Geschäftsbericht 2012 - Energie Thun

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Geschäftsbericht 2012 - Energie Thun

Geschäftsbericht 2012


Kennzahlen

Stromproduktion 2012 2011 Veränderung

AAREwerke GWh 39.5 31.4 + 25.8 %

Windkraft GWh 13.0 10.3 + 26.2 %

Solaranlagen MWh 324 224 + 44.6 %

Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlage MWh 29 22 + 31.8 %

Trinkwasserkraftwerke MWh 194 5

Netze 2012 2011 Veränderung

Strom

Netzeinspeisung GWh 201.5 193.1 + 4.4 %

Netzausspeisung an BKW GWh 1.2 0.8 + 50.0 %

Ausspeisung an Netzkunden GWh 194.2 186.8 + 4.0 %

Erdgas

Netzeinspeisung GWh 331.4 306.9 + 8.0 %

Ausspeisung an Kunden GWh 327.9 305.8 + 7.2 %

Wasser

Netzeinspeisung Mio. m³ 4.032 3.935 + 2.5 %

Netzausspeisung an Nachbarversorgungen Mio. m³ 0.220 0.201 + 9.5 %

Ausspeisung an Kunden Mio. m³ 3.033 3.024 + 0.3 %

Vertrieb Anteil 2012 2011 Veränderung

Stromverkauf an Endkunden 182.3 184.1 – 1.0 %

Graustrom 37.5 % GWh 68.3 72.4 – 5.7 %

Blaustrom 59.7 % GWh 108.8 107.4 + 1.3 %

Thuner AAREstrom 2.6 % GWh 4.7 4.1 + 14.6 %

Thuner Solarstrom 0.2 % MWh 463.0 190.0 + 143.7 %

Erdgasverkauf an Endkunden 327.9 305.8 + 7.2 %

Erdgas Heizen GWh 243.0 218.1 + 11.4 %

Erdgas Industrie GWh 83.1 85.7 – 3.0 %

Erdgas als Treibstoff GWh 1.8 2.0 – 10.0 %

Biogaszertifikate 490 460 + 6.5 %

Biogas Heizen MWh 310 260 + 19.2 %

Biogas als Treibstoff MWh 180 200 – 10.0 %

Finanzen 2012 2011 Veränderung

Umsatz Mio. CHF 81.3 72.0 + 9.3

Jahresgewinn CHF 713’250 987’021 – 273’771

Cashflow Mio. CHF 15.5 15.8 – 0.3

Abschreibungen Mio. CHF 15.1 15.2 – 0.1

Investitionen Mio. CHF 16.1 18.8 – 2.7

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Vorwort

Energiestrategie 2050 – ein noch unvollständiges Puzzle

Die Energiestrategie 2050 ist durch den Bundesrat

verabschiedet worden. Sie verfolgt drei Stossrichtungen:

Ausstieg aus der Kernenergie, Fördern der

Energieeffizienz und Erhöhen des Anteils erneuerbarer

Energien. Diese Vorgabe der Marschrichtung

wird von den Stadtwerken begrüsst und mit der Verabschiedung

des Swisspower Masterplans 2050

konkretisiert. Die Landesregierung hat damit die

rahmenbildenden Teile des Puzzles zur Verfügung

gestellt. Die Zusammenstellung des vollständigen

Bildes verlangt nun allerdings, dass so rasch als möglich

alle Einzelteile durch die Beteiligten auf den Tisch

zu legen sind. Die aktuell laufenden Diskussionen,

Vernehmlassungen und politischen Debatten auf

allen Ebenen erwecken jedoch den Anschein, als

passten viele Elemente noch nicht ineinander und

als lägen darüber hinaus noch nicht alle vor. Es ist

die Pflicht der Energieversorger im Interesse der Sache

auf diese vorhandenen Lücken aufmerksam zu

machen und auf offensichtliche Mängel hinzuweisen.

Damit setzt sich die Branche allerdings dem Vorwurf

aus, nur halbherzig hinter den politischen Absichten

des Bundes zu stehen. Dieser Eindruck ist falsch. Die

Energieversorger und insbesondere die Stadtwerke

wollen ihren Anteil zur Richtungsänderung beitragen.

Damit aber machbare Lösungen gefunden werden

können, ist es wichtig, konstruktiv geäusserte Kritik

und Fragen zur Konzeption zuzulassen und diese

nicht einfach als Unbeweglichkeit der Branche abzutun.

Nur auf diese Weise können die anvisierten

Ziele, breit abgestützt, erreicht werden. Aus dieser

Sicht sind vor allem folgende Themen zu vertiefen

und Lösungen zu finden:

Soll die Energiewende gelingen, sind Energie- und

Verkehrspolitik sowie die Raumplanung zu koordinieren

und aufeinander abzustimmen. Andernfalls werden

konträre Interessen zu endlosen Diskussionen

führen und letztlich die Realisierung in Frage stellen.

Die Energiestrategie 2050 ist umfassend zu verstehen,

d. h. die Konzeption muss alle Energieträger

einbeziehen und insbesondere auch den Energieverbrauch

der Mobilität beinhalten. Leider wird zur Zeit

jedoch fast ausschliesslich über die künftige Gestaltung

der Elektrizitätsversorgung gesprochen. Dies

darf schon deshalb nicht sein, weil die elektrische

Energie selbst zur Zielerreichung beitragen wird.

Die Strommarktöffnung ist beschlossene Sache. Sie

darf aber nicht auf halbem Weg stehen bleiben, in

dem an Stelle einer echten Preisbildung, aufgrund

von Angebot und Nachfrage, durch «cost-plus» regulierte

Tarife das Spielen von Marktkräften verhindert

wird. Die Energiewende wird nicht schmerzlos

zu erreichen sein und möglicherweise zu markant

höheren Energiepreisen führen. Diese sind aber im

Sinne von echten Anreizen in Kauf zu nehmen, auf

verzerrende Subventionen einzelner Produktionsarten

ist konsequent zu verzichten und externe Kosten

sind, im Interesse eines echten Vergleichs der Produktionskosten,

vollständig einzubeziehen.

Der Zeithorizont 2050 ist mit vielen Unsicherheiten

verbunden. Auf solch lange Frist Annahmen zu treffen,

beinhaltet viel Ungewissheit und Risiko. Es ist

deshalb empfehlenswert mit Szenarien zu arbeiten,

die es gestatten, bei sich verändernden Prämissen

rasch Kursänderungen einzuleiten. Allzu frühes Fallenlassen

von möglichen Optionen ist zu vermeiden.

Die Schweizer Stadtwerke sind zuversichtlich, dass

in naher Zukunft zu diesen Themen konstruktive

Debatten stattfinden und entsprechende Lösungen

erarbeitet werden.

