Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

europeanalocal.de

Berliner Leben: Zeitschrift für Schönheit und Kunst

14v

1. fi~ft v. jabrg. - moncltHch ~in J;dt a so PI. - jahus"r~iS 6 mark. B~I dir~kt~m Uusand nacb auswärts 7 mark. PostuitungsJisu no. 1034.

- - - - ---~ ~~-----------",-- -----,-------~~

"

Nachdruclt und Ver\1idfältigung aus dem Inhalte dieses Heftes ist strengstens "erboten. - frder Verlag 6. m. b. n., Sel'Hn N.W., holnhincr Ufer .



LÖhnholdtOefen

CAOe O€ft;N"

'WIntrr.s Q~r",a"

KO~MI'.s01INeH

Spedalhaus fUr Seidenwaaren

August 14ichels

Hoflieferant IhIer lJ\ajestlten der Königin und

Konlgln Mutter der Niederlande.

, 41 BERLIN W. 8 41

Lei pzigerstrasse

Braut = Seidenstoffe

in ~wels8, schwarz und farbig von M. 0.90 ·18.00

Unllbertroffene Auswahl.

Proben nach auswärts postfrei.

eafe Reichshallen KÜNSTLERHAUS

Secessions-Theater

,\,lexanderplatz

Dönhoff'platz 77.

Vornehmstes eafe der Residenz. * Tag und Nacht geöffnet.

Fest-Säle I'ür J:Iochzeiten. Bälle etc.

Anfragen:

A .• Huster, Englisches Haus, Mohrenstr. 49 u. Prinz Albrechtstr. 9.

Detlev von Liliencron's "Buntes Brettl U

Cäglich wechselndes pl'ogramm.

Jlnfang 8 Uhr.

Mitwirl(enJe: Oiesela Schneider-Nissen, MarceIl Salzer, Bozena Brad.ky a. - G~

Oscar StrBuss a, G., Roberl Koppel a. 'G. u, A.

GRAND HOTELoE RUSSIE

(RUSSISCH.. ER HOF)

ARTHUR KAHNERT

BERUN gegenüber dem Centralbahnhof (Georgenstr.)

Haus I. Ranges. :(. 200 Zimmer und Salons. ofC Restaurant I. Ranges.

Neu erbaut. :to Mit dem neusten Comfort. oll Mässige Logispreise.

Die schönsten Festsäle Berlins.

Eröffnung 27. Januar 1902.

Grosse und kleine Säle für Hochzeiten, Diners, Conferenzen und Versammlungen etc.

Insertionsprei. Mk. 1,2ö die 0 !fespalt. NonpareUJe-Zelle.

"bonDemeDU-ADDebme durc:b alle BUC:bbaDdlunleD, die Po.tlmter (Po.tzeltunl.lI.to No. lOIlt) , dlo ZoltuDI.-ExpodltJonen und direkt durc:b den "Prelon Verlai" , B.rIlD, Hol.t.tD.r Uf.r ••


Mit dieser nummer tritt das

etlittet ~e6ett

4ie vielbeliebtet inbaltreicbe und jedenfalls eleganteste deutscbe JVIonatsscbrift in ibren 5. Jabrgang.

° viele moderne illustrierte ' Zeitschriften neuerdings aus dem Boden geschossen sind, die sich in der Schnelligkeit einer phothographischen Berichterstattung zu überbieten suchen, bleibt

"ßel'linel' Leben 44 ohne Konkurrenz; derin ibm ist nicbt daran gelegen, jedes beliebige Ereignis des tages oder der Wocbe, das, was morgen vergessen ist und vergessen zu

u)erden verdient, in wahlloser l)ast auf l)olzpapier zu publizieren, sondern "ßel'linel' Leben H

will in Itünstlel'ischel' )VIusse, mit 'Caltt und 6eschmaclt seine Ruswahl treffen und seine

l'l'lesenen Hufnahmen weltstädtischer Schauspiele in Reproduktionen von technischel' Vollitommenheit und "on malel'ischel' Husdl'uchsltl'aft in wohlgefälligel' Hnol'dnung vorführen.

"ßel'linel' Lebm 44 ist auch insofern von einer unvergleichlichen Eigenart, als es mit liebevoller Rufmerksamkeit das Wachsen und Werden, das Bliiben ulrd 6edeihen ~er Reichs·

I ,

hallptstadt verfolgt und von ibrer Schönbeit und ibrem eharakter, von ihrer Rrbeitslust und6enussfreudigkeit die gl'ossal'tigsten und intimsten Schilderungen giebt. Da bat man die

Blätter, . auf . denen ' Bel'lins 6eschichte überliefert wird. Und indem Berlin nicbt blos die metropole des deutschen Reiches, sondern die modernste, entwic\llungskräftig·ste Stadt dei' Welt ist, so

wird zugleich das interessanteste Bild des grossen rortschreitens der I,ultur gegeben. man blättere die nunmebr vorliegenden "tel' Jahrgänge des "ßel'linel' Leben H durch, ob heute nicht

noch alies' material, das sie entfalten, denselben friscb en Reiz besitzt, wie am tage des Erscheinens.

De~9 . vierte }abrgan,g bracbte wieder die brillantesten Szenerien und Bildnisse aus allen Spbären des berliner 1:ebens und treibens, des l)andels lind Wandels;

------~------~--------

ft'of ' und 'Gesdls.chaft,

Kunst und. «lissen fchaf,t, :

,)\1usih, Litteratur und 'Cheater,

fteer, )\1arine und Sport,

Circus und Variete,

Brettl und Oeberbrdtl.

Rls eine besonders wertvolle Bereicherung sind die Publikationen von Studien und letzten 6emälden der el'sten Bel'linel' Künstlel' anzuseben, so von Hdolf "on )VIenzel,

)VIa;c: Liebel'mann, 8hal'bina, Ludwig "on Oofmann, Waltel' Leistihow, Ludwig Dettmann, Ull'ich Oeinl'ich Oübnel', Paul .oönigel', Joseph Bloch, Oel'l'mann Oendl'ich

11. a. Dem Bildermaterial waren jedes mal eharakteristiken beigegeben, die, von fl'iedl'ich fuchs verfasst, in knappen, scbarfen Umris}en di e Bedeutung und Eigenart jeder dieser

künstlerischen Persönlichkeiten zeic\)l1ete. Der textliche teil wies wieder die namen d~r bekanntesten und beliebtesten Rutoren auf: fl'iedl'ich Hdlel', Oslt~l' BlumenthaI, DOl'a Dunhel',

Josc echcgal'aey, 6eol'g engel, (l1icolaus rürst von montenegro, Wera l)erzogin von Wiirttemberg), fl'anz e"el'S, Ludwig Jaltobowshy, Catulle )VIend€s, O' )VIonl'0Y, Richard

81towl'onnelt, Hnton 'Cscheschoff, {>aul Wel'theimel', L€on Xanl'of u. a:

mit dem neuen, dem 5. Jahl'gang, will "ßel'linel' Leben H nicbt nur Begonnenes fortsetzen, sondern durch ausserordentliche Beigaben seine Rnbängerschaft iiberraschen. Jede

nlll11me'r wird kÜnftig ein neues, originelles )\1usihstüch und ein I,unstblatt in )\1ehrfarbendruch bringen. Dies

tadellose Wiedergabe eines kiinstlerischen Originals, einen kostbaren Zimmerscbmuck · liefern, der auch dem verwöhntesten 6eschmacll Rechnung trägt. '

wird nicht nur eine Zierde des Rlbums sein, sondern als

Uon vollständigen Jahrgängen liegen bis jetzt 4 in farbigen, hocheleganten Einbänden zum Preise von a 8 mark vor, die mit ihren

je 800 TIIustrationen au,f feinstem Kunstdruckpapier eine Zierde für den Salon und die Biblioth ek und ein prächtiges 6eschenlnverk bilden.

. f ' L~

/ .

l)ocbachtungsvoll

SM f

Ijolsteiner Wer 4,

freier Verlagt 6. m. b. o.

Bel'lin, N.W.


Ein ~- --

Erzählung vo n M. v. Lo '11' ie.

11m dämmerigen Salon meiner kleinen Villa sassen

~ @ wir, P rofessor [( .... z und ich in lebhaftem

Geplauder.

"Nach allem, was Sie mir da erzählen, sind Sie

also ein ausgesprochener Fatalist, - einer jener

Glücklichen oder Unglücklichen, die alles, was das

Leben ihnen aufbürdet, für Schicksalsfüg un g - um

mich deutlicher auszudrücken - für Bestimmung

ansehen."

"Ich aber hasse die Bestimmung - verabscheue

alles, was - wie soll ich nur sagen, in gewisse

vorgeschriebene Bahnen gelenkt wird und aus uns

Menschen nur Automaten schaffen will. "

"Nun, so weit geht es mit dem Fatalism us denn

doch nicht", erwiderte Professor K . ... z etwas in ­

digniert; dann aber fügte er sclterzend hinzu: "Wir

bewegen Arme und Füsse nach Willkür und eigenem

Gutdünken - lassen unsere Gedanken je nach individ

ueller Beschaffenheit in nebelhaften Fernen - oder

auf realem Boden sich ergehen, und unser Wille ist

es, der un s am meisten dirigiert ; denn all e Subordination

ist nur ein an gelernter Zwang - und dennoch

mLissen Sie m ir zugebell, dass wir manchmal

unbewusst ein em seelischen Zwange fo lgen - der,

,vie ich oft bemerkt, unsere Bestimmung bedeutet."

