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einkaufsstrassen.at

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br nnenviertler

Das Magazin der IG Kaufleute Brunnenviertel in Neulerchenfeld

20 Jahre

Weltwassertag

Kunstpreis für SOHO in Ottakring

Wasser im Brunnenviertel • Brunnen für Afrika

Architektur & Gesellschaft • Ostereiersuche

MÄRZ 2013


Liebe LeserInnen!

Der Name Brunnenviertel verpflichtet

uns, zu 20 Jahre Weltwassertag

ausführlich in unserem Magazin

Stellung zu nehmen. Und wir tun

auch etwas. Wir bauen mit, an

einem Dorfbrunnen in Afrika.

Und Sie, liebe LeserInnen, bestimmen

das Ausmaß unserer Hilfe zur

Selbsthilfe mit, wenn Sie uns am

22. März, dem Weltwassertag

besuchen.

Ausgewählte Geschäfte der IG

Kaufleute spenden bei jedem Ihrer

Einkäufe 20 Cent. Wo, sehen sie auf

den Seiten 8 und 9 in diesem Heft.

Eine kleine Überraschung für Sie

gibts bei allen Mitgliedern der IG

ab 20.3. solange der Vorrat reicht.

Und die Bassena 33 wirft sogar

20% Ihrer Getränkekonsumation in

die Spendenbox.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Johann Marvan

Obmann der IG Kaufleute Brunnenviertel

Langsam begrünt der Veitschii wieder so manche Hinterhoffassade des Viertels

Bank Austria Kunstpreis für SOHO in Ottakring

wurde am 15. Februar in der Kategorie

„Regionale Initiativen“ verliehen.

Anlass war das 13. Kunstfestival

SOHO in Ottakring, das 2012 dem

Thema „Destabilized Ground / Unsicheres

Terrain“ gewidmet war. SOHO

freut sich über die Anerkennung und

bedankt sich bei allen, die am Festival

mitgewirkt haben. Beim Publikum und

bei den über 100 KünstlerInnen und

Kulturschaffenden, die an 43 Schauplätzen

im öffentlichen Raum, Schulen,

Geschäften, dem ehemaligen

Marktamt, einem Ballsaal und einem

Kino gemeinsam agiert haben.

Wir gratulieren herzlich!

Die Initiative GG 68

in Grundsteingasse 68 freut sich noch

mindest bis Juni, vielleicht auch bis

September auf Ihren Besuch.

Dann soll das Haus saniert werden.

Bis dahin werken in der ehemaligen

Imbissstube Hanni SOHO, der

FESCH‘MARKT und onorthodox |

tackling urban issues. GG 68 ist über

das Festival hinaus zum informellen

Treffpunkt geworden. Projekte

gemeinsam mit Schulklassen intensivierten

den Kontakt zu Eltern, Bewohnern,

Anrainern, Besuchern und ehemaligen

Gästen der Imbissstube.

Schauen Sie vorbei!

Inhalt

2 Frühling im Brunnenviertel

4 20 Jahre Weltwassertag

6 Wasser im Brunnenviertel

8 Für Sie da,

die IG Kaufleute Brunnenviertel

10 Architektur & Gesellschaft

12 Literarisches für Groß & Klein

14 Wo suchen Sie Ihre Ostereier

16 Gesellschaftsspiegel

Die Fassade von Grundsteingasse 68 wurde zu SOHO 2013 von onorthodox bemalt

EINE AKTION DER WIRTSCHAFTSKAMMER WIEN MIT UNTERSTÜTZUNG

DER WIRTSCHAFTSAGENTUR WIEN. EIN FONDS DER STADT WIEN

IMPRESSUM: Medieninhaber, Verleger & Herausgeber und Redaktion: Interessensgemeinschaft der Kauf -

leute Brunnenviertel in Neulerchenfeld, Neulerchenfelder Straße 33, 1160 Wien, Obmann: Johann Marvan;

Endkorrektur: Christine Pavesicz-Kerbl; Fotos: kollektiv fischka/fischka.com, Sibylle Gieselmann, Christoph

Gödan, Rosi Kulnik, Rainer Kwiotek, Ernst Mateovics, Thomas Stini; Graphik-Design/ Produktion: Sibylle

Gieselmann; Druck: Druckerei Berger; Auflage: 40.000 Stück. Offenlegung lt. § 25 Mediengesetz: Der Brunnenviertler

ist ein unabhängiges Medium, das sich zu 100% im Besitz des Vereines befindet. Es dient der

Information über Aktionen und Veranstaltungen des Vereins und dessen Mitgliedern, sowie über das

gesellschaft liche und wirtschaftliche Leben im Brunnenviertel.

... das eine und das andere schreibt und fotografiert Brigitta Maczek

2 brunnenviertler | März 2013


Frühling im Brunnenviertel

Städte verbinden

Was würden Sie gerne über Tirana in

Albanien, Skopje in Mazedonien oder

Amsterdam in Holland wissen? Und

was die Bewohner dort über Wien?

Wie bekommt man Einblick in eine

andere Stadt jenseits von Reiseführer

und Tourismusprospekt? Das fragten

sich onorthodox | tackling urban issues,

das sind die Humangeografin

Margot Deerenberg (Amsterdam) und

der Architekt Thomas Stini (Wien) und

fanden eine Möglichkeit: Sie stellten

PassantInnen, vorerst in den vier

Städten, diese Frage. Dann richteten

sie deren Fragen an BewohnerInnen

der jeweiligen Städte, filmten die Antworten

und zeigen sie im Netz. Das

Projekt begann zu SOHO in Ottakring

2011 und entwickelt sich weiter ...

Und Sie im Brunnenviertel erfahren

etwas aus einer Stadt, in der Sie nie

waren, direkt aus dem Mund ihrer

Bewohner auf

www.urbanLegend.eu

NONO – NonstopNordzeile

Wir machen Straße – Eine Initiative

von MarktstandlerInnen, AnrainerInnen,

KünstlerInnen und Lokalen in der

Nordzeile am Yppenplatz.

Seit 2012 bespielen die NONOs an

Freitagen und Samstagen die Nordzeile

mit buntem Programm.

„Wir wollen öffentlichen Raum nutzbar

für verschiedene Initiativen machen,

und wir setzen uns für eine funktionierende

Regionalwirtschaft mit leistbaren,

gesunden Produkten in der Nahversorgung

ein,“ so Thomas Anderl,

Sprecher der StandlerInnen in der

Nordzeile. Weiters bietet NONO verschiedene

Workshops an und verschönert

die Straße mit individuell

gestalteten Upcycling-Pflanzdosen.

Info im Web, Newsletter und aktuelle

Kulturtermine: www.nono.or.at

Eintagsmuseum

Johanna Reiner, Künstlerin und Kuratorin,

baut an einem temporären

Museum in der Liebhartsgasse 22.

Genau genommen tut sie das nicht

alleine, sondern Sie, die LeserInnen

bauen mit. Wie das geschehen soll?

Ähnlich und natürlich doch anders als

im September 2011 in Sinop, einer

kleinen Hafenstadt am Schwarzen

Meer im Norden Anatoliens; einer

Stadt mit bewegter Vergangenheit, in

der seit 2006 eine Kunstbiennale, die

Sinopale, stattfindet. Im Rahmen des

temporären Museums im ehemaligen

Gefängnis brachten Bewohner Objekte

aus ihrem persönlichen Besitz, die

einen Bezug dazu hatten, und erzählten

ihre Geschichten. In Workshops

wurden die Fragen diskutiert:

Warum soll im Gefängnis ein Museum

entstehen? Welche Funktion soll es

haben? Wer bestimmt, was gespeichert

wird? Mit welcher Art Museum

können sich Bewohner identifizieren?