Die Energie Thun AG war auch im abgelaufenen Geschäftsjahr

gut unterwegs und hat viele der gesetzten

Ziele erreicht. Trotzdem bleibt weiterhin einiges

zu tun. Der Verwaltungsrat hat sich bei der umfassenden

Strategieüberarbeitung mit den Chancen und

Gefahren, unter Berücksichtigung der vorhandenen

Unsicherheiten im Umfeld, auseinandergesetzt und

aufgrund der Bewertung von Stärken und Schwächen

des Unternehmens die notwendigen Massnahmen

verabschiedet. Die neu formulierte Unternehmensstrategie

lässt die Erwartung einer stabilen

Unternehmensentwicklung zu.

An dieser Stelle möchte ich dem Kader und allen

Mitarbeitenden für die zuverlässige Arbeit herzlich

danken. Der Dank gilt aber auch meiner Kollegin und

meinen Kollegen im Verwaltungsrat und nicht zuletzt

unserer Kundschaft und allen Geschäftspartnern für

die gute Zusammenarbeit. Sie alle haben ihren Beitrag

zum guten Geschäftsergebnis geleistet. Immer

wieder dürfen wir erfahren, wie Kundinnen und Kunden,

gerade auch in Zeiten vermehrter Lieferantenwechsel,

die Nähe zu ihrem lokalen Energieversorger

schätzen. Dies ist uns Ansporn, die hohe Qualität

unserer Leistungen zu halten und diese nach den

Bedürfnissen unserer Kundschaft kontinuierlich weiter

zu entwickeln.

Kurt Bill, Präsident des

Verwaltungsrats

Inhalt

2 Kennzahlen

3 Vorwort

4 Bericht des CEO

6 Stromversorgung

7 Stromproduktion

9 Erdgasversorgung

10 Wasserversorgung

13 Öffentlichkeitsarbeit

14 Ökologie

15 Innovation

17 Organisation

17 Arbeitssicherheit und

Gesundheits schutz

18 Finanzen

20 Anhang zur Jahresrechnung

2012

21 Gewinnverwendung

22 Bericht der

Revisionsstelle

3


Bericht des CEO

Die Stadtwerke werden zu einer tragenden Säule in der Energiewende

Michael Gruber, CEO

Der Bundesrat kommt in der neuen Energiestrategie

2050 zum Schluss, dass ein vollständiger Ausstieg

aus der Kernenergie technisch und wirtschaftlich

machbar ist, ohne die gesicherte Stromversorgung

in der Schweiz zu gefährden. Ein sehr wichtiges Element

ist dabei die Energieeffizienz, um den Stromverbrauch

zu dämpfen. Der verbleibende Bedarf an

Strom soll in Zukunft durch Wasserkraft, Windenergie,

Solarenergie, Biomasse, Geothermie, Wärme-

Kraft-Kopplung, Gas- und Dampf-Kombikraftwerke

sowie durch Importe aus dem Ausland gedeckt

werden.

Die Schweizer Stadtwerke haben ihr Angebot an

netzgestützten Infrastrukturleistungen stetig weiterentwickelt

und stellen im Querverbund Energie

(Strom, Erdgas / Biogas, Wärme), Wasser und Telekomdienste

bereit. Die Städte spielen somit traditionell

eine wichtige Rolle im ökonomischen und

ökologischen Umgang mit Energie und Wasser. Im

Jahr 2000 schlossen sich zahlreiche Stadtwerke,

wie auch die Energie Thun AG, unter dem Dach von

Swisspower zusammen. Mit dem Swisspower Masterplan

2050 liegt nun eine Vision vor, wie der Weg

zur mehrheitlich erneuerbaren Vollversorgung möglich

ist. Der Masterplan strebt punkto Effizienzmassnahmen

eine energetische Gesamtbetrachtung an

(Elektrizität, Wärme und Mobilität), welche praktisch

nur von Querverbundunternehmen wahrgenommen

werden kann. Die zur Eindämmung des Klimawandels

erforderliche Entkarbonisierung des Energiesystems

ist eine der grossen Herausforderungen für die Energie-

und Klimapolitik. Mit dem geschickten Einsatz

von Wärme-Kraft-Kopplung und Erdgas / Biogas

sowie synthetischem Methan bestehen hier jedoch

erfolgsversprechende Lösungsmöglichkeiten. Der

visionäre Ansatz des Masterplans 2050 wird durch

einen individuellen Massnahmenplan der einzelnen

Stadtwerke konkretisiert. Damit wird die vom Bundesrat,

Ständerat und Nationalrat beschlossene

Energiewende aktiv unterstützt. Die Energie Thun

AG hat ihrerseits verschiedene Massnahmen aus

den Bereichen Markt und Nachfrage, Beschaffung

und Produktion sowie Infrastruktur formuliert. Diese

berücksichtigen auch die Aspekte aus dem Überkommunalen

Richtplan Energie, welcher im nächsten

Jahr in Kraft gesetzt werden soll.

Das Unternehmen kann wiederum auf ein erfolgreiches

Geschäftsjahr zurückblicken und konnte sich

in den massgebenden Geschäftsbereichen weiterentwickeln.

Es wurden viele Projekte, mit zum Teil

erheblichen Investitionen, realisiert. Die lokale Stromproduktion

wurde durch die Leistungssteigerung in

den AAREwerken weiter gestärkt. Das Engagement

in der Windenergie wurde über die Beteiligung an der

Swisspower Renewables AG sowie der Erweiterung

des Windparks Sustrum / Renkenberge um drei Anlagen

weiter ausgebaut. Bei der leitungsgebundenen

Infrastruktur in Thun konnten wichtige Haupt- und

Transportleitungen ersetzt oder neu gebaut werden.

Die Effektivität sowie die vollständige Dokumentation

der betrieblichen Prozesse und Abläufe wurden durch

die Zertifizierung nach ISO 9001 / 14001 bestätigt.

Damit eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung

auch in Zukunft möglich ist, wurde die Strategie der

Unternehmung überarbeitet, ergänzt und in gewissen

Bereichen vertieft. Mit der Strategie Energie Thun

AG 2017 sind wir für die nächsten Jahre sehr gut

gerüstet und können zuversichtlich den kommenden

Herausforderungen entgegenblicken.

Jahresrechnung

Die Energie Thun AG erzielte in einem sich wandelnden

Branchenumfeld einen Gesamtumsatz von

CHF 81.3 Mio., dies entspricht einer Erhöhung um

12.9 %. Der Handelsertrag aus dem Kerngeschäft

steigerte sich aufgrund der günstigen klimatischen

Bedingungen, erhöhtem Strombedarf der Grosskunden

und zahlreichen Neuanschlüssen in der Erdgas

/ Biogasversorgung um insgesamt CHF 3.9 Mio.

Aufgrund einer Rechnungslegungsumstellung – die

behördlichen Abgaben werden nun im Bruttoprinzip

als Umsatz rapportiert – erhöhten sich die übrigen

Erträge um CHF 6.8 Mio. Das Betriebsergebnis vor

Abschreibungen und Zinsen (EBITDA) liegt mit 1 %

über dem Vorjahreswert. Mit CHF 713’250.00 fällt

der Jahresgewinn aufgrund einer einmaligen Zahlung

an die Städtische Pensionskasse anlässlich der

Genehmigung der Teilrevision des Pensionskassenreglements

leicht tiefer als im Vorjahr aus.