E in ungläubiges Lächeln VO ll meiner Seite

musste meinen Ideengang verraten haben, denn

Professor K .... z fuhr in etwas g.ereiztem Tone

fort: "Eine kl eine Erzählung a us meinem Leben, die

trotz ihrer ticheinbaren DLirftiglteit meinem Dasein

viell eicht die entsprechende Richtung gegeben, soll

Ihnen, meine verehrte Gnädigste, beweisen, dass

ich all erdings mit einer gewissen Berechtig un g "Fatalist"

geworden bin. Vor so und so viel Jahren ,

die Jahreszahl spielt da keine Ro ll e, zog ich mit

Rucksack, Bergstock und manchem Thaler ausgerüstet

- den ;ll ir Mütterchen in ihrer un endlichen

Herzensgüte von ihrem Ersparten heimlich zugesteckt

- , in die Welt.

Ich war damals ein Mann von circa ::di Jahren.

Die letzten Rigorosen lagen hintel' mir, jedoch nicht

absolviert, sO l1 dern aufgeschoben; na ja - das

Lernen war grad nicht mein Fall und so war ich

bei dem letzten Doktor - Examen einstimmig -

durchgefallen.

Der Vater tobte, musste sich aber mit dem

Gedanken trösten, dass es das nächste .fahr hoffentlich

besser gehen würde _ . und willigte endlich ein ,

mir die Summe, die für den "promovierten Doktor"

zu ein er Erholungsreise bestimmt gewesen, "anticipando"

zukommen zu lassen.

Nach mehrwöchentlichen Märschen war ich die

Schweiz durchquerend in "Lausanne", spät in der

Nacht, hungernd und müde angekommen. - Ein

schlaftrunkenes Zimmermädchen geleitete mich,

nachdem ich einen kräftigen Imbiss zu mir genommen,

durch einen langen Gang zu meinem

Zimmer, das, am äussersten E nde gelegen, un s

an einer H.eihe VOll Stiefeln und Stiefelchen vorüber

führte, die teils nachlässig hingeworfen, teils l.ierlich

und adrett wie ei n paar g ute Kameraden nebeLl einander

standen. Das flackernde Licht streift plötzlich

ein paar kleine Stiefelchen, die - mich momentan

ganz eigentümlich berührend - da vor einer Thür

standen. W arum ich nochmals hingesehen, icll

weiss es h eute nicht zu sagen, - aber ich that es -

und dabei zuckte es plötzlich wie ein elektrischer

Schlag durch meinen Körper.

Nebenbei muss ich noch bemerken, dass ich,

in meinen Jugendjabren etwas phantastisch veranlagt

die Bemerkung gemacht hatte, dass auch Schuhe

ihre eigene Sprache führen könnten .

Beim E rblicken dieser Ideinen Stiefelchen tauchte

blitzartig ein zierlicher Mädchenkopf mit dicken,

blonden Flechten, krausen Löckchen um die niedere

Stirne, blauen Kinderaugen und roten Backen vor

mir auf : - meine erste Liebe, ein jugendfrisches

Krämerskind, das ich bei einem Landaufenthalte

kenl1en gelernt, seitdem aber ganz aus dem Auge

verloren und vergessen hatte.

In meinem Zimmer angelangt, verabschiedete

ich das Mädchen, bestellte für 9 Uhr am nächsten

Morgen erst mein FrühstLick - da ich mich tüchtig

auss hl afen wollte - und warf mich auf mein

Lager, wo ich bald in einen totenähnlichen Schl.af

verfiel.

Die Sonne stand schon ziemlich hoch, als ich

mich den nächsten Tag daran machte, die Stadt und

deren Sehenswürdigkeiten in Augenschein zu nehmen.

Nachlässig bummelte ich, wie man so zu sagen pHegt,

durch das Gewirr krummer und steiler ' Gässchell,

- langer Treppen, - denn die Stadt ist zwischen

und auf drei Hügeln erbaut - und wer die City

(Altstadt) besuchen will, muss sich das Treppensteigen

schon gefall en lassen. -

Da es gegen eptember war, war der Fremdenverkehr

ein ä usserst lebhafter, denn die vorzüglicllet1

Bildungsanstalten führen ein e Menge junger Leute,

namentlich aus England,Deutschland und der deutschen

Schweiz in die Institute und Pensio nate der Stadt.

Vor dem neuen Universitätsgebäude angelangt,

wollte ich eben den Weg nach der Kathedrale

Ll ehmen, .einem schönen gotischen Bau, der an

Stelle einer älteren Kirche um' '1235 - 75 errichtet

und von Gregor X in Gegenwart Hudolfs von Habsburg

eingeweiht wurde, als ein junges Mädchen

knapp an mir vorüber jagte, so dass ich notgedrungen

st eh en bleiben m Utiste.

Ein e etwas korpulente Dame keuchte mit hochgeröteteLl,

glänzend en Backen schwerfällig nach und

ich vernahm die abgebrochenen Sätze: deal' me! -

Nelly, my Child, - wait a moment! -

Doch Nelly, der vVildfang, schien nicht darauf

zu achten.

Mit wehendem Schleier un d wehenden Locken ,

elie - wie ich in der Schn elligkeit bemerkte, jenes

prächtige Tizianblond besassen, das meine Pulse

immer rascher schlagen macht - , eilte sie voraus;

die alte Lady und ich selbstverständlich nach.

Sie lächeln, g nädige Frau, weil ich dies "selbstverständlich"

hinzufügte? Mir schien es ein Wink

vom Schicksal zu sein - und ich folgte, weil ich

musste.

Ich war auch gar nicht erstaunt, als wir "Drei"

vor der "Pension", in der ich abgestiegen war, "Halt"

machten, die Treppen hi


Dass ich von me>]J1em Schlüsselloch aus auf

der Lauer lag und die Vorgänge im Vestibüle genauest

beobachtete, fand ich wieder selbstverständli

ch. Nicht lange dauerte es und Nelly, die mittlerweile

mein e Phantasie mit tausenderlei süssen Bildern

füllte, erschien vor ihrer Thür.

Jetzt erst konnte ich VOll meinem Observatorium

aus bemerken, dass sie wahrhaftig ell1e kl eine

"Beaute" war.

Im weissen Flanell-Negligee, das sich weich an

die jugendlichen Formen schmiegte, erschien sie m ir

wie eine Göttin, die eben von ihren olympischen

Höhen auf die Erde herabgestiegen war, um sich in

ihrer ganzell strahlenden Schönheit dem an betenden

Volke zu zeigen.

Das Volle war natürlich nur ich, denn schon

regte sich in mir so etwas wie Eifersucht, - dass

a uch andere Sterbliche ihre Augen zu diesem "star"

erheben könnten.

Und Nell)' stand noch immer im Vestibule und

spähte nach all en Seiten. --

Was sie nur wollen mag - dachte ich. - .

Da kommt wie gerufen eine "femme de chambre",

sie winkt, - sie lispelt - und deutet dabei auf

meine Thür. -

Mir beginnt es sch warz vor den Augen zu werden.

Sollte sie - ?

Unsinn! nun musste ich beinahe selbst über

mich lachen.

Da sehe ich in den Händen des Zimmermädchens

etwas weisses und ein Goldstück blinken. -

Das Fingerchen auf den Mund gelegt - so

verschwindet Nell y in ihrer Thür ; und das Mädchen

nähert sich. -

Himmel! Jetzt beginnt mir aber das I-l en : derart

zu pochen, dass ich kaum das Klopfen an meiner

Thür vernehmen und öffnen kahn. Scheinbar erstaunt

- nehme ich das zierliche Briefchen in

Empfang, danke zerstreut - und nun, nachdem ich

allein, öffne" ich dasselb e - eine Wolke von - damals

dachte ich von "all the flowers", die E nglands

Blumenflor überhaupt aufzuweisen hat, strömte mir

entgegen und da - mit grossen, energischen Schriftzügen

standen nur die Worte :

,.,Come at 5 o-c1ock - in the Hoor - she

sleeps" .

Ja Du lieber Gott - wie sollte ich das verstehen

- englisch musste es sein, für mich war

es ein spanisches Dorf!

In mein er Verzweiflung kam mir der erlösende

Gedanke, in der nächsten Buchhandlung einen kleinen

Dictionnaire zu Itaufen.

Atemlos eilte ich davo n - atemlos kam ich

nach Hause.

"Kommen an 5 Uhr - in den HausHur - sie

schläft" - so übersetzte icb. Hurrah! Jubelnd

schwang ich den Brief in der hoch erhohenen

Rechten, das nenne ich Gli:ick!

Sie musste mich trotz ihres beinahe fluchtartigen

' "nach Hause eilens" bemerkt und - prüfend

musterte ich mich im Spiegel gegenüber - an dem

braunen, bärtigen .Tungen Gefallen gefunden haben.

So langsam waren mir in meinem Leben noch nicht

die Stu nden geschlichen.

Endlich schlu g es vom Turme der Kathedrale ,,5".

Geräuschvoll wal' ich in das Vestibule getreten.

Da öffnete sich die Thür und NeUy erschien --

nein, ein Engel, dem nur die Flügel fehlten, stand

vor mIr.

Weiss, durchwegs weiss, bis zum französischen

Stöckelstiefelchen, das neugierig unter dem Hocksaum

hervorlugte.

Höflich grüssend näherte ich mich ihr.

"Wir wollen iJ:! den Lesezimmer gehen",

sagte sie mit leichtem Erröten in zwar nicht

tiiessendem aber immerhin ganz gutem "Deutsch" .

Als· ich hierüber meiner Freude Ausdruck gab,

meinte sie: "Mamma war eine Deutsche - von ihr

haben ich diese Sprake lernen".

"Frau Mamman ist wohl die alte Dame"

damit meinte ich die rotbackige Lad)'.

