Dähler Castelberg Diabetes

hebamme.ch

Dähler Castelberg Diabetes

Kantonale Hebammenfortbildung SG 2013

14. – 15. November 2013

Ernährung und Ernährungsberatung

bei Gestationsdiabetes

Astrid Castelberg

Diabetesberaterin HöFa 1

Mike Dähler

Dipl. Ernährungsberater BSc.

Ostschweizerische Diabetesgesellschaft

15.11.2013


Ablauf

• Klassifikation Diabetes mellitus

• Therapie bei Gestationsdiabetes

• Inhalte der Diabetesberatung

• Ernährung bei Gestationsdiabetes

• Ernährung nach der Geburt bei

Gestationsdiabetes

• Fragen


Klassifikation des Diabetes mellitus

Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus Typ 2

• Andere Diabetestypen bei besonderen

Krankheitsbildern oder Funktionsstörungen

1. Gendefekte der Insulinwirkung, z.B. MODY 1 – 6

2. Krankheiten des Pankreas als Drüse, z.B. Pankreatitis, Tumor,

Unfall, Operation

3. Endokrine Störungen z.B. Hyperthyreose, Cushing-Sydrom

4. Gestationsdiabetes

5. Durch Chemikalien/Medikamente, z.B. Cortison,

Schilddrüsenhormone, Nikotinsäure, Thiazide (Diuretika)

6. Nach Infektionen, z.B. Röteln, Zytomegalie-Virus etc.

7. Selten mit anderen vererbten Erkrankungen, z.B. Down-

Syndrom


Definition Gestationsdiabetes

• Definition von der Amerikanischen

Diabetesgesellschaft (ADA) und der

Weltgesundheitsorganisation (WHO):

„Der Gestationsdiabetes ist charakterisiert

durch eine Glukoseintoleranz, welche erstmals

während der Schwangerschaft entdeckt wird.“


Fakten zum Gestationsdiabetes

• 5 – 10 % aller Schwangeren leiden an einem

Gestationsdiabetes

• Diagnose zwischen 24. – 28.

Schwangerschaftswoche mittels BZ-Kontrolle

und oralem Glukosetoleranztest

• 75 % aller Frauen mit Gestationsdiabetes

können mit Ernährungsanpassung und

Lifestylemodifikation behandelt werden


Fakten zum Gestationsdiabetes

• Meistens sind nach der Entbindung die BZ-Werte

wieder im Normbereich Empfehlung OGTT

mit 75 g Glukose nach 6 – 12 Wochen

• 25 – 70 % Risiko in den nächsten 10 Jahren einen

DM Typ 2 zu entwickeln

• 2/3 der Frauen werden bei der nächsten

Schwangerschaft wieder einen Diabetes

entwickeln


Gestationsdiabetes

• Risikofaktoren

– Vorbestehendes Übergewicht

– familiäre Diabetesbelastung

– Gestationsdiabetes bei vorgängiger Schwangerschaft

• Ursachen

– Veränderte hormonelle Situation durch die

Schwangerschaft

– Insulinresistenz mit unzureichender Insulinsekretion

– vermehrter Insulinbedarf


Therapie bei Gestationsdiabetes

• Es stehen drei Behandlungsstrategien zur

Verfügung:

1. Ernährung

2. Regelmässige für Schwangere gut

durchführbare und risikolose körperliche

Betätigung

3. Medikamentöse Therapie


Behandlungsziele

• Blutzucker (mmol/l)

Nüchtern ≤ 5,3

1 Std. postprandial* ≤ 8,0

2 Std. postprandial* ≤ 7,0

(Empfehlungen der Schweizerischen Gesellschaft für Endokrinologie und

Diabetologie)

*Blutzuckermessung erfolgt 1 resp. 2 Stunden nach Ende der Mahlzeit


Häufigkeit der Blutzuckermessung

• Ohne Insulinbehandlung

– 4mal täglich (nüchtern und jeweils 1 oder 2 Std.

