Das Magazin 2/2013 - Evangelische Heimstiftung

ev.heimstiftung.de

Das Magazin 2/2013 - Evangelische Heimstiftung

2/2013

Das Magazin

Aus der Heimstiftung

Hausgemeinschaften

Ein Modell für die Zukunft?

Ehrenamt aktiv

Ehrenamtspreis: Gewinner 2013

Bundesfreiwilligendienst

61-Jährige engagiert sich im Haus auf der Waldau

Adam-Rauscher-Haus

Leben wie daheim


Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

das Jahr 2013 war ein politisches Jahr – geprägt

vom Bundestagswahlkampf und politischen Forderungen

aus der Pflegebranche. Welche Rolle

spielt zukünftig die Pflege? Wer sind die zukünftigen

Protagonisten für die Pflege auf Bundesebene?

Diese Fragen sind zum jetzigen Zeitpunkt

noch ungeklärt. Doch einen ersten Vorgeschmack

darauf, welche Positionen die Parteien im Bundestag

vertreten werden, gab es auf der diesjährigen

Veranstaltung HORIZONTE, dem Pflegeforum der

Evangelischen Heimstiftung – eines der Highlights

in diesem Jahr. Hier diskutierten die Bundestagsabgeordneten

über die Pflege und die Rolle, die ihr

die zukünftige Regierung beimisst.

Die vielen positiven Reaktionen auf unsere letzte

Ausgabe „Magazin Aus der Heimstiftung“ und auf

unsere pflegepolitischen Positionen haben uns

darin bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Es ist wichtig, sich weiterhin aktiv in die Pflegepolitik

einzumischen und Themen kritisch zu hinterfragen,

sei es der aktuelle Entwurf zum neuen

Landesheimrecht, die vielen fehlenden Pflegeplätze

oder die Forderung nach einer offeneren Willkommenskultur

für ausländische Pflegekräfte. Die

Pflege braucht Veränderung und den Mut, Kritik

auch laut äußern zu dürfen. Mehr dazu auf Seite 6.

Was hat die Evangelische Heimstiftung die letzten

sechs Monate sonst noch bewegt? Einen kleinen

Einblick in die wichtigsten Themen und Ereignisse

erhalten Sie in der Rubrik „Aus der Heimstiftung

ab Seite 28.

Doch zunächst wünsche ich Ihnen ein friedvolles

Weihnachtsfest und Gottes Segen für das kommende

Jahr 2014!

Ihr

Bernhard Schneider

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 3


Inhalt

10

18

Inhalt 2/2013

2/2013

Das Magazin

Aus der Heimstiftung

Hausgemeinschaften

Ein Modell für die Zukunft?

Ehrenamt aktiv

Ehrenamtspreis: Gewinner 2013

Adam-Rauscher-Haus

Leben wie daheim

Bundesfreiwilligendienst

61-Jährige engagiert sich im Haus auf der Waldau

6 | Standpunkt

Tausende Pflegeheimplätze

im Land fehlen

Heimstiftung verhandelt

erstmals Fachkraftquote von

über 50 Prozent

Neues Heimrecht –

Von Lob kann keine Rede sein!

Willkommenskultur für

ausländische Pflegekräfte

8 | Titel

Hausgemeinschaftsmodell:

Im Pflegeheim in wohnlicher

Atmosphäre leben wie daheim

12 | Titel

Interview mit Kathrin Gradwohl,

Hausdirektorin im

Adam-Rauscher-Haus

16 | Kirche und Politik

Informationen aus Diakonie

und Politik

18 | Ehrenamt aktiv

Schulungen fürs Ehrenamt

Ehrenamtspreis:

Unsere Gewinner 2013

22 | Impuls

Helfen? Den anderen sehen,

aber auch sich selbst

24 | Perspektiven

Johanniterstift im Sternenhimmel

Bundesfreiwilligendienst:

Nichts erfüllt mehr,

als gebraucht zu werden!

14 | Titel

Meinung: Hausgemeinschaften

– das Modell für die

Zukunft in der Altenpflege?

4 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Inhalt

24

34

28 | Aus der Heimstiftung

34 | Bau

Jahrespressegespräch 2013

Mitarbeiterbefragung 2013

Stuttgarter Altenpflegetag

Neue Unternehmensstruktur

Charity Dinner in Bad Boll

DEVAP-Bundeskongress in Berlin

Pflegeforum HORIZONTE

Innovationszentrum

Personalien

Haus am Enzpark: Halbzeit bei

Großprojekt in Bissingen

Richtfeste und Einweihungen

38 | Einrichtungen

Namen und Anschriften

Impressum

Das Magazin. Aus der Heimstiftung

Verantwortlich: Bernhard Schneider

Redaktion: Marina Deiß

Telefon (07 11) 6 36 76-124

Telefax (07 11) 6 36 76-554

magazin@ev-heimstiftung.de

Anschrift der Redaktion:

Das Magazin. Aus der Heimstiftung

Hackstraße 12, 70190 Stuttgart

Gestaltung:

Amedick & Sommer GmbH, Stuttgart

Fotos:

alle Fotos Evangelische Heimstiftung

mit Ausnahme von:

Sebastian Heise: Seite 17, 31

Werner Krüper: Seite 22

Fotolia.com: Seite 3, 6

Produktion und Druck:

Henkel GmbH Druckerei, Stuttgart

Nachdruck und elektronische Verwendung

nur mit schriftlicher Genehmigung.

Das Magazin. Aus der Heimstiftung

erscheint zweimal im Jahr.

Auflage: 20.000

Herausgeber:

Evangelische Heimstiftung GmbH

www.ev-heimstiftung.de

Der Bezugspreis ist durch den Beitrag

abgegolten.

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 5


Standpunkt

Tausende Pflegeheimplätze im Land fehlen

Laut Statistischem Landesamt

183 000

wird die An-

147 000

132 708

76000

105 000

zahl der vollstationär

Gepflegten bis 2030 auf

rund 130.000 ansteigen.

Ende 2011 standen

57 617

182 000

87970

130 000

dafür 97.780 Plätze zur

2011

Zahl der Pflegebedürftigen

2030 2050 Verfügung, die mit 87

Prozent ausgelastet sind.

in Baden-Württemberg

Demnach fehlen bis 2030 rund 32.220 Pflegeplät ze.

Pflegegeldempfänger,

zu Hause von

Angehörigen gepflegt

ambulante Gepflegte

vollstationär Gepflegte

Quelle: Statistisches Landesamt

Baden-Württemberg

Durch die gesetzliche Vorschrift, wonach alle

Doppelzimmer abgeschafft werden müssen, ergibt

sich ein zusätzliches Minus. Damit fehlen in Baden-

Württemberg bis 2030 rund 51.000 Pflegeheimplätze.

Dafür müssten rein rechnerisch über 1.000

Pflegeheime mit circa 50 Plätzen ge baut werden, das

wären jährlich 60 Einrichtungen. Für Bernhard

Schneider gleicht dies einem Tsunami, der auf

Baden-Württemberg zurollt. Denn für den Bau

eines Pflegeheimplatzes rechnet man mit einer

Investitionssumme von 110.000 Euro, also ein

Gesamtvolumen von rund 5,6 Milliarden Euro bis

2030 – ohne Grundstückskosten. Laut Schneider

hat die Landesregierung auf die dramatische Entwicklung

noch nicht reagiert – im Gegenteil: Im

Land ist ein deutlich abgekühltes Klima für Pflegeheimträger

zu spüren. Man kämpft mit unzureichenden

Refinanzierun gen der Investitionskosten,

fehlenden oder teuren Grundstücken und

zusätzlicher Bürokratie im neuen Landesheimgesetz.

Will man wirklich so auf die Herausforderungen

der Zukunft reagieren? Für die Evangelische

Heimstiftung ist klar: Was die Al ten pflege

in Baden-Württemberg dringend benötigt, ist ein

neues Förderprogramm des Landes, um die Pflegeinfrastruktur

zu sichern. Land und Kommunen

sollten die Träger aktiv bei der Entwicklung neuer

Einrichtungen unterstützen, die als Quartiershäuser,

Generationenhäuser oder Pflege wohnhäuser

ein fester Bestandteil des Gemeinwesens werden.

Es ist jetzt an der Zeit, die rich tigen und notwendigen

Rahmenbedingungen in der Pflege zu

schaffen.

Heimstiftung verhandelt erstmals

Fachkraftquote von über 50 Prozent

Seit Jahren kämpfen die Pflegeheimträger für die

Refinanzierung einer angemessenen Fachkraftquote,

die von den Kostenträgern und der Schiedsstelle

bislang auf dem heimrechtlichen Mindestmaß

von 50 Prozent gedeckelt wurde. Diese harte

Haltung führt in den Einrichtungen regelmäßig

zu erheblichen Problemen: Um auch in Urlaubsund

Krankheitszeiten genügend Fachpersonal zu

haben, müssen mehr als 50 Prozent Pflegefachkräfte

beschäftigt sein. Das wird aber nicht refinanziert.

Außerdem gibt das Sozialministerium

Baden-Württemberg in ihrer Orientierungshilfe

für Heimaufsichten vor, dass in jeder Tagschicht

3%

für je 25 Bewohner eine Pflegefachkraft anwesend

sein muss. Die Umsetzung dieser heimrechtlichen

Vorgabe stellt insbesondere kleinere Pflegeheime

vor einen unauflösbaren Widerspruch: Die Heimaufsicht

fordert deutlich über 50 Prozent Fachkräfte

und die Kostenträger weigern sich, das im Pflegesatz

anzuerkennen.

So war das auch in der ersten Verhandlungsrunde

für das Haus im Lenninger Tal, einem Pflegeheim

der Evangelischen Heimstiftung mit 38 Plätzen.

Die Forderung der Esslinger Heimaufsicht nach

ständiger Anwesenheit von zwei Pflegefachkräften

in den Tagschichten bedeutet eine Anhebung der

Fachkraftquote auf über 60 Prozent. Die Evangelische

Heimstiftung hat nach dem Scheitern der

Verhandlung der Heimaufsicht mitgeteilt, dass sie

ohne heimrechtliche Anordnung nicht in der Lage

ist, die erforderliche Finanzierung für die gewünschte

Fachkraftbesetzung umzusetzen. Es hat

einige Zeit und Mühen gekostet, aber die Anordnung

ist dann mit einem entsprechenden Gebührenbescheid

eingegangen. Auf dieser Grundlage

hat die Evangelische Heimstiftung er neut verhandelt

und deutlich gemacht, dass sie die Berücksichtigung

der erhöhten Fachkraftquote in der

Pflegesatzvereinbarung notfalls durch alle Instanzen

durchsetzen wird.

6 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Standpunkt

Das hat Wirkung gezeigt: Kurz vor der Schiedsstellensitzung

wurde eine Einigung erzielt. Für die

Einrichtung wurde ab August 2013 eine Fachkraftquote

von 63 Prozent mit einer entsprechenden

Pflegesatzerhöhung von 8,8 Prozent vereinbart.

Das war ein großer Erfolg für unser Pflegesatzreferat“,

stellt Bernhard Schneider fest, „und es

ist ein Meilenstein für die ganze Altenhilfebranche“.

Ein Fachkräfteanteil von über 50 Prozent

war von den Kostenträgern in Baden-Württemberg

bisher nur in Sonderpflegebreichen, etwa für

Wachkomapatienten oder Menschen mit Multiples

Sklerose, anerkannt worden.

Neues Heimrecht – Von Lob kann keine Rede sein!

In der Pressemitteilung des Sozialministeriums

„Viel Lob für das neue Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetz“

freut sich Ministerin Katrin Altpeter über

„das von vielen Seiten eingegangene Lob für diesen

Entwurf“ und bezeichnet das neue Heimrecht als

„großen Wurf“. In der Fachwelt hat diese Mitteilung

für große Aufregung und Verärgerung gesorgt.

Für die Evangelische Heimstiftung beispielsweise

geht die Wahrnehmung des Ministeriums

eindeutig an der Realität der Pflegebranche vorbei.

„Seitenlange Stellungnahmen, zahlreiche konkrete

Kritikpunkte und Änderungsvorschläge

können doch nicht einfach ignoriert werden und

den Wählern als großer Wurf präsentiert werden“,

ärgert sich Bernhard Schneider. „Leider müssen

wir einmal mehr sehen, wie die Politik des „Gehörtwerdens“

funktioniert: Man wird zwar um

seine Meinung gefragt, hat aber den Eindruck, dass

die nicht sonderlich interessiert“, so Schneider

weiter.

Die Heimstiftung sieht im Gesetzesentwurf mehr

Bürokratie und ein offensichtliches Misstrauen,

das den Pflegeheimen entgegengebracht wird:

„Hier wird leider mit zweierlei Maß gemessen. Das

geht nicht!“

Schneider hofft, dass sich das Ministerium bei der

detaillierten Auswertung der zahlreichen schriftlichen

Stellungnahmen die Mühe macht, die

Anregungen der Fachleute ernst zu nehmen und

die zahlreichen Änderungsvorschläge und Argumente

zu berücksichtigen. „Denn das ist doch der

Sinn einer Anhörung“, so Schneider.

Hauptgeschäftsführer

Schneider nutzt im Gespräch

mit Ministerin Altpeter die

Gelegenheit, den Standpunkt

der Heimstiftung zu vertreten

Willkommenskultur für ausländische Pflegekräfte

Seit Mai 2012 qualifiziert die Evangelische Heimstiftung

Pflegekräfte aus Südeuropa im Rahmen

eines rund einjährigen Integrationskurses. Dort

werden die Pflegekräfte in den ersten fünf Monaten

mit vier Tagen Theorie und einem Tag Praxis

für das B1 Sprachniveau qualifiziert, anschließend

folgt der zweite Block mit vier Tagen Praxis und

einem Tag Sprachkurs mit dem Ziel, die B2 Sprachprüfung

zu bestehen. Danach hat das Regierungspräsidium

drei Monate Zeit, um die Pflegekräfte

als Fachkraft anzuerkennen.

„Doch die Qualifizierungsphase ist aufgrund des

sehr hohen B2 Sprachniveaus sehr lange und aufwändig

und die Bearbeitungsdauer gestaltet sich

bei einigen Regierungspräsidien sehr lange und zu

bürokratisch“, resümiert Bernhard Schneider die

ersten Erfahrungen. In Bayern beispielsweise können

die Bewerber bereits ab dem ersten Tag als

Fach kraft eingesetzt werden und müssen die

Sprachkenntnisse „nachliefern“. In Hessen wurde

das Sprachniveau „B1 plus Pflegesprache“ als ausreichend

angesehen. „Wir in Baden-Württemberg

müssen hier dringend nachsteuern, weil die guten

Fachkräfte sonst einen Bogen ums Ländle machen“,

so Schneider. Die Heimstiftung schlägt vor,

an jedem Regierungspräsidium ein „Herzlich

willkommen Zentrum“ einzurichten mit Informationen,

Beratungsangeboten und einer personellen

Ausstattung, die eine individuelle Betreuung und

eine zügige Anerkennung der Fachkräfte ermöglicht.

Die Pflegekraft sollte dann unverzüglich eine Anerkennung

erhalten, wenn eine Zusage über einen

entsprechenden Arbeitsvertrag vorliegt und aufgezeigt

wird, wie innerhalb eines Jahres das erforderliche

Sprachniveau nachgewiesen werden. Hierfür

ist das B1 Sprachniveau und eine spezielle Kurseinheit

„Pflegesprache“ als ausreichend anzusehen.

Am Willkommenstag der

zweiten Gruppe europäischer

Fachkräfte backen alle

zusammen Buchstaben:

Viva la Heimstiftung.

Im Januar beginnt bereits

der vierte Kurs

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 7


Titel

Im Pflegeheim in wohnlicher Atmosphäre

Leben wie daheim

Seit dem 1. September ist das Adam-Rauscher-Haus in Betrieb. In der

neu gebauten Altenpflegeeinrichtung in Tauberbischofsheim hat die

Evangelische Heimstiftung das Konzept der stationären Hausgemeinschaften

konsequent umgesetzt.

Die drei Damen der Hausgemeinschaft „Gartenflügel“

haben sichtlich Spaß an der Vorbereitung

für den Kuchen, den es am Nachmittag zum Kaffee

geben soll. Birnen müssen geschält und geschnitten

werden. Die gute Stimmung ist ansteckend für

Johannes Klinger, der mit am Tisch sitzt, seinen

Mitbewohnerinnen zuschaut und auch mit Kommentaren

nicht spart. Tina Balbach bereitet derweil

schon den Teig vor. Als sogenannte Präsenzkraft

begleitet sie die zehn Bewohnerinnen und

Bewohner der Hausgemeinschaft im Adam-Rauscher-Haus

durch den Tag. Mit dem Bild, das sich

viele Menschen von einem Altenpflegeheim machen,

hat die Szene wenig zu tun.

Tatsächlich wird im Adam-Rauscher-Haus ein in

der Pflegelandschaft noch eher junges Konzept für

das Wohnen im Alter umgesetzt. Jeweils zehn

Bewohner leben hier in einer sogenannten Hausgemeinschaft

zusammen, den ganzen Tag über

betreut von einer Präsenzkraft. In einem großzügigen

Wohn-Essbereich mit einer offen gestalteten

Wohnküche sollen sich die Bewohner, wenn sie es

mögen, wie zu Hause am Tagesablauf beteiligen

und hauswirtschaftliche Arbeiten übernehmen.

Neben der akti ven Beteiligung an der Zubereitung

der Mahlzeiten können auch die Wäscheversorgung,

Blumen gießen oder die Begleitung eines

Handwerkers dazugehören. Wem der Trubel im

Wohnbereich zwischendurch zu viel wird, der

kann sich jederzeit in die Ruhe seines Einzelzimmers

zurückziehen.

Nachdem der Kuchen in den Ofen geschoben ist,

geht es im Wohnbereich „Gartenflügel“ an die

8 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Titel

Vorbereitung des Mittagessens. Den Speiseplan für

die Woche haben die Bewohner selbst zusammengestellt.

Die Zutaten hat ein nahe gelegener Obstund

Gemüsehändler geliefert. So kann Beate

Bartmann, die sich als Präsenzkraft heute um das

Mittagessen kümmert, vor allem frische Produkte

aus der Region verwenden. Mehrmals in der Woche

wird ein Kuchen gebacken. Selbst gebackene Brezeln

und Gebäck oder Waffeln stehen ebenfalls

regelmäßig auf dem Programm. Ein großer Elektroherd

steht offen zum Wohnbereich, so dass

jeder, der will, in Töpfe und Pfannen schauen oder

auch selbst zum Rührlöffel greifen kann. Außerdem

stehen etwas abgetrennt vom offenen Küchenbereich

weitere technische Ge räte wie Kombidämpfer

und eine Industriespülma schine zur Verfügung.

Schließlich sollen aus der Küche demnächst

zwei Hausgemeinschaften, also 20 Bewohner, bekocht

werden.

„Für die Umsetzung des Konzeptes ist es natürlich

ein großer Vorteil, dass wir den Neubau des Adam-

Rauscher-Hauses auch architektonisch auf die

Hausgemeinschaften ausrichten konnten“, erläutert

Swantje Popp, Regionaldirektorin der Evangelischen

Heimstiftung für die Region Hohenlohe/

Tauber. Erstes und zweites Obergeschoss stellen

den Kern des Pflegewohnhauses dar. In jedem der

beiden Stockwerke sind zwei Wohngruppen mit

jeweils zehn Einzelzimmern untergebracht. Jede

Wohngruppe verfügt über ein gemütlich eingerichtetes

Wohn- und Esszimmer. Die von den Hausgemeinschaften

genutzte Wohnküche bildet das

Herzstück in jedem Stockwerk. „Neben den architektonischen

Voraussetzungen ist vor allem die

Atmosphäre im Haus und in den Wohngruppen

ganz besonders wichtig“, urteilt Swantje Popp.

