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GLOBE-Dokumentation 2010-2012 - ICJA Freiwilligenaustausch ...

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Seite 1<br />

<strong>GLOBE</strong><br />

Globales Lernen an Berufsschulen<br />

<strong>2010</strong> – <strong>2012</strong><br />

DOKUMENtation


Seite 2<br />

Inhaltsübersicht<br />

Vorwort 3<br />

1. Aufbau und grundlegende Konzeption des Projekts 4<br />

Worum es geht 4<br />

Peer-to-peer-Ansatz und Rollen verständnis als Multiplikator_in 5<br />

Die Fortbildungen 5<br />

Ziele der Fortbildungen 6<br />

Themenüberblick der Fortbildungen 7<br />

Die Workshops an den Berufsschulen 8<br />

Projektinterne Vernetzung, Kommunikation und Wissens management 8<br />

Die Kooperationspartner 9<br />

Die beteiligten Berufsschulen 9<br />

EPIZ Berlin 11<br />

Begleitende Projektevaluation 11<br />

2. Workshop-Angebote 12<br />

Was hat mein Handy / mein Computer mit Globalisierung zu tun?<br />

Ressourcenverbrauch und Arbeitsbedingungen in der weltweiten IT-Industrie 12<br />

Gleiches Recht für alle? Chancengleichheit und Menschenrechte in Deutschland am<br />

Beispiel von Flucht & Asyl 17<br />

Was hat meine Ernährung mit Globalisierung zu tun? Fairtrade und nachhaltiger Konsum<br />

in Hinblick auf CO2- und Wasserverbrauch18<br />

Globaler Handel – Macht und Ohnmacht im Welthandel 20<br />

Baumwolle global – Nachhaltiger Konsum am Beispiel von Textilien 22<br />

3. Stimmen von Projektbeteiligten 24<br />

Anna-Katharina Wellnitz (Vorstandsmitglied des <strong>ICJA</strong> <strong>Freiwilligenaustausch</strong> weltweit) 24<br />

Nicole Marschner (Seminarleiterin & Referentin der Fortbildungen) 25<br />

Multiplikator_innen-Steckbriefe 26<br />

Sara Bellezza 26<br />

Helmut Wolman 27<br />

Surya Weimer 28<br />

Christoph Niklaus (Lehrer an den Berufsbildenden Schulen in Northeim) 29<br />

4. Evaluationsergebnisse 30<br />

Bilanz der quantifizierbaren Projektziele 30<br />

Evaluation der Rückkehrer_innen 30<br />

Evaluation der Berufsschüler_innen 32<br />

Evaluation der Berufsschullehrkräfte 33<br />

5. Gesamteinschätzung der Evaluations ergebnisse und<br />

Fazit durch die Projektleitung 35<br />

Fortbildungsreihe und Engagement der Rückkehrer_innen 35<br />

Berufsschul-Workshops 36<br />

Berufsschul-Kooperation 37<br />

Vernetzung 37<br />

Nachhaltige Projektsteuerung 38


Seite 3<br />

Vorwort<br />

Liebe Leser_innen,<br />

unser Berufsschulprojekt „<strong>GLOBE</strong> – Globales Lernen an<br />

Berufsschulen“ feiert in diesen Tagen seinen 3. Geburts tag.<br />

Seit Januar <strong>2010</strong> verbindet der <strong>ICJA</strong> mit diesem Projekt<br />

3 Elemente: Eine Fortbildungsreihe für Rück kehrer_innen<br />

aus internationalen Freiwilligendiensten, entwicklungspolitische<br />

Bildungsarbeit an Berufsschulen und die Bekanntmachung<br />

von Auslandsaufenthalten, wobei der entwicklungspolitische<br />

Freiwilligendienst „weltwärts“ hierbei eine<br />

besondere Bedeutung erfährt.<br />

Drei Jahre liegen hinter uns, in denen <strong>GLOBE</strong> sich<br />

entwickeln, sich mit seinen Zielen auseinandersetzen, sich<br />

hinterfragen, sich von Zeit zu Zeit neu erfinden, sich Türen<br />

aufstoßen, sich Verbündete und Freunde suchen, ja sich<br />

sogar zunächst einen eigenen Namen geben musste.<br />

Drei Jahre später können wir auf eine turbulente<br />

erste Projektlaufzeit zurückblicken, deren Ergebnisse sich<br />

sehen lassen können: 76 Rückkehrer_innen wurden durch<br />

insgesamt 13 Fortbildungen zu „Multiplikator_innen für<br />

Globales Lernen“ qualifiziert. Von den Rückkehrer_innen<br />

wurden 87 Workshops an 31 Berufsschulen in 11 Bundesländern<br />

durchgeführt, an denen insgesamt 1606 Berufsschüler_innen<br />

teilnahmen. Die Fortbildungen für die<br />

Rückkehrer_innen stehen auf einem festen pädagogischen<br />

Fundament. Das Engagement der Rückkehrer_innen für<br />

das Projekt ist gleichbleibend hoch. Berufsschüler_innen<br />

wie Lehrkräfte geben durchweg positives Feedback,<br />

sodass wir regelmäßig Anfragen nach weiteren Workshops<br />

erhalten.<br />

im Bereich „Globales Lernen“ einen umfassenden Einblick<br />

in die grundlegende Konzeption des Projekts und die<br />

damit gemachten Erfahrungswerte (insbesondere Kapitel<br />

1, 4 und 5). Zum anderen werden in Kapitel 2 einige ent -<br />

wickelte Workshop-Angebote mit Angabe von Quellen und<br />

Hintergrundmaterial vorgestellt, sodass sich interessierte<br />

oder bereits teilnehmende Berufsschulen ein genaueres<br />

Bild von unserem Angebot machen oder die behandelten<br />

Themen in den regulären Unterricht übernehmen können.<br />

Ergänzend dazu schildern einige Projektbeteiligte in<br />

Kapitel 3 ihre eigene Sicht auf <strong>GLOBE</strong>.<br />

Der Umfang dieser Broschüre ist nicht ausreichend,<br />

um das im Rahmen des Projekts angesammelte Wissen<br />

angemessen und vollständig abzubilden. Auch wurde<br />

auf einen Anhang verzichtet. Jedoch ist geplant, zentrale<br />

Projektergebnisse und einen Großteil der verwendeten<br />

Materialien auch online unter www.icja.de zugänglich<br />

zu machen. Darüber hinaus können sich Interessierte bei<br />

speziellen Fragen jederzeit an den <strong>ICJA</strong> wenden, um<br />

weitere Informationen zu <strong>GLOBE</strong> zu erhalten.<br />

Abschließend geht ein großer Dank an diejenigen,<br />

ohne die <strong>GLOBE</strong> nicht möglich wäre und ohne die <strong>GLOBE</strong><br />

nicht mit so viel Leben, Energie, Ideen und Kreativität<br />

ge füllt werden würde:<br />

Danke an alle teilnehmenden Rückkehrer_innen, an<br />

alle GLOBistas! Ohne euch könnte <strong>GLOBE</strong> nicht seinen<br />

3. Geburtstag feiern, geschweige denn sich auf weitere<br />

drei Jahre freuen!<br />

Die vorliegende <strong>Dokumentation</strong> gibt einen Überblick<br />

über die Projektergebnisse der ersten drei Jahre <strong>GLOBE</strong>.<br />

Sie richtet sich insbesondere an zwei Zielgruppen. Zum<br />

einen erhalten Institutionen, Vereine und Bildungsträger<br />

Matthias Magnussen<br />

Projektleitung „<strong>GLOBE</strong> – Globales Lernen an Berufsschulen“<br />

Im Januar 2013


Seite 4<br />

1. Aufbau und grundlegende Konzeption<br />

des Projekts<br />

Worum es geht<br />

Kernidee des Projekts ist es, Rückkehrer_innen aus<br />

internationalen Freiwilligendiensten – insbe son dere<br />

des weltwärts-Programms – als Multi pli kator_innen<br />

für die entwicklungspolitische Bildungs arbeit an<br />

Berufsschulen zu qualifizieren. Die Rückkehrer_innen<br />

durchlaufen hierzu eine Fortbildungsreihe, bestehend<br />

aus fünf drei bis vier tägigen Fortbildungen, die sich<br />

über einen Zeitraum von ca. einem Jahr erstrecken.<br />

Durch die Fortbildungen werden die Rückkehrer_innen<br />

auf ihre Aufgabe vorbereitet und begleitet, in 2er-Teams<br />

Workshops zu entwicklungspolitischen Themen (wie<br />

z. B. Menschenrechte, Welthandel, Rohstoffe, Nachhaltiger<br />

Konsum, weltweite Arbeitsbedingungen<br />

oder Ressourcen) an Berufsschulen in ihrer Region<br />

durchzuführen. Zusätzlich zu einem entwicklungspolitischen<br />

Schwerpunktthema werden in allen<br />

Workshops Informationen über internationale<br />

Frei willigendienste und andere Auslandsaufenthalte<br />

an die teilnehmenden Berufs schulklassen vermittelt.<br />

Besondere Aufmerksamkeit kommt hierbei dem<br />

weltwärts-Programm zu. Alle Workshops werden<br />

von den Rückkehrer_innen ehren amtlich durchgeführt.<br />

Zielgruppe des Projekts sind neben den<br />

Rück kehrer_innen somit auch Berufsschüler_innen.<br />

Das Projekt hat folgende Hauptziele:<br />

1. Die Rückkehrer_innen werden zu fachlich und<br />

methodisch kompetenten Multiplikator_innen<br />

für entwicklungspolitische Bildungsarbeit qualifiziert<br />

und engagieren sich ehrenamtlich in der<br />

Durchführung von entwicklungspolitischen<br />

Workshops an Berufsschulen.<br />

2. Die Rückkehrer_innen-Arbeit des <strong>ICJA</strong> wird<br />

durch ein konkretes Angebot zu längerfristigem<br />

Engagement gestärkt. Dadurch werden die<br />

bereits bestehenden Engagementmöglichkeiten<br />

für Rückkehrer_innen und Ehrenamtliche stim -<br />

mig ergänzt.<br />

3. Die Berufsschüler_innen werden für Globalisierungsprozesse<br />

und globale Zusammenhänge<br />

sensibilisiert und reflektieren ihre eigene (persönliche<br />

als auch berufliche) Rolle darin, sowie<br />

die damit verbundenen Handlungsoptionen.<br />

4. Das Interesse der Berufsschüler_innen für internationale<br />

Freiwilligendienste (insbesondere<br />

weltwärts) oder andere Auslandsaufenthalte<br />

wird geweckt.


Seite 5<br />

Peer-to-peer-Ansatz und Rollenverständnis<br />

als Multiplikator_in<br />

<strong>GLOBE</strong> verfolgt den sogenannten Peer-to-peer-<br />

Ansatz, d. h. dass es im Rahmen der Berufschul-<br />

Workshops bewusst keinen großen (Alters-)Unterschied<br />

zwischen den Rückkehrer_innen und den<br />

Berufsschüler_innen gibt. Die Idee dabei ist, dass<br />

die oder der Multiplikator_in Impulse einbringt, Neugier<br />

und viel neue Fragen zu Themen des Globalen<br />

Lernens entstehen lässt; er oder sie versteht sich als<br />

Wegweiser für die Berufsschüler_innen, faktisches<br />

Wissen ist dem nachgestellt. Dieser Ansatz soll zu<br />

einer hierarchie-reduzierten Lernatmosphäre in den<br />

Workshops führen, da alle Beteiligten in den Workshops<br />

zugleich Lernende als auch Lehrende sind.<br />

Der Peer-to-peer-Ansatz kann bei einigen Rückkehrer_innen<br />

zu Unsicherheit im Hinblick auf ihren<br />

Workshop führen. Wir haben jedoch bisher weitestgehend<br />

gute Erfahrungen in den Berufsschulklassen<br />

gemacht, sodass die Bedenken der Rückkehrer_innen<br />

entkräftet werden können. Zentral für den Erfolg des<br />

Ansatzes ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen<br />

Rollenverständnis als Multiplikator_in, welches im<br />

Rahmen der ersten Fortbildung behandelt wird und<br />

insbesondere auch eine Reflektion der eigenen Verantwortung<br />

und Privilegien einschließen sollte.<br />

Die Fortbildungen<br />

Grundsätzlich verstehen wir die Fortbildungen als<br />

einen längeren Lernprozess, in dem die Gruppe der<br />

Rückkehrer_innen durch das Seminarteam und die<br />

Projektleitung in ihrer Qualifizierung zu Multiplikator_innen<br />

der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit<br />

begleitet und unterstützt wird. Neue Themen<br />

werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingeführt<br />

oder vertieft (siehe dazu Themenüberblick der Fortbildungen).<br />

Ebenso fließen die Erfahrungen der<br />

Rückkehrer_innen aus den durchgeführten Berufsschul-Workshops<br />

regelmäßig mit ein. Das gemeinsame<br />

Durchlaufen der Fortbildungsreihe über einen längeren<br />

Zeitraum bewerten wir nach unseren bis herigen<br />

Erfahrungen als eine große Chance, die von den Rückkehrer_innen<br />

sehr hohe Wertschätzung erfährt.<br />

Zu Beginn jedes Jahres werden 26 Rück kehrer_<br />

innen ausgewählt, die neu bei <strong>GLOBE</strong> starten. Sie<br />

bilden jeweils einen neuen Jahrgang. Für jeden<br />

Jahrgang gibt es eine 4-tägige Auftakt-Fortbildung,<br />

die das Ziel hat, das Kennenlernen untereinander zu<br />

ermöglichen, die Identifikation mit den Zielen des<br />

Projekts zu fördern, die eigenen Erwartungen und<br />

die Rolle als Multiplikator_in zu klären. Dabei werden<br />

sich die Rückkehrer_innen ihrer eigenen Erfahrungen<br />

und Ressourcen bewusst und können grundsätzliche<br />

Absprachen zur zukünftigen Zusammenarbeit treffen<br />

und ggf. den <strong>ICJA</strong> als Verein kennenlernen.<br />

Ab der zweiten Fortbildung werden alle (neuen<br />

und alten) Jahrgänge zusammengelegt. Gründe<br />

hierfür sind die weitere Vernetzung der Rückkehrer_<br />

innen untereinander, eine gemeinsame Identifikation<br />

als <strong>GLOBE</strong>-Multiplikator_innen, die effiziente Weitergabe<br />

von Wissen, das gemeinsame Lernen voneinander<br />

sowie generell eine bessere Gruppendynamik.<br />

Die Fortbildungen sind so ausgelegt, dass der<br />

erste Workshop an einer Berufsschule bereits nach<br />

der zweiten Fortbildung möglich ist. Ab der zweiten<br />

Fortbildung gibt es jeweils einen Themenschwerpunkt,<br />

der zumeist durch externe Referent_innen<br />

angeleitet wird. Ab der dritten Fortbildung steht dem<br />

Seminarteam zusätzlich ein_e Referent_in zur Seite,<br />

der_die mit den Rückkehrer_innen ihren bisherigen<br />

Lernprozess mithilfe der Methode der „Kollegialen<br />

Beratung“ professionell reflektiert und auswertet.<br />

Generell ist auf den Fortbildungen eine Mitgestaltung<br />

durch die Rückkehrer_innen selbst sehr<br />

wichtig. Dies wird im Vorfeld jeder Fortbildung bzw.<br />

auch am Ende von allen Fortbildungen abgefragt.<br />

Die Aufgabe des Seminarteams ist es hierbei, eine<br />

gute Mischung aus eigenen Angeboten und Freiräumen<br />

für die Rückkehrer_innen (beispielsweise<br />

für eigene Workshop-Planungen oder Methoden-<br />

Training) hinzubekommen. Methodisch basieren die<br />

Fortbildungen auf vielen interaktiven, lebendigen<br />

und spielerischen Methoden des Globalen Lernens.