Und in der Liebhartsgasse 22?

Gemeinsam mit der Kuratorin

Isabel Termini und

dem Künstler Johannes

Hoffmann baut Johanna

Reiner gerade das Geschäftslokal

der ehemaligen

Metallgießerei Johann

Grill zu ihrem Atelier um.

Dabei haben sie viele Relikte

des Gewerbebetriebs vorgefunden.

„Deshalb starten wir ein Projekt, das

sich mit dem teils schon verschwundenen

Handwerk in diesem Viertel

auseinandersetzt. Und wir wünschen

uns eine rege Beteiligung der Umgebung.“

Haben Sie Erinnerungsstücke an diesen

oder andere Handwerker im Viertel? Wir

sammeln ab sofort für unser temporäres

Museum vom 16. – 28. April

0699-120 33 846, johanna.reiner@gmail.com

www.johannareiner.at

www.eintagsmuseum.net

... wieder Dellago!

Das Dellago startet mit neuem

Schwung in den Frühling. Schwingen

Sie mit! Ein nettes Lokal braucht nette

Gäste, sonst wird den Gastgebern

fad. Ab sofort wieder:

Frühstück 11-15 Uhr, Samstag ab 9 Uhr

Brunch Samstag, Sonn-& Feiertag 10-15 Uhr

€ 12,90, Kinder 3-12 Jahre € 6,90

Mittagsmenü Montag bis Freitag 12-15 Uhr,

à la carte bis 22 Uhr, Happy Hour 17-20 Uhr,

offen bis 24 Uhr, Freitag, Samstag bis 2 Uhr.

Kein Ruhetag im Dellago, Payergasse 10

T: 95 747 95, www.dellago.at

Blumen zum Frauentag

am 8. März schenken – warum denn

nicht? Ihren Frühlingsgruß überreichen

Sie mit Tulpen, Primeln, Krokus,

Hyazinthen, Iris, Palmkatzerln oder

doch mit schmackhaften Kräutern?

Ihre Blumenhändlerin Ilse Weiser

berät Sie gerne.

Blumen Weiser Brunnengasse 59

brunnenviertler | März 2013 3


22. März:

Weltwassertag seit 1993

Fotos: Christoph Gödan

Wasser für Afrika, eine Organisation, die Kindern und Frauen das Leben erleichtern will

Von der UN-Generalversammlung in

einer Resolution am 22. Dezember

1992 beschlossen, findet er jährlich

am 22. März statt. Die UN, also die

Vereinten Nationen, laden ihre Mitglieder

ein, diesen Tag zu nutzen.

Sahara 1978

5 Liter braunes Wasser aus einem

Brunnenloch auf einen Sitz getrunken.

Nie zuvor war mir die Bedeutung von

Wasser so bewusst wie damals, als

ich hoch oben auf dem Ladegut eines

recht fahruntüchtigen Dattel-Transporters

durch die Sahara schaukelte.

Dieser LKW hatte nicht nur ziemlich

leere Batterien – wenn der Motor

abgestorben war, hieß es warten, bis

ein Fahrzeug auf der Piste auftauchte,

das Starthilfe geben konnte. Nein, er

hatte auch noch ein Leck in der Kühlung

und schluckte selbst jede Menge

Wasser. Und dieses wurde immer

knapper, je länger sich die Ankunft

am besagten Brunnenloch verzögerte.

Den wahren Geschmack des Wassers

erkennt man erst in der Wüste!

Afrikanisches Sprichwort

das Angebot – Urlaub in der blühenden

Oase – und die Touristen.

Auch die Phosphatindustrie an der

Küste von Gabes brachte Arbeit –

einigen. Der Schlamm, der bei der

Produktion anfiel und ins Meer

gespült wurde, wurde hart wie Beton.

Jahr für Jahr mussten die Fischer

weiter hinausfahren, um weniger zu

fangen. Fisch, einst ein Grundnahrungsmittel,

wurde teuer. Lange bevor

schwimmende Fischkonservenfabriken

begannen, mit riesigen Schleppnetzen

die Meere leer zu fischen.

Nur zwei von vielen Beispielen, die

dazu beitrugen, die Wasserressourcen

der Menschen zu verschlechtern.

1992 machte die UN-Konferenz für

Umwelt und Entwicklung (UNCED) in

Rio de Janeiro folgenden Vorschlag:

Weltwasserbericht 2012

Die UNESCO hat ihren 4. Bericht vorgestellt,

der in Zukunft jährlich statt

jedes 3. Jahr erstellt wird. Ein Auszug:

Trinkwasser: 11% der Weltbevölkerung,

also rund 884 Millionen, haben

noch immer keinen Zugang zu sauberem

Trinkwasser, die Hauptursache

für Cholera und Durchfallerkrankungen.

Jährlich sterben 3,5 Millionen

Menschen an den Folgen schlechter

Wasserversorgung.

Sanitäre Anlagen: 2,6 Milliarden

Menschen verfügen heute nicht über

einfachste sanitäre Anlagen, wodurch

das Trinkwasser verseucht wird;

Ursache für 10% aller Erkrankungen.

War ich durch meine Abenteuerlust in

diese Situation geraten, so gibt es

weltweit Millionen Menschen, die keinen

Zugang zu sauberem Trinkwasser

haben.

Tunesien – keine Fische, keine Oase

Wie maurische Paläste wollen sie sich

geben, die Hotelkästen, die in so

manche Oase gepflanzt wurden. Für

die westlichen Hotelbesitzer und Touristen

zu arbeiten, ist anfangs ein

schönes Zubrot zur mühsamen landwirtschaftlichen

Arbeit in der Oase.

Aber nicht lange – bald ist die wichtige

Lebensgrundlage, das Wasser,

einfach weggebadet, und die Oase

verdorrt. Und mit ihr verschwindet

Menschen für Menschen setzt sich ebenfalls für Wasser und die Hilfe zur Selbsthilfe ein

Foto: Rainer Kwiotek

4 brunnenviertler | März 2013


20 Jahre Weltwassertag

Abwasser: Weltweit fließen 80 % des

städtischen Abwassers unbehandelt

in Flüsse, Seen oder ins Meer. Dies

hat erhebliche Auswirkungen auf die

Ökosysteme, die entscheidend sind

für die Wasserreinigung, Wasserzurückhaltung

oder die Verhinderung

von Erosion. Die „kostenlosen Dienstleistungen“

des Ökosystems der tropischen

Wälder allein für die Wasserversorgung

wird auf über 7.000 Dollar

pro Hektar beziffert – dies entspricht

der Hälfte des gesamtwirtschaftlichen

Wertes dieser Wälder.

Grundwasser: 1.000 Kubikkilometer

werden pro Jahr zur Wasserversorgung

genutzt, das ist etwa 1/4 des

weltweit entnommenen Wassers, 2/3

davon für die landwirtschaftliche

Bewässerung, 22 % von den Haushalten

und 11 % von der Industrie.

3/4 des Wasserverbrauchs wird aus

Flüssen und Seen entnommen.

Die Trinkwasserversorgung in Europa

speist sich großteils aus Oberflächenwasser.

In ländlichen Gebieten Afrikas

und Asiens ist Grundwasser entscheidend

für das Überleben von 1,5 Milliarden

Menschen. Die Natur kann die

Grundwasserentnahme sehr schnell

kompensieren. Wird sie immer weiter

gesteigert, sinkt der Grundwasserspiegel

– in einigen Regionen bereits

dramatisch.

Bewusst konsumieren

Sich biologisch zu ernähren, verringert

Phosphor- und Nitratverbrauch in der

Landwirtschaft, die Schäden bei Herstellung

und Abbau dieser Chemikalien

und schont das Wasser der Welt.

