GS Motorrad Magazin 01/2012 (Heft 1)

GSMagazin

Die 1. Ausgabe vom Februar 2012. Spezial-Thema: Kofferinnentaschen f

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Die kabellose Freiheit.

Reden und hören müssen Sie selbst.

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INHALT

6

10

32

INHALT

6: SPEZIAL

Koffer- & Gepäcksysteme, Taschen und

Rucksäcke schaffen für Ordnung auf der

Reise.

7: SICHERHEITSSCHUTZ FÜR TELELEVER

Wunderlich bietet LeverGuard als

innovativen Sicherheitsschutz für die

Hinterradnabe der GS.

8: SPEZIAL

Von Gurken und Tomaten - Frank und

Heidi Kleinert betreiben im Allgäu einen

kleinen Gemüsehandel und entwickelten

nebenbei ein innovatives Taschensystem

für die GS-Koffersysteme.

10: ABENTEUER KROATIEN

Von Dubrovnik nach Rovinj - entlang

der schönsten Küstenstraße Europas. Die

Gruppe LongWay2Croatia fuhr den ADAC

Geheimtipp mit ihren GS Adventures.

26

23 BUCHVORSTELLUNG

Der lange Weg nach Kroatien. Ein

humoristisches GS-Reise-Bildertagebuch.

24: NEWS

Der Erlkönig BMW 1250 GS LC gesichtet

auf Cran Canaria.

26: NEWS

BMW Sertao G 650 GS - Die kleine

hat viel zu bieten und glänzt auch mit

Sonderzubehör

28: TECHNIK

Damping Control DDC - Semiaktive

Fahrwerkstechnik für die Zukunft.

40

30: EVENTS

Auswahl & Vorstellung von BMW Motorrad

Events & Veranstaltungen.

32: REISE

Land’s End - mit der GS zum westlichsten

Punkt Großbritannien.

40: TOUR

Im Erzgebirge unterwegs. Uli Wurzbachers

Tour zum größten Ziegelbauwerk der Welt!

44: SZENE

Motorrad-Tourer.com bietet neues Hotelzertifizierungssystem

an. BMW Motor-rad-

Design unter neuer Führung.

impressum

HERAUSGEBER:

Complett | Verlag

Inhaber Armin Würfl

Haitzinger Str. 22 D

D-94032 Passau

eMail: info@gs-motorradmagazin.de

Ust.Id.Nr. DE 130943619

LAYOUT & GESTALTUNG:

virtual-reality-design

DRUCK:

Complett | Druck · Haitzinger Str. 22 D

94032 Passau

eMail: info@complettdruck.de

ANZEIGEN:

Uli Wurzbacher, Medien-Berater

eMail: anzeige@gs-motorradmagazin.de

Chefredaktion:

Armin Würfl, Postfach 2503, 94015 Passau

LEKTORAT (Abenteuer/Reise):

Fridolin Wernick, Michael Haitel

Für das GS | MotorradMagazin gilt

Anzeigenpreisliste 02/2012

Das GS | MotorradMagazin erscheint

3 mal jährlich im 1. Jahrgang

ISSN 2193-827X

DIREKTVERTRIEB:

COMPLETT|VERLAG,

Haitzinger Str. 22 D · 94032 Passau

ABONNEMENT:

Einzelpreis: 5,00 Euro

Jahresabonnement 15,00 € (Inland)

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Complett|Verlag, Armin Würfl

Nachdruck nur mit schriftlicher

Genehmigung des Verlags. Namentlich

gekennzeichnete Artikel verantworten

die Autoren selbst. Die Redaktion

freut sich über jede Einsendung. Für

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15.000 Exemplare

FEBRUAR 2012

GS | MOTORRAD MAGAZIN

3


EDITORIAL

VON EINEM DER AUSZOG DIE GS WELT ZU EROBERN!

von

ARMIN WÜRFL

Ein weiteres Motorradmagazin,

werden sich einige hinterfragen!

Muss dass denn sein? – Nein,

müsste nicht, wenn es sich nicht um

ein spezielles Magazin handeln würde.

Das GS|MotorradMagazin richtet sich

an die Fahrer der meistverkauftesten

Maschine der Welt – und was »DIE«

alles erleben, bereisen und fahren -

genau das ist der Punkt, wo wir mit

dem GS|MotorradMagazin den

„Nagel auf den Kopf“ treffen wollen!

Wir werden versuchen, Euch alle unter

den „Helm“ zu bringen. Den GS

Technikfreak, wie den GS Weltreisenden

oder den einfachen GS-Tourenfahrer.

On- und Offroad sind nicht nur

Schlagwörter. Wir werden versuchen,

die richtige Mischung zu finden.

So habt ein Nachsehen, wenn mit dieser

ersten Ausgabe noch nicht alles

perfekt läuft. Wenn wir uns noch etwas

anstellen oder etwas falsch machen.

Gerne veröffentlichen wir auch

zukünftig Leserbriefe. Zu unseren

Ausgaben, oder einfach nur zu einem

Bericht, einem Thema, daß Euch unter

den „GS-Nägeln“ brennt.

Einen ersten Reisebericht haben wir

schon erhalten. Von den Machern

und Betreibern der Internetseite:

longway2croatia.com.

Neben ihrem aktuellem Reisebericht

über die »2011 = 7 Tage + X [2011km]«

Tour gibt es auch einen Hinweis auf

Ihr Buch, daß im Dezember letzten

Jahres erschienen ist und den Namen

„Der lange Weg nach Kroatien“ trägt.

Ich hoffe, mit dieser ersten Probeausgabe

des GS|Motorrad-Magazin,

Euch zu inspirieren, auch unsere

nächsten Ausgaben zu durchstöbern.

Wir werden Euren Tank mit einer Fülle

von Informationen füttern.

Denkt immer daran:

Mo-tor-rad fah-ren >ist< die Kunst

auf einem heißen Ofen mit kühlem

Kopf ab zu fahren.

4

GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


SPEZIAL

INDIVIDUELLE

LÖSUNGEN

FÜR ALLE BEDÜRFNISSE

Die riesige Auswahl an maßgeschneidertem

Zubehör für die ZEGA Pro-

Koffer von Touratech liefert praxisgerechte

Lösungen für die

unterschiedlichsten Ansprüche eines

Motorradreisenden. Davon können

auch die Fahrer einer BMW R 1200

GS Adventure profitieren, deren als

Sonderausstattung erhältliches Koffersystem

inklusive Topcase als OEM-

Part ebenfalls von Touratech produziert

wird.

So gibt es sowohl für die ZEGA Pro-

Koffer als auch für die BMW-Adventure-Koffer

diverse Innentaschen und

Netze, die für Ordnung sorgen, den

Platz optimal ausnutzen und schnellen

Zugriff auf Kleinteile erlauben, die

rasch zur Hand sein sollen. Für den

Transport zusätzlichen Gepäcks eignen

sich das ZEGA Pro-Bag KDS oder

eine Werkzeugtasche, die sich wie

auch die beliebten Leichtgepäcksäcke

von Ortlieb auf den Koffer- bzw.

Topcasedeckeln montieren lassen.

Ein Tragegriff mit Zurrgurt bzw. ein

ganz neuer Universalgriff aus Edelstahl

und Kunststoff erlauben einen

komfortablen Transport der Koffer

abseits des Motorrads. Für Bequemlichkeit

am Reiseziel sorgen ein Sitzkissen

aus isolierendem Zellschaum,

das auch den Adventure-Koffer zum

idealen Hocker macht, während der

ZEGA-Table die Koffer binnen Sekunden

in eine stilvolle Tafel fürs Outdoor-Bankett

verwandelt. Letzterer

lässt sich übrigens universal an Aluminiumkoffern

montieren, z.B. an den

Originalboxen der R 1200 GS Adventure

oder der BMW F 800 GS.

Dass sich die Touratech-Entwickler

viele Gedanken gemacht haben, damit

auch wirklich alle Bedürfnisse von

Motorradfahrern abgedeckt sind,

zeigt sich an der genialen Gepäckraumerweiterung.

Basis des Systems ist

eine Grundplatte, die als „Docking

Station“ für verschiedene Zubehörhalter

dient. Ohne viel Aufwand können

damit heute eine Trinkflasche,

morgen ein Ersatzkanister und übermorgen

eine Zusatztasche oder ein

Erste-Hilfe-Kit transportiert werden.

Robuste Reflexstreifen und extrem

widerstandsfähige Aufkleber komplettieren

das umfangreiche Zubehör.

So werden die Adventure-Koffer

zu perfekten Reisebegleitern.

Das komplette Sortiment gibt es unter

www.touratech.de/bmw-koffer.

Touratech-Tankrucksack

“Compañero Edition”

Die „Compañero Edition“ von Touratech

ist ein fröhlicher Farbtupfer im schwarzen

Tankrucksacks-Einerlei. Bisher nur

für die BMW R 1200 GS und die F 800

GS erhältlich, bietet der Schwarzwälder

Motorradausrüster den Tankrucksack

„Compañero Edition“ nun auch für die F

650 GS an. Das frische Design ist farblich

nicht nur auf den gleichnamigen Motorradanzug

von Touratech abgestimmt,

sondern passt auch ideal zum neuen

Sondermodell des Zweizylinders in fröhlichem

Sonnengelb.

Der neue Touratech-Tankrucksack punktet

jedoch nicht nur mit der Optik. So

verfügt er über zwei zusätzliche seitliche

Taschen, die genug Platz für Portemonnaie

oder Papiere bieten. Eine hinten angebrachte

reflektierende Gummikordel

ermöglicht es, bei einem kurzen Stopp

z.B. die Handschuhe zu fixieren. Am

Hauptfach und den beiden Seitentaschen

kommen wasserabweisende

Reißverschlüsse zum Einsatz. Die Kartentasche

(26 x 28 cm) ist mit Klett sicher

auf dem Tankrucksack befestigt. Im Inneren

des Deckels befindet sich ein Dokumentenfach

mit separater Kreditkartentasche

und elastischen Schlaufen für

Kleinigkeiten wie Kugelschreiber oder

ähnliches. Ein stabiler Tragegriff und

zwei mitgelieferte Rucksack-Tragegurte

vervollständigen die Ausstattung. Die

„Compañero Edition“ besteht aus teflonbeschichteten

CORDURA, ist dadurch

wasserabweisend und schmutzunempfindlich

und wird wie alle Touratech-

Tankrucksäcke von KAHEDO in Deutschland

hergestellt.

Das Grundvolumen umfasst 14 Liter,

lässt sich über einen umlaufenden Reißverschluss

aber schnell und einfach auf

ca. 20 Liter erweitern. Zwei Steckschnallen

vorn und die Klettbefestigung hinten

ermöglichen eine schnelle Montage und

sorgen für sicheren Halt. Bei Offroad-Einsätzen

oder voller Beladung kann der

Tankrucksack zusätzlich mit zwei seitlichen

Riemen gesichert werden.

Volumen 14/20 Liter - Preis: 169,90

6

GS | MotorradMagazin

JANUARY 2012


SPEZIAL

Ein kleines Teil an Ihrer BMW.

Ein großes Stück Sicherheit.

Noch mehr Fahrfreude.

Wunderlich powered by Bruder

Engineering präsentiert einen neuartigen

Crash-Schutz für alle BMW

der R 1200-Baureihe (GS, R, S, RT

und HP2). Für den „Fall eines Falles“

hat Dipl.-Ing. Kai Bruder den

LeverGuard entwickelt. Der clevere

Sozius sitzt unter dem Hinterachs-Antrieb

und schützt die hohlgebohrte

Hinterachse und das

Paralever-Gelenk, falls man dem

Asphalt einmal näher kommt als

gewollt.

Der LeverGuard verhindert wirkungsvoll

eine Beschädigung des

Leichtmetallgehäuses und beugt

im Extremfall sogar einem Ölverlust

durch einen beschädigten

Dichtring vor. Der LeverGuard kostet

nur einen Bruchteil der Reparatur

eines beschädigten Paralevers.

Die Anbringung ist einfach

und erfordert keinerlei Eingriffe

oder Änderungen am Fahrzeug.

Der LeverGuard hinterlässt keine

Spuren am Motorrad und kann jederzeit

ohne Nacharbeit wieder

demontiert werden. Ein CNC-gefrästes

Klemm-Element ermöglicht

eine einfache und sichere

Montage.

Anders als herkömmliche Crash-

Pads nimmt der LeverGuard die

Linienführung des Paralevers elegant

auf und setzt jenseits jeglicher

„Stöpsel“-Optik einen dezenten, eigenständigen

Akzent. Der Lever-

Guard unterscheidet sich in Form

und Funktion: Sein freischwingender

Aufbau leitet Sturzkräfte gefahrlos

ab, indem sich seine Polymer-ummantelten

Federbügel bei

Bodenkontakt großflächig an das

Antriebsgehäuse anlegen.

Der LeverGuard vermittelt Sicherheit

auf der Straße ebenso wie im

Gelände und beeinträchtigt selbst

bei extrem sportlicher Fahrweise

die Schräglagenfreiheit nicht. In

Kürze wird der LeverGuard auch

für die Modelle K 1200 S/R/R-Sport

sowie K 1200/1300 GT ab Baujahr

2006 verfügbar sein. Zukünftig

macht das Fahren auf Motorrädern

der R- und K-Baureihe aus dem

Hause BMW noch mehr Freude.

Mehr Informationen zum Lever-

Guard unter www.wunderlich.de

Sie erhalten den LeverGuard zum

Einführungspreis von 89,- EUR

direkt bei

Wunderlich GmbH

Kranzweiherweg 12

53489 Sinzig

Telefon 02642/97980

oder unter www.wunderlich.de

Deutsches

Rettungswesen

Ziel des Deutschen

Verkehrssicherheitsrates

(DVR) ist

es, im Sinne der

Strategie „Vision

Zero – keiner

kommt um,

alle kommen

an“ die Zahl der

im Straßenverkehr

Getöteten

und Verletzten,

insbesondere

der Schwerverletzten,

weiter

zu reduzieren.

Einen wesentlichen

Beitrag

dazu leistet ein

funktionierendes

Rettungswesen.

Voraussetzung

dafür

ist allerdings

eine qualitativ

hochwertige

Ausbildung

der potenziellen

Helfer.

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1200 GS ab sofort

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Aluminium-Legierung

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optimalen

Schutz gegen

S t e i n s c h l a g

dank der soliden

Konstruktion.

Das gelungene

Design

integriert sich

perfekt in das

Erscheinungsbild

des Motorrades.

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R a h m e n k a p -

pen-Set

Das Rahmenk

a p p e n - S e t

deckt die Original-

Schrauben

zum Schutz

am Schwingendrehpunkt

ab

und wertet die

Optik dadurch

erheblich auf.

Empf. VK: 39,95

Wunderlich stellt eine

neue Gepäcklösung vor.

Für das seitlich offene Rahmenheck der

R 1200 GS/Adventure haben die Sinziger

eine Tasche entworfen, die die Lücke

im Rahmenheck schließt und Platz für

z.B. Werkzeug u.v.m. bietet. Die Wunderlich

Rahmentaschen, im Paar geliefert,

sind aus was ser dichtem, teflonbeschichtetem

Cordura gefertigt und mit

Klettumfassungen sicher zu befestigen.

Ein wasserfestes Innenfutter sorgt für

Übersichtlichkeit und dafür, dass nichts

mehr in Ritzen verschwinden kann. Gefütterte

Außen- und Bodenflächen schützen

nicht nur den Inhalt vor Vibrationen,

sondern auch den Rahmen und verhindern

ein Ausbeulen/Flattern. Mit griffigen

Zippern sind die wasser- und staubfesten

YKK-Reißverschlüsse leicht zu

bedienen.

Die vom Wunderlich Designer Nicolas

Petit entworfenen Taschen kosten als

Paar 98,00 Euro.

Bestellung und weitere Informationen

unter www.wunderlich.de oder 02642-

9798-0

FEBRUAR 2012

GS |MOTORRAD MAGAZIN

7


NEWS

Von Gurken und Tomaten!

Frank und Heidi Kleinert

betreiben im Allgäu seit

nunmehr 27 Jahren einen

kleinen Gemüsehandel.

Nun was geht das uns Motorradfahrer

an werdet Ihr

Euch fragen?

Noch länger fährt Frank leidenschaftlich

gerne Motorrad,

in den letzten fünfzehn

Jahren steht auch immer

eine GS in seiner Garage.

Vor sechs Jahren, Frank

hatte sich die neue 12er

geleistet, sollten für eine

Reise wieder Kofferinnentaschen

her.