Seite 6<br />

1. Aufbau und grundlegende Konzeption des Projekts<br />

Ziele der Fortbildungen<br />

Im Folgenden sind Ziele und Feinziele der Fortbildungen aufgeführt. Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird der<br />

Begriff Rückkehrer_innen mit RK abgekürzt.<br />

Ziele<br />

Kennenlernen, Teambuilding,<br />

Vernetzung<br />

Pädagogische Grundlagen<br />

erlangen und vertiefen<br />

Auseinandersetzung mit eigener<br />

Rolle, Zielgruppe & eigenen<br />

Erwartungen<br />

Erlangung von<br />

Methoden kompetenz<br />

Projektüberblick,<br />

Organisatorisches &<br />

Aufgabenverteilung<br />

Information zum<br />

Berufsschul system &<br />

Ansprache der berufsschulen<br />

Erfahrungsaustausch &<br />

Supervision<br />

Vermittlung spezifischer<br />

themen und Inhalte des<br />

Globalen Lernens<br />

Mitgestaltung und Weiterentwicklung<br />

des Gesamtprojekts<br />

durch die RK<br />

Feinziele<br />

• Vertrautheit und gute Arbeitsatmosphäre in Gruppe und zu Seminarteam schaffen<br />

• Identifikation mit Projekt aufbauen<br />

• Informationen austauschen über die Gruppe, das Team, das Projekt, <strong>ICJA</strong><br />

• RK kennen die Ziele und das Konzept des Globalen Lernens und können Globales<br />

Lernen konkreter fassen<br />

• RK entwickeln eine Haltung zum Globalen Lernen<br />

• RK kennen die BER-Qualitätskriterien 1 zum Globalen Lernen<br />

• RK reflektieren schwierige Workshop-Momente und entwickeln eigenen Umgang<br />

• RK können ihre Workshops strukturiert planen<br />

• Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses als Multiplikator_innen<br />

• Rollenbewusstsein schaffen / schärfen<br />

• Auseinandersetzung mit Peer-to-peer-Ansatz<br />

• Bilder im Kopf zur Zielgruppe Berufsschüler_innen und mögliche Befürchtungen<br />

thematisieren<br />

• Chancen und Grenzen der Workshops reflektieren<br />

• RK lernen Einstiegsmethoden des Globalen Lernens kennen<br />

• RK trainieren Methoden (ausprobieren, anleiten, auswerten)<br />

• RK reflektieren Methoden auf Meta-Ebene<br />

• RK haben einen Überblick über das Projekt; ihre Fragen sind geklärt<br />

• RK können das Projekt kurz vorstellen<br />

• RK wissen, wie die Zusammenarbeit und Vernetzung im Rahmen des Projektes<br />

funktionieren<br />

• RK wissen, welche Erwartungen seitens des <strong>ICJA</strong>s an sie gestellt werden<br />

• RK kennen und nutzen den <strong>GLOBE</strong>-Materialpool<br />

• RK erlangen Überblick über das Berufsschulsystem in Deutschland<br />

• RK tauschen sich über persönliche Kontakte zu Berufsschulen aus<br />

• RK kennen Vorgehensweise und Aufgabenteilung bei der Berufsschul- Ansprache<br />

• RK vermitteln Berufsschulkontakte oder sprechen Lehrkräfte direkt an<br />

• RK tauschen ihre Erfahrungen zu den selbst durchgeführten Workshops aus<br />

• RK reflektieren schwierige Workshop-Situationen und entwickeln Lösungs strategien<br />

bzw. einen eigenen Umgang<br />

• RK reflektieren ihren eigenen Lernprozess<br />

• RK erlernen Wissen und methodische Umsetzung zu spezifischen Themen des<br />

Globalen Lernens<br />

• RK reflektieren methodische Umsetzung auf Meta-Ebene<br />

• RK können ihre Wünsche und Vorschläge zur Gestaltung der Fortbildungen,<br />

aber auch des Gesamtprojekts einbringen<br />

1<br />

Im Jahr 2008 wurde zwischen der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem Berliner entwicklungspolitischen Ratschlag<br />

BER e.V. eine Rahmenvereinbarung zur Kooperation von Schule und entwicklungspolitischen Initiativen im Bereich Globales Lernen geschlossen.<br />

Auf Grundlage dessen wurde eine Liste von Organisationen erstellt, die den Schulen als Kooperationspartner empfohlen werden und die grundlegende<br />

Qualitätskriterien in ihren Bildungsangeboten erfüllen. Der <strong>ICJA</strong> wurde auf die Empfehlungsliste aufgenommen und steht hinter den Qualitätskriterien,<br />

die unter http://ber-ev.de/PortalNROSchule/Quali nachzulesen sind.


Seite 7<br />

Themenüberblick der Fortbildungen<br />

Zum besseren Verständnis ist im Folgenden ein Überblick über die Themenschwerpunkte der Fortbildungsreihe<br />

aufgeführt. Der Überblick ist nicht als abschließende Auflistung zu verstehen, sondern befindet sich in einer<br />

kontinuierlichen Weiterentwicklung.<br />

Fortbildung<br />

Themen<br />

1. Fortbildung • Kennenlernen und Vernetzung (Gruppe, Seminarteam, Projekt, <strong>ICJA</strong>)<br />

• Erwartungs- und Erfahrungsaustausch<br />

• Einführung in das Globale Lernen<br />

• Vorstellung von Einstiegsmethoden des Globalen Lernens<br />

• Rollenklärung Multiplikator_in, Peer-to-peer-Ansatz<br />

• Einführung in den Berufsschulkontext, Auseinandersetzung mit Zielgruppe<br />

• Ansprache der Berufsschulen<br />

• Organisatorisches zum Projektverlauf (Arbeitsgrundlagen schaffen)<br />

• Einführung in die Didaktik der Workshop-Planung und pädagogische Grundlagen<br />

• Do’s & Dont’s für Erfahrungsberichte aus dem Freiwilligendienst<br />

2. Fortbildung • Exemplarischer thematischer Workshop(tag) durch externe_n Referent_in<br />

• Vertiefung pädagogischer Grundlagen<br />

• Umgang mit schwierigen Situationen<br />

• Methoden-Training (Methoden ausprobieren, anleiten und auswerten)<br />

• Eigene inhaltliche und methodische Workshop-Planung im 2er-Team<br />

• Reflektion der eigenen Lernziele<br />

• Hürden in der Teamarbeit<br />

• Kennenlernen und Vernetzung der Rückkehrer_innen aus unterschiedlichen<br />

Jahrgängen<br />

• Evaluation der Workshops<br />

• Workshop-Organisation<br />

3. Fortbildung • Erfahrungsaustausch der ersten selbst durchgeführten Workshops<br />

• Thematischer Workshop(tag) durch externe_n Referent_in<br />

• Methoden-Training (Methoden ausprobieren, anleiten und auswerten)<br />

• (Intensive) eigene Workshop-Planung im 2er-Team<br />

• Moderations- und Präsentationstechniken<br />

• Kollegiale Beratung (durch externe_n Referent_in)<br />

• Auswertung des bisherigen Projektverlaufs<br />

4. und 5. Fortbildung • Thematischer Workshop(tag) durch externe_n Referent_in, Themenwünsche<br />

aus der Gruppe<br />

• Konfliktmanagement, Lösungsstrategien für schwierige Situationen<br />

• Weiterer Erfahrungsaustausch zu Workshops<br />

• Reflektions- / Beratungsgespräche mit Seminarteam<br />

• Kennenlernen und Vernetzung der Rückkehrer_innen aus unterschiedlichen<br />

Jahrgängen<br />

• Angeleitete Einheiten durch Rückkehrer_innen<br />

• Fortführung der kollegialen Beratung<br />

• Auswertung des Projektzyklus und Weiterentwicklung des Projekts


Seite 8<br />

1. Aufbau und grundlegende Konzeption des Projekts<br />

Die Workshops an den Berufsschulen<br />

Die Workshops an den Berufsschulen werden von<br />

den Rückkehrer_innen in 2er-Teams durchgeführt<br />

und haben einen Rahmen zwischen drei und sechs<br />

Zeitstunden. Im Vorfeld der Workshops obliegt es<br />

dem Workshop-Team, alle organisatorischen und<br />

inhaltlichen Absprachen mit der jeweils zuständigen<br />

Lehrkraft abzusprechen. Hierfür wurden im Rahmen<br />

der Fortbildungen Checklisten und Leitfäden entwickelt,<br />

die die Workshop-Teams in ihrer Aufgabe<br />

unterstützen. Ebenso erhalten die Workshop-Teams<br />

im Vorfeld der Workshops inhaltliches Feedback und<br />

ggf. Unterstützung bei der Erstellung ihres Workshop-Ablaufplans<br />

durch die Projektleitung. Der <strong>ICJA</strong><br />

erwartet von allen bei <strong>GLOBE</strong> aktiven Rückkehrer_<br />

innen die Durchführung von mindestens drei Workshops<br />

an Berufsschulen.<br />

Im Rahmen von <strong>GLOBE</strong> werden derzeit folgende<br />

Workshop-Themen angeboten:<br />

1. Was hat mein Handy / mein Computer mit<br />

Globalisierung zu tun? Ressourcenverbrauch<br />

und Arbeitsbedingungen in der weltweiten<br />

it-Industrie<br />

2. Gleiches Recht für alle? Chancengleichheit und<br />

Menschenrechte in Deutschland und Europa<br />

3. Was hat meine Ernährung mit Globalisierung<br />

zu tun? Fairtrade und nachhaltiger Konsum im<br />

Hinblick auf Fleisch und Wasserverbrauch<br />

4. Globaler Handel – Macht und Ohnmacht im<br />

Welthandel<br />

5. Menschenrecht Wasser. Privatisierung und<br />

(Grenz-)Konflikte weltweit<br />

6. Klima, Konsum und globale Gerechtigkeit<br />

Zu jedem dieser Themen können die Rückkehrer_<br />

innen im <strong>GLOBE</strong>-Materialpool (siehe hierzu den<br />

Abschnitt „Projektinterne Vernetzung, Kommunikation<br />

und Wissensmanagement“) auf Methoden,<br />

Materialien und bereits vorhandene Workshop-<br />

Ablaufpläne zurückgreifen, aus denen sie ihr eigenes<br />

Workshop-Konzept erstellen können. Die Qualität<br />

der Workshops wird dabei sowohl durch die inhaltliche<br />

Rückkopplung mit der Projektleitung vor der<br />

Durchführung eines Workshops als auch durch die<br />

individuelle Begleitung und Qualifizierung der Rückkehrer_innen<br />

im Rahmen der Fortbildungsreihe sichergestellt.<br />

In Kapitel 3 sind zu den Workshop-Themen<br />

exemplarische Ablaufpläne aufgeführt, die ein konkreteres<br />

Bild der Workshops vermitteln sollen.<br />

Neben dem „inhaltlichen“ Workshop-Teil zu<br />

einem der oben dargestellten Themen beinhaltet<br />

jeder Workshop darüber hinaus einen Teil, in dem<br />

Möglichkeiten von Auslandsaufenthalten für junge<br />

Menschen, und hierbei insbesondere „weltwärts“<br />

als internationaler Freiwilligendienst vorgestellt wird.<br />

Die Workshop-Teams berichten dabei zunächst von<br />

ihren eigenen Erfahrungen im Ausland und wecken<br />

hierdurch das Interesse der Berufsschüler_innen.<br />

Anschließend geht es um grundsätzliche Infos zu<br />

Kosten, Voraussetzungen, Bewerbung, Gastländer<br />

etc., wobei die Berufsschüler_innen ihre Fragen an<br />

die Rückkehrer_innen stellen können. Im Rahmen<br />

der Workshops haben die Berufsschüler_innen die<br />

Möglichkeit, ihre E-Mail-Adresse zu hinterlassen,<br />

um im Nachgang des Workshops vom <strong>ICJA</strong> weitere<br />

Informationen zur Teilnahme an Freiwilligendiensten<br />

zugesandt zu bekommen.<br />

Projektinterne Vernetzung,<br />

Kommunikation und Wissensmanagement<br />

Als deutschlandweites Projekt sind alle im Projekt<br />

teilnehmenden Rückkehrer_innen auf eine gute Ver -<br />

netzung, Kommunikation und auf die Sicherstellung<br />

des internen Wissensflusses angewiesen. Wir haben<br />

daher im Laufe des Projekts einen internen Bereich<br />

auf www.icja.de geschaffen, der Vernetzungs möglichkeiten,<br />

Übersichten zu früheren und kommenden<br />

Workshops und den Stand der Berufsschul- ansprache<br />

beinhaltet. Das Workshop-Matching läuft über eine<br />

interaktive Online-Termin-Übersicht, indie sich alle<br />

interessierten Workshop-Teams ein tragen und dann<br />

von der Projektleitung die jeweiligen Kontakt daten<br />

der Schule per E-Mail geschickt bekommen. Darüber<br />

hinaus haben die Rückkehrer_innen eine projektinterne<br />

Mailingliste und Zugriff auf einen Online-<br />

Materialpool mit u. a. Workshop- ablaufplänen und<br />

-Evaluationen, Infomaterial zum weltwärts-Freiwilligendienst<br />

und Protokollen der Fortbildungen.


Seite 9<br />

Weiterhin findet man hier vielfältige Bildungsmaterialien.<br />

Der Online-Materialpool wird von den Rückkehrer_innen<br />

regelmäßig genutzt und trägt wesentlich<br />

zur Dynamik des Projekts bei. Nach Abschluss der dreijährigen<br />

Projektlaufzeit ist geplant, den Materialpool<br />

für die beteiligten Berufsschulen und die interessierte<br />

Öffentlichkeit auf der Website des <strong>ICJA</strong> zur Verfügung<br />

zu stellen.<br />

Die Kooperationspartner<br />

Kooperationspartner des Projekts sind in erster Linie<br />

die beteiligten Berufsschulen, sowie das „Entwicklungspolitische<br />

Bildungs- und Informationszentrum<br />

Berlin“ (EPIZ). Darüber hinaus arbeitet der <strong>ICJA</strong><br />

punktuell im Rahmen der Fortbildungen mit weiteren<br />

entwicklungspolitisch-aktiven NGO’s zusammen, die<br />

Referent_innen zu konkreten Themenschwerpunkten<br />

vermitteln (z. B. Arche Nova e. V., teamGLOBAL (BpB),<br />

INKOTA-Netzwerk, Germanwatch).<br />

Die beteiligten Berufsschulen<br />

Im Laufe der Maßnahme entwickelte sich ein Netzwerk<br />

an deutschlandweit ca. 20 Berufsschulen, an<br />

denen jährlich zwischen einem und vier Workshops<br />

stattfinden.<br />

Die am Projekt beteiligten Berufsschulen profitieren<br />

von uns als externem Anbieter durch die Erweiterung<br />

ihrer Bildungsarbeit. Dabei können die Schulen das<br />

Berufliche Schule des Kreises<br />

Pinneberg<br />

Berufsbildende Schulen Wechloy<br />

der Stadt Oldenburg<br />

Berufsbildende Schulen<br />

Osterholz-Scharmbeck<br />

Berufsbildende Schulen<br />

Nordhorn<br />

Paul-Ehrlich-Berufskolleg<br />

Dortmund<br />

Berufsbildende Schulen<br />

Northeim<br />

OSZ Wirtschaft und Sozialversicherung<br />

Berlin<br />

OSZ Bürowirtschaft<br />

Berlin<br />

Evangelischer<br />

Diakonieverein Berlin<br />

Berufskolleg Barmen<br />

Europaschule<br />

Berufskolleg<br />

Bergisch-Gladbach<br />

Radko-Stöckl-Schule<br />

Melsungen<br />

Käthe-Kollwitz-Schule<br />

Marburg<br />

Berufsbildende Schule<br />

Simmern<br />

Helene-Weber-Schule<br />

Buchen / Odenwald<br />

Berufsausbildungswerk<br />

Mittelfranken<br />

Ludwig-Bölkow-Schule<br />

Donauwörth<br />

Berufliche Schulen<br />

Altötting<br />

Ludwig-Bölkow-Schule<br />

Donauwörth<br />

Staatliche Fachoberschule und<br />

Berufsoberschule Kempten


Seite 10<br />

1. Aufbau und grundlegende Konzeption des Projekts<br />

Thema des Workshops aus einem Angebotskatalog<br />

auswählen und mit den jeweiligen Workshop-Teams<br />

abstimmen. In der Zusammenarbeit mit den Schulen<br />

ist uns wichtig zu kommunizieren, dass wir mit<br />

unseren Workshops einen Peer-to-peer-Ansatz<br />

ver folgen, um die gegenseitigen Erwartungen im<br />

Vorfeld realistisch abzuklären.<br />

Die Ansprache neuer Berufsschulen erfolgt zum<br />

einen über die Projektleitung, zum anderen über die<br />

Rückkehrer_innen, die oftmals persönliche Kontakte<br />

zu Berufsschulen nutzen können. Im Rahmen der<br />

ersten Fortbildung wird ein Leitfaden zur Ansprache<br />

von Berufsschulen erarbeitet, der die Rückkehrer_<br />

innen bei Ihrer Ansprache unterstützen soll.<br />

Da es sich bei Berufsschulen um z. T. riesige<br />

Institutionen mit vielen unterschiedlichen Berufsrichtungen<br />

und Schultypen handelt, haben wir aufgrund<br />

der bisherigen Erfahrungen eine weitere Eingrenzung<br />

anhand des anvisierten Schulabschlusses vorgenommen<br />

und neben den „klassischen“ Berufsschüler_<br />

innen in der dualen Ausbildung auch Schüler_innen<br />

von Fachoberschulklassen als Zielgruppe definiert.<br />

Diese absolvieren in den meisten Fällen eine vollschulische<br />

Ausbildung in einem spezifischen Berufsfeld<br />

und schließen diese mit der Fachhochschulreife ab.<br />

Was die Lebensplanung von Fachoberschüler_innen<br />

betrifft, so erscheint ein Freiwilligendienst nach dem<br />

Schulabschluss bzw. vor der Aufnahme eines Fachhochschulstudiums<br />

oder eines Berufs wahrscheinlicher<br />

als für Schüler_innen, die schon während ihrer<br />

Berufsschulzeit parallel in einem Betrieb arbeiten<br />

und auf eine Übernahme spekulieren.<br />

Nach der Netzwerk-Aufbauphase (vor allem<br />

<strong>2010</strong>) werden wir derzeit immer öfter von Berufsschulen<br />

selbst angefragt, die in der Vergangenheit<br />

gute Erfahrungen mit der Qualität unserer Workshops<br />

gemacht oder durch Mund-zu-Mund-Propaganda<br />

von unserem Angebot erfahren haben. Um<br />

die Zusammenarbeit zwischen dem <strong>ICJA</strong> und den<br />

Berufsschulen auf eine längerfristige, regelmäßigere<br />

und intensivere Basis zu stellen, haben wir damit<br />

begonnen, mit ausgewählten Berufsschulen Ko operationsvereinbarungen<br />

abzuschließen. Mittel fristig<br />

sollen so fünf bis acht Berufsschulen im Rahmen von<br />

<strong>GLOBE</strong> intensiver mit dem <strong>ICJA</strong> zusammenarbeiten.<br />

Inhalte der Kooperationsvereinbarung betreffen u. a.<br />

die Absprache über eine verbindliche Anzahl von<br />

durchgeführten Workshops pro Schuljahr und die<br />

genauere Abstimmung hinsichtlich Workshop-Thema,<br />

Berufsschulklassen und Berufsrichtungen. Die stärkere<br />

Einbindung des Workshops in den regulären<br />

Unterricht durch vermehrte Angebote zur Vor- und<br />

Nachbereitung der Workshops oder die persönliche<br />

Beratung von Bewerber_innen teilnehmender Berufsschulen<br />

für einen Freiwilligendienst beim <strong>ICJA</strong> sind<br />

ebenso Punkte der Kooperations vereinbarungen.


