Begründung

lauf.de

Begründung

Stadt Lauf a.d. Pegnitz Bebauungsplan Nr. 102 Begründung

„Laufer Sportpark Haberloh“

Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Begründung

Teil I

Ziele, Grundlagen und Inhalte des Bebauungsplanes

Bearbeitung:

Teil II

Grünordnungsplan und Umweltbericht

Bearbeitung:

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Stadtbauamt

- Planung -

Grosser-Seeger & Partner

Großweidenmühlstr. 28 a-b

90419 Nürnberg

__________________________________________________

Lauf a.d.Pegnitz, den

ENTWURF

Stadt Lauf a.d.Pegnitz

Stadtbauamt Lauf a.d.Pegnitz

i.A.

Benedikt Bisping

A. Nürnberger

1. Bürgermeister Bauamtsleiterin

- 1 -


Stadt Lauf a.d. Pegnitz Bebauungsplan Nr. 102 Begründung

„Laufer Sportpark Haberloh“

Inhaltsverzeichnis Teil I

Ziele, Grundlagen und Inhalte des Bebauungsplanes

1 Vorbemerkung 3

2 Planungsanlass und Entwicklungsziel 3

2.1 Planungsanlass 3

2.2 Planungsziele 3

3 Lage des Plangebietes und Geltungsbereich 4

3.1 Allgemeines 4

3.2 Lage im Stadtgebiet 4

3.3 Geltungsbereich 4

4 Städtebauliche Bestandsaufnahme 5

5 Übergeordnete Planungsvorgaben 6

5.1 Regionale und überregionale Planungsvorgaben 6

5.2 Flächennutzungsplan/Landschaftsplan 6

6 Planung und Festsetzungen des Bebauungsplanes 7

6.1 Städtebauliches Konzept 7

6.2 Art und Maß der baulichen Nutzung 7

6.3 Bauweise 7

ENTWURF

6.4 Erschließung 7

7 Immissionsschutz 9

7.1 Lärmschutz 9

7.2 Bodenkontamination 9

8 Denkmalschutz und Bodendenkmalpflege 9

9 Durchführung der Planung 9

10 Bodenordnende Maßnahmen 10

11 Erschließungskosten 10

- 2 -


Stadt Lauf a.d. Pegnitz Bebauungsplan Nr. 102 Begründung

„Laufer Sportpark Haberloh“

1 Vorbemerkung

Zweck der Aufstellung des Bebauungsplanes (verbindlicher Bauleitplan) ist die Schaffung von Festsetzungen

mit Angaben über die bauliche und sonstige Nutzung der Flächen innerhalb des räumlichen

Geltungsbereiches.

Diese Festsetzungen bilden die Grundlage für die Beurteilung und Genehmigung der Bauanträge,

auch während der Planaufstellung.

Sie sind Voraussetzung für die Erschließung und die Bodenordnung.

Die Aufstellung von Bebauungsplänen wird von der Gemeinde in eigener Verantwortung durchgeführt.

Das Verfahren selbst ist in den §§ 1 bis 13 des Baugesetzbuches (BauGB) geregelt. Regelungen

über die bauliche Nutzung von Grundstücken enthält die Baunutzungsverordnung (BauNVO). Als

Grundlage für die im Bebauungsplan verwendeten Planzeichen dient die Planzeichenverordnung

(PlanzV 90). Örtliche Bauvorschriften werden gemäß Art. 91 der Bayerischen Bauordnung (BayBO)

festgesetzt.

2 Planungsanlass und Entwicklungsziel

2.1 Planungsanlass

Der TV 1877 Lauf e.V. betreibt seit 2002 eine Abteilung für Baseball und Softball. In Ermangelung

eines eigenen Spielfeldes mussten die Ligaspiele bislang auf fremden Plätzen außerhalb des

Stadtgebietes Lauf ausgetragen werden. Der Verein beabsichtigt deshalb seit längerem die Errichtung

eines eigenen Baseballfeldes.

ENTWURF

Außerdem benötigt der Verein dringend Übungsräume für verschiedene Abteilungen. Um hier Abhilfe

zu schaffen, soll eine Mehrzwecksporthalle mit einer Grundfläche von maximal 700 m² errichtet

werden.

2.2 Planungsziele

Durch die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“ und der Ausweisung

eines „Sondergebiets Sporthalle“ nach § 11 BauNVO soll die Realisierung der Sporthalle einerseits,

durch die Festsetzung einer Grünfläche das Baseballspielfeld andererseits planungsrechtlich

abgesichert werden

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„Laufer Sportpark Haberloh“

3 Lage des Plangebietes und Geltungsbereich

3.1 Allgemeines

Das Mittelzentrum Lauf a.d. Pegnitz ist kreisangehörige Gemeinde im Landkreis Nürnberger Land

und gehört zur Planungsregion 7 „Industrieregion Mittelfranken“. Durch die Lage ca. 17 km östlich

von Nürnberg gehört die Stadt Lauf a.d. Pegnitz zur engeren Verdichtungszone im großen Verdichtungsraum

Nürnberg/Fürth/Erlangen sowie zur europäischen Metropolregion Nürnberg.

3.2 Lage im Stadtgebiet

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegt ca. 1,5 km nordwestlich des Stadtzentrums.

ENTWURF

Lage im Stadtgebiet

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Stadt Lauf a.d. Pegnitz Bebauungsplan Nr. 102 Begründung

„Laufer Sportpark Haberloh“

3.3 Geltungsbereich

Der gesamte Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst eine Fläche von ca. 1,73 ha.

Abgrenzung des räumlichen Geltungsbereiches

4 Städtebauliche Bestandsaufnahme

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes wird derzeit landwirtschaftlich überwiegend als Grünland

genutzt.

ENTWURF

Nordöstlich des Geltungsbereichs liegt die Beethovenstraße und das Sondergebiet des THW Ortsverbandes

Lauf im Geltungsbereich des rechtsverbindlichen Bebauungsplanes Nr. 44 „Am Steinbruch“.

Östlich grenzt der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 97 „Sondergebiet Fachoberschule“

mit der Montessori Fachoberschule an.

Im Süden grenzen Wiesenflächen an, die im Flächennutzungsplan als Grünfläche dargestellt sind.

Im Anschluss daran verläuft ein Gehölzstreifen, der zu dem geschützten Landschaftsbestandsteil

„Bitterbachschlucht“ gehört und außerdem als amtlich kartiertes Biotop eingetragen ist. Diese Flächen

sind planungsrechtlich dem Außenbereich zuzuordnen.

Westlich und nordwestlich liegt das bestehende Sportgelände des TV 1877 Lauf e.V. mit Außensportflächen,

Tennisplätzen und der Sporthalle mit Gaststätte und Parkplätzen. Die Sporthalle mit

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„Laufer Sportpark Haberloh“

den Parkflächen liegt im Geltungsbereich des rechtskräftigen Bebauungsplanes Nr. 77 „Sporthalle

Haberloh“

5 Übergeordnete Planungsvorgaben

5.1 Regionale und überregionale Planungsvorgaben

Landesplanerische oder regionalplanerische Belange werden durch die Planung nicht berührt.

5.2 Flächennutzungsplan/Landschaftsplan

Der seit dem 04.06.2008 rechtswirksame Flächennutzungsplan der Stadt Lauf a.d. Pegnitz stellt

den Geltungsbereich des Bebauungsplanes als „Grünfläche für sportliche Zwecke“ dar.

Der Bebauungsplan ist damit aus dem Flächennutzungsplan entwickelt.

ENTWURF

Auszug aus dem Flächennutzungsplan

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„Laufer Sportpark Haberloh“

6 Planung und Festsetzungen des Bebauungsplanes

6.1 Städtebauliches Konzept

Aus städtebaulicher Sicht ist die Anordnung der geplanten Sportanlagen unmittelbar im Anschluss

an das vorhandene Vereinsgelände sinnvoll.

Alternative Standorte haben sich nicht angeboten.

6.2 Art und Maß der baulichen Nutzung

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes wird als „Sondergebiet Sporthalle mit Parkflächen“

nach § 11 BauNVO und „Grünfläche – Baseballspielfeld“ festgesetzt. Zulässig ist die Errichtung einer

Sporthalle mit maximal 700 m² Grundfläche und eines Parkplatzes mit 72 Pkw-Stellplätzen.

6.3 Bauweise

Die Grundfläche der geplanten Mehrzwecksporthalle wird auf 700 m² begrenzt. Die maximale Gebäudehöhe

darf 10 m nicht überschreiten.

Die Dachgestaltung ist freigestellt.

6.4 Erschließung

Verkehrsmäßige Erschließung

Die verkehrsmäßige Erschließung des Gebietes erfolgt über die Straße Am Haberloh zur Beethovenstraße.

ENTWURF

Die Anbindung des Sportgeländes an den ÖPNV ist über die Stadtbuslinien 352 und 355 - Haltestelle

Hardtstraße – gewährleistet. Die fußläufige Entfernung beträgt ca. 400 m.

Abwasserbeseitigung

Die Abwasserentsorgung des Gebietes erfolgt im Mischsystem. Die Entsorgung des Schmutzwassers

wird durch den Anschluss an die Zentralkläranlage in Lauf über das bestehende Kanalnetz sichergestellt.

Die Ortssatzung der Stadt Lauf schreibt Anschluss- und Benutzungszwang für das öffentliche Kanalsystem

vor. Die Einleitung von Grundwasser in den Kanal ist nicht zulässig.

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„Laufer Sportpark Haberloh“

Die vorübergehende Absenkung bzw. die Entnahme von Grundwasser (Bauwasserhaltung) während

der Bauarbeiten stellt einen Benutzungstatbestand nach § 3 WHG dar und bedarf einer wasserrechtlichen

Erlaubnis nach Art. 17 a BayWG.

Im Sinne eines verantwortungsbewussten und sparsamen Umgangs mit dem Naturgut Wasser sollen

Niederschlagswässer von den Dachflächen in Regenauffangbehältern auf dem Grundstück gesammelt

und der Nutzung als Gieß- und Brauchwasser zugeführt werden.

Bei der Verwendung des Regenwassers als Brauchwasser sind die Trinkwasserverordnung und die

DIN 1988 - Technische Regeln für Trinkwasserinstallation - zu beachten.

Überlaufwasser von Zisternen oder sonstigen Regenauffangbehältern bzw. wenn keine Nutzung von

Regenwasser vorgesehen ist, soll Dachwasser unter ökologischen Gesichtspunkten auf den

Grundstücken schadlos zur Versickerung gebracht werden.

