Vortrag als pdf-Datei - IBI

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Vortrag als pdf-Datei - IBI

Abwasserreinigungsanlagen in der

Schweiz am Beispiel einer

Aktiengesellschaft

Jörg Ringwald

Mitglied der Geschäftsleitung

TBF + Partner AG, Zürich

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

TBF Par tner AG

Planer und Ingenieure


Zur Person

Hauptsitz Zürich (CH)

Zweigniederlassung Agno TI (CH)

Geschäftsleitung

Zweigniederlassung Bern (CH)

Zweigniederlassung Böblingen (D)

Engineering

Qualitätsmanagement

Dienste

Abfall +

Energie

Abwasser +

Klärschlamm

Bau +

Verkehr

Elektrotechnik +

Prozessautomation

Strategien +

Projektentwicklung

Projektmanagement

+

Umweltschutz

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

TBF Par tner AG

Planer und Ingenieure


Übersicht

1. Einleitung

2. Beispiel ZALA AG

– Projektübersicht

– Vorgeschichte ZALA: Von der Idee zur Gründung der ZALA AG

– Organisation Warum eine AG

Organisation Bauphase

Organisation Betriebsphase

– Finanzierung am Kapitalmarkt

– Erfolgsfaktoren

3. Weitere Beispiele

– ARA Region Bern AG: Warum eine AG?

– ARA ProRheno AG, Basel: Warum eine AG?

4. Fragen

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

TBF Par tner AG

Planer und Ingenieure


1. Einleitung

• Vorgaben Obligationenrecht (OR) an die Organisation AG

– Oberstes Organ der Aktiengesellschaft ist die Generalversammlung

1. die Festsetzung und Änderung der Statuten

2. die Wahl der Mitglieder des Verwaltungsrates und der Revisionsstelle

3. Jahresbericht, Jahresrechnung, Verwendung des Bilanzgewinnes

– Verwaltungsrat

1. Oberleitung der Gesellschaft, Festlegung der Organisation

2. die Ausgestaltung des Rechnungswesens, Finanzkontrolle, Finanzplanung

3. Ernennung, Abberufung, Oberaufsicht Geschäftsführung (nicht zwingend)

4. Erstellung des Geschäftsberichtes, Vorbereitung GV

– Revisionsstelle

• Vorgaben Obligationenrecht (OR) an die Rechnungslegung

– Jahresrechnung

– Erfolgsrechnung (Betriebsrechnung, Investitionsrechnung)

– Bilanz

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

TBF Par tner AG

Planer und Ingenieure


Übersicht

1. Einleitung

2. Beispiel ZALA AG

– Projektübersicht

– Vorgeschichte ZALA: Von der Idee zur Gründung der ZALA AG

– Organisation Warum eine AG

Organisation Bauphase

Organisation Betriebsphase

– Finanzierung am Kapitalmarkt

– Erfolgsfaktoren

3. Weitere Beispiele

– ARA Region Bern AG: Warum eine AG?

– ARA ProRheno AG, Basel: Warum eine AG?

4. Fragen

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

TBF Par tner AG

Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Projektübersicht

• Aufheben der 4 ARA Langenthal,

Aarwangen, Huttwil und Lotzwil

• Neue ARA Eymatte

für 65'000 EW auf der grünen

Wiese

• Anpassung Zulaufsystem und

Zusammenschluss des

bestehenden Zulaufsystems sowie

Ergänzung der Einrichtungen zur

Regenwasserbehandlung,

6.3 km neue Kanäle

• Neuer Abwasserstollen

2.1 km Länge

Innendurchmesser 3.30 m

• Projektkredit von CHF 85,15 Mio

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

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Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Vorgeschichte

Prioritätenliste der ARA im Kanton BE:

Worbental Worblental

Lotzwil

Bern AG

Thun

Biel AG

Huttwil

Langenthal

Kandersteg

Aarwangen

Interlaken

Adelboden

Murg

Belp

Brienz

Grindelwald

Frutigen

Lüscherz

Münsigen Münsingen

Wohlen

Meiringen

Oberrieden

7

5 10 15

20 25 30

Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

Prioritäten der ARA:

hoch

mittel

tief

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Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Entstehungschronik

Anfang 90 Handlungsbedarf bei 4 ARA

1994 Studie ARA Langenthal

Mitte 1994 Idee Zusammenschluss

Gründung einer Trägerschaft

Langenthal, Aarwangen, Lotzwil

Nov 1994 Huttwil tritt Trägerschaft bei

März 1995 Studie: Zusammenschluss

ökologisch und ökonomisch

besser als 4 ARA sanieren.

März 1995 Arbeitsgruppe mit Auftrag:

- Vorprojekt erarbeiten

- Strukturen schaffen

- Finanzierung sichern

- Landerwerb sichern

Nov 1995 Abschluss Verträge Landerwerb

Nov 1996 Vernehmlassung ZALA-Konzept

durch Betreiber, Gemeinden

Dez 1996 Langenthal: nein!

