SemesterJournal 2/08 - MBA Programme der HWR Berlin

hwr.berlin.de

SemesterJournal 2/08 - MBA Programme der HWR Berlin

SemesterJournal

Forschung an Fachhochschulen

2/08


Titelfoto:

Die Forschungsassistent/innen

der FHW Berlin: Christian Baal,

Anke Fröbel, Susan Ulbricht,

Dr. Holger Zumholz (v. l. n. r.).


SemesterJournal 2/08 Inhaltsverzeichnis

03

Inhalt

Titelthema: Forschung

an Fachhochschulen

Erfolg durch’s Studium

In, An, Aus der FHW Berlin

Gleichstellung

Personalia

Rund um’s Studium

Alumni

Internationaler Austausch

In Kürze

Ankündigungen

Impressum

04 Forschung an Fachhochschulen – Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

05 Vom Stiefkind zum Wettbewerbsfaktor

07 Ein reeller Mehrwert für Unternehmen

08 Institute der FHW Berlin

08 Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung

08 Steinbeis-Forschungszentrum für umweltbewusstes Bauen und Baustoffe

09 Institut für Ressourcenschonung, Innovation und Sustainability e. V.

09 Institute for International Political Economy Berlin

10 Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen

11 Forschungsassistent/in – Forschen für die Praxis

12 UAS7 – Gemeinsam anwendungsorientiert forschen

13 Ausgesuchte Forschungsprojekte / Drittmittelprogramme

13 German Airport Performance

14 Ein soziales Modell für Europa

15 DFG-Projekt zur Erforschung der Lohndiskriminierung

16 Beschäftigung und Geschlechtergleichheit

17 Selbständige Frauen in Berlin

18 Optimierung von Investitionen

19 Forschung im Studium: e-Journal of Practical Business Research

20 Alumni forschen: Wie ein roter Faden

21 Marketing-Preis 2008 geht an die FHW Berlin

22 HR-Young Talent Award 2008

23 Fusionsvorbereitungen laufen

24 Duales Studium in Berlin

25 Jubiläum trotz Finanzmarktkrise

26 Wie wäre es, gebildet zu sein?

27 Guter Rat und Vertrauen

28 Career Service & Coaching am Institute of Management Berlin (IMB)

29 Erfolgreiche Gleichstellungspolitik der FHW Berlin

31 Neuberufungen und neue Mitarbeiter/innen

37 E-Learning @ 2008

38 Am realen Bedarf orientiert

39 Chefs mit Charakter

40 Der Verein liegt gut im Rennen

41 Ansichten – Leben und Studieren im Ausland

42 Finanzmarktdesaster: Theorie und Praxis

43 Ohne formale Hürden – Auslandssemester in Cambridge

44 Abgucken erwünscht

45 Hawai’i – Studieren im Paradies

46 Vielleicht die beste Zeit meines Lebens

47 Das andere China

48 FHW-Studierende bei der Olympiade in Peking 2008

49 Neuer Vorstand des Kontakte e. V.

49 Akkreditiert

49 Studiengangsevaluation

50 AStA der FHW Berlin

50

51


04 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Forschung an Fachhochschulen –

Brücke zwischen Wissenschaft und

Wirtschaft

Die Berliner Fachhochschulen haben in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, trotz der gegenüber den

großen Berliner Universitäten schwierigeren Rahmenbedingungen ihre Forschungsanstrengungen zu intensivieren.

Text: Jürgen Zöllner

Die Berliner Fachhochschulen beteiligen

sich an bundesdeutschen und

europäischen Forschungsprogrammen,

sie stellen Forschungsassistent/innen

ein und fördern mit eigenen Mitteln

Projekte. Sie bearbeiten anwendungsorientierte

Aufgaben in Forschung und

Entwicklung und kooperieren dabei

mit regionalen Unternehmen. Nicht

zuletzt sind die Forschungsberichte der

Fachhochschulen ein Ausweis erfolgreicher

Forschungsanstrengungen. Dies

wird auch sichtbar an der Einwerbung

von Drittmitteln, ein Indikator, der im

Rahmen der leistungsbezogenen Mittelverteilung

gewichtet und belohnt wird.

Schon bisher arbeiten die Fachhochschulen

erfolgreich, doch das Ziel

muss sein, die Berliner Fachhochschulen

in ihrer Wettbewerbsfähigkeit

weiter zu stärken und die großen

Forschungspotentiale insgesamt

für Partner und Nachfrager erkennbar

zu machen.

Deshalb werde ich im Rahmen des Masterplans

„Wissen schafft Berlins Zukunft“

ein Institut für angewandte Forschung

an Fachhochschulen gründen.

Für dieses neue Institut stehen jährlich

zwei Millionen Euro zur Verfügung.

Durch klaren Anwendungsbezug profiliert,

sollen neue Möglichkeiten eröffnet

und die Wirkungschancen und

Attraktivität der Forschung an den Berliner

Fachhochschulen deutlich verbessert

werden. Es gilt, die Kompetenzen

für den Transfer in die Anwendung ins-

besondere mit Bezug auf Klein- und

Mittelständische Unternehmen (KMU)

und deren Wissensnachfrage hochschulübergreifend

zu bündeln, zu mobilisieren

und leichter zugänglich zu

machen. Ihre Attraktivität für Verbünde

mit Universitäten und Unternehmen

soll gesteigert werden. Darüber hinaus

soll die Vernetzung der Fachhochschulforschung

mit den universitären und

außeruniversitären Forschungskompetenzen

in Berlin nachhaltig verbessert

werden. Die Fachhochschulen werden

damit auch einen Beitrag zur strategischen

Weiterentwicklung der Kompetenzfelder

und damit zur Innovationspolitik

Berlins leisten, die darauf abzielt,

Kompetenzfelder in einen breiten

Kontext regionaler Wertschöpfung zu

integrieren.

Mit einem gemeinsamen Forschungsinstitut

aller Berliner Fachhochschulen

soll hier zukünftig eine gemeinsame

attraktive Adresse angeboten

werden, an die sich die Wirtschaft

mit Anfragen wenden kann.

Das Forschungsinstitut soll als institutionelles

„Dach“ für vier einzurichtende

Kompetenzzentren fungieren. An jeder

der zukünftig vier Fachhochschulen

(HTW, Beuth-TH, HWR und ASH) soll

jeweils ein profiliertes Kompetenzzentrum

mit spezifisch thematischer Forschungsorientierung

entstehen, das die

jeweiligen Kompetenz- und Forschungspotentiale

sichtbar machen und zusammenführen

soll.

Für die Unterstützung und Verstärkung

der Forschung an Fachhochschulen

werden zukünftig Mittel aus der Forschungsoffensive

des Masterplans zur

Verfügung gestellt werden, die für die

im Rahmen eines Vergabe- und Bewilligungsverfahrens

ausgewählten und

mit den Förderzielen kompatiblen Forschungsvorhaben

ausgegeben werden.

Dabei sollen Vorhaben besonders berücksichtigt

und gefördert werden, in

denen fachhochschulübergreifend

Forscher und Forscherinnen an einem

gemeinsamen Projekt arbeiten. Das

Ziel ist dabei die Stärkung der Kooperationsfähigkeit

unter den Fachhochschulen

für größere Projekte und Drittmittelanträge.

Gleichzeitig werden die

Arbeitsbedingungen für die Forscher

und Forscherinnen verbessert, indem

neue Möglichkeiten zur Reduktion des

Lehrdeputats geboten werden.

Ich bin mir sicher, dass wir damit einen

deutlichen Beitrag für die Verstärkung

und ein Zeichen für die Wertschätzung

der Forschung an Fachhochschulen

leisten und ihr gleichzeitig ein neues

„Gesicht“ geben, das über die Grenzen

von Berlin hinaus ausstrahlen soll.

Der Autor, Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, ist

Senator für Bildung, Wissenschaft und

Forschung des Landes Berlin.


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

05

Vom Stiefkind zum Wettbewerbsfaktor

Über den Bedeutungswandel von Forschung an Fachhochschulen

Text: Birgit Mahnkopf

Forschung an Fachhochschulen war

lange Zeit alles andere als selbstverständlich.

Die hohe Lehrbelastung und

der fehlende akademische Mittelbau

machten größere Forschungsvorhaben

nahezu unmöglich. Gleichwohl hat es

gerade an der FHW Berlin auch schon

früher viele Lehrkräfte gegeben, die

neben ihrer umfänglichen Lehre Forschung

betrieben und zum Teil rege

publiziert haben. Unterstützung gab es

dafür aber nur in dem bescheidenen

Rahmen von Forschungsfreisemestern,

zwischen denen oft Abstände von fünf

Jahren und mehr lagen, sowie auf der

Basis von Deputatsermäßigungen für

kleinere Publikationsvorhaben.

In den letzten Jahren haben sich indes

sowohl die Rolle, die der Forschung an

Fachhochschulen beigemessen wird, als

auch die Rahmenbedingungen für anwendungsorientierte

Forschungskooperationen

deutlich verändert. So erhält

die FHW Berlin, wie andere Berliner

Hochschulen auch, einen Teil ihrer öffentlichen

Mittel in Abhängigkeit von

Leistungen, die unter anderem in der

Forschung erbracht werden müssen: Im

Wettbewerb um die stets viel zu knappen

öffentlichen Mittel, der regelmäßig

zwischen den Bildungsinstitutionen

des Landes ausgetragen wird, kommt

es heute darauf an, möglichst viele Drittmittel

für Forschungszwecke einzuwerben,

internationale Kooperationsprojekte

zu knüpfen und eine hohe Zahl

von Veröffentlichungen nachzuweisen.

Hinzu kommt, dass Forschungsaktivitäten

auch zu einem wichtigen Betätigungsfeld

geworden sind, um für

Partnerinstitutionen im europäischen

und außereuropäischen Ausland attraktiv

zu werden. Einmal ganz abgesehen

davon, dass der Ausbau der Masterprogramme

per definitionem danach verlangt,

parallel zu den neuen Lehrmodulen

auch entsprechende Forschungskompetenzen

aufzubauen.

Während früher an Fachhochschulen

geforscht werden durfte, sind

heute vielfältige Forschungsaktivitäten

– gemeinsam mit Kollegen/

innen im In- und Ausland, im Verbund

mit Unternehmen, öffentlichen

Institutionen, Gewerkschaften und

mit zivilgesellschaftlichen Akteuren

– zu einer Verpflichtung geworden.

Diese größere Freiheit für die Forschung

wird von vielen Professoren/innen indes

als eine zusätzliche Belastung erfahren,

denn sie soll ja zusätzlich zu den

Lehr- und Prüfungsverpflichtungen genutzt

werden, neben akademischer

Selbstverwaltung und vielen neuen administrativen

Aufgaben, die im Zusammenhang

mit der Umstellung auf

Bachelor- und Masterstudiengänge und

mit dem Ausbau von internationalen

Studien- und Lehrkooperationen anfallen.

Doch gibt es auf der anderen Seite

auch eindeutige Verbesserungen der

Rahmenbedingungen für Forschung,

die hoffentlich von der großen Zahl neu

eingestellter, junger Professoren/innen

an der FHW Berlin in naher Zukunft

auch rege genutzt werden.

Ein Beispiel dafür ist die im Rahmen

des Masterplans (vgl. Heft 1/2008) vorgesehene

Einrichtung eines „Berliner

Instituts für Angewandte Forschung an

Fachhochschulen“. Soweit Professor/

innen dort in einem von der zuständigen

Senatsverwaltung anerkannten Forschungsschwerpunkt

arbeiten, kann

die Lehre um bis zur Hälfte (um 9 von

18 Semesterwochenstunden) ermäßigt

werden. Ferner kann in Zukunft durch

eine großzügigere Auslegung der Lehrverpflichtungsverordnung

in Ausnahmefällen

allein für Forschung eine Entlastung

von der Lehre um 8 Semesterwochenstunden

gewährt werden –

vorausgesetzt, es liegt keine Befreiung

von der Lehre für andere Aufgaben vor,

da die höchstmögliche Entlastung von

8 Semesterwochenstunden nicht überschritten

werden darf. Der für diese

Entlastung erforderliche Ausnahmetatbestand

liegt zum Beispiel bei der Einwerbung

von Drittmitteln vor, die den

Ersatz der Lehre von Professor/innen

durch Lehrbeauftragte ermöglichen.

Das Fehlen eines akademischen Mittelbaus

und der Sachverhalt, dass Fachhochschulen

ihre Nachwuchsförderung

nur bis zum Masterabschluss aber nicht

darüber hinaus – also bis zur Promotion

– betreiben können, bleibt zwar

ein wesentlicher struktureller Nachteil

für die Forschungspraxis. Doch gibt es

im Land Berlin seit einiger Zeit die

Möglichkeit, Projekte der angewandten

Forschung, die insbesondere den Unternehmen

der Region zugute kommen,

durch die Einstellung von Forschungsassistenten/innen

zu fördern. Von


06 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Forschung neben Lehr- und Prüfungsverpflichtungen, akademischer Selbstverpflichtung und administrativen Aufgaben – für viele Professor/innen

eine Herausforderung.

dieser erfreulichen neuen Einrichtung

machen an der FHW Berlin inzwischen

eine ganze Reihe von Professoren/

innen Gebrauch. Am Fachbereich II

werden mit Hilfe von Forschungsassistenten/innen

schon seit längerem vielfältige

Kontakte und der Wissenstransfer

zwischen Hochschule und Berliner

Wirtschaft organisiert. Im FB I existieren

seit Mitte 2007 Projekte, die Erfolgsstrategien

von Familienunternehmen

in der Nachfolge untersuchen, innovative

Geschäftsmodelle als Erfolgsfaktor

im Gründungsprozess thematisieren,

berufliche Qualifizierungsinstrumente

im Kompetenzfeld Nachhaltigkeit entwickeln

und der Gründungsmotivation

und dem Gründungserfolg qualifizierter

Frauen nachgehen. Im November

2008 nahmen an der FHW Berlin drei

neue Forschungsassistenten/innen

ihre Arbeit auf, um eine auf KMU und

Familienunternehmen ausgerichtete

Betriebswirtschaftslehre voran zu bringen,

Berliner Unternehmen im Bereich

Social Entrepreneurship zu untersuchen

und den zielgruppenspezifischen Kooperationsmöglichkeiten

touristischer

Leistungsträger in Berlin nachzugehen.

Mehr noch als die laufenden Drittmittelprojekte

an der FHW Berlin, die von

der Europäischen Kommission, dem

Bundesministerium für Forschung

und Wissenschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft,

vom Bundesministerium

für Wissenschaft und Forschung

der Republik Österreich und

von der International Labour Organisation

gefördert werden, verdeutlichen

die angeführten Projekte, dass Fachhochschulen

in Sachen Forschung kein

Stiefkind mehr sind, sondern ernstzunehmende

Partner für die wissensgestützte

zukünftige Gestaltung gesellschaftlicher

und wirtschaftlicher Praxis.

Die Autorin ist Beauftragte des Rektors

für Forschung an der FHW Berlin.


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

07

Ein reeller Mehrwert für Unternehmen

Forschungsstrategien für Business Schools – Transferleistungen im Wandel

Text: Martin Dastig

Die Forschung spielt für die Bekanntheit

und das Image von Hochschulen

eine erhebliche Rolle. Über die richtige

strategische Ausrichtung von Business

Schools in der wirtschaftswissenschaft

lichen Forschung wird seit einiger Zeit

intensiv diskutiert. 1 Die Inhalte der

Diskussion sollen im Folgenden aufgegriffen

und in Bezug auf die FHW

diskutiert werden.

Die bewusst zugespitzte Fragestellung

der praktischen Relevanz gegenüber

dem theoretischen Erkenntnisgewinn

der Forschung steht im Zentrum der

kontroversen Debatte: Während

die eher theoretisch ausgerichtete Forschung

meist eine hohe methodische

Stringenz und einen ausgefeilten und

durchdachten Forschungsplan aufweise,

würde es der eher praktisch orientierten

Forschung häufig genau daran

mangeln.

Wichtige Stakeholder für Business

Schools sind außer den Studierenden

und der Politik insbesondere die Unternehmen.

Neben der Versorgung

mit Managementnachwuchs und der

Executive Education spielt auch die Forschung

für die Unternehmen am Standort

eine große Rolle. Unter dem Ansatz

des Technologie- und Wissenstransfers

werden große Anstrengungen unternommen,

den Unternehmen die Forschungsergebnisse

zugänglich zu

machen. Ziel ist es, die mit Forschungsmitteln

entstandenen Erfindungen an

die Unternehmen so zu übergeben,

dass diese sie im Rahmen von Produktentwicklungen

vermarkten und damit

für sich und den Standort einen Mehrwert

schaffen.

„Bezog sich die Transferleistung

von der Forschung in die Unternehmen

in der Vergangenheit überwiegend

auf Technologien und Verfahren,

so nimmt die Relevanz von

gutem Management und damit von

wirtschaftswirtschaftlichen Fragestellungen

in der zunehmend durch

Dienstleistungen dominierten Wirtschaft

immer weiter zu.“

Es lassen sich damit drei Anforderungen

ableiten, denen eine Forschungsstrategie

einer Business School genügen

sollte: Praktische Relevanz und methodische

Qualität der Forschung sowie

Berücksichtigung der standortspezifischen

Faktoren. Dies wird anhand des

folgenden Schaubildes verdeutlicht:

Strategisches Dreieck zur Ausrichtung

der Forschung

Methodische

Qualität

Praktische Relevanz

Business

School

Quelle: Eigene Darstellung

Bedeutung für

den Standort

Am Beispiel der beiden Forschungsprojekte

der FHW Berlin, „ATHENA –

The European Network of Excellence

of Innovative Regions“ sowie „German

Airport Performance (GAP)“, wird

deutlich, worum es geht: Eine praktisch

relevante Fragestellung wird methodisch

fundiert bearbeitet. Die Ergebnisse

bieten einen reellen Mehrwert für Unternehmen

am Standort. Das Image in

der Region wird durch die wissenschaftlichen

Leistungen für die Berliner Wirtschaft

gestärkt. Durch die methodisch

stringente Bearbeitung von Fragestellungen

mit praktischer Relevanz kann zudem

der Ruf über Berlin hinaus in der

Forschungsgemeinde, aber auch der

Unternehmerschaft weiter ausgebaut

werden.

Der Autor ist MBA-Alumnus der FHW

Berlin und als Lehrbeauftragter tätig.

1

So hat die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB international) eine viel beachtete Studie über den „Impact of Research“ herausgebracht

(Online: http://www.aacsb.edu/resource_centers/research/default.asp).


Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Institute der FHW Berlin

Forschung an der FHW Berlin findet nicht nur im Rahmen von Forschungsprojekten statt. Zur Bündelung von Informationen

und zum Austausch von Forschungsinteressen wurden auf Initiative einzelner Wissenschaftler/innen Institute gegründet.

Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Förderung von Lehre und Forschung sowie von (Nachwuchs-) Wissenschaftler/innen.

Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung

Text: Andrea-Hilla Carl, Friederike Maier

Das 2001 gegründete Harriet Taylor

Mill-Institut für Ökonomie und Geschlechterforschung

der FHW Berlin

widmet sich dem komplexen Thema

„Frauen in der Ökonomie“. Die interdisziplinäre

Zusammenarbeit gründet auf

die Kooperation von Ökonominnen,

Soziologinnen, Juristinnen, Betriebswirtinnen

und Professorinnen anderer

Disziplinen. Die Namenspatronin des

Instituts, Harriet Taylor Mill (1807–

1858), war eine brillante Persönlichkeit

der englischen Frauenbewegung. Ihre

Beiträge zur Entwicklung der ökonomischen,

politischen und juristischen

Rechte der Frauen sind zum Teil heute

noch relevant. Das Harriet Taylor

Mill-Institut ist in der Bundesrepublik

bisher das einzige Zentrum für Frauenund

Geschlechterforschung an einer

wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

oder Hochschule. Regelmäßig werden

Werkstattgespräche zum Austausch

zwischen Wissenschaft und Praxis angeboten,

Tagungen, Workshops und Gastvorträgen

zu inter- oder multidisziplinären

Themen der Geschlechter- und

Frauenforschung organisiert. Daneben

finden (Ring-)Vorlesungen, internationale

Sommeruniversitäten und Forschungskolloquien

statt.

Das Institut gibt eine eigene Forschungsreihe

heraus und unterstützt wissenschaftliche

Publikationen. Eine zentrale

Aufgabe ist die Förderung der Zusammenarbeit

von Wissenschaftlerinnen

verschiedener Disziplinen in Lehre und

Forschung sowie regional, im Raum

Berlin/Brandenburg, im Bundesgebiet

und auf internationaler Ebene.

Aktuelle aus Drittmitteln finanzierte

Forschungsprojekte beschäftigen sich

beispielsweise mit der Gründungsmotivation

und dem Gründungserfolg qualifizierter

Frauen oder der Verankerung

von Gender-Aspekten in der Lehre.

Geplant ist der Aufbau einer Praxistransferstelle

„Gender und Diversity

Management“, eine Studie zum Thema

„Absolventinnen des Ökonomie-Studiums“

sowie die Durchführung einer internationalen

Summer School im Jahr

2009 zum Thema „Frauen in Europa“.

www.harriet-taylor-mill.de

Steinbeis-Forschungszentrum für umweltbewusstes Bauen und Baustoffe

Text: Hans-Volker Huth

Das Steinbeis-Forschungszentrum

(SFZ) für umweltbewusstes Bauen und

Baustoffe widmet sich seit seiner Gründung

im Jahr 2000 der „Nachhaltigkeit“

im Bauwesen, d. h. es untersucht Bauabläufe,

-prozesse und -materialien auf

ihre Umweltverträglichkeit. Im Mittelpunkt

nachhaltigen und ökologischen

Bauens und damit der Forschung stehen

Bau- und Konstruktionsmaterialien

auf der Basis nachwachsender Rohstoffe.

Ziel der praxisrelevanten Untersuchungen

und Entwicklungen ist es, dass in

jeder Bauphase, vom Entwurf bis zum

Abbruch, die erforderlichen Entscheidungen

mit Rücksicht auf die nachfolgenden

Generationen und die Umwelt

getroffen werden. Projekte werden vorrangig

in Zusammenarbeit mit Klein-

und Mittelständischen Unternehmen

bearbeitet und umfassen ein großes

Spektrum an Beratungsleistungen ebenso

wie Forschung und Entwicklung

sowie das Gebiet der Aus- und Weiterbildung.

So wurden unter Mitwirkung

von Studierenden der Fachrichtungen

Bauwesen und Informatik am Fachbereich

Berufsakademie z. B. eine aus

Lehm und Naturfasern bestehende ökologische

Heiz-Kühl-Platte entwickelt

und eine Studie zur Anwendung der

Brennstoffzellentechnologie im Bauwesen

erstellt. Die Deutsche Bundesstiftung

Umwelt förderte das 2007 erfolgreich

abgeschlossene Projekt zur nachträglichen

Außenwärmedämmung von

Altbauten aus nachwachsenden Rohstoffen.

Gegenwärtig entwickelt das

SFZ gemeinsam mit einem Hersteller

von System-Holzhäusern Strategien zur

bauphysikalischen Optimierung von

Gebäuden. Im Rahmen der Herrichtung

des Schadow-Hauses, in dem zukünftig

die Verwaltung des Deutschen

Bundestages residieren wird, führt das

SFZ während der Rekonstruktionsphase

baubegleitende Messungen durch.

