shikoku sowie

einer kleinen, entlegenen

Insel namens Awaji-shima

vorkommt. Im Winter wechselt

es seine rotbraune Sommerfellfarbe

in ein unauffälliges,

bescheidenes Grau ...

...etwas unpraktisch hat sich

das Afrikanische Buschhörnchen

in seinem kargen Lebensraum eingerichtet: Weil es seine Nester hoch in

den Baumwipfeln baut, muss es zur Nahrungssuche am Boden immer

weit herabsteigen. Aber seine Wohnung im Dachgeschoß der Bäume

schützt das tagaktive Tier sicher vor nächtlichen Beutegreifern ...

Unsere besten Freunde 08 | 2013 9


Apothekentipp

Foto: © Gero Altmann

Tiergesundheit

aus Ihrer Apotheke:

Gero Altmann, Apotheker und Heilpraktiker

aus der Kreuz-Apotheke in

Recklinghausen, weiß Rat.

Medikamentengabe leicht gemacht

So tricksen Sie

„Medizinverweigerer“ aus

Ein Tier zu überreden, seiner Gesundheit

zuliebe eine Medizin einzunehmen,

ist manchmal gar nicht so leicht.

Doch mit ein paar einfachen Tricks

überlisten Sie auch hartnäckige „Medizinverweigerer“.

Das beste „Werkzeug“, sein Tier mit

einem Medikament zu versorgen,

sind Fingerspitzengefühl und viel

Geduld. Wissen Sie schon im Voraus, dass

bei Ihrem vierbeinigen Partner mit Problemen

zu rechnen ist, dann nehmen

Sie sich extra viel Zeit zur Gabe eines

Medikaments. Gerade Katzen können

sehr eigen sein, wenn es darum geht,

ihnen eine ungeliebte Medizin verabreichen

zu wollen. Ein harmloser, vielleicht

etwas „hinterhältiger“ Trick ist es,

eine Medizin, soweit möglich, in etwas

warmem Wasser aufzulösen und dem

Tier auf seine Pfote zu sprühen. Die Katze

wird sofort versuchen, die feuchte Pfote

wieder trocken zu lecken und nimmt

das Präparat dadurch gleich mit auf. Mit

homöopathischen Globuli funktioniert

dieser Trick besonders gut.

Ausgesprochen einfach gestaltet sich

dagegen die Anwendung von Medikamenten

gegen Zecken, Flöhe und andere

ungebetene „Gäste“ im Fell Ihrer

Samtpfote: Sogenannte „Spot-on“-Präparate

aus Ihrer Apotheke, die über viele

Stunden zuverlässig gegen Parasitenbefall

schützen, werden in flüssiger Form

einfach in den Nacken des Tieres geträu-

felt. Dabei reichen schon drei bis vier

Tropfen. Den Rest erledigt die Katze selber,

indem sie das Präparat bei ihrer täglichen

Körperpflege mit der Zunge über

das ganze Fell verteilt und sich somit gewissermaßen

selber gegen hinterhältige

Blutsauger schützt.

Vorbeugen ist besser

Nicht nur junge Katzen, auch Hunde sollten

bereits als Welpe an Berührungen

am ganzen Körper gewöhnt werden.

Denn dann fallen nicht nur Behandlungen

des Tierarztes etwa an den Augen,

am Maul, an den Ohren oder am After

leichter, sondern das Tier lässt sich auch

die Anwendung und Gabe von Medikamenten

besser gefallen. Allerdings ist es

gerade bei Hunden manchmal ausgesprochen

schwer, das Tier davon zu überzeugen,

etwa einen frisch angelegten

Verband durch Beknabbern nicht sofort

wieder abzustreifen oder eine gerade

aufgetragene Salbe nicht sofort wieder

abzulecken. So hinderlich es dann

für derartige „Spezialisten“ auch ist,

kommen sie ihrer Heilung und Gesundheit

zuliebe um den schützenden Halskragen

manchmal nicht herum.

Geschmackvoll verabreicht

Ein ebenso heikles Thema ist die Anwendung

von Medikamenten bei Pferden,

etwa die Gabe einer Wurmpaste oder

eines anderen, über das Maul zu verabreichenden

Medikaments. Damit die

ungeliebte Substanz auch wirklich auf-

genommen und abgeschluckt wird, kann

es ratsam sein, gleich nach dem Eingeben

der Paste eine leckere Belohnung,

etwa ein Maul voll Hafer oder sonst ein

geliebtes Futtermittel „nachzuschieben“.

Damit wird verhindert, dass die pfiffigen

Tiere das Medikament zunächst eine

kleine Weile lang im Maul behalten, um

es in einem unbeobachteten Moment

wieder auszuspucken. Manche Präparate

werden auch gleich vom Hersteller mit

einem Zusatzaroma versehen, das den

bitteren Wirkstoffgeschmack überdecken

soll. Medikamente in Tropfenform

sind dem Pferd da schon weitaus leichter

zu verabreichen. Geben Sie einfach

die vom Tierarzt vorgegebene Anzahl

Tropfen auf oder besser in ein Stück trockenes

Brot, das Sie dann Ihrem Pferd als

kleinen Snack anbieten.

Der Phantasie sind also keine Grenzen

gesetzt, kleine und große „Medizinverweigerer“

mit einem Trick zu überlisten.

Allerdings sollten Sie bei bestimmten

Medikamenten vorher Ihren Tierarzt

oder Apotheker fragen, ob sich bei der

Eingabe des Medikaments etwa mit

einem Stückchen Obst oder Wurst möglicherweise

unerwünschte Wechselwirkungen

einstellen können.

Herzlichst, Ihr

Foto: © Ulrike Schanz Fotodesign

10 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tierhaltung & Pflege

„Ist der aber niiiiedlich“, reicht nicht:

Augen auf beim

Hundekauf!

Wenn auch die Anschaffung eines Hundes häufig spontan

und „aus dem Bauch heraus“ mit einem guten Gefühl

geschieht, ist das noch lange kein Garant dafür, im Nachhinein

vor unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein.

Und selbst wenn der Welpe beim Händler noch so niedlich

oder herzzerreißend guckt, sollten Sie doch einige Dinge

beachten. Auch wenn’s manchmal schwerfällt.

Schnell hellhörig werden sollten Sie auf jeden Fall, wenn Ihnen

ein angeblicher Rassehund unter fadenscheinigen

Ausflüchten des Händlers weit unter dem üblichen Preis

angeboten wird. Abstand nehmen sollten Sie auch, wenn Ihnen

vom Händler sehr viele Tiere gleichzeitig oder Hunde verschiedenster

Rassen angeboten werden. Denn viele nachgefragte

und zugegebenermaßen sehr niedliche Hunderassen wie Chihuahua,

Mops oder Yorshireterrier stammen bei unseriösen Angeboten

oft aus unkontrollierten Massenzuchten aus Osteuropa.

Finger weg vom einem scheinbar verlockenden Angebot heißt

es auch, wenn Ihnen ein Hund angeboten wird, der trotz der in

einem Bundesland wie Berlin, Hamburg oder Thüringen geltenden

Chip-Pflicht nicht gechippt ist, oder wenn das Tier gleich an

mehreren Orten zum Kauf angeboten wird. Auch wenn Ihnen

verwehrt wird, sich einen Überblick über die bisherigen Haltungsbedingungen

Ihres „Wunschkandidaten“ zu verschaffen,

oder wenn der Welpe dauerhaft von seiner Mutter getrennt ist,

sollten Sie Vorsicht walten lassen. Vollends

unseriös wird es, wenn Sie im Voraus Geld

überweisen sollen, ohne den Wurf besichtigen

zu können. Sollen Sie ungesehen eine

Anzahlung auf den Hund leisten, um sich das

Tier zu „reservieren“, beenden Sie sofort das

Gespräch.

Seriös und legal

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich

in einen Welpen verlieben, dessen Züchter

Mitglied in einem der anerkannten Zuchtverbände

wie etwa dem Verband Deutscher

Kleinhundezüchter e.V. oder dem VDH Verband

für das Deutsche Hundewesen e.V. als

dem Dachverband sämtlicher Hunde- und

Hundezuchtvereine in Deutschland ist. Denn

die zugelassenen Verbände erkennen nur

solche Personen als Züchter an, die sich nachgewiesenermaßen

einer artgerechten Zucht

sowie einer angemessenen und seriösen

Tierhaltung verschrieben haben. Außerdem

unterliegen diese Züchter regelmäßigen

Foto: © Virbac

Transponder

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser:

Mit einem speziellen elektronischen

Lesegerät kann der Tierarzt zweifelsfrei

nachweisen, ob ein zum Kauf

angebotener Hund gechippt ist, und ob

die beigefügten Papiere auch wirklich

zu diesem Tier gehören.

Kontrollen durch ihre Zuchtverbände, die nach sehr strengen

Kriterien auch über eine Erlaubnis zur Zucht mit einem Hund

entscheiden. Seriöse Hundezüchter werden die Abgabe eines

Tieres in der Regel durch einen entsprechenden Kaufvertrag dokumentieren,

in dem der momentane Gesundheitszustand festgehalten

ist, ebenso wie das Wurfdatum und die Durchführung

der ersten Impfungen und Grunduntersuchungen beim Tierarzt.

Alternative Tierheim

Eine sehr gute Alternative zum Kauf eines Tieres beim Züchter

ist der Gang zum örtlichen Tierheim. Denn allen hartnäckigen

Vorbehalten zum Trotz sind auch Tiere aus

einer vorübergehenden Haltung im Tierheim

mit ein wenig Einfühlungsvermögen

ihrer neuen Besitzer durchaus in der

Lage, wieder eine vertrauensvolle Verbindung

zu „ihrem“

Mensch einzugehen.