Zusammen mit Hausdirektorin Kathrin Gradwohl

und Ex perten hat sie sich deshalb viel Mühe gegeben

bei der Auswahl der Möbel, bei Stoffen, Materialien

und Farben. Herausgekommen ist ein sehr

wohnliches, einladendes Ambiente – „eben wie zu

Hause“, freut sich Swantje Popp. Gemütliche Sitzecken

schaffen Ruhezonen, wobei die insgesamt

trotzdem offene Gestaltung der Wohnbereiche

dafür sorgt, dass die Bewohner das Geschehen in

der Küche im Blick behalten können.

umgesetzt, haben bestehende Strukturen umgestaltet

oder das Konzept ebenfalls in Neubauten

verwirklicht. „In einer Hausgemeinschaft tritt der

Alltag – wie zu Hause – in den Vordergrund. Der

Schritt in die Pflegeeinrichtung ist durch die am

Alltag zu Hause orientierten Abläufe und Beschäf-

Ob sich eine Seniorin das

Leben in der Hausgemeinschaft

vorstellen kann, wird

tigungsmöglichkeiten leichter“, so Popp. „Als ich

vor einigen Jahren angefangen habe, mich für zunächst mit ihr und den

dieses Modell zu interessieren, stand für mich

Angehörigen besprochen

immer der Gedanke im Vordergrund, was ich mir

für meine Eltern oder mich im Alter wünschen

würde. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Heimleitung

bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass

viele psychische Erkrankungen

im Alter, wie zum „Die wohnliche Atmosphäre im

Beispiel Depressionen, aus

Haus und in den Wohngruppen

dem Gefühl herrühren, plötzlich

nicht mehr gebraucht zu

ist ganz besonders wichtig.“

werden und anderen zur Last

Swantje Popp, Regionaldirektorin

zu fallen. In der Arbeit mit

Demenzkranken ist mir immer wieder aufgefallen,

dass die Beschäftigung mit alltäglichen Dingen

– ganz gleich, ob in der Hauswirtschaft, im Garten, > > >

Swantje Popp und ihr Team haben das Hausgemeinschaftskonzept

nicht erfunden. Viele Einrichtungen

haben diese Wohnform inzwischen

Präsenz- und Pflegekräfte

begleiten die Bewohner

gemeinsam durch den Tag

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 9


Titel

> > >

Gemütliche Sitzecken zum

Lesen oder Ausruhen schaffen

ein wohnliches Umfeld

im handwerklichen Bereich oder wo auch immer

– bei diesen Menschen, die vielleicht sonst den

ganzen Tag umhergewandert sind oder ständig

laut gerufen haben, einen hohen Grad an Konzentration,

einen ruhigen und zufriedenen Eindruck

bei dieser sinnvollen

Tätigkeit und oft auch

ein Lächeln hervorgerufen

haben. Das war

für mich die Moti vation,

mich mit diesem

Thema intensiv auseinander

zu setzen und es

schließlich mit der Unterstützung

unserer

Ge schäftsführung in

unserer neuen Einrichtung

in Tauberbischofsheim

in die Tat

umzusetzen.“ Zuvor

hatte sie sich in der

Praxis umgeschaut und

eine ganze Reihe guter

Beispiele in Pflegeheimen

kennengelernt,

in denen sich die Bewohner

wirklich daheim

fühlen können.

So orientiert sich der

Tagesablauf in einer

Hausgemeinschaft am

Tagesablauf zu Hause, mit allen Tätigkeiten, die

dort verrichtet werden. Dazu werden vor allem die

Bereiche Küche und Hauswirtschaft in die Wohnbereiche

geholt. Damit stehen die hauswirtschaftlichen

Mitarbeiterinnen gleichzeitig in engem

Kontakt zu den Bewohnern und übernehmen

neue, zusätzliche Aufgaben. Sie kochen und waschen

nicht mehr nur, sondern

sie binden die Bewohner mit

ein, motivieren sie mitzumachen

und aktivieren sie durch

die gemeinsamen Tätigkeiten.

Je nach den Wünschen und

Swantje Popp, Regionaldirektorin Möglichkeiten der Bewohner

kann in der Hausgemeinschaft

auch die Wäsche gewaschen, getrocknet und gebügelt

werden. In jedem Fall aber gibt es immer

die Möglichkeit, gemeinsam zu kochen, den Tisch

zu decken und dann das selbst gekochte leckere

„In der Gemeinschaft, beim

selbst gekochten Essen

entwickeln die Menschen wieder

Freude und Lust am Essen.“

Essen gemeinsam zu essen. „Das schmeckt genau

wie zu Hause“, hören die Mitarbeiter beim Essen

immer wieder und freuen sich über den guten

Appetit der Bewohner. „Hier machen wir die Erfahrung,

dass auch Menschen, von denen uns die

Angehörigen berichten, dass sie kaum noch essen

und trinken, in der Gemeinschaft und beim selbst

gekochten und abgeschmeckten Essen wieder

Freude und Lust am Essen entwickeln“, berichtet

Swantje Popp. Und wer sich bei den einzelnen

Aktivitäten nicht beteiligen will oder nicht mehr

kann, sitzt doch dabei und bekommt alles mit. So

entsteht eine Atmosphäre, wie sie die heutige

Generation, insbesondere im ländlichen Raum,

von früher aus der Großfamilie kennt.

Neben den Präsenzkräften übernehmen in einer

Hausgemeinschaft ausgebildete Pflegekräfte die

kompetente und umfassende pflegerische Versorgung

der Bewohner. Wie in jedem anderen Pflegeheim

müssen auch im stationären Hausgemeinschaftsmodell

die Vorgaben des Heimgesetzes und

der Heimpersonalverordnung eingehalten werden,

die unter anderem die Anzahl der ausgebildeten

Pflegefachkräfte vorschreiben. Regel mäßige Prüfungen

durch Heimaufsicht oder MDK finden dort

in gleichem Umfang und mit den gleichen Anforderungen

an die Pflege- und Betreuungsqualität

statt. Im Adam-Rauscher-Haus ist der Pflegedienst

im Prinzip zentral für das ganze Haus zuständig.

Wie ein ambulanter Pflegedienst zu Hause kümmert

sich der Pflegedienst in den vier Hausgemeinschaften

um die Grund- und Behandlungspflege.

Pflegedienstmitarbeiter sind rund um die Uhr

anwesend. Dazu gibt es in jedem Stockwerk einen

kleinen, offenen Pflegestützpunkt, in dem die

Pflegekräfte ihre organisatorischen Arbeiten erledigen

und durch die offene Gestaltung immer

ansprechbar sind. Bei der Grundpflege morgens

und abends werden die Pflegekräfte überdies durch

die Präsenzkräfte unterstützt. Umgekehrt beteiligen

sich die Pflegekräfte auch an der Alltagsgestaltung

der Bewohner. Sowohl für die Pflegekräfte

als auch für die hauswirtschaftlichen Mitarbeiter

ist das eine Herausforderung – die „Schnittstelle“

Pflege und Hauswirtschaft löst sich auf und es

wird Hand in Hand gearbeitet. Auch dafür ist es

von Vorteil, dass im Adam-Rauscher-Haus bei null

angefangen werden konnte. Wer sich hier bewirbt,

weiß, was auf ihn zukommt, und ist bereit, Grenzen

zu überwinden und nach dem ganzheitlichen

10 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Titel

Ansatz des Haus gemeinschaftskonzeptes

zu arbeiten. „Unsere

Mitarbeiterinnen und vor allem

auch das Führungskräfteteam mit

Frau Gradwohl an der Spitze identifizieren

sich voll mit dem Modell der

Hausgemeinschaft und nur deshalb

funktioniert es“, urteilt Swantje

Popp nach den Erfah rungen der ersten

Wochen. „Ohne die Begeisterung

der Führungs kräfte und

Mitarbeiter für diese Form der

Pflege und Betreuung wäre das

Modell nicht umsetzbar, denn

Zahl der Beschäftigten in den ambulanten und stationären

natürlich Pflegeeinrichtungen gilt es in Baden-Württemberg auch, Dinge miteinander

Mögliche Entwicklung auszuprobieren bis 2030 und 2050 (Status-Quo-Rechnung)

und dabei

2009

Erfahrungen zu sammeln.“

Personal ambulant

53 000

Personal stationär

Gestartet ist das Adam-Rauscher-

Haus Anfang September 38 000 mit zunächst

einer Hausgemeinschaft und 175 000 zehn Bewohnern.

25 174 Gut ein Jahr wird es wohl dauern, bis alle

125 000

vierzig Plätze belegt und die dafür nötigen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter gefunden sind. Zu-

80 824

nächst soll im ersten Stock die zweite Gruppe

belegt 2009 werden. Danach 2030 wird auch im 2050zweiten Stock

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 387 12

Leben einziehen, mit ebenfalls zwei Hausgemeinschaften,

die sich eine Küche teilen. Damit ist

dann auch in einem weiteren Punkt dem Heimgesetz

Genüge getan, das unter anderem vorschreibt,

dass den Bewohnern zwei Mahlzeiten zur

Wahl angeboten werden müssen. Wenn ein Bewohner

mit dem in seiner Hausgemeinschaft gekochten

Essen so gar nichts anfangen kann, hat

er vielleicht Appetit auf das, was im anderen

Stockwerk gekocht wurde. Zudem bieten die dezentralen

Küchen und der enge Kontakt zwischen

Bewohnern und Präsenzkraft auch leichter die

Möglichkeit, mal eine „Extrawurst“ zuzubereiten.

Das erste Obergeschoss hat durch die Hanglage

des Adam-Rauscher-Hauses einen direkten Zugang

zu einem beschützenden Garten, der im kommenden

Jahr mit Blumen und Gemüsebeeten in die

Alltagsgestaltung einbezogen werden soll. Denn

auch in den Hausgemeinschaften besteht der

Alltag nicht nur aus Kochen und Backen. Wie in

anderen Altenpflegeeinrichtungen üblich, gibt es

auch hier regelmäßige Angebote wie Zeitungslesen,

Gedächtnistraining oder Gymnastik sowie

regelmäßige Feste und Feiern. Auch die Angehörigen

können sich in den Hausgemeinschaften

engagieren und sich bei der Zahl Alltagsgestaltung

der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg 2009

Mögliche Entwicklung bis 2030 und 2050 (Status-Quo-Rechnung)

einbringen, zum Beispiel, indem sie auch einmal

einen Kuchen mit den Bewohnern Pflegegeldempfänger backen, vorlesen

oder Bewohner zum Einkaufen ambulant auf Gepflegte den Markt

oder in den Sonntagsgottesdienst

vollstationär

begleiten.

Gepflegte

„In

183 000

der Hausgemeinschaft ist es für Angehörige leicht,

147 000

etwas zu finden, wo sie sich engagieren und sich

105 000

einbringen können“, ist Regionaldirektorin Popp

112 369

überzeugt. „Gerade Ehepartner, für die der Einzug 76 000

ihres Gefährten der letzten 50 oder 49 650mehr Jahre in

130 000

182 000

eine Pflegeeinrichtung ein schwerer 84 019 Verlust ist,

gewinnen selbst wieder Lebensqualität durch die

2009

2030

2050

Möglichkeit, mit ihrem Partner in der Hausgemeinschaft

aktiv zu sein.“

Spaß bei Bewegung und

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 385 12

Spiel gehören auch in den

Hausgemeinschaften zum

Freizeitprogramm, genauso

Zusätzliches Leben bringt die Begegnungsstätte

wie die passende Lektüre

zum Vorlesen

„Kaffee Bohne“ ins Haus. Die Menschen aus der

Nachbarschaft, aus dem Innenstadtquartier sollen

mit diesem Café angesprochen werden: Damit das

Pflegeheim zum festen Bestandteil im Stadtteil wird.

In der Begegnungsstätte werden regelmäßig Mittagstisch,

Kaffee und frischer Kuchen angeboten.

Und natürlich ist das auch die erste Adresse für

Bewohner der Einrichtung und des Betreuten

Wohnens, die mit ihren Angehörigen auf einen

Kaffee vorbeischauen.

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 11


Titel

Interview mit Kathrin Gradwohl

Hören, sehen, riechen, schmecken –

den Alltag erleben mit allen Sinnen

Kathrin Gradwohl war schon bei der Detailplanung für das Adam-Rauscher-Haus

dabei, hat Möbel, Stoffe und Farben mit ausgesucht, Konzepte

für Pflege und Hauswirtschaft erarbeitet. Als Hausdirektorin setzt

sie nun das Hausgemeinschaftsmodell in dem neu gebauten Haus der

Evangelischen Heimstiftung in die Praxis um.

Kathrin Gradwohl,

Hausdirektorin im

Adam-Rauscher-Haus

Frau Gradwohl, eine neue Pflegeeinrichtung

von Anfang an mit aufzubauen ist eine

spannende Aufgabe. Wie hat sich das

Adam-Rauscher-Haus seit dem Start

Anfang September entwickelt?

Wir haben im Neubau schon im August und dann

noch einmal im September Tage der Offenen Tür

veranstaltet, die auf sehr gute Resonanz gestoßen

sind. Viele Menschen, vor allem auch aus der

näheren Umgebung, haben sich das Haus angesehen,

erste Kontakte geknüpft und sich über unser

Konzept informiert. So war dann auch unsere erste

Hausgemeinschaft mit zehn Plätzen sehr schnell

komplett. Auch die Begegnungsstätte „Kaffee

Bohne“ mit unserem Mittagstisch und dem Angebot

an Kaffee und Kuchen wird gut angenommen.

Dazu passt der Blumenladen gleich nebenan im

Haus. Und natürlich hat auch die offizielle Einweihung

des Hauses am 19. November zusätzlich

da für gesorgt, dass wir in der Stadt und der Umgebung

mit unserem speziellen Angebot wahrgenommen

werden.

Sie setzen im Adam-Rauscher-Haus ganz

auf das Konzept der Hausgemeinschaften,

bei dem die Bewohnerinnen und Bewohner

unter anderem in hauswirtschaftliche

Tätigkeiten eingebunden werden sollen.

Lässt sich das in der Praxis umsetzen angesichts

der zunehmend pflegebedürftigen

Menschen, die ins Pflegeheim kommen?

Es geht beim Konzept der Hausgemeinschaften

nicht in erster Linie darum, dass jeder Bewohner

bei der Essenszubereitung mithilft. Wir wollen

vielmehr erreichen, dass die Bewohner sich wie

daheim fühlen, dass sie den Alltag mit allen Sinnen

miterleben. Sie hören das Töpfeklappern, sehen

die Aktivitäten in der Küche, riechen den Duft

der angebratenen Zwiebeln in der Pfanne und probieren,

ob der Eintopf richtig gewürzt ist. Das Abschmecken

der Speisen beim Kochen gehört für

unsere Bewohner inzwischen zum täglichen Ritual.

Pfeffer und Salz zum Nachwürzen beim Essen

brauchen wir nicht mehr auf dem Tisch. Zudem

regen die vielen sinnlichen Eindrücke den Appetit

der Bewohner an. Das alles ist möglich, auch unabhängig

von der Pflegestufe. Wir wollen und

können auch Bewohnerinnen und Bewohner mit

einbeziehen, die schwer pflegebedürftig in Pflegestufe

3 eingestuft sind. Soweit sie das möchten,

können sie im Pflegerollstuhl oder im Pflegebett

im Wohn- und Essbereich mit dabei sein und den

Alltag in der Hausgemeinschaft ebenso miterleben.

Die fitteren Bewohner, beteiligen sich

die an der Hausarbeit, können Sie die

mit dem Hausgemeinschaftsmodell

zusätzlich aktivieren?

Das hängt natürlich sehr davon ab, was die einzelnen

noch leisten können. Wir wollen den Bewohnern

das Gefühl geben gebraucht zu werden,

wir beziehen sie ein in die täglichen Abläufe, die

sie aus ihrem bisherigen Leben kennen und – ganz

wichtig – wir nehmen ihre Anregungen und Wünsche

auf. Viele helfen gerne bei der Essensvorbereitung,

einige übernehmen es auch gern, die

Wäsche zusammenzulegen oder zu bügeln. Außerdem

wird bei diesen Beschäftigungen viel erzählt

und gelacht. Wichtig ist uns, dass die Beschäftigung

mit hauswirtschaftlichen Tätigkeiten immer

ihren Angebotscharakter behält – es geht nicht

darum, dass unsere Bewohner uns Arbeit abnehmen,

sondern dass wir ihnen das Gefühl vermit-

12 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Titel

Viele Bewohner haben ihre Zimmer mit eigenen Möbeln und

persönlichen Gegenständen individuell gestaltet

teln, wie zu Hause in die alltäglichen Aufgaben,

die in einem Haushalt so anfallen, eingebunden

zu sein, wenn sie das möchten. Nicht selten gelingt

es dadurch, Fähigkeiten, die schon als verloren

galten, wieder zu beleben. Aber es geht auch in

unseren Hausgemeinschaften nicht nur um hauswirtschaftliche

Aktivitäten. Alle Angebote zur Aktivierung

der Bewohner, die heute in einem modernen

Pflegeheim üblich sind, bieten wir selbstverständlich

auch an. Dazu gehören immer wieder

auch kleine Highlights, die den Alltag durchbrechen.

Einmal im Monat gibt es beispielsweise ein

Nachtkaffee und einen Film abend. Das Erntedankfest

haben wir mit einer langen Tafel in der Wohngruppe

gefeiert und zu St. Martin gab es einen

Gänsebraten. Für die Kinder vom Kindergarten,

die uns mit ihren Laternen besucht haben, haben

unsere Bewohner mit der Präsenzkraft mit viel

Freude kleine Martinsgänse gebacken. Aber klar

ist auch, wenn jemand heute keine Lust hat, sich

aktiv zu beteiligen, dann ist das seine Entscheidung,

die respektiert wird. Unsere Bewohner sollen

vor allem einen Alltag erleben, mit dem sie zufrieden

sind. Das steht in der Hausgemeinschaft im

Vordergrund, nicht die pflegerische Betreuung.

Die ist selbstverständlich, soll aber nicht den Tagesablauf

bestimmen.

Ist das Modell der Hausgemeinschaften auch

für dementiell erkrankte Bewohnerinnen und

Bewohner geeignet?

Ja, gerade auch für die Betreuung an einer Demenz

erkrankter Menschen ist die Hausgemeinschaft gut

geeignet. Denn das Hausgemeinschaftsmodell

bietet ihnen einen Lebensraum, der ihnen vertraut

ist. Die Tagesstruktur, die ja mit ihren alltäglichen

Aktivitäten in einem Haushalt an den Abläufen

orientiert ist, die sie von zu Hause kennen, vermittelt

gerade an Demenz erkrankten Bewohnern ein

Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Im Alltag

erhalten sie zudem viele Anregungen und können

durch die Präsenz-, Betreuungs- und Pflegekräfte

sehr gut begleitet werden. Sie in die täglichen Arbeiten

einzubeziehen ist in der Regel kein Problem.

Wenn Sie zum Beispiel einen Menschen

mit fortgeschrittener Demenz

fragen: „Möchten Sie einen Apfel

schälen?“, folgt vielleicht keine Reaktion.

Wenn Sie ihm aber einen

Apfel und einen Schäler in die Hand

geben, beginnt er den Apfel zu schälen

und freut sich am Ende über den

Erfolg seiner Tätigkeit. Insbesondere

für Menschen mit Demenz ist der

„gelingende Alltag“ wichtig, was im

Hausgemeinschaftsmodell gut realisierbar

ist.

Das Adam-Rauscher-Haus

im Überblick

Im Herzen der Stadt:

Richard-Trunk-Straße 2

97941 Tauberbischofsheim

Telefon: 09341 84962-0

• 4 Hausgemeinschaften

mit je 10 Plätzen,

verteilt auf 2 Wohnbereiche

im 1. und 2. Obergeschoss,

Zugang zum beschützenden Garten

im 1. Obergeschoss,

2 Balkone im 2. Obergeschoss

• 7 Betreute Mietwohnungen

im 3. Obergeschoss

• Begegnungsstätte „Kaffee Bohne“

• Floristikfachgeschäft „Arte Flora“

• Gewerberäume für Physiotherapie

oder Arztpraxis

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 13


Titel

Hausgemeinschaften

Die meisten Menschen möchten ihren Lebensabend zu Hause verbringen.

Immer mehr Ältere jedoch bedürfen der Pflege, zu Hause durch

einen Pflegedienst oder in einem stationären Pflegeheim. Das Modell

der Hausgemeinschaften will mit wohnlicher Atmosphäre und kleinen

Gruppen eine Alternative zum klassischen Pflegeheim bieten. Lassen

sich die hohen Erwartungen, die an das Hausgemeinschaftskonzept

gestellt werden, in der Praxis erfüllen?

Manfred Schall

– das Modell für die Zukunft in der Altenpflege?

Manfred Schall, Referent Altenhilfe,

Diakonisches Werk Württemberg

Mein

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Einrichtungen

auch im Bereich der Diakonie, die Hausgemeinschaftskonzepte

umgesetzt haben. Nach

den Erfahrungen aus diesen Einrichtungen wird

deutlich, dass es erheblich einfacher ist, Hausgemeinschaften

in einer neuen Einrichtung zu realisieren

als ein bestehendes klassisches Pflegeheim

umzustrukturieren. Wesentlich für den Erfolg des

Hausgemeinschaftskonzeptes scheint zu sein, ob das

Modell in der Praxis konsequent umgesetzt wird.

Es gibt derzeit zwar kaum wissenschaftliche Untersuchungen

zu den Wirkungen der Hausgemeinschaften

auf die Bewohnerinnen und Bewohner.