Die Gesamtinvestitionen betrugen CHF 16.1 Mio.

Die grössten Transaktionen sind die Erhöhung der

Beteiligung an der Swisspower Renewables AG, die

Neugründung der Kraftwerk Stägweid AG sowie die

Aktienkapitalerhöhung bei der WARET AG.

Die Abgeltungen an die Stadt Thun beliefen sich im

Jahr 2012 unverändert auf CHF 5 Mio.

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Flexibel

Robert Marti, Stellvertreter Produktion im AAREwerk

Kein Tag ist wie der andere, und das macht meine

Arbeit sehr interessant. Ich schätze die Mischung

aus kaufmännischer Tätigkeit, Handwerk und Kommunikation,

zum Beispiel mit den Besuchern, die zu

einer Führung in die AAREwerke kommen. Es gibt

immer viel zu organisieren bei Projekten und im

Unterhalt, man muss flexibel sein. Man lernt immer

wieder etwas dazu. Mir gefällt die Arbeit auch vom

Zwischenmenschlichen her: Ich bin gerne mit Menschen

zusammen, die aufgeschlossen und positiv

eingestellt sind. Ich bin in Steffisburg aufgewachsen

und kenne die Region sehr gut. Thun ist für mich

ein optimaler Ort zum Leben: Hier findet man alles

auf kleinem Raum, zum Einkaufen ebenso wie die

intakte Natur, und man braucht auch gar nicht unbedingt

ein Auto.

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Stromversorgung

Solarstromabsatz mehr als verdoppelt

Blaustrom

Der Stromverbrauch in der Stadt Thun nahm um

8.4 GWh oder 4.4 % zu. Dies verursachten vorwiegend

die Grossverbraucher. Im Haushalt stieg der

Stromkonsum um 2.3 %. Der Solarstromverkauf an

die Kundschaft konnte um über 140 % gesteigert

werden. Die Senkung des Preises – die Energie Thun

AG bietet den schweizweit günstigsten Solarstrom an

– und die zielorientierte Verkaufsstrategie führten zu

diesem hervorragenden Resultat. Die Verkaufsmenge

konnte sowohl beim Thuner AAREstrom als auch

beim Blaustrom erhöht werden. Der Anteil an den

erneuerbaren Produkten beträgt in Thun 63 % der

abgesetzten Strommenge. Über 80 % der Kunden

beziehen weiterhin Strom aus erneuerbaren Energien.

Je nach geliefertem Produkt sieht der persönliche

Strommix unserer Kunden wie folgt aus:

Der Strommarkt bewegt sich

Obwohl nun insgesamt 10 Kunden den Strom bei

einem Drittlieferanten beziehen, sank die an Endkunden

verkaufte Strommenge nur um 1 %. Der Stromhandelspreis

befindet sich auf einem sehr tiefen

Niveau. Die Kunden der Energie Thun AG, welche

sich im geöffneten Marktsegment befinden, hatten

die Möglichkeit ein spezifisches Marktangebot zu

wählen und auf die Grundversorgung zu verzichten.

Erstmals konnte ein namhafter Kunde mit zwei Bezugsstellen

ausserhalb des Stromleitungsnetzes der

Energie Thun AG gewonnen werden.

Die Netzinfrastruktur wird weiter ausgebaut

Für Puls Thun (ehemals Emmi-Areal) und Rex Thun

wurde eine temporäre Transformatorenstation errichtet

um die beiden Grossbaustellen ausreichend mit

Strom zu versorgen. Die definitive Transformatorenstation

für die Versorgung der beiden Areale wird

2013 installiert.

Wasserkraft aus der

Schweiz 95 %

Wasserkraft aus Thun 2,5 %

Windkraft + Strom aus Biomasse 2,5 %

Die LED-Technologie ist bei der Strassenbeleuchtung

weiter auf dem Vormarsch. In Thun können an

der Obermattstrasse und Scheibenstrasse die ersten

LED-Strassenleuchten bewundert werden.

Thuner AAREstrom

Wasserkraft aus Thun 100 %

Die Instandhaltung der Netzinfrastruktur, des Glasfasernetzes,

des Netzleitsystems und der öffentlichen

Beleuchtung wurde nach den gesetzlichen Richtlinien

sowie den betrieblichen Vorgaben und Bedürfnissen

ausgeführt.

80 % Thuner AAREstrom

20 % Thuner Solarstrom

Wasserkraft aus Thun 80 %

Solarstrom aus Thun 20 %

Graustrom

Kernenergie

Fossile Energieträger

Nicht überprüfbare Energieträger

In etlichen Strassenzügen wurden die Werkleitungen

und die in die Jahre gekommenen Transformatoren

und Schaltanlagen erneuert. Somit kann auch den

nächsten Generationen eine sichere Stromversorgung

zur Verfügung gestellt werden.

Im Stromnetz lag der Fokus in der Sanierung von

Transformatorenstationen, welche die Vorgaben der

NISV (Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender

Strahlung) nicht erfüllen. So sind 3 Transformatorenstationen

nach den Vorgaben der NISV

saniert worden. Ausserdem ist eine neue Transformatorenstation

an der Zeglistrasse in Allmendingen

(TCS) gebaut worden. An der Schorenstrasse (Meyer

Burger AG) konnten die Arbeiten für die zweite neue

Transformatorenstation abgeschlossen werden.

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Stromproduktion

Neue Wind-, Wasser- und Solarkraftwerke

AAREwerke und neue Trinkwasserkraftwerke

Nach dem Minusrekord im Vorjahr konnte die Produktion

der AAREwerke im Jahr 2012 markant gesteigert

werden. So wurden in den AAREwerken

39.5 GWh (Vorjahr 31.4 GWh) Strom produziert. Die

Mehrproduktion ist auf grösseres Wasseraufkommen

in der Aare und dem Umbau der beiden Maschinen

im AAREwerk62 (verbesserter Wirkungsgrad) zurückzuführen.

Die Trinkwasserkraftwerke Lauenen und Brändlisberg

produzieren seit einem Jahr ökologischen

Strom. Die beiden Trinkwasserkraftwerke haben rund

194’000 kWh Strom produziert. Dies entspricht dem

Strombedarf von ca. 50 durchschnittlichen Haushalten.

Projektentwicklung an der Kander

schreitet weiter fort

Im Juni wurde die Kraftwerksgesellschaft Stägweid

AG gegründet. Die Energie Thun AG besitzt einen

Anteil von 60 % und entwickelt mit dem Partner Axpo

die energetische Nutzung der Kander. Fristgerecht

wurden dem Amt für Wasser und Abfall die geforderten

Präzisierungen zum Konzessionsgesuch eingereicht.

Wir erwarten damit einen positiven Konzessionsentscheid

des Kantons Bern für das nachhaltige

Projekt zu erhalten.