Zudem bietet sich bei

der Wahl eines Tieres

aus einem Tierheim

immer die Möglichkeit, mit mehreren Besuchen

vor Ort zunächst herauszufinden, ob die

„Chemie“ zwischen dem Tier und seinem

zukünftigen Besitzer stimmt. Und sollte sich

zeigen, dass sich trotz aller Bemühungen keine

zufriedenstellende Vertrauensbasis zwischen

Mensch und Tier einstellen will, fällt

eine Trennung weitaus leichter, als wenn der

Hund schon bei seinem neuen Besitzer eingezogen

ist, um dann wieder im Tierheim abgegeben

zu werden. Ein weiterer Vorteil:

Hunde aus dem Tierheim sind nachweislich

medizinisch untersucht, entwurmt und

gechippt, und die Papiere liegen komplett

und vollständig ausgefüllt vor. So bleiben Sie

vor bösen Überraschungen verschont, und

können sich ganz beruhigt auf Ihren neuen

Familienzuwachs konzentrieren.

Unsere besten Freunde 08 | 2013 11

Foto: © Ulrike Schanz Fotodesign

Foto: © Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.

Foto: © Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V.


Tier & Schutz

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Die Störche sind zurück!

Endlich: Die Bundesarbeitsgemeinschaft

Weißstorchschutz des Naturschutzbundes

Deutschland (NABU) e.V.

meldet seit geraumer Zeit ein Anwachsen

der Storchenpopulation. Gründe dafür,

dass „Meister Adebar“ sich wieder

öfters bei uns zeigt, gibt es viele.

Die zahlreichen Bemühungen, den

einstmals sehr seltenen, majestätischen

schwarz-weißen Vogel wieder

bei uns anzusiedeln, zeigen endlich erste

Erfolge. So zählten Naturschützer im abgelaufenen

Jahr 2012 deutschlandweit insgesamt

5.229 Brutpaare. Was immerhin einem

Zuwachs von sieben Prozent zum Vorjahr

entspricht. Regional sehr unterschiedlich

verteilt, verzeichnen Niedersachsen

und Bremen mit 574 Storchenpaaren

einen Zuwachs von 15 Prozent, und

auch das bevölkerungsreichste Bundesland

Nordrhein-Westfalen darf sich über

eine zweistellige Zuwachsrate freuen. Im

Osten dagegen fanden sich vor allem

in Mecklenburg-Vorpommern mit bis zu

25 Prozent die stärksten Rückgänge.

Die Gründe für die allgemein zunehmende

Populationsdichte der Weißstörche und

ihre regional sehr unterschiedliche Verteilung

sehen Ornithologen vor allem darin

begründet, dass immer mehr Störche auf

der Reise zu ihren Überwinterungsgebieten

in Afrika auf der sogenannten

„Westroute“ bereits

in Spanien überwintern, und

auf die kräftezehrende

Weiterreise nach Afrika

verzichten. Am Rande von

Siedlungen und Großstäd-

ten finden sie hier genügend Futter, um

den Winter gut zu überstehen. „Die sind da

nicht sehr wählerisch, auch vor Nudeln

schrecken sie nicht zurück“, erläutert Udo

Hilfers von der Storchenpflegestation

Wesermarsch im Niedersächsischen Berne

unweit der Weserstadt Bremen. Weil auf

der westlichen Zugroute dadurch im Winter

zunehmend auch mehr Jungstörche

überleben, gelangen immer mehr Tiere

auf dem Rückweg in ihre Brutgebiete auch

in unsere Breiten.

Zwar hat der lange mitteleuropäische

Winter die Brutsaison dieses Jahr etwas

hinausgezögert, doch davon zeigen sich

die Bestandszahlen Meister Adebars

und seiner Artgenossen unbeeindruckt.

Der Trend geht weiterhin

deutlich nach oben.

Foto: © Eric Neuling

––––––––––

Foto: © cbj Verlag

Urlaubszeit

ist Lesezeit!

––––––––––

„Ostwind“ –

das Buch zum Film

Erst die verpatzte Versetzung,

und dann noch das

mit dem ausgebrannten

Auto ihres Klassenlehrers,

das Mika und ihre Freundin

Fanny nach der Zeugnisausgabe

versehentlich

abgefackelt haben. Da ist

das Feriencamp, auf das

sich die beiden schon das

ganze Jahr lang gefreut

haben, für Mika natürlich

gestrichen, und sie wird

auf den Reiterhof ihrer gestrengen Großmutter

geschickt, um sich in Ruhe und unter Aufsicht

des viel zu gutmütigen Stallburschen

Sam auf ihre Nachprüfungen vorzubereiten.

Doch Mika lässt sich nicht in ihrem Zimmer

einschließen, und schließlich entdeckt sie auf

ihren heimlichen Streifzügen über das Gehöft

im dunkelsten Winkel der Hofstallungen den

Hengst „Ostwind“, der zwar ein hervorragendes

Springpferd, dabei aber überaus wild und

unberechenbar ist. Mika, ganz vom Zauber

des schwarzen Hengstes gefangen, entdeckt

ihre unglaubliche Begabung, sich das Vertrauen

von „Ostwind“ zu erarbeiten, und beginnt

heimlich, mit ihm für das große

Springturnier auf dem Hof ihrer Großmutter

zu trainieren. Dann ist der große Tag gekommen,

und es wird ernst für Mika und „Ostwind“...

„Ostwind – Zusammen sind wir frei“ lässt den

gleichnamigen Film wieder lebendig werden.

Und wer den Gang ins Kino verpasst hat, darf

auf das furiose Finale des Buches gleich doppelt

gespannt sein. Eine echte Ferienlektüre,

die nicht nur Pferdenarren bis zur letzten Seite

fesselt. Und ein Buch, das nur für verregnete

Ferientage viel zu schade ist!

Ostwind – Zusammen sind wir frei

Das Buch zum Film

155 Seiten mit vielen farbigen Filmszenen

cbj Verlag München

ISBN 978-3-570-15680-3 · 9,99 €

12 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Foto: © ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen/ S. Haas

Unsere besten Freunde

Damit ihr

kleiner

Schützling wohlbehalten

heranwachsen kann, haben die

Pflegerinnen und Pfleger der

kleinen Giraffe aus der ZOOM

Erlebniswelt in Gelsenkirchen

alle Hände voll zu tun.

„Hier kommt Kitoja“: Das erste Jahr im Leben einer Zoogiraffe

Foto: © S & D Verlag/ K. Kulms

Teil 8 von 12

„Ich bin Interessant!“

Tiere & Menschen

Foto: © ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen

Denn im Alltag der langbeinigen

Exotin „Kitoja“ wird es nie

langweilig. „Unsere besten

Freunde“ berichtet von der

Geburt bis zu ihrem ersten

Geburtstag, was sich in der

Kinderstube der kleinen Exotin

so alles tut.

Kitojas Bruder Hans hat es auf die

Banane in der Hand von Isabel

Gussek, einer Wissenschaftlerin

der Universität Bonn abgesehen.

Logo: © ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen

Foto: © Isabel Gussek

Echte Futterspezialisten

In der Natur haben sich Giraffen

auf das karge Futter in

der afrikanischen Savanne

spezialisiert. Aufgrund ihres

besonderen Verdauungsapparates

kommen sie mit den

nährstoffarmen Futterpflanzen

ihrer Heimat bestens zurecht.

Um noch den allerletzten

Rest an Nährstoffen

aus den Pflanzen zu holen,

verwenden sie denselben

Trick wie Kühe auf der

Weide: Sie käuen wieder.

www.zoom-erlebniswelt.de

Ein Zoo ist nicht nur ein Ort, an dem wilde

und exotische Tiere gehalten und neugierigen

Besuchern gezeigt werden. Eine

ebenso wichtige Aufgabe, die ein Zoo zu erfüllen

hat, ist die intensive Erforschung der hier

gehaltenen Arten, denn viele Tierarten, die in

Zoos leben, sind in der freien Natur oft vom

Aussterben bedroht. Das Wissen um ihre Bedürfnisse

und ihr Verhalten ist also sehr wertvoll,

weil es hilft, bedrohte Tierarten in freier

Natur besser zu schützen.

Daher laufen auch in der Zoom Erlebniswelt in

den Bereichen der „rückwärtigen Tierhaltung“,

vor den Augen der Besucher meist verborgen,

viele Untersuchungen etwa über das Sozialund

Brutverhalten von Zwergflamingos, über

die Entwicklung des Wächterverhaltens

junger Erdmännchen oder die Feststellung

von Stress bei Menschenaffen anhand von

Haarproben. Und auch das Fressverhalten von

Kitoja und ihre Artgenossen auf der Giraffensavanne

wird von der Wissenschaft genau unter

die Lupe genommen. Unter dem Thema

„Fütterung von Giraffen in Zoologischen Gärten“

untersucht eine junge Wissenschaftlerin

der Universität Bonn ganz genau, was und wie

viel die einzelnen Tiere pro Tag so alles verputzen,

und ob sie mit dem Futter gut zurecht

kommen oder ob sie mit einzelnen Futterbestandteilen

Probleme haben.

Um an ihre Beobachtungsdaten zu kommen,

muss die zierliche Wissenschaftlerin ganz

ordentlich mit anpacken. Denn es gilt, über

einen gewissen Zeitraum jeden Tag das komplette

Futter zu wiegen, Futter- und Kotproben

zu sammeln und die körperliche Verfassung

der Tiere nach einem bestimmten Punktesystem

zu bewerten. Das Auswiegen des

Futters ist dabei die schwerste Arbeit. Wobei

das Wiegen der Eimer mit Gemüse, Obst und

Kraftfutter noch die leichteste Übung ist. Doch

um mit den Unmengen an Luzerneheu und

Laub zurechtzukommen, das jeden Tag in die

Giraffenmägen wandert, wiegt Isabel Gussek

das Futter portionsweise in riesigen Tüten und

mit einer sehr großen Hägewaage aus. Dabei

ergibt sich übrigens fast automatisch, dass

sie während der Fütterungszeiten auch noch

viele andere anfallende Arbeiten erledigt und

damit auch gleich die Pfleger ein wenig entlastet.

Wenn die Wissenschaftlerin aus Bonn mit

ihren Untersuchungen demnächst fertig ist,

stehen für die älteren Geschwister von Kitoja

schon die nächsten wissenschaftlichen Untersuchungen

an. Denn eine Biologin der Ruhr-

Universität Bochum interessiert sich für das

Verhalten ihrer beiden halbstarken, fast

erwachsenen Brüder Hans und Jasho ...

