Broschüre zum Download - Gemeinde Gräfelfing

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Broschüre zum Download - Gemeinde Gräfelfing

Ortsumfahrung Gräfelfing:

Unsere Gemeinde

soll ruhiger werden!

Bürger-Informationsbroschüre zur Ortsumfahrung


2 ORTSUMFAHRUNG GRÄFELFING ORTSUMFAHRUNG GRÄFELFING 3

Inhalt

Übersichtskarte

Vorwort von Christoph Göbel, 1. Bürgermeister 4

1. Gräfelfing profitiert von der Ortsumfahrung

– das Wichtigste in Kürze 6

2. Bauliche Eckpfeiler und Kosten des

Maßnahmenpakets 10

2.1 Straßenneubau 10

2.2 Verlegung der Autobahnanschlussstelle 10

2.3 Rückbau der Würmtalstraße 10

2.4 Zubringer zur neuen Anschlussstelle 10

2.5 Weiterbau der Ortsumfahrung möglich 10

2.6 Umgestaltung der Großhaderner Straße 11

2.7 Neue Wegeverbindungen für den ÖPNV 11

3. Auswirkungen des Maßnahmenpakets 12

3.1 Verkehr von Gräfelfing fernhalten 12

3.2 Lärmschutz 14

3.3 Heitmeiersiedlung 16

3.4 Pasinger Straße 16

3.5 Rottenbucher Straße / Schulstraße /

Würmstraße 18

3.6 Würmtalstraße 20

3.7 Vorteile für Radler, Jogger, Spaziergänger 22

3.8 Gewerbegebiet 22

3.9 Natur 23

4. Bürgerentscheid am 21. April 2013 –

das Verfahren 24

5. Positionen der Gemeinderatsfraktionen 26

6. Ansprechpartner und Kontakte 33

Variante B, unmaßstäblich


4 VORWORT VORWORT 5

Vorwort von Christoph Göbel, 1. Bürgermeister

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

ein jahrzehntelang geplantes und gleichermaßen

begehrtes wie heiß diskutiertes Projekt kann nun

Realität werden: die Ortsumfahrung für Gräfelfing.

Und mit ihr die Verlegung der Autobahnanschlussstelle

an den östlichen, unbebauten Rand der Gemeinde

sowie der so dringend geforderte Rückbau

und Lärmschutz an der Würmtalstraße.

Dies ist eine Chance, die Gräfelfing ergreifen sollte.

Damit können die bewohnten Ortsgebiete gut

und nachhaltig vom Verkehr entlastet werden.

Ziel ist es, die Verkehrsströme der Zukunft, auf

deren Anwachsen die Gemeinde wenig Einfluss

hat, zu lenken. Dafür ist ein schlüssiges Konzept

erforderlich, das den überörtlichen Verkehr um

Gräfelfing herum leitet und den Verkehr der innerörtlichen

Straßen so gering wie möglich hält. Mit

dem Maßnahmenpaket der Ortsumfahrung ist

beides gegeben. Gräfelfing kann für den Verkehr

der Zukunft gewappnet werden. Gleichzeitig kann

der Gartenstadtcharakter erhalten bleiben, den

alle so schätzen.

Eine effiziente Entlastung vom Verkehr ist Lebensqualität

– und damit eine wichtige Weichenstellung

für die Zukunft.

In Gräfelfing erreichen die Verkehrsbelastungen

schon heute sehr hohe Werte, gerade im Bereich

der Anschlussstelle zur A 96. Und eine weitere

Steigerung ist wahrscheinlich: Aufgrund der Aus-

weitung der Siedlungs- und Gewerbeflächen im

Umland von Gräfelfing, zum Beispiel in Freiham

und Martinsried, wird der Verkehr noch weiter

anwachsen.

Als Grundlage für die Entscheidungsprozesse zur

dringend nötigen Ortsumfahrung wurde darum

eine fundierte Verkehrsuntersuchung von Prof.

Dr.-Ing. Harald Kurzak, Professor an der Technischen

Universität München und beratender

Ingenieur für Verkehrsplanung, durchgeführt.

Darüber hinaus fanden die Gutachten zahlreicher

weiterer Experten aus den Bereichen Städteplanung,

Verkehr, Immissionsschutz und Umwelt

Eingang in die Planungen.

Aus allen fachlichen Empfehlungen wurde ein

Maßnahmenpaket entwickelt, über das Sie, liebe

Gräfelfinger Bürgerinnen und Bürger, am Sonntag,

dem 21. April 2013, entscheiden sollen (Bürgerentscheid).

Die Maßnahmen basieren auf zahlreichen Vorschlägen

aus der Bevölkerung und seitens des

Gemeinderats. Sie würden wesentlich zur Entlastung

von Lärm, Abgasen sowie weiteren Gefahrenquellen

im Zusammenhang mit Verkehr beitragen.

Um Sie über alle Details rund um die Ortsumfahrung

ausführlich und umfangreich zu informieren,

wurde diese Broschüre erstellt. Sie soll Ihnen als

Entscheidungshilfe dienen.

Falls Sie darüber hinaus einen vertieften Informationsbedarf

haben, können Sie Ihre Fragen gerne

persönlich oder telefonisch an Herrn Ramsauer in

der Gemeindeverwaltung richten. Seine Kontaktdaten

finden Sie auf Seite 33.

Darüber hinaus sind Sie zu einem Informationsabend

eingeladen, am Montag, dem 11. März

2013, um 18.00 Uhr im Bürgerhaus. Eine zweite

Veranstaltung wird am Montag, dem 8. April 2013,

um 18.00 Uhr folgen. An diesen Abenden haben

Sie die Möglichkeit, all Ihre Fragen zu stellen

sowie sich detailliert über Vor- und Nachteile der

Ortsumfahrung zu informieren. Nutzen Sie gerne

dieses Angebot, Gemeinderat und Verwaltung

freuen sich auf den konstruktiven Dialog mit

Ihnen! Begleitend stehen Ihnen natürlich Informationen

über die Internetseite der Gemeinde

zur Verfügung.

Sie sollen eingebunden sein in den Entscheidungsprozess

zu dem großen Projekt „Ortsumfahrung“.

Herauskommen soll eine Lösung für die Bürger,

aber auch mit den Bürgern. Gemeinderat und

Verwaltung möchten Ihre Vorstellungen, Meinungen

und Erwartungen kennenlernen. Dies ist

auch eine Chance, zu erfahren, was Sie sich für

Gräfelfing wünschen.

Seit Jahrzehnten ist die Verkehrsentlastung ein

vieldiskutiertes Thema in Gräfelfing. Jetzt ist die

Zeit gekommen, die Weichen für die Zukunft

richtig zu stellen. Daher ist Ihre Entscheidung am

21. April gefragt. Es geht um Gesundheit, es geht

um Nachhaltigkeit und um Sicherheit für heutige

und künftige Generationen. Und es geht nicht

zuletzt um die Lebensqualität, die Gräfelfing ausmacht.

Damit die Gemeinde so lebenswert bleibt,

wie sie heute ist.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Christoph Göbel

1. Bürgermeister, stellv. Landrat


6 Einführung / Ausgangslage Einführung / Ausgangslage 7

1. Gräfelfing profitiert von der Ortsumfahrung –

das Wichtigste in Kürze

Differenzdarstellung: Prognose der Verkehrszunahme ohne Ortsumfahrung zw. 2012 und 2025

Eine Studie der LMU München zur Lebensqualität

in Gräfelfing besagt, dass die Bürger die gute

Anbindung an das Umland als einen großen Pluspunkt

ansehen. Mobilität ist ein wichtiger Bestandteil

des modernen Lebens, und der Wunsch danach

wächst stetig. Gleichzeitig wünschen sich die

Gräfelfinger aber auch den Erhalt der Gartenstadt

mit möglichst viel Grün sowie idyllischen Freizeitund

Erholungsflächen. Für die Bürger ist das ruhige

und beschauliche Wohnen ein schützenswertes,

hohes Gut. Das Lärm- und Verkehrsaufkommen

wird als problematisch wahrgenommen.

Gräfelfing leidet schon seit Jahren unter

starker Verkehrsbelastung

Die Autobahn A 96 sowie große überörtliche

Verbindungsstraßen durchqueren das Gemeindegebiet.

Der Verkehr auf diesen wächst: Die Belastung

der A 96 liegt an Werktagen im Bereich der

Anschlussstelle Gräfelfing beispielsweise heute

schon bei 101.700 Kfz/Tag, teilweise werden sogar

Spitzenwerte von bis zu rund 120.000 Kfz/Tag

erreicht! Diese Zahlen entstammen einer umfassenden

Verkehrszählung vom Juli 2012.