Geringerer Fleischkonsum, dafür mit

höherer Qualität, vermeidet Massentierhaltung

und die resultierenden

Umweltschäden.

Fisch aus kontrolliertem Fang zu kaufen,

schont die Meere, und Fisch aus

unseren Seen und Flüssen schmeckt

auch hervorragend.

Das Wasser aus unseren Bergen ist herrlich, ein Geschenk der Natur. Schützen wir es!

Wasser mutiert

vom allgemein anerkannten gemeinschaftlichen

Gut zur Ware. Knappe

Ressourcen wie das Wasser erregen

immer mehr die Aufmerksamkeit internationaler

Finanzmarktakteure. Wasserfonds

quellen aus dem Boden. In

vielen Ländern wächst der Investitionsbedarf

in die Wasserversorgung

enorm. Daraus haben Anleger in den

letzten Jahren hohe Aktiengewinne

lukriert.

Neue Konzessionsrichtlinie der EU

Der „Vorschlag für die Richtlinie des

EU-Parlaments und des Rates über

die Konzessionsvergabe“ hat heftige

Debatten ausgelöst. Besonders das

Ziel, den Zugang der Wirtschaft zu

Konzessionsmärkten wie der Wasserversorgung

zu verbessern und die

Pflicht zur EU-weiten Ausschreibung,

wenn der Wasserversorger nicht nur

kommunal ist oder über 20% Umsatz

am freien Markt erzielt, wurden als

„Privatisierung durch die Hintertür“

bezeichnet. EU-Bürger sind initiativ,

der Vorschlag wird weiter diskutiert.

Die EU-Bürgerinitiative

zum Thema Wasser ist die bisher

größte gesamteuropäische und be -

reits über 1 Million Mal unterzeichnet:

Wasser und sanitäre Grundversorgung

sind ein Menschenrecht

Wasser ist ein öffentliches Gut, keine

Handelsware. Wir stellen nachdrücklich

folgende Forderungen:

1. Die EU-Institutionen und die Mitgliedstaaten

haben die Aufgabe,

dafür zu sorgen, dass alle Bürger

und Bürgerinnen das Recht auf

Wasser und sanitäre Grundversorgung

haben.

2. Die Versorgung mit Trinkwasser

und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen

darf nicht den Binnenmarktregeln

unterworfen werden.

Die Wasserwirtschaft ist von

der Liberalisierungsagenda auszuschließen.

3. Die EU verstärkt ihre Initiativen,

einen universellen Zugang zu Wasser

und sanitärer Grundversorgung

zu erreichen.

www.right2water.eu

brunnenviertler | März 2013 5


Wasser im Brunnenviertel

Wassergeschichte

Das Brunnenviertel verdankt seinen

Namen der Geschichte des Wassers

in Neulerchenfeld.

1785 an einem Septembertag um

1 Uhr morgens begann ein Kuhstall

zu brennen. Das Feuer breitete sich

rasch aus. Um 4 Uhr früh erschien

sogar der Kaiser Josef II. zu einem

Lokalaugenschein. Zwei Stunden

später war der größte Brand in der

Geschichte Neulerchenfelds trotz

Wassermangels unter Kontrolle. Von

9 Häusern blieben nur die Mauern,

andere waren schwer beschädigt.

1786 errichteten die Neulerchenfelder

Ecke Neulerchenfelder Straße und

Brunnengasse einen monumentalen

öffentlichen Brunnen, nachdem der

Kaiser ihr Ansuchen, sich an die Hofwasserleitung

anschließen zu dürfen,

bewilligt hatte. Ein Kommunikationspunkt,

um den sich bald der

„Brunnenmarkt“ entwickelte.

1832 brach eine Cholera-Epidemie

aus. Die Menschen bezogen Trinkwasser

noch aus Hausbrunnen, die

durch mangelnde Kanalisation immer

wieder verseucht wurden.

1874 erfolgte der Anschluss Neulerchenfelds

an die eben errichtete

1. Wiener Hochquellwasserleitung.

Das Zeitalter der Bassena konnte

beginnen.

2010 haben alle Lebensmittel- und

Imbissstände am Brunnenmarkt ihren

eigenen Wasser- und Kanalanschluss.

2013 Die Bezirksmuseen zeigen die

Geschichte der Feuerwehr. Die erste

in Neulerchenfeld gründete 1869

Josef Kupka in der Kirchstetterngasse.

Zu sehen bis 15. Dezember:

„Die Wiener Feuerwehren“ Eröffnung

10. März, 10-16 Uhr, Bezirksmuseum

Ottakring, Richard-Wagner-Platz 19b

Wasser-Volksabstimmung

Die kommunalen Betriebe bieten der

Wiener Bevölkerung wichtige Dienstleistungen,

zum Beispiel Wasser,

Kanal, Müllabfuhr, Energie, Spitäler,

Gemeindewohnbauten und öffentliche

Verkehrsmittel. Sind Sie dafür, dass

diese Betriebe vor einer Privatisierung

geschützt werden?

Sagen Sie ihre Meinung, beteiligen Sie sich

an der Volksbefragung vom 7. – 9. März.

Bezahlte Anzeige

Bezirksvorsteher Franz Prokop erfrischt sich

am öffentlichen Trinkbrunnen auf dem

Brunnenmarkt Ecke Grundsteingasse.

Die Gedenktafel erinnert an den Brunnen,

der dem Brunnenmarkt den Namen gab und

1871 von der Neulerchenfelder Straße hierher

verlegt wurde, um der Pferdetramway

Platz zu machen.

Brunnen für Afrika

Die Kaufleute der IG Brunnenviertel

haben sich entschlossen, ihren Beitrag

zum Weltwassertag zu leisten. Wir un -

terstützen „Menschen für Menschen“

beim Aufbau der Wasserversorgung

in Borena in Äthiopien. Besuchen Sie

uns am 22. März. Spornen Sie uns

an, möglichst viel zu spenden. Mehr

auf den Mitgliederseiten 8 und 9.

Wasser ist Bildung

Wasser holen, oft ein Marsch von

vielen Kilometern täglich, ist Frauenund

Mädchenarbeit. Zeit, die besser

genutzt werden könnte. Der Schauspieler

Karlheinz Böhm reiste 1981

nach Äthiopien und verliebte sich

nicht nur in das Land. Almaz Böhm ist

seit 2011 Vorstandsvorsitzende der

Organisation „Menschen für Menschen“,

die ihr Mann gründete.

„Integrierte ländliche Entwicklungs -

projekte“ in den Bereichen Bildung,

Landwirtschaft, Wasserversorgung,

Gesundheit, Infrastruktur, Soziales

und die Besserstellung der Frau werden

gemeinsam mit der Bevölkerung

umgesetzt. 4,6 Millionen Menschen

profitieren mittlerweile von dieser

Kooperation. 12 Entwicklungsprojekte,

von denen zwei bereits zur Gänze

in die Hände der Bevölkerung übergeben

werden konnten, verbesserten

die Lebensbedingungen in einem

Gebiet von 2/3 der Fläche Österreichs.

www.menschenfuermenschen.at

Wasser bedeutet Leben.

Für das Projekt „Wasser für Afrika“

haben sich viele Organisationen und

NGOs zusammengeschlossen, um

einen Beitrag zu den UN-Millennium-

Entwicklungszielen 2015 zu leisten.

Gemeinsam sollen Gelder für fünf verschiedene

Projekte in vier afrikanischen

Ländern gesammelt werden.

Die Projekte werden von den Beteiligten

direkt vor Ort umgesetzt, um

effektives Handeln zu gewährleisten.

www.wasserfuerafrika.de

6 brunnenviertler | März 2013


NONO, NonstopNordzeile in voller Aktion. Straßenraum für Kommunikation und Entspannung.