Seite 11<br />

EPIZ Berlin<br />

Das EPIZ ist ein Zentrum für Globales Lernen, welches<br />

im Arbeitsbereich „Zukunftsfähiges Arbeiten in einer<br />

globalisierten Welt“ Lehrkräfte von Berufsschulen<br />

durch berufsspezifische Schulveranstaltungen und<br />

Unterrichts materialien dabei unterstützt, ihre Schüler_innen<br />

zum Thema Globalisierung weiterzubilden,<br />

Sachkompetenz zu vertiefen und eigene Handlungsspielräume<br />

herauszuarbeiten. Seit 1998 bietet EPIZ<br />

projektbasiert Globales Lernen für berufsbildende<br />

Schulen und verfügt daher über langjährige Erfahrung<br />

und eine hohe Kompetenz in diesem Bereich.<br />

Die Zusammenarbeit mit dem EPIZ bestand bisher<br />

u. a. in der Zur-Verfügung-Stellung von Bildungsmaterialien<br />

im Rahmen der Fortbildungen, in der Organisation<br />

von Fortbildungen mit EPIZ-Ref e ren t_ innen<br />

und in der gemeinsamen Durchführung von Projekttagen<br />

mit Berufsschulklassen unterschiedlicher Berufsrichtungen<br />

im Haus Kreisau in Berlin. Darüber hinaus<br />

werden Rückkehrer_innen in den EPIZ-Referent_innen-<br />

Pool weiter vermittelt, nachdem sie beim <strong>ICJA</strong> eine<br />

grundlegende Ausbildung in Theorie und Praxis als<br />

Multiplikator_innen entwicklungspolitischer Bildungsarbeit<br />

erfahren haben.<br />

Begleitende Projektevaluation<br />

Im Rahmen der dreijährigen Laufzeit wurde das<br />

Projekt aus verschiedenen Perspektiven aller Projektbeteiligten<br />

und mit unterschiedlichen Methoden<br />

konti nuierlich evaluiert. Die begleitende Projektevaluation<br />

wurde als Selbstevaluation durchgeführt und<br />

setzte sich aus folgenden Instrumenten zusammen:<br />

1. Evaluation des Gesamtprojekts durch die ersten<br />

beiden Rückkehrer_innen-Jahrgänge nach<br />

Abschluss der jeweils 5. Fortbildung anhand<br />

eines Fragebogen<br />

2. Evaluation aller Berufsschul-Workshops durch<br />

die jeweiligen Workshop-Teams und die Berufsschüler_innen<br />

3. Auswertung aller Fortbildungen durch die<br />

seminarteams und die Rückkehrer_innen anhand<br />

unterschiedlicher Auswertungsmethoden<br />

4. Durchführung einer Zwischen-Evaluation<br />

durch Rückkehrer_innen, Berufsschullehr kräfte<br />

und weiterer Projektbeteiligter in Form des<br />

„<strong>GLOBE</strong>-Visionstags“ im November 2011<br />

5. Durchführung regelmäßiger Projektbegleitungstreffen<br />

im Rahmen der <strong>ICJA</strong>-Jahresversammlungen<br />

6. Punktuelle Feedback-Gespräche mit den beteiligten<br />

Berufsschullehrkräften durch die Projektleitung;<br />

ergänzend hierzu wurde im November<br />

<strong>2012</strong> eine abschließende, anonymisierte<br />

online-Befragung aller beteiligten Berufsschullehrkräfte<br />

durchgeführt<br />

Die unterschiedlichen Evaluations-Instrumente<br />

bauten dabei aufeinander auf und hatten das Ziel,<br />

in der Gesamtheit einen stimmigen Methodenmix<br />

darzustellen. Die einzelnen Instrumente hatten dabei<br />

folgende Ziele:<br />

1. Feedback, Anregungen und Vorschläge der Rückkehrer_innen<br />

nach jeweils fünf durchlaufenen<br />

Fortbildungen erhalten, um das Gesamtprojekt<br />

zu optimieren<br />

2. Qualität der Workshops erhöhen und diese besser<br />

an die Zielgruppe anpassen, Selbst reflektion und<br />

Lernprozess der Workshop- teams anregen<br />

3. Nachhaltigkeit und Qualität der Fortbildungen<br />

gewährleisten, prozessorientierte Planung<br />

sicherstellen<br />

4. Anregungen und Vorschläge aller Beteiligten<br />

erhalten, um das Gesamtprojekt zu optimieren<br />

5. Verbesserung der Einbindung des Projekts in die<br />

Vereinsstrukturen, Anregungen zur Optimierung<br />

des Projekts aus Vereinsperspektive erhalten<br />

6. Qualität der Workshops erhöhen und diese<br />

besser an die Zielgruppe anpassen, Berufsschulbindung<br />

erhöhen<br />

Neben den dargestellten Elementen der Selbstevaluation<br />

wurde darüber hinaus im Oktober <strong>2010</strong><br />

eine externe Begutachtung des Projekts in Auftrag<br />

gegeben, die Empfehlungen für eine nachhaltige<br />

Weiterentwicklung des Projekts gab.<br />

In Kapitel 5 werden die unterschiedlichen Evalua<br />

tionsergebnisse geordnet nach Rückkehrer_innen,<br />

Berufsschüler_innen und Berufsschullehrkräften<br />

dargestellt. Ergänzend hierzu werden weitere<br />

zentrale Evaluationsergebnisse aufgeführt und eine<br />

Gesamteinschätzung aus Sicht der Projektleitung<br />

vorgenommen.


Seite 12<br />

2. Workshop-Angebote<br />

Im Rahmen der Fortbildungen bekommen die Rückkehrer_innen<br />

eine Vielzahl unterschiedlicher Metho den<br />

und Materialien an die Hand wie z. B. Rollen- und<br />

Planspiele, Kleingruppenarbeiten, Ener gizer, Auswertungsmethoden,<br />

Inputs durch Filme und Vorträge<br />

und vieles mehr. Aus diesem „Mate rial- und Methodenkoffer“<br />

können sich die Rückkehrer_innen für<br />

ihren Einsatz in den Workshops an den Berufsschulen<br />

bedienen.<br />

Im Zusammenspiel aus ihren eigenen Vorlieben<br />

und Erfahrungen, den Wünschen der Lehrkräfte sowie<br />

den Vorkenntnissen der Schüler_innen, stellen die<br />

Rück kehrer_innen für jeden Workshop ein individuelles<br />

Programm zusammen. Einige im Peer-to-peer-<br />

Ansatz bewährte Beispielabläufe beliebter Workshop-<br />

Themen sind im Folgenden detailliert aufgeführt,<br />

um eine plastischere Vorstellung der Angebote zu<br />

ermöglichen. Darüber hinaus können sie Lehrkräften<br />

und weiteren Multiplikator_innen im Bereich Globales<br />

Lernen als Inspiration für eigene Lehreinheiten<br />

dienen.<br />

Trotz der individuellen Workshop-Programme<br />

ist der Rahmen in allen Workshops ähnlich: Auf den<br />

Einstieg mit Begrüßungs- und Vorstellungsrunde<br />

sowie der Ankündigung des Programms folgt der<br />

inhaltliche Teil mit Bezug zum gewünschten Thema<br />

des Globalen Lernens, zumeist beginnend mit einem<br />

Einstiegsspiel. Am Ende des Workshops steht ein<br />

Erfahrungsbericht der Rückkehrer_innen zu ihrem<br />

Freiwilligendienst, ergänzt durch weitere Informationen<br />

zu Auslandsaufenthalten. Abschließend folgt<br />

die Evaluation des Workshops mit den teilnehmenden<br />

Schüler_innen.<br />

Aufgrund der besseren Lesbarkeit werden in<br />

den Ablaufplänen die Begriffe Schüler_innen (SuS),<br />

Teamende (T), Teilnehmende (TN) und Workshop<br />

(WS) abgekürzt. Im Anschluss an den Ablaufplan<br />

findet sich jeweils eine Liste mit Angaben zu Quellen<br />

und weiteren Materialien. Sofern diese online verfügbar<br />

sind, ist ein Link angegeben. Ansonsten können<br />

viele Materialien auf Anfrage zur Verfügung gestellt<br />

werden.<br />

Was hat mein Handy / mein Computer mit Globalisierung zu tun?<br />

Ressourcenverbrauch und Arbeitsbedingungen in der weltweiten<br />

IT-Industrie<br />

Wer hat heutzutage kein Handy oder keinen Computer? Doch was steckt da eigentlich alles drin, woher kommen<br />

die ressourcen und wie werden Handy und Computer produziert? Was passiert mit meinem Handy, wenn es<br />

ausgedient hat? Diesen Fragen kommen wir mit einem Bingo-Spiel, Filmbeiträgen und Gruppenarbeiten auf<br />

die Spur, während sich die Weltkarte nach und nach mit Punkten füllt.<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

5 min. Begrüßung / Vorstellung<br />

Teamende<br />

(T)<br />

Schülerinnen und<br />

Schüler (SuS) sollen<br />

T kurz kennenlernen,<br />

neugierig auf den<br />

Workshop (WS)<br />

werden und den<br />

Tagesablauf verstehen<br />

Wir begrüßen die SuS und stellen<br />

uns vor:<br />

• Wer sind wir?<br />

• Was machen wir heute?<br />

• Warum machen wir das?<br />

• Was ist <strong>ICJA</strong> / <strong>GLOBE</strong>?<br />

• Wo waren wir im Ausland; Verweis<br />

auf späteren Erfahrungsbericht<br />

Thema an der Tafel<br />

festhalten


Seite 13<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

10 min. Vorstellungsrunde<br />

SuS<br />

Vertraute und<br />

lockere Atmosphäre<br />

schaffen; einander<br />

kennenlernen;<br />

T kennen Erwartungen<br />

der SuS<br />

Stuhlkreis, so dass sich alle sehen<br />

können<br />

Kreppband und Edding herumgeben,<br />

damit Namensschilder nebenbei<br />

erstellen lassen<br />

SuS stellen sich vor, mit:<br />

1. Namen<br />

2. Erwartungen / Fragen an den WS<br />

3. Funfact (z. B. Welche Sendung Film /<br />

Serie hast du als letztes gesehen?)<br />

Stühle, Kreppband,<br />

Edding<br />

5 min. Programm -<br />

vor stellung<br />

Gesprächsregeln<br />

SuS kennen groben<br />

Ablauf des WS,<br />

jede_r kennt die<br />

Gesprächsregeln,<br />

Transparenz für alle<br />

Programmvorstellung anhand von<br />

Moderationskarten<br />

Gesprächsregeln kurz ansprechen:<br />

• Ausreden lassen, andere Meinungen<br />

respektieren<br />

• Fragen sind erwünscht<br />

• Jede_r darf „Fehler“ machen,<br />

auch wir (wir wissen nicht alles!)<br />

• ...<br />

Flipchart, bunte<br />

Moderationskärtchen,<br />

Kreppband<br />

10 min. Einstiegsspiel:<br />

Quiz rund ums<br />

Thema Handy<br />

Locker und<br />

spielerisch zum<br />

Thema „Handy<br />

& Globalisierung“<br />

hinführen; Fragen<br />

regen Gedanken<br />

zum Thema an<br />

Fragen zum Thema Handy auf<br />

Bingo-Quizbogen<br />

Ablauf: Quiz beginnt<br />

(freies Rum laufen im Raum)<br />

Nach Schnelligkeit (drei Minuten)<br />

müssen die SuS versuchen vier Fragen<br />

zu beantworten (entweder selbst<br />

oder jemanden dazu befragen);<br />

wer alle vier Fragen einer Reihe<br />

beantwortet hat, gewinnt<br />

Bingo-Quizbogen<br />

Preis (Gummibärchentüte)<br />

Auswertungsfragen:<br />

• Warum fiel es euch bei manchen<br />

Fragen leicht, sie zu beantworten?<br />

• Welche Fragen waren schwierig zu<br />

beantworten?<br />

• Wie kommt es, dass wir so wenig<br />

darüber wissen, woher unsere<br />

Handys kommen bzw. was nach<br />

ihrer Entsorgung damit passiert?<br />

(provokante Frage)<br />

5 min. Einstiegsfilm Überblick über<br />

den Lebenszyklus<br />

eines Handys;<br />

Interesse wird<br />

geweckt<br />

10 min. Besprechung des<br />

Films<br />

Überblick der Wertschöpfungskette<br />

Begriff „Wertschöpfungskette“<br />

wird<br />

allen verständlich;<br />

SuS lassen sich auf<br />

das Thema ein;<br />

Film zeigt einen Überblick über den<br />

Weg eines Handys und die damit<br />

verbundenen globalen Verflechtungen<br />

(von Rohstoffgewinnung,<br />

Produktion, über Nutzung / Verkauf<br />

und Entsorgung)<br />

Fragen zum Film klären<br />

Begriff „Wertschöpfungskette“<br />

einführen und ihre vier Stationen<br />

nennen<br />

Film, Laptop,Beamer,<br />

Boxen, Film<br />

Kärtchen mit den<br />

vier Begriffen und<br />

zugehörige Bilder


Seite 14<br />

2. Workshop-Angebote<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

• Rohstoffgewinnung<br />

• Produktionsbedingungen<br />

• Verkauf / Nutzung<br />

• Entsorgung<br />

Die vier Begriffe mit Bildern am<br />

Flipchart festhalten, da diese auch den<br />

weiteren Ablauf des WS vorgeben,<br />

regelmäßig darauf im weiteren Ablauf<br />

verweisen<br />

25 min. 1. Station:<br />

Rohstoffgewinnung<br />

Die SuS kennen verschiedene<br />

Rohstoffe<br />

für die Produktion<br />

eines Handys,<br />

können deren<br />

Gewinnung örtlich<br />

auf der Weltkarte<br />

zuordnen und die<br />

damit verbundenen<br />

Problematiken<br />

herausstellen<br />

Erste Ideen zu Orten der Rohstoffgewinnung<br />

mit Klebepunkten auf<br />

der Weltkarte markieren<br />

Texte zu ein zelnen Rohstoffen in<br />

sieben Kleingruppen<br />

• Woher kommt der Rohstoff?<br />

• Wofür wird er verwendet?<br />

• Welche sozialen / gesundheitlichen /<br />

ökologischen Probleme entstehen?<br />

Weltkarte, Klebepunkte<br />

(grün), Texte<br />

zu den Rohstoffen,<br />

farbige Kärtchen<br />

(sieben Farben) aus<br />

denen gemeinsame<br />

Endtabelle entsteht<br />

Endprodukt:<br />

Tabelle zu den<br />

verschiedenen<br />

Rohstoffen<br />

Besprechung mit Einordnung der<br />

Antwortkarten in eine „Riesen tabelle“<br />

mit den Spalten:<br />

Woher? Wofür? Probleme?<br />

Besprechung und Ergänzung um weitere<br />

Klebepunkte auf der Weltkarte<br />

25 min. 2. Station:<br />

Produktion<br />

Thematisierung<br />

ungerechter Arbeitsbedingungen,<br />

SuS<br />

erkennen Unterschiede<br />

zu den<br />

Arbeitsbedingungen<br />

in ihrem Betrieb<br />

„Was glaubt ihr wo die Produktion<br />

von Handys stattfindet?“ Klebepunkte<br />

auf der Weltkarte<br />

Beitrag von Frontal21<br />

Themen: Leiharbeiter, Mindestlohn,<br />

Arbeitsbedingungen, Ausbeutung,<br />

Gesundheit<br />

Weltkarte, Klebepunkte<br />

(gelb),<br />

Filmausschnitt,<br />

Schnipsel mit<br />

O-Tönen von<br />

Foxconn-Mitarbeitenden<br />

O-Töne von Arbeiter_innen austeilen;<br />

Partnerarbeit: „Welche Rechte werden<br />

verletzt, vergleiche mit deinem Ausbildungsbetrieb.“<br />

Ergebnisse im Plenum zusammentragen<br />

2 ;<br />

Hinterfragen, warum Menschen unter<br />

diesen Bedingungen arbeiten müssen,<br />

evtl. Ergänzung auf Weltkarte<br />

10 min. 3. Station:<br />

Nutzung und<br />

Verkauf<br />

Handynutzungsdichte<br />

der verschiedenen<br />

Länder<br />

spielerisch kennenlernen<br />

„Wo werden Handys vor allem<br />

genutzt?“ Klebepunkte auf Weltkarte<br />

Weltkarte, Klebepunkte<br />

(blau),<br />

Schnipsel mit<br />

Handy dichte,<br />

2<br />

Es sollten v. a. folgende Aspekte festgehalten und genannt werden: niedrige Löhne / Mindestlöhne, exzessive Überstunden, Verletzung der<br />

Vereinigungs rechte, Probleme mit Sicherheits- und Gesundheitsschutz und Arbeitsplatzunsicherheit aufgrund der Zeitarbeitsverträge.


