download - Landesbetrieb Forst Brandenburg - Brandenburg.de

forst.brandenburg.de

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N

Nachhaltigkeit

im Wandel

A

Aus dreierlei

Sicht

C

Carlowitz der

Vorausdenker

H

Helsinki, Rio,

Brandenburg

H

Holznutzung

heute

A

Ausdruck der

Verantwortung

L

Land der Wälder

T

Tatkraft im

Klimaschutz

I

Im Waldland

Brandenburg

NACHHALTIG VON „N “ BIS „G “

EINE AUSSTELLUNG ÜBER DEN FORSTLICHEN

URSPRUNG UND DIE PERSPEKTIVEN DES MODERNEN

NACHHALTIGKEITSBEGRIFFS

Verehrte Ausstellungsbesucher und Waldfreunde,

aus Anlass des Jubiläums „300 Jahre Nachhaltigkeit“ präsentiert Ihnen der

Landesbetrieb Forst Brandenburg eine Ausstellung aus dem Herzen unseres

waldreichen Bundeslandes.

Entdecken Sie die Nachhaltigkeit als interessantes und hochaktuelles Thema,

dessen Leitbild vom deutschen Wald in die Welt hinaus getragen wurde.

Geschichte, Wortgeber, heutige Dimensionen, Bedeutung für den deutschen

Wald und die Forstwirtschaft hierzulande – die Ausstellung, die Sie hier und heute

sehen, führt Sie anhand von zehn aufeinander aufbauenden Tafeln tief

in das Thema und die brandenburgischen Wälder.

Sie werden erfahren, wie wichtig den Förstern, Waldbesitzern und uns, dem

Landesbetrieb Forst Brandenburg, der Schutz und die nachhaltige Entwicklung

der lebenswichtigen Ressource Wald ist.

Damit Sie sich in der Ausstellung nicht verlaufen, finden Sie auf jeder Tafel eine

Orientierungsleiste. Starten Sie mit „N“ wie „Nachhaltigkeit im Wandel“ und

sammeln Sie neue Waldeindrücke und -informationen bis zur Tafel „G“ wie

„Guten Waldspaziergang!“.

Einen erkenntnisreichen Ausstellungsbesuch wünschen Ihnen

der Landesbetrieb Forst Brandenburg und seine Partner

GGuten

Waldspaziergang!

Herausgeber:

Landesbetrieb Forst Brandenburg

Zeppelinstraße 136

14471 Potsdam

Tel.: 03 31 - 9 79 29 - 301

E-Mail: betriebsleitung@lfb.brandenburg.de

www.forst.brandenburg.de

Textquellen: Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR) und

Landesforstbetrieb Brandenburg (LFB)

Konzept/Text/Gestaltung: c-zwei, riva communications

Fotos: Sören Tetzlaff, United Nations u.a. Quellen


N

NACHHALTIGKEIT IM WANDEL

300 JAHRE NACHHALTIGKEIT UND

DIE IDEE WÄCHST WEITER

Bei all der aktuellen Medienpräsenz und Verwendungsvielfalt

des Begriffes „Nachhaltigkeit“ ist kaum noch auszumachen, wo

die Entwicklung eigentlich ihren Ursprung hatte. Die Jubiläumskampagne

„300 Jahre Nachhaltigkeit“ der Forstwirtschaft in

Deutschland sowie diese Wanderausstellung des Landesbetriebs

Forst Brandenburg führen zurück zu den Wurzeln – in den

deutschen Wald.

Bereits im Jahr 1713 machte Hans Carl von Carlowitz aus der Not –

einer chronischen Mangelwirtschaft – eine Tugend und forderte

in seinem Buch „Sylvicultura Oeconomica – Anweisungen zur

wilden Baumzucht“, dass nur so viel Holz geschlagen werden

darf, wie auch wieder nachgepflanzt werden kann.

Das war die Geburtsstunde des Nachhaltigkeitsprinzips, das im

Laufe der Jahrhunderte präzisiert und ausgeweitet werden sollte.

