Januar 2013 - Bibubek-baden.de

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hoffen

Januar 2013

handeln

Zeitschrift für engagierte Christen

Zur Jahreslosung 2013

Mit Jesus getrost

in die Zukunft

Gott meint es gut mit uns

Gottes Geist will

unser Leben verändern

Was es bringt, sich an

Gott zu orientieren

Klare christliche

Verkündigung

hoffen + handeln 01-2013 1


Editorial und Inhalt

Liebe Leserin,

lieber Leser,

in welcher Welt leben wir? Da ist so vieles, was Sorge

bereitet und Angst macht: das Pulverfass Nahost, wo

kein dauerhafter Friede in Sicht ist – weder in Syrien

noch zwischen Israel und den Palästinensern; die Euro-

Krise, deren Hauptursache grenzenloser Egoismus ist;

Naturkatastrophen, mitverursacht durch rücksichtslose

Ausbeutung unserer Erde, und schließlich zunehmender

Fanatismus und Intoleranz, die sich vor allem gegen

Christen richten. Auch in unserem Land wird eine

Haltung, die sich an Gottes Wort und seinen Geboten

orientiert, zunehmend in Frage gestellt.

Die Dankbarkeit für mehr als 60 Jahre Leben im Frieden

und den relativen Wohlstand in unserem Land kann

diese Sorgen nicht überspielen. Die Jahreslosung 2013

erinnert daran, dass wir in einer vergehenden Welt leben.

Wir sollten auf das prophetische Wort hören: „Siehe, des

HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte,

und seine Ohren sind nicht hart geworden, so dass er

nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden

euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen

sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet“

(Jesaja 59,1.2).

Umkehr ist angesagt. Dazu hat Jesus aufgerufen. Und

er hat Mut gemacht, ihm zu vertrauen. Keiner muss sich

von Zukunftsangst lähmen lassen. Christen haben die

gewisse Hoffnung, dass Jesus, der sie von ihrer Schuld

freigemacht hat, wiederkommen wird – nicht nur, um

seine Gläubigen aus aller Bedrängnis zu erlösen, sondern

um einen neuen Himmel und eine neue Erde zu bringen,

in der Gerechtigkeit wohnt. In dieser Gewissheit können

wir auch in schwierigen Zeiten unser „Apfelbäumchen

pflanzen“ (Martin Luther). Diese frohmachende und

angstüberwindende Botschaft gilt es weiterzugeben -

auch durch „hoffen + handeln“.

Im Namen der Redaktion und des

Herausgeberkreises wünsche ich Ihnen

ein gesegnetes neues Jahr und grüße Sie

herzlich

Ihr Dieter Fischer

Monatsspruch

3 | „Du tust mir kund den Weg um Leben. Vor dir ist ...“

Ziel und Richtung

4 | Gedanken von Hermann Traub zur Jahreslosung 2013

6 | Mit Jesus getrost in die Zukunft

7 | Gott hält alle Fäden unseres Lebens fest in seiner Hand

Rat und Hilfe

8 | Gottes Geist will unser Leben verändern

9 | Was es bringt, sich an Gott zu orientieren

10 | Warum Christen offensiv für den christlichen Glauben

werben sollen

Information und Meinung

12 | Henhöfer-Konferenz: Zielklare „Hirschpredigten“ trafen die Herzen

13 | Lebenskrisen nutzen

13 | Pietistische Seminare mit hohem Niveau

14 | Schwäbischer „Tee-ologe“ entwickelte mehrere „Bibeltees“

14 | Christliches „LichtHaus“ bietet Begegnung bei Kaffee und Kultur

15 | 25 Jahre badische Besinnungstage für Frauen in Neusatz

15 | Aufgegriffen: Weltuntergang?

16 | Rückseite: Mit Gottes Hoffnungslicht zu Menschen in Dunkelheit

impressum

Herausgeber und Verlag: Verein zur Förderung biblischen Glaubens und Lebens e.V.

Pfr. Dieter Fischer (1. Vorsitzender), Westendstr. 32, 77948 Friesenheim, Tel. 07821 981303

Pfr. Werner Weiland (2. Vorsitzender), Jägerpfad 7, 69250 Schönau

Redaktion: Dieter und Ingeborg Fischer, Westendstraße 32, 77948 Friesenheim

Martin Kugele, Albert-Einstein-Straße 58/1, 75015 Bretten

Claudius Schillinger, Am Hof 7, 75365 Calw-Alzenberg

Theo Volland, Buchenauerhof 2, 74889 Sinsheim

Lothar Eisele, Wallonenstraße 21, 76297 Stutensee-Friedrichstal

Internet: www.hoffenundhandeln.de Facebook: hoffen+handeln

Zuschriften bezüglich des Inhalts erbitten wir an die Redaktion. Für namentlich

gezeichnete Beiträge trägt der Verfasser die inhaltliche Verantwortung.

Gestaltung: © Udo Ehrenfeuchter / www.punktundstrich.com / info@punktundstrich.com

Druck: Kepnerdruck Druckerei und Verlag GmbH, Robert-Bosch-Str. 5, 75031 Eppingen

Bezugspreis: 12,- € jährlich (elfmal); ab 5 Expl. 7,- € jährlich; Einzelheft 1,50 €

Vertriebsadresse und Bestellungen an: hoffen + handeln,

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Der Verein zur Förderung biblischen Glaubens und Lebens ist durch Bescheinigung des

Finanzamtes Lahr vom 19. Juli 2010 (AZ. 10057/56443) als gemeinnützig anerkannt.

Titelbild: fotolia

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Monatsspruch

„Du tust mir kund den Weg zum Leben. Vor dir ist Freude die

Fülle und Wonne zu Deiner Rechten ewiglich.“

Psalm 16, 11

Er war ein „Mann nach dem Herzen Gottes“ – David.

Er war König in Israel, ein Mensch mit Erfolgen und

Niederlagen, Höhen und Tiefen. Ein Mensch wie du

und ich. Aber einer, der auf Gott vertraut hat. Vierzig Jahre

hatte er Frieden und Ruhe an den Grenzen Israels. Trotz

seines „Ausrutschers“ mit Batseba blieb der Segen Gottes

auf ihm, wiederhergestellt durch die Gnade Gottes. An David

ist abzulesen, was der Segen Gottes bewirkt, wenn ein

Politiker auf Gott hört. An ihm wird deutlich: „… der Herr

kennt den Weg der Gerechten“. Wie sehr brauchen die Nationen

Präsidenten und Minister, die wirklich auf den Herrn

hören und auf seine Gebote achten. Der Monatsspruch ist

wie ein Fenster in das Herz dieses Gottesmannes: „Ich traue

auf dich“(V.1) ist seine Grundhaltung. Er hat seine Entscheidung

getroffen: „Du bist ja der Herr, ich weiß von keinem

anderen Gut außer dir!“(V.2). Wer ist unser Herr? Auf welche

Stimmen und Einflüsse hören wir heute? Wem leihen

wir unser Ohr? Martin Luther sagte einmal: „Der Mensch ist

wie ein Reittier, es kommt darauf an, wer ihn reitet.“

Manchmal werden wir gefragt „Wofür ist der Glaube gut?“

David gab darauf folgende Antwort: „Du tust mir kund den

Weg zum Leben ...“. Was ist Leben? Nur der Konsum? Die

Arbeit? Der Stress? Was ist Leben? Ein Geschenk Gottes.

Eine Gnade. Ein Privileg. Ein Auftrag. Leben gelingt, wenn

wir den „Weg zum Leben“ kennen. Den wissen wir nicht

einfach von Natur aus. Den erfahren wir nur in Gottes

Wort. Darum ist das Bibelstudium so wichtig wie das Studieren

einer Landkarte, das Lesen im Fahrplan oder im

Kursbuch. Gott ist die Quelle des Lebens. Er hat für jeden

von uns einen guten Plan. „Vor dir ist Freude die Fülle …“

Gott ist eben unser Freund und nicht ein „Spielverderber“,

wie manche unwissend meinen. Warum kann sich David

freuen? Der Psalm macht es deutlich: Von Gott kommt

Bewahrung (V.1), vor allem vor Herzeleid, das wir uns

durch eigensinnige Wege eingehandelt haben (V.1+4). Er

ist treu allen, die ihm vertrauen. Von Gott kommt Rat (V.7)

und Mahnung. Von ihm kommt das „Festbleiben“ (V.8) im

Glauben, in der Liebe, in der Hoffnung. Wie können wir

dieses Leben mit seinen Krisen und Herausforderungen

meistern? Eben durch das „Festbleiben“. Das geht nur aus

der Verbindung mit Gott. Dieses „Festbleiben“ ist so wichtig,

weil meist nicht alles glatt geht. Weil nicht alle Wünsche

in Erfüllung gehen. Weil die Gesundheit nicht immer

so ist, wie wir es wünschen. Weil uns oft die Probleme

über den Kopf wachsen. Weil unser Lebensmut häufig nur

noch auf Sparflamme flackert oder schon weg ist. David

verschweigt seine „dunklen Täler“ nicht. Aber der Herr

geht mit, führt hindurch und wieder heraus. Durch dunkle

Täler müssen wir alle, mehr oder weniger. Wer im Wort

Gottes zuhause ist, an Gottes Zusagen festhält, wer betet,

auch wenn ihm nicht danach zumute ist, hat vielleicht nicht

gleich bessere Umstände, ist aber von seiner Hoffnung her

besser dran. Und eine ganz besondere Hoffnung hat David:

lebendige Hoffnung auf das ewige Leben. Mit der „Grube“

ist nicht Schluss. Wir dürfen nach Hause kommen zum

Vater des Lichts, der Freude und des Friedens. Dort „vor

ihm ist (ewige) Freude, Fülle und Wonne …“(V.11) Das ist

das Ziel unseres Lebens. Weniger ist zu wenig. Wer den

Himmel verpasst, hat das Leben verfehlt. Von David lernen

wir diese Klugheit des Glaubens. Jesus spricht von ihr am

Ende der Bergpredigt: „Wer diese meine Rede hört und tut

sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels

baute …“ Das Lebenshaus dieses Menschen hielt den Stürmen

des Lebens stand. „Wer diese meine Rede hört und

tut sie nicht, gleicht einem törichten Mann, der sein Haus

auf Sand baute …“ Dieses Haus konnte den Stürmen nicht

standhalten. Worauf haben wir unser Leben gegründet?