Das nächste Mal:

Der größte Feind für die Gesundheit der gefleckten

Langhälse im Zooalltag ist die Langeweile. Deshalb

haben sich Kitojas Tierpfleger für sie und ihre Artgenossen

auf der Giraffensavanne viele Spielsachen

ausgedacht, um die Langeweile zu vertreiben. Ob das

wohl hilft?

Unsere besten Freunde 08 | 2013 13


Spiel & Spaß

Bilderrätsel

Hier sind die Tiere und ihre typischen Laute

durcheinandergeraten. Ordne alles passend.

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Buchstaben am Faden

Wenn du mit den vier Buchstaben in den Ecken beginnst

und immer den richtigen Anschlussbuchstaben findest,

erhältst du die Namen von vier pferdeartigen Tieren; eines

davon lebt nur in Afrika. Welches ist es?

Brummen

Klappern

Dragos Witz des Monats:

Ein dünnes und ein dickes Pferd

treffen sich. Sagt das dicke:

„Wenn man dich anguckt, könnte

man meinen, eine Hungersnot ist

ausgebrochen!“

Darauf das dünne: „Und wenn man

dich anschaut, könnte man meinen,

du bist schuld daran!“

Brüllen

Suchbild

Auf den ersten Blick sind in beiden Käfigen die gleichen

Vögel zu sehen. Doch in einem Käfig fehlt ein Vogel.

Welcher ist es?

Geheimschrift

Zu welcher Hunderasse gehört der Hund, der in dieser

Hütte schläft? Die Lösung ist ganz einfach, wenn du jeden

zweiten weißen Buchstaben streichst.

14 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Exk lusiv aus der Apotheke

Unsere besten

Tier & Apotheke

Stunde Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag

1

2

3

4

5

6

7

8

9


August 2013

Foto: © KarSol/Fotolia

Der Krokodilkaiman

erreicht eine maximale Körperlänge von etwa

drei Metern. Er besitzt ein breites Maul und

kommt in einem großen Gebiet

Südamerikas vor. Bezüglich seines

Lebensraumes ist er sehr

anpassungsfähig und

bewohnt Seen,

Flüsse und

Sümpfe.


Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Unsere besten Freunde

1 Donnerstag

2 Freitag

3 Samstag

4 Sonntag

5 Montag

6 Dienstag

7 Mittwoch

8 Donnerstag

9 Freitag

10 Samstag

11 Sonntag

12 Montag

13 Dienstag

14 Mittwoch

15 Donnerstag

16 Freitag

17 Samstag

18 Sonntag

19 Montag

20 Dienstag

21 Mittwoch

22 Donnerstag

23 Freitag

24 Samstag

25 Sonntag

26 Montag

27 Dienstag

28 Mittwoch

29 Donnerstag

30 Freitag

31 Samstag

Friedensfest, Augsburg

Mariä Himmelfahrt


Natur & Wildnis

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie: „Tarnen & täuschen“

Nicht jedes Tier hat scharfe Krallen, einen spitzen Schnabel oder scharfe Zähne, um sich vor dem Hunger seiner Feinde zu schützen. Mit raffinierten Tricks

schaffen es viele Wildtiere, ihre Fellfarbe oder ihr Aussehen so zu verändern und ihrer Umwelt anzupassen, dass sie vor den Augen ihrer Gegner fast völlig

verschwinden. Tarnen und täuschen ist für sie die beste Lebensversicherung.

Nordseegarnelen:

Unsichtbare Sommergäste

zwischen Land und Meer

Foto: © Wikimedia

In der warmen Jahreszeit

ist der Gezeitenbereich

zwischen Land

und Meer für Millionen

Nordseegarnelen ein

Zuhause auf Zeit.

Strandgarnele, Granat, Porre, Krabbe,

Gnat – die Nordseegarnele mit der

wissenschaftlichen Bezeichnung

„Crangon crangon“ hat an der Küste

viele Namen. Und auch viele Methoden,

sich ihrer Feinde zu entziehen.

Die wichtigste: Unsichtbar werden.

Mit einem raffinierten Trick gelingt

es diesem Kleinkrebs sehr gut,

sich vor den Augen seiner Feinde

wie Seevögeln, Fischen und jungen Robben

unsichtbar zu machen. Denn bestimmte

Pigmentzellen seines Panzers

sind in der Lage, ihre Farbe zu verändern.

Auf diese Weise passt sich die Nordseegarnele

nahezu perfekt an den sandigen

Untergrund ihrer Umgebung an. Außerdem

vergräbt sie sich häufig noch flach

im Sand, so dass ihre Konturen auf dem

Meeresboden vollends verschwinden. Ein

potenzieller Fressfeind muss dann schon

sehr scharfe Augen haben und genau

hinsehen, um den kleinen Krebs im

Schlick des Watts aufzuspüren.

Ein ganz besonderer Trick dieses nachtaktiven

Zehnfußkrebses, seinen Feinden zu

entkommen, ist auch die Wahl seines Aufenthaltsortes.

Denn der nur etwa acht bis

zehn Zentimeter große Meeresbewohner

kommt, im Gegensatz zu vielen anderen

Meerestieren, sehr gut mit einem wechselnden

Salzgehalt des Wassers zurecht.

Daher hält er sich oft auch in der Nähe

von Flussmündungen auf, wo

der Salzgehalt des Wassers

aufgrund der Durchmischung

von Süßwasser mit Meerwasser

weniger hoch ist als im offenen

Meer. Das schützt ihn

vor Nachstellungen vieler spezialisierter

Fressfeinde, die um

Wasser mit niedrigem Salzgehalt

lieber einen großen Bogen

machen.

Hinzu kommt, dass Flüsse immer

wieder große Mengen an

Nährstoffen aus dem Inland,

hauptsächlich Rückstände von

Düngemitteln, ins Meer

schwemmen, die sich der kleine

Krebs gerne schmecken

lässt. Flussmündungen sind

daher für die Nordseegarnele

also gleich in doppelter Hin-

sicht sehr interessant. Als regelrechter

„Wanderer“ zwischen den küstennahen

Flachwasserbereichen und dem Meer

nutzt der Garnelennachwuchs im Sommer

das Watt, um sich vor Räubern zu verstecken.

So lassen sich die Jungtiere mit

aufkommender Flut aus dem Meer auf

das Watt spülen, bei Ebbe ziehen

sie sich seewärts in „Priele“

genannte natürliche Abflussrinnen

zurück, um mit der

nächsten Flut den sonnenwarmen,

küstennahen Flachwasserbereich

des Watts erneut zu

erobern. Auf diese Weise wachsen

die kleinen Krebschen im

Wechsel der Gezeiten während

des Sommers zu ausgewachsenen

Garnelen heran. Ist der

Sommer vorbei, und kühlt das

Wasser im flachen Watt allmählich

aus, ziehen sich nun

auch die letzten Nordseegarnelen

spätestens beim ersten

Frost wieder in tiefes Wasser

zurück, wo sie bei für sie erträglicheren

Wassertemperaturen

überwintern.

Foto: © Wikimedia/ Hans Hillewaert

Foto: © Wikimedia/ Magnus Manske

18 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Rätsel

Foto: © Bezirksverband Pfalz

Unsere besten Freunde 08 | 2013 19


Wissenschaft & Forschung

Serie

Vorsicht, giftig!

Um erfolgreich jagen und sich gegen Feinde

verteidigen zu können, benutzen manche Tierarten

Gift, das je nach Dosis und Zusammensetzung

auch für Menschen tödlich sein kann.

Vor diesen Tieren sollte man sich daher ganz

besonders in Acht nehmen:

Komodowaran:

Giftiger Jäger mit

viel Geduld

Mit tödlicher Geduld lauert

die größte Echse der Welt

am Rand von Wildwechseln

ihrer Beute auf. Dabei wartet der

Komodowaran oft viele Stunden

reglos, bis sich ein argloses Beutetier

in seiner Nähe zeigt. Hat er ein

potenzielles Opfer erst einmal

wahrgenommen, hilft ihm ein spezielles,

„Jacobson-Organ“ genanntes

Geruchsorgan in seinem Maul,

seine Beute nicht mehr zu verlieren.

Ist er nah genug heran, attackiert

er sein Opfer mit tödlicher Sicherheit

durch plötzliches Hervorpreschen

und einem Biss mit

seinen scharfen Zähnen.

Durch spezielle Drüsen im Unterkiefer

gelangt dabei Gift in die Blutbahnen

seiner Beute, woran das

Opfer schließlich verendet, selbst

wenn ihm zunächst die Flucht gelingt.

Weil der bis zu drei Meter lange

und etwa 80 Kilogramm schwere

Waran gelegentlich auch Jagd

auf Haustiere macht, ist er in seiner

Heimat, den kleinen Sundainseln

im Indischen Ozean, nicht sonderlich

beliebt.

Foto: © Wikimedia/ Raul654

Gechippte Fische

steigen Treppen

Um sogenannte „Fischaufstiegsanlagen“

an Staustufen, Wehren und

anderen wasserbaulichen Anlagen

besser planen zu können, brauchen Wissenschaftler

verlässliche Daten zu den

Wanderungen von Fischen. Deshalb hat

vor Kurzem ein Expertenteam der Bundesanstalt

für Gewässerkunde in einer

großangelegten Freilanduntersuchung

unterhalb einer Staustufe der Mosel bei

Koblenz fünfhundert Fische, hauptsächlich

Barben, Rotaugen, Brachsen und Nasen,

mit sogenannten RFID-Chips markiert.