Erste Erfahrungen und auch eine Evaluationsstudie

aus einer Einrichtung des Wohlfahrtswerks

zeigen aber, dass sich unter dem Hausgemeinschaftsmodell

die Aufenthaltsdauer der Bewohner

in den Allgemeinräumen erhöht, dass Stresssituationen

besser bewältigt werden können und insgesamt

das Wohlbefinden der Bewohner steigt.

Die Kontakte in den Kleingruppen sind intensiver,

so dass positive Ereignisse, die Mitbewohner erleben,

geteilt werden, aber eben auch Trauer und

Frust. Angehörige lassen sich leichter in den Tagesablauf

integrieren. Sie tragen in der Regel gerne

mit eigenen Beiträgen bei Festen, beim Essen und

anderen Aktivitäten zu einer gelingenden Gemeinschaft

bei. Die Nachfrage nach Plätzen in Hausgemeinschaften

ist – so die Erfahrung von Betreibern

– höher als im klassischen Pflegeheim.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das

Hausgemeinschaftskonzept eine Herausforderung.

Für Pflegemitarbeitende scheint die neue Rolle der

Pflege, die das Feld der Betreuung nun ganz den

Präsenzkräften überlässt, allerdings oft nicht einfach

zu sein. Hauswirtschaftsmitarbeiterinnen,

die bislang fernab von den Bewohnern in einer

zentralen Küche gearbeitet haben, kommen nun in

direkten Kontakt mit den Bewohnern. Viele Mitarbeitende

entdecken dabei neue Fähigkeiten an

sich, aber nicht alle Mitarbeitenden kommen mit

den veränderten Rollen klar. Es gibt Hinweise, dass

die psychische Belastung von Mitarbeitenden mit

der Identifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

mit ihrer eigenen Einrichtung korreliert.

Wohn-Versorgungsformen wie Hausgemeinschaften

führen, nach den bisherigen Erfahrungen zu urteilen,

zu einer größeren Identifikation mit der

Einrichtung. Sie reduzieren damit auch die kritische

Belastung bei Mitarbeitenden.

Insgesamt ist bei stationären Pflegeeinrichtungen

ein Trend zur kleinräumigen Versorgung zu erkennen.

Hausgemeinschaften sind da sicher eine

Variante neben anderen Konzepten mit kleinen

Wohngruppen. Gleichzeitig steigt die Zahl der sehr

schwer pflegebedürftigen Menschen und damit

der Bedarf an hochprofessioneller Palliativversorgung.

Hinzu kommen vermehrt Menschen wie

Wachkoma-, Beatmungspatienten oder jüngere

Pflegebedürftige, für die das klassische Pflegeheim

nicht geeignet, eine andere Versorgungsstruktur

aber nicht vorhanden ist. Auch mit Bewohnern, die

unter einer sehr schweren Demenz leiden oder

problema tisches Verhalten zeigen, ist die Hausgemeinschaft

eher überfordert.

Das Hausgemeinschaftskonzept wird aus meiner

Sicht daher nicht das einzige Modell für die Altenpflege

der Zukunft sein können. Sie haben aber

sicher das Potential, das herkömmliche Pflegeheim

teilweise abzulösen. Voraussetzung wäre aber eine

14 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Titel

Erleichterung beim ordnungs- und leistungsrechtlichen

Reglement. Daneben benötigen wir spezialisierte

stationäre Pflegeeinrichtungen. Für diese

Ent wicklung müssen jetzt die Weichen gestellt wer -

den, denn die große Welle pflegebedürftiger Menschen,

die sich aus der demografischen Entwick -

lung ergibt, steht uns ja ab 2020 erst noch bevor.

Beate Radzey,

Demenz Support Stuttgart gGmbH

In den letzten Jahren war die Entwicklung bedarfsgerechter

baulicher und konzeptioneller Versorgungsangebote

für demenziell erkrankte Menschen eines

der wichtigsten Themen der stationären Al ten hilfe.

Es wurde erkannt, dass Menschen mit Demenz ganz

ung

besonders unter einer institutionell geprägten Umgebung

leiden. Vielerorts, beispielsweise in Skandinavien

und den Niederlanden, wer den daher kleinräumige

alltagsnahe Wohnformen mittlerweile als

idealtypische Versorgungsform für Menschen mit

Demenz gesehen. Wichtige Argu men te dafür sind,

dass es in kleineren Einheiten leichter gelingt, ungünstige

Stimuli wie zum Bei spiel Lärm oder eine

zu große räumliche Dichte zu kon trollieren, dass es

einfacher ist, ein wohnliches und vertraut anmutendes

Umfeld zu schaffen, aber auch gün sti gere

Bedingungen für den Aufbau einer Be ziehung zwischen

Mitarbeitern und Bewohnern gibt.

Beispielhaft für eine solche kleinräumige Versorgungsform

sind in Deutschland die sogenannten

Hausgemeinschaften, die vom Kuratorium Deutsche

Altershilfe (KDA) als vierte Generation des

Pflegeheimbaus seit Ende der 90er Jahre propagiert

werden. Ursprünglich leben bei diesem Konzept

sechs bis acht Bewohner in kleinen, überschaubaren

Wohngruppen zusammen. Mittlerweile wurde

die Größe auf bis zu zwölf Bewohner erweitert. Die

Architektursprache ist bewusst zurückhaltend und

orientiert sich am konventionellen Wohnungsbau.

Es soll ein häusliches, nicht institutionell wirkendes

Milieu geschaffen werden, das den Bewohnern

Geborgenheit vermittelt, indem ein zentraler

Wohn- und Essbereich mit einer offenen Küche,

in der die Mahlzeitenzubereitung stattfindet, den

Mittelpunkt bildet.

Alltagsnähe und Normalität sollen sich bei diesem

Konzept jedoch nicht nur in der baulichen Gestaltung

niederschlagen, sondern von Bewohnern und

Pflegenden auch gemeinsam gelebt werden. Die

Tagesstruktur der Hausgemeinschaft ist auf die

gemeinsame Gestaltung des Alltags ausgerichtet

und von Tätigkeiten geprägt, die im Zusammenhang

mit einer gemeinsamen Haushaltsführung

anfallen. Ein wesentliches organisatorisches Merkmal

für die Umsetzung des Konzeptes ist die Dezentralisierung

der hauswirtschaftlichen Leistungen,

d. h. alle Tätigkeiten wie Kochen und Wäsche versorgung

werden bewohnernah in der Gruppe –

wenn möglich unter Mithilfe der Bewohner – erbracht.

Eine feste Bezugsperson hält sich kontinuierlich

über den Tag in der Hausgemeinschaft

auf und gestaltet gemeinsam mit den Bewohnern

den Alltag.

In vielen Publikationen der letzten Jahre werden

Hausgemeinschaften als tragfähigste konzeptionelle

Perspektive im Pflegeheimbau bewertet

(Bun desministerium für Familie, Senioren, Frauen

und Jugend 2006). Allerdings arbeitet bisher nur

ein kleiner Teil der Einrichtungen nach diesem

Konzept. In der repräsentativen MUG IV Studie

(Schneekloth & von Törne 2007) wurde ermittelt,

dass zu diesem Zeitpunkt 5 Prozent der Pflegeheimplätze

in Hausgemeinschaften angeboten wurden.

Ein möglicher Grund für die zögerliche Verbreitung

ist, dass die Umsetzung des Hausgemeinschaftskonzeptes

kein Selbstläufer ist, sondern von

allen Beteiligten ein hohes Maß an Engagement erfordert.

Insbesondere die Aufrechterhaltung einer

angemessenen personellen Besetzung ist in kleinen

Gruppen unter den derzeitigen wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen in der Altenpflege nur schwer

realisierbar. Hausgemeinschaften verlangen von

den Mitarbeitern neue Arbeitsweisen und eine

andere Wahrnehmung von Menschen mit Demenz.

Eine erfolgreiche Umsetzung steht und fällt

daher mit qualifizierten und motivierten Mitarbeitern

sowie einer Führung, die diese fachlich

angemessen leitet und unterstützt. Insgesamt jedoch

bietet diese Versorgungsform viele Chancen,

eine bedürfnisgerechte Pflege und Betreuung von

Menschen mit Demenz zu realisieren.

Beate Radzey

BMFSFJ (2006):

Erster Bericht des Bundesministeriums

für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend

über die Situation der Heime

und die Betreuung der

Bewohnerinnen und Bewohner

– Heimbericht.

Berlin: Bundesministerium

für Familie, Senioren, Frauen

und Jugend

Schneekloth, U.;

von Törne, I. (2007): Entwicklungstrends

in der stationären

Versorgung – Ergebnisse der

Infratest-Repräsentativerhebung.

In: Schneekloth, U.; Wahl, H.

W. (Hg): Möglichkeiten und

Grenzen selbständiger

Lebensführung in stationären

Einrichtungen (MuG IV).

Berlin, München: Bundesministerium

für Familie,

Senioren, Frauen und Jugend;

TNS Infratest Sozialforschung;

Abteilung für Psychologische

Alternsforschung, Universität

Heidelberg; Forschungsprojekt

im Auftrag des BMFSFJ, 53-168

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 15


Kirche und Politik

Stuttgarter Erklärung

„Bewegungsfreiheit“

Stuttgarter Erklärung

„Bewegungsfreiheit“

Das Trägerforum Altenhilfe Stuttgart e.V. ist

ein gemeinnütziger Zusammenschluss von 19

Trägern mit insgesamt 48 Pflegeeinrichtungen

und rund 4.800 Plätzen in Stuttgart.

Der Verein fokussiert auf aktuelle und zukunftsweisende

Themen. Mit der Stuttgarter

Erklärung greift das Trägerforum das zentrale

Thema „Bewegung“ auf und benennt im

Sinne einer Selbsterklärung fachliche Ansprüche

zur Vermeidung und Reduktion freiheitseinschränkender

Maßnahmen. Zudem werden

politische Forderungen formuliert, die an die

Kostenträger sowie an die Landes- und Bundespolitik

adressiert sind.

Freiheit und Sicherheit im Spannungsfeld

Das Trägerforum fordert, dass Selbstbestimmung

und damit einhergehende Risiken von

uns als Gesellschaft akzeptiert werden. Das

bedeutet für die Pflege- und Krankenkassen,

dass Folgen davon, wie zum Beispiel Stürze,

differenziert bewertet werden. Sie dürfen

nicht zu voreiligen Schuldzuweisungen und

Regressansprüchen gegenüber Altenpflegeeinrichtungen

führen.

Bewegung mit Sinn und Freude

Das Trägerforum fordert, dass das Recht auf

Bewegung lebenslang gewahrt wird und

Therapien bis ins hohe Alter ärztlich verordnet

werden. Die Landespolitik in Baden-Württemberg

muss sich deshalb dafür einsetzen,

dass sich die ärztliche Versorgung künftig

stärker am Bedarf alter Menschen ausrichtet.

Wege gemeinsam gehen

Die Vermeidung von freiheitseinschränkenden

Maßnahmen muss das oberste Ziel aller Beteiligten

sein. Einrichtungen, die dem Stuttgarter

Trägerforum angehören, versichern,

dass in Situationen, in denen solche Maßnahmen

notwendig werden, diese fachgerecht

angewendet und regelmäßig reflektiert

werden. In diesem Zusammenhang spricht

sich das Stuttgarter Trägerforum gegen eine

einseitige und abwertende Berichterstattung

in den Medien aus, da diese der Komplexität

des Themas nicht gerecht wird, Pflegende als

Gewalttäter diffamiert und das Image der

Pflegeeinrichtungen nachhaltig schädigt.

Das Trägerforum unterstützt ausdrücklich die

Initiative „Stuttgart ohne Fixierung (SoFi)“

und begrüßt die Möglichkeit, gemeinsame

Entscheidungsprozesse zu freiheitseinschränkenden

Maßnahmen zu initiieren, von denen

alle Beteiligten, insbesondere aber die pflegebedürftigen

Menschen, profitieren. Damit

wird aber auch die konkrete Umsetzung des

„Werdenfelser Weges“ erwartet, der gerade

den Einsatz gut ausgebildeter Verfahrenspfleger

mit Pflegeexpertise und eine Beratung

auf Augenhöhe einfordert.

Das Stuttgarter Trägerforum zeigt mit dieser

Erklärung, dass Altenhilfeträger wichtige

Themen aufgreifen und „bewegen“ und sich

damit für eine verantwortungsvolle und

würdige Pflege von Menschen in ihren Einrichtungen

einsetzen. Gleichzeitig fordern sie

Wertschätzung für die Arbeit von Pflegenden

sowie eine Refinanzierung des zusätzlichen

Aufwandes.

Mehr Informationen und die

vollständige Erklärung finden Sie unter

www.stuttgarteraltenpflegetag.de

Bundestarif kann weiter

als Ganzes in Württemberg

angewandt werden

Die Schlichtungsstelle hat sich am 10. Ok tober

2013 mit der Frage beschäftigt, inwieweit

der diakonische Bundestarif in seiner

Gesamtheit in Württemberg weiter angewandt

werden kann. Hintergrund ist, dass

im Jahr 2007 die Landessynode beschlossen

hat, dass diakonische Träger prinzipiell

ein Wahlrecht bei der Anwendung des

kirchlich-diakonischen Tarifs haben. Nach

dem Beschluss der Synode können sie

wählen zwischen den Arbeitsvertragsrichtlinien

(AVR) Württemberg, die sich am

TVöD orientieren, und den AVR der bundesweiten

Diakonie, ein eigenes Tarifwerk,

das auf der Bundesebene verhandelt wird.

Im Jahr 2008 haben die diakonischen

Dienstgeber und Dienstnehmer dieses

Wahlrecht realisiert und beide Wege in den

neuen AVR verankert. Die Arbeitsgemeinschaft

der Mitarbeitervertretungen (AG-

MAV) hat beantragt, dass beide Tarifwerke

vermischt werden. Sie wollte drei wesentliche

Flexibilisierungsinstrumente des

Bundestarifs streichen und durch die Bestandssicherungsregelung

der AVR Württemberg

ersetzen. Ganz unabhängig von

den inhaltlichen Unterschieden hätte das

zur Folge gehabt, dass es dann einen neuen

Tarif gegeben hätte: den württembergischen

Bundestarif. Über alle Neuerungen

im Bundestarif in Württemberg hätte

zukünftig extra verhandelt werden müssen.

Die Schiedsstelle hat diesen Antrag

jedoch abgelehnt und eindeutig entschieden,

dass die Anwender der AVR Bund

diese in ihrer Gesamtheit weiter anwenden

können. Derzeit sind vom Bundestarif rund

10.000 der 40.000 diakonischen Mitarbeitenden

in Württemberg betroffen.

Fazit: Das Wahlrecht ist bestätigt worden.

In Württemberg gibt es nach wie vor zwei

diakonische Tarifwerke, die von diakonischen

Trägern angewandt werden können.

Quelle: Diakonisches Werk Württemberg,

Oktober 2013

16 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Kirche und Politik

Weitere Auszeichnung für „Soziale Berufe kann nicht jeder“

Diakonie-Präsident Stockmeier

bleibt weiter im Amt

Die Konferenz Diakonie und Entwicklung hat

die vom Aufsichtsrat beschlossene Verlängerung

der Amtsdauer von Diakonie-Präsident

Johannes Stockmeier bestätigt. Der 65-Jährige,

der auch Vorstandsvorsitzender des

Evangelischen Werkes für Diakonie und Entwicklung

ist, wird bis 14. Mai 2014 im Amt

bleiben. „Ich danke der Konferenz für ihr

Vertrauen. Ich freue mich, diese Verantwortung

weiter zu übernehmen und meinem

Nachfolger ein gut bestelltes Haus zu übergeben“,

sagte Stockmeier am Mittwoch in

Berlin.

Der Nominierungsausschuss, der Vorschläge

für die Nachfolge erarbeitet, wird dem Aufsichtsrat

Kandidatenvorschläge unterbreiten.

Aufgrund der besonderen Herausforderung

der Zusammenarbeit in dem neu gegründeten

Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung

mussten zunächst Kriterien für die

Nachfolge erarbeitet werden.

Quelle: Diakonie Deutschland,

16. Oktober 2013

Die Onlinekampagne der Diakonie Deutschland

„Soziale Berufe kann nicht jeder“ wurde

mit dem Silbernen Annual Multimedia Award

2014 in der Kategorie Crossmediale Kampagnen

ausgezeichnet. Der AMMA ist einer der

beiden wichtigsten Onlinepreise in Deutschland.

Seit 1996 markiert er die Trends im

digitalen Marketing und in der Multimedia-

Gestaltung.

Preis für Onlinekommunikation 2013 in der

Kategorie "Recruiting Kampagne" gewonnen.

Beim Deutschen Bildungsmedienpreis digita

2013 und beim European Excellence Award

2012 war sie unter den Finalisten. Kurz nach

dem Start des Berufeportals www.soziale-berufe.com

hatte die Kampagne im ersten

Halbjahr 2012 bereits das Comenius

EduMedia Siegel und den Webfish Internet

Award der Evangelischen Kirche in Deutschland

Die Erfolge für die jugendgerechte Personalmarketingstrategie

der Diakonie Deutschland

reißen damit nicht ab. Erst im Frühjahr hatte

in Gold bekommen.

Quelle: Diakonie Deutschland,

15. Oktober 2013

„Soziale Berufe kann nicht jeder" den Deut schen

DEVAP-Erklärung 2013 – die Zukunft der Pflege gestalten

Mit der „DEVAP-Erklärung 2013 - die Zukunft nation und Förderung von sozialraumorientierter

der Pflege gestalten“ setzten 300 Verantwortungsträger

Altenarbeit.

aus der evangelischen Das Forderungspapier ist das Ergebnis eines

Alten hilfe ein starkes politisches Signal und langen Diskussionsprozesses der DEVAP-Gremien

forderten damit ein umgehendes Umsteuern

und Mitglieder zu den Erwartungen

in der Pflege. „Wir haben kein Erkenntnis-, an die neue Regierung.

sondern ein Umsetzungsproblem in der

Pflege“, sagte die DEVAP-Vorsitzende, Ausgangspunkt waren dabei bestehende

Renate Gamp, zum Abschluss auf dem Strategiepapiere des DEVAP und der Diakonie

DEVAP-Bundeskongress in Berlin. Deshalb

Deutschland. Bereits im November 2012

muss eine nachhaltige Reform insbeson dere wurde ein Entwurf vorgestellt und seitdem

folgende Maßnahmen umfassen: bessere an verschiedenen Stellen und in den Gremien

Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen,

weiter diskutiert.

weniger Bürokratie, eine umgehende Umsetzung

des Pfle-

„Mit diesen Erwartungen wollen wir in die

gebedürftigkeits-

nächste Legislaturperiode starten. Wir wol-

begriffs und die len ein Signal an die Politik setzen, indem wir

Finanzierung der die Erklärung unmittelbar nach der Regierungsbildung

dafür erforderlichen

an die neue Bundesregierung

fünf Milliarden

übergeben“, erklärte die DEVAP-Vorsitzende.

Euro, die Wei-

Das Erfüllen dieser Forderungen bildet die

terentwicklung Voraussetzung dafür, dass auch künftige

realistischer Prüfsysteme,

Generationen von Menschen mit Pflegebe-

die es darf angemessen begleitet werden können.“

ermöglichen, die

Ergebnisqualität Die vollständige Erklärung finden Sie auf

zu messen und die www.devap.de

regelhafte Koordi-

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 17


Ehrenamt aktiv

Schulungen fürs Ehrenamt

Bei der letzten Ehrenamtsbefragung hat sich ein Großteil der ehrenamtlichen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewünscht, neue Erfahrungen

zu sammeln und weitere Kompetenzen zu erwerben. Um diesem

Anliegen nachzukommen, bietet die Evangelische Heimstiftung seit

diesem Jahr Schulungen in den einzelnen Einrichtungen an.

Kornelia Ehm-Widmann

bei der Schulung „Demenz“

Kornelia Ehm-Widmann, Freiwilligenkoordinatorin

der Evangelischen Heimstiftung, hat dafür

die Schulungsangebote erarbeitet und direkt in

den Einrichtungen durchgeführt. Schnell hat sich

gezeigt, dass durch die Inhouse-Angebote viele

ehrenamtliche Mitarbeiter erreicht werden und

die weiten Anfahrtswege, die oftmals eine Hürde

darstellt, wegfallen. Durch die Schulungen sind

die freiwillig engagierten Mitarbeiter auf dem

gleichen Wissenstand und unterstützen sich gegenseitig

im täglichen Umgang mit den pflegebedürftigen

Menschen. Die Angebote sind so

konzipiert, dass sie auch für die Mitarbeiter aus

dem Beschäftigungsbereich interessant sind und

sie dadurch ihr Wissen zu den Themen Bewegung,

Bewegungsförderung und Demenz weiter ergänzen.