Verkehr steigt weiter in den

kommenden Jahren

Die Verkehrsuntersuchung von Prof. Kurzak stellt

auch dar, wie sich die Verkehrsbelastung ohne

Realisierung der Ortsumfahrung in Gräfelfing bis

zum Jahr 2025 gestalten würde. Dies nennen die

Planer den „Prognose-Nullfall 2025“. So sind beispielsweise

in der Würmstraße bis zu 1.000 Kfz/Tag

mehr zu erwarten, in der Rottenbucher Straße bis

zu 600 Kfz/Tag mehr und in der Würmtalstraße

bis zu 3.300 Kfz/Tag mehr. Nimmt man Rottenbucher

Straße, Schul-, Bahnhof-, Würm- und Würmtalstraße

zusammen, ergibt sich ein Zuwachs von

insgesamt 6.500 Kfz/Tag im bewohnten Ortszentrum

Gräfelfings (siehe Abbildung rechts).

Flaschenhals Pasinger Straße

Südlich der Lochhamer Straße ist die Pasinger

Straße (St 2063) mit 22.400 Kfz/Tag überaus stark

Dichter Verkehr auf der Pasinger Straße

beansprucht. Ein großer Teil des Verkehrs, der über

die St 2063 fließt, ist Durchgangs- und Berufspendlerverkehr.

Durch die Entwicklung des Gewerbegebiets

und des Forschungszentrums Martinsried

droht ein weiteres starkes Anwachsen. Die Pasinger

Straße ist bereits seit langem in den Hauptverkehrszeiten

an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit

– mit allen negativen Auswirkungen.

Autobahn bald an ihrer Kapazitätsgrenze

Bis zum Jahr 2025 werden 114.900 Kfz/Tag als

Durchschnittswert der Belastung auf der A 96

prognostiziert. Hier wirkt sich auch aus, dass die

A 99 (Westumfahrung München) eine attraktive

Verbindung von der A 96 zur Stuttgarter Autobahn

(A 8), zur Nürnberger Autobahn (A 9) und

zum Flughafen darstellt. Eine weitere zukünftige

Belastung der Autobahn ist durch das Bevölkerungswachstum

in der Region zu erwarten.

Starker Siedlungsdruck in der Region

Der Großraum München ist eine Wachstumsregion

mit starkem Zuzug. Dabei genießt Gräfelfing – am

westlichen Münchner Stadtrand gelegen – auf


8 Einführung / Ausgangslage Einführung / Ausgangslage 9

der einen Seite alle Vorteile einer günstigen Lage.

Diese weckt aber auch Begehrlichkeiten: Immer

mehr Menschen streben in die attraktive Münchner

Umland-Lage. Dies ist eine Tatsache, die in den

Planungen und Entscheidungen der Gemeinde

berücksichtigt werden muss.

So entsteht zum Beispiel in München Freiham ein

ganz neuer Ortsteil mit 22.000 Einwohnern und

weiteren 10.000 Arbeitsplätzen im Gewerbegebiet.

In Martinsried zieht das neue Biomedizinische

Zentrum mit künftig eigener U-Bahnstation Tausende

von Menschen an. Germering wird sich

vergrößern, und in Planegg gibt es Bestrebungen

zur Umgestaltung der Martinsrieder Ortsmitte

mit einer zu erwartenden Siedlungsverdichtung.

Alle diese Entwicklungen lassen eine deutliche

Zunahme des PKW- und LKW-Verkehrs erwarten.

Schnittzeichnung Galerie A 96

Ziel für Gräfelfing: Ein abgestimmtes

Verkehrskonzept

Die Bewältigung der Verkehrsströme, ihre sinnvolle

Kanalisierung und der Schutz der Gräfelfinger

vor Lärm und Luftverschmutzung – vor allem in

den Wohngebieten – ist im Moment eines der

vordringlichsten Anliegen der Gräfelfinger Kommunalpolitik.

Das Bestreben der Gemeinde muss

es sein, den zunehmenden Verkehr zu lenken. Und

zwar so, dass die innerörtlichen Bereiche möglichst

wenig belastet werden. Dies wird erreicht

mit einem Verkehrskonzept, das umfassend wirkt

– sowohl im Hinblick auf eigenen „Ziel- und

Quellverkehr“ (also Verkehr, der in der Gemeinde

entsteht), als auch im Hinblick auf Fremdverkehr

und auf den Verkehr auf der Autobahn. Eine ganze

Reihe von unabhängigen Gutachten bildet die

solide Datenbasis für die Planungen.

Diese und weitere Informationen finden Sie auf

der Gemeinde-Homepage www.graefelfing.de

unter dem Menüpunkt „Ortsumfahrung“.

Ortsumfahrung macht effektiven

Lärmschutz möglich

Die Ortsumfahrung schafft die rechtlichen und

räumlichen Voraussetzungen dafür, dass wirksame

Lärmschutzmaßnamen durchgeführt werden

können.

Das „Lärmtor“ Autobahn-Ausfahrt

wird geschlossen

Durch die Verlegung der Autobahnanschlussstelle

in Richtung München erreicht deutlich weniger

Lärm die angrenzenden Wohngebiete. Die Schließung

der heutigen Autobahnanschlussstelle ist

außerdem die Voraussetzung dafür, dass an der

A 96 weiterer Lärmschutz durch eine Tunnelverlängerung

und eine teilweise Galerieverbauung

(auf Höhe der Heitmeiersiedlung und Hofmarksiedlung)

realisiert werden kann.

Lärmschutz an der Würmtalstraße

Im Falle des Neubaus der Ortsumfahrung hat das

zuständige Staatliche Bauamt Freising den Rückbau

der Würmtalstraße auf zwei Fahrspuren gebilligt.

Dies ist ein schon lang gehegter Wunsch

der Gemeinde sowie der Bürgerinnen und Bürger.

Berufsverkehr auf der A 96

Ausführliche Informationen zum Lärmschutz finden

Sie im Kapitel 3.2 „Lärmschutz“ auf Seite 14.

Entlastung von Würmstraße, Schulstraße,

Rottenbucher Straße

Mit der neuen Ortsumfahrung wird die Pasinger

Straße entlastet. Dies hat wiederum den Effekt,

dass sich Verkehr, der heute noch durch die Wohngebiete

in der Würmstraße, Schulstraße und Rottenbucher

Straße läuft, auf die Pasinger Straße

verlagern kann. Genaue Zahlen der zu erwartenden

Entlastung finden Sie im Kapitel 3.5 auf

Seite 18.

Durch eine Reduzierung von vier auf zwei

Spuren kann dort wertvoller Platz gewonnen

werden, der für die Pflanzung von Bäumen, für

die Optimierung der Radwege, aber vor allem

auch für Lärmschutz direkt an der Lärmquelle

genutzt werden kann. Es würde deutlich leiser

an der Würmtalstraße, selbst wenn die absolute

Zahl der Fahrzeuge mit der Ortsumgehung zunächst

steigt.

Bürgerentscheid am 21. April 2013

In seiner Sitzung am 29. Januar 2013 hat der Gemeinderat

beschlossen: In einem Bürgerentscheid

am Sonntag, dem 21. April 2013, können Sie entscheiden.

Sie stimmen ab über Maßnahmen einer

Ortsumfahrung, für die sich eine Mehrheit des

Gemeinderats ausgesprochen hat. Dieser Abstimmung

ging ein langer Prozess intensiver Beratungen

und Entscheidungen voraus.

Ohne die Ortsumfahrung muss die Gemeinde für

Rückbau der Würmtalstraße und Bau von Lärmschutzanlagen

dort weiter kämpfen – mit ungewissem

Ausgang.

Sämtliche Informationen zum Verfahren des Bürgerentscheids

selbst finden Sie im Kapitel 4 „Bürgerentscheid

am 21. April 2013“ auf Seite 24.


10 Überblick über das Massnahmenpaket Überblick über das Massnahmenpaket 11

2. Bauliche Eckpfeiler und Kosten

des Maßnahmenpakets

Eine Luftbildübersicht über die geplante Trasse

finden Sie auf Seite 3.

2.1 Straßenneubau

• Die neue Ortsumfahrung verläuft östlich des

Gewerbegebiets. Sie wird als Staatsstraße qualifiziert,

damit sind bis zu 50% der Kosten durch

den Freistaat förderfähig.

• Sie verbindet die Staatsstraße 2343 (Würmtalstraße)

mit der neuen Autobahnanschlussstelle

und hat zwei Fahrspuren zuzüglich Abbiegeund

Verteilerspuren.

• Die heutige Autobahnanschlussstelle wird geschlossen.

• Die Pasinger Straße bleibt für den Verkehr offen.