nach der Mahlzeit)

– Liegen über 10 Prozent der Blutzuckerwerte trotz

Ernährungsumstellung über diesen Grenzwerten,

wird eine Insulinbehandlung nötig

• Mit Insulinbehandlung

– 6mal täglich (nüchtern, vor den Mahlzeiten und

jeweils 1 oder 2 Std. nach der Mahlzeit)


Therapieziele bei Gestationsdiabetes

• Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckers bei

Schwangeren verhindern:

– Überdurchschnittliche Gewichtszunahme

– Erhöhter Blutdruck

– Oedeme

– Erhöhtes Risiko einer Präeklampsie

– Erschwerte Geburt bei einem zu grossen Kind

– Erhöhte Kaiserschnittrate


Therapieziele bei Gestationsdiabetes

• Auswirkungen eines erhöhten Blutzuckers beim

Ungeborenen verhindern:

– Erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt

– Erschwerte Geburt wegen grossem Kind

– Mangelversorgung wegen vorzeitiger Alterung der

Plazenta

– Übermässiges Wachstum

– Gefahr einer Unterzuckerung in den ersten Stunden

nach der Geburt

– Erhöhtes Risiko für Übergewicht und Diabetes im

späteren Leben


Körperliche Betätigung

• Eine erhöhte körperliche Aktivität verbessert

die Insulinsensitivität und erhöht die

Glukoseaufnahme in die Muskulatur ohne

zusätzliches Insulin.

• Sichere Behandlungsform ohne Gefahr von

Unterzuckerungen


Körperliche Betätigung

• Gut durchführbare und risikolose körperliche

Betätigung:

– Schwimmen

– Gehen (z.B. nach einer Hauptmahlzeit)

– Treppensteigen

– Leichtes Hanteltraining der Arme (oder mit 1 kg

Mehl oder Zucker)


Inhalt der 1. Diabetesberatung

Eine angemessene Beratung in Bezug auf Zeit

und Inhalt, reduziert Ängste und unnötigen

Stress bei der Schwangeren.

• Grundlagen zum GDM

• Instruktion zur Blutzuckerselbstmessung

(Technik, Messfrequenz, -intervall)

• Zielwerte bekanntgeben

• Thema Bewegung


Planung der weiteren

Diabetesberatungen

• Spätestens eine Woche nach Erstberatung folgt

die Überprüfung der Blutzuckerwerte.

• Wenn notwendig, Optimierung der Ernährungsund

Bewegungsanpassungen für eine weitere

Woche.

• Bei Überschreiten der 10% ausserhalb des

Zielbereiches, Beginn mit der Insulintherapie.


Welches Insulin zu welchem Zeitpunkt?

• Bei zu hohen Nüchternwerten Einsatz eines

Basisinsulins (Levemir, Insulatard)

Injektionszeitpunkt ist bedtime

• Bei hohen postprandialen Blutzuckerwerten

Einsatz eines Bolusinsulins (Novorapid)

Injektionszeitpunkt unmittelbar vor der

Hauptmahlzeit


Prävention eines Diabetes mellitus Typ 2

Das Risiko für die Entwicklung eines DM Typ 2 ist

bei einer Frau mit einem Gestationsdiabetes

höher.

• Gewichtsnormalisierung

• Viel Bewegung, Fitnesstraining, Sport

• Gesunde Ernährung

• Gelegentliche Blutzuckermessungen sind

empfehlenswert, z.B. bei Krankheit

• Jährliche Kontrollen (BZ, HbA1c)


Fragen zur Diabetesberatung


Ernährung bei Gestationsdiabetes


Aufgabe der Ernährungsberatung

• Persönliche Ernährungsgewohnheiten abklären

– Mahlzeitenrhythmus

– Ernährungsform (z.B. vegetarisch)

– Ernährungsprinzipien (Kultur, Religion)