Zudem wird der Teamgedanke durch die gemeinsamen

Schulungen der haupt- und ehrenamtlichen

Mitarbeiter noch weiter gestärkt.

Das Schulungsangebot

„Demenz“

Der Umgang mit dementen

Menschen

kann Unsicherheit verursachen

und sogar

Angst machen. Demente

Menschen reagieren

nicht rational

und berechenbar auf

Zuwendung und Kommunikation. Es lässt sich

nicht übersehen, dass das Phänomen Demenz in

unserer immer älter werdenden Gesellschaft einen

großen Raum einnimmt. Heute sind bereits zwei

Drittel der Pflegeheimbewohner dementiell verändert.

Wenn wir diesen Menschen mit Würde

und Zuneigung begegnen und ihnen den Wert,

der ihnen in unserer Gesellschaft zusteht, gewäh-

ren möchten, müssen möglichst viele Bürger über

den Umgang und die Kommunikation mit dementiell

veränderten Menschen Bescheid wissen.

Ehrenamtliche Mitarbeiter und Betreuungsmitarbeiter

haben bei ihren Aufgaben und Kontakten

ständig mit Menschen zu tun, die durch ihre

Demenz verändert sind. Vielleicht ist auch jemand

im nahen Umfeld oder in der Familie bereits betroffen

und natürlich kann auch das eigene Älterwerden

Angst vor dieser Erkrankung machen.

Das Schulungsangebot „Demenz“ umfasst deshalb

das fachliche Wissen über die unterschiedlichen

Arten von Demenz, gibt Hilfestellung beim Umgang

und der Kommunikation mit dementiell

veränderten Menschen und eröffnet Einblicke in

den validierenden Umgang nach Naomi Feil.

Ängste vor Begegnungen mit dementen Menschen

werden abgebaut, Verständnis wird geweckt und

Sicherheit im Umgang vermittelt. Durch den

praktischen Transfer mit Fallbeispielen gestaltet

sich eine praxisnahe und interaktive Schulung.

Diese Schulung kann auch in der Kommune oder

im Quartier angeboten werden. So wird der

Gedanke der Inklusion dementiell veränderter

Bürger, im Sinne einer demenzfreundlichen Kommune,

in das Gemeinwesen getragen.

Das Schulungsangebot

„In Bewegung – bleiben“

Da ehrenamtlich Engagierte bei ihren Einsätzen

immer wieder hilfebedürftige Menschen beim

Aufstehen vom Stuhl und beim Gehen unterstützen,

ist es wichtig, die Anatomie des Bewegungsapparates

und die natürlichen und physiologischen

Bewegungsabläufe des eigenen Körpers zu kennen.

So werden eigene Erkrankungen und schmerzhafte

Veränderungsprozesse vermieden und richtige

Bewegungsmuster auf hilfebedürftige Menschen

übertragen.

Kinästhetik ist ein Konzept, das uns hilft, gemeinsam

mit einem eingeschränkten Menschen die

18 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Ehrenamt aktiv

Bewegung zu gestalten. Nicht Heben und Tragen

ist angesagt, sondern es geht darum, die Fähigkeiten

des Menschen zu nutzen und die Bewegung

für ihn erlebbar zu machen. In der Schulung „In

Bewegung – bleiben“ erhalten die Teilnehmer das

Grundlagenwissen dieses Bewegungskonzeptes.

Sie lernen die Techniken anzuwenden, nehmen

mit allen Sinnen die eigene Bewegung wahr, und

können diese dann auf bewegungseingeschränk te

Menschen übertragen.

Auch die Technik des Rollstuhls, über Bauchgurt,

Bremsen, der Umgang mit den Fußstützen, und

das Zusammenklappen wird vermittelt. Die Teilnehmer

fahren selbst im Rollstuhl – vorwärts und

rückwärts, üben Kurven und Drehungen. Sie lernen,

wie man einen Spaziergang vorbereitet, wie

man auf den Bordstein hinauf und auch wieder

hinunter fährt und wie man einem Menschen im

Rollstuhl eine Jacke anziehen kann. Mit Spaß und

Freude erlernen die Teilnehmer einen kleinen

Rollatortanz, um den Umgang mit dem Rollator

selbst zu erfahren. Dieses Schulungsangebot bietet

den fachlichen und theoretischen Teil kombiniert

mit vielen Übungen. So ist Lernen mit allen Sinnen

möglich.

Schulung trifft auf Begeisterung

Diese Angebote fürs Ehrenamt können von allen

Einrichtungen und Mobilen Diensten der Evangelischen

Heimstiftung angefragt werden. In

vielen Einrichtungen haben die Schulungen bereits

stattgefunden und treffen bei den interessierten

Teilnehmern auf große Begeisterung.

Die Teilnehmerinnen in Heddesheim lernen wie

man hilfebedürftige Menschen unterstützt

„Der Mensch behält auch bei eingeschränkter

Leistungsfähigkeit seines Gehirns seine Würde“

Kornelia Ehm-Widmann, Freiwilligenkoordinatorin

Durch das große Interesse, die Fachlichkeit im

Umgang mit unseren Klienten zu verbessern und

gleichzeitig bei den Ehrenamtlichen ein Kompetenzgewinn

zu erreichen, wird zukünftig noch die

Schulung zum Thema „Biografie, der Königsweg

zur Seele des Menschen“ angeboten. „Nur wenn

wir viel über die Biografie der Menschen wissen,

die wir begleiten, können wir sie ganzheitlich

betreuen. Durch unser Wissen über das gelebte

Leben, die Hoffnungen, Wünsche und existentiellen

Erfahrungen, können wir sie verstehen,

erreichen und erhalten einen Zugang zu ihrer

Seele. Der Mensch behält auch bei eingeschränkter

Leistungsfähigkeit seines Gehirns

seine Würde“, erklärt Freiwilligenkoordinatorin

Kornelia Ehm-Widmann.

In Nehren lernen die Teilnehmer

den richtigen Umgang

mit Menschen im Rollstuhl

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 19


Ehrenamt aktiv

Ehrenamtspreis:

Unsere Gewinner 2013!

In der letzten Ausgabe wurden die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Evangelischen Heimstiftung dazu aufgerufen, sich

für den Ehrenamtspreis 2013 zu bewerben. Der Freundeskreis der

Heimstiftung zeichnet jährlich Personen oder Gruppen aus, die sich in

besonderer Weise engagieren. In diesem Jahr wird der Preis erstmals

an vier Projekte verliehen.

2. Preis

„Freundeskreis Pflegewohnhaus

Nehren“

Die Gäste der „Tagesbetreuung

Sonnenschein“ beim

gemeinsamen Singen

1. Preis

„Tagesbetreuung Sonnenschein“

Mobile Dienste, Besigheim

Der Gewinner des Ehrenamtspreises

ist die

„Tagesbetreuung Sonnenschein“

- ein niederschwelliges

Angebot

für dementiell veränderte

Menschen, die zu

Hause gepflegt und versorgt

werden. Das Projekt

wird mit Mitteln

vom Land Baden Württemberg gefördert und ist

auf eine Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen

ausgelegt. An allen Öffnungstagen

werden die Tagesgäste von einer gerontopsychiatrischen

Fachkraft und mindesten drei ehrenamtlichen

Mitarbeitern betreut, wodurch die Angehörigen

entlastet werden und die Betreuung im

häuslichen Bereich länger leistbar und bezahlbar

wird. Durch den hohen Betreuungsschlüssel kann

auf individuelle Wünsche und Bedürfnisse der zu

pflegenden Gästen besser eingegangen werden.

Die Ehrenamtlichen tragen sich selbst verpflichtend

und verlässlich nach ihren zeitlichen

Möglichkeiten in die Dienstpläne ein und organisieren

sich selbst. Die Ehrenamtlichen erleben

durch die Hauptamtlichen eine große Akzeptanz

und ein hohes Maß an Anerkennung und weiterhin

einen hohen Kompetenzgewinn, da sie in

ihrer Aufgabe begleitet und angeleitet werden –

Fortbildungen werden unter anderem anhand von

Fallbesprechungen durchgeführt.

Während der Bauphase hat sich im Pflegewohnhaus,

unter dem Dach des Krankenpflegevereins,

ein Freundeskreis gegründet, um die neue Einrichtung

besser im Gemeinwesen einzubinden. Der

Freundeskreis Pflegewohnhaus Nehren bietet den

Bewohnern im Haus eigenständige Aktivitäten an,

wie beispielsweise einen Männerstammtisch,

Stopfen, Flicken, einen Cafébetrieb sowie zahlreiche

Ausflüge und Feste. Die Vielfalt der Angebote

hat die Jury bei ihrer Bewertung überzeugt,

zumal für Jeden etwas dabei ist und auch eingeschränkte

Bewohner an den Ausflügen teilnehmen

können.

Das Projekt ist durch die Vereinsstruktur nachhaltig

und verlässlich aufgestellt und beispielhaft und

nachahmenswert für die Profilfindung eines

Krankenpflegevereins.

Die persönlichen Beziehungen der Heimbewohner

bleiben erhalten, da sie ins örtliche Leben eingebunden

und vernetzt sind und auch mit den

örtlichen Kindergärten generationenübergreifend

kooperieren. Dadurch wird auch gewährleistet,

dass die Bewohner am gemeinschaftlichen Leben

teilhaben können. Das Projekt präsentiert sich

zudem mit regelmäßigen Berichten und Informationen

an die lokale Presse sehr gut in der Öffentlichkeit.

20 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“

Erich Kästner

„Tun Sie etwas Gutes!“

Es gibt viele Möglichkeiten, Gutes zu tun.

Viele Menschen brauchen unsere Hilfe.

Auch die älteren. Helfen Sie bitte mit!

„Wir helfen Älteren!“

Der Freundeskreis der Evangelischen

Heimstiftung e.V. unterstützt mit Ihren

Spenden die Betreuung der älteren Menschen,

die in den Einrichtungen der

Evangelischen Heimstiftung leben.

Ihre Spende kommt ausschließlich den

Bewohnern zugute. Mit den Spenden

werden Projekte unterstützt, die über die

allgemeinen Pflegesätze nicht finanziert

werden können. Sollten Sie wünschen,

dass Ihre Spende einer bestimmten

Einrichtung oder einem bestimmten

Zweck zufließen soll, werden wir Ihren

Wünschen natürlich entsprechen.

Ihre Spende trägt mit dazu bei, dass sich

die älteren Menschen in den Einrichtungen

zu Hause fühlen. Mit Ihrer Spende geben

Sie älteren Menschen neuen Lebensmut

und das Gefühl, nicht vergessen zu sein.

Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.


Dankeschön!

Für Ihre Spende danken wir Ihnen schon jetzt ganz herzlich

– auch im Namen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der

Evangelischen Heimstiftung Stuttgart.

Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.

Diakon Gerhard Gasser

Vorstand Freundeskreis

der Evangelischen Heimstiftung

e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Freunde des Freundeskreises der Evangelischen Heimstiftung,

dank Ihrer großzügigen finanziellen Unterstützung konnten wir in diesem Jahr schon 25 Projekte in

den Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung fördern. Die Projekte sind vielfältiger Art. Dies

können Sie auch an den Beispielen ersehen, die wir auf der Rückseite des Einlegers beigefügt haben.

Unser Freundeskreis verfügt über keine so großen Mittel, um alle Wünsche und Bitten der Einrichtungen

zu erfüllen. Häufig geben wir nur einen Zuschuss, weil wir auch möchten, dass alle Pflegeheime

in den Genuss unserer, oder besser gesagt, Ihrer Spenden kommen. Es gibt Projekte, die sind

so anspruchsvoll, dass unsere Mittel schnell aufgebraucht wären.

Ein ehrliches Wort zum Thema Geld. Sie haben als unsere Förderinnen und Förderer ein Recht darauf

zu wissen, wie hoch unsere Spendenaufkommen sind. So haben wir im Jahre 2012 insgesamt rund

22.000 Euro an Spenden erhalten. Dieses Geld geben wir zu hundert Prozent für Projekte in den

Pflegeheimen weiter. Darin unterscheiden wir uns von anderen Spendenorganisationen, die einen

erheblichen Teil ihrer Spendenaufkommen für Verwaltungsaufgaben ausgeben.

Bei uns können Sie sicher sein, dass kein Euro für diese Zwecke verwendet wird. Jeden Cent geben

wir für die verschiedenen Projekte aus. Alle Mitglieder des Freundeskreises arbeiten ehrenamtlich.

Dies hat mich auch bewogen, die verantwortungsvolle Arbeit im Vorstand des Freundeskreises zu

übernehmen. Aus meiner langjährigen Erfahrung in Führungsverantwortung in der Diakonie weiß

ich um die Wichtigkeit ehrenamtlichen Engagements. Und ich weiß, wie wichtig es ist, dass unser Tun

von außen gefördert wird, sei es durch ehrenamtliche Arbeit oder durch finanzielle Unterstützung.

Begleiten Sie bitte weiterhin unser Engagement! Wir brauchen Ihre Förderung, damit wir den

Bewohnerinnen und Bewohnern auch in Zukunft ein wenig zusätzliche Freude bereiten können.

Ich wünsche Ihnen – auch im Namen meines Vorstandskollegen Albert Thiele – eine besinnliche

Weihnachtszeit und Gottes reichen Segen für das kommende Jahr.

Ihr

Diakon Gerhard Gasser

Vorsitzender des Freundeskreises der Evangelischen Heimstiftung e.V.

P.S. Unterstützen Sie auch weiterhin das Engagement des Freundeskreises, damit wir gemeinsam

etwas Gutes und Sinnvolles für die älteren, pflegebedürftigen Menschen tun können.

Widdumhofstraße 19 . 70499 Stuttgart . Telefon 01 51 62 95 48 57 . Vorstand: Albert Thiele, Gerhard Gasser

Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel . Konto 40 40 20 (BLZ 520 604 10)

Wünschen Sie weitere Informationen? Dann schreiben Sie uns oder rufen einfach an.

„Aktion Ehrenamt“ Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.

Widdumhofstraße 19, 70499 Stuttgart, Telefon 01 51 62 95 48 57

Spendenkonto 40 40 20, Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel, BLZ 520 604 10


Rechten Abschnitt

einfach ausfüllen,

abtrennen und im

Fensterbriefumschlag

ausreichend frankiert

an die umseitige

Adresse schicken.

Vielen Dank!

Ja, ich möchte die Arbeit des Freundeskreises unterstützen

und habe mich deshalb entschlossen,

monatlich

vierteljährlich

halbjährlich jährlich

b ab / (Monat/Jahr)

von meinem Konto abbuchen zu lassen.

Datum

Unterschrift

Name

Vorname

Straße

PLZ/Ort

Geldinstitut

Bankleitzahl

Kontonummer

Diese Einzugsermächtigung können Sie jederzeit widerrufen. Ihr Förderbeitrag für den Freundeskreis der Evangelischen

Heimstiftung ist steuerrechtlich absetzbar. Ende Januar des Folgejahres erhalten Sie automatisch eine Zuwendungsbestätigung,

die Sie bei Ihrem Finanzamt geltend machen können.

Zuwendungsbestätigung zur Vorlage beim Finanzamt

Der Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V. ist wegen der Förderung besonders förderungswürdig anerkannter

gemeinnütziger Zwecke (Förderung der Altenpflege und Altenfürsorge) nach dem letzten zugegangenen

Freistellungsbescheid des Finanzamts Stuttgart/Körperschaften, vom 13.01.2012 für die Jahre 2008 bis 2010 nach § 5

Abs. 1 Nr. 9 des Körperschaftssteuergesetzes und nach § 3 Nr. 6 des Gewerbesteuergesetzes von der Körperschaftssteuer

und der Gewerbesteuer befreit. Wir bestätigen, dass wir die Spende nur zu satzungsgemäßen Zwecken verwenden werden:

Förderung der evangelischen Alten- und Behindertenarbeit. Der Satzungszweck wird insbesondere durch Unterstützung

von Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart verwirklicht. Diese ist seit dem 1. April 1952 dem Diakonischen

Werk der Evangelischen Kirche in Württemberg e.V. angeschlossen.

Geldzuwendung

Bis zu f 200,– gilt der abgestempelte „Beleg/Quittung für den Auftraggeber“ als Zuwendungsbestätigung

in Verbindung mit dem Kontoauszug. Für Spenden über f 200,– werden wir gesonderte Zuwendungsbestätigungen

erstellen. Deshalb bitten wir, Ihre Anschrift deutlich lesbar einzusetzen.

!

Beleg/Quittung für den Auftraggeber

Kontonummer des Auftraggebers

Empfänger

Freundeskreis der Evangelischen

Heimstiftung e.V., Stuttgart

Konto-Nummer

40 40 20

Bankinstitut

Evang. Kreditgenossenschaft Kassel

BLZ 520 604 10

Betrag

Geldzuwendung €

Auftraggeber/Einzahler

Bei Bareinzahlung Empfangsbestätigung des

annehmenden Kreditinstitutes

Abzugsfähige Zuwendung


Dankeschön

Beispiele guter Taten

für Ihre guten Taten ...

Freundeskreis der

Evangelischen Heimstiftung e.V.

Widdumhofstraße 19

70499 Stuttgart

Ein Auszug der Projekte, die der

Freundeskreis finanziell gefördert hat.

Stephanuswerk Isny: Bildungsreise

lern behinderter Schülerinnen und

Schüler nach Rom.

Sonnenhof, Langenau: Ausflug ehrenamtlicher

Mitarbeiterinnen und Mit arbeiter

nach Leipheim.

Haus am Aspacher Tor, Backnang:

Restaurierung eines gebrauchten Klaviers.

Diesen Abschnitt umseitig ausfüllen, abtrennen und im Fensterbriefumschlag

ausreichend frankiert an die nebenstehende Adresse schicken.

Steuerwirksame Zuwendungsbestätigung

1.

Wir sind wegen der Förderung besonders förderungswürdig

anerkannter gemeinnütziger Zwecke

(Förderung der Altenpflege und Altenfürsorge) nach

dem uns letzten zugegangenen Freistellungsbescheid

des Finanzamts Stuttgart/Körperschaften, Aktenzeichen

99019/34160 SG: IV/41 vom 10.02.2009 für die

Jahre 2005, 2006, 2007 nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 des

Körperschaftssteuergesetzes und nach § 3 Nr. 6 des

Gewerbesteuergesetzes von der Körperschaftssteuer

und der Gewerbesteuer befreit.

2.

Wir bestätigen, dass wir den uns zugewendeten

Betrag ausschließlich zu satzungsgemäßen Aufgaben

verwenden werden: der Förderung der evangelischen

Alten- und Behindertenarbeit. Der Satzungszweck

wird insbesondere durch Unterstützung von Einrichtungen

der Evangelischen Heimstiftung in Stuttgart

verwirklicht.

Für Spenden bis € 200,– gilt der Einzahlungsbeleg als

Zuwendungsbestätigung in Verbindung mit dem Kontoauszug.

Für Spenden über € 200,– wird eine gesonderte Zuwendungsbestätigung

ausgestellt. Deshalb bitten wir Sie,

Ihre Anschrift deutlich lesbar einzusetzen.

Freundeskreis der

Evangelischen Heimstiftung e.V.


Ehrenamt aktiv

Den dritten Platz teilen sich zwei Projekte, da sie

bei der Bewertung als gleichrangig eingestuft

wurden.

3. Preis

„Backhaus“ im Haus auf

dem Wimberg, Calw

Das Backhaus ist ein Gemeinschaftsprojekt, das

von Schülern, Lehrern und verschiedenen Handwerkern

gemeinsam errichtet wurde. Schon während

der Bauphase bot dieses Backhaus für die

Bewohnerinnen und Bewohner viel Abwechslung,

Gesprächsstoff und interessante Begegnungen.

Schon zu früheren Zeiten waren Backhäuser in

den Kommunen ein beliebter Treffpunkt, um

Neuigkeiten, Klatsch und Tratsch auszutauschen.

Die Wiederbelebung dieses alten Brauchtums

weckt positive Erinnerungen und ist bereichernd

für die Einrichtung in Calw.

Das Wissen der älteren Generation wird genutzt

und gebraucht. Die Wissensvermittlung an Kinder

und jüngere Generationen ist ein wichtiger Beitrag

zur gesunden Ernährung und zur Ökologie. Man

kann lernen, wie man den Ofen anfeuert, einen

Sauerteig zubereitet und Brot backt.

bringen ihre eigenen Ideen ein, wählen selbst die

Wolle und die Farbkombinationen aus. Die Kommunikation

findet dabei auf Augenhöhe statt und

die Erinnerungspflege oder das Gedächtnistraining

geschieht nebenbei und muss nicht „künstlich“

hergestellt werden. Beim Stricken wird zudem

die Feinmotorik der Bewohner gefördert und

bleibt so länger erhalten, ebenso die geistige und

kommunikative Beweglichkeit.