Bei der Anlage und dem Betrieb von Sickeranlagen sind folgende Auflagen zu beachten:

Der anstehende Untergrund muss versickerungsfähig sein.

Der Unternehmer hat die geplante Maßnahme - Versickerung - ferner nach den geltenden Vorschriften

und anerkannten Regeln der Technik und Baukunst auszuführen.

Der Sickerschacht ist nach DIN 4261 Teil 1 Bild 7 zu erstellen.

Der erforderliche maximale Grundwasserflurabstand ab OK Reinigungsschicht muss mind. 1,50 m

betragen.

Die Sickeranlage ist mind. einmal jährlich zu kontrollieren und ggfs. von Ablagerungen zu räumen.

ENTWURF

Es ist sicherzustellen, dass kein angefaultes Niederschlagswasser aus dem Auffangbehälter versickert

wird. Der Auffangbehälter ist regelmäßig zu leeren.

Bei der Wartung des Sickerschachtes und bei der Regenwasserentnahme sind die einschlägigen

Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.

Betrieb und Wartung sind so einzurichten, dass das für die Einleitung vorgesehene Gewässer nicht

über das erlaubte Maß hinaus belastet wird.

Der jeweilige Eigentümer der Anlage haftet für alle Schäden, die Dritten aus dem Bestand, dem Betrieb

und der Unterhaltung der Anlage nachweisbar entstehen sollten.

Wasser- und Stromversorgung

Die Wasser- und Stromversorgung wird durch die Städtischen Werke Lauf GmbH sichergestellt, die

Versorgung mit Erdgas erfolgt durch die Gasversorgung Lauf GmbH.

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„Laufer Sportpark Haberloh“

7 Immissions- und Umweltschutz

7.1 Lärmschutz

Die Verträglichkeit des Sportgeländes mit den angrenzenden Wohngebieten wurde durch die „Schallimmissionsschutztechnische

Untersuchung gem. Sportanlagenlärmschutzverordnung“ vom 10. September

2012 vom Ingenieurbüro für Bauphysik Wolfgang Sorge, Nürnberg, nachgewiesen. Der Bericht

ist der Begründung als Anlage beigefügt.

Es wird darauf hingewiesen, dass ein Betrieb der Außensportanlagen während der Nachtzeit von

22.00 Uhr bis 06.00 Uhr nicht zulässig ist.

7.2 Bodenkontamination

Es liegen keinerlei Anhaltspunkte für mögliche Bodenverunreinigungen im Geltungsbereich des Bebauungsplanes

vor.

8 Denkmalschutz und Bodendenkmalpflege

Innerhalb des räumlichen Geltungsbereiches des Bebauungsplanes und im auch im weiteren Umfeld

sind keine Baudenkmäler vorhanden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege sind im Planungsgebiet

keine Bodendenkmäler bekannt.

ENTWURF

Bei Bau- und Erdarbeiten auftretende Funde von Bodenaltertümern und Denkmälern (wie Gefäßscherben,

Knochen, auffällige Häufungen von Steinen, Mauerreste, auffällige Erdverfärbungen u.ä.)

sind unverzüglich dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Nürnberg, zu melden. Die

Fundstelle ist während der gesetzlich vorgeschriebenen Frist unverändert zu belassen.

9 Durchführung der Planung

Es ist beabsichtigt, die Planungen nach Inkrafttreten des Bebauungsplanes zeitnah umzusetzen.

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„Laufer Sportpark Haberloh“

10 Bodenordnende Maßnahmen

Bodenordnende Maßnahmen nach den Maßgaben des Baugesetzbuches sind nicht erforderlich.

11 Erschließungskosten

Die Erschließung des Baugebietes erfolgt durch die Stadt Lauf. An den Erschließungskosten haben

sich die Eigentümer der erschlossenen Grundstücke nach näherer Maßgabe des Baugesetzbuches

sowie des einschlägigen Ortsrechtes mit Erschließungsbeiträgen, Herstellungsbeiträgen für Kanäle

und Baukostenzuschüssen für Strom und Wasser zu beteiligen.

ENTWURF

- 10 -


Grünordnungsplan

zum Bebauungsplan Nr. 102

„Laufer Sportpark Haberloh“

- Entwurf -

ENTWURF

16.04.2013

Großweidenmühlstr. 28 a-b

90419 Nürnberg

Tel. 0911-310427-10

Fax 0911-310427-61

www.grosser-seeger.de


Auftraggeber:

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Urlasstrasse 22

91207 Lauf a.d. Pegnitz

Telefon: (0 91 23) 1 84 - 0

Telefax: (0 91 23) 1 84 - 184

Auftragnehmer:

Büro Grosser-Seeger & Partner

Stadtplaner - Landschaftsarchitekt - Bauingenieur

Großweidenmühlstraße 28 a-b

90491 Nürnberg

Telefon (09 11) 31 04 27 - 10

Telefax (09 11) 31 04 27 - 61

www.grosser-seeger.de

ENTWURF

Bearbeitung:

Dipl.-Landschaftsökologin Annika Dewart

Dipl.-Ing. Bernhard Walk


Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Entwurf Seite 3

Inhalt

1 Planungsanlass .......................................................................................................... 4

2 Kurzdarstellung der Planung .................................................................................... 4

3 Freiraumkonzept ......................................................................................................... 4

4 Grünordnerische Festsetzungen .............................................................................. 7

5 Pflanzempfehlung ....................................................................................................... 8

ENTWURF


Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Seite 4

Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Entwurf

1 PLANUNGSANLASS

In Lauf a.d. Pegnitz sollen südlich der Straße „Am Haberloh“ ein Baseballfeld und eine Gymnastikhalle

entstehen. Hierzu hat der Bauausschuss am 24.04.2012 den Aufstellungsbeschluss

für den Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“ getroffen. Die örtlichen

Erfordernisse und Maßnahmen zur Verwirklichung der Ziele des Naturschutzes und der

Landschaftspflege werden nach Art. 4 BayNatSchG in Grünordnungsplänen als Bestandteilen

der Bebauungspläne festgesetzt. Grünordnungspläne sind von der Gemeinde aufzustellen,

sobald und soweit dies aus Gründen des Naturschutzes und der Landschaftspflege erforderlich

ist.

Da zum Bebauungsplan bereits ein Umweltbericht nach § 2 Abs. 4 BauGB vorliegt, beschränken

sich die textlichen Ausführungen zum vorliegenden Grünordnungsplan auf das

Freiraumkonzept sowie Vorschläge zu den textlichen Festsetzungen im Bebauungsplan. Die

Beschreibung des aktuellen Bestandes ist getrennt nach Schutzgütern dem Umweltbericht

zu entnehmen, ebenso die Aussagen zur Eingriffsregelung.

2 KURZDARSTELLUNG DER PLANUNG

Ziel der Bauleitplanung ist die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen für den Bau

einer eingeschossigen Gymnastikhalle, eines Baseballfeldes als Rasenfeld und von Parkplätzen

im Anschluss an die vorhandenen Sportanlagen. Das Baseballfeld entspricht den

Abmessungen der offiziellen Regelwerke mit einem 90 Fuß-Infield. Vorgesehen ist im Bebauungsplan

die Festsetzung eines Sondergebietes „Sporthalle mit Parkflächen“ nach § 11

BauNVO und einer Grünfläche „Baseballspielfeld“. Zulässig ist bei einer Grundfläche von

700 m 2 eine maximale Gesamthöhe der Sporthalle von 10 m.

Die Fläche des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes umfasst insgesamt ca. 1,73 ha

und liegt mit den Flurstücken Nr. 460/2 (tlw.), 460/3, 460/5, 460/7, 460/11, 460/13 und

460/15 in der Gemarkung Veldershof. Innerhalb des Geltungsbereichs sind ca. 0,07 ha als

Baufläche vorgesehen, 0,2 ha für Stellplätze und 1,4 ha für Grünflächen, davon 1,0 ha reine

Spielfeldfläche. Die Erschließung des Gebietes erfolgt über die bestehende Ortstraße Am

Haberloh, die in die Beethovenstraße mündet.

3 FREIRAUMKONZEPT

ENTWURF

Das Baugebiet verfügt durch den Waldbestand im Süden bereits über eine entsprechende

Eingrünung von dieser Seite. Nach Westen schließen bestehende Sportanlagen (Tennisplätze,

Sportplatz) an, nach Osten das Gelände der neu errichteten Montessori-Fachoberschule.

Große Teile des Geltungsbereichs werden nicht versiegelt und als Sportrasen angelegt.

Aufgrund der besonderen Lage des Baseballfeldes neben einem naturnahen Laubwald, sollte

auf einen angemessenen Übergang zur freien Landschaft geachtet werden. Durch Verwendung

natürlicher Materialien und standortgerechter, heimischer Gehölze und Stauden

kann eine optimale Einbindung in diesen Landschaftsausschnitt erfolgen. Aus diesen Gründen

wurden konkrete Vorgaben zu Bepflanzungen v.a. am Südrand des Geltungsbereichs

gegeben und weitere Festsetzungen zur Durchgrünung getroffen. Die zu gestaltenden Flächen

sind fachgerecht anzulegen, zu unterhalten und zu pflegen.

Baumpflanzungen/Gehölzschutz

Entlang des Spielfeldrandes und zur Eingrünung der Stellplatzflächen sind großkronige,

standortgerechte, heimische Bäume als Hochstämme mit einem Stammumfang von

18/20 cm gemessen in 1 m Höhe über dem Erdboden zu pflanzen. Geeignete Baumarten


Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Entwurf Seite 5

werden im Anhang in der Pflanzempfehlung vorgeschlagen. Durch die Verwendung von

Bäumen in der genannten Größe soll ein gutes Anwachsen gewährleistet, sowie eine schnelle

Raumwirksamkeit und eine Erfüllung der übrigen angestrebten Funktionen erzielt werden.

Von den im Plan dargestellten Standorten kann aus technischen Gründen geringfügig abgewichen

werden.

Zusammenhängende Stellplatzflächen im Geltungsbereich sind durch Baumpflanzungen zu

überstellen. Je zehn Stellplätze ist ein Baum zu pflanzen. Damit werden die Flächen beschattet

und gegliedert.