Seite 15<br />

Spiel und Ablauf erklären:<br />

1. Klasse in vier Gruppen aufteilen<br />

2. Jede Gruppe bekommt Schnipsel<br />

zu Handydichte und Ländern<br />

(15 Länder)<br />

3. Gruppen müssen in 2 Min. die<br />

Schnipsel mit Handydichte den<br />

richtigen Ländern zuordnen<br />

4. Auflösung<br />

Schnipsel mit<br />

Ländernamen,<br />

Übersicht mit<br />

richtiger Zuordnung<br />

Preis<br />

Hinterfragen der Ergebnisse:<br />

„Wie kommen diese Ergebnisse<br />

zustande? Was fällt auf? Wie wäre<br />

das für euch, wenn ihr mehrere Tage<br />

ohne Handy wäret?“<br />

20 min. PAUSE<br />

10 min. Energizer<br />

(Barometer)<br />

SuS überlegen, wie<br />

viele Handys sie<br />

bereits verwendet<br />

haben und erinnern<br />

sich daran, was sie<br />

mit ihren alten<br />

Handys gemacht<br />

haben<br />

Aufstellungsspiel: Auf dem Boden im<br />

Raum liegen vier DIN A4 Zettel hintereinander<br />

mit den Zahlen 0, 3, 6, 9<br />

SuS stellen sich zu der Zahl, die ihrer<br />

bisherigen Anzahl an gekauften /<br />

genutzten Handys entspricht (nur<br />

grober Überblick: wahrscheinlich<br />

niemand bei 0)<br />

DINA 4 Zettel mit<br />

Nummern<br />

„Wer hatte schon wie viele Handys?“<br />

„Was war der Grund für einen Neukauf?“<br />

30 min. 4. Station:<br />

Entsorgung und<br />

Recycling<br />

SuS gelingt es,<br />

die Probleme der<br />

Entsorgung und<br />

Verschrottung<br />

herauszuarbeiten<br />

und diese in Form<br />

eines Comics zu<br />

verbild lichen<br />

Erkennen:<br />

Würden mehr<br />

Telefone recycelt,<br />

müssten weniger<br />

Metalle abgebaut<br />

werden<br />

5 min. Überblick SuS kennen die<br />

globalen Zusammenhänge,<br />

die bei der<br />

Handyproduktion<br />

eine Rolle spielen<br />

„Was glaubt ihr wo die Entsorgung<br />

von alten Handys stattfindet?“<br />

Klebepunkte auf Weltkarte<br />

Texte in vier Kleingruppen über<br />

Recycling, Gesetze, Exporte durch<br />

Hamburger Hafen, Urban Mining<br />

Inhalt der Texte wird in den Gruppen<br />

bildlich in Form eines Comics / als Bild<br />

auf DIN A3 dargestellt<br />

Vorstellungsrunde<br />

Germanwatch-Filmausschnitt<br />

(19:50 - 26:50) zur Verschrottung in<br />

Indien mit anschließender Diskussion<br />

„Warum machen Menschen so<br />

etwas? Warum setzen sie sich<br />

solchen bedingungen aus?“<br />

Zusammenfassung:<br />

„Wenn wir uns jetzt die Weltkarte<br />

anschauen und alle Klebepunkte<br />

miteinander verbinden (würden),<br />

erkennen wir, wie vernetzt das<br />

Ganze ist...“<br />

Klebepunkte (grau),<br />

Texte, DIN A3<br />

Blätter, Eddings und<br />

evtl. andere Stifte,<br />

Filmausschnitt,<br />

Beamer, Laptop,<br />

Boxen, Film<br />

Weltkarte<br />

Quiz mit Antworten


Seite 16<br />

2. Workshop-Angebote<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

Verweis auf die noch offenen Fragen<br />

vom Anfangsquiz, von denen nun<br />

bestimmt einige beantwortet werden<br />

könnten (Quiz mit Antworten austeilen)<br />

5 min. Energizer Auflockerung;<br />

Kopf wird frei<br />

Energizer „Alle die ...“ kurz erklären<br />

optional einsetzbar<br />

10 min. Handlungsmöglichkeiten<br />

und Perspektiven<br />

aufzeigen<br />

SuS erkennen<br />

eigene Handlungsmöglichkeiten<br />

Überleitung zum Thema Handlungsmöglichkeiten:<br />

„Was können WIR<br />

eigentlich tun?“<br />

Kreide, Tafel oder<br />

Flipchart und Edding,<br />

Handout für die SuS<br />

Diskussion im Stuhlkreis<br />

Kleiner Zettel mit wichtigsten Punkten<br />

und Internetadressen anschließend<br />

verteilen<br />

25 min. Erfahrungsbericht<br />

Freiwilligendienst<br />

SuS bekommen<br />

Infos zu Freiwilligendiensten,<br />

Interesse<br />

wird geweckt durch<br />

authentische<br />

Erfahrungsberichte<br />

der T<br />

Erfahrungsbericht anhand von<br />

aus gewählten Fotos<br />

Anschließend Q & A<br />

Verteilung von Infomaterialien zu<br />

Freiwilligendiensten und Auslandsaufenthalten,<br />

Verweis auf Möglichkeit,<br />

sich vom <strong>ICJA</strong> weitere Infos<br />

zusenden zu lassen<br />

Präsentation / Fotos,<br />

Beamer, Laptop,<br />

boxen, Infomaterialien,<br />

TN-Liste<br />

Teilnehmenden (TN)-Liste herumgeben<br />

lassen<br />

15 min. Evaluation SuS geben<br />

Feedback<br />

225 min.<br />

Blitzlichtrunde im Plenum<br />

5-Fingermethode schriftlich<br />

auf Auswertungsbogen<br />

Evaluationsbogen<br />

Quellen und weitere Materialien:<br />

• Bingo-Quizbogen in Anlehnung an die Bildungsmaterialien des Projekts „Make IT fair“ (http://makeitfair.org/de),<br />

Download eines Bingo-Musterbogens unter www.globalisierung-freizeit.de/index.php?option=com_docman&task=doc_<br />

download&gid=33&Itemid=85<br />

• Einstiegsfilm „Der Weg eines Computers“, abrufbar unter www.youtube.com/watch?v=mY2Kre21g5k<br />

• Bilder zur Wertschöpfungskette des Handys vgl. Abbildung von „Make IT fair“ in der Unterrichtseinheit auf S.8<br />

(http://makeitfair.org/de)<br />

• Übersicht über das Unterrichtsmaterial von Germanwatch zu Folgen der Globalisierung der IT-Branche am Beispiel<br />

des Handys (http://germanwatch.org/de/2573)<br />

• Film: „Gnadenlos billig. Der Handy-Boom und seine Folgen“ (28 min.) von Germanwatch, Bestellung auf<br />

http://germanwatch.org/corp/it-film.htm<br />

• „Alle, die...“ alias Weiße-Socken-Spiel auf Seite 2 im Dokument „Warm-ups zum Kennenlernen und zur Bewegung“<br />

vom teamGLOBAL der Bundeszentrale für politische Bildung unter www.bpb.de/system/files/pdf/0W0IPV.pdf<br />

• 5-Finger-Feedback: www.nordicfit.de/blog/item/die-5-finger-feedback-methode-fuer-trainer


Seite 17<br />

Gleiches Recht für alle? Chancengleichheit und Menschenrechte in<br />

Deutschland am Beispiel von Flucht & Asyl<br />

Globale Probleme? Damit sind bestimmt Armut, Ausbeutung und Umweltverschmutzung im Globalen Süden<br />

gemeint, oder? Weit gefehlt, denn auch in Deutschland werden Menschenrechte verletzt. Schlüpft in die Rolle<br />

der „Anderen“ und tauscht euch danach über Zeitungsartikel und Dokumentarfilmbeiträge zur Situation von<br />

Asylbewerbenden in Deutschland aus.<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

5 min. Begrüßung /<br />

Vor stellung T<br />

10 min. Vorstellungsrunde<br />

SuS<br />

5 min. Programm -<br />

vor stellung<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

30 min. Einstieg ins Thema Sensibilisierung für<br />

ungleiche Chancenverteilung<br />

in der Gesellschaft,<br />

Förderung<br />

von Empathie mit<br />

Menschen, die nicht<br />

der Mehrheitsgesellschaft<br />

angehören,<br />

Interesse für das<br />

Thema Menschenrechte<br />

wecken<br />

15 min. PAUSE<br />

10 min. Wissensstandabfrage Wissen der SuS zum<br />

Thema Menschenrechte<br />

abfragen<br />

Durchführung der Methode „Ein<br />

Schritt nach Vorne“; genauer Ablauf<br />

und Hinweise zur Auswertung siehe<br />

Methodenbeschreibung<br />

Stuhlkreis<br />

Brainstorming: SuS schreiben auf<br />

Kärtchen, was sie unter Menschenrechten<br />

verstehen (Stichpunkte),<br />

legen es in die Mitte<br />

T sortieren / clustern am Flipchart,<br />

anschließend offene Gesprächsrunde<br />

Methodenbeschreibung,<br />

Rollenkarten,<br />

Fragenblatt für die<br />

Teamenden, Diskussionsfragen<br />

für die<br />

Enddiskussion,<br />

großer Raum (vorzugsweise<br />

im Freien)<br />

Stuhlkreis, Moderationskarten,<br />

ausreichend<br />

Eddings<br />

15 min. Input zum Thema<br />

Menschenrechte<br />

SuS erhalten<br />

grundlegende<br />

Infos zum Thema<br />

Menschenrechte<br />

mündlicher Vortrag mit Powerpoint<br />

• Geschichte der Menschenrechte<br />

• Welche Menschenrechtegibt es?<br />

Handout, Laptop,<br />

Beamer, Boxen,<br />

Präsentation<br />

anschließend auf Unklarheiten<br />

eingehen und Handout verteilen<br />

5 min. Energizer Auflockerung,<br />

Kopf wird frei<br />

Energizer „Me too!“ kurz erklären<br />

Stuhlkreis<br />

15 min. Transfer zum Thema<br />

Flucht und Asyl<br />

SuS werden für<br />

Situation von<br />

Asylbewerbenden<br />

in Deutschland<br />

sensibilisiert<br />

Film „Isoliert – Lager Möhlau“<br />

anschauen<br />

Anschließend Klärung offener Fragen<br />

Laptop, Beamer,<br />

Boxen, Film


Seite 18<br />

2. Workshop-Angebote<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

30 min. Gruppenarbeit SuS vertiefen ihr<br />

Wissen und setzen<br />

sich mit konkreten<br />

Beispielen zum<br />

Thema auseinander;<br />

SuS erbringen Transferleistung<br />

15 min. PAUSE<br />

Klasse teilt sich in vier Gruppen auf.<br />

Jede Gruppe behandelt ein bis drei<br />

Menschenrechte und findet heraus,<br />

inwieweit diese bei der Behandlung<br />

von Flüchtlingen Anwendung finden.<br />

Gruppen arbeiten kleine Präsentation<br />

aus<br />

Zeitungsartikel<br />

zu verschiedenen<br />

Aspekten (Residenzpflicht,<br />

Gutscheinsystem,<br />

Asylbewerberleistungsgesetz,<br />

Unterbringung in<br />

lagern), Aufgabenblätter,<br />

Präsentationsmaterialien<br />

30 min. Präsentation der<br />

Gruppenarbeit<br />

Ergebnisse der<br />

Gruppenarbeit werden<br />

in die Gesamtgruppe<br />

getragen<br />

Jede Gruppe bekommt 5 min zur<br />

Präsentation, anschließend<br />

Klärung von Fragen<br />

Präsentationsmaterialien<br />

30 min. Erfahrungsbericht<br />

Freiwilligendienst<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

15 min. Evaluation s. o. s. o. s. o.<br />

230 min<br />

Quellen und weitere Materialien:<br />

• fluter Nr. 29 (Winter 2008)„Thema Menschenrechte – Dafür lohnt es sich, zu kämpfen“ (Beiträge zu den Themen<br />

Residenzpflicht, Geld zum Lebensunterhalt als Empfänger von Sozialleistungen, Fluchtwege)<br />

www.fluter.de/de/Menschenrechte/heft/7389/<br />

• Artikel aus der „Zeit“ vom 16.09.<strong>2010</strong>: „Die Vergessenen“ von Jana Simon<br />

• Artikel aus der „Zeit“ vom 20.06.<strong>2010</strong>: „Flüchtlinge in Deutschland – Ein Leben in der Warteschleife“<br />

• Arbeitsblatt „Wie Kinder im Abseits aufwachsen“ aus: Heiko Kauffmann, Albert Riedelsheimer (Hg.): Kindeswohl oder<br />

Ausgrenzung? Flüchtlingskinder in Deutschland nach der Rücknahme der Vorbehalte; abrufbar unter:<br />

www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/Materialheft_Homepage1.pdf , Seite 59-62<br />

• Publikation „anders? – cool! – Das Themenheft“<br />

• Artikel aus „Der Spiegel“ vom 10.06.09: „Jugend als Asylbewerber – Lernen nur mit Kopfhörern“<br />

• Artikel aus „Der Spiegel“ 4 / 2011: „Die Welt hinter Gittern“ von Dialika Krahe<br />

• Artikel aus „welt.sichten“ 3 / <strong>2012</strong>: „Abschiebung in den Tod – Österreich weist HIV-infizierte Asylwerber aus“<br />

von Ralf Leonhard<br />

• Methode „Ein Schritt nach Vorne“; abrufbar im Kompass Menschenrechte unter:<br />

http://kompass.humanrights.ch/cms/front_content.php?idcatart=302<br />

• Film „Isoliert – Lager Möhlau“ über die Zustände in Flüchtlingslagern (ca. 6 min.), abrufbar unter:<br />

www.youtube.com/watch?v=DuUCcx7G7IM<br />

• Film „Der alltägliche Rassismus an den Supermarktkassen“ vom Flüchtlingsrat Thüringen über die Gutscheinpraxis (25 min.)<br />

Was hat meine Ernährung mit Globalisierung zu tun? Fairtrade und<br />

nachhaltiger Konsum in Hinblick auf CO2- und Wasserverbrauch<br />

Die Globalisierung begegnet uns jeden Tag schon am Frühstückstisch: Käse aus Frankreich, Orangensaft aus<br />

Costa Rica, Äpfel aus Neuseeland und Honig aus Südafrika. Dazu eine Tasse Kaffee, in der 140 Liter Wasser<br />

stecken. Woher kommen unsere Lebensmittel, welche Auswirkungen hat das auf unsere Umwelt und was<br />

haben wir und unser Konsumverhalten damit zu tun?