Die moderne experimentelle Ausstattung

des SFZ ermöglicht die Durchführung

anspruchsvoller bauphysikalischer,

baustatischer und geotechnischer Versuche.

Mit der vorhandenen Bausoftware

können zudem baustatische und

bauphysikalische Berechnungen und

Simulationen vorgenommen werden.


SemesterJournal 2/08

Titelthema: Forschung an Fachhochschulen


Institut für Ressourcenschonung, Innovation und Sustainability e. V. (IRIS)

Text: Ilona Molla

Das Institut für Ressourcenschonung,

Innovation und Sustainability e. V.

(IRIS) wurde 1996 von Hochschulprofessor/innen

und anderen Expert/

innen aus unterschiedlichsten Fachdisziplinen

gegründet und ist seit 10

Jahren ein Institut an der FHW Berlin.

Das interdisziplinär zusammengesetzte

Team von IRIS verfügt über einen breiten

Erfahrungsschatz aus Wissenschaft

und Praxis und kann damit auf diverse

Anforderungen aus Forschungs- und

Beratungsprojekten reagieren.

IRIS entwickelt innovative, praxisorientierte

Konzepte, die das Leitbild der

Nachhaltigkeit für Unternehmen und

Organisationen konkret werden lassen.

Dazu werden zusammen mit den Unternehmen

Ziele und Indikatoren identi-

fiziert, um die Unternehmensorganisation

nachhaltig zu gestalten. Die Projekte,

die daraus resultieren, umfassen

ein weites Spektrum, reichen von der

nachhaltigen Umstrukturierung der

gesamten Organisation bis hin zu einzelnen

Energieberatungsprojekten, von

der Durchführung von Ökoprofit in

Berlin, Meißen und Dresden bis hin

zur Implementierung von EMAS, von

der Moderation einzelner Veranstaltungen

und Entwicklung didaktischer Materialien

bis hin zur Konzeption einer

nachhaltigen Ausbildung und Weiterbildung.

Dabei greift IRIS auf ein umfangreiches

Netz von Kooperationspartnern zu und

arbeitet mit Nachwuchskräften der

FHW Berlin zusammen, vor allem mit

den Absolvent/innen aus dem Masterstudiengang

„Nachhaltigkeits- und

Qualitätsmanagement“ und dem Studiengang

„Wirtschaftsingenieur/in

Umwelt und Nachhaltigkeit“.

Studierende profitieren von den Beratungsprojekten,

da alle IRIS-Verantwortlichen

und die aktiven Mitglieder

Professor/innen und Lehrbeauftragte

der genannten Studiengänge sind. Umgekehrt

hat IRIS einen großen Nutzen

durch die Nähe zur FHW Berlin, da

immer wieder studentische Projekte,

Praktika, Diplom- und Bachelorarbeiten

sowie vereinzelt neue berufliche Aufgabenfelder

aus den IRIS-Projekten

rekrutiert werden können.

www.iris-berlin.de.

Institute for International Political Economy Berlin

Text: Birgit Mahnkopf

Das 2008 gegründete Institut widmet

sich den Zusammenhängen von Ökonomie

und Politik, Wirtschaft und

Staat, Märkten und politischer Macht

in einer globalisierten Welt. Es wird in

internationaler Vernetzung und im Zusammenwirken

von Volkswirt/innen,

Politikwissenschaftler/innen und

Soziolog/innen an der Weiterentwicklung

politisch-ökonomischer Kategorien

arbeiten.

Das Institute for International Political

Economy (IPE Berlin) zielt auf das

Spannungsverhältnis der ökonomischen

Globalisierung und internationaler bzw.

globaler politischer Regulation. Die wiederkehrenden

schweren Finanzkrisen,

zunehmende soziale Ungleichheit,

hohe Arbeitslosigkeit, die Missachtung

menschenrechtlicher Standards und die

absehbaren Folgen, die ein nicht zukunftsfähiges

Energieregime für die globale

Umwelt erzeugt, sind Indizien

dafür, dass die Widersprüche zwischen

Markt und Politik beträchtlich gewachsen

sind. Wenn die modernen Tendenzen,

Widersprüche, Krisen, Konflikte

der Globalisierung verstanden werden

sollen, müssen daher auch die Energiekette

und ihre ökonomisch-politischen

Regulation analysiert werden. Die Internationale

Politische Ökonomie bedarf

also der Ergänzung um die Internationale

Politische Ökologie.

Inhaltliche Schwerpunkte des IPE Berlin

sind: Die Rolle der Finanzmärkte im

globalen Kapitalismus; Europa und

seine neue Rolle in der Weltwirtschaft;

Alternative Entwicklungsstrategien.

Zu diesen Schwerpunkten organisiert

das IPE Berlin Arbeitstreffen und Tagungen,

um relevante Analysen zur

Diskussion zu stellen. Dafür wird das

Institut die Kontakte seiner Mitglieder

nutzen, die in europäischen und weitern

internationalen Forschungsnetzwerken

organisiert sind. Darüber hinaus

bietet das Institut Beratung in den

Politikfeldern seiner Forschungsschwerpunkte

an. Adressaten und Partner

dieser Beratung sind Gewerkschaften

und andere soziale Bewegungen, Regierungsinstitutionen

und Einrichtungen

des öffentlichen Sektors sowie Unternehmen.

Angestrebt wird, dass Studierende, die

sich für gesellschaftswissenschaftliche

Forschung interessieren, an Projekten

mitarbeiten oder durch die beratende

Begleitung von Abschlussarbeiten

(insbesondere in den Masterstudiengängen)

in die Arbeit des IPE Berlin

integriert werden.

http://www.ipe.org


10 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen

Text: Birgit Felden

Das im September 2008 gegründete

Institut bündelt die wachsenden Forschungs-

und Lehraktivitäten an der

FHW Berlin in den Themenbereichen

Entrepreneurship, Mittelstand und

Familienunternehmen (EMF). Mit

dem Bachelorstudiengang Unternehmensgründung

und Unternehmensnachfolge

sowie dem Masterstudiengang

Entrepreneurship und einem

wachsenden Forschungsaufkommen

bietet die FHW Berlin bereits konkrete

Lehrangebote.

Federführend beim Aufbau des Institutes

wirkten die FHW Professoren/innen

Birgit Felden, Claudia Gather, Sven

Ripsas, Harald Rüggeberg, Dorothea

Schmidt und Bernd Venohr. Aufgaben

und Ziele der neuen Forschungseinrichtung

knüpfen an die Aktivitäten der

bisher von Prof. Dr. Ripsas geleiteten

AG Entrepreneurship an.

Das EMF soll ebenfalls dazu beitragen,

dass die FHW Berlin auch zu einem

Zentrum in der Mittelstands- und Entrepreneurshipforschung

wird. Mit ihrem

Fokus auf eine generalistische betriebswirtschaftliche

Ausbildung durch

Ergänzung disziplinübergreifender

Themen bietet die FHW Berlin hierfür

beste Voraussetzungen.

Das EMF beabsichtigt durch Bündelung

des vorhandenen Spezialwissens

konkreten Handlungsbedarf für

die Lehre zu identifizieren und in

adäquate Lehrinhalte und -formen

umzusetzen

Für die institutsverwandten Studiengänge

– und auch weil ein Großteil

der Absolventen der anderen Studiengänge

ebenfalls einen Arbeitsplatz in

KMUs finden werden – sollen adäquate

Lehrformen entwickelt und implementiert

werden.

die FHW Berlin langfristig mit einer

außenwirksamen Expertise in diesen

Forschungsfeldern versehen

Das Verständnis für diese Themen

wächst, ist jedoch in der aktuellen

Forschung und Lehre in Deutschland

nicht hinreichend berücksichtigt.

die Praxisorientierung durch Bündelung

der Netzwerkkontakte sowie

konkrete (Drittmittel-) Projekte in

Unternehmen ausweiten

Die FHW Berlin bewegt sich im Berliner

Umfeld in einem stark von KMU

geprägten Wirtschaftsraum. Kooperationen

bieten den Forschenden Anknüpfungspunkte

zur unternehmerischen

Praxis.

www.emf-berlin.org

Im Studienangebot der FHW Berlin der Bachelorstudiengang „Unternehmensgründung und Unternehmensnachfolge“ und ein MBA-Programm

„Entrepreneurship“.


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

11

Forschungsassistent/in –

Forschen für die Praxis

Gefördert vom Europäischen Sozialfonds und der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen sind

seit 2007 vier Forschungsassistent/innen an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis tätig. Sie unterstützen die

Zusammenarbeit der Hochschule mit der Wirtschaft.

Text: Bettina Biedermann, Sylke Schumann

Forschungsassistent/innen stärken dabei

ihr fachliches Profil, denn die Projekte

werden durch Professor/innen

der FHW Berlin betreut und in enger

Kooperation mit regionalen Unternehmen

durchgeführt. Das sich daraus

ergebende Innovationspotential ist für

die Wirtschaft besonders interessant;

aber auch die Hochschule profitiert.

Denn mit Hilfe der Forschungsassistent/

innen kann die FHW Berlin ihre Aktivitäten

im Bereich der angewandten Forschung

intensivieren.

So arbeitet Forschungsassistent Dr.

Holger Zumholz am Projekt „Innovative

Geschäftsmodelle als Erfolgsfaktor

im Gründungsprozess“, eine Kooperation

der FHW Berlin mit der Leo-

Impact Consulting GmbH und dem

GründerZentrum der Berliner Volksbank.

Unter der Leitung von Prof.

Dr. Sven Ripsas wird anhand einer empirischen

Erhebung die Bedeutung von

Businessplänen für den Gründungserfolg

und das Wachstum von Unternehmen

untersucht.

„Erfolgstrategien von Familienunternehmen

in der Nachfolge“ erforscht

Christian Baal. Die Projektleitung hat

Prof. Dr. Birgit Felden. In Zusammenarbeit

mit der TMS Unternehmensberatung

AG konnte im Laufe des Forschungsprojektes

an der FHW Berlin

ein professionelles Forschungs- und

Lehrumfeld für eine mittelständisch geprägte

Betriebswirtschaftslehre geschaffen

werden.

Mit dem Kölner Bildungsunternehmen

Rhein-Erft Akademie wurde im Sommer

2008 das Projekt „Kompetenzentwicklung

für nachhaltiges Handeln –

Entwicklung von beruflichen Qualifizierungsinstrumenten

im Kompetenzfeld

Nachhaltigkeit“ gestartet. Gerichtet ist

das Forschungsvorhaben, an dem Assistentin

Anke Fröbel mitwirkt, auf fachlich

spezifische oder überbetriebliche

Weiterbildung mit dem Ziel, unternehmerisches

Handeln nach den Kriterien

der Nachhaltigkeit auszurichten. Prof.

Dr. Anja Grothe obliegt dafür die Projektleitung.

„Gründungsmotivation und -erfolg

hoch qualifizierter Frauen“ sind empirischer

Forschungsschwerpunkt einer

Kooperation mit der WeiberWirtschaft

eG. Erfolgreiche Gründerinnen im Fokus

zielt das Projektes darauf ab, Faktoren

zu analysieren, die Frauen in abhängiger

Erwerbstätigkeit zur Gründung

bewegen. Forschungsassistentin

Susan Ulbricht entwickelt im Team um

Prof. Dr. Claudia Gather Maßnahmen,

mittels derer die Gründungsneigung

hoch qualifizierter, abhängig beschäftigter

Frauen erhöht und unterstützt

werden kann.

Neue Forschungsvorhaben

Die dritte Phase des Förderprogramms

„Forschungsassistenten/innen“ ist ab

Ende 2008 an eine Reihe weiterer interessanter

Forschungskomplexe gekoppelt.

So soll unter Leitung von Prof. Dr.

Birgit Felden die „Entwicklung einer

auf KMU und Familienunternehmen

ausgerichteten Betriebswirtschaftslehre“

in Angriff genommen werden.

Gemeinsam mit der TMS Unternehmensberatung

AG geht es um die Frage,

wie eine auf mittelständische Unternehmensstrukturen

ausgerichtete BWL

strukturiert sein müsste.

Prof. Dr. Sven Ripsas wird mit seinem

Team am Projekt „Analyse von Berliner

Unternehmen im Bereich Social Entrepreneurship“

arbeiten und in Kooperation

mit der Projektwerkstatt Teekampagne

GmbH den Erfolg Berliner Unternehmen

untersuchen, die sich gesellschaftlich

verantwortliches Handeln auf

die Fahnen geschrieben haben. Das

Forschungsvorhaben „Zielgruppenspezifische

Kooperationsmöglichkeiten

touristischer Leistungsträger in Berlin

und ihr Potenzial für eine gemeinsame

Angebotsentwicklung“ strebt danach,

Kooperationsmöglichkeiten Berliner

Tourismusunternehmen zu verbessern

und darüber hinaus modulartige Qualifizierungspotentiale

im Bereich des Managements

zu entwickeln. Ein Forscherteam

um Prof. Dr. Jörg Soller arbeitet

dazu mit dem Event-Luftfahrtunternehmen

Air Service Berlin zusammen.

Autorin Dr. Bettina Biedermann ist

Koordinatorin für die Forschungsförderung

an der FHW Berlin.


12 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

UAS7 – Gemeinsam anwendungsorientiert

forschen

Die Europäische Union hat ein anspruchsvolles Ziel: Sie will der wettbewerbsfähigste und dynamischste wissensbasierte

Wirtschaftsraum der Welt werden. Dieses Ziel kann nur im Verbund erreicht werden. So haben sieben deutsche

Fachhochschulen das Konsortium UAS7 aus der Taufe gehoben.

Text: Carsten Schröder

Die Hochschule München und Neander

Motors konzipierten den ersten leistungsfähigen

Dieselmotor für Motorräder.

Die Fachhochschule Osnabrück

und die Amazonenwerke tüfteln an

einem autonomen Feldroboter für die

Landwirtschaft. Projekte wie diese stehen

für eine wichtige Aufgabe der

Fachhochschulen: Sie sind Innovationspartner

für die mittelständische Wirtschaft

in ihrer Region.

Und nicht nur das, Wissenschaftler/

innen des Bündnisses aus sieben deutschen

Fachhochschulen kooperieren

mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen

und Institutionen auf der ganzen

Welt – und überzeugen durch

Ergebnisse. Beleg sind die rund 15,5

Millionen Euro an Drittmitteln und

zusätzlichen Landesgeldern, die die

UAS7-Partner allein für Forschungszwecke

im Jahr 2007 erfolgreich eingeworben

haben. So arbeiten Merck und

die Fachhochschule Münster an der

Entwicklung neuartiger Leuchtstoffe,

die Fachhochschule Köln zusammen

mit Universitäten in Slowenien, Schottland,

Irland, der Türkei und den Niederlanden

in der Kompetenzplattform

STEPS an Projekten und kooperativen

Promotionen mit Fokussierung auf die

Wasserwirtschaft.

Dass die räumliche Entfernung zwischen

den Hochschulstandorten nicht

zwingend bei der Umsetzung konkreter

UAS7-Vorhaben hindert, zeigen zwei

Forschungsprojekte der Fachhochschule

für Wirtschaft Berlin. Mit der Hochschule

Bremen untersucht sie in dem

vom Bundesministerium für Bildung

und Forschung geförderten Projekt

„German Airport Performance (GAP)“,

wie sich das Leistungsportfolio von

Flughäfen zukünftig verändert. Mit der

Hochschule München realisieren die

Berliner Wissenschaftler/innen ein gemeinsames

Vorhaben zu „Flexibilisierungspotenzialen

bei heterogenen

Arbeitsmärkten“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG).

Gemeinsame Forschung strebt UAS7

nicht nur in vom Bund, der DFG oder

der EU geförderten Vorhaben an. Gerade

für größere, internationale Unternehmen

mit räumlich verteilten Forschungs-

und Produktionsstätten bietet

sich das Netzwerk als koordinierende

Kooperationsplattform an.

Im Verbund auf Erfolgskurs

Sieben Hochschulen für angewandte

Wissenschaften (Universities of Applied

Sciences) aus Berlin, Bremen,

Hamburg, Köln, München, Münster

und Osnabrück bilden unter der Dachmarke

UAS7 diese strategische Allianz

zur Förderung von Lehr- und Forschungsaktivitäten.

Es geht dabei um

die Entwicklung gemeinsamer Strategien,

die Bündelung von Profilstärken

und eine bessere Positionierung im

globalen Wettbewerb der Bildungsanbieter.

Das Netzwerk mit Repräsentanzen

in Berlin und New York wirbt vor

allem im Ausland für den Studienstandort

Deutschland und das Studium an

den im Verbund zusammengeschlossenen

Fachhochschulen. Dazu beraten

sich die UAS7-Partner neben der weiteren

Professionalisierung ihrer Forschungsförderung

bei der Einrichtung

von Masterprogrammen und der Schaffung

kooperativer Promotionsmöglichkeiten.

Gemeinsam bereiteten sie ihre

Wissenschaftler/innen auf das 7. EU-

Forschungsrahmenprogramm vor und

beziehen schon jetzt zu wissenschaftspolitischen

Themen einheitlich Stellung.

Die sieben Fachhochschulen setzen

vor allem auf ihre spezifischen Erfolgsfaktoren:

die hohe Anwendungs- und

Ergebnisorientierung sowie starke Interdisziplinarität.

Über die engen Kontakte

der Professor/innen zur Wirtschaft

und zu potentiellen Arbeitgebern der

Absolvent/innen fließen aktuelle Fragestellungen

direkt in Lehre und Forschung

ein. Denn für die Praxispartner

zählt letztlich der wirtschaftliche Erfolg

der Zusammenarbeit. Neue Ideen für

Produkte, Verfahren und Dienstleistungen

müssen marktrelevant sein. Dafür

unterstützt die Wirtschaft gegenwärtig

neun Stiftungsprofessuren an den UAS7-

Hochschulen. Beispielsweise finanziert

der Verband Deutscher Reeder (VDR)

an der Hochschule Bremen eine Professur

„Förderung seemännischer Berufe“

und die Otto Group an der Hochschule

für Angewandte Wissenschaften Hamburg

die “Otto Stiftungsprofessur Marketing

und Strategischer Einkauf im

Handel“.

http://www.uas7.org

Der Autor ist Präsidiumsbeauftragter für

Innovationstransfer und Partnerschaften

der Fachhochschule Münster.


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

13

Ausgesuchte Forschungsprojekte /

Drittmittelprogramme

German Airport Performance (GAP)

GAP ist nicht etwa eine zu untersuchende „Lücke“ an der FHW Berlin sondern ...

Text: Maria Peidel, Jürgen Müller

In dem von Bundesministerium für Bildung

und Forschung (BMBF) finanzierten

GAP-Projekt wird untersucht, wie

die zunehmende Kommerzialisierung

(bis hin zur Privatisierung) und das veränderte

Wettbewerbsumfeld, d. h. mehr

Billigflieger und zunehmende Konkurrenz

zwischen Flughäfen, die Strategie

und die Leistung der Unternehmen in

diesem Sektor verändern und welcher

Regulierungsbedarf sich daraus ergibt.

Von solchen Studien profitieren nicht

nur Flughäfen, deren Schwächen und

Stärken analysiert werden, sondern

auch Fluggesellschaften, die an leistungsfähigeren

Airports interessiert sind.

Zudem steigt der Informationsbedarf

privater Investoren, die sich bei privatisierten

Flughäfen engagieren.

Rund 20 Studenten/innen der FHW

Berlin arbeiten derzeit bei GAP mit. Sie

können theoretische Konzepte an einem

Wirtschaftssektor detailliert analysieren

und Ergebnisse mit anderen wissenschaftlichen

Einrichtungen und Praktikern

diskutieren. Die GAP-Teams von

FHW Berlin, FH Bremen und der Internationalen

FH in Bad Honnef treffen

sich mehrmals im Jahr zum Austausch

auf nationaler und internationaler

Ebene. Zentrale Themengebiete dieses

gemeinsamen Forschungsvorhabens

sind die Analyse von Flughafenentgelten,

Produktivitätsvergleiche und finanzielle

Entwicklungen, die Auswirkungen

der Liberalisierung auf Dienstleistungen

am Flughafen (Bodenverkehrsdienste)

und der Non-Aviation-Bereich

(Parking, Läden, Restaurants usw.).

Bei der Analyse von Flughafenentgelten

werden Fragen wie nach der Preisstrategie

von Flughafen-Infrastruktur und

deren Umsetzung, sowie der damit verbundenen

Entgeltregulierung wissenschaftlich

untersucht. Ganz im internationalen

Trend, lässt sich bei den Gebühren

eine Entwicklung von ausschließlich

fixen zu variablen Entgelten

und eine Heterogonisierung beobachten.

Mittels Benchmarking werden Entwicklungen

im Zeitablauf untersucht

und strategische Implikationen der

Preispolitik aufgezeigt.

Um die Effektivität der Flughäfen zu

bewerten berechnen die Forscherteams

anhand von physischen Indikatoren

aus Finanzkennzahlen für verschiedene

Gruppen Produktivitätsindikatoren

und erklären Unterschiede und Einflussfaktoren

auf der Basis ökonometrischer

Analysen.

Hinsichtlich der Liberalisierung des

Marktes für Bodenverkehrsdienste befindet

sich Deutschland in einer Übergangsphase.

Das erklärt die bestehende

Rechtsunsicherheit z. B. bei Ausschreibungsverfahren.

Die traditionell dominierenden

Flughafenunternehmen

verlieren zwar Marktanteile, dennoch

konzentrieren sich die restlichen Geschäfte

auf nur wenige Anbieter. Neben

einem Rückgang der Abfertigungsgebühren

führte die Liberalisierung auch

zu einem Absinken der Löhne, bei einer

zunehmend geforderten zeitlichen Flexibilität

der Beschäftigten.

Der Non-Aviation-Bereich, zu dem die

Einnahmen aus Mieten, Gastronomie

und Einzelhandel, Parkraumwirtschaft

sowie die Vermarktung von Werbeflächen

gehören, entwickelt sich für Flughäfen

zu einer bedeutenden Einnahmequelle.

Da es bisher über den Retail-Bereich

hinaus nur wenige Untersuchungen

gibt, die homogene Schätzungen

des Non-Aviation-Umsatzes erlauben,

wird im Rahmen dieses Projektes neben

einer entsprechenden Rangliste der

Flughäfen eine Vergleichbarkeitsstudie

der Retail-Konzepte erstellt. Erst die

Gegenüberstellung in Abhängigkeit von

Größe und Kundenstruktur ermöglicht

die Bewertung von Non-Aviation-Aktiviäten

an Flughäfen.

Das GAP-Projekt bietet Studierenden

zunächst noch bis 2011 die Möglichkeit

zum wissenschaftlichen Arbeiten, auch

im Rahmen von Abschlussarbeiten, und

vermittelt Praktikumsplätze.

www.gap-projekt.de

Autor/innen: Maria Peidel arbeitet als

studentische Mitarbeiterin im GAP-Projekt.

Prof. Dr. Jürgen Müller lehrt Wirtschaftswissenschaften

mit Schwerpunkt

Wettbewerbspolitik an der FHW Berlin.


