Geschäftsbericht 2012 R+V Lebensversicherung AG (PDF 1,0 MB)

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Geschäftsbericht 2012 R+V Lebensversicherung AG (PDF 1,0 MB)

26 Risikobericht

zesse oder durch mitarbeiterbedingte, systembedingte oder

auch externe Vorfälle. Das operationelle Risiko umfasst auch

Rechtsrisiken, jedoch nicht strategische Risiken und Reputationsrisiken.

Das wesentliche Instrument der R+V zur Begrenzung der

operationellen Risiken stellt das interne Kontrollsystem dar.

Regelungen und Kontrollen in den Fachbereichen und die

Überprüfung der Anwendung und Wirksamkeit des internen

Kontrollsystems durch die Konzernrevision beugen dem Risiko

von Fehlentwicklungen und dolosen Handlungen vor. Auszahlungen

werden weitgehend maschinell unterstützt. Im Benutzerprofil

hinterlegte Vollmachten und Berechtigungsregelungen

sowie maschinelle Vorlagen zur Freigabe aufgrund des

hinterlegten Zufallsgenerators geben zusätzliche Sicherheit.

Manuelle Auszahlungen werden grundsätzlich nach dem Vier-

Augen-Prinzip freigegeben.

Den operationellen Risiken im Vertrieb begegnet R+V mit

Weiterbildungsmaßnahmen für den Außendienst gemäß den

Rahmenbedingungen des GDV. Die Qualitätssicherung im

IT-Bereich erfolgt durch etablierte Prozesse unter Verwendung

von Best Practices. In einer täglich stattfindenden Konferenz

werden die aktuellen Themen behandelt und der Bearbeitung

zugeordnet. In monatlich stattfindenden Konferenzen werden

unter Beteiligung der IT-Bereichsleiter in Bezug auf die Einhaltung

von Service Level Agreements (zum Beispiel Systemverfügbarkeiten

und -antwortzeiten) geeignete Maßnahmen

ergriffen.

Die R+V Lebensversicherung AG ist vor dem Landgericht Frankfurt

am Main bezüglich der Verwendung von Klauseln zu Zuschlägen

für unterjährige Prämienzahlungen in Verbraucherverträgen

ohne Effektivzinsangabe in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen

klageweise auf Unterlassung in Anspruch

genommen worden und hat das Verfahren in dieser Instanz

verloren. Sie hat bei dem Oberlandesgericht Frankfurt

am Main fristgerecht Berufung eingelegt. Die mündliche Verhandlung

ist für Mai 2013 terminiert. Zwischenzeitlich liegen

zu diesem Thema mehrere oberlandesgerichtliche Urteile zugunsten

der verklagten Versicherungsunternehmen vor. Zudem

hat der für das Versicherungsvertragsrecht zuständige

vierte Zivilsenat des Bundesgerichtshofs am 6. Februar 2013 in

einem Verfahren entschieden, dass die vertraglich vereinbarte

unterjährige Zahlungsweise von Versicherungsprämien kein

entgeltlicher Zahlungsaufschub und damit keine Kreditgewährung

im Sinne der für Verbraucherdarlehensverträge geltenden

Vorschriften des Verbraucherkreditgesetzes beziehungsweise

des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist. Demzufolge ist die Angabe

eines effektiven Jahreszinses nicht notwendig.

Am 25. Juli 2012 hat der Bundesgerichtshof gegen einen deutschen

Versicherer entschieden, dass die von ihm in Lebensund

Rentenversicherungsverträgen verwendeten Klauseln

zum Stornoabzug und zur Verrechnung der Abschlusskosten

unwirksam sind. Nachfolgende Verfahren des Bundesgerichtshofs

zu dem gleichen Thema führten zu Urteilen mit gleicher

Tendenz. Die Auswirkungen der Urteile wurden analysiert.

Soweit sich aus der Analyse Veränderungs- und Optimierungsbedarf

ergeben hat, wurde beziehungsweise wird dieser umgesetzt.

Notwendige Rückstellungen wurden gebildet.

Durch eine nachhaltige Personalentwicklung und den Ausbau

des Talentmanagements stellt R+V sicher, dass die Mitarbeiter

stetig gefördert und qualifiziert werden, um zukünftigen Personalbedarf

auch aus dem eigenen Haus decken zu können.

Zu den dabei eingesetzten Instrumenten zählen unter anderem

ein Potenzialeinschätzungsverfahren, die systematische

Nachfolgeplanung und Qualifizierungsprogramme.

Im Interesse einer dauerhaften Personalbindung werden regelmäßig

Mitarbeiterbefragungen durchgeführt.

Strategisches Risiko

Das strategische Risiko ist das Risiko, das sich aus strategischen

Geschäftsentscheidungen ergibt. Zu dem strategischen

Risiko zählt auch das Risiko, das sich daraus ergibt, dass Geschäftsentscheidungen

nicht einem geänderten Wirtschaftsumfeld

(inklusive Gesetzesänderungen und Rechtsprechung)

angepasst werden.

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