"Sholdng" -- rief sie Dun mit einem silberhellen

Lachen, " das ist Miss Clever, meine -- () -

bitte, wie sagt man doch - m)' old nllI'se ?"

Ich zog das Wörterbuch, das ich vorsichtshalber

mitgenommen hatte, aus meines Sackes Tiefen.

Nell y lachte wie ein übermütiges Kind - dann

suchten wir beide, nachdem wir im Lesezimmer

in einer rccbt traulichen .Ecke Platz genommen

hatten, nach der "nllI'se" im vVörterbuch.

,,I>Hege mutter", - jubelte Nelly - , ja - das

ist meine PHegemutter, my sweet old goodling ,"

Obwohl dem Englischen fremd, stellte ich mir

unter "goodlin g" etwas g utes, dickes, runde ~ vo r

und sprach NeJl y für diesen Namen meine A nerkcnnung

aus, denn er schien Miss Clever an den

Leib erfunden.

1m Laufe d e~ Gespräches hatte ich erfahren,

dass Nell )' W aise und Erbin eines grossen Vermögens,

den Winter in " New York", ihrer Heimat,

den Som mer auf I eisen verbringe - dass ich ihr

gefi ele und dass s.ie mich morgen um dieselbe Stunde

im Lesezimmer erwarten wUrde - nun aber würde

Miss Clevers 1\achlllittags-Siesta bald zu E nd e sein

- damit huschte sie mit emem huldvoll en Kopfneigen

davon.

Mir aber schien es) als ob in diesem Augenhlick

eine schwere Wolke ich vor die Sonne geschoben

hätte; trübe und düster war es rings um.her

und wie ein Träumender verbrachte ich den Abend

-;- als Endziel mein er Wünsche die morgige fünfte

Stu nde erseh nend.

Auf diese vV eise vergin g fast ein e \lVoch e; zum

Staun en der guten Miss Clever, die es nicht' begreifen

konnte, was Ne ll y an Lausanne so zu fes seln

w usste.

E ndlich , anlässli ch ei ner Segelpartie am Genfer­

~ee, die Nelly geschicltt in Scene zu setzen wusste,

wurde ich den beiden Damen offiziell vorgestellt

und mithin war auell das Hindernis behoben, mich

ihnen auf ihren Promenaden und Touren anzuschliessen.

Nm Eines lag mir bescbämend auf der Brust:

ich hatte mich als "Doktor" vorgestellt ; dabei allerdings

den ernsten Entschluss gefasst, das nächste

.Tahr es auch zu werden - aber ich war es ja noch

nicht und diese Lüge brannte mir auf der Seele.

Miss Clever war es keineswegs entgangen, dass

Nelly mich hesonders a uszeichnete und einmal, als

Nelly eben ·von irgend einem landschaftlichen Reize

festgehalten, etwas hinter un s zurückblieb, gab

sie mir zu verstehen, dass sie mich zu sprech en

wünsche.

Das "wie" liess allerdings einige Schwierigkeiten

aufkommen, denn ihr "Deutsch" klang so "Englisch"

dass es einiges Studiums bedurfte, um es überhaupt

als Deutsch annehmen zu können.

Spät am Abend, Nell y schlief bereits, huschte

Miss Clever in mein Zimmel'.

Wie wir ' un s verständigt, glaube ich übergehen

zu können, der Tenor der Besprechung klang so

ziemlich so:

Nell )' ist sehr reich - willst Du um sie werben,

musst D u "Etwas" sein , - womit sie eiJie höhere

gesell schaftliche Position meinte, - denn sie entstammt

ein er alten amerikanischen Patrizierfamili t;

- und die vo m ehmsten "Barouets" viele Meil en im

Umkreise würden stolz darauf ein, sie al s Gattin

h eimführen zu können.

Nell y ist eigenwillig - widerspenstig - aber

t rotzdem ein g utes Kind. - Jetzt wisse icb all es ­

nun möge ich sprechen.

Und ich sprach - erzählte aucb, dass ich elen

Titel "Dl'." noch nicht rechtmässig tragen dürfe und

- - oh! oh! klang es gedehnt von Miss Clever,;

Lippen. Dann bat sie ~ich abZllreisen.


"Ohne von Nelly Abschied genommen zu haben?

Nein, niemals!"

Miss Clever bat und flehte. Nell)' sei ja noch

wahrhaftig ein Kind , - sie würde sich bald zu

trösten wissen, wenn ein anderes Spielzeug ihr gefiele.

Ich wollte, ich konnte nicht nachgeben, denn

mir sass der süsse Fratz eben ganz gewaltig im

llerzen; endlich einigten wir nns 'dahin, dass ich

NeU)' alles mitteilen, - dann abznreisen und das

nächste Jahr als "promovirter Dr." um ihre I-land

in aller Form bei der Obervormundschaft anhalten

würde.

Ich kam mir dabei wie ein übergossener Pudel

vor, den man mit einem Schlage aus einem warmen

S tillleb~n ~ 'n e in ~r~ rauhen Herbsttag hinausge tossen

hatte; und plötzlich fielen mir des Dichters Worte:

"Weiter soll sich nicht ins Land Lieb von Liebe

wagen, als sich blühend in der Hand lässt die Hose

tragen", schwer auf mein Gemüt. Nicht

nein um NeÜ)'s will e;, bangte es mir.

pfinden, das füh lte icb, würde l\aum

um meinet­

Mein Emund

Zeiten

überdauern, aber sie - die verwöhnte - umworbene

- bewun'derte und last not least, reiche Erbin,

würde sie in demabwechselungsreichen und farbenprächtigen

Leben, das sie umrauschte, im stande

sein, das Bild eines Menschen festzuhalten, der nur

wie - ja ich möchte fast sagen - nur wie eine

Episodenfigur auf die Bühne ihres Daseins getreten

- sie momentan erfreuend und zerstreuend - um

sofort von der Bildfläche zu verschwinden?

,,0 La~sanne, Du altersgraue, ehrwürdige Stadt,

Dicb w:erde ich sehen, wenn ich an ,sie' denke -

von Dir werde ich träumen, wenn meiue Phantasie

mir immer wieder und wieder Nelly's reizumflossenes

Bildchen vor die Seele ' zaubert - Du bist die Folie

zu 'dem ' Pastellbildcben', das meine Seele in mein

Herz gezeichnet."

So schrieb ich an jenem Abend in mein "ragebuch.

Die Stunde der Entscheidung nahte: Nell)" taufrisch

wie ein holder Maienmorgen, kaTI:l mir lächelnd

entgegen. Die Sonne spielte in ihren goldenen Locken,

sonniges Leuchten sprach aus ihren Augen - und

als ich so vor ihr stand und ihr patschiges Händcheq

mit. leichtem Drucke in meinen I-länden fUhlte

- da nannte ich mich im StÜl en einen Dummkopf,

wenn ich diesem lachenden Frühling ZLl entfliehen

vermöchte ..

Fast schüchtern rückte ich mit meinem Bekenntnis

allmählich heraus - die Wirkung war eine überraschende

- Nelly lachte wie toll. - Dass ich noch

ein "Student" sei, das fand sie gar zu drollig. Sie

konnte dies mit meinem mächtigen Bart und meinem

sonstigen AClssehen gar nicht in Einklang bringen ..

Ich stand verdutzt und sprachlos vor ihr. Solch

eine Wirkung hatte ich doch nicht vorausgesehen.

Ich verstand sie eben nicht.

Wie hatte doch Miss Clever gesag·t: NefIy wäre

noch ein Kind, das sich bald zu trösten wüsste,

wenn ein anderes Spielzeug ihr gefiele.

Nnn ja, der "Nicolo" hatte plötzlich sein en Bart

verloren, der ihm Würde und Ansehen gab, nun

kam das Puppengesicht zum Vo rschein - das erregte

ihre Lachlust.

Ein schlechtes Spiel, das die Kinder nicbt freut.

Und ich hatte es so ernst genommen. Bald darauf

reiste ich ab. -

Eine Konsequenz hatte ich jedoch aus ' diesem

kleinen Intermezzo gezogen.

Der Ernst und hiermit auch die Freude am

geistigen Schaffen ward plötzlich aus der Beschämung

und Eeue, die ich damals in Lausanne empfand -

als mich Nell)', das Kind - verspottete, in meinem

Innern erwacht und emporgeblüht.

Das nächste Jahr umarmte Papa seinen "promovirten

Dr." und Mütterchen weinte Freudenthränen.

Denn im Innersten ihres Herzens hatte sie doch ein

bisscheri Angst gehabt; sie kannte ja "ihren Jungen",

jetzt aber blickte sie mit Stolz auf ihn; er hatte

doch Wort gehalten, Erst später hat sie es erfahren,

dass an der ganzen Wandlung von allem Anfang an

doch nur "ein Paar Stiefelchen" die Schuld getragen.

Dies wollte ich Ihnen erzählen, Gnädigste, um

gleichzeitig die Berechtigung meines Fatalismus zu .

legitiinieren.

Zufall, nichts als Zufall - erwiderte ich boshaft

- und er drohte lachend. "Was sich liebt,

das neckt sich." -

j})a:l.' fünft.e lfaT}1':, ,,~:e.dht:e:c ,..cdt.clt,"

lß.eginnf, Wf.e .einj! Dm fri frTy.en Jf[ug,

J.lhtDni!:f)" Hlt lJlJhll.:t 1m)) -mi1)) crn !l cb l~1t

lßft5 1l3.cjlc nlir ilt buntcm .Bun.