März 1997 Langenthal: Ja mit Vorbehalt

April 1997 Umzonung für ARA-Bau

Juli 1997 Langenthal: Ja

Sep 1997 Abstimmungsbotschaften an

alle 18 Gemeinden verschickt

März 1998 Langenthal: neue Studie

Mitte 1998 Zustimmung in 16 Gemeinden

Nov 1998 Studie keine neuen Facts

Jan 1999 Langenthal möchte Projektüberarbeitung,

d.h. neue

Abstimmung in 16 Gemeinden

Juli 1999 Nach Verhandlungen ist

Langenthal bereit über Projekt

abstimmen zu lassen

Dez 1999 Zustimmung Langenthal

April 2000 Gründung ZALA AG

(mit 2 Jahren Verspätung)

Jan 2004 Inbetriebnahme ARA

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TBF Par tner AG

Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Organisationsformen

Untersuchte Organisationsformen

• Aktiengesellschaft:

+ Effiziente, bewährte Rechtsform

+ Kurze Entscheidungswege

+ Privates Kapitel

+ Steuerbefreiung von Gemeinde-,

Staats- und Bundessteuer möglich

+ Kompetenzabtretung definierbar

- Aufwendige Gründung

• Neuer Gemeindezweckverband:

+ Kompetenzabtretung definierbar

+ Bekannt

+ Kapitalbeschaffung Gemeinden

- Umständliche Entscheidungswege

falls von Amtes wegen besetzt

- Kein privates Kapital

• Genossenschaft :

+ Flexibel

- Stimmrecht zwingend nach Köpfen

• Verein:

+ Flexibel, rasche Gründung

- Kein Grundkapital

- Für wirtschaftliche Tätigkeit

weniger geeignet

• Dachverband:

+ Baut auf heutigen Strukturen auf

- Sehr umständlich

- Mehrstufige Entscheidungsfindung

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Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Warum eine AG

Warum eine AG und kein Zweckverband?

• Eher geeignet, effiziente

Leistungserbringung sicherzustellen:

+ Bewährte Führungsprinzipien

+ Einfache Entscheidungsabläufe

(GV, VR)

+ Unternehmerisches Denken und

Handeln im VR

+ Kein "Amtszwang" für den VR

• Aktienrecht:

Kein Initiativ- und Beschwerderecht, was

für einen Kläranlagen-Betrieb

sachgerechter ist

• Stimmrecht:

Über Aktienkapital pro Aktionär

festgelegt

• Jede Mitbestimmung der Gemeinden

realisierbar:

+ Durch Verteilung Aktienkapital

+ Durch Festlegung in Statuten

• Volle Transparenz:

Volle Akteneinsicht für Aktionäre

• Privates Kapital möglich:

+ Bei der Fremdfinanzierung

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Symposium "PPP im Bereich Abwasser"

ETHZ, 09.März 2012

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Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Organisation Bau

Generalversammlung

(18 Aktionärsgemeinden)

Externe Berater

Verwaltungsrat

(7 Verwaltungsräte)

Assistenz

TBF + Partner AG

Büro ZALA

(VRP)

Betriebskommission

(3 Verwaltungsräte)

Baukommission

(2 VR + 3 Externe)

Gesamtprojektleitung

TBF + Partner AG

Generalplaner LOS ARA

Generalplaner LOS Stollen

Generalplaner LOS Zulauf

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2. Beispiel ZALA AG: Organisation Betrieb

Generalversammlung

(18 Aktionärsgemeinden)

Buchhaltung

Wälchli & Steiner Treuhand AG

Verwaltungsrat

(7 Verwaltungsräte)

Assistenz

TBF + Partner AG

Geschäftsleitung

(3 Verwaltungsräte)

Betriebspersonal

(3 Klärwerkmeister)

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Planer und Ingenieure


2. Beispiel ZALA AG: Finanzierung

Finanzierung: Ziel konstante Gebühren

• Baukosten ZALA AG:

(Stand: April 2009, inkl. MWST)

Total: CHF 91‘891‘209.15

• Total Beiträge

Kanton, Bund und KSEO

(Stand: Ende 2003, inkl. MWST)

Kanton Bern

Bund

KSEO:

22'273'108.00

4'885'000.00

5'276'784.10

Total: CHF 32‘434‘982.10

• Aktienkapital:

Total: CHF 15‘000‘000.00

• Finanzierung am Markt:

Total: CHF 44‘456‘317.05

Beiträge

Aktionäre Finanzierung

am Markt

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2. Beispiel ZALA AG: Erfolgsfaktoren

• Kanton:

Nachhaltiger Gewässerschutz

- Klarer Wille zu dieser Lösung

- Subventionen abhängig vom

Zusammenschluss

- Vorfinanzierung

• Zentrale Schaltstelle:

Arbeitsgruppe nicht AG bis zur

Gründung

- Vorprojekte

- Organisationsstrukturen

- Finanzierung sichern

- Landerwerb sichern

- Fragen zu Kostenbeteiligung

Bau, Betrieb, Mitspracherecht

• VR nicht von Amtes wegen:

Kompetente Führungscrew

- Soziale Kompetenz

- Führungserfahrung, Unternehmer

- Fachliche Kompetenz Bau, Recht

- Erfahrung bei regionalen Projekten

Bewilligung (Durchleitungsrechte)

• Handlungsfähig in Krisenzeiten

Schadenfall Abwasserstollen

• Beizug externe Assistenz,

Projektleitung

- Bereits früh

- Für Bauphase

- Für Betrieb

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Übersicht

1. Einleitung

2. Beispiel ZALA AG

– Projektübersicht

– Vorgeschichte ZALA: Von der Idee zur Gründung der ZALA AG

– Organisation Warum eine AG

Organisation Bauphase

Organisation Betriebsphase

– Finanzierung am Kapitalmarkt

– Erfolgsfaktoren

3. Weitere Beispiele

– ARA Region Bern AG: Warum eine AG?

– ARA ProRheno AG, Basel: Warum eine AG?

4. Fragen

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Planer und Ingenieure


3. Beispiel ARA Region Bern AG

1967 Inbetriebnahme ARA

1994 Ausbauprojekt Biologie

1996 Gründung AG

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3. Beispiel ARA Region Bern AG

• Beweggründe für eine Änderung der Organisationsform

– ARA Neubrück ist Bestandteil des Amtes für Abwasser der Stadt Bern

– 9 Aussengemeinden als Dienstleitungsnehmer keine Mitbestimmung

– Dissonanz bei Gebühren resp. Verrechnung der Kosten (Stadt-Land)

– Vorfinanzierung durch die Stadt Bern bei Erweiterung, Werterhalt etc.

– Politische langwierige Entscheidungswege bei Investitionen, Budget etc.

• Vorteile einer Aktionärsstruktur

– Aktienrecht, Controlling etc.

– Zugang zu Kapital

– Politische Aspekte treten in den Hintergrund

– Schnelle Entscheidungswege

– Steuerbefreiung

– Flexibilität, Personalwesen, Management Tools etc.

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3. Beispiel ARA Region Bern AG

• Gründung der ara region bern ag

– 1995 Stadt Bern + 9 Aussengemeinden: AG ist beste Organisationsform

– Unabhängige Bewertung, Stadt Bern bringt die Anlage als Aktienwert ein

die Aussengemeinden zeichnen Aktien

– Stadt Bern verzichtet auf Stimmenmehrheit Goodwill

– Ausgliederung aus der Stadtverwaltung 31.12.1995

– 1996 Überführung in neue Trägerschaft mit Aktionärsbindungsvertrag

• Unternehmensstruktur

– 10 Aktionärsgemeinde

– Verwaltungsrat: 21 Mitglieder

– Verwaltungsrats-Ausschuss: 7 Mitglieder

• VR-Unterausschuss Finanz: 3 Mitglieder

• VR-Unterausschuss Technik: 3 Mitglieder

• VR-Unterausschuss Personal: 3 Mitglieder

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3. Beispiel ARA ProRheno AG, Basel

ARA Basel

Schlammverbrennungsanlage

ARA Chemie

Gemeinsame Anlagen

ARA Chemie

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3. Beispiel ARA ProRheno AG, Basel

Städtebauliche Entwicklung

Birsig um 1870

1896 Beginn des Baus eines unterirdischen Kanalisationsnetzes

1963 Internationale Vereinbarung zum Schutz des Rheins

CH, BRD, F, Lux, NL

1973 Geeigneter Standort für eine Kläranlage in Kleinhüningen war

gefunden

1981 Sämtliche Zuleitungskanäle für die Stadt und die

Vorortsgemeinden waren realisiert

1982/83 Einweihung und Inbetriebnahme der ARA Basel, ARA Chemie und

der Schlammverbrennungsanlage

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3. Beispiel ARA ProRheno AG, Basel

• Warum eine AG

– Beim Bau der ARA war Chemie auf Wunsch Kantone federführend

– Chemie hat die für sie normale Organisation = AG vorgeschlagen

• Aktiengesellschaft (gemischt wirtschaftlich)

– Kantone 51%

– Chemie (einfache Gesellschaft ) 49%

– Das Aktienkapital beträgt 50‘000 CHF

BASF 3%

Huntsman 23%

Novartis 9% Syngenta 2%

BS 42%

• Besitzverhältnisse ProRheno AG

– Reine Betreibergesellschaft

– Areal & Anlagen ARA Basel (inkl. Schlammbehandlung) gehört

Einwohnergemeinde Basel-Stadt

– Areal ARA Chemie gehört Novartis Pharma AG

Roche 12%

– Anlagen ARA Chemie gehören der einfachen Gesellschaft

BL 9%

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Danke für die Aufmerksamkeit

Fragen ?

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