• Die Verbindung zwischen der Staatsstraße 2063

(Pasinger Straße) und der neuen Anschlussstelle

erfolgt über den bisherigen Autobahnzubringer

und die freiwerdenden Parallelspuren südlich

der Autobahn.

• Die Würmtalstraße wird auf zwei Fahrspuren

zu rückgebaut und mit Lärmschutzanlagen zum

Schutz angrenzender Wohngebiete versehen.

• Die Großhaderner Straße und die Pasinger Straße

werden verschmälert.

2.2 Verlegung der Anschlussstelle

Die heutige Autobahnanschlussstelle Gräfelfing

maßgeblich für die starke Lärm- und Verkehrsbelastung

der angrenzenden Wohngebiete – wird

geschlossen und durch eine neue Anschlussstelle

östlich des Gewerbegebiets ersetzt.

Die Gemeinde gewinnt entlang der A 96 auf

den heutigen Ausfahrtspuren wichtigen Raum

für effektiven Lärmschutz.

Mittelfristig können in diesem Bereich Lärmschutzwände

oder Galerieverbauungen angebracht

werden, die den Schall direkt an der Lärmquelle

optimal abschirmen. Dies gilt für den Bereich

entlang der Heitmeiersiedlung, aber auch für

das Wohngebiet nördlich der Lochhamer Straße

(Hofmarksiedlung). Eine Verlängerung des bestehenden

Tunnels könnte außerdem bis etwa auf

Höhe der Straße „Am Wasserbogen“ realisiert

werden. Hier verläuft die Autobahn in Tieflage.

Sowohl Tunnel als auch Galerie sind wichtige

Bestandteile eines umfassenden Lärmschutzkonzepts

für die nächsten Jahrzehnte, von dem

ein großer Teil der Gräfelfinger Wohngebiete

enorm profitiert.

2.3 Rückbau der Würmtalstraße

Die Würmtalstraße wird von heute vier auf nur

noch zwei Fahrspuren reduziert, moderne Lärmschutzanlagen

bringen für die angrenzenden

Wohngebiete alle im vorangegangenen Kapitel

beschriebenen Entlastungswirkungen.

2.4 Zubringer zur neuen Anschlussstelle

Die Zufahrt zur neuen Anschlussstelle erfolgt

über den bisherigen Autobahnzubringer und dann

weiter über die frei werdende Parallelfahrbahn

süd lich der Autobahn (siehe Abbildung Seite 3).

2.5 Weiterbau der

Ortsumfahrung möglich

Die Ortsumfahrung lässt sich jederzeit verlängern:

sowohl nach Norden in Richtung Pasing als auch

nach Süden vorbei an Martinsried. Mit einer nördlichen

Verlängerung würden nördlich der A 96

die Anwohner der Heitmeiersiedlung noch stärker

vom Lärm entlastet.

Dem Bürgerentscheid liegt jedoch nur die sogenannte

„kleine“ Lösung, ohne Nordverlängerung,

zugrunde.

Die südliche Erweiterung zur Münchner Straße in

Planegg hätte erhebliche Entlastungen für die

Würmtalstraße sowie für die Planegger Straße zur

Folge – und damit für die ganze „Glück-Siedlung“.

Über den Weiterbau nach Süden diskutiert derzeit

der Gemeinderat in Planegg. Voraussetzung

aller weiterer Entlastungswirkungen ist jedoch

die Ortsumfahrung, wie sie im Bürgerentscheid

zur Abstimmung steht.

2.6 Umgestaltung der

Großhaderner Straße

Mit der Ortsumfahrung wird für die Großhaderner

Straße eine Verkehrszunahme von bis zu 2.500

Fahrzeugen pro Werktag prognostiziert. Auf diese

reagiert die Gemeinde mit einer geplanten Umgestaltung

der Straße, um die Verkehrssicherheit

insbesondere für querende Fußgänger zu erhöhen.

Zum einen ist die Verschwenkung des Straßenverlaufs

geplant, zum anderen die Verengung

des Straßenraums durch die Einrichtung von Stellplatzflächen

und mehreren Fußgängerüberwegen.

Durch diese Maßnahmen wird der Verkehr wirksam

verlangsamt.

2.7 Neue Wegeverbindungen

für den ÖPNV

Die Ortsumfahrung verbessert die tangentialen

Verbindungen im Münchner Südwesten. Leistungsstarke

Knotenpunkte von S- und U-Bahn können

mit Hilfe dicht getakteter Buslinien über die Straße

verbunden werden. Schneller und attraktiver lassen

sich so verbinden: die U-Bahn-Stationen Fürstenried

West / Großhadern und künftig Martinsried

mit den S-Bahn-Stationen Lochham und Pasing.

Bauliche Maßnahmen und geschätzte Kosten

der Ortsumfahrung

Streckenlänge

Trassierung

Querschnitt

Anzahl der Ampelanlagen 3

Form der Anschlussstelle

Kosten

Ca. 1,4 km

Nach Querung

der A 96 nahezu

geländegleich

Zwei Fahrspuren

zuzüglich

Abbiegespuren

„Trompetenform“

A) Neue Anschlussstelle:

• Autobahnanschlüsse

• Rückbau alte Anschlussstelle

• Rückbau nördliche Parallelspur

der A 96 2.500.000 €

B) Ortsumfahrung:

Verbindung von neuer

Anschlussstelle zur St 2343 4.000.000 €

C) Verbindungsstraßen:

• Umbau Großhaderner Straße

• Verbindungsstraße von St 2063

zur neuen Anschlussstelle 2.580.000 €

D) St 2343 – Würmtalstraße:

• Geländemodellierung südlich

des Reitvereins 580.000 €

• Rückbau der Würmtalstraße und

Errichtung von Lärmschutzwänden 1.933.000 €

E) Grunderwerbskosten im Abschnitt

Autobahnanschluss – St 2343 2.920.000 €

Gesamtkosten 14.513.000 € *

*Bei den aufgeführten Kosten sind Fördergelder, die die

Gemeinde für das Bauprojekt erhält, noch nicht berücksichtigt.

Da die Ortsumfahrung als Staatsstraße qualifiziert

wird, ist das Projekt mit bis zu 50 % der geschätzten

Kosten förderfähig.


12 Auswirkungen des Massnahmenpakets Auswirkungen des Massnahmenpakets 13

3. Auswirkungen des Maßnahmenpakets

3.1 Verkehr von Gräfelfing fernhalten

Differenzdarstellung: Vergleich der Verkehrszahlen mit und ohne Ortsumfahrung im Jahr 2025

Die neue Autobahnausfahrt hat den Vorteil, dass

sie den Verkehr von und zur Autobahn weitgehend

um die Gräfelfinger Wohngebiete herum führt.

Autofahrer mit Ziel Gewerbegebiet oder Campus

Martinsried müssen so gar nicht erst nach Gräfelfing

hinein fahren. Das große zusätzliche Verkehrsaufkommen,

das aus Martinsried und Großhadern

spätestens nach Öffnung des Biomedizinischen

Zentrums der LMU samt U-Bahn-Endstation Martinsried

erwartet wird, kann unmittelbar auf der

neuen Ortsumfahrung zur A 96 geführt werden.

Die Differenzdarstellung zeigt, wie sich die Verkehrszahlen

beim Bau der Ortsumfahrung, verglichen

mit der Situation ohne Ortsumfahrung, voraussichtlich

verändern werden. Diese Prognose

wird jeweils für das Jahr 2025 getroffen. Dabei

steht „grün“ für eine Entlastung und „rot“ für eine

Mehrbelastung. Nachdem die bisherige Autobahnanschlussstelle

nach Osten verlegt und eine neue

Trasse für die Ortsumfahrung geschaffen wird,

ergeben sich bei der Differenzdarstellung deutliche

Mehrbelastungen auf der neuen Autobahnanschlussstelle

und der neuen Ortsumfahrung.

Auch auf der Straße, die zur neuen Anschlussstelle

führt, ist eine Mehrbelastung zu verzeichnen.

Die Mehrung auf der Würmtalstraße entsteht, weil

die Ortsumgehung in die Würmtalstraße einmündet,

solange es keine Weiterführung in Planegg

gibt. So fließt Verkehr mit dem Ziel „südliches

Würmtal“ (Planegg, Gauting) über die neue Ortsumfahrung

in die Würmtalstraße und weiter in

die Planegger Straße. Im Gegenzug dazu erfahren

Pasinger Straße, Würmstraße, Schulstraße,

Rottenbucherstraße und Lochhamer Straße Entlastungen

durch Verlagerungen des Verkehrs.