Wasserwissen

Quelle der Wassergeschichte ist das

Buch „Auf Ottakrings Spuren“. Hochinteressant

beschreibt es die Geschichte

Ottakrings und Neulerchenfelds

und beginnt vor 6000 Jahren. „Wasser“

vermittelt Kindern anschaulich

Fachwissen. Ideal für Schulprojekte

und Referate. Erhältlich in der neuen

Kinderbuchhandlung pippilotta.

„Wasserpolitik“: Nichts verdeutlicht die

Bedeutung einer öffentlichen Gemeinwohlsicherung

stärker als die Frage

der Wasserversorgung.

Jahr des Wassers

Das Prinzip aller Dinge ist Wasser.

Aus Wasser ist alles, und ins Wasser

kehrt alles zurück.

Wasser ist der Ursprung von allem

- Wasser ist Leben.

Thales von Milet – griech. Philosoph

Ein Weltwassertag ist schön, aber

nicht genug, darum wurde das ganze

Jahr unter dieses Motto gestellt. Für

mich als Installateur ist Wasser das

Motto meines ganzen Lebens.

Wien hat wirklich ein wunderbares

weltberühmtes Trinkwasser. Wer aber

einmal direkt von der Quelle der 1.

Wiener Hochquellenwasserleitung in

Kaiserbrunn trinken konnte, spürt den

Unterschied. Denn es verliert ein

wenig durch den 95 Kilometer langen

Leitungstransport.

Bassena spendet Wasser

Naheliegend, dass ich sofort von der

Aktion „Brunnen für Afrika“ begeistert

war. Schließlich steht ein Dorfbrunnen

so wie die Bassena für die Kommunikation

en passant beim Wasser holen.

In Wien war die Bassena der Schritt,

den Menschen Zugang zu sauberem

Trinkwasser zu ermöglichen. Klar

dass wir einen besonderen Beitrag

leisten wollen, damit auch andere in

diesen Genuss kommen können.

Freitag den 22. März, am Weltwassertag,

spenden wir 20% Ihrer Getränkerechnung für

die Wasserversorgung von Borena in Äthiopien.

Wir freuen uns auf zahlreichen Besuch!

Karl Haberfellner, Bassena 33, Wiener

Kaffeehaus, Neulerchenfelder Straße 33

Wasserbelebung

20 Jahre Weltwassertag

Ich habe sowohl privat als auch in

meinem Betrieb kleine Geräte in die Zahlreiche Kaufleute im Brunnenviertel

spenden der Organisation

Wasser: Band 40 aus der Reihe memo, Hauptzuleitung eingebaut, die nach

Wissen entdecken. Deutschsprachige Ausgabe

Dorling Kindersley Verlag GmbH, wertvolle Nass in seiner Vitalität wie-

und unter stützen damit

meiner persönlichen Erfahrung das „Menschen für Menschen“

München 2011, 72 Seiten

der stärken. Darüber hinaus fällt mir den Aufbau der

€ 10,30, ISBN: 978-3-8310-1911-3

positiv auf, dass sie auch Kalkablagerungen

in Leitungen, Boilern und Borena in Äthiopien.

Wasser versorgung in

Petra Dobner: Wasserpolitik

Zur politischen Theorie, Praxis und Kritik

globaler Governance

Geräten verringern und damit deren 20 Cent für jeden

suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1958, Lebensdauer erhöhen. Sogar das Einkaufsbesuch,

20

Broschur, 400 Seiten, € 14,40

Duschen ist ein größeres Vergnügen, 20% für jedes

ISBN: 978-3-518-29558-8

weil sich das belebte Wasser auf der Getränk, das

Alfred Schiemer: Auf Ottakrings Spuren, Haut spürbar weicher anfühlt. Ein Sie in der

Historische Streifzüge zwischen Gürtel und

erschwinglicher Luxus.

Bassena 33

Gallitzinberg

Edition Volkshochschule, 2. Auflage 2011, Marvan TAM, Ihr Installateur/Solarteur konsumieren.

352 Seiten, € 21,70, ISBN: 3-900 799-261 Neulerchenfelder Straße 33

Am 22. März!

brunnenviertler | März 2013 7


Brunnen für Afrika

Für Sie da

Besuchen Sie uns am 22. März, dem Weltwassertag.

Spornen Sie uns an, möglichst viel zu spenden.

Wir unterstützen „Menschen für Menschen“ beim Aufbau

der Wasserversorgung in Borena in Äthiopien.

Gespendet wird überall, wo Sie den Wassertropfen sehen:

Wir legen für jeden Einkaufsbesuch

20 Cent in die Büchse.

Und die Bassena 33 wirft sogar

20% Ihrer Getränkekonsumation in

die Spendenbox.

20

Balance, nein Balisto, mit Joghurt und zarter Schokolade schenken

Ihnen die Kaufleute der IG ab 20. März, solange der Vorrat reicht.

1 Raiffeisen in Wien

BERATUNG wird bei uns groß -

geschrieben. Gerne beraten wir

auch in Türkisch und Serbisch.

Ottakringer Straße 67

T: 051700-64100

5 Hotel Donauwalzer

Café/Bar 24 Stunden geöffnet.

Öffentlich zugänglicher Wellness -

bereich. „All you can eat“ Frühstücksbuffet

tägl. bis 10 Uhr

Ottakringer Str. 5, T: 405 76 45

www.donauwalzer.at

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T: 406 75 71, F: 406 75 71-15

www.stern-apotheke.at

6 Dellago –

Das Lokal am Yppenplatz

Szenebar und italienische Spezialitäten,

Küche bis 22 Uhr

Tägl. 9 – 24 Uhr, Fr – Sa bis 2 Uhr

Winter: ab 11 Uhr, Sa ab 9 Uhr

Payergasse 10, T.: 95 747 95

www.dellago.at

3 SKRIBO Papier Kerbl

Büroprofi – Großhandel

Sie schreiben Ihre Karriere, wir

haben das Zeug dazu.

Ottakringer Straße 23

T: 405 47 45, F: 408 90 73

www.papier-kerbl.at

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7 Café Müller

Gaststätte, Café

Genießen Sie die Hausmannskost

unserer Küchenchefin

Yppengasse 2, T: 406 26 28

4 VinziShop

schön und gut

Mo 13-18, Di – Fr 10-18,

Sa 10-15 Uhr,

Veronikagasse 25

T: 40 63 354, www.vinzi.at

8 Caritas markt_platz

Sozialökonomisches Projekt

Handwerkliche Dienstleistungen,

Spezialitäten & Kunsthandwerk

Stand 165 am Yppenmarkt, Höhe

Payergasse 14, Mo-Fr 10-18 Uhr,

Sa 10-17 Uhr, T: 585 19 03-40,

marktplatz.yppenplatz@caritas-wien.at

8 brunnenviertler | März 2013


die IG Kaufleute Brunnenviertel

9 Kiosk Perzel

Mit Rauch geht’s auch!

Mo bis Do 6 – 12.30, 15 – 18.30;

Fr 6 – 18.30 durch gehend;

Sa 6 – 13 Uhr

Nordzeile,

Yppengasse/Payergasse

16 Schuhe Hanzl

Schuhe, Taschen und mehr

preisgünstige Angebote

Brunnenmarkt Stand 26

vor Brunnengasse 42

10 Bäckerei Gül

Alles frisch gebacken von Baguette

bis Börek

Ipek & Co HandelsgesmbH

Yppenplatz 7/3, T: 408 90 17

17 Friseur Salon Marija

für Damen – Herren – Kinder

Wir kümmern uns um

Ihr Erscheinen!