Haben wir Frieden mit Gott? Wissen wir, wohin unsere

Lebensreise geht, wenn Gott uns ruft? Davids Hoffnung

„Du wirst nicht zugeben, dass dein Heiliger die Grube sehe“

(V.10) hat prophetischen Charakter. Er bekennt, was sich

in Jesus Christus erfüllt hat: Er ist auferstanden von den

Toten und lebt. Und wir dürfen mit ihm leben, der das Licht

der Welt und unser gute Hirte ist, heute und in Ewigkeit.

Christian Kunzmann

ist Gemeindepfarrer in Dürrn

Foto: fotolia

hoffen + handeln 01-2013 3


Ziel und Richtung

Jahreslosung 2013

Wir haben hier keine bleibende Stadt,

sondern die zukünftige suchen wir.

Hebräer 13, 14

Das Foto zeigt das Dali-Museum

in St. Petersburg / Florida. Der

futuristische Bau mit der großen

Treppe nach oben symbolisiert

die Stadt der Zukunft.

Zukunft

1. Überraschung: wir gehen auf die

zukünftige Stadt zu

Manchmal könnte man den Eindruck haben, Gottes Reich

ist nur im Dorf zu verwirklichen. Die Stadt ist ein Gegenbild

der Herrschaft Gottes. Wenn wir Sodom und Gomorra, Babel,

Jericho und andere Städte sehen, dann waren sie auch

Zentren des Widerstandes gegen Gott. Doch biblisch haben

die Städte eine ganz zentrale Bedeutung für den Fortgang der

Herrschaft Gottes. Jericho wird eingenommen durch Gebet,

Lobgesang und Trompetenschall des Volkes Gottes. Bethlehem

ist zwar klein, aber der Geburtsort des Erlösers und Heilands.

Jerusalem, die Stadt Gottes, ist der zentrale geistliche

Mittelpunkt des alttestamentlichen Gottesvolkes. Der Tempel

steht dort. Er wird zerstört und wieder aufgebaut. David,

der glanzvolle König, gibt seinem Volk die Psalmen, die das

ganze Volk Gottes als ihr Gebets- und Glaubensbuch bis heute

nimmt. Und David hatte seinen Königsthron in Jerusalem.

Dort wird auch Jesus hinpilgern und als Zwölfjähriger im

Tempel lehren. Dort hat er gewirkt, ist als König eingezogen,

und dort wurde er verurteilt und ans Kreuz geschlagen. In

unserem Textabschnitt heißt es: „Darum hat auch Jesus, damit

er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen

vor dem Tor“ (Hebräer 13, 12).

Und in der „Stadt Davids“, die auch Zion genannt wird, ist er

auferstanden! Und hat damit den Tod überwunden.

Eine weitere Zentralbedeutung hat die Hauptstadt Syriens,

Damaskus, für die Ausbreitung von Gottes Herrschaft. Dort

fand nach der Begegnung mit dem auferstandenen Jesus die

Berufung von Paulus statt, der der entscheidende Missionar

in der Antike war.

Die Stadt Rom wurde als Welthauptstadt Ausgangspunkt für

die Mission in ganz Europa. Und das aus dem Gefängnis heraus,

in dem Paulus dort saß. Was für ein Wunder!

Gott hat die Stadt im Auge. Er handelt über die Städte der

Welt auch heute.

Und die Zukunft ist das himmlische Jerusalem, die Stadt, die

aus dem Himmel „herabfährt“.

Dorthin geht die Sehnsucht der glaubenden Gemeinde. Der

Himmel ist nicht das flache Land mit seiner Idylle, sondern

die Stadt Gottes.

2. Ernüchterung: wir werden

nicht bleiben

„Tempus fugit“ (die Zeit flieht) steht auf dem Zifferblatt unserer

Standuhr. Und „Carpe diem“ (pflücke = nutze den Tag)

über der Einganstüre einer großen Disco einer rumänischen

Studentenstadt. Aber: Liest das jemand? Beachtet das jemand?

Viel Symbolik haben die alten Meister zurückgelassen

in ihren Kirchturmbauten. Der mittelalterliche Kirchturm

in Oberöwisheim ist achteckig. Ein Kenner hat mir erklärt,

dass dies ein Hinweis und damit Mahnung sei auf den achten

Schöpfungstag – dann, wenn Jesus wiederkommen und einen

4 hoffen + handeln 01-2013


Ziel und Richtung

neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird.

Wir wissen alle um die Zeichen unserer Vergänglichkeit. Manche

spüren dies mit zunehmendem Alter sehr deutlich. Aber

richten wir unser Leben darauf ein? Setzen wir die Prioritäten?

Und wenn bereits junge Menschen in einem Lied singen

„Jerusalem is my home“ – beachten sie, welche Wahrheit hinter

diesem Lied steht?

Es gibt einen guten und nüchternen Weg, im Glauben immer

wieder auf die Spur zu kommen. Es ist das Hören auf Gottes

Wort, das Leben mit der Gemeinde, das Schöpfen aus der unverbrüchlichen

Wahrheit Gottes: Wir sind vergehende Menschen

und zugleich zur Ewigkeit berufen und auf sie ausgerichtet.

Die Gottesdienste sind also nicht nur Erbauungsstunden, Zusagestunden,

sondern auch „Ernüchterungsstunden“ im Blick

auf unser Leben.

3. Lebensführung:

gespannte Erwartung

Die künftige Stadt suchen ist nicht eine Suche im Nebel, sondern

nichts anderes als die lebendige Spannung des Glaubens

annehmen und leben. Das Leben als Christ wird immer ein

spannendes Abenteuer sein. Nie langweilig, nie stupide, nie

erwartungslos. Eher wie ein Pfeil, der, angespannt im Bogen,

darauf wartet, dass er sein Ziel erreicht.

Christen sind Suchende. Sie können sich nicht selbstzufrieden

in Selbstsicherheit wiegen.

Sie stehen unter einer frohen Erwartung: Um die nächste Ecke

des Lebens tun sich neue Horizonte auf. Gott kommt uns immer

von vorne entgegen und überrascht uns mit seinem Tun

und Wirken. Er verändert Menschen durch sein Wort. Er zeigt

Wege, da wo keine Wege zu sehen sind. Er ebnet Wege, wo

nur Felsbrocken liegen. Gott handelt. Und wir bekommen den

Auftrag: „Handelt, bis ich wiederkomme“ (Lukas 19, 13).

Die Kirchengeschichte ist voll ermutigender Beispiele solch

gespannter Erwartung der Christen. Daraus sind noch bis

heute vorbildliche diakonisch-soziale Aktivitäten entstanden.

Gerade die Christen, die die Wiederkunft Jesu ständig

erwartet und gepredigt haben, haben gleichzeitig in Mission

und Diakonie Vorbildliches geleistet. Unter der „Naherwartung“

Jesu haben die Herrnhuter Brüder auf Grönland den

Inuit ihre Schriftsprache gegeben und sie in Krankenpflege

ausgebildet. Auf den Baumwollfeldern der Sklaven sind die

schönsten Gospels entstanden, sie haben das Heimkommen

zu Jesus beschrieben!

Swing low … O, when the saints go marching in …

Der große Weltstar, der King of Pop, Elvis Presley, hat mit

Herzblut die Glaubenslieder der Gospelszene gesungen und

viele Preise dafür abgeräumt.

Und bis heute wächst die Schar der Christen vor allem in den

Ländern, die unter der Reglementierung der Mächtigen besonders

zu leiden haben. Aber sie halten fest am auferstandenen

und wiederkommenden Jesus Christus – das allein gibt

ihnen Kraft.

