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Jubiläum

100 Jahre Sophienhaus

Teil 2: Vom Krankenhaus zum Krankenheim zum Pflegeheim –

die Jahre 1946 – 1997

Die im Oktober 1913 vom „Bethanien-Verein

in Norddeutschland“

eröffnete erste Belegklinik Berlins

wurde während des Zweiten Weltkrieges

bei mehreren Luftangriffen

beschädigt, doch traf es das Krankenhaus

nie so hart, dass eine

Weiterarbeit nicht mehr möglich

gewesen wäre.

Die Nachkriegszeit

In der ersten Zeit war die Lebensmittelversorgung

noch schlechter

als in den letzten Kriegsmonaten,

so dass es für die Schwestern ein

großer Segen war, einen eigenen

Garten zu besitzen. Sie ernteten

Aprikosen, Quitten, Kirschen, Pflaumen,

Johannis- und Himbeeren,

machten daraus Marmeladen,

Gelees und Kompott. Eine Diakonisse

erinnert sich: „Gemüse hatten

wir auch ganz viel. Ostern gab es

immer den ersten Salat aus dem

Frühbeet, das war Tradition. Wir

hatten Spinat, Spargel, Bohnen,

zwei Meter hoch, wir haben uns

fast von dem Garten ernährt.“ Auch

die Obdachlosen, die täglich von

der Küche eine warme Mahlzeit

bekamen, wussten das zu schätzen.

Die Schwestern kümmerten sich

nicht nur um das leibliche, sondern

auch das seelische Wohl der Patienten.

Von 1946 bis 1998 hielten sie

jeden Samstag ab 15 Uhr auf allen

Stationen eine Andacht mit anschließendem

Singen des Schwesternchores.

Im Juni 1947 gründeten sie im

Speisesaal mit einstigen Patienten

und Freunden des Hauses eine Gemeinde,

die schnell wuchs, so dass

der Andachtsraum für die Gottesdienste

bald zu klein war und der

Bau einer Notkirche geplant wurde.

Paul Richter, 1936 – 1953 Direktor

des Bethanienvereins in Berlin,

konnte von den Amerikanern eine

gebrauchte Baracke erwerben. Mit

dem Material sollte ein Gotteshaus

aus Holz auf dem eigenen Grundstück

entstehen. Als das Gerüst

stand, boten Freunde ihre Arbeitskraft

und Material für einen massiven

Ausbau an. Dafür wurden

40.000 Steine aus den Trümmern

der Umgebung verwendet. Die

Muttergemeinde Berlin Schöneberg

Das Sophienkrankenhaus mit neuer Eingangshalle (1961) und Anbau (1972).

4 | EINBLICK 03/2013