Grundsteingasse 14

T: 406 91 88

www.friseur-marija.com

11 Staud’s Wien

Süß & sauer

Di bis Sa 8.00 – 12.30 Uhr

Fr auch 15.30 – 18.00 Uhr

Ecke Brunneng./Schell -

hammergasse, T: 406 88 05,

F: Dw 12, www.stauds.com

20

18 Café Concerto

Konzerte – Sessions – DJs ...

Di – Sa ab 19 Uhr

(Keller ab 21 Uhr),

So, Mo Ruhetag

Lerchenfelder Gürtel 53

www.cafeconcerto.at

12 Fleischerei Sterkl

Fleisch- & Wurstwaren

Wir sind für Sie da

Mo, Mi 7-14; Di, Do, Fr 7-18;

Sa 6.30-13 Uhr

Brunnengasse 62

T: 406 47 15

20

19 Marvan TAM GmbH

Installationen-Heizung-Bad

Wir verkaufen auch Glühbirnen

Neulerchenfelder Str. 33

T: 406 31 63, F: 406 52 47

www.marvan.at

20

13 Vorarlberger Käsestand

Käse aus dem Ländle, internationale

Spezialitäten, Nüsse, Trockenfrüchte

Sefik Beyti Özcan KG

Marktstand vor Brunnengasse 67

T: 0676-477 29 30

E: sefikbeytiozcan@yahoo.com

20 Bassena 33

Wiener Kaffeehaus

Klatsch und Tratsch im Brunnenviertel.

Mo – Fr 7-22 Uhr,

Sa 8-20 Uhr, Events bis 24 Uhr

Neulerchenfelder Str. 33

T: 49023661, bassena33@chello.at

20

14 Käseparadies

Unsere Käsespezialitäten vom Feinsten

schmecken jeder Käsemaus!

Azmi Ersoy KEG, Brunnenmarktstand

84

21 Rema Print GmbH

Offset-Druckerei

Wir drucken vom Plakat und Buch

bis zur Visitenkarte fast alles und

übernehmen auch die Gestaltung.

T: 0699-1121311-4 und -5

E: ugurersoy1@gmail.com

Neulerchenfelder Straße 35

T: 403 89 26, www.remaprint.at

15 Blumen Weiser

Blumenwaren, Gestecke

Es grünt so grün, wenn

Brunnenmarkts Blüten

blühen!

Brunnengasse 59,

T/F: 409 04 39

20

Der brunnenviertler ist auch

im Netz zu finden:

www.brunnenviertel.at

auf Brunnenviertler Magazin

klicken.

22 PSG

Wirtschaftstreuhänder

Mag. Michael Perner

1020 Wien,

Nordbahnstraße 36/3/2/3

T: 523 74 93-30, F: 523 74 93-33

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brunnenviertler | März 2013 9


Architektur

IP-TWO

Lerchenfelder Gürtel / Grundsteingasse: Grashopper & IP-TWO, das Impulszentrum Zwei,

Architekten: BKK-3: Johnny Winter (1949 – 2012), Franz Sumnitsch

Ende der 70er Jahre

Die Weinleserinnen kicherten unter

ihren Kopftüchern hervor: Ob ich

einen Freund habe, wie es in Wien so

geht, was ich von Atomkraft halte.

Wie ich zu dieser Befragung komme?

Durchs Studium der Architektur,

genauer gesagt durch den Fachbereich

„Bauen auf dem Lande“.

Eine Gruppe Höhersemestriger hatte

sich des gestellten Studienthemas

konkreter angenommen und die Menschen

in einem Ort im Weinviertel

besucht. Die vordringlichste Planungsaufgabe

für das Dorf, so stellte sich

heraus, wäre eine Leichenhalle. Diese

Bauaufgabe entsprach den Perspektiven

dieser Weinbauern, lange vor

dem Glykol-Skandal. Die Studenten

wollten für die Zukunft, nicht für das

Jenseits entwerfen und entschlossen

sich, als Weinlesehelfer die Situation

und Möglichkeiten zu erforschen.

Es entstand eine Dokumentation mit

dem Titel „Wir sind am Ende, was

bringt die Wende?“ Gebaut wurde

vorerst nichts. Aber es hat viel

gebracht. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten

verbesserten sich durch die

studentisch-bäuerlichen Kontakte:

Direktvermarktung nach Wien, auch in

ein Szenelokal, sowie der Einstieg

eines Bauern in den biologischen

Weinbau gingen aus dieser fruchtbaren

Kommunikation hervor.

Und die Dorfgemeinschaft errichtete

in Eigeninitiative einen Kinderspielplatz.

Wiederaufbau in Venzone

Ich war sofort begeistert dabei, als die

gleiche Gruppe nach dem verheerenden

Erdbeben 1976 in Norditalien von

Architekt Pirzio Biroli zum Mitwirken

am Wiederaufbau in Friaul eingeladen

wurde.

Fachkompetenz konnte einen ideologischen

Richtungsstreit entschärfen.

Es entstand eine Symbiose zwischen

der Forderung, alles genauso aufzubauen

wie es war, und dem Anspruch,

einen zeitgemäßen Standard für die

Häuser zu erreichen. Überdies führte

die Auseinandersetzung zu einer Art

„Kommassierung“: Ähnlich wie in der

Landwirtschaft konnte durch Erbschaft

verstreuter Zimmerbesitz abgetauscht

und zu schönen Wohnungen

zusammengefasst werden.

Architekt Johnny Winter

habe ich bei diesen beiden Arbeiten in

unserem Studium als sensiblen Kollegen

kennen und schätzen gelernt, als

Zuhörenden, Fragenden, den Dingen

auf den Grund Gehenden. Adäquate

Lösungen für gestellte Aufgaben zu

entwickeln, dazu gehört selbstverständlich,

die Aufgabenstellung selbst

in Frage zu stellen. Kritisches Denken

prägte auch seine Tätigkeit in der

Gebietsbetreuung im ersten Assanierungsgebiet

in Ottakring.

Für die Anregungen, die ich von ihm

erhalten habe, bin ich dankbar. Sie

haben meine eigene Arbeit stark

beeinflusst.

Brigitta Maczek

Impulszentrum Zwei. Schräg bewegt

man sich ins Innere des Bürohauses

am Lerchenfelder Gürtel, Ecke Grundsteingasse.

Eine Rampe führt in die Eingangshalle.

Die weißen Brüstungsringe der

Erschließungsflächen lenken den Blick

durch die lichte luftige Halle bis unters

Dach. Ein zentraler Raum, der Aufenthalt

und Begegnungen außerhalb der

Büros ermöglicht.

Im Sommer besteigt man den als

Schanigarten nutzbaren Grashopper.

Neues Wohnen

Von den Gemeinschaftswohnprojekten,

an denen Johnny Winter mitgewirkt

hat, ist eines in der Bachgasse

in Ottakring; die Sargfabrik und die

Miss Sargfabrik im 14. Bezirk sind

wohl die bekanntesten.

Dass die Bewohner, die sich zum Verein

für Integrative Lebensgestaltung

zusammengeschlossen hatten, an der

Planung intensiv beteiligt waren, ist

selbstverständlich. Konsequent stellte

Johnny Winter die Frage, was können

wir für den Stadtteil tun, in dem wir

leben wollen. Dass die Gruppe auch

einen mittlerweile sehr beliebten Veranstaltungsort,

Seminarräume und ein

öffentlich zugängliches Badehaus mitgebaut

hat und betreibt, zeichnet die

Sargfabrik vor vielen anderen Hausgemeinschaftsprojekten

aus.

Johnny Winter wurde für sein

Engagement ausgezeichnet:

1996

mit dem Adolf Loos-Architekturpreis.

2011

mit dem Goldenen Ehrenzeichen des

geförderten Wiener Wohnbaus.

