Ausgabe 4/13 - Hochschule der Künste Bern - Berner Fachhochschule

hkb.bfh.ch

Ausgabe 4/13 - Hochschule der Künste Bern - Berner Fachhochschule

HKB-ZEITUNG

5 × jährlich

Aktuelles aus der

Hochschule der Künste Bern

Januar ———————————→ Februar 2014

Ausgabe Nr. 1 /14:

—→ Peter Kraut

über Popmusik zwischen Original und Fake

—→ HKB-Literaturdozent S. R. André Marbot

über Fälschung und Plagiat

—→ Schauplatz International

das Interview mit der Bern-Berliner Theatergruppe

—→ Fernando D. Rubio

über Kunst ohne Originale


Foto: zvg

Christian Pauli, Leitung

Kommunikation HKB

Falafel und Fake

——— Manchmal gelüstet es mich nach Falafel. Im Taschenbrot,

mit alles, scharf und Joghurtsauce. Dazu Ayran, den Joghurtdrink.

13 Franken. Fünf Minuten später ist die Sache auf

dem Tisch. Und eine halbe Stunde später geht man mit einem

guten Gefühl von dannen, auch wenn die Zwiebeln sich nachmittags

bemerkbar machen.

Die sporadischen, mittäglichen Besuche in der «Nemrut»

genannten Imbissbude sind allerdings weniger kulinarisch begründet

als quasi existentiell. Das Essen ist ok. Viel wichtiger aber: die Ausflüge

zum Döner am Dorfplatz im Tscharnergut, in unmittelbarer Nachbarschaft

der HKB an der Fellerstrasse in Bümpliz, sind für mich jeweils wie

kurze Trips ins richtige Leben. Hier bereiten die südländischen Betreiber der

Bude schnörkellos ihre türkisch-arabischen Fast-Food-Klassiker zu, die von

arbeitenden, richtig hungrigen Menschen ebenso schnörkellos gegessen werden.

In dieser Bude werden wenige Worte gesprochen und wenige Fragen

gestellt.

Dort das richtige, hier das falsche Leben? Das richtige im falschen oder

umgekehrt? Derlei Fragen beschäftigen uns zuweilen nicht nur bei der lebensnotwendigen

Nahrungsaufnahme, sondern genauso als Betreiber einer Kunsthochschule.

Nicht nur, dass die Kunsthochschulen im Zuge der Bologna-Reform

unweigerlich in die Nähe des sprichwörtlichen akademischen Elfenbeinsturms

gerückt sind. Die Kunst ganz allgemein hat ein delikates Verhältnis zur Echtheit.

Kunst will echt sein, engagiert, eine Aussage machen – das ist Teil ihres

Selbstverständnisses. Studierende wie Arrivierte kämpfen darum. Und gerade

bei Künstlerinnen und Künstlern in Ausbildung gehört echte Arbeit zum Ehrenkodex.

Gute Kunst berührt. Weil sie echt ist.

Zugleich entwickelt die Kunst laufend Taktiken, die Realität zu hinterfragen,

zu verschieben und sogar zu hintertreiben. Kommt dazu, dass uns

diese – technische – Realität seit einem gefühlten Jahrhundert unentwegt all

das unter den Füssen wegzieht, was wir als Original, Aura und authentisch

empfinden. Walter Benjamin schrieb seinen berühmten Aufsatz «Das Kunstwerk

im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit» vor fast achtzig

Jahren. Daraus zu zitieren ist frivol geworden – es würde unecht wirken. Obwohl:

Benjamin hat eine Entwicklung antizipiert, an der wir immer noch und

immer wieder zu beissen haben. Echt oder unecht? Kopie oder Original? Vielleicht

ist der Mensch, der solches fragt und sich dazu in ein Verhältnis setzt,

erst darum ein Mensch. Er muss heute entscheiden, was er als echt, falsch,

täuschend echt oder bloss gut kopiert erlebt und akzeptiert.

Echt ist diese vierte HKB-Zeitung, die Sie in den Händen halten, und die

sich dem Thema Fake widmet. Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Jahr

dürfen Sie sich auf vier weitere HKB-Zeitungen freuen. Die Redaktionsgruppe

wünscht Ihnen viele echt anregende Lese- und Lebensstunden im neuen Jahr.

5 Fragen an

Claire Huguenin

Foto: Olivier Savoy

Was ist Ihre stärkste Erinnerung an die

HKB?

Les rencontres, les attaches, les leçons

apprises.

Seit wann bzw. warum bezeichnen Sie sich

als Künstlerin?

Oh là là, j’ai longtemps été rebelle à

cette appellation.

Bien sûr, je conçois que la vie d’artiste

implique des escapades célestes et d’avoir la tête en vadrouille

dans les étoiles, mais vraiment, le bling-bling et le prestige

social associé au concept détonne trop avec le vécu réel, qui

s’ancre pour moi dans une réalité beaucoup plus modeste. Sans

parler de la difficulté à se définir comme artiste, alors que c’est

un concept fuyant, variable, capricieux …

Was ist die wichtigste Inspirationsquelle für Ihre künstlerische

Arbeit? Was Ihre Motivation?

Mon vécu d’être humain, ses composantes sensorielles, émotives

et idéologiques sont très clairement mon objet de travail.

Quant à ma motivation à créer, elle procède d’un mélange d’autothérapie

et d’amour de l’autre. C’est en quelque sorte ma façon

d’aimer le monde.

Was könnten Sie im Moment dringend gebrauchen?

Un peu de confiance et de calme à l’intérieur. Un peu moins

d’anxiété.

Was kann man in der Kunst lernen?

Tout! À travers la pratique de l’art, c’est un champ d’expérimentation

et d’apprentissage universel qui s’ouvre en chacun de

nous.

Braucht es Kunsthochschulen? Warum (nicht)?

Nul besoin d’école pour devenir artiste. Bien sûr, la faculté

artistique s’acquiert et se transmet d’homme à homme, mais pas

forcément dans le cadre d’une haute école. Dans ce sens, je dirais:

non, pas forcément. Celles-ci sont parfois même carrément imparfaites

lorsque la logique administrative se place en contradiction

avec la physiologie du processus artistique. Il y a d’autres

lieux pour former les artistes en nous et on pourrait notamment

insister sur cet aspect beaucoup plus tôt dans le cursus scolaire!

Die Freiburgerin Claire Huguenin ist 1982 geboren und wohnt seit 2010 in Bern.

Nach einem Master in Biologie hat sie an der HKB Jazzgesang studiert, im September

2014 wird sie das Studium mit dem MA in Composition and Theory abschliessen.

Als Sängerin, Komponistin, Instrumentalistin und Songschreiberin

wirkt Huguenin zurzeit in einer beeindruckenden Reihe von Projekten mit, die in

der Schweizer Szene grosse Beachtung finden: AEIOU (SRF New Talent März

2013), Kamikaze (Swiss Jazz Diagonales 2013), mmmh! (Swiss Live Talent 2013,

Nominierung). Sie ist im Oktober dieses Jahres mit dem Nachwuchsförderpreis

«Coup de Cœur» des Kantons Bern ausgezeichnet geworden. Zur Zeit arbeitet sie

an ihrem Master-Abschlussprojekt sowie an einem Soloprojekt mit dem Titel

«Jibcae» und an der Filmmusik für den Kurzfilm «Nocturne» von David Geiser.

Im Januar 2014 geht sie im Rahmen eines Pro Helvetia-Forschungsprojekts im

Tandem mit dem Pianisten Malcolm Braff nach Indien.

Impressum

HKB-Zeitung. Aktuelles aus der

Hochschule der Künste Bern, Nr. 1/14

Herausgeberin: Berner Fachhochschule,

Hochschule der Künste Bern HKB

Redaktion:

Christian Pauli (Leitung), Gabriela Bader,

Regina Dürig, Peter Kraut, Yeboaa Ofosu,

Barbara Mauck, Andi Schoon

Korrektorat: Verena Rothen, Bern-Ittigen

——— Die Blockflötistin Laura Schmid, die

an der HKB im MA Music Pedagogy studiert,

hat an der Moeck / SRP Solo Recorder Competition

in London teilgenommen und ist mit dem

zweiten Preis ausgezeichnet worden. Der internationale

Wettbewerb findet alle zwei Jahre

statt.

——— Für seine Arbeit am Projekt «the lost

five» – eine malerisch-lyrische Arbeit zu den

ausgerotteten und wieder angesiedelten Wildtieren

in der Schweiz – hat der CAP-Student Konrad

Gruber den Preis für professionelles Kulturschaffen

des Kantons Graubünden erhalten.

——— Die Masterstudierende Alena Kozlova

aus der Klasse von Tomasz Herbut geht als Siegerin

aus dem Internationalen Klavierwettbewerb,

Istanbul, hervor, der im November 2013

stattgefunden hat.

Ausgezeichnet!

——— Antoine Fachard, diplômé dans le Master

Composition and Theory en juin 2013, classe

de Daniel Glaus, a obtenu le 1 er prix de composition

de la Fondation Marcelle de Lacour à Paris

pour son concerto pour clavecin et orchestre.

——— Der Schriftsteller und HKB-Dozent

Beat Sterchi wird von der Literaturkommission

der Stadt Bern mit einem «Weiterschreiben»-Stipendium

in der Höhe von CHF 15000.– ausgezeichnet.

——— Das 2011 von Sabine Affolter und Katja

Rüfenacht an der HKB als Bachelorarbeit initiierte

und 2012 /13 von Sabine Affolter im Master

weitergeführte Projekt «Dolorografie» hat den

diesjährigen Design Preis Schweiz in der Kategorie

«Forschung» gewonnen.