Produktionsmix

Ausbau der Windenergie

Der Windpark Sustrum / Renkenberge wurde um

den Teil Fresenburg erweitert. Die 3 neuen Anlagen

vom renommierten Lieferanten Enercon haben eine

Nabenhöhe von bis zu 138 Meter und einen Rotordurchmesser

von 82 Meter. Mit einer Leistung von

je 2.3 MW kann eine Jahresproduktion von rund 16

GWh erzielt werden. Das Engagement der Energie

Thun AG am Gesamtpark wurde im Zusammenhang

mit der Erweiterung auf ca. 19 % erhöht. Die anteilsmässige

Jahresproduktion der Energie Thun AG von

11.8 GWh war rund 14 % höher als im Vorjahr.

Wasserkraft 74.8 %

Windkraft 24.5 %

WKK- und Solaranlagen 0.7 %

Die Swisspower Renewables AG, an welcher die

Energie Thun AG beteiligt ist, hat den Windpark

Hof im Norden Bayerns erworben. Der Park verfügt

über 7 Anlagen vom gleichen Typ wie in Fresenburg.

Der Windpark hat eine Jahresproduktion von rund

30 GWh.

Neue Solaranlage wurde gebaut

Das Portfolio der Solaranlagen wurde um eine Anlage

von 45 kWp erweitert. Mit den insgesamt nun

8 eigenen Anlagen der Energie Thun AG sowie aus

der Beteiligung an den Grossanlagen vom Panorama

Center und der Arena Thun wurden insgesamt

324 MWh Solarstrom produziert, eine Steigerung um

44.6 % gegenüber dem Vorjahr.

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Beständig

Daniel Weber, Leiter Einkauf und Logistik

Ich arbeite seit 22 Jahren bei der Energie Thun AG

und gehöre sozusagen zum Inventar. Begonnen habe

ich in der Montage, dann verlagerte sich mein

Schwerpunkt mehr Richtung Büro und Projektleitung.

Heute bin ich zuständig für den gesamten

Materialeinkauf, vom Bürobedarf bis zu den Komponenten

für den Leitungsbau, und übernehme

auch zahlreiche Koordinationsaufgaben. Mit der

Umwandlung der Energie Thun in eine AG im Jahr

2001 hat sich einiges verändert: Schnellere Abläufe,

mehr und bessere Kommunikation, weniger Gärtli-

Denken.

Privat bin ich ein leidenschaftlicher Fischer und reise

gerne dorthin, wo es Lachse gibt – zum Beispiel

nach Kanada, Alaska und Island.

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Erdgasversorgung

Absatzzunahme trotz Sparanstrengungen

Die Energie Thun AG ist Aktionärin der Gasverbund

Mittelland AG und hat gegenüber dem Vorjahr den

Bezug um 24.5 GWh oder 8 % auf 331.4 GWh gesteigert.

Der Mehrverbrauch begründet sich vorwiegend

mit der deutlich kälteren Witterung und den

zusätzlich angeschlossenen Erdgasheizungen. Insbesondere

die 70 Umsteiger von Erdöl auf Erdgas

ermöglichten das sehr gute Resultat. In Thun wird

leider immer noch zu über 40 % mit Heizöl geheizt.

Rückgang im Treibstoffbereich

Trotz der guten Abgaswerte von Erdgas / Biogasmotoren

ist der Absatz von Erdgas / Biogas an den

Tankstellen rückläufig. Vermehrt bringen Autohersteller

erdgasbetriebene Fahrzeuge auf den Markt,

welche im Umweltvergleich sehr gut abschneiden.

Dies könnte helfen, den Absatz von erdgasbetriebenen

Automobilen zu erhöhen.

Biogas

Die verkaufte Biogasmenge konnte um 6.5 % gesteigert

werden. Vor allem im Heizbereich finden

sich immer mehr Kunden, welche das bereits umweltfreundliche

Erdgas noch stärker ökologisieren

wollen.

Umfangreiche Projekte in Thun

Nach dem letztjährigen Abschluss der Graugusssanierungsprojekte

in der Innenstadt wurde im Sommer

2012 mit dem Ersatz der alten Graugussleitungen in

der Buchholzstrasse gestartet. Auf einer Länge von

ca. 350 Metern wurden die alten Graugussleitungen

durch Kunststoffleitungen ersetzt.

Während den Sanierungsarbeiten an der Hofstettenstrasse

wurde festgestellt, dass die Werkleitungen

für Wasser und Erdgas in einem deutlich schlechteren

Zustand sind, als ihr Alter erwarten lässt. Dies

hatte zur Folge, dass auf der ganzen Länge der

Baustelle die Wasser- und Erdgasleitungen ersetzt

werden mussten.

Im Erdgasnetz ist die Graugusssanierung in den

Quartieren der Stadt Thun und im restlichen Versorgungsgebiet

weiter voran getrieben worden.

Die allgemeine Instandhaltung wurde nach den gesetzlichen

und betrieblichen Vorgaben ausgeführt.

Der Betrieb der Anlagen, des Röhrenspeichers in

Heimberg und des Netzes im Allgemeinen verlief

ohne nennenswerte Störungen.

Zur Absatzsteigerung wird den Heizgastarifkunden

ab dem 1. Januar 2013 als Standardprodukt ein Gemisch

aus 95 % Erdgas und 5 % Biogas geliefert,

der Anteil am Biogas im Erdgas als Treibstoff wird

in Thun von heute 10 % auf 20 % erhöht.

Durch unterirdische Leitungen

gelangt Erd- und Biogas

direkt in die Haushalte oder

an die Tank stellen. In der

Region Thun misst das Leitungsnetz

mehr als

250 Kilometer. Die Energie

Thun AG baut und unterhält

das Erd gasnetz und erschliesst

neue Absatz gebiete.

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Wasserversorgung

Wasserbedarf praktisch konstant

Der Wasserverkauf an Kunden erhöhte sich leicht um

0.3 %. Die verkaufte Menge von 3 Mio. m³ entspricht

dem Trend der letzten Jahre: Der Wasserverbrauch

bleibt konstant.

59 % des Wassers fördert das Grundwasserpumpwerk

im Lerchenfeld, 22 % ist Quellwasser und 19 %

wird bei benachbarten Wasserversorgungen bezogen.

Die Qualität des Thuner Trinkwassers genügt höchsten

Ansprüchen: Es ist farb- und geruchlos, klar, frei

von schädlichen Substanzen und Mikroorganismen

und schmeckt hervorragend. Das Thuner Quellwasser

wird aus hygienischen Gründen mit UV-Strahlungen

behandelt, damit es den bakteriologischen Anforderungen

der Lebensmittelverordnung entspricht.

