2008-01 Motor - IG Metall Salzgitter-Peine

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2008-01 Motor - IG Metall Salzgitter-Peine

Betriebszeitung der IG Metall im VW-Werk Salzgitter Ausgabe 01/08

Volkswagen Produktionssystem

Kunststofffertigung in Salzgitter

Eine strahlende Zukunft???

1500 Euro Spende der Frauen

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Umstieg auf CR auch in der Kunststofffertigung

– Anschluss mit dem Saugrohr EA189 2,0l R4 CR high

Mit dem im Jahr 2005 erstmals im

Werk hergestellten 4V PD Kunststoff-

Saugrohr haben wir bewiesen, dass VW

SZ erfolgreich in eine neue

Technologie einsteigen kann. Doch mit

der Entscheidung auf die Common Rail-

Technologie umzusteigen, stand

unsere junge Kunststofffertigung vor

dem Problem, eine Anschlussfertigung

zu finden oder aber gleich wieder

geschlossen zu werden. Dank der

guten Vorarbeit durch unsere

Entwickler, Planer und Angebotsmanager

konnten wir im Dezember

2007 den Zuschlag für das neue CR

Saugrohr im MBC gegen externe

Konkurrenten erhalten! Mit rd. 490.000

Saugrohren pro Jahr erhöhen wir

damit unser Kunststoffvolumen sogar.

Dies bietet im Endeffekt Arbeitsplätze

für 13 MitarbeiterInnen (brutto). Ein

Erfolg der sich sehen lassen kann!

Die KollegenInnen der Kunsstofffertigung mit zuständigen Kollegen aus der

Planung und Angebotsmanagement, Meister und Betriebsrat

Für die Zukunft wollen wir an weiteren Motoranbauteilen in Kunststoff arbeiten, da diese in vielerlei Hinsicht Vorteile

gegenüber Stahl besitzen: geringeres Gewicht, geringerer Preis, geringerer Kraftstoffverbrauch und geringere Schadstoff-

Emissionen während der Herstellung.

Lauf gegen „Rechts“

Mehr als 800 SalzgitteranerInnen

fanden sich bei wirklich miesem

Wetter am Rathausplatz ein. Zum

wiederholten Male versuchte die NPD

eine Kundgebung durchzuführen, um

für den Landtagskandidaten Andreas

Molau zu werben. Wieder verpassten

die BürgerInnen von Salzgitter der

NPD einen Denkzettel. Während

LäuferInnen, InlineskaterInnen oder

SpaziergängerInnen sich auf den Weg

machten, hielt ein Bus mit ca. 60

Neonazis auf dem Festplatz an. Dort

warteten ganze „sechs“ Zuschauer auf

den Bus im Schlamm.

Die Landtagskandidaten redeten für ein

paar Minuten und zogen verärgert

wieder ab. „Wahlbeobachter sollten

nicht nur nach Afrika geschickt werden,

sondern auch nach Salzgitter“, hieß es

später auf der NPD-Seite. Die NPD

Kandidaten fühlten sich um ihr

Kundgebungsrecht betrogen. Als Frank

Groß, Sprecher „Salzgitter passt auf“,

gegen 13 Uhr verkündet, dass die

Neonazis ihre Kundgebung

abgebrochen hätten und sich auf dem

Nachhauseweg befänden, brach

großer Jubel aus. Wieder einmal

haben die SalzgitteranerInnen

eindrucksvoll bewiesen, dass wir keine

Nazis in Salzgitter wollen!

KollegInnen beim Lauf

Courage zeigen

Gib Nazis keine

Chance!

Der „Startpfiff“

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Strahlende Zukunft

Die Organisation der „Internationalen

Ärzte zur Verhinderung eines

Atomkrieges“ (IPPNW) hat sich in einer

Pressemitteilung mit einer Studie zur

Häufung von Krebserkrankungen von

Kleinkindern in der Nähe von

Atomkraftwerken auseinandergesetzt.

Diese Studie wurde im vergangenen

Jahr vom in Salzgitter ansässigen

Bundesamt für Strahlenschutz (BfA)

veröffentlicht – mit einigen Folgen.

