Jahresbericht MSF Schweiz 2012 (pdf, 5582 KB) - Médecins Sans ...

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Jahresbericht 2012

Projekte nach Ländern

Kamerun

Sensibilisierungsveranstaltung zum Thema Buruli-Ulkus in den Strassen von Akonolinga, Kamerun. © Christelle Ntsama/MSF

Ungenügende medizinische Versorgung

für die Mehrheit der Bevölkerung

Im Vergleich zu seinen Nachbarn ist Kamerun

zwar ein relativ stabiles Land, doch die

Armut ist weit verbreitet. 70 Prozent der

Erwerbstätigen verdienen weniger als den

gesetzlichen Mindestlohn, und der fehlende

Zugang zur Gesundheitspflege bleibt ein

grosses Problem.

Die Regionen Adamaoua, Nord und Extrême-

Nord waren besonders von gesundheitlichen

Notfallsituationen betroffen und weisen

die schlechtesten Gesundheitsindikatoren im

ganzen Land auf. Im Februar 2012 führte

MSF in diesem Gebiet einen Einsatz gegen

eine Masernepidemie durch. Die Organisation

unterstützte das Gesundheitsministerium

durch die Abgabe von Medikamenten und

die Ausbildung von lokalem medizinischem

Personal bei der Behandlung leichter und

schwerer Fällen. Mehr als 1’800 Patienten

wurden in den Einrichtungen des Gesundheitsministeriums

gepflegt und 175 weitere in

einer Behandlungseinheit für schwere Fälle,

die MSF im Regionalspital Garoua führt.

Im September musste MSF erneut in der

Region eingreifen, als verheerende Überschwemmungen

Tausende von Menschen

in die Flucht trieben. In den Auffanglagern

richtete MSF in Zusammenarbeit mit den

kamerunischen Behörden ein Gesundheitszentrum

ein, wo die medizinischen Teams

während drei Monaten rund 40 Konsultationen

pro Tag durchführten. Insgesamt wurden

2’000 Familien durch die Organisation betreut.

In Akonolinga pflegt MSF seit 2002 Menschen,

die unter Buruli-Ulkus leiden. Diese

vernachlässigte Krankheit, die mit der Lepra

verwandt ist, zersetzt das Gewebe und verursacht

sehr schmerzhafte physische Deformationen.

Die Behandlung umfasst das Verbinden

der Wunden, die chirurgische Entfernung von

Geschwüren und infiziertem Gewebe sowie

Physiotherapie zur Lösung von Versteifungen.

Jedes Jahr werden 100 Patienten in dem von

MSF errichteten Buruli-Pavillon behandelt.

Auch wenn die antiretrovirale (ARV) Erstlinientherapie

in Kamerun seit Mai 2007 kostenlos

ist, müssen noch erhebliche Anstrengungen

unternommen werden, um die Kontinuität in

der Pflege und die Qualität der Medikamente

sicherzustellen.

Im Bezirksspital von Nylon in der Stadt Douala

möchte MSF den Gesundheitsbehörden und

den internationalen Geldgebern zeigen, dass

die antiretroviralen Medikamente mit Tenofovir

wirksam sind und weniger Nebenwirkungen

hervorrufen. 650 Patienten wurden 2012 neu

auf diese Behandlung gesetzt. 89 Patienten,

die Resistenzen auf die Erstlinienbehandlung

entwickelt hatten, erhielten Medikamente der

zweiten Linie.

Gründe für die Einsätze: Endemien/Epidemien

Haupttätigkeiten:

vernachlässigte Krankheit, HIV/Aids

Vor Ort seit: 2000

Personalbestand (FTE): 96 Mitarbeiter,

davon 17 internationale Mitarbeiter

Kosten für 2012: CHF 4’009 000

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