Seite 19<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

5 min. Begrüßung /<br />

Vorstellung T<br />

10 min. Vorstellungsrunde<br />

SuS<br />

5 min. Programm -<br />

vor stellung<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

5 min. Energizer Kennenlernen,<br />

Lockern, Wachmachen<br />

25 min. Einstieg ins Thema<br />

Teil 1<br />

45 min. Einstieg ins Thema<br />

Teil 2<br />

15 min. PAUSE<br />

SuS werden für globale<br />

Verflechtungen<br />

sensibilisiert, Bewusstseinsschaffung<br />

für eigenen Konsum<br />

und Herkunft von<br />

Lebensmitteln; bes.<br />

Bezug zu Deutschland<br />

und saisonalen<br />

Obst- / Gemüsesorten<br />

Erste Reflexion anregen;<br />

„Aha- effekt“<br />

bzgl. globaler<br />

Ungleichheiten<br />

auslösen<br />

15 min. Input Hintergrundwissen<br />

vermitteln, SuS für<br />

globale Zusammenhänge<br />

sensibilisieren<br />

30 min. Vertiefung des Inputs Selbstständige Auseinandersetzung<br />

mit<br />

Thematik anhand<br />

von Lebensmitteln<br />

des täglichen Bedarfs<br />

25 min. Abschlussdiskussion<br />

zu Handlungsmöglichkeiten<br />

SuS reflektieren<br />

bisher Erfahrenes<br />

und setzen sich mit<br />

Handlungsmöglichkeiten<br />

auseinander<br />

„Aufstellspiel“ nach:<br />

• Zeitpunkt des Aufstehens<br />

• Alter<br />

• „Schon mal mit Globalisierung<br />

auseinander gesetzt?“ (Schule,<br />

Beruf, privat)? JA / NEIN<br />

SuS stellen vor: Was habe ich zuletzt<br />

eingekauft / gegessen und wo kommt<br />

das her? Markieren auf Weltkarte<br />

Anschließend: Deutschlandkarte wird<br />

aufgehängt<br />

Welche Lebensmittel, die wir essen,<br />

kommen eigentlich aus Deutschland<br />

(saisonal)? Antwort auf Kärtchen<br />

schreiben und anhängen<br />

Abschlussgespräch<br />

Methode „Wir spielen Welt“ mit<br />

folgenden Kriterien:<br />

• Bevölkerungsanteile<br />

• Wo wird das meiste Tierfutter<br />

angebaut?<br />

• Wo wird das meiste Fleisch<br />

konsumiert?<br />

Abschließende Diskussion<br />

Input zum Thema „Virtuelles Wasser<br />

und Co2“ durch Powerpoint-Präsentation<br />

Gruppenarbeit: SuS sortieren Karten<br />

mit Lebensmitteln nach deren Verbrauch<br />

von CO2 und virtuellem Wasser<br />

2 Gruppen für CO2-Verbrauch<br />

2 Gruppen für Verbrauch von<br />

Vorstellung und Auflösung der<br />

Ergebnisse<br />

Stilles Schreibgespräch zu folgenden<br />

Fragen<br />

Was kann man tun?<br />

-<br />

Weltkarte,<br />

Deutschland karte,<br />

Klebepunkte,<br />

Magnete / Pins,<br />

Moderationskärtchen,<br />

Stifte<br />

Platz (!), Symbole<br />

für Tierfutter /<br />

Fleisch, Methodenbeschreibung<br />

„Wir spielen Welt“,<br />

Fact sheet<br />

„Ernährung und<br />

Klima“<br />

Präsentation,<br />

Beamer, Laptop<br />

Methodenbausteine<br />

„Treibhausgas-Emissionen<br />

von Lebensmitteln“<br />

und „Virtuelles<br />

Wasser alias<br />

Frühstücksei“, Flipchartpapier,<br />

Kleber,<br />

Pins / Magnete, Tafel<br />

Flipchartpapier,<br />

Eddings, Vorschläge<br />

vorbereiten


Seite 21<br />

15 min. Einführung und<br />

Rollenverteilung<br />

Welthandelssimulation<br />

(WHS)<br />

SuS erhalten eine<br />

gut strukturierte<br />

Einführung zur<br />

WHS, möglichst<br />

viele Fragen werden<br />

vorab geklärt<br />

Spielleitung kündigt „Simulation des<br />

Welthandels“ an und zählt Akteure auf<br />

Ziel der Simulation ist es, Geld zu<br />

verdienen, indem mit Hilfe von Papier<br />

und Werkzeugen geometrische Formen<br />

ausgeschnitten und bei der Bank<br />

in Guthaben eingelöst werden; Preise<br />

können sich dabei im Laufe des Spiels<br />

verändern<br />

Anschließend werden die Regeln vorgestellt<br />

und die Gruppen eingeteilt;<br />

zusätzliche Akteure werden gebrieft<br />

Flipchart mit<br />

WHS-Regeln<br />

Details siehe Methodenbeschreibung<br />

WHS<br />

60 min. Spielphase SuS simulieren vereinfachte<br />

Prozesse<br />

des Welthandels<br />

und werden dabei<br />

für strukturelle<br />

ungleichheiten<br />

sensibilisiert<br />

10 min. PAUSE<br />

Details siehe Methodenbeschreibung<br />

WHS<br />

vor der Pause Arbeitsaufträge für<br />

emotionale Auswertung in Kleingruppen<br />

geben<br />

Siehe Materialliste in<br />

Methodenbeschreibung<br />

WHS<br />

30 min. Emotionale<br />

Auswertung<br />

SuS reflektieren<br />

Simulation auf Spielebene,<br />

bekommen<br />

Raum für aufgestaute<br />

Frustrationen und<br />

legen ihre Rolle im<br />

Spiel ab<br />

Details siehe Methodenbeschreibung<br />

WHS<br />

Gruppenarbeit und Präsentation der<br />

Ergebnisse in mehreren Gruppen mit<br />

jeweils 15 – 20 TN<br />

Siehe Materialliste in<br />

Methodenbeschreibung<br />

WHS<br />

45 min. Inhaltliche<br />

Auswertung<br />

SuS diskutieren<br />

Realitätsbezug der<br />

WHS, erhalten<br />

weiteren Input zu<br />

Teilaspekten des<br />

Welthandels<br />

In der Auswertung werden Aktionen<br />

des Simulationsverlaufs (z. B. Bündnispolitik,<br />

Preisschwankungen, ...)<br />

aufgegriffen, deren Realitätsbezug<br />

diskutiert und auf historische und<br />

aktuelle Beispiele übertragen<br />

Clip Welthandel,<br />

Hintergrundinfos<br />

aus Methodenbeschreibung<br />

WHS<br />

Diskussion in Kleingruppen,<br />

flexibler Einschub des Clips zum<br />

thema Welthandel<br />

15 min. PAUSE<br />

30 min. Erfahrungsbericht<br />

Freiwilligendienst<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

15 min. Evaluation s. o. s. o. s. o.<br />

245 min.<br />

Quellen und weitere Materialien:<br />

• Bingo-Methodenbeschreibung unter: http://kompass.humanrights.ch/cms/front_content.php?idcat=567&lang=1<br />

• Download eines Bingo-Musterbogens unter: www.globalisierung-freizeit.de/index.php?option=com_docman&task=doc_<br />

download&gid=33&Itemid=85 oder http://kompass.humanrights.ch/cms/front_content.php?idcat=574<br />

• Clip zum Thema Welthandel von e-politik.de: http://www.e-politik.de/lesen/artikel/<strong>2010</strong>/wissenswerte-welthandel/


Seite 22<br />

2. Workshop-Angebote<br />

• Die WHS ist von Christian Aid in Großbritannien konzipiert und entworfen worden. Glokal e. V. hat das Konzept in<br />

Deutschland in Schulen, Workshops und Seminaren durchgeführt und weiterentwickelt. Die Methodenbeschreibung<br />

der WHS von glokal ist nicht online verfügbar. Alternative Beschreibungen gibt es unter:<br />

www.bpb.de/veranstaltungen/netzwerke/teamglobal/67580/simulation-world-trading-game und<br />

www.falken-essen.de/service/download/wtg/worldtradinggame.html<br />

Baumwolle global – Nachhaltiger Konsum am Beispiel von Textilien<br />

Viele von uns sind ständig auf der Suche nach der neusten Mode. Dabei stellen sich nur Wenige die Frage,<br />

welchen Weg das gerade erstandene Kleidungsstück eigentlich hinter sich hat, unter welchen Bedingungen<br />

es produziert wurde, welche Auswirkungen dies auf die Umwelt hat und wer wie viel daran verdient. Neben<br />

dem Aufwerfen dieser Fragen wird im Workshop auch unser eigener Handlungsspielraum als Konsumierende<br />

diskutiert und Alternativen vorgestellt.<br />

Zeit Einheit Ziel Inhalt / Methode Material<br />

5 min. Begrüßung /<br />

Vorstellung T<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

10 min. Vorstellungsrunde<br />

SuS<br />

T bekommen ersten<br />

Eindruck von den<br />

SuS, Auflockerung,<br />

Interesse am Thema<br />

wird geweckt<br />

Stuhlkreis, SuS stellen sich kurz<br />

vor, lesen eine spezielle Frage 3 zum<br />

thema vor und beantworten diese<br />

Fragen austeilen (pro Person eine<br />

Frage)<br />

Zettel mit 30<br />

1-Satz-Fragen<br />

(siehe Fußnote)<br />

5 min. Programmvor<br />

stellung<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

20 min. Einstiegsspiel Die SuS machen sich<br />

Gedanken darüber,<br />

wer wie viel an<br />

einem Kleidungsstück<br />

verdient<br />

Quiz „Wer verdient was an einem<br />

T-Shirt?“<br />

Ablauf: 100 Steine werden auf sieben<br />

Gläser (= Baumwollbauer_in, Weiterverarbeitung,<br />

Näher_in, Billigfabrik,<br />

Transport, Markenfirma, Einzelhandel)<br />

verteilt. SuS müssen diskutieren wer<br />

welchen Anteil bekommt.<br />

Beschriftete Gläser,<br />

Steine, Zahlen zur<br />

Auflösung<br />

10 min. Film: Wünsche,<br />

Werbung, Gewinn<br />

Wirb oder Stirb<br />

Die SuS erkennen<br />

die ungerechte Verteilung<br />

der Gewinne<br />

der Textilkette<br />

Film-Ausschnitt wird gezeigt<br />

Fragen zum Film:<br />

• Wie kommt der Wert in die<br />

Kleidung?<br />

• Warum wird so viel in Werbung<br />

investiert?<br />

• Warum schließen immer mehr<br />

kleine Textilfirmen?<br />

Film von der CD<br />

„King Cotton“<br />

20 min. Quiz-Auflösung SuS erleben einen<br />

Aha-Effekt durch<br />

eventuell völlig<br />

andere Realität<br />

15 min. PAUSE<br />

Auszählen lassen der Steine in den<br />

Gläsern und Foto mit richtigen<br />

Anteilen der Steine zeigen, auf Ungerechtigkeit<br />

des Gewinns der Textilketten<br />

hinweisen<br />

Foto für<br />

Quiz-Auflösung


Seite 23<br />

60 min. Kleingruppenarbeit SuS erlangen mehr<br />

Kenntnisse in vier<br />

Unterthemen<br />

15 min. PAUSE<br />

Bildung von vier Kleingruppen<br />

(Umweltzerstörung, Fairer Handel,<br />

Baumwolle, Transport)<br />

Aufgaben:<br />

• Berichte über die Umweltzerstörungen<br />

in Form eines<br />

TV-Nachrichtenbeitrags<br />

• Mach einen Werbespot für<br />

Fairtrade-Mode<br />

• Erkläre den Weg der Baumwolle<br />

von der Ernte bis zum fertigen<br />

Produkt<br />

• Verdeutliche Transportwege der<br />

Jeans auf der Weltkarte<br />

30 min Kleingruppenarbeit, 5 min Präsentation<br />

der Ergebnisse in der Runde<br />

Arbeitsblätter zu<br />

den vier Themen,<br />

Aufgabenbeschreibungen,<br />

Stifte,<br />

Scheren, Papier,<br />

Karton<br />

5 min. Film „Akteure des<br />

Baumwollhandels“<br />

Sweatshops<br />

SuS aufzeigen, wie<br />

Arbeitsbedingungen<br />

in Sweatshops sein<br />

können<br />

Kurzfilm wird gezeigt<br />

Film von der CD<br />

„King Cotton“<br />

30 min. Diskussion zu<br />

Arbeits bedingungen<br />

im Vergleich<br />

SuS reflektieren<br />

Unterschiede der<br />

Arbeitsbedingungen<br />

in Deutschland und<br />

Nicaragua<br />

Textarbeit zu Arbeitsbedingungen in<br />

Nicaragua<br />

SuS werden gebeten ihre eigenen<br />

Erfahrungen einzubringen, Ergebnisse<br />

sammeln und clustern<br />

Arbeitsblätter mit<br />

Anhaltspunkten<br />

Austausch über eigene Arbeitsbedingungen<br />

in der Ausbildung in<br />

Deutschland<br />

20 min. Film „Spielregeln<br />

des Welthandels“ →<br />

Saubere Ernte<br />

SuS wissen, was<br />

Fairtrade ist, direkter<br />

Bezug zu Baumwollbauern<br />

/ -bäuerinnen<br />

Kurzfilm wird gezeigt<br />

(Ein Verbund an Baumwollbauern /<br />

-bäuerinnen die sich auf Biobaumwolle<br />

spezialisiert haben.)<br />

Film von der CD<br />

„King Cotton“<br />

Diskussion des Kurzfilms<br />

30 min. Erfahrungsbericht<br />

Freiwilligendienst<br />

s. o. s. o. s. o.<br />

15 min. Evaluation s. o. s. o. s. o.<br />

260 min.<br />

3<br />

z.B. Was war deine größte Modesünde? Wie viele Hosen hast du in deinem Schrank? Hast du eine Lieblings-Modemarke? Welche? Wo denkst du, wird<br />

die meiste Kleidung hergestellt? Trägst du Secondhand-Kleidung? Welche Kleidungsfarbe findet man in deinem Kleiderschrank nicht? Welches Material<br />

trägst du am liebsten? Wie viele Knöpfe befinden sich an deinem momentanen Outfit? Gepunktet oder gestreift, was ist cooler? Hast du schon mal<br />

Wäsche mit der Hand gewaschen? Hast du schon mal ein Kleidungsstück selbst genäht?<br />

Quellen und weitere Materialien:<br />

• Lernkoffer mit vielfältigen Materialien zu Baumwolle und Textilien von „Hamburg mal fair“.<br />

Weitere Infos und Bestellung unter: http://hamburgmalfair.de/de/p.aspx/10/bildungsangebote/<br />

• Zahlen zum T-Shirt-Preis aus dem ZEIT-Artikel „Das Welthemd“ unter www.zeit.de/<strong>2010</strong>/51/Billige-T-Shirts<br />

• DVD „King Cotton“ zur Bestellung: www.gep.de/ezef/katalog/detail.php3?start=0&film_id=367


Seite 24<br />

3. Stimmen von Projektbeteiligten<br />

Anna-Katharina Wellnitz<br />

Vorstandsmitglied des <strong>ICJA</strong> Freiwilli gen austausch weltweit<br />