——— Der mit 20000 Franken dotierte Regiepreis,

der im Rahmen des Berner Filmpreises

verliehen wird, geht an den HKB-Absolventen

Simon Baumann für «Zum Beispiel Suberg». Baumann

skizziere in seinem Dokumentarfilm humorvoll

eine Dorfchronik, wie sie für viele Orte

in der Schweiz stehen könnte, hält die Jury fest.

——— Äusserst erfolgreich sind die Studierenden

des Studienbereichs Theater: Mit einem

Stipendium der Friedl Wald Stiftung wurden

Cecilia Steiner und Suramira Vos ausgezeichnet.

Ein Migros Kulturprozent-Stipendium erhalten

Gina Haller, Suramira Vos und Andrea Zwicky.

Und ins «Junge Talente Casting» aufgenommen

wurden Raphael Muff und Cecilia Steiner!

——— Die Literaturkommission der Stadt

Bern hat den Koleiter des Y Instituts der HKB,

Thomas Strässle, mit einem Spezialpreis in der

Höhe von CHF 5000.– ausgezeichnet.

Gestaltungskonzep t und Lay out:

Atelier HKB

Druck: DZB Druckzentrum Bern AG

Auflage: 8000 Exemplare

Schrift Imp ressum: Unit Rounded

Schrift Zeitung: Modest Regular, Modest Italic

Erscheinungsweise: 5 jährlich

Berner Fachhochschule

Hochschule der Künste Bern

Fellerstrasse 11

CH-3027 Bern

www.hkb.bfh.ch

www.facebook.com/hkb.bern

Kontakt: publikationen@hkb.bfh.ch

Die HKB-Zeitung kann kostenlos

abonniert werden.

© Hochschule der Künste Bern HKB

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser

Zeitung darf ohne schriftliche Genehmigung

der HKB reproduziert werden.


«Ich schreibe,

um zu leben»

Seit dem Herbstsemester 2013 unterrichtet

S. R. André Marbot am Schweizerischen Literaturinstitut

in Biel. Im Gespräch mit Studierenden

hat der Schriftsteller die Hauptzüge

seiner Poetik vorgestellt, die unter dem

Titel «Wahre Geschichten» im Frühling

2014 in Buchform erscheinen wird. Im Interview

mit der HKB-Zeitung sprach Marbot

über die Politisierung im Elternhaus,

seinen Weg an die HKB und die eigene

künstlerische Praxis, für die Fälschung und

Plagiat grundlegend sind.

Interview: Stefan Humbel, Arno Renken*

Herr Marbot, mit Ihrem Namen verbindet sich ein umfangreiches

Werk, das aber weitgehend unbekannt ist. Auch über Sie weiss niemand

Genaueres. Holen wir etwas aus: Welches sind die grossen

Linien Ihrer Laufbahn als Schriftsteller?

Ich habe sehr früh zur Literatur gefunden. Haus und Garten,

all das war mir im Grunde fremd; aber ich kam mir wie ein intelligentes

Kind vor und die Schriftstellerei war sozusagen eine

familiäre Sache. Mein Vater war literarisch in die jurassischen

Autonomiebestrebungen eingebunden. Er diktierte meiner Mutter

antibernische Pamphlete. Meine Mutter stammte aus dem

Emmental und machte eine Abstammung von der Familie Gotthelf

geltend. Leider litt sie an einer starken Legasthenie; so erklären

sich die meisten Fehler im Werk meines Vaters. Es entbehrt

nicht einer gewissen Ironie, dass die Kampf- und Schmähschriften

als Folge dieser Verschreiber probernisch ausgelegt wurden

– und plötzlich stand mein Vater politisch isoliert da. Irgendwann

dann trennte er sich von meiner Mutter, wie es heisst mit den

Worten: Mieux vaut écrire avec sa sueur plutôt qu’écrire avec des

malentendus.

Wie auch immer, meine Jugend war von politischen Diskussionen

und vom Klappern der Schreibmaschinentasten geprägt

– auch heute noch zucke ich zusammen, wenn diese Geräusche

an mein Ohr dringen, und bin ich wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches,

das sich in mir vollzieht.

Diese familiären Hintergründe sind also auch eine Geschichte des

Scheiterns?

Ja, und das gilt noch mehr für mich selbst. Ich liebe es, zu

schreiben, aber ich habe nicht das geringste Talent dafür. Ich

habe Gedichte für ein grosses Publikum geschrieben, Liedtexte,

Nummern für Musicals, den Text Ode to Joy der Muppet Show.

Darüber hinaus habe ich allerlei unter Pseudonym geschrieben,

einiges davon war recht erfolgreich. Ohne mich brüsten zu wollen,

darf ich behaupten, dass ein nicht geringer Teil dessen, was

an literarisch Mittelmässigem seit den Achtzigerjahren in der

Schweiz entstanden ist, von mir stammt.

Sie sprechen in der Vergangenheit, was hat sich geändert?

Es ist schwierig, auf Dauer unter seinen eigenen Möglichkeiten

zu schreiben. Grosse künstlerische Neuerungen erwartete

niemand von mir. Auch waren solche nicht vereinbar mit meinem

literarischen Profil. Also erfand ich Autoren, die sich mir allerdings

zusehends entzogen.

Was meinen Sie damit?

Ich hatte zum Beispiel einen Dozierenden erfunden, einen

Politiker mit aberwitzigen Projekten, ausserdem Schriftsteller.

2009 habe ich ihn unter Pseudonym an einem Poesiewettbewerb

teilnehmen lassen. Er hat gewonnen.

Und was war weiter?

Nun, heute gibt es einen Walliser, der sich einbildet, dieser

Autor zu sein – und die Leute wählen ihn. Dieser Walliser schreibt,

um zu leben, gerade wie ich. Der Verband der Autorinnen und

Autoren der Schweiz hat den Braten gerochen und einen Antrag

auf Mitgliedschaft zurückgewiesen. Mein erfundener Autor aber

sitzt auf einem Machtposten und ich befinde mich in einer juristisch

ausweglosen Situation: Sie können Ihr Pseudonym nicht vor

Gericht führen. Auch dann nicht, wenn es Sie plagiiert.

Ihre Anstellung an der HKB hat für einigen Wirbel gesorgt: Niemand

kannte Sie und Sie selbst gestehen ein, keinerlei Talent zu haben.

Ich sehe zwei Gründe für diese Anstellung. Zuerst ein politischer:

Angesichts der Konkurrenzsituation unter den Hochschulen

konnte eine Institution wie die HKB von der politischen Ambiguität

meiner Familiengeschichte profitieren. Dass mein

Familienname mit dem einstweiligen Scheitern der jurassischen

Autonomiebewegung verbunden, die Jurafrage aber erneut ein

Thema ist, erlaubte eine zweideutige Geste gegenüber meiner Heimatstadt

Münster: Einerseits durfte meine Präsenz an der HKB

als Anerkennung der jurassischen Kultur verstanden werden, andererseits

war dieses Zeichen auch unbedeutend genug, dass der

Berner Politik daraus kein Schaden erwuchs. Der zweite Grund

mag wichtiger sein: Insofern als ich ein gewisses Talent darin bewiesen

hatte, Autoren – auch falsche – zu produzieren, hatte die

HKB zurecht befürchtet, ich könnte der Konkurrenz nach Belieben

AutorInnen zuführen. Schliesslich durfte ich aber auch mit einer

internen Unterstützung rechnen: Zwei meiner Pseudonyme – Stefan

Humbel und Arno Renken – arbeiten bereits an der HKB. Die

beiden haben sich für mich stark gemacht – was mir eine beinahe

väterliche Freude bereitet hat. Ich schreibe also, um zu leben.

*Stefan Humbel und Arno Renken sind Dozenten am Y-Institut

Fake My

Day

Popmusik ist ein musikalisches

Spiel mit Erwartungen und Sehnsüchten,

an dem alle teilnehmen

dürfen und es findet in modernsten

medialen Zusammenhängen

statt. Macht es da überhaupt noch

Sinn, nach Original und Fake zu

fragen?

Von Peter Kraut*

——— Die Diskussion um «Echtheit» bzw.

«Authentizität» in der Popmusik wurde einmal

virulent und ideologisch geführt. Das war im

letzten Jahrhundert. Der authentische Pop war

derjenige, der sich nicht durch Industriestandards

korrumpieren liess und eine wie auch immer

geartete Alternative, mithin «Underground»

anbot, egal welchen Stils. Das Gleichgewicht

hiess: Dort die Retortenfabrik der Grossverlage,

hier das widerständig Andere. Dieser Antagonismus

wurde aber durch interessante Betriebsunfälle

in Frage gestellt, welche die Fans verunsicherten

und das Popfeuilleton ins Schwitzen

brachten. Der schönste und tragischste war der

Durchbruch der Gitarrenkracher Nirvana von

der Insider-Grunge-Band zum globalen Topseller

Anfang der 1990er-Jahre. Plötzlich waren Untergrundhelden

Superstars, die man sich mit Millionen

anderen Fans, auch den langweiligen, teilen

musste. So liess sich aber konsumentenseitig

keine Differenz mehr produzieren und die simple,

schwierige Frage war: Sind Nirvana immer

noch echt, auch wenn sie die Hitparade rauf und

runter gespielt werden?

Kurt Kobain beendete das Rätselraten 1994

mit einer Schrotflinte – der Siegeszug von Pop

gewann weiter an Fahrt. Aus dem einstmals widerborstigen

Soundtrack zur Disziplinargesellschaft

wurde mehr und mehr ein Konsensbegleitmedium

gemeinsamer Konsumlebenswelten.

Gleichzeitig trugen die neuen digitalen Medien

mit ihrem virtuellen Charakter viel dazu dabei,

dass der Unterschied zwischen Fake und Original,

Schein und Sein um einiges komplizierter

wurde. 2006 schliesslich gewannen sogar die

finnischen Gruselrocker Lordi den Eurovision

Song Contest, so tolerant war man inzwischen

geworden (www.youtube.com/watch?v=mh-

3hj9-J76Y).