Wir Wohlstandschristen stehen in Gefahr, die Dimension der

Ewigkeit zu verlieren. Viele Christen wenden sich ausschließlich

den Problemen der vergehenden Welt zu – und die sind

unendlich. Aber die Kraft zum Handeln kommt aus dem Festhalten

an der biblischen Botschaft, dass Jesus die Welt erneuern

wird. Die gesellschaftlichen Herausforderungen heute

sind zu schwierig, als dass wir sie ohne die Kraft der Hoffnung

anpacken könnten! Die Verkündigung muss das „Zukünftige“

wieder in den Fokus nehmen, sonst verkommt sie zu einer Religion

der Weltverbesserung. Und deren „Gläubige“, ohne die

biblische Hoffnung, sind schon zu viele.

Der rheinische Landeskirchenrat i.R. Klaus Teschner hat gesagt:

„Christen arbeiten für die Zukunft der Welt, ohne letztlich

an sie zu glauben“.

Denn wir glauben und sehnen uns nach der Zukunft, die Jesus

schaffen wird!

Fragen zum Weiterdenken und

Gespräch in der Gruppe

1. Welche Stadt, welcher Ort hat Ihr Leben geprägt?

2. Wie wirkt sich das Wissen, dass wir "hier keine bleibende Stadt haben"

(Hebräer 13, 14), konkret in Ihrem Leben aus?

3. Wie stellen Sie sich die Ewigkeit vor?

4. Wie gehen Sie mit der Spannung um, dass wir hier in dieser Welt

Verantwortung übernehmen sollen, zugleich aber wissen,

dass sie einmal vergehen wird?

festhalten

können wir nichts

einrichten

nur auf Zeit

planen

immer nur vorläufig

weil sich

morgen alles ändert

warum dann nicht

gleich loslassen

was wir nicht

halten können

und uns heute schon

ausrichten

auf das was kommt:

eine Stadt

die niemals zerstört wird

eine Wohnung

die immer vorbereitet

bleibt

ein Herr

der nicht mehr

unsichtbar

sondern

bei uns wohnt

für immer

Hermann Traub

Pfarrer Hermann Traub

lebt in Kraichtal bei Bruchsal

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Ziel und Richtung

Mit Jesus getrost in die Zukunft

Ich habe mir von Kommunikationsprofis sagen lassen, dass es sieben (!) gute Botschaften braucht, um eine Negativbotschaft

zu neutralisieren. Wir Menschen sind irgendwie verrückt, dass wir so viel aufmerksamer das Negative

wahrnehmen. Und wir bebrüten das Negative – ohne uns wirklich dafür entschlossen zu haben. So herzhaft und konsequent,

dass in uns zuweilen fast täglich Zweifel, Wut, Schuldzuweisungen, Selbstanklage, Wertlosigkeit, Angst und

ähnliche Ungeheuer schlüpfen und sich unverhältnismäßig breit machen.

Viele unter uns kennen Zeiten, in denen ihnen eigene

und fremde Schuld über den Kopf zu wachsen drohen,

Zeiten, in denen die Hoffnung schwindet, dass

sich die Dinge zum Guten wenden lassen; Zeiten, in denen

das eigene Scheitern greifbar und offensichtlich wird.

Wenn Jesus Christus unser Herr ist, dann ändern sich die

Verhältnisse. Nicht, dass dann alles Negative und Schwierige

aus unserem Leben verschwindet. Aber Jesus nimmt dem

Negativen und Schwierigen seine Macht. Wenn Jesus Christus

mein Herr ist, dann fühlt es sich zwar sehr schlecht an,

wenn andere mich übergehen; aber es entwertet mich nicht.

Wenn Jesus Christus mein Herr ist, dann irritiert es mich

zwar sehr, wenn andere meinen Lösungsvorschlag belächeln,

aber mein Leben wird damit keinen Deut sinnloser. Wenn Jesus

Christus mein Herr ist, sind verregnete Ferien allemal ein

Ärgernis, aber der Exklusivanspruch, die schönste Zeit des

Jahres zu sein, ist ihnen entzogen.

Jesu Liebe bleibt unverändert

Wenn Jesus Christus dein Herr ist, bricht es dir zwar fast

das Herz, wenn dein Kind den Kontakt zu dir abbricht, aber

verlassen bist du deswegen nicht. Wenn Jesus Christus dein

Herr ist, dann ist es zwar der Super-Gau, wenn deine Frau dir

eröffnet, dass sie nicht länger mit dir zusammenleben will,

aber schmaler, niedriger, kürzer und oberflächlicher wird die

Liebe von Jesus Christus zu dir deswegen nicht. Wenn Jesus

Christus mein Herr ist, ist meine Sünde zwar ein Schlag

in sein Gesicht, aber nicht das Ende seiner Treue. Wenn Jesus

mein Herr ist, ist meine Gleichgültigkeit ihm gegenüber

zwar ein Rätsel, aber sie besiegelt nicht mein Schicksal. Ja,

wir mögen mit unserem Leben immer wieder mal verhältnismäßig

schräg in der Landschaft stehen – seine Liebe bleibt

unverhältnismäßig! (Psalm 103, 10-14; Römer 8, 38+39; 2.

Timotheus 2, 13).

René Winkler,

St. Chrischona (Basel), ist Direktor

der Pilgermission St. Chrischona,

www.chrischona.org

6 hoffen + handeln 01-2013


Ziel und Richtung

Gott hält alle Fäden unseres Lebens

fest in seiner Hand

Ein Lied, das die bekannte Sängerin Hella Heizmann auf

eine CD aufgenommen hat, beginnt mit folgenden Worten:

„Herr, was wird morgen sein? Was wird aus meinem

Leben? Herr, was wird morgen sein, was wird die Zukunft

geben?“ Ich habe dieses Lied in meiner Jugendzeit

oft gesungen. Bei der Bibellese kam mir dieser gehalt-

volle Text sofort wieder in den Sinn. Im Jakobusbrief 4,

13+14 steht: „Ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir

in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen

und Handel treiben und Gewinn machen, und

wisst nicht, was morgen sein wird.“

Foto: fotolia

Damals, als Hella Heizmann dieses Lied sang, wusste

sie noch nicht, was morgen sein würde. Sie hat viele

Lieder geschrieben, produziert und an Konzerten

gesungen. Als ich im Juli 2009 von ihrem plötzlichen Tod

las, war ich doch sehr betroffen. Es dauerte nur elf Wochen

von der Entdeckung des aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebses

bis zu ihrem Tode. Sie war eben 58 Jahre alt geworden

und hatte noch viele Pläne. Hella Heizmann ist schon in

der Ewigkeit bei Jesus, erlöst von den Fesseln der Krankheit.

Keiner von uns weiß, was morgen sein wird. Trotzdem

schmieden wir Pläne für die Zukunft. Das gehört zum Leben

und ist gut so. Viele unserer Pläne können wir in die Tat umsetzen

und verwirklichen. Aber es gibt auch abrupte Abbrüche,

Änderungen und durchkreuzte Pläne, die wir oft nicht

verstehen können. Wie sollen wir damit umgehen?

Gott meint es gut mit uns

Kürzlich war ein Freund bei uns, der wohl nur noch eine kurze

Zeit zu leben hat. Vor über 20 Jahren hatte er einen Tumor

hinter einem Auge. Er wurde operiert. Erst fünf Jahre später

legten ihm die Ärzte nahe, das Auge herausoperieren zu lassen

und durch ein Glasauge zu ersetzen. Er arbeitete weiter

in seinem Beruf und verwirklichte seine Pläne. Gott gab ihm

noch manches produktive Jahr. Vor einiger Zeit holte ihn die

Krebserkrankung wieder ein. Diesmal gibt es auf dieser Erde

kein weiteres Planen mehr. Er plant dafür seinen Abschied,

mit allem, was dazu gehört. Er sorgt vor für seine Frau und

seine Söhne. Sein Leben legt er in Gottes Hand und buchstabiert,

was es heißt zu beten: „Dein Wille geschehe.“

Fragen zum Weiterdenken und

Gespräch in der Gruppe

1. Sehen Sie der Zukunft fröhlich oder angespannt entgegen?

2. Wie gehen Sie damit um, wenn Ihre Pläne durchkreuzt werden?

3. "Gott hält die Fäden Ihres Leben in den Händen" -

inwieweit tröstet Sie das?

Wie können wir angstfrei Pläne für die Zukunft schmieden?

Hella Heizmann singt in ihrem Lied eine Antwort auf diese

Frage: „Herr, hier ist meine Hand, führ mich in das Morgen.

Herr, nur an deiner Hand, bin ich ganz geborgen.“

Ich wünsche Ihnen heute dieses tiefe Gefühl der Geborgenheit,

wenn Sie an morgen denken. Planen Sie fröhlich weiter,

im Wissen, dass Gott letztlich alle Fäden Ihres Lebens in der

Hand hält. Wie es auch immer ausgeht, er meint es gut mit

Ihnen.

