ETF-Magazin: "Tickende Bombe" (Q2 2013) - Börse Frankfurt

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ETF-Magazin: "Tickende Bombe" (Q2 2013) - Börse Frankfurt

JUNI 2013

GELDMARKT

Liquide und preiswert

Wer Geld parken will, greift heute zu Geldmarkt-ETFs.

Deren Wert orientiert sich am EONIA-Satz oder an einem

Index mit kurzlaufenden Staatsanleihen. Die ETFs

punkten mit sehr niedrigen Gebühren und hoher Liquidität.

Der größte Geldmarkt-ETF, der db x-trackers EONIA,

schafft es mit einem durchschnittlichen Börsenumsatz

von zuletzt knapp 90 Millionen Euro pro Monat auf ein

beeindruckend niedriges Liquiditätsmaß (XLM) von 0,4.

Ein kleines Manko des db-x-trackers-EONIA-ETF

ist allerdings die bei ihm angewendete synthetische

Replikationsmethode. Dadurch unterliegt ein kleiner

Teil des Fondsvermögens einem Ausfallrisiko. Sicherer

sind ETFs mit vollständiger Replikation. Derzeit

bieten nur ETFlab, iShares und Powershares

solche Geldmarkt-ETFs an. „ETF-Investoren sind dabei

nicht Gläubiger einer Bank, sondern der Bundesrepublik

Deutschland. Weil die Fonds als Sondervermögen

geschützt sind, wären Anleger auch nicht von

der Insolvenz der Fondsgesellschaft betroffen“, erklärt

Andreas Fehrenbach, Geschäftsführer von ETFlab. Seine

Gesellschaft nutzt für ihren Geldmarkt-ETF den

Eurogov-Germany-Money-Market-Index als Basis.

iShares setzt auf den eb.rexx-Money-Market-Index. Beide

Indizies repräsentieren gut den deutschen Geldmarkt.

Zwar gibt es kleine Unterschiede bei der Gewichtung

der einzelnen Bundeswertpapiere, ansonsten aber viele

Gemeinsamkeiten: etwa beim maximalen Anteil einer

Anleihe im Portfolio (30 Prozent), beim Mindestvolumen

der Anleihen (vier Milliarden Euro), bei den

jährlichen Gebühren, der durchschnittlichen Kuponhöhe

und der zuletzt (leicht negativen) Rendite. Der

Powershares-ETF repräsentiert dagegen den europäischen

Geldmarkt. Deutsche Papiere finden sich derzeit

nicht in diesem ETF, dafür gibt es viele französische und

italienische – und eine leicht positive Rendite.

ETFlab-Chef-Fehrenbach: Besitzer von Geldmarkt-ETFs

sind keine Bank-Gläubiger

Als Alternative zu den Geldmarkt-ETFs bieten iShares

und ETFlab jeweils einen ETF, der in kurzlaufende deutsche

Staatsanleihen investiert. Erneut baut dazu ETFlab

auf die Eurogov-Indexfamilie, iShares auf einen eb.rexx-

Index. Theoretisch unterscheiden sich die beiden Rentenindizes

hinsichtlich der Laufzeiten: Der Eurogov-

Germany-1-3-Index erlaubt deutsche Staatsanleihen

mit einer Restlaufzeit von einem bis drei Jahren. Der

eb.rexx-Government-Germany-1.5-2.5-Index schränkt

die Auswahl auf eine Spanne zwischen 1,5 und 2,5 Jahren

ein. Das macht sich in der Anzahl der Positionen bemerkbar.

Während Anleger mit dem Fonds von ETFlab

zurzeit in 13 Anleihen investieren, finden sich im Fonds

von iShares nur sieben Papiere. Trotz der leichten Unterschiede

war die Wertentwicklung der Fonds zuletzt

jedoch sehr ähnlich.

Preiswert parken

Fondsname ISIN Anlage- Kosten p. Jahr Abbildungs- Liquidität monatl. „Fondsschwerpunkt

in Prozent methode (XLM) Umsatz** in volumen*

Mio. Euro“ in Mio. Euro

ETFlab Dt. Börse EuroGOV Ger.Money Market DE000ETFL227 Geldmarkt 0,12 physische Repl. 3,4 7,8 99,6

iShares eb.rexx Money Market DE000A0Q4RZ9 Geldmarkt 0,13 physische Repl. 1,9 36,1 527,2

PowerShares EuroMTS Cash 3 Months IE00B3BPCH51 Geldmarkt 0,15 physische Repl. 9,6 1,1 46,5

db x-trackers EONIA LU0290358497 Geldmarkt 0,15 synthetische Repl. 0,4 87,4 1040,7

ETFlab Dt. Börse EuroGOV Germany 1-3 DE000ETFL185 Kurzläufer 0,15 physische Repl. 4,5 7,2 227,1

iShares eb.rexx Gov. Germany 1,5-2,5 (DE) DE0006289473 Kurzläufer 0,07 physische Repl. 2,7 37,6 941,9

*Durchschnitt Februar bis April 2013; **am 30.4.2013; Quelle: Deutsche Börse

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