Was also könnte im Musikbusiness von

heute noch als «echt» in einem herkömmlichen

Sinne betrachtet werden? Tatsache ist: Wir verfügen

produktionsseitig über eine hocheffiziente

Sampling- und Studiotechnologie, die jeden

Sound verfügbar macht, selbst der Amateur

arbeitet zuhause mit High-End-Simulationstechniken.

Und was wäre denn stilistisch «echt»

angesichts der vielen Neo- und Retrowellen, die

sich nicht mehr mit der Theorie der Postmoderne

erklären lassen? Oder, um das Feld zu wechseln:

Was bedeutet der Boom der historischen

Aufführungspraxis, die kaum überprüfbare Originalfantasien

beschwört, für unsere Fragestellung

von «echt» und «falsch»?

Mindestens im Pop scheint die Zeit vorbei,

als man mit solidem Handwerk und technologischem

Vorsprung echte Signature Sounds,

also musikalisch-identifikatorische Markenzeichen

setzen konnte. Die Konzentrationsprozesse

des Marktes mit wenigen beherrschenden

Multis, die Vernetzungsindustrie rund um Facebook,

Soundcloud, Spotify und die Generation

Casting – all das hat in den letzten zwanzig

Jahren die Quote dermassen ins Zentrum gerückt,

dass alles andere daneben verblasst. Die

historischen Postulate der Popmusik – jugendliche

musikalische Gegendarstellung mit aktuellsten

Mitteln – haben sich im medialen Turbokapitalismus

selbst rechts überholt und sind

so allgegenwärtig geworden, dass sie gleichzeitig

wahrhaftig und als millionenfache Spiegelungen

auf uns einstürzen. Mit anderen Worten:

Die Verfügbarkeit aller Klänge, die globale

Echtzeitkonkurrenz im Online-Business und

die aktuelle Marktstruktur machen zwar alles

möglich, gleichzeitig aber auch alles verdächtig.

Wer sehen will, wie man richtige Musik spielt,

soll besser einem Strassenmusiker zuhören, der

ohne elektrischen Strom unterwegs ist.

Die Verfügbarkeit aller

Klänge machen zwar

alles möglich, gleichzeitig

aber auch alles verdächtig.

Doch halt: Könnte man nicht auch behaupten,

dass, wer so fragt und argumentiert, nicht nur

einen altersbedingten Kulturpessimismus offenbart,

sondern auch eine ziemlich biedere Diskussion

führt? Warum sollte Pop echt sein, wo er

seinem Wesen nach doch eine Illusionsmaschine

im Dreiminutentakt ist? In den letzten zwanzig

Jahren hat die technologisch-mediale Revolution

vielleicht die ganze Frage nach Original und Fake

obsolet werden lassen und durch andere ersetzt.

Echt ist heute, was Aufmerksamkeit produziert.

Ich habe 20 Followers, Jay-Z hat 20 Millionen –

senden tun wir beide. Unterschiede zwischen

Produzent und Rezipient verschwinden zunehmend.

Die grössten und lautesten Sendeanstalten

sind demnach die echtesten: Madonna, Lady

Gaga, Miley Cyrus. Damit wäre die lange Demokratisierungswelle

der populären Musik an ihrem

grotesken und grossartigen Ende angekommen,

weil heute jeder zugleich Sender und Empfänger

ist, über Produktionsmittel verfügt und mitmachen

kann. Es ist nicht mehr interessant, gegen

etwas anzuspielen, etwa gegen Elternmusik,

Punk, Majors oder Euro-House. Vielmehr ist es

unter den heutigen medialen Bedingungen interessanter

und auch viel schwieriger als früher,

überzeugend zu behaupten, wofür man steht.

Wer den Fake ins Konzept nimmt,

hat gute Chancen, echt zu wirken –

so paradox dies klingen mag.

Es scheint tatsächlich so, wie der Produzent und

Medienkünstler Brian Eno schon vor einiger Zeit

sinngemäss sagte: «It’s not about skills anymore,

it’s about judgement.» (Dumm nur, wenn

man zwar viel Judgement hat, aber kein Geld,

um sich Skills zu kaufen). Und Judgement bedeutet

heute, sich vor allem um den Kontext zu

bemühen, in dem man in den Markt tritt. Die

Arbeit am Image gehört von Anfang an dazu,

das intelligente Spiel mit historischen Referenzen

und Symbolen zur Grundkompetenz, die

Einschätzung von Bildwirkung oder digitalen

Vertriebskanälen zum Basiswissen. Wer den

Fake dergestalt von Anfang an ins Konzept

nimmt, hat gute Chancen, echt zu wirken – so

paradox dies klingen mag. Animal Collective,

Matthew E. White oder James Blake sind drei

Namen der aktuellen Popszene, die man in diesem

Zusammenhang erwähnen darf. Hohes Geschichtsbewusstsein

äussert sich hier in einem

virtuosen Umgang mit Medientechnologie und

eigenwillige Bühnenshows bestätigen, dass Popmusik

doch noch Erwartungshaltungen zu irritieren

vermag, mithin mehr Sein als Schein

verkörpern kann.

* Peter Kraut ist stellvertretender Leiter des Fachbereichs

Musik der HKB. Er ist der Autor des Buches «Kunstmusik,

Sounddesign und Popkultur»(Saarbrücken 2011).


A G E N D A

Januar ————————————————————→ Februar 2014

zum Herausnehmen

Foto: Iliane Grieder

Foto: Robert Lzicar

Mi, 22.– Sa, 25. Januar 2014

Kecke Schnecken,

Kugelbunt und 14 Solos

—→ Angaben zu Zeit und Ort s. Rückseite

Mit einem reichhaltigen Programm wartet das

Winterfestivals 2014 des Studienbereichs Musik

und Bewegung auf.

Es werden zum einen vierzehn verschiedene

solistische Bühnenarbeiten des Abschlussjahrgangs

gezeigt. Die Bandbreite des

stilistischen Spektrums umspannt Tanz, Bewegungstheater

sowie das Spiel mit der Stimme

oder Requisiten aller Art. Jede der vierzehn

Kreationen, die von den Studierenden solistisch

aufgeführt werden, ist eine in sich geschlossene

Miniatur, wie bunte Perlen reihen sich die Miniaturen

aneinander. So verschieden diese Stücke

sind, sie haben eines gemeinsam: sie alle

werden von Livemusik begleitet, die zum Teil

von den Studierenden komponiert, arrangiert

und einstudiert wurde.

Zum anderen feiert auch dieses Jahr eine

neue Musik- und Bewegungstheaterproduktion

für junges Publikum im Rahmen des Festivals

Premiere. «Kugelbunt» ist bewegtes Objekttheater,

das sich mit viel Humor und farbenfrohen

Bildern an die Phantasie und Spielfreude von

Kindern ab drei Jahren richtet. Ohne gesprochene

Worte entführt «Kugelbunt» in eine Welt,

die nur aus runden Gegenständen besteht – bis

auf eine Ausnahme …

Ebenfalls zur Aufführung kommen «Die

sieben kecken Schnirkelschnecken», inszenierte

Musik- und Sprechstücke, die auf Gedichten

von Josef Guggenmoos basieren. Witzig und

absurd spielen sie mit Worten und begeistern

junges und erwachsenes Publikum.

PS. Studieninteressierte können vom 24.–28. Februar 2014

an einem Schnupperstudium teilnehmen. Anmeldung unter

rhythmik@hkb.bfh.ch bis am 17. Februar 2014.

Mi / Do, 26./27. Februar 2014

Grafikdesigngeschichte

in den USA und der

Schweiz

—→ Mi, 26. Feb 2014, 17.00 Uhr (Referat)

Do, 27. Feb 2014, 09.30–ca. 16.00 Uhr (Tagung)

Die letzte Februarwoche steht für den Forschungsschwerpunkt

Kommunikationsdesign

im Zeichen der Grafikdesigngeschichte. Am 26.

Februar thematisiert Teal Triggs, Professorin am

Royal College of Art in London, im Rahmen des

Forschungs-Mittwochs die aussergewöhnliche

visuelle Ästhetik des US-amerikanischen Lifestyle-Magazins

Flair. Obwohl nur wenige Ausgaben

um 1950 erschienen, hatte das Magazin mit

seiner kreativen Herausgeberin Fleur Cowles

einen nachweisbaren Einfluss auf die Magazinkultur

in der US Nachkriegszeit.

Am Donnerstag, den 27. Februar, beleuchtet

das eintägige Symposium «Mapping Graphic Design

History in Switzerland», in Zusammenarbeit

mit dem Institut für Kunstgeschichte der Universität

Bern, die Vergangenheit der visuellen Kommunikation

in der Schweiz in diversen Beiträgen

von neun Hochschulen. Obwohl die Beschäftigung

mit der Geschichte des Grafikdesigns in der

Schweiz Tradition hat, handelt es sich um die

erste wissenschaftliche Tagung zu diesem Thema

seit Einführung der angewandten Forschung auf

Fachhochschulebene. Das Symposium präsentiert

und diskutiert Projekte, die sich mit der Produktion,

der Vermittlung und dem Konsum visuell

gestalteter Artefakte und Prozesse sowie den daraus

entstehenden Narrativen auseinandersetzen.

Zentrale Personen wie Wolfgang Weingart und

Institutionen wie der Schweizer Werkbund, aber

auch Alltägliches wie die visuelle Ästhetik vom

Schweizer Souvenirs stehen beispielhaft für das

breite Spektrum an Beiträgen.

Das Symposium wird als SDN Workshop

vom Swiss Design Network unterstützt.