Hauptaussage dieser Studie war, dass

die Erkrankung an Leukämie bei

Kleinkindern unter fünf Jahren deutlich

zunimmt, je näher sie an einer

atomaren Anlage wohnen. Dabei

wurde ein Umkreis von bis zu 50

Kilometern rund um alle deutschen

Kernkraftwerke untersucht. Diese

Vermutung wurde von

Kernkraftkritikern schon seit langem

geäußert, war aber bisher nie bestätigt

worden.

Auch nach den jetzt eindeutigen

Ergebnissen wird ein Zusammenhang

mit der in der Nähe von

Kernkraftwerken immer bestehenden

sogenannten Niedrigstrahlung vor

allem von Politikern und den

Kraftwerksbetreibern verneint. Man

könne sich angeblich noch nicht

erklären, woher die Häufung an

Krebserkrankungen bei den Kindern

komme. Bundesumweltminister

Sigmar Gabriel behauptete gar, die

Strahlenwerte müssten eigentlich um

das Tausendfache erhöht sein, um

eventuelle Zusammenhänge sehen zu

können. Dies bestreitet die

Organisation IPPNW deutlich. Die

Messungen, welche die Betreiber der

Kraftwerke selbst durchführen,

werden nicht kontrolliert, zudem

befürchtet die IPPNW, dass eventuelle

Störfälle, bei denen Radioaktivität

entweicht, vertuscht werden, wie es

in der jüngsten Vergangenheit leider

schon häufig der Fall war.

Nach Ansicht der Organisation der

Ärzte müssen bisher bestehende

Grenzwerte dieser dauerhaften

Niedrigstrahlung vollkommen neu

überdacht werden – es gibt außer

wissenschaftlichen Einschätzungen

noch immer keine genauen

Erkenntnisse über die Wirkung solcher

sogenannten langwelligen

Alphastrahlungen auf den

menschlichen Körper. Dass vor allem

Kinder unter fünf Jahren betroffen

sind, zeige nach Ansicht der Ärzte den

deutlichen Bedarf, sofort etwas zu

unternehmen. Ihrer Meinung nach

müssen alle Kernkraftwerke sofort

abgeschaltet und völlig neue

Grenzwerte gezogen werden.

Dies gilt übrigens auch für künftige

Atomanlagen, wie das geplante

Endlager Schacht Konrad in unserer

direkten Nachbarschaft, denn auch hier

soll im sogenannten Normalbetrieb

Strahlung im Niedrigbereich auftreten,

die sich in den bisher gültigen

Grenzwerten bewegt. Dies,

Kolleginnen und Kollegen, ist ein

weiterer Grund für uns, unseren

Widerstand gegen Schacht Konrad

weiterzuführen, denn auf eine derartig

„strahlende Zukunft“ können wir

verzichten.

Führt Schacht Konrad zu einer

Konditionierungsanlage ?

Graue Zukunft für Salzgitter???

Weitere Infos unter: http://

www.ippnw.de

Der Plan, eine Konditionierungsanlage am Standort zu errichten, scheint

viel konkretere Formen anzunehmen, als bisher zugegeben. Im Extremfall

könnte das bedeuten, dass die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) die

Konditionierung - evtl. auf der Freifläche gegenüber Schacht Konrad -

zentralisieren will.

In solch einer Anlage würden von anderen Standorten Abfälle unverpackt

angeliefert und erst hier in Salzgitter, bei Konrad endlagergerecht verpackt

(konditioniert) werden. Unsere Rechtsposition zu jeder Art der

Konditionierung kann nur sein, dass sie eine eigenständige Atomanlage ist,

die der atomrechtlichen Genehmigung bedarf!

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Volkswagen Produktionssystem und K

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Der wichtigste Schritt auf dem

Volkswagen Weg ist das

Produktionssystem, das jetzt mit Hilfe

von KVP Kaskaden Workshop in der

Fabrik umgesetzt werden soll.

Was ist das eigentlich, und was

bedeutet das für mich und meinen

Arbeitsplatz?

Aus UN-Sicht müssen wir billiger und

schneller werden und mehr Gewinn

einfahren, da sie feststellen mussten,

dass z.B. Toyota schneller und

günstiger produziert. So fordern sie

uns seit Jahren ab, auf Lohn zu

verzichten und länger zu arbeiten.

Zudem seien wir zu viele Kollegen. All

das versuchen sie seit Jahren bei

Tarifverhandlungen durchzusetzen. Die

Angst um den eigenen Arbeitsplatz

wird geschürt. Zufällig immer vor den

Verhandlungen.