14 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Ein soziales Modell für Europa

PRESOM: Privatisation and the European Social Model

Text: Birgit Mahnkopf

Bei dieser im 6. Forschungsrahmenprogramm

der Europäischen Kommission

für die Zeit von 2006–2008 finanzierten

„Coordination Action“ (CA),

die inzwischen um vier Monate (bis

April 2009) verlängert wurde, geht es

darum, die Wirkungen von Privatisierung

und Liberalisierung in der EU

auf das Funktionieren eines im Entstehen

begriffenen europäischen sozialen

Modell (ESM) zu untersuchen. Auf

der Basis wissenschaftlich begründeter

Urteile über Ursachen und Folgen der

Privatisierung in ausgewählten Sektoren

soll die CA zur Entwicklung von

Politiken beitragen, die geeignet sind,

die sich verändernden Beziehungen

zwischen Bürgern und Institutionen,

Märkten, Regierungen und intermediären

Institutionen so zu gestalten,

dass sich ein ESM herausbilden kann.

Die Projektpartner gehören unterschiedlichen

wissenschaftlichen Disziplinen

an und kommen sowohl aus

Universitäten wie aus Forschungseinrichtungen

in zehn Mitgliedsstaaten der

EU. Sie waren aufgefordert, nicht nur

die empirischen Befunde aus wissenschaftlichen

Studien zum Privatisierungsgeschehen

in der EU zu diskutieren,

sondern auch die Politik von

Europäischer Kommission, nationalen

Parlamenten und Regierungen sowie

die Positionen von Gewerkschaften,

Unternehmerverbänden und sozialen

Bewegungen in ihre Analyse einzubeziehen.

PRESOM arbeitet mit anderen

Forschungsnetzwerken, die verwandte

Fragestellungen verfolgen, eng zusammen.

Den hier nur grob skizzierten Zielen der

CA wird in drei Phasen mit zehn Arbeitspaketen

nachgegangen. In Phase 1 fand

eine Bestandsaufnahme der Literatur

über die Geschichte und Theorie von

Liberalisierung und Privatisierung und

über das ESM statt. In Phase 2 wurden

auf der Basis von Fallstudien zum Industriesektor,

zu Netzwerkindustrien,

Gesundheitsversorgung, Alterssicherung,

Bildung und Bankensektor bereichsübergreifende

Analysen der

Wirkung von Liberalisierung und Privatisierung

im Hinblick auf ökonomische

Effizienz, soziale Kohäsion und politische

Strukturen durchgeführt. Ein spezielles

Arbeitspaket war der Liberalisierung

und Privatisierung im Transformationsprozess

der neuen europäischen

Mitglieder aus dem Osten der EU gewidmet.

In der noch laufenden Phase 3

werden Schlussfolgerungen aus den

Ergebnissen der vorherigen Arbeit gezogen

und Politikvorschläge für dasjenige

Verhältnis von privaten und öffentlichen

Diensten formuliert, welches am

ehesten geeignet wäre ein starkes ESM

hervor zu bringen.

Bislang wurden insgesamt 16 Workshops

mit Experten aus Wissenschaft

und Politik und elf internationale

Konferenzen zu dem breiten Themenspektrum

der CA von PRESOM veranstaltet;

darüber hinaus war die CA an

zwei weiteren großen Ereignissen, nämlich

am „Alternative Ecofin 2007“ in

Berlin und am „Alternative Ecofin

2008“ in Ljubljana maßgeblich beteiligt.

Geplant sind für 2008 noch zwei Konferenzen,

die einerseits der Vorbereitung

einer Buchpublikation in 2009 und andererseits

der Verbreitung von ersten

Forschungsbefunden im Kreis von Mitgliedern

des EU Parlaments aus den Beitrittsländern

MOE dienen.

Für die FHW Berlin war Birgit Mahnkopf

für die gesamte Dauer des Projekts

an der CA beteiligt; Martin Kronauer

hat als Experte an einem Workshop

teilgenommen. Koordiniert wird die

CA von der Universität Dortmund.

Forschungsergebnisse von PRESOM

sind nachzulesen in einem zweimonatlich

erscheinen newsletter und v. a. in

den workpackages reports, die auf der

Homepage der CA abgerufen werden

können.

http://www.presom.eu

Die Autorin ist Professorin für Europäische

Gesellschaftspolitik an der FHW

Berlin.


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

15

DFG-Projekt zur Erforschung der Lohndiskriminierung

Ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt untersucht die „Quantifizierung der Lohndiskriminierung

im Sinne des AGG – Welche Rolle spielen Geschlecht, Alter und Nationalität?“

Text: Miriam Beblo

Bei den in Anwendung des Allgemeinen

Gleichbehandlungsgesetzes (AGG)

zu erwartenden Klagen wird eine zentrale

Frage und somit Gegenstand gerichtlicher

Gutachten sein, wie groß

das Ausmaß der Lohndiskriminierung

gegenüber den im AGG benannten

Personengruppen tatsächlich ist. Im

Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

(DFG) geförderten

Projektes erstellt ein Team um Prof.

Miriam Beblo von der FHW Berlin und

Prof. Elke Wolf FH München deshalb

ein Konzept, wie die Lohndiskriminierung

auf Grundlage der in deutschen

Betrieben gezahlten Entgelte empirisch

ermittelt und quantifiziert werden kann.

Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftlerinnen

zunächst auf die Ungleichbehandlung

nach dem Geschlecht, dem

Alter und der Nationalität.

Auf Grundlage eines verbundenen Betriebs-

und Beschäftigtendatensatzes –

„Linked Employer-Employee data set “ –

des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

wird das Team zum

einen die bedingten, von individuellen

Merkmalen bereinigten Lohnunterschiede

zwischen Frauen und Männern,

Jüngeren und Älteren sowie Deutschen

und Nichtdeutschen im Arbeitsmarkt

insgesamt bestimmen und zum anderen

die gruppenspezifischen Lohndifferenziale

innerhalb der Betriebe quantifizieren.

Darüber hinaus sollen die unterschiedlichen

Dimensionen der Lohndiskriminierung

auf betrieblicher Ebene

zueinander in Beziehung gesetzt werden.

So wird untersucht, ob ein enger

Zusammenhang zwischen der Diskriminierung

von weiblichen, älteren und

ausländischen Beschäftigten besteht

oder ob die unterschiedlichen Dimensionen

der Ungleichbehandlungen

eher ungleich zwischen den Betrieben

verteilt sind. Schließlich planen die

Forscherinnen betriebliche und institutionelle

Merkmale zu identifizieren,

die mit einem niedrigen bzw. hohen

Grad an multidimensionaler Diskriminierung

einhergehen.

Das Projekt wird mit einer Laufzeit von

zwei Jahren im Rahmen des DFG-

Schwerpunktprogramms „Flexibilisierungspotenziale

bei heterogenen Arbeitsmärkten“

finanziert, welches die

interdisziplinäre Zusammenarbeit von

Arbeitsmarktforscher/innen fördern

soll.

Weitere Informationen zum Projekt

stehen auf den Forschungsseiten der

FHW-Homepage und auf der Homepage

des Harriet Taylor Mill-Instituts

für Ökonomie und Geschlechterforschung.

Dort ist auch das Forschungskonzept

als Diskussionspapier veröffentlicht

(Download unter http://www.

harriet-taylor-mill.de).

Die Autorin ist Professorin für Institutionenökonomik

und Angewandte

Mikroökonomik an der Fachhochschule

für Wirtschaft Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte

sind empirische Analysen zu Arbeitsmarkt-,

Sozial- und Familienpolitik,

Einkommen, Ungleichheit, Zeitverwendung

und quantitativ ausgerichtete

Gender-Forschung.


16 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Beschäftigung und Geschlechtergleichheit

30 Wissenschaftlerinnen aus allen EU-Ländern arbeiten in einem gemeinsamen Projekt auf dem Gebiet der Geschlechter- und

Arbeitsmarktforschung

Text: Andrea-Hilla Carl und Friederike Maier

In diesem von der europäischen Kommission

geförderten Forschungsprojekt

werden die realen beschäftigungspolitischen

Entwicklungen und politischen

Schwerpunkte der EU und der Mitgliedsländer

analysiert. Die institutionellen

Rahmungen der Beschäftigungssysteme

werden dabei genauso untersucht

wie die Umsetzung geschlechtsspezifischer

Ansätze in den verschiedenen

Politikfeldern. Darüber hinaus

zielt das Vorhaben darauf, die bisher

verwendeten Indikatoren und Verfahren

der Gleichstellungs- und Gender

Mainstreaming-Politik zu bewerten.

Das Projekt wird gemeinsam von 30

wissenschaftlichen Expertinnen aus

allen EU-Ländern auf dem Gebiet der

Geschlechter- und Arbeitsmarktforschung

durchgeführt. Die Wissenschaftlerinnen

wurden durch die europäische

Kommission benannt. Die Koordination

der Gruppe liegt in den Händen der

Fondazione Giacomo Brodolini (Rom)

unter der wissenschaftlichen Leitung

durch Prof. Francesca Bettio (Universität

Rom).

Die jährliche Arbeit der Expertinnengruppe

besteht darin, das Nationale Reform

Programm (NRP) zur Erreichung

der Lissabon-Ziele für Wachstum und

Beschäftigung aus einer Geschlechterperspektive

zu evaluieren, thematische

Berichte wie etwa zur zu ausgewählten

Arbeitsmarkt- und Geschlechterfragen

zu erarbeiten sowie Anfragen der Kommission

zu aktuellen Aspekten der

Gleichstellungs- und Arbeitsmarktpolitik

zu beantworten.

In diesem Jahr fokussierten die thematischen

Berichte auf die „Versorgung

mit Kinderbetreuungsplätzen“ und die

„Geschlechtersegregation auf dem Arbeitsmarkt:

Ursachen, Auswirkungen

und politische Reaktionen“.

Dr. Andrea-Hilla Carl ist Geschäftsführerin

des Harriet Taylor Mill-Instituts für

Ökonomie und Geschlechterforschung.

Dr. Friederike Maier, Direktorin des

Instituts, ist Professorin für Verteilung

und Sozialpolitik an der FHW Berlin.

Kita des Studentenwerks Berlin an der FHW Berlin, Standort Schöneberg


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

17

Selbstständige Frauen in Berlin

Wie viele Unternehmen von Frauen und wie viele selbstständige Frauen gibt es in Berlin? Wie unterscheidet sich ihre Situation

von der selbstständig tätiger Männer? Welche Berliner Besonderheiten lassen sich im bundesweiten Vergleich identifizieren?

Text: Claudia Gather

Um Antworten auf diese und andere

Fragen zu erhalten, förderten die Senatsverwaltung

für Wirtschaft, Technologie

und Frauen und der Europäischen Sozialfond

eine an der FHW Berlin durchgeführte

Studie, die alle für Berlin vorliegenden

Datenquellen wie den Mikrozensus,

die Einkommenssteuer- und

Handwerkskammerstatistik, die Creditreform-Daten

und Eintragungen ins

Handelsregister sekundäranalytisch auswertete.

Die an der Untersuchung beteiligten

Forscherinnen kamen bei der

Gegenüberstellung der ermittelten Informationen

zu bemerkenswerten Erkenntnissen.

So beträgt die Zahl der selbstständigen

Frauen in Berlin laut Mikrozensus gut

79 000. Über alle Datenquellen hinweg

entspricht dies gemessen an der Gesamtzahl

aller Selbstständigen einem Anteil

von ca. 35 Prozent. Damit liegen die

Berlinerinnen deutlich vor dem Bundesdurchschnitt

von knapp 30 Prozent.

Allerdings ist auch die Zahl der Soloselbstständigen

in Berlin mit 77 Prozent

überproportional hoch. Die Anzahl der

Unternehmen geführt durch Inhaberinnen

liegt in der Hauptstadt laut Creditreform-Daten

bei ca. 29 000 und damit

ca. 21 Prozent.

Frauen sind häufiger in Freien Berufen

selbstständig und haben seltener Gewinneinkommen

aus einem Gewerbebetrieb,

während es bei den Männern

umgekehrt ist. Zudem machen sich

relativ mehr Frauen mit ausländischer

Nationalität selbstständig. Selbstständige

Frauen arbeiten zu über 90 Prozent

in Dienstleistungsberufen, bei den Männern

nur zu ca. drei Vierteln. 1

Keine Belege fanden die Forscherinnen

für die These, dass sich Selbstständigkeit

besser als abhängige Erwerbstätigkeit

mit Kindern verbinden lässt: Frauen,

die soloselbständig sind, leben deutlich

häufiger als andere ohne Partner und

haben keine Kinder. Selbstständige

Frauen mit Beschäftigten haben ebenfalls

häufig keine Kinder, leben aber

überdurchschnittlich häufig in einer

Partnerschaft.

Das Mittel der Einkommen aller selbstständigen

Frauen liegt leicht unter dem

der abhängig Beschäftigten (Einkommensteuerstatistikdaten

2001). Allerdings

rangieren die Selbstständigen

mit Beschäftigten öfter in den höheren

Einkommensklassen. Dies gilt gleichermaßen

für Frauen und Männer. Das

Einkommen der allein selbstständigen

Frauen findet sich meist in den Einkommensgruppen

unter 900 Euro. Im Vergleich

zu 1996 ist der Verdienst der

selbständig erwerbstätigen Frauen mit

Beschäftigten in Berlin aber deutlich

gestiegen.

Für diese Studie wurden erstmals Eintragungen

ins Berliner Handelsregister

ausgewertet und relevante Schlüsse

über Kapitalgesellschaften gezogen. Bei

Gesellschaften, deren Kapital vollständig

in den Händen von Männern liegt, sind

diese fast zu 97 Prozent alleinige Geschäftsführer.

Liegt das Kapital vollständig

in den Händen von Frauen, obliegt

nur bei 68 Prozent dieser Gesellschaften

Frauen die alleinige Geschäftsführung,

in gut 27 Prozent der Fälle jedoch Männern.

Die Kapitalbeteiligung von Frauen

erweist sich damit als eine Voraussetzung,

dass Frauen an der Geschäftsführung

beteiligt werden – eine These

als Grundlage weiterer Untersuchungen.

Die Autorin ist Professorin für Sozialwissenschaften

an der FHW Berlin

mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und

Geschlechterverhältnisse.

Der vollständige Bericht ist unter: http://

www.harriet-taylor-mill.de/pdfs/discuss/

DiscPap3.pdf

Geschlecht der Geschäftsführung nach Gesellschaftstyp

Geschäftsführung besteht aus

Kapitalgesellschaften, deren GesellschafterInnen sind: N (Gesellschaften) Nur Männer in % Nur Frauen in % Gemischt in %

eine Gesellschaft 552 83,9 7,9 8,2

nur Mann/Männer 873 96,7 2,0 1,3

nur Frau/Frauen 144 27,1 68,0 4,9

gemischt Frauen/Männer 248 57,7 14,9 27,4

Gesellschaft & Mann 171 93,6 2,3 4,1

Gesellschaft & Frau 19 21,1 63,2 15,8

Gesellschaft & Mann & Frau 46 60,9 13,0 26,1

1

Nach Berechnungen der Mikrozensusdaten 2005


18 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Optimierung von Investitionen

Ein Forschungsprojekt am Fachbereich Berufsakademie untersucht Möglichkeiten zur Standardisierung der Lebenszykluskosten-Berechnung

bei Immobilien

Text: Andrea Pelzeter

Für die Optimierung des Gleichgewichts

zwischen Herstellungskosten und den

Kosten während der Nutzungsphase

von Immobilien wird zunehmend auf

das Prinzip der Lebenszykluskosten

(LZK) zurück gegriffen, die Summe

aller Kosten, die während des gesamten

Lebenszyklus´ eines Objektes anfallen.

Dieses Steuerungsinstrument, bei dem

verschiedene Investitions- oder Handlungsalternativen

verglichen werden,

soll helfen unerwartet hohe Kosten in

der Nutzungsphase zu vermeiden. Da

es sich bei Immobilien um sehr langlebige

Objekte handelt, ist die Aufsummierung

jährlicher Ein- und Auszahlungen

sehr anspruchsvoll, zumal häufig

die Datengrundlage (Stichwort

Nutzungskosten) fehlt und Unsicherheit

herrscht bzgl. der zahlreichen Annahmen,

die für die Prognose zukünftiger

Zahlungsströme zu treffen sind.

Aktuell sind die Lebenszykluskosten

einer Immobilie nicht nur als wesentlicher

Bestandteil des Facility Management,

sondern auch als Beleg für ökonomische

Nachhaltigkeit in der Zertifizierung

des Nachhaltigen Bauens im

Gespräch.

Das Forschungsprojekt greift die aktuelle

öffentliche Diskussion zum Thema

auf und untersucht, welche Herangehensweisen

zur Berechnung von LZK

in der Praxis wirklich angenommen

werden und sich im Spannungsfeld

zwischen Erkenntnisinteresse und Prognoseaufwand

tatsächlich bewähren.

Dabei geht es konkret um finanzmathematische

Rahmenbedingungen zur

Kommunikation zwischen Anwendern

und betriebswirtschaftlich orientierten

Entscheidungsträgern ebenso wie darum,

generelle Empfehlungen für die

Wahl von Prognoseansätzen hinsichtlich

der zukünftigen Kosten zu geben.

Es wird diskutiert, ob eine Standardisierung

von Systemgrenzen für die LZK-

Berechnung sinnvoll ist und welche

Welche Ziele verfolgen Sie bei ggf. künftiger LZK-Berechnung?

100 %

90 %

80 %

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

32,6 %

Darstellung von

Lebenszyklus-

Kompetenz

65,1 %

Instrument von

Lebenszyklus-

Management

93,0 %

Optimierung

von

Investitio-nen

72,1 %

Optimierung

von Planungen

Anforderungen an einen offenen Kennzahlen-Pool

gestellt werden müssen,

damit er die LZK-Berechnung langfristig

unterstützt und vereinheitlicht.

Wissenschaftler/innen der FHW Berlin

arbeiten dazu eng mit Ausbildungspartner-Unternehmen

des dualen Studiengangs,

mit Verbänden und anderen Unternehmen

aus dem Bereich des Facility

Management zusammen. 20 Experten

aus dem gesamten Bundesgebiet und

aus der Schweiz tauschten sich während

eines Workshops über die aktuelle Umsetzung

in der Praxis sowie die zukünftig

erwünschten Einsatzmöglichkeiten

aus. Prof. Andrea Pelzeter vom Fachbereich

Berufsakademie der FHW Berlin

stellte ihr LZK-Modell vor.

46,5 %

Kostenkontrolle

51,2 %

Budget-Planung

(Mehrfachantworten waren möglich)

11,6 %

Zertifizierung

32,6 %

PPP-Angebotserstellung

4,7 %

Im Rahmen dieses anwenderorientierten

Forschungsprojektes lösten in einer anschließenden

Testphase die teilnehmenden

Unternehmen zudem eigene Fragestellungen

anhand des LZK-Prinzips

und dokumentierten die betrachteten

Objekte, Daten, Vorgehensweisen, Ergebnisse

und Erfahrungen. Parallel

dazu wurden weitere Unternehmen, die

in den Facility Management Verbänden

GEFMA und RealFM organisiert sind,

zu ihren Einschätzungen und Bedürfnissen

befragt. Die Umfrageergebnisse

zeigen Zielsetzungen der LZK-Berechnung

(vgl. Abbildung) sowie Konvergenzen

z. B. hinsichtlich der in die LZK-

Berechnung einzubeziehenden Kostenarten

auf. Dagegen gehen die Meinungen

z. B. über die Vorgabe eines Betrachtungszeitraumes

oder einer Kostenperspektive

(Selbstnutzer, Vermieter, Mieter

etc.) weit auseinander.

Die Ergebnisse von Befragung und Testphase,

die in einer weiteren Expertenrunde

bewertet wurden, werden in die

Formulierung der Rahmenbedingungen

sowie der inhaltlichen Schwerpunkte

eines LZK-Standards einfließen:

Die von Prof. Pelzeter entworfene

GEFMA- Richtlinie 220: „Lebenszykluskostenrechnung

im Facility Management“,

wird nach dem Praxistest weiterentwickelt

und konkretisiert werden.

Die Befragung hat darüber hinaus Forschungsbedarf

auf einem weiteren, verwandten

Gebiet ergeben: Die Definition

von Kennzahlen über die Zusammenhänge

zwischen baukonstruktiven Entscheidungen

und Folgewirkungen in

der Nutzungsphase. Die bisher verfügbaren

Benchmarks zu Nutzungskosten

sind dafür nicht detailliert genug.

Die Autorin ist Professorin für Allgemeine

Betriebswirtschaftslehre insbesondere

Facility Management am Fachbereich

Berufsakademie der FHW Berlin

und Fachleiterin des Studiengangs

Facility Management.

Andere


SemesterJournal 2/08 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

19

Forschung im Studium: e-Journal of

Practical Business Research

In dieser im Internet publizierten wissenschaftlichen Zeitschrift werden ausgewählte Beiträge zu praktischen Problemlösungen

der Wirtschaft veröffentlicht, die in Zusammenarbeit von Wissenschaftler/innen und Praxispartnern entstanden sind.

Text: Olaf Resch, Daniel Rheinbay

Gegründet durch Professor/innen des

Fachbereiches II der FHW Berlin, zählen

zu den Autor/innen des e-Journal

of Practical Business Research neben

Wissenschaftler/innen und Praktiker/

innen auch herausragende Studierende,

die zusätzlich herausragend betreut

werden. Diese elektronische Plattform

bietet ihnen die Möglichkeit Beiträge

zu publizieren, die beispielsweise auf

der Basis von Bachelor Thesen entstanden

sind. Die Listung des e-Journal im

internationalen Directory of Open

Access Journals und das Editoren Team

von Professor/innen der FHW Berlin

garantieren einen hohen wissenschaftlichen

Standard und internationale Verbreitung.

Die Integration von Praxisthemen

sorgt zudem für spannende und

anwendungsrelevante Inhalte.

Vermittlung zwischen Theorie

und Praxis

Konkrete Praxisfälle liefern der Forschung

wertvolle Hinweise auf ungelöste

Probleme, Schwierigkeiten bei der

Anwendung von Theorien und sonstigen

Forschungsbedarf. Zusätzlich können

die realen Fallstudien in der Lehre

verwendet werden. Andererseits kann

die Praxis ihre Problemstellungen und

Lösungsansätze einem breiteren Leserkreis

vorstellen. Die Verpflichtung zu

wissenschaftlichem Vorgehen und

die Ermunterung zu wissenschaftlicher

Kritik – welche mit einer Veröffentlichung

verbunden sind – fördern die

Qualitätssicherung und Reflexion. Das

e-Journal unterstützt beide Parteien,

indem es klare Kriterien für eingereichte

Artikel vorgibt, Autor/innen bei der Erstellung

von Artikeln in wissenschaftlicher

Hinsicht berät und eingereichte

Beiträge redaktionell bearbeitet.

Vermittlung zwischen Autor/innen

und Leser/innen

In der Autor/in-Leser/in-Dimension

sollen das Einreichen interessanter Artikel

ermöglicht und Leser/innen gewonnen

werden, diese Beiträge zu lesen und

zu zitieren. Dabei nutzt das e-Journal

die Vorteile des elektronischen Publizierens.

Die Beiträge werden unter einer

Creative-Commons-Lizenz bereitgestellt

und das e-Journal ist in internationalen

Verzeichnissen präsent. Damit sind

die Artikel weltweit und kostenlos von

Studierenden, Wissenschaftler/innen

und Praktiker/innen abrufbar.

Theorie

Autor

e-Journal of Practical

Business Research

Leser

Autor/innenperspektive

Das Publizieren im e-Journal of Practical

Business Research bietet Vorteile

gegenüber herkömmlichen Printmedien.