Die von BMW angebotenen

waren ihm schlicht zu

teuer, also guckte er rum

was es sonst so als Alternativen

gab. Heidi fand

durch Zufall etwas passendes

im Raftingbereich, eine

isolierte, wasserdichte Tasche

die perfekt in den

rechten ausgezogenen

Koffer passte.

Die erste, als Muster georderte

Charge, war dank

Mund zu Mundpropaganda

schnell ausverkauft.

Weiter Taschen wurden

geordert. Nun wurde der

Wunsch der GS-Fahrer immer

öfter an Frank und Heidi

herangetragen: „Habt

Ihr nicht auch was für den

linken Koffer?“

Die Zeit des Tüftelns und

Nachdenkens war gekommen.

Erste Muster wurden

geschneidert, geändert,

verworfen. Der richtige

Stoff gesucht und natürlich

eine Näherei. Nach wie vor

sind die Zwei ja eigentlich

sechs Tage die Woche auf

den Wochenmärkten der

Umgebung mit Ihrem

Obststand unterwegs.

Ein Partner musste her.

Den haben sie in der Firma

HELD aus dem benachbarten

Burgberg gefunden.

Die Produktion konnte

starten.

Mittlerweile bieten Frank

und Heidi über Ihre Homepage:

www.Kofferinnentaschenfuer-BMW.de

- Innentaschen

für die verschiedenen

BMW-Modelle an.

So werden hier Besitzer einer

F 800 GS und R 1200

GS genauso fündig wie

Fahrer der R 1200 GS Adventure.

Für die ADV gibt

es seit heuer auch zusätzlich

Kofferaufsatztaschen

für die Aluseitenkoffer die

mittels Klett an den Laschen

befestigt werden.

Diese Taschen sind mit einer

Dehnfalte ausgestattet,

das Volumen lässt sich bei

Bedarf also etwas erweitern.

Allen Lesern von „GS|Motorradmagazin“

bieten die

Beiden unter dem Hinweis

auf diesen Artikel den 5er

Taschensatz für die Adventure

(2 Seiten-, Topcaseinnentasche

und zwei

Kofferaufsatztaschen) zum

Preis von 200 Euro inkl.

deutschlandweitem, versicherten

Versand an.

Die Kofferinnentaschen gibts nicht nur für die ADV sondern auch für

das Vario-Koffersystem der normalen BMW 1200 GS.

Hier nun die Kontaktdaten:

Frank & Heidi Kleinert, Am Mühlbach 7,

87549 Rettenberg, Telefon: 0049 (0) 8327 931 666

eMail: BMW-Kofferinnentaschen@web.de]

Durchdachte Idee: Netzfach für Karten und Dokumente im Deckel.

8

GS |MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


NEWS

Wer immer nur das

Beste möchte…

….ob Motorrad, Bekleidung oder Zubehör, der kommt

an der BlueBike Kommunikation nicht vorbei. Wo alle

anderen immer nur einen Standard nutzen, versucht

BlueBike immer das Mehrfache, oder zumindest viele

Schritte, voraus zu sein. Seit 2005 hält BlueBike diesen

Abstand, durch permanente Weiterentwicklung am

Standort St.Ingbert, konsequent ein: sei es die Hörqualität

mit der 3-5-fachen Verstärkerleistung, seien es die

Lautsprecher mit der fünffachen Abgabeleistung und

der der Größe völlig unüblichen Baßwerten, sei es die

Akkuleistung von garantierten 15 Stunden bei Vollast,

sei es die Möglichkeit neben dem Gegensprechen noch

weitere 3 Verbindungen zu Bluetooth-Geräten herzustellen,

sei es die TeamTalk-Funktion, die es erlaubt mit

beliebig vielen BlueBikern im Umkreis von 700m Sichtweite

(neu: XL) zu sprechen, seien es die Funktionsansagen,

die dem Nutzer mitteilen, was im jeweiligen Modus

geschieht, sei es die Verstellbarkeit der

Ansprechschwelle für die VOX Steuerung oder die Vollautomatik,

die natürlich auch nur in Verbindung mit dieser

VOX Steuerung wirklich alle Funktionen ohne Umschalten

von Hand, steuern kann, usw.

Hinter BlueBike steht die mit Abstand größte Erfahrung

weltweit, die sich konsequent weiter an den Bedürfnissen

von Motorradfahrern orientiert, und diese Verbesserungen

auch ständig in Form von kostenlosen Updates

zur Verfügung stellt.

BlueBike hält die Spitze unter den Bluetooth-Kommunikationsanlagen

und ist als einzige in die Kategorie Premium

einzustufen.

Informieren Sie sich auf der Website

www.BlueBike.com, bei den bisherigen Kunden und

natürlich in den Foren.

Wir suchen Dich!

Ja, genau dich!

Du hast Spaß am Reisen, an Technik und vielleicht

auch noch am Schreiben und Fotografieren?

Dann bist du genau der Richtige für uns.

Du wirst nicht reich, aber wir veröffentlichen gerne

Dein Abenteuer, deine Reise oder deinen Erfahrungsbericht.

Trau dich einfach

und schick uns eine Leseprobe mit Fotos an:

GS|MotorradMagazin · c/o Complett-Verlag

Armin Würfl · Haitzinger Str. 22 D · D-94032 Passau

oder per eMail: redaktion@gs-motorradmagazin.de

FEBRUAR 2012

GS |MOTORRAD MAGAZIN

9


ABENTEUER

Kroatien ist Motorradfahrer-Land.

Das hat die Gruppe «Long Way 2

Croatia« längst erkannt.

Jährlich führen ihre Reisen mehrmals ins

„gelobte Land“. Doch diesmal sollte es anders

sein. Weiter als bisher, näher am Ursprung.

Nur ganze sieben Tage blieben, um knapp

3.000 km im ehemaligen Jugoslawien, dem

Vielvölkerstaat zu absolvieren. Das Land ist

immer noch vom Krieg gezeichnet. Zum Beispiel

in Regionen, in denen immer noch Mienenfelder

liegen, die bis heute nicht gesäubert

wurden.

Viele Geschichten ranken sich um das

Land Bosnien-Herzegowina. Schlagwörter

aus Kriegszeiten, wie „Ethnische Säuberung“

und serbische „Tschetniks“ begleiten

die 6 Freunde auf ihren 5 BMW 1200 GSA

auf ihrer erste Etappe nach Slavonski Brod,

welches an der Grenze zu Bosnien-Herzegowina

liegt und auch eingegrenzt von der ungarischen

Grenze, sich noch auf kroatischem

Boden befindet.

Von Passau sollte der Weg über das schöne

„Tote Gebirge“ entlang der Salza führen

um dann nach einigen 100 Kilometern via

Graz nach Zagreb zu gelangen. Die Abfahrt

in Passau war noch trocken. Doch bereits

auf den wenigen Kilometern auf der österreichischen

A10 erfährt man, was es heißt,

in strömendem Regen und beißender Kälte

zu versuchen, mit knapp 130 km/h dahin zu

gleiten.

Text: Cubo Bisiani

Fotos: Hans Koller

Helmut Paßberger

Erich Ratzesberger

ABENTEUER

KRO

10 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


ABENTEUER

ATIEN

FEBRUAR 2012

GS | MOTORRADMAGAZIN 11


ABENTEUER

Von Dubrovnik nach Rovinj

entlang Europas schönster Küstenstraße

Bereits nach knapp 100 Kilometern waren

einige schon bis auf die Knochen

durchnässt. Der Plan des Navigationssystems

wurde umgeworfen. Die Strecke

schnell hinter sich bringen, war angesagt.

Eine Autobahn-Tortur bis Slavonski Brod,

knapp 700 Kilometer entfernt der Heimat.

Es zahlte sich aus. Am späten Nachmittag

bezog man das gebuchte Hotel (gefunden

im Internet) namens EkoGarten.

Tarnte sich das Hotel als kleines Märchenschloss,

waren die Zimmer keinesfalls

den Preis von 40 Euro mit Frühstück

würdig.

Am frühen Morgen wurden die Kühe erneut

gesattelt und die Rücksprache mit

der Hotelleitung über die unterschiedlichen

Qualitäten und Preise in Kroatien

und Bosnien zeigten uns, wie unterschiedlich

die politischen Ansichten noch

sind. Ist doch Slavonski Brod, trotz seiner

geografischen Lage zu Kroatien, serbisch

angehaucht. Eher würde man sich

die Benzinleitung kappen, bevor man im

fünf Minuten entfernten Nachbarland,

tanken würde. Kumulierte Mark ist die

Währung in Bosnien, das zur Hälfte im

nördlichen Teil von serbischen orthodoxen

Christen und im südlichen Teil von

muslimischen Bosniaken bevölkert ist.

Die kumulierte Mark (kz. KM) entspricht

dem Wechselkurs und Ausführung der

ehemaligen Deutschen Mark.

Der Grenzübergang zu Bosnien-Herzegowina

führt über eine Brücke, an deren

anderem Ende die Personalausweise

und Reisepässe nur mit einen flüchtigen

Blick kontrolliert werden. Viel mehr interessiert

die Grenzbeamten die fünf Motorräder,

die wuchtig und brummend auf sie

zurollen. Kurzes Kopfnicken und der

Grenzübergang ist passiert. Nach wenigen

hundert Metern findet sich bereits

eine Tankstelle. Super-Benzin mit 95 Oktan

ist das Maximum was angeboten wird.

Knapp 1 Euro berappt man dennoch für

angeblich „minderwertiges“ Benzin und

Euros werden dankend angenommen, obwohl

man uns vorher eindringlich gewarnt

hatte und mehrfach zu verstehen gab, wir

sollten doch die Euro sicherheitshalber

in KM wechseln. Der 33 Liter Tank reicht

völlig für die knapp 440 Kilometer bis

Neum, der einzigen Meeresanbindung

Herzegowinas und die Sieben-Kilometer-

Linie, die das kroatische Land voneinander

teilt. Eine grüne Mauer, könnte man

sagen! Im Bosnisch-Serbischen Teil sind

die ehemaligen Kriegswirren überdeutlich

zu sehen. Autobahnen gibt es nicht,

Bundesstraßen haben die Qualität unserer

Hauptstraßen und der Belag ist eine

Schande für die Motorradreifen. Doch die

BMW GSA schluckt wohlwollend alle kleinen

Schlaglöcher. Cruisen ist angesagt.

Erlaubte 60 - 100 km/h, je nach Straßenabschnitt

an den wenig ausgebauten

Straßenrändern gekennzeichnet. Verbrannte

Häuser markieren die Richtung.

Daneben, der Neubau, mit gepflegtem Rasen.

Der Eindruck entsteht, dass der Typ

mit dem Bungalow den ehemaligen muslimischen

Wohnbereich keine Achtung

schenkt. Trotz der Hässlichkeit des zerstörten

Nachbarhauses ist man unfähig,

12 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


ABENTEUER

dieses gänzlich zu entsorgen. Wild wuchernde

Pflanzen und Sträucher, daneben

der gepflegte Garten des Einfamilienhauses:

Ein surreales Bild. Völlig

ungläubig staunen wir und betrachten

neben zerstörten Häusern auch ein kaputtes

Fabrikgelände. Verrostet, zerstört,

uninteressant. Man mag sich kaum

vorstellen, was in der Zeit des Völkerkrieges

hier alles passiert sein mag.

Suche nach dem richtigen Weg.

Von unseren Gedanken noch völlig

überwältigt, sehen wir auch schon nach

15 Kilometern Fahrstrecke das erste Policia-Auto

am Straßenrand stehen. Die

Radarpistole im Anschlag, liegend auf

dem Autodach. »niema problema« höre

ich via Funk einen meinen Kollegen sagen.

»Wir können Gas geben, mehr als

eine Radarpistole besitzen die hier wohl

nicht« höre ich den nächsten in den Helmlautsprechern.

Doch weit gefehlt, knapp

150 Kilometer Fahrstrecke mit zehn Kontrollen

sprechen eine andere Sprache.

Die fünfte Kontrolle, dann ohne Radarpistole,

winkte zuerst mich, dann meinen

Kollegen aus der Fahrspur. »Weiter, weiter,

weiter - wartet nach zwei Kilometern

auf uns« rief ich noch ins Funkmikrophon,

ehe der Polizist bereits an mich

heran trat. Mein ungläubiger Blick über

die Eigenmächtigkeit des Polizisten genügte

dennoch nicht. »Papier, Lizenz,

Motorciclika« hörte ich ihn zwitschern.

Mein Begleiter „Muckl“ stand mit herunter

gefahrenem Sonnenvisier hinter dem

Polizisten und beobachtete aus sicherer

Entfernung das Geschehen. Akribisch begutachtete

er alle Papiere die ich nacheinander

reichen musste. Mehrfach faltete

er den Fahrzeugschein, ohne diesen

überhaupt lesen zu können. Mein Reisepass

interessierte ihn ganz besonders.

Blatt für Blatt und gelangweilt blätterte

er sinnlos darin umher. Immer wieder

blickte er fragend zu mir und zu meinem

Motorrad. Alle meine Dokumente befanden

sich in seiner Hand. Verschwindet der

Typ, dann bin ich fertig mit der Welt, ich

hätte nichts mehr. Ich beschloss die Initiative

zu übernehmen und deutete ihm

mit meinem Daumen: »niema problema,

nix zu schnell - sechzig« und deutete auf

meinen Tacho: »sechzig« wiederholte ich.

Fragend blickte er zu mir. Dann erlöste

er mich und überreichte mir die Papiere

mit einem freundlich-lächelndem »fahren«.

Das war es, Papier verstaut, Maschine

an und weiter. Meine Mitfahrer

warteten in sicherer Entfernung auf einen

kurzen Bericht. Erst später erfuhr

ich, dass die bosnischen Polizisten 10 kumulierte

Mark oder 5 Euro im Reisepass

vermuten. Wegegeld um die heimische

Haushaltskasse aufzupeppen. Trotz eines

Polizisten-Gehalts von nur 150 Euro

monatlich, eine äußerst fragwürdige Art

der Gehaltsaufbesserung.

Der nächste Waypoint ist Sarajevo.

Die Straße wird breiter, eine neu gebaute

Autobahn führt um Sarajevo herum.

Man passiert den Flughafen, der vielen

noch aus der Zeit des Bombardements

durch die Nato in Erinnerung ist. Ohne

jedwede Chance, diesen 40 Kilometer langen

Streckenabschnitt umfahren zu können,

findet man sich an der Mautstelle

wieder. Nach kurzer Diskussion und dem

Überreichen von 10 Euro für fünf Motorräder

nickt der freundlich lächelnde Autobahnangestellte.

Er druckt umständlich

5 Tickets aus und lässt mich als

Letzten passieren. Unspektakulär geht

es die wenig befahrene Autobahn einfach

weiter.

Achtzig Kilometer später, in Richtung

Mostar, ändert sich nicht nur die Landschaft.

Muslime erblickt man in der Stadt.

Monolithische Steinsäulen stehen auf

den Grundstücken der Häuser, Für jedes

ermordete Kriegsopfer eine. Getränkestop

an einer Tankstelle. Von der gegenüberliegenden

Moschee ertönt der religiöse

Singsang. Der Islam ist

allgegenwärtig und es entsteht der Eindruck,

als wäre man in Nordafrika. Auch

die Bosna, der größte Fluss Bosniens,

ändert sein Gesicht. Vom braun-schlammigen

Gemisch, zum Karl-May-Film-Wasser!

Manchmal unnatürlich grün, ein andermal

kristall-klar. Mostar erweist sich

als schmutzige Stadt. Die Baustellen kaschieren

den Schmutz etwas, als es durch

das belebte Zentrum Mostar geht. Verschleierte

Frauen, muslimische

Bartträger. Hier

zeigt sich Mostar voll von

seiner muslimischen Seite,

die einen Großteil der Bevölkerung

ausmacht.

Trotz allem macht die

Fahrt nun richtig Spaß.

Die GS will ihre Power ausspielen

und seit etlichen

Kilometern ist auch keine

Polizei mehr zu sehen.

Durch tiefe Täler und entlang

des Flusses führt

uns eine unglaubliche

Straße. Griffiger Teer und

tolle Kurven belohnen uns

für die vielen unangenehmen

Kontrollen am Anfang

unserer Reise. Teilweise

erwartet man das

Auftauchen von Apachen

an den nicht allzu hohen

Bergkämmen, Winnetou

ist allgegenwärtig.

