ETF-Magazin: "Tickende Bombe" (Q2 2013) - Börse Frankfurt

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ETF-Magazin: "Tickende Bombe" (Q2 2013) - Börse Frankfurt

JUNI 2013

Besser stillhalten

Je intensiver ein Fondsmanager handelt, desto niedriger

ist die erwirtschaftete Rendite. Das ist das Kernergebnis

einer neuen Untersuchung der US-Wissenschaftler

Roger Edelen, Richard Evans und Gregory Kadlec. Die Forscher

analysierten für ihre Studie die Entwicklung von

1758 US-Aktienfonds von 1995 bis 2006. Als Hauptursache

der schlechteren Performance identifizierten die Wissenschaftler

dabei jedoch nicht die direkten Handelskosten,

die in die Gesamtkostenquote des Fonds eingehen. Viel

entscheidender seien vielmehr die indirekten Kosten, die

durch den Handel entstehen. Solche Kosten entstünden

beispielsweise, wenn ein großer Fonds seine Anteile an einer

kleinen Aktiengesellschaft verkauft und dadurch deren

Aktienkurs nach unten drückt. Um den Einfluss der Handelsaktivität

zu schätzen, wurde in der Studie nicht allein

auf die Umschlagshäufigkeit des Fonds abgestellt. Hintergrund

war die Überlegung, dass Trades bei einem Nebenwertefonds

eher die Aktienkurse beeinflussen als bei einem

auf Standardaktien fokussierten Fonds. Die Forscher

schätzten deshalb die tatsächlichen Handelskosten des

Fonds, indem sie die Geld-Brief-Spanne der vom Fonds

gehandelten Aktien im Handelszeitraum analysierten. So

betrachtet, beträgt die Kostenquote der US-Nebenwertefonds

3,2 Prozent und nicht wie ausgewiesen 1,4 Prozent.

Passiv aktiv

Die Indexorientierung aktiver Investmentfonds ist nach

wie vor relativ hoch. Allerdings nimmt die Korrelation der

Fonds mit ihrem Vergleichsindex kontinuierlich ab. Dies

ergab die jährliche Fondsstudie der GECAM AG zum Korrelationsverhalten

von Investmentfonds. 62 Prozent aller

in Europa zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds

bildeten danach den Vergleichsindex im Durchschnitt der

vergangenen drei Jahre mit einer Korrelation von mehr als

0,7 ab. 2011 waren noch 71 Prozent aller Fonds mit einer

derart hohen Indexorientierung unterwegs. Im Schnitt betrug

die Korrelation der Aktienfonds mit der Benchmark

0,86. Am höchsten ist die Indexanlehnung nach wie vor

bei reinen Aktien-Länderfonds. Nur noch 23 Prozent der

Aktienfonds konnten dabei in den vergangenen drei Jahren

ihre jeweilige Benchmark übertreffen. Häufiger gelang

dies dagegen bei Aktien-Nebenwerten. So konnten

alle auf britische Mid-/Smallcaps oder auf finnische Aktien

spezialisierten Fonds in den vergangenen drei Jahren

ihren jeweiligen Vergleichsindex schlagen.

Raffinierte Zugänge

State Street Asset Management schickt

drei neue innovative Indexfonds ins

Rennen. So bietet der ETF-Anbieter aus

Boston mit dem neuen SPDR-Barclays-

EM-Inflation-Linked-Local-Bond-ETF

(ISIN: IE00B7MXFZ59) jetzt den weltweit

ersten ETF für inflationsindexierte

Schwellenländer-Anleihen, die in ihrer jeweiligen

lokalen Währung denominiert

sind. Der neue SPDR-S&P-Global Dividend-

Aristocrats-ETF (IE00B9CQXS71) und der

SPDR-S&P-Pan-Asia-Dividend-Aristocrats-

ETF (IE00B9KNR336) investieren in Aktien

von Unternehmen, die mindestens über

die vergangenen zehn bzw. sieben Jahre

kontinuierlich hohe Dividenden gezahlt

haben. Ähnlich kons truierte ETFs hat State

Street schon für den europäischen und

amerikanischen Aktienmarkt im Angebot.

Rauf oder runter

Mit zwei neuen Lyxor-ETFs können Anleger

an der Entwicklung der impliziten

Volatilität des US-Aktienmarkts partizipieren.

Der Lyxor-ETF-Dynamic-Long-

VIX-Futures-Index kauft indirekt die fünf

nächstfälligen Terminkontrakte auf den

CBOE-Volatility-Index (VIX). Der Lyxor ETF-

Dynamic-Short-VIX-Futures-Index verkauft

hingegen die zwei nächstfälligen Futures.

Punkte

80

70

60

50

40

30

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10

00

CBOE S&P 500

Volatility Index (Vix)

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Quelle: Thomson Reuters Datastream

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