Durch die Verwendung des World Wide

Web können Autor/innen schnell eine

breite Leserschaft erreichen. Gegenüber

den zahlreichen Ad-hoc-Beiträgen im

WWW hebt sich das e-Journal deutlich

ab, denn alle Artikel werden einem

doppelten Review inklusive einer redaktionellen

Prüfung unterzogen, um dem

hohen wissenschaftlichen Standard zu

entsprechen und sind somit zitierfähig.

Autor/innen erhalten wissenschaftliche

Unterstützung durch ein kritisches Editoren-Team.

Leser/innen können die

publizierten Beiträge öffentlich kommentieren

und mit Autor/innen und

untereinander diskutieren. Artikel sind

auf der Website des e-Journals langfristig

abrufbar und in einen klar definieren

Themenbereich eingebettet. Diese inhaltliche

Relevanz wird von kontextbezogenen

Suchmaschinen entsprechend

gewürdigt und ermöglicht Autor/innen

die Entwicklung eines klaren, wissenschaftlichen

Profils im WWW, was besonders

junge Autoren/innen fördert.

www.e-journal-of-pbr.de

Autoren: Olaf Resch ist Professor für

Wirtschaftsinformatik, insbesondere Informationsmanagement

und E-Business

am FBII der FHW Berlin. Daniel

Rheinbay ist Student der Wirtschaftsinformatik

am FB II.

Praxis


20 Titelthema: Forschung an Fachhochschulen

SemesterJournal 2/08

Alumni forschen: Wie ein roter Faden

Vom Studium in die Forschung – und immer die Praxis im Blick. FHW-Absolventin Dr. Akima Hamandia will auch im Berufsleben

wirtschaftliche und politische Zusammenhänge besser verstehen und setzt dabei auf die fortführende theoretische

Auseinandersetzung mit bestimmten, praxisnahen Themenfeldern.

Text: Akima Hamandia

Praktisch flossen meine Berufserfahrungen

und Forschungserkenntnisse ein

in meine daraus resultierende Dissertation,

die unter dem Titel „Arbeitszeitgestaltung

in Deutschland und Frankreich“

im Jahr 2005 im Münchner Rainer

Hampp Verlag veröffentlicht wurde.

Daneben erschienen unter meiner Mitwirkung

eine Reihe von internationalen

Publikationen zum Thema und Evaluationsarbeiten

zu den wichtigsten europäischen

Forschungsarbeiten.

„Ich habe dadurch auch viele Kontakte

knüpfen können. Zudem ermöglichte

mir diese Spezialisierung,

Klarheit über meine eigenen beruflichen

Wünsche zu formulieren“.

Bereits während des Studiums an der

FHW Berlin setzte ich einen Schwerpunkt

auf die Forschungsgebiete Arbeitszeit

und Unternehmensorganisation.

Diese Themen bearbeitete ich auch in

meiner Diplomarbeit. Im Zusammenhang

damit rückten dann Komplexe wie

neue Beschäftigungsformen und Arbeitsbedingungen

von Beschäftigen sowie

die Reformen auf dem Arbeitsmarkt

immer mehr in den Mittelpunkt meines

Interesses. „Besonders der Vergleich aus

deutsch-französischer, europäischer und

auch internationaler Sicht ist ein hoch

spannendes Gebiet“, findet die FHW-

Absolventin.

Doch Forscherdrang und Arbeitsergebnisse

bleiben keineswegs Theorie, sondern

finden praktische Anwendung. Auf

verschiedenen Wegen tauchte ich ein

in die vom kulturellen Umfeld bestimmten

Beschäftigungswelten und Arbeitskreise.

Politisch engagierte ich mich

im Personalrat der TU Berlin und im

Frauennetzwerk an der FHW Berlin.

Auch die zweijährige Tätigkeit im Wissenschaftszentrum

Berlin (WZB) und

im Graduiertenkolleg zum Thema

„Gesellschaftsvergleich der FU Berlin

und der HU Berlin“, unterstützt durch

die Hans-Böckler-Stiftung, gehören

dazu. Für eine zielbringende und anwendungsorientierte

Forschung unerlässlich

sind aus meiner Sicht eigene berufliche

Erfahrungen. Diese sammelte ich in

internationalen Organisationen wie der

International Labour Organization

(ILO) in Genf, bei der Europäischen

Union (EU) in Brüssel, an der Viadrina

Universität in Frankfurt/Oder sowie

durch zahlreiche Lehraufträge an verschiedenen

Universitäten und Werkaufträge

für weitere Organisationen.

Der Grund, weshalb ich Wert auf ein

weiteres theoretisches Studium gelegt

habe, liegt darin, dass ich die wirtschaftlichen

und politischen Zusammenhänge

besser verstehen wollte. Die Frage nach

den Zusammenhängen zwischen wirtschaftlichen

und politischen Steuerungssystemen

und insbesondere deren Einfluss

auf die Entscheidungen über Arbeitsbedingungen

im Unternehmen

sind zu meinem Steckenpferd geworden.

Ich habe erkannt, dass der internationale

Vergleich zudem viele neue Horizonte

eröffnen kann, auch für sich selbst.

Die Autorin ist Absolventin der FHW

Berlin im Studiengang Wirtschaft (Abschlussjahr

1994) und als Wirtschaftsreferentin

im Bereich Dienstleistungen

und IuK-Technologien in der Französischen

Botschaft in Berlin tätig.


SemesterJournal 2/08 Erfolg durch’s Studium

21

Marketing-Preis 2008 geht an die

FHW Berlin

Der integrierte Studiengang „Internationales Management“ der FHW Berlin gewinnt den Marketing-Preis 2008 der Deutsch-

Französischen Hochschule (DFH)

Text: Sven Pohland

und teilweise zusammen durchgeführt.

In der Vergangenheit waren das beispielsweise

gemeinsame Veranstaltungen

oder Gastvorträge. Aktuell arbeitet

das Studiengangsmanagement an einem

abgestimmten Internetauftritt und einer

Synchronisierung der Flyer. Auf diese

Weise sollen die verschiedenen Inhalte

von ESCE Paris, FHW Berlin und DFH

integriert und auch im Außenauftritt

einheitlicher wirken.

Die Preisträger Andreas Schreiber und Kai Grondke studieren im Deutsch-Französischen

Studiengang „Internationales Management“ an der FHW Berlin.

Eine unabhängige Jury aus Marketingund

Kommunikationsexperten wählte

unter den eingegangenen Bewerbungen

die FHW Berlin mit ihrem integrierten

Studiengang „Internationales Management“

als Gewinner aus. Der Studiengang

überzeugte laut Jury „durch ein

innovatives und zukunftsorientiertes

Marketingkonzept, die Existenz einer

Online-Plattform (Intranet) für Studierende

des Studiengangs und die Qualität

der Werbeträger (Broschüren etc.).“

Bemerkenswert ist, dass die Initiative für

die Bewerbung von Studierenden ausging.

Zwei Studenten aus dem Deutsch-

Französischen Studiengang, Andreas

Schreiber und Kai Grondke, analysierten

Anfang 2008 die an der FHW Berlin

und an der Partnerhochschule Ecole

Supérieure du Commerce Extérieure

(ESCE) Paris laufenden Marketingaktivitäten

und entwickelten ein aktualisiertes

Gesamtkonzept sowie einen Maßnahmenkatalog.

Das Marketingkonzept ist als Rahmen

für die Bereiche Event, Online und

Print zu verstehen. Aus einer langfristigen

Zielsetzung werden eine Reihe

von Einzelmaßnahmen abgeleitet. Diese

müssen aufeinander abgestimmt, also

sozusagen synchronisiert, werden.

Zwischen der FHW Berlin und dem

französischen Partner, der ESCE Paris,

bestehen bei der Zielsetzung des Marketing

jedoch strukturelle Unterschiede.

So werden teilweise unterschiedliche

Zielgruppen adressiert. Der Bewerbungsprozess

unterscheidet sich in den

beiden Ländern erheblich. Dennoch

werden Einzelmaßnahmen abgestimmt

Der Marketing-Preis der DFH wurde im

Jahr 2006 ins Leben gerufen, um Programme

der DFH auszuzeichnen, die

sich durch besonders innovative Marketingkonzepte

hervortun. Die Deutsch-

Französische Hochschule (DFH) ist ein

Verbund von Mitgliedshochschulen

aus Deutschland und Frankreich. Zurzeit

werden über 140 deutsch-französische

Studienprogramme in verschiedenen

Fachrichtungen angeboten.

Der Autor ist Professor für Betriebswirtschaftliche

Informationssysteme an der

FHW Berlin und Studiengangsleiter des

Deutsch-Französischen Studiengangs

„Internationales Management / Management

International“.


22 Erfolg durch’s Studium

SemesterJournal 2/08

HR-Young Talent Award 2008

Wer sind die Talente im Bereich Personalwesen von morgen?

Text: Manuela Schäfer

Diese und weitere Fragen stellte das

auf Human Resources (HR) fokussierte

Beratungsunternehmen Dr. Geke &

Associates Anfang diesen Jahres vielen

Universitäten und Fachhochschulen.

Die beiden FHW-Studentinnen Babette

Heinke und Manuela Schäfer reichten

ihre Antworten ein und beteiligten sich

mit einer Arbeit am Wettbewerb. Nach

einem ersten Auswahlverfahren rangierten

sie unter den Top 20 und wurden

Anfang September 2008 zum „Recall“

eingeladen. In Gruppen mussten die

Teilnehmer/innen nun verschiedene

Case Studies bearbeiten. Am Ende

dieser zweiten Auswahlrunde stand die

vierköpfige Siegergruppe fest. Dazu

gehörten auch Babette Heinke und

Manuela Schäfer. So konnten sie im

Schloss Reinhartshausen im Rahmen

der HR-Business Excellence Conference

den Preis entgegen nehmen.

Die beiden Teilnehmerinnen der FHW

Berlin studieren Wirtschaftswissenschaften

im Abendstudium. Tagsüber

sind sie beim TÜV Rheinland und der

AOK Berlin beschäftigt.

„Die beiden Preisträgerinnen Babette Heinke und Manuela Schäfer (2. v. l. und 4. v. r.) der FHW

Berlin. Sie gehörten zum Siegerteam des HR-Young Talent Award 2008.“


SemesterJournal 2/08 In, An , Aus der FHW Berlin

23

Fusionsvorbereitungen laufen

Nach langem Warten wurde am 26. Juli 2008 endlich das „Gesetz über die Zusammenführung von Fachhochschulen“, das

die Eingliederung der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege (FHVR) Berlin in die Fachhochschule für Wirtschaft

(FHW) Berlin regelt, veröffentlicht. Damit konnten eine konkrete Terminplanung vorgenommen und die Vorbereitungen für

die Zusammenführung intensiviert werden.

Text: Franz Herbert Rieger

Parallel dazu werden die Hochschulleitungen

von FHVR und FHW

Berlin sich über die Grundordnung

der Hochschule für Wirtschaft und

Recht verständigen. Diese muss dann

zunächst vom Gemeinsamen AS und

anschließend von den Kuratorien

beider Hochschulen in einer gemeinsamen

Sitzung bestätigt werden.

Im Hinblick auf die räumlichen Fragen

wurden weitere Fortschritte erzielt

Besonders hilfreich dafür war die Einbeziehung

von Haus V; dieses war

ursprünglich nicht zur Nutzung durch

die neue Hochschule vorgesehen.

Das Land Berlin hat sich bereit erklärt,

rund 8 Mio. € für die Entwicklung des

Standorts zur Verfügung zu stellen,

wovon rund 5 Mio. € allein auf das

Haus V entfallen. Die jetzt vorliegende

Einpassungsplanung stellt durch die

Zentralisierung der Büroräume der

einzelnen Einheiten deren Wahrnehmbarkeit

und Funktionsfähigkeit sicher.

Die Labore, Vorlesungs- und Seminarräume

werden gemeinsam bewirtschaftet

werden, wobei auch hier die

Verteilung der Flächen Fächerschwerpunkte

und einzelne Studiengänge

berücksichtigen soll.

Der Autor ist Rektor der FHW Berlin.

Ab 1. April 2009 gehören die FHVR Berlin (hier im Bild) und die FHW Berlin zusammen – dann

unter dem Titel „Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin“ (HWR).


24 In, An , Aus der FHW Berlin

SemesterJournal 2/08

Duales Studium in Berlin

Gründung der Berufsakademie vor 15 Jahren – Integration in die FHW Berlin vor fünf Jahren

Text: Helmut Lück

In dieser Situation machte ein Projekt

Karriere: die wünschenswerte Integration

der Berufsakademie in den Hochschulbereich.

Vieles sprach dafür, auch

die Voten der zuständigen Fachleute.

Schon 1996 hatte der Wissenschaftsrat

den Fachhochschulen dringend empfohlen,

verstärkt duale Studiengänge

einzurichten und damit ihr praxisorientiertes

Profil zu schärfen. Was lag näher,

als durch eine Integration der dualen Studiengänge

der Berufsakademie Berlin

in den FH-Bereich dieser Zielstellung

„mit einem Schlag“ deutlich näher zu

kommen ...

Erster Standort der 1993 gegründeten „Berufsakademie Berlin“ war dieses Gebäude im Berliner

Stadtteil Karlshorst. Hier begannen vor 15 Jahren die ersten 124 Abiturient/innen ein

duales Studium.

Es ist 15 Jahre her, dass 1993 durch ein

entsprechendes Gesetz des Abgeordnetenhauses

die „Berufsakademie Berlin

gegründet worden ist. Vor fünf Jahren –

2003 – wurde diese Spezialeinrichtung

fürs duale Studieren, ebenfalls durch

ein Gesetz des Berliner Parlaments, in

die Fachhochschule für Wirtschaft

Berlin (FHW) eingegliedert.

Einst hat die Berufsakademie an ihrem

Gründungsstandort in Berlin-Karlshorst

klein angefangen: Es waren gerade einmal

124 Studierende, die im Oktober

1993 in den damals drei BWL-Fachrichtungen

Bank, Handel und Industrie sowie

in den technischen Fächern Informatik

und Maschinenbau ein duales Studium

beginnen konnten. Aber im nächsten

Jahr waren es bereits 245 und

wieder ein Jahr später 353 Studienanfänger/innen.

Weitere Fachrichtungen

wurden eingerichtet, die Zahl der Studienanfänger/innen

stieg auf rund 450,

und in dieser Größenordnung blieb es

lange Zeit.

In Karlshorst wurde es bald zu eng,

einige Studiengänge mussten an einen

neuen Standort am Berliner Ostkreuz

„ausgelagert“ werden, bis dann – fünf

Jahre später – die gesamte Studieneinrichtung

in den denkmalgeschützten

Gebäudekomplex mit der markanten

Klinkerfassade in der Neuen Bahnhofstraße

umgezogen ist.

Die Berufsakademie entwickelte sich,

hatte Erfolg und gewann Anerkennung,

vor allem bei der Wirtschaft, deren

„Wunschkind“ sie war. Die Unsicherheiten

und Diskussionen der Gründungsphase

– auch über die Anerkennung

der Abschlüsse – traten zurück. Eine

Ausweitung der Studienkapazität wurde

wünschenswert und dringend, blieb

aber eine Illusion. Im Gegenteil, die

Finanznöte des Landes Berlin drückten

die Berufsakademie immer mehr. Jedes

Jahr setzte ein neues „Streichkonzert“

ein, das nur nach entsprechenden Interventionen

– insbesondere der betroffenen

Berliner Wirtschaft – gerade so

abgewendet werden konnte. Das „Lieblingskind“

verkam zum Aschenputtel.

Jahr für Jahr wurden die Sparrunden

bedrohlicher, ganze Fachrichtungen

standen zur Disposition.

Im Mai 2002 fasste der Berliner Senat

den entsprechenden Integrationsbeschluss,

der – nach Abstimmung mit

den beteiligten Hochschulen, vor allem

aber mit der Berliner Wirtschaft, dem

wichtigsten Partner im dualen System –

im Oktober 2003 zur Eingliederung

der Berufsakademie in die FHW Berlin

führte, die damit zum größten Anbieter

für duale Studiengänge in der Bundeshauptstadt

geworden ist. In diesem

Wintersemester haben über 700 Studierende

ein duales Studium an unserer

Fachhochschule beginnen können.

Alle Studiengänge sind inzwischen auf

Bachelor umgestellt und akkreditiert

worden. Dabei sind sie als Intensivstudiengänge

anerkannt und außerordentlich

hoch bewertet worden (210 Credits

für 6 Semester). Jetzt geht es darum,

neue duale Studiengänge einzurichten

(Dienstleistungsmanagement,

Elektrotechnik), die Qualität zu halten

und weiter zu entwickeln.

Ein Umzug steht auch wieder an, jetzt

nach Alt-Friedrichsfelde im Stadtbezirk

Lichtenberg, dem Standort der Fachhochschule

für Verwaltung und Rechtspflege

(FHVR), die durch das im Juli

2008 verabschiedete Gesetz zur Zusammenführung

von Fachhochschulen mit

der FHW Berlin vereint worden ist.

Nach der Umsetzung dieser Integration

im April 2009 wird die vereinte

Hochschule künftig unter dem Namen

„Hochschule für Wirtschaft und Recht

Berlin“ (HWR) agieren.

Der Autor ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit

am FB II Berufsakademie der

FHW Berlin.


SemesterJournal 2/08 In, An , Aus der FHW Berlin

25

Jubiläum trotz Finanzmarktkrise

Duales Studium mit überaus praktischem Bezug – auch in der theoretischen Ausbildung – und 1 000. Absolvent/in in der Fachrichtung

Bank am Fachbereich Berufsakademie

Text: Henrik Schütt

Der zunehmenden Dramatik der Finanzmarktkrise

während der letzten Monate

wurde auch im Lehrbetrieb der Fachrichtung

Bank Rechnung gezollt. Regelmäßig

berichten hochrangige Praktiker

über aktuelle Entwicklungen in den

verschiedenen Wirtschaftszweigen. So

erhielten kurz bevor die traditionsreiche

Investmentbank Lehman Brothers in den

USA die Insolvenz verkündete, Studierende

und Lehrende am Fachbereich

Berufsakademie der FHW Berlin tiefe

Einblick in Ursachen, Hintergründe und

Auswirkungen des Immobilien-, Kreditund

Finanzmarktdesasters – von Insidern

und Entscheidern. Dariush

Ghassemi, Ex-Vorstand der Berlin Hyp,

und Robert Abt, heute beide Partner

von CB Private Equity Partners, schilderten

anschaulich ihre eigenen Erfahrungen

im Umgang mit Ratingagenturen.

Damit war die FHW Berlin der

öffentlichen Diskussion um dieses

Thema einige Wochen voraus.

Auch die Bewertungs- und Bilanzierungsproblematik

von Schuldtiteln in

Zeiten der Finanzmarktkrise wurde diskutiert.

Schließlich wurde der in Deutschland

erst seit 2007 zulässige Real

Estate Investment Trust’s (REIT) einer

kritischen Analyse unterzogen.

weisende Betreuungsansatz im Geschäft

mit kleineren Firmenkunden und Gewerbetreibenden,

denen mit der „business

line“ erfolgreich ein Direktbankvertriebsweg

angeboten wird.

Aus Theorie sollte nur wenige

Tage nach diesem Vortrag noch

einmal bittere Praxis werden.

Als mit der HypoRealEstate ein großes

deutsches Kreditinstitut nur mit massiver

Staatshilfe stabilisiert werden konnte,

waren die warnenden Schilderungen

der dozierenden Banker über die Situation

auf den Kreditmärkten und im Interbankengeschäft

noch überaus präsent.

Ein reger Austausch zwischen Wissenschaft

und Wirtschaft findet an der

FHW Berlin auch auf internationaler

Ebene statt. Rund 45 Wissenschaftler/

innen und Mitarbeiter/innen der polnischen

School of Banking kamen nach

Berlin an den Fachbereich Berufsakademie.

Der Dekan und Prorektor der

FHW Berlin, Prof. Dr. Thorsten

Kurzawa, lud die Gäste zu einer Diskussion

über Berufsbildung und duales

Studium generell und für das Bankenwesen

im Speziellen ein. Besonders aufschlussreich

für die polnischen Teilnehmer/innen

waren die Ausführungen

von Sven Volker Cybulski, frisch gebackener

Absolvent der Fachrichtung

Bank, der den Gästen in fließendem

Polnisch Rede und Antwort stand. Die

FHW Berlin war übrigens seinerzeit

der erste ausländische Kooperationspartner

der polnischen School of Banking

gewesen.

Die praxisorientierte, wissenschaftliche

Ausbildung fürs Finanzwesen am Fachbereich

Berufsakademie hat Tradition.

Im November 2008 beendete Susann

Rau von Daimler Financial Services als

eintausendste Absolventin der Fachrichtung

Bank erfolgreich ihr Studium.

Übrigens, die allererste Absolventin

dieses Ausbildungsweges, Irene Backs,

lehrt heute als Dozentin an der FHW

Berlin in ihrem ehemaligen Studiengang

und ist nun ihrerseits Gutachterin

in Abschlussprüfungen.

Der Autor ist Professor für Bank- und

Finanzwirtschaft am Fachbereich Berufsakademie

der FHW Berlin und Fachleiter

der Fachrichtung Bank.

Fachleiter Prof. Dr. Henrik Schütt beglückwünscht die 1 000. Absolventin der

Fachrichtung Bank, Susann Rau.

Wie eine Bank sich heute in moderner

Form den Herausforderungen des

Kredit- bzw. Firmenkundengeschäfts

stellen kann, auch das ließen sich Student/innen

und Dozent/innen einmal

mehr von hochrangigen Praktikern

erklären. Michael Jänichen, Leiter des

Geschäftsbereichs Firmenkunden der

Landesbank Berlin, gab ausführlich

Auskunft. Besonderen Eindruck bei den

Zuhörer/innen hinterließ der zukunfts-


26 In, An , Aus der FHW Berlin

SemesterJournal 2/08

Wie wäre es, gebildet zu sein?

Erneuerung des Studium Generale an der FHW Berlin

Text: Luise Görges, Ulf Kadritzke

Eine Meldung aus Australien bezeugt

die weltweite Sinnkrise der akademischen

Ausbildung. An den Hochschulen

des Landes werden nicht mehr 100

verschiedene Studiengänge angeboten,

sondern nur noch sechs. Diese setzen

statt auf frühe Spezialisierung auf Vermittlung

von Allgemeinwissen. Alle

Bachelor-Studierenden sollen ein Viertel

ihrer Studienzeit mit Themen aus

einer anderen Disziplin belegen: Geisteswissenschaften,

Biomedizin, Wirtschaft,

Umwelt, Naturwissenschaften oder

auch Musik.

Die australische Kehrtwendung ist

Ausdruck eines Unbehagens am übertriebenen

Spezialistentum. Das wirft

auch für die deutschen Hochschulen

die Frage auf, wie die Balance zwischen

Fachwissen und fächerübergreifendem

Denken neu zu justieren ist.

Denn der didaktische Fortschritt,

der im Bachelorstudium winkt, hat

einen hohen Preis. In den streng

spezialisierten, verdichteten Studiengängen

droht die Allgemeinbildung

vollends zu verkümmern.

Aber ist es nicht gerade die Fähigkeit

zum kritischen Denken, die eine Hochschule

fördern sollte? Wie die globale

Finanzkrise entstand und warum selbst

die FAZ wieder Marx zitiert – sollte

man das als Wirtschaftsstudentin nicht

wissen? Was in Afghanistan passiert –

sollte man als Staatsbürger nicht die

Hintergründe kennen? Was Sigmund

Freud über die menschliche Psyche

entdeckt hat – was weiß man davon,

außer dass er für einen Versprecher

gut ist?