Ruth Bai-Pfeifer

(Jona / Schweiz) lebt seit ihrer Geburt mit

der seltenen Muskelkrankheit „Central

core disease“ und erkrankte zudem 2006

an aggressivem Brustkrebs. Sie leitet die

christliche Behinderten-Initiative „Glaube

und Behinderung“

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Rat und Hilfe

Gottes Geist

will unser Leben verändern

Ich denke an das Gespräch bei einem Hausbesuch, das mich länger beschäftigt hat. Ein Mann sagte mir: Ich gehe nicht

so oft in den Gottesdienst, aber ich habe auch so meinen Glauben. Weiter sagte er: In den Gottesdienst gehen oft Leute,

die machen die ganze Woche über Fehler, und dann gehen sie am Sonntag in die Kirche, um bei Gott die Verzeihung

abzuholen.

Ja, so dachte ich damals. Du hast recht. Genauso ist es:

Woche für Woche werden wir schuldig. Woche für Woche

bleibe ich hinter meinen Vorsätzen zurück. Woche

für Woche bin ich dankbar, dass ich am Sonntag Gott um

Verzeihung bitten kann. Und vor allem bin ich dankbar, dass

Gott wirklich Vergebung schenkt und mir durch das Leiden

und Sterben Jesu Christi zugesagt wird: „Dir sind deine Sünden

vergeben!“

Immer wieder denke ich, dass es nichts Größeres und Schöneres

gibt als die Gewissheit, dass Gott uns nicht auf unsere

Schuld festlegt, sondern dass er Vergebung schenkt. Und

deshalb denke ich auch, dass ich das Wirken des Heiligen

Geistes oftmals daran erkenne, dass er mir die Augen öffnet

für das, was in meinem Leben nicht in Ordnung ist, für

das, wo ich Vergebung und Erneuerung brauche. Der Heilige

Geist macht demütig über die eigenen Fehler und froh über

die Gewissheit, dass Gottes Gnade mir trotzdem gilt.

Ein Gebet mit Auswirkungen

Trotzdem hat mich nicht losgelassen, was der Mann mir

sagte. Ist das wirklich alles, was man als Christ sagen kann,

dass man ehrlich wird zu sich selbst und sich an Gottes Vergebung

freut. Müsste der Glaube nicht auch zu einer Veränderung

des Lebens führen?

Der Apostel Paulus macht im Römerbrief deutlich, dass

Gottes Gnade nicht nur Vergebung schenkt, sondern dass

sie durchaus auch mein Leben verändern will. Mein Leben

kommt unter die Leitung des Heiligen Geistes. Und Gottes

Geist wirkt in meinem Leben. Ich kann jeden Tag mit der Bitte

beginnen: „Vater, präge mich heute durch deinen Heiligen

Geist. Führe du mich durch diesen Tag. Schenke du mir deine

Liebe für meine Mitmenschen. Lass mich achtsam sein auf

die Impulse, die du mir gibst.“

Ich werde zwar weiterhin schuldig werden. Aber ich werde

auch erfahren, dass Gottes Geist mich mehr und mehr prägt

und mein Leben verändert.

Lothar Eisele

ist Pfarrer in Friedrichstal bei Karlsruhe

8 hoffen + handeln 01-2013


Rat und Hilfe

Was es bringt, sich an Gott zu orientieren

Es gibt Zeiten, da bin ich so gefangen in meinem Alltag,

dass ich mich frage, ob ich überhaupt noch auf dem richtigen

Kurs bin mit meinem Handeln. Doch was ist schon

richtig? Was wünscht sich Gott, dass ich in meinem Alltag

und meiner Umgebung tue – ganz konkret? „Lernt

wieder, Gutes zu tun! Sorgt für Recht und Gerechtigkeit,

tretet den Gewalttätern entgegen, und schafft den Waisen

und Witwen Recht!“, lässt Gott seinem Volk durch

den Propheten Jesaja (1, 17) ausrichten, als es wieder

einmal den richtigen Kurs verloren hatte.

Lerne wieder, Gutes zu tun. Sorge für Recht und Gerechtigkeit.

Wie Hiob, der sich seinerzeit in der Gesellschaft

engagierte, um als Mann Gottes für die

Bedürftigen zu sorgen. Wie Amos, der keine Angst hatte,

die Botschaft Gottes in einer Region zu verkünden, in der er

nicht willkommen war. Einfach, weil Gott ihn gesandt hatte

und er den Auftrag hatte, die Wahrheit zu verkünden. Auch

wenn das bedeutete, sich seinem Gegner entgegenzustellen.

Oder wie Salomo, der mit seiner beispiellosen Weisheit den

Rechtsstreit zwischen zwei Witwen beilegte und so dafür

sorgte, dass die rechtmäßige Mutter ihren Sohn zurückbekam.

Offene Augen für die Umgebung

Seit einigen Wochen habe ich einen neuen Arbeitsplatz. Die

Menschen hier begegnen mir respektvoll und freundlich. Sie

schaffen damit eine Umgebung für mich, in der ich mich sofort

wohlfühle. Ich weiß, ich bin angenommen. Genauso behandelt

mich Gott: Er nimmt mich an, respektiert mich und

ist freundlich zu mir. Gerade dann, wenn ich in neuen Situationen

bin und mich vielleicht überfordert oder unwohl fühle.

Gott hat uns in eine bestimmte Umgebung gesetzt, weil er sich

wünscht, dass wir genau hier unseren Auftrag erkennen und

erfüllen: Gutes tun. Heißt konkret, sich für Recht und Gerechtigkeit

einzusetzen, dem Bösen mutig entgegenzutreten und

den Minderheiten Recht und Schutz zu geben. Dabei hat Gott

jeden von uns mit Fähigkeiten und Talenten ausgestattet, die

uns helfen, unseren persönlichen Weg zu gehen und genau

dort Gutes zu tun, wo unser Einsatz gebraucht wird.

Wir müssen nicht die Weisheit von Salomo haben oder den

heldenhaften Mut von Amos. In der Regel sind es die Kleinigkeiten,

die unseren Alltag verschönern: Da ist jemand,

der mir hilft, meinen Einkauf die Treppen hochzutragen. Ein

freundliches Lächeln, das mich jeden Morgen neu begrüßt

und die Arbeitskollegen, die mich wohlwollend in das Team

aufnehmen.

Ich wünsche uns, dass wir offene Augen und ein offenes Herz

behalten für unsere Umgebung. Und dass wir uns genau dort

stark machen und einsetzen, wo unsere Stärke gebraucht

wird.

Ella Friesen

ist zurzeit Praktikantin in der

Redaktion von ERF Online, Wetzlar

hoffen + handeln 01-2013 9


Rat und Hilfe

„Klare christliche Verkündigung ist ein

Beitrag zur demokratischen Kultur“

„Wir haben keinen Grund, uns zu verstecken“

„Nur eine Kirche, die sich klar zu

Jesus Christus bekennt, wird Zukunft haben“

Vom 3. bis 10. März werden im Rahmen von ProChrist 2013

Vorträge von Pfarrer Ulrich Parzany aus der Stuttgarter Schleyer-

Halle in viele Orte in Deutschland und Europa übertragen.

Im Interview mit Claudius Schillinger erläutert Ulrich Parzany,

welche Möglichkeiten ProChrist für die Kirche bietet und warum

Christen offensiv für den christlichen Glauben werben sollen.

Foto: Udo Ehrenfeuchter

10 hoffen + handeln 01-2013


Rat und Hilfe

Ich hoffe, dass die Kirchen in Deutschland ihren auf

finanziellen Reichtum gegründeten Hochmut ablegen

und sich von der dynamisch wachsenden Christenheit in

Asien, Afrika und Lateinamerika helfen lassen.

Herr Parzany, welche Chance bietet

ProChrist für die Kirche?

Ulrich Parzany: Die Gemeinden können

durch Zusammenarbeit in einer

Region das Evangelium in die Öffentlichkeit

tragen. Martin Luther hat den

deutschsprachigen Gottesdienst als

eine „öffentliche Reizung zum Glauben“

bezeichnet. Leider werden die Sonntagsgottesdienste

heute kaum noch

öffentlich wahrgenommen. Besonders

wenn die Zusammenarbeit bei Pro-

Christ Gemeinden verschiedener Konfessionen

zusammenschließt, kann eine

öffentliche Wahrnehmung erreicht werden.

Öffentliche Wahrnehmung verursacht

viele persönliche Gespräche. Für

die Kirche ist es wichtig, dass persönliche

und öffentliche Verkündigung, die

zum Glauben einlädt – das ist Evangelisation

– nicht als Alternativen, sondern

als notwendige Ergänzung praktiziert

wird.

Wie könnte das missionarische Anliegen

(neu) geweckt werden?

Ulrich Parzany: An Beteuerungen, dass

Mission Aufgabe der ganzen Kirche

und jeder Gemeinde ist, fehlt es seit

der EKD-Synode 1999 in Leipzig nicht.

Aber die Herzen der Pfarrer und Gemeindeglieder

werden offensichtlich

nicht durch Synodenbeschlüsse bewegt.

Wir können nur andere mit dem anzünden,

was in uns brennt. Dieses Feuer

kann nur Gottes Geist entzünden. Ich

bete dafür, dass es geschieht. In den Gemeinden

werden die Gemeindeglieder

nur auf die missionarische Spur gesetzt,

wenn die Verkündigung und Lehre in

der Gemeinde regelmäßig diesen Auftrag

verdeutlichen und die Verantwortlichen

um die Erfüllung mit dem Heiligen

Geist beten. Evangelisation wächst

aus dem Gebet, nicht aus Konzepten

und Programmen.