Wir hingegen fordern seit Jahren, dies

nicht auf unseren Rücken auszutragen,

sondern die Technik und

Abläufe zu erneuern und zu

verbessern: Nach dem Motto „besser

statt billiger“ soll das UN die

Belegschaft verjüngen und

qualifizieren. Mehr Auszubildende,

Altersteilzeitverträge und

Neueinstellungen sichern unserer

Meinung nach unsere Arbeitsplätze

und bringen zudem die geforderte

Qualifikation und Qualität .

Ein kurzer Blick zurück:

2001 wurden die Beteiligungsorientierten

Prozesses (BOP)

eingeführt, worin Gruppenarbeit,

Ideenmanagement, KVP und die

vorbeugende Instandhaltung vereint

wurden. Diese Initiative kam vom BR

und nicht vom UN. Die Kollegen

machten sich Gedanken, Verbesserungen

herbeizuführen. Doch die

Theorie musste in die Praxis

umgesetzt werden - und da war dann

das Problem: Das UN war nicht bereit,

Maschinen zu stoppen, um

Instandhaltungen durchzuführen. Denn

die Stückzahl war maßgebend!

Also waren nur „Notlösungen“

machbar. Und das brachte uns nicht

wirklich weiter. Es funktioniert ja, aber

das ist den KollegInnen zu verdanken,

die wahre Kunststücke an den

Maschinen vollbringen.

2003 wurde die Arbeits- und

Prozess- Organisation (APO) mit

10 Elementen eingeführt.

Doch auch da bestand weiterhin das

Problem, dass die Stückzahl

maßgebend war und die Maschinen

nicht angehalten werden konnten.

2004 handelten wir den

Beschäftigungssicherungsvertrag aus,

und fordern darin erneut eine

innovative Arbeitsorganisation

ein. In diesem Vertrag geht es z.B.

um: Prozessgestaltung, neue

Teamorganisation, Lerninseln und

Lernwerkstätten. Die in der

Vergangenheit eingeführten

Lerninseln finden wir heute im Werk

aber eher nicht mehr, oder? Dem UN

ging es wieder nur um

Wirtschaftlichkeit und somit wurde

auch in 2004 nicht viel angewandt.

Aber der Tarifvertrag war der

Startpunkt für den Volkswagen-Weg

(s. 2006).

2005 wurde das Service Center

APO eingerichtet. Die Aufgabe der

KollegInnen bestand darin, als

Einsatzgruppe zu arbeiten, um die

Prozesse zu optimieren. Auch sie

hatten oft das Problem, dass gute

Ideen nicht umgesetzt werden

konnten, da die Maschinen nicht

angehalten werden durften, denn die

Stückzahl war maßgebend. Im Zuge

der Einführung des Volkswagen-

Weges wurde das APO-Team in die

neuen Strukturen (KVP-Moderation

und Kernteam) integriert.

2006 In diesem Jahr haben wir es

geschafft, im Tarifvertrag die

Wirtschaftlichkeit mit der

Beschäftigungssicherung gleichzustellen.

Zudem wurde in 2006 auch die

Rahmenvereinbarung

„Volkswagen Weg“ mit dem

zentralen Bestandteil Volkswagen

Produktionssystem (s. „Wabe“ links)

eingeführt. Und mit diesem Weg setzen

wir uns heute auseinander.

2007 wurden vier wichtige

Betriebsvereinbarungen zur

Umsetzung erstellt:

(1) Kontinuierlicher Verbesserungsprozess,

(2) Zielvereinbarungsprozess,

(3) Teamarbeit und für uns die

wichtigste, die (4) Ergänzungsvereinbarung

zur Rahmenvereinbarung

Volkswagen Weg.

Darin hat der BR die Beschäftigungssicherung

durch Fahrzeugvolumensteigerung,

Insourcingstrategie,

neue Geschäftsfelder (ggf.

Drittmarktgeschäfte), Innovationen

durch die Fortführung einer

Altersteilzeit (ATZ)-Regelung nach den

neuen Gesetzen ausgehandelt.


VP Kaskaden Workshops

Hierauf müssen wir

achten:

Zudem haben wir eine

Entgeltgarantie vereinbart. Das

heißt, dass die KollegInnen, die

aufgrund der KVP-Kaskade an einem

neuen Arbeitsplatz anfangen, eine

Garantie haben, ihre Lohngruppe zu

behalten. Dies ist ein Erfolg, denn diese

Garantie ist besser als der Tarifvertrag!