—→ Beide Anlässe finden im Auditorium der Hochschule

der Künste Bern, Fellerstrasse 11, 3027 Bern statt.

Di, 4. Februar 2014

Saxhörner in Oper

und Militärmusik

Mi, 19. Februar 2014

Infotag an der HKB

—→ Angaben zu Zeit und Ort folgen im Januar

Foto: zvg

—→ 19.30 Uhr

Das Saxophon kennen wir – doch wie klingt ein

Saxhorn, ebenfalls erfunden von Adolphe Sax?

Ein Projektorchester des Schweizer Armeespiels

(Leitung: Philipp Wagner) spielt im Rahmen des

vom Forschungsschwerpunkt Interpretation der

HKB in Zusammenarbeit mit der Historic Brass

Society veranstalteten «3 rd International Romantic

Brass Symposium» ein Programm auf

historischen Instrumenten des 19. Jahrhunderts.

Diese «Saxhorn-Banda» spielt Ausschnitte aus

Opern von Verdi, Meyerbeer u.a., die für genau

diese Besetzung komponiert wurden, sowie Militärmusik

dieser Zeit. Ergänzt wird das Konzert

von Beiträgen von Studierenden des Studiengangs

Musik- und Medienkunst der HKB.

—→ Hotel National, Theatersaal, Hirschengraben 24,

3011 Bern

Interessieren Sie sich für ein Studium an der

HKB? Dann besuchen Sie uns am Infotag vom

19. Februar 2014!

Wir öffnen die Türen der HKB-Standorte in Bern

und Biel und orientieren Sie über unsere verschiedenen

Studiengänge in den Bereichen Gestaltung

und Kunst, Konservierung und Restaurierung,

Musik, Oper/Theater* und über das

Schweizerische Literaturinstitut. Auch was das

Y Institut ist, erfahren Sie, und was die Forschung

in den Künsten tut.

Die Detailprogramme für jeden Studienbereich

und Standort werden in der zweiten Januarhälfte

auf unserer Webseite aufgschaltet.

Der Infotag für Theaterinteressierte findet am Samstag,

15. März 2014 statt. Informationen dazu ebenfalls auf

unserer Homepage www.hkb.bfh.ch

Mi, 22. Januar 2014

Zu Gast:

Hendrik Dorgathen

Di / Mi, 14. / 15. Januar 2014

Im Opern-Labor

—→ 19.30 Uhr

—→ 18.00 Uhr, Vortrag

Mit seinen kantig gezeichneten und kräftig kolorierten

Umschlagsbildern, für die Harry Rowohlt

den Begriff «Präpostfluxoflex» prägte, revolutionierte

Hendrik Dorgathen die Taschenbuchgestaltung

deutscher Verlage wie Rotbuch und Rowohlt.

1999 initiierte er die Ausstellung Mutanten,

zahlreiche weitere Gruppenausstellungen folgten.

2012 wurde sein Gesamtwerk im Kunstmuseum

Mühlheim an der Ruhr präsentiert.

Schon früh zeichnete Dorgathen Comics,

sein Geld verdiente er jedoch als begehrter Illustrator

für Publikationen wie Geo, Rolling Stone,

Die Zeit, usw.

Die Opernskizzen sind das erste Projekt im Curriculum

des Masters Oper: Skizzenhaft, Details

beleuchtend, Grundlagen trainierend, erarbeiten

die Studierenden Arien und Szenen von zahlreichen

Komponisten aus verschiedenen Werken

und Epochen. Im Zentrum stehen die darstellerische,

musikalische Entwicklung der Studierenden

und das Entzünden ihrer szenischen Phantasie.

2014 eröffnet sich ein laborartiger Raum.

Menschen, Geschichten, Ereignisse sind darin

wie in Versuchsanordnungen einander ausgesetzt.

—→ Biel, Volkshaus, Aarbergergasse 112, Grosser Saal

Grafik: Hendrik Dorgathen

—→ Hochschule der Künste Bern, Fellerstrasse 11,

Auditorium

Foto: zvg


Januar ——————————————————————→ Februar 2014

HKB GESAMT

Mi, 19. Feb 2014

Infotag

Spezialprogramm an allen Standorten der HKB.

Führungen, Workshops und Informationsveranstaltungen

zu allen Studiengängen für alle an

einem Studium an der HKB interessierten Personen.

Details ab Mitte Januar auf der Webseite:

www.hkb.bfh.ch

KONZERTE

Mo, 6. Jan 2014

Singers’ Interpretation Class /

The Music of Benny Golson

Singers Interpretation Class – Lukas Rutzen, Benjamin

Muralt, Michael Haudenschild, Franz Flückiger,

Nico van Wersch, Hagen Möller, Rea Dubach,

Sibyl Hofstetter, Franziska Brücker, Marena Whitcher,

Zooey Agro – Leitung: Efrat Alony

The Music Of Benny Golson – Stefan Bernhard

(tp), Victoria Mozalevskaya (ts), Tomas Hohler (g),

Arnaud Mader (p), Lisa Hoppe (b),

Ricardo Castillo (dr) – Leitung: Thomas Dürst

Anschliessend Jam Session

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Di, 7. Jan 2014

Klassenaudition Violoncello

Studierende der Klasse von Denis Severin

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Singers’ Night – Sophie Adam

Studierende des Studienbereichs Jazz mit Hauptfach

Gesang präsentieren ihre eigenen Projekte

—→ 20.30 Uhr, musigbistrot, Mühlemattstrasse 48,

3007 Bern

Mi, 8. Jan 2014

Klassenaudition Fagott

Studierende der Klasse von Lyndon Watts

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13a,

3014 Bern, Kammermusiksaal

Klassenaudition Gesang

Studierende der Klasse von Christian Hilz

—→ 20.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Do, 9. Jan 2014

Klassenaudition Akkordeon

Studierende der Klasse von Teodoro Anzellotti

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13a,

3014 Bern, Kammermusiksaal

Klassenaudition Trompete

Studierende der Klasse von Markus Würsch

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Klassenaudition Gesang

Studierende der Klasse von Hans Peter Blochwitz

—→ 20.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13a,

3014 Bern, Kammermusiksaal

Fr, 10. Jan 2014

Klassenaudition Viola

Studierende der Klasse von Gertrud Weinmeister

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13a,

3014 Bern, Kammermusiksaal

Klassenaudition Klavier

Studierende der Klasse von Pierre Sublet

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Klassenaudition Violine

Studierende der Klasse von Monika Urbaniak

—→ 20.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13a,

3014 Bern, Kammermusiksaal

Klassenaudition Klavier

Studierende der Klasse von Patricia Pagny

—→ 20.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Sa, 11. Jan 2014

Konzertreise des

Vertigo-Ensemble nach Dresden

Musique Spectrale – Portraitkonzert und

Workshop Tristan Murail Ensemble Vertigo,

Lennart Dohms

—→ 19.30 Uhr, Hochschule für Musik Dresden,

Wettiner Platz 13, 01067 Dresden,

Grosser Konzertsaal

Mo, 13. Jan 2014

Projektwoche Jazz – Masterorientierung

Composition & Arrangement

/ Masterorientierung

Performance Trios

Mo Composition & Arrangement – Studierende

aus dem dritten Jahr Bachelor spielen eigene

Kompositionen

Mo Performance Trios – Andreas Schaerer (voc),

Benjamin Muralt (eb), Franz Flückiger (p),

Patrice Moret (b), Stefan Bernhard (tp),

Christophe Dayer (g)

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

!

Di, 14. Jan 2014

Projektwoche Jazz – Masterorientierung

Performance Ensembles

Marina Sobyanina (voc), Stefan Bernhard (tp),

Sam Spörri (tb), Anatole Buccella (g), Valentin

von Fischer (b), Ricardo Castillo (dr), Katrin

Züllig (voc), Diggelmann (as), Christophe Dayer

(g), Franz Flückiger (p), Patrice Moret (b),

Bastian Weber (dr) – Leitung: Patrice Moret

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Mi, 15. Jan 2014

Klassenaudition Orgel

Studierende der Klasse von Daniel Glaus

—→ 18.00 Uhr, Münsterplatz 1,

3011 Bern, Berner Münster

Miniatures – Audition de Composition

et de Théâtre Musical

Créations de Mathieu Corajod, Maurice Donnet-

Monnay, Niklaus Erismann, Yesid Fonseca, Yang

Jing, Adrien Lelouvier, Noel Schmidlin, Angelo

Solari Parra, Karim Younis.

Et la filière de Théâtre Musical : Christine

Chochenet, Mathieu Corajod, Sylvain Cocquoz,

Adrien Lelouvier, Laura Livers, Olivier Meyer,

Marie Schmit, Angelo Solari Parra dans des pièces

de Dieter Schnebel, J.Cage, Mauricio Kagel, Moritz

Eggert, Luciano Berio avec des nouvelles

performances issues du semestre d’automne.