Welchen Herausforderungen müssen

sich missionarische Aktionen heute

stellen?

Ulrich Parzany: In der Postmoderne

wird jedes Angebot kritisch abgelehnt,

das mit einem für alle verbindlichen

Wahrheitsanspruch verbunden ist. Und

Jesus erhebt diesen Anspruch tatsächlich.

Es reicht nicht, einfach mit Behauptungen

zu kommen. Wir müssen

das Angebot und den Anspruch begründen:

Warum ist Jesus der eine und einzige

Weg zur Versöhnung mit Gott?

Toleranz bedeutet nicht, dass man die

Wahrheit des Evangeliums von Jesus

relativiert, sondern dass die andersdenkenden

Menschen mit Respekt behandelt

werden. Jesus erwartet von seinen

Nachfolgern Feindesliebe. Das ist mehr

als Toleranz. Nach 1.400 Jahren Staatsreligion

in Europa und allen damit verbundenen

Zwangsmaßnahmen glauben

viele Kritiker, dass die Kirchen wieder

Zwang ausüben würden, wenn sie nur

die Macht dazu hätten. Evangelisation

aber geschieht immer in der Form der

Bitte (2. Korinther 5, 20). Bitten können

abgelehnt werden. Das müssen wir aushalten.

Liebe kann nicht zwingen.

Aus Angst vor der Kritik neigen viele

Christen heute dazu, das Evangelium

gar nicht mehr deutlich in die Öffentlichkeit

zu tragen, sondern nur noch in

der privaten Nische darüber zu reden.

Eine freie Gesellschaft braucht aber den

öffentlichen Diskurs. Klare christliche

Verkündigung ist also auch ein Beitrag

zur demokratischen Kultur in einer

pluralistischen Gesellschaft. Wir haben

keinen Grund uns zu verstecken.

Inwieweit kann ProChrist dazu beitragen,

dass die Kirche zukunftsfähig

wird?

Ulrich Parzany: Die Zukunft der Kirche

liegt allein im auferstandenen und wiederkommenden

Jesus Christus. Eine

Kirche, die den kommenden Jesus Christus

verleugnet, hat keine Zukunft. Da

helfen keine taktischen Versuche, sich

dem Trend zu einer diffusen Naturreligiosität

anzupassen oder nach Klaus Peter

Jörns jede Religion als „eine ‚besondere

Gedächtnisspur‘ in der weltweiten

Geschichte Gottes“ anzuerkennen. Das

hat die Evangelische Kirche gerade in

ihrem mit Millionen Euro subventionierten

Magazin „chrismon“ verkündet.

ProChrist ist ein Angebot, das Evangelium

von Jesus Christus ohne Abstriche

und mit Liebe den Zeitgenossen zu vermitteln.

Wie sieht Ulrich Parzanys Traum von

der Kirche 2030 aus?

Ulrich Parzany: Ich bete für christliche

Gemeinden, die fröhliche Gottesdienste

feiern, deren Mitglieder täglich die Bibel

lesen, geistlich und materiell miteinander

teilen, was Gott ihnen anvertraut

hat. Ich hoffe, dass die Kirchen

in Deutschland ihren auf finanziellen

Reichtum gegründeten Hochmut ablegen

und sich von der dynamisch wachsenden

Christenheit in Asien, Afrika

und Lateinamerika helfen lassen. Nur

eine Kirche, die sich klar zu Jesus Christus

bekennt und die Bibel als Autorität

für Glauben und Leben anerkennt, wird

eine Zukunft haben. Sie wird in Wort

und Tat im persönlichen Lebensbereich

und in der großen Öffentlichkeit das

Evangelium von Jesus Christus bezeugen.

Maranatha – Unser Herr kommt!

www.prochrist-stuttgart.de


hoffen + handeln 01-2013 11


Information und Meinung

Von Personen

Pastor Jörg Swoboda (Berlin) ist neuer

Vorsitzender der Deutschen Evangelistenkonferenz.

Der bekannte Liedermacher wurde

auf der Langensteinbacherhöhe bei Karlsruhe

gewählt und löst den schwäbischen

Pfarrer Johannes Eißler ab. (mk)

Ministerpräsident Reiner Haseloff

(Sachsen-Anhalt) hat zum Studium der Lutherbibel

ermutigt. Wer aus der Bibel seine

Kraft ziehe, sei für den Alltag gut gewappnet,

sagte der Katholik kürzlich bei einer Feier in

der Schlosskirche Wittenberg bei der Vorstellung

der neuen „Jerusalem-Bibel“ in der

Luther-Übersetzung. (mk)

Prof. Michael Herbst (Uni Greifswald) erhält

den Sexauer Gemeindepreis für sein Engagement,

Menschen ohne religiöse Prägung

und Bindung einen Zugang zum Glauben zu

eröffnen. Der Preis wird am 5. Januar in der

Sexauer Kirche (Südbaden) überreicht. Um

19 Uhr wird Herbst zur „EVENT-ualität,

neue Normalität in Kirche und Gemeinde?“

sprechen und predigt im Gottesdienst am 6.

Januar um 10 Uhr. (mk)

Israelreise im März

Noch Plätze gibt es bei der DMG-Studienreise

vom 13. bis 24. März nach Israel. Biblische

Spuren und das moderne Israel sind

im Programm, ein Besuch in Beit AL Liqa

bei Johnny und Marlene Shahwan. Ein Besuch

ist gerade jetzt eine Ermutigung. Preis

ab 1.799,00 Euro. Infos und Programm bei

Leiter Gerd Sigrist, Heimbachstr. 18, 74918

Angelbachtal, Tel. 07265-8610, E-Mail:

gerd.sigrist@gmx.net.

Buchhinweis

Werner Führer, Gott erneuert die Kirche.

Theologische Leitsätze zur Reformation

der evangelischen Kirche. Broschiert

mit 236 Seiten, Verlag

Freimund 2012 (ISBN

3-86540-109-0), Preis:

16,80 Euro. – Die Leitsätze

des langjährigen

Oberkirchenrats aus

Bückeburg und Mitglieds

der EKD-Synode, heute

im Ruhestand in Wolfenbüttel,

sind in kritischer

Auseinandersetzung mit

dem Reformprozess in der evangelischen

Kirche – als theologischer Gegenentwurf –

entstanden. Aufgezeigt wird, dass nicht nur

Reformen erforderlich sind, sondern eine

Reformation, die auf ihren apostolischen

Grund zurückführt und die Kirche erneuert

durch Gottes Wort und Gottes Geist. (mk)

Feier „50 Jahre Kommunität

Adelshofen“

Als „Übungsstätten des Glaubens“ hat

Altbischof Jürgen Johannesdotter (links

im Bild) die evangelischen Kommunitäten

bezeichnet. Der EKD-Beauftragte für solche

Gemeinschaften grüßte die 23 Schwestern

und neun Brüder beim Festakt „50 Jahre Kommunität Adelshofen“ vor 1.000

Gästen. Kirchenrat Hans-Martin Steffe (Zweiter v.l.) überbrachte Segenswünsche

der Badische Landeskirche. Die zum Glauben einladende Verkündigung nannte er

eine gemeinsame Aufgabe. Auch Dekan Hans Scheffel (Sinsheim, Dritter v.l.) wies

darauf hin, dass das Evangelium in der heutigen Gesellschaft elementar und authentisch

verkündigt werden müsse und zeigte sich erfreut, dass das Theologische

Seminar der Kommunität hermeneutisch auf hohem Niveau arbeite. Dank des

weltweit bekannten Seminars dürfe sich die ehemalige Universitätsstadt Eppingen

noch immer so nennen, meinte Oberbürgermeister Klaus Holaschke (rechts).

Das Lebenszentrum Adelshofen sei ein „Segen für Eppingen“. Im Beisein der Landtagsabgeordneten

Friedlinde Gurr-Hirsch überreichte er eine Dankurkunde. (mk)

l Bibelaktion in Sibirien

Im kalten Sibirien sind Missionare unterwegs,

um das Evangelium in die entlegensten

Dörfer zu bringen. In Jakutien

– so groß wie die EU ohne Großbritannien,

Schweden und Finnland –verteilen

sie 30.000 Neue Testamente in der

heimischen Sprache. In einem Dorf bekehrten

sich alle Bewohner, als sie den

Bericht eines Ältesten hörten, der durch

den Glauben von der Alkoholsucht befreit

wurde. Das Allradfahrzeug braucht

aufgrund der Minus-Temperaturen bis

zu 50 Grad immer wieder komplizierte

Reparaturen. Wenn die Missionare auf

ihren bis zu 8.000 Kilometer langen

Einsatzfahrten keine warme Garage

finden, müssen sie den Motor die ganze

Nacht laufen lassen. (idea)

l Seelsorge neu entdeckt

Die badische Kirche hat die Seelsorge

wieder entdeckt. Die Freiburger Professorin

Kerstin Lammer sagte vor der

Synode, es brauche eine aufsuchende

und nachgehende Seelsorge, nicht „riesige

Leuchttürme mit Eventcharakter“.