Und darüber hinaus gilt diese

Vereinbarung auch unabhängig vom

Volkswagen Weg!

Effizienzeffekte, die sich darüber

hinaus ergeben, fließen in einen Fond,

der unserem Standort zugute kommt.

Mit dem Geld kann dann z.B. das

struktuelle Arbeitsumfeld verbessert

werden, Projekte zur Beschäftigungssicherung

finanziert sowie Kompetenzund

Zukunftsentwicklungsmaßnahmen

eingeleitet werden.

Diese Vereinbarungen sind ein

großer Erfolg, denn sie sichern

unsere Arbeitsplätze, unseren

Lohn und unsere Zukunft.

Für 2008 sind 140 KVP Kaskaden

workshops geplant.

Jetzt liegt es an uns, diese Punkte

vor Ort zu beachten. Wenn wir nicht

aufpassen, kann es passieren, dass

wieder einfach nur KollegInnen

eingespart werden, ohne dass sich

etwas an den Abläufen ändert.

Jede/r TeilnehmerIn eines Kaskaden

Workshops soll z.B. auf einen

korrekten Ablauf achten (s. rechter

Kasten). Wenn euch etwas auffällt,

meldet es umgehend eurem BR und

macht Druck. Hier geht es um

unseren täglichen Arbeitsplatz!

KollegInnen bitte überprüft, ob wir

noch mehr VL-Schulungen brauchen

und meldet euch. Es ist wichtig, dass

wir alle wissen, was wie passiert.

Und ein/e jede/r muss die

Spielregeln kennen. Denn nur, wenn

mehrere Augen aufpassen, kann uns

allen nichts entgehen.

Dieser Weg birgt eine Menge an

Chancen, aber auch viele Risiken.

Darum müssen wir alle genau

hinschauen. Lasst uns lieber

mitwirken, statt zuzugucken!

Tagesschulung im BB3

Betriebsrat im Netz:

Hier gibt es immer aktuelle

Informationen und weitere Themen

zum Nachlesen!

http:\\br-sz.wob.vw.vwg

oder im Internet übers

Mitarbeiterportal:

www.wir-bei-volkswagen.de

unter VW Welt - Standorte -

Betriebsratsgremien. Das Portal ist

für alle Beschäftigten zugänglich!

• Vorhandene, nicht

abgearbeitete

Verbesserungsideen in

den Workshop zur

Umsetzung einbringen !

• Die Methode „Filmen“ kann

nicht für folgende

Sachverhalte genutzt

werden:

Datenermittlung -

Messung der persönlichen

Leistung bzw. Verhaltens -

Überwachung der

Beschäftigten.

• Im Vorfeld des Workshops

sind die Beschäftigten des

Bereiches, in dem gefilmt

werden soll, zu informieren.

Einverständniserklärung

des Beschäftigten, der

gefilmt werden soll, ist

einzuholen.

• Konsensprinzip für alle

TeilnehmerInnen, d.h. alle

Maßnahmen müssen von

allen akzeptiert werden !

• Mitbestimmungsrechte

des BR werden nicht an

andere „übertragen“!

• Berücksichtigt werden

müssen: Arbeitsplätze für

Leistungsgewandelte,

Gesundheitsschutz und

Arbeitssicherheit!

• Personalversetzung erst

nach Umsetzung der

Maßnahmen und

Datenaufnahmen

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Sicherer Arbeitsplatz

Für sechs Kollegen einer

Entsorgungsfirma hat der BR eine

Übernahme in die Autovision geregelt.

Die sechs Kollegen waren vorher in

Zeitarbeit und Vollzeit bei der

Entsorgungsfirma beschäftigt und

arbeiteten zu schlechteren Bedingungen

bei uns auf dem Gelände.

Nun wurde ihnen angeboten, zu

tarifvertraglichen Bedingungen bei der

Autovision zu unterschreiben.

Dies bedeutet bessere Arbeitszeit und

mehr Lohn für die Kollegen, die alle

unterschrieben. Dies ist ein schöner

Erfolg und für den Betriebsrat eine

zukünftige Aufgabe.

