Teil 2

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Teil 2

31 Kulturlandschaft als eigenes Schutzgut

Prof. Dr.-Ing. Dr. iur. Andreas Mengel

FG Landschaftsentwicklung / Umwelt- und Planungsrecht | Universität Kassel


32 Kulturlandschaft als eigenes Schutzgut

Kulturlandschaften gestalten!

Gestaltungsmaßgaben:




Funktionalität beachten

Gefahr der Musealisierung berücksichtigen

Qualität des Zufälligen/ Ungeplanten/

Natürlichen einbeziehen

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33 Rahmenbedingungen und Steuerungsinstrumente im Umfeld

Europäische Agrarpolitik

1.Säule: Direktzahlungen

- Ausgestaltung der Zahlungen

- Bezug FachR über CC

- Greening (Anbaudiversifizierung, Erhalt von

Dauergrünland, „ökologische Vorrangflächen“)

2. Säule: Ländlicher Raum

- Finanzausstattung

- Ausgestaltung der Maßgaben

Umsetzung durch Bund und Länder (z. B. Umschichtung)

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34 Naturschutz, Landnutzung und Grundeigentum

Art. 14 GG

(1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt

und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.

(2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle

der Allgemeinheit dienen.

(3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig.

Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes

erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Eine

Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen

der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der

Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor

den ordentlichen Gerichten offen.

Art. 14 Abs. 1 S. 2 GG: Parlamentsgesetze, Verordnungen,

Satzungen

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35

Rahmenbedingungen und Steuerungsinstrumente im Umfeld

Sonstiges

FachR

zum Beispiel

Regulative

Instrumente

NatSchR

Zulassungsrecht

Zulassung

Biomasseanlage

Bauleitplanung

Förderpolitik

zum Beispiel

EEG

Raumordnung

Landschaftsrahmenplanung

Kommunale Landschaftsplanung

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36 Rahmenbedingungen und Steuerungsinstrumente im Umfeld

Auswahl relevanter Rechtsbereiche:








Bodenschutzrecht

Wasserrecht

Landwirtschaftliches Fachrecht

EEG

Raumordnung

Bauleitplanung

Weitere, z. B. UmweltschadensG im Bereich Wasser

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37

Naturschutzrecht im Überblick

Aufgaben-, Ziel-,

Vorbereitungsnormen

Steuerungsnormen

Kontextnormen/

Weitere Steuerung

Aufgaben-/

Zweckbestimmung

Anreizinstrumente /

Persuasive u.a.

Umweltbeobachtung /

Monitoring

Gesetzliche

Zielfestlegung

Regulativ: Generelle

Verhaltensmaßgaben

Verfahrens- und

Klagerechte

Gewichtungsmaßgaben

Regulativ:

Typusschutz

Befreiung u.a.

Landschaftsplanung

Regulativ:

Gebietsschutz

Eigentum/

Entschädigung

Regulativ:

Zulassung

UmweltschadensR

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38 Naturschutzrecht im Überblick

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39

Naturschutzrecht im Überblick

Die spezifische Situation im Kontext

„Landnutzung in der offenen Kulturlandschaft“:





Flächendeckende Instrumente: schwach

Gebietsschutz: Ausbaufähig

Typusschutz: Potenzial, aber personalintensiv und

hoher Vermittlungsaufwand

In der Regel kein Zulassungsverfahren

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40

Ausgestaltung: Beispiel Planung

Kartensatz I Kartensatz II Kartensatz III

Bestand, Bewertung, Konfliktanalyse Abgestimmtes Zielkonzept Vorbereitung der instrumentlelen Umsetzung

überörtlich örtlich

Klima/Luft

Wasser

Boden u.

Relief

Arten

Biotope

Folien 52-58: Zwischenstand aus dem F+E-Vorhaben

„Planzeichen für die Landschaftsplanung“ (BfN/BMU),

Bearbeiter: FG Landschaftsentwicklung/ Umwelt- und

Planungsrecht (Universität Kassel) et al.

L

E

I

T

B

I

L

D

+

Z

I

E

L

E

Landschaft

Zusatzkarte

1

Zusatzkarte

2

Zusatzkarte

3

NatSch

WaW

FoWi i

„UVP“ LaWi

Denkm.

Träger RO

NatSch

Raumordnung

Bauleitplanung

WaWi

FoWi

LaWi

Denkm.