Wasserförderung

in Mio. m³

4

Bau des Wasserringes hat begonnen

Von der Weststrasse bis zum Kreisel C.F.L. Lohnerstrasse

/ Strättligenstrasse wird eine neue Wasserleitung

(Faserzementrohr mit Durchmesser 400 mm)

verlegt. Dieser sogenannte Wasserring wird inskünftig

die Stadtzone von Thun und neue Wohngebiete

mit sauberem Trinkwasser versorgen. Sobald dieser

Wasserring gebaut ist, können diverse ältere Wasserleitungen

stillgelegt werden. 2012 wurde die erste

Teilstrecke des Wasserrings von der Weststrasse bis

zum Lontschenenweg gebaut.

In der Hofstetten- und Buchholzstrasse sind grössere

Werkleitungsarbeiten gestartet worden. In der Hofstettenstrasse

musste ausserplanmässig die Wasserleitung

auf der ganzen Länge ersetzt werden. In der

Buchholzstrasse konnte vom gleichzeitigen Ersatz

der Strom- und Erdgasleitungen profitiert werden.

Im Wassernetz wurde die Gelegenheit genutzt parallel

zu den Graugussanierungsprojekten im Erdgasnetz

die Wasserleitungen aus Guss durch moderne

Kunststoffleitungen zu ersetzen.

3

2

In der Schweiz sind wir in der glücklichen Lage über

genügend sauberes Trinkwasser zu verfügen. Mit

zusätzlichen und freiwilligen Wasserproben zeigt

die Energie Thun AG, dass es ihr wichtig ist, beim

Lebensmittel Trinkwasser höchsten Ansprüchen zu

genügen.

1

0

2008

2009 2010 2011 2012

Fremdwasserbezüge Grundwasser Quellwasser

10


Engagiert

Michel Trachsel, Monteur Erdgas- und Wassernetz

Ich arbeite gerne im Tiefbau und finde die Kombination

von Gas und Wasser interessant. Mir gefällt

der Kontakt mit den Kunden und dass ich hier sehr

selbstständig arbeiten kann. Ich koordiniere meine

Aufgaben auf den verschiedenen Baustellen und

bin selbst verantwortlich dafür, dass alles klappt.

Es herrscht eine gute Stimmung im Team und wir

haben das Gefühl, dass unsere Arbeit und unser Einsatz

vom Arbeitgeber geschätzt werden. Man bringt

uns viel Vertrauen entgegen und ist flexibel, also

sind wir es auch. Wir bleiben auch einmal länger,

wenn es nötig ist.

Meine private Leidenschaft ist das Tauchen, oft

auch im Thunersee, und als besondere Spezialität

seit kurzem das Höhlentauchen.

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Vielfältig

Lukas Zaugg, Lernender Netzelektriker im 3. Lehrjahr

An meinem Job gefällt mir besonders, dass die Arbeit

so vielseitig ist und dass ich oft draussen sein

kann. Weil ich immer wieder an neuen Projekten

und auf verschiedenen Baustellen arbeite, habe ich

viel Abwechslung. Ich muss Entscheidungen treffen,

zum Beispiel bezüglich des optimalen Vorgehens,

und das schätze ich sehr. Die Energie Thun AG

ist für mich ein super Lehrbetrieb. Wir können hier

als Lernende selbständig arbeiten. Man hilft uns,

wenn es nötig ist, lässt uns aber auch viel selber

machen. Es ist von der Infrastruktur her auch alles

sehr modern.

Diesen Sommer geht meine Lehrzeit zu Ende. Mir

gefällt mein Beruf, und ich werde sicher weiter als

Netzelektriker arbeiten.

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Öffentlichkeitsarbeit

150 Jahre Gas für Thun

Mitte des 19. Jahrhunderts war es nachts in Thun

noch ziemlich finster: Lediglich 22 Öllampen beleuchteten

die Gassen. 1862 ging dann das Gaswerk

in Betrieb. Die Einführung des Gaslichts ermöglichte

die Verlängerung der Arbeitszeiten und die Menschen

blieben abends länger in den Gassen. In den

Thuner Haushalten wurde Gas zunächst zum Kochen

und Heizen verwendet. Das Gaswerk Thun bot um

die Jahrhundertwende spezielle Gaskochkurse an.

Die Geschichte des Gases in Thun ist eng mit dem

Zeitgeschehen verknüpft. Die Knappheit während

der beiden Weltkriege sowie die Wirtschafts- und

Energiekrise Anfang der 70er Jahre, als mit dem

Erdgas neuer Aufschwung kam, hatten grosse Auswirkungen

auf die Nachfrage sowie auf den Geschäftsverlauf.

Wie das Gas nach Thun kam und welche Rolle es

hier spielte, hat die Historikerin Anna Bähler in einer

spannenden Dokumentation aufgearbeitet.

Die Energie Thun AG hat das Jubiläum zusammen

mit ihren Kunden gefeiert. Am 1. und 2. Juni waren

die Türen an der Industriestrasse sowie an der Scheibenstrasse

geöffnet. Die Besucher konnten sich über

die Produkte und Dienstleistungen informieren und

einen Blick hinter die Kulissen der Energie Thun AG

werfen. Der Anlass wurde von rund 600 Personen

besucht. Auf besonderes Interesse sind die Führungen

in den AAREwerken gestossen.

Zum Jubiläum wurde ein Logo entworfen, welches

unter anderem beim Haupteingang und auf allen

Fahrzeugen angebracht wurde. Zudem sind eine

Rechnungsbeilage sowie eine Publireportage erschienen.

Auch der Auftritt an der OHA stand unter dem Motto

«150 Jahre Gas für Thun». Die Besucher konnten sich

über die Geschichte des Gases informieren und sich

mit diversen «Gas»-Drinks erfrischen. Bei den Kindern

war die «Fruchtgummi-Schleuder» sehr beliebt.

Aktive Öffentlichkeitsarbeit

Die Energie Thun AG hat total 23 Medienmitteilungen

an die Presse zugestellt. Am Tag des Wassers

hat sie im Bälliz Tipps zum Sparen von Wasser und

Energie rund um die Mahlzeiten Zmorge, Znüni, Zmittag

oder Znacht vorgestellt. Zudem war sie an den

beiden Neuzuzügeranlässen der Stadt Thun präsent.

Am 26. und 27. Oktober hat die Energie Thun AG

auf dem Aarefeldplatz in Thun mit ihren Partnern

Erdgas / Biogas-Fahrzeuge diverser Marken sowie

Elektrofahrzeuge (Autos, Roller und Velos) präsentiert.

Im Eco-Drive Simulator konnten die Besucher

kostenlos ihre ökologische und ökonomische Fahrweise

testen. Zum ersten Mal wurde die Eröffnung

der Ökologischen Mobilitätsausstellung mit dem Mobilitätsapéro

der Stadt Thun zusammengelegt.

Sponsoring

Die Energie Thun AG engagiert sich im Versorgungsgebiet

als Sponsor in den Bereichen Sport, Kultur

und Soziales. Im 2012 wurde unter anderem die Inszenierung

des Märchentheaters «Robin Hood» im

Schadaupark unterstützt.