Dann, wie aus dem

nichts, taucht eine Grenze

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ABENTEUER

Bosnien-Herzigowina. Im nördlichen

Teil sieht man noch viele

zerschossene und zerstörte Häuser.

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ABENTEUER

Bosnien-Herzigowina. Im Süden

kennzeichnen Minareten den

muslimischen Bereich.

Karl May lässt grüssen! Die GS warten auf die Fähre.

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GS | MOTORRADMAGAZIN 15


ABENTEUER

Kühe weiter den Berg hoch. Wie aus dem

nichts überholt uns ein Auto. Wir sind sicher

nicht falsch. Etliche Kilometer ziehen

wir hinter dem Auto her, fahren entlang

eines Bergkamms. Die Blicke

schweifen ins grüne Tal, welches von weißem

Kalkfelsen durchzogen ist. Eine alte

unbefestigte Straße ist zu sehen. Eigentlich

das richtige Terrain für unsere

GS, doch alle haben die falscher Bereifung.

Die Straße wird breiter, knickt nach

links ab. Das Navi meckert: Umkehren in

100 Metern. Sollen wir umkehren? Haben

wir doch etwas falsch gemacht bei der

Routenplanung? Nein, wir sind nur nicht

wie gefordert abgebogen. Wir sehen den

Schlagbaum, mehrere Betonpoller und

ein Grenzhäuschen. Mit bollernden Moauf.

Es wird gerätselt: Ist das die Grenze

zu Serbien? Haben wir uns verfahren? Die

Kontrolle ist wieder nur oberflächlich, eigentlich

viel zu kurz. Ein Deutscher Pass

bedeutet das Okay. Ein Kopfnicken zeigt:

wir dürfen weiter fahren. Es folgt eine

Kaffeepause an der Tankstelle. Alle Mühe

ist umsonst: Nur Tanken in Euro, kein Verkauf

von Lebensmittel ohne die erforderliche

Landeswährung: Kumulierte Mark.

Schnell führt uns der Weg aus der kleinen

Stadt auf eine kurvige Landstraße.

Die BMW‘s hetzen um die engen Kurven

mit leichtem Berganstieg. Alter Teer unter

den Reifen und aufgerissener Straßenbelag

ist genau das Richtige nach

knapp fünfeinhalb Stunden Fahrt durch

Bosnien-Herzegowina. Wir sind immer

noch beeindruckt von der Landschaft, die

zunehmend mediterraner wird. Unsere

Wo ist die Hauptstraße? Egal, über den

Berg und wir kommen zur Küstenstraße

die uns dann sicherlich nach Dubrovnik

leiten wird. Wir fahren den Bergkamm

hoch. Auf halber Strecke kommen uns

Motorradfahrer entgegen, fast nur Harley-Davidsons.

Der Führende hebt den

Zeigefinger und macht eine undeutliche

Bemerkung. Zeigte er etwa mit dem Finger

an die Stirn? Wir treiben unsere

Im Land von Winnetou!

Mit ein wenig Englisch kommen wir weiter.

Es ist die Grenze zu Herzegowina, erfahren

wir. Zumindest sind wir auf dem richtigen

Weg: Dubrovnik ist unser Ziel für

heute.

Am späten Nachmittag wird bei einer

kurzen Rast der Kriegsrat einberufen.

28 Grad vermeldet die Temperaturanzeige.

Die Jacken sind längst geöffnet, die

Windschilder der fünf Abenteurer schon

auf die niedrigste Stufe verstellt. Nach

wenigen Kilometern sehen wir ein großes

Hinweisschild zur Hauptverkehrsader

nach Dubrovnik, doch das Navi leitet uns

rechts in eine Wohnsiedlung. Es gilt

Rechts vor Links, es sind keine Vorfahrtsschilder

zu sehen.

Karawane zieht durch kleine Dörfer. Die

Häuser sind heruntergekommen, alte

Menschen sitzen auf Plastikstühlen vor

den Gebäuden und blicken kurz auf, als

Sie das Brummen der Maschinen hören.

Wir haben den Eindruck, als wären wir in

die Zeit von Tito zurückversetzt worden.

Die enge Straße führt entlang eines

schmalen Flusses. Etliche solcher Dörfer

durchpflügen wir, ehe die Menschheit aufhört

zu existieren. Eine schmale Straße,

kaum Platz für ein selten entgegenkommendes

Auto. Die Zeit scheint still zu stehen.

Wir bleiben abrupt vor einem Berghang

stehen. Wir fühlen uns, als wären

wir in Südtirol. Kurzer Stopp: Sind wir hier

richtig? Ist das der Weg nach Dubrovnik?

16 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


ABENTEUER

toren warten wir auf den Grenzer, der Reisepass

ist bereits gezückt. Als er aus seinem

Häuschen tritt, macht der Grenzer

das gleiche Zeichen wie der Harley-Fahrer.

Umkehren, meint er, zurück fahren.

Dies sei kein offizieller Grenzübergang.

Heute nicht, meint er und die Sache ist für

ihn abgeschlossen. Er

lässt uns einfach stehen

und geht wieder in seine

schattige Grenzhütte. Wir

wollen keinen Ärger und

drehen um. Es wurmt

schon, so kurz vor einem

Schlagbaum zu stehen

und nur fünfundzwanzig

Meter zur anderen Seite

zu haben. Also geht es wieder

den Weg zurück. Es

tröstet uns die tolle Bergstraße,

auf der wir zurückfahren.

Unten angekommen,

biegen wir in die

andere Richtung ab. Wir

fahren auf einer breiten,

neu geteerten Straße, die

sich in langgezogenen

Kurven in das Tal schwingt.

Das Ortsschild Neum zeigt

uns: wir sind noch in Bosnien-Herzegowina,

an der

einzigen Anbindung zum

Mittelmeer. Ein sieben Kilometer

breiter Streifen,

der bei Touristen sehr be-

Immer wieder kurze Stop für Fotos.

liebt ist, wie wir einem regionalen Zeitungsbericht

entnehmen konnten.

Es ist bereits 18 Uhr und immer noch

brütend heiß. Ende Mai ist noch nicht viel

los. Ein Restaurant am Straßenrand lädt

freundlich Biker ein! Der Hunger meldet

sich und wir beschließen, eine Pause zu

machen. Neum, so hieß es, sei billig. Sehr

billig. Markenkleidung,

Jeans und vieles andere

sollte es zu günstigsten

Preisen geben. Essen und

Trinken ebenso. Die Qualität

des Essens war erschreckend.

Dass es jedoch

in ander en

Restaurants besser gewesen

wäre, bezweifelten wir

stark. Nachdem wir bezahlt

hatten, machten wir

uns weiter auf den Weg

zum Weltkulturerbe Dubrovnik.

Die Küstenstraße

zeigte sich von seiner

schönsten Seite. Ein spiegelndes

Meer, schöne Kurven,

eine neue Teerstraße.

Es ist alles so breit gebaut,

dass man locker innerhalb

der eigenen Fahrbahn Autos

überholen kann. Trotzdem

sollte man aufpassen:

Die Polizei steht an diesen

Stellen, wie man uns später

erzählte, oft und zahlreich. Radarpistolen

scheinen ein beliebtes Spielzeug

zu sein.

Die Grenzen sind leicht überquert. Wenig

Verkehr, nur ein paar Busse und Autos

stehen vor uns.

Wir können uns kaum satt sehen an den

vielen vorgelagerten kleinen und großen

Sonnenuntergang in Dubrovnik.

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ABENTEUER

Inseln. Hinter uns versinkt die Sonne

langsam im Horizont. Und dann sehen wir

sie, die Stadt - unser Ziel Dubrovnik.

Links unten liegt das Weltkulturerbe

und die Dächer strahlen im Licht der untergehenden

Sonne. Wir stoppen kurz,

machen erste Bilder, doch wir müssen weiter.

Unser Endziel ist Mlini. An der Steilküste

gelegen, erwartet man uns bereits

im Hotel Astarea. Die Sonne geht bereits

unter und verschwindet hinter unserem

Rücken. Dubrovnik leuchtet golden. Wir

freuen uns schon auf die Stadt am nächsten

Morgen.

Das Hotel Astarea in Mlini liegt etwa

10 Kilometer hinter Dubrovnik. Der Checkin

verläuft unkompliziert, die Motorräder

durften direkt neben dem Haupteingang

geparkt werden. Am nächsten Morgen

wird der kostenlose Shuttleservice des

Hotels nach Dubrovnik nach einem ausgiebigen

Frühstück vom reichhaltigen

Buffet gerne angenommen.

Nach knapp 15 Minuten hält der kleine

Bus vor dem Stadttor von Dubrovnik. Vormittags

gegen 10 Uhr betreten wir erstmals

das Weltkulturerbe und werden auf

einer langen Hauptstrasse von strahlendem

Sonnenschein begrüßt. Zuerst

schlendern wir den kleinen Hafen entlang

und umrunden einen der Wehrtürme. Leider

ist schon nach kurzer Zeit der Weg zu

Ende. Natürlich müssen wir auch die

Stadtmauer erklimmen, doch einen Aufgang

finden wir anfangs nicht. Dafür

wandern wir in kleine Gassen und finden

sogar eine Gesprächspartnerin an einem

Fenster in einem der Innenhöfe. Die

freundliche Dame erzählt, dass sie Holländerin

sei. Auf unsere Frage nach dem

Kriegswirren in Dubrovnik schüttelt sie

nur den Kopf. Es war furchtbar, erzählt

sie. Die Leute flüchteten in die Bibliothek

oder in die Kirche. Dubrovnik brannte.

Tränen standen nun in ihren Augen.

Wir bedankten uns artig und machten

Die einzige Meeranbindung Bosnien-Herzigowina, trennt auf dem Festland Kroatien

uns weiter auf den Weg. Für die Stadtmauer

knöpfte man uns pro Person 10

Euro ab. Es war schön die Stadtmauern

zu durchwandern. Jederzeit konnte man

diese verlassen, zu Mittag essen und mit

einem gültigen Tagesticket wieder hinauf

steigen. Mehrere Stunden verbrachten

wir so auf der Wehrmauer, bewunderten

alte Kanonen und bestiegen den höchsten

Punkt der Stadtmauer. Unser Fazit

nach acht Stunden Besichtigung: Dubrovnik

hat den Status als Weltkulturerbe

wahrlich verdient, weiß aber auch ihr touristisches

Potenzial im Preis zu nutzen.

Unser Tipp für Dubrovnik: Abseits der

Hauptstrasse essen und trinken.

Der nächste Morgen gestaltete sich

problemlos. Auschecken, die Satteltaschen

schnüren und auf die Motorräder.

Die Vorfreude auf die knapp 700 km lange

Reise von Dubrovnik nach Rovinj war

groß. Die Wettervorhersage war dafür

etwas mager, Regen wurde angedroht.

Was man kaum glauben konnte, bei knapp

24 Grad um neun Uhr früh und strahlendem

Sonnenschein.

Unser Weg führt uns zurück in Richtung

Neum, der bosnisch-herzegowinischen

Grenze. Doch wir werden Sie unterhalb

umgehen. Die E65 führt uns nach

Zaton Doli. Es geht links ab auf die L 414

nach Mali Ston. Kroatien ist an dieser

Stelle mit einer Insel verbunden. Hier umfährt

man die einzige Meeranbindung

Bosnien-Herzegowinas. Die L 414 folgen

wir auf einer abgelegenen, wenig befahrenen

Straße nach Trpanj. Die Landschaft

ist atemberaubend. Mit unerlaubten

100 km/h durchpflügen wir die Insel.

Kaum Menschen, kaum Autos, ab und zu

kleine Orte und Bauernhöfe. Ein Stopp

an einem großen bunten Schild eröffnet

uns einen Blick auf das gegenüberliegende

Festland. Dazwischen liegt eine kleine

unbewohnte Insel. Kurz vor dem Ort

Trpanj durchfahren wir eine Straße die

links und rechts von Fels umzäunt ist.

Winnetou wartet bestimmt hinter der

nächsten Kurve mit seinem schwarzen

Hengst auf uns. Doch es ist Trpanj, ein

kleines verschlafenes Dorf mit einem natürlichem

Hafenbecken. Die staatliche

Fährlinie Jandralinj steht schon im kleinen

schmucken Hafen und hat ihre

Schleusen noch geschlossen. Wir kaufen

ein Ticket am Schalter. Umgerechnet 7

Euro pro Person mit Motorrad werden für

die halbstündige Fahrt berechnet. Ein

kleiner Wehmutstropfen ist die eine Stunde

Wartezeit bis zur Abfahrt der Fähre.

Das benachbarte Café bietet Schatten.

Es ist wieder brütend heiß und auf dem

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ABENTEUER

Zufällig gefunden: Alte Paßstraße nach Dubrovnik

Festland erwartet uns die kroatische Küstenstraße,

eine der schönsten der Welt.

Der Ankunftshafen ist Ploce, ein Industriehafen,

wenig spektakulär. Ein kleiner

Irrweg führt auf die L8, die Jadranska

Magistrale. Nach wenigen Kilometern

ist das Meer nur wenige Meter vom Straßenverlauf

entfernt. Über Gradac, Podgora

und Makarska führt uns der Weg in

Richtung Nordwesten. Die Insel Brac erscheint

im Meer. Es ist immer noch kein

Regen in Sicht. Die Magistrale solle man

dann meiden, erzählt man uns. Regen machen

die Fahrbahn zu einer Glatteisbahn,

außerdem sei die Straße brüchig. Dann

sei man dem Tode geweiht, schildern uns

Einheimische.

Doch wir haben Glück: Die Straße ist in

einem hervorragenden Zustand. Die

Fahrt ist ein Traum für jeden Motorradfahrer.

Rollsplit umfahren wir dezent, es

geht weiter nach Pakostane, nach Sibenik

und schließlich zum Tagesziel, den

Krcka Wasserfällen. Sie sind nicht ganz

so schön wie die Plitvicer Seen, aber immerhin

gibt es einen Nationalpark. Auf

dem Parkplatz angekommen, ist bereits

nach 18 Uhr. Der freundliche Parkplatzwächter

erklärt uns, es wäre noch keine

Saison. Schluss sei um 19 Uhr, doch schon

jetzt dürfe kein Fahrzeug mehr hinein.

Freundlich werden wir abgewiesen, jedoch

nicht ohne Hinweis auf den nächsten

Tag. Erst ab 9 Uhr dürfen wir mit den

Motorrädern die vorgeschriebene Straße

in den Nationalpark nehmen. Die Straße

schlängelt sich 10 Kilometer am unteren

Rand des Krcka Nationalparks

entlang, an der einzigen Bademöglichkeit

im Nationalpark vorbei. Wir beratschlagen

uns kurz. Es ist wenig los; das Appartementhaus

hat zwar geöffnet und ist

neu gebaut, doch vom Restaurantbetrieb

und Verpflegung ist wenig zu sehen. Noch

dazu ist der Preis für die Übernachtung

ein zwar nicht unverschämter, aber für

kroatische Verhältnisse teurer Preis. Unser

Programm ist ohne Frage straff geplant,

Baden am nächsten Tag ist fast

nicht drin. Wir haben erst die Hälfte der

Magistrale nach Rovinj geschafft. Wir

werden am späten Nachmittag dort erwartet

und wollen uns partout nicht verspäten.

Wir fahren also zurück nach Sibenik.

Eine Irrfahrt, ein Blindflug beginnt:

An der Promenade in Sibenik halte ich direkt

neben einem Hotel-Palace. Wir entscheiden,

dass das zu teuer ist. Es geht

wieder den Weg zurück. Sibenik scheint

ein Irrgarten zu sein, wir fahren öfters

im Kreis, ohne aus der Stadt zu finden.

Ich folge dem Navi erst blind, suche dann

eine Straße in Richtung Vodice. Es dämmert

und wir fahren wieder in Richtung

Meer. Sibenik liegt hinter uns und wir

kommen nach Tisno. Dort verbindet eine

Brücke das Festland zu der Insel der Kornaten.

Dort bleiben wir eine Nacht in einem

kleinen Hotel, welches sich als wahres

Schmuckkästchen entpuppt. Es ist

frisch renoviert, hat einen Pool, den wir

nach dem schweißtreibenden Tag dankbar

annehmen und den Abend bei sommerlichen

Temperaturen auf der Terrasse

ausklingen lassen. Die Hälfte unserer

Reise ist geschafft, eigentlich fast schon

die gesamte Reise. Denn morgen fahren

wir die letzten knapp 400 Kilometer nach

Rovinj, um dort zwei Tage auszuspannen.