Das Wissen jenseits der eigenen Fachgebiete

zu vertiefen, dazu bietet das

verschulte Studium kaum Gelegenheit.

Atemlos lässt sich gerade noch der eng

geschnittene Stundenplan einhalten.

Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma?

Wie könnte die FHW Berlin

eine die Fächergrenzen überschreitende

Neugierde fördern? Das Studium

Generale soll mit neuen Angeboten dazu

beitragen, dass die Studierenden

auf dem persönlichen Bildungstand

aufbauen und Wissenslücken schließen

können,

über aktuelle, fachübergreifende Themen

informiert werden und sich ein

eigenes Urteil bilden können;

gezielt neue Kenntnisse erwerben können,

die man für ein Masterstudium

in einer anderen Fachrichtung (z. B.

Medien, Kultur, Soziologie) benötigt.

Um diese Ziele zu erreichen, ist ein

schrittweiser Umbau des bisherigen Studium

Generale geplant. Zum einen soll

das bewährte Angebot zur Aneignung

von Methodenkompetenz, Sprachen

und berufsbezogenen Schlüsselqualifikationen

erhalten bleiben. Zum anderen

sollen neue Kurse inhaltlichen und praktischen

Nutzen bringen, die

interdisziplinäres Denken fördern und

aktuelles Orientierungswissen vermitteln;

den Spielraum für die persönliche Studiengestaltung

und eigene Interessen

erweitern;

nach Möglichkeit mit einer benoteten

Studienleistung abgeschlossen und im

Abschlusszeugnis aufgeführt werden

können.

Mit diesen Plänen befindet sich die

FHW Berlin in guter Gesellschaft. Wie

der Tagesspiegel meldete, haben sich

14 europäische Universitäten zu einem

„Netzwerk Kulturelle Kompetenzen“

zusammengeschlossen. Sie fordern, in

den neuen Bachelor- und Masterstudiengängen

die Allgemeinbildung stärker zu

fördern. Zukünftig gefragt seien fundierte

Kenntnisse über die Vielfalt der

Kulturen und die Beziehungen zwischen

den Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften.

Zu fördern seien z. B. das

Wissen über den Klimawandel und die

Fähigkeit, dessen Folgen ethisch zu

reflektieren.

Vielleicht ist die weltweite Finanzkrise,

die im „toten Winkel“ der ökonomischen

Teildisziplinen heranreifte,

das deutlichste Zeichen einer

Entwicklung, in der das Spezialistentum

versagt.

Wollen die Hochschulen ein derart

verengtes Denken vermeiden, sollten

sie das Grundrecht auf Bildung nicht

auf das bloße Fachwissen begrenzen.

Die FHW Berlin will ihre Studierenden

zur selbstbestimmten Teilnahme am

Studium Generale ermutigen. Das kann

übrigens auch Spaß machen.

www.campus4u.fhw-berlin.de

Autor/innen: Luise Görges ist Mitglied

des Studierendenparlaments, der Ausbildungskommission

und studentische

Mitarbeiterin beim Studium Generale.

Ulf Kadritzke ist Beauftragter des Rektors

für das Studium Generale.


SemesterJournal 2/08 In, An , Aus der FHW Berlin

27

Guter Rat und Vertrauen

Studierende mit Migrationshintergrund erhalten in einem auf ihre speziellen Bedürfnisse ausgerichteten interkulturellen

Mentoring-Programm Rat und praktische Unterstützung. Mit Mentor/innen aus der Wirtschaft arbeiten sie an ihrer beruflichen

und persönlichen Weiterentwicklung zur Verbesserung von Karrierechancen. Mentees berichten.

Wei Pan, 25 Jahre, Studiengang

Wirtschaft

Ich fand die Gespräche mit meiner Mentorin

sehr hilfreich, besonders als sich

Konflikte und Probleme im Rahmen

meines Praktikums ergaben. Auf Grund

des lockeren, offenen und ehrlichen Umgangs

zwischen meiner Mentorin und

mir konnte ich sehr viele Anregungen

mitnehmen und auch lernen, die Sachverhalte

aus einer anderen Perspektive

zu beurteilen. Das half mir, neue Lösungsmöglichkeiten

zu erkennen. Deshalb

gehe ich immer mit einem positiven

und erleichterten Gefühl aus dem

Mentoring-Treffen heraus. Vielleicht

bin ich mit der Zeit auch ein Stückchen

selbstbewusster geworden. Auf jeden

Fall tut es gut, wenn man mit einer erfahrenen

Person über seine beruflichen

und persönlichen Probleme diskutieren

kann. Über diese Möglichkeit freue ich

mich sehr.

„Es gibt Situationen im Studium,

wo ein guter Rat sehr viel bedeuten

kann!“ (Mirjana Klisanin)

Mirjana Klisanin, 25 Jahre, Abendstudentin,

Business Administration

Meine Motivation für die Teilnahme am

Programm war, mögliche Fragen zur

Lebens-, Studien- und Karriereplanung,

die in meinem Studienverlauf auftreten

oder auftreten könnten, gezielt durch

Unterstützung zu klären. Es gibt Situationen

im Studium, wo ein guter Rat

sehr viel bedeuten kann! Dies erlebe ich

in diesem Programm. Ich profitiere von

den Lebenserfahrungen meiner Mentorin

und ihrer Hilfe. Wir haben gleich zu

Beginn individuelle, feste Termine vereinbart,

die uns ein konstantes Treffen

ermöglichen. Wir besprechen dann

Themen z. B. zum Studienverlauf, zur

Studienplanung, einer zukünftigen Karriere

nach dem Studium und auch persönlicher

Natur. Natürlich entsteht hier

eine Vertrauensbasis, wenn über eigene

Lebensumstände gesprochen wird.

Durch den regelmäßigen Austausch gewinne

ich an Erfahrung und bekomme

neue Kontakte. Eins steht fest, das Mentoring-Programm

ist Unterstützung in

jeder Hinsicht! Mit Hilfe von Eindrücken

und den Lebens- und Berufserfahrungen

meiner Mentorin kann ich gezielt

und gesteuert, konsequent und

realistisch meine Ziele verfolgen.

Göksu Müslim, 26 Jahre, Studiengang

Business Administration

Meine Mentorin half mir bislang

in kritischen Situationen – mit denen

meine Eltern selbst überfordert wären

– den Blick für das Wesentliche zu erlangen.

bei der Entscheidungsfindung, weil sie

die richtigen Fragen stellt.

indem Sie immer ein offenes Ohr für

meine Probleme hat.

mir das Gefühl gibt, dass es sich auch

für sie lohnt, Zeit für mich zu investieren.

als Sparring-Partnerin, die mir wohlgesonnen,

aber trotzdem ehrlich gegenüber

steht.

bei der Suche nach einer preiswerten

Unterkunft in Stuttgart, so dass ich es

Dank ihr realisieren kann, meine

Bachelorarbeit in meinem Wunschunternehmen

zu schreiben.

meine Gedanken zu strukturieren,

wenn mir alles über den Kopf zu wachsen

scheint.

beim Networking.

durch ihr Know-How, an dem sie

mich teilhaben lässt.

Und für all das gebührt ihr mein

aufrichtiger Dank.

Mirjana Klisanin, Abendstudentin im Studiengang Business Administration (links im Bild), und

Mentorin Klaudia Hüls, Referatsleiterin beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag,

sind ein Team.

Ansprechpartnerin:

Career Service

Isolde Drosch

Tel.: +49 (0)30 85789-266

E-Mail: isolde.drosch@

fhw-berlin.de

Termine nach vorheriger

Vereinbarung


28 In, An , Aus der FHW Berlin

SemesterJournal 2/08

Career Services & Coaching am

Institute of Management Berlin (IMB)

Mit der Einrichtung der Stelle für „Career Services & Coaching“ bündelt das IMB an der FHW Berlin seine bisherigen Aktivitäten

in den Bereichen Karriereplanung für MBA-Studierende, Unternehmenskooperationen und Alumni-Arbeit.

Text: Petra Jepsen

Ihre Schwerpunkte legt die im September

2008 neu eingerichtete IMB-Stelle

für „Career Services & Coaching“ auf

die Qualifizierung, Beratung und Vermittlung

der MBA-Studierenden. Im

Zentrum stehen dabei Fragen zur beruflichen

Orientierung, zu Praktika und

Unternehmensprojekten sowie zum beruflichen

Wiedereinstieg. Durch den

Zugang zu Foren für den Aufbau und

die Pflege effektiver Netzwerke über das

Studium hinaus verleiht das IMB seiner

Alumni-Arbeit neuen Nachdruck.

Die IMB-Stelle für „Career Services &

Coaching“ konzentriert sich zunächst

auf die Zusammenarbeit und den Aufbau

von strategischen Partnerschaften

mit ausgewählten Unternehmen. Als

direkter Ansprechpartner ist sie Garant

für die Kontinuität in der Zusammenarbeit

und Bedarfsorientierung bei

der Vermittlung von MBA-Absolvent/

innen. Die Partnerunternehmen werden

hierbei frühzeitig und gezielt in den

Career Services und Coaching Prozess

eingebunden und erhalten attraktive

Möglichkeiten zur Präsentation als interessante

Arbeitgeber sowie zur frühzeitigen

Kontaktaufnahme mit den

MBA-Studierenden. Diese erhalten im

Gegenzug direkten Zugang zu interessanten

Anbietern von Praktika, Unternehmensprojekten

und beruflichen

Anschlussperspektiven.

Neben Qualifizierungen in berufsrelevanten

Methoden- und Sozialkompetenzen

(z. B. Moderations-, Präsentationstechniken,

Konfliktmanagement) und

Bewerbungstechniken, wird u. a. mit

dem Kompetenzermittlungstool KODE ©

ein differenzierendes Entwicklungsinstrument

als Grundlage für effektive

MBA-Studierende während eines Trainings, das im Rahmen „Career Services & Coaching“

begleitend zum Studium angeboten wird.

(Selbst-)Trainings, Coaching und Mentoring

am IMB eingesetzt. Dieses Verfahren

unterstützt die IMB-Studierenden

bei der Analyse und Bearbeitung

ihrer Stärken und Lernfelder.

Als weiterer Schwerpunkt wird die neue

IMB-Stelle längerfristig ihre Angebote

im Bereich Coaching ausbauen. Hierzu

werden Coaching-Module zur Reflexion

von Motivationsprofilen und Karrierepräferenzen

als Entscheidungsgrundlage

für die berufliche Entwicklung

gehören. Hierbei wird an eine bereits

im September 2008 durchgeführten

„Career Week“ für den MBA-Studiengang

„European-Asian Programme

angeknüpft, in der die Studierenden

ihre persönlichen Karriere- und Bewerbungsstrategien

in Zusammenarbeit

mit einem erfahrenen Career Coach

entwickeln konnten. Darüber hinaus

hatten die Studierenden Gelegenheit,

mit Vertretern eines internationalen

Automobilkonzerns, eines mittelständischen

Automobilzulieferers sowie

einer international tätigen Beratungsgesellschaft

ihre persönlichen Karrierefragen

zu diskutieren.

Mit einem spezifischen Career Services

& Coaching Angebot bietet das IMB

damit seinen Studierenden, Absolvent/

innen und Alumni vielfältige Möglichkeiten

für eine gezielte und nachhaltige

Karriereentwicklung sowie ein effektives

IMB-Netzwerk von internationalen

Managementnachwuchskräften, Führungskräften

und Unternehmen.

Die Autorin ist für die am IMB neu

eingerichtete Stelle “Career Services &

Coaching” verantwortlich.


SemesterJournal 2/08 Gleichstellung

29

Erfolgreiche Gleichstellungspolitik

der FHW Berlin

Frauenförderung zieht sich durch alle Bereiche der Hochschule, von der Besetzung freiwerdender Professuren durch Nachwuchswissenschaftlerinnen,

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie, der Implementierung von

Genderaspekten in der Lehre bis hin zur institutionalisierten Genderforschung.

Text: Viola Philipp

Mit elf neu zu berufenden Professorinnen

wird die FHW Berlin verstärkt

Frauen in wissenschaftliche

Spitzenpositionen bringen. Die

Finanzierung dieser zusätzlichen

Stellen und das erfolgreiche Einwerben

weiterer Gender-Projekte

im Jahr 2008 sind Beleg und Ergebnis

kontinuierlicher Gleichstellungspolitik

an der FHW Berlin.

Dadurch wird die Hochschule

einen zusätzlichen Innovationsschub

erfahren.

Die Zusatzfinanzierung „vorgezogener

Nachfolgeberufungen für Frauen“

wurde über Sonderprogramme eingeworben.

Dieses Instrument der Frauenförderung

sieht vor, eine in absehbarer

Zeit freiwerdende Professur bereits

mehrere Jahre im Voraus mit einer

Nachwuchswissenschaftlerin zu besetzen.

Beide – der langjährige Stelleninhaber

und die neue Professorin –

lehren dann zeitgleich, bis der Professor

in Pension geht. Bis dahin ist die

Professorin gut eingearbeitet.

Die FHW Berlin hat bei allen derzeit

in Deutschland angebotenen relevanten

Programmen (Berliner Chancengleich

heitsprogramm, Berliner Masterplan,

Professorinnenprogramm des BMBF)

Förderanträge eingereicht. Bestandteil

der Bewerbung ist in all diesen Fällen

das übergreifende Gleichstellungskonzept

der Hochschule. Deshalb bedeuteten

die bisherigen Positivbescheide

immer auch eine Bestätigung

der Gleichstellungspolitik an der FHW

Berlin. Das Spektrum der elf Professuren

in beiden Fachbereichen umfasst

vornehmlich betriebswirtschaftliche,

aber auch eine volkswirtschaftliche

Professur, eine Professur für Informationssysteme,

für Immobilien- und

Gebäudemanagement und eine Professur

für Maschinenbau. So wird die

Hochschule in Zukunft noch besser

aufgestellt sein, wenn die Frauenanteile

im Professurenbereich verglichen

werden. Sollten die angestrebten Berufungen

alle zeitnah mit Frauen besetzt

werden könnten, hätte die FHW Berlin

eine zusätzliche Finanzierung von über

einer Million Euro eingeworben.

Beurkundeter Erfolg

Die FHW Berlin wurde im Gleichstellungsranking

2007 des Center of Excellence

Women and Science (CEWS) erstmalig

in der obersten Rankgruppe 3

gelistet. Soweit oben konnten sich nur

noch zwei weitere Fachhochschulen

platzieren, beide Spezialhochschulen für

Sozialarbeit. Im Juni 2008 erhielt die

Hochschule für ihre an Chancengleichheit

orientierte Hochschul- und Personalpolitik

das Prädikat Total E-Quality

– zum dritten Mal in Folge. Die vom

Total E-Quality Deutschland e. V. (TEQ)

verliehene Auszeichnung würdigt seit

elf Jahren Organisationen, die beispielgebend

auf diesem Gebiet sind. Eine

Zertifizierung erfolgt mit Hilfe von

Selbstbewertungsfragebögen, mit denen

die Institution kontinuierliche Leistungen

hinsichtlich der Chancengleichheit

in verschiedenen Hochschulbereichen

nachweisen müssen.

Der Rektor der FHW Berlin, Prof. Dr. Franz Herbert Rieger, und die Zentrale Frauenbeauftragte,

Viola Philipp, bei der Verleihung des Total E-Quality Award 2008.


30 Gleichstellung

SemesterJournal 2/08

Anzeige

Die FHW Berlin vergibt im Rahmen ihres FHW-StipendienProgramms mit Mitteln der

Hochschule sowie des Berliner Programms zur Förderung der Chancengleichheit von

Frauen in Forschung und Lehre zum 01.04.2009

3 Stipendien zur Vorbereitung bzw.

Konzeptionierung eines Promotionsvorhabens

Die Laufzeit der Stipendien beträgt 12 Monate. Gefördert wird die Vorbereitung eines

Promotionsvorhabens sowie die Zeit der Erbringung von notwendigen Vorleistungen

an der Promotionshochschule. Gefördert werden wissenschaftliche Vorhaben in den

wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachgebieten.

Das Programm richtet sich an Berliner Absolventinnen von wirtschaftswissenschaftlic

hen Fachhochschulstudiengängen, die ihr Studium mit einem überdurchschnittlichen

Abschluss beendet haben. Bewerbungen mit einem Forschungs-/Projektantrag sind bis

zum 18.01.2009 einzureichen.

Als wissenschaftliche Ansprechperson steht Frau Prof. Dr. Claudia Gather (Tel. 030

857 89-105) zur Verfügung. Die Bewerbungsunterlagen und allgemeine Auskünfte sind

bei der Zentralen Frauenbeauftragten der FHW; Viola Philipp, (Tel. 030 857 89-231

und www.fhw-berlin.de/frauenbeauftragte) erhältlich.

Gleichstellungsfortschritte hat die FHW

Berlin auf vielen Ebenen zu verzeichnen.

Sie lassen sich an dem hohen

Gesamtanteil von Professorinnen (31 %)

ebenso festmachen wie an der Promotionsförderung

für Fachhochschulabsolventinnen,

durch die mehrere Doktorarbeiten

entstanden sind. So hat im

Jahr 2008 wieder eine FHW-Absolventin,

Birgit Wiese, ihre Dissertation an

der Humboldt Universität verteidigt.

Mit einer Promotion ist es dann für

geförderte Frauen möglich, sich aussichtsreich

auf Professuren zu bewerben.

Folglich konnte eine der ersten Stipendiatinnen

des Stipendienprogramms,

Dr. Nikola Budilov-Nettelmann, Absolventin

der FHW Berlin, eine reguläre

Professur an einer Fachhochschule annehmen.

Auch die Domäne der weiblichen

Beschäftigten in der Verwaltung

(77,1 % im Jahr 2006) entwickelte sich

viel versprechend. Der Frauenanteil im

gehobenen und höheren Dienst ist im

Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin

Badensche Str. 50–51, 10825 Berlin

Da das Programm der Förderung von Frauen in der Wissenschaft dient, können sich

nur Frauen bewerben. Die FHW Berlin wurde nach 2002 und 2005 auch im Jahr 2008

erneut aufgrund ihrer erfolgreichen Aktivitäten für die Chancengleichheit mit dem

Total E- Quality-Award ausgezeichnet.

Jahr 2006 auf knapp 58,5 % (2002:

45,6 %) angewachsen. Bei der BAT IIa-

Vergütung (wissenschaftlicher Hochschulabschluss)

gibt es jetzt mehr Stellen.

Der Frauenanteil hat sich darüber

hinaus erhöht und erreichte den Wert

von 84 % im Jahr 2006. Im Bereich

der Abteilungsleitungen, der einzigen

relevanten Führungsebene unterhalb

des Kanzlers, ist der Frauenanteil von

20 % (im Jahr 2002) auf überragende

66,6 % (seit 2005) angestiegen. Die Jury

im Auftrag des TEQ lobte 2008 insbesondere

die herausragenden Leistungen

in der institutionalisierten Genderforschung,

repräsentiert durch das Harriet

Taylor Mill-Institut (HTM-Institut).

Positiv erwähnt wurden zudem die

Wahlpflichtfächer „Ökonomie und Geschlechterverhältnis“

und „Managing

Diversity“ sowie das innovative Mentoring-Programm.

Neue Projekte

Für den Bereich Forschung und Lehre

gelang es der FHW Berlin ebenfalls,

mehrere Anträge über das Berliner

Chancengleichheitsprogramm einzuwerben,

die die Fachhochschule bis

2011 auf dem Weg zu einer gendersensiblen

Hochschule unterstützen sollen.

Neben der Weiterführung des Stipendienprogramms

für Fachhochschulabsolventinnen

zur Promotion und einer

neuen Gastprofessur „Gender“ im

HTM-Institut mit Qualifizierungsanteil

für zwei Jahre werden auch neue

Projekte gefördert. Insgesamt können

sich dadurch vier wissenschaftliche

Mitarbeiterinnen im HTM-Institut

qualifizieren.

Zum Wintersemester 2008 wird eine

Mitarbeiterin insbesondere im Fachbereich

Wirtschaftswissenschaften im

Arbeitsgebiet „Gender in die Module“

aktiv.

Der Aufbau einer Praxistransferstelle

„Gender und Diversity Management“

richtet sich hauptsächlich an die

Zielgruppe Klein- und Mittelbetriebe

ohne eigene Gender- und Diversity-

Stellen in der Personalarbeit.

Mittels einer Studie zum Thema „Absolventinnen

des Ökonomie-Studiums“ –

aufbauend auf den Auswertungen der

Kasseler Absolvent/innenstudie – wird

eine geschlechtsdifferenzierte Sekundärerhebung

für die Wirtschaftswissen

schaften erarbeitet.

2010 wird eine inhaltliche Auseinandersetzung

mit wirtschaftswissenschaftlichen

Genderfragen mit Hilfe

einer internationalen Summer School

zum Thema „Frauen in Europa“ stattfinden.

Nachdem die FHW Berlin die beschriebenen

Projekte eingeworben hat, geht

es jetzt an deren Umsetzung. Ohne

Zweifel wird dies die Innovationsfähigkeit

der Hochschule und ihr Engagement

für Gleichstellung in den

nächsten Jahren weiter voranbringen.

Die Autorin ist Zentrale Frauenbeauftragte

der FHW Berlin.


SemesterJournal 2/08 Personalia

31

Neuberufungen und

neue Mitarbeiter/innen

Fachbereich I

Wirtschaftswissenschaften

Stefan Bluth

Stefan Bluth vertritt seit Juni 2008 Frau

Braun für die Dauer ihrer Elternzeit im

IT-Zentrum am Standort Schöneberg im

Bereich Administration Campus Management.

Zu seinen Aufgaben gehört

die Systembetreuung der HIS-Module

ZUL (Zulassungsverwaltung) und SOS

(Studierendenverwaltung). Herr Bluth

studierte Geologie an der TU Berlin.

Nach seinem Studium ist er in den Bereichen

Geoinformatik und Informatik

tätig gewesen. Hierbei erwarb er entsprechende

EDV-Qualifikationen. Von

2002 bis 2006 war Herr Bluth an der Einführung

des HIS-Moduls LSF (Lehre,

Studium, Forschung) an der TU Berlin

maßgeblich beteiligt.

Anke Fröbel

Anke Fröbel arbeitet seit Juli 2008 als

Forschungsassistentin für Frau Prof. Dr.

Anja Grothe im Projekt „Kompetenzentwicklung

für nachhaltiges Handeln“,

das in Kooperation mit dem Kölner

Bildungsunternehmen, der Rhein-Erft

Akademie, durchgeführt wird. Forschungsschwerpunkte

sind die Ermitt-

lung und Darstellung der erforderlichen

Kompetenzen von Führungskräften,

die Entwicklung von Kompetenzmessinstrumenten

sowie beruflichen Fortbildungsangeboten

für Entscheidungsträger,

um Nachhaltigkeit unternehmerisch

umsetzen zu können.

Anke Fröbel hat an der FHW Berlin ein

Studium der Wirtschaftswissenschaften

abgeschlossen. Ihr Interesse für das

Forschungsthema wurde durch das im

Studium absolvierte Themenfeld Corporate

Social Responsibility sowie im

Praktikum beim IRIS e.V. geweckt, in

dem sie unter anderem in einem Projekt

der Berufsausbildung für nachhaltige

Entwicklung mitarbeitete. Berufserfahrung

hatte sie nach ihrer Bankausbildung

in Spanien gesammelt. Dort war

Anke Fröbel im Banken- und Immobilienbereich

tätig. Während des Studiums

arbeitete sie als studentische Mitarbeiterin

im ILIAS-Team der FHW Berlin.