Kommune

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41 Ausgestaltung: Beispiel Planung

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42

Ausgestaltung: Beispiel Planung

Erbelandschaft „Hochrückenlandschaft des Schwarzwaldes“ (Kategorie 3 / Bewertung: 5)

Lage

Wertgebende Merkmale

B

Der im Landschaftsrahmenplan in der Karte „Bestand/Bewertung/

Konfliktanalyse – Schutzgut Landschaft“ dargestellte Erbelandschaft

gehört zum nördlichen Talschwarzwald und umfasst

Höhenlagen von 400 bis 540 m ü. NN. In die großflächige und

vorherrschende naturnahe forstwirtschaftliche Nutzung sind

charakteristische Einzelhöfe eingestreut. Die Höfe werden von

grünlandgenutzten Flächen umgeben (A). Große markante

Einzelbäume akzentuieren diese „Kulturinseln“ mitten in einem

Meer aus Wald (B). Straßen- und Wegränder sind artenreich und

werden, wie die umgebende Landschaft „im Großen“, durch die

Steilheit des Relief geprägt (C). Straßen und Wege sowie die

Einzelhöfe fügen sich in die Landschaft ein, treten maßstäblich

zurück hinter die mächtigen Formen der Täler, Bergrücken und

Gipfel (B).

Einzelaspekte:

A

B

C

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43 Ausgestaltung: Beispiel Planung

Plan-Entwurf im Rahmen des

F+E-Vorhabens „Planzeichen

für die Landschaftsplanung

(Forschungsgeber: BfN)

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44 Ausgestaltung: Beispiel Schutzgebiete

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45 Ausgestaltung: Beispiel Schutzgebiete

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46

Ausgestaltung: Beispiel Schutzgebiete

Gesamtübersicht

Großschutzgebiete Deutschland

Quelle: BfN 2012

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46


47 Ausgestaltung: Beispiel Schutzgebiete

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48

Ausgestaltung: Beispiel Standardisierung

Standortangepasst;

nachhaltige

Bodenfruchtbarkeit /

Nutzbarkeit (Nr. 1)

Natürliche

Ausstattung (Nr. 2)

Vernetzung von

Biotopen (Nr. 3)

Tierhaltung –

Pflanzenbau (Nr. 4)

Grünlandumbruch

(Nr. 5)

Inhaltliche

Zielkonkretisierung

- Standortkriterien

- Nachhaltigkeitskriterien

- Kriterien zur Beschreibung

der natürlichen Ausstattung

- Verhältnis „Beeinträchtigung /

nachhaltiger Ertrag“

- Biotopbegriff (Bedeutsamkeit)

- Funktionalität von

Landschaftselementen

- Bezugsraum

- Art und Maß der schädlichen

Umwelteinwirkungen

- Kriterien zur konkreten

Ermittlung der betroffenen

Standorte

Räumliche

Zielkonkretisierung

Ermittlung und Darstellung

von Risikoräumen /

-flächen

Ermittlung und Darstellung

von Risikoräumen /

-flächen

Räumliches Zielkonzept

Raumeinheiten als

Bezugsgrößen

Raumkulissen und

konkrete Flächen

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49

Ausgestaltung: Beispiel Standardisierung

Abbildung: Simone Leibmann/ Stephan Kempka

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50

Ausgestaltung: Beispiel Standardisierung

PRO-2.303 Profil-Projekt ULM (L 9. Sem. WP – 12 crd.) –

Schwerpunkt: Landschaftsentwicklung / ULM

Abbildung Karte: Sandra Fuchs/ Andreas Fröhlich

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51 Ausgestaltung: Beispiel Standardisierung

Plan-Entwurf im Rahmen des

F+E-Vorhabens „Planzeichen

für die Landschaftsplanung

(Forschungsgeber: BfN)

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52 Ausgestaltung: Beispiel Kooperation und Konzeptualisierung

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53

Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main

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54 Ausgestaltung: Beispiel Kooperation und Konzeptualisierung

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55 Ausgestaltung: Beispiel Kooperation und Konzeptualisierung

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56 Ausgestaltung: Beispiel Kooperation und Konzeptualisierung

Abbildung: Eric Onken

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57 Ausgestaltung: Beispiel Kooperation und Konzeptualisierung

Abbildung: Eric Onken

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58 Ausgestaltung: Beispiel Kooperation und Konzeptualisierung

Abbildung: Eric Onken

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59 Anstelle eines Fazits

Zentrale übergreifende Aspekte:





Inhaltlich und rechtstechnisch „gute Gesetzgebung“

Personell und technisch angemessen ausgestattete Fachverwaltung,

die mit Sachverstand und Augenmaß entscheidet

Rechtsprechung, die nicht zu rasch auf die Einschätzungsprärogative

der Verwaltung setzt

Gute Ausbildung und leistungsfähige Forschung, zum Beispiel

„Systematik und Biodiversität“ oder „Verknüpfung von fachlichen

Inhalten und rechtlich-administrativer Umsetzung“

Professionalisierung und Ausbau der Zieldimension 3 –

Erleben und Wahrnehmen von Natur und Landschaft

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