MODERNE FORSTWIRTSCHAFT SETZT

DAS ERBE FORT

In der Geschichte der Forstwirtschaft wurde das Prinzip der

Nachhaltigkeit gemäß der geistigen Strömungen der jeweiligen

Zeit unterschiedlich aufgefasst – nicht immer mit dem bestmöglichen

Ergebnis für den Wald als hochkomplexes Ökosystem,

wie in Phase 2 deutlich wird. Heute befinden wir uns in der

Phase 5, die unterschiedliche Bedeutungsdimensionen des

Waldes für die Gesellschaft berücksichtigt und fördert.

Phase 1 Hoher Naturalertrag

Angeregt von Hans Carl von Carlowitz bestimmen

langfristige, gleichmäßige Holzerträge das forstwirtschaftliche

Denken im 18. Jahrhundert.

Phase 2 Größtmöglicher Wertertrag

Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Verhältnis von

maximalem Reinertrag und größtmöglicher Verzinsung

bei den Faktoren Boden, Arbeit und Holzertrag zum

bestimmenden Prinzip.

Phase 3 Natürliche Vegetationskraft

Der Wald wird gegen Mitte des 19. Jahrhunderts nicht

mehr als reines Objekt der Bewirtschaftung gesehen,

sondern als komplexes Natursystem mit möglichst

ungestörtem Baumwachstum.

Phase 4 Hochfunktionelles Landschaftselement

Der Gedanke aus Phase 3 wird zu Beginn des

20. Jahrhunderts noch ausgebaut und übergreifende

Aspekte wie der Einfluss auf den Wasserhaushalt der

Region kommen hinzu.

Phase 5 Multifunktionaler Ansatz

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden die Waldfunktionen

zunehmend unter den drei Betrachtungsweisen

ökologischer Wert, ökonomische Nutzung und

sozio kulturelle Bedeutung für den Menschen gesehen –

der Wald gilt dabei als dynamisches System im

Wirkungsfeld ständiger Anpassungsprozesse.

VOM FORSTLICHEN ZUM GLOBALEN PRINZIP

Eine große internationale Öffentlichkeit außerhalb der

Forstwirtschaft erreichte der Nachhaltigkeitsbegriff erst 1972 mit

der Studie „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome.

Seit der weltweiten Debatte über die darin prognostizierten

apokalyptischen Szenarien wurde der Begriff Nachhaltigkeit auch

zum Mahnwort.

Das regt die Menschen über alle Wald- und Ländergrenzen hinweg

noch heute dazu an, im Ringen um weltweite Nachhaltigkeits-

Initiativen nicht nachzulassen.

>>> Und was genau berücksichtigt der heutige multifunktionale

Ansatz? – Mehr dazu auf Tafel A „Aus dreierlei Sicht“

Methusalem-Baum

in Brandenburgs Wäldern


N A

AUS DREIERLEI SICHT

DER NACHHALTIGKEITSBEGRIFF WIRD HEUTE

MULTIFUNKTIONAL INTERPRETIERT

Die Nachhaltigkeitsstrategie der deutschen Forstwirtschaft und

des Landesbetriebs Forst Brandenburg basiert auf drei Prinzipien –

dem ökologischen, dem ökonomischen und dem sozialen Prinzip.

Die Herausforderung liegt in der gleichzeitigen und gleichberechtigten

Umsetzung, denn nur so können die Umwelt, die

Volkswirtschaft und die Gesellschaft davon profitieren.

1. AUS ÖKONOMISCHER SICHT

Wertstoff mit beispielloser

Ökoeffizienz

Eine nachwachsende Ressource

in konstanter Qualität ist eine

wirtschaftliche Ideallösung, die

zudem Unabhängigkeit schafft.

Rechnet man die vorteilhafte Kaskadenverwendung (Mehrfach-

verwendung eines Rohstoffs) noch hinzu, steht die Zukunftsfähigkeit

außer Frage.