Die Wetterprognose entpuppte sich als

Fehlmeldung. Auch für die nächsten Tage

war nur Sonne angesagt. Am nächsten

Morgen verabschiedeten wir uns nach einem

ausgiebigen Frühstück (wir waren

die einzigen Gäste herzlich von der Rezeptionsdame.

Sogar ein paar Erinnerungsfotos

möchte Sie mit uns machen.

Gegen halb Zehn am Vormittag starten

wir zu unserer letzten Mission: Die abschließenden

280 Kilometer der Magistrale

bis nach Rijeka. Von Tisno fahren

wir zurück auf die L8 nach Pakostane, machen

eine kurze Stippvisite bei einem

Haus eines Bekannten. Wir umrunden Zadar,

müssen ein kurzes Stück auf die Autobahn

8 und fahren nach fünf Kilometern

Wegstrecke wieder ab auf die

Magistrale. Diese wird immer besser, eine

Kurve jagt die nächste. Wie soll man dieses

Erlebnis und diese Straße, die Jadranska

Magistrale beschreiben?

Man stelle sich die Pässe und Kurven

der Dolomiten vor, lege diese aber einfach

auf eine gerade Strecke. Jede Kurve

scheint, als wäre Sie frisch geteert. Zwar

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GS | MOTORRADMAGAZIN 19


ABENTEUER

Die Hauptstraße von Dubrovnik Das Hotel Astarea in Milini, idealer Ausgangspunkt Blickfang am Eingang zur

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ABENTEUER

Hauptstraße, die Kirche. GS Parkplatz direkt neben dem Haupteingang . „Dorfbrunnen“ von Dubrovnik, alt wie die Stadt!

Der „innere“ Hafen von Dubrovnik - Der Bevölkerung und dem Tourismus vorbehalten.

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GS | MOTORRADMAGAZIN 21


ABENTEUER

ist die Geschwindigkeit auf zeitweise auf

30km/h begrenzt, doch hier steht kaum

ein Polizist. Wo auch? Rechts Felsen, dann

die Straße und keine 10 Meter entfernt,

kristallblaues Wasser. Fast könnte man

meinen, man könne Fische sehen, so klar

ist das Wasser. Wir kriegen uns kaum

noch ein und ein wahrer Kurvenrausch

erfasst uns. »Dass hier ist fast besser

als Sex!« bringt es einer meiner Kollegen

bei einer kurzen Pause auf den Punkt. Es

gibt kaum Verkehr und es sind wenig Motorradfahrer

um diese Jahreszeit unterwegs.

Einfach unglaublich, ja fast unbeschreibbar.

Für mich persönlich ist es das absolute

Highlight. Ich habe den festen Vorsatz,

diese Straße erneut zu fahren. In Karlobag

auf Höhe der Insel Pag machen wir

eine längere Pause. Wir liegen gut in der

Zeit und genießen jeden Moment. Ab Senj

sehen wir die Insel Krk,

Rijeka erreichen wir am frühen Nachmittag

gegen 15 Uhr und es regnet! Da

hatte der Wettergott kein gutes Einsehen

mit uns. Aber es ist warm und wir tanken

kurz nach der Autobahnauffahrt, die

uns um Rijeka herumführen wird. Ein kurzes

Telefonat mit Denis, dem Chefkellner

vom Restaurant Calisona. Wir sagen, dass

wir bald wären, so gegen 17 Uhr. Es wäre

in Ordnung, er erwarte uns vor dem Restaurant

mitten im Zentrum von Rovinj.

Als wir dort ankommen, hat sich der Regen

wieder in Wohlgefallen aufgelöst und

die Straßen in Istrien und die neugebaute

Schnellstraße lassen Zeit, auf dem Motorrad

über die absolvierte Strecke, die

Jadranska Magistrale nach zu denken.

Wir verbringen drei volle Tage in Rovinj.

Beherbergt auf der Roten Insel (Creveni

Otok) und im Hotel Istra. Das ist eines der

meistgebuchtesten Hotels dieser Welt.

Die Motorräder parken wir entspannt auf

einem bewachten Parkplatz auf dem Festland

und nur das Fährboot verbindet uns

damit. Am zweiten Tag verabschieden wir

uns von einem unserer Freunde. Hans, er

muss nach Hause. Von dort geht es für

ihn in einen Flieger in die Türkei und dann

auf eine Schifffahrt, eine Kreuzfahrt für

8 Tage. Traurig nehmen wir noch im Hotel

Abschied von ihm.

Wir genießen noch eine Nacht im Hotel,

dann fahren wir in Richtung Heimat. Genauer

gesagt nach Dienten am Hochkönig,

denn dort erwarten uns nach 7 Tagen

Reise erneut zwei befreundete

Motorradfahrer, denen es nicht vergönnt

war, an der Reise teilzunehmen. Wir schlafen

eine Nacht in Dienten in der zu empfehlenden

Ferienwohnung gleichen Namens.

(www.ferienwohnung-dienten.at).

Wir essen zu Abend in einem Gasthaus,

seit unserer Ankunft quälen wir unsere

nicht mitgereisten Freunde mit den

Schwärmereien über die Jadranska Magistrale.

Nach 8 Tagen und knapp 3000

km Wegstrecke ist unser kleines Abenteuer

zu Ende.

Sicher ist nur eines, wir werden es erneut

machen. Eine ähnliche Tour. Denn die

Jadranska Magistrale wird mit Recht vom

ADAC als eine der schönsten Küstenstraßen

dieser Welt gezählt.

22 GS | MOTORRAD MAGAZIN

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BÜCHER

Unsere Zeiten sind geprägt von

kilometerlangen Wanderungen,

um sich selbst zu entdecken

und anschließend zu entfalten.

Meist äußert sich das in Werken, in

denen Sätze wie „zwei Monate per

pedes durch die spanische Hitze“

oder „nie war ich mehr bei mir als in

der Pilgerherberge am Fuß der Pyrenäen“

nicht fehlen dürfen. Psychologische

Erkenntnisse, Blasen und

durchgelaufene Schuhe gehören

heute anscheinend zu einer Reise,

wenn ihre Beschreibung anschließend

den Weg in den Handel finden

soll.

Doch dann ging es nach Kroatien.

Besser gesagt: Armin Würfl, alias

Cubo Bisiani flog auf zwei Reifen in

den Süden und beschloss, den Leser

auf diese Reise mitzunehmen. Ich

selbst habe kein Motorrad und bin hohen

Geschwindigkeiten gegenüber

eher skeptisch. Und ausgerechnet mir

stößt dieses Motorradbuch zu? Wird

es am Ende die schnelle Erleuchtung

mit 200 PS ...? Vor allem: Kann man

überhaupt über eine Motorradreise

schreiben, deren An- und Abreise gar

keine Zeit für philosophische Betrachtungen

lässt? - Man kann!

Bekanntlich war der Autor seit zehn

Jahren PS-abstinent, als 2004 ein Bekannter

meinte: „Lass uns doch mal

was zusammen unternehmen!“ Eine

Motorradreise lag ferner als der

Mond, doch tatsächlich dauerte die

erste Tour gleich drei Tage, und sogar

die Lebensgefährtin des Autors

ließ ihn ziehen. Bald stand schon wieder

eine Maschine in der Garage,

neue Freundschaften ergaben sich.

Nicht lange, und eine Reise zur „Perle

Istriens“, Rovinj, stand auf dem

Programm.

Seitdem gibt es kein Halten mehr. So

oft es Job und Familie zulassen, zieht

es den Autor mit seinen Freunden in

die Ferne. Dieses Gefühl erwartet

man gewissermaßen auch von einem

guten Reisebuch. Die Spezialität jedoch

liegt in der Einladung des Autors

an den Leser, ihn zu begleiten.

Wer endlose Landschafts- und Geschwindigkeitsbeschreibungen

erwartet,

wird angenehm enttäuscht,

denn die beschränken sich auf kurze

Streckenangaben und die Fahrtdauer.

Stattdessen lernt man die Motorradgruppe

nebst Maschinen kennen,

die Eigenarten der Fahrer, ihre Gedanken

und auch ihre Entdeckerlust.

Denn der Höhepunkt jeder Reise ist

nicht das Runterreißen Hunderter von

Kilometern, sondern das Gefühl der

Gratwanderung.

Motorradfahren ist lebensgefährlich,

die Verantwortung den Freunden, der

Familie und dem eigenen Leben gegenüber

zentnerschwer. Entsprechend

präzise sind die Vorbereitungen

des Autors für eine Reise, die im

letzten Moment auch mal verschoben

werden muss, weil eine Benzinleitung

kaputt ist oder heftige Gewitter

die Fahrt zu einer Schlitterpartie

werden lassen.

Endlich angekommen, bricht sich die

Lebensfreude Bahn. In lockeren Passagen

erfährt der Leser, welche Inseln,

Sehenswürdigkeiten und Gepflogenheiten

hin und wieder

liebenswürdig-derb entdeckt werden.

Ein verstecktes Café am Straßenrand;

das ausgezeichnete Lokal in der Nähe

der Unterkunft, in dem man bald auf

Du und Du mit dem Wirt ist; das sonnige

Küstenwetter, das Mühsal und

Sorgen vergessen lässt oder ein Promenadenfest,

bei dem zahlreiche Nationalitäten

zusammen kommen und

sich über Stunden mit Händen und

Füßen verständigen.

Der Autor Cubo Bisiani holt den Leser

ganz nah ins Geschehen und

bleibt lässig, wenn er seine mysteriöse

Begegnung mit dem Dalai Lama

schildert. Kein gekünstelter Satz, keine

hochtrabenden Anschauungen –

Abenteuer Motorradfahren pur, frisch

von der Leber weg.

Dass der Autor sein Handwerk als

Mediengestalter versteht, verdeutlichen

schließlich die kristallklaren,

punktgenau gesetzten Seiten. Dieses

Buch kann man anschauen und lesen,

was bei Bildbänden nicht unbedingt

immer der Fall ist.

Fazit: Dieses Buch macht sich ganz

besonders gut als Geschenk. Motorradfahren

ist Leidenschaft! Am Ende

des Buches hatte ich schwachen Benzingeruch

in der Nase. Vor meinen

Augen lockte die kroatische Küste,

und sogar eine Ahnung des brummenden

Motors klang mir in den Ohren.

Locker, witzig, aus dem Leben

gegriffen fünf Motorradfahrer zu begleiten,

ohne die Couch in der Motorrad

freien Zeit verlassen zu müssen,

ist nicht nur ein Schmankerl für die

Easy Riders unserer Tage.

Michaela Stadelmann

Wunderwald-Verlag

Autor Cubo Bisiani

Der lange Weg nach Kroatien

Motorrad|Spuren 1

ISBN 978 3 9802076 9 0

EUR 22,90 Paperback,

190 Seiten, 170 farbige Fotos.

Erschienen im

Complett-Verlag Passau.

www.motorradspuren.de

FEBRUAR 2012

GS |MOTORRAD MAGAZIN 23


NEWS

Bereits in einer einschlägigen MOTORRAD-Zeitschrift

(01/2012) wurden einige Fotos der neuen R 1250 GS

veröffentlicht. Der Erlkönig wurde dabei auf Cran Canaria

ertappt. Den Bildern ist zu entnehmen, daß die GS

einen fertigen Eindruck hinterlässt und auch die normalerweise

bei Erlkönige vorhandene Tarnung ist kaum mehr

vorhanden. 2013 soll die neue 1250 GS den Motorradhimmel

erklimmen.

Zweifel entstehen kaum, denn die GS sieht sich wachsender

Konkurrenz gegenüber. Triumph Tiger Explorer 1200

oder Honda‘s GS Replica namens Crosstourer sind die

durchaus ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem Motorradmarkt.

Ebenfalls nicht zu vergessen, die Ducati Multistrada

1200, die Yamaha Superténeré. Die eher sportlich

ausglegte österreichische Gegenstück, die KTM 990 Adventure

und Exoten wie die Moto Guzzi Stelvio gibt es

ebenfalls noch. Es ließen sich noch einige in die Reihe einfügen.

In die (fast) gleiche Presche schlagen dieKawasaki

Versys 1000 und die Triumph Tiger 1050. Letztere sind jedoch

eher auf den Straßenbetrieb konzipiert als die GS.

Der „Erlkönig“ a

Die R 1250 GS soll mit einer elektronischen (ride by wire)

Drosselklappe zurecht kommen. Das neu entwickelte Abblendlicht

ist auf den Bildern deutlich zu erkennen. Ob ein

neues Fahrwerksystem zum Einsatz kommen wird ist noch

unklar. Ein Novum im Motorradbereich wäre ein elektronisches

Fahrwerk, das sich automatisch den unterschiedlichen

Strassenverhältnissen anpasst. Ein solches System

wurde von BMW bereits vor einigen Monaten vorgestellt.

Es ist also sehr wahrscheinlich, daß dieses System bei der

1250 GS eingeführt wird. Schließlich soll die 2013 erscheinende

50 ccm mehr umfassende GS, die gleichen Verkaufserfolge

feiern wie die aktuelle 1200er Ausführung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklung der neuen 1250

GS liegt im Schwerpunkt des Gewichts der Maschine, die

laut BMW möglichst tief liegen soll. Die momentane ältere

Schwester wiegt in der Grundausstattung 229 kg fahrbereit

(ADV 256 kg). Mit Ausnahme der KTM 990 Adventure

(227 kg), wiegt die Konkurrenz schwerer. Dabei stellt

Moto Guzzi mit ihrer Stelvio den schwersten Brocken zur

Verfügung (285 kg) und die Honda Crosstourer mit 275 kg

(mit Dopplungsgetriebe 285 kg) unschwer im Schatten der

Italienerin. Die Tiger Explorer mit 259 kg und die Super Téneré

(267 kg) sind ebenfalls gehörige Bomber.

Man darf also gespannt sein, wie sich die R 1250 GS mit

der Zusatzbezeichnung LC in ihren Verkaufszahlen entwickeln

wird. Recht viel an Optik hat die BMW jedoch nicht

hinzu gewonnen, so hat es zumindest den Anschein. Da

bleiben sich die Bayern treu, wie ihrem Reinheitsgebot.

Den neuen Wasser gekühlten Boxermotor erkennt man auf

den ersten Blick gar nicht. Dem genauen Betrachter dürften

allerdings die fehleden Kühlrippen auf der Rückseite

der Zylinder nicht entgehen. Über die Leistungsfähigkeit

der neuen „Wasser-Q“ darf spekuliert werden. Die Triumph

mangelt aus ihrem Dreizylinder knappe 137 PS. Die Leistung

der BMW 1200 GS LC munkelt man gar auf 147 PS,

was für ihren gedachten Einsatzzweck völlig überzogen

wäre.

Man kann also mit Spannung auf die Präsentation warten.

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NEWS

uf Teneriffa BMW 1250 GS LC

Fotos/Quelle: advrider.com

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GS |MOTORRAD MAGAZIN

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NEWS

Ser

BMW 650 GS


26 GS |MOTORRAD MAGAZIN

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NEWS

Mit der neuen BMW G 650 GS Sertão

schreibt BMW Motorrad die Geschichte

der Einzylinder innerhalb der BMW GS Familie

um ein weiteres, sportives Kapitel

fort. Begeistert bereits die G 650 GS mit

einer schlanken, drahtigen Offroad-Statur,

so präsentiert sich die G 650 GS Sertão

noch sportlicher, geländetauglicher und

abenteuerlustiger. All dies freilich, ohne

auf die etablierten Tugenden einer BMW

Einzylinder Enduro wie Allroundtauglichkeit,

attraktives Preis-Leistungsverhältnis

und spielerische Fahreigenschaften zu

verzichten.

Geländetauglicheres Fahrwerk, optimierte

Tourentauglichkeit und dynamisches

Design.

Technisch vertraut die neue G 650 GS Sertão

auf den flüssigkeitsgekühlten, drehmomentstarken

Einzylinder-Motor der G

650 GS mit zwei obenliegenden Nockenwellen,

Kraftstoffeinspritzung und Doppelzündung.

Er verfügt über ein Hubvolumen

von 652 cm3, leistet 35 kW (48 PS) bei 6

500 min-1 und entwickelt ein maximales

Drehmoment von 60 Nm bei 5 000 min-1.

Als Sonderzubehör wird zudem eine Leistungsreduzierung

mit 25 kW (34 PS) bei

6 500 min-1 sowie 47 Nm Drehmoment

bei 4 500 min-1 angeboten.