J.El ict" lIaT)r.e T)allEn wir fJ.CTp·l1f.cll,

1JlJ)a,s: JJaltllTlltcr Qi:in.fi b.er.einjI tlcrf:prarf)

lJhtb neu !"mb lUft" .lITtD bllff) bic JitltClt ·

lIn Imr.ern lßHi:ff.em fauf.enDfarT"

:ID.er JJt.e irTp.l' f) auj.lfjIaDf !lcltl.egf:e '§CCH.e1t,

l[fyt" JCm1l:en 1mb H)r ~:eq:eI.eib,

1IT;t" 'lTItuhd, }lub:eI, lllJ).cinen, '§:ef; HC 11 ,

1J.T)t ,§l1mm.er- un'ö if)r 1llf>inf.e.dtlcib,

j}).e1i lRa i.r.et ~;: Turnjlb.eg:eijlcd ffi111ftWC lT,

lllJ)at" Imr.er fnlf)c~, JIlng.emrtcdtj

j}).e5 :IDhTlf.er5 1llf>nd, D.ei' )ßilbner .~; 1llf>rttf.eIl,

~i.e T;alfen Itn:l;t bcim tEan.elll.edt.

:llln'ö 'lTIag un'ö :marI;f unb lf.jau:l;t lmb .

ffii l~ thüllm 1tll~l rum JJIl)!;t"R h.er.eit

li:ln)) ltla ~y im Jrl1t!lC lufr .erfaJ)'.ell,

lf.ji.er jl.eTlfcl', lß ilb an miLb g.n:cif;t.

lJ:lnD (l.el1.e llhntjI unb gufc lJll)Uttc

ffii.e hlcib:en fürDcr Itnl'.er l1i.eI

I .

lJinb r.eim rrl1f; an j.eD.em J.0dc,

j})aT).eim unD rern, wiIlkomm.en llid!

,, ~.c:clilt:ex 'bh:en" !JJlilllllll'rln (tb.c,

JjlJ) d j1 Tri rrf) Cl, JJ.teg.en, "ßlaH Ulll 1ß ratt

:lllnb pedj1 im milbt~ 1m'b im lticbe

ffif r a~en

]):e~, tl":euffdrelt 11htir.c:c, rd!iinlh~ .!!bfattf!


0· Februar 1877 0· Februar 1902

Zum flinfundzwanzi g-jähri g-en mi litärischen Dienstjubiläum Kaiser Wilhelms 1I

BERLINER LEBEN


2

tl:l

trl

'" C

Z

trl

r '"

trl

tl:l

trl

Z

Cl

(l)

0-

(l)

::J

;;:;-

cJ

~

.......

.......

P-'

::J

_. 0-

(l)

_.

P-'

;;:;-

.......

--:

(l)

t::

::J

[fl

.......

(l)

-~

::J

;3 '" aq

'P ~

'""1 >D

... (j;'

0- ..., CD

c >-\

...,

'"

- 00

~

l

'-1 -;:;

(l)

- a

[fl

_.

::J

0-

>D

[fl

.........

Cl

P-'

>-\

0-

(l)

I

~

(l)

as.

s

CD

::J

.......

~

'"T:I


3

6 s 9 10

I . Gräfi n Schli ppen bach 2. General von Mischke 3. Gräfin von Bülow 4. Frau Geheimrat Ihne 5. Freifrau von Rbeiobaben 6. Geheimer I-lofbaurat Ihnc

7. Freifrau von Tbielmann 8. Graf HobenthaI 9. Frau Minister VOll Podbielski 10 Finanzminister Freiherr von J\beinbaben

Das C omite der Festvorstellung zu Gunsten der Kai ser Wilhelm-StiftunO' für deutsche Invaliden

im Theilter des Westens am 11. Januar 19 0 2

Originalau{nahrne für ,.Berliner Leben" )1on Phot. Liipke, Berlin .


4

Spanische Zige un erin

Portrait der Creoli n Dora Dea n

Portrait der Frau Dr. O. Eysler

Dcr Kün stler im Atelier

Bildnisse von ER NST HEl LEMAN N.

Dieser Künstler ist unter den deutschen Ma lern em Auffälliger, ein Ein ziger. Ma n möchte ihn zunächst für cln en Stamm verwandten der Boldini oder Sm'gent halten. Aber so

pariserisch nervös und so a m e rikani s~ h selbstsicher sein e Kultur erscheint, so ist er Jemand, der in Berlin geboren wurde, nur 1n Ber Jin ~{ J e bte und all ein dort sich gemacht hat,

Hofphol. J-Jerma/l/l Boll. !Je"';II.


Portrait der Frau Stutz Comtesse' Beroldin gen G räiin Beroldingen

freili ch in dem Berlin, wo nun die grossweltlichen Elemente zugeströmt sind. Sein e Kunst besteht überdies in Un nachahmlichkeiten, in Dingen, die nur durch eine schmiegsamste

ß ieg ung des lockeren Handgelenkes, durch ein feinstes Fühlen mit den äussersten Fin gerspitzen ausdrück bar sin d. Er liebt an den Frauen die aparten kulturellen und rassigen

Heize. Die grossen Damen der Gesellschaft malt er in ihrer wohlstudierten Haltung und Toilette, die andern in degagierter Grazie und verwegenen Kostumierungslaunen. Al"

Zeichner des" implicissimus" und der " Lustigen Blätter" vor all em hat Heilemann sich zum ersten ittenschilderer und Gescl1mackförderer gemacht.

ßER I.I NER LEBEN

IIO!phol. Hermann Boll, Ber/i/l,


6

:Der nöflicne Meldereiter.

Von

Frei h err vo n Schlic ht.

1I:n

(Nac li d rn cl, verbOlC" .)

"0.l~ .~er I~ol1:ma n de ur des Husaren-H.egiments 1'1 anz

~!. ~ Hell1 1'1ch las nun wohl schon zum sechtite n

'(~V;P Mal das umfangreiche Schreiben, das am

frühen Morgen vom General-Kommando ein gelau fen

war. Das Alltenstück cnthielt lauter Bc merkungen

flir die bevorstehenden Herbstm anöver und da

Seine Excellenz mit all cr Bestimmtheit darauf rec h­

nete, dass cs den Herren Regimentskommandeuren

noch möglich sein würde, alle seine Wünsche zu

er i'üJl cn, so war deren Stimmung nicht allzu rosig,

denn die vVlinsche der Vorgesetzten steben meitit

in direktem Widerspruch mit denen der Untcrgebenen

und man muss sehr hä ufig, um dic Höheren

zu erfreuen, a llc Anordnun gcn, die man schon getroffcn

hat, über den Haufen werfe n. Und das ist

nicht nur sehr unangenehm, sond ern auch sehr

scll wierig.

Das galt be onders von einem Passus des umfangreichen

Aktenstückes, den der Herr Oberst immcr

und immer wiedcr las und der bei ih m ein so

energisches Schütteln des Kopfes veranlasstc, dass

dati Feuer seinc!' brcnnenden Cigarre, die er im

Mund hielt, einem Irrlicht glich, das bald hi er, balel

dort leuchtct.

"Wäre Exccllenz nicht Excell enz, un d wäl'c

Excell enz nicht mei n Vorgesetzter", sagtc Cl' schliesslich

zu seinem Ad jutanten, mit dem er zusammen

a uf dem Bureau sass, "dann möchte ich wohl bchaupten,

dass Excell ellz sich das, was er über das

Meldewesen hier schreibt, nicht ganz richtig überleg

t hat, zum mindesten drückt er sich sebl' unldal'

aus. Excell enz schreibt hier wörtlich: ,,,,Wie ich es

schon bei dem letzten Manöver in meiner Scblu sskritik

sagte und wie ich es in dem Eundscbreiben

nach Scbluss der Manöver den mir unterstellten

Truppenteil en mitteilte, hat das Meld ewesen mich

im vorigen .Jahr in keiner Weise befriedigt und aucll

nicht befriedigen können. Ueber den W ert der

Meld ungen bra uche .ich heute ja nicht viel Worte

zu machen, denn ich glaube es bereits zu wicderholten

Malen klar gesagt zu haben, dass der Führer

nur dann disponic ren und nur dann sein e Truppen

r ichtig ansetzen kann, wenn er d urch zahlreiche und

genaue Meldungen über die Aufstellung der feindlichen

Truppen unterrichtet ist. In dieser Hinsicht erfüllte

die Kavallerie im vorigen Jabl' absolLlt nicht die

E r wartungen, die ich an sie stell en musste. Nicht

nur, dass di e Meldungen sehr häufig ganz ausblieben

- auch das Wenige, was gemeld et wurde, li ess

sehr viel zu wünschen übrig. Vor all en Dingen

aber erwartt! ich a uch, dass iu diesem Jahr mir die

Me ldun gen in einer anderen Art und W eise überbracht

werden wie im vorigen Jahr. I.ch wünsche

es nicht wieder zu sehen, dass die Meldereitet: mich

beinahe umreiten und mir die Meld ekarten, ohne ein

VVort dabei zu sagen, mit einer kurzen, energ ischcn

l~e\Veg ung hinreichen, gleichsam, als wollten sie mich

mit der I-land stossen; diese Boxerbewegungen. wenn

ich micb so ausdrücken soll , verbitte ich m ir auf

das energischste. Gewiss soll der Verk ehr des

Untergebenen mit dem Vorgesetzten streng militärisch

sein, aber er Hi sst sich doch in ein e gewisse

Ilöfliche Form hin einbringen und genide die w Unsche

icll in diese m Jahre anzutrcffen.''''

Die Cigarre des Herrn Oberst Hog wieder wie

ein I'euerball in der Luft herum.

" VVa,; denkt Exce ll enz sich n UI' dabei?" fragte

er sein en Adjutanten. ,,[ch habe mit all er Strenge

darauf gehalten, dass d ie Meldereiter, wenn sie ei ne

Meldung abstatten oder überbringen, sich so mi litärisch,

wie nur irgend möglich benehmen, den Mund

halten, eine tadellose Haltung annehmen und den

Vorgesetzten mit g rossen, oflenen Augen frei ansehen.