Jan

Göbelshagen

Die Bearbeitung und Verwaltung des

umfangreichen Postein- und Postausgangs

sowie des internen Postverkehrs

zwischen den verschiedenen Bereichen

der FHW Berlin fällt nun in das Aufgabengebiet

von Jan Göbelshagen. Der

gelernte Dachdecker mit Berufserfahrung

im Verkauf und im Kundendienst

unterstützt und vertritt darüber hinaus

den zuständigen Kollegen in der Abteilung

Vervielfältigung bei der Erstellung

von Druckaufträgen und der Materialausgabe.

Zwei Jahre lang leitete Jan

Göbelshagen den Computerclub Tem-

pelhof, war verantwortlich für die Computer

und fungierte als Netzwerkadministrator.

Darüber hinaus schulte er

Kinder ab der 3. Klasse in der sinnvollen

Nutzung von PCs an der Grundschule

in Berlin-Lichtenrade.

Viola

Mohaupt-

Litfin

Viola Mohaupt-Litfin ist seit Juni 2008

im Immatrikulationsbüro der FHW

Berlin tätig, nachdem sie die Hochschule

im Sommer 2007 schon einmal

im Rahmen einer Elternvertretung im

Frauenbüro kennen gelernt hatte. Nach

einer juristischen Ausbildung arbeitete

sie für internationale Akademien und

die Freie Universität Berlin im Veranstaltungsmanagement

und wirkte in

verschiedenen Projekten mit. Sie engagiert

sich im Bereich Ökologie in Fragen

zur sanitären Grundversorgung

und Klima. Im Team des Immatrikulationsbüros

der FHW Berlin berät sie

Bewerber/innen und Studierende in

allen Fragen aus den Bereichen Zulassung,

Immatrikulation, Rückmeldung

und Exmatrikulation und ist mitverantwortlich

für die Durchführung der entsprechenden

Verfahren.


32 Personalia

SemesterJournal 2/08

Fachbereich I

Wirtschaftswissenschaften

Nicolai

Preuße

büro I, beschäftigt. Nach ihrem 1998

abgeschlossenen Studium der Wirtschaftswissenschaften

war sie u. a. in

der Marktforschung tätig und hat sich

im Bereich Umwelt- und Qualitätsmanagements

durch Studium und Absolvieren

der Prüfungen zum Qualitätsbeauftragten

und –manager/TÜV weitergebildet.

Fachbereich II

Berufsakademie

Magret

Goldhammer

Nicolai Preuße ist seit Juli 2008 Referent

des Dekans des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften.

Er ist Volljurist

und hat nach Studium und Referendariat

in Berlin, Athen und Tel Aviv zunächst

für eine Rechtsanwaltskanzlei

gearbeitet, bevor er zur FHW Berlin

kam. Herr Preuße berät den Fachbereich

vor allem in rechtlicher Hinsicht.

Zu seinen Aufgaben gehört insbesondere

das Verfassen von den Fachbereich

betreffenden Verordnungen sowie die

Erstellung rechtlicher Stellungnahmen.

Zudem unterstützt er den Dekan bei

der Weiterentwicklung der Internationalisierungsstrategie

des Fachbereichs.

Monika

Sakka

Monika Sakka ist seit dem November

2008 in der Praxisberatung, dem Büro

für Praktikabetreuung und Unternehmensbeziehungen,

tätig. Sie tritt damit

die Nachfolge der in den Ruhestand

gegangenen Kollegin Gisa Füllert an.

Ihre Aufgaben in diesem Tätigkeitsbereich

liegen in der Organisation und

Information rund um das Pflichtpraktikum

der Studierenden des Fachbereiches

I, welche den Kontakt mit interessierten

Unternehmen und die individuelle

Beratung der Studierenden einschließt.

Monika Sakka ist seit März

2004 in der Studienverwaltung des Fachbereiches

I, insbesondere im Studien-

Susan

Ulbricht

Susan Ulbricht arbeitet seit Juli 2008

als Forschungsassistentin an der FHW

Berlin. Sie unterstützt Prof. Claudia

Gather in dem empirischen Forschungsprojekt

„Gründungsmotivation und

-erfolg hochqualifizierter Frauen“. Kooperationspartner

des Projektes ist die

WeiberWirtschaft eG, Europas größtes

Gründerinnenzentrum. Ziel des Projektes

ist es, Faktoren zu analysieren, die

Frauen in abhängiger Erwerbstätigkeit

zur Gründung bewegen und Maßnahmen

zu entwickeln, mittels derer die

Gründungsneigung hoch qualifizierter,

abhängig beschäftigter Frauen erhöht

und unterstützt werden kann. Susan

Ulbricht ist Diplom-Soziologin und

war wissenschaftliche Mitarbeiterin an

der Universität Leipzig am Lehrstuhl

für Sozialpolitik. Dort hat sie zu Themen

wie Arbeit, Armut, europäische Sozialpolitik

und Reform des Sozialstaates geforscht

und gelehrt. Ein mehrmonatiger

Aufenthalt als Gastforscherin führte

sie nach Washington, DC. Sie verfügt

außerdem über Erfahrungen in der

Organisation wissenschaftlicher Großveranstaltungen,

so leitete sie das Organisationsteam

des Leipziger Soziologentages.

Magret Goldhammer hat im Juni 2008

den Staffelstab von Silke Knoll im Projekt

„Erarbeitung und Installierung eines

Alumni-Konzepts“ am Fachbereich

Berufsakademie übernommen. Aufund

Ausbau des Alumni-Netzwerks

unter Berücksichtung der Spezifika des

dualen Studiums am Fachbereich II der

FHW Berlin bestimmen das Tätigkeitsfeld.

Die Konzeption, Koordination und

Durchführung von Maßnahmen zum

Alumni Management steht in enger

Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeitsarbeit

und dem Hochschulmarketing.

Magret Goldhammer studierte an der

Universität Flensburg Internationales

Management. Ihre Studienschwerpunkte

waren Personal/Organisation

sowie Arbeits- und Organisationspsychologie.

Ihren MBA erwarb sie mit

dem Thesis: „Moden und Mythen im

Management – ist Six Sigma ein Beispiel?“

Institute of Management

Berlin (IMB)

Josephin

Baatz

Josephin Baatz hat im Juni 2008 an dem

OSZ für Wirtschaft – und Sozialversicherung

ihre Fachhochschulreife erworben.

Nun begann sie am 1. September

2008 ihre 3 jährige Ausbildung als


SemesterJournal 2/08 Personalia

33

Kauffrau für Bürokommunikation am

Institute of Management Berlin (IMB).

Bisher tätigt sie dort die Arbeiten am

Empfang (Betreuung der Dozenten und

Studenten, Postbearbeitung und Telefondienst,

Anschreiben von Interessenten

usw.), durchläuft aber in verschiedenen

Zeitabschnitten weitere Bereiche

der FHW. Desweiteren besucht sie zweimal

wöchentlich die Berufsschule, das

OSZ für Wirtschaft und Verwaltung in

Berlin Steglitz.

In ihrer Freizeit ist Josephin Baatz Mitglied

eines Fußballvereins.

Dorothee

Braß

Dorothee Braß koordiniert seit April

2008 den Masterstudiengang „Chinese-

European Economics and Business

Studies (CEEBS)“ am Institut of Management

Berlin (IMB). Ab Januar 2009

wird Frau Braß außerdem die Koordination

des Zertifikatsprogramms Macroeconomic

Policy Studies übernehmen.

Dorothee Braß hat an der Universität

Bonn Islamwissenschaft, Wirtschaftsgeographie

und Entwicklungspolitik

studiert und arbeitete nach ihrem Magisterabschluss

einige Jahre als wissenschaftliche

Mitarbeiterin an der Freien

Universität Berlin.

Petra Jepsen

Petra Jepsen ist seit September 2008 für

die am IMB neu eingerichtete Stelle

“Career Services & Coaching” verantwortlich.

Schwerpunkte ihrer Aufgabe

liegen in den Bereichen Karriereplanung

für MBA-Studierende, Unternehmenskooperationen

und der IMB-

Alumni-Arbeit. Während ihres Jurastudiums

begann Petra Jepsen ihre berufliche

Laufbahn im Personalmarketing

der DaimlerChrysler Financial Services

AG. Als HR Key Account Manager war

sie vorrangig für die Beratung von Führungskräften

in allen personalrelevanten

Fragestellungen zuständig. Ihr Fokus

lag dabei auf Rekrutierung, Leistungs-

und Potenzialmanagement sowie

individueller Personalentwicklung. Darüber

hinaus unterstützte sie Führungskräfte

bei Reorganisationen und als

Konfliktmediatorin. Mitte 2007 schloss

sie ihre Coaching Zertifizierung an der

European Business School in Oestrich-

Winkel ab.

Harriet Taylor Mill-Institut für Ökonomie

und Geschlechterforschung

Christiane

Krämer

Christiane Krämer ist seit Oktober

2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin

für das Projekt „Verankerung von

Genderaspekten in der Lehre“ am Harriet

Taylor Mill-Institut für Ökonomie

und Geschlechterforschung angestellt.

Zu ihren Aufgaben zählen der Aufbau

eines Expert/innen-Pools, über den die

Lehrenden der FHW Berlin zukünftig

Lehrkräfte zu fachspezifischen Genderthemen

einladen können, sowie die

Weiterbildung zu Genderaspekten in

Form von Veranstaltungen und Lehrmodulen.

Christiane Krämer ist Kulturwissenschaftlerin,

war als wissenschaftliche

Mitarbeiterin am GenderKompetenzZentrum

der Humboldt-Universität

in Berlin und Gender Trainerin

tätig und freut sich nun auf die

spannende Projektarbeit.


34 Personalia

SemesterJournal 2/08

Neuberufungen und

neue Professor/innen

Fachbereich I Wirtschaftswissenschaften

Thomas Köhne – Professur für Allgemeine BWL, insbesondere Versicherungsbetriebslehre

Leiter der Fachrichtung Versicherung

Thomas Köhne studierte BWL, promovierte

und habilitierte sich 2006 an der

Universität St. Gallen (HSG) und ist

dort seitdem Privatdozent. Von 2003

bis zu seiner Berufung an die FHW

Berlin ist er zudem als Juniorprofessor

an der Universität Leipzig tätig gewesen.

Von 1993 bis 2000 arbeitete er in

verschiedenen Funktionen und schließlich

als Mitglied des Erweiterten Führungskreises

am Institut für Versicherungswirtschaft

an der Universität St.

Gallen sowie als Seminarleiter am „Europäischen

Zentrum für die Bildung im

Versicherungswesen“. Danach war er

zwei Jahre als Leitender Angestellter

einer Versicherungsgesellschaft in der

Hauptabteilung Vertrieb/Marketing

tätig. Zuletzt war er sieben Jahre Geschäftsführer

und Vorstandsmitglied

des Institutes für Versicherungswissenschaften

an der Universität Leipzig und

baute dort u. a. einen MBA-Studiengang

auf. Seit 1993 hat er in verschiedenen

Grundlagenforschungs- und zahlreichen

anwendungsorientierten Projekten

mit Unternehmen der Versicherungswirtschaft

zusammen gearbeitet.

Seine Forschungsschwerpunkte betreffen

Sourcing Management, Kooperationen

und strategische Versicherungsnetzwerke,

Effizienzmessung sowie Versicherungsmarketing,

insb. Produkt- und

Vertriebspolitik.

Andreas Polk – Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Industrieökonomik

Andreas Polk studierte Volkswirtschaftslehre

in Heidelberg und promovierte

2002 an der Universität Zürich zu Fragen

des Lobbyismus. Anschließend war

er mehrere Jahre im Bundeskartellamt

tätig, wo er deutsches und europäisches

Wettbewerbsrecht angewendet und die

Novelle zum Energiewirtschaftsgesetz

begleitet hat. Während seiner gesamten

beruflichen Laufbahn hat er umfassende

Lehrerfahrungen im Rahmen von Vorträgen

und Vorlesungen gesammelt,

u. a. an den Universitäten Zürich, Heidelberg,

Bonn und Maastricht.

An der FHW Berlin wird er sich verstärkt

den Bereichen der nationalen und

europäischen Wettbewerbs- und Regulierungspolitik

widmen. Seine Forschungstätigkeit

umfasst Themengebiete

der Industrieökonomik, der Politischen

Ökonomie und des internationalen

Handels.


SemesterJournal 2/08 Personalia

35

Jennifer Pédussel Wu – Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Welthandel und internationale

Produktion

Jennifer Pédussel Wu war, bevor sie ihrem

Ruf an die FHW Berlin folgte,

Assistenzprofessorin an der Amerikanischen

Universität in Paris. Davor

lehrte die Wissenschaftlerin, deren Forschungsinteressen

vor allem in den Bereichen

Integration und Internationaler

Handel, Produktionsfaktoren und interkulturelles

Management liegen, am

LEN Research Center, an der Universität

in Nantes und an der Ecole des Dirigeants

et Créateurs d’Entreprises (EDC),

Paris, in Frankreich. Als Senior Fellow

arbeitet sie zwischen 2001 und 2005 am

Zentrum für Europäische Integrationsforschung

an der Universität Bonn,

nachdem sie erste Lehrerfahrung auf

dem Gebiet der Volkswirtschaftslehre

an der University of California, USA,

gesammelt hatte. Jennifer Pédussel Wu

war darüber hinaus u. a. als Beraterin

an der chinesischen Shanxi Agricultural

University, an verschiedenen Technologieforschungszentren

in Frankreich

und den USA sowie als Volkswirtin

im Bereich Wirtschaftsanalyse für das

amerikanische Handelsministerium

tätig. Sie promovierte im Fach

Volkswirtschaft an der University of

California, USA.

Fachbereich II Berufsakademie

Jan Roxin – Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, speziell Unternehmensführung und

Controlling

Jan Roxin studierte BWL an der Ludwig-

Maximilians-Universität in München

und war anschließend wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationales

Management der Universität

Hohenheim, wo er 1991 über internationale

Wettbewerbsanalyse und

Wettbewerbsstrategie promovierte. Danach

arbeitete er in der allgemeinen

Management-Beratung des gehobenen

industriellen Mittelstandes mit den

Schwerpunkten Strategie, Organisation,

Restrukturierung sowie Management-

Training, freiberuflich und in verschiedenen

Unternehmensberatungen. Sechs

Jahre bekleidete Jan Roxin leitende

Funktionen in den Bereichen Unterneh-

mensentwicklung, Finanzen bzw. Controlling

eines großen Konzerns. Als

kaufmännischer Geschäftsführer eines

Joint Ventures realisierte er die Integration

des Finanz- und Berichtswesens

beider Partner-Unternehmen. Als Direktor

des zentralen Controllings der

ThyssenKrupp AG baute er die wertorientierten

Unternehmenssteuerung

des Konzerns flächendeckend aus und

verantwortete den operativen und strategischen

Planungszyklus. Im Juli 2008

folgte Herr Roxin dem Ruf als Professor

an die Fachhochschule für Wirtschaft

Berlin. Er ist zugleich Fachleiter des

Studienganges International Business

Administration.


36 Personalia

SemesterJournal 2/08

Fachbereich II Berufsakademie

Jarosław Nabiałek – Professur für Externes Rechnungswesen und Steuerlehre

Jarosław Nabiałek studierte BWL an

der Europa-Universität Viadrina (EUV)

in Frankfurt/Oder und war anschließend

wissenschaftlicher Assistent am

Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre,

insb. Betriebswirtschaftliche

Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung,

wo er 2002 promovierte. In seinem

Habilitationsthema nahm er eine

betriebwirtschaftliche Analyse zur Re-

duktion der Ertragsteuer- und Sozialversicherungsabgabenlast

vor. Neben

seiner wissenschaftlichen Tätigkeit arbeitet

er als Steuerberater in Polen und

ist seit mehreren Jahren Leiter der

Steuerabteilung einer Steuerberatungskanzlei.

Im August 2008 folgte Herr

Nabiałek dem Ruf als Professor an die

Fachhochschule für Wirtschaft Berlin.


SemesterJournal 2/08 Rund um’s Studium

37

E-Learning @ 2008

ILIAS +++ Video-Tutorials +++ E-Learning-Blog +++ Tele-Vorlesung +++ Datensicherung +++ Podcast +++ Videocast +++ Web 2.0

Text: Marcus Birkenkrahe, Susanne Mey

Zudem ist es uns wichtig, unsere Arbeit

entsprechend der didaktischen Anforderungen

zu gestalten. So wiesen die

Gespräche im letzten Semester immer

wieder auf einen Bedarf im Bereich von

Podcasts und Videocasts hin. Seit dem

Wintersemester 2008 wird daher die

entsprechende Technik und Hilfestellung

angeboten.

E-Learning auch in den Vorlesungen der FHW Berlin. Didaktische Konzepte der Zukunft setzen

stärker auf Dialog und veränderte Kommunikationsformen.

Seit dem Sommersemester 2008 hat sich

das E-Learning-Team neu formiert. Verantwortlich

für diesen Bereich ist jetzt

Prof. Dr. Marcus Birkenkrahe. Die 100-

Tage-Frist ist verstrichen, und es wird

Zeit für die erste Leistungsbilanz:

Was hat sich verändert? Die Beteiligung

der Dozent/innen an der elektronischen

Lehre liegt jetzt bei 100%, die vielfältigen

medialen Angebote sind durchweg

didaktisch gut aufbereitet und haben

unheimlich hohe Zugriffszahlen.

Na gut – ganz so umfangreiche Erfolge

haben wir (noch) nicht vorzuweisen.

Das letzte Semester wurde vor allem

dazu genutzt, um den Unterstützungsbedarf

in Einzelgesprächen zu klären,

neue Projekte anzustoßen und die Weichen

für die Zukunft zu stellen. Erstmalig

gab es im Mai einen Newsletter, der

über Neuigkeiten aus unserem Bereich

und über Entwicklungen auf dem Gebiet

der Online-Lehre informierte. Zur

Unterstützung der Lehre mit dem Lernmanagement-System

ILIAS wurden vier

Video-Tutorials produziert.

Der im April 2008 eingerichtete Blog

http://elerner.wordpress.com wird nicht

nur von unserem Team, sondern von

allen interessierten Dozent/innen und

Studierenden mitgestaltet. So berichtete

zum Beispiel im Juni Prof. Axel Benz

sehr anschaulich und informativ über

seine erste erfolgreiche Tele-Vorlesung

(http://tinyurl.com/5qlecg).

Als Teil der Lehrveranstaltung „Business

Applications“ im Bachelorstudiengang

International Business Management

(IBMan) bei Prof. Birkenkrahe erstellten

die Studierenden des zweiten Semesters

ihre Präsentationen in Gruppenarbeit

als eigene Lernmodule in ILIAS.

Viele Gruppen erreichten dabei ein überraschend

hohes Niveau und es wurden

Fragepools, Umfragen und Tests mit

eingebaut.

Ein Servercrash am Ende des vergangenen

Semesters ließ die Frage der Datensicherung

in den Mittelpunkt treten.

Hier wurden zusammen mit dem IT-

Zentrum Maßnahmen eingeleitet, die

derartige Szenarien zukünftig vermeiden

helfen werden.

Unser Team unternimmt alle Anstrengungen,

um die Arbeit mit ILIAS für alle

Lernenden und Lehrenden reibungslos

zu gewährleisten. Die im Herbst angelaufene

neue Version wird erstmalig ein

Wiki beinhalten.

Außerdem deutet der Erfolg von Web

2.0 außerhalb der Hochschule an, dass

sich didaktische Konzepte der Zukunft

stärker auf Dialog und veränderte Kommunikationsformen

zu bewegen – mit

der vorhandenen Kompetenz, unseren

neuen Initiativen und der ungebrochenen

Innovationsbereitschaft der Hochschule

ist die FHW Berlin hierfür hervorragend

aufgestellt.

Autoren: Prof. Dr. Marcus Birkenkrahe

lehrt Wirtschaftsinformatik, insbesondere

Betriebliche Anwendungssoftware an der

FHW Berlin. Susanne Mey übernimmt

die Koordination des E-Learning.

Eine Studierendengruppe entwickelte das

Avatar Caroline, zur Führung durch die Lerneinheit

e-government.


38 Rund um’s Studium

SemesterJournal 2/08

Am realen Bedarf orientiert

Der neue duale Studiengang „Angewandte industrielle Elektrotechnik“

Text: Thorsten Kurzawa

Seit Jahren fehlen der deutschen Industrie

Ingenieur/innen. Dieser Mangel ist

inzwischen für die Wirtschaft zu einem

gravierenden Innovationshemmnis geworden.

Gerade Ingenieur/innen der

Elektrotechnik gehören zu den am meisten

gesuchten Fachkräften. Immer weniger

Hochschulabsolvent/innen machen

einen Abschluss in diesem Bereich. Der

Markt ist „leergefegt“.

Duale Studiengänge müssen auf den Bedarf

der Wirtschaft reagieren. Sie funktionieren

immer nur in dem Maße, wie

in der betreffenden Fachrichtung und

Branche Bedarf an entsprechend qualifiziertem

Fachpersonal besteht. Gerade

in Berlin, wo Betriebe der Elektrotechnik

unter den Wirtschaftszweigen des

Verarbeitenden Gewerbes immer noch

den ersten Platz einnehmen, besteht

deshalb ein starkes Interesse an dualen

Studienangeboten in diesem Bereich.

Auf diese starke Nachfrage hat unsere

Hochschule reagiert. Zum Wintersemester

2009 soll der Studiengang „Angewandte

industrielle Elektrotechnik“ eingeführt

werden.

Gerade im Ingenieurbereich ist eine Ausbildung,

die gleichermaßen gediegenes

Fachwissen und gründliche Praxiserfahrung

vermittelt, gefragt. Denn nur diese

doppelte Kompetenz gewährleistet den

Erfolg der zukünftigen Ingenieur/innen.

Die Dualität des Studiums ist zum entscheidenden

Alleinstellungsmerkmal

für die Einsatzmöglichkeiten des ingenieur-technischen

Personals geworden.

Die FHW Berlin ist – seit sie vor fünf

Jahren die Berufsakademie integriert

hat – größter Anbieter dualer Studiengänge

in der Bundeshauptstadt, nicht

nur im Wirtschaftbereich, sondern auch

Am Fachbereich Berufsakademie werden

duale Studiengänge angeboten - Studium

und Berufsausbildung in einem.

in etlichen technischen Disziplinen.

Die FHW Berlin hat Erfahrung in der

Planung, Durchführung und Kontrolle

dieser praxisorientierten Studiengänge.

Und die kooperierenden Unternehmen

schätzen das Studienmodell, sie profitieren

davon. Denn so bekommen das

das Personal, das sie brauchen: Leute

mit der entsprechenden Erfahrung, mit

der gewünschten Bindung an den Betrieb.

In der Daimler AG z. B. sind über

80 % der Absolventinnen und Absolventen

aus diesen dualen Studiengängen

immer noch im Unternehmen tätig.