Kunst am Bau

Am 29. Mai wurde das Kunstwerk «Erde, Wasser,

Feuer, Luft» von Dominik Stauch im Treppenhaus

des Betriebsgebäudes, an der Industriestrasse 6,

eingeweiht. Die Jury, die sich aus der Betriebskommission

der Energie Thun AG zusammensetzte, hat

Ende November 2011 das Projekt des Thuner Künstlers

aus vier eingereichten Vorschlägen ausgewählt.

Das Resultat der vorgängig durchgeführten Abstimmung

unter den Mitarbeitenden ist in den Entscheid

der Jury eingeflossen. Der zum Jubiläum «10 Jahre

Betriebsgebäude und 10 Jahre Energie Thun AG»

durchgeführte Kunst-am-Bau-Wettbewerb wurde

durch die Kulturabteilung der Stadt Thun und durch

den Thuner Künstler Hanswalter Graf begleitet.

13


Ökologie

Umweltmanagement

Die Energie Thun AG wurde im Dezember 2012 nach

dem Umweltmanagement-Label ISO 14001 zertifiziert.

Um dieses Ziel zu erreichen, waren nebst einer

Zertifizierung nach ISO 9001 verschiedene Vorarbeiten

in diversen Bereichen notwendig. In einem

ersten Schritt wurden umweltrelevante Prozesse zusammengestellt

und deren Auswirkung eingestuft.

Um den Einfluss der jeweiligen Bereiche besser einschätzen

zu können, wurde die Kenndatenerfassung

erweitert. Mit diesem Hintergrund konnten gezielt

Prozessabläufe optimiert und Beschaffungskriterien

verbessert werden.

Seit Anfang 2012 können Kunden, welche mit Erdgas

Fahren, Kochen oder Heizen einen beliebigen

Anteil ihres Verbrauchs durch erneuerbares Biogas

ersetzen. Mit dieser Erweiterung des Angebots wird

eine ökologisch hochwertige Alternative zum Erdgas

geschaffen.

Den Kunden der Energie Thun AG steht seit Anfang

September ein Energiespar-Portal zur Verfügung.

Durch die periodische Erfassung des Stromverbrauchs

und durch Spartipps werden die Nutzer für

einen sparsamen Umgang mit Strom sensibilisiert.

Massnahmen für die Kunden

Im Bereich der neuen erneuerbaren Energie setzt die

Energie Thun AG den Schwerpunkt auf Solarstrom.

Die guten Rahmenbedingungen haben es der Energie

Thun AG ermöglicht, den Aufpreis für Solarstrom

auf Anfang 2012 zu halbieren! Diese Preissenkung

macht die Energie Thun AG zum günstigsten Anbieter

von Solarstrom in der Schweiz. Auf der Produktionsseite

haben Besitzer von kleinen Solarstromanlagen

erstmals die Möglichkeit, den produzierten

Solarstrom und den ökologischen Mehrwert an die

Energie Thun AG zu verkaufen.

Aus dem Verkauf von Ökostrom wurden rund CHF

20’000.00 in die Renaturierung von Amphibienweihern

investiert. Für die Umsetzung von weiteren Projekten

sind CHF 450’000.00 zugesichert.

Massnahmen in der Unternehmung

Zusammen mit der Stadtverwaltung Thun hat die

Energie Thun AG einen gut besuchten ecodrive-Anlass

durchgeführt. Die Treibstoffbuchhaltung wird

zeigen, ob sich die sichere und sparsame ecodrive-

Fahrweise in Zukunft auch beim Verbrauch der Firmenfahrzeuge

bemerkbar macht.

Die Energie Thun AG betreibt

zwei Erdgas tankstellen, eine

bei der Landi in Steffisburg

und eine beim Hohmad-Shop.

Auf dem Bild: Das Erdgas-

Taxi in voller Fahrt.

Die Fahrzeugflotte der Energie Thun AG besteht zu

über 50 % aus Erdgasfahrzeugen. Durch die geringeren

Schadstoffemissionen dieser Fahrzeuge konnte

im vergangenen Jahr die Freisetzung von 5.5 Tonnen

CO ² verhindert und die Ozon- und Feinstaubemissionen

massiv verringert werden. Durch die Erhöhung

des Biogasanteils können die ökologischen Vorzüge

von gasbetriebenen Fahrzeugen nochmals verstärkt

werden.

Eine Fahrzeugflotte mit möglichst guter Umweltverträglichkeit

bedingt eine gezielte Beschaffung.

Aus diesem Grund wurde eine neue Fahrzeugbeschaffungsrichtlinie

mit vermehrter Berücksichtigung

ökologischer Aspekte ausgearbeitet. Dadurch wird

der Grundstein für eine weitere Verringerung der

Schadstoffemissionen gelegt.

14


Innovationen

Innovation wird immer wichtiger

Elektromobilität

Um die Bestrebungen der Energie Thun AG im Bereich

Elektromobilität besser bekannt zu machen,

wurde eine E-Bike-Kundenaktion durchgeführt.

Mit den Firmen Stöckli und Flyer konnten namhafte

Partner für die Aktion gewonnen werden. Die Kunden

hatten die Möglichkeit neue E-Bikes und Akkus

zu stark reduzierten Preisen zu beziehen. Die Elektromobilität

ist nur in Kombination mit ökologischem

Strom sinnvoll. Die Aktion war deshalb mit dem Bezug

von Thuner Solarstrom verknüpft.

Aufgrund der attraktiven Rabatte und des ansonsten

schon boomenden E-Bike-Marktes wurde die Aktion

ein voller Erfolg.

Interne Ideensammlung auf Intranet-Plattform

Bei der Einführung des Innovationsprozesses wurde

grossen Wert darauf gelegt, dass Ideen auf breiter

Front gesammelt und in einfacher Form festgehalten

werden können. Um diesen Anspruch zu erfüllen

wurde von der IT-Abteilung ein spezielles Tool auf der

Intranet-Plattform zur Verfügung gestellt.

Die erfassten Ideen durchlaufen einen vorgegebenen

Workflow und werden dem Verantwortlichen

zur Prüfung vorgelegt. Dieser entscheidet ob eine

Idee umgesetzt oder nicht weiterverfolgt werden soll.

Sämtliche Ideen werden in einem Archiv gesammelt

und sind durch alle Mitarbeitenden einsehbar. Seit

der Einführung im Mai 2012 sind 20 Ideen eingegangen,

11 davon sind bereits in Umsetzung.

Absatzzahlen:

E-Bike Flyer:

Akku Flyer:

E-Bike Stöckli:

152 Stk.

186 Stk.

46 Stk.

Durch die Aktion wurde zusätzlich 108’300 kWh

Thuner Solarstrom verkauft.

Auch sie sind mit dem

Velo da: CEO Michael Gruber

und Innovations- und

Projekt manager Christoph

Woodtli freuen sich über

den grossen Erfolg der E-Bike-

Kun denaktion.

Für die eigene Flotte wurden zwei E-Bikes beschafft.

Zusätzlich wurden diverse 2- und 4-rädrige Elektrofahrzeuge

von den Mitarbeitenden im Arbeitsalltag

getestet.

