Geschäftsbericht 2012 R+V Lebensversicherung AG (PDF 1,0 MB)

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Geschäftsbericht 2012 R+V Lebensversicherung AG (PDF 1,0 MB)

20 Risikobericht

stöße, Geldwäscheverstöße sowie Verstöße gegen die Außenwirtschaftsverordnung.

Für alle im Zusammenhang mit dem

Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) stehenden Fragen

besteht eine interne Beschwerdestelle. Zudem ist die

Funktion eines Vertrauensanwalts eingerichtet. Wichtige

Regeln für ein korrektes Verhalten im Geschäftsverkehr sind in

der Compliancerichtlinie „Verhaltensgrundsätze im Geschäftsverkehr“

niedergelegt. In der Compliancekonferenz erörtern

die jeweiligen Verantwortlichen wesentliche Vorfälle innerhalb

der R+V sowie eingeleitete Maßnahmen.

R+V verfügt über ein ganzheitliches Business Continuity

Managementsystem mit einer zentralen Koordinationsfunktion.

Ein Gremium mit den verantwortlichen Krisenmanagern

für IT-Technik, für Gebäude und für Personal unterstützt hierbei

in fachlichen Themenstellungen, dient der Vernetzung der

Notfallmanagement-Aktivitäten im R+V Konzern und berichtet

über wesentliche Feststellungen und über die durchgeführten

Notfallübungen an die Risikokonferenz der R+V.

Durch das Business Continuity Management wird gewährleistet,

dass der Geschäftsbetrieb der R+V Lebensversicherung AG

in einem Krisenfall aufrecht erhalten werden kann. Dafür notwendige

Geschäftsprozesse sind identifiziert und im Rahmen

einer Notfallplanung mit Ressourcen unterlegt.

Die einmal jährlich stattfindende Risikoinventur umfasst das

gesamte Risikomanagement der R+V. Gegenstand der Risikoinventur

im Einzelnen ist die Überprüfung und Dokumentation

sämtlicher bekannter Einzel- und Kumulrisiken sowie des Risikotragfähigkeits-

und des Business Continuity Managementsystems.

Dabei werden auch die verwendeten Indikatoren und

Schwellenwerte überprüft.

Die Einhaltung der Regelungen des Risikomanagementsystems

und deren Wirksamkeit werden durch die Konzernrevision

geprüft. Zur Behebung festgestellter Defizite werden Maßnahmen

vereinbart und von der Konzernrevision nachgehalten.

Versicherungstechnisches Risiko

Das versicherungstechnische Risiko bezeichnet das Risiko,

dass bedingt durch Zufall, Irrtum oder Änderung der tatsächliche

Aufwand für Schäden und Leistungen vom erwarteten

Aufwand abweicht. Es setzt sich zusammen aus dem biometrischen

Risiko, dem Zinsgarantierisiko, dem Kostenrisiko und

dem Stornorisiko.

Das biometrische Risiko in der Lebensversicherung umfasst

das Todesfall-, Langlebigkeits-, Invaliditäts- und Pflegerisiko.

Von den Annahmen abweichende Sterblichkeiten determinieren

das Todesfall- beziehungsweise Langlebigkeitsrisiko.

Ebenso kann die Anzahl der Berufs- beziehungsweise Erwerbsunfähigen

oder der Pflegebedürftigen die Kalkulationsannahmen

übersteigen.

Die Gefahr, dass sich die Rechnungsgrundlagen im Lauf der

Zeit nachteilig ohne rechtzeitige Gegensteuerung verändern,

wird bei der R+V Lebensversicherung AG durch sorgfältige

Produktentwicklung und aktuarielle Controllingsysteme

beherrschbar gemacht. Umfangreiche Risikoprüfungen vor

Vertragsabschluss ermöglichen es, erhöhte Risiken zu erkennen

und bei der Annahmeentscheidung zu berücksichtigen.

Der Verantwortliche Aktuar wacht darüber, dass die Rechnungsgrundlagen

neben der gegenwärtigen Risikolage auch

einem möglichen Änderungsrisiko standhalten.

Bei Versicherungen mit Absicherung des Todesfallrisikos werden

zur Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen

abhängig vom Vertragsbeginn die Sterbetafeln ADSt

1960/62 mod, ADSt 1986, DAV 1994 T, DAV 2008 T, die unternehmensindividuelle

Tafel R+V 2000 T sowie daraus abgeleitete

unternehmensindividuelle Tafeln verwendet. Laufende

Auswertungen des Versicherungsbestandes zeigen bei allen

verwendeten Sterbetafeln für das Todesfallrisiko ein angemessenes

Sicherheitsniveau, das den Empfehlungen der DAV entspricht.

Die R+V Lebensversicherung AG verwendet für die Berechnung

der versicherungstechnischen Rückstellungen bei Rentenversicherungen

mit Versicherungsbeginn ab 2005 die Rentenster-

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