„Es begann mit einem Antrag für eine BMZ- begleitmaßnahme<br />

für rückkehrende (weltwärts) Frei willige.<br />

Als Verein, der 2009 seit 60 Jahren Freiwilligendienste<br />

weltweit vermittelt, fehlte es nicht an kritischer Reflektion:<br />

Unsere bisherigen Programm formate waren<br />

doch einem nur sehr kleinen Kreis von Personen<br />

zu gänglich. Dies lag daran, dass das <strong>ICJA</strong>- Programm<br />

ein Selbstzahlerprogramm ist und auch vor allem von<br />

Abiturientinnen und Abiturienten mit allgemeiner<br />

Hochschulreife genutzt wurde. Im Verein stellten wir<br />

uns folgende Fragen: Wie können wir mehr Personen<br />

erreichen und dazu anstiften sich mit Themen des<br />

Globalen Lernens auseinander zu setzen? Wie können<br />

wir junge Menschen dazu bewegen, das eigene<br />

Konsumverhalten kritisch zu hinterfragen und mit<br />

globalen Auswirkungen, sozialen Ungleichheiten in<br />

der Welt in Verbindung zu bringen?<br />

Mit der Einführung der Förderlinie „weltwärts<br />

und danach?!“ ergriffen wir die Chance eine Schulung<br />

von Rückkehrern für die Durchführung von<br />

Workshops an Berufsschulen zum Thema Globales<br />

Lernen anzubieten und die Bekanntmachung des<br />

weltwärts Programms unter Berufsschülern zu fördern.<br />

In den letzten Jahren konnten drei Rückkehrer-<br />

Jahrgänge geschult werden. Inzwischen gibt es<br />

zahl reiche Multiplikatoren, die an Berufsschulen ihrer<br />

Region, Themen des globalen Lernens vermitteln und<br />

so aktiv gesellschaftspolitisches Engagement betreiben.<br />

<strong>ICJA</strong> leistet hier praktische Friedensarbeit und sieht<br />

dies als gelungenes Pendant zur Bildungsarbeit, welche<br />

die Bundeswehr aktiv an Schulen betreibt, um Jugendliche<br />

für sich zu gewinnen.<br />

Eine besondere Herausforderung ist hier vor allem<br />

in der Gewinnung von Berufsschulen zu sehen. Denn<br />

es gilt zunächst einmal auf Interesse im Lehrerkollegium<br />

zu stoßen, bevor die tatsächliche Bildungsarbeit<br />

durchgeführt werden kann. Wir möchten die Leiter<br />

der Berufsschulen dazu ermuntern, sich für Themen<br />

des Globalen Lernens zu öffnen, um so mit den Schülern<br />

in einen kritischen Dialog gehen zu können.<br />

Der Vorstand dankt all den ehrenamtlichen<br />

GLOBISTAS für ihr Engagement und die Begeisterung,<br />

mit der sie Themen des Globalen Lernens an Schülerinnen<br />

und Schüler in Berufsschulen vermitteln. Ein<br />

besonderer Dank gilt Matthias Magnussen, der dieses<br />

Projekt mit initiiert und seither begleitet hat.“<br />

„Wir sind doch Teil des Systems, das wir<br />

als Problem definieren.“<br />

Marc Böhme, <strong>GLOBE</strong>-Multiplikator, April <strong>2012</strong>


Seite 25<br />

Nicole Marschner<br />

Seminarleiterin & Referentin der Fortbildungen<br />

„Die Zusammenarbeit mit (angehenden) Multiplikator_innen<br />

ist pädagogische Schlaraffenland-Arbeit.<br />

Als Trainerin ist es eine tolle Arbeit mit freiwilligen,<br />

neugierigen, (selbst)kritischen jungen Menschen zusammenzuarbeiten<br />

und die persönliche Suche nach<br />

alternativen Bildungswegen über einen längeren<br />

Zeitraum zu begleiten. Ganz nach dem Prinzip des<br />

Globalen Lernens – „Jede_r lernt von Jeder_m“,<br />

der Grundhaltung, „die Welt wie sie ist, so nicht zu<br />

akzeptieren“ und im kleinen Lokalen für das größere<br />

Globale zu wirken – ist jedes Fortbildungswochenende<br />

eine Zeit konstruktiven Tatendrangs.<br />

Bei <strong>GLOBE</strong> sind sich alle einig: Bildungsarbeit ist<br />

eine große Chance.<br />

Im Rahmen des Projekts lernen natürlich nicht<br />

nur die Berufsschüler_innen neue Perspektiven und<br />

Handlungsoptionen zu verschiedenen Themen kennen,<br />

sondern auch die Multiplikator_innen. Neben der<br />

wachsenden Fachkompetenz zu selbst gewählten<br />

Schwerpunktthemen und der bunten Methodenvielfalt,<br />

welche von Treffen zu Treffen im Multiplikator_<br />

in nen-Pool wächst, lernen die Rückkehrer_innen eine<br />

Menge über sich selbst. So wird bei <strong>GLOBE</strong> viel Wert<br />

auf die Selbstreflektion der besonderen Rolle im Peerto-peer-Ansatz<br />

und einen bewussten Umgang mit<br />

Macht und Struktur gelegt.<br />

Die Autonomie vor und während der Durchführung<br />

der Workshops ermöglicht ein geschütztes<br />

Lernfeld mit hohem Anspruch. Im Nachhinein Erfolgserlebnisse<br />

zu genießen und so auszuwerten, dass sie<br />

wiederholbar sind – und ggf. den Umgang mit Frustmomenten<br />

nachhaltig verstehbar zu machen, ist für<br />

die Multiplikator_innen ein Teil ihres wichtigen Reifeprozesses.<br />

Die enorm gewachsene Dynamik in der<br />

Gesamtgruppe und der Austausch von selbstkonzipierten<br />

oder weiterentwickelten Workshops bringen<br />

Synergien mit sich, welche durch keine Theorie zu<br />

ersetzen ist.<br />

Teilweise befinden sich die Multiplikatoren_innen<br />

in einem ähnlichen Prozess wie die Berufsschüler _<br />

innen, wenn es z. B. darum geht, Alltagsgestaltung<br />

nach den eigenen Werten und Ansprüchen zu leben<br />

und nachhaltigen Konsum mit einem kleinen Geldbeutel<br />

zu ermöglichen. Es ist manchmal ein schwieriger<br />

Spagat, Themen in Workshops zu vermitteln und die<br />

Inhalte selbst authentisch zu leben, aber vielleicht ist<br />

diese authentische Begegnung und Auseinandersetzung<br />

das, was die Zusammenarbeit mit Schulen<br />

wachsen und intensiver werden lässt.<br />

Um den eigenen Lernprozess immer im Blick zu<br />

haben und sich im Alltag nicht entmutigen zu lassen,<br />

die eigenen Impulse, Erfahrungen und Vorhaben nach<br />

der Zeit im Ausland weiter zu leben und zu geben,<br />

bildet die Multiplikator_innengruppe einen guten<br />

Rahmen für Austausch, Unterstützung und gemeinsames<br />

Weiterentwickeln. Ein netter Nebeneffekt ist,<br />

das viele <strong>GLOBE</strong>-Multiplikator_innen ihre Workshops<br />

an Schulen als idealen Ausgleich zu den meist sehr<br />

theorielastigen Studiengängen erleben.<br />

Das Jede_r das Projekt nach seinen persönlichen<br />

Möglichkeiten nutzt und gestaltet, sei am Schluss nur<br />

kurz erwähnt. Manche machen Quantensprünge und<br />

werden zu kleinen Experten für bestimmte Gebiete,<br />

andere können selbst erlebte Workshopideen optimal<br />

anleiten und nur ganz, ganz Wenige merken, dass sie<br />

den Umfang des Projekts unterschätzt haben.<br />

Ihr lieben Multis, wir haben an den Wochenenden<br />

so viel über Ressourcen gesprochen, und euch dabei<br />

gar nicht benannt … ihr seid die wertvollste Grundlage<br />

des Projekts. Euch sei an dieser Stelle ein dickes Globi-<br />

Danke gesagt – Danke für euren Mut, eure Geduld,<br />

eure Ideen und eure Umsetzungen – ihr seid <strong>GLOBE</strong><br />

und habt es zu dem werden lassen was es ist.“


Seite 26<br />

3. Stimmen von Projektbeteiligten<br />

Multiplikator_innen-Steckbriefe<br />

Exemplarisch für den Pool an Multiplikator_innen sind im Folgenden drei Steckbriefe aufgenommen, die einen<br />

Eindruck der bei <strong>GLOBE</strong> engagierten Rückkehrer_innen vermitteln.<br />

Sara Bellezza<br />

Und natürlich <strong>GLOBE</strong>!<br />

Dabei seit: März <strong>2012</strong><br />

Alter: 25<br />

Wohnort: Berlin<br />

Studium / Ausbildung / Beruf(ung): Ich studiere Sozial- und Kulturanthro<br />

pologie, Lateinamerikastudien und Italienisch<br />

Mein Lebensmotto: Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft,<br />

hat schon verloren!<br />

Mein Auslandsjahr!<br />

Gastland: Peru<br />

Zeitraum: September <strong>2010</strong>-September 2011<br />

Projekt: Solidaridad en Marcha, Arbeit in einem Gesundheitszentrum und in einer Schule<br />

Meine Motivation / Ziele um bei <strong>GLOBE</strong> mitzumachen:<br />

Nach meinem Auslandsjahr wollte ich mich weiter mit globalen Themen beschäftigen und<br />

etwas von meinen Erfahrungen weitergeben. An <strong>GLOBE</strong> hat mir besonders der Ansatz<br />

gefallen, politische Bildungsarbeit an Berufsschulen zu machen. Während meiner eigenen<br />

Ausbildung, die ich vor dem Studium absolviert habe, haben mir sozialkritische Themen<br />

und Anregungen zur Veränderung des eigenen Verhaltens und meiner Umwelt gefehlt.<br />

Über wichtige Zusammenhänge und Geschehnisse auf der Welt zu sprechen, die oft im<br />

Alltag untergehen, erscheint mir in diesem Rahmen ideal.<br />

Themen und Inhalte, die mich weitergebracht haben:<br />

Durch die vielen didaktischen Methoden, die wir auf den Seminaren zur Umsetzung und<br />

Vorstellung der verschiedenen Workshop-Themen gesehen haben, habe ich viel gelernt.<br />

Thematisch hat mich besonders die Einheit über Migration, Flucht und Asyl und das Thema<br />

Ernährung beeindruckt.<br />

Das habe ich durch <strong>GLOBE</strong> gelernt:<br />

Meine Angst zu überwinden, vor einer ganzen Schulklasse zu sprechen und spontan zu<br />

improvisieren, wenn unvorhergesehene Dinge im Rahmen eines Workshops passieren.<br />

Lieblings-Workshop-Thema: Migration, Flucht und Asyl<br />

Wenn ich an <strong>GLOBE</strong> denke, dann …<br />

… denke ich an tolle Menschen, die mich daran glauben lassen, dass eine bessere, sozialere<br />

Welt möglich ist<br />

Das wünsch‘ ich mir für <strong>GLOBE</strong>:<br />

Neue Globistas, Erfolg in den Berufsschulen und natürlich immer mehr Workshops und<br />

Berufsschüler, die auch so eine fantastische Auslandserfahrung machen können wie ich.


Seite 27<br />

Mein Auslandsjahr!<br />

Gastland: Brasilien, Sao Paulo<br />

Zeitraum: August <strong>2010</strong> bis August 2011<br />

Projekt: Monte Azul, ein großes Sozialprojekt in einer Favela mit Kindergarten,-<br />

Hortgruppen und Berufsschulen.<br />

Und natürlich <strong>GLOBE</strong>!<br />

Dabei seit: <strong>2012</strong><br />

Meine Motivation / Ziele um bei <strong>GLOBE</strong> mitzumachen:<br />

Um Hungersnöten, Armut und Umweltzerstörung ein Ende zu machen, sind wir<br />

Europäer gefragt, denn unser Konsum und Verhalten führt zu den aktuellen<br />

globalen Problemen. Und selbst wenn manche sagen, man kann eh nichts ändern,<br />

so möchte ich doch wenigstens alles versucht haben. Mein Ziel: so viele Menschen<br />

wie möglich zu erreichen und ihnen die Hoffnung wiederzugeben, dass eine<br />

schönere Welt möglich ist.<br />

Themen und Inhalte, die mich weitergebracht haben:<br />

Konkrete Projekte und Ideen, die vorgemacht oder erklärt haben, wie Probleme<br />

gelöst werden. Bsp: Bedingungsloses Grundeinkommen, Entwicklungskonzept des<br />

Buen Vivir, die Wüstenfarm Sekem in Agypten und das Sozialprojekt Monte Azul<br />

in Brasilien.<br />

Das habe ich durch <strong>GLOBE</strong> gelernt:<br />

Tolle Methoden für Workshops.<br />

Lieblings-Workshop-Thema:<br />

Bisher Welthandel; toll ist aber die Vielfalt der Workshops.<br />

Wenn ich an <strong>GLOBE</strong> denke, dann …<br />

… denke ich an Seminare mit entspannten Leuten, leckerem Essen und<br />

netten Teamenden<br />

Das wünsch‘ ich mir für <strong>GLOBE</strong>:<br />

Mut zu außergewöhnlichen Methoden und neuen Denkansätzen<br />

auf Seminaren fördern.<br />

Alter: 22<br />

Wohnort: Berlin<br />

Studium / Ausbildung / Beruf(ung): „Energie- und Prozesstechnik“<br />

an der TU-Berlin (Interesse: Erneuerbare Energien)<br />

Mein Lebensmotto: Werde Freund von Unsicherheit und Freiheit (Beuys)<br />

Helmut Wolman


Seite 28<br />

3. Stimmen von Projektbeteiligten<br />

Alter: 23<br />

Wohnort: Berlin<br />

Studium / Ausbildung / Beruf(ung): Regionalstudien Asien / Afrika<br />

Mein Lebensmotto: Heutzutage ist kaum etwas realistischer<br />

als Utopien.<br />

Surya Weimer<br />

Mein Auslandsjahr!<br />

Gastland: Vietnam<br />

Zeitraum: 10 / 08-09 / 09<br />

Und natürlich <strong>GLOBE</strong>!<br />

Dabei seit: 2011<br />

Meine Motivation / Ziele um bei <strong>GLOBE</strong> mitzumachen:<br />

Meine Erfahrungen weitertragen, Interesse für die Länder des<br />

globalen Südens wecken und Berufsschüler_innen dazu ermutigen,<br />

selbst ins Ausland zu fahren.<br />

Themen und Inhalte, die mich weitergebracht haben:<br />

Wie teame ich? Präsenztraining, Inhalte zum Welthandel.<br />

Das habe ich durch <strong>GLOBE</strong> gelernt:<br />

Seminare teamen.<br />

Lieblings-Workshop-Themen:<br />

Welthandel, Flucht und Asyl.<br />

Wenn ich an <strong>GLOBE</strong> denke, dann …<br />

… denke ich an die Aufregung vor jedem Workshop, den Spaß dabei<br />

und die Freude beim Lesen der positiven Evaluationsbögen hinterher.<br />

Das wünsch‘ ich mir für <strong>GLOBE</strong>:<br />

Noch viele, viele Jahre mit noch mehr engagierten Rückkehrer_ innen.<br />

Lebenslange BMZ-Projektverlängerung. Vor allem wünsche ich mir,<br />

dass sich die Arbeit später widerspiegelt in der Anzahl der Berufsschüler_innen,<br />

die am weltwärts-Programm teilnehmen.


Seite 29<br />

Christoph Niklaus<br />

Lehrer an den Berufsbildenden Schulen in Northeim<br />

Seit wann werden <strong>GLOBE</strong>-Workshops an Ihrer<br />

Schule durchgeführt, wie viele Workshops<br />

haben bisher stattgefunden und welche<br />

Themenschwerpunkte gab es?<br />

Der erste Workshop fand im Oktober <strong>2010</strong> statt.<br />

Bisher haben insgesamt 6 Workshops an unserer<br />

Schule stattgefunden, wobei die Workshops mit den<br />

Welthandels-Simulationen zumeist mit mehreren<br />

Klassen parallel durchgeführt wurden. Neben dem<br />

Thema Welthandel war der Lebenszyklus des Handys<br />

und unsere Rolle als Konsumenten von IT-Produkten<br />

ein weiterer Inhalt.<br />

Warum haben Sie sich anfangs dazu entschlossen,<br />

bei unserem Angebot mitzumachen? Hatten Sie<br />

bestimmte Erwartungen und wenn ja, welche?<br />

Wir Kollegen an der Europaschule BBS 1 Northeim<br />

wollten gern eine Verbindung von volkwirtschaft li chen<br />

Inhalten mit schüleraktiven Unterrichtsme tho den realisieren.<br />

Da bot sich zu den Themaen Außenhandel<br />

und Globalisierung natürlich die Zusammenarbeit mit<br />

<strong>GLOBE</strong>-Workshops an. Uns reizte zudem der „Unterricht<br />

in anderer Form“ durch die Workshops. Daneben<br />

sollten natürlich unsere Schüler auch konkrete und<br />

aktuelle Informationen über mögliche Auslandseinsätze<br />

erhalten.<br />

Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der<br />

Durchführung unserer Workshops?<br />

Mit der Durchführung sind wir jedes Mal sehr zufrieden<br />

gewesen, alles war gut organisiert und vorbereitet.<br />

Workshops in ihrer Freizeit, teilweise unter enormem<br />

Anreiseaufwand und dann noch ohne Bezahlung<br />

durchführen. Unsere Schüler lobten die spannende<br />

und lebendige Gestaltung der Workshops. Insbesondere<br />

zum Planspiel der Welthandelssimulation gab es<br />

besonders positive Rückmeldung. Als sehr interessant<br />

wurden von den Schülern auch die Berichte zu den<br />

Auslandseinsätzen empfunden. Ferner wurden die<br />

gute Interaktion und Nähe zwischen den Schülern<br />

und Workshop-Leiter_innen gelobt.<br />

Wie haben Sie im Laufe der Zusammenarbeit<br />

unsere ehrenamtlichen Workshop-Leiter_innen<br />

wahrgenommen?<br />

Zuverlässig, fachlich kompetent und vor allen gut<br />

geschult im Methodeneinsatz.<br />

Was sind Ihrer Meinung nach die Stärken<br />

unseres Angebots?<br />

Das Engagement der Workshop-Leiter_innen überträgt<br />

sich auf die Motivation der Lerngruppe und<br />

fordert zur Auseinandersetzung mit den Problembereichen<br />

der Workshops auf. Die Durchführung der<br />

Welthandelssimulation ist hinsichtlich Vorbereitung<br />

und Betreuung so aufwendig, dass diese im Unterricht<br />

sonst nicht angeboten würde.<br />

Was möchten Sie sonst noch loswerden?<br />

Wir hoffen, auch künftigen Jahrgängen die<br />

<strong>GLOBE</strong>-Workshops bieten zu können.<br />

Welche Reaktionen auf unsere Workshops<br />

haben Sie bisher von den beteiligten<br />

Schüler_innen bekommen?<br />

Zunächst einmal zeigten sich unsere Schüler sehr<br />

beeindruckt über das Engagement der Workshop-<br />

Leiter_innen, ja fast etwas ungläubig, dass diese die


Seite 30<br />

4. Evaluationsergebnisse<br />

In diesem Kapitel werden – nach einer kurzen Bilanz<br />

über die erreichten quantifizierbaren Projektziele –<br />

zentrale Ergebnisse der Evaluationen bei Rück kehrer_<br />

innen, Berufsschüler_innen sowie Berufsschullehrkräften<br />

wiedergegeben. Hierbei handelt es sich<br />

auf grund des begrenzten Platzes nur um eine sehr<br />

verkürzte Darstellung. Gerne stellen wir Ihnen auf<br />

Nachfrage die ausführlichen Evaluationsergebnisse<br />

zur Verfügung. Anschließend wird im nächsten<br />

Kapitel eine Gesamteinschätzung der Evaluationsergebnisse<br />

sowie ein Fazit durch die Projektleitung<br />

vorgenommen.<br />

Bilanz der quantifizierbaren<br />

Projektziele<br />

Im Rahmen der Projektlaufzeit von Anfang <strong>2010</strong> bis<br />

Ende <strong>2012</strong> wurden 76 Rückkehrer_innen – davon<br />

65 ehemalige weltwärts-Teilnehmende – von insgesamt<br />

14 verschiedenen Entsendeorganisationen<br />

zu „Multiplikator_innen für Globales Lernen“ qualifiziert.<br />

Hierfür wurden insgesamt 13 Fortbildungen<br />

durchgeführt. Themenschwerpunkte der Fortbildungen<br />

waren „Die globale Wertschöpfungskette des<br />

Handys / Computers“, „Gerechtigkeit im Welthandel“,<br />

„Entwicklungspolitische Planspiele“, „Ernährung,<br />

industrielle Landwirtschaft und Globalisierung“,<br />

„Menschenrechte am Beispiel des Schutzes der<br />

EU-Außengrenzen“, „Menschenrecht Wasser“ und<br />

„Antimuslimischer Rassismus“.<br />

Insgesamt wurden von den Rückkehrer_innen 87<br />

Workshops an 31 Berufsschulen in 11 Bundesländern<br />

durchgeführt, an denen insgesamt 1606 Berufsschüler_innen<br />

teilnahmen. Mit 6 Berufsschulen wurde<br />

eine Absichtserklärung über eine längerfristige<br />

Zusammenarbeit erstellt.<br />

Evaluation der Rückkehrer_innen<br />

Nach Abschluss der jeweils 5. Fortbildung evaluierten<br />

die ersten beiden Rückkehrer_innen-Jahrgänge das<br />

Gesamtprojekt anhand eines schriftlichen Fragebogens.<br />

Dabei beantworteten im Jahrgang <strong>2010</strong><br />

17 von 20 Rückkehrer_innen und im Jahrgang 2011<br />

20 von 28 Rückkehrer_innen den Fragebogen. Die<br />

Frageblöcke bezogen sich u. a. auf die persön liche<br />

Entwicklung, die Fortbildungen, die Umsetzung der<br />

Workshops, die ursprünglichen Erwartungen, Verbesserungsvorschläge<br />

und das Gesamtkonzept. In<br />

beiden Evaluationen wurden ausschließlich qualitative<br />

Daten erhoben.<br />

Insgesamt gaben die Rückkehrer_innen ein sehr<br />

positives Feedback zum Projekt. Das Gesamtkonzept<br />

wurde durchweg als sehr gut empfunden, u. a.<br />

aufgrund des gegenseitigen Lernens im Rahmen der


Seite 31<br />

Fortbildungen und Workshops sowie durch die<br />

ansprache von Berufsschüler_innen als neue Zielgruppe.<br />

Die Teilnahme am Projekt wurde von der<br />

Mehrheit der Befragten als richtige und wichtige<br />

Entschei dung eingeschätzt, die zwar neben Studium,<br />

Beruf etc. einen nicht zu unterschätzenden Aufwand<br />

bedeutet, sich jedoch insgesamt lohnte.<br />

Im Hinblick auf die persönliche Entwicklung<br />

wurden folgende Punkte besonders hervorgehoben:<br />

Die Steigerung von Selbstsicherheit und Selbstvertrauen<br />

durch die Anleitung von Methoden und Workshops,<br />

viele neue inhaltliche und methodische Denkanstöße,<br />

die Beschäftigung mit vielen neuen<br />

entwicklungspolitischen Themen, einen ersten Einblick<br />

in die Praxis von Bildungsarbeit, die Erlangung<br />

von Team-Kompetenzen.<br />

Die Fortbildungen wurden insgesamt als eine<br />

sehr informative, intensive und bereichernde Zeit beschrieben,<br />

in der die unterschiedlichsten Programmpunkte<br />

– hinsichtlich der Inhalte, Methoden und des<br />

Rahmenprogramms – die Rückkehrer_innen in ihrem<br />

Lernprozess zu Multiplikator_innen für Globales Lernen<br />

weiterbrachten. Die Fortbildungen wurden nicht<br />

zuletzt auch durch das Kennenlernen vieler neuer<br />

und interessanter Menschen geschätzt.<br />

Die Umsetzung der Workshops wurde als aufregend,<br />

stressig, toll, ermutigend oder teils chaotisch<br />

charakterisiert, bei der oftmals großer Zeitdruck vorherrschte<br />

aber auch viel Spaß und eine hohe Emotionalität<br />

im Spiel waren. Viele Rückkehrer_innen teilten<br />

die Einschätzung, dass sich nach dem ersten<br />

durchgeführten Workshop eine gewisse Routine einstellte.<br />

Mit den Berufsschüler_innen wurden überwiegend<br />

positive Erfahrungen gemacht, sodass z. T.<br />

eigene Klischees der Rückkehrer_innen widerlegt<br />

werden konnten. Die 2er-Team-Konstellation wurde<br />

als durchweg angemessen und produktiv empfunden.<br />

Anders vorgestellt hatten sich die Rückkehrer_<br />

innen die eigenen zeitlichen Ressourcen, die sie ins<br />

Projekt einbringen können und die aufgrund von<br />

Uni, Jobs und zahlreichen anderen Verpflichtungen<br />

geringer als ursprünglich gewollt ausfielen. Zudem<br />

wurde das vorzeitige Ausscheiden von einigen Rückkehrer_innen<br />

aus dem Projekt bedauert. Anders vorgestellt<br />

hatten sich Einige auch, dass sie mehr<br />

Berufs schüler_innen dazu motivieren könnten, ins<br />

Ausland zu gehen.<br />

Als Verbesserungsvorschläge wurden von den<br />

Rückkehrer_innen insbesondere folgende Punkte<br />

genannt:<br />

• Mehr inhaltlicher Input und Hintergrundwissen<br />

zu den jeweiligen Themenschwerpunkten im<br />

Rahmen der Fortbildungen<br />

• Eine gemeinsame Planung der Fortbildungen, die<br />

die Ideen und Ressourcen der Rückkehrer_innen<br />

noch stärker mit einbezieht und Verantwortlichkeiten<br />

überträgt<br />

• Regionale Vernetzungstreffen zur gemeinsamen<br />

Workshop-Vorbereitung oder intensiveren Auseinandersetzung<br />

mit einem bestimmten Thema<br />

• Eine klarere Aufgabenteilung und Unterstützung<br />

bei der Ansprache neuer Berufsschulen<br />

• Eine übersichtlicherere Gestaltung des<br />

<strong>GLOBE</strong>-Materialpools<br />

• Die Auseinandersetzung mit Rassismus als Querschnitts-Thema<br />

auf den Fortbildungen<br />

• Mehr teilnehmende Berufsschulen in den neuen<br />

Bundesländern<br />

• Eine Erweiterung der Workshops auf insbesondere<br />

Haupt- und Realschulen<br />

• Die Vorstellung weiterer „gebrauchsfertiger“<br />

Workshop-Konzepte<br />

• Längere Fortbildungen bzw. eine regelmäßigere<br />

Verteilung der Fortbildungen über den Projektzeitraum<br />

Einige der Verbesserungsvorschläge wurden<br />

bereits im laufenden Projekt umgesetzt, andere wiederum<br />

haben in der Beantragung des <strong>GLOBE</strong>-Folgeprojekts<br />

ab 2013 Berücksichtigung gefunden.


Seite 32<br />

4. Evaluationsergebnisse<br />

Evaluation der Berufsschüler_innen<br />

Wie in Kapitel 1 beschrieben, wurden alle Workshops<br />

sowohl von den jeweiligen Workshop-Teams<br />

als auch von den Berufsschüler_innen evaluiert.<br />

Hierfür dokumentierten die Rückkehrer_innen zunächst<br />

das Feedback der Berufsschüler_innen im<br />

Rahmen ihrer eigenen Auswertung. Ab April <strong>2012</strong><br />

wurde darüber hinaus ein für alle Workshops identischer<br />

anonymer Auswertungsbogen verwendet.<br />

Dieser beinhaltet 5 Fragen, die die Schüler_innen<br />

mit Schulnoten von 1 (= super / auf jeden Fall) bis 6<br />

(= sehr schlecht / überhaupt nicht) bewerten sollen<br />

sowie 5 offene Fragen und. Der Auswertungsbogen<br />

wurde bisher in rund 30 Workshops verwendet und<br />

von ca. 400 Berufsschüler_innen ausgefüllt. Dabei ist<br />

eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Workshops<br />

aufgrund der unterschiedlichen Inhalte und<br />

Methoden nur bedingt möglich.<br />

Ergebnisse der Bewertungsfragen<br />

Zu den fünf Fragen des Bogens wurden folgende durchschnittliche Bewertungen abgegeben:<br />

Wie haben die Workshop-Leiter_innen<br />

das Thema vermittelt?<br />

War das Thema interessant?<br />

Konntest du beim Workshop aktiv mitmachen?<br />

1,45<br />

1,89<br />

1,79<br />

Kannst du dir vorstellen, selbst einen<br />

Freiwilligendienst im Ausland zu machen?<br />

3,09<br />

Wie hat dir der Workshop insgesamt gefallen?<br />

1,9<br />

1<br />

2 3 4 5 6<br />

Insgesamt lässt sich feststellen, dass die Bewertung<br />

bei fast allen Fragen zwischen den Noten 1 und<br />

2 liegt. Einzige Ausnahme ist dabei lediglich die Frage<br />

4 zum Freiwilligendienst, die mit 3,09 bewertet wurde.<br />

Zudem gibt es bei den einzelnen Fragen keine großen<br />

Bewertungsunterschiede hinsichtlich der verschiedenen<br />

Themenschwerpunkte der Workshops.<br />

Ergebnisse der offenen Fragen<br />

Da sich das Feedback der Schüler_innen auf den<br />

jeweils spezifischen Workshop-Ablauf (siehe Kapitel 2)<br />

bezieht, können die Ergebnisse im Folgenden nur<br />

sehr verallgemeinert wiedergegeben werden, wobei<br />

jedoch Tendenzen sichtbar werden. Folgende<br />

Schlussfolgerungen können aus dem Feedback der<br />

Schüler_innen gezogen werden:<br />

• Die Erfahrungsberichte aus dem Freiwilligendienst<br />

stießen auf großes Interesse und wurden bei der<br />

Aussage „Das war super“ bzw. „Das kam zu kurz“<br />

sehr häufig genannt<br />

• Die Workshop-Leiter_innen wurden als sehr sympathisch,<br />

offen und nett empfunden, sodass eine<br />

gute und lockere Stimmung im Workshop zu<br />

Stande kam<br />

• Die Mischung an Methoden und der Workshop-<br />

Ablauf wurden als sehr abwechslungsreich und<br />

angenehm beschrieben, insbesondere wurden<br />

aktivierende Methoden wie Planspiele besonders<br />

hervorgehoben<br />

• Die Berufsschüler_innen empfanden ihre starke<br />

Einbindung und Beteiligung im Workshop als<br />

sehr positiv


Seite 33<br />

• Die Workshop-Leiter_innen wurden als gut<br />

vorbereitet empfunden<br />

• Für die Evaluation am Ende der Workshops<br />

wurde oftmals nicht ausreichend Zeit eingeplant<br />

• Es wurde nicht ausreichend auf die Umsetzungsmöglichkeiten<br />

im eigenen Berufsfeld hinge wiesen<br />

• Bei der Aussage „Das war schlecht / Das hat mir<br />

gestunken“ kam von den Berufsschüler_innen<br />

nur sehr vereinzelt Feedback, z. B. dass die<br />

Thematik bereits bekannt war, es zu wenig<br />

Pausen gab oder dass die Gruppengröße zu<br />

groß war<br />

Was die Wirkung der Workshops betrifft, geben<br />

die Antworten zur Aussage „Das nehme ich für mich<br />

aus dem Workshop mit“ einen Eindruck:<br />

• Viele neue Informationen<br />

• Mehr auf meinen eigenen Konsum zu achten,<br />

weniger Müll zu produzieren, Lebensmittel<br />

wegwerfen und mehr Strom sparen<br />

• mehr ökologisches Bewusstsein, werde mich<br />

mehr informieren und engagieren (Fairtrade-<br />

Kaffee kaufen), ich überlege beruflich in eine<br />

ökologische Richtung zu gehen<br />

• Handyrecycling und dass man jetzt weiß, wo<br />

man Handys und anderes sicher loswerden<br />

kann<br />

• Was genau der Besitz eines Handys beinhaltet<br />

• Neues und erschreckendes Wissen über unfaire<br />

Arbeitsbedingungen der Arbeiter und die<br />

Hers tellung von Handys<br />

• Wunsch nach einem Auslandsjahr<br />

Auf die Aussage „Das möchte ich loswerden“<br />

kamen folgende Antworten<br />

• Interesse an Auslandsarbeit geweckt<br />

werde mich informieren<br />

• Macht weiter so!<br />

• Danke! Der Workshop hat mich inspiriert was<br />

meine Zukunftspläne angeht (Auslandsaufenthalt)!<br />

• Ich bin schockiert über das, was man nicht<br />

wahrnimmt<br />

• Es war sehr informativ, persönliche Denkprozesse<br />

sind in Bewegung geraten<br />

• Ich fand den Workshop viel besser als erwartet<br />

• Ihr habt das echt cool rübergebracht und es hat<br />

wirklich Spaß gemacht<br />

• Respekt für die Leistung und Zeit<br />

• Es war toll, einfach mal was Neues. Ich habe<br />

einen anderen Blickwinkel be kommen<br />

• Finde cool, dass ihr beiden so motiviert an die<br />

Sache rangeht und auch wirklich was dagegen<br />

macht<br />

• War einfach Spitze, könnt nochmal kommen<br />

Auf die Frage „Was bräuchtest du, damit dir<br />

die Entscheidung für einen Freiwilligendienst<br />

leichter fallen würde“ wurden vor allem folgende<br />

Punkte genannt:<br />

• Genauere Berichte vom Freiwilligendienst<br />

und mehr Informationen<br />

• Sprachkenntnisse<br />

• Geld<br />

• Freund oder Freundin / Freunde / Bekannte,<br />

die mitmachen würden<br />

• Andere Lebensplanung<br />

• Mut<br />

• Unterstützung vom Arbeitgeber<br />

Evaluation der Berufsschullehrkräfte<br />

Im November <strong>2012</strong> wurde eine Online-Umfrage mit<br />

allen beteiligten Berufsschullehrkräften durchgeführt.<br />

Insgesamt beantworteten 21 von 36 ange schrie benen<br />

Lehrkräften die Umfrage, die aus 16 Einzelfragen<br />

bestand. Im Folgenden werden einzelne Ergebnisse<br />

der Befragung wiedergegeben.<br />

Anzahl der betreuten Workshops<br />

Knapp drei Viertel (74 %) der Lehrkräfte waren<br />

entweder bei einem oder bei zwei Workshops mit<br />

dabei, gut ein Fünftel (21%) war bei 3 Workshops<br />

dabei und ein_e Lehrer_in (5%) gab an, bei insgesamt<br />

6 Workshops mit dabei gewesen zu sein.


Seite 34<br />

4. Evaluationsergebnisse<br />

Themenschwerpunkte der Workshops<br />

6 %<br />

6 %<br />

11 %<br />

43 %<br />

Was hat mein Handy / mein Computer<br />

mit Globalisierung zu tun?<br />

Globaler Handel – Macht und<br />

Ohnmacht im Welthandel<br />

Fairtrade und nachhaltiger Konsum<br />

17 %<br />

Was hat meine Ernährung mit<br />

Globalisierung zu tun?<br />

Chancengleichheit und Menschenrechte<br />

in Deutschland und Europa<br />

Gerechtigkeit und Ressourcenverteilung<br />

weltweit<br />

17 %<br />

Organisatorische Vorbereitung der<br />

Workshops und Erwartungen an diese<br />

Fast alle Lehrkräfte (95%) waren mit der organisatorischen<br />

Vorbereitung der Workshops durch die<br />

Workshop-Leiter_innen sehr zufrieden oder überwiegend<br />

zufrieden; etwas mehr als die Hälfte (55%)<br />

konnte die Workshops mit ihren Schüler_innen zumindest<br />

teilweise selbst vorbereiten. Als Gründe für<br />

eine nicht vorgenommene Vorbereitung wurden u. a.<br />

mangelnde Zeit sowie fehlende aktuelle Informationen<br />

zum jeweiligen Workshop-Thema genannt. Eine<br />

Lehrkraft hätte sich im Vorfeld mehr Informationen<br />

zu den Workshop-Leiter_innen und zu den geplanten<br />

Methoden gewünscht.<br />

Erwartungen an die Workshops waren v. a.:<br />

• Die Sensibilisierung der Berufsschüler_innen für<br />

die jeweiligen Themen<br />

• Die Durchführung von aktivierenden und<br />

schüler-zentrierten Methoden im Gegensatz<br />

zum Schulalltag<br />

• Das Einbringen von eigenen Erfahrungen aus<br />

dem Freiwilligendienst<br />

• Die Begegnung mit authentischen, motivierten<br />

jungen Menschen, die eine Nähe zu den Berufsschüler_innen<br />

aufbauen können<br />

Für 90% der Lehrkräfte haben sich die Erwartungen<br />

erfüllt, bei 10% wurden die Erwartungen<br />

teilweise erfüllt.<br />

Durchführung der Workshops<br />

Die erfüllten Erwartungen spiegeln sich auch in der<br />

Beantwortung der Fragen zur konkreten Durchführung<br />

der Workshops wider:<br />

• 89,5% der Lehrkräfte waren hiermit sehr oder<br />

überwiegend zufrieden<br />

• Auf die Frage, ob die Berufsschüler_innen aktiv<br />

in die Workshops eingebunden wurden, antworteten<br />

100% der Lehrkräfte mit „Auf jeden Fall!“<br />

oder „Ja, überwiegend“<br />

• 95% der Lehrkräfte schätzen die Themen als<br />

„auf jeden Fall“ oder „überwiegend“ interessant<br />

für ihre Schüler_innen ein<br />

• Große Einigkeit herrscht auch darin, dass die<br />

Rückkehrer_innen die Themen sehr gut (75%)<br />

oder gut (25%) vermitteln konnten<br />

• Die Informationen zu Freiwilligendiensten im<br />

Ausland schätzen gut die Hälfte (55%) der<br />

Lehrkräfte als „auf jeden Fall“ interessant für die<br />

Berufsschüler_innen ein, 33% als überwiegend<br />

interessant.<br />

Verbesserungsvorschläge betrafen ausführlichere<br />

und auf die jeweiligen Klassen angepasste Informationen<br />

zu Freiwilligendiensten und Auslandsaufenthalten<br />

sowie die Herstellung eines stärkeren Berufsbezugs<br />

im Rahmen der Workshops. Eine Lehrkraft<br />

wies zudem darauf hin, dass für ihre Schüler_innen<br />

Freiwilligendienste im Ausland größtenteils nicht in


Seite 35<br />

Betracht kommen, da diese nach dem Abschluss der<br />

Schulzeit überwiegend sofort ins Berufsleben eintreten<br />

würden.<br />

Nachbereitung der Workshops<br />

65% der Lehrkräfte konnten die Workshops im Unterricht<br />

nachbereiten, bei 20% fand eine teilweise Nachbereitung<br />

statt, 15% konnten die Workshops nicht<br />

nachbereiten. Generell halten jedoch alle Lehrkräfte<br />

eine stärkere Vor- und Nachbereitung der Workshops<br />

für sinnvoll und möchten dafür zukünftig vom <strong>ICJA</strong><br />

entsprechende Materialien erhalten.<br />

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen im Trend die<br />

Antworten der Berufsschul-Lehrkräfte aus den telefonischen<br />

Feedback-Gesprächen, die nach Durchführung<br />

der Workshops punktuell vorgenommen wurden.<br />

5. Gesamteinschätzung der EvaluationSergebnisse<br />

und Fazit durch die<br />

Projektleitung<br />

Die folgende Einschätzung ist als Ergänzung und<br />

Bewertung der oben aufgeführten Evaluationsergebnisse<br />

zu verstehen. Um möglichst viele Dimensionen<br />

des Projekts zu erfassen, gliedert sie sich dabei in die<br />

Bereiche „Fortbildungsreihe und Engagement der<br />

Rückkehrer_innen“, „Workshops an den Berufsschulen“,<br />

„Vernetzung und Kooperationen“ und „Nachhaltige<br />

Projektsteuerung“.<br />

Fortbildungsreihe und Engagement<br />

der Rückkehrer_innen<br />

Für den Erfolg des Projekts ist entscheidend, dass der<br />

gemeinsame Lernprozess der Rückkehrer_innen über<br />

einen längeren Zeitraum lief. Dadurch, dass sich die<br />

Rückkehrer_innen im Abstand von ca. 4 Monaten<br />

kontinuierlich auf den Fortbildungen treffen, entfaltet<br />

sich eine sehr gute Gruppendynamik und vertrauensvolle<br />

Atmosphäre, die den Rückkehrer_innen Lust<br />

darauf macht, bei zukünftigen Fortbildungen wieder<br />

dabei zu sein. Hierzu trägt sicherlich auch die Gruppengröße<br />

auf den Fortbildungen bei, die im Regelfall<br />

nicht mehr als 30 Personen betragen sollte, jedoch<br />

prinzipiell auch für Rückkehrer_innen älterer Jahrgänge<br />

offen sein sollte (siehe hierzu auch Kapitel 1).<br />

Der gemeinsame Lernprozess über einen längeren<br />

Zeitraum ermöglicht zudem den Austausch über die<br />

gemachten Erfahrungen in den Workshops an den<br />

Berufsschulen. Gerade dieser Austausch wird von den<br />

Rückkehrer_innen als sehr wertvoll empfunden und<br />

ist insofern zentral für die persönliche Entwicklung<br />

jedes_r Einzelnen hin zum_r „Multiplikator_in für<br />

Globales Lernen“. Was den Erfahrungsaustausch<br />

betrifft, haben wir regelmäßig mit der Methode der<br />

„Kollegialen Beratung“ gearbeitet, wollen zukünftig<br />

jedoch auch informellere Formen anwenden. Ergänzend<br />

hierzu ist vorgesehen, den Rückkehrer_innen<br />

individuelle Reflektionsgespräche im Hinblick auf ihre<br />

Lernziele anzubieten – gerade auch, weil unsere<br />

Erfahrung zeigt, dass das Angebot von Feedback<br />

eine wichtige Form der Wertschätzung bei ehrenamtlich<br />

Engagierten ist.<br />

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor für das Projekt<br />

ist das prozessorientierte Vorgehen bei der Planung<br />

der Fortbildungen. Auch wenn mittlerweile viele<br />

Erfah rungs werte für die Fortbildungen bestehen<br />

(siehe Kapitel 1), ist es ratsam, kontinuierlich die<br />

Bedürfnisse der Rückkehrer_innen zu ermitteln und<br />

diese in die Gestaltung der Fortbildungsreihe einfließen<br />

zu lassen. Dies bezieht sich neben den<br />

inhalt lichen Themenschwerpunkten auch auf die<br />

Einbeziehung der Rückkehrer_innen bei der Vorbe-


Seite 36<br />

5. Gesamteinschätzung der Evaluationsergebnisse und Fazit durch die Projektleitung<br />

reitung und Anleitung von Teilen der Fortbildungen<br />

oder auf die Auswahl von geeigneten Methoden.<br />

Als Konsequenz aus der Evaluation der Rück kehrer_<br />

innen werden wir zukünftig die inhaltliche Arbeit an<br />

einzelnen Themen intensivieren.<br />

Die genannten Punkte führen insgesamt zu<br />

einer hohen Identifikation der Rückkehrer_innen<br />

mit dem Projekt, was sich auch in den gestiegenen<br />

Bewerbungszahlen für die Projektteilnahme im Jahr<br />

<strong>2012</strong> widerspiegelt. Nichtsdestotrotz bedeutet das<br />

Engagement bei <strong>GLOBE</strong> auch einen nicht zu unterschätzenden<br />

zeitlichen Aufwand. Daher gab es<br />

bisher in allen Jahrgängen auch Rückkehrer_innen,<br />

die ihre Teilnahme vorzeitig abbrachen. Insgesamt<br />

handelt es sich hierbei um 8 Personen, wobei wir<br />

diese Quote als verhältnismäßig gering einschätzen.<br />

Alle anderen Teilnehmende haben das Fortbildungsprogramm<br />

bisher erfolgreich durchlaufen, d. h. an<br />

4 der ersten 5 Fortbildungen teilgenommen.<br />

Was die Nachhaltigkeit des Engagements betrifft,<br />

so bleibt ca. ein Viertel jeden Jahrgangs über<br />

die vorgesehene Fortbildungsanzahl hinaus mit<br />

dabei. Ebenso gibt es Teilnehmende aus den älteren<br />

Jahrgängen, die über den ursprünglichen Engagement-Zeitraum<br />

hinaus Workshops an Berufsschulen<br />

durchführen. Langfristig soll so ein Pool an Multiplikator_innen<br />

entstehen, die auf die Bildungsarbeit<br />

an Berufsschulen spezialisiert und auch für andere<br />

Vereine tätig sind. Um dies zu fördern, weisen wir<br />

regelmäßig auf die Möglichkeit des Engagements<br />

bei anderen Vereinen hin und vermitteln diejenigen<br />

Rückkehrer_innen, die die von uns angebotene Fortbildungsreihe<br />

erfolgreich durchlaufen haben, in den<br />

Referent_innen-Pool des EPIZ Berlin weiter.<br />

Berufsschul-Workshops<br />

Wie die Evaluationen der Berufsschüler_innen und<br />

der Lehrkräfte verdeutlicht, erhalten die Workshops<br />

an den Berufsschulen durchweg gutes bis sehr gutes<br />

Feedback. Eine zentrale Rolle spielt dabei sicherlich<br />

die Methodenvielfalt bzw. die Mischung unterschiedlicher<br />

Methoden sowie der starke Einbe zug der Schüler_innen<br />

innerhalb der Workshops. Zudem kann als<br />

weiterer Punkt der Peer-to-peer-Ansatz genannt werden,<br />

durch den zum einen die Erwartungen seitens<br />

der Schulen im Vorfeld realistisch abgeklärt werden.<br />

Zum Anderen entsteht bei den Schüler_ innen durch<br />

den Ansatz eine prinzi pielle offenheit und Neugier<br />

gegenüber den Workshop-Leiter_innen, mit denen<br />

schnell eine gemein same Wellenlänge aufgebaut<br />

werden kann.<br />

Was den thematischen Workshop-Teil (im Gegensatz<br />

zum Workshop-Teil zu Freiwilligendiensten)<br />

betrifft, so liegt dieser den Rückkehrer_innen am<br />

meisten am Herzen. Sowohl in der Vorbereitung der<br />

Workshops als auch in der Durchführung zeigen sie<br />

hierbei hohes Engagement bzw. viel Idealismus und<br />

legen in der überwiegenden Mehrheit der Fälle auch<br />

zeitlich hier den Schwerpunkt. Darüber hinaus besteht<br />

für Viele in der Gruppe der Anspruch, ihr „eigenes“<br />

Workshop-Konzept zu entwickeln und gerade nicht<br />

ein vorhandenes Konzept 1 zu 1 umzusetzen. Dies<br />

stellt für die Qualität der Workshops eine Herausforderung<br />

dar, der wir durch den projekt-internen<br />

Materialpool strukturiert nach unterschiedlichen<br />

Themenbereichen und durch systematisches Feedback<br />

zu den individuellen Workshop-Abläufen vor<br />

der tatsächlichen Durchführung begegnen. Um die<br />

Qualität der Angebote zukünftig zu gewährleisten,<br />

soll die Weiterentwicklung der Workshop-Angebote<br />

auf insgesamt 6 verschiedenen Themenbereichen<br />

fokussiert werden. Die Idee ist es hierbei, Methoden<br />

und Inhalte nach einem Baukasten-System zu sammeln,<br />

die von den Rückkehrer_innen dann individuell<br />

für ihren Workshop zusammengestellt werden<br />

können, jedoch insgesamt die Qualität schon vorab<br />

garantieren.<br />

In Hinblick auf den Workshop-Teil zu Freiwilligendiensten<br />

fällt der Widerspruch zwischen dem auf der<br />

einen Seite überaus großen Interesse und positivem<br />

Feedback der Berufsschüler_innen zu den Erfahrungsberichten<br />

der Rückkehrer_innen und auf der anderen<br />

Seite den nicht signifikant gestiegenen Bewerbungszahlen<br />

von Personen mit Berufsschulhintergrund<br />

beim <strong>ICJA</strong> auf. Dies kann mehrere Gründe haben,<br />

wie z. B. der zeitliche Vorlauf zum Freiwilligendienst,<br />

die eigene Lebensplanung, das soziale Umfeld aber<br />

auch die finanzielle Situation. In diesem Kontext<br />

können die Infos zu Freiwilligendiensten und anderen<br />

Auslandsaufenthalten im Rahmen der Workshop<br />

sicherlich nur eine erste Anregung darstellen.


Seite 37<br />

Nichtsdestotrotz sehen wir an dieser Stelle<br />

Handlungsbedarf für die weitere Projektgestaltung<br />

und werden in den Workshops stärker kommunizieren,<br />

dass Bewerber_innen mit Berufsschulhintergrund<br />

beim <strong>ICJA</strong> sehr gute Chancen haben. Was die<br />

Beratung von Berufsschüler_innen im Hinblick auf<br />

das Bewerbungsverfahren betrifft, werden wir diese<br />

beim <strong>ICJA</strong> an einer Stelle bündeln, um die Qualität<br />

der Beratung zu erhöhen. Darüber hinaus ist die<br />

Kooperation mit mehreren weltwärts-Entsendeorganisationen<br />

im Rahmen der Begleitmaßnahme<br />

„Weltwärts inklusiv – Brücken bauen auf dem Weg<br />

zur Vielfalt“ geplant, in deren Rahmen Orientierungs -<br />

seminare stattfinden werden, um eine noch direktere<br />

Ansprache und Information von Berufsschüler_innen<br />

zu ermöglichen.<br />

Berufsschul-Kooperation<br />

Wie schon in Kapitel 1 beschrieben, ist der Aufbau<br />

des Netzwerks an teilnehmenden Berufsschulen im<br />

Laufe der Projektlaufzeit so weit voran geschritten,<br />

dass wir quantitativ eine ausreichend große Zahl an<br />

kooperierenden Berufsschulen haben und aktuell<br />

nicht mehr alle Terminanfragen von Berufsschulen<br />

für Workshops erfüllen können.<br />

Aufgrund dessen wird es zukünftig darum gehen,<br />

die Qualität der Zusammenarbeit zu verbessern. Dies<br />

soll über individualisierte Kooperationsvereinbarungen<br />

erfolgen, in denen nicht nur die Grundlagen der<br />

Zusammenarbeit vereinbart, sondern auch die jährliche<br />

Anzahl von Workshops festgelegt wird. Darüber<br />

hinaus sollen klare Ansprechpartner_innen benannt,<br />

Schwerpunkte im Hinblick auf Berufsschultypen und<br />

Berufsrichtungen vereinbart und die Weitergabe von<br />

Informationen zum weltwärts-Programm geregelt<br />

werden. Hierbei hat der <strong>ICJA</strong> das Ziel, vermehrt<br />

Berufsschüler_innen aus den Bereichen Ökologie<br />

und Soziales anzusprechen, da sich diese Themenbereiche<br />

auch in den Einsatzstellen des <strong>ICJA</strong>s wiederfinden<br />

und somit die Wahrscheinlichkeit zukünftiger<br />

Bewerbungen von Berufsschüler_innen für weltwärts<br />

beim <strong>ICJA</strong> erhöhen.<br />

Darüber hinaus möchten wir die Einbindung der<br />

von uns eingebrachten Themen im regulären Unterricht<br />

durch die jeweiligen Lehrkräfte fördern und<br />

unterstützen, damit es sich bei den Workshops nicht<br />

nur um punktuelle Veranstaltungen handelt, die eher<br />

den Charakter eines zusätzlichen Angebots haben. in<br />

diesem Zusammenhang werden wir den Lehrkräften<br />

zukünftig Materialien zur Vor- und Nachbereitung<br />

unserer Workshops zur Verfügung stellen.<br />

Vernetzung<br />

Neben der punktuellen Vernetzung mit Bildungseinrichtungen<br />

insbesondere für die Vermittlung von Referent_innen<br />

für die Fortbildungen und der in Kapitel<br />

1 beschriebenen Kooperation mit dem EPIZ Berlin<br />

haben wir den Fokus darüber hinaus auf die interne<br />

Vernetzung mit anderen Ehrenamtlichen des <strong>ICJA</strong>s<br />

gelegt. Hierbei entstanden viele Synergien, da gegenseitiges<br />

Lernen und die Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten<br />

Themen gefördert werden konnte.


Seite 38<br />

5. Gesamteinschätzung der Evaluationsergebnisse und Fazit durch die Projektleitung<br />

Aufgrund der positiven Erfahrungen werden<br />

wir diese Vernetzung zukünftig weiter ausbauen<br />

und auch auf Rückkehrer_innen anderer Entsendeorga<br />

nisationen ausweiten. Ebenso möchten wir den<br />

informellen Austausch zwischen Rückkehrer_innen<br />

und Berufsschüler_innen unterstützen. Hierfür soll<br />

der bestehende Materialpool in eine professionelle<br />

Webplattform überführt werden, die eine verbesserte<br />

Schnittstelle für Vernetzung und Wissenstransfer für<br />

alle Projektbeteiligten darstellen wird.<br />

Nachhaltige Projektsteuerung<br />

Ziel des <strong>ICJA</strong> ist es, das Projekt langfristig in die<br />

Hände der teilnehmenden Rückkehrer_innen zu geben<br />

und die hauptamtliche Koordination auf ein Mindestmaß<br />

zu reduzieren. Dies war auch ein zentrales<br />

Resul tat der im Oktober <strong>2010</strong> in Auftrag gegebenen<br />

externen Begutachtung. Um dieses Ziel zu erreichen,<br />

wurden im Laufe der Pilotphase bereits erste Weichen<br />

gestellt. So gestalteten einige der erfahreneren Rückkehrer_innen<br />

als sogenannte „Seminar-Trainees“ die<br />

Fortbildungen als Teil des seminarteams gleichberechtigt<br />

mit. Neben der inhalt lichen Mitgestaltung gab<br />

es die Möglichkeit, in der konzeptionellen Weiterentwicklung<br />

des Projekts mitzuwirken. Dies geschah<br />

bisher vornehmlich punktuell auf den Fortbildungen,<br />

im Rahmen von Workshops auf den <strong>ICJA</strong>-Jahresversammlungen<br />

und auf dem im November 2011<br />

durchgeführten <strong>GLOBE</strong>- Visionstag.<br />

Um mehr Kontinuität in die konzeptionelle<br />

Weiterentwicklung des Projekts durch die Rückkehrer_innen<br />

zu bringen, ist geplant, im Laufe der<br />

zweiten Projektphase bis Ende 2015 eine Koordinierungsgruppe<br />

aus Rückkehrer_innen aufzubauen, die<br />

sich regelmäßig trifft und sich neben der Organisation<br />

der Fortbildungen auch für die Betreuung der Teilnehmenden<br />

und des Berufsschul-Netzwerks zuständig<br />

fühlt. Da eine kontinuierliche Mitarbeit für viele der<br />

Rückkehrer_innen einen sehr hohen Aufwand<br />

bedeutet, ist für ein solches Modell zentral, dass es<br />

eine gute Andockung an die <strong>ICJA</strong>-Geschäftsstelle<br />

und klare Absprachen über Rollen und Aufgaben<br />

gibt. Auch wenn wir in dieser Hinsicht noch einen<br />

langen Weg vor uns haben, sind wir uns sicher, dass<br />

sich dieser lohnt, gerade auch weil wir aufgrund der<br />

Erfahrungen bei <strong>GLOBE</strong> gelernt haben, in die Kompetenzen<br />

und Ressourcen der Rückkehrer_innen zu<br />

vertrauen.


Copyright © <strong>ICJA</strong> <strong>Freiwilligenaustausch</strong> weltweit e. V., Berlin<br />

Januar 2013<br />

Impressum<br />

Herausgeber<br />

<strong>ICJA</strong> <strong>Freiwilligenaustausch</strong> weltweit e. V.<br />

Stralauer Allee 20 e<br />

10245 Berlin<br />

Tel 030 21 23 82 52<br />

Fax 030 21 23 82 53<br />

icja@icja.de<br />

www.icja.de<br />

Alle Rechte beim Herausgeber<br />

Vertrieb durch den Herausgeber<br />

Redaktion<br />

Matthias Magnussen<br />

Mit Unterstützung von:<br />

Alexandra Tost<br />

Mit Beiträgen von:<br />

Melanie Bartz, Christoph Becker, Sara Bellezza,<br />

Patrick Glandorf, Ronja Klauschke, Marit Kohlstedt,<br />

Anna-Lena Lichtenberger, Nicole Marschner, Christoph Niklaus,<br />

Surya Weimer, Anna-Katharina Wellnitz, Helmut Wolman<br />

Fotos<br />

<strong>ICJA</strong> Archiv<br />

Korrektur<br />

Andrea Schwieger Hiepko<br />

Gestaltung und Satz<br />

COXORANGE Kreative Gesellschaft<br />

Druck<br />

DDZ Digital-Druck-Zentrum GmbH<br />

Gefördert durch das Bundesministerium für<br />

wirtschaftliche Zusam menarbeit und Entwicklung (BMZ)<br />

im Rahmen von „weltwärts – und danach?“.


Seite 40<br />

Klimaneutral gedruckt auf 100% Recycling-Papier.<br />

<strong>ICJA</strong> <strong>Freiwilligenaustausch</strong> weltweit e. V.<br />

Stralauer Allee 20 e<br />

10245 Berlin<br />

Tel. 030 2123-8252<br />

E-Mail icja@icja.de

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