Diskussionsforum 2: Heterogenität und individuelle Förderung im ...

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Diskussionsforum 2: Heterogenität und individuelle Förderung im ...

Diskussionsforum 2: Heterogenität und individuelle Förderung im Ganztag –

Fördern und Fordern an Ganztagsschulen

Referenten: Wolfgang Endres

Protokoll: SAG Bayern

Teilnehmerzahl: 53

Einführung

Kerngedanken am Anfang:

- Resonanzerleben

- ‚Kontrollblick‘ des Lehrers = Wahrnehmung des Schülers; führt zu Aufnahmebereitschaft

Zeichen setzen

- Verschiedene (=heterogene) Auffassung vermeintlich simpler Arbeitsaufträge

(Schreiben Sie ein ‚A‘ auf A, a, …)

- Langfristige Kooperation Lehrer – Schüler führt bei manchen Schülerinnen und Schülern

zum Abarbeiten der Aufgaben entsprechend des Erwartungshorizonts der Lehrkraft

- Gefühlte Mehrheit entscheidet Klassenklima

1. Intraindividuelle Variabilität (=persönliche Stärken und Schwächen) nicht zu vernachlässigen

- Verschiedene Ausgleichsmechanismen der Schülerinnen und Schüler, des Umfelds

- Resignation als Folgeproblem (damit abfinden, dass in einzelnen Bereichen keine wesentlichen

Fortschritte mehr zu erzielen sind – „man hat es ja schriftlich“)

- Entwicklungsprofil kann nicht nivelliert werden; Durchschnitt wird letztlich niemandem

gerecht

- Konzept, um Motivation für Mehrengagement zu fördern, fehlt

o Hoher Standard einzelner Schülerinnen und Schüler in einzelnen Fächern kann

aber nicht allgemein gelten

- Trends, außerschulische Interessen der Schülerinnen und Schüler sind wichtig

2. Systematik, Kreativität, Logik, Intuition als unterschiedliche „Lernvorlieben“

- Vorhandene Vorlieben erkennen und stärken; solides Niveau in anderen Bereichen

erarbeiten

- Knappes Scheitern erträglich, frühes Scheitern Resignation

o Abhängig von bzw. definiert durch Klassenschnitt

- Orientierungshilfen bieten Freude durch Leistung

- Einige Schülerinnen und Schüler haben schlicht keinerlei Motivation für spezielle Aufgabenarten

S. Menke / J. Krinecki, Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), TU Dortmund, 21.12.2012


- Anfangsschwierigkeit von neuartigen Aufgaben niedrig, aber nicht völlig anspruchslos

- Herangehensweise der Schülerinnen und Schüler sehr unterschiedlich

o Kann zu Fehleinschätzungen der Lehrkraft und zu Frustration von Schülerinnen

und Schülern führen

o Wahrnehmung des Lehrers selektiv

• Signale der Schülerinnen und Schüler (Kooperation, Ablehnung, Unverständnis,

…)

- Fehlerkultur; Experimentierfreudigkeit fördern; nicht „ganz oder gar nicht“

- Experimente der Lehrkräfte stellen gewisses Risiko dar; Widerstand der Eltern etc.

Verbündete in der Lehrerschaft suchen

Diskussion

Hausaufgabenverteilung

- 4 Stunden Studierzeit/Tag für Wochenplanarbeiten, aber keine Hausaufgaben

- Keine HA; Vokabeln als Sonderfall

- Aufteilung der Vokabeln auf zwei Gruppen doppelter Lerneffekt plus Motivation,

die Aufgabe zu erfüllen

- Selbstständiges Lernen vermitteln Hausaufgaben als Übung

- Einfluss der Eltern: Dringen auf HA

- HA sollen anspruchsvoll, kreativ sein

- Unterschiedliche Verhältnisse zu Hause unterschiedliche Wahrnehmung der HA

- Schularten haben unterschiedliche Voraussetzungen

Essen in der Schule; Tischsitten

- Unterschiedlich; aber im Regelfall nach kurzer Zeit problemlos

- In Mensa: Lautstärke extrem; Grundregeln fehlten Benimmkurs

- Im kleineren Rahmen (Klassenzimmer) leichter handhabbar als in Mensa

- Gemeinsames Essen hat hohen Stellenwert

- Räumlichkeiten wichtig; aber Finanzierung sehr schwierig

- Zustimmung

[Signalkarten werden verteilt. Erörterung der Farben. Blau (= kein Kommentar) als wichtiges

Element in Abgrenzung zu „egal“]

- Inwiefern ist Heterogenität im Alltag umsetzbar?

o In verschiedenen Gruppen kooperativ arbeiten: auch Schülerinnen und Schüler

mit geringem Output für die Gruppe tragen zum Ergebnis bei Wertschätzung,

Lerneffekt

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S. Menke / J. Krinecki, Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), TU Dortmund, 21.12.2012


- Nachfrage: Zusätzliches (ggf. paralleles) Übungsangebot notwendig/praktikabel?

o Ist eine prinzipielle Option; aber durch ständig wechselnde Gruppen/Tandems

bereits gewisser Ausgleich

o Auch durch situativ bedingten Wechsel der Unterrichtsart Interesse am Unterricht

hochhalten (Experiment Frontalunterricht)

• Paradoxe Intervention: Durch Zuspitzen einer Maßnahme das genaue Gegenteil

erreichen

• Fragmentarisches Abklären einer Fragestellung, Spekulation eher zurückhaltende

Schülerinnen und Schüler bringen sich ein, aber fachlich Starke

verärgert

o Nachfrage: Kann man Unterrichtskonzepte von Heterogenität in einzelnen Stunden

‚ausprobieren‘?

• Kritisch reflektieren

Farben:

Blau: logisch-analytisch

Grün: praxistaugliche Anleitungen

Gelb: kreativ aufgeschlossen

Rot: offene Diskussion

[Sehr heterogene Ergebnisse bei Frage nach erster/letzter Präferenz]

- Wahrnehmung der Heterogenität fördert Bewusstsein für „Eigenwahrnehmung als

Orientierungsgröße“; Selbstbewusstsein, Entscheidungsfreude

o Nachfrage: Schaffen Sie es, im Unterrichtsalltag immer zu differenzieren?

• Einzelarbeitsaufträge als Feedback

• Kollegen als Anlaufstelle

o Anmerkung/Nachfrage: Methoden und Techniken eine Seite, aber Voraussetzung:

Schulgemeinde braucht eine Haltung: 26 Individuen mit eigenem Förderbedarf

und Würde

• Positives wie negatives Verhalten der Schülerinnen und Schüler richtig deuten;

falls das gelingt: Bestätigung der Konzeption; Eigenmotivation, Entlastung

• Selbstwahrnehmung und -reflexion

- Beispiel: Magisches Zahlenquadrat; Plenum zeigt per Karten Zustimmung/Ablehnung

Beispiel für praktische Anwendungsmöglichkeit im Unterricht; Präferenzen der

Klasse abfragen

S. Menke / J. Krinecki, Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), TU Dortmund, 21.12.2012

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