Im Jänner 2013

konnte er den Preis der Stadt Wien

für Architektur nicht mehr persönlich

entgegennehmen.

10 brunnenviertler | März 2013


und Gesellschaft

20 Jahre Architekturzentrum

Das Architekturzentrum Wien wird 20!

Ein guter Grund zu feiern, denn in den

vergangenen zwei Jahrzehnten hat

sich das Az W sowohl national als

auch international einen Namen als

bedeutendes Kompetenzzentrum für

moderne und zeitgenössische Architektur

erworben.

In netter Gesellschaft am Brunnenmarkt ein gutes Glas Wein zu trinken ist wunderschön,

besonders im Frühling südlich des Yppenparks in der „Südzeile“.

Bereits bei der Gründung im Jahr

1993 wurden folgende Zielsetzungen

formuliert: Architektur präsentieren,

diskutieren, publizieren und archivieren.

Stand in den ersten Jahren die

Präsentation und die Vermittlung von

Architektur im Mittelpunkt der Aktivitäten,

so konzentriert sich das Az W

heute auch auf sämtliche Aufgaben

eines klassischen Museums: das

Sammeln, Bewahren und Erforschen.

Als einzige Institution in Österreich

widmet sich das Architekturzentrum

Wien kontinuierlich der intensiven Aufarbeitung

und Bewahrung der Architekturgeschichte

der Moderne dieses

Landes und dient als internationale

Anlauf- und Schnittstelle.

2012 war in Hinblick auf BesucherInnenzahlen,

Medienberichterstattung

und Produktivität das bislang erfolgreichste

Jahr für das Architekturzentrum

Wien. Organisiert, kuratiert und

konzipiert wurden 24 Veranstaltungen

in verschiedenen Formaten, rund 440

Workshops für Kinder, Jugendliche

und Erwachsene und 95 Architektur-

Tours, sowie insgesamt 9 Ausstellungen

– drei davon wurden als Wanderausstellungen

an 6 Orten im Ausland

gezeigt.

Ein großes Ziel des Az W ist es, das

Bewusstsein der Öffentlichkeit für die

notwendige Bewahrung des kulturellen

Erbes der Architektur zu stärken.

Denn Architektur – die Gestaltung

unserer Umwelt – beeinflusst alle

Lebensbereiche und prägt unsere

Gesellschaft nachhaltig.

Das Gold des Az W

Die Sammlung

20 Jahre – jetzt ist der richtige Zeitpunkt,

die bislang unbekannte Samm -

lung des Architekturzentrum Wien ins

Rampenlicht zu rücken: Eine Schau

der interessantesten Sammlungsobjekte,

mit Fokus auf der österreichischen

Architektur nach 1945, wird

mit Frühlingsbeginn zugänglich sein.

Die Jubiläumsausstellung dokumentiert

mit Entwurfszeichnungen, Plänen,

Skizzenbüchern, Fotos und

Modellen wichtige Epochen der

österreichischen Architektur, darunter

herausragende Entwürfe, wegweisende

Gebäude, wenig bekannte Kleinode

und einzigartige Werke von vorrangig

österreichischen ArchitektInnen.

Die Ausstellung gewährt auch einen

umfassenden Blick hinter die Kulissen

der Archivtätigkeit, auf die Fundorte

der Vor- und Nachlässe und die Werkzeuge,

die für die Bearbeitung vonnöten

sind. Sie lässt Stimmen und Bilder

aus dem Archiv plaudern mit

Anekdoten besonders aufregender

und interessanter Sammlungsgeschichten.

Auch die allerneuesten

prominenten Zugänge werden präsentiert.

Das Gold des Az W. Die Sammlung

Ausstellung: 21.03 2013 bis 22.07.2013

Öffnungszeiten: Täglich 10 – 19 Uhr

Eröffnung: Mittwoch, 20.03.2013, 19 Uhr

1070, Museumsplatz 1 (Ecke Burggasse)

Im Museumsquartier www.azw.at

Alles fürs kreative Büro

Schreiben, Drucken, Ordnen, Kleben,

Aufbewahren, Speichern, Kalkulieren,

Planen, Kennzeichnen, Organisieren,

Tragen, Ablegen, Löschen, Markieren,

Beschildern, rechnen Sie mit uns.

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Papier Kerbl gewerblichen Kunden im

Sortiment, vom Aktenzwirn bis zum

Zahlenregister, damit Sie diese Aufgaben

kreativ und professionell bewältigen

können.

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finden Sie noch schneller zur

gewünschten Auswahl, z.B:

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Maus, Kaffeemaschine, Ladegerät,

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Ihnen gleich ins Haus und nehmen

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brunnenviertler | März 2013 11


Literarisches für

Barbara Coudenhove-Kalergi:

Zuhause ist überall, Erinnerungen

Verlag Zsolnay/Deuticke, 2013, 336 Seiten

€ 23,60 ISBN 978-3-552-05601-5

Barbara Coudenhove-Kalergi liest

aus ihrem eben erschienenen Buch.

Platzreservierung erforderlich!

Dienstag, 12. März 19.30 Uhr

Kunstraum Ewigkeitsgasse

17., Thelemanngasse 6

Anmeldung: awoschitz@gmx.at

Eintritt € 15,-

Maria Mesner, Heidi Niederkofler, (Hg.)

Johanna Dohnal – Ein politisches Lesebuch

Mandelbaum Verlag, 2013, 252 Seiten

€ 19.90, ISBN: 978385476-407-6

Foto: kollektiv fischka/fischka.com

Zwei besondere Frauen

Die bekannte Journalistin Barbara

Coudenhove-Kalergi und die ehemalige

Frauenministerin Johanna Dohnal

sind sehr verschieden aufgewachsen.

Barbara wurde 1932 in eine deutschsprachige

aristokratische Prager

Familie geboren. Johanna kam 1939

als uneheliches Kind zur Welt und lebte

bei ihrer Großmutter im 14. Bezirk

in Wien.

Beide erlebten auf unterschiedliche

Weise, was es heißt, marginalisiert,

gesellschaftlich an den Rand gedrängt

zu werden. Das machte sie empathisch,

empfänglich für die Probleme

anderer und unglaublich engagiert.

1939 marschierte die deutsche Wehrmacht

in Prag ein. 1945, Barbara war

gerade 13, wurde die Familie aus

Böhmen vertrieben. Sie kamen mittellos

in Österreich an, konnten aber hier

arbeiten und langsam ihre Existenz

sichern. 1951 begann Coudenhove-

Kalergi ein Dolmetschstudium, war

aber bald als Journalistin tätig. Zuerst

bei der Presse, dann bei Neues

Österreich, Arbeiterzeitung, Kurier und

Profil. Bekannt wurde sie in der Osteuroparedaktion

des ORF in den 70er

Jahren.

Johanna begann eine Lehre als Industriekauffrau,

mehr war finanziell nicht

möglich. Sie, geborene Dietz, heiratete

1957 und brachte ihre beiden Kinder

‘59 und ‘61 zur Welt. Die Familie

lebte in einer kleinen Gemeindewohnung.

Johanna Dohnal begann kurz

nach der Geburt des 1. Kindes wieder

zu arbeiten und wurde nach dem

2. gekündigt. Mangels leistbarer Kinderbetreuung

nahm sie Heimarbeit an

und konnte erst 1969 eine Anstellung

als Sekretärin finden. Seit 1956 Mitglied

der SPÖ, wurde sie 1969

Bezirksrätin im 14. Bezirk und 1971

Vorsitzende der SPÖ-Bezirksfrauen.

Bald wechselt sie in den Landtag und

Gemeinderat, initiiert das erste Frauenhaus

in Wien. 1979 wird sie Staatssekretärin

für allgemeine Frauenfragen.