14 Auswirkungen des Massnahmenpakets Auswirkungen des Massnahmenpakets 15

3.2 Lärmschutz

Differenzpegelplan: Dargestellt wird die Differenz der erwarteten Lärmimmissionen am Tag mit und ohne Ortsumfahrung (prognostiziert auf das Jahr 2025)

Das vordringlichste Ziel der Ortsumfahrung ist

der Lärmschutz für Gräfelfing.

Dazu gehört neben der lärmmindernden Verkehrsentlastung

des innerörtlichen Straßennetzes

langfristig eine Tunnelverlängerung inklusive

Galerie an der A 96. Mit der Errichtung von Lärmschutzwänden

an der Würmtalstraße wird ein

weiterer wirksamer Beitrag zum Ziel des Lärmschutzes

geschaffen.

Wie hoch genau die Lärmentlastung wäre, wird

anhand von Differenzpegelplänen für die geplanten

Maßnahmen gezeigt.

Der Differenzpegelplan stellt dar, wie sich die

Lärmimmissionen beim Bau der Ortsumfahrung

im Vergleich mit dem sogenannten „Prognose-

Nullfall“ (Prognose ohne Ortsumfahrung in 2025)

verändern werden. Dabei ist zu erkennen, dass

trotz der Verkehrszunahme auf der Würmtalstraße

die Lärmbelastung insgesamt um bis zu 6 dB (A)

verringert wird (im Plan grün dargestellt). Dies ist

zu erklären mit dem Rückbau der Würmtalstraße

auf zwei Fahrspuren und der Errichtung von Lärmschutzwänden.

Auch im Bereich westlich der Heitmeiersiedlung

wird durch die Schließung der Autobahnanschlussstelle

eine Lärmminderung um bis zu

2 dB (A) erreicht.

Beurteilungspegel

nach 16.BlmSchV,

Tag (6.00-22.00 Uhr),

Bezugshöhe 4 Meter

über Gelände in dB (A)

Pegelwerte in dB (A)

Gleiches gilt für die Bereiche beidseitig der süd lichen

Pasinger Straße, die eine Verkehrsentlastung

und somit eine Lärmminderung erfahren wird.

Eine Verschlechterung der Immissions situa tion

ergibt sich lediglich für das östliche Gewerbegebiet

und für die Bereiche östlich und südlich

des Gewerbegebietes.


16 Auswirkungen des Massnahmenpakets Auswirkungen des Massnahmenpakets 17

Straßenplanung Pasinger Straße

3.3 Heitmeiersiedlung

3.4 Pasinger Straße

Das Wohngebiet, das unmittelbar von der Verlegung

der Autobahnausfahrt Gräfelfing profitiert,

ist die Heitmeiersiedlung. Sie ist die am meisten

belastete Siedlung in Gräfelfing – sowohl in

punkto Lärm als auch in punkto Abgase. Wie

schon beschrieben, könnte durch die Verlegung

der Anschlussstelle wichtiger Raum entlang der

Autobahn gewonnen werden für wirksamen Lärmschutz,

z.B. in Form einer Galerieverbauung. Diese

würde bei Realisierung bis zu einer Halbierung

des aktuellen Lärmpegels am südlichen Rand der

Siedlung führen.

Mit bis zu 24.000 Kfz täglich (Prognose 2025 ohne

Ortsumfahrung, heute 23.000 Kfz) ist die Pasinger

Straße die am höchsten belastete Straße in Gräfelfing

und so für ein harmonisches Ortsbild störend.

Sie wirkt wie eine unerwünschte Trennlinie

zwischen westlichem und östlichem Gemeindegebiet.

Niedrigere Grundstückswerte und Immobilienpreise

östlich der Staatsstraße zeigen: Das

östliche Gemeindegebiet wird mit einer geringeren

Attraktivität wahrgenommen.

Durch die Ortsumfahrung würde die Pasinger

Straße vom starken Durchgangsverkehr entlastet

werden.

Erdwälle entlang der A 96

Bis zu 10.200 Kfz/Tag weniger sind zu erwarten

(Prognose 2025 mit Ortsumfahrung). Die Entlastung

betrifft hauptsächlich Verkehr mit Zielen

wie Martinsried oder Gewerbegebiet. Dieser wird

dann unmittelbar an der neuen Autobahnausfahrt

abgeleitet.

Davon profitieren die angrenzenden Geschosswohnungsbauten

am Anger, an der Lochhamer

Straße und an der Würmleiten, die unter dem

starken Verkehrslärm der Pasinger Straße erheblich

zu leiden haben.

Weniger Verkehr bewirkt bessere Vernetzung

der Erholungsflächen

Von einer Verkehrsentlastung der Pasinger Straße

würden außerdem die Erholungsflächen am Anger

profitieren. Die übrigen Erholungsgebiete, der

Paul-Diehl-Park, die Waldflächen im Lochhamer

Schlag, die Grünflächen an der Würm, würden für

Radfahrer und Fußgänger attraktiver miteinander

verbunden. Auch der Gockelberg, im Winter beliebter

Schlittenberg, wird von einem Teil des PKWund

Schwerlastverkehrs befreit und dadurch für

die Rodler angenehmer.

Durch die geringere Verkehrsbelastung wäre die

Pasinger Straße insgesamt für alle Bürgerinnen

und Bürger attraktiver. Davon profitieren natürlich

auch anliegende Geschäfte sowie Gastronomie.


18 Auswirkungen des Massnahmenpakets Auswirkungen des Massnahmenpakets 19

3.5 Rottenbucher Straße / Schulstraße /

Würmstraße

Straßenplanung Rottenbucherstraße (Ausschnitt)

Wie wird mit Hilfe der Ortsumfahrung der innerörtliche

Verkehr zwischen den Ortsteilen Gräfelfing

und Lochham in Zukunft gelenkt?

Natürlich müssen Lochhamer und Gräfelfinger

auch weiterhin innerhalb des Gemeindegebiets

fahren, sei es für den täglichen Einkauf oder für

den Arztbesuch.

Die Rottenbucher Straße, die Schulstraße und die

Würmstraße als wichtige Durchfahrtsachsen werden

jedoch mit der Ortsumfahrung vom Verkehr

entlastet.

Verkehrsgutachter Prof. Kurzak errechnete mit

der Ortsumfahrung für das Jahr 2025 folgende

Entlastungen:

• bis zu 1.000 Kfz/ Tag weniger für die nördliche

Rottenbu cher Straße

• bis zu 700 Kfz/Tag weniger für die Schulstraße

• bis zu 800 Kfz/Tag weniger für die Würmstraße

Der Grund sind Verlagerungen des Verkehrs:

Der gemeindefremde Verkehr auf der Pasinger

Straße verursacht mehr als die Hälfte der gesamten

Belastung. Da diese Fahrzeuge jedoch in den

Die Einmündung der

Schul straße in die Rottenbucher

Straße heute.

meisten Fällen von und zur A 96 unterwegs sind,

können sie in Zukunft über die neue Ortsumfahrung

geleitet werden, wodurch die Pasinger Straße

entlastet wird.

Dann ist eine Verlagerung des Verkehrs von West

nach Ost zu erwarten: Autofahrer, die heute noch

dem starken Verkehr auf der Pasinger Straße zu

Hauptverkehrszeiten ausweichen über Rottenbucher

Straße, Würmstraße, Wandlhamer Straße und

Schulstraße, werden künftig eher östlich der Würm

über die neue Ortsumfahrung oder über die entlastete

Pasinger Straße fahren. Damit belasten sie

nicht länger die Wohngebiete.


20 Auswirkungen des Massnahmenpakets Auswirkungen des Massnahmenpakets 21

3.6 Würmtalstraße

Schon heute ist die Würmtalstraße eine der am

meisten befahrenen Verkehrsachsen in Gräfelfing

mit täglich annähernd 10.000 Fahrzeugen auf vier

Spuren. Die Straße trägt große Teile des Erschließungsverkehrs

aus dem Gewerbegebiet Steinkirchen,

aber auch örtlichen Ziel- und Quellverkehr

aus Gräfelfing und Planegg.

Wird eine Ortsumgehung gebaut, billigt der Freistaat

Bayern den von Gräfelfing schon so lange

angestrebten Rückbau der Würmtalstraße. Die

hierfür notwendige Entwidmung von zwei Fahrspuren

erfolgt dann Zug um Zug mit der Planfeststellung

für die neue Ortsumfahrung.

Weniger Lärm trotz Mehrbelastung

Durch eine Verringerung der Straßenbreite von

zwanzig Meter auf neun Meter kann der neue

Straßenraum mit besonders effektivem Lärm-

schutz versehen werden. Die heutige Dominanz

der breiten Straße ist in dieser Form dann nicht

mehr gegeben.