Diese Mikrochips, die übrigens

auch zur Kennzeichnung von Haustieren

verwendet werden, können mit einem

speziellen Lesegerät ausgelesen werden,

Mit Bewegung zum Erfolg“. So

könnte das Überlebensprogramm

von Straußenkorallen


lauten, die in zunehmendem Maße die

unbeweglichen Steinkorallen der warmen

tropischen Meere verdrängen. Lange

war unklar, welchen Vorteil die aktiv

pulsierenden Bewegungen der Polypententakeln

den Korallen im Gegensatz zu

ihren unbeweglichen „Kollegen“ in einem

Riff verschaffen. Jetzt haben Forscher

des Leibniz-Zentrums für Marine

Tropenökologie (ZMT ) in Bremen herausgefunden,

dass die fächernde Bewegung

ihrer Tentakeln eine unschlagbare

Methode dieser Meeresbewohner ist,

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

so dass jeder gechippte Fisch überall

zweifelsfrei wiedererkannt werden kann.

Damit wollen die Forscher nun herausfinden,

wie gut die Tiere bereits existierende

„Fischtreppen“ bei ihren Wanderungen

überwinden können, um weitere,

derzeit in Planung befindliche

Fischaufstiegsanlagen besser passierbar

zu machen. Insgesamt sollen in den

nächsten Jahren etwa 250 Staustufen an

Mosel, Main, Neckar und anderen Flüssen

für Fische wieder passierbar gemacht

werden.

Erfolgsmodell pumpende Koralle

einfacher an Futter heranzukommen

und dabei ihren Stoffwechsel in

Schwung zu bringen. Denn viele belastende

chemische Stoffe, die bei der Futterverwertung

der Korallen entstehen,

werden durch die Tentakelbewegungen

schneller wieder aus ihrem Körper heraustransportiert,

was sich wiederum

sehr positiv auf ihr Wachstum auswirkt.

Und je größer sie werden, desto erfolgreicher

können sich diese Weichkorallen

gegen ihre bewegungsarmen Riff-Mitbewohner

durchsetzen.

Fotos: © Naumann, ZMT Foto: © Michael Hils / BfG

20 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Schimpansen

gewöhnen sich an

Malaria

Foto: © Wikimedia/ Siga

Wissenschaft & Forschung

Foto: © Sonja Metzger

Weil Schimpansen in ihrem natürlichen

Verbreitungsgebiet,

den tropischen Wäldern Zentralafrikas,

ständig mit Plasmoiden als Erregern

der Malaria zu tun haben, bildet

sich bei ihnen im Laufe ihres Lebens mit

zunehmendem Alter eine gewisse Immunität

gegen diese heimtückische

Krankheit aus. Das haben Wissenschaftler

vom Max-Planck-Institut für evolutionäre

Anthropologie in Leipzig und vom

Robert Koch-Institut in Berlin festgestellt,

als sie die Hinterlassenschaften einer

Herde frei lebender Schimpansen im

Tai-Nationalpark an der afrikanischen Elfenbeinküste

untersuchten. So fanden

sich im Kot älterer Tiere weitaus weniger

Erreger als bei Jungtieren. Die Herausbildung

einer körpereigenen Immunität

bei ständigem Kontakt mit einem Erreger

ist übrigens auch bei in malariaverseuchten

Gebieten lebenden Menschen

zu beobachten.

Zickzack-Blattwespen

sind gesuchte Eindringlinge!

„Citizen Science!“

Wissenschaft mit echter „Bürgerbeteiligung“

– eine Methode, die sich schon oft bewährt

hat! Fundproben der Zickzack-Wespe können

geschickt werden an das

Senckenberg Deutsche Entomologische

Institut (SDEI)

z. Hd. Herrn Dr. Stephan M. Blank

Eberswalder Straße 90

15374 Müncheberg

Fotos gerne auch per Mail an:

sblank@senckenberg.de.

Foto: © Dr. Stephan M. Blank, Müncheberg

Foto: © Dr. Gábor Véték, Budapest, Ungarn

Foto: © Wikimedia/ Siga

Äußerst erfolgreich fressen sich die

Larven der ursprünglich in Ostasien

beheimateten Zickzack-

Blattwespe seit einigen Jahren auch

durch deutsche Wälder, Parks und Gärten.

Ihr typisches Fraßmuster, das ein

wenig aussieht, als könne sich die Raupe

nicht für eine bestimmte Fressrichtung

entscheiden, wurde zunächst nur

in Süd- und Osteuropa beobachtet.

Doch seit etwa zwei Jahren frisst sie

sich auch durch die Wälder Süddeutschlands,

und seither breitet sich die auf

die Blätter von Ulmen spezialisierte

Zickzack-Blattwespe unaufhaltsam

nach Norden aus. Vor wenigen Wochen

wurden ihre typischen Blattfraßspuren

von Insektenforschern des Senckenberg

Deutschen Entomologischen Institutes

(SDEI) schon in der Umgebung von Berlin

und in Brandenburg gesichtet.

Um sich nun einen ersten Überblick zu

verschaffen, wie weit sich dieser eingeschleppte

Schädling tatsächlich schon

in Deutschland ausgebreitet hat, nutzen

die Wissenschaftler eine neuartige Methode,

die als „Citizen Science“ auf die

Mithilfe der Bevölkerung setzt. Denn da

die Fraßspuren der Wespenraupen sehr

leicht zu erkennen sind, bittet der Leiter

dieser Studie, Dr. Stephan Blank alle Naturinteressierten,

sich an der Suche

nach diesem gefräßigen Neuling zu beteiligen.

„Toll wäre, wenn uns die Entdecker

Fotos oder besser Blätter mit Fraßschäden,

Larven oder die netzartigen

Kokons einschicken, zusammen mit Angaben

zu Fundort, Funddatum und ihrer

E-Mail-Adresse“, konkretisiert Blank

seine Bitte. Die derart gewonnenen Daten

werden dann auf den Internetseiten

des Senckenberg Museums zu einer

Verbreitungskarte zusammengefasst.

Unsere besten Freunde 08 | 2013 21


Tierhaltung & Pflege

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Foto: © Wikimedia

Serie: Teil 2

Pferdesport – Tierliebe mit langer Tradition

„Das höchste Glück der Erde...“

Für die meisten Menschen haben Pferde eine große Faszination. Reiten ist daher mehr als nur eine

sportliche Betätigung. Sondern die Beschäftigung mit einem Wesen, dessen natürliche Schönheit und

Eleganz in den unterschiedlichsten sportlichen Bereichen jedes Mal anders präsentiert werden kann.

Cowboy

Tipp

Eines der größten

Westernturniere in

Deutschland, die

„Americana“, findet

in diesem Jahr vom

28. August bis zum

1. September in

Augsburg statt.

Mit vielen spannenden

Wettkämpfen

und allem, was das

Westernreiten für

die ganze Familie

zu einem echten Erlebnis

werden lässt.

Foto: © Equitana/ Sven Cramer

Westernreiten: (Nicht nur)

Der Traum von Freiheit und Abenteuer

Als das Westernreiten in den 1970er Jahren als Sport endgültig

über den „Großen Teich“ nach Europa schwappte,

konnte es sich auch hier sehr schnell als ernstzunehmende

Reitsportart etablieren. Und das lag nicht nur daran, dass

wohl in jedem Mann auch irgendwie ein Cowboy steckt ...

Ursprünglich diente die Arbeitsreitweise der amerikanischen

Cowboys dazu, riesige Rinderherden von ihren entlegenen

Weidegebieten zu den einsamen, oft viele hundert

Meilen weit entfernten Verladestationen der Eisenbahnen

zu treiben. Die Blütezeit des „Wilden Westens“, wie er noch heute

in den Köpfen vieler Westernbegeisterter existiert, dauerte

dabei nur wenige Jahrzehnte, nämlich etwa von 1860 bis 1900.

In dieser Zeit verdiente eine Handvoll geschäftstüchtiger Rinderbarone

wie der gewiefte Viehzüchter Charles Goodnight

ein Vermögen damit, die Schlachthäuser der sehr rasch an-

wachsenden Städte an der Ostküste

der Vereinigten Staaten mit

Schlachtvieh aus den Prärien des

amerikanischen Westens zu versorgen.

Nicht selten kam es dabei vor,

dass eine nur fünf bis sechs Mann

starke Mannschaft eine Herde

von 3.000 Rindern und mehr zusammenzuhalten

hatte. Der Arbeitsalltag

eines Cowboys bedeutete

deshalb oft endlose Stunden

im Sattel. Das triste Grasmeer der

flachen, eintönigen Prärielandschaft,

der von Abertausenden

22 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tierhaltung & Pflege

Foto: © Oelke

Foto: © Equitana/ Holger Schupp

Foto: © Oelke

Rindern aufgewirbelte Staub, hinterhältige

Indianerangriffe auf die

Herden und der ständige Wind

der endlosen Ebenen zehrten dabei

an den Nerven der zähen

Viehtreiber.

Die rauen Arbeitsbedingungen

führten dazu, dass sich schon

bald ein regelrechter Mythos um

den Cowboy und sein zähes Arbeitspferd

spann, der bis heute

anhält. Viele Disziplinen des Westernreitsports,

etwa das „Cutting“

genannte Absondern eines einzelnen

Rindes von seiner Herde oder das „Roping“, das Einfangen

eines Rindes mit dem Lasso, haben ihre Wurzeln in den Arbeiten,

die einst beim Treiben und Versorgen einer Rinderherde

zu erledigen waren und teilweise auch heute noch sind.

Foto: © Oelke

Aufgrund ihres besonderen Geschicks haben sich im Laufe der

Zeit einige Pferderassen als ganz besonders geeignet für das

Westernreiten erwiesen. Dazu zählen die „Quarter Horses“ genannten

Pferde, die einst aus Kreuzungen von englischen Reitpferden

mit den Mustangs der amerikanischen Prärien entstanden

sind ebenso wie die wendigen, buntgescheckten

„Paint Horses“.

Westernturniere der verschiedensten Disziplinen, zu denen

auch das rasante „Barrel Race“ genannte Wettrennen um leere

Tonnen (engl. „Barrels“) sowie die Bewältigung von „Trails“ genannten

Geschicklichkeitsparcours zählen, locken seither immer

mehr Westernbegeisterte an, die in der lockeren, entspannten

Atmosphäre eines solchen Turniers neben dem

sportlichen Wettkampf um Preise und Auszeichnungen natürlich

auch ein wenig ihren Träumen von Freiheit und Abenteuer

nachhängen.