Professeurs: A. Bürger, X. Dayer, D. Glaus,

C. Henking, F, Rivalland, P. Sublet, C. Wagner

—→ 19.00 h, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Berne, GKS, Grande salle de la caserne

Projektwoche Jazz –

Solo/Duo/Trio Ensembles

(MA Music Performance)

Nolan Quinn Trio – Nolan Quinn (tp/fx),

Oliver Illi (keys/electr), Brian Quinn (dr) /

Slawek Plizga (g) / Victoria Mozalevskaya (ts) /

Tomas Hohler (g)

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Do, 16. Jan 2014

Rezital – Anjeza Shyti, Querflöte

Im Rahmen der Masterthesis Performance Klassik

—→ 16.00 Uhr, Musikschule Konservatorium,

Kramgasse 36, 3011 Bern

Rezital – Yauheni Mikhailau,

Querflöte

Im Rahmen der Masterthesis Pedagogy Klassik

—→ 18.00 Uhr, Musikschule Konservatorium,

Kramgasse 36, 3011 Bern

Rezital – Kaja Tomaszewska,

Violine

Im Rahmen der Masterthesis Performance

—→ 20.00 Uhr, Musikschule Konservatorium,

Kramgasse 36, 3011 Bern

Projektwoche Jazz – Masterorientierung

Performance Ensemble /

Students meet Teachers’ Ensemble

Mo Performance Ensemble – Emilia Taubic (voc),

Sibyl Hofstetter (voc), Jonas Beck (tb),

Benjamin Muralt (eb), Michael Haudenschild (p) –

Leitung: Andreas Schaerer

Students Meet Teachers’ Ensemble –

Marena Whitcher (voc), Nolan Quinn (tp),

Victoria Mozalevskaya (ts), Lutz Häfner (ts),

Tomas Hohler (g), Slawomir Plizga (g),

Fabian Baur (p), Lisa Hoppe (b), Dejan Terzic (dr) –

Leitung: Dejan Terzic/Lutz Häfner

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Fr / Sa, 17. /18. Jan 2014

à suivre #24

Semesterpräsentationen der Studierenden von

Musik und Medienkunst

Fr ab 17:00 Installationen, 20:00 Konzert

Sa ab 14:00 Installationen, 17:00 Abschlusskonzert

An beiden Tagen gibt es eine Hörbar und eine Bar

mit Getränken und Kleinigkeiten zu essen.

—→ HKB, Papiermühlestrasse 13d, 3014 Bern

Fr, 17. Jan 2014

Projektwoche Jazz – Masterorientierung

Performance Trios

Dejan Terzic (dr), Jonas Beck (tb), Bastian

Weber (dr); Lutz Häfner (ts), Katrin Züllig (voc),

Valentin von Fischer (b), Matthieu Michel (tp),

Anatole Buccella (g), Jan Diggelmann (as),

Ronny Graupe (g), Sam Spörri (tb), Michael

Haudenschild (p), Django Bates (p), Marina

Sobyanina (voc), Sibyl Hofstetter (voc), Tomas

Sauter (g), Ricardo Castillo (dr), Emilia

Taubic (voc)

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Di, 21. Jan 2014

Rezital – Tatjana Fuog, Orgel

Im Rahmen der Masterthesis Performance Klassik

—→ 20.00 Uhr, Berner Münster, Münsterplatz 1,

3011 Bern

Mi, 22. Jan 2014

Rezital –

Marcin Fleszar, Fortepiano

Im Rahmen der Masterthesis Pedagogy Klassik

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Di, 4. Feb 2014

Saxhorn, Saxbanda und

Militärmusik

Konzert eines Projektorchesters des Schweizer

Armeespiels auf historischen Instrumenten

Leitung: Philipp Wagner; in Zusammenarbeit mit

dem Studiengang Musik und Medienkunst

der HKB

—→ 19.30 Uhr, Hotel National, Hirschengraben 24,

3011 Bern, Theatersaal

!

Mi, 5. Feb 2014

Solomusik für Saxhörner

mit Jean-François Madeuf, Krisztián Kováts,

Thomas Rüedi, Reimar Walthert, Edoardo

Torbianelli

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Do, 13. Feb 2014

Rezital –

Robert Michler, Schlagzeug

Im Rahmen der Master thesis Pedagogy Klassik

Vermittlung

—→ 18.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Rezital –

Sara Seidl-Schnyder, Klavier

Im Rahmen der Masterthesis Pedagogy Jazz

Vermittlung

—→ 20.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13d,

3014 Bern, Grosser Konzertsaal

Fr, 14. Feb 2014

Konzert im Rahmen des Bachelor

Opern-Workshops für SängerInnen

des Studienganges Klassik

—→ Zeiten sind auf www.hkb.bfh.ch publiziert,

HKB, Burg Biel, Schweizer Opernstudio,

Jakob-Rosius-Strasse 16, 2502 Biel

Sa, 15. Feb 2014

Konzert im Rahmen des Bachelor

Opern Workshops für SängerInnen

des Studienganges Klassik

—→ Zeiten sind auf www.hkb.bfh.ch publiziert,

HKB, Papiermühlestrasse 13d, 3014 Bern,

Grosser Konzertsaal

Mo, 17. Feb 2014

Band Concept Ensemble

Catia Lanfranchi (voc), Michael Wyss (ts),

Michel Heinzmann (g), Matthieu Scheuber (p),

Jan Sutter (b), Philippe Adam (dr) –

Leitung: Robert Morgenthaler/Immanuel Brockhaus

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

Mo, 24. Feb 2014

Band Concept Ensemble /

Advanced Band Concepts

Band Concept Ensemble – Sophie Adam (voc),

Gabriel Wenger (ts), Florian Weiss (tb), Nico van

Wersch (g), Josua Beureux (dr) –

Leitung: Philip Henzi/Matthieu Michel

Advanced Band Concepts – Marena

Whitcher (voc), Fabian Baur (p), Lisa Hoppe (b) –

Leitung: Django Bates

—→ 20.30 Uhr, PROGR, Sonarraum U64,

Waisenhausplatz 30, 3011 Bern

BÜHNE

Di / Mi, 14. /15. Jan 2014 !

Opernskizzen / Esquisses d’Opéra

«Liebe – Glaube – Hoffnung?» (Richard Wagner,

Widmung in der Partitur des «Parsifal»)

Schweizer Opernstudio

Ensemble: Jean-Michel Borgeaud, Ciara Gallagher,

Vincent Gühlow, Nicole Hitz, Lucie Kankova,

Mathilde Legrand, Aram Ohanian, Anja Wanner,

Géraldine Cloux, Michaela Polkehn, Claudia auf

der Maur, Ye Jin Kim, Madeleine Merz,

Ursina Patzen

Szenen von: G. F. Händel, W. A. Mozart,

A. Thomas, J. Massenet, A. Lortzing,

H. W. Henze, W. Rihm u.a.

Musikalische Leitung und am Klavier: Riccardo

Bovino, Franco Trinca

Musikalische Vorbereitung und am Klavier:

Francesco Addabbo

Inszenierung: Mathias Behrends, Stefan Saborowski

—→ 19.30 Uhr, Volkshaus / Maison du Peuple,

Aarbergstrasse 112 / rue d’Aarberg 112,

2501 Biel /Bienne, Grosser Saal / Grande Salle

Mo / Di, 20. /21. Jan 2014

Projektpräsentationen der

BA-Studierenden Theater

—→ 20.00 Uhr, HKB, Zikadenweg 35, 3006 Bern

Di, 21. Jan 2014

Scherben bringen nicht

nur Glück

Opernpatchwork

Ljupka Rac: Sopran; Daniel Mauerhofer: Bass;

Yvonne Merz: Schauspiel; Riccardo Bovino: Klavier;

Mathias Behrends: Regie; Lisa Pfister: Bühnenbild

—→ 20.00 Uhr, Das Neue Theater am Bahnhof,

Stollenrain 17, 4144 Arlesheim

Mi, 22.– Sa, 25. Jan 2014

winter festival d’hiver

Musik und Bewegung Biel/

musique et mouvement Bienne

—→ Mi, 22. Jan 2014

Kugelbunt

Musikalisches Bewegungstheater für Kinder ab

3 Jahren (ohne Worte)

—→ 10.00 Uhr und 14.00 Uhr, Rennweg 26,

2504 Biel / Bienne, Bus 7: Goldgrube bis

Forellenweg oder Bus 4: Löhre bis Omega

—→ Do, 23. Januar 2014

Kugelbunt

Musikalisches Bewegungstheater für Kinder ab

3 Jahren (ohne Worte)

—→ 10.00 Uhr und 14.00 Uhr, Rennweg 26,

2504 Biel / Bienne, Bus 7: Goldgrube bis

Forellenweg oder Bus 4: Löhre bis Omega

!

—→ Fr, 24. Januar 2014

Kugelbunt

Musikalisches Bewegungstheater für Kinder ab

3 Jahren (ohne Worte)

—→ 10.00 Uhr und 14.00 Uhr, Rennweg 26,

2504 Biel / Bienne, Bus 7: Goldgrube bis

Forellenweg oder Bus 4: Löhre bis Omega

Solo x 14

Szenisch-tänzerische Arbeiten des Abschlussjahrgangs

Musik und Bewegung Rhythmik

(Bachelor-Thesis, künstlerischer Teil)

—→ 19.00 Uhr, Volkshaus / Maison du Peuple,

Aarbergstrasse 112 / rue d’Aarberg 112,

2501 Biel /Bienne, Grosser Saal / Grande Sall

—→ Sa, 25. Januar 2014

Kugelbunt

Musikalisches Bewegungstheater für Kinder

ab 3 Jahren (ohne Text)

—→ 11.00 Uhr und 15.30 Uhr Rennweg 26,

2504 Biel / Bienne, Bus 7: Goldgrube bis

Forellenweg oder Bus 4: Löhre bis Omega

7 kecke Schnirkelschnecken

Musikalisch-szenische Erzählungen für Kinder

ab 5 Jahren

—→ 14.00 Uhr und 16.00 Uhr, HKB, Burg Biel,

Jakob-Rosius-Strasse 16, 2502 Biel / Bienne,

Saal E-01

Solo x 14

Szenisch-tänzerische Arbeiten des Abschlussjahrgangs

Musik und Bewegung Rhythmik

(Bachelor-Thesis künstlerischer Teil)

—→ 19.00 Uhr, Volkshaus / Maison du Peuple,

Aarbergstrasse 112 / rue d’Aarberg 112,

2501 Biel /Bienne, Grosser Saal / Grande Sall

Sa, 25. Jan 2014

Ei! wie schmeckt der

Coffee süsse …

N. Bernier (1664–1734): Le Caffé (Cantate

à voix seule avec symphonie)

