Schließkraftmessung für alle kraftbetätigten ... - Hörmann KG

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Schließkraftmessung für alle kraftbetätigten ... - Hörmann KG

Aufhebung des Bestandsschutzes für ältere Tore

Schließkraftmessung für alle kraftbetätigten,

gewerblich genutzten Tore nach dem aktuellen

Stand der Technik

Steinhagen, September 2013. Nach

der Arbeitsstätten-Richtlinie A1.7

müssen in Deutschland alle kraftbetätigten

und gewerblich genutzten

Industrietore auf ihren sicheren Zustand

geprüft werden. Bestandteil

der Prüfung ist die Schließkraftmessung

sowie die Überprüfung der

Reversierfunktion. Weil der Bestandsschutz

für ältere Tore aufgehoben

wurde, müssen ab sofort alle gewerblich genutzten

Tore nach dem aktuellen Stand der Technik bewertet

werden. Welche Folgen das für Händler und Betreiber

hat, erklärt Marc Wellerdiek, Leiter Service & Wartung

beim Industrietorhersteller Hörmann, im Interview.

Herr Wellerdiek, ist der Wegfall des Bestandsschutzes für

kraftbetätigte Tore schon zu allen Kunden durchgedrungen?

Marc Wellerdiek: Das glaube ich nicht. Auch wenn der Gesetzgeber

den Betreiber eines gewerblich genutzten Tores in

die Pflicht nimmt, die Schließkraftprüfung jährlich zu veranlassen,

vertrauen die meisten Kunden in solchen Fällen auf

ihren Händler. Der ist jetzt gefordert, seine Kunden rechtzeitig

zu informieren und eine entsprechende Prüfung anzubieten.

Was genau wurde denn in der Arbeitsstätten-Richtlinie geändert?

Marc Wellerdiek: Bisher wurden Bestandstore nach dem

Stand der Technik zum Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme bewertet.

Nun gilt für alle Tore, also auch für die älteren, der

aktuelle Stand der Technik. In der Konsequenz müssen viele

ältere Tore nachgerüstet oder gar ausgetauscht werden.

Was genau wird denn bei welchen Toren geprüft?

Marc Wellerdiek: Geprüft werden bei allen kraftbetriebenen,

gewerblich genutzten Toren wie Sectionaltore, Rolltore,

Rollgitter und Schnelllauftore die Kräfte an der Schließkante

sowie die Reversierfunktion. Dabei sieht die von der Berufsgenossenschaft

anerkannte ttz-Verbandsempfehlung mindestens

eine Kraft- und Zeitmessung bei der Öffnungsweite

von 50 und/oder 300 mm zwischen Haupt- und Gegenschließkantenmitte

vor. Bei Auftreffen auf einen Gegenstand

oder eine Person, in der Prüfsituation auf die Messkeule,

Hörmann KG Verkaufsgesellschaft

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darf die maximal einwirkende Kraft 400 Newton nicht überschreiten

und diese Kraft nach spätestens 0,75 Sekunden

durch das Reversieren des Tores auf maximal 150 Newton

abgebaut werden. Nach insgesamt 5 Sekunden darf die

Kraft nur noch höchstens 25 Newton betragen.

Können Sie als Hersteller eine Empfehlung zur Messung

geben?

Marc Wellerdiek: Der sicherste Messpunkt ist die Mitte des

Tores. Hier wirken die größten Kräfte und man bekommt die

zuverlässigsten Ergebnisse, um sicher zu gehen, die Vorgaben

einzuhalten. Werden die Messkriterien an dieser Stelle

eingehalten, kann in der Regel davon ausgegangen werden,

dass sie auch an jeder anderen Stelle auf derselben Höhe

erfüllt werden.

Was raten Sie Betreibern älterer Tore, die nicht mehr den

aktuellen Bestimmungen entsprechen? Gibt es für diese

auch Möglichkeiten, auf die Schließkraftprüfung zu verzichten?

Marc Wellerdiek: In einem solchen Fall empfehlen wir die

Montage einer voreilenden Lichtschranke, mit der die

Schließkante berührungslos abgesichert werden kann. Diese

Lichtschranke ist außerdem für den Personenschutz zugelassen.

Dadurch entfällt auch die Pflicht zur Prüfung der

Schließkräfte. Betreiber sparen auf diesem Weg nicht nur

die Mehrkosten für diese Prüfungen, sondern können auch

einen drohenden Austausch des Tores umgehen. Eine weitere,

allerdings weniger komfortable Möglichkeit ist die Umstellung

auf den sogenannten Totmannbetrieb.

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Bild 2: Nach dem Wegfall des Bestandsschutzes gemäß der

Arbeitsstätten-Richtlinie A1.7 werden nun alle kraftbetriebenen

und gewerblich genutzten Tore jährlich auch auf ihre

Schließkraft und Reversierfunktion nach dem aktuellen

Stand der Technik und nicht nach dem bei Inbetriebnahme

überprüft.

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Bild 3: Die Prüfung der Schließkräfte erfolgt 50 und/oder

300 mm über dem Boden in der Mitte des Tores.

Bild 4: Durch die Montage einer voreilenden Lichtschranke

von Hörmann wird eine Schließkraftprüfung überflüssig. Besonders

für Betreiber älterer Tore ist die Lichtschranke eine

gute Lösung, um den Austausch des Tores zu umgehen.

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