Mehr Nachfrage setzt mehr Mittel frei

Erhöhter Holzeinschlag hat zur Folge, dass mehr Mittel für

nachhaltige Waldbewirtschaftung zur Verfügung stehen.

Rückgrat für ländliche Regionen

Die 130.000 Unternehmen im Cluster Holz und Forst erwirtschaften

deutschlandweit rund 172 Milliarden Euro und

sind damit wichtige Stützen der Kommunen und oft einzige

Arbeitgeber im ländlichen Raum.

2. AUS ÖKOLOGISCHER SICHT

Erfolg mit dem Ökorohstoff Holz

Aufgrund seiner ausgezeichneten Ökobilanz kommt der nachwachsende

Naturrohstoff nicht nur im Bauwesen vielfach zum

Einsatz. Insgesamt sind in Deutschland etwa 118 Mio. t CO 2 in

Holzprodukten gespeichert.

Waldumbauprogramme für

mehr Heterogenität, Naturnähe

und Stabilität

Damit begegnet die Forstwirtschaft

möglichen Auswirkungen des

Klimawandels. Das Risiko

trockener Sommer, Waldverluste verursachender Schaderreger

und extremer Unwetterereignisse kann durch rechtzeitige

Veränderung im Baumartengefüge gemindert werden.

Zugewinn an Biodiversität

Hier sind die neuen Wege oftmals die „alten“, so die

Rückkehr zu historischen Waldnutzungsformen wie Mittel-,

Nieder- und Hutewäldern sowie höheren Totholzanteilen,

um das Artenspektrum zu erweitern.

3. AUS SOZIALER SICHT

Mehr Beschäftigte als in der Automobilindustrie

Rund 1,3 Mio. Menschen arbeiten im Cluster Forst und Holz, davon in der modernen

Forstwirtschaft allein 98.000. Zum Vergleich: die deutsche Automobilindustrie kommt

gerade einmal auf 700.000 Beschäftige.

Magnet für Erholungssuchende

Ob zur Pilzwanderung, zum Seele baumeln lassen oder als größter Abenteuerspielplatz

der Welt, die Beliebtheit des Waldes ist ungebrochen.

Bildungsboom im Forstbereich

Landesforstverwaltungen, Verbände, Hochschulen und

zahl reiche private Träger bieten ihre waldpädagogischen

Angebote an. So lobt die „Schutz gemeinschaft Deutscher

Wald“ u.a. den jährlichen Wettbewerb „Deutscher

Waldpädagogikpreis“ aus.

>>> Und wie sah Hans Carl von

Carlowitz das ursprünglich?

Mehr dazu auf Tafel C

„Carlowitz der Vorausdenker“


A C

CARLOWITZ DER VORAUSDENKER

ZURÜCK ZU DEN WURZELN:

CARLOWITZ ENTDECKT DIE NACHHALTIGKEIT

Lange bevor die multifunktionale Dimension der Nachhaltigkeit

die Ausrichtung der Forstwirtschaft veränderte, dachte der

sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz angesichts

einer drohenden Holzverknappung Ende des 17. Jahrhunderts über

eine Zukunftsvorsorge nach, die in ihrer Konsequenz neuartig war.

Die „nachhaltende Nutzung“ der Waldressourcen sollte auch für

kommende Generationen gesichert werden. Weil er das Prinzip

einer nachhaltigen Forstwirtschaft erstmals im Jahr 1713 in einem

umfassenden eigenständigen Werk veröffentlichte, feiert die

Welt und insbesondere die Deutsche Forstwirtschaft heute das

300-jährige Jubiläum.