Durch die bis zu 3,5 m hohen und direkt am Entstehungsort

des Lärms angebrachten, transparenten

Lärmschutzwände sinkt der Lärmpegel

deutlich hörbar um bis zu sechs Dezibel.

Zweiseitig geplante Baumreihen hinter den Lärmschutzwänden

werten das Ortsbild auf.

Durch transparente Lärmschutzwände

sinkt der

Lärmpegel an der Würmtalstraße

deutlich hörbar

um bis zu sechs Dezibel.

Verkehrsstudien belegen, dass die Straße auch

mit nur noch zwei Fahrspuren den Verkehr aufnehmen

kann. Der zusätzliche Verkehr aus Planegg

und Gräfelfing, der durch die Ortsumfahrung entsteht,

beträgt im westlichen Bereich bis zur Einmündung

Finkenstraße 4.600 Kfz/Tag mehr, im

östlichen Bereich bis zur Einmündung Neurieder

Weg 6.800 Kfz/Tag mehr.

Allerdings belastet dieser zusätzliche Verkehr

die Würmtalstraße fast ausschließlich während

der Stoßzeiten. Abends, am Wochenende und

an Feier tagen wird die Straße deutlich geringer

belastet sein.

Wird die Würmtalstraße verschmälert, verengt sich

der Straßenraum. Auch die Kreuzungen werden

zurückgebaut. Dadurch verlangsamt sich der Verkehr

erheblich. Das bedeutet weniger Schadstoffausstoß

pro PKW durch eine geringere Durchschnittsgeschwindigkeit!

Starkes Beschleunigen wie es auf der heutigen

vierspurigen Würmtalstraße oft zu beobachten ist,

gehört dann der Vergangenheit an.

Gräfelfing hofft schließlich weiter auf den Bau

der Ortsumfahrung bei Martinsried. In diesem

Fall würde die Verkehrsbelastung auf Würmtalund

Pla negger Straße sogar erheblich sinken.

Vor aussetzung hierfür: Die neue Ortsumfahrung

Gräfelfing.

Gesamtkonzept Würmtalstraße (Ausschnitt)


22 Auswirkungen des Massnahmenpakets Auswirkungen des Massnahmenpakets 23

3.7 Vorteile für Radler, Jogger,

Spaziergänger

Aus der Vogelperspektive betrachtet, ist Gräfelfing

sehr grün: Entlang der Würm ziehen sich größere

und kleinere Uferlandschaften, großzügige

Gärten mit alten Baumbeständen und vereinzelte

Parkanlagen. Allerdings sind diese Bereiche, ebenso

wie die Wohngebiete, teilweise vom Verkehr

stark belastet. Die Ortsumfahrung könnte dafür

sorgen, dass bereits bestehende Grünflächen besser

genutzt werden und den Bürgerinnen und

Bürgern noch mehr Erholung bieten. Vorhandene

Flächen werden durch die Entlastung vom Verkehr

ruhiger und damit wesentlich attraktiver.

Insgesamt lässt die Ortsumfahrung durch die

innerörtliche Verkehrsentlastung das gesamte

Gemeindegebiet stärker zusammenwachsen. Für

Radfahrer und Fußgänger wird es dadurch insgesamt

sicherer und attraktiver.

3.8 Gewerbegebiet

Gräfelfing befindet sich in der vorteilhaften Lage,

ein beliebter Wirtschaftsstandort zu sein. Bereits

seit Jahrzehnten haben viele große und renommierte

Unternehmen hier ihren Sitz.

Durch eine gezielte Wirtschaftsförderung können

auch in Zukunft weitere Gewerbebetriebe für

Gräfelfing gewonnen werden. Dabei handelt es

sich überwiegend um so genannte „nicht störende

Betriebe“ aus dem tertiären Sektor, also dem

Dienst leistungsbereich. Diese erzeugen – anders

als ein Industriegebiet – weder gravierende Lärmnoch

Geruchsbelastungen.

Eine maßvolle Erweiterung des Gewerbegebiets

dient dem Wohl des ganzen Orts. Nicht zuletzt geht

es um die Einnahmen für die vielfältigen Aufgaben

der Gemeinde. Voraussetzung dafür: eine gute

Verkehrsanbindung.

Mit Hilfe der Ortsumfahrung kann die aus wirtschaftlichen

Gründen für die Gemeinde sinnvolle

Erweiterung des Gewerbegebiets voran gehen,

ohne dass Verkehr dabei bewohnte Ortsgebiete

berührt. Mit der besseren Anbindung kann auch

langfristig verhindert werden, dass Gräfelfinger

Unternehmen wegen einer unbefriedigenden

Verkehrssituation den Standort verlassen.

Unternehmen, die hochwertige Güter erzeugen,

sollen in Gräfelfing gute Rahmenbedingungen

vorfinden. Der stabile, sehr niedrige Gewerbesteuerhebesatz

von 250 v. H. ist ein Teil dieses

Konzepts. Außerdem gehört dazu die hervorragende

ÖPNV-Anbindung mit zwei S-Bahnhöfen

und zahlreichen Busverbindungen. Die Anbindung

an die A 96 / A 99 zur schnellen Erreichbarkeit der

Münchner Innenstadt, des Flughafens München

oder der Neuen Messe München kann durch die

Ortsumfahrung noch verbessert werden.

Damit ist die Ortsumfahrung eine vorausschauende

Maßnahme zur langfristigen Bindung des Gewerbes

an Gräfelfing. Die Gemeinde bleibt attraktiv

als Standort, auch für Neuansiedelungen.

Radler, Jogger und Spaziergänger kennen den romantischen Blick auf St. Johannes – künftig könnten sie diesen mit

weniger störenden Hintergrundgeräuschen genießen.

Für die Bürgerinnen und Bürger hat die Ortsumfahrung

den Vorteil, dass der Verkehr vom und zum

Gewerbegebiet nicht mehr durch Wohngebiete

führt, sondern frühzeitig „abgeleitet“ und damit

von den Anwohnern ferngehalten werden kann.

Eine effektive Entlastung!

3.9 Natur

Die Gemeinde legt großen Wert darauf, beim Bau

der Ortsumfahrung den Eingriff in Grünflächen

mit geeigneten Maßnahmen zu kompensieren. Die

Auflagen des Freistaats Bayern dazu sind streng,

können von der Gemeinde Gräfelfing aber sogar

übererfüllt werden.

Ein Flusslauf als Teil des Gemeindegebiets ist etwas

Besonderes – und damit besonders schützenswert.

Schützenswerte Natur und Erholungsflächen für die

Gräfelfinger entlang der Würm.

Das ökologisch wertvolle östliche Würmhochufer

mit den großen Wiesenflächen am Anger hat

größte Potenziale für Naturschutz und Naherholung.

Allerdings wird es durch die unmittelbare

Nähe der Pasinger Straße stark beeinträchtigt –

durch den Lärm, aber auch durch Schmutzwasserund

Immissionseintrag. Die Verkehrsentlastung

würde eine große Aufwertung der angrenzenden

Flächen an der Würm mit sich bringen.

Erholung suchen bereits heute viele Gräfelfinger

am westlichen Ufer der Würm. Diese urbane

und gleichzeitig naturnahe Idylle wird durch

eine Verkehrsentlastung der Pasinger Straße

enorm verstärkt.


24 Der Bürgerentscheid Der Bürgerentscheid 25

4. Bürgerentscheid am Sonntag, dem

21. April 2013 – das Verfahren

Mit diesem Instrument der direkten Demokratie

haben Sie als wahlberechtigte Bürgerinnen und

Bürger die Möglichkeit, in einer freien, gleichen

und geheimen Abstimmung zu entscheiden. Und

zwar über die Frage, ob die Gemeinde eine Ortsumfahrung

realisieren soll oder nicht. Der Bürgerentscheid

steht in seiner rechtlichen Gültigkeit

dem Beschluss Ihrer gewählten Kommunalvertretung

gleich.

Die Durchführung des Bürgerentscheids wurde

von den Gräfelfinger Gemeinderäten in der

Gemeinderatssitzung vom 29.1.2013 einstimmig

beschlossen (ein sogenanntes „Ratsbegehren“).

Zustimmungsquorum:

Damit die Abstimmung gültig ist, müssen sich

mindestens 20 % der Stimmberechtigten für eine

Antwort (ja oder nein) ausgesprochen haben

(Zustimmungsquorum). Am 01.01.2013 gab es in

der Gemeinde rund 10.600 Stimmberechtigte.