– Mahlzeiteneinnahme (Zuhause, Restaurant, Büro)

• Nahrungsmittel mit und ohne Einfluss auf

Blutzucker aufzeigen


Aufgabe der Ernährungsberatung

• Gleichmässige Verteilung der zuckerhaltigen

Speisen über den Tag

• Kontrolle der Ernährungsweise mittels

Ernährungsprotokoll

• Ernährungsempfehlungen in der

Schwangerschaft


Ernährung bei Gestationsdiabetes

• Die Ernährungstherapie muss möglichst rasch

durchgeführt werden

• angepasste Kalorienzufuhr

• zuckerhaltige Getränke meiden

• Süssigkeiten in kleinsten Mengen und nur als

Dessert im Anschluss an das Mittagessen oder

Abendessen

• kontrollierte Kohlenhydratzufuhr entsprechend

einer Diabetesernährung


Häufige «Fehler» in der Ernährung

• Konsum von Süssgetränken und Fruchtsäften

• Gezuckerte Joghurts

• Reichhaltiges Frühstück (Müesli)

• Essen für «Zwei»

• Viele Süssigkeiten


Kohlenhydrate (KH)

• KH-haltige Lebensmittel erhöhen den

Blutzuckerspiegel

• Wichtig: KH-haltige Nahrungsmittel erkennen

und ihren Gehalt abschätzen können

• Einfluss der KH auf den eigenen Blutzucker (BZ)

mit BZ-Messgerät kennenlernen


Kohlenhydrate

Monosaccharid

(Einfachzucker)

Glukose (Traubenzucker)

Fruktose (Fruchtzucker)

Galaktose (Schleimzucker)

Disaccharid

(Zweifachzucker)

Saccharose (Rohrzucker)

Maltose (Malzzucker)

Laktose (Milchzucker)

Oligosaccharid

(Mehrfachzucker)

bis 10

Polysaccharid

(Vielfachzucker)

Mehr als 10 bis mehrere

100‘000

Dextrine (Zuckergemische)

Pflanzlich: Stärke

Tierisch: Glykogen


Kohlenhydrate

• Kohlenhydrate sind enthalten in:

– Stärke: Brot, Teigwaren, Kartoffeln, Spätzli,

Hülsenfrüchte, Mais, Teig

– Fruchtzucker: Früchte

– Milchzucker: Milch, künstlich gesüsste Joghurt,

Glace oder Cremen

– Haushaltszucker: Schokolade, Guetzli, Kuchen,

Patisserie, gezuckerte Fruchtjoghurt

– Süssgetränke, Fruchtsäfte, Sirup,

Bier und Saft alkoholfrei


Praktische Tipps: Stärke

• Stärkeprodukte gehören in angemessener

Menge zur Hauptmahlzeit

• (Vollkornprodukte bevorzugen)

• Stärkeprodukte mit LM kombinieren, welche

den BZ-Anstieg verzögern, z.B. mit Gemüse

und/oder Salat, Eiweiss


Praktische Tipps: Obst

• Über den Tag verteilt 2 – 3 Portionen Obst

à 10 g KH essen

• 1 Portion Obst, ist eine Handvoll

• Fruchtsaft eignet sich in erster Linie bei einer

Hypoglykämie


Praktische Tipps: Milch

• Täglich 2 – 4 Portionen Milch und Milchprodukte

(inkl. Käse) essen/trinken ausreichende

Kalziumzufuhr

• Bei Übergewicht fettreduzierte Milchprodukte

verwenden

• Käse und Quark enthalten keine KH, andere

Produkte müssen berechnet werden


Zucker / Süssigkeiten

• In der heutigen Diabetestherapie nicht verboten

• Kleine Mengen nach Richtlinien der gesunden

Ernährung

• Vorzugsweise nach einer Hauptmahlzeit flachere

BZ-Kurve

• Achtung: auch brauner Zucker, Kandiszucker,

Ahornsirup, Honig, Birnendicksaft und Melasse

enthalten Zucker


Kohlenhydrate sind nicht gleich

Kohlenhydrate

• Nahrungsfasern

– Unverdaulich, werden im Dünndarm nicht

enzymatisch abgebaut, gelangen in Dickdarm,

beeinflussen BZ nicht direkt (ca. 2 kcal/g)