Stilles Leuchten vieler kleiner Lichter

könne auch große Räume hell machen.

(mk)

l Bibel im Zeitungsshop

Einer unserer Leser hat zum missionarischen

„Hoffen“ das „Handeln“ dazu

gesetzt. Seine Anfrage bei der „Rhein-

Neckar-Zeitung“ in Heidelberg trug

Früchte: Sie hat in ihren Leser-Shop

jetzt die neue Bibelübersetzung von

Henhöfer-Konferenz: Zielklare „Hirsch

Die Predigten von Aloys Henhöfer (1789-1862) waren der Auslöser für die Erweckung

in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Baden, sagte der emeritierte Prälat

Dr. Hans Pfisterer (Heidelberg) bei der Henhöfer-Konferenz in Neusatz anlässlich

des 150. Todestages des Theologen. Der aus einfachen Verhältnissen kommende

Erweckungsprediger habe die Sprache der Landbevölkerung gesprochen und ihre

Herzen erreicht mit Bildern aus ihrem Alltag und biblischen Beispielgeschichten.

Seine Predigt konzentrierte sich meist auf

einen Hauptgedanken. „Hirschpredigten“

treffen ins Herz, so Henhöfer, weitschweifige

Geschichten sind Jägerschrot oder „Hasen-

Predigten“, die den Hirsch verpassen. Es ging

Henhöfer um den „Heilsweg“. Er stellte Gottes

Wort in den Horizont der Wiederkunft Christi,

unterschied zwischen äußerer Kirche und

glaubender Gemeinde, habe aber beide nicht

getrennt, so Pfisterer, der die zehn Thesen

seines Referats schriftlich fixierte. Kirchenhistoriker

Dr. Martin Schneider (Bretten)

12 hoffen + handeln 01-2013


Information und Meinung

Pietistische Seminare mit hohem Niveau

In einer Feier auf St. Chrischona erhielten 50 Absolventen der Theologischen Seminare

von St. Chrischona (Basel), Tabor (Marburg) und Bad Liebenzell eine Graduierungsurkunde

für Bachelor-Studiengänge sowie den Master-Abschluss in Praktischer Theologie

aus der Hand der Professorin Jan Williams von der Middlesex University (London).

Dr. Roland Werner „das buch“ (Neues

Testament, 12,95 Euro) aufgenommen.

„Handeln“ können jetzt unsere Leser im

RNZ-Verbreitungsgebiet und die Bibel

in den RNZ- Shops kaufen oder andere

darauf hinweisen. (mk)

l Lebenskrisen nutzen

Überaus gut besucht waren zwei

Abende über „Krisen als Chance“ in der

Oberöwisheimer Kirche (Kraichtal bei

Bruchsal) mit Dozent Klaus Göttler vom

„Johanneum“ (Wuppertal) und Professor

Dr. Volker Gäckle (Calw). „Lebenskrisen

sind unausweichlich“, bekannte Göttler.

Wichtig sei, darin zu bestehen und

gestärkt daraus hervorzugehen. Tägliches

Bibellesen mache krisenfest. Um in

Glaubenskrisen zu überwinden, brauche

es helfende Worte, sagte Gäckle und

predigten“ trafen die Herzen

Seit 13 Jahren besteht die

Partnerschaft zwischen

der englischen Hochschule

und den drei Ausbildungsstätten.

Die Studiengänge

unterliegen ständiger

Qualitätsprüfung durch die

Universität. Die Kooperation

machte die Verleihung

von Bachelor und Masterabschlüssen

möglich. (mk)

verschwieg eigene Lebenskrisen nicht.

Die Psalmen hätten solch eine Wirkung,

weil sie aus persönlichen Erfahrungen

entstanden seien. (art)

l Bibel zeigt den Weg

Wirtschaftsprofessor Tomáš Sedláček

(35) von der Prager Karls-Universität,

bekannt durch sein preisgekröntes Buch

„Die Ökonomie von Gut und Böse“, ruft

die Volkswirtschaften in Europa dazu

auf, sich an biblischen Prinzipien zu

orientieren, etwa an der „Josefsregel“ (1.

Mose 41). Josef habe als Statthalter des

Pharaos in wirtschaftlich guten Jahren

Überschüsse gebildet, um die darauf

folgenden mageren Jahre zu überstehen.

Hingegen hätten die EU- Staaten stets

neue Schulden gemacht, anstatt Geld für

schlechte Zeiten zu sparen. (idea)

warnte davor, den großen Lehrer der Bibel zum toten Denkmal werden zu lassen.

Aufgabe der badische Kirche im Gedenkjahr müsse es sein, sich von ihm an ihre

reformatorischen Grundlagen erinnern zu lassen, um wieder das Evangelium zum

Kern und zur Norm ihres Auftrags zu machen. Die Notwendigkeit der Bindung an die

Bibel und das Bekenntnis habe die Kirchengeschichte zuletzt mit der Barmer Erklärung

bestätigt. „Die Protestanten kämpfen mit dem Unglauben, die Katholiken mit

dem Aberglauben“, habe Henhöfer in seiner

Schrift „Vom Kampf des Glaubens“ (1861)

postuliert. Schneider fasste sein Referat in

sechs Thesen für die Multiplikatoren aus den

Gemeinden zusammen. Unter ihnen war auch

der emeritierte Prälat Dr. Helmut Barié und

Kirchenrat Hans-Martin Steffe, Landessynodaler

Dr. Rolf Schowalter und die Pfarrer der

Henhöfer-Gemeinden in Mühlhausen und

Spöck. Das Bedenken des Vermächtnisses

von Henhöfer führte auch zu Fragen nach

dem Kurs der Kirche heute. Martin Kugele

Wegweisender Spielfilm

Christen sind kein Fanclub, sondern

Nachfolger ihres Herrn. Wie

es zu Letzterem kommt, zeigt ein

Videofilm über die Lebenswende

eines Mannes, den SCM Hänssler in

deutscher Sprache auf den Markt

brachte. Die DVD „Not a Fan. Die Geschichte

eines Nachfolgers“ präsentiert

einen Familienvater, der sonntags

zur Kirche geht, aber im Alltag

ein knallharter Geschäftsmann ist,

bis ein Herzinfarkt ihn verändert.

Eingeblendet wird sein Pastor mit

seinen Gedanken und einigen Bibelworten.

Die 80-Minuten-DVD

(14,95 Euro) eignet sich auch ideal

als Einstieg zum Thema „Nachfolge“

in Haus- und Gemeindekreisen. Weitere

Impulse dazu gibt das Taschenbuch

„Not a Fan. Nachfolge leben“

(ISBN 3-7751-5423-9, 6,95 Euro),

das gute Anregungen für jeden Tag

bietet. (mk)

Katechismus-Jubiläum

Die badische Kirche feiert 2013

das 450-jährige Jubiläum des Heidelberger

Katechismus mit Gottesdiensten,

Ausstellungen und

Tagungen. Die reformierte Bekenntnisschrift

befasst sich in 129 Fragen

und Antworten mit den Grundlagen

des christlichen Glaubens und

wurde auf Initiative des Kurfürsten

Friedrich III. im Jahr 1563 von Zacharias

Ursinus, einem Schüler Philipp

Melanchthons, in Heidelberg

als Grundlage für den Unterricht

in Kirche und Schule herausgegeben.

Auf den Katechismus, in mehr

als 40 Sprachen weltweit gelesen,

gründet sich auch die badischen

Landeskirche. Link: www.heidelberger-katechismus.de.

(mk)

hoffen + handeln 01-2013 13


Information und Meinung

Neuerscheinungen

Reinhold Ruthe, Vater

sein - Zwischen Albtraum

und Traumjob.

Tb. mit 112 Seiten,

Verlag Media Kern 2012

(ISBN 3-8429-1602-9),

Preis: 7.95 Euro. – Der

Ehe- und Familienberater

analysiert präzise die Defizite

heute und skizziert

aus seiner Erfahrung ein

Gegenbild mit zahlreichen Beispielen und

praktischen Hilfen. (mk)

Werner May, Verliebte Liebe. Sieben

den für ein Liebesnetz, das hält.

Hardcover mit 48 Seiten, IGNIS-Akademie

(ISBN 3-933685-38-4), Preis: 8.80 Euro.

– Wer wissen will, warum Ehepaare selbst

nach Jahrzehnten noch glücklich miteinander

sind, der muss dieses Büchlein lesen.

Der Ratgeber ist nicht moralisch, sondern

macht Mut zu Treue und Hingabe, zum

Träumen und zum Neues-Entdecken im

Partner. Prädikat: lesenswert! (theo)

Ruth Heil, Wir gehören zusammen.

Bild-Text-Bändchen (geb. mit 48 Seiten)

Media Kern (ISBN

3-8429-3517-4), Preis:

9.95 Euro. – Sehr schöne

Fotos und Montagen

mit kurzen, biblisch fundierten,

wegweisenden

Texten für das gemeinsame

Leben. Für Brautpaare

und Ehepaare, um ihre Liebe zu beleben.