Wurde das Fahrwerk der G 650 GS mit

Schwerpunkt auf den Landstraßenbetrieb

und leichte Geländeeinsätze entwickelt,

so bietet die Sertão im Hinblick auf die

Offroad-Tauglichkeit ein deutliches Plus

durch längere Federwege sowie eine

straffere Abstimmung. Ergänzend dazu ist

sie mit Drahtspeichenrädern ausgestattet.

Das neue Farbkonzept unterstreicht ebenfalls

den dynamischen Charakter der Einzylinder-Enduro.

Die wesentlichen Merkmale der neuen

BMW G 650 GS Sertão im Überblick:

•Durchzugsstarker und verbrauchsarmer

Einzylindermotor mit 652 cm3 Hubraum.

Maximales Drehmoment 60 Nm bei 5 000

min-1 und maximale Leistung 35 kW (48

PS) bei 6 500 min-1. Leistungsreduzierung

auf 25 kW (34 PS) verfügbar.

•Offroad-taugliches Fahrwerkskonzept

mit langen Federwegen (vorne/hinten 210

mm).

•Drahtspeichenräder mit Leichtmetallfelgen.

Radgrößen 21“ vorne und

17“ hinten.

•Dynamisches Farbkonzept in Auraweiß

uni/ Arroyoblau uni mit Sertão-Schriftzug

und Sitzbank in schwarz/grau.

•Gepäckbrücke in schwarz.

•Verlängerung Vorderradkotflügel oben.

•Zwei Sitzhöhen: 860 mm (Serie) sowie

900 mm (Sonderzubehör).

•Hohes Windschild.

•Handprotektoren.

•Motorschutz aus Aluminium.

•Abschaltbares BMW Motorrad ABS

(Sonderausstattung ab Werk).

•Umfangreiches Sonderzubehörangebot.

o

FEBRUAR 2012

GS |MOTORRAD MAGAZIN

27


TECHNIK

BMW: Semiaktive Fahrwer

Motorräder durch innovative Entwicklungen

besser und sicherer machen und zugleich

die Freude am Motorradfahren steigern

– so lautet seit Jahrzehnten eine der

Kernkompetenzen von BMW Motorrad.

Als Technologieführer präsentiert BMW

Motorrad mit hoher Schlagzahl neue Lösungen,

die in der Regel schon kurze Zeit

später aus dem Serienmotorradbau nicht

mehr wegzudenken sind. Nun kündigt sich

ein neuer Entwicklungsschritt an: das semiaktive

Fahrwerksregelsystem Dynamic

Damping Control, kurz DDC.

BMW Motorrad – Kompetenz in Sachen

Fahrwerksinnovation und Regelsysteme.

Bereits im Jahr 1986 setzte BMW Motorrad

mit der Einführung der Paralever-Hinterradschwinge

einen fahrwerkstechnischen

Meilenstein, der für eine deutlich

bessere Hinterradführung und Kraftübertragung

sorgte. 1993 ging in der damals

neuen Boxer-Baureihe erstmals eine Vorderradführung

in Serie, welche die Aufgaben

von Federung und Dämpfung von

denen der Radführung trennt – der Telelever.

Einen weiteren revolutionären

Schritt in der Fahrwerkstechnik stellte die

2005 lancierte, extrem verwindungssteife

Duolever-Vorderradführung dar. Auch bei

der Antriebsregelung konnten die Motorradfahrer

früh von bahnbrechenden Innovationen

profitieren. 1988 präsentierte

BMW Motorrad mit der Einführung des

ABS in der BMW K1 das erste serienmäßige

AntiBlockier-System für Motorräder.

Seit 2007 verhindert die Antriebsschlupfregelung

ASC (Automatic Stability Control)

ein unkontrolliertes Durchdrehen des

Hinterrads. Es folgte 2009 die dynamische

Traktionskontrolle DTC (Dynamic Traction

Control), die bei der Regelung des Antriebsschlupfes

erstmals bei einem Serienmotorrad

auch die gefahrene Schräglage

mit einbezog.

In Sachen Fahrwerksregelsysteme legte

BMW Motorrad ebenfalls immer wieder

vor. So hielten im Jahr 2004 mit dem elektronisch

einstellbaren Fahrwerk ESA (Electronic

Suspension Adjustment) erstmals

vom Fahrer via Knopfdruck justierbare Federelemente

im Serienbau von Motorrädern

Einzug. Das Nachfolge-System ESA

II ging im Jahr 2009 noch einen Schritt

weiter und gestattete es erstmals, auch

die Federrate zu variieren. Der logische

nächste Schritt: Semiaktive Fahrwerkssteuerung.

Der logische nächste Schritt

bei der Entwicklung von Fahrwerksund

Regelsystemen zeichnet sich

deutlich ab. Mit der automatischen

Anpassung der Federelemente an

unterschiedliche Einsatzbedingungen

wie etwa wechselnde Fahrbahnbeschaffenheit

oder bestimmte

Fahrmanöver wird die nächste

Evolutionsstufe erreicht. BMW Motorrad

verwirklicht sie in der Dynamic

Damping Control DDC.

Analoge Technologien kommen im

BMW PKW-Bereich, beispielsweise

im BMW M3 und BMW M5, seit

Jahren erfolgreich zum Einsatz.

Hieraus ergaben sich wertvolle

Synergieeffekte für die hausinterne

Entwicklung. Die Herausforderung

lag in der Adaption des Systems an

die Anforderungen der Motorrad-

Fahrphysik und der Integration in

die entsprechenden Regelsysteme.

Die Evolution: Von ESA II zu DDC.

Einen deutlichen Fortschritt bei der

Anpassung an unterschiedliche Beladungszustände

und Fahrbahnbeschaffenheiten

markierte BMW Motorrad

mit der Einführung des

elektronisch einstellbaren Fahrwerks

ESA II (Electronic Suspension Adjustment).

Es ermöglicht dem Fahrer,

eben der Dämpfung der beiden Federbeine

von Duolever/Telelever vorn und Paralever

hinten auch die Federrate des hinteren

Federbeins und damit sozusagen die

„Härte“ der Feder bequem per Knopfdruck

einzustellen. Die anwählbaren Kennlinien

für Federung und Dämpfung erlauben

eine bisher unerreichte Anpassung der

Fahrwerkabstimmung an die Fahrbahnbeschaffenheit

sowie auch an die Beladung

bei höchstem Bedienkomfort.

In Verbindung mit den drei möglichen Abstimmungsmodi

„Comfort“, „Normal“ und

„Sport“ erschloss ESA II damit eine neue

Dimension von Fahrstabilität bei bestem

Ansprechverhalten in allen Fahr- und Beladungszuständen.

ESA II war in dieser

Form das für Motorräder weltweit erste

System einer elektronischen Fahrwerkseinstellung

mit so weitreichenden Einstellmöglichkeiten.

Mit dem Ziel, ein nochmals stabileres und

damit sichereres Fahrverhalten zu erreichen,

geht die Dynamic Damping Control

DDC erneut einen Schritt weiter. Bei der

DDC handelt es sich um ein semiaktives

Fahrwerkssystem, das automatisch sowohl

auf Fahrmanöver wie Bremsen, Beschleunigen

oder Kurvenfahren als auch

auf die Fahrbahnbeschaffenheit reagiert

und die Dämpfung anhand sensorisch ermittelter

Parameter über elektrisch angesteuerte

Proportional-Dämpferventile situativ

richtig einstellt.

Die DDC ist über den CAN-Bus mit der

Traktionskontrolle DTC sowie dem ABS

vernetzt. Das System erkennt etwaige Regelaktivitäten

der anderen Systeme und

steuert die Dämpfung adaptiv nach den

Erfordernissen an. Abhängig davon, ob

es sich um einen Ein- oder Ausfedervorgang

handelt, erfolgt eine getrennte Ansteuerung

von Zug- und Druckstufe der

Dämpfung.

Die Justierung der Dämpfung erfolgt über

ein elektrisch angesteuertes Proportional-

Dämpferventil, bei dem ein Ringspalt und

damit der Durchflussquerschnitt für das

Dämpferöl verändert wird. Durch die umgekehrt

proportionale Änderung von

Fließgeschwindigkeit und Druck wird die

Dämpfungskraft innerhalb weniger Millisekunden

an die neuen Gegebenheiten

angepasst.

28 GS |MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


TECHNIK

kstechnik für die Zukunft.

Bei der Dynamic Damping Control DDC

kommen im Gegensatz zu ESA II keine

Kennlinien, sondern Kennfelder zum Einsatz,

die innerhalb eines definierten Bereichs

die optimale Dämpferabstimmung

bereitstellen. Über drei per Knopfdruck

anwählbare Kennfelder für die Grundabstimmungen

„Comfort“, „Normal“ und

„Sport“ ermöglicht auch dieses System

es dem Fahrer, mit seiner individuell bevorzugten

Abstimmung zu fahren. Wie

von ESA II bereits bekannt, wird die angewählte

Abstimmung in der Instrumentenkombination

angezeigt. Analog zu ESA

II bietet auch die DDC eine variable Federrate.

DDC Wirkungsweise im Fahrbetrieb. Die

Vorteile werden anhand einiger anschaulicher

Beispiele für bestimmte Fahrsituationen

schnell deutlich. Vor Antritt der

Fahrt wird mit dem Einschalten der Zündung

zunächst der Systemcheck und der

Informationsfluss von Motorsteuerung,

ABS Steuergerät, Sensorbox (DTC) sowie

den Federwegsensoren zum Dynamic

Damping Control (DDC) Steuergerät aktiviert.

In der Bei der Dynamic Damping

Control DDC kommen im Gegensatz zu

ESA II keine Kennlinien, sondern

Kennfelder zum Einsatz, die innerhalb

eines definierten Bereichs die optimale

Dämpferabstimmung bereitstellen.

Über drei per Knopfdruck anwählbare

Kennfelder für die Grundabstimmungen

„Comfort“, „Normal“ und

„Sport“ ermöglicht auch dieses System

es dem Fahrer, mit seiner individuell

bevorzugten Abstimmung zu

fahren. Wie von ESA II bereits bekannt,

wird die angewählte Abstimmung

in der Instrumentenkombination

angezeigt. Analog zu ESA II bietet

auch die DDC eine variable Federrate.

DDC Wirkungsweise im Fahrbetrieb.

Die Vorteile werden anhand einiger

anschaulicher Beispiele für bestimmte

Fahrsituationen schnell deutlich.

Vor Antritt der Fahrt wird mit dem

Einschalten der Zündung zunächst

der Systemcheck und der Informationsfluss

von Motorsteuerung, ABS

Steuergerät, Sensorbox (DTC) sowie

den Federwegsensoren zum Dynamic

Damping Control (DDC) Steuergerät

aktiviert. In der Instrumentenkombination

erscheint dazu eine

entsprechende Anzeige.

Beim Anfahren werden die Ventile des

vorderen und hinteren Dämpfers ab einer

einstellbaren Mindestgeschwindigkeit nur

gering angesteuert (Bestromung). Beschleunigt

der Fahrer, etwa am Ortsausgang,

wird das Ventil des hinteren Federbeins

aufgrund der geänderten

dynamischen Radlastverteilung sowie des

Antriebsmoments stärker angesteuert.

Erst mit Erreichen der Zielgeschwindigkeit

geht die Ansteuerung des Ventils auf

ihren Ausgangswert (geringere Bestromung

als während des Anfahrens) zurück.

Hierbei erfolgt der Informationsfluss vom

Gasdrehgriff über die Motorsteuerung an

das DDC Steuergerät und von dort weiter

zu den Dämpferventilen.

Beim Durchfahren einer Wechselkurve

wird die Ansteuerung beider Dämpferventile

– ausgehend von der geringen Bestromung

– mit zunehmender Schräglage bis

zum Scheitelpunkt erhöht. Beim Wiederaufrichten

des Fahrzeugs zwischen den

beiden Kurven geht die Ansteuerung beider

Dämpferventile mit abnehmender

Schräglage kontinuierlich auf den ursprünglichen

Bestromungswert zurück.

Sobald der Fahrer die zweite Kurve einleitet,

nimmt die Ansteuerung wieder proportional

zum Neigungswinkel zu und

vom Scheitelpunkt an wieder ab. Hierbei

erfolgt der Informationsfluss von der Sensorbox

(DTC) an das DDC Steuergerät und

von dort weiter zu den

Dämpferventilen.

Beim Anbremsen – etwa eines Bahnübergangs

– nimmt die Ansteuerung des vorderen

Dämpferventils proportional zur

Verzögerung zu, so dass während des

Bremsvorgangs die Dämpfungskräfte und

damit die Fahrstabilität erhöht werden. Die

Dynamic Damping Control DDC berücksichtigt

hierbei sowohl die dynamische

Phase des Bremsvorgangs bis zum Erreichen

konstanter Verzögerung und Radlastverteilung

als auch die sich anschließende

statische Phase.

Mit dem Erreichen der angepassten Geschwindigkeit

– hier für das Überfahren

des Bahnübergangs – geht die Bestromung

und damit die Ansteuerung auf den

Basiswert zurück. Dabei erfolgt der Informationsfluss

von der Handbremspumpe

am Lenker zum ABS und von dort über

das DDC Steuergerät zu den Ventilen.

Beim Überfahren des Bahnübergangs -

hier stellvertretend für alle Arten von Unebenheiten

in der Fahrbahn - werden die

Ventile des vorderen und hinteren Dämpfers

proportional zum jeweiligen Einfederweg

angesteuert (bestromt). Der Informationsfluss

erfolgt dabei ausgehend von

den Federwegsensoren vorne und hinten

über das DDC Steuergerät an die Ventile.

Wird das Motorrad anschließend zum

Stillstand gebracht, werden die Ventile zunächst

so wie bei dem bereits beschriebenen

Bremsvorgang angesteuert. Erst

mit Erreichen des Stillstands wird die Bestromung

und damit die Ansteuerung der

Ventile deaktiviert. Die Vorteile der Dynamic

Damping Control DDC liegen auf der

Hand:

Das System wertet in kürzester Zeit eine

Vielzahl von Informationen aus und wählt

die situativ richtige, hochpräzise Fahrwerkseinstellung.

Hieraus resultiert

ein deutlicher Zugewinn an aktiver Fahrsicherheit,

Bedienkomfort – und nicht zuletzt

an Fahrspaß.

Das Federungs-Dämpfungs-System DDC

wird in naher Zukunft Einzug in die ersten

Serienmodelle von BMW Motorrad halten.

FEBRUAR 2012

GS |MOTORRAD MAGAZIN 29


EVENTS

5. BMW Motorrad GS Challenge 2012.

Abenteuer und Kräftemessen im Schwarzwald.

München. Vom 14. bis 17. Juni 2012 startet im Rahmen des

Touratech Travel Event 2012 in Niedereschach im Schwarzwald

die fünfte Auflage der BMW Motorrad GS Challenge Germany.

Dabei geht es für die 200 Teilnehmer bei

dieser Veranstaltung nicht um Tempo,

Risiko und Rekorde, sondern um Geschicklichkeit,

Orientierungsvermögen,

Teamfähigkeit und das gemeinsame Erleben

der BMW GS Motorräder. Zwei

Tage lang gilt es, bei spannenden Geschicklichkeitsprüfungen

mit und ohne

Motorrad zu bestehen und auf verwinkelten

Roadbook-Strecken Navigationstalent

zu beweisen. Darüber hinaus

steht auch die 5. BMW Motorrad GS

Challenge 2012 für unvergessliche

Abende mit Gleichgesinnten.

Im Rahmen der 5. BMW Motorrad GS Challenge werden auch

die drei deutschen Teilnehmer für die BMW Motorrad International

GS Trophy 2012 ermittelt. Bei diesem Event werden sich

2012 erneut die besten Amateurfahrer aus Europa und Übersee

treffen. Acht Tage lang werden sie dabei Motorradabenteuer

und Teamgeist auf spektakulärem Terrain erleben.

Die Teilnahme an der BMW Motorrad GS Challenge Germany

ist mit jeder auf der Straße zugelassenen

BMW Enduro mit Ausnahme der Sportenduro

G 450 X möglich. Die Teilnehmerzahl

bei der 5. GS Challenge ist auf

200 Fahrerinnen und Fahrer begrenzt.

Die Startgebühr beträgt 280,00 Euro inkl.

19 % MwSt.. Darin enthalten sind Abendessen

und Frühstück an drei Tagen, je

ein Lunchpaket an den beiden Fahrtagen,

Camping- und Sanitäreinrichtungen

sowie technischer Support (ohne Ersatzteile

und Inspektion).