– Nahrungsfasern verlangsamen die Resorption der

KH

– Empfehlung: 30 – 40 g / Tag


Weitere Vorteile der Nahrungsfasern

• Lange Sättigung

• Senken Energiedichte

• Vitamin- und Mineralstoffreich

• Geregelter Stuhlgang

• Gesunde Darmflora

Wichtig: genügend trinken und Bewegung


Praktische Tipps: Gemüse/Salat

• Täglich zum Mittag- und Abendessen reichlich

davon, mind. 2 – 3 Portionen à 150 g

• Minimaler Einfluss auf Blutzucker, reich an

Nahrungsfasern


KH-Portion (BW, OW, MW)

• 1 Kohlenhydratportion enthält rund 10 g

verwertbare KH (ohne Nahrungsfaseranteil)

• Portionen werden individuell an

Energieverbrauch angepasst


KH-Portion Stärke

• 10 g Kohlenhydrate sind in folgenden

Lebensmitteln enthalten:

– 25 g Vollkornbrot (1 Schnitte)

– 20 g Weissbrot (1/2 Gipfeli)

– 60 g Kartoffel (1 eigrosse Kartoffel)

– 50 g Reis, Teigwaren gekocht (2-3 Esslöffel)

15 g Rohgewicht

– 4 Darvida, Blévita


KH-Portion Früchte

• 10 g Kohlenhydrate sind in folgenden

Lebensmitteln enthalten:

– 100 g Apfel (1 kleiner)

– 150 g Himbeeren (1 Dessertschälchen)

– 150 g Honigmelone (1/8 Stück)

– 70 g Trauben (10 Stück)

– 70 g Banane (1/2 Stück)

– 1 dl Fruchtsaft

Gewicht jeweils mit Schale und Stein gewogen


KH-Portion Milchzucker

• 10 g Kohlenhydrate sind in folgenden

Lebensmitteln enthalten:

– 2 dl Milch

– 180 g Joghurt nature oder künstlich gesüsst

(1 Becher)

– 2 dl Buttermilch, Joghurtdrink nature oder künstlich

gesüsst

– 60 g Fruchtjoghurt mit Zucker (1/3 Becher)


KH-Portion Süssigkeiten

• 10 g Kohlenhydrate sind in folgenden

Lebensmitteln enthalten:

– 15 g Guetzli (2-3 Stück)

– 20 g Kuchen, Cake (1/2 Stück)

– 20 g Schokolade (1 Reihe)

– 50 g Glace (1 Kugel)

– 1 dl Süssgetränk

– 1 Mini-Riegel (Mars, MilkyWay)


Süssstoffe

• Süssstoffe sind in der Schwangerschaft

unbedenklich, solange man innerhalb der

festgelegten ADI-Werte ist.

• Nahrungsmittel mit Süssstoffen können

Schwangeren helfen die Lust auf Süsses zu

befriedigen und sich dabei nur wenige oder

keine Kalorien zuzuführen.

• ADI-Wert: (Acceptable Daily Intake) wird in mg

pro kg Körpergewicht pro Tag angegeben

Aspartam: 0 – 40 mg/kg KG/Tag


Spezialprodukte

• Geeignet

– Light-, Zero-Getränke, z.B.

Cola light (< 1,5 g KH/dl)

– Fruchtkonserven ohne

Zuckerzusatz

– Light-Konfitüre

– Light-Fruchtjoghurt

– Light-Fruchtquark

– Kaugummi ohne Zucker

– Bonbons ohne

Zuckerzusatz

– Künstlich gesüsst, spart

überflüssige Energie ein!