Über das Profil des neuen Studiengangs,

seine fachlichen Inhalte und die Ausgestaltung

der Praxisphasen hat die Hochschule

einen breiten Dialog mit den Berliner

und Brandenburger Unternehmen

der Branche geführt. Es geht nicht nur

um die sichere Beherrschung der mathe-

matisch-naturwissenschaftlichen sowie

fachtechnischen Grundlagen, sondern

auch um die fachübergreifenden Qualifikationen,

die für eine erfolgreiche Arbeit

im Unternehmen von Bedeutung

sind. Dazu gehören Grundlagen in der

Unternehmensführung, wichtige Tools

in den Bereichen Projekt- und Qualitätsmanagement

sowie kommunikative

Kompetenzen. Auch die Vertiefungsrichtungen

„Elektrische Energietechnik“

und „Automatisierungstechnik“ gehören

zum Curriculum. Die angebotenen

Wahlpflichtfächer werden zu Beginn

jedes Jahrgangs an die Arbeitsbereiche

der kooperierenden Unternehmen angepasst.

So entsteht ein Studienprofil, das möglich

macht, mit der rasant fortschreitenden

technischen Entwicklung Schritt zu

halten. Insgesamt ist der Studiengang

so konzipiert, dass er als erster Hochschulabschluss

sowohl zu einem frühen

Berufseintritt als auch zu einem späteren

Weiterstudium befähigt.

Der Autor ist Prorektor und Dekan des

Fachbereiches Berufsakademie der FHW

Berlin sowie Professor für Maschinenbau.


SemesterJournal 2/08 Rund um’s Studium

39

Chefs mit Charakter

Der MBA General Management – Dual Award. Absolvent/innen dieses berufsbegleitenden Studiengangs in Kooperation mit der

Anglia Ruskin University (ARU) in Cambridge haben alle Voraussetzungen, eben solche zu werden.

Text: Karsten Schulz

„Chefs mit Charakter dringend gesucht“

war ein Artikel bei Spiegel-Online im

September 2007 überschrieben. Darin

wurde die zunehmende Austauschbarkeit

von Managern und deren Schwierigkeit,

ihre Anliegen zu kommunizieren,

kritisiert. Die Parole „Der Mensch im

Mittelpunkt“ sei wohl häufig nicht ernst

gemeint. Schon 2005 hat sich der bekannte

kanadische Professor Henry

Mintzberg in seinem Buch „Manager

statt MBAs“ ähnlich kritisch über klassische

Ansätze der Managementausbildung

geäußert: Management sei keine

reine Wissenschaft, sondern ein auf Erfahrung

gegründetes Handwerk.

Der MBA General Management – Dual

Award am Institute of Management

Berlin (IMB) an der FHW Berlin hat

diese kritischen Anmerkungen aufgegriffen.

Bereits seit 1992 wird dieses

Studienprogramm gemeinsam mit der

britischen Partnerhochschule Anglia

Ruskin University (ARU) in Cambridge

Die ehrwürdige Anglia Ruskin University in Cambridge, GB.

angeboten. In den letzten Monaten wurden

größere Änderungen und Anpassungen

vorgenommen, um das Studium

zu aktualisieren. Die Kontaktstunden

des zweijährigen berufsbegleitenden

Studiengangs wurden um 30 % erhöht,

die wichtigen Module zu Soft Skills wie

Teambildung oder Verhandlungstechnik

haben nun ECTS-Punkte erhalten. Darüber

hinaus wurde ein Management-

Reflection-Seminar integriert, Themen

wie Business Ethics oder Corporate

Responsibility sind Pflichtbestandteile

des Programms geworden. Außerdem

sind im Jahr 2009 zum ersten Mal

gemeinsame Lehrveranstaltungen mit

MBA-Studierenden der ARU vorgesehen,

die im Rahmen der neuen Wahlpflichtfächer

in Berlin, Cambridge und

Chelmsford durchgeführt werden. Diese

ganzen Neuerungen dienen letztendlich

dazu, vor allem die sozialen und kommunikativen

Fähigkeiten der Studierenden

zu stärken.

Insgesamt hat sich daher ein Profil des

Studiengangs gebildet, das die Internationalität

der Inhalte und die Persönlichkeitsentwicklung

der Teilnehmer in

den Mittelpunkt stellt. Es werden nicht

nur Fachkompetenzen, sondern zunehmend

Methoden- und soziale Kompetenzen

vermittelt und gefördert. Management

ist daher auch im IMB mehr

als nur Fachwissen: Erfahrungen im

Beruf (mindestens zwei Jahre nach dem

ersten Studienabschluss) sind Zulassungsvoraussetzung,

Erfahrungen im

interkulturellen Kontext werden durch

die gemeinsamen Wahlmodule mit der

ARU und die obligatorischen „Study

Visits“ in Cambridge im zweiten Jahr

gesammelt, Erfahrungen aus dem eigenen

beruflichen Umfeld sind bei der

Fallstudienarbeit anzuwenden, Erfahrungen

des Studiums werden reflektiert

und in die Praxis transferiert, um das

notwendige „Handwerk“ des Managements

zu erlernen.

Eine Umfrage des IMB zeigt zudem,

dass ein MBA-Studium nach wie vor als

Karrieresprungbrett dienen kann und

neue berufliche Perspektiven eröffnet.

Nicht zu vergessen ist dabei auch der

Gedanke des „Networking“ – die sehr

intensiven Wochenendpräsenzen sowie

die Studienbesuche an der ARU

schweißen die Gruppe zusammen und

stärken die sozialen Kompetenzen zusätzlich.

Die Absolvent/innen haben

daher alle Voraussetzungen, „Chefs mit

Charakter“ zu werden.

www.mba-berlin.de

Der Autor ist Akademisch Beauftragter

des Studiengangs MBA General Management

– Dual Award am Institute of Management

der FHW Berlin.


40 Alumni

SemesterJournal 2/08

Der Verein liegt gut im Rennen

Bereits ein Jahr nach Gründung der Berufsakademie 1993 wurde der Verein „Freunde und Förderer der Berufsakademie

Berlin e.V.“ aus der Taufe gehoben – mit dem Ziel, die Bildungseinrichtung bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen.

Auch seit der Integration in die FHW Berlin im Jahre 2003 werden diese Aufgaben – nun auf den Fachbereich bezogen – weiter

wahrgenommen.

Text: Hartmund Barth

Zur Verwirklichung von Ideen und Zielsetzungen

am Fachbereich Berufsakademie,

zu der auch der Förderverein beiträgt,

bedarf es der engen Kooperation

zwischen Hochschule und Wirtschaft.

Dies zeigt sich auch daran, dass 1. Vorsitzende/r

des Vereins ein/e Repräsentant/in

der Berliner Unternehmen war

und ist. Nach Axel Osenberg und Dr.

Gernot von Grawert-May aus der Geschäftsführung

der Deutschen Bank

Berlin übernahm Juliane Freifrau von

Friesen dieses Amt. Sie war Wissenschaftssenatorin

Berlins und leitende

Mitarbeiterin der Vattenfall AG. Besonders

förderlich ist, dass Freifrau von

Friesen ebenfalls Mitglied des Kuratoriums

der FHW Berlin ist.

Die ideelle Unterstützung durch den

Förderverein zeigte sich insbesondere

in der Zeit der hitzigen politischen Diskussion

um Eigenständigkeit oder Integration

der Berufsakademie im Jahre

2002. Der Vorstand unterstützte moderat

die Eingliederung in die FHW Berlin,

weil dadurch nicht nur die Existenz der

dualen Studiengänge langfristig gesichert

werden konnte, sondern auch Perspektiven

für den Aus- und Aufbau alter und

neuer Studiengänge entstanden.

Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist gegenwärtig

die materielle Unterstützung

der Berufsakademie-Studiengänge. So

greift der Verein dem Fachbereich unter

die Arme, wenn er sich auf Bildungsmessen

präsentiert oder auf branchenbezogenen

Ausstellungen wie der ITB

oder der Expo Real vertreten ist. Auf

der jährlichen Abschlussfeier des Fachbereichs

zeichnet der Förderverein die

jeweiligen Jahrgangsbesten der einzelnen

Fachrichtungen mit Ehrenpreisen aus.

Um den internationalen Austausch

der Studierenden und Dozent/innen zu

fördern, werden Zuschüsse an Studierende

vergeben, die ein Theoriesemester

im Ausland verbringen. Englische

Gastprofessor/innen erhalten Zuschüsse

zu Reise- und Unterbringungskosten.

Die Finanzierung des Fördervereins erfolgt

über Mitgliedsbeiträge und über

Spenden. Mitglieder sind insbesondere

am Fachbereich Berufsakademie beteiligte

Unternehmen als juristische Personen,

aber auch persönliche Mitglieder

aus der Wirtschaft und aus der hauptund

nebenberuflichen Dozentenschaft.

Ebenfalls Studierende des Fachbereichs

können Mitglied werden. Sie brauchen

keine Mitgliedsbeiträge zu zahlen. Damit

will der Verein erreichen, dass

möglichst viele Alumni der Berufsakademie-Studiengänge

dem Förderverein

und damit dem Fachbereich verbunden

bleiben. Die Absolvent/innen stehen

wiederum in vielfältigem Kontakt zur

Hochschule: Sei es als Vertreter/innen

der Ausbildungsbetriebe, als Lehrbeauftragte

oder als ideelle Unterstützer.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlungen

bietet der Verein jährlich

eine Vortragsveranstaltung an. Im September

sprach Stephan Schwarz (Foto),

Präsident der Handwerkskammer

Berlin, zum Thema „Die Berliner Wirtschaft

im Wandel – Herausforderungen

für den Bildungsstandort“. Er zeichnete

ein vergleichsweise erfreuliches Bild

von der wirtschaftlichen Entwicklung

der Stadt und hob die Bedeutung der

dualen Bildung hervor. Um die dualen

Studiengänge auch für das Handwerk

attraktiv zu machen, sollte eine Anrechnung

vorhochschulischer Leistungen

von Meistern möglich sein. Der Fachbereich

hat zu diesem Thema ein Drittmittelprojekt

beantragt.

Der Autor ist Professor für Wirtschaftswissenschaften

und Fachleiter Versicherung.

Das interdisziplinäre studentische BA-Motors Team entwickelt seit zwei Jahren einen Formel-

Rennwagen. Die Studierenden beteiligen sich damit an einem internationalen studentischen

Wettbewerb zur Konstruktion und Fertigung eines Formelwagens unter Beachtung wirtschaftlicher

Aspekte. Der Förderverein des Fachbereiches Berufsakademie unterstützt das Projekt

maßgeblich und würdigt besonders die Zusammenarbeit über technische und betriebswirtschaftliche

Fachrichtungen hinweg.


SemesterJournal 2/08 Internationaler Austausch

41

Ansichten – Leben und Studieren

im Ausland

Austauschstudierende haben ihre Eindrücke ins Bild gesetzt und reichten Bildergalerien beim Fotowettbewerb „Leben und

Studieren an einer Partnerhochschule der FHW Berlin“ ein

Text: Alexander Gruschka

Australien, China, Japan, Großbritannien,

Italien, die Niederlande und die

Schweiz und viele andere Länder waren

vertreten beim diesjährigen Fotowettbewerb

des International Office. Die Austauschstudierenden

der letzten beiden

Semester waren erneut aufgerufen, die

ausländischen Partnerhochschulen der

FHW Berlin und das dortige Studentenleben

bildlich darzustellen. 25 Beiträge

bewarben sich um die Plätze im DAADgeförderten

Projekt. Viele Fotos waren

von hoher künstlerischer und fotographischer

Qualität, originell und aussagekräftig.

Das verlangte den Jurymitgliedern

viel Zeit ab bei der Entscheidungsfindung

um die beste Bildstrecke. Zum

Bewertungsteam gehörten Ines Ruhstrat

(Hochschulmarketing), Christian Kretke

(IT), Nora Rieger (AStA-Referentin für

Presse & Öffentlichkeit), und Ingrid

Sperber (International Office).

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer/

innen und gratulieren ganz herzlich den

drei Gewinnern:

1.

Platz:

2.

Platz:

3.

Platz:

Patricia Lichtenberg,

Maquarie University,

Sydney, Australien

Efrem Gebreab, South

Western University of Finance

and Economics, Chengdu, VR

China

Stefanie Michaela

Haase, University of

Hertfordshire, Hatfield, GB

Aus der erstplatzierten Fotoreihe.

Der Zweitplatzierte.

Aus der Serie auf Platz 3.

Der Autor ist Studentischer Mitarbeiter

im International Office der FHW Berlin.


42 Internationaler Austausch

SemesterJournal 2/08

Finanzmarktdesaster: Theorie

und Praxis

Eher die Ursache-Wirkungszusammenhänge als die tatsächlichen Turbulenzen in Politik, Wirtschaft und Börsen brachten

Wissenschaftler/innen der FHW Berlin, der South Western University of Finance and Economics (SWUFE) und der Deutschen

Bundesbank zur 9. geldpolitischen Konferenz im chinesischen Chengdu zusammen.

Text: Michael Tolksdorf

Die Tagung fand im September 2008

nach Ankündigung des Rettungsplans

der US-Regierung, aber noch vor den

Maßnahmen zur Unterstützung der

Hypo Real Estate statt. Die Dramatik

der Ereignisse war allen Teilnehmer/

innen gegenwärtig. Mit Interesse verfolgten

Sie vor Ort, wie sich die stärker

(oder: besser?) regulierten chinesischen

Finanzmärkte aus der befürchteten

Kernschmelze des Systems heraushalten

konnten. So wurden während der

Konferenz die Funktionsbedingungen

von Kapitalmärkten bei unterschiedlichen

Formen der Regulierung thematisiert,

wobei eine extrem angelsächsische

Position völlig freier Märkte und

Akteure keine erkennbare Unterstützung

fand.

Gastgeber des zweitägigen wissenschaftlichen

Austausches war die langjährige

chinesische Partneruniversität der

FHW Berlin, die SWUFE in Chengdu,

Sichuan, mit ihrem Vizepräsidenten

Prof. Ma Xiao. Für die FHW Berlin

nahmen Prof. Michael Tolksdorf als

Erster Prorektor sowie die Professoren

Hansjörg Herr und Joachim Scholz-

Ligma, für die Deutsche Bundesbank

der Präsident der Hauptverwaltung

Berlin, Norbert Matysek, und Dr.

Sommer als Leiter der volkswirtschaftlichen

Abteilung teil. Vorträge von Professor/innen

der SWUFE stellten alternierend

zu den „europäischen“ Beiträgen

insbesondere die Sicht der chinesischen

Wissenschaft und Geldpolitik

vor.

Der Werkstattcharakter der Konferenz

wurde durch die Anwesenheit zahlreicher

Studierender unterstrichen. So

waren alle Masterstudent/innen des

Studiengangs „Chinese European Business

and Economics Studies (CEEBS)“

vertreten, die nach dem Semester in

Berlin im Wintersemester 2008 ihre Studien

in Chengdu fortsetzten. Daneben

nutzten viele Masterstudierende der

SWUFE sowie Austauschstudierende

der FHW Berlin die Gelegenheit, an der

Konferenz teilzunehmen.

Vor dem Hintergrund, dass sich in der

gegenwärtigen weltweiten Finanzkrise

in allen wichtigen Ländern Regierungen

als Bürgen und Notenbanken als Anbieter

prinzipiell unbegrenzter Liquidität

bereit finden würden, Hilfe und Kontrolle

anzubieten, verabredeten sich die

Teilnehmer/innen für 2009 nach Berlin

zur 10. Konferenz unter dem Motto

„Monetary Policy“. Es wird globale Finanzbeziehungen

auch weiterhin geben,

wenn auch noch unklar ist, welchen

konkreten Wandel sie annehmen.

Der Autor ist Erster Prorektor der FHW

Berlin und u. a. zuständig für den Bereich

Internationale Beziehungen der Hochschule.

Die Teilnehmer/innen der 9. Geldpolitischen Konferenz, die im September 2008 an der langjährigen Partnerhochschule der FHW Berlin, der South

Western University of Finance and Economics (SWUFE), Chengdu, Sichuan (VR China), stattfand. Im kommenden Jahr kommen die Wissenschaftler/innen

und Expert/innen aus dem Bankenwesen in Berlin zusammen und beraten sich zum Themenkomplex „Monetary Policy“.


SemesterJournal 2/08 Internationaler Austausch

43

Ohne formale Hürden –

Auslandssemester in Cambridge

Kooperationsabkommen zwischen der Ashcroft International Business School und dem Fachbereich Berufsakademie der

FHW Berlin wird umgesetzt.

Text: Jan Roxin

Studentinnen und Studenten der Studiengänge

International Business Administration

und Industrie absolvieren

seit September 2008 ihr fünftes Theoriesemester

in Großbritannien. Sie nehmen

am Visiting Study Programme der

Ashcroft International Business School

teil, dessen Herbstsemester fast zeitgleich

stattfindet. Eine Fülle interessanter

Kurse vom Strategischen Management

über Marketing, Corporate Reporting,

Financial Strategies, Accounting

bis hin zu Business Psychology und Diversity

Management stehen zur Wahl.

Entsprechend groß war im Vorfeld das

Interesse an diesem Austauschprogramm.

Wer möchte nicht internationales

Business-School-Flair schnuppern,

wer nicht über das Berliner Angebot

hinaus Erfahrungen sammeln? Noch

dazu ohne umständliche Gleichwertigkeitsprüfung,

Zeitabstimmung und

lästige Bürokratie. Gerade diese sonst

oft unüberwindlichen formalen Hürden

auf dem Weg ins Auslandsemester

nimmt das Kooperationsabkommen:

Wer in Cambridge die geforderten vier

Module belegt, erhält exakt jene Credits

angerechnet, die er im gleichen Semester

in Berlin erworben hätte. An der

Ashcroft International Business School

erbrachte und bestandene Prüfungsleistungen

werden umgerechnet und in

Zeugnissen der FHW Berlin individuell

ausgewiesen. Wie Noten für Module

aus dem Standardprogramm des Curriculums

fließen sie in die Berechnung

der Bachelor-Note ein.

Eigeninitiative und unternehmerische

Kreativität sind freilich durchaus gefragt:

So ist das Anmeldeprocedere von

den Studierenden selbst zu organisieren

Die britische Anglia Ruskin University mit Standorten in Cambridge und Chelmsford gehört zu

den rund 80 ausländischen Partnerhochschulen der FHW Berlin.

und die Teilnahme am Visiting Study

Programme selbst zu finanzieren. Ein

Blick auf die Website der FHW-Partnerhochschule

Anglia Ruskin University,

der die Ashcroft International Business

School angehört, lässt die Mühe jedoch

schnell vergessen.

www.anglia.ac.uk

Der Autor ist Professor für Allgemeine

Betriebswirtschaftslehre, speziell Unternehmensführung

und Controlling am

Fachbereich Berufsakademie der FHW

Berlin und Fachleiter International

Business Administration.


44 Internationaler Austausch

SemesterJournal 2/08

Abgucken erwünscht

Ein spezielles ERASMUS-Programm fördert den internationalen Austausch zwischen Verwaltungsmitarbeiter/innen.

Teilnehmer/innen erhalten die Möglichkeit, zur Weiterbildung bzw. zum Erfahrungsaustausch an eine der ERASMUS-

Partnerhochschulen oder zu einem europäischen Unternehmen zu reisen. IT-Mitarbeiter Olivier Gest besuchte die FHW-

Partnerhochschule FHWien.

SJ: Was haben Sie aus Wien mitgebracht?

Gest: Auf jeden Fall viele Anregungen

und Eindrücke von unserer Partnerhochschule.

Es ist prinzipiell eine gute

Sache, mal über den Tellerrand hinaus

zu schauen. Nach der Woche an der

FHWien habe ich aber auch ein neues

Selbstbewusstsein für unseren IT-

Bereich mitgenommen. Die österreichischen

Kolleg/innen haben nicht schlecht

gestaunt, dass wir so vieles selbst leisten,

von der Betreuung der PC-Pools

bis hin zur Multimediawartung.

SJ: Wie ist denn das Rechenzentrum

an der Partnerhochschule

organisiert?

Gest: Im Rechenzentrum dort arbeiten

nur drei Beschäftigte. Diese betreuen

die PC der Verwaltungsmitarbeiter/

innen, den Server und ein System, das

unserem Campus4u gleicht. Alle anderen

Dienste, koordiniert vom Rechenzentrum,

sind an externe Unternehmen

ausgelagert. Dazu muss man wissen,

dass die FHWien derzeit 16 Studiengänge

anbietet, in denen ca. 2 600 Studierende

eingeschrieben sind. Organisiert

wird die Hochschule von knapp

100 Mitarbeiter/innen. Alle rund 700

Dozent/innen sind externe Lehrbeauftragte.

Die Hochschule selbst ist eine

GmbH, die aus staatlichen Mitteln

finanziert wird.

SJ: Ist dieses System aus Ihrer

Sicht besser?

Gest: Sicherlich gibt es Vor- und Nachteile

gleichermaßen. Für alle technischen

Anforderungen, vom PC bis zum Beamer,

steht quasi rund um die Uhr Unterstützung

zur Verfügung. Das kann eine

Hochschule nur mit angestellten Mitarbeiter/innen

gar nicht leisten. Der IT-

Bereich der FHW Berlin betreut ja

nicht nur die gesamte Technik im Haus,

sondern bei uns werden darüber hinaus

neue computergesteuerte Verwaltungssysteme

getestet, angepasst und schließlich

die aufwendige Umstellung aus eigener

Kraft organisiert und vorgenommen.

SJ: Was hat Sie denn am meisten

beeindruckt?

Gest: Die Standardisierung der technischen

Ausstattung ist schon toll. Alle

Unterrichtsräume haben die gleiche

Multimediatechnik, die Geräteausleihe

fällt weg. Es gibt nur drei Rechnermodelle

und eben externe Firmen, die sich

um Wartung und Austausch der Geräte

und den Support kümmern. Nun muss

man dazu sagen, dass die FHWien in

einem ganz modernen Gebäude untergebracht

ist. Alles wurde in einem Zuge

neu angeschafft oder installiert, inklusive

der Bewegungsmelder in den Gängen,

um Energie zu sparen. Auf Großbildschirmen

werden aktuelle Informationen

über Veranstaltungs- und Raumplanung

mitgeteilt.

SJ: Welche Bereiche der

Hochschule haben Sie außer dem

Rechenzentrum noch gesehen?

Gest: Meine Kollegin von der FHWien

hatte schon im Vorfeld für meinen Besuch

wirklich alles bestens organisiert.

Die Atmosphäre im Team war prima.

Ich hospitierte einen halben Tag im

Service Center – das ist Empfang, Immatrikulationsbüro,

Lehrbetriebsamt,

alles in einem –, in der Bibliothek, im

Journalismus- und Multimedialabor

und eben im Rechenzentrum. Die Erfahrungen

und Eindrücke, die ich dort

gewonnen habe, teile ich mit meinen

Kolleg/innen und auch Professor/innen

hier an der FHW Berlin, die sich z. B.

für das E-Learning engagieren,

Die CampusCard für Beschäftigte und Studierende

der FHWien ist Studierenden- bzw.

Mitarbeiter/innenausweis, Schlüsselkarte,

CopyCard und MensaCard in einem.

SJ: Fazit?

Gest: Dieses ERASMUS-Programm ist

eine gute Sache. Persönliche Kontakte

zu Kolleg/innen an ausländischen

Partnerhochschulen sind wichtig. Man

kann von anderen lernen, aber auch

Wissen weitergeben.

SJ: Herr Gest, ich danke Ihnen für

das Gespräch.