J. S. Bach (1685–1750): Schweigt stille, plaudert

nicht («Kaffee-Kantate» BWV 211)

Anna Gössi: Sopran; Fernando Cuellar: Tenor;

Aram Ohanian: Bass

Mathias Behrends: Inszenierung

Francesco Addabbo: Musikalische Leitung

und Cembalo

Kaffee und Kuchen im Anschluss

—→ 15.00 Uhr, HKB, Burg Biel,

Jakob-Rosius-Strasse 16, 2502 Biel / Bienne,

Grosser Saal Oper,

So, 26. Jan 2014

Scherben bringen nicht

nur Glück

Opernpatchwork

Ljupka Rac: Sopran; Daniel Mauerhofer: Bass;

Yvonne Merz: Schauspiel; Riccardo Bovino: Klavier;

Mathias Behrends: Regie; Lisa Pfister: Bühnenbild

—→ 18.00 Uhr, Das Neue Theater am Bahnhof,

Stollenrain 17, 4144 Arlesheim

Projektpräsentationen des

Studienbereichs Theater

In Kooperation mit Konzert Theater Bern

—→ 19.30 Uhr, Vidmar+, Vidmarhallen,

Könizstrasse 161, 3097 Liebefeld b. Bern

LESUNGEN/

REFERATE /

SYMPOSIEN

Mo, 6. Januar 2014

Präsentation schriftliche Bachelor-Thesis

von Lisa Mathys und

Sabina Meyer, Studienbereich

Musik und Bewegung

(Rhythmik)

—→ 18.00 Uhr, HKB, Burg Biel, Jakob-Rosius-

Strasse 16, 2502 Biel/Bienne, Saal 1-03

Di, 7. Januar 2014

Präsentation schriftliche Bachelor-

Thesis von Seraphine Bessire und

Lisa Zaugg

—→ 18.00 Uhr, HKB, Burg Biel, Jakob-Rosius-

Strasse 16, 2502 Biel/Bienne, Saal 1-03

Präsentation schriftliche

Master-Thesis von Isabelle

Röthlisberger, Studienbereich

Musik und Bewegung (Rhythmik)

—→ 18.00 Uhr, HKB, Burg Biel, Jakob-Rosius-

Strasse 16, 2502 Biel/Bienne, Saal 1-03

Mi, 15. Jan 2014

Forschungs-Mittwoch

Mehr als Persönlichkeit und schöne Töne –

Präsentation von Studierendenarbeiten aus

der Toolbox von Kai Köpp

—→ 17.00 Uhr, HKB, Papiermühlestrasse 13,

3014 Bern

Do, 16. Jan 2014

Visit – Werner Jeker

Der Lausanner Grafiker und ehemalige Leiter

Studiengang Visuelle Kommunikation an der

HKB stellt sein Werk vor.

—→ 18.00, HKB, Fellerstrasse 11, 3027 Bern,

Grosse Aula

Fr, 17. Jan 2014

Y-Abschlusspräsentation mit

Vortrag von Ole Frahm

Studierende der HKB bespielen die Fellerstrasse 11 –

mit Bildern, Klängen und Gesten. Zu erleben sind

die Ergebnisse der Y-Projekte aus dem Herbstsemester

2013 /14 zum Jahresthema «Gespenster».

Der Tag beginnt mit einem Vortrag von Ole Frahm

(Radiogruppe Ligna, Hamburg) zum Thema

«Spuk und Medium. Theorie-Gespenster des

19. und 20. Jahrhunderts».

—→ 10.00–13.00 Uhr, HKB, Fellerstrasse 11,

3027 Bern

Mi 22. Jan 2014

!

Visit – Hendrik Dorgathen,

Illustrator

—→ 18.00 Uhr, HKB, Fellerstrasse 11,

3027 Bern, Auditorium

Visit – Theres Jörger,

Susanne Stauss

Die beiden Gestalterinnen stellen ihre Arbeiten

aus dem Feld der Typografie, Inszenierung und

Fotografie vor.

—→ 19.00 Uhr, HKB, Fellerstrasse 11,

3027 Bern, Auditorium

Di, 4. – Mi, 5. Feb 2014

3 rd International Romantic

Brass Symposium

Adolphe Sax (1814–1894) and his Saxhorns (in

collaboration with the Historic Brass Society)

Vorträge von und Diskussionsrunden mit

Forschenden der HKB und internationalen

Expertinnen und Experten (u.a. Malou Haine,

Ignace De Keyser, Arnold Myers)

—→ 09.00–17.30 Uhr, HKB,

Papiermühlestrasse 13a, 3014 Bern,

Kammermusiksaal

Mi, 26. Feb 2014

!

Forschungs-Mittwoch

Gast: Teal Triggs (School of Communication,

Royal College of Art, London)

Eine Veranstaltung organisiert vom Forschungsschwerpunkt

Kommunikationsdesign

—→ 17.00, HKB, Fellerstrasse 11, 3027 Bern,

Auditorium

Do, 27. Feb 2014

Mapping Graphic Design

History in Switzerland

Keynote Speaker:

Teal Triggs (Royal College of Art, London)

Speakers: Constance Delamadeleine (HEAD

Genève), Franka Grosse (HKB Bern), Barbara

Junod (Museum für Gestaltung Zürich), Agnès

Laube (HKB Bern), Robert Lzicar (HKB Bern /

Universität Bern), Bernd Nicolai (Universität Bern),

François Rappo (ECAL Lausanne), Arne

Scheuermann (HKB Bern), Peter J. Schneemann

(Universität Bern), Amanda Unger (HKB Bern)

The symposium is kindly supported by the Swiss

Design Network (www.swissdesignnetwork.org).

—→ 09.30 Uhr – ca. 16.00 Uhr, HKB,

Fellerstrasse 11, 3027 Bern, Auditorium

VERSCHIEDENES

Sa / So, 11. /12. Jan 2014

Interner Workshop «Einführung

in die Spieltechniken

zeit genös sischer Musik»

Mit Mitgliedern des ensemble recherche, Freiburg

i.Br.

Jaime González (für Holzbläser), Melise Mellinger

(für Violine), Asa Akerberg (für tiefe Streicher),

Jean-Pierre Collot (für Harmonieinstrumente)

und Salome Kammer (für Gesang), Andrew Digby

(für Blechblasinstrumente)

—→ Sa, 11.00–18.00 Uhr, So, 10.00–17.00 Uhr,

HKB, Papiermühlestrasse 13a, 13d und 13h,

3014 Bern

Di, 14. Jan 2014

Informationsveranstaltung

CAS Teaching Artist

—→ 18.30 Uhr, HKB, Fellerstrasse 11, 3027 Bern,

1. OG, Studio

Do, 23. Jan 2014

Informationsveranstaltung

CAS Singstimme

—→ 18.00 Uhr, HKB, Fellerstrasse 11, 3027 Bern

Mo, 24.– Fr, 28. Feb 2014

Schnupperstudium Musik und

Bewegung / Rhythmik

Studieninteressierte können vom 24.–28. Februar

2014 an einem Schnupperstudium teilnehmen.

Anmeldung unter rhythmik@hkb.bfh.ch

bis am 17. Februar 2014

—→ HKB, Burg Biel, Jakob-Rosius-Strasse 16,

2502 Biel / Bienne

! Mehr Informationen zu den so gekennzeichneten

Veranstaltungen auf der umliegenden

Seite.

!


Foto: Christian Pauli

«Maximal

viel Leben»

Die HKB-Zeitung hat mit Anna-Lisa Ellend

und Albert Liebl von Schauplatz International

über das Theater als inszenierte

Wirklichkeit gesprochen. Wo und wie spielt

das Leben im Theater zwischen Fake und

Wirklichkeit?

Interview: Christian Pauli

Zu Beginn möchte ich ein Zitat von Robert Walser aus dem Jahre

1907 vorlesen: «Die Sache ist die: je lebhafter und natürlicher es auf

dem Theater aussieht, desto ängstlicher, behüteter, geärgerter und

gepolsterter wird es im täglichen Leben ausschauen. Ich bin für ein

Lügentheater, Gott helfe mir.»

Anna-Lisa Ellend: Was interessiert uns am Theater? Es ist

die Ernsthaftigkeit. Wenn Du eine Türfalle runterdrückst, sollst

Du genau das tun, und keine grosse Gestik dazu. Wir wollen die

Spielregeln, die wir aufstellen, ernsthaft verfolgen. Da draussen

ist die Scheinwelt. In diesem Sinne ist Theater für uns eine Sehnsucht

nach echtem Leben. Auf der Bühne soll man radikal ehrlich

und konsequent sein.

Albert Liebl: Hast Du das gesagt? Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit,

Sehnsucht nach Liebe im Bordell würde ich unser durchaus

angreifbares Bestreben nennen. Wir wollen konkret sein.

Ungefakt. Das Gegenteil von Walser. Die Welt ist schon genug

gestaltet. Jeder Politiker hat einen Performance-Coach. Alles ist

ausgestaltet. Darum wollen wir – paradoxerweise – das Ungestaltete,

das Konkrete auf die künstliche Bühne holen. Wir stellen

uns nicht gerne für möglichst glaubwürdige Rollen zur Verfügung.

Wir stehen für die Glaubwürdigkeit als solche. Langeweile

kann man mit auf die Uhr schauen spielen. Oder sie auch auf der

Bühne echt passieren lassen. Das ist das, was uns interessiert.

Ihr wollt das Gegenteil von Fake. Gehen wir zunächst also in Richtung

Wirklichkeit. Ihr sucht eine Wirklichkeit, die sich von der realen

Welt, die ja oft nicht sehr wirklich ist, absetzt. (Im Hintergrund

läuft jetzt «Da Da Da» von Trio.)