Nun genügt das plötzl ich nicht mehr: nun

soll ein e gewisse höfliche Form gewahrt werden!

VVenn Exce ll enz wen igstcns di e Güte gehaht hätten,

~i c h darüber zu ä ussern , was er unter di esel' höllichen

form versteht und wie er sich dieselbe denkt) dann

wollte ich sie mclnen Leuten schon beibringen, darauf

könnte Excell enz Silmtliche Eide der W elt schwören;

denn um dem Tadel eines Vorgesetzten zu e nt ~e h e n ,

t hut ein Untergebener, der sein en Dienst li ebt und

der es weiter brin gen wi ll, alles, und er bringt sein en

Untergebenen Sachen bei, die er früher selbst nicht

für möglich gehalten hat. Nu n sagen Sie a uch mal

einen Ton: wie denken Sie sich die höl1 liche l"orm ?"

Der Adjutant fühlte sich durch die Frage des

Vorgesetzten und durch das Vertra uen aue sein

VVisscn, das aus diesen Worten sprach , zwar sehr

geehrt, - aber das war a uch all es. Eine ve r­

ständige Antwort ve rmochte auch er nicht zu geben.

Aber während die in direk.ten Fragen das Gute haben,

dass man sie mit Stillsch we igen übergehen kann,

gehört auf ein e d irekte Frage, zumal wcn n sie aus

dem Munde eines Vorgesetzten kom mt, immer a uch

ein e Antwort - schweigt man a uch dann, so

ist das entweder ein Ze ichen von Widersetzlichkeit

oder vo n geistiger Be sc hr ~l nkth e it , und in dieser

Be leuchtung zcigt sich der Untergebene nicht gern

dem Höheren. Sagen musste der Adjutant also

irgend etwas un d so meinte cl' denn schliesslich :

"Viell eicht wi ll Exce ll enz, dass di e Me ldereiter ihm

di e Meldekarten mit einer geringen Verbeugung überreichen

oder dass sie während des prechens ein

freundliches Gesicht machen."

Der Oberst sah seinen Adjutanten, der sein e

Sache sehr gut gemacht zu h aben gla ubte, mit

grossen, starren Augen an. "Sagen Sie mal," fragte

er endlich, " haben Sie gestern Abend se h I' lange

im Kasino gesessen ? Was Sie mir da erzählen,

scheint mir eine Kateridee zu sein, oder wollten Sie

mich etwa uzen ? Soll ich meinen Husaren viell eicht

vor dem Manöver noch Tanz- und Anstandsunterricht

geben lassen und sollen die Jungen da noch erst

lernen, mit einer sogenannten eleganten Verbeugung

bei der unter Hundert wenigstens Neunundneunzig

mit einem Bein hinten ausschlagen, ein er Tänzerin

einen Blumenstrauss zu überreichen, und soll en meine

Husaren dann das, was sie in der A nstandsstunde

lernten, praktisch im Manövergelä nde verwerten?

Excell enz müsste nicht Excellenz, sondern wie Sie

ei n ganz junger Oberleutnant sein, wenn er all en

E rn stes so etwas verlangen oder auch nur denken

sollte. "

Der Herr Oberst schwieg und der Adjutant

lllilchte ein sehr wenig intelligentes Gesicht! De r

letzte Hieb sass und zwar derartig, dass es ihm

nicht einmal schmeichelte, mit Excell enz in einem

Atem genannt worden zu sein .

Der Kommandeul' versank in tiefes Nachdenken,

seinen Adjutanten fragte er garnicht mehr um Rat,

dabei kam, wie es sich eben erst gezeigt hatte, doch

nichts Gescheidtes heraus, so grlibelte er denn a llein

weiter und ze rbrach sich den Kopf darüber, in

welcher Form Excellenz denn die Me ldungen überbracht

haben woJJte; aber auch bei seinem Nachdenken

kam nicbt allzu viel heraus, eigentlich garnichts.

Aber so ganz umsonst zerbricht sich ein Vorgesetzter

denn doch nicht den Kopf, das ze igte sich

au ch. hi er wieder: "Halt, ich habs," rief er endlich,

" feh lese heute M.ittag den Herren J~ ittmei ste rll das

Schreiben Sr. Excell enz vor und sage dann zu ihnen:

" Mein e H crren, Excell enz drü ckt sich so Id ar und

deutlich aus und die gewisse höflich e Form, die

Excellen z zu sehen w ünscht, ist so selbstverständlich,

dass ich über die Form selbst ja kein weiteres W ort

zu ve rlieren brauche." - So werde ich zu den

Herren sprechen und sie mögen dann selbst sehen,

wie sie das KunststLick fertig bringen - ich vermag

ihnen beim besten Willen nicht zu h elfen. "

Die Herren machten am Mittag, als der Kommandeur

zu ihnen gesprochen und sich dann schneller,

al s es sonst sein e Art war, \'on ihn en vera bschi edet

hatte, ein sehr langes Gesicht und sahen sich mit

g rossen Augen verwundert an. VVas verstand der

()berst unter der gewissen hö fli chen Form? Dass

Excell enz nicht übel' den Haufen geritten ·werden

wollte, wa r ja selbstverständ lich - deshalb h atten

sie a uch ihrcn Husaren auf das stren gste ein geschärft.

schon fü nf Schritt vo n dem Vorgesetzten

vom Pr'erd zu springen und den alten Friedrich

Wilhelm am Zügel zu nehmen. Es wal' ja ein

LeiChtes, die fünf Schritt in sieben oder acht Uill ­

zUändern, a ber damit war auch dann Schluss der

Vorstellung - m ehr gab es nicht.

"Das ein fachste ist," dachten die Hittmeister

endli ch, "wir schärfen unseren Leutnants ein, mit

allcr Strenge darauf zu h alten, da s die Leute ihres

Zuges die Meldungen in einer gewissen höt'li chen

Form Li berbringen - mögen sie dann seI bst zusehen ,

wie sie das Kunststück fertig bringen, wir können

ihnen da beim besten Willen nicht helfen."

Am nächsten Vormittag machten die Herren

Leutnants, als ihnen die I-Ierren H.ittmeister be i dem

Exerzieren eine lange H.ede gehalten h atten, seltr

lange Gesichter und sahen sich mit grossen, starren

Augen gegenseitig sehr verwundert an. Sie hatten

keine Ahnung, wie Excellenz sich die Sache dachte.

Aher auch ein Leutnant weiss sich zu h elfen:

als die Zugführer entlassen waren, riefen sie ihre

Unteroffiziere zusammen und hielten denen eine

H.ede, deren Inhalt a uf ein Haar dem glicb, was der

Herr O berst zu seinen I~ ittm eistcrn gesprochen hatte.

Mochten die Unteroffiziere sehen, wie sie das

Kunststück fertig brachten - sie selbst ko,nnten


7

ihnen da bei dem besten Willen nicht helfen.

Aber die Unteroffiziere wussten sich auch zu

helfen; als sie entlassen waren, rieren sie die Le ute

ihres Beritts zusammen und hielten ihnen eine Red e,

die au f ein Haar der Eede glich, die die [-leITen

Rittmeister ihren Herren Leutnants gehalten hatten.

Nur der Schlusssatz war etwas e lJ ergischer und

drasti,cber und lautete: "Und das sage icb Euch,

wenn mir eine Kl age darüber zu Ohren kommt,

dass Ihr an Excellenz eine Meldung überbringt und

dahei die gewisse höfliche Form ausse I' acht lasst,

dann sage ich weiter nichts, als : ich gratuliere E uch ,

und dann könnt Ihr Euch auch selbst gratulieren."

"i\'Iögen die Husaren sehen, wie sie das Kunststück

fertig bringen", dachten die Unterofliziere,

"wir selbst können ihnen da auch nicht helfe n".

Und also vorbereitet zog das I~ eg im e nt in s

Manöver: da keiner genau wusste, was er von seinem

Untel'gebenen verlangte, hatte man von einer Besichtig

ung der geftlrderten höHichen Form Abstand

genommen: der Oberst verliess sich darauf, dass

seine Hittmeister die Sache schon gemacht haben

würden, die l(,ittmeister verliessen sich auf ihre

Leutnants, und die Leutnants waren fe lsenfest d;lvon

überzeugt, dass die Unteroffiziere die Sache zum

mindesten eben so g ut, wenn nidlt noch besser gemacht

hätten als sie selbst. So verli ess sich ein er

auf den anderen und jeder Husar verliess sich fe st

darauf, dass nicht er selbst, sond ern irgend ei n

Kamerad mit ein er Meldung zu Sr. Excell enz geschickt

werden würde - mochte der Kam erad

dann sehen, wie er das Kunststück fertig brächte,

helfen konnte ihm da kein er.

Und die Stunde schlug, da Sein e Excellenz der

Herr Oi vision skommandeur persön I ich die Leitu ng

der Manöver Lib ernahm zwar hatten nacll

sein er Ansicht ja auch die ersten T age, in der ein

Hcgim ent gegen das andere manöveriert, ihren gewi,sen

Wert, aber doch auch nur einen gewissen:

Ernst 'wurde es jetzt erst, als er selbst das Kommando

übernahm, die Offiziere seiner Division um sich versammelt

hatte und ihnen in längerer Eede ausein ­

andersetzte, was er all es von ihnen in den bevorsteh

end en Manövertagen erwartet e : wenig war es

ni cht, und viele sahen es mit Sicherheit voraus,

dass es ihnen nicht gelin gen würde, die Zufi-iedcnheit

des Vorgesetzten zu erringen .