Das Projekt „Guerillastricken“ fand die Jury besonders

innovativ. Guerillastricken ist eine Art gestricktes

Graffiti, es werden Gegenstände im öffentlichen

Raum bestrickt. Das kann lediglich der Verschönerung

dienen, aber auch eine symbolische Bedeutung

haben. In Deutschland sind die ersten bestrickten

Straßenlaternen im Jahre 2010 entstanden. Diese

Art zu stricken, spricht natürlich vor allem junge

Menschen an. Die Bewohner der Pflegeeinrichtung

ließen sich aber mit Begeisterung darauf ein und so

wurde zusammen mit der Graf-Soden-Realschule in

Friedrichshafen eine Parkbank eingestrickt, die nun

in deren Schulhof einen Platz gefunden hat. In der

Zwischenzeit stricken die Bewohner bereits die

dritte Parkbank ein.

Gemeinsam stolz auf das

Geleistete: Das neue Backhaus

im Haus auf dem Wimberg

Das Backhaus trägt zur Vernetzung und Kooperation

im Gemeinwesen bei: sei es als Kommunikationstreffpunkt

für die Bürger der Kommune und

die Bewohner der Einrichtung oder als Mittelpunkt

für Feste, Projekte und Backkurse.

„Die fingerfertigen Paulinchen“

Königin Paulinenstift,

Friedrichshafen

Die Bewohner stricken zusammen mit den

Schülern der Graf-Soden-Realschule

Die Strickgruppe „die fingerfertigen Paulinchen“

ist eine offene Gruppe, die sich einmal wöchentlich

im Café der Einrichtung trifft. Jeder Interessierte

kann kommen, um mitzustricken, zu zuschauen,

zu plaudern oder zu musizieren. Auch

Angehörige und Besucher schauen einfach mal

vorbei und sind herzlich willkommen.

Die Bewohner erleben sich dadurch als selbstwirksam,

da sie etwas herstellen, das einen Wert hat,

sinnvoll ist und sogar verkauft werden kann. Sie

„Wir bedanken uns bei allen ehrenamtlichen Mitarbeitern

für die eingegangenen Bewerbungen, das tolle Engagement,

die innovativen Ideen und die Zeit, die sie einbringen,

um den pflegebedürftigen Menschen in unseren

Einrichtungen Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben zu

ermöglichen!“

Freundeskreis der Evangelischen Heimstiftung e.V.

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 21


Impuls

Helfen?

setzt die Wahrnehmung des anderen und eine

unbedingt einzuhaltenden Distanz voraus. Nicht

umsonst spricht der amerikanische Soziologe

Richard Sennett von der Empathie als Grundvoraussetzung

für echte Begegnung und wirkliche

Kooperation. Eine Haltung, die immer wieder neu

gesucht und gefunden werden muss.

Menschen wollen helfen und erleben dabei aber

auch, wie sie sich im Helfen erschöpfen. Die ständige

Orientierung nach außen birgt in sich die

Gefährdung, das eigene Leben aufzuschieben und

hinten anzustellen. Wenn aber die eigenen Bedürfnisse

auf Dauer keinen oder nicht ausreichenden

Raum haben, läuft man Gefahr, müde

und reizbar zu werden.

Not am Mann. Sorgen tut gut!

Menschen wollen helfen. Das wundert nicht. Denn Helfen vermittelt

das gute Gefühl, für andere etwas tun zu können. Es stärkt das

Selbstvertrauen. Es reizt, die eigenen Gaben und Begabungen für

andere einsetzen zu können. „Ich bekomme sehr viel zurück“ – so

sagen viele, die in sogenannten helfenden Berufen tätig sind. Daraus

schöpfen sie Kraft und Motivation zum Weitermachen.

Menschen wollen helfen. Wer einen anderen leiden

sieht, will Not beenden oder wenigstens lindern.

Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

hat unsere Augen geschärft und unsere Herzen

geschult. Es ist uns nicht gleichgültig, was mit dem

geschieht, der unter die Räuber gefallen ist. Wir

haben gelernt, stehen zu bleiben und Verantwortung

für den Bruder oder die Schwester zu übernehmen.

Dass bei unserem Helfen dann aber nicht

die eigenen Wünsche, Erwartungen und Vorstellungen

leitend werden, sondern die Bedürfnisse

des Gegenübers zum Tragen kommen, ist Teil des

Lernprozesses, dem sich alle zu unterziehen haben,

die in helfenden Berufen unterwegs sind. Mit den

Jahren und mit den damit verbundenen Erfahrungen

wachsen Einsicht und Erkenntnis. Im

besten Fall versteht man immer besser, dass Helfen

Sensibilität und Taktgefühl braucht. Denn Helfen

Wie können wir tun, was wir tun wollen? Was

müssen wir beim Helfen bedenken?

Dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein sei, steht

am Anfang der Bibel. Gott, der im Anfang adam aus

der adama (dem Erdboden) wie ein Töpfer formte,

stellt fest, dass dieses Wesen allein nicht leben kann.

Können die Tiere den offenkundigen Mangel ausfüllen?

Gott versucht es, schafft Tier um Tier, zeigt

jedes neue Geschöpf dem adam und stellt fest: Das

war es noch nicht. Denn der adam gibt jedem Tier

einen Namen und demonstriert auf diese Weise

seine Überlegenheit. Das aber passt nicht zur „Hilfe,

die ihm entspricht“ und die er braucht, um sein

Leben zu bewältigen. Erst als Gott aus der Seite des

adam ein Gegenüber „baut“, ruft der aus dem Tiefschlaf

Erwachte überrascht und glücklich zugleich:

Dieses Mal ist sie es! Das ist doch Bein von meinem

Bein und Fleisch von meinem Fleisch.Schöner kann

man wohl nicht zum Ausdruck bringen, dass Menschen

aufeinander angewiesen sind und sich erst

im Gegenüber selbst erkennen.

Was aber geschieht, wenn diese Hilfe, diese Art der

solidarischen Lebensunterstützung fraglich wird?

Was geschieht, wenn Sachzwänge, ökonomische

Vernunft und Rahmenbedingungen Menschen so

einengen, dass Spontaneität und Freiheit im Helfen

abhanden zu kommen drohen?

Mitarbeitende in der Diakonie haben in den letzten

Jahren und Jahrzehnten einen Systemwandel

22 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Impuls

erlebt und manchmal auch erlitten. Und nicht nur

sie. Die Ökonomisierung vieler Lebens- und Arbeitsbereiche

ist für uns inzwischen ganz selbstverständlich

geworden und wird kaum mehr

hinterfragt. Und doch verändert diese Sicht unser

Leben und unser Handeln.

Je mehr die Kostenstellen und Bilanzen unsere

Aufmerksamkeit fordern, umso wichtiger werden

die kleinen Momente der Freiheit, in denen sich

Menschen nicht nur als Klienten, Kunden oder

Dienstleister sehen, sondern als „Gottes Kinder

und seine Hausgenossen“ erfahren.

Mir fällt auf, dass in immer mehr kirchlichen und

diakonischen Zusammenhängen von „Kultur“

und „Haltung“ die Rede ist, die den Unterschied

mache. Damit ist gemeint: Tue ich das, was ich tue

aus innerer Überzeugung und verankert in einem

Gesamtsystem, oder sehe ich mich als getriebenes

Rädchen in einem unüberschaubaren Hamsterrad?

Das sind Fragen, die den einen oder die andere in

einer kritischen Selbstreflexion immer mal wieder

beschäftigen und die den ganzen Unterschied

ausmachen.

Mich berührt dabei sehr, dass alte und pflegebedürftige

Menschen vor allem die Freundlichkeit

derer schätzen, die für sie sorgen und sich um sie

kümmern. Ich sehe dahinter auch den Wunsch

und die Hoffnung, dass auch in den schwierigen

Zeiten des eigenen Lebens Menschen da sind, die

einen akzeptieren und respektieren.

Zu solchem Respekt gehört das Ernstnehmen des

gelebten Lebens – mit all den gemachten Erfahrungen

und den daraus resultierenden Eigenheiten.

Und alle, die in der Pflege tätig sind, wissen,

wie das Alter das gelebte Leben und die Erinnerungen

wieder an die Oberfläche bringt. Wie

wohltuend ist es, wenn das nicht als lästig abgetan,

sondern gewürdigt wird.

Ich denke: Es ist kein Zufall, dass das 4. Gebot,

Vater und Mutter zu ehren, uns als Erwachsene

einschärft, die Erfahrungen der vorausgehenden

Generation ernst zu nehmen. Dass wir dem Gewicht

geben, was Eltern und Großeltern erlebt

haben, ist für die Bibel sogar die Voraussetzung

dafür, dass eigene Leben leben zu können und

Zukunft zu gewinnen.

Zum Helfen gehört also das Sehen des anderen,

genauso wie die Selbstwahrnehmung. Nur wer sich

selbst kennt (oder sich zumindest mit sich selbst

auseinandersetzt), hat die Chance, nicht alles

wiederholen zu müssen, was ihm oder ihr an

Vorgaben gemacht, an Mustern in Verhalten und

Reaktion mitgegeben und an Erwartungen herangetragen

wird.

Umgekehrt gilt: Wer sich

diesen – mitunter auch

schmerzhaften – Prozessen

nicht aussetzen will, der wird

die Erfahrung machen, dass

die Zähne stumpf, das Herz

leer, die Augen trüb und die

Ohren taub werden.

Aber was hat das mit dem Helfen zu tun?

Die Bibel ist an dieser Stelle klar. Helfen ist absichtsloses

Tun. Es schielt nicht nach einem höheren

Zweck, nicht nach einem Ideal, das zu

verwirklichen, oder einer Norm, die zu erfüllen

wäre. Helfen ist spontan und selbstverständlich.

So wie im Gleichnis vom großen Weltgericht, in

dem die eine Gruppe höchst erstaunt fragt, wann

sie denn jemals Jesus hungrig, nackt, fremd, gefangen

oder krank gesehen hätten. Sie hatten doch

einfach getan, was nötig war, ohne nach einer

Vergeltung oder einem Lohn zu fragen.

Spontaneität und Absichtslosigkeit sind etwas

Wunderbares. Aber sie lassen sich nicht erlernen

und auch nicht in Leitbildern verpflichtend machen.

Auch wenn das manche Unschärfe in sich birgt,

so sollten wir uns doch daran freuen, dass die

Taten der Liebe Unruhe in die Welt bringen. Die

Systeme mögen so etwas nicht. Sie wollen die Tat,

die in ihrem Ziel aufgeht und darin ganz und gar

plan- und messbar (auch dokumentierbar) ist. Das

ist wichtig für den guten und reibungslosen Ablauf.

Aber Glanz und Licht kommen in unser Leben,

wenn wir spüren, dass wir angesehen, geachtet

und gewürdigt werden. Das ist nicht auf Dauer

zu stellen. Aber in den kleinen Momenten ereignet

sich die große Freiheit. Deshalb sagt Jesus auch:

Tut das – und ihr werdet das ewige Leben haben.

Prälatin Gabriele Wulz

„Zum Helfen gehört also das

Sehen des anderen, genauso

wie die Selbstwahrnehmung.“

Prälatin Gabriele Wulz

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 23


Perspektiven

Johanniterstift im Sternenhimmel

Der Demenz Support Stuttgart hatte die Idee, Sterneköche für den

Einsatz im Pflegeheim zu gewinnen und sich dem Thema „Essen und

Kochen“ einmal ganz anders zu nähern. Kein leichtes Unterfangen, denn

den meistens Köchen war die Anfrage keine Reaktion wert – bis auf

Frank Oehler, der Sternekoch aus der Speisemeisterei in Hohenheim

war sofort begeistert.

Tobias Lechner, Hausdirektor im Johanniterstift,

war von der Idee gleich angetan, gemeinsam mit

einem prominenten Sternekoch im Pflegeheim zu

kochen. Aber nicht, weil er an der Qualität seiner

Küche zweifelt, sondern weil auch ihm das Thema

Essen und Ernährung im Heim wichtig ist. Seine

leitende Köche Bernd Zerahn

und Jürgen Hrastnik

waren anfangs noch etwas

verunsichert. „Na ja, zuerst

habe ich auch gedacht:

Kochen wir etwa so

schlecht, dass uns jetzt ein

Starkoch retten muss?“, gesteht Bernd Zerahn.

Doch im Nachhinein bestand bei beiden kein

Zweifel mehr am Sinn dieser Aktion.

Zur Vorbereitung trafen sich im Vorfeld alle Beteiligte

in der Speisemeisterei in Hohenheim, um sich

kennen zu lernen und vorab auszutauschen. Frank

Oehler interessiert sich sehr für die Arbeit der

Köche im Heim. „Wir müssen natürlich über die

Unterschiede reden, aber das Verbindende ist doch

unser Verständnis vom Kochen: Es soll gut sein,

es soll schmecken, es soll mit Liebe zubereitet sein

„Respekt, Respekt! Trotz kleinem

Budget zaubern die Köche im

Johanniterstift viel Leckeres auf

den Tisch!“

– egal, ob für die Gäste meines Lokals oder für eure

Heimbewohner!“ Dem konnten die beiden

Plochinger Köche zustimmen. „Wir erhoffen uns

aber spannende Inspirationen durch den Austausch

mit Frank Oehler“.

Als sie die Hohenheimer Küche besichtigten, stach

der erste Unterschied gleich ins Auge: Die Heimköche

müssen mit einem kleinen Team von nur

vier bis fünf Personen vormittags und zwei nachmittags

für 120 und mehr Bewohner kochen. Das

Team von Frank Oehler besteht aus 20 Personen,

die im Schnitt 60 Gäste bewirten.

Wenige Tage später stand

der Gegenbesuch in

Plochingen auf dem Plan

und Frank Oehler half dem

dortigen Küchenteam

beim letzten „Pfiff“ des

Tagesessens. Doch bevor

gekocht wurde, berichteten die Plochinger Köche

von den Herausforderungen, denen sie sich als

Heimköche gegenüber gestellt sehen. „Wir haben

hier viele ältere Bewohner mit körperbedingtem

Pflegebedarf, solche mit Demenz und auch noch

eine Wohngruppe für jüngere Personen“, ergänzt

Tobias Lechner. „Und das muss man alles unter

einen Hut bringen“. Klar, dass es da durchaus auch

unterschiedliche Anforderungen ans Essen gibt.

„Und das wird sich zukünftig ja ohnehin noch

verstärken“, wirft Frank Oehler ein. „Demnächst

24 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Perspektiven

kommen doch schon die ersten Bewohner mit

Jeans und Tattoos auf dem Rücken ins Heim. Die

nachrückenden Generationen haben doch viel

individuellere Vorstellungen, als die, die heute alt

sind. Und nicht nur beim Essen“.

In einem Restaurant mit gehobener Küche wie der

Speisemeisterei essen zu gehen, hat bekanntermaßen

seinen Preis. Verständlich, wenn Frank Oehler

von den Kollegen aus

dem Heim auch deren finanzielle

Rahmenbedingungen

wissen wollte. „Wir

haben hier pro Bewohner

einen Betrag von 4,80 Euro

zur Verfügung“, klärt ihn

Bernd Zerahn auf. „Für das

ganze Mittagessen?“, hakte

der überraschte Frank Oehler

nach. „Schön wär’s“, meine Tobias Lechner.

„Da ist alles drin: Frühstück, Mittag- und Abendessen,

Zwischenmahlzeiten und Getränke“. Der

Sternekoch konnte es kaum fassen. „Diese Sätze

werden mit den Kostenträgern so ausgehandelt,

damit sind wir natürlich nicht zufrieden“, warf

Tobias Lechner ein.

„Wir haben pro Bewohner

4,80 Euro täglich für das

Essen zur Verfügung.“

„Was? Für das ganze Mittagessen

nur 4,80 Euro?“

„Nein, für den ganzen Tag!“

Bewohnern hinaus. „Guten Appetit, lassen Sie es

sich gut schmecken!“

Bei einer abschließenden Auswertungsrunde war

Frank Oehler angetan von dem, was seine Kollegen

unter nicht ganz üppigen Bedingungen auf die

Beine stellen. „Respekt, Respekt“. „Leider steht es

um das Kochen und Essen nicht überall so gut,

wie wir das hier gesehen haben“,

warf ein Teilnehmer der

kleinen Gesprächsrunde ein.

Das können viele andere bestätigen.

Fazit am Ende des

Tages: Alle Beteiligten waren

sehr zufrieden mit der Aktion.

Und aus ihr sollten weitere

Initiativen erwachsen. „Ich

komme nicht nur mal kurz in

ein Heim rein und das war’s dann“, versprach

Frank Oehler. „Lasst uns da mal weitermachen.

Ich bin dabei!“

Ein herzlicher Dank für die Unterstützung an

demenz.DAS MAGAZIN und den Demenz Support

Stuttgart.

Die drei Köche bilden ein gutes

Team in der Küche

Bei der Hausführung gab es natürlich die ersten

neugierigen Blicke, nicht nur durch Heimbewohner,

auch die Mitarbeiter erkannten den Promikoch

aus der RTL II-Serie „Kochprofis im Einsatz“.

„Guck mal, das ist der Frank Oehler aus dem

Fernsehen“, raunte eine Pflegekraft im vorbei gehen

ihrer Kollegin zu. Eine Bewohnerin war so

freundlich, dem prominenten Gast einen Blick in

ihr Zimmer zu gewähren.

Der Rundgang endete schließlich in der Cafeteria

der Einrichtung. Hier essen mittags diejenigen

Bewohner, die noch fit genug dafür sind. Ansonsten

finden die Mahlzeiten auf den Wohnbereichen

statt. „Schick, hier lässt’s sich aushalten“,

lautete der Kommentar des Sternekochs. In der

Küche angekommen, wurde gleich Hand angelegt.

Es standen Rinderbrust mit Meerrettichsauce,

Boullionkartoffeln und Rote Beetesalat auf dem

Speiseplan. Die vegetarische Alternative bestand

aus hausgemachten Reibekuchen mit Apfelmus.

Alle drei Köche schmeckten ab, tauschten sich aus

und würzten hier und dort ein wenig nach. „Alle

Achtung, das kann sich sehen lassen“, kommentierte

Frank Oehler. Er griff sich zwei Teller mit

Rinderbrust und trug sie zu den überraschten

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 25


Perspektiven

Bundesfreiwilligendienst bei der Evangelischen Heimstiftung

Nichts erfüllt mehr,

als gebraucht zu werden!

Wie kamen Sie dazu, sich im Bundesfreiwilligendienst

zu engagieren?

Wir sind eigentlich im Familiengespräch drauf

gekommen, dass es jetzt dies auch für ältere Menschen

gibt. Das war bis dato eigentlich völlig unbekannt.

Ich wusste am Anfang gar nicht, wohin ich

mich wenden muss. Ich habe mir bei der Diakonie

die Homepage angeschaut und mich informiert.

Ich habe mir ein Herz gefasst und bei der Diakonie

angerufen. Mir wurde gleich eine Liste zugeschickt

mit vielen Adressen, bei denen ich anrufen konnte.

Die 61-jährige Dorothea Schmid absolviert seit April 2013 ihren Bundesfreiwilligendienst

im Haus auf der Waldau in Stuttgart-Degerloch und

möchte gerne mehr Menschen dafür motivieren, sich zu engagieren.

Nach dem Frühstück will

Dorothea Schmid alles sauber und

geputzt hinterlassen, da gehört

für Sie das Putzen ganz selbstverständlich

mit dazu

Sie hätten doch jetzt endlich mal Zeit für sich.

Warum wollten Sie sich nochmals umorientieren?

Naja, ich bin seit Dezember 2012 in Altersteilzeit,

ich nenne das immer „im Unruhestand sein“. Die

erste Zeit verging recht schnell, aber dann im neuen

Jahr fragte ich mich plötzlich, was ich jetzt mit

der vielen freien Zeit anstellen soll. Anfangs dachte

ich noch, dass ich dann endlich mal Zeit für mich

habe, um beispielweise gemütlich in die Stadt zu

gehen. Aber mal ehrlich, das macht man auch nicht

jeden Tag, und es wird langweilig. Ich möchte die

freie Zeit gerne sinnvoll nutzen.

Warum haben Sie sich für einen sozialen Bereich

entschieden?

Ich wollte schon als junges Mädchen beruflich etwas

im sozialen Bereich machen, aber meine Mutter

war damals strikt dagegen. Ich habe dann etwas

Anderes gelernt und bin in der Wirtschaft gelandet.

Jetzt ging es darum, was ich selbst gerne noch tun

möchte.

Haben Sie sich dann gleich für das Haus auf der

Waldau entschieden?

Nein, ich habe mir erst einmal angeschaut, was es

für unterschiedliche Einrichtungen bei der Diakonie

gibt. Als ich im Krankenhaus in der Stadt angefragt

habe, wollten sie lieber jüngere Personen

und keine wie mich. Vor den Altenheimen hatte

ich Anfangs etwas Angst, denn ich konnte mir es

überhaupt nicht vorstellen, wie das im Heim ist.

Trotzdem habe ich Mut gefasst und bei Herrn Seitz

angerufen. Er hat sich gleich wahnsinnig gefreut

und mich sofort eingeladen. Dann ging alles recht

schnell. Ich habe mich vorgestellt und es hat gleich

einfach super gepasst. Ich wusste zwar nicht was

mich erwartet, aber ich habe mir gesagt, ich lass es

halt einfach mal auf mich zukommen. Jetzt bin ich

ganz froh darüber.

Welche Aufgaben übernehmen Sie hier?

Herr Seitz hat mir eine perfekte Stelle kreiert. Eine

Mischung aus Verwaltung und Betreuung. Diese

Woche beispielsweise bereite ich um kurz nach

sieben Uhr das Frühstück für die Bewohner vor. Das

macht auch richtig Spaß, denn es sind dann alle

Leute da, die auch aufstehen können und einigermaßen

fit sind. Gegen halb zehn Uhr wechsle ich

an den Empfang, dort bleibe ich bis zwölf Uhr. Hier

erledige ich alles, was am Empfang eben anfällt.

Meistens bleibe ich dann noch zum Mittagessen

26 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Perspektiven

und trinke anschließend noch einen schnellen

Kaffee mit Kollegen, bevor ich mich auf den Heimweg

mache. Dann bleiben mir immer noch der

ganzen Mittag und Abend zu Hause für mich. Vier

Tage die Woche arbeite ich hier. Dienstags ist immer

mein freier Tag, da kümmere ich mich dann um

meine Enkel.

Gibt es auch Momente, in denen Ihnen die Arbeit

hier schwer fällt?

Ich war noch nie ein geduldiger Mensch, das kann

ich hier lernen, weil die Menschen einfach langsamer

sind. Aber auch beim Frühstück muss ich

ihnen einfach die Zeit geben, die sie brauchen, egal

wie lange es dauert.

Mit dem Tod hier umzugehen fällt schwer. Man

hat mir ja erzählt, dass es hier im Haus eine Sterbekultur

gibt und wie man sie lebt. Man wird in

ein Buch eingetragen und daneben wird eine

Kerze angezündet. Auf dem Wohnbereich stehen

dann am Platz des verstorbenen Bewohner für zwei

bis drei Tage eine Kerze und Blumen. Das bewegt

mich dann schon. Und es wird einem bewusst,

dass jeder einmal an den Punkt kommt, sich damit

auseinander zu setzen. In meinem Alter macht

man sich da dann noch mehr Gedanken, weil man

einfach näher dran ist.

Sie waren jahrelang Assistentin eines Managers im

Finanzbereich. Da war sicherlich vieles anders, oder

nicht?

Natürlich, der große Unterschied ist vor allem, dass

es bei meinem alten Job immer um Zahlen und

Fakten ging. Im Heim geht es um ältere Menschen,

die Hilfe brauchen und um die man sicher mehr

kümmern muss. In meinem alten Job habe ich den

Respekt vermisst, das ist hier anders. In der Wirtschaft

muss man mehr Ellenbogen einsetzen und

sobald man das macht, kann man auch nicht mehr

respektvoll miteinander umgehen, da zählen dann

andere Dinge. Die Arbeit hier kommt mir also sehr

entgegen und entspricht meinen Werten.

Was würden Sie anderen Menschen auf den Weg

geben, die zu Hause sind und gerne noch etwas

Sinnvolles machen möchten?

Sie sollten es versuchen und den Mut aufbringen,

sich auf den Freiwilligendienst einzulassen. Es ist

wichtig, sich eine sinnvolle Aufgabe zu suchen,

bevor man zu Hause sitzt, sich langweilt und als

Mensch eingeht. Ich war nie daheim,

deshalb kann ich mir auch

gar nicht so vorstellen, was andere

Frauen in meinem Alter machen,

wenn sie zu Hause sind. Ich muss

ja schon auch ehrlich sagen, dass

ich Bammel hatte, bei der Diakonie

und hier anzurufen, ich war völlig

verunsichert. Aber man muss auch

einmal im Leben mutig sein und

etwas wagen. Man wird reichlich

dafür belohnt!

Gibt es einen Unterscheid zu jüngeren Bufdis?

Ich könnte mir vorstellen, dass ich für die Bewohner

eher ein Ansprechpartner bin als beispielsweise eine

18-Jährige. Ich bin altersmäßig näher an Ihnen dran.

Da kommt es dann einfach vor, dass die Bewohner

am Empfang vorbei kommen und man ein

„Pläuschle“ hält.

Wie lange geht ihr Bundesfreiwilligendienst noch?

Bis April 2014 und dann schauen wir mal. Ich

könnte danach verlängern oder fragen, ob ich auch

so weiterhin in der Einrichtung bleiben kann, aber

das ist dann erst einmal eine Budgetfrage. Auch

seitens der Diakonie hat man nachgefragt, ob es

mir hier gut geht und ich muss sagen, dass ich es

wirklich einfach super erwischt habe. Es passt einfach

alles. Mir gefällt es hier und es macht mir Spaß.

Meine Altersteilzeit läuft insgesamt drei Jahre, also

im Dezember noch zwei weitere Jahre, erst dann

bin ich eine „normale Rentnerin“.

Gibt es noch etwas, das Sie uns allen zum Schluss

mit auf den Weg geben möchten?

Ja, da gibt es etwas. Mir gefällt es nicht, dass dieser

Bundesfreiwilligendienst in der Gesellschaft noch

gar nicht so bekannt ist. Gerade meine Generation

ist doch noch fit, engagiert und am besten dafür

geeignet, dafür muss man mehr werben. Dann

würden sicherlich auch mehr Menschen für sich

eine sinnvolle Arbeit finden und nicht gelangweilt

zu Hause sitzen. Jeder möchte doch schließlich

gebraucht werden. Hätte ich nicht in einem Gespräch

mit meiner Familie durch Zufall davon erfahren,

wüsste ich auch nichts davon. Und das wäre

doch jetzt schade!

Dorothea Schmid kümmert

sich um die Bewohner beim Frühstücken

auf dem Wohnbereich

Wer sich einen persönlichen

Eindruck

von Frau Schmid verschaffen

möchte,

kann sich gerne auf

der Homepage der

Einrichtung den Bericht

des Kirchenfernsehens

„Menschen

im Freiwilligendienst:

Keine

Spur von Altersmüdigkeit“

mit Frau

Schmid anschauen.

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 27


Aus der Heimstiftung

Jahrespressegespräch 2013

Seniorentreffen

Bei dem diesjährigen Jahrespressegespräch

der Evangelischen Heimstiftung am 13. August

2013 wurden die Journalisten ins Demenzzentrum

Haus am See nach Heilbronn-

Böckingen eingeladen. Dort bekamen zehn

regionale und überregionale Pressevertreter

die Möglichkeit sich intensiv über die derzeit

wichtigsten Themen der Pflege zu informieren.

Denn mit der Pflegereform und dem

aktuellen Bericht zur Pflegebedürftigkeit war

das Thema Pflege in den letzten Wochen und

Monaten immer stärker in die öffentliche

Wahrnehmung gerückt. Im Rahmen eines

zweieinhalbstündigen Gespräches berichtete

Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider

über die Evangelische Heimstiftung und ihre

Bilanz 2012. Neben den pflegepolitischen

Positionen der Heimstiftung wurden zudem

auch die Herausforderungen der Pflegeinfrastruktur

in Baden-Württemberg und die

Personalsituation angesprochen. Regionaldirektor

der Region Heilbronn Jürgen Link berich

tete abschließend über das Thema Demenz

und führte die interessierten Medienvertreter

durchs Haus.

„Wenn dir der Sommer des Lebens lacht, …“

Unter diesem Motto fanden fünf Seniorentreffen

im August und September statt. In

Freudenstadt, Besigheim, Ulm, Alfdorf-Pfahlbronn

und Stuttgart haben sich die

ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

der Evangelischen Heimstiftung getroffen

und sich ausgetauscht. Viele Teilnehmende

Weiterweg und Himmelsleiter in Alfdorf-Pfahlbronn

waren zu diesen Treffen von weither angereist.

Über die aktive Beteiligung unserer

Senioren haben wir uns sehr gefreut, zumal

es für viele mit einem großen Aufwand verbunden

war, daran teilzunehmen. Diese

Treffen finden jährlich statt, da die Ehemaligen

wichtige Botschafter der Heimstiftung

und der Unternehmenskultur sind.

Mitarbeiterbefragung 2013

Bernhard Schneider berichtet über

die pflegepolitischen Positionen

der Evangelischen Heimstiftung

Alle zwei Jahre führt die Evangelische Heimstiftung

konzernweit bei allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern mit Hilfe eines

unabhängigen Marktforschungsinstituts

eine Befragung durch. Hier geht es vor allem

darum, die bestehenden Erwartungen und

Belange der Mitarbeiter kontinuierlich aufzugreifen,

ihre Zufriedenheit und Motivation

zu sichern und Maßnahmen zu ergreifen,

um diese weiter zu erhöhen. Auch in diesem

Jahr können sich die Ergebnisse wieder sehen

lassen. Bei der Gesamtzufriedenheit

erreicht der Träger durchschnittlich die Note

2,1. Gleich drei Einrichtungen erhalten für

ihre hohe Beteiligung einen Preis. Die höchsten

Rücklaufquoten erzielten das Seniorenstift

„Auf den Wäldern“ in Fichtenau-Wildenstein

(100 Prozent), das Franz-Gehrig-

Haus in Bad Mergentheim (98 Prozent)

und das Pflegewohnhaus Nehren in Nehren

(95 Prozent).

Herzlichen Glückwunsch.

28 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Aus der Heimstiftung

Stuttgarter Altenpflegetag

Treffen mit Prälatin Wulz in Ulm

Der 7. Stuttgarter Altenpflegetag stand in

diesem Jahr unter dem Leitthema „Pflege

bewegt“. Der durch das Trägerforum Altenhilfe

Stuttgart e.V. durchgeführte Altenpflegetag

ist ein Forum für Themen rund

um eine professionelle Pflege und Betreuung

älterer und pflegebedürftiger Menschen.

Der Fachtag hat sich im Laufe der

Jahre zum wohl bedeutendsten Altenpflege-Event

in Stuttgart entwickelt. Informationen

aus erster Hand sowie Austausch

und Kommunikation kennzeichnen den

Altenpflegetag. In diesem Jahr stand das

Thema „Bewegung“ im Fokus. Die rund 400

Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die vorwiegend

aus stationären und ambulanten

Altenhilfeeinrichtungen kommen, wurden

für das Thema „Förderung von Bewegung

im Alltag und die Vermeidung von freiheitsentziehenden

Maßnahmen“ sensibilisiert.

Gerade den Auszubildenden vermittelte

der Fachtag einen Einblick in den

richtigen Umgang mit dem Thema Bewegung

in der Pflege. Die Referenten gaben

in ihren Vorträgen Antworten auf die

Fragen, welche Alternativen zu freiheitsentziehenden

Maßnahmen in der Praxis

wirken, wie man gemeinsam zu guten

Entscheidungen findet und wie Bewegung

sinnstiftend in den Einrichtungen initiiert

werden kann.

Auf dem Bild zu sehen sind Ruth Schumann, Regionaldirektorin Ulm, Hauptgeschäftsführer Bernhard

Schneider, Rolf Jehle, Direktor des Stephanuswerkes Isny, Prälatin Gabriele Wulz, Karin Stiebler, Regionaldirektorin

Rems/Neckar/Alb (v. links)

Seit 2001 ist Gabriele Wulz Prälatin von Ulm

und damit für die Kirchenbezirke Aalen, Biberach,

Blaubeuren, Geislingen/Steige, Göppingen,

Heidenheim, Ravensburg, Schwäbisch

Gmünd und Ulm verantwortlich. Die Evangelische

Heimstiftung unterhält in dieser Prälatur

gleich 15 ihrer Einrichtungen. Bei einem

gemeinsamen Treffen im Ulmer Dreifaltigkeitshof

Mitte Juli tauschten sich die Vertreter

der Heimstiftung und die Prälatin über

gemeinsame Wünsche, Projekte und mögliche

Synergie-Effekte aus. Für Dr. Thomas Mäule,

Pfarrer und Stabsstellenleiter Theologie und

Ethik bei der Evangelischen Heimstiftung, ist

der wiederkehrende Austausch mit Regionalbischöfen

ungemein wichtig. In den Kirchengemeinden

schlummert ein soziales und

spirituelles „Kapital“, das bei der Bewältigung

sozialpolitischer Herausforderungen zum

Tragen kommen kann. Oft gehen zentrale

Initiativen nicht von Hauptamtlichen, sondern

von Männern und Frauen aus, die aus der

Mitte der Gemeinden kommen, die nicht mehr

zulassen wollen, dass Menschen in ihrer Stadt

immer stärker ins soziale Abseits gedrängt

werden. Nur gemeinsam schaffen Kirche und

Diakonie den Aufbruch zu einem zukunftsfähigen

diakonischen Gemeindeaufbau.

DaSein – Ein persönlicher Blick auf die Pflege

Kleine Momentaufnahmen aus dem Pflegealltag,

ein Schnappschuss oder ein Foto, das

an eine schöne Begegnung erinnert. So persönlich

und vielfältig wie die Pflege selbst sind

auch die 14 Motive der neuen Ausstellung

„DaSein – Ein persönlicher Blick auf die Pflege“

des Bundesministeriums für Gesundheit,

die die Evangelische Heimstiftung noch bis

20. Dezember im Paul-Collmer-Heim in Stuttgart-Untertürkheim

zeigt.

Die Bildmotive machen auf das Thema Pflege

aufmerksam. Ein Blick auf die Entwicklung der

Bevölkerung in Deutschland zeigt: Die Zahl

der Pflegebedürftigen steigt in den nächsten

Jahren stark an. Wir werden noch mehr Pflege

brauchen. Das heißt auch, jeder muss eine

persönliche Haltung zum Thema Pflege finden:

Kann und möchte ich meine Großeltern,

Eltern oder meinen Lebenspartner selbst

pflegen? Wie möchte ich selbst gepflegt

werden? Von wem kann die letzte Phase des

Lebens begleitet werden? Wie erreichen wir,

dass die wertvolle Arbeit der Pflegenden mehr

Wertschätzung erfährt? Welchen Stellenwert

hat Pflege in unserer Gesellschaft?

Die Ausstellung liefert zwar keine Antworten

auf diese zum Teil sehr persönlichen Fragen,

doch sie zeigt, wie vielfältig und lebensbejahend

die Antworten ausfallen können, wie

nahe es liegt, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Anschauen lohnt sich!

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 29


Aus der Heimstiftung

Konsolidierung der Unternehmensstruktur

Konstituierende Sitzung der Konzern-MAV

Ende letzten Jahres hat der Aufsichtsrat der

Evangelischen Heimstiftung die Entscheidung

getroffen, dass die Unternehmensstruktur

vereinfacht werden soll. Die Verschmelzung

der 29 württembergischen

Tochtergesellschaften auf die Evangelische

Heimstiftung Württemberg GmbH und der

7 badischen Tochtergesellschaften auf die

Evangelische Heimstiftung Baden GmbH

konnte Ende August vollzogen werden.

Unter dem Dach der Evangelischen Heimstiftung

GmbH gibt es jetzt zwei Tochtergesellschaften,

die Evangelische Heimstiftung

Baden GmbH mit allen badischen Einrichtungen

und die Evangelische Heimstiftung

Württemberg GmbH mit allen Einrichtungen

in Württemberg. Die konsequente Vereinfachung

ist vor allem eine strategische Weichenstellung

für die Weiterentwicklung des

Konzerns, da auch für neu entstehende

Einrichtungen einheitlich kirchliches Arbeitsrecht

angewendet werden kann.

Neue Unternehmensstruktur der Evangelischen Heimstiftung

Evangelische Heimstiftung GmbH

40 Einrichtungen

Evangelische Heimstiftung

Baden GmbH

8 Einrichtungen

Evangelische Heimstiftung

Württemberg GmbH

29 Einrichtungen

Genießen für einen guten Zweck

Das Benefizessen feierte Anfang November

sein 10-jähriges Bestehen. 2003 luden Heike

und Hans-Ulrich Kauder erstmals zum „Charity

Dinner“ in ihr Badhotel Stauferland in Bad

Boll ein. Dabei kreiierte das erstklassige

Res taurantteam ein hervorragendes Menu,

dessen Zutaten von Lieferanten und Kooperationspartnern

großzügig gespendet wurden.

Den Service übernahmen prominente Helfer

aus Politik und Unternehmen der Region,

darunter Hauptgeschäftsführer Bernhard

Schneider. Auch Hans-Rudi Bührle, Bürgermeister

von Bad Boll, bediente die zahlreichen

Gäste und bewies darüber hinaus mit seiner

Rede dichterisches Talent. Der komplette Erlös

des kulinarischen Höhepunkts geht jeweils zur

Hälfte an das Michael-Hörauf-Stift für die

Bebilderung der Wohnbereiche und an das

Projekt „integratives Café in der Neuen Linde“

der Arbeits- und Lebensgemeinschaft Bad

Boll.

Durch die Verschmelzung der einzelnen

Tochtergesellschaften der Evangelischen

Heimstiftung hat sich die Gesamtmitarbeitervertretung

an die neue Konzernstruktur

angepasst. Die Delegierten der Mitarbeitervertretungen

haben sich am 22. Oktober

2013 in einer konstituierenden Vollversammlung

getroffen und die Konzern-Mitarbeitervertretung

gebildet. Der neue geschäftsführende

Ausschuss der Konzern-MAV

mit Hauptgeschäftsführer

Bernhard Schneider (v.l.n.r): Sebastian

Kampf, Heike Stefke, Ulf Mitsch, Sieglinde

Hoffmann, Eva Bringmann, Ingrid Ebersold-Kopf,

Ilka Steck, Angelika Kalb, Bernhard

Schneider, Bernd Popp und Vorsitzender

der Konzern-MAV Otto Ziegler.

In den Grußworten dankten Corinna Schiefer,

Hausdirektorin des Michael-Hörauf-Stift, und

Tobias Krickl von der Arbeits- und Lebensgemeinschaft

allen Gästen und Unterstützern

und besonders der Familie Kauderer als Initiatoren

für den gelungenen Abend. Für das

großzügige Engagement der letzten zehn

Jahre erhalten sie von der Einrichtung und der

Gemeinde ein „Freizeitpaket“ mit einer Führung

durch das Kloster Lorch.

„Dieser Abend ist etwas ganz Besonderes und

das Engagement von Gästen und Spendern

zeigt, wie gut die Verbindung zwischen den

sozialen Einrichtungen und den Menschen der

Region ist“, so Corinna Schiefer bei ihrer

Dankesrede.

30 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Aus der Heimstiftung

Führungskräftetagung 2013

in Bad Boll

Auch in diesem Jahr fand Anfang November

in der Evangelischen Akademie Bad Boll die

Führungskräftetagung der Evangelischen

Heimstiftung statt. Für zwei Tage stand ein

Thema im Mittelpunkt: „Die Pflege alter Menschen

im Wandel – die Zukunft gestalten“. Im

Rahmen eines Fachkongresses mit Workshops,

Impulsvorträgen und einer Posterpräsenta tion

studentischer Projekte, diskutierten die rund

100 Führungskräfte zusammen mit der Geschäftsführung

und dem Aufsichtsratsvorsitzenden

Helmut Mäule über zahlreiche Fragen

und Herausforderungen der Zukunft:

• Wie können die Lebensorte und die Versorgungssituation

alter Menschen zukünftig

gestaltet werden?

• Welche Konzepte sind sinnvoll und welche

inhaltlichen Schwerpunkte sollten gesetzt

werden?

Die neuen Führungskräfte nach der liturgischen Einführung

• Wie werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

qualifiziert, um die künftigen Heraus-

Aufgaben eingeführt wurden und endete mit

neue Leitungskräfte mit einem Segen in ihre

forderungen wahrnehmen zu können? einem gemeinsamen Abendmahlgottesdienst.

Dazwischen gab es viele Begegnungen und

Auf dem Programm stand nicht nur operative Zeit für Gespräche, gegenseitiges Kennenlernen

und kollegiale Austausch.