Smart Metering

Mit der ETH Zürich wurde ein Pilotversuch im Bereich

Smart Metering gestartet. Sechs Haushalte von Mitarbeitenden

der Energie Thun AG wurden mit Smart

Metern, Tablet-PC’s, intelligenten Steckdosen und

Bewegungssensoren ausgerüstet. Mit den erfassten

Daten auf Sekundenbasis forschen die ETH Zürich

und die Energie Thun AG an Algorithmen um neuartige

Dienstleistungen zu entwickeln (z.B. automatisierte

Energieberatung, automatische Auswertung

Energieverbrauch von einzelnen Geräten usw.).

Die Energie Thun AG kann durch dieses Projekt Erfahrungen

mit den neusten Technologien sammeln,

die Kundenbedürfnisse erheben und so optimal die

Anforderungen an eine zukünftige Smart Meter

Technologie für den breiten Einsatz bestimmen.

15


Offen

Ursula Leu, Sachbearbeiterin Kundendienst und Ableserin

Eigentlich habe ich zwei Jobs: Einerseits arbeite ich

als Sachbearbeiterin im Kundendienst, und andererseits

bin ich als Ableserin tätig. Mir macht diese

Tätigkeit viel Freude: Ich kann abwechselnd drinnen

und draussen arbeiten.

Ich bin gerne unter Menschen und schätze den Kontakt

zu den Kunden ebenso wie die Zusammenarbeit

bei uns im Team. Auch wenn unsere Arbeit anspruchsvoll

und intensiv ist, finden wir Zeit zum Lachen.

Als ich vor elf Jahren aus dem Kanton Zürich

hierher kam, wurde ich sehr herzlich aufgenommen.

Noch heute fällt mir der respektvolle und offene Umgang

auf, der hier gepflegt wird: Alt und Jung, Ausgebildete

und Lernende… Aus Erfahrung kann ich sagen:

Das ist nicht selbstverständlich.

16


Organisation

Energie Thun AG – Power for People

Verwaltungsrat

Kurt Bill

Marianne Dumermuth

Lehmann

Stephan Kocher

Paul Marbach

Simon Roesti

Daniel Wegmüller

Geschäftsleitung

Michael Gruber

Urs Neuenschwander

Christian Schneider

Stephan Trösch

Präsident

Mitglied (Vertreterin

des Gemeinderats)

Mitglied

Mitglied

Mitglied

Mitglied

CEO

Leiter Marketing &

Vertrieb / CMO

Leiter Technik / CTO

Leiter Finanzen &

Services / CFO

Organigramm

Sekretariat

Silvia Haller

CEO

Michael Gruber

Innovations- und

Projektmanagement

Christoph Woodtli

Technik Finanzen & Services Marketing & Vertrieb

Christian Schneider Stephan Trösch Urs Neuenschwander

Revisionsstelle

Dr. oec. H.P. Bieri, Steuer- Finanz- und

Wirtschaftsberatung AG, 3600 Thun

Mitarbeitende 2012 2011

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter 93 92

Nebenamtliches

Ablesepersonal 19 20

Lernende 9 10

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Die Mitarbeitenden der Energie Thun AG werden fit getrimmt

Wiederum sind diverse Veranstaltungen durchgeführt

worden, an denen die Mitarbeitenden auf die

Gefahren bei der täglichen Arbeit und auf Präventionsmöglichkeiten

aufmerksam gemacht wurden.

Der bfu-Anlass «Das sichere Haus» ist mit den Mitarbeitenden

des Tiefbauamtes der Stadt Thun und

der Energie Thun AG durchgeführt worden. Jährlich

ereignen sich in der Schweiz 600’000 Unfälle im

Haus und in der Freizeit. An diesem Anlass wurden

auf die besonderen Gefahren im Haus und im Büro

sowie auf deren frühzeitige Erkennung und Behebung

hingewiesen.

Im Frühling 2012 fand die zweite SUVA-Standortbestimmung

statt. Dort wurden mit einfachen Übungen

der aktuelle Fitnessstand und vor allem die Veränderungen

zur vorjährigen Standortbestimmung geprüft.

Viele haben Fortschritte erzielt, einige haben

noch Potenzial sich zu verbessern. Im 2013 wird die

SUVA-Standortbestimmung mit einem dritten Anlass

abgeschlossen und die Resultate der 3 Standortbestimmungen

werden detailliert ausgewertet.

17


Finanzen

Erfolgsrechnung 2012 2011

CHF

CHF

Handelsertrag 66’672’405 62’807’962

Übrige Erträge 14’760’210 8’956’984

Ertragsminderungen – 141’540 267’263

Total Erträge 81’291’075 72’032’209

Handelsaufwand – 39’205’512 – 36’469’940

Abgaben an Gemeinwesen – 6’714’627 —

Bruttogewinn 35’370’937 35’562’269

Personalaufwand – 12’093’161 – 11’782’927

Unterhalt, Reparaturen, Ersatz mobile Sachanlagen – 1’647’060 – 2’004’263

Sonstiger Betriebsaufwand – 3’495’593 – 3’817’457

Betriebsergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern 18’135’122 17’957’622