Bonus für die AutovisionskollegInnen

ausgehandelt

Der Gesamtbetriebsrat hat mit der

Geschäftsführung erstmals in der

Geschichte der AutoVision eine

Bonuszahlung für die KollegInnen

ausgehandelt. Die Autovision erreichte

ein Ergebniss von 3,8 Mio Euro vor

Steuern, und somit das beste Ergebniss

seit Gründung der AutoVision GmbH.

KollegInnen, die länger als sechs

Monate im Unternehmen sind, haben

einen Anspruch auf diesen Bonus. Der

Bonus wird im April ausgezahlt und wie

folgt festgelegt:

Für KollegInnen, die vor dem

1. März 2007 in das UN (AuVi)

eingetreten sind und in einem

ungekündigten Arbeitsverhältniss

stehen, werden 250 Euro

(Brutto) ausgezahlt.

KollegInnen, die zwischen dem

1. März 2007 und dem

30. September 2007 eingetreten

sind und in einem ungekündigten

Arbeitsverhältnis stehen,

erhalten 150 Euro (Brutto).

Für die Auszubildenden der

AutoVision wird eine

Erfolgsbeteiligung in Höhe von

50 Euro (Brutto) ausgezahlt.

Die neuen Autovisionskollegen mit

BR, Meister und PA (AuVi)

Internationaler Frauentag

Dieses Jahr fand der Internationale Frauentag an drei Tragen statt:

Am 07. März verteilten die Betriebsräte Rosen an die Kolleginnen.

Am 08. März, dem eigentlichen Frauentag, gab es eine Veranstaltung im Gewerkschaftshaus. Dort führte der

Ortsfrauenausschuss ein selbstgemachtes Kabaret auf, um auf politische Probleme hinzuweisen. Dieses Kabaret kam bei

den rund 120 BesucherInnen riesig an. Die Presse schrieb am Montag darauf einen großen Artikel über den Abend. Es

wurde herzhaft gelacht und abends bei guter Musik viel diskutiert. Der Erlös des Getränkeverkaufs von 400 Euro wurde

an das Frauenhaus und die Initiative Ferienkinder aus Tschernobyl gespendet.

Last but not least fand am 10. März das alljährliche Frauencafe im Werk statt. Es gab einen Kuchenstand, eine

Bücherfundgrube und die allseits beliebte Tombola. Dieses Jahr gab es einen besonderen Gewinn, denn jede Frau, die

fünf Nieten zog, nahm automatisch an der Sonderverlosung teil. Und der Gewinn war eine gespendete Kette von Katrin

Kupschan. Die glückliche Siegerin, Iris Ahrens (Abt.: 7143/1), wurde durch Andreas Blechner ermittelt, der ihr Los zog.

Der Erlös von 1500 Euro wird an das Frauenhaus, die Salzgitter Tafel und ebenfalls die Initiative Ferienkinder aus

Tschernobyl gespendet.

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Der Tombolastand

Brunhilde Wenzke(Sprecherin der Frauen, li.)

gratuliert Iris Ahrens (re.)


Blitzlicht

Einmalig in

Deutschland

Erstmals lud die Gesamt-Jugend- und

Auszubildenden Vertretung (GJAV) zu

einer gemeinsamen Jugendversammlung

alle Auszubildenden der

sechs inländischen Standorte nach

Wolfsburg ein. Das Hauptthema waren

die anstehenden Landtagswahlen in

Niedersachsen. Es wurde ein

deutliches Zeichen gegen Rechts

gesetzt, indem alle ca. 3500

Anwesenden anschließend auf die

Strasse gingen, um ihren Protest kund

zu tun.

Das Eisstadion mit ca. 3500 Azubis

Paul Schulz (stellv. Vorsitzender der

JAV SZ) bei der Jugendversammlung

Aber auch erfreuliche Dinge wurden

auf der gemeinsamen Jugendversammlung

angesprochen:

Der Jahrgang 2005 wird zu 100

Prozent übernommen, verkündete

Gerado Scampino (Sprecher des GBR-

Bildungsausschusses). Die Freude der

Jugendlichen war in der Eishalle nicht

zu überhören. Völlig neu war auch,

dass sich die JugendvertreterInnen aus

den einzelnen Standorten die Rede

teilten.

Für Salzgitter sprach Paul Schulz (stellv.

JAV-Vorsitzender) über das Problem

der Jugendarbeitslosigkeit und forderte

mehr Ausbildungsplätze.