Für echte Cowboys und Cowgirls

Wer sich für die vielen Möglichkeiten und vor allem eine sachgerechte Reitausbildung

im Stil der amerikanischen Cowboys interessiert, sollte sich am besten

zunächst an die großen Dachverbände des Westernreitens wie den „Paint Horse

Club of Germany“ (PHCG, www.phcg.de) oder die „Deutsche Quarter Horse

Association (DQHA, www.dqha.de) wenden, um Gleichgesinnte in Reitvereinen

seiner Umgebung zu finden.

Foto: © Oelke

Fotos: © PARMAKA GmbH & Co KG

100 % Natur – 100 % Pflege!

HORSE fitform, die Marke für Natur pur rund um die Pferdepflege,

steht mit über 40 Jahren Erfahrung und Kompetenz in

der Entwicklung und Herstellung biologischer Tierpflegeprodukte

für die ausschließliche Verwendung hochwertiger,

möglichst ökologischer, naturbasierter Ausgangsstoffe. Mit

einer breiten Produktpalette von essenziellen Ergänzungsfuttermitteln,

den international bekannten „Lekkerwürfeln“,

bewährten Fell- Schweif- und Mähnenpflegeprodukten, über

spezialisierte Hufpflege bis hin zu innovativen, hochwertigen

Lederpflegemitteln und sogar einem „Dog Wellness-Programm

für Hunde sind Ihre vierbeinigen „besten Freunde“

mit „HORSE fitform“ aus dem Hause PHARMAKA immer bestens

versorgt. Natürlich!

Und weil nicht nur Westernpferde auch im Hochsommer

stets tipptopp gepflegt sein müssen, verlosen wir diesmal

unter allen richtigen Einsendungen 10-mal ein „HORSE fitform“-Western-Pflege-Set,

bestehend aus „Pharmalyt“, dem

Elektrolyt-Powerdrink für Pferde, der kühlenden „Refreshing“-

Massage-Pferdesalbe und „Power Combigestal Plus“, einem

naturbelassenen Futterergänzungsmittel für mehr Gesundheit,

Schnelligkeit und Ausdauer. Für kleine Cowboys und

Cowgirls packen wir auch noch die „Foxfire Junior“-Pflegelotion

für Mähne und Schweif sowie das „Dermocan Junior“-

Spezialshampoo für Pferde dazu!

Beantworten Sie dafür einfach die folgende Preisfrage:

Wie hieß der berühmte Rinderbaron, dessen riesige Rinderherden

von den Cowboys des Wilden Westens über Hunderte

von Meilen zu den Eisenbahnstationen getrieben

wurden? a) Charles Goodmorning

b) John Smith

c) Charles Goodnight

Mitmachen ist ganz einfach:

Schicken Sie uns bis zum 31. August eine ausreichend frankierte

Postkarte mit dem Lösungswort und der Adresse der

Apotheke, von der Sie „Unsere besten Freunde“ erhalten, an:

S & D Verlag GmbH

Stichwort: „Reitsport“ (bitte unbedingt angeben)

Postfach 1213 · 47592 Geldern

(Per Fax oder E-Mail eingesandte Lösungen werden nicht berücksichtigt. Mehrfachsendungen

führen zum Ausschluss. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, die

Gewinne sind nicht übertragbar und werden nicht in bar ausgezahlt. Die Gewinner

werden persönlich benachrichtigt.)

Viel Glück!

Unsere besten Freunde 08 | 2013 23


Foto: © Privat

Tierhaltung & Pflege

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie:

Dr. Wittigs Praxistipp

Dr. med. vet. Kerstin Wittig aus Moers stellt in dieser Serie häufig

vorkommende Tierkrankheiten und ihre schulmedizinische und

naturheilkundliche Behandlung vor.

L a n g e r Rücken, kurze Beine:

Treppauf, treppab zum Rückenschaden

Von Ärzten immer wieder empfohlen,

hält Treppensteigen uns

Menschen – die richtige Körperhaltung

und gesunde Gelenke

vorausgesetzt- ordentlich fit

und ist zudem gut für das Muskeltraining

und das Herz-Kreislauf-System.

Anders sieht die

Sache jedoch bei unseren geliebten

Vierbeinern aus.

Während Hunde und Katzen

in jungen Jahren

meist noch recht gut mit

dem Klettern von Treppen zurecht

kommen, kann das Heraufsteigen,

und schlimmer noch das

Herabsteigen von Stufen gerade

für ältere Tiere oft reines Gift sein.

Ganz besonders problematisch

sind lange Treppenauf- und -abstiege,

aber auch der bei Herrchen

oder Frauchen oft so beliebte

Sprung auf das Sofa oder den

Sessel kann schnell zu Problemen führen,

wenn bereits eine möglicherweise

verborgene oder bislang unbekannte

Schädigung der Wirbelsäule vorliegt.

Und selbst gesunde Tiere mit einem im

Vergleich zu ihrer Schulterhöhe recht

langen Rücken, also Dackel, Beagle, Spaniel

und andere beliebte Hunderassen,

fangen sich bei unphysiologischen Beanspruchungen

ihrer Wirbelsäule schnell

ein Rückenleiden ein. Und das muss

noch nicht einmal dauerhaftes Heraufund

Herabspringen von Möbeln oder

Treppen sein. Bei besonders empfindlichen

Tieren genügt oft schon ein ungeschickter

Sprung von einem erhöhten

Gegenstand, und um die Gesundheit

und die Beweglichkeit der Wirbelsäule

ist es geschehen.

Das Problem: Gerade Katzen sind wahre

Meister darin, eine Rückenverletzung zu

„vertuschen“ und sich nichts anmerken

zu lassen. Daher sollten Sie hellhörig

werden, wenn Ihnen auffällt, dass sich

Ihre Samtpfote vermehrt zurückzieht und

schon über längere Zeit versucht, übermäßigen

Bewegungen aus dem Weg zu

gehen. Dagegen ist Hunden meist schon

recht früh anzusehen, wenn es in ihrem

Rücken irgendwo „klemmt“: Ihr Gang

wirkt steif, und man kann ihnen ansehen,

dass ihnen bestimmte Bewegungen zunehmend

Schmerzen bereiten.

Hat also Ihr Hund oder Ihre Katze „Rücken“,

wird ein Gang zum Tierarzt unvermeidlich.

Eine genaue Untersuchung des

Bewegungsapparates und bei Bedarf

auch ein Röntgenbild können

dann einen ersten Anhaltspunkt

bieten, ob es sich dabei um Probleme

an der Wirbelsäule oder

mit den Nerven handelt, oder ob

sich Ihr Vierbeiner „nur“ eine zwar

schmerzhafte, aber meist eher

harmlose Muskelzerrung zugezogen

hat. Gerade bei älteren Vertretern

ihrer Art zeigt sich häufig

auch, dass durch Klettern und

Springen bereits die Bandscheiben

zwischen den Wirbeln in Mitleidenschaft

gezogen sind. Dann

ist neben einer umfangreichen

medikamentösen Behandlung

ein absolutes Kletter- und Springverbot

angesagt. In diesem Fall ist

es auch kein übermäßiges „Verhätscheln“,

wenn Sie Ihren Hund

oder Ihre Katze vorsichtig (!)

treppauf oder treppab tragen.

Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt

am besten auch zeigen, wie Sie

Ihr Tier richtig fassen und tragen sollten,

um es möglichst schmerzfrei von oben

nach unten (oder umgekehrt) zu befördern.

Foto: © earlewine/Fotolia.de

Ist die Wirbelsäule dagegen intakt, kann

neben einer medikamentösen Behandlung

auch ein gutes, auf den individuellen

Zustand des Patienten abgestimmtes

physiotherapeutisches Training bei einem

ausgewiesenen Hunde- oder Katzenphysiotherapeuten

helfen, Muskelzerrungen

bald wieder in den Griff zu

bekommen.

Doch selbst, wenn alles wieder

ausgeheilt ist – treppauf, treppab

bleibt Gift für die Wirbelsäule

Ihres Vierbeiners!

24 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Tierhaltung & Pflege

Nach dem Wasser kommen jetzt die Mücken ...

Stichfest auf die Hunderunde

Nachdem sich die Fluten nach der

Hochwasserkatastrophe der

vergangenen Wochen

endlich zurückgezogen

haben,

wartet auf die

Menschen in

den betroffenen

Regionen

gleich das

nächste

Problem.

Hundehalter

haben es

bei sommerlich-heißen

Temperaturen

jetzt oft

doppelt schwer. Nicht

nur in Flutgebieten.

Die übernassen Böden, große Pfützen

und überschwemmte Wiesen

und Äcker in Kombination mit den

zunehmend steigenden sommerlichen

Temperaturen bieten jetzt Abermillionen

von Mücken ideale Brutplätze. Hitze und

Feuchtigkeit wirken dabei wie Katalysatoren

bei der Produktion der Plagegeister.

So legt ein Mückenweibchen in kurzen

Abständen jeweils zwischen 80 bis

200 Eier in stehende Gewässer wie Tümpel

oder in aufgewärmte große Pfützen

aus Resten der sich zurückziehenden

Flut. Bereits nach einem zweiwöchigen

Larvenstadium entwickeln sich daraus

die fertigen Mücken, und an lauen Sommerabenden

lauern dann Myriaden von

Stechmücken in Feld und Wald auf ihre

Opfer.

Hundebesitzer sind in diesen Wochen

gleich doppelt schlimm dran. Denn Hunde

fordern natürlich jeden Tag ihr Recht

auf das tägliche Gassigehen ein. Daran

ändern auch Mücken nichts. Aber Hundebesitzer

sind den Horden blutsaugender

Plagegeister nicht schutzlos ausgeliefert.