AE: Unser performativer Ansatz sagt, dass ich nur mein eigenes

Material verwenden kann.

AL: Wir wollten immer, dass unsere Kunst mit unserem Leben

maximal viel zu tun hat. Weil wir glauben, darüber etwas

sagen zu können, unser Leben, uns, in der Kunst zur Verfügung

stellen, als Brennglas, durchaus für Geschichten, die wir nicht

direkt selber erlebt haben.

Und wie grenzt ihr als Elternpaar euch ab vom realen Leben?

AL: Mit ganz properen Arbeitszeiten. Wir verstehen uns als

professionelle Künstler. Wir machen unseren Job von 9 bis 5. Und

die Wochenenden machen wir frei.

AE: Das ist die Theorie. Wenn ein Thema brennt, ist es um

5 Uhr nicht beendet, sondern verfolgt auch spät nachts.

AL: Die verschiedenen Wirklichkeiten sind in der Tat nicht

einfach zu handeln. Konditionell anspruchsvoll. In Erlach bin ich

Präsident eines Kinderhauses; da geht’s um 60 Kinder und 7 Arbeitsplätze,

ich trainiere eine Juniorenfussballmanschaft, trotzdem

verstehe ich mich als Künstler. Eine paradoxe Sache: Kunst

ist sinnlos, aber wichtig.

Ich möchte nun auf ein Ereignis zu sprechen kommen, das für Schauplatz

International sehr wichtig ist. Am 19. Januar 2007 intervenierte

der freisinnige Zuger Volkswirtschaftsdirektor Michel Matthias

während der Aufführung eures Stückes «Stadt des Schweigens». Das

musste euch wie der Sechser im Lotto vorkommen?

AE: Richtig, so was wünscht man sich: dass die Grenzen

zwischen Theater und Wirklichkeit einbrechen. Regierungsrat

Matthias warf den beiden Kolumbianern, die in unserem Stück

von ihrem Elend berichteten, vor, dass sie sich doch zuhause um

ihre Demokratie kümmern sollten.

AL: Dabei war der Auftritt der Kolumbianer zufällig zustande

gekommen. Es war eigentlich ein Fake. Hat aber wunderbar

funktioniert. Auch ich verlor nach den ungeheuerlichen Worten

des Volkswirtschaftsdirektors die Fassung und war kurz davor,

gewalttätig zu werden.

Der Fake hat Dir selber ein Bein gestellt?

AL: Ich sage es mit dem Fussball. Eine Schwalbe im Sechzehner

ist ein Fake.

Eine Schwalbe ist ein doch einfach ein taktisches Element. Wenn die

Schwalbe gut gespielt ist, und die Mannschaft einen Elfmeter bekommt,

hat sie alles richtig gemacht.

AL: Eine solche Mannschaft würde ich nicht trainieren.

AE: Eine Schwalbe ist für Dich nicht zulässig?

AL: Anna-Lisa, das was Christian sagt, ist falsch. Eine

Schwalbe wird mit einer gelben Karte geahndet, was zeigt, dass

eine Schwalbe kein legitimes Mittel ist.

Und in der Kunst?

AL: Fake ist eine künstlerische Technik. In «Ikeaville – What

happened before you came» haben wir mit Täuschungen gearbeitet.

Wir gaben vor, dass Ikea Tarnung für eine politische Partei ist, und

dass in den Ikea-Läden über Nacht Menschen wohnen. Wir konnten

sogar Colin Crouch, Autor des Buchs «Postdemokratie», gewinnen,

in diesem Stück mitzuspielen. Das Projekt hat bei den Projektförderern

einige Verwirrung ausgelöst: Wir wollten Ikeaville zuerst

machen, ohne Ikea zu fragen. Das hat dem Kanton Bern nicht gefallen.

Also fragten wir Ikea. Die sagten: wunderbar, wir unterstützen

das Projekt, das ist für uns Marketing. Worauf die Stadt Bern

meinte, wir wollen nichts zahlen, weil dies Marketing ist.

Lügentheater macht mehr Spass, würde Walser sagen. L’art pour l’art.

AL: Mir ist die angebliche Unterscheidung zwischen echtem

und gefaktem Leben auf der Bühne scheissegal. Frei nach dem

Schubert-Song «Irrlicht», in dem es heisst, nur Täuschung ist

mein Gewinn.

AE: Walser hat irgendwie doch Recht. Der Wunsch nach

Wirklichkeit im Theater, in der Kunst ist offenbar ein Jahrhunderttrend.

Und das geht ja noch weiter. Man denke nur an die

TV-Reality-Shows, die eine angebliche Realität inszenieren.

In der Popkultur gehört der Schwindel längst zur Inszenierung. Malcom

McLaren, der Erfinder und Manager der Punkband The Sex

Pistols, machte den Schwindel zur künstlerischen und kommerziellen

Strategie, wie der Film «The Great Rock’n’Roll Swindle» (1980)

schon mit dem Titel zeigt. Welche Rolle spielt die Täuschung als

künstlerische Strategie im Theater?

AL: Ich weiss nicht. Das Theater? Was soll ich sagen? Die

Popkultur hat den Markt verinnerlicht. Wir vom Theater aber

manövrieren am Kapitalismusstrom vorbei. Marketing spielt für

uns nicht so eine Rolle.

Was ist Hamlet im Stadttheater? Die Gestik ist riesig. Spitz gesagt

ist es doch egal, wer Hamlet spielt, er muss es einfach gut können.

AE: Das glaube ich nicht. Ein guter Hamlet ist einer, der in

der Rolle als Person aufgeht.

AL: Wir Performer können uns halt nicht auf einen historisch

begründeten Rollenkanon abstützen. Wir müssen das selber

entwickeln. Eine unserer Maximen ist: das Paradox des echten

Spiels – das Gegenteil von Theater spielen. Es ist eher ein kindliches

Spiel, meinetwegen ein sportliches Spiel.

Ich komme nicht von der These weg, dass bildungsbürgerliches Theater

und Oper ein Fake sind.

AL: Nein. Jeder im Publikum weiss, dass hier eine Illusion

verhandelt wird. Das gehört zum Agreement mit dem Publikum.

Und ist ergo kein Fake.

AE: Wenn man das klassische Schauspiel als «So tun als ob»

betrachtet, stimmt deine These.

AL: Walser glaubt an die Kraft der Fiktion.

AE: Und an die Kraft der Kunst.

AL: Das ist Gleiche. Und diese Position kann ich nur unterstützen.

Ich finde die angeblich politische Kunst, die sich nur

symbolisch auflehnt, sehr schwierig – das ist ein Fake.

Beispiel?

AL: Man kann es toll finden, dass Milo Rau mit seinen

Re-Enactments diese grosse Aufmerksamkeit auch ausserhalb des

Feuilletons bekommt. Ich finde das aber eher billig und nicht

richtig. Wenn Rau einen Scheinprozess gegen einen scheinbaren

Meinungsbilder führen lässt, ist das Kunst und kein politisches

Engagement. Es bleibt symbolisch. Wenn er sich dann auch noch

lustig macht über die sogenannten biederen linken Politiker, die

sich nichts trauen, im Gegensatz zu ihm, ist das Ignoranz. Es

braucht die konkrete Knochenarbeit abseits des Scheinwerferlichts

ohne Applaus und es ist auch diese Arbeit, die unser konkretes

politisches System bestimmt. Und für diese Arbeit fehlt es

tatsächlich an Linken. Die Rechte schafft es da besser, ihre Leute

zu mobilisieren. Milo Rau verwechselt das symbolische Engagement

mit dem realen.

AE: Als Künstler bist Du ein Maskottchen am Rande der

Gesellschaft. Alles andere ist Illusion. Selbstbetrug.

Was ist denn eure Strategie?

AL: Wir wollen Kunst machen. Erfolg haben, zufrieden sein,

wie alle eben.

Schauplatz International:

Anna-Lisa Ellend und Albert Liebl haben ihren Beruf zwischen 1995 und 1999 an

der Schauspielschule Bern, die vor zehn Jahren in der HKB aufgegangen ist, erlernt.

Heute sind sie die Hälfte der Theatergruppe Schauplatz International, die in Bern

und Berlin beheimatet ist. Ellend und Liebl sind Eltern von zwei Kindern und

wohnen in Erlach. Ellend ist daselbst Gemeinderätin (SP), während Liebl Patienten

simuliert und eine Juniorenfussballmannschaft trainiert. Schauplatz International

wurde 1999 gegründet und hat sich einen Namen im Grenzgebiet zwischen

zeitgenössischem Theater und Performance gemacht. In den 15 Jahren entstanden

mehr als 50 Stücke, Performances, Aktionen, Hörspiele und Videos. Im Januar

2014 wird am Hebbel-Theater in Berlin die neue Produktion von Schausplatz

International uraufgeführt («Idealisten»).

Das Gespräch fand am 22. November an der HKB, in den Studierenden-Ateliers

des Fachbereichs Gestaltung und Kunst, Fellerstrasse 11, in Bern-Bümpliz statt.


Kunst ohne

Originale

Unter dem Titel «STS turns aesthetic» fand

im November 2013 eine Tagung, organisiert

vom HKB-Forschungsschwerpunkt Intermedialität

und dem ETH Wohnforum statt. An

der Tagung teilgenommen hat auch der Sozial-

und Kulturwissenschaftler Fernando

Domínguez Rubio, Professor am Department

of Communication, University of California,

San Diego, der sich in seiner Arbeit mit der

Materialität und Konservierung von Kunstwerken

auseinandersetzt. Für die HKB-Zeitung

hat er einige Punkte aus seinem damaligen

Tagungsbeitrag aufgegriffen.