Bei den Baumaßnahmen ist nach Möglichkeit der vorhandene Baum- und Gehölzbestand, an

der Nordwestecke entlang des Fußweges von der Straße „Am Haberloh“ zum jetzigen Fußballplatz,

zu erhalten. Hierzu wurde eine Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) bei den

Stellplatzflächen im Norden konkret als zu erhalten festgesetzt. Weiterhin könnte dort auch

eine jüngere Eiche in die Planungen integriert werden. Der Baumbestand ist zu schützen, zu

pflegen und zu fördern und während der Baumaßnahmen zu sichern.

Unbefestigte Freiflächen

Nicht befestigte Freiflächen (exklusive des Spielfeldes) innerhalb der privaten Grundstücksflächen

sind so zu gestalten, dass unbelastetes Oberflächenwasser versickern kann. Ferner

hat eine Begrünung als Rasen- oder Wiesenfläche zu erfolgen bzw. sind sie gärtnerisch zu

gestalten.

Spielfeld

Die Baseballfeldfläche ist als Rasenfläche zu gestalten, auf dem das Oberflächenwasser

versickern kann. Die Erhaltungsdüngung, die der funktionsgerechten Instandhaltung der Rasendecke

dient, ist auf das erforderliche Mindestmaß zu begrenzen und soll bedarfsgerecht

erfolgen. Dies kann beispielsweise mit regelmäßigen Bodenuntersuchungen (alle 2-3 Jahre

für die Hauptnährstoffe) justiert werden.

Die Bekämpfung unerwünschter Arten (z.B. Löwenzahn, Wegericharten) sollte durch pflegerische,

mechanische Maßnahmen (regelmäßiger Schnitt ohne großen Wechsel der Schnitthöhe,

Vertikutieren bei verstärkter Filzauflage) erfolgen. Von einem Einsatz von Herbiziden

sollte abgesehen werden.

ENTWURF

Spielfeldbeleuchtung

Die Spielfeldbeleuchtung ist so zu planen, dass möglichst wenige Insekten angelockt werden,

da es hier zum Tod der Tiere an heißen Oberflächen der Leuchtmittel, Absterben in

ungeeignetem Habitat o.ä. kommen kann. Dies wirkt sich mittelbar auch auf Beutegreifer

aus, die auf nachtaktive Insekten als Nahrung angewiesen sind (z.B. Fledermäuse). Dies

beinhaltet, dass die Masten möglichst niedrig zu halten sind, so dass sie nur auf das auszuleuchtende

Spielfeld strahlen. Zusätzlich ist die Beleuchtung der Flutlichtanlagen durch gezielte

Baumpflanzungen so abzuschirmen, dass die Anlockwirkung des Lichts auf nachtaktive

Tiere minimiert wird.

Zur Vermeidung direkter Abstrahlung in den Nachthimmel und unnötiger Lichtemissionen

sind geschlossene Gehäuse mit zielgerichteter Projektion zu bevorzugen. Für die Beleuchtung

könnten LED’s gemäß aktuellem Stand der Technik verwendet werden, die nicht im

Wellenlängenbereich unter 400 nm strahlen (gemäß HUEMER et al. 2010 und Empfehlungen

des NABU). Diese Art der Beleuchtung hat auf Insekten eine schwächere Lockwirkung. Zudem

verursachen Leuchtdioden weniger Insekten anlockendes Streulicht in die Umgebung.


Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Seite 6

Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Entwurf

Der Betrieb der Flutlichtanlage sollte, auch unter Rücksichtnahme auf die Wohngebiete im

Umfeld, zeitlich beschränkt werden. Im Zuge des Baugenehmigungs- oder Freistellungsverfahrens

ist gutachtlich nachzuweisen, dass es auf die angrenzenden Wohngebiete (insbesondere

Lisztstraße) zu keinen beeinträchtigenden Licht-Immissionen kommt. Durch die ohnehin

geplanten Einschränkungen der Betriebszeiten der Anlage auf die Tagzeiten (6 Uhr bis

22 Uhr) ist hier schon eine Minimierung erfolgt.

Da die Straßen- und Parkflächenbeleuchtung weitaus geringere Leuchtintensitäten als die

Sportplatzbeleuchtung erreicht, geht von ihr eine deutlich geringere Gefährdung für nachtaktive

Insekten aus.

Wasserwirtschaft

Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) sieht vor, dass Niederschlagswasser ortsnah versickert,

verrieselt oder direkt oder über eine Kanalisation ohne Vermischung mit Schmutzwasser in

ein Gewässer eingeleitet werden soll, soweit dem weder wasserrechtliche noch sonstige

öffentlich-rechtliche Vorschriften noch wasserwirtschaftliche Belange entgegenstehen. Der

Versickerung sollte dabei generell der Vorrang vor der Ableitung gegeben werden.

Die Versiegelung von Flächen innerhalb des Geltungsbereichs ist auf das notwendige Maß

zu beschränken. Pkw-Stellplätze sind mit versickerungsfähigen Belägen herzustellen. Hierzu

zählen Beläge wie Rasenpflaster oder auch Schotterrasen, die i.d.R. Abflussbeiwerte deutlich

unter 0,5 aufweisen.

Um die Kanalisation und die Kläranlage zu entlasten und den natürlichen Wasserkreislauf

möglichst wenig zu beeinträchtigen, soll unbelastetes Niederschlagswasser nach Möglichkeit

auf dem Grundstück zur Versickerung gebracht werden. Aufgrund der Tonlagen des Feuerletten

wird zumindest eine zentrale Versickerung vermutlich ausscheiden. Wenn nachgewiesen

wird, dass eine Versickerung technisch nicht möglich ist, kann eine Einleitung unbelasteter

Oberflächenwässer in den südlich angrenzenden Bachlauf erfolgen. Dann ist eine entsprechende

Rückhaltung und Drosselung erforderlich. Näheres hierzu ist auf Ebene der Genehmigungsplanung

zu klären. Bei der Einleitung sind die wasserrechtlichen Vorschriften zu

beachten und ggf. die erforderlichen Wasserrechtsverfahren durchzuführen.

Ferner wird empfohlen, zur sparsamen Verwendung von Trinkwasser Regenwasser als

Brauchwasser zu nutzen (z.B. zur Beregnung der Rasenflächen), das beispielsweise über

Zisternen gesammelt wird. Brauchwasseranlagen dürfen nicht mit der öffentlichen Wasserversorgung

verbunden werden.

ENTWURF


Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Entwurf Seite 7

4 GRÜNORDNERISCHE FESTSETZUNGEN

Damit das Freiraumkonzept verbindlich umgesetzt wird, sind geeignete Festsetzungen in die

Satzung aufzunehmen.

Es werden folgende Festsetzungen vorgeschlagen:

1 Grünordnung

(1) Der im Planblatt mit Erhaltungsgebot gekennzeichnete Baum ist zu sichern und dauerhaft

zu erhalten. Bei Abgang ist er mit einem heimischen, standortgerechten Laubbaum zu

ersetzen.

(2) Innerhalb des Geltungsbereichs sind mind. 26 großkronige, standortgerechte, heimische

Bäume als Hochstämme (Pflanzqualität: 3xv, StU 18/20) zu pflanzen und dauerhaft zu

erhalten. Abgänge sind zu ersetzen.

(3) Zusammenhängende Stellplatzflächen sind durch Baumpflanzungen zu überstellen. Je

zehn Stellplätze ist ein Baum gemäß Abs. 2 zu pflanzen.

(4) Nicht befestigte Grundstücksflächen sind, abgesehen von dem Baseballspielfeld, gärtnerisch

anzulegen und zu pflegen.

2 Wasserwirtschaft

Auf geringstmögliche Befestigung ist zu achten. Für die Stellplatzflächen im Geltungsbereich

sind versickerungsfähige Beläge zu verwenden, soweit nicht nach anderen Rechtsvorschriften

eine Versiegelung des Bodens erforderlich ist.

Unbelastetes Niederschlagswasser ist auf dem Grundstück zu versickern. Nur wenn

nachgewiesen wird, dass dies technisch nicht möglich ist, kann eine Einleitung in den

angrenzenden Bachlauf im Süden erfolgen. Eine entsprechende Rückhaltung und Drosselung

ist dann nach den wasserwirtschaftlichen Erfordernissen erforderlich.

3 Immissionsschutz

Der Bauherr hat im Rahmen des Baugenehmigungs- oder Freistellungsverfahrens (vor

Baubeginn) den gutachtlichen Nachweis zu erbringen, dass durch geplante Lichtanlagen

(Flutlicht) in der Nachbarschaft die zulässigen Werte gemäß der Publikation der Lichttechnischen

Gesellschaft – „Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen künstlicher

Lichtquellen“ eingehalten werden.

ENTWURF


Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Seite 8

Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Entwurf

5 PFLANZEMPFEHLUNG

Pflanzempfehlung für standortgerechte, heimische Gehölze (Sorten möglich)

Bäume I. Ordnung (großkronige Bäume) für Stellplatzflächen und großräumige Freiflächen

Baum-Hasel

Corylus colurna

Berg-Ahorn

Acer pseudoplatanus

Spitz-Ahorn

Acer platanoides

Weiß-Birke

Betula pendula

Stiel-Eiche

Quercus robur

Trauben-Eiche Quercus petraea

Gemeine Esche Fraxinus excelsior

Hainbuche

Carpinus betulus

Sommer-Linde Tilia platyphyllos

Winter-Linde

Tilia cordata

Speierling

Sorbus domestica

Bäume II. Ordnung (klein- und mittelkronige Bäume) für kleinere Freiflächen, Pflanzungen

zwischen Gebäuden, etc.

Feld-Ahorn

Acer campestre

Eberesche

Sorbus aucuparia

Elsbeere

Sorbus torminalis

Holzapfel

Malus sylvestris

Vogel-Kirsche

Prunus avium

Mehlbeere

Sorbus aria

Schwedische Mehlbeere Sorbus intermedia

Rotdorn

Crataegus laevigata “Paul’s Scarlet” oder “Punicea”

Stadt-Birne

Pyrus calleryana ‘Chanticleer’

Weißdorn

Crataegus monogyna

Groß- und Kleinsträucher für Hecken, Abpflanzungen, Rahmenpflanzungen, etc.

Hartriegel

Cornus sanguinea

Hasel

Corylus avellana

Eingriffliger Weißdorn Crataegus monogyna

Zweigriffliger Weißdorn Crataegus laevigata

Pfaffenhütchen Euonymus europaeus

Heckenkirsche Lonicera xylosteum

Schlehe

Prunus spinosa

Kreuzdorn

Rhamnus cathartica

Stachelbeere

Ribes uva-crispa

Hundsrose

Rosa canina

Busch-Rose

Rosa corymbifera

Wein-Rose

Rosa rubiginosa

Kratz-Rose

Rosa pseudoscabriuscula

Filz-Rose

Rosa tomentosa

Vogesen-Rose Rosa vosagiaca

Weide

Salix spec.