Hans Carl von Carlowitz

Das epochale Werk –

im März 1713 erschienen

und heute aktueller den je

„SYLVICULTURA OECONOMICA“

GAB DEN ANSTOSS

Die ethische Komponente des Nach haltigkeitsprinzips formulierte

Hans Carl von Carlowitz (1645-1714) in seinem wegweisenden

Werk „Sylvicultura oeconomica – hauswirtschaftliche Nachricht

und naturgemäße Anweisung zur wilden Baumzucht“. Darin

fasste er das forstliche Wissen seiner Zeit zusammen, fügte seine

umfangreichen Erfahrungen hinzu und forderte für die Praxis ein

Umdenken im der Sinne der von ihm definierten nachhaltigen

Waldbewirtschaftung. Gründe zum Handeln gab es genug –

der starke Bevölkerungsanstieg Ende des 17. Jahrhunderts

bedrohte die mitteleuropäischen Wälder durch vermehrten

Holzeinschlag sowie Viehweidung im Wald, Streunutzung und

andere Aktivitäten. Außerdem verursachte der Holzhunger der

sächsischen Bergbauindustrie tiefe Wunden im Baumbestand der

Region.

Carlowitz schrieb nicht nur über Nachhaltigkeit, sein Werk

wirkte auch nachhaltig. Bis heute verstehen sich Förster – ob

sie in Brandenburg oder in anderen Ländern ihre Füße auf den

Waldboden setzen – als Hüter der Nachhaltigkeit im Ökosystem

Wald. Und auch in Zukunft wird das Nachhaltigkeitsprinzip immer

mehr Sphären der gesellschaftlichen Entwicklung durchdringen.

Insofern war und ist „Sylvicultura oeconomica“ ein Geschenk

für die Welt!

WER WAR HANS CARL VON CARLOWITZ?


als zweites von 17 Kindern eines Oberforst- und

Landjägermeisters


Sprachen in Jena


den Höhepunkt stellt die Beförderung zum Oberberg -

hauptmann im Jahr 1711 dar, er wird damit zu einem

der wichtigsten Staatsdiener August des Starken.


„Sylvicultura oeconomica“ zur Ostermesse in Leipzig

Ehrung des Nachhaltigkeitspioniers im Jubiläumsjahr –

durch ein Carlowitz-Denkmal auf Burg Rabenstein

nahe seiner Heimatstadt Chemnitz. Initiiert von der

„Sächsischen Hans Carl von Carlowitz Gesellschaft

zur Förderung der Nachhaltigkeit“, die dessen Erbe

erschließt, bewahrt und weitergibt.

ERSTE INITIATIVE DER NACHHALTIGKEIT

UND FORTAN WELTWEITES LEITMOTIV

Carlowitz konnte wohl kaum erahnen, was er da mit seiner

Veröffentlichung angestoßen hatte. Seine ethischen Grundlagen

und Forderungen für die Praxis können als erste Initiative der

forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeit verstanden werden. Bis

heute, 300 Jahre später, sollten noch viele folgen

>>> Und wie sind daraus weltweite Initiativen geworden?

Mehr dazu auf Tafel H „Helsinki, Rio, Brandenburg

Einweihung des Carlowitz-Denkmals am 16. März 2013,

Bildhauer Volker Beier, Burg Rabenstein, Chemnitz

Foto: Steffen Jacob, www.punkt191.de


H H

HELSINKI, RIO, BRANDENBURG

DAS INTERNATIONALE ENGAGEMENT

WÄCHST UND WÄCHST

INITIATIVEN FÜR EINE LEBENSWERTE ZUKUNFT

Nachhaltigkeit ist ein universelles Prinzip, das heute nicht nur

in der Forst- und Waldwirtschaft angewendet wird. Klimawandel,

Bevölkerungszunahme, erhöhter Energieverbrauch, Artensterben

und weitere Probleme stellen die Weltgemeinschaft vor enorme

Aufgaben, die nur gemeinsam bewältigt werden können.

Im Zuge knapper werdender Ressourcen geht es darum, besser

zu haushalten, wirksamer zu schützen und nach alternativen –

möglichst nachhaltigen – Lösungen zu suchen. Deshalb bemühen

sich weltweite Initiativen um einen Bewusstseinswandel. Jede

Initiative ist ein wichtiger Schritt – aber nur einer, dem weitere

folgen müssen.