• Ungeeignet

Diabetes-Schokolade

Diabeteskonfekt

Diabetes-Honig


Nahrungsmittel ohne Blutzuckeranstieg

• Eiweiss

• Fett

• Gemüse und Salat

• Gewürze

• Kalorienfreie Getränke


Ernährungsempfehlungen während der

Schwangerschaft

• Kalorienbedarf

• Eiweissbedarf

• Fett

• Calcium

• Eisen

• Vitamine und Mineralstoffe

• Alkohol

• Koffein

• Abmagerungsdiäten


Kalorienbedarf

• Zusatzbedarf im 2. und 3. Trimenon ca. 300

Kalorien pro Tag

• Evtl. eine zusätzliche Portion Früchte oder

Milchprodukte

• Erhöhter Energiebedarf wird meist durch

weniger Bewegung kompensiert


Eiweissbedarf

• Wichtig für das Wachstum des Kindes

• Empfehlung 0.8 – 1.0 g Eiweiss pro Kilogramm

Körpersollgewicht pro Tag

• Ab 2. Trimenon plus 30 g Eiweiss pro Tag

• Jede Hauptmahlzeit soll Eiweiss enthalten

• Pflanzliches mit tierischem Eiweiss kombinieren


Eiweissbedarf

Tierische Eiweisslieferanten:

• Fleisch, Geflügel, Wild, Fisch (1 Portionen = ca. 100 g)

oder 1 - 2 Eier

• Milch/Milchprodukte (2-3 Portionen / Tag)

Pflanzliche Eiweisslieferanten:

• Getreide, Brot, Kartoffel, Hülsenfrüchte KH

berechnen

• Tofu, Cornatur/Quorn anstelle von tierischen

Eiweisslieferanten (Portion = ca. 100 g)


Fette

• Wichtige Fettsäuren für den Körper sind

enthalten in:

– Olivenöl, Rapsöl

– Nüsse, Oliven

– Fisch (2x pro Woche ca. 150 g)

– n3 und n6-Fettsäuren auch in Geflügel, Ei


Calcium

• Wichtig für die Knochenbildung

• Mangelnde Calciumzufuhr Calcium wird aus

Knochen der Mutter gelöst (Osteoporoserisiko)

• Empfehlung: 1200 mg pro Tag

– 600 – 800 mg über Milch und Milchprodukte

– 3 Portionen Milchprodukte pro Tag

– Rest aus pflanzlichen Nahrungsmitteln oder

Getränken


Calciumgehalt

Nahrungsmittel

Calciumgehalt

50 g Gruyere, Parmesan, Emmentaler 500 mg

2 dl Milch 240 mg

180 g Joghurt ohne Zucker 220 mg

150 g Broccoli 170 mg

150 g Spinat 140 mg

2 dl Eptinger Mineralwasser 100 mg

2 dl Contrex 90 mg


Eisen

• Unterscheidung tierische (Fleisch, Fisch) und

pflanzliche (Hüfrü, Broccoli, Nüsse) Eisenlieferanten

• Eisen aus Fleisch, Fisch und Ei kann vom Körper besser

aufgenommen werden

• Eisenaufnahme wird durch natürliches Vitamin C (rohes

Gemüse und Früchte, Fruchtsäfte und Kartoffeln)

verbessert

– Hauptmahlzeiten mit Salaten, Früchten und Wasser mit

Zitronensaft ergänzen

• Schwarztee, Kaffee und phosphathaltige Getränke wie

Cola, Hülsenfrüchte und Kleieprodukte hemmen die

Eisenaufnahme


Vitamine und Mineralstoffe

• Erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft

decken durch gezielte Nahrungsaufnahme

– dunkle Brotsorten, Getreideflocken und

Vollkornprodukte (ausreichende Folsäure-, Vitamin

B-Komplex- und Magnesiumdeckung)