(mk)

Wunderbare neue Aufstellkarten zu

vielerlei Anlässen hat der Verlag Media Kern

(www.media-kern.de) herausgebracht. Neu

sind die schön gestaltete Geburtstagskarten

mit Umschlag, Einlage-Blatt und Kurzandacht

– etwa zum 60. Geburtstag (Impuls:

Jürgen Werth), zum 70. Geburtstag (Impuls

Kurt Scherer), zum 75. sowie 80. Geburtstag

(Impuls: Reinhold Ruthe) für 2.95 Euro.

Doppelkarte zur Jahreslosung 2013 „Wir

haben hier keine bleibende Stadt“

im Verlag Cap Music (www.cap-music.de,

72221 Haiterbach,

Tel. 07456 9393-0),

mit Umschlag und

Jahreslosungslied

von Heiko Bräuning

auf Mini-CD, Text

und Noten, durchsichtiger

Schutzumschlag, Querformat mit

Motiv „Weite“ in DIN-A6 (Nr. 5240090)

für 4,20 Euro, DIN-A5 (XL-Format, Nr.

5294090) für 5,50 Euro, oder alternativ

mit Sandburg-Motiv (Hochformat, Nr.

5240089) für 4,20 Euro, im XL-Format für

5,50 Euro (Nr. 5294089). Ebenfalls erhältlich:

Chorsatz, Taschenkalender und Poster.

(mk)

Schwäbischer „Tee-ologe“

entwickelte mehrere „Bibeltees“

Als cleverer „Tee-ologe“ erwies sich Pfarrer Christian

Tsalos aus Heimsheim bei Pforzheim. Bei

einer herben Erkältung hatte er die richtige Idee

– und entwickelte zur Gesundung einen „Bibeltee“

mit ausschließlich biblischen Zutaten: Sein Apotheker

und „Google“ halfen. Tsalos nutzte seine Erkenntnis für eine Benefizaktion

zugunsten seiner Gemeinde. Süßholz und Zimt, Granatapfel und Feige, Schwarzkümmel

und Ysop sind Ingredienzien, die schon in der Bibel erwähnt werden. Daraus

lassen sich leckere Tees mit wohltuender Wirkung zubereiten, so der „Teeologe“

in einem epd-Interview. Vor der Vermarktung sicherte sich 50-Jährige die

Internetadresse „bibeltee.de“. (Foto: epd-südwest)

l Musik zur

Sterbebegleitung

Immer mehr Palliativstationen setzen

Musik in der Sterbebegleitung ein.

Therapeuten sind überzeugt davon,

dass Musik die Sterbenden berührt und

trösten kann. Die Musiktherapie könne

sich auf die Reduktion von Schmerzen,

auf die Atemregulation, auf den Abbau

von Spannungszuständen, auf die Bearbeitung

von Ängsten und Depressionen

sowie auf das spirituelle Wohlbefinden

von Palliativpatienten auswirken, sagte

Professor Alexander Wormit von der

SRH Hochschule Heidelberg. (epd)

l Missionarischer Aufbruch

Die Missionsbewegung Lateinamerikas

greift über auf andere Kulturen. Von

Mexiko bis Argentinien, von Ecuador bis

Brasilien gab es Erweckungen. Tausende

Gemeinden und viele Missionswerke

entstanden. Junge Christen bereiteten

sich vor auf den Dienst im Ausland.

Hunderte arbeiten bereits in Europa,

Nordafrika, in Nahost und Südostasien.

Sie sind sehr beziehungsorientiert, von

ihrer Hautfarbe und ihrem Temperament

her den Menschen in den Einsatzländern

näher als Europäer. (idea)

l Querdenker Zinzendorf

Das neue Buch des

Pädagogen Wilhelm

Faix (Adelshofen)

über „Zinzendorf –

Glaube und Identität

eines Querdenkers“ ist

auch eine Fundgrube

für das Christsein

heute. Die Biografie

mit Zitaten und

Quellenangaben, mit

angenehmer Schriftgröße und guter

Gliederung, hat aufschlussreiche Kapitel

wie „Glaube und Gefühl“, „Nachfolge als

Fest“ oder „Erziehung durch Gemeinschaft“.

Graf Zinzendorf (1700-1760),

Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine,

hatte ein ganzheitliches Verständnis

vom Menschen und litt darunter,

Christliches „LichtHaus“ bietet Bege

In Halle an der Saale öffnete das „LichtHaus“ des Missionswerks OM-Deutschland

seine Türen. Schon am ersten Tag kamen viele Besucher in die farbenfrohen und

kreativ beleuchteten Räume. Ein erstklassiger

Kaffee schlug Brücken der Begegnungen

mit vielen Gesprächen. Einwohner von Halle

besichtigten neugierig die Räume. Eine ältere

Dame, die jeden Tag am Haus vorbeiläuft, den

ganzen Umbau mitverfolgt hatte, inspizierte

das schöne Café und Begegnungszentrum,

das hier entstanden ist. Genau dies ist das Ziel

der LichtHaus-Mitarbeiter: mit Menschen in

Kontakt zu kommen, mit Leuten, die Vorurteile

gegenüber dem christlichen Glauben haben

oder gar nicht darüber nachdenken, weil er aus

ihrem Bedeutungshorizont verschwunden ist.

„Wir haben gemerkt, dass wir uns nicht die Zeit

14 hoffen + handeln 01-2013


Information und Meinung

25 Jahre

badische

Besinnungstage

für Frauen

in Neusatz

Die Besinnungstage für

Frauen im Henhöferheim

Neusatz fanden 2012

zum 25. Mal statt. Auf

Initiative von Viola Scholler von der „Sammlung Bekennender Ev. Frauen“ hatte

sich im Herbst 1988 erstmals eine Gruppe von Frauen getroffen. Am letzten

Oktoberwochenende kamen jetzt wieder 40 Frauen zu Besinnung und persönlichem

Austausch zusammen. Unter dem Thema „Umkämpft“ entfalteten Elke

Seipp, Margarete Goos und Lilli Praetorius in drei Referaten die geistliche Waffenrüstung

eines Christen, wie sie der Apostel Paulus im Epheserbrief (Kapitel 6)

vorstellt, und ermutigten dazu, sich in den täglichen Herausforderungen und bei

schweren persönlichen Erfahrungen auf die biblischen Verheißungen zu stützen.

Teilnehmerinnen mit Internetanschluss verbündeten sich zu einem „Gebetsnetz“,

um Anliegen aktuell weiterzugeben. Zum Abschluss der Tagung, die von Schnee

überrascht wurde, bekundeten alle Teilnehmerinnen ihre Verbundenheit mit dem

Lied „Herr wir stehen Hand in Hand“. (mk)

dass das Evangelium verkopft wurde.

Er wandte sich gegen die gesetzliche

Strenge vieler Pietisten und ermutigte

zu einem frohen Christsein. Das neue

Zinzendorf-Buch vergleicht die Epoche

der anbrechenden Moderne, in welcher

der Graf aufwuchs, mit der Postmoderne,

die Christen heute herausfordern.

(mk)

l Buch über das Geld

Christentum und Marktwirtschaft

schließen einander nicht aus, sie

begünstigen sogar einander, hat der

Ökonom Robert Grözinger in seinem

Buch „Jesus, der Kapitalist“ festgestellt.

gnung bei Kaffee und Kultur

Die Bibel zeige dazu unverzichtbare

Verhaltensweisen, etwa die Achtung des

Privateigentums, die Einhaltung von

Verträgen sowie ein

gesundes Misstrauen

dem Staat gegenüber.

Der Einzelne habe

einen hohen Stellenwert.

An keiner Stelle

verurteilten Jesus

und seine Apostel

materiellen Reichtum

an sich, schreibt

Grözinger. Wohlstand

in privater Hand mache Hilfe im

Sinne der Nächstenliebe überhaupt erst

möglich. (idea)

zum Zuhören genommen haben. Wir haben schon immer gedacht, wir wüssten, was

die Menschen brauchen und hatten schon Antworten“, beschreibt es Stefan Pentzek,

Teamleiter des OM-Teams in Halle. „Unsere Vision

für das LichtHaus ist es, offen für die Fragen

und Zweifel der Menschen zu sein und mit ihnen

zusammen einen Form zu finden, die ihnen entspricht.

Schon beim ersten Kultur-Abend, einem

Konzert, war die Lounge zum Bersten voll. Die

vielen ehrenamtlichen Helfer und Unterstützer

feierten einen Dankgottesdienst. Rund 50.000

Stunden wurden erbracht für dieses „Licht-Haus“,

damit „das ganze Stadtviertel und die Region

„mit der hoffnungsvollen Botschaft von Jesus

Christus durchdrungen“ wird, sagte OM-Chef

Tobias Schultz erfreut in seiner Predigt.

Martin Kugele

Aufgegriffen

Weltuntergang?

Nein, die Welt ist nicht am 21. Dezember

2012 untergegangen. Erstaunlich viele

Menschen waren auf dieses Datum fixiert,

das angeblich das Ende unseres Planeten

einläuten sollte. Aus einem uralten Kalender

der Mayas ginge dies hervor, meinten

jene furchtsamen Westler, die sich von

jedem Gerücht aus dem Busch ins Bockshorn

jagen lassen. Die ehrfurchtsvoll die

Weisheit der alten Medizinmänner aus den

Naturvölkern rühmen, aber dann doch lieber

zum Kardiologen rennen, wenn sie den

Herzkasper haben.