Neue Bereichssprecher und

Bereichsleitungsmitglieder

Reinhard Martin (li.) löst Horst Wollmann (re.)

als Bereichssprecher für den BB4 ab.

Jan Giesemann (li.) löst Bernd Theuser (re.)

als Bereichssprecher für den BB3 ab.

Gratulation an den

Jahrgang 2004

Der Abschied fiel nicht schwer, denn

die Freude der Ausgelernten war

spürbar. In der Coaching wurden am

14. Februar allen KollegInnen vor den

Augen der stolzen Eltern die Zeugnisse

überreicht. Bei den Abschlussreden

erinnerte Manfred Grahe (Sprecher

Bildungsausschuss), dass Volkswagen

während der Tarifverhandlungen 2006

keine Azubis übernehmen wollte.

Betriebsrat und die IG-Metall haben

während der Verhandlungen Druck

gemacht, dass sie auch zu 100 Prozent

übernommen werden konnten.

Impressum

V.i.S.d.P.: IG-Metall Salzgitter,

Chemnitzer Strasse 33

Wolfgang Räschke, IGM-Ortsvorstand

Redaktion: Auke Tiekstra, Red.-Büro

Tel.: 2259

E-Mail:auke.tiekstra@volkswagen.de

Druck: Druckerei Schubert, Salzgitter

Ausgabe Nr. 01 vom 16. April 2008

Manfred Grahe (BR) gratuliert

den AuslernerInnen

Thomas Schlüter (s. Foto) löst Jan

Giesemann als Bereichsleitungsmitglied

im BB3 ab.

Patrick Harmening (li.) löst Michael Gittel (re.)

als Bereichssprecher im BB1 ab.

Jessica Klemme (s. Foto) löst Patrick

Harmening als Bereichsleitungsmitglied

im BB1 ab.

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Der Kolbenfresser

Gesetzestreue

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

habt Ihr Euch auch so sehr über den offenen Brief an die „lieben

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ gefreut, den der Vorstand von Porsche vor

einiger Zeit in der Presse abdrucken ließ? Alles ist super, alles ist sicher und

wir brauchen uns in Zukunft keine Sorgen um unsere Arbeitsplätze zu

machen – schreibt der Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking (von mir

zärtlich Wendy genannt) in diesem Brief an uns. Schließlich habe man ja

Verantwortung für die Arbeitnehmer in Deutschland und wolle nur unser

Bestes (ja klar, unsere Arbeitskraft!). Und genau deshalb bräuchten wir auch

kein VW-Gesetz mehr, gegen das Wendy nun aus allen Rohren schießt und

wettert, was das Zeug hält. Recht hat er, der kleine Porscheflitzer, ist ja

allgemein bekannt, wie verlässlich und sozial verantwortlich die Arbeitgeber

in Deutschland doch sind – sieht man ja bei Siemens, Otis, AEG, CNH,

NOKIA, Elkosta, Bike Systems, Telecom…

Ist aber auch ein Ding mit diesem Gesetz. „Staatssozialismus“ rufen und

brüllen diejenigen, die dieses böse und veraltete Paragraphenwerk, das den

armen Aktionären den Spaß am Kapitalverschieben verdirbt, endlich

abschaffen wollen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos z.B., der

Godfather des steifen Politgestammels versucht mit seinem Ressort, eine

Neuauflage des VW-Gesetzes zu verhindern. Ihm zur Seite stehen so sozial

kompetente Menschen wie Rainer Brüderle, der wirtschaftspolitische Sprecher

der FDP-Bundestagsfraktion, der da verlauten lässt, dass die Mitbestimmung

der Arbeitnehmer doch glatt noch immer die Rechte der Eigentümer

beschneiden würde. Oder auch unser Lieblings-Legomännchen (schaut Euch

mal die Frisur von dem an) Ferdinand Dudenhöffer, der selbsternannte

Autoexperte, nach dessen Aussagen wir am besten die 60-Stunden-Woche

und die Prügelstrafe für Arbeitnehmer wieder einführen müssten, um

Vollbeschäftigung im Land zu erreichen. All diese Sympathieträger sind

gegen das VW-Gesetz, welches unsere Arbeitsplätze vor allzu gierigen Griffen

schützt – allein deshalb muß man doch schon gesetzestreu bleiben.

Herzlichst, Euer Meckerator

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