Arbeit, sondern wie jedes Jahr wurde die Tagung

mit einer Andacht begonnen, bei der

„Zukunft gestalten –

Wirtschaftsfaktor Pflege“

Der 12. DEVAP-Bundeskongress, der Ende

September in Berlin stattfand, stand unter

dem Motto „Zukunft gestalten – Wirtschaftsfaktor

Pflege“. Den Teilnehmerinnen und

Teilnehmern wurde ein abwechslungsreiches

und spannendes Programm geboten, bei dem

auch die Evangelische Heimstiftung drei Foren

geleitet hat.

Im Forum „Pflegen auf Portugiesisch“ wurde

über die Anerkennung, Chancen und Erfahrungen

zur Gewinnung und Qualifizierung von

europäischen Fachkräften diskutiert. Gerald

Bößler, Referatsleiter Personalservice, zeigte

im Workshop erste Erfahrungen aus den

einjährigen Sprach- und Integrationsprozessen

südeuropäischer Pflegefachkräfte bei der

Evangelischen Heimstiftung und gab zusammen

mit dem portugiesischen Mitarbeiter

Ruben Castell authentische Einblicke in die

Umsetzung.

Bernhard Schneider und Frank Weidner

Im Forum AAL-Altersgerechte Assistenzsysteme

erläuterte Matthias Brauchle, Referent

des Innovationszentrums, am Beispiel der

Evangelischen Heimstiftung, wie durch Kooperation

von Wissenschaft, Wirtschaft und

Einrichtungsträgern dieses neue Geschäftsfeld

erschlossen werden kann.

Im dritten Forum „Ehrenamt neu denken“

erklärte Freiwilligenkoordinatorin Kornelia

Ehm-Widmann, wie die Heimstiftung dieses

Thema zu einem strategischen Schwerpunkt

macht und das Engagement der vielen ehren-

Ruben Castell und Gerald Bößler

amtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

fördert und auch fordert. Denn Fakt ist, die

Ehemaligen und Ehrenamtliche sind wichtige

Botschafter des Unternehmens.

Mit Spannung wurde auch die Podiumsdiskussion

zum Thema „Bildung als Basis für

Entwicklung in der Pflege“ verfolgt. In diesem

Forum wurde der offene Briefwechsel zwischen

Bernhard Schneider und Frank Weidner

(dip) zur Frage „Welche Pflegeausbildung

brauchen wir für die Zukunft?“ aufgegriffen

und mit dem Plenum diskutiert.

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 31


Aus der Heimstiftung

Foto zu HORIZONTE 2013

HORIZONTE 2013

Das Pflegeforum der

Evangelischen Heimstiftung

Die Wähler haben ihre Stimme am 22. September

2013 abgegeben und sich damit neue

Konstellationen für den Deutschen Bundestag

gewünscht. Die Politiker haben vom Wahlkampfmodus

über die Sondierungsphase zu

den Koalitionsverhandlungen umgeschaltet.

Welche Rolle wird dabei zukünftig die Pflege

spielen? Wer sind die zukünftigen Protagonisten

für die Pflege auf Bundesebene? Mit

den pflegepolitischen Positionen hat die

Evangelische Heimstiftung im Frühjahr dieses

Jahres die Politik dazu aufgefordert, die Rahmenbedingungen

für die Pflege spürbar zu

verbessern. Die zentrale Forderung lautete:

die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung

zu verdoppeln. Wie sind die Positionen

der im Bundestag vertretenen Parteien?

Welche Politik können und wollen sie durchsetzen?

Kann der Durchbruch für eine Pflegereform

gelingen? Diesen und weiteren Fragen

sind wir mit der diesjährigen Veranstaltung

aus der Reihe HORIZONTE Ende November

nachgegangen und haben von den frisch

gewählten Bundestagsabgeordneten Näheres

erfahren über die Rolle der Pflege der zukünftigen

Regierung. Auf dem Podium haben die

Abgeordneten Heike Baehrens (SPD), Elisabeth

Scharfenberg (Bündnis 90/DIE GRÜNEN),

Erwin Rüddel (CDU), Michael Schlecht (Die

Linke) zusammen mit Prof. Dr. Heinz Rothgang,

Prof. Roland Klinger und Bernhard Schneider

diskutiert.

Innovationszentrum

Seit September 2012 hat das Innovationszentrum

(IZ) seine Arbeit aufgenommen und

orientiert sich bei seinen Aufgabenstellungen

an zukunftsweisenden Themen.

Mittlerweile wurde ein kreatives, multiprofessionelles

Team gebildet, dessen Mitglieder

fachliche Arbeitsschwerpunkte

übernehmen und vorwiegend projektbezogen

agieren. Als Stabsstelle ist das IZ der

Hauptgeschäftsführung zugeordnet, um die

strategische Ausrichtung zu betonen sowie

die Vernetzung innerhalb der Evangelischen

Heimstiftung sicherzustellen. Das Innovationsverständnis

orientiert sich an einer

modernen Sichtweise, die einerseits auf

einen gemeinsamen, aktiven Problemlösungsprozess

abzielt und unterschiedliche Akteure

und Professionen einbezieht, andererseits

Entwicklungsprozesse betont sowie einen

Wertebezug zum Leitbild den Handlungsgrundsätzen

herstellt. In jedem Magazin

werden wir künftig über die Projekte des IZ

berichten, hier ein erster Vorgeschmack:

Bewegung und Freiheitserhalt als eine

Voraussetzung zur Teilhabe

Bianca Berger, Leiterin des IZ, beteiligt sich

derzeit als Expertin beim Deutschen Netzwerk

für Qualitätsentwicklung in der Pflege

(DNQP) an der Erarbeitung des ersten SGB

XI-Expertenstandards „Mobilitätsförderung

und -erhalt in der Pflege“. Dieser Standard

wird künftig bundesweit in allen Einrichtungen

der Altenhilfe umgesetzt und zeigt

das pflegerische Qualitätsniveau auf, um die

Mobilität alter und pflegebedürftiger Menschen

zu fördern und zu erhalten. Bewegung

wird als ein zentrales Moment von Teilhabe

Bianca Berger, Leiterin Innovationszentrum

im Sozialraum und Lebensqualität verstanden,

weshalb sich die Heimstiftung in dem

trägerweiten Projekt „Menschen in Bewegung

– Angebote, die bewegen“ intensiv mit

diesem Thema auseinandersetzt. Bewegungsförderung

und -erhalt sind mit der

Reduktion von Fixierungen und der Aufrechterhaltung

von funktionellen und kognitiven

Fähigkeiten verbunden, aber auch

mit der Vermeidung von Kontrakturen,

Dekubitus und Stürzen. Das Projekt spricht

wichtige Fragen an: Wie können freiheitsentziehende

Maßnahmen auf ein Minimum

reduziert werden? Wie kann sinnstiftende

Bewegung im Alltag gefördert werden? Wir

setzen uns für eine generationengerechte

Infrastruktur in der Kommune ein und dafür,

Vereine und Initiativen zu gewinnen, um

Bewegungsangebote für alte Menschen mit

und ohne Demenz zu initiieren. Das IZ ist

zudem Partner einer durch das Bundesministerium

für Bildung und Forschung geförderten

Vorstudie zur bedarfsorientierten

Technikentwicklung mit dem Ziel, die Mobilität

von Menschen mit Demenz im Sozialraum

zu fördern.

32 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Aus der Heimstiftung

Neustrukturierung der Regionen

Personalien

Die Evangelische Heimstiftung ordnet die

Regionen zum 1. Januar 2014 neu: Die Pflegeheime

in Tübingen, Balingen, Nehren und

Rosenfeld, die bisher von Volker Gurski (oben)

verantwortet wurden, werden dem Verantwortungsbereich

von Clemens Miola (Mitte)

und damit der Region Tübingen zugeordnet.

Gurski wird neben seiner Funktion als Geschäftsführer

der Bad Sebastiansweiler GmbH

die Mobilen Dienste der Evangelischen Heimstiftung

leiten.

Hauptgeschäftsführer Bernhard Schneider führte in ihr neues Amt ein:

19. September 2013: Corinna Schiefer, Hausdirektion, Michael-Hörauf-Stift, Bad Boll (1)

25. Oktober 2013: Stefanie Vollmer, Hausdirektion, Seniorenzentrum Torgasse, Calw (2)

19. November 2013: Kathrin Gradwohl, Hausdirektion, Adam-Rauscher-Haus,

Tauberbischofsheim (3)

22. November 2013: Roswitha Brenner, Hausdirektion, Pflegezentrum Rot am See (4)

1

2

3

4

Die Pflegeheime in der Ortenau (Neuried,

Kehl-Goldscheuer und Kappelrodeck) verantwortet

zukünftig zusätzlich Thomas

Becker (unten), Regionaldirektor der Region

Kurpfalz/Ortenau.

Stefan Munder wurde am 1. Oktober zum

weiteren Geschäftsführer der ABG bestellt.

Gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer

Ludger Eilers wird er künftig die

Tochtergesellschaft leiten.

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 33


Bau

Bissingen

„Wenn nun das Glas in Scherben springt noch einmal

unser Gruß erklingt hinaus mit Freude und Gebraus:

Glück und Segen diesem Neuen Haus! Prost!“

Maurermeister Stefan Fauser

Evangelische Heimstiftung erreicht

Halbzeit bei Großprojekt

in Bissingen

Am 15. Oktober wurde in Bietigheim-Bissingen

das Richtfest gefeiert.

Mit einem Gesamtvolumen von rund

9,35 Millionen Euro ist das Haus am

Enzpark eines der größeren Projekte

der Evangelischen Heimstiftung, das

der diakonische Träger frei finanziert.

Nur zehn Monate nach dem Spatenstich

steht in Bietigheim-Bissingen der Roh bau.

Derzeit werden im Haus am Enzpark 76

Pfle geplätze als Einzelzimmer mit eigenem

Bewohnerbad gebaut. Zusätzlich werden

sechs heimgebundene betreute Seniorenwohnungen

zur Verfügung stehen.

„Im Gartengeschoss planen wir einen beschützenden

Wohnbereich mit 17 Plätzen,

als Hausgemeinschaft mit einem schönen

Innenhof. Die zwei oberen Pflege ge schosse

sind mit Terrassen und Balkonen ausgestattet,

so dass jeder Bewohner auf seiner

Wohnebene den herrlichen Enzblick

genießen und dabei auch im Freien sitzen

kann“, freut sich Hauptgeschäftsführer

Bernhard Schneider.

Beim feierlichen Richtfest bedankte sich

Schneider bei allen Handwerkern und

Verantwortlichen, die an der Planung

und Realisierung des großen Projektes

beteiligt sind: „Wir wollen gemeinsam

mit denen, die das Neue errichten, innehalten,

das Geleistete betrachten und

würdigen und Anlauf nehmen für die

zweite Etappe bis zur Fertigstellung“.

Auf dem Foto v.l.n.r: Prokurist Ralf Oldendorf,

Architekt Michael Kerker, Sozialfachbereichsleiterin

Heike Dierbach, stv.

Auf sichts ratsvorsitzender Dekan Martin

Luscher, Hauptgeschäftsführer Bernhard

Schneider, Oberbürgermeister Jürgen

Kessing, Aufsichtsratsvorsitzender Helmut

Mäule, Bürgermeister Joachim Kölz,

Pfarrer Dr. Ulrich Beuttler, Regionaldirektor

Walter Kohler, Geschäftsführer der

Gottlob Rommel Bau GmbH Rainer Alber

und Eberhard Rommel.

34 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Bau

Kehl-Goldscheuer

St. Ilgen

Richtfeste

Neben dem „Haus am Enzpark“ wurde

seit Juli in drei Einrichtungen das

Richtfest gefeiert.

12. Juli 2013:

Generationenzentrum

St. Ilgen

Im Juli 2013 feierte die Evangelische

Heimstiftung bei sommerlichen Temperaturen

das Richtfest für das Generationenzentrum

St. Ilgen. Dort entsteht in

den kommenden Monaten ein modernes

und wohnliches Pflegewohnhaus im

Wohngemeinschaftsmodell mit 45 Einzelzimmern

und einer Kindertagesstätte

mit fast 500 qm Fläche unter einem Dach.

In das generationenübergreifende Leuchtturmprojekt

investiert die Evangelische

Heimstiftung fast sechs Millionen Euro in

frei er Finanzierung. Bernhard Schneider

freut sich auf die zweite Einrichtung in

Leimen: „Was hier in St. Ilgen entsteht ist

etwas ganz Besonderes und sicherlich

auch etwas Einmaliges in der Geschichte

der Heimstiftung. Junge und ältere Menschen

leben unter einem Dach zusammen,

das hat Vorbildcharakter auch für

andere Gemeinden“.

Auf dem Foto v.l.n.r: Architekten Andreas

Sischka und Jörg Küpferle, Reinhardt

Pflüger, Hauptgeschäftsführer Bernhard

Schneider, Jürgen Machmeier, Zimmermann

Gerhard Hartmann, Prokurist Ralf

Oldendorf, Regional direktor Thomas

Becker, Pfarrer Jörg Geißler, Hauptamtsleiter

Stadt Leimen Ralf Berggold, Oliver

Schlums und Romeo Kühnl.

27. September 2013:

Seniorenzentrum

Goldscheuer

Am neuen Standort Kehl-Goldscheuer

feierten Handwerker, Bauherren und alle

am Bau Beteiligten zusammen Ende September

das Richtfest. Nur fünf Monate

nach der Grundsteinlegung stand der

Rohbau. Zukünftig bietet die neue Einrichtung

in Baden 45 Pflegeplätze, ausschließlich

als Einzelzimmer mit eigenem

Bewohnerbad. Zusätzlich werden elf heimgebundene

betreute Wohnungen zur

Miete angeboten. Schöne Gemeinschaftsräume,

ein Friseursalon und ein Café

werden im Seniorenzentrum ebenfalls

Platz finden. Insgesamt investiert die

Evangelische Heimstiftung in das Seniorenzentrum

rund sechs Millionen Euro

in freier Finanzierung.

Auf dem Foto v.l.n.r: Ortsvorsteher

Richard Schüler, Vorstandsvorsitzender

Diakonie Kork Frank Stefan, Oliver Wolfbeiß,

Hauptgeschäftsführer Bernhard

Schneider, Architekt Rolf-Dieter Schink

(verdeckt), Oberbürgermeister Günther

Petry, Regionaldirektor Clemens Miola.

> > >

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 35


Bau

Schloß Kirchberg

Waldenbuch

Tauberbischofsheim

> > >

Einweihungen

21. Juni 2013:

Haus an der Aich,

Waldenbuch

Im Juni feierten die Stadtbau Waldenbuch

GmbH und die Evangelische Heimstiftung

gemeinsam die Einweihung für den

Anbau beim Haus an der Aich in Waldenbuch.

„Wir freuen uns, dass wir als

Pächter diese modellhafte Einrichtung

betreiben dürfen. Die Waldenbucher

Bürger können nun mit einem erweiterten

Angebot wohnort- und zentrumsnah

versorgt werden“, so Prokurist Ralf Oldendorf.

„Mit 16 zusätzlichen Pflegeplätzen,

in ausschließlich Einzelzimmern, mit

neuen Aufenthaltsräumen, grünem

Wohnzimmer und mehr Bewegungsfläche

gehen wir gemeinsam einen Schritt

in Richtung Zukunft, zu einer wohnortnahen

Versorgung. Im Neubau möchten

wir mit einem offenen Atelier unsere

Bewohner und die Bürger von Waldenbuch

miteinander vernetzen“, be tonte

Regionaldirektorin Maier-Koltschak. Mit

dem Anbau stehen nun in Waldenbuch

48 Pflegeplätze zur Verfügung.

Sozialministerin Katrin Altpeter und

Landrat Roland Bernhard waren ebenfalls

als Grußwortredner zu Gast auf dem

Festakt. Ein Signal an die Gesellschaft,

das Thema Pflege in der Politik ernst zu

nehmen, und sich für die Belange der

Altenpflege einzusetzen.

Auf dem Foto v.l.n.r: Prokurist Ralf Oldendorf,

Landrat Roland Bernhard, Abgeordneter

Florian Wahl, Hausdirektor Sascha

Keller, Regionaldirektorin Susanne Maier-Koltschak,

Sozialministerin Katrin

Altpeter, Geschäftsführer der Stadtbau

Waldenbuch GmbH Hubert Rüde nauer,

Bürgermeister Michael Lutz, Geschäftsführer

der Stadtbau Waldenbuch GmbH

Hans-Joachim Raich.

2. Juli 2013:

Langer Bau,

Schloß Kirchberg

Anfangs Juli weihte die Evangelische

Heimstiftung die neuen Räumlichkeiten

des Pflegeheimes im „Langen Bau“ im

Schloss Kirchberg ein. Die Heimstiftung

stand als Eigentümerin von Schloss Kirchberg

an einem Scheideweg, weil der

Betrieb des Pflegeheimes im Schloss Anfang

2013 wegen baurechtlicher Vorgaben

eingestellt wurde und vollständig auf

den angrenzenden Gebäudeteil „Langer

Bau“ überführt werden musste. „Heute

ist der Verein „Aufgeschlossen“ Pächter

des Hauptbaus, die Bewohnerinnen und

Bewohner des Pflegeheimes sind in wunderschöne

Einzelzimmer ins Dachgeschoss

des „Langen Baus“ umgezogen

und es kehrt nach Monaten des Bauens

wieder Ruhe ins Schloss ein“, freute sich

Geschäftsführer Ralf Rüdiger Kirchhof.

Insgesamt hat die Evangelische Heimstiftung

hier in den Gebäudetrakt mit einem

36 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Bau

Tauberbischofsheim

Bauprojekte der Evangelischen Heimstiftung im Überblick*

Ort Einrichtung Baumaßnahme Fertigstellung

Bissingen Haus am Enzpark Neubau APH, BTW

Heilbronn Haus am Staufenberg Sanierung

Kehl-Goldscheuer Seniorenzentrum Goldscheuer Neubau

Kirchberg Schloss Kirchberg Ausbau APH X

Leimen Generationenzentrum St. Ilgen Neubau APH, Kita

Satteldorf Alexandrinenstift Anbau APH

Tauberbischofsheim Adam-Rauscher-Haus Neubau APH X

Waldenbuch Haus an der Aich Neubau Anbau APH X

Kehl

Leimen

Heilbronn

Bissingen

Waldenbuch

Satteldorf

Kirchberg

APH=Altenpflegeheim, BTW=Betreute Wohnungen, APHD=Altenpflegeheim für Demenzkranke Stand 12/2013

*Die Tabelle gibt einen Überblick über die aktuellen Bauprojekte der Evangelischen Heimstiftung

bis zu deren Fertigstellung (vom Spatenstich bzw. Grundsteinlegung bis zur offiziellen Einweihung).

19. November 2013:

Adam-Rauscher-Haus,

Tauberbischofsheim

Ausbau von 13 Einzelzimmern im Dachgeschoss,

Umkleideräumen und weiteren

Räumen wie Wohnzimmer, Speisezimmer

und Lager rund 1,3 Millionen Euro

investiert.

Auf dem Foto v.l.n.r: Architekt Braunmiller,

Diakon Wolfhart Rudat, Prokurist Ralf

Oldendorf, Sozialdezernent Thomas

Haag, Regionaldirektorin Swantje Popp,

Geschäftsführer Ralf-Rüdiger Kirchhof,

Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Mäule,

Reinhard Pflüger, Pflegedienstleitung

Beate Steifer, Bürgermeister Stefan Ohr,

Abgeordneter Harald Ebner.

Das Adam-Rauscher-Haus in Tauberbischofsheim

wurde im November offiziell

seiner Bestimmung übergeben. 40 Plätze,

ausschließlich in Einzelzimmern, auf

zwei Stockwerken mit insgesamt vier

Wohngemeinschaften à zehn Personen

stellt das Haus zur Verfügung – darüber

hinaus sieben betreute Appartements auf

dem Dach mit großzügigen Dachterrassen.

„Leben wie zu Hause in einer Pflegeeinrichtung

– das ist unser Wunsch für

die Bewohnerinnen und Bewohner des

Adam-Rauscher-Hauses“, sagt Regionaldirektorin

Swantje Popp beim Einweihungsfest.

In dieses Projekt hat die

Heimstiftung rund 5,2 Millionen Euro

investiert.