" Sehr heg ierig bin ich auf die Meldungen der

Kavallerie nnd auf die Form, in der mir die Meldungen

überbracht werden'" schloss Sein e Excell enz,

" da bin ich wirklich begierig".

,,\!\fir nicht minder," dachten die I-Jen'en der

Kavallerie, "nur die Gewissheit haben wir, dn ss es

ganz sicher ein UnglLick giebt - wir sind nur begierig,

bei wem es ein schl ägt."

Und alle schwuren sich, unter ll einen Umständen

an die Adresse Sr. Excell enz eine Meldung abzusend

en, aber im Gegensatz zu den Vorgesetzten

können die Un tergebenen nicht immer ihrem Vorsatz

treu bleiben.

"Herr Hittmeister", redete im Laufe des Gesprächs

der Kommandeur des Husarenregimeuts den

Chef der ersten Schwadron an, "schicken Sie sofort

ein en Meldereiter zu Sr. Excellenz und lassen Sie

ihm melden, dass die feindliche Kavall eri e sich soeben,

nachdem sie unserer ansiChtig geworden ist,

in w estlicher Uichtung , anschein end nach Aciorf,

zurückzieht".

Der Fittmeister hatte in diesem Augenbli ck nur

den ein en Wunsch, nicht geboren zu sein, trotzdem

sagte er: "Zu Befehl, I-JeIT Oherst" und wandte

sich dann ängstlich an sein en VVachtmeister: ,,\iVen

senden wir denn nur von den Kerl s?" fragte er.

"Ein durchaus zuverlässiger, gewandter Mensch muss

es schon sein."

Der Wachtmeister liess einen raschen Blick über

die Schwadron gleiten, dann winkte er sich einen

Husaren herbei. "Der Meier wird es schon machen,

Herr Rittmeister" .

Und begleitet von den Segenswünsch en der

ganz en Schwadron ritt der Husar Meier vo n dannen,

um nach einer guten Viertelstunde wied er zurückzukommen.

"Nun, was sagte Excell enz?" fragte eier Fittmeister

neugierig. "War Excell enz mit Jhnen zu ­

f'rieden ? Nun, so reden Sie doch, was sagte Excell enz,

al s Sie ihm die Meldung Uberbrachten ?"

Der Husar Meier hätte sich am liebsten nachdenklich

mit seiner Lanze hinter den Ohren gekratzt,

das ging ja aber nicht und so antwortete er denn

~ch li ess li ch: "Excellenz sagte, Excell enz wollten noch

mit dem Herrn lüttmeist er L'rber mich sprcchen."

Das klang wenig vertrauensvoll, zumal der f-l usar

Meier ein sehr wenig erfreutes Gesicht machte ­

allzu freundlich schien er bei Excell enz nicht aufgenommen

worden zu sein . So bekam de" H


8

Vom Oopf ZUft" Gpossstadt.

_in ~e lt e n es J.ubiläum fe ierte vor' k~rzem

h ~ die GemelDd e c h ö n e b e r g, Indem

ihre Einwohn erzahl di e 100000 überschritt.

Die Entwicklun g dieser Stadt 'ist

so aus~erordentlich , dass wir unseren Lesern

einen kurzen Rückblick auf die Vergangenheit

und Gegenwart derselben nicht vorenthalten

wollen, denn das rasche Anwachsen

und Emporblühen des Ortcs . steht

woh l einzig da. Dem grossen nicbt berLinischen

Publikum war chöneberg noch

bis vor kurze m wenig bekannt und noch

1"01' cincr Hcih e von Jahren verd ankte es

seine Berühmtheit nu" dem Umstande, dass

es von einer nicht unbeträchtlichen Zahl

von reichen, sogenannten M illion en baucrtl

bell'ohnt war und dass cs als Handlungs"

ort der in früherer Zcit ein mal ehr beliebten

Pos e "Das Mil chmädchen von

Schöne berg" figurierte. ln zwischen hat ich

die es idyllisc he "Dorf', dessen Ein woh nerzahl

noch in den grosscn Kriegsjahren von

, 70/7 [ nicht mehr wie 4500 !(öpfe zli hlte,

zu ein cr Grossstadt entwickelt, die in ihrcr

Anlage sich nicht nur den vornchmen

tadttcil en Berlin s zur eite stellen kann,

sondern dieselben in mancher Hin sicht sogar

·übertrifft. \Nie all e Vorortc Berlin s

verdankt Schön cberg sein Aufblüh en natürlich

in erstcr Reihe der Kaiserstadt elb t,

denn ein erheblich gro se I' Teil der Bewohner

Berlins hat in sein en vo rn ehmen,

ruhigen Strassen und Häusern Wohnung

genommen, um nac h vo llbrachter Arbeit

hier die wolilth ue nd e Ruh e zu geni essen,

welche er in den von Lärm und Tobcn

erfüllten Srrassen vergeblich suchen würde.

In weis er Voraussicht, dass ihr Ort dazu

bestimmt sei, ein em gewählten und vornehmen

Puhlikum scine Thore zu erschlies

en, haben d ie Väter der Stadt vo n

Anfang an dahin gewirkt, ihren trassen

und Bauten den tempel des Modernen und

Vornehmen aufzudrücken, und sie haben

hierin auch ein besonderes GlLick gehabt.

Ein Bliel, in die mit entzückenden Beeten

und Hecl-en besetzten Gartenanlagen des

Viktoria - Luisen" Platzes, in welchen ein

prachtvoller pringl runnen sein e Wa sermassen

in die Luft ' chleudert, ze igt die

künstlerische Vollendung der meisterlichen

Hand Encke's, des König!. Gartenin pector ,

der mit diesem Plane siegrcich aus ein em

Preisaussch reiben hervorgegangen wa r, und

dessen Entwurf vo n S. M. dem Kaiscr m it

ß EIU.INER LEBE,

Viktoria-Ll


9

dem eigenhändigen Vermerk "sehr geschm

:1ckvoll" versehen wurde. Kann man

den Platz seI bst eine Sehenswürdigkeit

nennen, so gebührt auch den angrenzenden

Strassenzügen, welche sich in ihrer woh1-

tllUenden Eleganz dem Ganzen in würdiger

Weise anschliesst, das höchste Lob. Die

Gebäude, bei deren Bau sich die bedeutendsten

Architekten bemüht haben

etwas wahrhaft Schönes hervorzubringen,

sind fast alle mit Vorgärten versehen und

dienen nur Wohnzwecken, da das Anbringen

vo n Läden hier grundsätzlich untersagt

ist. E;s ind hochherrschaftliche Häuser,

deren Innenein richtungen den glänzenden

Fayaden nicht nacbstehen. Alles, was

Luxus, Schönheit und Behaglichkeit nur

immer erfordert, ist dem Mieter !geboten

und sind diese tadttei le Schönebergs gewissermassen

ein " Buen retiro" aller derjenigen

Glü cklicben geworden, denen ihr

Ein kommen es ermöglicht, sich mit dem

denkbarsten Komfort zu umgeben. Vornehme

Hestaurants bieten Gelegenheit zu

ein em gemütli chen Stelldichein, und die

Möglichkeit, in wenigen Minuten das Weicbbild

der Stadt Berlin zu erreicben, gestattet

es, ohn e Beschwerden und Umstände die

Berliner T heater und Konzerte zu besuchen.

Die Verkehrseirll'ichtungen sind die denkbar

besten und erhalten neu erdings einen Zuwachs

in der jetzt fertiggestellten elektrischen

Hochbahn , welcbe auch chöneberg durchquert.

In [( ürze dürfte an der Wilmersdorfer

Grenze noch ein tadtpark entstehen,

der dazu bestimmt ist, der Mittelpunkt eines

besonders angenehmen Stadtteiles zu werden,

da hier ein e Vil lenan lage geplant i ·t.

Kommen w ir nun zum Facit, so finden

wir, dass der aussergewöhnliche Aufsch wung

nicbt allein in dem raschen Anwachsen der

Ein wohnerzahl zu erblicken ist, sondern

darin, - und dies ist ein besonderes Verdienst

der ums ichtigen und zielbewussten

Verwaltung - dass der Wohlstand der

Einwohnerschaft sicb um etwa 80 0 / 0 gehoben

hat, ein Punkt, der fü r die Steuerverhältnisse

der tadt von nicht zu unterschätzender

Bedeutung ist.

Zum cbluss 'wollen ,\'ir auch noch

darauf hinweisen, dass Schöneberg ein Reform

- Gymnasium, verschiedene höhere

Töchterschulen und eine Mittelschule besitzt,

und dass die ErriChtung z,weier weiterer

Realgymnasien und einer Realschule für

die nächste Zeit in Aussicht genommen ist.

Nach all edem scheint die junge Grossstadt

dazu berufen, sich au f dem beschrittenen

Wege we iterzuentwickeln und

erübrigt es sich nur noch, ihr zu dem Erreichten

sowohl wie für ihre Zukunft von

I-Terzen Glü ck zu wünschen.

---~ --

Jisen-

latz.

ll'-'RLlNER LEBEN


10

Huldigung für Kaiser Wilhelm I

n F.RT.lNF.l~ u .lm .

Aus der Fcst\'orstellung der Kaiser Wilhelm-Stiftung für deutsche Invaliden 1111 Theater des W estens


n II

·

BejJjJo.

Oscar ßlumenthal

Ilustav- Burwig, t'7'\

v ' " f!izf'

n ~ f ,.-;

aI 0 \

u. ..

· , -

rr0'- . '= ~;,

·

I jf"!

- • ;, .. ~ : ==, -----=: ,

tl , ,

~

,

/liu?


~ .... ;:".,

,.------/'-.