Als erste Maßnahme rät Eva Goris

von der Deutschen Wildtier Stiftung, von

Bei der täglichen Gassirunde schützt ein

zweckmäßiges, geschlossenes Outfit vor

den Angriffen der Plagegeister. Vergessen Sie

nicht, auch Ihre Kleidung mit einem

Mückenschutz zu behandeln.

der Benutzung von Parfüms und anderen

Kosmetikprodukten auf der täglichen

Hunderunde besser Abstand zu

nehmen. Denn die kleinen Blutsauger

werden von diesen Gerüchen geradezu

magisch angezogen. Wer also im Freien

auf künstliche Duftstoffe verzichtet, hat

eine bessere Chance, den blutdürstigen

Mückenweibchen zu entgehen.

Auch der Atemgeruch scheint bei der

Wahl des Opfers eine wichtige Rolle zu

spielen. Denn Wissenschaftler haben herausgefunden,

dass Menschen mit erhöhten

Kohlendioxydausdünstungen

eher gestochen werden. Wer etwa viel

Reis zu sich nimmt, dessen Atem beinhaltet

auch vermehrt Kohlendioxyd. Vermehrtes

Kohlgemüse auf dem täglichen

Speisezettel scheint hingegen Mücken

fernzuhalten.

Wer allein auf die Stichfestigkeit seiner

Kleidung vertraut, hat ebenfalls kaum

Chancen, den surrenden Plagegeistern

zu entkommen. Denn ihr haarfeiner

Stechrüssel schafft es, selbst durch dicht

Foto: © Sonne Fleckl/Fotolia

gewebte Jeans, hindurch zu stechen.

Eva Goris rät deshalb, vor der

täglichen Gassirunde

nicht nur die eigene

Haut, sondern

auch die Kleidung

mit eigens

dafür

entwickelten

Repellents

einzusprühen.

Um einer

Stichattacke

zu entgehen,

ist es ferner ratsam,

nicht zu eng

anliegende oder zu

dünne Kleidung zu tragen.

Dabei sollten Arme, Beine

und die Knöchel stets gut bedeckt

sein, denn Mücken suchen sich am liebsten

freiliegende Hautstellen aus, an denen

sie ungestört zustechen können.

Achten Sie auch darauf, den Mückenschutz

unterwegs regelmäßig aufzufrischen,

vor allem, wenn bei den hohen

Temperaturen und strammem Marschtempo

der Körper zu schwitzen beginnt.

Am besten fragen Sie in Ihrer Apotheke

nach einem Mückenschutz, der auch bei

häufiger Verwendung eine hohe Wirksamkeit

und sanfte Hauteigenschaften

miteinander verbindet.

Jetzt besonders:

„Ich wollt’ ich wär mein Hund“

Weil Mückenweibchen allein auf das

Blut ihrer Opfer aus sind, und das

dichte Hundefell eine sehr wirkungsvolle

Barriere zwischen dem Insekt

und der Haut des Hundes bildet, sind

die Vierbeiner auch in der mückenreichen

Jahreszeit, im Gegensatz zu

ihren menschlichen Begleitern, für die

surrenden Plagegeister uninteressant.

Gestochen wird meist nur der

Mensch!

Unsere besten Freunde 08 | 2013 25


Tiere & Menschen

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Serie: „Die beliebtesten Modehunde“

Seit Jahrtausenden begleiten Hunde unser Leben. Dabei haben sich im Verlauf der Zeit je nach Anspruch des Menschen

an die Aufgaben ihrer vierbeinigen Partner immer neue Rassen herausgebildet. Die Rassen jedoch, die wir

auf dieser Seite vorstellen, sind aufgrund ihrer besonderen Merkmale heute besonders „angesagt“.

Foto: © Wikimedia/ David Shankbone

Der Chihuahua:

Kleiner Hund ganz groß im Kommen

Klein, frech und manchmal ein wenig vorlaut – mit diesen Merkmalen liegt der kleine

Hund aus dem Hochland Mexikos auf der Beliebtheitsskala von Hundefreunden ganz weit

oben. Und das nicht zu Unrecht.

Als eine der ältesten Hunderassen

der Welt ranken sich um den Ursprung

des Chihuahua noch immer

viele Rätsel und unzählige, mal

mehr und mal weniger glaubwürdige

Legenden. Ausgrabungen in Mexiko belegen

zumindest, dass es diese Art kleiner

Hunde bereits im 3. Jahrhundert vor

unserer Zeitrechnung gegeben hat. Neben

vielen anderen Theorien besagt die

bislang als am wahrscheinlichsten geltende

Ursprungsgeschichte dieser Rasse,

dass diese Hunde im Volksglauben der

Tolteken, einem Indianervolk aus dem

mexikanischen Hochland, einst als heilige

Tiere galten.

Folgt man dieser Theorie, lässt sich die

Spur dieser „Techichi“ genannten Tiere

sogar noch weiter zurückverfolgen, nämlich

bis in die Zeit um etwa 900 v.Chr.

Dem Glauben der Tolteken nach sollen

diese kleinen Hunde mit ihren großen,

leuchtenden Augen ihren Herren nach

deren Tod den Weg über die neun Todesflüsse

der Unterwelt ins Paradies gewiesen

haben. Da die Indianer aber auch

glaubten, dass nur diejenigen Tiere ihren

Herren auf der Reise ins Paradies behilflich

sind, die von ihnen zu Lebzeiten immer

gut behandelt wurden, waren schon

damals die Menschen stets darum bemüht,

es den kleinen Hunden zu Lebzeiten

an nichts fehlen zu lassen.

Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Denn die angeblich kleinsten Hunde der

Welt, deren Bezeichnung „Chihuahua“

sich übrigens von dem gleichnamigen

mexikanischen Bundesstaat als deren

Ursprungsgebiet herleitet, tummeln sich

Foto: © Wikimedia/ Klijntjuh

schon seit Langem in der Beliebtheitsskala

bei Hundefans ganz weit oben.

Das mag auch daran liegen, dass die nur

etwa 20 Zentimeter kleinen und bis 3 Kilogramm

schweren Tiere gemäß dem

Klima ihrer Herkunftsregion ausgesprochen

temperamentvolle Frohnaturen

sind, deren Lebenslust offenbar sehr ansteckend

auf ihre Halter ist. Für den typischen,

drolligen Gesichtsausdruck sorgt

neben den großen Ohren eine „Fontanelle“

genannte, kleine Absenkung im vorderen

Schädelbereich des Kopfes, die

aber aus Gesundheitsgründen zunehmend

aus der Zucht verschwindet.

Chihuahuas gibt es in allen Farbvarianten,

und sowohl mit einem langen Fell

als auch in einer Kurzhaarversion. Wobei

nach Ansicht von Kennern die langhaarige

Variante meist das sanftere und verträglichere

Gemüt hat. Ganz allgemein

gelten diese als reine Gesellschafts- und

Begleithunde gezüchteten Tiere als sehr

lebhaft, wachsam, ein wenig ruhelos und

sehr mutig. Die intelligenten, kessen und

normalerweise sehr robusten Zwerge

scheinen sich dabei vor nichts zu fürchten.

Was besonders beim Kontakt mit

fremden, großen Hunden unbedingt berücksichtigt

werden muss, soll eine solche

Begegnung nicht in einer wilden

Rauferei enden.

Auch wenn sich Chihuahuas natürlich,

wie alle Hunde, sehr gerne ein wenig

verwöhnen lassen, mögen sie es doch

am liebsten, wenn sie von ihren Herrchen

oder Frauchen als „richtige“ Hunde

angesehen und entsprechend konsequent

gehalten und versorgt werden.

Verantwortungsvolle Chihuahua-Fans

sollten sich bei der Anschaffung eines

dieser kleinen mexikanischen Hundes

darüber im Klaren sein, dass die im Regelfalle

meist wenig krankheitsanfälligen

Tiere mit 17 Jahren und mehr durchaus

recht alt werden können, und der

Kauf daher gut überlegt sein will. Eine

sehr gute erste Anlaufstelle, sich umfassend

über diese kleinsten Hunde der

Welt und ihre Besonderheiten zu informieren

und mit verantwortungsvollen

Züchtern in Kontakt zu treten, ist der Verband

Deutscher Kleinhundezüchter e.V.

(www.kleinhunde.de), auf dessen Internetseiten

auch eine bundesweite Liste

mit Züchteradressen zu finden ist.

26 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Große Hufeisennasen:

Tierporträt [Wildtier]

Die Rettung

der letzten ihrer Art

Foto: © LBV/ Rudi Leitl

Mit großem Aufwand und Fördergeldern

der Europäischen Union versucht

ein ambitioniertes Artenschutzprojekt

im bayerischen Hohenburg seit

dem vergangenen Jahr, die seltensten

Fledermäuse Deutschlands vor dem

endgültigen Aussterben zu bewahren.

Doch Naturschutz dieser Art braucht

einen langen Atem.

In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten

in Südwest-England, Portugal, Nordafrika

und weiter bis nach Japan eigentlich

nicht gefährdet, hat bei uns nur noch

eine einzige Population dieser größten

mitteleuropäischen Fledermausart überlebt.

Das letzte Vorkommen dieser knapp

sieben Zentimeter langen und gerade

mal 24 Gramm schweren Fledermäuse

wurde 1992 durch Zufall im Giebel einer

baufälligen Fachwerkscheune im idyllischen

oberpfälzischen Markt Hohenburg

unweit von Nürnberg entdeckt. Die Tiere,

21 erwachsene und 10 Jungtiere, nutzten

dieses seit Langem unbewohnte Anwesen

damals als Sommerquartier. Und weil sich

die Tiere darin sehr wohl fühlen, wuchs

deren Population seither stetig an. So

konnten dort bis 2012 bereits 50 erwachsene

und 29 Jungtiere gezählt werden.

Weil aber die Großen Hufeisennasen

sehr ortstreue Fledermäuse sind, wuchs

mit der Zeit die Sorge der Naturschützer,

dass ein Schadensereignis wie etwa ein

Blitzeinschlag oder eine eingeschleppte

Krankheit das letzte Vorkommen dieser

seltenen Tiere unwiederbringlich auslöscht.

Diese Sorge wiegt umso schwerer,

als dass Hufeisennasen-Weibchen

pro Jahr lediglich ein einziges Jungtier

zur Welt bringen, das selber erst mit drei

bis fünf Jahren wieder für Nachwuchs

sorgen kann. Daher dauert es meist sehr

lange, bis sich die Tiere von großen Bestandseinbußen

wieder erholen.

Das Anwachsen der Fledermauspopulation

verbunden mit der Sorge um ihren

Bestand waren die besten Voraussetzungen

für den Start eines umfangreichen,

mit Geldern der Europäischen Union geförderten

und vom LBV Landesbund für

Vogelschutz in Bayern e.V. koordinierten

„LIFE“-Projekts mit dem etwas sperrigen

Titel „Große Hufeisennase in der Oberpfalz

– Optimierung der Habitate und

der öffentlichen Wahrnehmung“.

Ziel dieses ehrgeizigen, 2012 begonnenen

Projekts ist es, mit umfassenden

Foto: © LBV/ Rudolf Leil

Foto: © Wikimedia/ Marie Jullion

Maßnahmen den Bestand der Fledermäuse

so weit zu fördern und anwachsen

zu lassen, dass sich einzelne Gruppen

irgendwann von der Kernpopulation

trennen und neue Quartiere in

Beschlag nehmen, um somit für die Ausbreitung

und Wiederansiedelung dieser

Fledermausart zu sorgen. Damit die Großen

Hufeisennasen als ausgewiesene Insektenfresser

dabei auch ausreichend

Futter finden können, sorgen die Landwirte

der Umgebung mit einer ökologischen,

vielfältigen und vor allem möglichst

pestizidfreien Landbewirtschaftung

dafür, dass die geflügelten

„Nachtschwärmer“ auf ihren Jagdzügen

kurz vor der Morgendämmerung und

mit Einsetzen der abendlichen Dunkelheit

reiche Beute machen können.

Die diesjährige Kontrolle der Winterunterkünfte

dieser Tiere hat bereits erfreuliches

zutage gebracht: So fanden sich zu

Beginn des Jahres in vier Höhlen des

Oberpfälzer Jura, etwa 30 bis 40 Kilometer

von ihrem sommerlichen „Stammquartier“

in Hohenburg entfernt, nach

mehr als 30 Jahren erstmalig wieder

Winterschlaf haltende Große Hufeisennasen.

Und ein besonders keckes Männchen

der Hohenburger Fledermäuse

schaffte es sogar bis ins 60 Kilometer

entfernte Weißenburg, um den langen

Winter dort zu verschlafen.

Fledermaus-Fans aufgepasst:

Wer noch mehr über Deutschlands letzte

Große Hufeisennasen wissen möchte,

findet auf den Internet-Seiten des

LBV e.V. unter

www.lbv.de

nicht nur eine

Live-Webcam

aus dem bayerischen

„Fledermaus-Stammsitz“,

sondern

auch ein Hufeisennasen-Tagebuch

und noch

vieles mehr.

Reinschauen

lohnt sich!

Unsere besten Freunde 08 | 2013 27


Tierhaltung & Pflege

Exklusiv aus Ihrer Apotheke

Für Mümmelmänner und Hamsterbacken

Gesundes Nagen hält fit!

Verhalten der Tiere auf der Futtersuche

sehr entgegen, und ist daher auch ein

wichtiger Bestandteil einer möglichst

artgerechten Tierhaltung. Gerade für Kaninchen

ist das tägliche Nagen übrigens

Foto: © Ulrike Schanz Fotodesign

mehr als nur willkommene Abwechslung.

Denn weil ihre Zähne ständig nachwachsen,

sind die munteren Langohren

darauf angewiesen, durch das Benagen

harter Gegenstände ihre Kauwergzeuge

möglichst auf Normalmaß zu halten. Aus

diesem Grund ist auch ein regelmäßiger

Zahn-Check beim Tierarzt notwendig,

um Probleme beim Kauen erst gar nicht

aufkommen zu lassen.

Foto: © Fotolia

Knabbereien bringen nicht nur eine

willkommene Abwechslung in den Alltag

von Kaninchen und Hamstern,

sondern sind für das Wohlbefinden

und die Gesundheit der Tiere

unerlässlich. Aber Vorsicht:

Nicht alles, was „Tier“ beknabbern

kann, ist auch gesund!

Bei Hamstern meist sehr beliebte

Knabbereien und zudem ein sehr

gesunder Zeitvertreib sind Zweige,

Holzstückchen und kleine Äste von ungiftigen

Kernobstsorten wie Äpfel, Birnen

oder Quitten. Weiterhin sorgen

auch Weiden, Buchen, Linden, Birken,

Eschen, Pappeln, Erlen oder Zweige der

Haselnuss für willkommene Abwechslung

im Hamsterkäfig. Entgegen der

weitverbreiteten Ansicht, Hamster würden

sich auch über ein Stückchen trockenes

Brot freuen, ist von der Verfütterung

dieses „Snacks“ allerdings dringend

abzuraten.

Denn als Backware enthält Brot vor allem

große Mengen an Quellstärke aus

schnell sättigendem Getreide, das sehr

rasch verzehrt ist und nur zu unnötiger

und gesundheitsschädlicher Körperfülle

führt. Einzige Ausnahme: Brotreste aus

Vollkorngetreide. Diese können, in einwandfreier

Qualität und vollständig

durchgetrocknet, in ganz geringen Mengen

als seltene, ganz besondere Belohnung

gereicht werden. Allerdings raten

Experten, es bei der wöchentlich einmaligen

Gabe eines Fingerhutes voll davon

bewenden zu lassen.

Auch Kaninchen freuen sich über eine

willkommene Knabber-Abwechslung

aus ungiftigen Obstbaumgehölzen. Und

im Gegensatz zu ihren Haustier-Genossen

aus der Hamster-Abteilung dürfen

sie auch ab und zu ein ganz klein wenig

hartgetrocknetes Brot knabbern. Aber

Vorsicht: Bei größeren Brotresten passiert

es immer wieder, dass trotz bester

Lagerung das Innere zu schimmeln beginnt.

Da der Grad der Verschimmelung

von außen jedoch nicht zu sehen ist, sollten

Sie den Brotkanten vor

dem Verfüttern zur Sicherheit

aufbrechen und auch

von innen kontrollieren.

Und bei der geringsten

Unsicherheit hat trockenes

Brot auch im Kaninchenstall

nichts zu suchen.

Denn Kaninchenmägen

sind sehr empfindlich! Eine

gute Alternative für ihre

Freizeitbeschäftigung

sind Knabberstangen aus

einem gutsortierten Zoofachhandel.

Knabbern muss sein

Sich die reichlich bemessene

Freizeit mit gesunden Knabbereien

zu vertreiben, kommt Hamstern wie Kaninchen

gleichermaßen zugute. Denn

zum einen vertreibt es die Langeweile,

die oft der Grund für Unarten, Fehlverhalten

oder sogar Gesundheitsprobleme

ist, und zum anderen kommt das Benagen

von Gegenständen dem natürlichen

Foto: © Cora Müller/Fotolia

Allerdings raten Experten dazu, bei den

Knabbereien „für zwischendurch“ nicht

ständig zwischen – Frisch- und Trockenfutter

zu wechseln. Denn die Mägen und

der Verdauungstrakt der putzigen Hausgenossen

sind sehr empfindlich, und

kommen mit einem ständigen Wechsel

etwa zwischen einer saftigen Möhre und

einer trockenen Knabberstange meist

nur schlecht zurecht! Schwören Sie Ihren

kleinen Vierbeiner für die Zeiten zwischen

den Fütterungen daher am besten

entweder auf Trockenoder

auf Frischfutter ein.

Weniger ist mehr!

Wie bei Menschen, so gilt

auch bei Hamstern und

Kaninchen: Alles, was im

Übermaß vorhanden ist,

verliert schnell seinen

Reiz. Gut gemeinte, jedoch

zu häufig verteilte Extra-

Knabbereien und Belohnungen

gehören dann in

den Augen Ihrer pfiffigen

Lieblinge schon bald zu

ihrem üblichen Speiseplan.

Und die werden von

sehr selbstbewussten Nagern

mitunter auch recht nachhaltig eingefordert,

sollten Sie den Extra-Snack

einmal versehentlich vergessen haben.

Möchten Sie Ihren vierbeinigen Lieblingen

also hin und wieder eine kleine

Freude mit etwas Besonderem machen,

darf der begehrte Snack nicht zur Gewohnheit

werden.

28 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Drago´s Schlaumeierecke

Foto: © CHEWELL/ Monika Schmelz

Hallo,

liebe Kinder ...

... puuuuuh, ist das heute aber heiß.

Ich habe auf dem Schulweg schon

ganz ordentlich geschwitzt, und ich

muss gleich mal meine Mutter überreden,

mir an der Eisdiele ein Eis zu

spendieren. Bei diesen Temperaturen

tun mir die Tiere immer so leid, denn

sie können ja kein Eis fressen, um sich

abzukühlen, weil sie es nicht vertragen.

Aber wie werden eigentlich

Hunde, Katzen und andere

Tiere mit der Sommerhitze

fertig?

Ist es richtig heiß, lassen es

Katzen ganz cool angehen.

Wie ihren Vorfahren

in der Wüste machen ihnen

hohe Temperaturen überhaupt

nichts aus. Wird es ihnen

zu heiß, suchen sie sich

irgendein schattiges Plätzchen, um die

größte Hitze zu verschlafen. Bei den

meisten Katzenrassen dienen zudem

ihre Ohren dazu, übermäßige Körperwärme

loszuwerden.

Hunde haben ein ganz anderes System,

sich abzukühlen. Denn da sie nicht wie

Menschen oder Pferde schwitzen können,

hecheln sie. Dabei atmen sie mit der

Nase ein und durch ihr Maul wieder aus.

Beim Einatmen verdunstet in ihrer Nase

sehr viel Feuchtigkeit, wodurch es im

Naseninnenraum angenehm kühl wird.

Und weil Hundenasen ganz stark durchblutet

sind, kann sich das Blut und damit

die Körpertemperatur dieser Vierbeiner

dadurch sehr schnell abkühlen.