Nähere Informationen zur Teilnahme sowie

die Anmeldung finden sich auf www.gs-challenge.de.

Impressionen von der diesjährigen BMW Motorrad GS Challenge

gibt es im Touratech Web-TV unter www.touratech-video.de

unter der Rubrik „INSIDE“.

BMW Motorrad Days

06.Juli.2012 - 08.Juli.2012

Motorrad Days in Garmisch Wo bekommen Sie mehr Stunts

zu sehen als in einem Action-Film? Wo treffen Sie sonst

noch auf 35.000 Gleichgesinnte aus aller Herren Länder?

Und wo ist – neben tausenden Fans – auch die komplette

BMW Motorrad Modellpalette

vertreten?

Genau: auf den BMW

Motorrad Days!

So stellen wir für den

6. Juli bis 8. Juli in Garmisch-Partenkirchen

ein Programm auf die

Räder, das ebenso

vielfältig wie erstklassig

ist. Von Autogrammstunden

mit

den Superbike-WM-

Stars über Schnupperfahrten

ohne Führerschein

bis zu

spektakulären Shows

dreht sich alles um‘s

Motorrad. Und auf

dem dreht sich Chris

Pfeiffer! So zeigt der vierfache Stuntriding Weltmeister, was

man auf zwei Rädern so alles anstellen kann – nachmachen

unmöglich!

Sie möchten selbst Ihre Fahrkünste unter Beweis stellen?

Nichts einfacher als das. Also raus aus dem Alltag – und

rein in den Schlamm! Im Enduro Park am Hausberg können

Sie an Ihre Grenzen gehen und zeigen, was Sie auf einem

echten Top-Modell wie

der R 1200 GS alles

drauf haben. Wenn Sie

es gern entspannter

wollen: Dann erkunden

Sie doch auf einer geführten

Motorrad-Tour

die beeindruckende

Berglandschaft rund

um Garmisch-Partenkirchen.

Touring-Fans

kommen auch sonst

voll auf Ihre Kosten.

Bis in die frühen Morgen-

stunden geben

musikalische Live-Acts

und DJs eine Antwort

auf die Frage, warum

die Partys auf den BMW

Motorrad Days so legendär

sind. Sie finden

es heraus wenn Sie mit dabei sind. Wir freuen uns auf Sie!

Ihr BMW Motorrad Team

30 GS |MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


EVENTS

28.09. - 30.09.

BMW BikerDays Croatia

28. September - 30. September 2012

2012

BMW

BikerDays

CROATIA

ROVINJ

YOUR WELCOME!

bmw-bikerdays.com

TOMIÆ & Co.

Sonne, Meer und kurz vor dem Saisonabschluss ein Motorradtreffen

als großes Event?

Was für viele Biker wie ein Wunschtraum klingt, wird im kommenden

Spätsommer wahr.

Am letzten Wochenende im September, also vom 28. bis 30.9.2012,

werden in Rovinj die ersten BMW BikerDays Croatia stattfinden. Auf

einem großen Areal sollen mehrere Attraktionen nicht nur aber vor

allem für Freunde der bayerischen Motorradmarke geboten werden.

Neben zahlreichen Reisevorträgen und abwechslungsreicher

Livemusik werden auch die Freunde akrobatischer Stunt-Einlagen

auf ihre Kosten kommen.

Momentan laufen die Planungen und Vorbereitungen für dieses

Event an der Adriaküste. Armin Würfl, bekannt von seinen Touren

„Long Way To Croatia“ und der gleichnamigen Website wird als Geschäftsführer

der extra für dieses Vorhaben gegründete „MotorTurist

d.o.o.“ zusammen mit lokalen Event-Fachleuten für ein Highlight

zum Saisonabschluss sorgen. Neben dem kroatischen

Importeur für BMW-Motorräder, der Fa. TOMIC in Zagreb, hat auch

der Hotelkonzern Maistra (www.maistra.hr) seine Unterstützung zugesagt.

Nähere Informationen insbesondere zum Programm und den Anmeldemöglichkeiten

folgen demnächst. Bereits jetzt empfiehlt es

sich aber, für das letzte Wochenende im September 2012 einen gut

sichtbaren Hinweis auf die BMW BikerDays Croatia im eigenen Kalender

zu notieren.

motofair Motorradmesse 2012

Bayerns einziges kostenloses Messehighlight dieser Art!

Länger, größer und noch interessanter...

...das ist das Motto, unter das der Veranstalter

Mike Weber die zweite Auflage dieses

Messe-Events gestellt hat: „Aufgrund

des unerwartet großen Erfolges der letzten

Messe war es für uns natürlich keine

Frage, dass es weitergeht. Und dieses Mal

geben wir noch mehr Gas: die Ausstellerzahl

in der Messehalle hat sich mehr als

verdoppelt, wir holen alle wichtigen Motorradmarken

nach Reichertshofen, es

wird auch einige Zubehörverkäufer geben

und natürlich werden wir auch wieder einige

Besonderheiten unter unseren Ausstellern

haben, von der Sattlerei über den

Tättowierer bis hin zur Airbrusherin. Und

was uns das Wichtigste ist: für die Besucher

ist und bleibt die motofair komplett

kostenlos!“.

Das besondere Konzept an der Reichertshofener

Motorradmesse: es handelt sich

hierbei nicht um eine reine, trockene Ausstellung

für Motorradfreaks, sondern es

wird wieder ein Event für die gesamte Familie.

Es gibt einen Biergarten, einen großen

Kinderfunpark mit Hüpfburgen und

Mini-Quad-Parcours, durchgehend Livemusik,

und ganz neu: eine Show-Area im

Außenbereich! „Hierfür lässt die Firma

Mayer Classic Cars & Bikes aus Ingolstadt

extra aus Ungarn einen Stuntfahrer einfliegen,

der am ersten Messetag insgesamt

zwei Vorführungen machen wird“,

lächelt Weber. Und auch der gute Zweck

darf nicht fehlen - auch im nächsten Jahr

unterstützt die motofair wieder das „Powerhearts-Projekt“,

das schwerstkranken

Kindern lebensrettende Behandlungen ermöglicht.

Powerhearts-Gründer Ritchie

Newton wird wieder extra für die motofair

aus Thailand anreisen und mit den Besuchern

über seine ergreifende Geschichte

und die Erfolge seines Projekts

sprechen. Auch die Hauptbühne hinter

der Paarhalle nimmt an Größe zu und präsentiert

nicht nur tagsüber während der

Messe durchgehend leichte Livemusik,

sondern bietet den Besuchern am Samstagabend

eine Rockparty vom Feinsten

mit internationaler Besetzung: „Wir scheuen

dieses Jahr keine Kosten und holen die

nach Deutschland,

die weltweit als beste KISS-Tribute-Band

gilt! Das heisst die gleiche Show, die gleichen

Kostüme und natürlich auch die gleiche

Musik. Wir waren erstaunt als wir die

Jungs zum ersten Mal gesehen haben.

Wenn man es nicht besser wüsste, würde

man denken, da stehen die echten KISS

auf der Bühne“ sagt Weber, der selbst Musiker

in der regionalen Rockband „Social

Impact“ ist.

Die motofair Motorradmesse findet am 5.

und 6. Mai 2012 für die Besucher kostenlos

in der Paarhalle in Reichertshofen statt,

Information unter www.motofair.de.

FEBRUAR 2012

GS |MOTORRAD MAGAZIN

31


REISE

Oliver Neu &

Christiane Franz

von

www.4SeasonsRider.com

Erst Ende 2009 haben wir, Oliver(39)

und Christiane(37) aus Berlin, den

Motorradführerschein gemacht.

Seit dem haben wir, bis zum heutigen Tage,

rund 30 tkm auf unseren Motorrädern abgespult.

Wir fahren beide BMW, ich eine

1200GS Bj. 2004 und Christiane eine

650GS Bj. 2001. Für unsere Reisen haben

wir mein Motorrad mit dem Variokoffersystem

von BMW ausgestattet und Christianes

Motorrad mit dem Trax Koffersystem,

da Ihr zu beginn schon klar war, das

Sie sich in naher Zukunft eine neue Maschiene

holen will. Für mein Netbook und

Fotoapparat habe ich mir den Tankruck-

32 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


REISE

sack Trip QL von Bags Connection mit

Quicklocksystem gegönnt.

Nachdem wir in 2010 eine 3 Wöchige

Skandinavientour mit den Motorrädern

gemacht haben, hatten wir uns für 2011

die Südküste Englands vorgenommen.

Gut gerüstet machten wir uns an die ersten

Grobplanungen zur Englandtour

2011 via Googlemaps. Eine erste Grobplanung

der Route erstellt. Dann über Reiseführer

ein paar Eckpunkte zu den Gegenden

herausgesucht und einige Orte

festgelegt, die wir auf der Tour abhaken

wollten.

Die eigentliche Routenplanung habe

Ich sehr oberflächlich gehalten. Unser

Ziel war es möglichst lange entlang der

englischen Küste zu fahren. Wir notierten

uns nur die für uns wichtigsten Städte

und planten immer erst am Abend die

Route für den nächsten Tag. Die Tagesrouten

hab ich dann direkt im Zumo660

geplant. Der Vorteil lag darin, daß wir je

nach Laune des Wetters unsere Strecken

neu definieren konnten. Bei schlechtem

Wetter, absolvierten wir weniger Strecke.

Tagestouren planten wir maximal 100 –

150 Milen am Tag, somit blieb genügend

Zeit für „Sightseeing.“

Wir entschieden uns den westlichen

Punkt Englands als Hauptziel anzufahren.

»Land’s End« so nennt man den

westlichsten Punkt Englands. Nach umfangreichen

Studien von Reiseführern

und im Internet, entschlossen wir uns keine

Hotels vorab zu buchen. In England

so hieß es, ist Bed & Breakfest (kz. B&B)

nirgendwo ein Problem, aus diesem Grunde

haben wir diesmal auf ein Zelt und

Schlafsäcke verzichtet. Man sollte nur

das typisch Englische Wetter bedenken,

was einen immer ereilen kann. Deshalb

haben wir unsere Regenkleidung griffbereit

am Motorrad verstaut.

Samstag am frühen morgen starteten

wir in Richtung England. Von Berlin in

Richtung Düsseldorf. Dort nächtigten wir

und fuhren über Holland und Belgien

nach Calais. In Calais erworben wir zwei

Fährtickets und bei Dämmerung waren

wir schon in der englischen Stadt Dover.

Prompt verfuhren wir uns, denn der

Linksverkehr ist für uns erst gewöhnungsbedürftig,

noch dazu mit dem Motorrad.

Anweisungen des Naviationsgerätes

und die ersten Meter im

Linksverkehr sind keine gute Kombination.

Die unfreiwillige Runde um Dover vermerkten

wir in unserem Logbuch als

Übungsfahrt.

Nach einer Nacht im County Hotel in der

Nähe des Hafens von Dover, stand am

nächsten Tag die erste Stadt, namens

Brighton auf unserer „Städtliste“. Aber

erst nach einem ausgiebigen „English

Breakfast“, welches aus Eiern, Speck,

Würstchen, Bohnen,Pilzen und Toastbrot

bestand. Das Frühstück bekommt man eigentlich

immer und überall serviert. Am

frühen Vormittag, verließen wir Dover

und folgten der Küstenstraße nach

Brighton, vorbei an den White Cliffs. Diese

sind vergleichbar mit den Kreidefelsen

auf Rügen. Die Straße hatte es in

sich, gerade so breit das zwei Autos aneinander

vorbeikommen und Steigungen,

sowie Gefälle von bis zu 20%. „Kurven-

Nicht immer geht alles

reibungslos von

statten Manchmal

heißt es auch warten. Wie

hier auf das einchecken

bei der Fähre in Calais.

Ankunft in der Hafenstadt

Dover. Das

County Hotel in unmittelbarer

Nähe des Fährhafens

diente als Startpunkt

unserer Reise.

FEBRUAR 2012

GS | MOTORRAD MAGAZIN 33


REISE

kratzen“ nennt man so eine Strecke in

Motorradfahrerkreisen. Sehr gewöhnungsbedürftig,

besonders wenn man

zum ersten mal im Linksverkehr unterwegs

ist, sind die Kreisverkehre in England.

Eigentlich sehen Sie wie normale

Kreuzungen aus, sind aber durch einen,

in der Mitte aufgezeichneten Kreis, als

solches zu Erkennen. Zumindest die Kleineren

in den Orten, während die Großen

fast ausschließlich mindestens 2-Spurig

sind. Die Regel besagt, das man vor der

Einfahrt schon in die Richtung blinkt und

sich einordnet in die man Ausfahren

möchte. Das Bedeutet, wenn ich die 3te

Ausfahrt nehmen will, blinke ich schon

vorher rechts und benutze auch die innere

Spur im Kreisverkehr. Will ich geradeaus

fahren, dann blinke ich garnicht

und bei der ersten ausfahrt blinkt man

links und bleibt auch in der linken Spur.

Wenn man sich daran gewöhnt hat, ist es

ein angenehmes System, da man schon

im voraus sieht, wo ein anderer Verkehrsteilnehmer

hin will. Und so wie Euch

jetzt, ging es uns auch. Voll Konzentriert,

ihr auf den gerade gelesenen Text, wir

auf den Ablauf im Straßenverkehr. Eh

wir uns versahen waren wir schon in

Brighton.

Brighton ist bekannt für seinen Hafen,

dem Pier und auch als Motorrad-

Stadt Englands, zumindest unseren Recherchen

nach. Die klassische

„Touristengegend“ sollte man erlebt haben.

Das Flair des Vergnügungsparks am

Meer hat schon etwas besonderes. Nach

einem herrlichen Motorradfahrer-Tag

checkten wir in eines der Bed & Breakfast

Häuser, Names „The Strawberry Fields“

ein und erkundeten die Innenstadt von

Brighton zum Abschluss des Tages. Der

klassiker „Fish&Chips“ durfte natürlich

auch nicht fehlen.

Von Brighton ging es dann am nächsten

Tag, zügig entlang der Küste nach

Bornmouth. An den Linksverkehr hat man

sich schon gewöhnt. Die Lernphase war

relativ schnell abgeschlossen und man

konnte sich der Umgebung widmen. Nur

wenn man mit dem Kopf nicht ganz dabei

war, dann kann man schonmal auf die falsche

Seite geraten, besonders beim Abbiegen.

Aber wir haben auch die Erfah-

Unsere gefahrene

Route von der Heimat

nach England.

Erster Besichtigungspunkt:

Die „White

Cliffs of Dover“.

34 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


REISE

Kurvenhetzen entlang der Atlantikküste in England!

rung gemacht, das die Engländer wirklich

ruhige Fahrer sind, wir haben in 14 Tagen

keine Hupe gehört und wurden auf

den Straßen sehr zuvorkommend behandelt.

Ich glaube die haben unsere Nummernschlider

gesehen...

Unser geplantes Zwischenziel: Das Titanic

Museum in Southampton. Unsere

Erwartungen wurden enttäuscht. Ein völlig

überzogener Eintritt für ein Mini-Museum,

daß augenscheinlich nur aus einem

einzigen großen Raum bestand. Für ein

solch bemerkenswertes und geschichtsträchtiges

Schiff hatten wir mehr erwartet.

Somit war unser Zwischenziel schnell

vergessen und wir cruisten weiter entlang

der kurvenreichen, allesamt gut

ausgebauten Landstraßen nach Bornmouth.

Am frühen Nachmittag, bedingt

durch die Zeitersparnis von unserem Zwischenziel,

buchten wir uns in eine der

Frühstückspensionen ein. Der Besitzer

hat sogar extra sein Auto umgeparkt, damit

wir die Motorräder sicher und wohlbehütet

in der Auffahrt abstellen konnten.

Er wollte nicht, das die Motorräder

so direkt an der Straße standen.

Zitat:“Nicht das schon einmal etwas passiert

wäre, aber sicher ist sicher.“. Den

Abend liessen wir in einem Steakhouse,

welches zu eine englischen Kette gehörte,

am Strand ausklingen.

Der nächste Tag, selbstverständlich

wieder mit „English Breakfast“, startete

mit Sonnenschein, so daß wir geneigt waren

nur in T-Shirt zufahren, was uns allerdings

dann doch etwas zu gewagt erschien.

Also rein in die Motorradkleidung

und ab auf die GS in Richtung Dartmoor

Nationalpark. Mit Einfahrt in den Nationalpark

wurde es auch für Motorradfahrer

ansprechend. Tolle kurvige Straßen

durch die Wälder und die Berge hinauf.