011. l!eppo lst ein 6d.sse ~unge, kl~g ur;d dl'e,bischßrt>t'st undJlz'n/c,JJ.f!JJPo IcornmtmllraJ'('hemJ;rurige atr/~'rt erstm .//U,fen wtnk.

2. JJeppo .rlrndlAt aus der Tasche dir cUt! ,/I1unxen I/roJ'S' und /dem, lllJJjJo sdzmetdzeZt au.rd{'r /'Ias('fu, dIr {im / etxt en 'I'rO!!f!:.n hIPin.

() lI. ..:.. ' ~ .r--_ .e::.. . Z-- .._ ~ ,.- --- r"---, I

~.l' " ~

ffi 1. 11 r =-=-=--r- --- ~

i ~-;-..i .

10 ~ , ;, • , --.. ,=-- ;. -~

;

r

.

:t-. i t:~ '

~

• , , ~

••

, --..

'1Lll rt. I .

. a "l'TljJo

• J]PjJpo's/laujJlrv'li'tl täg!ie!l braun PT' /n ,J1f.ome - {'o:r J'onn,(>!//l/al1x , }Jepjlo Ist der hll.bJ'{ws/r 6aunf'r dies'es gauner · rndtkn J'trands.

1 .JjefJ.fJo J'agt mll /ro/um J'lohe . .!(nrUJr t'st w /e Id, IlPl':y{'!7 mib:1. llefJjJo ISt cw..s' jenem Hohe, dl"ausmanJl/tllionare J·c-hnilxt.

I i.I ~ t-- .--. ""--'.r---i --..,

..-"'1.. -, .

., 1t~ • ~ '! 1tL-J /'//

;, er temjJo

.... ,

:

-.. -.J

-

-

-.... -.....J -...I ~ ...... ~

t

-~ -

-

r

~.

1 1 ...

Jl.Jl. /"LI. .-:--- a: tempo

JSBeppo wlrdcznsl l.vdler/ahren., mit gehal,t/'tem {lold beschenkt; odel' wz'rr;i U 1

n 11 t-"-t ~

-

I'" 'ftt..J '-....!

..-I ~

,

jUI1{!ozJahrm noch am GaLgen alf/!;dui'ngt.

~ -j ~ r , 7 'it- 1- n.!.., .!L' j! ~ r r

~

r

. .....-.. ~ "7']},a {'apo Cfl Fine.

, . --=

LJ! =-

-..;;;;I

. '" .. Cl

"-.1'


12

Coq uelin der Aeltere

Marg uerite Durand, die Cbefredaktrice der " Fronde" und Je:ln Coq uelin beim F rühstück Im Hutel Bristol

Vom Coquel in -Ga tspiel. In Berlin (13.-

1



Jean Coquelin Marg. Durand Direktor Hertz Coq uelin der Aeltere Mm e. Boucbetal

Die erste Probe Coquelin de Aelteren mit seinem Pariser Ensemble im BerJiner Königlichen Schauspi elha us

BERLINER LEBEN Ol ' i{f i"altll~!" a l l/ne f iil' " Berlill er Lebe ll " VOll Phot. Liiplre, Berlin.


BERLINER LEBEN


----- _ . ----

M/W-o.t~ So'!' ca -fovtt.. ~ 0 n--vI- n-ö S lWl.

VOlt eies J)i-:~ler~ ~

~~!~ -

"l( ö n\t r

CJ'-rf,ir~J


Des Weibes Schönheit ist des Weibes Waffe,

Vor welcher jeder Mann die seinen treckt.

Rostand.

flERLINER LEIlE i\


~ein unb. mit ~iren, uon 'l.lethten alß Ilppetihm~egeltbeiit) mllßen­

~ii\:ltenbeG IDlittcI 1t1eidJfiidJtißen unb uu'"ören \l3erfon·en. bcfoliberß· aber

~ekon,,"1eiicellttn. mit ßII(lllc3eid/lletrm

il'lnfd,c 3 1111\1 1.50 11m. S!3c1 6

.$ rrin 's Q5:riine IIp

Al~reol

Haar/arbe

vo n 0,·. E. Erdmann. Im Dermatol og ischen Verein ist Aurool

als das elnzil!' zweckm/i8sige lind unschädliche Haarfii rbemitt

el hin ~es t e llt. J . P. Schwarzlose Söhne, Berlin. Kö ni gl.

H ofl., Marl,grufenstrasse 29. ,\ Carlon MI,. 1.00 und Mk. 3.00.

KQnigin }fugusta=tatt~rsall

Caoutschouc-Oep6t

Inhaber:

Fedor Jung und Fritz Birkholz

Berlin W.IO.

Königin Augusta-Strasse 42.

Pensions - Stallung

für circa 200 Pferde.

'" agenl.'emisen,

Elektrisch bel e uchtete heizbare Reitbahnen.

Billigste Photogr.- Handlg.

Un erreicht ist di e ca. 500 GI'. schwere

Sport-Klappcamera "F IX"

mit doppelter Casette lind Obiectiv Mari, 25.- .

Neu

Philipp Rümper Frankfurt a. M.25

Preisliste gratis gegen 10 PI. Porto.

F. Gommolla

BERLIN W., Leipzigerstrasse 112.

'frist~r

~ Rossmann

näbmascbin~n

Milgl. des O ffiz ie"- Vcl'eins Rabatt !

' Aufnahmc- und Vcrgrösserllngs-Apparat

• uKolibriH, Li efert lcbc ll sgrossc ßilder.

= complct mit Objectiv Mk . 100.- .

Grass & Worff, BERLIN, lunkerstr. I.

Potsdamerstr. 8. - Paulstr. 31.

Baptßechte

ii ber bei de Wange n starI, eiternd und

Borl,c zeigend, konnten verschi edene

Ac rztc ni cht heilen. -- 111 der Special­

Behandlung für I-Iallt- lind Unterleibsleid

en von U · ..... dcr, nc .. I.I .. , Grosse

Franklurterstr, 115 wlIrde von derselben

in cini «. Tagen befreit. - Ik rlin. 23. 5. 0 1.

Palli Kiig lcr. Fricd richstr. " 5, 111.

X STE!:~t!~k~~!!

Detectiv-Institut

NW., Mittelstr. 24, pt. T elephon T, 724.

E rmitllllnge n, Überwachungen an all en P lii tzen der ·Welt.

Vertra uens-Angelegenhe"ite n je der Art .

S trengste Disl,,·e ti on. I'r os p~ct e gratis. Ja. R eferenze n. Lind &. Linde

Zah na rzt.

Zahnldinsti er.

Ziehung 6., 7, und 8. Februar.

Marienburg

loose a ' 3 Mk POl'tO u . Liste

.80PI'.extra..

800 000 Loose. 8840 Geldgewinne,

za.l1lba.r ol1no Abzug mit Mk.

355,000

Ha.uptgewinne :

1!60~OOO

1!.50~000

1 !4:0"!000

1 !30,000

1 J~. 20,000

I! .• 0,000

4 8. 2500 = 1 0 000

10 a 1000 = 10000

20 a 500 = 10000

100 a 100 = 10000

200 a. 50 = 10000

1000 a. 20 = 20000

7500 a. 10 = 75000

Loose versendet Ileneral·;)eblt: .

lud. Müller i Co.

Berlin, Breitestr. 5,

"Am burg. gr. Johannisstl'. 21.

_: IlIUokamüller,

fRIEDO WIESfHHAVfRN, HAMBURG. 3

Emil Garde

BERLIN, Mittelstrasse 60.

Renommirteste Bezugsquelle aller

Arten nur naturreiner bestgepflegter

und abgelagerter WEINE etc.

~

Schmerzloses Zahnziehen ohne Narkose! Eig. Erlindnng!

Zahnersatz. Plomben. Bestempfohlen von Aerzten und hö~h sten Patient ~ n.

H ervorragend hygienisch eingeri cht et. - Feinstes I nsl,tllt der ResIdenz.

Lejpzi~er Strasse 10 lind D1.'üek.en-Strasse 6a 1

an der Wilhelmstr. Spr. 9-6. (Daselbst all ch Khmk 8 ' 2.)


la

VOrnehmstes Vergnügungs - Etablissement der Residenz,

Behrenstrasse 55-57.

L>e"unl·ons find en statt:.Jeden Montag, Mitt­

~ woch, Freitag un d Sonnabend.

B 'nn : Jl Uhl' Abends.

J e der fertigt seine Stiefel selbst an

nach einem filnftägigen Cllrslls (10 Mark) jm

flfelier Sancf erispiq

BE R LI N W , 35, Potsdamerstrasse 98 I .

Vnhtlk • Z -iollen.

l ~i n St trllgc lI

:tln 13. Juni 1;:1 1.

HoUicfcr:Lnt Rr. :\I :lj. ih,:l1 lü till(lrit u. Königs. I K. u. K. Ilollllllhl wftll rcn · Fn l, rik:Ul l~

Pariser Weltausstellung 1900 "Grand Prix".

J. A. Henckels

Zwiltingswerk in Solingen.

fLLhricirt IIlld 001pll " Iolt:

Messer u. Gabeln für Kilche u. Haus - Messer für alle

Gewerbe u. Künsle - Taschen- u. Gartenmesser - Rasirmesser

u. Rasirapparale - Hirschfänger u. Jagdmesser -

Scheeren fUr alle Zwecke - Korkzieher, Nussknacker eie.

h ~ h b it.te au f die Sc hlll.:t. ll1a rke : _rI-ZJ'

zu achten. ll'iir j ud e!;; HLii ck, wol ehus du!;; ZW illin g~~ -.m

zeichon trägt, wird un hedingte Gowii,hr gch.'istet.