Eine ganz andere Methode haben Pferde,

mit der Sommerhitze

umzugehen. Denn anders

als Hunde oder Katzen

können sie richtig stark

schwitzen. Verdunstet der

Schweiß an der Luft, entsteht

auf der Haut Verdunstungskälte,

und der

Pferdekörper kühlt ein

wenig ab. Und weil ihr

Schweiß sehr viel Körpereiweiß

enthält, können Pferde, die sich

zum Beispiel unter dem Reiter ordentlich

anstrengen müssen, sogar richtig schäumen.

So, jetzt habe ich mein Eis zu Ende geleckt.

Aber wenn ich gleich wieder mit

meinen Freunden draußen spiele, wird

mir bestimmt schnell wieder heiß. Ob Mama

mir dann wohl noch ein Eis spendiert?

Unsere besten Freunde 08 | 2013 29

Foto: © Wikimedia/ Pleple2000

Foto: © Wikimedia/ Sonelle

Bis bald,

euer Drago


Vorschau

Exotenhaltung:

Tiergesundheit im Terrarium

Exotische Tiere wie Schlangen oder

Agamen stellen besonders hohe Ansprüche

an ihre Haltung und Pflege.

Dabei gibt es einiges zu beachten.

Foto: © Wikimedia/ Duncan Rawlinson

Foto: © Industrieverband Hieimtierbedarf (IVH) e.V.

Allergieauslöser

Vogelhaltung

Bakterien und Viren im Vogelkot

können bei sorglosem Umgang

mit dem Tier zu gefährlichen

Infektionen führen.

Am 2. Sept. 2013 liegt die aktuelle Ausgabe von

Unsere besten Freunde für Sie bereit …

… in Ihrer Apotheke!

Suchbild

Foto: © Fotolia

Tierhaltung: Einsamkeit macht krank

Nicht nur Menschen, auch Tiere leiden unter Einsamkeit. Um seinem

vierbeinigen oder gefiederten Partner wieder zu mehr Lebensfreude zu

verhelfen, reicht es jedoch nicht, einfach ein weiteres Tier anzuschaffen.

Die „Chemie“ muss stimmen.

Lösungen

Juli-Kreuzworträtsel:

Bilderrätsel:

Buchstaben am Faden:

Geheimschrift:

Suchbild:

TEUFELSROCHEN

Storch = Klappern, Löwe = Brüllen,

Bär = Brummen

Zebra (Esel, Pferd, Pony)

Labrador

Eine Taube

Foto: © Fotolia

IMPRESSUM:

Unsere besten

TIERMEDIZIN AUS IHRER APOTHEKE

Herausgeber/Verlag:

S & D Verlag GmbH,

Otto-Hahn-Straße 16

47608 Geldern

Postfach 1213, 47592 Geldern

Telefon (0 28 31) 13 00-0

Telefax (0 28 31) 13 00 20

www.SuD-Verlag.de

www.unsere-besten-freunde.com

info@sud-verlag.de

Kostenlose Hotline: 0800/2831000

Verleger und Geschäftsführer:

Manfred P. H. Gleske (v.i.S.d.P.)

Redaktion:

Karsten Kulms

Redaktionelle Mitarbeit:

Dr. med. vet. Kerstin Wittig,

Apotheker Gero Altmann

Konzept und Grafikdesign:

Diplom Grafikdesigner Jürgen Kahlert

Illustration: Michael Hecht

Rätsel: Pressebüro von Berg GmbH

Anzeigenabteilung:

Marcus H. Thielen

Telefon (0 28 31) 13 0042

m.thielen@sud-verlag.de

Anzeigenpreisliste:

Nr. 21 (gültig ab 01. 01. 2013)

Copyright:

2013 by S & D Verlag GmbH;

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nur mit schriftlicher Ge nehmi gung des

Ver la ges gestattet und honorarpflichtig.

„Die im Magazin dargestellten Informationen

dienen ausschließlich zur allgemeinen

Information und sind keinesfalls als Ersatz für

eine persönliche Beratung, Untersuchung,

Diagnose oder Behandlung durch einen

Tierarzt oder Apotheker gedacht.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.“

Bezug:

Nur über Apotheken. Unsere besten Freunde

erscheint jeweils am Monats anfang. Für un -

verlangt eingesandte Manu s kripte und Bilder

übernehmen wir keine Gewähr. Redaktio

nelle Beiträge spiegeln nicht immer

die Meinung des Ver lages wider.

Druck:

Senefelder Misset, NL Doetinchem

Lösung des

Kreuzworträtsels!

30 08 | 2013 Unsere besten Freunde


Unsere besten Freunde

Fotos: © Otterzentrum Hankensbüttel

Otter-Zentrum Hankensbüttel:

Auf Entdeckertour

in eine heimliche

Welt

Sammel-

Serie

Tierparks in Deutschland

Mit raffinierten Tricks bietet das

Otter-Zentrum viele überraschende

Einblicke in Lebensräume von

Tieren, die selbst „Hardlinern“ unter

den Naturbegeisterten meist verschlossen

bleiben.

Der Rundgang durch die verborgene

Welt der Otter, aber auch

der anderen Bewohner des

Otterzentrums wie Hermeline, Steinmarder

und anderen seltenen Tieren,

beginnt mit einem Überraschungshighlight.

Denn schon gleich am Eingang

wartet auf die Besucher der

„Dachs-Hügel“, der nur durch einen

Tunnel passiert werden kann. In diesem

Tunnel öffnen kleine verglaste Gucklöcher

den Blick in die „Gute Stube“ einer

Dachshöhle. Was Familie Dachs wohl

gerade so alles anstellt?

Weiter geht es dann in die „Hermelin-

Heide“ mit ihrem großzügigen Zuschauer-

und Fütterungsbereich, wo

Besucher jeden Tag um 10.15 Uhr bei

der Fütterung der hungrigen Heidebewohner

zuschauen können. Auch hier

führt ein Tunnel in den unterirdischen

Teil der Anlage, der mit Sichtfenstern zu

den Schlafhöhlen ebenfalls intime Einblicke

in das Familienleben der Hermeline

bietet.

Als Nächstes folgt endlich der nur über

Brücken zu erreichende „Otterteich“,

der seine putzigen Bewohner voll

„in Action“ zeigt. Doch auf dem Rundgang

durch das Otter-Zentrum warten

natürlich noch viele weitere Naturhighlights

auf ihre großen und kleinen Besucher,

etwa die „Steinmarder-Scheune“,

die das Leben der putzigen „Hausgeister“

auf dem Speicher einer alten

Scheune zeigt, der „Iltis-Sumpf“ mit einem

Frettchen-Gehege gleich nebenan,

oder der ebenfalls nur über hohe

Brücken zu durchquerende „Baummarder-Wald“,

wo sich Besuchern ein einmaliger

Blick in das Leben der Baummarder

in den schwindelnden Höhen

der Baumkronen bietet. Ein wenig versteckt

liegt schließlich der „Otter-Wasserfall“,

der mit seinen großen Unterwasser-Sichtfenstern

die Tiere beim

Jagen und Toben auch in ihrem nassen

Element zeigt.

Mittendrin und voll dabei

Richtig rund und gar nicht heimlich

geht es hier am 17. August zu. Denn

dann feiert das Otter-Zentrum sein 25-

jähriges Jubiläum. Mit vielen spannenden

Aktionen und Wettkämpfen wie

Feuershows mit Flammenbildern und

Funkenregen, Lagerfeuer, Livemusik

und Mitmachgeschichten und einem

Tretboot-Wettrennen bietet das Otter-

Zentrum seinen kleinen und großen

Gästen einen unvergesslichen Naturerlebnistag.

Große und kleine Naturforscher

können auch herausfinden, welche

Spuren Marder auf ihren nächtlichen

Streifzügen hinterlassen, und

Kinder können eine Otterspur als Gipsabdruck

anfertigen. Großes Geschick

müssen die kleinen Forscher auch

beim simulierten Betäuben eines

gefährlichen Tieres mit dem Blasrohr

beweisen.

Mit dem Otter durchs Jahr

Wer nicht beim großen Jubiläums-

Sommerfest dabei sein kann, für den

bietet das Otter-Zentrum Hankensbüttel

das ganze Jahr hindurch viele weitere

interessante Veranstaltungen rund

um Otter, Dachs und Co., wie etwa den

„Projekte-Markt“ am 15. September,

den Erntedank-Bauernmarkt am 6. Oktober

oder den vorweihnachtlichen

„Winter-Markt“ am 24. November. Der

Besuch des

Otter-Zentrums

am Südrand der

Lüneburger

Heide lohnt sich

also das ganze

Jahr hindurch.

Otter-Zentrum Hankensbüttel

Größe: 6 Hektar

Lage: Am Südrand der Lüneburger Heide,

rund 40 Kilometer nordöstlich von Celle

Öffnungszeiten: täglich von

9.30 Uhr bis 18.00 Uhr

Eintrittspreise:

Erwachsene: 8,50 €

Kinder (4-17 Jahre): 5,00 €

Familienkarte: 25,00 €

(2 Erwachsene + bis 3 Kinder)

Das Mitbringen von Haustieren ist untersagt!

Unsere besten Freunde 08 | 2013 31

www.otterzentrum.de


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Foto: © Fotolia

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Nach einer anstrengenden Trainingseinheit oder nach einem

anspruchsvollen Ausritt bei hochsommerlichen Temperaturen

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Eine Massage mit der neuartigen Mischung aus bewährten,

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Beinwell, Arnika, Kamille, Calendula und vielen anderen

Zutaten kann dabei helfen, die Durchblutung und damit auch

die Sauerstoffversorgung beanspruchter Körperteile wie dem

Pferderücken und der Beine zu verbessern, was sich wiederum

positiv auf den gesamten Zellstoffwechsel des ermüdeten

Gewebes auswirken kann. Damit kann die Refreshing-Massage-

Pferdesalbe mit wertvoller Hyaluronsäure für viele Pferde eine

wertvolle Ergänzung des sommerlichen Trainingsplans unter

dem Sattel sein.

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