Gro Harlem Brundtland, UNCED, Rio de Janeiro 1992

„Wer Bäume pflanzt,

der wurzelt.“

Ben Wagin,

Künstler und Kämpfer für die Bäume

INTERNATIONALE REGELN FÜR DEN WALD

Die PEFC-Zertifizierung (Programme for the Endorsement

of Forest Certification Schemes) wurde im Jahr 1999

gegründet. Sie bedeutet, dass die gesamte Produktherstellung

(vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt)

zertifiziert und durch unabhängige Gutachter kontrolliert wird.

Weltweit sind 240 Mio. Hektar Wald PEFC-zertifiziert.

Der FSC (Forest Stewardship Council) schuf 1993 das

erste System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft.

Weltweit sind bereits 134 Mio. Hektar Wald FSC-zertifiziert.

1972 Stockholm: Indira Gandhi initiiert eine globale

Debatte mit der Botschaft: Umweltschutz funktioniert

nur zusammen mit Armutsbekämpfung. Der Beginn

dieser Konferenz, der 5. Juni, ist heute noch der

„Internationale Tag der Umwelt“.

1987 London: Im Brundtlandbericht „Our Common

Future“ (Unsere gemeinsame Zukunft) wird der Begriff

„Sustainable Development“ (nachhaltige Entwicklung)

als umfassender Ansatz zur Lösung der wachsenden

globalen Probleme festgeschrieben. Die Veröffentlichung

der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung wird

auf der internationalen Konferenz in London erstmals

eingehend diskutiert.

1992 Rio de Janeiro: Auf der Klimakonferenz wird

der Zusammenhang von Ökologie, Ökonomie und

sozialer Gerechtigkeit zum internationalen Leitprinzip

erklärt. Die Kernthese: Wirtschaftlicher Fortschritt ist

langfristig nur in Verbindung mit Umweltschutz zu

haben. Hier wird auch die Bedeutung der Wälder in

einer Waldgrundsatzerklärung festgeschrieben. Sie

beinhaltet Leitsätze für die Bewirtschaftung, Erhaltung

und nachhaltige Entwicklung der Wälder auf der Erde.

1993 Helsinki: Mit der Helsinki-Resolution H1, der

Walddeklaration, werden allgemeine Richtlinien für

nachhaltiges Management des europäischen Waldes

zum Schutz der biologischen Vielfalt, Produktivität,

Verjüngungsfähigkeit und Vitalität des Waldes festgelegt.

2002 Johannesburg: Auf diesem Weltgipfel rufen die

Vereinten Nationen (UN) die Weltdekade zur

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

aus. Die Initiative soll dazu beitragen, die

Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit

in nationalen Bildungssystemen zu verankern. Gemäß

der Überzeugung: Zukunft braucht kluge Menschen.

2011 New York: Das Jahr wird von den Vereinten

Nationen zum „Internationalen Jahr der

Wälder“ ausgerufen und über das Sekretariat

des UN-Waldforums koordiniert. Der Wald

rückt damit in den Blickpunkt der breiten

Öffentlichkeit. Ziel des Waldjahres ist es, das nötige

Wissen für die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung

von Wäldern zu fördern. Getreu der Erfahrung: Nur was

man kennt, mag man auch schützen.

>>> Jeden Tag in Brandenburg: Im Arbeitsalltag der

Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst Brandenburg sowie

aller Forstleute im Bundesland bestimmen nicht nur

große, sondern auch kleine, persönliche Initiativen das

Handeln. Denn wir wissen: Jeder Baum zählt und jede

schützende Hand ebenso.

>>> Und wo liegen die Grenzen der Nachhaltigkeit?

Mehr dazu auf Tafel H „Holznutzung heute“


C H

HOLZNUTZUNG HEUTE

SIND DIE GRENZEN DER NACHHALTIGKEIT

INZWISCHEN ERREICHT?

Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft ist eine Frage der Waldflächenentwicklung

und angepassten Nutzungsintensität.