Die Fragestellung für den Bürgerentscheid

lautet:

„Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Gräfelfing

alle notwendigen Schritte unternimmt, um eine

Ortsumfahrung im Osten von Gräfelfing zu realisieren,

und sie dabei eine Trasse von der Würmtalstraße

bis zur neuen Anschlussstelle an die

Bundesautobahn A 96 südöstlich der Heitmeier-

Siedlung verfolgt?“

Benachrichtigungskarte:

Der Bürgerentscheid findet am Sonntag, dem

21. April 2013, von 8.00 – 18.00 Uhr statt. Alle

Details zu den Abstimmungslokalen in Gräfelfing

und Lochham sowie zur Briefabstimmung finden

Sie auf der Benachrichtigungskarte zum Bürgerentscheid,

die Ihnen spätestens bis zum 30. März

2013 zugehen wird.

Am Sonntag, dem 21. April

2013 können alle Stimmberechtigten

im Gräfelfinger

Bürgerhaus und in den

anderen Abstimmungslokalen

ihren Stimmzettel

zum Bürgersentscheid

(siehe rechts) ausfüllen.

Stimmzettel für den Bürgerentscheid

in Gräfelfing am 21.04.2013

Sind Sie dafür, dass die Gemeinde Gräfelfing alle notwendigen Schritte

unternimmt, um eine Ortsumfahrung im Osten von Gräfelfing zu realisieren,

und sie dabei eine Trasse von der Würmtalstraße bis zur neuen Anschlussstelle

an die Bundesautobahn A 96 südöstlich der Heitmeier-Siedlung verfolgt?

Sie haben hier eine Stimme

MUSTER

JA

NEIN


26 Positionen der Gemeinderatsfraktionen Positionen der Gemeinderatsfraktionen 27

5. Positionen der Gemeinderatsfraktionen

Christlich Soziale Union (CSU)

Die CSU Fraktion im Gemeinderat Gräfelfing befürwortet

den geplanten Bau einer Ortsumfahrung

für Gräfelfing und ruft die Bürgerinnen und Bürger

zur Teilnahme am Bürgerentscheid am 21. April auf!

Geben Sie Ihre Stimme ab und stimmen Sie mit „JA“

für die Entlastung unserer Wohngebiete von Verkehr,

Lärm und Abgasen!

Die zur Entscheidung anstehende Ortsumfahrung

birgt nach Jahrzehnten intensiver Diskussion nun

endlich die realistische Chance, möglichst viel

Verkehr aus dem bewohnten Ortsgebiet an den

Ortsrand zu verlagern und die Grundlagen für

den maximalen Schutz unserer Wohngebiete vor

Lärm und Abgasen zu legen.

Gestützt auf zahlreiche Gutachten und vielfältigen,

fundierten Expertenrat ist die Ortsumfahrung in

der zur Entscheidung anstehenden „kleinen Lösung“

mit Zustimmung aller zuständiger Behörden

der Einstieg in die Aufwertung aller Wohngebiete.

Davon profitieren alle Bürgerinnen und Bürger in

Gräfelfing und Lochham.

Die CSU Fraktion im Gemeinderat setzt sich deshalb

ein für:

• die Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die

neue Ortsumfahrung und damit raus aus den

Wohngebieten,

• die Entlastung der Wohngebiete an der Würmtalstraße,

an der Rottenbucher Straße, Am Anger,

An der Würmleiten, an der Lochhamer Straße, an

der Pasinger Straße, in der Glück- und Heitmeier-

Siedlung und im Unterfeld,

• die Schließung der Autobahnanschlussstelle,

dem Lärmeinfallstor in die Heitmeier-Siedlung,

und deren Neubau weit entfernt vom bewohnten

Ortsbereich,

• wirksamen Lärmschutz entlang der Autobahn,

• den Rückbau und effektiven Lärmschutz an der

Würmtalstraße und dadurch eine Aufwertung

der Glück-Siedlung,

• die Weiterführung der Ortsumfahrung auch in

Martinsried, damit auch die Planegger Straße

und die Würmtalstraße weniger Verkehr als heute

aufweisen.

Ohne die Ortsumfahrung und Verlegung der Anschlussstelle

gibt es weder zusätzliche Entlastungen

und damit eine Aufwertung der bewohnten

Ortsteile noch ist, mangels frei werdender Flächen,

über weite Strecken Lärmschutz an der A 96

möglich.

Die Ortsumfahrung ist der Schlüssel zum Erfolg:

von Experten empfohlen, zügig realisierbar, finanziell

machbar (Gesamtkosten inkl. aller Rückbauund

Lärmschutzmaßnahmen ca. 14 Mio. € abzüglich

der staatlichen Förderung von bis zu 50%) und

zukunftsgerichtet.

Lassen Sie keine Minderheit entscheiden! Stimmen

Sie beim Bürgerentscheid am 21. April mit JA für

eine Ortsumfahrung und damit für die Zukunft

unserer Gartenstadt! JEDE STIMME ZÄHLT!

Ihre CSU-Fraktion im Gemeinderat

Interessensgemeinschaft

Gartenstadt Gräfelfing (IGG)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Sie sind

aufgerufen über die Ortsumfahrung Gräfelfing zu

entscheiden.

Als IGG möchten wir Ihnen Kriterien an die Hand

geben, mit denen Sie zu einer Beurteilung und

Entscheidung kommen.

Das ursprüngliche Ziel den Verkehr auf der Pasinger-

und Planegger-Straße drastisch zu reduzieren,

wird mit dieser neuen Straße nicht erreicht.

Vielmehr soll ein überörtliches Ziel verwirklicht

werden: die Anbindung des Biotech-Clusters in

Martinsried und der Universität in Großhadern.

Die Stadt zahlt nicht mit und die Höhe der Beteiligung

an den Kosten durch den Freistaat ist

völlig offen.

In Gräfelfings Haushalt sind die Mittel nicht eingestellt.

14,5 Mio. € sind der bisherige Ansatz, der

auf Zahlen beruht, die zum Teil aus Schätzungen

des Jahres 2008 stammen und schon deshalb

nicht aktuell und vollständig sein können. Die

Finanzierung ist nicht erläutert.

Das Großprojekt bindet langfristig wesentliche

Mittel des Gemeindehaushalts und wird den

finanziellen Spielraum für andere Projekte der

Gemeinde Gräfelfing über viele Jahre erheblich

einengen. Betroffen sind z.B.: Umgestaltung des

Jahnplatzes, Modernisierung des Rudolf- und

Maria-Gunst-Hauses, Erweiterung der Gemeindebücherei,

Sanierung der Ortsstraßen, Umsetzung

eines Energiekonzeptes und vieles mehr.

Dieses große und für Jahre den Haushalt belastende

finanzielle Risiko steht in keinem Verhältnis

zum Nutzen dieser Ortsumfahrung.

Eine örtliche Verkehrsentlastung findet nicht statt,

sondern es kommt zu einer Verkehrsverlagerung:

die Pasinger Straße wird um fast 15% entlastet,

der Verkehr nimmt auf der Würmtalstraße bis

zum Jahr 2025 um 93% von derzeit 9.900 auf

19.100 Kfz täglich zu. In Folge kommt es am

Ortseingang Kreuzung Bahnhof-/Pasinger-Straße

zum Stau.

Dahingegen wird die Kreuzung Pasinger-/Lochhamer

Straße zur Autobahn entlastet.

Die Planegger Straße wird jedoch bis 2025 knapp

20% mehr Verkehr aufweisen.

Die Fortführung der Straße auf Planegger Flur ist

nach wie vor offen.

Entlang der Würmtalstraße sind 3,5 Meter hohe

Schallschutzwände nötig, die das Ortsbild beinträch

tigen.

Die Entscheidung liegt bei Ihnen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Interessengemeinschaft

Gartenstadt Gräfelfing (IGG)


28 Positionen der Gemeinderatsfraktionen Positionen der Gemeinderatsfraktionen 29

Bürgerverein Gräfelfing-Lochham (BVGL)

Die Fraktion des Bürgerverein Gräfelfing-Lochham

(BVGL) unterstützt den anstehenden Bürgerentscheid

und das geplante Vorhaben eine Ortsumfahrung

für das Gemeindegebiet zu verwirklichen.

Der BVGL fordert als einzige Fraktion schon seit

Jahrzehnten die Entlastung des Gemeindegebietes

vom Durchgangsverkehr durch die Schaffung

einer leistungsfähigen Ortumfahrung, die am Gemeindegebiet

vorbeiführt. Bereits jetzt ist das

Gräfelfinger Straßennetz am Rande seiner Kapazität

(siehe Pasinger Str.).

Eine Entlastung der Wohngebiete Gräfelfings kann

planerisch nur im Bereich des Durchgangsverkehrs

erfolgen, da eine Reduzierung des Ziel- und

Quellverkehrs nur durch die Veränderung des

Fahrverhaltens jedes einzelnen Bürgers eintreten

kann. Die Voraussetzungen hierfür wurden unter

anderem durch das Anlegen von Radwegen und

des Aufbaus eines umfangreichen Personennahverkehrs

in den letzten Jahren geschaffen.