Wo d i • Geschii.rt.o d c I' Hnillcho tll l'ill I j'~ l h l"i ka l nicht fiihl'CU ,

b iLte sich zn w eIldelI :111 dil' 1I:l ll pl nil'df' r1a ge :

BERLIN W., Leip ;.:igerstrasse l1 8.

m gcn c v ('r!" ",f" " i,,,l orlageu :

Frankfurt a. M., Slei nweg 9 - Hamburg, Gr. JohannisSir. 6

Köln a. Rh., Hoh esl,'. 144 - Dresden, Wilsdruflerslr. 7

Wien I, Käl'nlhnerslr. 24.

Filiale Beplin

Leipzigerstr. 41.


Feinster türkischer Tabak

i-l

~

.J114

e

.....

CD

cE

=

~

~

~

=

CD

....

= ~

e ~

~

~

~.

,0.

e+

~:

= r+

~

CD ·

~.

Q

=r

e+

a

. ~.

~

rJ

=

In allen feinen Cigarre.n=Geschäften Deutschlands

erhältlich


Das Fernsehen.

Aus dem abessinischen Fe.ldzuge, welcher den Engländern

der un geheuren Terrainschwierigkeiten wegen ähnliche

Kopfschmerzen bereitet hat, wie gegenwärtig der Burenkrieg,

erzählt man eine int e res ~ ~l nte Episode, die wohl geeignet ist,

die grosse körperliche Uberl egenh eit des durch den steten

Aufenthalt in freier Natur gestählten Menschen zu illustrieren.

In einem bestimmten Falle, da es den Engländern nicht

mehr möglich war, mit ihren Ferng läsern einen sich bewegenden

Gegenstand in Mensch oder Tier zu diflerenziel:en,

soll es den Eingeborenen gelungen sein, mit biossem Auge

zu erkennen, dass di eses frag liche Objekt ein Reiter sei, der

einen Schecken ritt. So fabelhaft die Geschichte k lin gt, so

ist sie doch durch die ungeheure Schärfung der Sinne, die

Elastizität und Beweglichkeit, welche der Körper durch stetes

nat urgemässes T raining erwiesenennassen erhält, motiviert.

.. Die Sinn e des l(u lturmenschen sind geschwächt durch

Uberanst rengung und un gesunde Einwirkung des Stadtl ebens;

er braucht daher künst liche Hilfsmittel, und diese giebt ihm

die hochentwickelte Technik an die Hand. Speziell die

Instrum.ente, welcbe die Sehkraft des Auge ergänzen und

verstärken, sind

gläser verleillen

heutzutage zu un s eine Sehso

grosser Vol-

weite, die denn

lendung ge-

doch we it über

diehen, dass ein a ll e,n indiani-

Vorgang, wie sch en Scharfde

r oben citierte,

sinn hinausgeht.

jetzt wohl ins Die Anforde-

Reich eie r Fabel

rungen, welche

zn verweisen man an ein Fernwäre,

denn die

glas stell t, sind

modernen Fern- in der . Hauptsache:

handliche Form, gro sses Gesichtsfeld bei möglichster

Lichtstärke und Vergrösserung. Diesen Forderungen genügte

das früher allge mein gebräuch liche holländische oder Galileische

Femrohr nur unvollkommen. Sein Gesichtsfeld war

klein, und dreifache Vergrösserung konnte kaum über-

schritten werden. Die modernen Ferngläser sind ein e Ausgestaltung

des astronomischen oder Kepler'schell Fernrohrs,

das d urch Nutzbarmacbung von Porro's E rfindung dei' Einschaltun

g vo n Umkehrprismen in den St rahl engang in sehr

genialer Weise verbessert worden ist. Wie die Umkehrprismen

"'irken, zeigt unsere Abbildung des Goerz'schen

Tricder-Binoc le. Die Lichtstrahlen treten in der Pfeilrichtung

in das Objektiv ein und werden durch die beiden

Prismen viermal rechtwin ld ig abgelenkt, ehe sie das Okular

erreichen. Hierdurch wird ;wg leich die Aufrichtung des

Bildes und Ve rkürzung des Instrumentes auf den dritten

Teil bewirkt. Das ln trument, welches hesondere E~nste]lung

fü r Augen mit verschiedener Sehschärfe sowie

jeden Augenabstand gestattet, wird mit 3, G, 9 und 12facber

Verg rösserung hergestellt, ist also für a ll e Zwecke bis zu

astronomischen Beobachtungen geeignet. Nähere Angaben

finden sich in ei ner reich ausgestatteten Broschüre, welche

die Optische Anstalt C. P . Goe r z , Berlin-Friedenau 4 2

kostenfrei versendet.

unübertroffen an G ütc und Wohlge'

schmack .

3 Kronen. MI,. 2.8 0

2 Kronen . " 2 .'10

I Krone . . . . " 2 . -

Hansa . . . .. " 2 .·10

sind beliebte Marken.

P . W. OAEDKE-HAMBURO.

Goldene u . Silberne Medaille Par lsllJOO

m.-1"aus~nd~fID~llmmil.

~\.. ~ \.. :llil,m::en,

bestütigcn, das Oeorg Poh!'s Schön ­

heits- Creme u. - Seife d. Gesich t schön,

blühendf'risch 11. jung macht, g lüHet jede

Runzel 11 . lüsst W immerl, Flecken 11. all e

im Gesich t vorkommenden U n r cin ig l


__

LUCCA


besonders feiner

Liqueur

" erkauf in O ri gin al-F laschen in fein eren einscbWgigen Geschäften.

A ussch ank ' in H.estaurants, Caf'cs, Conditoreien.

11

LUCCA COMPANY HAMBURG.

Oel

. .. ßerl. rmöbeFITschler AOjit,er I

· etat AU$jteLLun~

vornehmer, el:ga:nter

WOHnRAUmE

1Ia


Re O f3 0 RJ I D. R-Patent. (Kalk-Eisen-Eiweiss.)

~

Deutsche Roborin-Werke, Berlin NW. 7.

Billigstes Kräftigungsmittel.

'/1 Dose M.2,-. 1/. Dose ~[. 1,1r..

Tablotten il. 0,5 gr. M. 2,-. Pillen

mit Schokolade überzogen Dl. 3,- .

~eder Gebildete

dem daran gelegen Hf, eIne In Husrtattung und :lnhalt

gleidl vornehm gehaltene Illurtrierte Wochenfchrlft

lefen, beHelle gratis eine Probenummer 1I0n

Reclams

......-.niuerium

Preis Jeder Wochennummer 30 Pf.

!Jm Ouorfa(sobonnemenf 13 neffe nur 3.50 m.

Reclams Unlverium mit ieinen intereHanten Bildern zur tages.

gefdlldrte, mit lelner PortrMgalerle berühmter ZeltgenoHen, mit

leinen pradltvollen Kunitbl~ttern, mit [einen [pannenrlen Romanen,

novellen, 5umoreslren unterer allererften Erz/lhler, mit [einen

Illurtrierten artllreln aus den In'/ereHanterten Wj[[ensgebleten, mit

leinen für leldlterte Unterhaltung am Famlllentifch beltlmmten

Rdtfeln, Spielen, Sdladraufgahell . WiI)en, anelrdoten und den fOr

die Damen des 5aules IntereHanten Rezepten für Küdre unrl Keller,

fOr 5aus. und ZImmergarten bietet für jerle gebllrlete Familie eine

unentbehrliche Erg~nznng zur !Jelrtüre der tagesbldUer.

man abonniert bel Buchhandel und Poft.

Probenummern verfendet gratis und franko

Phllipp Rec:!om jun. In [(elpzlg.

l;tBeiM1i

Kein rtarlter J;,cib, helne rtar1ten fHiften mehr, sOlld,.rn

jugendliche Schlanlthelt. harmOllirchc figur, gl"a!ic\c

10rll1 der lZa!Uc ohne Henderung der J;,ebcnsw .. rc durch

1C.~.~tt· ~lt~ ges'lz\. gesell.. - U.?lIkomnlClt g,f,lhrlo~e

\Z.J,," r" "l.ehrkllr. Keilte Dlol. KClll e RrznCl. Eilt

naliirliches PIIMIl.e.II . Pr,ipMal UIII,r (3,",ll1li. ohlle jedell Ilach·

Ih.illiir die (3esuudheil. Sichersie Wirkullg. P,ld


I~Ölnil"oÖches

Cafe u. Conditorci

"DeI' KaiseI'hof"

Nelles im vornehmsten Style eingerichletes Wiener Cafe.

Grösslc Sehenswürdigl«;;1 Berlins.

Weingrosshandlung "Der Kaiserhof"

Bureau: Ecke Mauer- lind Kaiserhofstrasse.

Grösstes Lager in Rhein- und Moscl- sowie Bordeaux-Weinen,

C hampagner, Cognac etc. .

Stadtküche "Der Kaiserhof"

Allsführung von Hochzeiten, Oincl's, Soupers, einzelnen Schüsseln etc,

in der Stadt lind nach ausserhalb,

Die Ob'cction: C. Matthäi,

• B'~?!~!lm:;r~~~~;'~d~'~'~'~;~'~~~"~;~::~'~.

IlIit jedem modernen Comfort behaglich$t ausgestattet.

Vornehme ruhige Lage. 000 Hinterfront nach den Königlichen Gärten blickend.

....,....,...., Täglich Abends von 7' /~ Uhr an Concert VÖRÖS MISKA, ...............

In:ul.l:V l\' .

leipzigerstr. 12

(Ii'lilti'l' I'l'il·dl'idl~II'.II;).

Ersles Maskellcuslilme-Verlelh·

lind

VerkalIfsgeschäft.

llestcAllswahl ill

historiscllcn,

l

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine