Auswirkungen der Kohleverstromung - Greenpeace

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Auswirkungen der Kohleverstromung - Greenpeace

men. Grund dafür ist, dass Anlagen ihr Betriebsende erreichen und nicht genügend Kraftwerke

nachgebaut werden, um den Rückgang zu kompensieren.

Die hohen Zertifikatspreise sorgen dafür, dass Gaskraftwerke gegenüber Steinkohlekraftwerken

wettbewerbsfähiger sind und diese ggf. verdrängen. Da jedoch die Zertifikatspreise

derzeit auf einem geringen Niveau liegen, zeigen sich die Auswirkungen bereits in den

Stromerzeugungsmengen des Jahres 2013. Im Jahr 2020 werden die Steinkohlekraftwerke

sogar noch stärker Gaskraftwerke verdrängen. Besonders bis dahin neu zugebaute Gaskraftwerke

benötigen aufgrund höherer Wirkungsgrade weniger Brennstoff und emittieren

weniger CO 2 als ältere Gaskraftwerke. Dies führt teilweise zu niedrigeren kurzfristigen

Stromerzeugungskosten von Gaskraftwerken, als von Steinkohlekraftwerken, wenn die Zertifikatspreise

ein ausreichend hohes Niveau haben. Gaskraftwerke werden somit zuerst zur

Stromerzeugung eingesetzt und verdrängen insbesondere ältere Steinkohlekraftwerke mit

vergleichsweise schlechteren Wirkungsgraden.

Die niedrigen Zertifikatspreise begünstigen jedoch Kohlekraftwerke. Im Vergleich der beiden

CO 2 -Preisszenarien nimmt die Stromproduktion aus Steinkohle durch den Preisunterschied

in den beiden Szenarien im Jahr 2013 um fast 7 % und im Jahr 2020 sogar um knapp

72 % zu.

5.2. Import und Export von Strom

Strom kann auch über die Landesgrenzen hinaus gehandelt werden. Die Mengen an Strom,

die dabei die Grenzen überschreiten können, sind begrenzt durch die Übertragungskapazitäten

und die Verfügbarkeit der grenzüberschreitenden Stromleitungen. Die inländischen

Kraftwerke stehen somit in Konkurrenz zu den ausländischen Kraftwerken. Das Kraftwerk,

welches günstiger ist, kann im ausländischen Markt teurere Kraftwerke verdrängen. Die

Kohlekraftwerke in Deutschland haben dabei den Vorteil des günstigeren Brennstoffes, da

im europäischen Ausland westlich von Deutschland tendenziell mehr Gas- als Kohlekraftwerke

genutzt werden.

Die Bilanz des Stromaustausches ist in 2013 ähnlich der historischen Situation. Im Winter

wird Strom exportiert und im Sommer importiert. In Summe exportiert Deutschland mehr

Strom, als es importiert (siehe Abbildung 6).

Die derzeitig niedrigen CO 2 -Zertifikatspreise führen zu einer Zunahme des Exportes sowie

eines Rückganges der Importe. Dieser Effekt verstärkt sich noch in 2020, so dass im Saldo der

Stromexport bei CO 2 -Zertifikatspreisen von 5 EUR/CO 2 -Zertifikat um 96 % zunimmt. Im

Jahr 2020 sorgen die günstigen Zertifikatspreise für geringere Stromerzeugungskosten der

deutschen Kohlekraftwerke, die somit ausländischen Graskraftwerken überlegen sind.

Auswirkungen der Kohleverstromung 13

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