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EINBLICK

AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE

AGA

03/2013

TITELTHEMA

„Nicht nur sauber,

sondern rein!“

Ein Blick hinter die Kulissen der hauseigenen Wäscherei, S. 12

Perspektiven der Pflege

Interview mit Geschäftsführer

Alexander Dettmann, S. 2

100 Jahre Sophienhaus

Teil 2 der Chronik: Die Jahre

1946 bis 1997, S. 4

Im Kiez beliebt

Das Café Bethesda

in Kreuzberg, S. 9

03/2013 EINBLICK | 1


Editorial | Intern

Liebe Leserinnen und Leser,

Sie wundern sich über unsere

Titelgeschichte? Saubere Wäsche

ist für uns ein wichtiges Thema.

Oft werden die Hauswäsche und

die Wäsche der Bewohner von

externen Dienstleistern gereinigt.

Wir hatten im Sophienhaus in

Steglitz schon immer eine eigene

Wäscherei. Das Haus Elisabeth

(Verwaltung) war ehemals das

Waschhaus des Krankenhauses.

Heute befindet sich unsere moderne

Wäscherei im Bethanien

Havelgarten in Spandau. Damit

wissen Sie natürlich noch nicht,

über welche Stationen die persönliche

Wäsche wieder an den

Besitzer zurückkommt. In dieser

Ausgabe von EINBLICK bietet

Ihnen unsere Fotoreportage einen

„Blick hinter die Kulissen“. Mehr

dazu auf den Seiten 12/13.

Am 9. Oktober 1913 wurde das

Sophienhaus – damals Ebenezer-

Krankenhaus – eingeweiht. Aus

der 100-jährige Geschichte des

Standortes berichten wir diesmal

in Teil 2 unserer Chronik aus den

Jahre 1946 bis 1997.

Es gibt in diesem Jahr weitere

Jubiläen: Seit zehn Jahren besteht

unsere Seniorentagesstätte in

Steglitz. Dies wurde am 29. Mai

mit einem großen Sommerfest

auf der neu gestalteten Terrasse

gefeiert. Außerdem blickt die Bethanienschwesternschaft

zurück

auf 130 Jahre Diakonissendienst

in Berlin. Ohne die Diakonissen

gäbe es weder das Sophienhaus

noch die AGAPLESION BETHA-

NIEN DIAKONIE. Ich danke

den Schwestern im Namen aller

Mitarbeiter und Bewohner sehr

herzlich für ihren unermüdlichen

Einsatz.

Ihr Alexander Dettmann

Geschäftsführer

Perspektiven der Pflege

Wir werden immer älter. Damit

verbunden steigt das Risiko, pflegebedürftig

zu werden. Diese Veränderungen

haben auch Einfluss auf

die zukünftige Nachfrage nach Pflegeleistungen.

EINBLICK sprach mit

Alexander Dettmann, Geschäftsführer

der AGAPLESION BETHANIEN

DIAKONIE, über die Entwicklung in

der Pflege.

Die Bundesregierung favorisiert

seit einigen Jahren den Ansatz

„Ambulant vor Stationär“. Ist dies

die Zukunft?

Dettmann: Sie will damit die Versorgung

in der häuslichen Umgebung

stärken. Allerdings gibt es

immer mehr Pflegebedürftige, die

keine Angehörigen haben, welche

sich um sie kümmern könnten.

Dann steht der Ansatz doch im

Widerspruch zur demografischen

Entwicklung.

Dettmann: Der Ansatz entspricht

dem Wunsch der meisten Menschen,

auch im Alter im eigenen

Zuhause und der vertrauten Umgebung

zu leben. „Ambulant vor

Stationär“ stellt vor allem Anbieter

von ambulanten Pflege- und Versorgungsleistungen

vor neue Herausforderungen.

Sie müssen den Wegfall

traditioneller Familienstrukturen

kompensieren.

Bedeutet dies langfristig das Aus

für die Pflegeheime?

Dettmann: Nein, die Bedeutung

der stationären Pflege wird, trotz

des Vorrangs häuslich vor stationär,

weiter wachsen. Allerdings nimmt

die Verweildauer im Pflegeheim,

die heute im Durchschnitt bei

einem Jahr liegt, weiter ab.

Woran liegt das?

Dettmann: Es leben immer mehr

Menschen mit Pflegestufe II und III

Alexander Dettmann, Geschäftsführer der

AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE

in Pflegeheimen. Dies ist ein Indikator

dafür, dass weiterhin Pflegeheime

gebraucht werden, weil

nicht jede Art der pflegerischen

Versorgung und Betreuung rein

ambulant möglich ist.

Müssen sich die Pflegeheime dafür

anders ausrichten?

Dettmann: Die Pflegeheime der

Zukunft werden sich zwangsläufig

verändern, das Angebot wird immer

differenzierter. So gibt es heute

schon hotelähnliche Einrichtungen,

familiennahe Hausgemeinschaftsmodelle,

kleine Wohngruppen mit

spezialisierten Angeboten, Seniorendörfer

und vieles mehr.

Wie sieht das Pflegemodell der

Zukunft aus?

Dettmann: Es ist eine Kombination

aus unterschiedlichen, auf die individuellen

Bedürfnisse ausgerichteten

Möglichkeiten der häuslichen,

ambulanten, teilstationären und

stationären Pflege.

Welche Erwartungen leiten sich für

die Anbieter von professionellen

Pflege- und Versorgungsleistungen

daraus ab?

Dettmann: Sie müssen jedem Menschen

ein für seine persönlichen

Vorlieben, familiären Verhältnisse

und die jeweilige Lebenssituation

maßgeschneidertes Angebot unterbreiten

können.

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Standort Steglitz

Die Entstehung einer Landschaft

„Eine Idee muss Wirklichkeit werden,

sonst ist sie eine eitle Seifenblase“,

sagte der deutsche Schriftsteller

Berthold Auerbach. Im Frühjahr

2011 äußerte Andrea Diegel,

Leiterin der Bethanien Tagesstätte,

den Wunsch, die Terrasse für die Tagesgäste

freundlicher zu gestalten.

Beim Blick aus dem Fenster schauten

sie nicht nur auf Grünpflanzen,

sondern auch auf eine hohe graue

Wand. Bei schlechtem Wetter war

das ein sehr trostloser Anblick. Eine

Wandbemalung sollte die Aussicht

verschönern.

Im Mai 2013 konnte das Projekt

endlich verwirklicht werden. Gemeinsam

mit Kunsttherapeut Jörg

Frey entwarf Andrea Diegel eine

Bildidee und suchte die Farben aus.

Es sollte eine Landschaft gestaltet

werden, die in der Ferne liegt und

nur schemenhaft zu erkennen ist.