Für beides wird in Brandenburg und in ganz Deutschland

nach verantwortungsvollen Lösungen gesucht. Während die

Waldflächen weltweit abnehmen, verzeichnen die Flächen

hierzulande starke Zuwächse in den letzten Jahrzehnten.

Wem gehört der Wald?

Waldbesitz in Deutschland (in %)

3,7

3,7

19,5

Privatwald

43,6 Staatswald (Land)

Körperschaftswald

Staatswald (Bund)

Treuhandwald

29,6

Quelle: Bundeswaldinventur (BWI) 2004; Veränderungen werden mit der 3. BWI in 2014 erfasst.

Ein Blick auf die Eigentumsverhältnisse im deutschen Wald mit

seinen rund acht Milliarden Bäumen: 43,6 % der deutschen

Waldfläche (etwa 4.819.567 Hektar) gehören etwa 2 Mio. privaten

Waldbesitzern. Der Rest ist gemäß der grafischen Darstellung

aufgeteilt; insgesamt gesehen eine vielfältige Besitzstruktur,

die das soziale und ökonomische Fundament nachhaltiger

Waldwirtschaft bildet.

HOLZZUWACHS VERSUS HOLZERNTE

Nicht mehr Holz ernten, als wieder nachwachsen kann – dies

verstand bereits Hans Carl von Carlowitz im Jahr 1713 unter

dem von ihm erstmals verwendeten forstlichen Nachhaltigkeitsbegriff.

Würde man den jährlichen Holzzuwachs in Deutschland

einmal bildlich betrachten, entsprächen die durchschnittlichen

117 Mio. m³ Zuwachs in den letzten 10 Jahren mehr als vierzig Mal

dem Volumen der Cheops-Pyramide.

Auf der anderen Seite variiert die Nutzungsintensität je nach

Besitzverhältnissen: Privatwald 92 % – Staatswald der Länder

bis zu 100 % – Körperschaftswald 88 % – Staatswald Bund 79 %.

Deutschland

Holzvorräte in Europa (in Mio. m 3 )

3.381

Somit ergibt die durchschnittliche Nutzungsintensität des

jährlichen Holzzuwachses einen Wert von ca. 93 % – ein Indiz

für eine nachhaltige Holznutzung.

Positiv ist auch der Holzvorrat der deutschen Wälder zu bewerten.

Mit rund 3,4 Mrd. m³ Holzvorrat ist er so hoch wie nie zuvor –

selbst die waldreichen skandinavischen Länder sowie Frankreich

und Polen sind damit übertroffen.

Schweden

Frankreich

Finnland

Polen

2.928

2.892

1.940

1.908

Quelle: Bundeswaldinventur (BWI) 2004

VON DER STOFFLICHEN BIS ZUR

ENERGETISCHEN NUTZUNG

Dank verantwortungsvoller Forstwirtschaft findet eine Übernutzung

des Waldes nicht statt. Handwerker, Bauingenieure und Designer

können somit guten Gewissens den nachhaltigen Roh- und Baustoff

Holz in all seiner Verwendungsvielfalt zum Einsatz bringen.

Besonders ressourcenschonend ist auch die Kaskadennutzung,

d. h. die mehrfache stoffliche Nutzung mit abnehmender Wertschöpfung,

an deren Ende häufig die energetische Nutzung liegt.

Laut Holzrohstoffbilanz 2012 wurden in Deutschland 68,2 Mio. m³

Holz (darunter auch Holz aus der Kaskadennutzung) für die

Energieerzeugung verwendet. Selbst diese Letztverwendung ist

ein kohlenstoffneutraler Prozess: die gleiche bei der Verbrennung

frei gesetzte Menge CO 2 wird der Atmosphäre wieder entnommen,

um eine entsprechende Menge Holz wieder aufzubauen.

>>> Und was bedeutet der Holzeinschlag für die Natur?

Mehr dazu auf Tafel A „Ausdruck der Verantwortung“

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