– Gemüse und Salat (auch Rohkost), so frisch wie

möglich

– Früchte sind ideal als Zwischenmahlzeit und Dessert

(verbessern Eisenausnützung, reich an Vitamin C und

Folsäure)

– Jodiertes Kochsalz benutzen


Alkohol

• Für die geistige und körperliche Entwicklung

eines Kindes ist Alkohol der häufigste und

bedeutsamste Schadstoff. Da kein

Schwellenwert bekannt ist, unter welchem

keine schädliche Wirkung beobachtet werden

kann, sollte während der Schwangerschaft ganz

auf Alkohol verzichtet werden.


Koffein

• Möglicherweise hat ein Kaffeegenuss von mehr

als drei Tassen täglich eine leichte

Verminderung des Geburtsgewichtes zur Folge.

Irgendwelche negative Einflüsse auf den

Schwangerschaftsverlauf und die Entwicklung

des Kindes konnten jedoch nie beobachtet

werden. Koffein ist ebenfalls enthalten in

Schwarztee und Cola.


Abmagerungsdiäten

• Von Abmagerungsdiäten während der

Schwangerschaft ist nachdrücklich abzuraten.

Um den Mehrbedarf an Nährstoffen, Vitaminen

und Mineralstoffen sichern zu können, sind

mindestens 1600 Kilokalorien täglich nötig.

• Bei Gewichtsproblemen auf eine fettarme

Ernährung achten, Magermilchprodukte

bevorzugen. Diese enthalten gleichviel Eiweiss

und Calcium wie die vollfetten Produkte.


Kalorienfreie Getränke

• Frei erlaubt, 1,5 – 2,0 l pro Tag

– Mineralwasser

– Ungezuckerter Kaffee (max. 3/d oder Tee (evtl. mit

Süssstoff)

– Künstlich gesüsste Mineralwasser: Coke zero, Citro

light, Orangina light, Rivella blau


Ernährungstherapie bei Gestationsdiabetes

• Bei der Kohlenhydratverteilung ist Folgendes zu

beachten:

– 5 – 6 Mahlzeiten pro Tag

– kleines Frühstück mit wenig Kohlenhydraten

– kein oder nur ein sehr kleiner Znüni

– Das Abendessen darf etwas mehr Kohlenhydrate

enthalten


Tagesbeispiel


Ernährung nach der Geburt bei

Gestationsdiabetes

• Gesunde, ausgewogene Ernährung mit

niedrigem Fettanteil

• Viel Gemüse/Salat und Vollkornprodukte

• Wasser anstelle von zuckerhaltigen Getränken

• Ernährung nach Tellermodell


Tellermodell


Ostschweizerische Diabetes-Gesellschaft

Neugasse 55

9000 St. Gallen

Tel. 071 223 67 67

Kontakt: castelberg@odgsg.ch

daehler@odgsg.ch


Quellen

• http://www.idf.org/atlasmap/atlasmap. abgerufen am

23.10.2013

• WHO; Diabetes Fact sheet N°312. Updated March 2013

• Wild, S., Roglic, G., Green, A., Sicree, R., & King, H. (2004).

Global prevalence of diabetes; estimates for the year 2000 and

projections for 2030; Diabetes Care, 27, 1047–1053.

• Roger Lehmann, A. Troendle, M. Brändle (2009). Neue

Erkenntnisse zur Diagnostik und Management des

Gestationsdiabetes. Therapeutische Umschau 2009; DOI

10.1024/0040-5930.66.10.695

• Deutsche Diabetes-Gesellschaft und Deutsche Gesellschaft für

Gynäkologie und Geburtshilfe; Schwangerschaftsdiabetes;

Leitlinie für Patientinnen, Schwangere und Interessierte zu

Diagnostik, Behandlung und Nachsorge; 4/2012

• DGE-Info, Ernährungstherapie bei Diabetes mellitus. (2007/08).

http://www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid

=865

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