Man beauftragte Dennis Möbius

mit den Malerarbeiten. Bis zur

10-Jahres-Feier der Tagesstätte am

29. Mai sollte das Werk vollendet

sein. Möbius blieben noch gut

drei Wochen für die Umsetzung.

Die Hausmeister Andreas Deich

und Michael Ruppert unterstützten

ihn beim Aufbau eines vier Meter

hohen Gerüstes. Es wurden Farben,

Pinsel, Abdeckplane und Klebeband

besorgt. Kunsttherapeut Jörg

Frey malte die Silhouette vor und

erklärte dem Maler, wie er sich das

Bild vorstellte. Dann begann Herr

Möbius mit der Arbeit: Folie auslegen,

Farbe umrühren... Pinselstrich

für Pinselstrich entstand das Bild.

Damit die neue Wandgestaltung

bis zur Feier fertig war, erhielt Herr

Möbius Unterstützung durch zwei

Teilnehmer aus der Kunsttherapiegruppe

in Bethanien Radeland.

Herr Prenzlow und Frau Römer

kamen in Begleitung von Herrn

Hiob nach Steglitz. Sie freuten sich

auf die Aufgabe, waren aber auch

etwas aufgeregt. Das legte sich mit

den ersten Pinselstrichen und zu

dritt ging es nun zügig voran. Die

Landschaft wurde immer deutlicher.

Die Tagesgäste schauten von drinnen

gespannt zu und diskutierten,

was dort wohl gemalt wird.

Eine Woche vor dem Jubiläumsfest

und zwei Jahre nach der ersten Idee

war die Wandgestaltung abgeschlossen.

Entstanden war das reale Bild

einer Landschaft aus der Ferne betrachtet.

Jetzt schauen die Besucher

der Tagesstätte in die Natur und ein

Wandbild an, das auch an grauen

Tagen einen freundlichen Anblick

bietet.

Ein Dankeschön an alle Beteiligten

fürs Entwerfen, Vorzeichnen, Ausmalen

und Gerüstaufbauen.

ZEHN JAHRE BETHANIEN TAGESSTÄTTE: „GEBURTSTAGSFEIER“ AM 29. MAI 1013

Mit einem abwechslungsreichen Programm und zahlreichen Gästen wurde in gewohnt ausgelassener Atmosphäre gefeiert.

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Jubiläum

100 Jahre Sophienhaus

Teil 2: Vom Krankenhaus zum Krankenheim zum Pflegeheim –

die Jahre 1946 – 1997

Die im Oktober 1913 vom „Bethanien-Verein

in Norddeutschland“

eröffnete erste Belegklinik Berlins

wurde während des Zweiten Weltkrieges

bei mehreren Luftangriffen

beschädigt, doch traf es das Krankenhaus

nie so hart, dass eine

Weiterarbeit nicht mehr möglich

gewesen wäre.

Die Nachkriegszeit

In der ersten Zeit war die Lebensmittelversorgung

noch schlechter

als in den letzten Kriegsmonaten,

so dass es für die Schwestern ein

großer Segen war, einen eigenen

Garten zu besitzen. Sie ernteten

Aprikosen, Quitten, Kirschen, Pflaumen,

Johannis- und Himbeeren,

machten daraus Marmeladen,

Gelees und Kompott. Eine Diakonisse

erinnert sich: „Gemüse hatten

wir auch ganz viel. Ostern gab es

immer den ersten Salat aus dem

Frühbeet, das war Tradition. Wir

hatten Spinat, Spargel, Bohnen,

zwei Meter hoch, wir haben uns

fast von dem Garten ernährt.“ Auch

die Obdachlosen, die täglich von

der Küche eine warme Mahlzeit

bekamen, wussten das zu schätzen.

Die Schwestern kümmerten sich

nicht nur um das leibliche, sondern

auch das seelische Wohl der Patienten.

Von 1946 bis 1998 hielten sie

jeden Samstag ab 15 Uhr auf allen

Stationen eine Andacht mit anschließendem

Singen des Schwesternchores.

Im Juni 1947 gründeten sie im

Speisesaal mit einstigen Patienten

und Freunden des Hauses eine Gemeinde,

die schnell wuchs, so dass

der Andachtsraum für die Gottesdienste

bald zu klein war und der

Bau einer Notkirche geplant wurde.

Paul Richter, 1936 – 1953 Direktor

des Bethanienvereins in Berlin,

konnte von den Amerikanern eine

gebrauchte Baracke erwerben. Mit

dem Material sollte ein Gotteshaus

aus Holz auf dem eigenen Grundstück

entstehen. Als das Gerüst

stand, boten Freunde ihre Arbeitskraft

und Material für einen massiven

Ausbau an. Dafür wurden

40.000 Steine aus den Trümmern

der Umgebung verwendet. Die

Muttergemeinde Berlin Schöneberg

Das Sophienkrankenhaus mit neuer Eingangshalle (1961) und Anbau (1972).

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Jubiläum

Wegzug nach Hamburg. Danach

wohnte das Hausmeisterehepaar

Sträke hier, das das Sophienkrankenhaus

betreute. Hier fand auch

die Sonntagsschule statt und gegenwärtig

wohnen noch drei Schwestern

im Untergeschoss.“

1952 feierte das Schwesternheim

sein 40-jähriges Bestehen.

1957 wurde im Schwesternheim

die Abteilung 4 als provisorische

Station des Krankenhauses eingerichtet.

Ebenezer-Kapelle, entstanden aus einer US-Holzbaracke und 40.000 Trümmersteinen.

stiftete aus ihrer zerstörten Kirche

die noch gut erhaltene Zentralheizung.

In kürzester Zeit entstand

eine Kirche mit 400 Sitzplätzen.

Die Bauleitung übernahm Heinrich

Höse, der schon für den Krankenhausbau

zuständig gewesen war.

Unmittelbar im Anschluss an den

Einweihungsgottesdienst am 21.

Dezember 1947 eröffnete Oberschwester

Elsa Stark eine Sonntagsschule

mit 40 Kindern.

Die erste Hochzeit in der Ebenezer-

Kapelle fand 1948 statt, als sich

hier die Eheleute Gronenberg das

Ja-Wort gaben. Dr. Wolfgang Gronenberg

absolvierte gerade seine

Facharztausbildung in der Charité.

1959 wurde er zum Chefarzt des

Sophienkrankenhauses berufen –

als Nachfolger seines Schwiegervaters

Dr. Max Dienel.

Frau Gronenberg geb. Dienel erzählte

später: „Meine ersten vier Kinder

habe ich auf der Entbindungsstation

im Sophienkrankenhaus mit Hilfe

meines Vaters zur Welt gebracht.

Bei der Geburt meines fünften Kindes

1961 gab es keine Entbindungsstation

mehr, da mein Vater nicht

mehr lebte. Im Januar 1978 zogen

wir in die Villa Gritzner Straße, die

den Schwestern des Bethanienvereins

gehörte. Hier wohnte einst

Direktor Richter bis zu seinem

Die Zeit des Wirtschaftswunders

Unter der Leitung von Oberschwester

Johanne Steffen (1959 – 1973)

erfolgten zahlreiche Umbau- und

Modernisierungsmaßnahmen.

Der neu gestaltete Krankenhauseingang

mit Vorhalle und Pforte wurde

1961 in Betrieb genommen. Eine

Teilverwirklichung früherer Baupläne

erfüllte sich am 14. April 1966

mit der Einweihung des neuen

Schwesternwohnheims und eines

Verbindungstraktes zum Krankenhaus

mit einem großen Saal, der

sich in einen Andachtsraum und

einen Speiseraum unterteilen ließ.

Danach wurde die Abteilung 4

umgebaut und den Erfordernissen

einer modernen Krankenstation

angepasst.

Neuer Speisesaal und Andachtsraum. Neues Schwesternheim im alten Garten (1966).

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Jubiläum

Aufsichtsbehörde aufgekündigt

wurden. Damit war die Grundlage

für die wirtschaftliche Existenz zur

Führung eines Krankenhauses entzogen.

1949: Dr. Robert Kaiser im OP. Andacht mit Schwesternchor.

1972 musste die Ebenezer-Kapelle

einem Anbau mit Bettenfahrstuhl,

zusätzlichen Behandlungsräumen

und Patientenzimmern sowie einer

Krankenwageneinfahrt weichen.

Das restliche Gelände wurde als

Parkplatz genutzt. Nach dem Abriss

der Kapelle fanden im Haus keine

Gottesdienste mehr statt.

Die Zeit der Reformen:

Auf dem Weg zum Krankenheim

Am 1. Oktober 1972 trat das

Krankenhausfinanzierungsgesetz

in Kraft, das eine grundlegende

Reform im Gesundheitswesen

einleitete. Chefarzt Dr. Gronenberg

meinte zurückblickend: „Zur

Krankenhausreform kann ich nur

sagen, sie war richtig, denn ein

Krankenheim war bei weitem nicht

so kostenintensiv wie ein Krankenhaus.“

Blühender Patientengarten in den 1970er Jahren.

Ab dem 1. Januar 1974 erhielt das

Sophienkrankenhaus keine öffentlichen

Fördermittel mehr, weil es

mit 81 Betten die Mindestanforderung

von 100 Krankenhausbetten

nicht erfüllte. Dennoch konnte die

Krankenhausarbeit zunächst weitergeführt

werden, da man durch die

Pflegesatzverhandlungen mit den

Krankenkassen die Benutzerkosten

gesichert hatte. Die durchschnittliche

jährliche Belegung der Betten

war gut, denn die Berliner suchten

zur stationären Behandlung gerne

das Sophienkrankenhaus auf.

Weitere gesetzliche Maßnahmen

zur Kostendämpfung und zur

Durchführung des Krankenhausbedarfsplans

sowie die gesetzliche

Handhabe für die Krankenkassenverbände

führten am 30. September

1980 dazu, dass die Pflegesatzvereinbarungen

mit Zustimmung der

Gespräche mit dem Evangelischen

Krankenhausverband und dem Senat

von Berlin eröffneten eine neue

Aufgabenstellung als Krankenheim.

Die Arbeit bezog sich nun schwerpunktmäßig

auf die aktivierende

Pflege. Unter fachlicher professioneller

Anleitung sollte der Kranke

seine Selbstständigkeit erhalten

oder wiedererlangen. In der Mehrzahl

handelte es sich um ältere

Menschen mit lang andauernden

körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen,

die oft auf mehr

als eine Krankheit zurückzuführen

waren. Diese Menschen benötigten

meist nur einen geringen Umfang

HAUSLEITUNGEN

1913 – 1943

Diakonisse Emma Beck

1943 – 1960

Diakonisse Lena Tiedemann

1960 – 1973

Diakonisse Johanne Steffen

1973 – 1983

Diakonisse Elsa Stark

1983 – 1987

Diakonisse Anita Bochmann

1987 – 1993

Diakonisse Hildegard Irle

1993 – 1998

Helga Heinzel

1999 – 2012

Burkard Bachnick

2012 – heute

Cornelia Clauß

LEITENDE ÄRZTE

1913 – 1919

Dr. med. Walbaum

1919 – 1959

Dr. med. Max Dienel

1959 – 1997

Dr. med. Wolfgang Gronenberg

6 | EINBLICK 03/2013


Jubiläum

An den Sommerfesten im Garten nahmen auch bettlägerige Patienten teil, um nicht nur Leierkastenfrau Sr. Helena Vahl zu erleben.

an medizinischer und grundpflegerischer

Versorgung, dafür aber ein

hohes Maß an persönlicher Zuwendung

und Betreuung.

Für die Umstellung bewilligte der

Senat rund 1,1 Mio. D-Mark. Bauliche

Auflagen waren zu erfüllen.

Bis zum Abschluss der Bauarbeiten

am 1. Februar 1982 war der Heimbetrieb

stark beeinträchtigt. Als man

dann 100 Betten genehmigt bekam,

musste noch eine zweite Krankenabteilung

im alten Schwesternheim

eingerichtet werden. Aus dem 70

Jahre alten Gebäudekomplex war

ein schmuckes Krankenheim entstanden.

Eine Diakonisse berichtete: „Seitdem

das Haus Pflegeheim ist, gibt

es Krankengymnastik, Gruppenbetreuung

mit Schwerpunkt Beschäftigungstherapie

in einem eigenen

Raum. Dort wird gesungen, gespielt,

gebastelt und gebacken. Im Sommer

findet die Therapie im Garten

statt. Was in der Therapie erarbeitet

wurde, gab es dann auf dem Basar

zu kaufen. Höhepunkt des Jahres

war das Sommerfest im Garten.

Beinahe alle Bewohner waren draußen,

oft standen 20 bis 30 Betten

mit Sonnenschutz auf der Wiese.