Mit kleinen Zwischenstops sind wir dann

am frühen Nachmittag in Ashburton, am

Rand des Nationalparks angekommen.

Dort zeigte sich dann auch, das man wirklich

keines der Bed & Breakfast-Häuser

vorab reservieren muss. Im ersten der

Häuser hatten wir Pech, es war ausgebucht.

Auch die nächste Pension, die einer

netten britischen Dame gehörte, war

belegt. Ihr Nachbar, er hiess Adrian, wie

wir als erstes erfuhren, der zufällig bei

Ihr zu Besuch war, nahm uns dann für

zwei Nächte bei sich auf. Er hat sein Dachgeschoß

ausgebaut und vermietet ein

schönes Doppelzimmer und ein Einzelzimmer.

Nach drei Tagen Motorradfahren,

entschieden wir uns für den nächsten

morgen für einen Wandertag durch den

Dartmoor Nationalpark. Im Parkgebiet

gibt es eine große Auswahl an malerischen

Flussläufen und imposanten Wasserfällen.

Das Wasser des zum National

Trust gehörenden Lydford Gorge zwängt

sich zum Beispiel durch einen schmalen

Spalt und wirbelt von da hinab in The

Devil‘s Cauldron. Bemerkenswert ist auch

der am Westrand des Parks befindliche

Wasserfall The White Lady, ein 30 Meter

hoher Vorhang aus weißem Wasserschaum.

In den Monaten August und September

färben gelber Ginster und violettes

Heidekraut die Landschaft.

Für Wanderer, vor allem für solche, die

sich auf das Lesen von Karten verstehen,

sind die Möglichkeiten immens. Die vom

Park-Ranger-Service betreuten Wege addieren

sich zu einer Gesamtlänge von 740

Kilometer. Außerdem ist ja auch das oorland

selbst der Öffentlichkeit zugänglich.

Nach gut 7 Stunden zu Fuss und durch-

Britische Rindviecher auf der Straße in Snowdownia! Hier heißt es aufpassen.

FEBRUAR 2012

GS | MOTORRAD MAGAZIN 35


REISE

hin sichtbar ist der etwa 2

Kilometer südlich gelegene

Longship Leuchtturm,

der auf einer vorgelagerten,

aus Quarzit und Serpentinit

bestehenden Insel

gelegen ist.

Die Landzunge „Lands

End“ ist mit Souvenir- und

Imbissläden touristisch

voll erschlossen. Als Motorradfahrer

haben wir

festgestellt, das wir nicht

überall Parkgebühren

zahlen mussten. Oft wurden

wir vom Parkplatzpersonal

durchgewunken und

konnten kostenfrei parken.

Nach einem Rundgang

auf Lands End, konnten

Wir nicht widerstehen

und machten unsere erste Erfahrung mit

einer klassischen englische Speise, namens

Cornisch Pasty. Eine Blätterteigtasche,

gefüllt mit Rinderfleisch und Kraut.

Es schmeckte uns so vorzüglich daß wir

künftig immer wieder als Zwischenmahlzeit

uns ein Cornisch Pasty teilten. Am selben

Tag sind wir noch weiter entlang der

malerische Atlantikküste bis St. Ives gefahren.

St. Ives wird auch als die „cornische Riviera“

bezeichnet. Man fühlte sich wirklich,

wie an der Riviera, bedingt durch die

vielen Palmenbeflanzungen an den Straaus

englandtypisch beginnend

bei Regen, sind wir

dann wieder bei Adrian angekommen.

Bei Ihm haben

wir dann auch erfahren,

das die „BridlePaths“ eigentlich

Reitwege sind.

Uns waren Sie sogar stellenweise

angenehmer zu

laufen, da sie nicht befestigt

sind, im Gegensatz zu

den gut ausgebauten

Wanderwegen. An diesem

Abend waren wir dann in

einem ortsansässigen Pub

zu Abend essen. Ich wäre

ohne Christiane wohl verhungert,

da ich nicht wusste,

das man Getränke und

Speisen üblicher Weise an

der Theke bestellt und

gleich bezahlt. Die Einheimischen im Pub,

hatten noch versucht, die Wirtin zu überreden,

uns von allen Biersorten eine keline

Probe zuzugestehen, da wir überhaupt

keine Ahnung hatten, in welche

Geschmacksrichtung die Ganzen Ales gingen.

Hat aber leider nicht funktioniert,

also haben wir uns für die Hausmarke

entschieden, was sehr süffig war.

Am nächsten Tag haben wir uns auf den

gut ausgebauten und vor allem kurvigen

Straßen, die durch den Dartmoor Nationalpark

führen, Richtung „Lands End“

als Etappenziel begeben. In der Nähe von

Traditionelles Hotel zum Wandern, Klettern, Kajak und Radfahren in Snowdonia

- aber auch für Motorradfahrer.

Penzance, Cornwall gelegen, ist eine Ortschaft

und die gleichnamige Landzunge.

Die Spitze der Landzunge ist der westlichste

Punkt Englands auf der Hauptinsel

Großbritanniens. Etwa 40 Kilometer

südöstlich befindet sich auf der Halbinsel

The Lizard der Lizard Point, der südlichste

Punkt Großbritanniens, quasi in

direkter Nachbarschaft. Die etwa 45 Kilometer

südwestlich von Land‘s End gelegenen

Scilly-Inseln sind der westlichste

Punkt Englands. Bei klarem Wetter sind

sie von der etwa 60 Meter hohen Klippe

über dem Atlantik aus zu sehen. Weiter-

Bedrohliche Wolken in Richtung Dartmoor

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FEBRUAR 2012


REISE

Autor Oliver Neu vor dem längsten europäischem Städtenamen

FEBRUAR 2012

GS | MOTORRAD MAGAZIN 37


REISE

ßenrändern von St. Ives. Auch der Wettergott,

meinte es gut mit uns – warm und

mild empfing uns das Wetter. St. Ives bietet

auch einen kleinen, hübschen alten

Hafen. Bankholiday nennt man einen

„freien“ Montag in England. Bedingt

durch dieses bevorstehende Brückenwochenende

nutzten viele Engländer das

milde Kilma von St. Ives und besuchten

auch dessen Hafen, der sich uns völlig

überfüllt präsentierte. Dennoch entschlossen

wir uns ein Fischlokal auf zu

suchen. Nicht ohne die schmerzliche Erfahrung

machen zu müssen, daß wir eine

geschlagene Stunde warten mussten, ehe

wir in den Genuss, des köstlich zubereiteten

Fisch kommen konnten.

Die letzte Möglichkeit am westlichsten Punkt Großbritanniens sich zu „erfrischen“.

Nach einer erholsamen Nacht, sollte Bideford

unser Endziel sein. Nicht ohne Zwischenstop

in Tintagle und Clovally. In

Tintagle bestaunten wir eine alte Burgruine,

inclusive der schönen Steilküste.

Clovally, ein Örtchen am Fuße der Klippen,

erreicht man allerdings nur zu Fuß.

Öffentlicher Verkehr ist in dem Örtchen

verboten. Unsere BMW‘s fanden einen sicheren

Stellplatz auf dem öffentlichen

Parkplatz. Das parken vor dem Örtchen

ist kostenfrei für Motorräder, aber man

muss 6 Pfund Eintritt bezahlen um in die

Ortschaft zu gelangen. Ein 800 Meter langer

Weg mit Kopfsteinpflaster führt nach

unten zum Hafen, wo man eine Kaimauer

aus dem 14. Jahrhundert findet. Außerdem

gibt es in dem Dorf zwei Kapellen,

Restaurants sowie Souvenirläden und

Kunsthandwerksläden und einige Übernachtungsmöglichkeiten.

Im Ort leben zurzeit 400 Einwohner, wobei

viele davon noch den klassischen

Fischfang betreiben, was an den weißen

Fischerhäuschen deutlich wird. Das Dorf

ist seit 250 Jahren im Privatbesitz der

Familie Rous, welche die Eintrittsgelder

nutzt, um das Dorf zu erhalten.

In Bideford unserem Tagesendziel angekommen,

diente uns ein ehemalig-königliches

Hotel als Unterkunft. Den

Abend habe wir am Fluß sitzend, bei

Fish&Chips ausklingen lassen und der

Jugend bei einer Regatta zugeschaut.

Der nächste Tag führte uns über Glastenbury

und Bath, nach Gloucester

(sprich Gloster). In Glastenbury gibt es

das „Tor von Glastenbury“ als Sehenwürdigkeit,

während die Stadt Bath für Ihre

Thermalbäder berühmt ist. Leider waren

die Warteschlangen vor den Bädern so

groß, das wir uns entschieden haben eine

kleine Sightseeingrunde durch die Stadt

zu drehen und dann weiter Richtung Gloster

zu fahren. Den Abend haben wir

dann in Gloster ausklingen lassen. Gloster

erinnert ein klein wenig an die Hamburger

Hafenstadt. Sogar das Hafenfest

konnten wir noch besuchen, ehe wir müde

in unser Bett fielen.

Ein Highlight unserer England-Tour

war die Stadt mit dem längsten Name Europas:

Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch.

Diese Stadt mit ihem unaussprechlichem

Namen liegt in Wales. Der Name stammt

aus der walisischen Sprache und bedeutet

übersetzt: „Marienkirche (Llanfair) in

einer Mulde (pwll) weißer Haseln (gwyn

gyll) in der Nähe (ger) eines schnellen

Wirbels (chwyrn drobwll) und der Thysiliokirche

(llantysilio) bei der roten Höhle

(ogo goch).“

Oft wird der Ortsname mit Llanfair PG,

Llanfair oder Llanfairpwllgwyngyll abgekürzt.

Waliser sagen zum Dorf meist nur

Llanfairpwll. Die Engländer hingegen

nennen es schlicht Gogogoch.

Ein Schuhmacher hat sich im 19. Jahrhundert

den Zungenbrecher ausgedacht,

um das damalige Dorf für den Handel attraktiver

zu machen und die Eisenbahngesellschaft

dazu zu bewegen, an der

Hauptstrecke London–Manchester–Holyhead

einen Bahnhof einzurichten. Der

ursprüngliche Name war lediglich Llanfair

Pwllgwyngyll.

Mit 58 Buchstaben hat das Dorf den

nunmehr längsten amtlichen Ortsnamen

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REISE

Europas. Mit dem Namen wurde die Ortschaft

zum Touristenziel und zum bekanntesten

Dorf in Wales. Im Ort gibt es

einen restaurierten viktorianischen

Bahnhof.

Der Ort war sich sich der touristischen

Zugkraft seines Namen vollends bewusst,

was uns die zahlreichen Souvenierläden

deutlich aufgezeigt haben. Ein Unmenge

an kleinen und großen Geschäften, in denen

man sämtliche Souveniers zum Ortsnamen

kaufen konnte. Es hat uns allerdings

nicht davon abgehalten, den einen

oder anderen Aufkleber, Sticker und Untersetzer

zu erwerben.

Die Anreise nach Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch

ist ein Wiederkommen wert. Unser Route

führte uns durch den „Snowdonia Nationalpark“.

Der Snowdonia Nationalpark

(walisisch: Parc Cenedlaethol Eryri) ist

2170 km² groß und damit der drittgrößte

in Großbritannien. Er war 1951 der erste

der drei Walisischen Nationalparks

und der dritte in England und Wales, der

als solcher ausgezeichnet wurde. Anders

als vergleichbare Nationalparks in anderen

Ländern, gehört der Snowdoniapark

zu knapp 70 Prozent Privateigentümern.

Ihres und das öffentliche Land werden

von einer zentralen Planungsbehörde koordiniert.

Im Park leben 26 000 Menschen. Diese

betreiben im Land, das überwiegend aus

Bergen und offenen Flächen besteht,

noch Landwirtschaft. Der Park zieht jedes

Jahr Millionen von Besuchern an und

ist damit der drittbeliebteste Nationalpark

in England und Wales.

Hier macht das Motorradfahren richtig

Spaß, sogar ohne richtig am Gashahn

drehen zu müssen. Die Landschaft ein

Traum. Wälder, kleine Berge und kurvige

Straßen. Etwas problematisch für Motorradfahrer

sind die frei laufenden Schafe,

Kühe und Ziegen. Hier gilt es acht zu

geben. Einen Tag später sahen wir ein auf

dem Dach liegendes Auto. Vermutlich

wollte der Fahrer einem Tier ausweichen

und ist ins schleudern gekommen. Genaueres

konnten wir aber nicht in Erfahrung

bringen.

Eines unserer letzten Ziele war Stratford

upon Avon, der Geburtsstätte

Shakespears. Die Engländer wissen, wie

man Berühmtheiten vermarktet. Überall

waren Hinweisschilder zu Shakespear

und seinem Leben aufgestellt. Seine Todesstätte,

in der Kathdrale, kann man

nur nach Entrichtung eines entsprechend

deftigen Oboluses, besichtigen. Wir begnügten

uns mit einseitiger Lektüre von

Shakespear. Zum Abschluss unserer Tour

stand noch die Kathedrale in Salisbury

auf dem Programm. Mit dem höchsten, gemauerten

Turm in England. Immerhin ganze

einhundertdreiundzwanzig Meter

hoch. Ein sehr imposanter Anblick. Nicht

unerwähnt sollten die letzten Zwischenstopps

bleiben. Zu erst waren wir in Oxford,

der Universitätsstadt und danach

in Stonehedge. Die Steinkreise muss man

auch mal in natura gesehen haben. Die

eigene Abfahrt, von der angrenzenden

Schnellstraße nach Stonehedge ließ uns

schon erahnen, das wir uns wieder einmal

auf gut ausgebauten touristischen Pfaden

befanden. Satte 7 Pfund Eintritt, bestätigten

unsere Vermutung. Mehr als

gefühlte dreissig Minuten, inclusive einer

ausgiebigen Fotosession konnten wir

Stonehedge nicht abgewinnen. Trotzdem

waren wir stolz diesen touristische Punkt

Neu!

LeverGuard

cooler Sturz-Schutz

gesehen zu haben. Unsere Tour führte

uns dann nach Salisbury. Den Abend

nutzten wir dann zur Gestaltung unserer

Heimreise. Wir entschlossen uns von Salisbury

zurück nach Brighton zu fahren.

Eine Fehlentscheidung war, wie sich herausstellte,

nach knapp 14 Tagen Küstenfahrt

die Route durchs Hinterland zu

wählen. Ackerböden und Farmerland,

mehr gab das Hinterland Richtung

Brighton nicht her. Ein Lichtblick, als wir

dann endlich wieder in der Küstenregion

waren. Nach 14 Tagen erreichten wir auf

dem fast gleichen Weg wie die Anreise unsere

Heimat.

Die Küstenregion Englands ist immer

eine Reise wert. Es gibt noch viele Dinge

für uns zu entdecken. Die Ostküste und

Schottland haben auch ihre Reize.

LeverGuard ist einfach zu montieren und schützt die Hinterradnabe zuverlässig bei

Umfallern und Stürzen. Exklusiv bei Wunderlich. Für R 1200 GS/Adv./R/S/ST/RT.

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GS | MOTORRAD MAGAZIN 39


TOUR

Im Erzgebirge unterwegs

Biker lieben ein ausgiebiges Frühstück, denn dabei kann man sich schon mal seelisch und moralisch auf die bevorstehende

Tour einstimmen, ein wenig fachsimpeln und mit den Wirtsleuten über die Gegend und Sehenswertes

plaudern.

Tourguide und Autor:

Uli Wurzbacher. Der

Fahrschullehrer in

seinem Element.

Unser Domizil, das Landhotel

Flöhatal, nicht weit von Neuhausen

und nördlich der tschechischen

Grenze, bietet das alles aufs vortrefflichste.

Tilo wünscht uns eine gute

Fahrt und ab geht es gut gelaunt auf unsere

Bikes.

Fast einsam empfängt uns der kleine

Grenzübergang Deutscheinsiedel. Die

Ausweiskontrolle erfolgt reibungslos.

Wie so oft frage ich mich, wie wohl die Beamten

die Bilder überhaupt mit dem behelmten

Fahrerköpfen vergleichen können.

Ein Phänomen, das nur

Grenzbeamte beherrschen, oder doch nur

noch Routine, um Daseinsberechtigung

zu beweisen?

Das Erzgebirge erstreckt sich weit über

die Grenzen Deutschlands in die

Tschechei hinein. Einen kleinen Einblick

wird uns die heutige Runde bringen.