Aufgrund diverser Großprojekte rund um das Gemeindegebiet

(Ausbau Freiham, Vergrößerung

des Uni-Campus in Martinsried, Erweiterung des

Gewerbegebietes Steinkirchen) ist es heute schon

notwendig, Vorsorge zu treffen, den überörtlichen

Verkehr aus dem Ortsgebiet fernzuhalten. Durch

die geplante Ortsumfahrung ist es der Gemeinde

möglich, den Durchgangsverkehr an den Ortsrand

zu verschieben. Weiterhin entstehen durch

die Errichtung der Ortsumfahrung Möglichkeiten

nachteiligen Entwicklungen entgegenzutreten

(z.B. Fahrbahnreduktion und Schaffung von effektivem

Lärmschutz an der Würmtalstraße) und im

übrigen Ortsgebiet gestalterisch tätig zu werden.

Die Fraktion des BVGLs geht davon aus, dass die

Gemeinde Planegg nach dem Bau der Ortsumfahrung

und den anschließend eintretenden Folgen

die Entscheidung treffen wird, die Umgehungsstraße

auf ihrem Gebiet zu verlängern. Dies würde

zu einer weiteren Entlastung der Gemeindestraßen

und der durch die Ortsumfahrung mehrbelasteten

Straßen führen. Aufgrund der aktuellen

Planung ist ein Weiterbau ohne erheblichen Mehraufwand

in Richtung Pasing und Planegg möglich.

Durch den Bürgerentscheid hat die ganze Bevölkerung

Gräfelfings die Möglichkeit sich aktiv

in den Entscheidungsprozess einzubringen, die

Vorteile der Planung zu erkennen und über die

weitere Entwicklung des Straßenverkehrs in

Gräfelfing zu befinden. Wir fordern die wahlberechtigte

Bevölkerung auf, am Bürgerentscheid

teilzunehmen und ihr Wahlrecht zugunsten der

Ortsumfahrung auszuüben.

Die Gemeinderäte des BVGL stehen Ihnen jederzeit

für sachliche Auskünfte zur Verfügung.

GRÜNE / Unabhängige Liste

Der Preis ist hoch, der Nutzen klein und der

Schaden groß

14,5 Mio. € soll das Projekt kosten. Zum Vergleich:

Der gemeindliche Vermögenshaushalt für 2013,

mit dem alle Investitionen in diesem Jahr abgedeckt

werden sollen, beträgt 13,5 Mio. €. Wenn

also die Ortsumfahrung in diesem Jahr zu finanzieren

wäre, dann müsste ein Kredit von 1 Mio. €

aufgenommen werden und zudem alle anderen

geplanten Investitionen zumindest verschoben

werden. Um Geld für andere Projekte wie Kindergärten,

Schulen usw. zu haben, müsste der Kredit

sogar noch deutlich höher ausfallen. Es sind zwar

staatliche Zuschüsse für dieses Straßenbauprojekt

zu erwarten, doch in welchem Umfang kann

nur schwer vorhergesagt werden. Die Gemeinde

muss in jedem Fall die Summe vorfinanzieren,

ohne genau zu wissen, wann der Zuschuss ausgezahlt

wird.

Keine Frage: das Projekt kann ein erster Schritt zu

effektivem Lärmschutz für die Heitmeier-Siedlung

sein und es schließt das neue Gewerbegebiet noch

direkter an die Autobahn an.

Doch muss man dazu wissen:

1. Der Lärmschutz für die Heitmeier-Siedlung

wird erst dann gegeben sein, wenn dort die

Autobahn im Tunnel bzw. einer Galerie verschwindet.

Doch wird das finanzierbar sein?

2. Es gäbe durchaus alternative und kostengünstigere

Straßenführungen bei einem verlegten

Autobahnanschluss, die vorwiegend bestehende

Straßenzüge anpassen und nützen, ohne

dass eine neue Anbindung an die Würmtalstraße

geschaffen wird. Gegen derartige Alternativen

(vgl. Antrag der Grünen/Unabhängigen

Liste) haben sich allerdings das Straßenbauamt

und die Autobahndirektion mit fadenscheinigen

Argumenten ausgesprochen und für ein

Festhalten an solchen Konzepten gab es keine

Mehrheit im Gemeinderat.

Zentrales Argument für eine Ortsumfahrung ist

üblicherweise: Entlastung des innerörtlichen Verkehrs.

Doch genau dies wird in Gräfelfing nicht

gelingen. Die erwarteten Wohnstraßen-Entlastungen

(z.B. von der Rottenbucher Str.) werden –

wenn überhaupt – nur in einem Umfang ausfallen,

der unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt,

während gleichzeitig bestehender Verkehr verlagert

und zusätzlicher Verkehr angezogen wird.

Demgegenüber soll die neue Straße (anders als

ursprünglich beschlossen) nun nicht mehr tiefergelegt

werden und auch keine Grünbrücke entstehen.

Für derartige Maßnahmen zum Lärmschutz

bzw. zur (Teil-)Rettung ökologisch wichtiger Verknüpfungen

ist natürlich kein Geld mehr da.

Die Liste GRÜNE / Unabhängige im Gräfelfinger

Gemeinderat empfiehlt deshalb: Stimmen Sie mit

NEIN beim Bürgerentscheid.


30 Positionen der Gemeinderatsfraktionen Positionen der Gemeinderatsfraktionen 31

Sozialdemokratische Partei

Deutschlands (SPD)

Stellungnahme der Gemeinderatsfraktion der

SPD zum Bürgerentscheid am 21.4.2013

Die SPD-Fraktion empfiehlt ein ‚NEIN‘. Der Bürgerentscheid

über nur noch eine Umfahrungsvariante

geht auf den Gemeinschaftsantrag von SPD, Grünen/Unabhängigen,

IGG und FDP v. 29.1.2013 zurück,

der zum Verzicht auf die ‚Große Umfahrung‘

führte. Aber auch ein Vergleich der Vor- und

Nachteile der ‚Kleinen Umfahrung‘ zeigt, dass die

Nachteile bei weitem überwiegen. Daher ein klares

NEIN. Die wesentlichen Argumente dafür sind:

1. Das offiziell angestrebte Ziel einer Verkehrsberuhigung

der Gemeinde wird auch mit der

‚Kleinen Umfahrung‘ bei weitem verfehlt. Das

Gutachten von Prof. H. Kurzak zeigt vielmehr,

dass sich der Verkehr durch diese Planung

erhöhen wird, und zwar sowohl in dicht besiedelten

Wohngebieten durch Verkehrsverlagerung

als auch insgesamt infolge längerer Fahrtwege

zur neuen A 96-Anschlußstelle. Es werden

dadurch täglich insgesamt 20.000 km mehr

auf Gräfelfinger Straßen gefahren.

2. Von mehr Verkehr betroffen ist allen voran das

Wohngebiet an der Würmtalstraße, dem neuen

‚Einfallstor‘ nach Gräfelfing (ca. 55% mehr Verkehr),

das zudem mit langen und 3,5 m hohen

Lärmschutzwänden, ähnlich einer Schlucht,

verunstaltet werden würde. Aber auch in

Teilabschnitten von Bahnhof-, Rottenbucher-,

Steinkirchner-, Tassilo-, Planegger-, Finken-,

Lochhamer-, Aubinger- und Großhadernerstraße

ist nach dem o. g. Gutachten mit Mehr-

verkehr zurechnen, zumal mehr Schleichverkehr

droht. Die Entlastung der Pasingerstraße

hält sich hingegen in Grenzen, da sie Staatsstraße

bleibt.

3. Die Bewertung des Gutachters ist eindeutig:

„... man merkt es kaum ...“, nämlich die Entlastung

für einige Straßen westlich der Würm

(27.11.12 im Gemeinderat). Und weiter Prof.

Kurzak: “... in Gräfelfing wird vor allem das

Gewerbegebiet entlastet, kaum die Wohngebiete“

(12.12.12 Münchner Merkur). Somit

stellt die ‚Kleine Umfahrung‘ allenfalls eine

Gewerbegebiets-Umfahrungsstraße dar.

4. Da die ‚Kleine Umfahrung‘ alles andere als eine

überzeugende Lösung darstellt, ist eine Investition

von ca. 15 Mio. €, die fast ausschließlich

von der Gemeinde zu finanzieren wäre, nicht

zu verantworten. Vielmehr sollten die so eingesparten

Finanzmittel für wichtigere Projekte

verwendet werden, nämlich gezielte Verkehrsberuhigung

(Rückbau der Würmtalstr., Flüsterasphalt

auf der Pasingerstr.), verbesserte Radwege

(z.B. Neurieder Weg), Sanierung von Ortsstraßen

und insbesondere für bezahlbaren

Lärmschutz an der A 96.