Zur musikalischen Unterhaltung

spielte ein Leierkasten. Es gab viel

Kuchen, Eis, Würstchen, Gegrilltes

und auch eine Tombola. Gesponsert

wurden diese Feste seit den 1950er

Jahren durch amerikanische Soldaten

und ihre Frauen. Sie veranstalteten

auch Adventsnachmittage und

Weihnachtsfeiern, bei denen sie die

Patienten reichlich mit Süßigkeiten

beschenkten.“

Um das Heim wohnlicher zu gestalten,

stellten die Diakonissen entgegen

der Brandschutzbestimmung

auf den Fluren Tische und Stühle

auf. Zwei Diakonissen erinnerten

sich: „... die Leute haben so gerne

draußen gesessen, weil sie was

gesehen und erlebt haben. Und wir

mussten alles wegräumen, das war

wirklich schlimm, weil alles wieder

Gemütlich, aber verboten: Möbel im Flur.

den Charakter eines Krankenhauses

hatte. Wir waren uns alle einig, man

braucht Inseln zum Zurückziehen

und Ruhe tanken, aber auch Räumlichkeiten,

die zur Kommunikation

und zum Leben anregen, da es

sonst zu Depressionen und zum

Rückzug kommt.“

In die Zeit um 1996/97 fallen die

ersten Überlegungen zum Bau einer

neuen Pflegeeinrichtung. Dafür

bot sich das Areal des alten Gartens

an. Das Schwesternheim musste

nach 30 Jahre abgerissen werden.

1998 zogen neun Diakonissen in

das Mutterhaus nach Hamburg

um. Am 17. Dezember 1999 fand

die Grundsteinlegung für das neue

Pflegeheim statt.

Das Grundstück, auf dem sich das

heutige Clubhaus und das Gartenhaus

der Seniorenresidenz befinden,

wurde verkauft.

Lesen Sie im nächsten EINBLICK:

„Weiterentwicklung eines Standorts,

1998 – 2013“.

Quellen:

Viola Steinlicht: Chronik des Sophienhauses

in Berlin Steglitz mit zeitgeschichtlichem

Hintergrund, Manuskript, 2004

100 Jahre Diakonissendienst in Berlin,

1883 – 1983. Vom Eben-Ezer zum

Sophienkrankenhaus, Hamburg 1983

03/2013 EINBLICK | 7


Standort Spandauer Burgwall

Jahresbäume und mehr ...

Ausstellung der Holzbildhauerin Irene Frank im Bethanien Havelgarten

Die Ausstellung „Jahresbäume und

mehr von Irene Frank“ wurde ursprünglich

zum 85. Geburtstag der

Holzbildhauerin am 14. März 2012

von ihrer Tochter Sabine konzipiert

und im Bethanien Sophienhaus gezeigt,

wo die an Demenz erkrankte

Künstlerin seit Dezember 2010 lebt.

Der große Erfolg dieser Werkschau

ermutigte Sabine Frank, mit Unterstützung

der AGAPLESION BETHA-

NIEN DIAKONIE einige Skulpturen

jetzt auch im Bethanien Havelgarten

auszustellen und danach als Wanderausstellung

an weiteren Orten

zu präsentieren.

Zur Eröffnung der Ausstellung am

27. Juni 2013 konnte die Hausleiterin

des Bethanien Havelgarten,

Erika Kühn, auch den Spandauer

Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank

und den Prokuristen der

AGAPLESION BETHANIEN DIAKO-

NIE Burkard Bachnick begrüßen.

Kindertraumwelten

Spielplatzfest am Spandauer Burgwall

Der Bethanien Havelgarten hatte

als Pate des Spielplatzes am Spandauer

Burgwall im Rahmen der

diesjährigen Spandauer Spielplatzwochen

unter dem Motto „Kindertraumwelten“

wieder Kinder aus

den umliegenden Kindertagesstätten

zu einem großen Fest eingeladen.

Bei sommerlichem Wetter

kamen am 5. Juni rund fünfzig

Kinder mit ihren Erzieherinnen und

Erziehern, um in die Fantasiewelt

des Malens einzutauchen.

Unterstützt

wurde die Aktion von

der Firma Edding, die

aus der Serie FUN-

TASTIC, Windowcolours,

Zauberstifte,

Schminkstifte und

Malvorlagen für

Elfen, Piraten und

Pferde spendierte. Katja Beachus,

Kunsttherapeutin im Bethanien

Havelgarten, hatte an sechs Tischen

verschiedene Mal- und Zeichenangebote

vorbereitet. Es dauerte nur

wenige Minuten, bis die Kinder

alles um sich herum vergaßen und

nur noch Augen und Ohren für ihr

Fantasiebild hatten. Eifrig wurden

Stifte getauscht und nach und nach

fanden auch die Bilder aus den

Köpfen der Kinder auf das Papier.

Bewohnerinnen und Bewohner des

Bethanien Havelgarten gesellten

sich zu ihnen, malten mit oder

erfreuten sich einfach daran, die

Kinder zu beobachten.

Als kleine Stärkung gab es frische

Melone, selbstgebackene Muffins

und Streuselkuchen, Apfelsaft und

Orangensaft. Nach zwei Stunden

war alles ausgetrunken und aufgegessen.

Mit den eigenen Bildern

und einer großen Tüte voll Stiften,

Süßigkeiten und Malvorlagen

machten sich die Gruppen wieder

auf den Weg zurück in ihre Kitas.

8 | EINBLICK 03/2013


Standort Kreuzberg

Alles blüht

Pflanzfest im Havelgarten

„Blumen sind das Lächeln der

Natur. Es geht auch ohne sie, aber

nicht so gut“ sagte der deutsche

Komponist Max Reger und so

wollten sich viele Bewohnerinnen

und Bewohner des Bethanien Havelgarten

beim diesjährigen Pflanzfest

ein Lächeln der Natur in das

eigene Zimmer holen.

Bei strahlend blauem Himmel boten

sich den Besuchern vor dem Haupteingang

verschiedenste Blumen und

Pflanzen. Die Auswahl fiel schwer

und auch die Entscheidung, wo

welche Pflanze platziert werden

sollte, musste genau bedacht werden.

Das Ergotherapie-Team um

Frau Stübe half den Bewohnerinnen

und Bewohnern dabei und natürlich

auch beim Einpflanzen und

dem Transport ins eigene Zimmer.

Wer vom Einkaufen hungrig und

durstig geworden war, konnte sich

selbstverständlich stärken. Es gab

leckere Rostbratwürste vom Grill

und am Nachmittag servierte das

Küchenteam auch ein Stück Kuchen

zum frisch gebrühten Kaffee.

Café Bethesda – Treffpunkt im Kiez

Geschickt verpackt Yasemin Yildiz

die vegetarische Mittagsmahlzeit.

„Dann noch ein Stück Kuchen“, bittet

der Herr mittleren Alters im Radler-Outfit.

„Welchen möchten Sie?“,

fragt die Servicefachfrau freundlich.

„Ach, eigentlich schmecken die alle

toll.“ „Vielleicht den Mandarinen-

Quark-Kuchen?“ „Ja, gerne.“ Es ist

12:30 Uhr und wie jeden Mittag

besorgt der Mann für seinen Vater,

der in einem Apartment im Ernst-

Pieper-Seniorenwohnhaus gleich

nebenan lebt, im Café Bethesda das

Mittagessen.

„Ich möchte frühstücken“, sagt da

eine Frau und bestellt einen Latte

Macchiato, Rührei, Brötchen und

Marmelade, „aber bitte keine Orangenmarmelade“.

Der Wunsch wird

gerne erfüllt.

„Wie geht es Ihrer Tochter?“, fragt

eine ältere Dame, ebenfalls Stammgast

im Café Bethesda. „Sie meldet

sich immer, wenn ich gerade fest

schlafe“, antwortet Yasmin Yildiz.

Sie managt das Café Bethesda und

wird zurzeit von ihrer 19-jährigen

Tochter, die für ein Jahr als Au-Pair

in den USA ist, regelmäßig nachts

angerufen. „Wie groß ist die Zeitverschiebung?“,

fragt die Dame. Sie

rechnen gemeinsam nach. „Rufen

Sie doch mal morgens um acht an,

da schläft dann ihre Tochter.“ Beide

lachen.

Zwei Stunden später stapeln sich

in der Geschirrrückgabe 36 große

Mittagsteller – an einem Mittwochmittag!

Das Café Bethesda ist ein

beliebter Treffpunkt im Graefe-Kiez.

Das Mittagessen schmeckt lecker,

die Kuchen noch besser. Drinnen ist

die Atmosphäre heimelig, draußen

sitzen die Gäste gemütlich auf dem

Bürgersteig an der verkehrsberuhigten

Dieffenbachstraße. „Aber wir

haben hier nicht nur Stammkunden,

sondern auch viele Touristen – ganz

junge Menschen“, freut sich Yasemin

Yildiz und bereitet schon den

nächsten Kaffee zu.

Kiezatmosphäre: Das Café Bethesda in der Kreuzberger Dieffenbachstraße

03/2013 EINBLICK | 9


Standort Spandau Radelandstraße

Inklusion: Teilhabe an der Normalität

Alpaka-Zuwachs

„Inklusion“ meint: weg von allen

Sonderwelten hin zur Teilhabe von

psychisch erkrankten und geistig

behinderten Menschen am ganz

normalen Alltag und allen gesellschaftlichen

Prozessen. Dafür

bieten wir in Bethanien Radeland

und Bethanien Havelstrand im

Rahmen der vollstationären Pflege

und Betreuung nach dem Normalitätsprinzip

Unterstützung, Zuwendung

und Anerkennung, durch die

insbesondere jüngere Bewohner

eine Chance erhalten, den Alltag

wiederzuerlernen und auf dieser

Basis in ein selbstbestimmtes Leben

zurückkehren zu können. Die folgenden

drei Beispiele veranschaulichen,

wie wir Inklusion in Radeland

verstehen und umsetzen:

Spaziergang in der Gartenkolonie

Im Juni luden die Gartenfreunde des

Vereins Waldfrieden in guter Tradition

Menschen mit Handicap zum

Spaziergang durch ihre Kleingartenanlage

ein. Hinzu gesellten sich

Spandaus Baustadtrat Carsten

Röding und der 2. Vorsitzende des

Bezirksverbands Spandau, Helmut

van Heese. Nach der Begrüßung

durch den Vereinsvorsitzenden

Märald Soyke startete der grüne

Rundgang unter fachkundlicher

Führung von Gartenfreund Peter

Münch. Bei der anschließenden

Kaffeetafel im Vereinshaus wurden

angeregte Gespräche geführt. Man

war sich einig, dass diese Veranstaltung

wiederholt werden soll.

Frank Schmidt, Waldfrieden e. V.

Disko mit DJ Flo

Seit September 2012 laden unsere

Psychologen einmal im Monat zu

einer moderierten Gesprächsrunde

für Angehörige von psychisch

erkrankten Menschen ein. Diese

offene Selbsthilfegruppe dient dem

gegenseitigen Erfahrungsaustausch

und will auch fachliche Unterstützung

bieten. Im Rahmen der Treffen

konnte ein Kontakt zu den Eltern

eines psychisch erkrankten jungen

Mannes aufgebaut werden, der zu

Hause lebt. Die Familie suchte für

ihren Sohn eine Beschäftigung, die

seiner musikalischen Neigung entsprach.

Daraus entstand ein regelmäßig

stattfindender Diskoabend.

DJ Flo kommt nun alle drei Monate

ins Haus Radeland, um heiße

Rhythmen nach den Wünschen der

Bewohner aufzulegen.

Sandra Müller

Unterstützung für die Zukunft

Für die Fachhochschulreife benötigt

ein 20-jähriger Spandauer Schüler

mit Autismus neben der schulischen

Ausbildung ein einjähriges Praktikum

in einer sozialen Einrichtung.

Hilfesuchend wandte sich seine

Familie an die Integrationsbeauftragte

der Stephanus Werkstätten im

Johanneststift, Anna Sonneborn. Da

sie für den jungen Mann im Johannesstift

aber keinen Praktikumsplatz

fand, fragte Frau Sonneborn in die

Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft

„Arbeit und Beschäftigung“ nach,

in der auch Bethanien Radeland

durch die Leiterin der Ergotherapie

Brigitte Schmidt vertreten ist.

Seit einem Vierteljahr absolviert der

Schüler nun ein Praktikum in der

Verwaltung von Bethanien Radeland,

wo er die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter bei den anfallenden

Tätigkeiten und Aufgaben

unterstützt.

Sandra Müller

In Bethanien Radeland leben seit

Mai 2012 zwei Alpakas: Lucky

und Aramis. Sie werden in der

tiergestützten Therapie eingesetzt,

die von den Bewohnern sehr gut

angenommen wird. Daher baten Ergotherapeutin

Linda Temizkan und

Beschäftigungsassistentin Manuela

Luck zur Entlastung von Lucky und

Aramis um die Anschaffung von

zwei weiteren Tieren.

Kleine Herde: Aramis, Fuchur, Diego und

Lucky (v.l.n.r.)

Es ging zu den erfahrenen Alpakazüchtern

Bernd und Ursula Funke

in der Nordwestuckermark. Funke,

der Lucky und Aramis gut kennt,

wusste gleich, welche zwei Jungtiere

zu den beiden passen würden.

Die Wahl fiel auf Diego (schwarz)

und Fuchur (weiß), die sehr zutraulich

waren. Zudem ist Fuchur durch

die Grüne Woche bereits an Menschenmengen

gewöhnt. „Diego

ließ sich sofort streicheln und kam

neugierig auf Frau Luck und mich

zu“, berichtet Linda Temizkan, „beide

Tiere haben sich gut eingelebt,

laufen ohne Probleme am Halfter

und Diego hat schon gelernt, sich

auf Kommando abzulegen.“ Bei der

Zusammenführung der Tiere gab es

keine Probleme. Sie begutachteten

sich und gingen sich anfangs aus

dem Weg. Nach und nach wachsen

sie jetzt zu einer kleinen Herde

zusammen. Die beiden Neuen

orientieren sich stark an Lucky und

Aramis.

Sandra Müller

10 | EINBLICK 03/2013


Ausbildung & Weiterbildung

Kamera läuft! Ein Ausbildungsvideo entsteht

Spaziergang an der Havel – und die Kamera ist an diesem Tag

immer mit dabei.

Gina und die Bewohnerinnen lassen sich bei ihren Gymnastikübungen

mit dem Ball von der Kamera nicht irritieren.

„…und ab“ sagt der Kameramann

kurz und knapp. Gina Kollatsch

sitzt in der Gymnastikgruppe und

sagt ihrerseits an, welche Ballübung

als nächstes gemacht werden soll.

Gefühlte dreißig Minuten später ist

die Szene „im Kasten“. Aus dem,

was gerade im Bethanien Havelgarten

aufgenommen wird, soll ein

Video entstehen, das Jugendlichen

über die Ausbildung zur Altenpflegerin

bzw. zum Altenpfleger

in den Häusern der AGAPLESION

BETHANIEN DIAKONIE informiert.

Zuvor hatte die Agentur Smack

Communications gemeinsam mit

Andreas Wolff von der Unternehmenskommunikation

ein Drehbuch

mit typischen Szenen aus dem

Ausbildungsberuf abgestimmt.

Zum Drehtermin treffen sich die

Agenturchefin, ihr Kameramann,

die Auszubildenden Gina Kollatsch

und Franz Babic sowie Praktikanleiterin

Marlen Gamlin um zehn Uhr

morgens im Bethanien Havelgarten.

„Wir sind ganz schön nervös“,

sagen Gina und Franz. Neben der

Gymnastik stehen ein Interview, die

Begleitung bei einem Spaziergang,

das Servieren des Mittagessens,

eine Dienstbesprechung, Blutdruckmessen

und weitere Szenen auf

dem Programm.

Nicht jede Szene gelingt gleich

beim ersten Mal. Die Anstrengung

der Wiederholungen kann man den

Gesichtern von Gina und Franz

dann auch ablesen – sie sind eben

keine Schauspieler, sondern echte

Altenpflege-Azubis. Gutes Zureden

von allen Seiten, eine kurze Atempause

und die Erkenntnis, dass es

den Profis vor der Kamera auch so

geht, muntern die beiden wieder

auf.

„… und Schnitt!“ Nach fünf Stunden

ist auch die letzte Szene abgedreht.

Gina und Franz sind müde,

aber auch ein wenig stolz auf ihre

Leistung. Das Ergebnis überzeugt.

Der kurze Film wird im Internet

unter www.bethanien-diakonie.de

gezeigt.

Herzlichen Dank an Gina und

Franz für ihren Mut mitzumachen

und ihr Durchhaltevermögen.

Ausbildung zum Altenpfleger und zur Altenpflegerin

erfolgreich abgeschlossen

Bethanien Radeland, 23. Mai 2013: Hausleiter Heiko Wiemer (links) und

Pflegedienstleiter und Diakon Peter Sehmsdorf (rechts) gratulieren Ronny

Ortmann und Janina Jonath zum bestandenen Altenpflege-Examen.

03/2013 EINBLICK | 11


Titelthema

Frisch duftend und sauber: Die Hauswäscherei

1 Anlieferung der Schmutzwäsche. 2 Am Ende der Wäscherutsche. 3 Vorsortieren für die Waschgänge.

4 Beladen der Waschmaschine. 5 Dosierung des Waschmittels. 6 Entnahme der sauberen Wäsche ...

7 ... und sortenweise ab in die Trockner. 8 Alle Trockner sind im Einsatz. 9 Die Blusen sind bügelbereit.

10 Wäschelegeplatz: Die Frotteewäsche unterscheidet sich farblich entsprechend ihrer Bestimmungsetage im jeweiligen Haus.

Die Hauswäscherei der AGAPLESI-

ON BETHANIEN DIAKONIE reinigt

täglich rund 700 kg Wäsche aus

dem Sophienhaus in Steglitz, dem

Bethanien Havelgarten in Spandau

und dem Haus Bethesda in Kreuzberg.

Die Einrichtungen werden getrennt

vorbereitet und abgearbeitet.

So ist sichergestellt, dass jede Wäsche

wieder dorthin zurückgelangt,

woher sie kam. Dafür sorgen mit

dem Leiter der Wäscherei, Ronny

Rothe, neun Mitarbeiterinnen, die

montags bis freitags von 7 bis 18:30

Uhr in zwei Schichten, samstags in

einer Schicht tätig sind. Rothe ist allerdings

meist schon früh um sechs

Uhr an seinem Arbeitsplatz.

Der Diplom-Ingenieur (FH) für

Textilreinigung absolvierte die Ingenieurschule

in Forst, machte nach

der Wende seine Meisterprüfung

bei Henkel in Düsseldorf, arbeitete

danach einige Jahre in Leipzig und

leitet seit 2009 die Wäscherei der

AGAPLESION BETHANIEN DIAKO-

NIE im Bethanien Havelgarten.

12 | EINBLICK 03/2013


Titelthema

sorgt für volle Kleiderschränke der Bewohner

11 Praktisch: der Hemdenbügelautomat. 12 Die Jeans wird von Hand gebügelt. 13 Tischdecken glättet die Heißmangel.

14 Namentliche Kennzeichnung der persönlichen Wäsche neuer Bewohner. 15 Kleine Ausbesserungsarbeiten.

16 Organisieren gehört auch mit dazu. 17 Zusammenlegen der Bewohnerwäsche. 18 Zuordnung der sauberen Wäsche.

19 Jeder Bewohner hat ein eigenes Fach im Regalwagen. 20 Fertig zum Versand!

Zu reinigen sind Bewohnerwäsche

(Unter- und Oberbekleidung), hauseigene

Wäsche (Frotteehandtücher,

Waschhandschuhe, Tischdecken)

sowie Küchenwäsche (Kochjacken

und -hosen, Vorbinder, Geschirrtücher).

Hingegen werden Flachund

Glättwäsche von einer externen

Großwäscherei bearbeitet.

Die Schmutzwäsche aus dem Havelgarten

landet über eine Rohrrutsche

in einem zentralen Kellerraum,

aus dem Haus Bethesda und dem

Sophienhaus wird sie vom Fahrer

des Unternehmens angeliefert. Die

Schmutzwäsche wird nach Farben

und Pflegekennzeichnung vorsortiert,

anschließend gewaschen, sortenweise

getrocknet, gelegt, nicht

knitterfreie Wäsche gebügelt und

gelegt oder aufgehängt und dann in

die gesäuberten Regalwagen und

desinfizierten Container eingeordnet.

Am Ende werden die Schutzhauben

wieder übergezogen und

alles steht noch am gleichen Tag

wieder zum Versand bereit.