Auch Barbara Coudenhove-Kalergi

heiratete, in den 60er Jahren, den

Reformkommunisten Franz Marek.

Die Ehe trennte 1979 der Tod ihres

geliebten Gatten, die Ehe von Johanna

Dohnal der Scheidungsrichter.

1990-95 war Dohnal die erste Frauenministerin

Österreichs. Nach ihrer

unfreiwilligen Entlassung aus diesem

öffentlichen Amt engagierte sie sich

weiter, bis zu ihrem Tod 2010.

Das eben erschienene politische

Lesebuch veranschaulicht Frauenpolitik

der letzten drei Jahrzehnte und

stellt sie in einen zeithistorischen Kontext.

Jedem Themenbereich folgt

daher eine Analyse, verfasst von

Autorinnen aus dem politischen

Umfeld. Größere Zusammenhänge

werden sichtbar, eine Standortbestimmung

möglich.

Nachlesen kann man Reden zu folgenden

Themen:

Gewaltverhältnisse und Geschlecht,

Fristenregelung, Geschlechterdemokratie

und Quotendiskussion, Wohlfahrtsstaat

und Sozialpolitik, Friedensbewegung,

Bildungsreformen, Lohngerechtigkeit,

Internationale Frauenpolitik

und Menschenrechte sowie

Visionen und Perspektiven zur Frauenpolitik.

Barbara Coudenhove-Kalergi ging

1991-95 als ORF-Korrespondentin in

ihre Geburtsstadt Prag. Heute lebt sie

wieder in Österreich, schreibt als freie

Journalistin, ist Herausgeberin einiger

Bücher über osteuropäische Staaten.

Engagiert sich für Flüchtlinge und

unterrichtet sie. Vertreibung und

Flucht musste sie ja selbst erleben.

Eigentlich war ihr nicht daran gelegen,

ihre Biografie zu schreiben. Aber sie

ist nun einmal Zeitzeugin und kann

uns so ein Stück Geschichte persönlich

näher bringen.

12 brunnenviertler | März 2013


Groß & Klein

Mehrsprachig

Für die beeindruckende Karriere der

Osteuropakorrespondentin Barbara

Coudenhove-Kalergi war es sicher

enorm hilfreich, mit Deutsch und

Tschechisch, also mit einer germanischen

und einer slawischen Sprache

aufgewachsen zu sein.

Studien weisen darauf hin, dass

mehrsprachige Menschen kreativer

sind und leichter lernen. Vorausgesetzt,

man beherrscht eine Sprache

wirklich gut.

Kinder mit verschiedener Muttersprache,

die miteinander lernen, könnten

sehr leicht voneinander lernen. Erfreulicher

Weise gibt es immer mehr zweisprachige

Kinderbücher.

„Das kleine Ich-bin-ich“ der Kinderbuchklassiker

von Mira Lobe (Text)

und Susi Weigel (Buchidee und Zeichnungen)

aus dem Jahr 1972 wurde in

viele Sprachen übersetzt. 2010

erschien es in Deutsch, Türkisch, Serbisch

und Kroatisch, zusammengefasst

in einem Buch. Dass auf diese

Weise die Identitätssuche des kleinen

bunten Tieres um die Frage nach der

sprachlichen Identität ergänzt wird,

bereichert das seit 40 Jahren beliebte

Buch.

sie zwei Kinder hatte. 1950 bekam ihr

Mann ein Engagement in Wien, und

man übersiedelte.

Susi Weigel kam 1914 in Mähren zur

Welt, studierte an den beiden Kunstakademien

in Wien und arbeitete als

Illustratorin für Zeitungen und Zeitschriften,

dann als Trickfilmzeichnerin

in Berlin, und kehrte nach dem Krieg

nach Österreich zurück.

Hier begann die fruchtbare Zusammenarbeit

der beiden Frauen, die bis

zum Tod von Susi Weigel 1990

anhielt. Maria Lobe verstarb 1995.

Kinder, Kinder

Linda Wolfsgruber wurde 1961 in

Südtirol geboren und lebt in Wien mit

Blick auf den Park am Yppenplatz.

Sie illustriert Kinderbücher – aber

auch das Spiel der Kinder selbst ist

Gegenstand künstlerischer Arbeiten,

die sie in Buchform veröffentlichte,

z.B. „Yppenplatz 4356 m2“ mit Texten

von Bodo Hell und Gertrude Henzl.

Seit 1990 schreibt sie auch selbst. Sie

wurde bereits mit vielen Kinder- und

Jugendbuchpreisen ausgezeichnet.

„Der Elefant und der Schmetterling“

ist neu im Buchhandel erhältlich.

pippilotta, die neue Kinderbuchhandlung

pippilotta hat eröffnet

Franziska Schweizer, viele Jahre Sortimentsleiterin

im Kinderbuchladen der

Spielzeugschachtel, freut sich auf

Ihren Besuch. Sie finden Vorlese-,

Märchen-, Erstlese-, Bilder-, Kinder-,

Ju gend-, Hör-, Lyrik-, Lieder- und Kindersachbücher,

Mehrsprachiges z.B.

Türkisch, Englisch, Lernspiele, Ratgeber

... „Ich verstehe mich als Nahversorgerin

und bestelle gerne auch

jedes Buch für Erwachsene.“

Neulerchenfelder Straße 41, T: 403 09 18

Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 9-14Uhr

www.pippilottakinderbuch.at

Autorin und Illustratorin

Verschieden in ihrer Herkunft, haben

Mira Lobe und Susi Weigel zusammen

einen fast 1 Million Mal verkauften

Bestseller und weitere über 40

Bücher geschaffen.

Die 1913 in Schlesien geborene Mira

Lobe zeigte ihr Talent schon bei

Schulaufsätzen. Als Jüdin war ihr ein

Studium verwehrt, so lernte sie

Maschinenstrickerin an der Berliner

Modeschule. 1936 nach Palästina

geflüchtet, heiratete sie 1940 den

Schauspieler Friedrich Lobe, mit dem

Maria Lobe (Text), Susi Weigel (Illustration):

Das kleine Ich bin ich – vier Sprachen

in einem Band. Deutsch, Türkisch, Serbisch und

Kroatisch, Neuauflage 2010, 64 Seiten, € 16,90,

ISBN 978-3-7026-5830-4, ab 3 Jahren

E. E. Cummings, Hanne Gabriele Reck

(Übers.), Linda Wolfsgruber (Illustr.)

Der Elefant und der Schmetterling

Gerstenberg Verlag, 32 Seiten, € 14.40, ISBN

978-3-8369-5440-2, ab 4 Jahren

brunnenviertler | März 2013 13


Wo finden Sie ihre

Als feinste Wachteleier bei Staud’s

Als Spiegeleier in der Erdäpfelpfanne

Im Erdäpfelknödel getarnt zu Geselchtem

Oder kreieren Sie Osterbrötchen ganz ohne

Wie auch immer, es kommt ganz

auf Ihre Phantasie an,

mit der Sie sich und den Ihren

Freude und ein kulinarisches

Vergnügen bereiten.

Ostermarkt Yppenplatz 9

Samstag 23.März

Dabei werden sein: Naturkosmetik –

Grenzenlose Leprahilfe Senegal und

das Projekt LIMDA. Wer organisiert

diesen Markt?

Lena Schwentenwein

die, wie sie uns verrät, auch gerne mit

NONO NonstopNordzeile zusammenarbeitet.

Die Künstlerin absolvierte die

Fachklasse Strick- u. Wirkmodendesign

an der Modeschule Hetzendorf,

studierte Medieninformatik an der TU

Wien, Digitale Kunst an der Universität

für angewandte Kunst und Informationsdesign

an der FH Joanneum.