Die Welt ist also nicht untergegangen, aber

jenes Gerücht hat doch viele in Furcht und

Schrecken versetzt. „Moni“ zum Beispiel,

eine anonyme E-Mail-Schreiberin im Internet,

steht für viele mit ihrem Kommentar:

„Also ich mach mir schon etwas Gedanken.

Es wird garantiert etwas dran sein.“ Andere

– etwa die Zeitung „Die Welt“ – reagierten

eher humorvoll, indem sie augenzwinkernd

ihren Lesern „7 Dinge, die Sie vor dem Weltuntergang

tun sollten“, empfahlen (darunter:

Ein richtig gutes Butterbrot essen!).

Eine christliche Gemeinde hat klug reagiert:

Sie lud zu einem Vortragsabend ein, der das

Thema seriös und biblisch fundiert behandelte.

Die ganze Aufregung um den Weltuntergang

ist ja nicht neu. Er hat bereits in der

Vergangenheit Mitglieder der „Zeugen Jehovas“

erfasst, die das genaue Datum zu

kennen glaubten. Und sich auch nach dem

fünften Mal nicht beirren ließen. Und ehrlicherweise

müssen wir hinzufügen, dass

auch manche seriöse christliche Theologen

ihre Finger nicht von der Rechnerei lassen

konnten. Dabei sind die Aussagen Jesu eindeutig:

Zeit und Stunde kennt niemand,

nur Gott selbst. Freilich lässt Jesus an der

Tatsache des Weltuntergangs selbst keinen

Zweifel. Die Alternative zu den abenteuerlichen

Weltuntergangsszenarien ist

deshalb nicht einfach das überlegene Wegdiskutieren,

sondern die Einladung, sich

einmal mit den Worten Jesu zu diesem Thema

zu beschäftigen.

Werner Weiland

ist Gemeindepfarrer in

Schönau bei Heidelberg

hoffen + handeln 01-2013 15


Empfänger:

hoffen

handeln

Zeitschrift für engagierte Christen

Mit Gottes Hoffnungslicht zu Menschen in Dunkelheit

„Im Januar 2012 waren wir zum 20-jährigen Bestehen der Gemeinde in Durrës in Albanien. Am

Ende des Festgottesdienstes schüttelte das älteste Gemeindemitglied, der 80-jährige Alexander,

uns die Hand und sagte: ‚Ich danke euch Missionaren, dass ihr in unser Land gekommen seid,

um uns das Evangelium zu bringen!‘ Seine mittlerweile verstorbene Frau hatte noch vor der

Öffnung Albaniens einen Traum, dass irgendwann Menschen aus einem fernen Land kommen,

Hoffnung bringen und etwas über die Bibel erzählen würden. Das war sehr eindrücklich. Gott

baut auch hier seine Gemeinde!“, erzählen Mirjam und Dane Hanson im Rückblick auf ihren

Missionseinsatz in Albanien.

Mirjam wuchs in einem gläubigen Elternhaus in Königsbach bei Pforzheim auf und reiste zum

Abschluss ihrer Krankenschwester-Ausbildung mit ihrer Mutter 1991 mit einem OM-Schiff

nach Kamerun. Ihre Mutter kam dort durch einen betrunkenen Autofahrer ums Leben. Am

Abend zuvor stellte eine Predigt beiden die Frage, ob sie auf das Leben nach dem Tod vorbereitet

sind. „Meine Mutter erzählte mir danach, dass sie vorbereitet ist, wenn sie einmal zu Gott

gehen würde“, blickt Mirjam zurück. „Nach ihrem Tod war mir ganz klar, dass sie im Himmel

ist, aber auch, dass es noch viele Menschen gibt, die Jesus noch nicht kennen. Sie sieht nun,

was sie geglaubt hat. Das war für mich der Ruf in die Mission.“ Im April 1993 ging sie mit einem

OM-Team nach Albanien.

In Durrës begegnet sie Dane, der aufgeschreckt über die Bombardierung Sarajevos 1992 die

USA verließ, um zu helfen. In den ersten Monaten leben beide bei einheimischen Familien, um

Albanisch zu lernen. Viele junge Leute kommen zum Glauben an Jesus. Hauskreise entstehen.

Mirjam und Dane heiraten und helfen beim Aufbau von Gemeinden. 1997 versinkt Albanien in

einen bürgerkriegsähnlichen Zustand, viele Missionare verlassen das Land. Auch Hansons wollen

raus. Doch überall wird geschossen, es herrscht Anarchie. Die italienische Marine evakuiert

sie nach schwierigen Tagen. Mirjam braucht eine Therapie. Gott heilte ihr Gemüt. Nach kurzer

Zeit kehren beide wieder zurück, um die Leitung der vielen jungen Gemeinden durch Albaner

zu regeln.

Bis 2001 wirken die Hansons in Albanien und erleben große Aufbrüche. Dann kehren sie

zurück und leiten von Deutschland aus die wachsende Arbeit auf dem Balkan. Als Mutter von

zwei Mädchen und zwei Jungen schaut Mirjam inzwischen viel nach den Kindern in unserem

Land. „In der übrigen Zeit kümmere ich mich um Asylanten, Obdachlose – den Randgruppen in

Deutschland“, erzählt sie. „Mit einigen Frauen haben wir eine Arbeit unter Prostituierten angefangen,

um Licht in diese dunklen Orte zu bringen.“ Sie fragen, ob sie in die Häuser dürfen. Die

Frauen, die oft unfreiwillig in diese Lage kamen, wundern sich völlig, dass jemand an sie denkt

und ihnen sagt, dass es jemand gibt, der sie liebt. „Wir bringen ihnen ein Geschenk mit – eine

Blume oder etwas Süßes – und spezielle Literatur für Prostituierte“, so Mirjam bewegt. „Wir

haben Gebetskreise hinter uns, denn wir merken, wie sehr diese Gebiete vom Bösen ausgefüllt

sind. Aber wir wissen, dass Jesus stärker ist.“

Als Mirjam und Dane 2012 Albanien besuchen, finden sie in einem Heim 60 Behinderte in erschreckendem

Zustand. Was tun? „Elmedini ist heute 17. Er ist blind und liegt im Bett“, erzählt

Mirjam. „Als wir dort waren, kam mir Kotgeruch entgegen, und er weinte. Das machte mich

traurig!“ Immer wieder fragen sich die Eheleute: Wer bringt das Licht der Hoffnung mit den

einheimischen Christen den Menschen auf dem Balkan?

Martin Kugele / Tobias Kübler

Verlag hoffen + handeln

Hinter der Mühle 34 c

D-21635 Jork

E-Mail: ilona.kapsa @gmx.de

Internet: www.hoffenundhandeln.de

Postvertriebsstück E 7639

DPAP, „Entgelt bezahlt“

Das Epiphanias-Fest am 6. Januar, im

Volksmund „Fest der heiligen drei Könige“

genannt, kündet von der „Erscheinung des

Herrn“ (Epiphanias), auch vom Erscheinen

und Kommen heidnischer Könige – geleitet

durch Gottes Stern, um das Jesuskind als

ihren Gott und Herrn anzubeten. In evangelischen

Kirchen wird an diesem Tag der

Bericht des Matthäus (Kapitel 2) gelesen,

der zeigt, dass auch die gottfernen Heiden

zur Krippe eingeladen sind. Mission und

Krippe gehören zusammen. Weihnachten

hat Folgen und will sich global auswirken.

Die weltweite Mission verbunden mit Taten

der Liebe beginnt schon vor der Haustüre. So

erlebt und praktiziert es Mirjam Hanson mit

ihrem Mann Dane, die wir hier vorstellen.

Mirjam und Dane Hanson lernten sich bei

einem Einsatz des Missionswerkes „Operation

Mobilisation“ (OM) in Albanien kennen.

Mirjam kommt aus einem missionarisch

engagierten Elternhaus, das sie geprägt hat.

Ihr Vater war Mitbegründer des örtlichen

Posaunenchors und eines Jugendkreises,

investierte schon früh viel Zeit, Geld und

Arbeitskraft für Glaubenswerke. Dane, der in

Minnesota (USA) aufgewachsen ist, machte

während seines BWL-Studiums einen

Missionseinsatz auf den Philippinen. Mit

einer Gemeinde dort half er den Armen in

einem Slum. Was er sah und erlebte, hat ihn

tief berührt und seinen Ruf in die Mission

bestärkt.

Die Hansons haben vier Kinder und wohnen

in Königsbach-Stein bei Bretten. OM-

Deutschland: Alte Neckarelzer Str. 2, 74821

Mosbach, Telefon 06261 947-0, E-Mail: info.

de@om.org, Spendenkonto: Nr. 507 245,

EKK Kassel, BLZ 520 604 10, Kennwort:

„Hanson“ oder „Albanien“.

OM-Foto

16 hoffen + handeln 01-2013

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