Finanzerfolg – 470’611 – 1’205’740

Beteiligungserfolg – 227’012 – 1’014’512

Abschreibungen – 15’110’793 – 15’150’029

Entnahme Spezialfinanzierung Rechnungsausgleich Wasser 524’562 453’151

Ausserordentlicher Erfolg – 2’138’018 – 53’471

Jahresgewinn 713’250 987’021

Geldflussrechnung 2012 2011

CHF

CHF

Jahresgewinn 713’250 987’021

Abschreibungen 15’110’793 15’150’029

Einlage Förderfonds ökologische Massnahmen 230’538 313’730

Zunahme Rückstellungen - 70’487 –179’535

Entnahme Spezialfinanzierung Rechnungsausgleich Wasser - 524’562 – 453’151

Cash Flow 15’459’532 15’818’095

18


Bilanz 31.12.2012 31.12.2011

CHF

CHF

Umlaufvermögen 35’975’087 32’032’106

Flüssige Mittel 10’302’181 6’948’620

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 23’782’854 23’717’266

Wertberichtigung Forderungen – 200’382 – 247’370

Übrige Forderungen 28’052 24’220

Vorauszahlungen an Lieferanten 8’944 6’544

Kontokorrent Stadt Thun (Aktionär) 91’188 91’170

Warenvorräte 1’396’322 1’390’804

Aktive Rechnungsabgrenzung 503’128 100’852

Wertschriften des Umlaufvermögens 62’800 —

Total Anlagevermögen 194’096’937 50’070’416

Finanzanlagen 10’744’808 9’247’975

Sachanlagen und Immaterielle Anlagen 181’947’804 39’942’679

Spezialfinanzierung Rechnungsausgleich Wasser 1’404’324 879’762

Total Aktiven 230’072’024 82’102’521

Fremdkapital 64’564’794 59’724’447

Kurzfristige Verbindlichkeiten 15’428’601 11’561’651

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10’451’029 9’666’725

– gegenüber Dritten 10’403’086 9’043’770

– gegenüber Aktionär 47’943 622’955

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten 3’103’024 583’602

Vorauszahlungen von Kunden, Kundendepots 80’535 89’061

Passive Rechnungsabgrenzung 1’794’013 1’222’263

Langfristige Verbindlichkeiten 49’136’193 48’162’795

Anschlussbeiträge Strom + Wasser 6’421’126 5’595’280

Darlehen Dritte 2’400’000 2’412’500

Darlehen Stadt Thun (Aktionär) 28’000’000 28’000’000

Rückstellungen 12’315’067 12’155’016

Eigenkapital 165’507’230 22’378’076

Aktienkapital und Reserven 164’765’904 21’350’000

Aktienkapital 10’000’000 10’000’000

Reserven aus Kapitaleinlage 10’000’000 10’000’000

Freie Reserven 1’750’000 1’350’000

Betriebsreserven aus Neubewertung Sachanlagen 143’015’904 –

Bilanzgewinn 741’326 1’028’076

Jahresgewinn 713’250 987’021

Gewinnvortrag vom Vorjahr 28’076 41’054

Total Passiven 230’072’024 82’102’521

19


Anhang zur Jahresrechnung 2012

2012

31.12.2012

CHF

Vorjahr

31.12.2011

CHF

Ergänzende Angaben zur Jahresrechnung

Bürgschaften, Garantieverpflichtungen und Pfandbestellungen zugunsten Dritter

Solidarische Haftung aus Konsortien:

Konsortium Stägweid

Beteiligungsquote 60 % 35 %

Brandversicherungswert der Sachanlagen

Gebäudeversicherung 79’020’000 79’020’000

Versicherung übrige Sachanlagen 78’920’000 78’920’000

Maschinenversicherung 47’108’100 45’856’645

EDV-Versicherung 1’213’500 1’213’500

Verbindlichkeiten gegenüber Vorsorgeeinrichtungen, kurzfristig 3’388’452 537’259

Die Städtische Pensionskasse, an welcher die Energie Thun AG angeschlossen ist, weist per 31.12.2011 einen Deckungsgrad von 94.3 % aus.

Bewertung Sachanlagen

Im Berichtsjahr wurde der Buchwert der Sachanlagen auf den kalk. Restwert erhöht. Die Anpassung wurde erfolgsneutral über das Eigenkapital vorgenommen

(Position: Betriebsreserven aus Neubewertung Sachanlagen).

Übersicht über die Beteiligungen an Gesellschaften

Gesellschaft Sitz Zweck Aktienkapital Anteil 2012 Anteil 2011

Wasserversorgung Region Thun AG Steffisburg Wasserversorgung CHF 3’000’000 35 % 35 %

Thun Solar AG Thun Photovoltaikanlage CHF 100’000 14 % 14 %

SwissFarmerPower Inwil AG Inwil Biogasanlage CHF 15’000’000 3 % 3%

SuRe GmbH D, Grünwald Windpark Sustrum EUR 25’000 50 % 50 %

Swisspower Renewables AG 1) Zürich Beteiligungsgesellschaft CHF 6’460’000 7.73 % 10.6 %

Swisspower Energy AG Zürich Energievertrieb CHF 1’990’500 1.62 % 1.62 %

Swisspower Netzwerk AG Zürich Netzwerk CHF 400’000 5.55 % 5.55 %

Swisspower Services AG Zürich Dienstleistungen CHF 1’300’000 8.33 % 8.33 %

Kraftwerk Stägweid AG Spiez Stromproduktion CHF 100’000 60 %

energiecheck bern ag Bern Dienstleistungen CHF 200’000 12 % 12 %

Gasverbund Mittelland AG Arlesheim Energievertrieb CHF 6’140’000 2.84 % 2.84 %

1)

Aufgrund der Investitionsvereinbarung hat sich die Energie Thun AG verpflichtet, sich innerhalb der nächsten drei Jahre in die Kapitalreserven der Swisspower

Renewables AG im Umfang von CHF 8.5 Mio. einzukaufen, sofern die entsprechenden Projekte vorliegen.

Risikobeurteilung

Risiko Management: Der Verwaltungsrat hat ein Risiko-Management

implementiert. Ausgehend von einer periodisch

durchgeführten systematischen Risikobeurteilung werden die

für die Gesellschaft wesentlichen Risiken bewertet und auf ihre

Eintrittswahrscheinlichkeit und deren finanziellen Auswirkungen

bewertet. Mit entsprechenden, vom Verwaltungsrat beschlossenen

Massnahmen, werden diese Risiken vermieden, vermindert

oder überwälzt. Die letzte Risikobeurteilung wurde am 7.12.2012

vorgenommen. Das Risiko-Management ist in einem Bericht

dokumentiert.

Thun, 5. April 2013

Kurt Bill

VR-Präsident

Michael Gruber

CEO

20


Gewinnverwendung

Antrag des

Verwaltungsrates

31.12.2012

CHF

Beschluss der

Generalversammlung

31.12.2011

CHF

Zur Verfügung der Generalversammlung

Jahresgewinn 713’250 987’021

Vortrag vom Vorjahr 28’076 41’055

Zur Verfügung der Generalversammlung 741’326 1’028’076

Antrag über die Verwendung

6% Dividende 600’000 600’000

Zuweisung an die Freien Reserven 100’00 400’00

Vortrag auf die neue Rechnung 41’326 28’076

Total Bilanzgewinn 741’326 1’028’076

Wenn diesem Vorschlag zugestimmt wird, gelangt die Dividende im Monat Juni 2013 zur Auszahlung:

Dividende pro Aktie zum Nominalwert von 1’000

Bruttobetrag 60.00

abzüglich 35 % Verrechnungssteuer – 21.00

Auszahlung netto 39.00

Thun, 5. April 2013

Für den Verwaltungsrat der Energie Thun AG

Kurt Bill

VR-Präsident

Michael Gruber

CEO

21


Bericht der Revisionsstelle

22


werbelinie.ch

Beteiligungen

Wasserversorgung Region Thun AG

Thun Solar AG

SwissFarmerPower Inwil AG

SuRe GmbH

Swisspower Renewables AG

Swisspower Energy AG

Swisspower Netzwerk AG

Swisspower Services AG

Kraftwerk Stägweid AG

energiecheck bern ag

Gasverbund Mittelland AG

Mitglied bei

VSE Verein Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen

VSG Verband der Schweizerischen Gasindustrie

SVGW Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches

A EE Agentur für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Foto Titelseite: Das Restaurant im Schwäber deckt seinen Strombedarf mit 100 % Thuner AAREstrom.

Energie Thun AG

Industriestrasse 6

Postfach 733

CH-3607 Thun

T 033 225 22 22

F 033 225 22 11

www.energiethun.ch

info@energiethun.ch

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