03/2013 EINBLICK | 13


AGAPLESION – Unsere Werte verbinden

Unsere Werte verbinden

AGAPLESION wurde am 26. Juni

2002 als gemeinnützige Aktiengesellschaft

in Frankfurt am Main

gegründet mit dem Ziel, christliche

und soziale Einrichtungen auch in

einer anspruchsvollen Wirtschaftsund

Wettbewerbssituation zu

stärken.

Die AGAPLESION BETHANIEN

DIAKONIE gehört diesem Verbund

seit 2005 an, der mittlerweile mehr

als 100 Einrichtungen bundesweit

zählt. Über 19.000 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sorgen für eine

patientenorientierte Medizin und

eine menschenwürdige Pflege nach

anerkannten Qualitätsstandards. In

29 Krankenhäusern stehen mehr

als 9.400 Betten zur Verfügung. Die

31 Wohn- und Pflegeeinrichtungen

verfügen über rund 3.000 Pflegeplätze

und 800 Apartments für das

Betreute Wohnen.

Gemeinsam wurden sechs Kernwerte

für AGAPLESION definiert:

Nächstenliebe, Wertschätzung,

Verantwortung, Transparenz, Professionalität

und Wirtschaftlichkeit.

In der EINBLICK-Ausgabe 02/2013

haben wir unser Verständnis von

Nächstenliebe vorgestellt, heute erfahren

Sie mehr über den Kernwert

Wertschätzung.

In dem Wort Wertschätzung sind

vielfältige Gedanken enthalten: Es

geht darum, den Wert von etwas zu

beurteilen und aktiv wahrzunehmen.

Dies bezieht sich nicht nur

auf Gegenstände und Dinge des

täglichen Gebrauchs, sondern vor

allem auch auf die Beziehungen

und täglichen Begegnungen zwischen

Menschen. Wertschätzung

bedeutet, seinem Gegenüber mit

Achtung und Respekt zu begegnen,

unabhängig von dessen Taten und

Leistungen.

Wertschätzung lässt sich auf verschiedene

Weisen ausdrücken: Oft

genügt schon ein Lächeln oder ein

Wort um auszudrücken: „Sie sind

es mir wert, Ihnen einen Augenblick

meiner Zeit zu schenken, Ihnen zuhören

oder Anteil an Ihren Gedanken

und Problemen zu nehmen.“

Nehmen wir uns im Alltag tatsächlich

die Zeit, hin und wieder innezuhalten

und anderen Menschen

mit Wertschätzung zu begegnen?

Wer dazu in der Lage ist, wird bald

feststellen, dass er selbst von seinem

Gegenüber ebenfalls mit anderen

Augen und mehr Wertschätzung

betrachtet wird.

Wertschätzung geht über den privaten

Bereich hinaus. Im Beruflichen

ist dies Teil der gelebten Unternehmenskultur:

Mitarbeiter werden

darüber motiviert, Leistungsbereitschaft

zu zeigen und Führungskräfte

angeregt, Vorbildfunktion zu

übernehmen. Dabei geht es nicht

nur darum, jemanden zu loben,

sondern auch konstruktive Kritik

zu äußern. Dadurch wird nicht nur

das Arbeitsklima positiv beeinflusst,

sondern auch der Umgang mit Patienten

Bewohnern und Gästen.

Unter Wertschätzung verstehen wir

die positive Grundhaltung, Respekt

und das Vertrauen gegenüber jedem

Menschen als Ebenbild Gottes.

• Wir kommunizieren mit Zugewandtheit,

einfühlsamer Offenheit

und Verbindlichkeit.

• Wir erkennen unsere Mitarbeiter

an und ermutigen sie auch mit

konstruktiver Kritik, ihr Wissen und

Können weiterzuentwickeln.

14 | EINBLICK 03/2013


Seelsorge

Herbst des Lebens

Ich mag den Sommer. Für mich kann

es gar nicht warm genug sein. Und

doch habe ich mich an manchem

heißen Tag dieses Sommers ertappt,

schon mal sehnsüchtige Gedanken

an den Herbst zu senden. Die Nächte

sind wieder länger und eben auch

kühl. Die Natur verändert sich.

Manches vergeht, wird welk und

fällt ab. Aber die Blätter der Bäume

und Sträucher färben sich ganz

wunderbar. Der Herbst ist so bunt.

Und was ist es für ein Spaß, seinen

Drachen steigen zu lassen. Dann

zurrt der Wind an der Leine, als

würde er ihn haben wollen. Der

Drachen tanzt am Himmel und ich

spüre die Freiheit zu fliegen.

Für mich macht der Herbst sehr

viel von Gottes Fülle für uns

deutlich. Im Herbst des Lebens

vergeht manches, muss Abschied

genommen werden von Freunden,

von Möglichkeiten, von Selbstverständlichkeiten.

Und die Ahnung,

dass auch wir unausweichlich dem

Ende entgegengehen,

wird immer mehr zur

Gewissheit. Da tut es

gut zu wissen, dass

Gott uns zugesagt hat,

uns bis ins Alter zu

tragen und für seine

Menschen da zu sein

(Jesaja 46, 4).

Im Herbst wird auch

geerntet: Die Bäume

hängen voller Birnen

und Pflaumen und Äpfel,

Kartoffeln werden

eingefahren, die letzten

Felder abgemäht.

Ich finde das ein schönes Bild für

die Ernte, die auch wir im Herbst

des Lebens haben. Da sind viele

Erinnerungen an gute und schwere

Zeiten, an Menschen, an Lachen

und Weinen. Ich bin immer wieder

erstaunt, wie viel in den verschiedenen

Rucksäcken von Menschen

an Ernte drin ist. Und es berührt

mich, auf wie viel Dankbarkeit ich

treffe.

Begleitung zum wöchentlichen Hausgottesdienst in der

Hoffnungskapelle im Bethanien Havelgarten.

Von Martin Luther stammt der Satz:

„Niemals empfindet man wohl die

Hand Gottes kräftiger über sich, als

wenn man die Jahre seines vergangenen

Lebens betrachtet und mit

dieser Erfahrung nach vorn blickt.“

Luthers Leben war nicht nur einfach

und gut. Und doch finde ich, dass

der Herbst des Lebens in seiner ganzen

Fülle kaum besser zu beschreiben

ist. Birgit Fahnert, Pastorin

Pastor Mohr beendet seelsorgerische Tätigkeit in Berlin

Wir haben Pastor Karsten W. Mohr

am 17. Juli 2013 in einer Feierstunde

im John-Wesley-Saal des

Sophienhauses in den Ruhestand

verabschiedet. Als Direktor der

Hamburger Bethanienschwesternschaft

und als Theologe der AGAP-

LESION BETHANIEN DIAKONIE

hat Pastor Mohr unseren Leitsatz

„Zuhause in christlicher Geborgenheit“

entscheidend mit geprägt und

gestaltet. In seinen gleichnamigen

Workshops für die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der AGAPLESION

BETHANIEN DIAKONIE interpretierte

er diesen Leitsatz immer

wieder aufs Neue, damit die Teilnehmer

ihn verstehen und durch

eigenes Handeln mit Leben füllen

können. Pastor Mohr verstand es,

die Menschen dort abzuholen, wo

sie gerade standen, und vermittelte

auf herzliche Art christliche Werte.