Von Fernando Domínguez Rubio

——— Ist Kunst ohne einen Hauch von Authentizität möglich?

Normalerweise würde die Antwort auf diese Frage negativ ausfallen.

Kunstwerke, zumindest in der modernen westlichen Tradition,

sind authentisch, einzigartig, kurzum: nicht reproduzierbar.

Es gibt sogar Menschen, die behaupten, dass wir, wenn wir

den Gedanken an Authentizität aufgeben würden, nicht in der

Lage wären, einen erkennbaren Unterschied zwischen Original

und Fälschung, zwischen Kunst und Nachahmung zu machen.

Aber was würde passieren, wenn Kunstwerke nur durch ihre

Reproduktion erhalten bleiben könnten? Diese Frage erscheint

auf den ersten Blick vielleicht selbstvergessen und unnötig philosophisch.

Angesichts medienbasierter Kunst aber ist sie zumindest

für die Museen zeitgenössischer Kunst ein überaus alltägliches

und praktisches Problem geworden.

In den letzten Jahrzehnten haben Künstlerinnen und

Künstler ihre Praxis durch neue Medientechnologien erweitert.

Logischerweise hat dies nicht nur die herkömmliche Bandbreite

künstlerischer Verfahren verändert. Die künstlerische Auseinandersetzung

mit Audio und Video, der Einsatz von Hard- und

Software brachte eine grundsätzlich – durchaus auch problematisch

– zu betrachtende, gewandelte Sichtweise des Kunstwerks

mit sich.

Technologie als

archäolgische Fundstücke

Und das lässt sich recht einfach erklären:

Eines der Hauptmerkmale medienbasierter Kunstwerke ist

ihre Abhängigkeit von flüchtigen Technologien, von Hard- und

Software also, die in ihrer Gestaltungsweise – auf Massenkonsummärkte

ausgerichtet – eher einem Kosten-Nutzen-Denken

als der Idee von Wertstabilität verpflichtet sind. Das bringt mit

sich, dass Hard- und Software immer schneller altern. Während

VHS-Kassetten noch eine Lebenserwartung von 20 Jahre n hatten,

sind der DVD bereits fünf Jahre weniger gegeben. Nicht

nur, dass heutzutage Technologien fortlaufend verbessert werden,

sie werden zudem auch noch durch neue, immer bessere

Versionen ersetzt. Und diese zeichnen sich schlussendlich besonders

dadurch aus, dass sie mit ihren eigenen Vorgängerversionen

nur eingeschränkt kompatibel sind. In wenigen Jahrzehnten

haben wir also die Geburt und den Tod dutzender

Technologien beobachtet: die Musikkassette, VHS, Beta-Tapes

und Floppy Disks, CD, CRT-Monitore, etc. Die Geschwindigkeit

dieser Veränderung lässt uns Technologien, die noch vor kurzem

einzigartig erschienen, im nächsten Moment wie archäologische

Fundstücke betrachten.

Die Flüchtigkeit technischer Systeme eröffnet dort, wo sie

in den musealen Kontext gerückt sind, ein Paradox. Denn obwohl

hier scheinbar mühelos Kunstwerke erhalten werden, die

vor Jahrhunderten geschaffen wurden, gelten Kunstwerke, die

nur wenige Jahrzehnte alt sind, schon heute als unwiederbringlich

verloren.

Um diesem Verlust vorzubeugen, haben Museen begonnen,

unterschiedliche Erhaltungsstrategien zu verfolgen. Eine von

diesen ist ein Prozess, der gemeinhin als «Medienmigration»

beschrieben wird, was so viel heisst wie den Inhalt aus einem

veralteten System in ein neueres digitales System zu überführen.

Nehmen wir ein Beispiel: Ein Kunstwerk, das ursprünglich als

8-mm-Film aufgezeichnet wurde, wird in ein U-Matic Tape überführt.

Dann auf ein Betacam Tape und schliesslich als digitales

File abgelegt. Das Kunstwerk kann so dank der Medienmigration

erhalten bleiben, auch wenn die Technologien vom Markt genommen

werden und folglich verschwinden. Das Überleben hat

selbstredend seinen Preis. Jede Datenmigration bringt nicht nur

eine Veränderung der Form, sondern auch der Inhalte mit sich.

Ein Inhalt, der aus einer komprimierten Datei (z. B. MP3) in ein

nichtkomprimiertes Format (z. B. WAV) wechselt, wird transformiert.

Er ist nicht gleich.

Ein anderes Kunstwerk

Man sollte daher nicht von einer Verschiebung, wohl aber von

einer Übersetzung von einem System ins nächste sprechen.

Übersetzung bedeutet Veränderung: die Farben sind verändert,

Texturen geändert, Bild und Ton anders definiert, um nur

ein paar Beispiele zu nennen. Kurzum: wenn das Kunstwerk datentechnisch

migriert ist, ist es am Ende gerade nicht mehr dasselbe

Kunstwerk. Es ist ein anderes, mehrere. Es ist keine Frage

der Vermittlung, es ist eine Frage der Interpretation und damit

auch neuer Originale?

Kommen wir zu unserer anfänglichen Frage zurück: Können

so verändert gezeigte Kunstwerke überhaupt noch als Originale

verstanden werden oder sind sie nicht vielleicht doch

etwas anderes geworden: Fakes unseres Denkens von Ursprünglichkeit?

Die Frage nach der Wertigkeit von Originalen und Fälschungen

tritt vielleicht dort noch deutlicher und dringlicher hervor,

wo Medien benutzt wurden, um dem Kunstwerk eine bestimmte

äussere Form zu geben. Denken wir zum Bespiel an die Diaprojektionen

von Nan Goldin oder Tacita Dean. Oder an Nam June

Paiks Röhrenmonitore oder die Spielkonsolen von Cory Arcangel.

Sie alle sind integraler Bestandteil der ästhetischen und inhaltlichen

Formgebung dieser Werke. Und nun stellen wir uns eine

durchaus alltägliche Situation vor: ein Röhrenmonitor versagt

den Dienst und geht kaputt. Und es ist ebenfalls kein Wunder,

dass er auf einem Markt nicht mehr zu finden ist, wo Flachbildschirme

herrschen. Als Ersatz für unseren CRT-Monitor aber, den

Paik einst nutzte, würde ein solcher das Kunstwerk in seinem

Erscheinungsbild radikal verändern.

Interessantes Dilemma

Wissenschaftlich betrachtet könnte man von einem interessanten

Dilemma sprechen. Denn natürlich ist denkbar, dass Museen sich

vor jeglicher Veränderung zu schützen wissen. Sie würden Kunstwerke

in puncto ihrer ursprünglichen Hard- und Software einfrieren

und so zweifellos die Authentizität des Kunstwerks sicherstellen.

Am Ende aber bliebe auch das nur ein Projekt: denn

Techniken verschwinden, Geräte werden für den Nutzer unbrauchbar,

inkompatibel und letzten Endes nicht mehr spielbar.

Das fortlaufende Migrieren in neuere und das Reproduzieren in

andere Systeme als alternatives Setting aber verändert die Form,

dabei den Inhalt und wirft gerade darin Fragen auf: Was ist Authentizität,

was Autorschaft?

Anders als bei Gemälden oder Skulpturen hängt die Überlebensfähigkeit

medienbasierter Kunstwerke unmittelbar mit

ihrer Fähigkeit zusammen, sich bewegen, sich transformieren

und verändern zu können. Nun denn – lassen wir sie sterben im

Namen der Authentizität? Oder erhalten wir sie und eröffnen

damit das Spiel der Möglichkeiten einer Kunst ohne Originale?

Anmerkung:

Auf die Nachfrage von Priska Gisler, Leiterin

HKB-Forschungsschwerpunkt Intermedialität,

wie der Status einer Arbeit von Nam June Paik

in Zukunft einzuschätzen sein wird – als Fälschung

oder als verlorenes Kunstwerk – und

wie Museen damit umgehen werden, erhielten

wir von Fernando folgende Antwort:

«Hi Priska, das ist eine sehr gute Frage. Der

Grund, weshalb ich mit einer Frage schloss,

liegt genau darin, dass dies nach wie vor eine

offene Frage ist. Museen ringen heute um diese

Frage, und sie geben verschiedene Antworten.

(…) Etwas, das hilft, ist, dass viele dieser Kunstwerke

noch relativ neu sind und die Künstler

noch leben, so dass die Museen mit ihnen darüber

verhandeln können, welcher Weg gegangen

werden soll. Im Falle von Nam June Paik ist

das anders. Ich habe an diesem Fall gearbeitet

und es war wirklich komplex. Die CRT-Monitore

sind fast nicht mehr zu finden, aber es gelang

uns, ein Set aufzutreiben. Aber das ist nur

eine befristete Lösung, wir wissen, dass sie

wieder kaputt gehen werden oder in ein paar

Jahren nicht mehr laufen werden, so dass die

Frage wieder auftauchen wird, die Du gestellt

hast. Das Museum hat nur Zeit gekauft.

Ein Ding jedoch ist sicher: Die Idee des

Originals wird verloren sein. Die Frage ist, was

als nächstes zu tun ist. Gewisse Museen wechseln

die Beschriftungen der Arbeiten, indem sie

sagen, dass es sich um die 2013-Version eines

originalen Werkes handle. Das ist im MoMa

geschehen. Ich präsentierte in Zürich die Sache

mit den Warhol-Filmen. Das ist ein Fall der Art

ambivalenter Objekte, die geschaffen werden,

wenn man diese Kunstwerke transformieren

muss, um sie am Leben zu erhalten. Aber die

Frage bleibt offen: Wenn diese Videos nicht das

Original sind, sind sie Fälschungen? Niemand

weiss genau, wie darauf antworten. Herzlich,

Fernando»


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