Auf dem Foto v.l.n.r: Dekan Gerhard

Hauk, Pfarrer Gerd Stühlinger, Hausdirektorin

Kathrin Gradwohl, Dr. med. Frieder

Rauscher, Hauptgeschäftsführer Bernhard

Schneider, Dr. Hans-Jörg Rauscher,

Regional direktorin Swantje Popp, Sozialdezernentin

Elisabeth Krug, Bürgermeister

Wolfgang Vockel, Prokurist Ralf Oldendorf,

Architekt Ralf Horn

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 37


Einrichtungen

Mobile Dienste Orte alphabetisch geordnet

Einrichtungen Orte alphabetisch geordnet

97980 Bad Mergentheim 10

„Mobile Dienste Main-Tauber“

Silke Breuninger

Propsteistraße 12

Telefon (0 79 31) 9 49-150

72336 Balingen 3

„Haus am Stettberg“

„Mobile Dienste“

Diana Ruhland

Ostdorfer Straße 81-83

Telefon (0 74 33) 9 56-131

74354 Besigheim 4

„Robert-Breuning-Stift“

„Mobile Dienste“

Rita Held

Bülzenstraße 1

Telefon (0 71 43) 80 13-06

74321 Bietigheim-Bissingen 4

"Pflegezentrum an der Metter"

"Mobile Dienste"

Connie Behrendt

Pforzheimer Straße 34-36

Telefon (0 71 42) 96 22-96

71032 Böblingen 2

„Haus am Maienplatz“

„Mobile Dienste“

Rose-Maria Scholtz

Waldburgstraße 1

Telefon (0 70 31) 22 34 91

74564 Crailsheim 6

„Wolfgangstift“

„Mobile Dienste“

Elisabeth Willsch

Wolfgangstraße 40

Telefon (0 79 51) 93 55-0

72250 Freudenstadt 12

„Martin-Haug-Stift“

„Mobile Dienste“

Suzane Böhning

Karl-von-Hahn-Straße 9

Telefon (0 74 41) 8 69-0

88045 Friedrichshafen 8

„Königin Paulinenstift“

„Mobile Dienste“

Michael Pankiewicz

Friedrichstraße 25

Telefon (0 75 41) 20 78-58

89547 Gerstetten 6

„Mobile Dienste Gerstetten“

Manfred Sennewald

Goethestraße 8

Telefon (0 73 23) 9 52 52-15

89537 Giengen 6

„Paul-Gerhard-Stift“

„Mobile Dienste“

Eva Silberhorn

Magenaustraße 27

Telefon (0 73 22) 96 59-22

Legende: Regionaldirektion Ansprechpartner

Stand: Dezember 2013

89522 Heidenheim 6

„Hansegisreute“

„Mobile Dienste“

Kristina Klein

Waldstraße 51

Telefon (0 73 21) 92 18 27

74081 Heilbronn 9

„Haus am Staufenberg“

„Mobile Dienste“

Elke Link

Max-von-Laue-Straße 50

Telefon (0 71 31) 58 32-40

69493 Hirschberg 7

„Seniorenzentrum am Turm“

„Mobile Dienste“

Anke Steffen-Winter

Riedweg 2

Telefon (0 62 01) 2 59 38-12

88316 Isny/Allgäu 8

„Haus Sonnenhalde“

„Mobile Dienste“

Brigitte Matteossus

Maierhöfener Straße 61

Telefon (0 75 62) 9 75 58-204

72076 Tübingen 3

„Luise-Wetzel-Stift“

„Mobile Dienste“

Erika Berner

Beim Herbstenhof 15

Telefon (0 70 71) 6 04-0

71364 Winnenden 5

„Haus im Schelmenholz“

„Mobile Dienste“

Susanne Oswald,

Lydia Iseri-Dabernig

Forststraße 45

Telefon (0 71 95) 91 50-100

Beteiligungen

89160 Dornstadt

„Diakonisches Institut“

Bodelschwinghweg 30

Telefon (0 73 48) 98 74-0

72116 Mössingen

„Bad Sebastiansweiler GmbH“

Hechinger Straße 26

Telefon (0 74 73) 37 83-0

70174 Stuttgart

„DiaNa – Diakonie-Nachsorge

Stuttgart“

Jägerstraße 14-18

Telefon (07 11) 72 07 17 11

73553 Alfdorf-Pfahlbronn 5

„Stiftungshof im

Haubenwasen“

Gudrun Latzko

Haubenwasenhof 2

Telefon (0 71 72) 9 27 17-0

71522 Backnang 5

„Haus am Aspacher Tor“

Heike Munz

Friedrichstraße 26

Telefon (0 71 91) 3 41 01-0

73087 Bad Boll 5

„Michael-Hörauf-Stift“

Corinna Schiefer

Michael-Hörauf-Weg 4

Telefon (0 71 64) 8 09-0

97980 Bad Mergentheim 10

„Eduard-Mörike-Haus“

Stefan Haberl

Austraße 40

Telefon (0 79 31) 4 95-0

97980 Bad Mergentheim 10

„Franz-Gehrig-Haus GmbH“

Ute Kuschel

Milchlingstraße 41

Telefon (0 79 31) 9 31-0

75323 Bad Wildbad 2

„König-Karl-Stift“

Helene Zipf

König-Karl-Straße 81

Telefon (0 70 81) 9 23 67-0

75323 Bad Wildbad 2

„Ludwig-Uhland-Stift“

Helene Zipf

König-Karl-Straße 17

Telefon (0 70 81) 1 78-0

72336 Balingen 3

„Haus am Stettberg“

Arthur Edinger

Ostdorfer Straße 83

Telefon (0 74 33) 9 56-0

72336 Balingen 3

„Seniorenresidenz

an der Eyach“

Marlies Kempka

Hirschbergstraße 4

Telefon (0 74 33) 9 09 71-0

74354 Besigheim 4

„Robert-Breuning-Stift“

Michaela Sowoidnich

Bülzenstraße 3

Telefon (0 71 43) 67-0

74321 Bietigheim-Bissingen 4

„Pflegezentrum an der Metter“

Ursula Uhlig

Pforzheimer Straße 34-36

Telefon (0 71 42) 9 62-0

89143 Blaubeuren 8

„Karl-Christian-Planck-Spital“

Gudrun Harsch

Zeppelinstraße 19

Telefon (0 73 44) 1 74-0

74572 Blaufelden 10

„Johannes-Brenz-Haus“

Ute Richter

Ostlandstraße 20

Telefon (0 79 53) 97 84 80

71032 Böblingen 2

„Haus am Maienplatz“

Silvia Katz

Waldburgstraße 1

Telefon (0 70 31) 7 13-0

„Psychiatrische Tagesklinik“

Waldburgstraße 1

Telefon (0 70 31) 7 13-1 70

74336 Brackenheim 9

„Haus Zabergäu“

Lilli Haldenwanger

Knipfelesweg 5

Telefon (0 71 35) 95 66-0

75365 Calw 11

„Haus auf dem Wimberg“

Monika Volaric

Stahläckerweg 2

Telefon (0 70 51) 6 09-0

75365 Calw 11

„Seniorenzentrum Torgasse“

Stefanie Vollmer

Torgasse 10

Telefon (0 70 51) 92 48 63-0

74564 Crailsheim 6

„Wolfgangstift“

Michael Dombrowski

Wolfgangstraße 40

Telefon (0 79 51) 91 07-0

73265 Dettingen/Teck 1

„Haus an der Teck“

Heiko Seitz

Alte Bissinger Straße 82

Telefon (0 70 21) 57 07-0

89160 Dornstadt 8

„Betreuungs- und Pflegezentrum

Dornstadt“

Frank Köhler

Bodelschwinghweg 22

Telefon (0 73 48) 2 02-1

71735 Eberdingen-

Hochdorf 4

„Haus im Schlösslesgarten“

Martin Suchaneck

Pulverdinger Straße 4

Telefon (0 70 42) 2 89 20-0

75331 Engelsbrand 2

„Haus Talblick“

Katrin Öhlschläger

Pforzheimer Straße 80-82

Telefon (0 72 35) 9 74 99-0

75331 Engelsbrand 2

„Fachpflegeheim für psychiatrisch

erkrankte Menschen“

Martina Wagner

Kirchweg 57

Telefon (0 70 82) 94 33-3

74579 Fichtenau-

Wildenstein 6

„Seniorenstift Auf den Wäldern“

Yvonne Fuchs

Farbholz 7

Telefon (0 79 62) 71 19-0

72250 Freudenstadt 11

„Martin-Haug-Stift“

Johannes Miller

Karl-von-Hahn-Straße 9

Telefon (0 74 41) 8 69-0

88045 Friedrichshafen 8

„Königin Paulinenstift“

Leni Eggert

Friedrichstraße 25

Telefon (0 75 41) 20 78-0

71126 Gäufelden 2

„Stephansheim-Gäufelden“

Katja Heilemann

Sindlinger Straße 10

Telefon (0 70 32) 8 94 35-70

75050 Gemmingen 9

„Haus am Rathausplatz“

Jürgen Link

Bürgerturmplatz 2

Telefon (0 72 67) 9 61 96-0

89547 Gerstetten 6

„Pflegezentrum Gerstetten“

Bianca Menden

Goethestraße 8

Telefon (0 73 23) 9 52 52-0

89537 Giengen 6

„Paul-Gerhard-Stift“

Beate Brankatschk

Magenaustraße 27

Telefon (0 73 22) 96 59-0

68542 Heddesheim 7

„Haus am Seeweg“

Monika Arnheiter

Muckensturmer Straße 44

Telefon (0 62 03) 9 54 26-0

89522 Heidenheim 6

„Hansegisreute“

Jan Mehner

Waldstraße 51

Telefon (0 73 21) 93 81-0

74081 Heilbronn 9

„Haus am Staufenberg“

Generalsanierung

Neueröffnung 2014

74080 Heilbronn-Böckingen 9

„Haus am See“

Michael Schneider

Heuchelbergstraße 94

Telefon (0 71 31) 6 42 85-0

69493 Hirschberg 7

„Seniorenzentrum am Turm“

Ingo Pregartner

Riedweg 2

Telefon (0 62 01) 2 59 38-0

74360 Ilsfeld 9

„Königin-Charlotte-Stift“

Jochen Burkert

Schwabstraße 33

Telefon (0 70 62) 9 16 52-0

74532 Ilshofen 10

„Pflegestift Ilshofen“

Dorothea Bohn

Hohlstraße 5

Telefon (0 79 04) 94 40-0

38 „Aus der Heimstiftung“ 2/2013


Einrichtungen

74379 Ingersheim 4

„Karl-Ehmer-Stift“

Kerstin Zerrenner

Bietigheimer Straße 17

Telefon (0 71 42) 7 89 88-0

88316 Isny/Allgäu 8

„Haus Sonnenhalde“

Katja Hoffmann

Maierhöfener Straße 61

Telefon (0 75 62) 9 75 58-0

88316 Isny/Allgäu 12

„Stephanuswerk Isny“

Rolf Jehle

Maierhöfener Straße 56

Telefon (0 75 62) 74-0

74592 Kirchberg/Jagst 10

„Schloß Kirchberg“

Dorothea Bohn

Schloßstraße 16

Telefon (0 79 54) 8 02-0

89129 Langenau 8

„Sonnenhof“

Frieda Freudenthaler

Marktplatz 9

Telefon (0 73 45) 8 08-0

69181 Leimen 7

„Dr. Ulla-Schirmer-Haus“

Petra Becker

Nusslocher Straße 40

Telefon (0 62 24) 70 09-0

73252 Lenningen 1

„Haus im Lenninger Tal“

Petra Annen

Kirchheimer Straße 44

Telefon (0 70 26) 6 01 51-0

73547 Lorch 5

„Kloster Lorch“

Karen Zoller

Telefon (0 71 72) 9 27 17-601

71642 Ludwigsburg-

Neckar weihingen 4

„Pflegewohnhaus Wittumhof“

Adriana Weitbrecht

Wittumhof 2

Telefon (0 71 41) 6 48 37-0

71642 Ludwigsburg-

Poppenweiler 4

„Walter und Emilie

Räuchle-Stift“

Adriana Weitbrecht

Kelterplatz 7

Telefon (0 71 44) 8 87 56-0

68219 Mannheim-Rheinau 7

„Seniorenzentrum

Rheinauer Tor“

Ralf Bastian

Relaisstraße 2

Telefon (06 21) 84 25 90-0

72147 Nehren 3

„Pflegewohnhaus Nehren“

Johann Eichinger

Bubengasse 33

Telefon (0 74 73) 9 48 63-0

74861 Neudenau 10

„Haus am Lindenplatz“

Swantje Popp

Siglinger Straße 2/1

Telefon (0 62 64) 9 27 81-0

74196 Neuenstadt/Kocher 9

„Dr.-Carl-Möricke-Altenstift“

Matthias Kaden

Öhringer Straße 1

Telefon (0 71 39) 47 30-0

77743 Neuried-Altenheim 11

„Seniorenzentrum Neuried“

Antje Wagner

In der Streng 1

Telefon (0 78 07) 95 73-0

74226 Nordheim 9

„Karl-Wagner-Stift“

Peter Rüger

Hauptstraße 10

Telefon (0 71 33) 2 02 61-0

73207 Plochingen 5

„Johanniterstift“

Tobias Lechner

Johanniterstraße 16

Telefon (0 71 53) 6 09-0

73262 Reichenbach 5

„Albrecht-Teichmann-Stift“

Gisela Schmid

Christofstraße 1

Telefon (0 71 53) 6 09-2 00

71686 Remseck 4

„Haus am Remsufer“

Frank Walker

Am Remsufer 16

Telefon (0 71 46) 9 92 57-1 01

72348 Rosenfeld 3

„Pflegewohnhaus Rosenfeld“

Heike Henninger

Hagweg 8

Telefon (0 74 28) 94 17-0

74585 Rot am See 10

„Pflegezentrum Rot am See“

Roswitha Brenner

Hauptstraße 40

Telefon (0 79 55) 38 88 90

74589 Satteldorf 6

„Alexandrinenstift“

Diane Beyer-Gradt

Breitäckerweg 5

Telefon (0 79 51) 2 78 91-0

71101 Schönaich 2

„Haus Laurentius“

Gabriele Lozano

Im Hasenbühl 20

Telefon (0 70 31) 6 34-0

73614 Schorndorf 5

„Spittler-Stift“

Michaela Salenbauch

Ebersbacher Weg 30

Telefon (0 71 81) 60 04-0

74372 Sersheim 4

„Haus am Schlösslesbrunnen“

Martin Suchaneck

Canaleser Straße 2

Telefon (0 70 42) 2 89 29-0

70597 Stuttgart-Degerloch 1

„Haus auf der Waldau“

Silvia Veith

Jahnstraße 68-70

Telefon (07 11) 76 84-0

70195 Stuttgart-Botnang 1

„Karl-Wacker-Heim“

Gabriela Scholz

Vaihinger Landstraße 123

Telefon (07 11) 69 95 46-0

70327 Stuttgart-

Unter türkheim 1

„Paul-Collmer-Heim“

Christa Wendel

Bertramstraße 23-25

Telefon (07 11) 30 59-0

70176 Stuttgart-West 1

„Württ. Lutherstift“

Frank Beyrich

Silberburgstraße 27

Telefon (07 11) 2 29 13-0

97941 Tauberbischofsheim 10

„Johannes-Sichart-Haus“

Anna-Maria Witte

Kapellenstraße 21

Telefon (0 93 41) 84 73-0

97941 Tauberbischofsheim 10

„Adam-Rauscher-Haus“

Kathrin Gradwohl

Richard-Trunk-Straße 2

Telefon (0 93 41) 8 49 62-0

72076 Tübingen 3

„Luise-Wetzel-Stift“

Heike Zinser

Beim Herbstenhof 15

Telefon (0 70 71) 6 04-0

73066 Uhingen 5

„Blumhardt-Haus“

Irene Göggelmann

Jahnstraße 59

Telefon (0 71 61) 30 94-0

89073 Ulm 8

„Dreifaltigkeitshof“

Kornelia Menden-Gräter

Neue Straße 116

Telefon (07 31) 20 73-0

71665 Vaihingen/Enz 4

„Karl-Gerok-Stift“

Martin Bofinger

Eichendorffstraße 51

Telefon (0 70 42) 97 39-0

71111 Waldenbuch 2

„Haus an der Aich“

Sascha Keller

Hintere Seestraße 9

Telefon (0 71 57) 6 69 88-0

74399 Walheim 4

„Haus am Bürgergarten“

Kerstin Zerrenner

Villastraße 25

Telefon (0 71 43) 4 02 96-0

88239 Wangen im Allgäu8

„Matthäus-Ratzeberger-Stift“

Peter Paulus

Erzbergerstraße 4

Telefon (0 75 22) 7 07 52-0

71364 Winnenden 5

„Haus im Schelmenholz“

Peter Hettig

Forststraße 45

Telefon (0 71 95) 91 50-0

Zentrale

70190 Stuttgart

Evangelische Heimstiftung GmbH“

Hackstraße 12

Telefon (07 11) 6 36 76-0

70190 Stuttgart

Evangelische Heimstiftung

Baden GmbH“

Hackstraße 12

Telefon (07 11) 6 36 76-0

70190 Stuttgart

Evangelische Heimstiftung

Württemberg GmbH“

Hackstraße 12

Telefon (07 11) 6 36 76-0

70190 Stuttgart

„ABG Altenhilfe Beratungs

GmbH“

Hackstraße 12

Telefon (07 11) 6 36 76-40

70190 Stuttgart

„HDG mbH Hauswirtschaftliche

Dienstleistungsgesellschaft“

Hackstraße 12

Telefon (07 11) 6 36 76-475

88316 Isny/Allgäu

„START gGmbH“

Maierhöfener Straße 56

Telefon (0 75 62) 74-26 01

Regionaldirektionen

Tochterunternehmen

Rehabilitationsklinik

72116 Mössingen

„Bad Sebastiansweiler GmbH“

Hechinger Straße 26

Telefon (0 74 73) 37 83-0

Werkstätten

für behinderte

Menschen

88316 Isny/Allgäu

„Stephanuswerk Isny WfbM“

Maierhöfener Straße 56

Telefon (0 75 62) 74-1500

88299 Leutkirch

„Stephanuswerk Isny WfbM -

AußensteIle Leutkirch“

Nadlerstraße 21

Telefon (0 75 61) 91 51 248

1 RD Stuttgart

71397 Leutenbach

Martin Schäfer

Hirschgasse 20

Telefon (0 71 95) 1 37 69 25

2 RD Böblingen/

Schwarzwald

71032 Böblingen

Susanne Maier-Koltschak

Haus am Maienplatz

Waldburgstraße 1

Telefon (0 70 31) 7 13-1 32

3 RD Tübingen/Zollernalb

72116 Mössingen

Volker Gurski

Hechinger Straße 26

Bad Sebastiansweiler GmbH

Telefon (0 74 73) 37 83-621

4 RD Ludwigsburg

75428 Illingen

Walter Kohler

Sperberweg 5

Telefon (0 70 42) 80 00-98

5 RD Rems/Neckar/Alb

73119 Zell unter Aichelberg

Karin Stiebler

Göppinger Straße 9

Telefon (0 71 64) 14 88 50

6 RD Heidenheim

89537 Giengen

Achim Holl

Paul-Gerhard-Stift

Magenaustraße 27

Telefon (0 73 22) 96 59-10

7 RD Kurpfalz

69226 Nußloch

Thomas Becker

Tiefer Weg 1

Telefon (0 62 24) 14 52 19

8 RD Ulm

89077 Ulm

Schwester Ruth Schumann

St.-Barbara-Straße 34

Telefon (07 31) 9 45 88 82

9 RD Heilbronn

74366 Kirchheim am Neckar

Jürgen Link

Im Rosenpark 22

Telefon (0 71 43) 9 62 09 90

10 RD Hohenlohe/Tauber

97980 Bad Mergentheim

Swantje Popp

Franz-Gehrig-Haus GmbH

Milchlingstraße 41

Telefon (0 79 31) 9 31-3 32

11 RD Freudenstadt/

Ortenau

72108 Rottenburg am Neckar

Clemens Miola

Martin-Luther-King-Straße 20

Telefon (0 74 72) 44 13 37

12 RD Stephanuswerk

88316 Isny

Rolf Jehle

Stephanuswerk Isny

Maierhöfener Straße 56

Telefon (0 75 62) 74-10 00

„Aus der Heimstiftung“ 2/2013 39


Evang. Heimstiftung GmbH · Hackstr. 12 · 70190 Stuttgart

Infopost, DPAG, Entgelt bezahlt

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Die Kaffeebohne am Obertor ist ein Integrationsprojekt der Werkstatt für

behinderte Menschen der Evangelischen Heimstiftung, Stephanuswerk Isny.

Gemäss unserem Leitspruch „Gemeinsam Aufgaben meistern“ nehmen

Menschen mit Handicap in diesem Projekt aktiv teil am ganz normalen

Lebens- und Arbeitsalltag.

Kaffeebohne am Obertor

Obertorstrasse 22-24 · 88316 Isny

Tel. 07562 914072 · Fax 07562 914071

info@kaffeebohne-isny.de · www.kaffeebohne-isny.de

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