AnliegerInitiative Gartengemeinde (AIG)

Die Fraktion der AIG hat den ersten der beiden

Anträge zum Bürgerentscheid eingebracht.

Grund: Nachdem die Bürger einen Großteil der

Kosten zu tragen haben, sollen sie an der Entscheidung

beteiligt sein.

Aus der Historie heraus begreift sich Gräfelfing

als ruhiger Villenvorort, bisher ohne besondere

Priorität auf Gewerbe. Jedoch wurde in dieser Gemeinderatsperiode

das Gewerbegebiet deutlich

erweitert. Das ist sicher sinnvoll, solange es nicht

überhandnimmt. Dazu ein Hinweis zur Verteilung

der Gewerbesteuer. Die Gemeinde erhält hiervon

nur ca. 1/3, trägt aber die Erschließungskosten inklusive

Infrastruktur. Der Landkreis erhält 38%, der

Bund 28%. Wenn die neue Straße zur Staatsstraße

hochgestuft werden sollte, beteiligt sich der Staat

anteilig an den Kosten. Das ist aber nicht geklärt.

Es wird viele Jahre dauern, bis die Investitionskosten

der Gemeinde amortisiert sind.

Erst wenn Planegg die Straße über ihr Gemeindegebiet

weiterführt, kann von einer sinnvollen

Umgehungsstraße gesprochen werden, da darüber

auch die Gewerbegebiete in Martinsried und

Steinkirchen erschlossen werden können. Ohne

die Weiterführung wird sich der Verkehr auf der

Würmtal- und Planegger Straße sowie in Richtung

Ortsmitte wesentlich erhöhen. Ein zusätzlicher

Rückbau der Würmtalstraße verschärft diese

Verkehrssituation erheblich.

Im Übrigen befürchtet die Fraktion der AIG eine

Erweiterung des Gewerbegebietes in den bestehenden

Grünzug. Es gibt bereits Vorstöße für eine

„ausnahmsweise Bebauung“. Ein diesbezüglicher

Antrag der AIG zum Schutz des Grünzuges fand

keine Mehrheit (9. GR 12, TOP10).

Durch die Verlegung der A 96 Anschlussstelle erfährt

die Westseite der Heitmeiersiedlung eine

Lärmreduzierung. Jedoch wird durch den Bau

einer zusätzlichen Lärmschutzwand der erforderliche

Pegel für eine Erweiterung als Wohngebiet

nicht erreicht. Ein Gewerbegebiet wäre dagegen

möglich. Voraussetzung für eine Wohngebietserweiterung

der Heitmeiersiedlung ist eine Tunnelerweiterung

der A 96 oder zumindest eine Galerieverbauung.

Folgende Fragen stellen sich:

• Entwickelt sich die Gartengemeinde Gräfelfing

kurzfristig zu einem weiteren großen Gewerbegebiet

am Rande Münchens?

• Hat der Straßenneubau eine einschneidende

Änderung der Gemeindestruktur zur Folge?

• Sollen die wenigen noch verbliebenen wertvollen

Grünflächen verbaut werden, um die Gewerbesteuereinnahmen

für Landkreis und Gemeinde

immer weiter zu erhöhen?

Die Bürger sollten bei der Entscheidung über die

neue Straße auch diese Fragen mit bedenken.


32 Positionen der Gemeinderatsfraktionen Kontakt 33

6. Ansprechpartner und Kontakte

Freie Demokratische Partei –

Die Liberalen (FDP)

Der Bürgerentscheid am 21. April ist ein vorläufiger

Schlussstrich unter ein jahrzehntelanges Ringen

um eine sog. Ortsumfahrung von Gräfelfing.

Die nunmehr dem Bürgerentscheid zugrundeliegende

Lösung ist der Tatsache geschuldet, dass

das in den vergangenen Jahrzehnten – bis heute

– Fehlen eines klaren gemeinsamen Willens sowie

entsprechender Mehrheiten, um zu einer

endgültigen Lösung zu kommen, keine wirklich

verkehrsentlastende sowie ökologisch und ökonomisch

ausgewogene und für alle als sinnvoll

erkannte Entscheidung zuließ, aber dennoch

jetzt zu einem – vorläufigen – Ende gebracht

werden musste.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich,

dass der vorliegende Entwurf den objektiv

gestellten und vom Bürger erwarteten Anforderungen

nur zum Teil gerecht wird.

Die geschätzten Kosten von ca. 14 Mio. Euro sind,

gemessen an den Möglichkeiten des Gemeindehaushaltes,

sehr viel Geld und bringen unsere seit

Jahrzehnten schuldenfreie Gemeinde unter Umständen

in die Situation, wieder Schulden aufnehmen

zu müssen. Das aber dürfen wir nicht wollen.

So dringlich es ist, die Pasinger Straße zu entlasten

und die Heitmeiersiedlung zu schützen, so sehr

die Verlegung des Autobahnanschlusses nach

Osten zu befürworten ist und so nötig eine sichere

Verkehrsführung im Gewerbegebiet mit direktem

Anschluss an die Autobahn zu unterstützen ist, so

wenig kann aber – im Gegenzug – eine dadurch

in der Würmtalstraße generierte erhebliche Verkehrsverdichtung

mit einer deutlichen Zunahme

an Lärm- und Abgasemissionen hingenommen

werden. Die deshalb in der Würmtalstraße geplanten

3,50 m hohen Lärmschutzwände bringen zwar

eine gefühlte Emissionsminderung, geben aber

andererseits eine hässliches Bild der östlichen

Orts einfahrt unserer Gemeinde ab.

Investititonen dieser Größenordnung werden

heutzutage üblicherweise mit einer standardisierten

Kosten-/Nutzenrechnung unterlegt, um die

Sinnhaftigkeit einer Maßnahme zu evaluieren.

Leider gibt es für die vorgelegte Lösung eine solche

Analyse nicht.

Wir, die Gräfelfinger FDP sind für eine sinnvolle

Verkehrsentlastung unserer Bürger; doch unausgegorene

Lösungen, deren Vorteile nicht deutlich

die Nachteile überwiegen und deren Kosten-/Nutzenverhältnis

nicht geklärt ist, werden

wir nicht unterstützen.

Bitte stimmen Sie mit NEIN, um einer zukünftig anderen,

verkehrstechnisch, ökonomisch und ökologisch

akzeptablen Lösung eine Chance zu geben.

Detaillierte Auskünfte zum Projekt „Ortsumfahrung“

erteilt im Vorfeld:

Markus Ramsauer

Telefon: 089 / 85 82 - 44

E-Mail: markus.ramsauer@graefelfing.bayern.de

Sie können Ihre Fragen entweder telefonisch zu

den üblichen Bürozeiten stellen oder einen persönlichen

Termin vereinbaren. Herr Ramsauer

klärt Ihre Fragen dann gerne auch anhand ausgehängter

Ortspläne, die in großem Maßstab eine

gute Übersichtlichkeit gewähren. Bitte nutzen Sie

dieses Angebot.

Rechtliche Fragen zum Bürgerentscheid

beantwortet Ihnen:

Petra Schmitz

Telefon: 089 / 85 82 - 62

E-Mail: petra.schmitz@graefelfing.bayern.de

Fragen zur Öffentlichkeitsarbeit richten

Sie bitte an:

Sabine Strack

Telefon: 089 / 85 82 - 10

E-Mail: sabine.strack@graefelfing.bayern.de

Sämtliche Unterlagen und Expertengutachten

finden Sie auf der Homepage der Gemeinde:

www.graefelfing.de, Menüpunkt „Ortsumfahrung“.


34 35

Impressum

Herausgeber

Gemeinde Gräfelfing, Ruffiniallee 2, 82166 Gräfelfing

Verantwortlich / Schlussredaktion: Sabine Strack

Text: Birgit Doll

Konzeption & Gestaltung

Carsten Schmitz, Gräfelfing, www.schmitz-grafik.de

Bilder

Titelseite: Jürgen Sauer

Rückseite: fotolia © Marcel Schauer

Innenseiten: Matthias Fissenebert, Jürgen Sauer,

Carsten Schmitz, Gemeinde Gräfelfing

Pläne

Verkehrsuntersuchungen: Büro INGEVOST,

(Kartengrundlage: Geobasisdaten © Bayerische

Vermessungsverwaltung 2012)

Straßenplanungen: Ingenieurbüro Haas,

Büro INGEVOST, Planungsbüro Müller-Diesing

Druck

Stulz Druck & Medien GmbH, München

© Februar 2013

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