Sie arbeitet als Szenografin und

Kostümbildnerin für Theaterproduktionen

und inszenierte Konzerte.

www.lena-schwentenwein.at

Die „Initiative Yppenplatz 9“

ist noch ganz jung. Seit Oktober 2012

finden hier Ausstellungen und Präsentationen

von Kunst-, Kultur- und

sozialen Projekten statt.

Lena Schwentenwein will hier Raum

für Vernetzung und Ideenaustausch,

einen Begegnungsort für KünstlerInnen

und AnrainerInnen schaffen.

KooperationspartnerInnen:

made IN – made BY (mimb)

ist ein soziales Unternehmen, das

durch die Verarbeitung von Textilien

sichere Arbeitsplätze für MigrantInnen

in Wien schaffen will, um deren prekäre

Lebenssituation in Österreich zu

verbessern.

www.respekt.net/projekteunterstuetzen/details/projekt/274/

Projekt LIMDA

will die Kinder asylsuchender Eltern

mit Kindern aus der Nachbarschaft

zusammenbringen. Freundschaften,

Spiele, Spaß – die Kinder sollen ein

Stück Normalität erleben dürfen.

Stark für Kinder ohne Rechte!

www.limda.org

Fasten und Feiern …

Abwechslung macht das Leben

schön. Ob der Fastenmarkt zum

Fasten da ist? Ich gehe an den Ständen

in der Kalvarienberggasse entlang,

vorbei an Langos und Zuckerwatte.

Begrüße den Bamkraxler, der

sich vor der Kirche in die Höhe ringt.

Ob jetzt Jesus vorbeikommt und sagt

„Zachäus, steig schnell herab, denn

ich muss bis morgen in deinem Haus

bleiben.“ Zachäus, der laut dem

Evangelium nach Lukas auf einen

Maulbeerbaum geklettert ist, um den

Einzug von Jesus von Nazareth in

Jericho zu beobachten, steigt dann

schnell herab und nimmt ihn gastfreundlich

in seinem Haus auf. Eine

Geste, über die sich die Asylwerber in

der Votivkirche sehr freuen würden.

Ob ich so ein Spielzeug, mittlerweile

eine Rarität, erwerben kann? Angeblich

fertigen einige Standlerfamilien

den Bamkraxler noch in Heimarbeit

an. Familienbetriebe – davon gibt’s im

Brunnenviertel einige: Kerbl, die Weisers,

die Sterkls, Staud’s ...

Gestern habe ich Gerald Kerbl, der

von seinen Eltern das Papierfachgeschäft

übernommen hat, besucht.

Virtuell, auf der Homepage papierkerbl.at.

Eigentlich nur, um Kopierpapier

zu bestellen und liefern zu lassen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es im

Papierfachgeschäft eine Schultaschenaktion

gibt – ein passendes

Ostergeschenk für meinen Neffen?

Ostern, ob und wie ich das feiern

werde? Feiern! Johanna Staud hat

erst kürzlich ihren 90er gefeiert, in

kleinem Rahmen. In welchem Rahmen

könnte ich feiern? In einem silbernen

oder in einem goldenen? In

einem herzlichen, das wäre mir lieber.

Und in einem kulinarisch reichhaltigen.

Bewusst gefastet habe ich nicht, aber

vielleicht doch nur wenig gegessen.

Hunger macht sich bemerkbar.

14 brunnenviertler | März 2013


Ostereier?

… in der Osterzeit

Osterlamm, Osterschinken, Ostereier,

Osterfrühstück, -jause, -mittag, -

abendessen. Wann und zu welchem

Menü soll ich Freunde einladen?

Vom Kleinen ins Große. Ich könnte

zur Begrüßung Wachteleier überreichen,

die gibt’s vorgekocht bei

Staud’s. Marmoriert sind sie zur Tarnung

von Natur aus, die Färbung verleiht

ihnen etwas Apartes. Bereits im

alten Ägypten wurden sie als Delikatesse

geschätzt. Heilwirkung wird

ihnen auch zugeschrieben. Hildegard

von Bingen meinte, dass sie den

Organismus stärken. Dass sie das

Immun system stärken und Allergien,

speziell Heuschnupfen lindern können,

wird ihnen auch zugeschrieben.

Im Geschmack sind sie intensiver als

das 5-mal so schwere Hühnerei.

Straußeneier werde ich nicht im Viertel

finden, allerdings würde mir bereits

das Öffnen Schwierigkeiten bereiten.

Die 1,5 – 2 mm dicke Schale kann

problemlos das Gewicht eines

Erwachsenen tragen. Und der Inhalt

entspricht 25 Hühnereiern. Für eine

Eierspeis müsste ich viele einladen.

Als Straußeneier in Afrika, seit 1890 auch in Australien

Warum es zu Ostern so viele Ostereier

gibt? Ei wurde als flüssiges Fleisch

betrachtet und war daher in der

Fastenzeit verboten. Haltbar konnten

sie durch Einlegen in Kalkwasser oder

durch Kochen gemacht werden.

Und warum werden sie dann versteckt?

Damit man die Fülle des

Lebens nach der Fastenzeit neu entdecken

kann? Schön, wenn wir uns

freuen können wie die Kinder, wenn

sie ein Ostereierversteck aufspüren.

Verstecken! Bunte Eier in Briocheteig

einbacken, in Form von Lämmern,

Hasen, Hennen, Hähnen, Striezel?

Vielleicht finde ich so etwas in der neu

eröffneten Bäckerei Gül Ecke Brunnengasse

/ Schellhammergasse.

Was dort der Unterschied zwischen

Landbrot und Tiroler Brot ist, habe ich

schon herausgefunden. Landbrot wird

noch mit einer feinen Prise Kümmel

gewürzt.

Die Fleischhauerei Sterkl ist übrigens

in dem erst im Oktober erschienen

Buch „Die letzten Fleischhauer von

Wien“ bis auf weiteres versteckt. Das

Buch ist restlos vergriffen. Wir hoffen,

dass der Metroverlag schnell eine

Neuauflage herausbringt.

Florian Holzer, Georg Renöckl und

Arnold Pöschl beschreiben 25 Wiener

Fleischhauer, die verschiedener nicht

sein könnten, die aber eines eint:

Sie sind die Letzten ihrer Art, das

Bollwerk gegen anonymes, foliiertes

Fleisch in Schaumstoff-Tassen. Sie

sind die, die noch sagen können,

woher das Stück stammt, die es noch

selbst zerlegt haben, die wissen, wie

es schmecken kann und schmecken

soll. Eine Hommage an Fleischhauerinnen

und Fleischhauer, aber auch an

den Ort Fleischhauerei mit seiner

unverwechselbaren Atmosphäre.

Im Gesteck von Blumen Weiser versteckt,

zu finden in und vor Brunnengasse 59

Osterschinken erhält seinen Beinamen

zwar nur durch den Verzehr zur

besagten Zeit, doch in Brot eingebacken

schmeckt er besonders gut.

Haubenkoch Siegfried Kröpfl zauberte

mit wenigen Handgriffen und vielen

praktischen Tipps für die Zuseher

einen klassischen Osterschinken im

Brotteig in der Ostersendung von

Kost-Bar.TV unter tatkräftiger Mithilfe

von Hans Staud. Ob ich das auch

zustande bringen würde? Mit einem

saftigen Schinken aus der Fleischhauerei

Sterkl vielleicht schon.

Die Brunnenviertlerin

und alle Brunnenviertler

Kaufleute wünschen

Ihnen einen schönen

Frühlingsbeginn und

natürlich auch frohe

Ostern!

brunnenviertler | März 2013 15


Der Zustand

des Wassers

auf der Welt

ist ein Spiegel

unserer

Gesellschaft

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