Das Interview führte Sylke Schumann

Informationen und Bewerbung

für das ERASMUS-Programm

erhalten Sie bei:

Susanne Fürstenberg

International Office

Badensche Strasse 50-51

Raum 58

Tel: +49 (0)30-85789-261

E-Mail: fuerstenberg@

fhw-berlin.de


SemesterJournal 2/08 Internationaler Austausch

45

Hawai’i – Studieren im Paradies

Für die beiden ehemaligen Student/innen der FHW Berlin Sandra Rohrbach und Ingmar Hötschel ist mit dem Studium zum

Master of Business Administration (MBA) an der Hawai’i Pacific University ein Traum in Erfüllung gegangen.

Text: Sandra Rohrbach, Ingmar Hötschel

Besonders wegen des akademischen

Umfelds zog es die Alumni der FHW

Berlin auf die Insel im Pazifik. Für

Sandra Rohrbach war vor allem der

„Hands-On Approach“ des Studienprogramms

an der amerikanischen Partnerhochschule

wichtig. Ingmar Hötschel

schätzte die Internationalität der Studierenden

an der Hawai’i Pacific University.

Das ermöglichte viele neue Erfahrungen.

Aber auch außeruniversitär

engagierten sich beide. Sie waren an

der Gründung des MBA Clubs Hawai’i

beteiligt (www.mbaclubhawaii.com)

und organisierten Vorträge, nahmen

an Workshops teil und berieten Firmen

bei wirtschaftlichen Fragestellungen.

Auch die Teilnahme mit einem Team

am Stanford Innovation Tournament

verlief für beide sehr erfolgreich und

wurde mit dem Stanford Selection

Award belohnt.

Neben dem Studium haben beide Ihre

Leidenschaft zu einem ganz besonderen

Teil der Hawai’ianischen Kultur entdeckt:

dem OutriggerCanoe Sport.

„Nachdem Ingmar damit angefangen

hatte, dachte ich mir, dass muss ich auch

mal probieren.“ Mittlerweile ist Sandra

Rohrbach mit Leib und Seele dabei.

Beide paddeln für Lokahi, was auf

hawai’ianisch Einigkeit bzw. Gemeinschaft

bedeutet. „Der Aloha-Spirit, im

Team im offenen Ozean zu paddeln,

das türkisblaue Wasser – es ist ein unglaublich

toller Sport!“, erklärt Ingmar

Hötschel. Gemeinsam mit seinem

Team schaffte er sogar den dritten Platz

in den State Championships und wurde

von seinem Club zum Paddler des Jahres

gekürt.

Die Ex-FHWlerin Sandra Rohrbach

engagiert sich zudem als Vice President

des MBA Club Hawai’i und als Project

Manager bei der Organisation der Global

Entrepreneurship Week Hawai’i. Sie

wurde mit einem weiteren Fulbright-

Stipendium ausgezeichnet und wird im

Dezember 2008 ihren MBA abschließen.

Ingmar Hötschel hat seinen MBA bereits

im August mit Auszeichnung

bestanden und ist wieder nach Berlin

zurückgekehrt, wo er jetzt als Leiter

Marketing arbeitet.

Die Teilnahme am renommierten Fulbright-Programm

ermöglichte beiden

FHW-Alumni auch den Besuch eines

Fulbright-Seminars in San Diego. Gemeinsam

mit 140 anderen Graduate

Students aus aller Welt wurde dort drei

Tage lang über Politik und Demokratie

diskutiert. Insbesondere Studierende

aus der Ukraine und Afghanistan konnten

eindrucksvoll vermitteln, was es

bedeutet, in einer sehr jungen Demokratie

zu leben. Diese Erfahrungen gaben

die Student/innen auch an Schüler/

innen einer Gesamtschule weiter –

genauso wie die Erfahrung als Fulbrighter.

Die Autor/innen sind Absolvent/innen

der FHW Berlin und haben im Rahmen

eines Fulbright-Stipendiums einen MBA

an der FHW-Partnerhochschule Hawai’i

Pacific University absolviert.

Erneut haben sich drei Studierende

der FHW Berlin erfolgreich um ein

einjähriges Fulbright-Stipendium

beworben. Die drei Student/innen

des Studiengangs International

Business Management (IBMAN)

werden zwei Semester am Baruch

College der City University New

York (CUNY), einer Partnereinrichtung

der FHW Berlin, studieren.

Die Studiengebühren übernimmt

die Fulbright-Gesellschaft.


46 Internationaler Austausch

SemesterJournal 2/08

Vielleicht die beste Zeit meines

Lebens

Der erste FHW-Student absolvierte im Rahmen des Doppelabschluss-Programms nach zwei Semestern einen Bachelor an der

französischen Partnerhochschule École Supérieure de Commerce de Rennes.

Text: Casius Möbius

„Es fällt schwer, all das hier aufzugeben.

Die zwei Semester vergingen wie im

Flug und dennoch wirkt es gleichzeitig

wie eine Ewigkeit.“ Dies waren zwei

der letzten Sätze, die ich kurz vor meiner

Abreise in meiner letzten Mail an

Familie und Freunde geschrieben habe.

Und in der Tat war es – wie für viele

Austauschstudierende wohl auch – eine

der schönsten Zeiten in meinem Leben.

Vielleicht die schönste. Wie im Flug

verging sie, weil die Zeit gefühlt viel zu

schnell vorbei war. Und wie eine Ewigkeit

fühlte sie sich an, weil die Summe

der neuen Erfahrungen riesig ist.

Die École Supérieure de Commerce de

Rennes, oder ESC Rennes School of

Business, wurde 1990 gegründet und ist

damit eine noch sehr junge Business

School. Das sieht man schon am Gebäude;

es besteht aus Glas, Stahl und

Beton und verfügt in jedem Unterrichtsraum

über einen fest installierten Beamer.

Die Unterrichtsmethodik hingegen

ist dann wieder traditionell französisch:

Anwesenheit ist Pflicht und

wird in jeder Vorlesung auch kontrolliert.

Fünf Minuten nach Beginn kommt

man nicht mehr in die Vorlesung, seinen

menschlichen Bedürfnissen darf

man grundsätzlich nur in den Pausen

nachkommen, wöchentliche Hausaufgaben

gibt es in allen Kursen regelmäßig,

natürlich beginnt der Uni-Tag stets

8.30 Uhr. Tests werden auch während

des Semesters und die Abschlussklausuren

am Ende alle in einer Woche geschrieben.

Das bedeutete für mich als

FHW-Student eine nicht geringe Umstellung.

So strikt, wie das jetzt geklungen haben

mag, soviel Spaß hat es dann dennoch

gemacht. Da die ESC mit knapp über

1 000 Studierenden eher klein ist, lernt

Erholung nach einer stressigen Uni-Woche; die Côte Sauvage in der Südbretagne.

man sich sehr schnell kennen, es

herrscht eine beinahe familiäre Atmosphäre.

Mit den Lehrkräften ist man per

Du. Zusammengehörigkeit wird generell

groß geschrieben. Deshalb gehören

von den französischen Studierenden

organisierte Ausflüge und Partys ebenfalls

zur Tagesordnung.

Mein Aufenthalt an der ESC war in

jeder Hinsicht etwas Besonderes. Als

erster FHW-Student wollte ich hier im

Rahmen eines Doppelabschluss-Programms

nach zwei Semestern meinen

ersten Bachelor-Abschluss (B.A.) erwerben.

Die damit verbundene Bachelor

Thesis musste ich im zweiten Semester

während der regulären Vorlesungszeit

schreiben, also acht Vorlesungen plus

Projekt. Die Arbeitsbelastung ist in diesem

Fall entsprechend hoch. So kann

ich nur jedem empfehlen, frühzeitig

mit den Recherchen und dem Schreiben

anzufangen. Zum Glück beschränkt

sich der geforderte Umfang

auf 30 bis 40 Seiten. Und ich habe es

geschafft! Ich schloss mit sehr guten

Leistung ab und konnte also die FHW

Berlin würdig vertreten.

Was das alltägliche Leben anging, so

kann ich berichten: Frankreich ist ein

überaus lebenswertes Land, die Bretagne

eine schöne, ruhige und traditionelle

Gegend und Rennes eine junge und lebendige

Stadt. Abschließend sei gesagt,

dass dieses eine Jahr in Frankreich in

professioneller wie auch persönlicher

Hinsicht ein voller Erfolg für mich war.


SemesterJournal 2/08 Internationaler Austausch

47

Das andere China

Als die Menschen in China am 12. Mai 2008 aufstanden und sich auf einen weiteren langen Arbeits- oder Schultag vorbereiteten,

ahnte noch keiner die Tragödie, die sich am frühen Nachmittag ereignen sollte. Gegen 14 Uhr erbebte China in gigantischem

Maße und stürzte eine ganze Nation in tiefe Trauer – die so öffentlich gezeigt wurde, wie nie zuvor. Mit einer Stärke von 8.0 auf

der Richterskala setzte sich eine zerstörerische Welle in Bewegung, die mehr als 60 000 Menschen in den Tod riss. Chengdu lag

im unmittelbaren Epizentrum.

Text: Katja Lüdemann

Nach dem Erdbeben flüchteten sich auf dem Campus der SWUFE, Chengdu viele ins Freie.

Wenchuan an der SWUFE unter. Es

sollte die einzige Universität bleiben,

die solch eine enorme Hilfe anbot. Auch

deshalb war ich froh und stolz, gerade

an dieser Universität zu sein. Wir Ausländer/innen

wurden in die Hilfsaktionen

eingebunden, was in China sehr ungewöhnlich

ist. Die Hochschule stellte

große Mengen an Lebensmitteln für

Flüchtlinge und Studenten/innen zur

Verfügung. Für die Kinder wurden Ausflüge

geplant oder Freilichtkino veranstaltet,

damit sie wenigstens für ein paar

Stunden die schrecklichen Erlebnisse

verdrängen konnten. Viele von ihnen

waren verschüttet gewesen oder hatten

zum Teil beide Eltern verloren.

Zum Zeitpunkt des Bebens absolvierte

ich gerade ein Praktikum und befand

mich in einem Büro in der 16. Etage

eines 32-stöckigen Gebäudes, das plötzlich

anfing von links nach rechts zu

schwingen. Meine Kolleg/innen und ich

stürzten die Treppen hinunter und liefen

auf die Straße. Tausende Menschen

versammelten sich dort. Ich fürchtete

um meine Kommiliton/innen, die sich

auf dem Gelände unserer Partneruniversität,

der South Western University of

Finance and Economics (SWUFE), aufhielten.

Durch das Erdbeben war das

Telefonnetz zusammengebrochen, ich

konnte niemanden erreichen. Nach acht

Stunden kam ich endlich zum Campus

durch. Überall verteilten sich Studierende,

es wurden Zelte aufgebaut.

Nach zwei Stunden fand ich endlich

meine Kommiliton/innen, unversehrt.

Die nächsten Tage waren von extremen

Nachbeben und Chaos gezeichnet. Internationale

Student/innen wurden von

ihren Botschaften ausgeflogen, Markthallen

waren komplett leer gekauft und

erste Gerüchte über verseuchtes Trinkwasser

machten die Runde. Studierende

mussten bei Freunden unterkommen,

auf Fluren oder in Zelten leben. Die gesamte

Stadt Chengdu mit ihren elf Millionen

Einwohnern verwandelte sich

für die nächsten drei Monate in ein einziges

großes Zeltlager.

Am dritten Tag nach der Erdbebenkatastrophe

liefen die ersten Hilfsaktionen

an, Aufrufe wurden gestartet. Auch

der AstA der FHW Berlin startete eine

Spendenaktion. Die in Chengdu verbliebenen

internationalen Studierenden

und ich entschieden zu helfen. Wir sammelten

Spenden und packten kleine

Hilfspakete für die Opfer, gemeinsam

mit Dozent/innen der SWUFE. Die

Hochschule hatte sich bereit erklärt,

einen Teil des Geländes für Flüchtlinge

aus den am schlimmsten betroffenen

Regionen zur Verfügung zu stellen.

So kamen unter anderem Kinder aus

Auch wenn es ein schlimmes Ereignis

gewesen war, so empfand ich dieses einschneidende

Erlebnis nicht nur negativ.

Denn ich hatte die Möglichkeit, China

aus einer ganz anderen Perspektive zu

erleben. Durch das Erdbeben wurde ich

selbst ein Teil Chinas und lernte ein tief

emotionales, aufopferndes und tiefgründiges

Land kennen. Es gab nun eine

Verbindung zwischen den dortigen Ausländer/innen

und den Einheimischen,

da wir gemeinsam durch diese schreckliche

Phase gegangen waren und zusammen

mit dem Wiederaufbau begonnen

hatten. Nicht vielen Ausländer/innen

wird ein solch tiefer Einblick in die

chinesische Kultur zuteil.

Die Autorin studiert an der FHW Berlin

und absolvierte von März bis August

2008 als Austauschstudentin ein Semester

an der FHW-Partnerhochschule

Southwestern University of Finance and

Economics (SWUFE) Chengdu, Sichuan

(VR China).


48 In Kürze

SemesterJournal 2/08

FHW-Studierende bei der Olympiade

in Peking 2008

Sieben Olympionik/innen, die Deutschland bei den 24. Sommerspielen in Peking erfolgreich vertraten, studieren an der FHW

Berlin und kehrten mit fantastischen Platzierungen von der Olympiade zurück.

Text: Sylke Schumann

Anja Hitzler studiert Wirtschaftsingenieurwesen

Umwelt und Nachhaltigkeit

und belegte einen sehr guten

20. Platz im Bogenschießen.

Wasserballer Marko Savic ganz in seinem

Element

Sören Mackeben (Studiengang Economics)

und Marko Savic (jetzt Masterstudiengang

International Economics)

errangen mit ihrer Mannschaft Platz

10 im olympischen Wettstreit der besten

Wasserballteams der Welt.

Christiane Reppe studiert Wirtschaftsrecht.

Die Schwimmerin nahm in

Peking an den Paralympics teil und

kann auf einen hervorragenden 6. Platz

über 400 Meter Freistil und einen ebensolchen

9. Platz im 100 Meter Freistil

verweisen.

Lena Schöneborn ist im Studiengang

Business Administration eingeschrieben

und gewann sensationell im Moderner

Fünfkampf die Goldmedaille.

Benjamin Starke aus dem Studiengang

Wirtschaftsingenieurwesen Umwelt

und Nachhaltigkeit hatte sich auch für

Olympia qualifiziert und trat ebenfalls

gleich mehrfach an: Platz 41 über 100

Meter Schmetterling, Platz 15 mit der

Staffel über 4×100 Meter Freistil und

Platz 12 über 4×200 Meter Freistil.

Britta Steffen, Studentin im Studiengang

Wirtschaftsingenieurwesen Umwelt

und Nachhaltigkeit, holte nach

16 Jahren zum ersten Mal wieder Gold

für Deutschland im Schwimmen, und

das gleich zweimal, über 50 und 100

Meter Freistil. Außerdem erkämpfte

sie Platz 5 mit der Staffel über 4×100m

Freistil und Platz 9 über 4×100m

Lagen.

Die FHW Berlin ist seit vielen Jahren

Kooperationspartner des Olympiastützpunktes

Berlin und unterstützt die Vereinbarkeit

von Studium und Leistungssport.

Nur so können Studierende auch

während ihrer akademischen Ausbildung

hart trainieren und solche Spitzenergebnisse

erzielen. Die FHW Berlin

gratuliert allen Olympiateilnehmer/

innen und wünscht ihnen weiterhin

viel Erfolg im Studium und im Sport.

Christiane Reppe

Der Moderne Fünfkampf ist die Vielseitigkeitssportart schlechthin. Lena Schöneborn absolvierte

alle Disziplinen (Pistolenschießen, Degenfechten, Schwimmen, Springreiten, Crosslauf)

in Bestform und gewann die Goldmedaille.


SemesterJournal 2/08 In Kürze

49

Neuer Vorstand des Kontakte e. V.

Text: Sylke Schumann

Ein Achterrat steuert nun den Alumniverein

der FHW Berlin. In den Vorstand

des Vereins der Ehemaligen und Förderer

wurden für die nächsten zwei Jahre

sieben Absolventen und eine Absolventin

der FHW Berlin gewählt. Unter dem

Dachverband / Träger Kontakte e. V.

sind die Alumni-Netzwerke der Fachbereiche,

des IMB, von INA und des

Career Service zusammengefasst.

Der neue Vorstand:

Prof. Dr. Michael Tolksdorf (Vorsitzender)

Jeannette Hristov (Schatzmeisterin),

Absolventin des FB I

Thomas Mesche, Absolvent des FB I

Marc Rosenfeld, Absolvent des FB I

Thorsten Doil, Absolvent des FB I

Richard-Emanuel Goldhahn,

Absolvent des FB II

Stephan Lüttschwager, MBA

Absolvent

Heiko Rachut, MBA-Absolvent

Der hochschulweite Alumni-Verein der

FHW Berlin gibt allen Studierenden,

Absolvent/-innen und Hochschulangehörigen

die Möglichkeit

in Kontakt zu kommen,

in Kontakt zu bleiben und

sich gegenseitig zu unterstützen.

Durch das Netzwerk treffen Vergangenheit

und Zukunft, Berufseinsteiger

und -erfahrene aufeinander. Und alle

können davon profitieren. Das Alumni-

Netzwerk ermöglicht die Teilhabe an

Forschung und Lehre, den Kontakt zu

Expert/innen aus Hochschule, Wirtschaft,

Kultur, Politik und anderen

Institutionen, lässt Studierende an den

Erfahrungen der Absolvent/innen

partizipieren und unterstützt die FHW

Berlin auf ihrem Weg nach vorn. Durch

das Alumni-Portal im Internet bleiben

Ehemalige und Studierende untereinander

in Verbindung, erhalten Informationen

über interessante Veranstaltungen,

Termine und Weiterbildungsangebote

sowie spezielle Praktika- und

Stellenangebote.

www.fhw-berlin.de/alumni

Akkreditiert

Text: Michel Tolksdorf

Die Studiengänge International Business

(IBU) sowie International Business

Management (IBMAN) des Fachbereiches

Wirtschaftswissenschaften der

FHW Berlin werden von der Akkreditierungsagentur

für Bachelor- und

Masterstudiengänge FIBAA beurteilt.

Vorbehaltlich des förmlichen Be-

schlusses der Akkreditierungskommission

haben diese Studiengänge das

„Klassenziel“ mit teilweise hervorragenden

Bewertungen erreicht.

Studiengangsevaluation

Text: Cornelia Kaiser

Im Sommersemester 2008 wurde im

Fachbereich Wirtschaftswissenschaften

der FHW Berlin eine Studiengangsbefragung

durchgeführt. Alle Studierenden

und Lehrenden wurden darin zu

ihrer Meinung über die Ausstattung

der Hochschule, zu Inhalt und Organisation

des Lehrangebotes sowie zur Beratung

befragt. Die umfassende Auswertung

der Befragung wird einige Zeit

in Anspruch nehmen und nach Erörterung

in den zuständigen Gremien und

Abteilungen in einem Bericht veröffentlich

werden. Es gab einen hohen Rücklauf

in einigen Studiengängen – insgesamt

war die Beteiligung zufrieden stellend.

Von allen befragten Studierenden

haben 28 Prozent den Fragebogen ausgefüllt

zurückgesandt bzw. online ausgefüllt.

Nach Studiengängen unterschieden,

war die höchste Rücklaufquote mit

über 70 Prozent im Bachelorstudiengang

Economics, die geringste Quote

mit unter 10 Prozent im Studiengang

Management International (DFS). Von

der Möglichkeit, über diesen Weg an

der Gestaltung der Studienbedingungen

mitzuwirken, haben die Frauen mit

einer Beteiligung von fast einem Drittel

deutlich mehr Gebrauch gemacht als

die Männer, von denen nur ein Fünftel

der Befragten den Fragebogen ausgefüllt

hat.


50 In Kürze

SemesterJournal 2/08

AStA der FHW Berlin

Text: Karin Setzpfandt

Seit vergangenem Semester ist der AStA

der FHW Berlin auch am neuen Standort

Alt-Friderichsfelde vertreten. Die

Referentin vor Ort, Stefanie Frank, kümmert

sich, wie der gesamte AStA, um

alle Anliegen der Studierenden. Im

Rahmen der Fusion sind die Referent/

innen besonders gefragt, um die Interessen

der Studierenden gegenüber der

Hochschulleitung zu vertreten und

mögliche Probleme rechtzeitig zu erkennen.

Aktuell stehen die Ausarbeitungen

der Satzung und Geschäftsordnung der

Studierendenschaft der gemeinsamen

Hochschule auf dem Plan, welche der

AStA und das StuPa beider Hochschulen

gemeinsam erarbeiten. Anfang nächsten

Jahres werden dann wieder Studierende

zum „mitregieren“ gesucht – für

das StuPa und die vielen anderen Gremien

der neuen Hochschule. Interessenten

können sich schon jetzt beim AStA

informieren.

Terminankündigungen

21. Januar 2009

Nächste Veranstaltung im Rahmen des

„Marketing-Forum“ an der FHW Berlin,

diesmal zum Thema „Erfolgsfaktor

CRM – die Herausforderung der Umsetzung“.

Die Veranstaltungsreihe bietet

eine Diskussionsplattform für interessierte

Student/innen, Absolvent/innen

und ein wissenschaftliches Fachpublikum.

Es referieren und diskutieren Führungskräfte

aus den Bereichen Industrie,

Dienstleistung und Wissenschaft

zu aktuellen Themen des Marketings.

26. Januar 2009

Das Institut für Entrepreneurship, Mittelstand

und Familienunternehmen der

FHW Berlin und die Berliner Sparkasse

veranstalten einen Kongress zum Thema

Familienunternehmen im Bildungszentrum

der Berliner Sparkasse in Wedding.

In verschiedenen Themenforen

informieren und diskutieren Unternehmer/innen,

Forscher/innen und Studierende

über die Chancen und Risiken

von Familienunternehmen und erfolgreiches

Führen von Familienunternehmen.

www.emf-berlin.org.

29. Januar 2009

Tag der offenen Tür am Fachbereich

Berufsakademie

www.fhw-berlin.de

21. Februar 2009

MBA Informationstag

www.mba-berlin.de

Ende März 2009

Skireise des AstA

http://asta.fhw-berlin.de

Mai 2009

Tag der offenen Tür am Fachbereich

Wirtschaftswissenschaften

www.fhw-berlin.de

Mai 2009

Homecoming Day

www.fhw-berlin.de/alumni

Jeden 3. Freitag im Monat

AStA-Themen-Abend im Café Geschmacklos,

FHW Berlin, Standort

Schöneberg, Badensche Str. 50–51

http://asta.fhw-berlin.de/


Impressum

Das SemesterJournal ist die Hochschulzeitschrift

der FHW Berlin. Es

erscheint zweimal jährlich. Namentlich

gekennzeichnete Beiträge stellen die

Meinung der jeweiligen Autorin bzw.

des jeweiligen Autors dar. Die Redaktion

behält sich sinnvolle Kürzungen vor.

Herausgeber

Der Rektor der FHW Berlin

Badensche Straße 50–51

10825 Berlin

Redaktion

Sylke Schumann

Telefon: +49 (0)30 85789-220

E-Mail: sylke.schumann@fhw-berlin.de

Gestaltung

David Seffer

Bildnachweis

Christian Kretke

(Titelfoto, S. 15, S. 27, S. 32)

Studentenwerk Berlin (S. 16)

Helmut Lück (S. 24)

Anglia Ruskin University (S. 43)

FHWien-Studiengänge der WKW (S. 44)

Druck

Oktoberdruck AG

chlorfrei gebleichtes Papier

Auflage

2 100 Stück

Redaktionschluss

Oktober 2008

ISSN 0945-7933

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