Holunder

Sambucus nigra

Gemeiner Schneeball Viburnum opulus

ENTWURF


Grünordnungsplan zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Entwurf Seite 9

Folgende Qualitäten und Mindestgrößen werden empfohlen:

Mindestgrößen und Qualitäten

Güteklasse A, B Deutscher Baumschulen

Bäume

mindestens 3 x verpflanzt mit Ballen

Stammumfang 18-20

Sträucher

Höhe 60-100/100-150 cm, 2 x verpflanzt, m.B.

1 Stück pro 1,5 m 2

ENTWURF


Umweltbericht

zum Bebauungsplan Nr. 102

„Laufer Sportpark Haberloh“

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16.04.2013

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Stadt Lauf a.d. Pegnitz

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Bearbeitung:

Dipl.-Landschaftsökologin Annika Dewart

Dipl.-Ing. Bernhard Walk


Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

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Inhalt

1. Einleitung ....................................................................................................................... 4

2. Kurzdarstellung der Planung ......................................................................................... 4

3. Beschreibung der angewandten Methodik und Hinweise auf Schwierigkeiten sowie

Kenntnislücken bei der Zusammenstellung der Informationen ..................................... 4

4. Beschreibung der Wirkfaktoren der Planung ................................................................. 5

5. Darstellung der in einschlägigen Fachgesetzen und Fachplänen festgelegten Ziele

des Umweltschutzes und ihrer Berücksichtigung ......................................................... 5

6. Beschreibung und Bewertung der Schutzgüter im Untersuchungsgebiet ..................... 6

7. Auswirkungen des Vorhabens ..................................................................................... 10

8. Vermeidungs- und Verminderungsmaßnahmen .......................................................... 12

9. Geplante Maßnahmen zum Ausgleich von Eingriffen ................................................. 13

10. Verbleibende Auswirkungen ........................................................................................ 14

11. Alternativen und Nullfall ............................................................................................... 14

12. Betroffenheit von Natura 2000-Gebieten ..................................................................... 14

13. Spezielle artenschutzrechtliche Prüfung (saP) ............................................................ 15

14. Überwachung/Monitoring ............................................................................................. 16

15. Zusammenfassung ...................................................................................................... 17

16. Literatur ....................................................................................................................... 18

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Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

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1. EINLEITUNG

In § 2 Abs. 4 BauGB ist festgelegt, wie die Belange des Umweltschutzes in der Bauleitplanung

berücksichtigt werden sollen. Um die sachgerechte Behandlung der Umweltbelange zu

erleichtern, wird grundsätzlich für alle regulären Bauleitplanverfahren eine Umweltprüfung

durchgeführt. Im Rahmen dieser Umweltprüfung werden die voraussichtlich erheblichen

Umweltauswirkungen auf den Menschen und seine Gesundheit, Tiere, Pflanzen, Boden,

Wasser, Luft, Klima und das Wirkungsgefüge zwischen ihnen sowie auf die Landschaft, die

biologische Vielfalt, Kulturgüter und sonstige Sachgüter in einem Umweltbericht beschrieben

und bewertet. Dabei sind sowohl negative als auch positive Auswirkungen zu ermitteln und

zu prüfen.

Der Umweltbericht basiert auf dem Entwurfsstand des Bebauungsplanes (April 2013).

2. KURZDARSTELLUNG DER PLANUNG

Ziel der Bauleitplanung ist die Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen für den Bau

einer eingeschossigen Gymnastikhalle, eines Baseballfeldes als Rasenfeld und von Parkplätzen

im Anschluss an die vorhandenen Sportanlagen. Das Baseballfeld entspricht den

Abmessungen der offiziellen Regelwerke mit einem 90 Fuß-Infield. Vorgesehen ist im Bebauungsplan

die Festsetzung eines Sondergebietes „Sporthalle mit Parkflächen“ nach § 11

BauNVO und einer Grünfläche „Baseballspielfeld“. Zulässig ist bei einer Grundfläche von

700 m² eine maximale Gesamthöhe der Sporthalle von 10 m.

Die Fläche des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes umfasst insgesamt ca. 1,73 ha

und liegt mit den Flurstücken Nr. 460/2 (tlw.), 460/3, 460/5, 460/7, 460/11, 460/13 und

460/15 in der Gemarkung Veldershof. Innerhalb des Geltungsbereichs sind ca. 0,07 ha als

Baufläche vorgesehen, 0,2 ha für Stellplätze und 1,4 ha für Grünflächen, davon 1,0 ha reine

Spielfeldfläche. Die Erschließung des Gebietes erfolgt über die bestehende Ortstraße „Am

Haberloh“, die in die Beethovenstraße mündet.

3. BESCHREIBUNG DER ANGEWANDTEN METHODIK UND HINWEISE AUF SCHWIERIGKEITEN

SOWIE KENNTNISLÜCKEN BEI DER ZUSAMMENSTELLUNG DER INFORMATIONEN

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Die Umweltprüfung bezieht sich räumlich auf den Geltungsbereich des Bebauungsplanes

sowie auf das unmittelbare Umfeld soweit dies gutachterlich für erforderlich gehalten wurde.

Inhaltlich erfolgte eine Betrachtung der in § 1 Abs. 6 Nr. 7 und § 1a BauGB aufgelisteten

Belange, namentlich der Schutzgüter Mensch, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima/Luft,

Landschaft, biologische Vielfalt sowie Kultur- und sonstige Sachgüter.

Zur Bewertung des Ausgangszustandes wurde auf die Bewertungsschemata des Leitfadens

zur Eingriffsregelung „Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft“ (2. erweiterte Auflage

2003) zurückgegriffen und die Bedeutung des Planungsgebietes für die Schutzgüter eingestuft

(gering/mittel/hoch). Entsprechend der zu erwartenden Eingriffe bzw. Veränderungen

wurden die verbleibenden Auswirkungen eingestuft. Abweichungen von dieser Methodik

wurden verbal-argumentativ erläutert.

Für die meisten abiotischen Schutzgüter lagen ausreichende Grundlageninformationen vor,

die eine Bewertung der zu erwartenden Auswirkungen der Planung ermöglichten. Messungen

zur Luftbelastung im Gebiet liegen dagegen nicht vor. Relevante Emissionsquellen sind

nur im Hinblick auf den Aspekt „Lärm“ durch die westlich bereits vorhandenen Sportanlagen

gegeben. Zur Beurteilung der Immissionssituation wurde eine „Schallschutztechnische Un-


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tersuchung gem. Sportanlagenlärmschutzverordnung“ (Ingenieurbüro für Bauphysik Sorge,

Stand: 10.09.2012) erstellt.

Im Rahmen der Erstellung dieses Umweltberichtes wurden ferner am 06.03.2013 die Biotopund

Nutzungstypen im Geltungsbereich detailliert erfasst und ein Vorkommen geschützter

Lebensräume nach § 30 BNatSchG überprüft. Ferner wurden entsprechende Datensammlungen

(Biotopkartierung, Artenschutzkartierung) für den Bereich des Geltungsbereichs und

seines Umfelds ausgewertet.

Hinsichtlich umweltbezogener Auswirkungen auf Kulturgüter und sonstige Sachgüter lagen

ausreichende Informationen (z.B. aktuelle Liste der Kultur- und Bodendenkmäler im Stadtgebiet)

vor, die eine abschließende Bewertung erlaubten.

4. BESCHREIBUNG DER WIRKFAKTOREN DER PLANUNG

Unter den Wirkfaktoren versteht man die sich aus einer Planung ergebenden Auswirkungen

auf die belebte und unbelebte Umwelt, getrennt nach der Art der Auswirkung, dem Andauern

und dem Zeitpunkt der Beeinträchtigung. So kann man auch zwischen bau-, anlage- und

betriebsbedingten Wirkfaktoren differenzieren.

Als wesentliche Wirkfaktoren, die sich aus den Festsetzungen des Bebauungsplanes ergeben,

sind anzuführen:

• Direkter Flächenentzug durch Überbauung und Versiegelung durch Errichtung zusätzlicher

Gebäude, Wege und Parkplätze

• Veränderungen des Bodenkörpers durch bauliche Maßnahmen und Veränderung der

Nutzungen

• Veränderung der hydrologischen Verhältnisse durch Verringerung der Grundwasserneubildung

(Versiegelung) und Eingriffe in den Bodenkörper

• Erzeugung von Verkehr durch Besucher der Sportanlagen (Lärm- und Luftemissionen)

• Weitere Emissionen durch Spielbetrieb (Lärm, Flutlicht)

• Veränderung der kleinklimatischen Verhältnisse durch Versiegelung von Flächen und

Bebauung

• Veränderungen der visuellen und ästhetischen Wahrnehmung des Ortsbildes durch Umgestaltung

der Flächen

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5. DARSTELLUNG DER IN EINSCHLÄGIGEN FACHGESETZEN UND FACHPLÄNEN

FESTGELEGTEN ZIELE DES UMWELTSCHUTZES UND IHRER BERÜCKSICHTIGUNG

Neben den allgemeinen gesetzlichen Grundlagen des Bau- und Naturschutzrechts, der Immissionsschutz-Gesetzgebung

oder dem Wasserrecht waren bei der vorliegenden Planung

insbesondere die Vorgaben aus dem Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan

der Stadt Lauf a.d. Pegnitz sowie dem Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) für den

Landkreis Nürnberger Land aus dem Jahr 2008 zu berücksichtigen.

Im wirksamen Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan der Stadt Lauf a.d.

Pegnitz wird der Geltungsbereich vollständig als Grünfläche (Sportplatz) dargestellt. Nordöstlich

besteht eine Sonderbaufläche für das Technische Hilfswerk und im Osten eine Sonderbaufläche

„Schule“ (FOS). Der als geschützter Landschaftsbestandteil gesicherte Gehölzzug

im Süden des Planungsgebietes, ist im ABSP als regional bedeutsamer Lebensraum dargestellt.