Gleich zu Beginn hellt unsere Minen

eine Serpentine auf. Sie führt durch einen

für das Erzgebirge untypischen

Mischwald, an Streuobstwiesen vorbei

und gibt schließlich die steilen Hänge des

südlichen Erzgebirges frei. Kein Ortsunkundiger

hätte diese Strecke gefunden,

die uns direkt in das Böhmerland führt.

Most, allen bestens durch sein Autodrom

bekannt, ist unser erstes Ziel. Die

typischen grauen Wolken einer Braunkohleregion

begleiten uns zur hoch gelegenen

Burg Hnevin. Oben eröffnet sich

uns ein freier Blick, blauer Himmel und

ein bestens restaurierter Gebäudekomplex,

umgeben von einer stattlichen Mauer.

Hier findet man verträumte Plätze,

Aussichtspunkte und wenn der Wind gut

steht, kann man sogar die Motorengeräu-

40 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


TOUR

sche der Rennstrecke hören. Zu unseren

Füßen das riesige Böhmische Becken,

landschaftlich nicht unbedingt reizvoll

durch die Gier menschlicher Herkunft. Ergebnis

dessen ist auch die spektakuläre

Umsetzung der Kirche zu Most. Sie musste

dem Kohleabbau weichen und wurde

450m auf Gleisen regelrecht verschoben.

Im Kleinen Erzgebirge in Oederan wurde

dieses Schauspiel als Modell nachgestellt.

Auf Straßen, die schon bessere Zeiten

gesehen haben, erreichen wir den Egerstausee.

Zu unserem erstaunen nimmt er

ein riesiges verwahrlost wirkendes Tal

ein. Kaum zu glauben, dass die in manchen

Gegenden so zierliche Eger, ihn speisen

soll. Im Hintergrund speien lange

Schlote schwarzgraue Wolken aus. Kein

erbaulicher Anblick. Das Wasser liegt

bleiern, ohne Glanz, die dunklen Wolken

spiegelnd. Trotzdem verschlägt es noch

Camper hierher, die sich auf zwei Zeltplätzen

niederlassen können.

Die Sperrmauer hinter uns lassend

geht es weiter in Richtung Kadan. Malerisch

gelegen, lädt diese Stadt zum bummeln

ein. Da jedoch der Himmel nicht sehr

verheißungsvoll aussieht bleiben die an

der Eger gelegenen versteckten Orte

heute vor uns verschont. Aber aufgeschoben

ist nicht aufgehoben. Wir genießen

die Fahrt entlang des träge dahingleitenden

Flusses durch verträumte Dörfer,

enge Gässchen. Hier scheint das Leben

noch in Ordnung, wenn auch nicht pompös

zu sein. Tropfen trommeln auf den

Helm. Genau im richtigen Augenblick ist

eine Campingplatzgaststätte in Sicht.

Böhmische Knödel, ein Muss in dieser Gegend.

In Nobelrestaurants ist die einheimische

Küche nicht unbedingt auf der

Karte zu finden, in solch kleinen einfachen

Lokalen finden wir diese schmackhafte

Küche hundertprozentig. Alles

passt, es regnet in Strömen, das Essen

mundet allen. Als wir aufbrechen herrscht

der schönste Sonnenschein, als wenn es

nie geregnet hätte.

Dem Flusslauf entlang halten wir uns

in Richtung Loket, eine Burgstadt, lassen

diese jedoch liegen, um langsam wieder

den heimatlichen Weg einzuschlagen.

Vor uns baut sich das Erzgebirge wie

eine Wand auf. Steigt es von deutscher

Seite her langsam an, türmt es sich hier

wie ein gewaltiges Bauwerk auf. Zwischen

einer Steilauffahrt und Serpentinen erreichen

wir Jachymov. Vom Stolz und

Reichtum dieser ehemaligen Münzprägestadt

ist nicht mehr viel zu sehen. Hier

Kadan in Tschechien

Sehenswert: Funkturm in Keilberg

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GS | MOTORRAD MAGAZIN

41


TOUR

wurde der Joachimstaler geprägt, später

die Grundlage des deutschen Talers.

Nicht zuletzt ist Taler die Namensbasis

für den Dollar. Der Verfall des Ortes ist

deutlich sichtbar. Nur erahnen lässt sich

ein Hauch von Reichtum, betrachtet man

die Bauweise der Stadt. Bozi Dar, die Geburtsstadt

des Heimatdichters Anton

Günther und höchstgelegene Stadt Mitteleuropas

liegt in der Nähe des Keilberges,

dem höchsten Gipfel des Erzgebirges,

den wir nun ansteuern.

Nun geht es noch einmal hügelan- und

ab, entlang dem Erzgebirgskamm in Richtung

Heimat. In Bärenstein gönnen wir

uns eine Kaffeepause bei leckerer Erdbeertorte

und Eis in der bikerfreundlichen

Gaststätte und Pension „Zur Fichte“

und beschließen das Erzgebirge noch

ein wenig zu erkunden.Jana und Mario

kennen sich bestens aus und haben immer

ein paar Tipps parat.

Das kleine Mittelgebirge mit seiner

größten Ausdehnung von ca. 150km

kennt wohl keine lange Gerade so dass

der Kurvenspaß nie zu kurz kommt. Dabei

steigen wir bis auf 914 m hoch in die

höchst gelegene Stadt Deutschlands,

Oberwiesenthal. Der Fichtelberg, übrigens

das beliebteste Wintersportgebiet

im Erzgebirge, ist ihr Wahrzeichen. Momentan

kein Schnee in Sicht zieht unsere

Gruppe durch dichte Fichtenwälder

hinauf zum Gipfel. Wir sind nicht die Einzigen,

die es nach oben zieht. Die Sicht ist

ausgezeichnet, unser Blick schweift über

das gesamte Gebirge bis nach Böhmen

hinüber. Das Erzgebirge bildet die natürliche

Grenze zwischen Böhmen und Sachsen.

Der klare Himmel trügt über die

Windgeschwindigkeiten, die hier oben

herrschen hinweg. Schließlich befinden

wir uns in 1214m Höhe, auf dem höchsten

Berg Sachsens.

Böhmische Knödel als

Gedicht und draussen

Regen. Dem Sondermodell

R 1200 GS „30

Jahre“ soll es nicht viel

ausgemacht haben.

42 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


TOUR

Also beenden wir unser erstes Sonnenbad

und ab geht es in die Tiefen des Waldes

mit seinen verschlungenen, aber dafür

topp ausgebauten Asphaltstrassen.

Linker Hand ist Grenzland, die Landschaft

nimmt davon keine Notiz. Über die

Passhöhe Hefekloß mit seinen 1788 halben

Metern, ist sie wohl die berühmteste

ihrer Art. Jeder Biker steigt hier ab, um

dieses Kuriosum im Bild festzuhalten.

Die neu errichtete Vogtlandarena ist

ein Besuchermagnet geworden. Wanderlustige

steigen hoch zur

Schanze, aber nur die

wirklich Schwindelfreien

wagen sich hinauf.

Wir tingeln über Dörfer

und kurvenreiche aber

gut ausgebaute Landstraßen

nach Pöhl. Der

Wasserpegel der Talsperre

ist trotz des Regens

der letzten Tag bedrohlich

gesunken. Noch tummeln

sich Badelustige im

See, wir aber ziehen weiter

zu einem Highlight aus

Stein und Kalk, der Göltzschtalbrücke,

dem größten

Ziegelbauwerk der

Welt. Kaum zu glauben,

dass im Vogtland ein

solch bedeutendes Bauwerk

steht. Aber was tut

man nicht alles für den

wirtschaftlichen Aufschwung,

damals wie heute!

Auch wenn wir uns

noch im schönen Sachsenland

befinden, lassen wir

es uns nicht nehmen, eine echt Thüringer

Roster, wie die Thüringer sagen, zu essen.

Nun machen wir uns auf den Heimweg

über die Höhen der Eibenstocker Talsperre

und verschlungene Pfade durch dichte

Wälder trudeln wir am Ausgangsort ein.

Wie es sich für Tilo gehört, empfängt er

uns mit einem kühlen Blonden, eine wirklich

feine Geste. So klingt der ereignisreiche

Tag aus. Wir ertappen uns schon wieder

beim Pläne schmieden, haben noch

nicht mal richtig die Helme abgelegt.

Noch vieles gibt es zu sehen und zu erkunden,

vorher jedoch genehmigen wir

uns ein kräftiges Abendbrot und eine

Mütze Schlaf.

Größtes Ziegelbauwerk

der Welt, die

Göltzschtalbrücke

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GS | MOTORRAD MAGAZIN

43


SZENE

Zertifikat „Motorradfreundliche Unterkünfte“

Pünktlich zum Jahresbeginn gibt es

brandaktuelle Neuigkeiten von der Online-Front:

Motorrad-Tourer.com, das Internetportal

für reisefreudige Motorradfahrerinnen

und Motorradfahrer zertifiziert ab sofort

bikerfreundliche Unterkünfte.

Nach einer standardisierten und für jedermann

einsehbaren Checkliste können

motorradfreundliche Unterkünfte

nun ihren Slogan „Bikers welcome“ von

unabhängigen Dritten auf den Prüfstand

stellen lassen. Dabei arbeitet Motorrad-

Tourer.com mit mehreren Profis aus

dem Motorrad-Reisebereich zusammen

und nutzt deren gutachterlichen Sachverstand.

Alle zertifizierten Unterkünfte

haben sich dann einem persönlichen

Check durch Fachleute vor Ort gestellt.

Außerdem wird das Zertifikat nur für einen

Zeitraum von zwei Jahren ausgestellt,

anschließend ist eine Erneuerung

notwendig. Dies erscheint wichtig, damit

sich die Motorradfahrer künftig auch

der Aktualität der abgegebenen Bewertungen

sicher sein können. Außerdem

erlaubt die gewählte orm der Bewertung

ein Herausarbeiten des jeweiligen

Hausprofils: Manch ein Hotelier setzt

auf kulinarische Überraschungen

oder schmeichelnde Wellness-Angebote,

andere wiederum führen

selbst über ihre Geheimstrecken

der Region oder können mit Rat

und Tat bei einer kleinen Panne

aushelfen. Künftig sollte es

für jeden Biker möglich sein,

seine Wunsch-Unterkunft

noch leichter zu finden.

Weitere Informationen findet

man unter www.Motorrad-Tourer.

com/zertifizierung.

44 GS | MOTORRAD MAGAZIN

FEBRUAR 2012


SZENE

BMW Motorrad Design unter neuer Leitung

Edgar Heinrich (53) übernimmt ab dem 1. Juli 2012 das

BMW Motorrad Designstudio der BMW Group. Er tritt

die Nachfolge von David Robb an. Nach Abschluss seiner

Ausbildung zum Diplom Designer startete Edgar

Heinrich seine berufliche Laufbahn bereits 1986 als Motorrad

Designer für BMW. Innerhalb des BMW Group Designstudios

Motorrad war er von

2007 bis 2009 Leiter Fahrzeugdesign

Motorrad unter der Gesamtleitung

von David Robb. Im Juli 2009 führte

ihn der Weg nach Indien. Als Vice

President Product Design beim indischen

Fahrzeughersteller Bajaj Auto

LTD leitet er derzeit das Styling- und

Modellstudio und trägt die Verantwortung

für Brand Definition und

Brand Strategien für Zweirad- und

Vierrad-Design. In seiner Zeit bei

BMW Motorrad zeichnete Edgar

Heinrich u.a. die ersten 4‐Ventil-Boxer

R 1100 RS und RT, die K 1200 S

und R, die HP Megamoto sowie die

siegreichen Paris-Dakar Rennmaschinen.

Auch die erfolgreichen R 1150

GS und R 1200 GS entstanden auf

seinem Zeichenbrett.

Das Motorrad Fahrzeugdesignteam

schuf unter seiner Leitung die S 1000

RR, die F 800 / 650 Baureihe, die G 450 X oder auch die

Studie BMW Custom Concept. Selbst an der Designentwicklung

der 6-Zylinder-Tourer und der neuen Maxi-

Scooter hatte Heinrich anfangs noch mitgewirkt.

Auch in seiner Freizeit setzt er sich intensiv mit dem Thema

Motorrad auseinander. Zu seinen Leidenschaften zählen

das Umbauen von Sportbikes, das Restaurieren und

Sammeln von Oldtimern und vor allem Motorradfahren

– on- und offroad.

Edgar Heinrich: „Ich freue mich sehr über die Rückkehr

zu BMW Motorrad und die großartige Chance mit einem

hervorragenden Team die Zweiradzukunft der BMW

Group mit zu gestalten.“

„Edgar Heinrich ist ein hervorragender Motorrad Designer

und passionierter Motorradfahrer, der auf Grund

seiner langjährigen BMW Erfahrung bereits wichtige Beiträge

zum BMW Motorrad Design geleistet hat. Ich freue

mich sehr mit ihm das BMW Motorrad Design in eine

weiterhin erfolgreiche Zukunft zu

führen“, so Adrian van Hooydonk,

Leiter BMW Group Design.

Der bisherige Leiter des Designstudios

Motorrad der BMW Group, David

Robb (56), hat das Unternehmen

verlassen. Er leitete das BMW Motorrad

Design 18 Jahre lang. Unter

seiner Führung gestaltete das Designteam

sowohl die Weiterentwicklung

des Produktportfolios von BMW

Motorrad von drei auf heute sechs

Modell-Linien als auch das umfangreiche

Produktangebot im Bereich

BMW Motorrad Fahrerausstattung

und Motorrad Zubehör.

Das erste unter der Leitung von David

Robb gezeichnete Motorrad war

die BMW K 1200 RS. Es folgten unter

anderem der BMW Cruiser R

1200 C, die innovative K-Baureihe

mit quer eingebautem 4-Zylinder-

Motor, die F-Baureihe mit Paralleltwin sowie das erfolgreichste

BMW Motorrad überhaupt, die Reiseenduro R

1200 GS. Ihr Designkonzept gilt heute als Maßstab in der

Klasse der großen Enduros. In jüngster Zeit kamen Highlights

wie die BMW Motorräder mit Reihensechszylinder

K 1600 GT/GTL sowie das BMW Superbike S 1000 RR

hinzu. Erst im Herbst 2011 erfolgte die Weltpremiere der

ersten BMW Maxi‐Scooter C 600 Sport und C 650 GT.

Adrian van Hooydonk, Leiter BMW Group Design: „Ich

bedanke mich für die langjährige und erfolgreiche Arbeit

und wünsche David Robb für die Zukunft alles Gute.“

Bester Januar-Absatz aller Zeiten.

München. Nach einem neuen Absatzrekord

im Jahr 2011 startet BMW Motorrad

mit einem kräftigen Plus ins neue Jahr.

Mit 5.237 (Vj.: 4.714) Einheiten wurden

im Januar 2012 weltweit 11,1% mehr Motorräder

an Kunden ausgeliefert als im

Vorjahr.

Hendrik von Kuenheim, Leiter BMW Motorrad:

„Nach einem Rekordjahr 2011 beginnt

das neue Jahr für BMW Motorrad

sehr erfreulich. Nie zuvor haben wir im

ersten Monat eines Jahres mehr Motorräder

verkauft als im Januar 2012. Unsere

junge Modellpalette trifft weltweit weiterhin

auf starke Nachfrage und auch der

Auftragseingang ist positiv. Mit der Markteinführung

der neuen Maxi‐Scooter C 600

Sport und C 650 GT in diesem Frühjahr erweitern

wir unser Angebot um die Facette

der „Urban Mobility“ und erwarten für

2012 zusätzliche Wachstumsimpulse.“

Parallel zu den beiden Scooter-Modellen

bietet BMW seinen Kunden sechs Motorrad-Neuheiten

an: Mit der neuen G 650

GS Sertão, der überarbeiteten S 1000 RR,

dem Boxer-Sondermodell R 1200 GS Rallye,

der aktualisierten F 800 R und Sondermodellen

der K 1300 R und K 1300 S hat

BMW Motorrad sein umfangreiches Produktportfolio

weiter gestärkt.

Auf Basis dieser weiter anhaltenden Produktoffensive

blickt BMW Motorrad trotz

der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

in einigen Ländern zuversichtlich

auf die kommende Saison.

Das meistverkaufte Motorrad dürfte auch

in diesem Jahr die große Reise-Enduro

R 1200 GS werden.

FEBRUAR 2012

GS | MOTORRAD MAGAZIN 45


VORSCHAU

Ausgabe 2 erscheint im Juli 2012

Die Redaktion behält sich vor, Themen aus aktuellem Anlass zu verschieben!


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