Ob Gesamtleitungskonferenzen

oder Strategieworkshops, auch in

diesen Runden machte Pastor Mohr

durch seine Worte zu Beginn und

am Ende einer jeden Veranstaltung

den christlichen Gedanken immer

wieder bewusst.

Im Bethanien Radeland führte er

für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

die „Atempause“ ein, die

zum Innehalten im hektischen

Alltagsgeschehen diente. Er hatte

stets ein offenes Ohr für Mitarbeiter,

Angehörige und Bewohner aller

Häuser. Wir sagen Danke für sein

Engagement und seine ganz eigene

Art, christliche Werte mit Geschichten

zu vermitteln.

Andreas Wolff

Pastor Mohr bei der Einweihungsfeier

des Bethanien Havelgarten 2007

03/2013 EINBLICK | 15


Termine und Kontakte

VERANSTALTUNGEN

So erreichen Sie uns:

6. Konzert der AGAPLESION

BETHANIEN DIAKONIE

mit Jessica Gall und Band

Freitag, 20.09.2013, 18:00 Uhr

Matthäus-Kirche, Berlin (Steglitz)

Weltalzheimertag

Samstag, 21.09.2013

Woche der pflegenden Angehörigen

23. – 29. September 2013

Jubiläumsveranstaltung

„100 Jahre Sophienhaus“

Mittwoch 09.10.2013, ab 10:00 Uhr

Welttag der seelischen Gesundheit

Donnerstag, 10.10.2013

ANGEHÖRIGEN-AKADEMIE

Vorträge jeweils 17:30 – 19:00 Uhr

Teilnahme: kostenfrei

Anmeldung: T (030) 89 79 12 - 724,

akademie@bethanien-diakonie.de

18.09.13, Bethanien Havelgarten

Man kann nicht immer nur lächeln

23.10.13, Bethanien Havelgarten

Kommunikation mit dementen

Menschen

23.10.13, Bethanien Haus Bethesda

Demenz – was ist das?

23.10.13, Bethanien Tagesstätte

Trauerbegleitung

30.10.13, Bethanien Tagesstätte

Pflegefall – Wann muss ich für

meine Eltern zahlen?

06.11.13, Bethanien Haus Bethesda

Kinesiologie – Ihr Körper kennt

die Antwort

13.11.13, Bethanien Sophienhaus

Anspannung braucht Entspannung

13.11.13, Bethanien Radeland

Begleiten bis zum Schluss

BETREUTES WOHNEN

RESIDENZ SOPHIENGARTEN

Paulsenstr. 3-6, 12163 Berlin

Residenzleitung: Ruth Willecke

Tel. (030) 820 98-0

sophiengarten@bethanien-diakonie.de

RESIDENZ HAVELGARTEN

Spandauer Burgwall 24-29, 13581 Berlin

Residenzleitung: Christina von Hinrichs

Tel. (030) 31 98 10-500

residenz-havelgarten@

bethanien-diakonie.de

TAGESPFLEGE

BETHANIEN TAGESSTÄTTE

Paulsenstr. 5-6, 12163 Berlin

Pflegedienstleitung: Andrea Diegel

Tel. (030) 89 79 12-38

seniorentagesstaette@

bethanien-diakonie.de

BETHANIEN TABEA

Böckhstr. 22/23, 10967 Berlin

Pflegedienstleitung: Andrea Diegel

T (030) 690 00 - 23 50

tabea@bethanien-diakonie.de

AMBULANTE PFLEGE

Diakonie-Station Charlottenburg

diakonie-station-charlottenburg@

bethanien-diakonie.de

Nord: Toeplerstr. 5, 13627 Berlin

Pflegedienstleitung: Kyra Rusch

Tel. (030) 38 39 67-0

Westend: Frankenallee 13, 14052 Berlin

Pflegedienstleitung:

Theresia Frei-Pöhlchen

Tel. (030) 305 20 09

Süd: Leibnizstr. 79, 10625 Berlin

Pflegedienstleitung:

Dorothea Sohn-Kuhblank

Tel. (030) 31 59 75-0

Diakonie-Station

Wilmersdorf – Bethanien

Wilhelmsaue 121, 10715 Berlin

Ansprechpartnerin: Annette Schmidt

Tel. (030) 86 09 97-12

diakoniestation@bethanien-diakonie.de

VOLLSTATIONÄRE PFLEGE

BETHANIEN HAVELGARTEN

Spandauer Burgwall 29, 13581 Berlin

Hausleitung: Erika Kühn

Tel. (030) 35 53 08-400

havelgarten@bethanien-diakonie.de

BETHANIEN HAUS BETHESDA

(auch: Senioren-Wohnungen)

Dieffenbachstr. 40, 10967 Berlin

Hausleitung: Viola Kleßmann

Tel. (030) 69 00 02-0

bethesda@bethanien-diakonie.de

BETHANIEN SOPHIENHAUS

Paulsenstr. 5-6, 12163 Berlin

Hausleitung: Cornelia Clauß

Tel. (030) 89 79 12-0

sophienhaus@bethanien-diakonie.de

PFLEGE CHRONISCH PSYCHISCH

KRANKER MENSCHEN

BETHANIEN RADELAND

Radelandstr. 199-205, 13589 Berlin

Hausleitung: Heiko Wiemer

Tel. (030) 37 03-0

radeland@bethanien-diakonie.de

BETHANIEN HAVELSTRAND

Rohrweihstr. 15, 13505 Berlin

Hausleitung: Heiko Wiemer

Tel. (030) 43 55 78 61

havelstrand@bethanien-diakonie.de

WEITERE INFORMATIONEN

www.bethanien-diakonie.de

IMPRESSUM

EINBLICK wird herausgegeben von der AGAPLESION BETHANIEN DIAKONIE gemeinnützige GmbH,

Paulsenstraße 5-6, 12163 Berlin; V.i.S.d.P.: Alexander Dettmann, Geschäftsführer

Redaktionsleitung: Andreas Wolff, Redaktion: Nicola v. Amsberg; Fotos: Archiv, Marcus v. Amsberg,

Christian Lietzmann, Sandra Müller, Frank Schmidt, Andreas Wolff

16 | EINBLICK 03/2013

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