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6. BESCHREIBUNG UND BEWERTUNG DER SCHUTZGÜTER IM UNTERSUCHUNGSGEBIET

Schutzgut Boden

Der geologische Untergrund im Planungsgebiet besteht aus Feuerletten (kmF). Dieser besteht

aus roten bis rotvioletten, teils feinsandigen Tonen und Tonmergeln. Untergeordnet,

besonders in der Nähe der darin eingeschalteten Konglomerate, treten graugrüne und graue

Tonmergel auf. Mehrfach kommen auch dünne Dolomitbänkchen oder linsenartige Konglomerateinschaltungen

vor. Feuerletten quillt bei Wasserzutritt und neigt dann zum Rutschen.

Deshalb bilden sich in Bereichen, wo dieses Gestein vorkommt, flache Hänge aus. (Quelle:

Geologische Karte von Bayern: 6433 Lauf a.d. Pegnitz). Der Feuerletten ist im Untersuchungsgebiet

mit einer geringmächtigen Sandüberdeckung von < 1 m die im Quartär abgelagert

wurde überdeckt.

Gemäß den vorliegenden Konzeptbodenkarten 1 würden im überwiegenden Planungsgebiet

Braunerden bis flache Braunerden auftreten, die schwach bis stark podsolig und z.T. auch

sehr schwach bis schwach pseudovergleyt sind. Im westlichen Bereich ist der Boden zunehmend

grundwasserbeeinflusst. Hier werden die Braunerden bis podsoligen Braunerden

aus sandigen bis lehmigen Terrassenablagerungen gebildet.

Schadstoffbelastungen des Bodenkörpers sind derzeit keine bekannt. Im Altlasten-, Bodenschutz-

und Deponieinformationssystem (ABuDIS), welches ein bayernweites Altlastenflächen-Kataster

darstellt, sind für den Geltungsbereich keine Einträge vorhanden. Auch der

Stadt liegen keine Informationen über Altablagerungen, schädliche Bodenveränderungen

oder Grundwasserverunreinigungen vor.

Die Bedeutung des Untersuchungsgebietes für das Schutzgut wird als mittel eingestuft.

Schutzgut Wasser

Oberflächengewässer kommen im Planungsgebiet nicht vor. Der Bitterbach verläuft in mind.

130 m Entfernung weiter westlich vom Geltungsbereich des Bebauungsplans. Das Planungsgebiet

liegt nicht in einem festgesetzten Überschwemmungsgebiet oder einem überschwemmungsgefährdeten

Bereich.

Aufgrund der im Süden ausgeprägten Geländerinne, ist davon auszugehen, dass der

Grundwasserspiegel hierauf ausgerichtet ist. Da die Tone und Tonmergel der Feuerletten

aber eine wasserstauende Wirkung haben, ist auch innerhalb des Geltungsbereichs mit einer

oberflächennahen Grundwasserführung und Hangwasser zu rechnen. Vereinzelte Staunässezeiger

unter den Pflanzen auf den Acker-und Wiesenflächen belegen dies.

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Der Feuerletten dient gleichzeitig als Grundwasserdeckschicht für das Grundwasserstockwerk

des Sandsteinkeupers (Blasen-/Burgsandstein).

Die Bedeutung des Untersuchungsgebietes für das Schutzgut ist mittel.

Schutzgut Klima/Luft

Das Klima in Lauf a.d. Pegnitz kann als leicht kontinental bezeichnet werden. Es ist gekennzeichnet

durch mäßig warme Sommer und nicht allzu kalte Winter und entspricht den vor-

1 Konzeptbodenkarten (KBK) sind vorläufige Arbeitskarten mit eingeschränkter Nutzbarkeit. Sie werden

durch das Bayerische Geologische Landesamt aus vorhandenen Unterlagen abgeleitet und

durch Geländebegehungen und Übersichtskartierungen ergänzt und gegebenenfalls korrigiert. Hinsichtlich

der Grenzgenauigkeit und Informationssicherheit kann die KBK den Standard der bisher

veröffentlichten Bodenkarten nicht erreichen.


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herrschenden Verhältnissen im Mittelfränkischen Becken. Der angrenzende Höhenzug der

Fränkischen Alb wirkt sich nur wenig auf das Lokalklima aus. Die mittlere Tagesmitteltemperatur

liegt innerhalb des Planungsgebiets im Bereich von 8,0 – 9,0 °C und damit etwas höher

als das Umland. Die Vegetationsperiode (entspricht einem Tagesmittel der Lufttemperatur

von mindestens + 5 °C) hat eine Dauer von etwa 230 – 240 Tagen. (BayFORKLIM 1996).

Die mittlere jährliche Niederschlagsmenge im Zeitraum 1961 bis 1990 beträgt in Lauf a.d.

Pegnitz zwischen 650 und 750 mm/Jahr. Die Niederschläge fallen überwiegend im Sommer.

Das Frühjahr, der Frühsommer und der Herbst stellen dagegen regenarme Perioden dar.

(vgl. BayFORKLIM 1996)

Die mittlere jährliche Anzahl der Tage mit Nebel im Untersuchungsgebiet mit 40 – 50 entspricht

den Verhältnissen des Umlandes. Außerhalb der Tallagen im Norden treten Nebellagen

weitaus seltener auf, hier kommt es nur noch zu 20 – 40 Nebeltagen pro Jahr.

(BayFORKLIM 1996)

Das Planungsgebiet liegt an der Grenze zwischen dem kompakten Siedlungsbereich (tendenziell

überwärmte Flächen) und dem als Kaltluftentstehungsgebiet fungierenden Offenland

bzw. der lokalen Frischluftbahn des Bitterbachtales. Der Beitrag des Gebietes zum klimatischen

Ausgleich ist gering.

Daten zur lufthygienischen Belastung in Lauf a.d. Pegnitz liegen durch die im Rahmen des

Lufthygienischen Landesüberwachungssystems Bayern bis 30. Januar 2003 in der Albertistraße

betriebenen Luftmessstation L5.13 des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz

(BayLfU) vor. Betrachtet man die gemessenen Immissionswerte für Stickoxide (NO x ), Schwefeldioxid

(SO 2 ), Ozon (O 3 ) oder für Feinstaub im Stadtgebiet, so besitzt Lauf a.d. Pegnitz nur

eine mäßige Belastung mit Luftschadstoffen (vgl. BayLfU 2001, 2002, 2003).

Die Bedeutung des Untersuchungsgebietes für das Schutzgut wird als gering eingestuft.

Schutzgut Tiere und Pflanzen

Die potenziell natürliche Vegetation (PNV), die sich bei einem Ende der menschlichen Eingriffe

bei den Standortbedingungen auf den nährstoff- und basenarmen Standorten mit mittlerem

Bodenwasserhaushalt im Planungsgebiet einstellen würde, ist ein Zittergrasseggen-

Hainsimsen-Buchenwald im Komplex mit Zittergrasseggen-Waldmeister-Buchenwald. Örtlich

ist dieser auch als Zittergrasseggen-Stieleichen-Hainbuchenwald ausgebildet.

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Die im Planungsgebiet vorhandenen Lebensräume sind menschlich überprägt. Eine aktuelle

Erfassung der Biotop- und Nutzungstypen und der Vegetation innerhalb des Geltungsbereichs

erfolgte am 06.03.2013. Das Gelände im Geltungsbereich ist im Zentrum als leichte

Kuppe ausgebildet und fällt von dort nach allen Seiten ab.

Der Geltungsbereich setzt sich im Wesentlichen aus einer intensiv genutzten Mähwiese und

aus Ackerflächen zusammen. Im Norden schließt sich eine geschotterte Parkplatzfläche sowie

die asphaltierte Straße „Im Haberloh“ an. Im Westen befinden sich Sportanlagen des TV

1877 Lauf e.V. mit Tennis- und Fußballplatz. Östlich schließt das Gelände der Montessori-

Fachoberschule an.

Die Mähwiese weist typische Arten von nährstoffreichem Intensivgrünland auf. Beim Aufnahmetermin

konnten innerhalb des Grünlandes folgende Pflanzenarten festgestellt werden:

Achillea millefolium

Gemeine Schafgarbe

Ajuga reptans

Kriechender Günsel (ein Exemplar am Nordrand)

Bellis perennis

Gänseblümchen (viel)


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Cardamine pratensis

Cirsium arvense

Geranium pratense

Heracleum sphondylium

Plantago lanceolata

Poa spec.

Potentilla reptans

Ranunculus acris

Taraxacum officinale

Trifolium repens

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Wiesen-Schaumkraut

Acker-Kratzdiesel (sehr vereinzelt, randlich)

Wiesen-Storchschnabel

Wiesen-Bärenklau (vereinzelt am Südrand)

Spitz-Wegerich (viel)

Rispengras

Kriechendes Fingerkraut

Scharfer Hahnenfuß

Gemeiner Löwenzahn

Weiß-Klee

Am südwestlichen Rand zum Tennisfeld in der Nähe der Böschung besteht eine Fläche die

seltener gemäht wird. Hier treten zusätzlich hinzu:

Artemisia vulgaris

Gemeiner Beifuß

Carex spec.

Seggen

Dipsacus fullonum

Wilde Karde

Galium album

Weißes Labkraut

Holcus mollis

Weiches Honiggras

Phleum pratense

Wiesen-Lieschgras

Urtica dioica

Brennnessel (wenig)

Vicia cracca

Vogel-Wicke

Auf den Äckern hat sich eine frische- und nährstoffliebende Ackerwildkrautflora eingestellt.

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Abbildung 1: Derzeitige Nutzung im Bereich des Bebauungsplanes Nr. 102 „Laufer Sportpark

Haberloh“ in Lauf a.d. Pegnitz (schraffiert: amtliche Biotopkartierung incl. Nummerierung

des Biotops, rot umrandet: Geltungsbereich des Bebauungsplanes)

(Grundlage: digitale Orthophotos, Befliegung von 2005). Die Gebäude der FOS im

Osten waren zum Zeitpunkt der Befliegung noch nicht errichtet.


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Unter den nachgewiesenen Arten befinden sich keine Arten der Roten Listen oder geschützte

Arten. Eine Art (Geranium pratense) befindet sich aber schon auf der bayerischen Vorwarnliste.

Im gesamten Geltungsbereich gibt es auch keine geschützten Lebensräume nach

§ 30 BNatSchG.

In der Artenschutzkartierung (ASK) sind für den Geltungsbereich keine Nachweise dokumentiert.

Aufgrund der Standortsverhältnisse ist aber nicht von Vorkommen seltener oder bedrohter

Arten auszugehen. Am 06.03.2013 konnten in den angrenzenden Waldbereichen nur

typische Vogelarten wie Kleiber und Kohlmeise festgestellt werden. Vom Buntspecht finden

sich im Waldbereich außerhalb des Planungsgebietes einzelne Brut- und Nahrungshöhlen.

Der Wald hat für Vögel eine Bedeutung als Brut- und Nahrungshabitat. Insbesondere aufgrund

seiner Alt-Eichen und des Waldsaums mit Sträuchern.

Die landwirtschaftlichen Flächen haben eine gewisse Bedeutung für Wirbellose (z.B. Heuschrecken,

Spinnen). Für Bodenbrütende Vogelarten (wie z.B. Feldlerche) sind aber zu wenige,

zusammenhängende Offenlandflächen vorhanden.

Die Bedeutung des Untersuchungsgebietes für das Schutzgut wird als gering eingestuft.

Schutzgut Mensch

Zu beachtende Aspekte zur Beurteilung des Schutzgutes Mensch bilden die Erholungseignung

des Raumes, der Lärmschutz, die Luftreinhaltung und der Schutz vor elektrischen Feldern.

Das Gelände wird derzeit landwirtschaftlich als Grünland und Ackerfläche genutzt. Der

Waldbestand südlich des Untersuchungsgebietes ist im Gegensatz zum Grünland für das

Erleben der Landschaft von Bedeutung. Entlang der Beethovenstraße und Am Haberloh (von

dort nach Norden abbiegend) verläuft auch ein Abschnitt des Geoökologischen Lehrpfades

„Bitterbachschlucht“.

Die Beethovenstraße stellt eine der Hauptzufahrten zum Wohngebiet „Am Steinbruch“ dar,

so dass hier ein gewisser Quell- und Zielverkehr durch Pkw am Nordostrand des Geltungsbereiches

besteht. Auch durch die schon bestehenden Sportanlagen westlich des Untersuchungsgebietes

wird Verkehr induziert. Genaue Verkehrszahlen liegen aber nicht vor. Die

Sportanlagen stellen aber auch eine gewisse Emissionsquelle aufgrund des Sportbetriebs

(v.a. am Feierabend und an Wochenenden) dar (vgl. hierzu Schallimmissionsschutztechnische

Untersuchung, Ingenieurbüro für Bauphysik Sorge, Stand: 10.09.2012).

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Lufthygienische Belastungen sowie Belastungen durch elektrische Felder sind keine bekannt.

Messungen diesbezüglich wurden jedoch nicht vorgenommen.

Die Bedeutung des Untersuchungsgebietes für das Schutzgut Mensch wird als mittel

eingestuft.

Schutzgut Landschaft

Das Planungsgebiet liegt vollständig in der naturräumlichen Untereinheit „Lorenzer und Sebalder

Reichswald“ (113 A) in der Haupteinheit des Mittelfränkischen Beckens (113). Weiter

im Nordosten folgt um Kuhnhof bereits ein Ausläufer des „Vorlands der nördlichen Frankenalb

(112 A)“. Das Landschafts- und Ortsbild im Planungsgebiet selbst ist bestimmt durch die

angrenzende Bebauung und die Sportanlagen, aber auch den Waldbestand aus Laubbäumen,

der einen naturnahen Charakter aufweist.

Die Bedeutung des Untersuchungsgebietes für das Schutzgut Landschaft ist mittel.


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Schutzgut Kultur- und Sachgüter

Im Planungsgebiet sind keine geschützten Kultur- oder Bodendenkmäler bekannt. Allerdings

ist grundsätzlich mit frühgeschichtlichen Einzelfunden in diesem Gebiet zu rechnen.

Sachgütern sind im Untersuchungsgebiet ebenfalls nicht vorhanden.

Kultur- und Sachgüter sind im Planungsgebiet nicht betroffen.

7. AUSWIRKUNGEN DES VORHABENS

Im Folgenden werden die negativen wie positiven Auswirkungen beschrieben, die bei Umsetzung

des Bebauungsplanes zu erwarten sind.

Schutzgut Boden

Die Festsetzung eines Baufensters und die geplanten Flächen für den ruhenden Verkehr

führen zu einer teilweisen Versiegelung des Planungsgebietes und damit einer Zerstörung

des Bodenkörpers und einer Einschränkung der Bodenfunktionen. Für den Bau des Spielfeldes,

muss die bestehende Wölbung des Geländes abgetragen und eingeebnet werden. Dies

ist mit einem vollständigen Verlust der gewachsenen Bodenschicht verbunden, die durch

einen künstlichen Bodenaufbau für das Spielfeld ersetzt wird.

Eine erhebliche und nachhaltige Beeinträchtigung des Bodenhaushalts ist aufgrund der Veränderungen

innerhalb des Planungsgebietes dennoch nicht zu erwarten, da auch zukünftig

bestimmte Bodenfunktionen – wenn auch nicht mehr im ursprünglichen Umfang – erfüllt

werden (z.B. Versickerungsfähigkeit, in bestimmten Umfang auch noch belebte Bodenzone).

Im gesamten Gebiet sind keine Altlasten bekannt.

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Boden werden insgesamt als hoch bewertet.

Schutzgut Wasser

Durch die Ableitung von Niederschlagswasser von befestigten und überbauten Flächen wird

die Grundwasserneubildung verringert. Der Fundamentbau verändert die natürliche Fließrichtung

und den Grundwasserspiegel im engeren Umfeld. Im Bereich des Baseballfeldes ist

aber eine Versickerung gewährleistet. Eine nachhaltige Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes

kann aufgrund der lokalen Situation ausgeschlossen werden.

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Nachhaltige Auswirkungen auf das Grundwasser können ebenfalls ausgeschlossen werden,

da die Grundwasserdeckschicht des Feuerletten innerhalb des Geltungsbereichs auch bei

der geplanten Abtragung der Kuppe ausreichend mächtig ist, so dass keine Einträge in tiefer

liegende Grundwasserstockwerke zu befürchten sind.

Im Zuge der Unterhaltungspflege für den Spielfeldrasen sind zumindest Erhaltungsdüngungen

erforderlich, die bei ordnungsgemäßer Durchführung aber nicht zu Schädigungen des

Grundwassers führen. Im Vergleich zur jetzigen intensiven landwirtschaftlichen Nutzung dürfte

keine Verschlechterung im Hinblick auf die Nährstoffeinträge eintreten. Im Hinblick auf

Pestizideinträge dürfte sogar eine deutliche Verringerung stattfinden.

Negative Auswirkungen auf Oberflächengewässer können ausgeschlossen werden, da der

Bitterbach mit mind. 130 m ausreichend weit vom Vorhabengebiet entfernt ist. Auch die temporär

wasserführende Geländerinne im Süden ist mind. 60 m vom Geltungsbereich entfernt.

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Wasser werden daher als gering bewertet.


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Schutzgut Klima/Luft

Die zusätzliche Bebauung verstärkt vorhandene Effekte auf das Lokalklima wie eine Temperaturerhöhung

durch versiegelte Bodenpartien. Aufgrund der Lage am Rand eines Frischluftentstehungsgebietes

(Bitterbach) und der klimatisch wirksam bleibenden Rasenfläche des

Spielfeldes sind diese Effekte aber nicht erheblich. Luftströme werden ebenfalls nicht beeinträchtigt.

Mögliche zusätzliche Emissionen (z.B. aus dem Hausbrand für die Heizung) werden aufgrund

des Umfangs der erwartbaren Veränderungen, neuer Techniken (Wärmedämmung,

Heiztechnik) und der vorherrschenden Luftströmungen im und um das Gebiet nicht zu einer

nachhaltigen Beeinträchtigung der Lufthygiene führen.

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Klima/Luft werden insgesamt als gering bewertet.

Schutzgut Tiere und Pflanzen

Durch die Bebauung sowie die Erschließungs- und Freiflächen kommt es zu einem Totalverlust

dieser landwirtschaftlich genutzten Offenlandbereiche auf kleiner Fläche. Der Hochwald

im Süden gehört zum Geschützten Landschaftsbestandteil „Bitterbachschlucht mit angrenzenden

Gebieten“ (Verordnung vom 25.09.2001). Er liegt in einem Abstand von mindestens

35 m zum Geltungsbereich. Diese Pufferzone ist ausreichend, um eine Beeinträchtigung des

Waldes auszuschließen.

Durch eine Eingrünung der Sportanlagen und der Stellflächen u.a. durch Baumpflanzungen

kommt es innerhalb des Geltungsbereichs zu einer gewissen Erhöhung der Strukturvielfalt.

Das vorkommende Spektrum an Tier- und Pflanzenarten verschiebt sich stärker hin zu Arten

des Siedlungsbereiches. Durch den Spielbetrieb erfolgen allerdings regelmäßige Störungen.

Eingriffe in geschützte Lebensräume nach § 30 BNatSchG erfolgen nicht.

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Tiere und Pflanzen können als gering bis mittel

bewertet werden.

Schutzgut Mensch

Die Planung beeinflusst das Schutzgut Mensch kaum. Der geringfügig erhöhte Ziel- und

Quellverkehr durch die neuen Sportanlagen ist im Vergleich zum vorhandenen als marginal

einzustufen. Zudem kommt es teilweise nur zu einer Verlagerung des Verkehrs, da das geplante

Baseballfeld, den bisher genutzten Platz östlich des Geltungsbereichs ersetzen wird.

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Durch die westlich des Planungsgebietes vorhandenen Sportanlagen ergeben sich zwangsläufig

schon heute Lärmimmissionen während des Sportbetriebes. Dieser findet bevorzugt in

den späteren Nachmittagsstunden und abends oder am Wochenende statt. In der Schallimmissionsschutztechnischen

Untersuchung (Ingenieurbüro für Bauphysik Sorge, Stand:

10.09.2012) wurden daher die Auswirkungen des Spielbetriebes für den ungünstigsten Beurteilungszeitraum

an einem Sonn- oder Feiertag zwischen 13.00 Uhr und 15.00 Uhr betrachtet.

Die geplanten Sportanlagen stellen v.a. neue Lärmimmissionen durch den Spielbetrieb auf

dem Baseballfeld (z.B. Zurufe, Abschlag, Zuschauerreaktionen) für die in nordöstlicher Richtung

befindlichen Allgemeinen Wohngebiete (WA) dar, aber auch für die in westlicher und

östlicher Richtung liegenden. Durch die Planung kommt es zu weiteren Lärmimmissionen

durch den Parkplatzverkehr einschließlich der üblichen Einzelgeräusche (wie z.B. Türen-

/Kofferraumschließen, Motor-Standgeräusche etc.). Die Schallimmissionsschutztechnische

Untersuchung ergab auch bei Annahme eines gleichzeitigen Spielbetriebes auf allen beste-


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Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

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henden und geplanten Sportanlagen keine Überschreitung der zulässigen Richtwerte in den

Allgemeinen Wohngebieten nach der 18. BImSchV (Sportanlagenlärmschutzverordnung).

Aus diesem Grund können Beeinträchtigungen durch Lärm von den neuen Sportanlagen

ausgeschlossen werden.

Eine Beeinträchtigung oder Einschränkung des bestehenden Wanderweges/Lehrpfades erfolgt

nicht.

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Mensch werden als gering bewertet.

Schutzgut Landschaft

Die Bebauung und die Anlage des Baseballfeldes erfolgt ausschließlich auf bisherigen Grünland-

und Ackerflächen, es kommt zu keiner Zerstörung von wichtigen Freiraumstrukturen.

Durch den südlich gelegenen Waldmantel besteht eine gewisse Einrahmung der neuen

Sportanlagen. Die Gymnastikhalle an der Nordostecke des Geltungsbereiches gliedert sich

an die bestehende Bebauung an.

Von Süden werden das neue Gebäude und das Baseballfeld aufgrund der Topographie ohnehin

nicht einsehbar sein. Umgekehrt bleibt der Wald im Süden über das Spielfeld hin aber

visuell wahrnehmbar.

Durch die gemachten Festsetzungen des Bebauungsplanes zu Baumpflanzungen erfolgen

außerdem geeignete Maßnahmen zur Einbindung des Vorhabens in die Landschaft.

Die Auswirkungen auf das Schutzgut Landschaft werden daher als gering bewertet.

Schutzgut Kultur- und Sachgüter

Geschütze Kultur- und Sachgüter sind nicht betroffen. Bei Bodeneingriffen muss aber grundsätzlich

– wie auch andernorts – mit archäologischen Funden gerechnet werden. Entsprechende

Hinweise darauf sind im Bebauungsplan notwendig.

Auswirkungen auf das Schutzgut Kultur- und Sachgüter liegen somit nicht vor.

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8. VERMEIDUNGS- UND VERMINDERUNGSMAßNAHMEN

Die Auswirkungen der Bebauung sollen durch folgende Maßnahmen im Gebiet verringert

werden (in Klammer: betroffene Schutzgüter):

• Einfriedungen im Bereich des Planungsgebietes sind so zu gestalten, dass sie die

Durchlässigkeit für Tierarten gewährleisten. (Tiere und Pflanzen)

• Festsetzung von Baumpflanzungen mit standortgerechten Laubgehölzen (Tiere und

Pflanzen, Landschaftsbild)

• Erhaltung von Gehölzen (Tiere und Pflanzen, Klima und Luft, Landschaftsbild)

• Versickerung bzw. Ableitung von unbelasteten Oberflächenwässern (Wasser)

• Verwendung von LED-Leuchten für die Flutlichtanlage mit geringer Lockwirkung für

Insekten (nur Empfehlung) (Tiere und Pflanzen)


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• gezielte Baumpflanzungen zur Abschirmung des Flutlichtes in die Umgebung

(Mensch, Tiere und Pflanzen)

• Betrieb des Baseballfeldes wird auf die Tagzeiten (6 bis 22 Uhr) beschränkt (Mensch,

Tiere und Pflanzen).

9. GEPLANTE MAßNAHMEN ZUM AUSGLEICH VON EINGRIFFEN

Nach § 1a Abs. 3 BauGB erfolgt der Ausgleich für Eingriffe durch die Bauleitplanung durch

geeignete Darstellungen und Festsetzungen. In Bayern existiert hierfür die Handreichung

„Bauen im Einklang mit der Natur – Ein Leitfaden (ergänzte Fassung)“ (2. erweiterte Auflage

2003).

Gemäß der durchgeführten Biotop- und Nutzungstypenkartierung wurde die Fläche nach

ihrer Bedeutung für den Naturhaushalt und das Landschaftsbild bewertet. Die Ackerflächen

und das intensiv genutzte Grünland sind der Wertkategorie I oberer Wert zuzuordnen. Die

geschotterten Stellflächen am Nordrand gehören ebenfalls zur Kategorie I, werden aber zum

unteren Wert gezählt.

Bei der Festlegung des Ausgleichsfaktors von 0,15 für den Bereich des Spielfeldes wurde

angenommen, dass die Nutzungsänderung von intensiv genutztem Grün- und Ackerland in

Rasenfläche keine erhebliche Verschlechterung darstellt. Zudem wurden Minimierungsmaßnahmen

durch Baumpflanzungen innerhalb des Geltungsbereichs festgesetzt. Dies rechtfertigt

eine Ansetzung unterhalb des vorgeschlagenen Wertes gemäß Leitfaden.

Für das Gebiet der stärker versiegelten Fläche wurde unter Berücksichtigung der Minimierungsmaßnahmen

(u.a. Baumpflanzungen, Regenwasserableitung) ein Faktor im unteren

Bereich innerhalb der vorgeschlagenen Spanne gewählt.

Damit ergibt sich folgender Ausgleichsbedarf:

Eingriffstyp Wertkategorie Fläche in Aus-

Aus-

m² ha gleichsfak-

tor darf

gleichsbe-

Typ A: GRZ ≥ 0,35 Kategorie I 2.858 0,29 0,4 1.143 m²

Typ B: GRZ ≤ 0,35 Kategorie I 14.341 1,43 0,15 2.151 m²

Summe: 17.199 1,72 3.294 m²

ENTWURF

Da innerhalb des Geltungsbereichs des Bebauungsplans keine Möglichkeiten für eine naturschutzfachliche

Aufwertung von Flächen bestehen, wird das Ausgleichserfordernis in Höhe

von 3.294 m² auf einer externen Ausgleichsfläche aus dem Ökokonto der Stadt Lauf a.d.

Pegnitz verwirklicht.

Externe Ausgleichsmaßnahmen:

Das bestehende Ausgleichsdefizit wird auf der Ökokontofläche 574138-00046 der Stadt Lauf

a.d. Pegnitz gedeckt. Es handelt sich hier um das Flst. Nr. 574, Gmgk. Simonshofen, Stadt

Lauf a.d. Pegnitz mit einer eingestellten Fläche von 6.600 m² (Gesamtgröße Flurstück:

15.142 m²). Die naturschutzfachliche Anerkennung dieser Ökokontofläche erfolgte mit

Schreiben der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nürnberger Land vom

06.03.2013 mit einem anzusetzenden Ausgleichsfaktor von 0,5. Damit ergibt sich ein Ausgleichsäquivalent

von 3.300 m².


Stadt Lauf a.d. Pegnitz

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Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Entwurf

Es handelte sich hier um einen verbuschten Hutanger mit Alteichen am Höllweiher, für den

durch vorlaufende Maßnahmen im Winter 2012/13 (Entbuschung, Freistellung der Bäume)

bereits die Erstmaßnahmen durchgeführt wurden. Da die Maßnahme erst jüngst abgeschlossen

wurde, wird hier aber noch keine ökologische Verzinsung zum Ansatz gebracht.

Mit der Ökokonto-Fläche kann der Ausgleichsbedarf von 3.300 m² vollständig gedeckt werden.

Die Eingriffsfolgen des Bebauungsplanes gelten damit als ausgeglichen.

10. VERBLEIBENDE AUSWIRKUNGEN

Nach derzeitigem Kenntnisstand ist nicht von davon auszugehen, dass nach der Umsetzung

des Bebauungsplanes erhebliche Umweltauswirkungen auftreten.

Nach § 4 Abs. 3 BauGB wird die Stadt nach Abschluss des Aufstellungsverfahrens des Bebauungsplanes

durch die Behörden unterrichtet, sofern nach den ihnen vorliegenden Erkenntnissen

die Umsetzung erhebliche, insbesondere unvorhergesehene Auswirkungen auf

die Umwelt hat.

11. ALTERNATIVEN UND NULLFALL

Eine Untersuchung von Standortalternativen hat nicht stattgefunden, da keine ökologisch

besonders wertvollen Biotope berührt werden. Es werden nur landwirtschaftliche Flächen in

Anspruch genommen und zum Waldrand der Bitterbachschlucht wird ein ausreichender Abstand

eingehalten.

Der gewählte Standort hat aufgrund der räumlichen Nähe zu den bestehenden Einrichtungen

zur sportlichen Nutzung und schon bestehender Bebauung im Umfeld gewisse Vorzüge gegenüber

potenziellen anderen Flächen. Aufgrund der Funktionsverdichtung können die vorhandenen

Stellflächen die sich nördlich an den Geltungsbereich anschließen beim laufenden

Betrieb mitbenutzt werden. Die verfolgte Planung bezog die bestehenden Strukturen vollständig

ein, so dass neue Eingriffe auf ein Minimum begrenzt wurden.

ENTWURF

Grundsätzlich würde die Wahl eines anderen Standortes für den Sportpark aus naturschutzfachlicher

Sicht keine Verbesserung bewirken.

Bei Nichtdurchführung der Planung würden alle Flächen weiter intensiv landwirtschaftlich

genutzt werden.

12. BETROFFENHEIT VON NATURA 2000-GEBIETEN

Innerhalb des Geltungsbereiches des Bebauungsplanes sind keine „Gebiete gemeinschaftlicher

Bedeutung“ (Site of Community Importance – SCI), „Besondere Schutzgebiete“ (Special

Area of Conservation – SAC) oder Artvorkommen und Lebensräume, die eine Ausweisung

als eines dieser Gebiete nach Art. 3 FFH-Richtlinie rechtfertigen, bekannt. Ebenso befinden

sich hier keine „Europäischen Vogelschutzgebiete“ (Special protected area – SPA) nach der

Vogelschutz-Richtlinie.

Erst in ca. 450 m Entfernung vom Planungsgebiet befindet sich im Westen der Stadt Lauf

a.d. Pegnitz das Vogelschutz-Gebiet 6533-471.01 „Nürnberger Reichswald“. Durch die Planung

werden mögliche funktionale Beziehungen innerhalb dieses Gebietes oder zu anderen

Gebieten nicht beeinflusst.


Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Entwurf Seite 15

Somit können Beeinträchtigungen von NATURA 2000-Gebieten durch die Planung ausgeschlossen

werden.

13. BERÜCKSICHTIGUNG ARTENSCHUTZRECHTLICHER ASPEKTE

Unabhängig von der Anwendung der Eingriffsregelung sind die artenschutzrechtlichen Bestimmungen

des BNatSchG und europarechtlicher Vorschriften (FFH-Richtlinie, Vogelschutz-

Richtlinie) bei der Aufstellung des Bebauungsplanes zu berücksichtigen. Eine spezielle artenschutzrechtliche

Prüfung ist nicht erforderlich, da im Geltungsbereich keine europarechtlich

oder streng geschützten Arten vorkommen. Zur Ermittlung und Darstellung möglicher

Auswirkungen auf geschützte Arten und eventuell erfüllter Verbotstatbestände wurde in Abstimmung

mit der Unteren Naturschutzbehörde nur eine überschlägige Prüfung der artenschutzrechtlichen

Aspekte durchgeführt.

Im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan sind in erster Linie Auswirkungen auf europäische

Vogelarten im Gebiet und dem näheren Umfeld durch Baumaßnahmen und die künftige

Nutzung des Grundstücks zu erwarten.

Der Geltungsbereich ist nahezu gehölzfrei. Die Gehölze am Nordwestrand des Geltungsbereiches

sind potenzielle Bruthabitate und werden teilweise erhalten, so dass bis auf geringfügige

Eingriffe keine Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der ökologischen Gilde der „Heckenund

Baumbrüter“ verloren gehen. Da die ökologische Funktion der von den durch den Bebauungsplan

vorbereiteten Eingriffen betroffenen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im räumlichen

Zusammenhang weiterhin erfüllt wird, ist der Verbotstatbestand nach § 44 Abs. 1 Nr. 1

und Nr. 3 diesbezüglich nicht einschlägig.

Potenzielle Störungen können im Zuge der eigentlichen Baumaßnahmen (Lärm, Erschütterungen,

Beleuchtung) auftreten. Diese sind aber räumlich eng begrenzt und treten nur temporär

auf. Während der Nutzung des Baseballspielfeldes kann es durch Beleuchtung und

Lärm ebenfalls zu störenden Einflüssen auf das angrenzende Waldstück kommen.

Innerhalb des zu erwartenden Artenspektrums gibt es ohnehin nur weitgehend unempfindliche

Arten, die regelmäßig auch innerhalb des Siedlungsbereiches auftreten. Derzeit im betroffenen

Waldbereich brütende Arten sind bereits entsprechend an die auftretenden

Lärmeinwirkungen (Verkehr Beethovenstraße, Sportanlagen) gewöhnt, so dass durch die

temporären Bauarbeiten und zusätzlichen Sportanlagen keine wesentlichen neuen Störungswirkungen

auftreten werden. Zudem kommt es teilweise nur zu einer Verlagerung des

Spielbetriebes, durch die Verlegung des Baseballfeldes vom westlich angrenzenden Sportplatz

in das Planungsgebiet.

ENTWURF

Neben dem Vorkommen europäischer Vogelarten kann auch das Vorkommen von Fledermäusen

in Baumhöhlen des angrenzenden Waldes nicht ausgeschlossen werden. Der Waldrand

wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch als Jagdhabitat für lokale Populationen genutzt.

Für temporäre Störungen durch die Baumaßnahmen und den Nutzung des Baseballfeldes

gilt analog zum oben Gesagten, dass in diesem Waldbereich vorkommende Populationen

bereits an gewisse Störungen gewöhnt sind. Sollten während der Baumaßnahmen vorübergehende

erhöhte Störungen auftreten, so können die baumhöhlenbewohnenden Fledermäuse

i.d.R. problemlos auf weitere, ihnen bekannte Quartiere im Wald entlang des Bitterbaches

ausweichen. Quartierwechsel bei baumhöhlenbewohnenden Fledermausarten sind üblich, so

dass hier kein Störungstatbestand i.S.v. § 44 Abs. 1 Nr. 2 vorliegt.


Stadt Lauf a.d. Pegnitz

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Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Entwurf

Eine Beeinträchtigung der Jagdhabitate von Fledermäusen könnte durch eine nächtliche

Beleuchtung der Baustelle auftreten, die aber nicht vorgesehen ist. Insofern ist auch hier der

Störungstatbestand i.S.v. § 44 Abs. 1 Nr. 2 nicht einschlägig.

Ein Spielfeldbetrieb in den Nachtstunden ist nicht vorgesehen. Zur Nutzung des Spielfeldes

in den Abendstunden (v.a. außerhalb der Sommermonate) wird ggf. eine Flutlichtanlage installiert.

Die Lichtquellen können Insekten anlocken. Dabei kann es zum Tod der Tiere an

heißen Oberflächen der Leuchtmittel, Absterben in ungeeignetem Habitat o.ä. kommen. Dies

wirkt sich mittelbar auch auf Beutegreifer aus, die auf nachtaktive Insekten als Nahrung angewiesen

sind (z.B. Fledermäuse). Mit den empfohlenen Vermeidungsmaßnahmen (LED-

Leuchten mit geringer Lockwirkung für Insekten, gezielte Baumpflanzungen zur Abschirmung,

kein nächtlicher Spielbetrieb) kann ein Störungstatbestand i.S.v. § 44 Abs. 1 Nr. 2

BNatSchG umgangen werden. Dieser Sachverhalt sollte bei der konkreten Installation einer

Flutlichtanlage erneut geprüft werden. In den Wintermonaten ist aber keine Störung von Fledermausarten

gegeben, da sich diese dann im Winterschlaf befinden.

Weitere Arten des Anhangs IV der FFH-Richtlinie oder sonstige streng geschützte Arten

(z.B. Amphibien, Reptilien, Tag- und Nachtfalter, Käfer) nach BNatSchG werden dagegen

vom Vorhaben nicht negativ beeinflusst bzw. es fehlen potenzielle Lebensräume der in Frage

kommenden Arten (z.B. Zauneidechse).

14. ÜBERWACHUNG/MONITORING

Nach § 4c BauGB ist es Aufgabe der Gemeinden, die erheblichen Umweltauswirkungen, die

auf Grund der Durchführung eines Bebauungsplans eintreten, zu überwachen, um insbesondere

unvorhergesehene nachteilige Auswirkungen frühzeitig zu ermitteln und in der Lage zu

sein, geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Ein eigenes Monitoring erscheint hier nicht angezeigt. Eine Überprüfung der Planung und

möglicher, daraus resultierender Folgen, kann im Rahmen der üblichen Fortschreibungen

der Flächennutzungs- und Landschaftsplanung der Stadt Lauf a.d. Pegnitz erfolgen.

ENTWURF


Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Stadt Lauf a.d. Pegnitz

Entwurf Seite 17

15. ZUSAMMENFASSUNG

Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“ liegen ausschließlich

landwirtschaftliche Flächen und in geringem Umfang schon bestehende Parkplätze

mit geringfügigem Baumbestand. Die Bebauungsplanung sieht ein Sondergebiet für eine

Sporthalle mit Parkflächen und eine Grünfläche für ein Baseballspielfeld vor.

Durch Pflanzerhaltungen und -bindungen sowie weitere Vermeidungs- und Minimierungsmaßnahmen

erfolgt eine Einbindung des Vorhabens in die Umgebung. Der Ausgleich der

vorbereiteten Eingriffe wird durch Maßnahmen auf einer Ökokontofläche der Stadt Lauf a.d.

Pegnitz bei Simonshofen gedeckt.

Die Bedeutung des Planungsgebietes für die einzelnen Schutzgüter wurde anhand der Bestandssituation

überprüft und die Auswirkungen der Planungen bewertet.

Schutzgut

Bedeutung des Planungsgebietes

Auswirkungen der Planung

für das Schutzgut

Boden mittel hoch

Wasser mittel gering

Klima/Luft gering gering

Tiere und Pflanzen gering – mittel gering – mittel

Mensch mittel gering

Landschaft mittel gering

Kultur- und Sachgüter nicht betroffen keine

Negative Auswirkungen auf NATURA-2000-Gebiete konnten keine erkannt werden, ebenso

sind artenschutzrechtliche Verbotstatbestände nach § 44 BNatSchG auf Ebene der Bebauungsplanung

nicht einschlägig.

Unter Berücksichtigung der erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen sind mit der Planung keine

erheblichen Umweltauswirkungen verbunden.

ENTWURF


Stadt Lauf a.d. Pegnitz

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Umweltbericht zum Bebauungsplan Nr. 102 „Laufer Sportpark Haberloh“

Entwurf

16. LITERATUR

Bayerischer Klimaforschungsverbund (BayFORKLIM) (Hrsg.) (1996): Klimaatlas von Bayern. –

Selbstverlag, München.

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (BayLfU) (Hrsg.) (2001): Lufthygienischer Jahresbericht –

Kurzbericht 2000. – Selbstverlag, Augsburg, 9 S.

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (BayLfU) (Hrsg.) (2002): Lufthygienischer Jahresbericht –

Kurzbericht 2001. – Selbstverlag, Augsburg, 9 S.

Bayerisches Landesamt für Umweltschutz (BayLfU) (Hrsg.) (2003): Lufthygienischer Jahresbericht –

Kurzbericht 2002. – Selbstverlag, Augsburg, 9 S.

Bayerisches Landesamt für Umwelt (BayLfU) (Hrsg.) (2010): Bestimmungsschlüssel für Flächen nach

§ 30 BNatSchG / Art. 13d (1) BayNatSchG. – Stand: 03/2010, Selbstverlag, Augsburg, 23 S. +

39 Tafeln.

BstmUG (Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit) (Hrsg.) (2008): Arten- und Biotopschutzprogramm

– Landkreis Nürnberger Land, Internet-Download www.lfu.bayern.de.

Huemer, P., Kühtreiber, H., Tarmann, G. (2010): Anlockwirkung moderner Leuchtmittel auf nachtaktive

Insekten Ergebnisse einer Feldstudie in Tirol, Kooperationsprojekt Tiroler Landesumweltanwaltschaft

& Tiroler Landesmuseen Betriebsgesellschaft m.b.H., Innsbruck, 33 S.

Ingenieurbüro für Bauphysik GmbH (IfB) (2012): Schallimmisssionsschutztechnische Untersuchung

gemäß Sportanlagenlärmschutzverordnung, - unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag der Stadt Lauf

a.d. Pegnitz, 11 S. + Anhang.

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